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Minnesota Staats-Zeitung. (Saint Paul, Minn.) 1858-1877, July 24, 1858, Image 4

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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1
Am.?tneistm werdett wohl-die armen, bk-f
Ds Mt der chglijchen Sprache unkun
Mg^ÄrEinpZ anderer, die sogenannten„Grli
-.M^,betxogen, übervmtheilt, bestohlen und
sehr oft ihren eignen Landsleu
-Ictt, dett ,G rün n," die sie wie legali
firte. Lanopiraten bei ihrer Ankunft im
gelobten Lande umlagern, um sie unter
der Haskeder Landsmannschaft und Ge
fällißkeit zu plündern. Wohl sind diesem
... Unsttge von Seitm zum Schutze der
Emigranten organisirter Gesellschaften ei
njMSchrgnken gesetzt doch sie vollkym
,men..zu schützen gegen die Blutsauger in
^Gestalt vow Mrchen, Läufern, Asteragen
s'^ten^u. f. w. von dem Moment ihres Lan
dens bis zum Ziel ihrer Reise, ist noch
immer eine Unmöglichkeit.
Die Seereise ist beschwerlich für die ar
men Emigranten doch die Beschwerden,
die Gefahren^ die Mißhandlungen, die
Verachtung und die Plünderung zu Lan
de sind noch größere Beschwerden, mit de
nett sie oft zu kämpfen haben und von
denen sich nur Derjenige einen richtigen
Begriff machen kann, der das Elend die
ser Leute in seiner gräßlichsten Gestalt zu
sehen Gelegenheit hatte.
„Armuth ist keine Schande aber sie ist
ein Fluch, und an den Brüsten der Un
wissenheit saugen überall die Vamppre der
Klugheit und der Gewissenlosigkeit."
Es giebt Gauner und Taschendiebe von
Profession, und auch Dillettanten, die blos
dann Beute machen, wenn sich ihnen da
zu Gelegenheit darbietet: so wie es Trin
fer giebt, die sich nur gelegentlich besaufen.
Also: „Trau, schau, wen? Dies
gilt für alle Länder.
Zur Bekräftigung dieses Satzes will
itih hier zwei Fälle anführen, welche mir
genau bekannt sind.
Vor Kurzem reis'te eine reiche Jüdin
aus New Aork nach Europa, um dort
nach langer Trennung ihre Verwandten
wieder zu sehen. Ihr Gatte ging durch
verschiedene Phasen des amerikanischen Ge
schastslebens, ist im Stande fünf Jan
kees an Smartheit zu bieten, mußte ein
AMal eines „mißglückten Geschäft
t.e ß" wegen im Zuchthaus laviren und
lebt jetzt als einer der Gentlemen, die
„down town" ihre Wechselstube und Ge
schäfts-Offiee haben und zu den „Upper
Ten's" gezählt werden.
Es ist charakteristisch, daß schon die Al
ten in ihrer Götterlehre den „Merkur" zum
Gott der Kaufleute gemacht hatten. In
unserer Zeit hat sich der Handel zu ei
ner weit höheren Stufe erhoben und der
heidnische Gott verdient daher um so mehr
auch als Gott unserer christlichen Kaufleu
te verehrt zu werden. Zu ihm sollten sie
eigentlich in den „Prayer Meetings" ihre
Herzen erheben denn die Vergebung h
rer Sünden kann weit sicherer durch
Merkur als durch Christus erlangt werden.
Die Industrie hat in letzterer Zeit einen
so riefenhaften Aufschwung genom
men^ daß eine allgemeine Krisis des N e
a die nothwendige Folge
sein mußte. Man frug da nicht: „Wie
viele sind gefallen?" „sondern: Wie
viele stehen noch auf den Beinen?" Und
daher ist es wohl kein Wunder, daß die
Ehrlichkeit nicht mehr zu den repu
blikanifchen Tugenden gezählt wird daß
der Dieb en gros anstatt geächtet, geach^
wird. Bei solchen Verhältnissen ver-
Wen sich die Importeurs zu den Fabri
!o,nett und die Kleinhändler zu den Im
potteurs wie die Taschendiebe zu den
Reisenden. Da das allzugroße und gräß
lich mißbrauchte Vertrauen die Betröge-
xim
und Befohlenen zur „V ch t"
und zum „Trau, schau, wem?" geführt
hat, so will es auf dem geregelten Wege
der Ehrlichkeit nicht mehr so rasch gehen
wie es auf dem ungeregelten Wege der all
gemeinen Schwindelei ttnd Spekulation
eine Weile gegangen und daher die
Jeremiaden über schlechte Zei
n. Lasset uns erst selbst besser und ver
künftiger werden, dann werden auch die
Zeiten besser! Doch zur Sachet
Die reiche Dame hatte ihre Kinder bei
sich, unv eine Negerin als Zofe. Sf&tch
gekleidet, mit kostbaren Ohrgehängen,
Brillantringen und Braceletm geschmückt,
mit einer schweren Uhrkette behangen und
mit allerlei Schmuck überladen^ konnte der
Menschenkenner eben so leicht auf den
Mangel an innerem Gehalt schließen, wie
der Gauner auf die Möglichkeit einer gu
ten Prise^ Die eleganten und schweren
Koffer waren ganz besonders geeignet, von
der Eigenchümerin auf einey w.erthppljlen
Anhalt Dießen zu lassen.
Auch
Misere
msi
4
Wer Geld ^at findet überall freundliche
Gesichter und Wirth und Kellner beeifern
sich dem Reichen sich gefällig zn zeigen.
reiche Reisende wurde an
Bord des Dämpfers mit jener Auszeich
uung empfangen, welche dem edlen Me
Me gebührt, das ja mit so vieler Mühe
«nd
Arbeit der Erde abgerungen werden
Mß! Kein Wunder, daß die Juden «Um
ihre« Gott in
der
Form eines goldnen
Kalbes anbeteten. Dies goldne Kalb ist
auch
-jetzt «och. der JDeiis laximus fix
«Mtstmn
Christen.

S-? E:
Die Fahrt war eine angenehme. Kapi
tain und Passagiere erwiesen der. reichen
Dame die ihrem Schmuck gebührende Ehr
erbietung. Selbst die schwatze Zofe, über-
strahlt vom Feuer der Diamanten ihrer
Herrin, würde vom 'Dienstpersonal des
Dämpfers hoffirt. Die Passagiere ver
glichen ihre Zähne mit Perlen, und schmei
chelten der Herrin müder Hindeutung auf
das Aufsehen, das sie mit ihr in ihrer
Heimath, in der Wallachei, machen werde,
wo man noch nie einen Neger sah, und
wo man glauÄ, daß alle Amerikaner
schwarz jtnt Glückliche deutsche und
wallachische Wallachei Dreimal glück
liche Negerin! Wie wird die Welt
bewundern und huldigen!
'Ja, schon am Bord schloß sich eine
gebildete Engländerin an die reiche Wal
lachin und ihre gegenseitige Freundschaft
erreichte während der Fahrt einen solchen
Grad des Vertrauens, daß diese ihr, in Li
verpool angekommen, die Marken ihrer Kos
fer übergab, um dieselben laut Angabe zu
besorgen. Und die Koffer wurden besorgt
nur blieben sie im Besitz, der
Engländtrin! Nun, die geprellte
Wallachin konnte ja den Verlust von drei
tausend Thalern Werthes leicht verschmer?
zen, wenn sie! bedenken, wollte, daß ihre
Habe nicht ganz ,koscher" war/ daß sie
noch über Wechsel und Jumlen und über
die Börse des Herrn Gemahls in Ante
rika verfügen konnte. ::,v.
Wenn ehrliche Leute bestohlen werden,
sind'sie zu beklagen bestiehlt aber ein
Dieb einen andern Dieb, so fällt der Ca
sus in's Comische und laßt keinen Raum
für Mitleid.
In diesem Beispiel sehen wir, wie noch
wendig es ist/ tticht Jedem unbedingt
zu
trauen, der uns mit süßen Worten und
mit Der Maske der Freundschaft entgegen
kömmt 'wir sehen, daß eine reiche „smar
te," ch' Dame von einer noch
smarterm christlichen Dame bestohlen wird
und können zugleich die Lehre daraus zie"
hen, daß wir die Menschen nicht nach th
rer Religion, sondern nach ihren
a beurtheilen sollen.
Im nächsten Beispiel sehen wir einen
sch Gauner auf ein grünes beut
sches ch ri st ch Märchen Jagd ma
chen, um ihre Person und Habe zu er
obern.
Auf ver Baltimore und Ohio Eisenbahn
zwischen Baltimore und Cumberlanv kam
des Abends ein Jude aus dem Waggon
erster Classe in den zweiter Classe, wel
cher zugleich als Rauchwaggon benutzt
wird. Aber, siehe da, a ch war
nicht n, um da zu
er /war geknmmen, um da zu schmu
sen mitanm hübschen Schicksel, das
gehvbt hat, pechschwarze Haare und schä
ne Augenundan Mund ganz ür zum
küssen und das getragen hat anen gold
nen Ring am Finger und auch mit sich
geführt hat anen großen Trunk und der
noch mehr Werth war als Mund, Augen
und Haare. Weh esch vi n, dachte
Manschel bei sich selber, das wär',
Bissen,, das wär a Fang. Um „Ap
fei um Ring" zu erlangen, ließ er sich
mit dem Mädchen in ein Gespräch ein
setzte sich zu ihr und wich nicht mehr von
ihrer Nähe. Nun ist es natürlich, daß
auf Reisen Männer gerne die Gesell
schaft von Frauen und Diese die Unterhat
tung mit Jenen suchen, wenn sie sich ge
genseitig eonveniren. Hier war es noch
weniger zu wundern, daß die junge
Sächsin ihrem deutschen Gesellschafter ge
neigtes Ohr lieh da sie ganz allein reiste
und noch kein Wort Englisch sprach. Auch
in Hinsicht der Religion ist Amor kein
Bigott und so schien denn dem Juden
die schönste Hoffnung zu leuchten, die
christliche Festung zu erobern und zu
plündern. Aber Ben Mauschel, Industrie
Ritter aus Spandau,, licensirter
Kleiderhändler zu, Mobtown, sah. sich
bald bitter getäuscht und mußte Fersen
geld nehmen, ohne Kuß, ohne Ring, ohne
Koffer..». SIt'W ..Mansche!!. .... ..
Einer''der Passügicre!
häie «fiten Hund
ibe'viMA .'um hn in.it, i\'a$
zu'önügttt, dmt feinek'Z^l' Wer» ^ife.
Wer Gelegenheit hatte sich von der Treue
und Freundschaft der Hunde zu überzeu
gen und in diesem Punkte eine Parallele
zieht zwischen ihnen und den Menschen,
der wird sich nicht wundern über das
Opfer, das mancher Mensch seines Hun
des wegen zu bringen im Stande
Geld Md Gtmst
#ist.
Als der Baggagemeister des Hundes
im Waggon gewahr wurde, erschien er so
gleich und forderte zwei Dollar mit dem
Bemerken, der Hund Müsse nach dem Pack
wagen gebracht werden.
Nachdem ich versucht -hattVMein editA
rielles Gewicht in die Waagschaale der
Hundedifsicultät zu legen, war es uns
gelungen in el gratis nach Cumber
land zü bringen und zwar als Passagier
erster Klasse auf gepolstertem Sitze."^ßs
giebt in der Welt fast eben so viele Aus
nahmen als Regeln und die Mittel des
Bestechens und Bestochenwerdens
ftnfc'w
vermögen viel
.dxr zählig. Geld Wd GWst vermögen »tn
.T~ gemißbraucht find beÄde gefährlich»
Min
et el war die Veranlassung un
serer ersten Bekanntschaft mitsher Sächsin.
Minetel hatte Durst und auch Menschen
hatten Durst abe^ es war -kein Wasser
im Kühler. Und es schien als hätte es
den Natives Vergnügen gemacht die
Dutchmen einige Stunden mit Durst zu
en denn man legte Eis in den Küh-
ler, goß jedoch kein Wasser hinein. End
lich schlug der Tyran vom Packwagen an
einen Fels und es sprang Wasser hewor,
hinreichend so fort für den lechzenden Gau
men der Armen«
Auch der vierfüssige Passageur konnte
nun seinen brennenden Durst löschen und
zwar aus Hebe's Schaale, gereicht durch
die freundliche Friderike aus Sachsen. A
Mein Kopf war da zu sehr mit „pau
Untschen" Sorgen gefüllt, um nach irgend
einer Unterhaltung zu verlangen ich leg
te denn das müde Haupt auf die Reise
tasche und entschlief bald bei dem Ge
rassel der Räder, das mir durch die lau
ge Gewohnheit zum Wiegenlied geworden.
Welche Fortschritte Mauschel des Nachts
-gemacht hat, weiß ich nicht und kümmerte
mich auch nicht. Selig sind die Liebenden.
Mag er selig gewesen sein in Liebe. Doch
Mauschel wollte nicht lieben er wollte
blos schmusen um zu mausen.
Der Zug ging von Baltimore über
Cumberlanv ohne zu wechseln, bis nach
Benwood und Wheeling. Geschäfte hiel
ten mich in Cumberland zurück und, siehe
da, wen treffe ich im Revore House?
Herrn Mauschel und Fräulein Friderike.
Ben machte die grüne Friderike glauben,
der Zug gehe nicht weiter uüd sie müsse
hetr den Abgang des nächsten Zuges ab
warten, um nach Benwood zu fahren,
wo er ihren Koffer in Empfang nehmen
und sie nach (Eintitmatt begleiten wolle.
Wie artig, wie galant, Herr Mauschel!
Aber wie schief gewickelt!
Nachdem unser Industrie-Ritter seinen
ehrlichen Namen Benjamin Spandau ein
getragen hatte, ließ er ein Zimmer öffnen.
Ein Neger nimmt seine Reisetasche und
Mauschel und Friderike folgen ihm nach,
um sich da vom Staub der Reise zu ent
ledigen. Ueber eine Weile wendete sich
Friderike zu mir mit den Worten: „Sa
gen Sie mir, was ich thun soll der Iu
de scheint mir ein schlechter Mensch zu sein.
Als wir ankamen, machte er mir den Vor
schlag mit ihm in's Freie spazieren zu ge
)en doch ich sollte meine Reisetasche mit
nehmen. Des Nachts quälte er mich utn
meinen Ring, machte mir Heirathsau
träge und sagte, er habe in Cincinnati
ein schönes Geschäft. Hier überredete er
mich, mein Kleid zu wechseln und dann
mit ihm zu speisen. Im Zimmer um-
schlang er mich, küßte mich und verlangte,
ich sollte nach Tisch mit ihm schlafen
gehen."
Kein schlechtes Verlangen Mauschel,
und ein höchst naives Geständniß, Fräu
lein Friderike!
Mauschel ist ein Spitzbube, sagte ich,
er
hat Sie hierher gebracht, um Sie, zu
bestehlen. Ihre Küsse sind ihm blos die
Brücke, um zu ihrem Ring und ihrer Ha»
be zu gelangen.
Nach dieser Mittheilung stellte ich mich
Mansche! gegenüber und sagte: „Besser
Sie machen sich hier aus dem Staube,
sonst wird matt Ihnen ein anderes Lo
gis anweisen, wo Ihnen das Mausen
vergehen soll.
Mit der Miene eines Spitzbuben, der
zu dumm ist, schlechte Streiche durchzufüh
ren, läugnete er Alles was das Mädchen
gegen ihn ausgesagt und hieß mich im
Eifer feiner Vertheidigung einen Lügner.
Ich hatte Mühe 'mich zu mäßigen rief
das Mädchen herein und stellte ihr die
Fragen über alle ihre ftüheren Aeußcrun
gen gegen Mauschel, bim ste bejahte in
deß er aber hartnäckig läugnete.
Jndeß kam der Hausherr dazwische» und
als er den Casus Belli vernommen, sag
te er dem „Mauschel in der Klemme,"
der eine ganz besondere Aversion gegen die
teutsche Sprache zeigte: „You better
clear out we know you here, and
are astonished how you dare tocome
äiäSe again.
/Das war eine bittere Pille für den ge
und enttäuschten Galan. „Ich will se
hen, radebrach er im Englisch, wer Recht
hat ich habe Geld genug, um mich zu
vertheidizen., „Und in einem Nu war
Mauschel zur Pforte hinaus geradewegs
zu— einem Advokaten. Als aber der
Advokat in das Hotel kam, um mit seinem
Clienten Rücksprache zu nehmen und die
,^Dollars Five for advise" in die Tasche
zu schieben, da erschien noch ein anderer
Kläger in der Gestalt des Potters, der so
eben Auftrag erhielt, von Mauschel fünf
Thaler und fünfzig Cents zu collektiren,
welche
Summe er dem Conducteur schul
dig geblieben war, indem er sich aus die
Bekanntschaft mit erwähntem Porter beru
fen hatte. Nun war auch noch der Clerk
mit
seiner Rechnung
da
.met und
indeß
Frage: ob man einen Abwesenden
anttirm könne oder nicht, und wer in hoc
casu Nonsolventiae b»» erste Recht ha-
I W t'.r. r.Z.
Ist I if n: Mo /ÄW' MNf "I chx'^A eK tBifc«A" g.
..•"••• 'e /'«tV ^Ss*i
den soll auf die Haut.dcs EW, das ist,
auf die im verhängnißvollen. ZimMer zu
rückgelassene Reisetasche Mauschels mit
ihrem gcheimnißvollen JUhalt.^Jn Er
mangelung eines Richters übernahm der
Porter selbst das Richteramt und entschied:
daß er als Schwarzer daD erste Recht auf
die Tasche habe, dieweil die Tajche schwarz
ift,
?r
»Jüf s# »v
Der Wirth, ein biederer Mann, mach
te keine Einsprache gegen die Sentenz des
Schwarzen der Advokat schwieg, wir
aber freuten uns, ein Schaaf aus den
Klauen eines Wolfes gerettet zu haben,
und fuhren mit dem nächsten Zuge, im
herrlichen Gebirge, nach Benwood.
5
Friderike fand alsbald wieder einen
anderen Beschützer, dem es nicht um Ring
noch um Koffer zu thun war, sondem um
Unterhaltung. Diese wurde dem Glück
lichen auch in reichem Maaße zu Theil
denn Friderike konnte Dechen und Hrach,
wenn sie sprechen wollte und schlief, wenn
sie schlafen wollte nur Mit Mauschel zu
schlafen, schien ihr ein Greul gewesen zu
sein. Denn Mauschel war gar zu plump
und gar zu dumm und schlecht noch oben-
Möge Mauschel dieser Falle entkom
men, hinfüro das Mausen lassen und be
denken, daß d^r Krug so lange zum Brun
nen geht, bis der Henkel bricht.
Möge sich Friderike auf ihrer Lebens
reift nicht wieder bemauscheln lassen und
der Leser dieser Skizze gedenken wenn er
auf Reisen geht und die Wahrheit des
Sprichwortes beherzigen „Vorsicht scha
bei nie."
E 0 s,
Unsere Platform.
Wir, sprechen Kaiser und König von
Gottes Gnaden—so spricht der Monarch zu
seinem Volke, als Individuum, in der er
sten Person der vielfachen Zahl. So
spricht der Journalist in seiner Zeitung
zum Publikum. Und so bin denn auch ich
wieder nach langer Pause der Sitte an
heimgefallen, mein Lesepublikum mit dem
bescheidenen „W r" zu addrefsiren. Also,
Wir SamuelGotilieb von Gottes Gna
den, Zeitungsschreiber und Journalist in
Amerika seit einundzwanzig Jahren, als
Demokrat ,.v 0 a Schlage"
und Materialist der extremen Linken dem
teutschen Publikum dieser glorreichen Re
publik von Nord Amerika wohlbekannt,
vielgeliebt und vielgehaßt, haben uns
durch Liebe zur schönen und poetischen
Minnesota bewogen, entschlossen: nach
achtundzwanzigjährigen Lust- Irr- und
Geschäftsfahrtett in drei Welttheilm,
nach St. Paul zu ziehen, um da den
Wanderstab für-immer niederzulegen, den
Rest der noch zugemessenen Jahre der Er
ziehung unserer Kinder zu widmen und,
nach einer elfjährigen reformatorischen
Reit- Fahr- und Laufbahn, in qutefetren
dem, aber noch lange nicht quieseritem Zu
stand, eine Zeitung herauszugeben, deren
Inhalt Literatur, Politik und
Neuigkeiten eine Zeitung, die zwar,
weil nicht für Jedermann und Jedeftau
geschrieben, auf keine Theilnahme der gei
stig blinden und ganz rohen Masse rechnet,
dennoch so geschrieben werden soll, daß sie
durch Mannigfaltigkeit auf einen ausc
dehnten Lesekreis bei den intelligenteren
und ehrlicheren Teutschen der Union
rechnen sich berechtigt fühlen darf.
Die Presse ist ein mächtiger Hebel und
in den Händen der Editoren eines freien
Landes liegt unbedingt in großem Maaße
die öffentliche Meinung, das Wohl und
das Weh des Staates, die Bildung und
die Unwissenheit, die Tugend und die Cor
ruption, das Glück und das Unglück, der
Wohlstand und die Armuth, die Unab
hängigkeit und die Knechtschaft der Jndi
viduen. Wie der Hirt, so die Heerde.
Jndeß in Monarchien die Presse, mit
wenigen Ausnahmen, in Fesseln liegt, wur
de sie hier bei Gründung der Republik
für ftei erklärt so das Wort. Und frei
und gechrt soll hier auch die Arbeit sein
Diese Erklärung bildet das Alpha zu un
serer Platform, auf welche diese Zeitung
basirt sein soll.
Das freie Wort, die fteie Presse setzen
Freiheit der individuellen Meinung vor
aus, in der Politik sowohl wie im Glau
ben oder Unglauben. So wie sich der Be
griff der fteien Arbeit mit dem Begriff der
Sklaverei und Knechtschaft durchaus nicht
vereinigen läßt. Wer also das fteie Wort,
die fteie Presse, die freie Arbeit zu unter
drücken strebt, der kennt das A der Freiheit
nicht, so wieder ein Tyrann ist, der die
Herrschaft seines Einzelwillens Anderen
aufdringt, oder sie in der Ausübung.ihrer
Rechte der MeinungWer Politik, Religion
und sociales Leben durch physische Ge
walt zu
hindern
sucht
Also
für Essen
und
Zim-
der Advokat verblüfft da
stand, tthob sich die wichtige
juritische
oder wirklich hindert.
allgemeine Freiheüder Meinung und
des Gewissens ist die Grundlage dieser
Republik
und nur wenn die Meinung
durch Handlungew ^ie
Ehre, die
Person, das'Eigenthum Änverer und son
stifte Rechte verletzt, hat der Staat als
Richter au^utreten^ und anf dem Wege
Gesetzes dtz StrO AdietirM.
fi
A"J
Clljrsfe* MI
-ir&fl
Wenn es in einem freien Staate so
weit gekommen, daß die Presse, das Wort,
die Arbeit, die Stimmurnen zur Dienst
magd der öffentlichen Meinung herabge
sunken wenn sich Individuen aus Ge
fchäftsrücksichten fürchten müssen ihre Mei
nung laut auszusprechen oder am Stimm
kästen geltend zu machen, wenn der Werth
des Geldes den Werth des Principe^ und
der Ehre überwiegt wenn die Arbeit ver
achtet oder bis zum Sklavendienst her
äbgewürdigt wird wenn die beleidigte
Ehre kein Recht, der Arme keine Gerech
tigkeit findet wenn weder Person noch
Eigenthum hinlänglich geschützt sind, oder
die Justiz so verderbt ist, daß die Bürger
zu Vigilance Committeen ihre Zuflucht
nehmen müssen dann ist es faul im Staa
te und die Freiheit nur ein leeres Wort.
In diese Phase ist, leider, unsere Muster-
Republik getreten.
Als wir im Jahre 1837 die Revaction
der „Alten und neuen Welt"
in Philadelphia übernahmen, bestimmte
uns die durch schwindelhafte Bankinstitute
herbeigeführte Krisis, so wie das Compro
miß zur Verhinderung der Ausbreitung der
Sklaverei in den westlichen Territorien
die Grundsätze der demokratischen Partei
zu adoptiren und zu verteidigen. Als
wir in dm Jahren 1842 und 1843 den
„Herold" in Baltimore Herausgaben,
fuhren wir fort auf derselben Platform zu
wirken, und obschon wir in späterer Zeit
den Theorien der verschiedenen mit Enthu
siasmus beseelten Arbeiterbewegungen und
radikalen ^Platformen günstig waren—oh
ne davon praktisch ein erfreuliches Resul
tat zu erwarten blieben wir doch mit
Wort und Schrift der demokratischen Par
tei bis zum Jahre 1854 getreu, als sie
durch Aufhebung des Missouri-Compro
Misses und die vassirte Kan!as-Ncbr.lska
Acte, so wie durch die zweideutige Dou
glassche Squatter-Souveränitäts-Toctrin
ihre eigene Platform in Betreff der Skla
venfrage verlassen hat.
Man hat durchaus kein Recht alle jene
vielen Freunde der Jeffersonischen Grund
sätze als Abtrünngige oder Verräther zu
brandmarken, die bei dem mächtigen Um
schwung der öffentlichen Meinung zur Zeit
des letzten Wahlkampfes mit der neuen re
publikanischen Partei gingen, die gerade
jene Grundsätze in ihrer Plat^rm auf^
nahm, welche die durch Douglas und Ge
Nossen
geführte demokratische Partei aus
ihrer alten Platform gestrichen hatte.
Thatsachen mag man durch Sophisterei
verwirren oder sie läugtten durch Gründe
sie widerlegen ist unmöglich.
So lange es noch einen Schatten von
in etnem Staate giebt, wird es
Parteien geben und das ist ja eben der
Vorzug freier Staaten vor despotischen,
daß sich die öffentliche Meinung durch Ge
staltung von Parteien frei bewegen und
ftet aussprechen darf.
Eben so ist es in Hinsicht der Religion.
Hebt die Herrschaft der Religion auf,
proclamirt Gewissensfreiheit und Ihr wer
det Secten und Atheismus haben. Diese
haben wir auch, und die Rechte dieser
haben wir auch zu wahren und zu schützen,
durch Wort, durch Schrift und Stimme.
Wenn aber das Partei- und Seetenwesen
zA' Parteisucht und zu Fanatismus ent
Artet,
der stets despotisch ist, dann ist der
Siaat zu beklagen, und das blinde, irre
geleitete Volk schmiedet die Ketten, in wet
che'es erst Andere zu legen sucht, bis es
zu spät fühlt, daß es unrettbar selbst dar
in gefesselt liegt, l/Daher ist es zu bedau
ent, daß es Demagogen giebt, die selbst
süchtiger Zwecke wegen die Masse sanatisi
ren, anstatt sie zu belehren, oder solche un
geschulte Pfuscher, die außer ihrer Blasirt
heit noch ihre Korruption in die Waag
schaale der Journalistik legen, und so den
unwissenden Theil des Volkes zugleich
auch demoralisiren. Wenn aber Unwis
senheit, Cormption und Fanatismus in
einer Republik überhand nehmen und
Gleichgültigkeit und Schaam der Besseren
und Intelligentem zur Folge haben, dann
geht die Freiheit zu Ende, oder hat viel
mehr, im eigentlichen Sinne des Wortes,
bereits das Ende erreicht.
Dem' Fanatismus und der Corruption
entgegenwirken und durch Argumente, nicht
durch gemeine Beschimpfungen der Oppo
sition begegnen, ist eine andere Aufgabe
unserer Platform.
Wir haben bis jetzt unsere politische und
religiöse Unabhängigkeit mit Hintansetzung
des persönlichen Vortheiles durch eine lan
ge Reihe von Jahren aufrechterhalten
wir werden sie auch künftig nach Kräften
zu bewahren suchen, und neutral in Nichts
sein.''
4"Die Alte und neue Welt,
Herold, a ck sind hin
reichende Belege' für unsere Prineipien
und es wäre eigentlich gar nicht nothwen
dig Bon einer Plafform zu sprechen doch
nicht alle Leser dieser Zeitung kennen jene
Blatter und so sind sie denn berechtigt die
Grundsatze des Mannes vorläufig kernten
zu lernen, dessen erste Nnmmer feiner Zei
tung ihnen zukömmt.
Mit religiösen Controversen und Pfaf
ftn-Tyradm wird sich diese Zeitung nicht
befassw und den kläglichen Kampf gegen
Tf V-
4|
5W
sR-Lt'
?-mk:
5MKM.:
Vii $
a.
theologische Windmühlen Jenen überlassen,
die dazu noch Liest fühlen. Unsere eige
nen Ansichten Über Religion werden wir
nie verleugnen und auch nicht aufgeben,
da sie dnrch die Zeit ernster und ruhiger
Forschung gereift sind. Auch werden wir
nicht versäumen, zuweilen gediegene Bei
träge zu liefern, welche der bereits Aufge
klärte gerne liest und Solchen als Mittel
zur Aufklärung dienen mögen, die den
Willen haben, ihre Denkkraft zu üben
und auszubilden. Jene, He ben Ge
danken für cht en, betrachten wir als
Automate in Menschengestalt und leisten
gerne Verzicht auf ihre Gunst.
Wir mögen uns geirrt, vielleicht oft ge
irrt haben, entweder in den Mitteln das
Wahre zu suchen oder in der Wahrhei
selbst doch können wir mit Zuverficht sa
gen, noch nie das Wort oder die Schrift
dazu benutzt zu haben, um unsere wahren
Gesinnungen zu verbergen. Wir waren'
nie geneigt unserem Nebenmenschen zuzu
rufen „Du mußt glauben," sondern
„Du sollst prüfen!" Eine schwere
Kunst haben wir jedoch auf unfter dornen
vollen und undankbaren Laufbahn gelernt,
„Die Kunst zu schweigen, wo man durch
Sprechen sich selbst schadet, ohne Andern
zu niltzen." Auch ist unsere jugendliche
Begeisterung für Ideale hier zu Lande
ziemlich bis Null herabgesunken über
zeugt, daß nur sehr Wenige in den Mas
seit der Vernunft geneigt sind daß es
nicht die Form ist, welche Freiheit gewährt,
sondern das W se daß die Despotie
nicht nur von gekrönten oder gesalbten
Häuptern und privilegirten Kasten aus
geht, sondern auch von O a ch n,
Fab riks er ren und vom Pöbel
eines republikanischen Staates.
Herrschaft sind wir, leider, auch in itnfe
rer Republik bereits in hohem Maaße ver
fallen und wir glauben wenigstens in die
ser Beziehung der Republik noch nützen zu
können, indem wir ihrer Despotie eütge
genwirken wenn man anders nicht bereits
sagen muß: „E ist zu spä t"
Besonders hoffen wir in einem jungen
Staat wie „Minnesota," wo sich leider
auch schon Betrug und Rohheit geltend
gemacht hobett, wo aber im Ganzen noch
frisches Leben waltet, durch ruhige Debatte
und persönliches Beispiel das Freie, das
Wahre, das Gute fördern zu helfen oh
ne einen andern Lohn zu erwarten als die
Liebe der Guten und den, der jeder Ar
fceit gebührt eine unabhängige Eristenz.
Der Beruf «ines Journalisten ist ein
eben so erhabener als schwieriger wenn
er sein Organ nicht zum blinden Werkzeug
einer selbstsüchtigen Clique, noch zu einer
Milchkuh, sondern zu einem Förderungs
mittel des Volkswohles macht. Um die*
fes Letztere leisten und erreichen zu können,
muß derselbe selbst ernstlich das Wohl sei
ner Mitmenschen wollen, die nöthige Bil
dung besitzen und guten Namen mehr lie
ben als irdische Güter, um nicht auf Ko
sten eines Princtpes, das er für wahr er
kannt, sich direct oder indireet bestechen zu
lassen. Das Lob des Volkes darf ihn
nicht hochmüthig und der Tadel der Fein
de nicht kleinmüchig machen. Vor Allem
hat er Blößen durch Inkonsequenz und
Schwankung zu verhüten, um sich des
Vertrauens des Volkes würdig zu machen.
Das Parteiwesen dieser jungen Revub
lik ist im letzten Decennium sehr entartet
und auch die Fahrlässigkeit des souveränen
Volkes betreff strenger Verantwortlichkeit
seiner Präsentanten in den Hallen der
Legislatur und des Kongresses hat tn
neuester Zeit die traurigsten Folgen ge
habt, durch mittelbare und unmittel
bare Bestechung.
In einigen Großstädten herrscht völlige
Anarchie und die Stimmurnen werden
von der niedristen Classe des Volkes förm
lich blockirt, die gleichsam das Jantischa
reneorps der. Canditaten bildet, und für
ihre geleisteten Dienste theils Belohnung
durch Aemter, theils Nachsicht bei wgan
genen Verbrechen beansprucht, und nicht
selten auch wirklich findet.
Viele der Bürger, besonders aus.der
untersten Schichte der Eingewanderten, las
sm sich durch den Knalleffect einer Stump
rede, enthusiasmiren, ohne selbst zu prü
fen, Andere folgen dem Commandowort
des Priesters, indeß Manche sogar des
Meineids sich schuldig machen und mit th
rer Stimme, völligen Wucher treiben. Und
das sind Thatsachen, von denen wir selbst
oft Zeugen waren und welche man nicht
hinwegläugnen kann. Würde das arme,
irregeleitete Volk die Folgen solcher Hand
lungen kennen es würde sich nicht als
Werkzeug gebrauchen lassen, um sein eig
ner Todtengräber zu werden. „Wie das
Volk, so die Regierung."
Wie steht es jetzt mit unseren Karteten?
Die alte Whigpartei mit ihren hervor
ragenden Führern ist zu Grabe getragen.
Die demokratische Partei, einst ihre mäch
tige Gegnerin, hat die Barriere' niederge
brochen, welche der Verbreitung des In
stituts der Skaverei nach dem Westen und
Nordwesten hin gezogen war. Die unm.it
telbarm Folgen waren die bis zum Eckel
wtdergekäuten Gewaltchaten und Unge
rechtigkeiten in Kansas.
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tx
Die Souveränität der Territorien wird
durch die demokratische Partei zum Ge^
setz erhöhen und der „detnoki-atisch^ Präsi
vent, verletzt sie selbst mit eigener Hand.
Douglas, bei dem nicht der Kopf, sondern
die Farbe den Werth des Menschen be
stimmt, der zu Girnsten des Südens Hand
in Hand mit Buchanan ging, Douglas
stellt sich dem Präsidenten gegenüber,
mißbilligt seine That, ladet sich den Zorn
des Südens auf das Haupt und zersplit
tert, dem Wesen nach, die demokratische
Partei. Müssen wir auch sämmtliche po
lttifche Streifzüge des Senators von Illi
nois, vom Standpunkte der Unabhängig
keits-Erklänmg und der Humanität aus/
mißbilligend betrachten, so können wir ihm
doch seine Consequenz in Bezug auf die
von uns selbst nie zu billigende Kansas
und Nebraska Bill als Verdienst zurech
nen, die doch von Festigkeit zeugt, auf die
Gefahr hin, das höchste Ziel der Ambition
zu verwirken. Ode? genügt ihm der
Senatorenstuhl? Oder sah er so weit
voraus, um zu wissen, daß die momentane
Zersplitterung, die ihn mit dem Westen
und Norden versöhnen soll, etne baldig?
Wiedervereinigung der Partei zur Folge
haben werde? Auf die republikanischen
Stimmen konnte er doch unmöglich rech
net! doch viel laßt sich von dem Klange
der Demokratie in den Ohren deö Volkes
und viel von der Taktik der Politiker et*
warten, wenn es sich um den Angel handelt,
an dem matt Fifche ködern will.
Nachdem der Congrrß die Kansas
frage erledigt hatte, trat eine kurze Ruhe
ein nach dem langen ekligen Kampf tock
wie in der physischen Welt giebt es auch
tn der Politik feinen absoluten Stillstand.
Schon denkt man aus Mittel und Wege,
wie man die vorhandenen Elemente zu
betrachten, zu ordnen, zu eombiniren habe,
welche neue Fragen dem Volke vorgelegt,
welcke Maßregeln vertheidigt, welche Par
eellen zur Coalition ermnthigt werden
sollen, um den Plan für den nächsten gro
ßen Feldzug zu ordnen und im Kampf zu
siegen. Der intelligente und rechtliche
Politiker und Bürger verschmähen es mit
der Opposition zu kokettiren und ihr Coli
eessionett zu machen indeß Jene, denen
es blos darum zu thun ist, die Zügel der
Regierung in die Hand zu Memme»,
kein Mittel verschmähen, um durch Co
alition nummerisch zu gewinnen und den
Sieg zu erringen.
Die in zwei scheinbar feindselige
Lager gespaltene demokratische Partei wird
Alles aufbieten, um den Süden zu besrie
digen und den naturalisirten Bürgern als
alleinseligmachend sich zu empfehlen: sie
wird sich über Verletzungen ihrer Grund
sätze im eigenen Heere hinwegsetzen und tn
Einheit wieder herzustellen suchen.
Was hat die republikanische Partei zu
thun und was wird sie thun, um ihren
Plan zu ordnen und die Schlacht zu ge
Winnen? Der Süden hat von ihr, vom
konservativen Standpunkt aus. Nichts zu
sürchten, so lange sie in der Sklavenfrage
ihrer ursprünglichen Platform treu bleibt
doch sie selbst hat vom Süden Alles zu
besorgen und Nichts zu hoffen, seit man
gewohnt ist, den sogenannten „schwar
zen Republikaner" mit dem
Ult a Ab 0 it 0 ni st in Eme
und dieselbe Categorie zu stellen. Ihre
Tendenz neigt sich eben so sehr zum Abo
litionismus hin, als die moderne vemokra
tische Partei, bei offener Bekämpfung des
Nativismus, mit geheimen Waffen zu
Gunsten der Sklaverei-Jnteressen kämpft
und so lange der Süden eine Potenz bleibt
in der' Waagschale der Politik, wird es
stets Politiker im Norden und im Westen
geben, die solche Waffen gebrauchen, um
ihre eigenen Zwecke zu er
reichen.
Der Süden kann nie und nimmer auf
aufrichtige Sympathie des Nordens
rechnen und der Kampf unserer nördlichen
Staatsmänner mit Janus-Gesichtern mag
noch eine Weile hingehen doch die Tage
der Herrlichkeit des Südens dem Norden
gegenüber sind gezählt. Das Volk der
freien Staaten wird seinen „Falschspielern"
trotz aller Taschenspielerküuste in die Kar
ten schauen und es wird dem Süden end
lich keine andere Wahl übrig bleiben, als:
entweder den Gelüsten nach Wiederein
ührung desSklavenhandels u.der Ausdeh
nung des Sklaverei-Gebietes zu entsagen,
sich dem Status quo zu fügen, und dem
a! Verschwinden der Sßla
verei sich ruhig zu unterziehen, oder sich
loszusagen von der Union, um dadurch
„einen unausbleib! ichen Selbst
mord zu begehen"
Es ist ein sicheres Zeichen, daß es den
Führern der Parteien selbst aN PrincipieN
fehlt, wenn sie Miene machen, ohne Wck
sieht auf streng markirte Grundsätze die
Partei nummerisch zu verstärken.
Parteien, die, aus heterogenen Elemen
ten zusammengewürfelt, wesentlicher Prin
cipien ermangeln, zerfallen in sich selbst,
meist ohne einmSieg zu erringen und künst
liche Organisation
kann nte auf erfreulichen
Erfolg rechnen.
Die republikanische PdtttT hat beft»
letzten Wahlkampf sich tHchr gehalten u»
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