OCR Interpretation


Minnesota Staats-Zeitung. (Saint Paul, Minn.) 1858-1877, December 26, 1872, Image 12

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

Persistent link: http://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn84031595/1872-12-26/ed-1/seq-12/

What is OCR?


Thumbnail for

gleite Anzeigen.
Sflsij Kränzchen
des
It. faul Tmu-Perems
am
Neujahrs Abend
tn der
Turn-Halle.
Eintrittspreis 50 Cents.
Ire«nde dt# Turnvcreirs find freundlichst eingeladen.
zu serviren.
26. veeemder am Uhr.
Dana Prettverthe'lun,».
Folgende» stnd die Preis«:
Union Scheibe.
1. Preis $10 in Gold.
2. Preis 5 in Gold.
3. Preis
4. Preis
5. Preis
DaS Committec.
Shell OYSTERS!
Meinen Frexn^en und Bekannten die Nachritt, daß
ich
tn metner Restauration eine Oysterdar ein^er'chtet,
und stets bereit sein werde
Austern in allen Zubereitungen
SHELL OYSTERS 5 Cents das Stück.
AdamISt hlmcmn.
Ü4fc[(63tl Wabashaw Sir. der Post Office gegenüber.
Deutsche Handlung
Milien-Artikel»
gaHtr Art, beu
firnt Wer.
im neuen Brickgebäude an der obern 3ten Straße.
In der neueröffneten Handlung bei Unterzeichneten findet
das hiermit freundlichst »r Mvstirung meine«Waarealagers
eingeladene gicdtle Publikum die retchhaliigste Auswahl an
Porzellan- Glas- und.
Töpler Iftowtx, Spiel fflxmu
enthaltend die schönsten ÄZeihnachtsartikel und
Groreries utti Drovisioueu.
Meine Waaren sind fäp mtlich »on vonügliibfler Güte und
»erden an lllaleit jeder Loneurrenz die spitze bitten.
Um freundlichen Zuspruch bi.tet
Paul Faber.
Großes Preisschießen!
Mo. 236 Dritte Straße.
Wir mache» unser« Schützen und die Mitbürger im allge
ineinen auf da» 9trpnßgen,weicht» idnen Am August Kuauff,
Ste.
^36
Dritte Straße, wahrend der Weihnacht«,
jatrttaae bereite« wird, aufmerk'am.
und
Neu-
Ii»
wird ein recht ge-
mü'hliche» Prei»ichteßen sein und nimmt seinen Ansang am
Donnerstag de» 19
itttmltt
und endet Mittwoch Abend de»
Kehr Scheibe.
1. Preis $10 in Gold.
2. Preis 5 in Gold.
3. Preis
4. Preis
5. Preis
3 in Hilber.
2 in Silber.
1 jn Silber.
3 in Silber.
2 in Silber.
1 in Silber.
a« erste Preitschießen »eiche» Herr Knauff litt veranstal
tot, »erlies in beste-Ordnung und gut vollen Zufriedenheit aller
TVeilnehaier. D?e Bücher, in den Uber Schuß eingetragen
«!rd. liegt» 8t# »ur Einsicht offen. Näheres bcfagca die
Sittel.
Älfo auf jum Schützenfest»
Dritte Straße No. 236*
Warmer Lnuch and gute« Bier au« Hamm' Brauerei.
19dez3»ld
Die erste
Delitsthe Zpothkke
St. Pauls.
Miss sc Walther
No. 84 Ost 7t« Sir. 2 Thiiren von Broadway.
Reeepte werden bci Tag und Nacht prompt besorgt.
Homöopathische Medieinen stet« »orräthig.
Feine Parfümerien it. passend für IvdejZmo
W ejkuAcktsgesckevke.
St. Paul Hauö
von-
Nie Sausen
Rush City Mmn.
Diese« ganz neu eingerichtet? -6otcI bietet den Reisenden gu
te« Qurrtic, und eine» woylbcsetzlcn Tisch. Tute Stallnng
tst beim Hause.
Weihnachten 1872
Bücher, Bilder und
O
fette Art
dclii
D. D. Merrill 8 Co.
No. 166 Dritte Straße. 3dcc1mtwud
tsf
Weihnachten 1872
SpielMRre«, Goulett»
sowie alle« nöthigeum Weihnachtsbäume
herjustelleuzu den Sil
llflstt» Preistn bei
Steint Frank itt. Gembe,
Ecke der Mississippi und Broadway Straße«.
Weihnachts Geschenke,
neu und sein, fbr die litten fÄfeintn. Eine so schone
BvSvahl al» irgend«» i» der Stadt bei
Alois Meyer
Eike der Vierten und Jackson Straße.
Alle» frisch und neu und die Preise bi ig. 2decl«
Druckarbeiten iebtofter Art.
a
Inhalt des Sonntags-VlatteS der
Minnesota StaotS,Zeitung.
Aus sturmbewegter Zeit. Novelle von
H. M.
Bilder aus Japan.
Der Wendewein. (Gedicht.)
Humoristisches.
Das Sonntags- Blatt wird allen
Abonnenten des Wochenblattes, die im
Voraus bezahlt haben, als Prämie znge
sandt.
a a E
3 W a a a E a
3 Uhr Samstag früh erscholl Feuerlärm.
Es brannte in dem.kleinen an der 3ten
Straße in der Nähe der Ecke der Waba
shaw belegenen alten Bretterhause, in
dem.die „Old Settlcrs Home" benannte
Restauration betrieben wurde. Bei dem
furchtbaren Nordweststurm und einer
Kälte,welche dieFeuerarbeiten nahezu un
möglich machte, konnte es nur durch die
außerordentlichsten Anstrengungen gelin
gen, die Zerstörung, der gesammten in
der Nabe der Ecke der 3ten und Waba
shaw Straße zusammenliegenden uralten
kleinen Bretterhäuser zu verhindern.
Aber die Feuerleute kämpften unter so
heroischer Nichtachtung der Wuth der
Elemente, daß sich die Zerstörung auf das
alte 2stöckige Eckgebäude, Warner's Atif
tionsstore, Werth $1000, versichert zu
$500, Presley's Restauration und Sa
loon, werth $1,500 und „Old Settlers"
Home beschränkte. Bereutend sind die
an Maaren, Hausutensilien ic. angen'ch
tetenSchäden. Presley steht mit $1000,
Pierson (Old Settler) mit $3000 unv
Warner mit $25,000 notirt. Von dem
Waarenvorrath des^ Letztern wuide viel
gerettet. $6000 ist seine Versicherung.
Herr Photograph Zimmermann in dem
benachbarten Steinhaus mußte ausräu
men und erleidet einen Verlust an be
schädigten Sachen vpn $200. AuchHerr
Ezeikowiz mußte ein nicht unbeträchtliches
Opfer bringen. Das Feuer entstand im
„Old ©eitler."
S a
man die verkohlten Reste, Kopf uudBein
knochen einesVerbrannten gefunden. Es
scheinen die Reste eines Frauenzimmer
zu sein, wahrscheinlich einer der Gehilfin
nen in der Restauration.
O
O a S
stein. Nicht bloö die Schleswig
Holsteiner sondern alle „Stammverwand
ten", also das gesammte Deutschtum
Minnesotas wird mit schmerzlichsterTheil
nähme die Berichte von der entsetzlichen
Katastrophe gelesen haben, unter der die
Bewohner der deutschen Küstenlandschaf
ten so schwer gelitten. Der Leser der
„StaatSzeitung" wird sich aus den Post
nachrichtenweiche wiraus einer Mengeder
heimgesuchten Gegenden gebracht, ein
a N
dem Jammer, in den die armen Leute
dort durch die Sturmflut geschleudert
wurden. Sie werden also alle den
an einer ander» Stelle des Blattes mit
getheilten Aufruf zur Hilfe namentlich
für die Notleidenden in Schleswig-Hol
stein auch als ansich gerichtet betrachteten.
Besonders aber legen wir denselben den
Schleswig Holsteinern dringend an's
Herz und erklären uns mit Freu
den bereit, uns übermachte Geldsen
düngen für die Verunglückten pünktlich
zu besorgen.
Welch ein schlingsüchtiges Zeital
ter! Jn der heutigen Nummer findet
der Leser den Bericht von zwei verschiede
nci? Personen in Amerika, welche ihreGe
bisse, und von einem Burschen in Oester
reich, welcher sogar ein Glied von ei
ner Wagenkette verschluckt hat.
Haifische roerirn sich demnächst beschämt
als elendeStümper itt dieTiefe desMeers
zurückziehen müssen.
Oysters on the half shell be»
Adam Stahlmann.
Am Donnerstag trafen halb erfroren, und
mehr todt als lebendig zwei Knaben in
St. Paul ein, welche die Reise von De
coro 6 in Iowa nach St. Paul, 150 Mei
lenin 10 Tagen zu «Fuß gemacht. Die
Jungen sind resp. 13 und 17 Jahr alt.
Sie waren nach St. Paul gewandert,
um ihren Vater zu finden, mit dem fie
in seinem Kosthaus zusammentrafen.
Die Knaben hatten in der Nähe von
Decorah bei Farmersleuten geschafft.
Tausende von Personen gebrauchen
Dr. August König's Hamburger Brust
thee^ynd sind in ihrem Urlheile darüber
einig, daß dieser Thee den Vorzug vor
allen amerikanischen Patent-Medizinen,
die oft, schädlich auf den Körper einwil
ken, hat, indem er gesund, wohlschme
ckend, u. von trefflicher Wirkung ist.
„Saint Paul Conservatory of
Music". So glänzt es jetzt in großen
goldenen Schristzügen über der Pforte
zum Parterresalon desKunstetablissements
a
Von diesem Etablissement näher Kennt
niß zu nehmen, sich seine innere Einrich
tung anzusehen, mit dem freundlichen
Dirigenten über Ziel und Zweck des In
stituts. und dessen schon bisher so erfolg
reiches Wirken sich zu unterhalten, ist ein
Genuß, den sich kein Musikfreund versa
gen sollte. Die Anstalt beweist schon
jetzt in sprechender Weise, daß sie im
rechten Gleis zu dem schönen Ziel ist,
welches ihr Leiter mit den Worten be
zeichnet „ES ist meinStreben und mein
Entschluß,' daß das Conservatoriu« eine
anerkannte Macht werden soll für Aus
bilduug des Geschmacks, Förderung der
musikalischen Gesammtkultur der Kinder
und junger Leute, welche bald das Pub
likum St. Pauls fein werden."
Münch Bros« und Co., Händler
ia allen Sorten Lumber, Ecke der Wabashaw und
5. Straße.
Wo''
Nachträgliches über das Feuer an
Warners. Ecke.
Die Entdeckung, daß bei dem Feuer
ein Mensch umgekommen, wurde erst am
Sonnabend gegen Mittag gemacht, wo
man die Leiche auffand. Diese wurde
auf der Vorderseite liegend gefunden und
bot einen wahrhaft entsetzlichen Anblick.
Das Fleisch war fast vollständig »entehrt
und von den Knochen ein Theil zu Asche
gebrannt. Kaum sah vas Ganze, mensch
lichen Resten ähnlich, woher sich erklärt,
daß man über das Geschlecht des Ver
un lückten in Zweifel blieb, bis man
andlrweit dessen Persönlichkeit in ziemlich
unzweifelhafter Weise ermittelte. Die
Auffindung der Leiche war eine zufällige,
und gesq-ah durch unternehmendeAnaben,
welche die Brandstelle einer genauem
Inspektion unterwarfen.
Daß bei dem plötzlichen Ausbruch die
fes Feuers in dem Genist und Gewinkel,
der ineinander geschobenen und geschach
teilen alten Butiken, ein Verlust anMen
schenleben erfolgen würde, ist nicht zu ver
wundern, vielmehr ist von Glück zu sa
gen, daß nicht mchr Leute umkamen.
Was wir nur. über den Hergang der
Sache erfahren können, ist Folgendes:
Jn Räumlichkeiten über dem „Old
Settlers" Restaurationslokal hatten eine
Anzahl junger Leute namens John Hech
tel, Wm. Gllfillan, John Morrison, Jobn
H. Dowliug nn Fremder sowie dasStu
benmädchen Mary Hurly, ihre
Schlafstellen. Die Topographie dieser
Lokalitäten zu beschreiben, ist nahezu un
möglich. Sei es nur gesagt, daß sie ei
nen Treppenzugang von der Straße und
einen hinten hinaus hatten, welcher letz
tere indessen durch eineKücheneinrichtung
versperrt war. Außerdem ist zu erroah
nen, daß Hechteis und seiner Stubenbur
schen Schlafzimmer durch eine nicht bis
zur Decke reichende Scheidewand von
einem Gang oder Halle getrennt war,
daß aber die Scheidewand keine Thür
hatte.
Als nun um 3 Uhr Hechte! zuerst durch
den Rauch erwachte, rüttelte er zu
nächst seine Cameraven auf. Nothdürf
tigst bekleidet versuchten sie erst durch die
Vorderpassage zu entkommen. Die brül
lenden Flammen jagten sie zurück. Jetzt
stürzten sie nach dem hintern Ausgang,
blos um ihn versperrt zu finden. Ihr
Schicksal schien unvermeidliches Verder
ben in den Flammen. Bereits bra-nte
der Teppich in ihrem Zimmer, so wie vas
Bettzeug, und derMoment muß ein gräu
Itchtr gewesen sein, da erinnerte sich Hech-
tel der Halbhöhe der Scheidewand. Ein
Stück Möbel wurde zum Drüberklimmen
herbei geschafft und bald waren dieFlüch
tenden in der Halle, wo sie das arme
Stubenmädchen nahezu im Evaeostüm,
halbtodtvor Angst und schreiend vor Ent
setzen fanden. Die verschlossene Verbin
dungsthür der Halle mit der Hintertreppe
war nun rasch eingetreten, und die von
der lodernden Brunst arg Bedrängten
waren gerette t? Nein. Einer,
John Dowling war, als sie zuerst auf
Hechteis Alarmruf des Schlafzimmer ver
lassen, nochmals zurückgesprungen, um
seinenKoffer zu holen, und kam nicht mehr
zum Vorschein.
Man vermuthet somit, da mit Aus
nähme Dowlings alle Personen, welche
indem Hause gewohnt, sich rapportirt,
daß die aufgefundene Leiche die des ver
mißten Dowling ist. Eine Leichenschau
erklärte sich für diese Vermuthung und
erkannt?auf zufälligen Tos durch Er
stickung.
Der Verunglückte, früher in einem hie
sigen Barbiersalon beschäftigt, war mit
Schwindsucht behaftet, und mußte deshalb
von dem erstickenden Qualm um so leich
ter bewältigt werden.
Ueber die Entstehungsart des Feuers
ist nichts bekannt, und scheint nur festzu
stehen, daß es in dvr Küche des Old
Settlers Saloon auskam, obwohl der
Clerk behauptet, es sei während des
Abends kein Feuer in der Küche gewe
seit.
Die Nachbarschaft des Feuers war
während desselben in cer allergrößten Ge
fahr. Funken flogen nach Jngersoll's,
dem Forepaugh- und McClung Block
herüber und an der Brücke zündete es
zweimal, und es wi allgemein zuge
standen, daß d'.e Löscharbeiten in sihr
einsichtsvoller Weise geleitet und mit
großer Energie ausgeführt wurden.Sonst
hätte sicher das Verderben größere Aus
Dehnung
angenommen.
Die Verluste sind ungleich größer, als
fie in dem flüchtigen Bericht unserer letz
ten Nummer angegeben wn-den. War
ner's schätzen z. B. den Werth ihrer ver
brannten Waaren allein auf $10,000,
wovon $5,000 versichert in sechs Com
pauien. Das Haus war zu $500 asse
curirt.
Die von Pierson und Presley innege
habten Butiken waren Eigenthum der
Brown'schen Nachlassenschaft und etwa.
$800 das- Stück werth. Keines war
versichert. Presley's Verlust anSaloon
einrichtung und Material mag die Höhe
von $1,500 erreichen. Versicherung
$200. Die Einrichtung der „Old Sett
lers"-Restauration war Eigenthum H.
B. Montgomery's und von diesem an
Pierson vermiethet. Montgomery's Ver
lust mag sich auf $2,700 belaufen. Nichts
versichert.
Die Habseligkeiten der in Hausern
Logirende» verbrannten Alle. Leider
verbrannte auch eine sehr werthvolle Hrn.
Presley gehörige Sammlung von ausge
stopften Vögeln.
ES wird nun auf dem Platze baldigst
abgeräumt werden und ohne Zweifel wird
da, wo WarnerS Store stand, über'SJahr
um diese Zeit sich ein schönes Geschäfts
Haus erheben, da WarnerS den Grund
auf 20jährige Pacht besitzen.
Gedränget hat eS heut, zu dichte«
Den deutsche» Dichter ei« Gedicht.
Hat ihn erleichtert dies Verrichte»
Man pfft, doch ach! man weiß et nicht.
Zum WeiknMts-Fest
Glückauf!
Für Eure Lieben guten Kauf!
Den Alten Geberseligkeit,
Den Jungen helle HerzenSsteud'!
Euch Allen von dem Himmelszelt
Das, was man nimmer kaust für Geld,
Den heitern, hoffnungsvollen Muth—
Das ist das schönste Weihnachtsgut.
Die Weibnachtstanse wieder oinft.
Bald, bald die Schaar Lichtlein
bün't.
Au« dunklem Grün am W.'ibnaht bäum,
Jn tunkler Welt ein heUer Traum.
Lieber Leser und freundliche Leserin!
Ihr Alten, sorgenbeschwert und erfahr
rungbelehrt, denen die Arbeit einFest und
die »leisten Feste Arbeit, und Du, glück
liches junges Völkchen, dem noch das
ganze Jahr etn einziger rosiger Festtag,
wir bringen Euch unfern schönsten Weih
nachtsgruß.
Bitte, legt ihn zu den übrigen Gaben
des Christkindchens und nicht ganz hinten
dran, denn er ist wohlgemeint und auf
richtig, und folglich ist Segen darin.
.Es ist Brauch bei einer gewissen Sor
te von Zeitungsschreibern, das sie, die
das ganze Jahr mit gelehrter Miene vom
Katheder herab zu Euch reven, zu Weih
nachten erst recht ihre ibeieheit auskra
men, und Euch sagen, was cc eigentlich
auf sich bat mit dem Weilmachtsfest.
Aus Ichei£lut[lc es eigentlich stammt
Wann und iro man'ß zuerst gefeiert?
Warum man'6 grav an diesem Tage
feiert und nicht an jenem Was Weih,
nachtsbrauch bei diesem Volk, in jenem
Land? Und so weiter.
Wir-denken, dieser trockne Ton
spricht nur dem frohen Feste Hohn,
Und, da außerdem der hundertjährige
Kalender seit einem Säkulum redlich alle
Jahr über dies Thema ausführlich ver
handelt, so wollen wir die Frage, ob die
alten Deutschen, schon ehe das Christ
kindchen zu ihnen kam, Weihnachten ge
macht, auf sich beruhen lassen, und bios
sagen: Mag den Altvordern das Weih
nachtsfest gewesen sein, was es will, der
Welt, wie sie geht u. steht, istcs die liebste
Himmelsgabe, die sie hat.
Dem Deutschen Volke aber wollen
wir's nachrühmen und gelobt fti es da
für, daß es durch feinen Brauch von AI
terö her dieses Fest zu dem gemacht hat,
was es jetzt der ganzen civilisinen Welt
ist, zu einem Quell der Weihe und der
Freude am a a a r.
Erhebt sich auf diesem die grüneTanne,
strahlend von den goldenen Lichtern, ihre
Zweige entgegenbreitend der Runde von
a a
wenn und^v a, wenn n^i d,
ist Friede auf Erden und den Men
schen ein Wohlfallen." Aus der Tiefe
des deutschen Gemuthes erwachsen sind
die schönen Bräuche desWcihnachtsfestes,
wie wir es feiern. Umgaukelt von sa
genhaften Gestalten, die wir in den gol
denen Tagen der Kindheit oft leibhaftig
zu schauen vermeint, dem beflügelten
Kindlein, dem zottigen Weihnachtsmann,
den jeder deutsche Volksstamm anders
nennt, tritt es herein in starre die Winter
weit, grünend, strahlend, lachend und seg
nend.
Und auf ten Bodens dieses Lan
des, einst der ausschließlichen Domäne
berechnender Spekulation, kalttnWäger.s
und Messens in Handel und Wandel,
herzlosten Sinnens im politischenSchach
spiel, wer pflanzte es hier? .-Tausend
mal sei dirk's gedankt, deutsches Volk,daß
Du's gethan! Man gebe doch jetzt
durch die Straßen St. Paul'ö! Gleicht
die Stadt nicht einem Weihnachtsmarkt?
Giebt es wohl einGeschäft, das sich nicht
festlich präscntirt, w''e zu keiner andern
Zeit im Jahr
Aus der alten Heimath brachten wir
herüber die alten Bräuche unsrer Feier,
die Weihnachtsbescheerung, dcn Weih
uachtsbaum, die frohe FamUi'enrunde zur
lichten Feierstunde am Christabend, und
wer ist jetzt glücklicher, hat er auch an
fangs vornehm die Nase gerümpft, daß
wir's ibm brachten, als Meister Zjankee
Die nationalen Elemente des amerikani
schen Volkes, mögensie,sich in Vielem nicht
verstehen, einander deseinven in Vielem,
in ihrer gemeinsamen Freude am Weih
nachtsftst sind sie ei Familie.
Vieles hat der Deutsche dem Eingebo
renen seines Avoptivvaterlanves geschenkt
sein heimatlicher Weihnachtsdrauch
war seine freundlichste Gabe. Und
sie, die wir dem Lande geschenkt, genießen
wir sie auch nun auch— eiesmalmit aller
Herzenlust.
Und nun, geneigter Leser und liebe Le
serin, noch ein Wort..
Draußen wogt's auf dcn Straßen.
Es hält in Gruppen vor den Schaufen
fem. Es drängt sich in die Tbüren der
Läden, wo schmunzelnde Verkäufer Will
komm spenden. Wollet Ihr nicht mit
machen? Gewiß!
Drum, Väterchen, den Beutel nur gerückt,
DaS Herz der Lieben liberal beglückt.
Ein Wenig thut'S, es braucht ja keinen
Haufen,
Wir sagen dir'S, wo billig einzukaufen,
Nämlich:
An Kleidern für die Männerwelt,
Fein und modern für wenig Geld
bei Wm. Niehaus, Pioneer Clothing
House, 113 3. Str., Heiman u. Rose,
121 3teS.t., Meyer u.Mathes, 82 Jackson,
Frank's OakHall Clothing Haus, 290 3te
Str., Boston ClothingHouse, 158 3. Str.,
Carl Müller, No. 45.Washington Str.,
Newman, 3te Str., Wm. Geyseuhey
ner 347 3te Str.
An Summet und au Seide
Zum Weihnachtsdamenkleide
bei A. H. Lindeke u. Bruder, 198 Dritte
Straße, Schäfer Und Korfhage, No. 1
7te Str., F. Schulze u. Co,, No 53 Ost
7tc Str., F. Zahm, „Seven Corners",
D. W. Jngersoll u. Co., 3te Straße,
For «. Jürgens 7te, 3te Thüre von der
Jackson,
**V jistiK-jUcfr* ii
Piano! Piano!
Für Fräulein Soprano
bei Weite u. Roß, Mungers Nachfolger,
192 3tc Str.
Mit Nähe-Maschinen
Da können Euch dienen
Farrar u. Wheeler, No. 248 3tc Straße,
„Weed's", No. 122 3te Str., „Florence",
Rud. Schoenemann, No. 94 Wabashaw
Straße.
An Uhren, Juwelen
Die Menge zum Wäzlen
bei Richardson u. Gridley, 174 Dritte
Str., John Wolter, Ecke Jackson und
7te, R. Schoenemann, No.94 Wabashaw
Straße, M. Wittelshoftr u.Co., 38 Jack
son Straße.
Zum fcstlichen?Zöofchen
Die kräftigen Tröpfchen
liefern M. Kornreich, 7te Straße, 1 Tbür
unterhalb Wabashaw, C. Schmidt, 242
3tc Straße, Reinhard Stiefel im „Bei
vedere", „Honest John", I. Masson, 49
Sechste, H. Airnden, Rosabd Str., Aloys
Meyer, Ecke der 4tei^und Jackson, John
Pcters, Wabasyaw Straße, Lahr-Haus,
105 3te, Benz u. Becht, 297 3te, G.
Elbel, 3te Straße, John Schäm, Ecke
von Fort, Ann und Goodhue, St. Paul
Haus, Fort ^tr, neben der 3icn, John
Haggenmilllr^ im Pittsburg Lagerbier
und Delikateym-Ssloon, Ki'eftr it. Heck.
No. 80 Jackson, Fink u. Theobald, 3tc
Straße, M. Ludwig, No. 92 Wabashaw
Str., Burch's St. Peter Haus, St. Peter
Str.,Schmidt u.Richter, 7te5tr., Schuß
gallm'e, 236 3te.
^. Albums, elegante,
Wür liebe Bekannte
bei l^^Uimmermann. 216 3te Straße,
Stob
«WD u. Lindenberg. 314 Dritte
StraO, Wsel u. McLeish, No. 174 3tc
Straß«
An Kuchen zur Bowle und Kaffeetasse
Vom BestenZdie Masse
bei R. Martini, 152 4te Str., Conrad
Schmidt, 242 3te Str.
Die liebste Gabe für die Kindesband,
Gpielzeug, direkt vom deutschen Vaterland,
bei Giesen u. Roosen, No. 218 Dritte
Straße, A. Müller, No. 99 Jackson,
Frank M. Gembe, Ecke Mississippi und
Broadway, PH. Wickersheim, No. 74
Ost 7te.
Das-liebe, liebe Bilder?uch.
Davon zu Weihnacht hat's genug
bei C. Hoeniger, Giesen u. Roosen, 3te
Straße.
Mit Hüten und mit Kappen fein
Ist wohl versehn für Groß uud Klein
Charles F. Meyer, No. 57 Siebente
Straße.
Ein seiner Gaiter für Louischen,
DaS Mädchen mit dem hübschen Füßchen,
bei C. And er egg, No. 89 Jackson,
Thorwarth u. Bro., 3te.
Mit Modehüten, fein gamirt,
Ist allerbestens ausstaffirt
Frau B. Brake's Putzhandlung, 250 3tc
Straße.
Bei diesem kühlen Zephyrwehn
Könnt Ihr mit Pelzen Euch verseh'n
bei E. Albrecht. No. 99 Jackson Straße,
Adolphus Moore, 3ie Str.
Parfümerien von feinstem Bovquette,
Ganz unentbehrlich zur Festtoilette,
bei Miß u. Walter, No. 84 Siebente
Straße.
Teppich, Gardinen, wohinter man
Ganz ausgezeichnet pred'gen kann,
bei I. Matheis, No. 246, 3te Straße.
Den obengenannten Geschäftsleuten
wünschen-wir eine Festernte, wie ihre Li
beralität es verdient, und dem Lesepubli
kum der „Staatszeitung" nochmals
Fröhliche Weihnachten!
Noch das Beste für Alle!
Ich werde mein Lager von Stieseln
und Schüben, alles neuesten Styls und
erster Klasse Waare (feint alten Artikel),
im Detail für Engros-Preise verkaufen.
Ich garantirr, daß kein Haus im ac
»ähnlichen Geschäftswege billiger ver
kauft. Jedermann ist eingeladen, vor
zusprechen und die Waaren zu prüfen,
ehe er anderswo kauft. Waaren wer
den auf's Bereitwilligste gezeigt.
H. A. Sch ek.
No. 31 Wabasbaw Str., Ecke der 4tcn
und No. 144, 3te Straße. Zeichen:
Der große goldene Stiefel.
Die- Pferdekrankheit
meLttoch in St. Paul. Unsere
frohe^/otschaft, daß die Pserdekrankheit
von St. Paul gewichen, war eine etwas
voreilige. Es ist leider „nicht a m."
An dem Pegasus des „V o! a t"
wenigstens ist die abscheuliche Seuche in
wahrhaft fürchterlicher Weife zum Aus
bruch gekommen.
Was noch-Keiner feiner Leidensge
fährten gethan. thut er. Er wiehert mit
unheimlicher Lustigkeit erst „Widdewid
dewitt," und dahinter her läßt er's dumpf
ertönen: „Bum! Bum!" Dumm!
Dumm! Was mag der Ge^ul nur ge
nossen haben?
Der St. Paul Turnverein hat be
schlössen, Dr. üch ner für zwei vor
unserm Publikum zu haltende Vorträge
zu engagieren. Da dieses geschehen, u.
es keinem Zweifel unterliegt, daß Dr.
Büchner rnf eine an ihn zu richtende
Einlandung eingehen wird, so muß es
fortan das Bemühen jedes Verehrers der
Wissenschaft sein, dem wackern Förderer
derselben, ein dem Werthe seiner Arbeit
an Zahl und Verständniß würdiges
Publikum zu verschaffen. Hand an's
Werk I
Wer sich am Weihnachten gemüth
lich fühlen will, kaufe sich einen Üeberzie
her von Heiman u. Rose.
•m-s j-i
I A E
BriefliKe.
Liste deutscher Briefe, die bis zum 24. Dez. d»
3. nicht abgeholt worden sind
a
Stolzmann Louise
Anselmann Joseph
'^ehm Karl
Loscht Phillipp
Collatz Angust
Diecerich Nieolaus
ornfeif George
Dürre» Friedrich
Erhard Mathias 5
Galt Herr
Grösse Moritz
Maas Phillipp
Neujahr Hermann
Palmen Arnold
Pfeifer Heinrich
Potben Hubert
Posch Franz
Reif Joseph
Reis Peter
Reinhorn Friedrich
Roftnthal Franz
Schättle Zrtedotin
Volkmeier Ernst 2
Wanke
I
Willing Herr
Winter Louis
Woller Ferdinand
Das Briefporto nach Deutschland vom 1.
cember an ist
Ueber Bremen oderHamburg 6 Cts., Zeitungen
3 Cts.
Ueber England 7 Cts., Zeitungen 4 CtS.
Beim Äbholen ver Briefe bemerke man
ausdrücklich „Advertised" und den Datum der
Liste.
I. R. W I f, Postmeister.
S
la^ts ist uns nachstebender ^uftuf zugegangen,.
te||cn Inhalt für sich fe b|"t spricht.
W
Zn'tunqcn und Briefe bringen Echilderunqen
von ter großen Fluid, wodurch am 1J.—13. No
vember t. I. der Dftieeürnnb hcinigesucht werten
«st. welche alle Befürchtungen, sie fcfcvit die
telegraphischenNachrichten erregt hatten, weit über
steigen. E nc Strecke von eliva 8(1 teutschen
Meilen Länge, von .^chleowig biv Ostpreußen ist
weit in's Lanv hinein derm.ißen verwüstet worden,
daß die Cultur auf Ialire hinaus in Frage gestellt
ist Tausende von Wohnungen sind zerstört, bwr
Biehstlind ist großentheilS vernichtet, die Fischer
aller Orte sind ihres garzen Betriebs NnvevtarS
beraubt und an ltX) Menichenleben der Fluch zum
Opfer gefallen. Der materielle «chaden belauft
sich auf viele Millionen.
Rajch, wie die Prioatwohlthäti'gk^it in Deutsch
land dieser Calamitä't gegenüber zur Hand ist, so
kann damit nicht Genüge geschehen. Der Staat
greift ein. Aber eS gilt, unendlicheLeiden zu lin
dern, welche wiederum außer dem Bereiche der
StaatSfülft liegen. Unter diesen Umständen
glaube ich auch an daS Mitgefühl der Deutschen
hier zu Lande appclliren und die Bitte auSspreehen
zu dürfen, der unglüctl:chen Bevölkeiung jener
größienheilS armen'^rovinzen,die so manche lüchtige
ÄrdeitSkraft schon an die Ber. Staaten abgegeben,
haben, hülfreich zu gedenken.
Gaben, welche mir anvertraut werden mögen,.
werde ich omt an die geeiqncte Stelle beför
dern und über seren BerwendungRechenschaft ab
legen.
A
W
Kaiserlich Deutscher Consul.
kindchen! Was für Sprüngemachst^
u! Führst uns zu Weihnacht durchs
Städtlein, von Play za Platz und sagst
uns: kauf dies, unr dort kauf
das! Und an den besten Plätzen springst
du vorbei? Christkindchen was ist da s!
Gicbt's wohl einen Platz in der Stadt,.
wo man Tausend und Ein hüb
sches Weihnachtspräsent in kürzerer Frist:
billiger kaufen kann, als im Galanterie
und Stickwaaren-Geschäft von H. H.
Herwegen? Also mal ange
a N 1 4 6 S a
das Körblein gefüllt.
Und PaulFaber, lieb Christkind
S
liberalste Mann in der Statt, verkauft er.
seine Spichraamt zum liberalsten Weih-
nachtöpreise.
Und H. a st' Adresse
ist N o. 53 S S r. u. F..
Schulze u. Co.'s No. 108 dritte
Straße.
Und, liebes Christkindchen, Herr A. H..
Lohlker ist mit allen Wiihnachtsprä
scntcn im Tcppichgcschäft so gut versehen,
wie Einer, was noch zum heutigenAbend,
für Neujahr und das gan'^e Jahr die
Leutchen wohl beherzigen wollen.
S steht's Christkindchen. Nun, es
ist kein Wunder. Die Weihnachtspracht
in der Stadt ist groß, und
Ueber all den schönen Sachen,
Die uns freundlich in's Auge lachen,
Wird man auch wohl blümerant.
Das ist nun 'mal so im Land.
Heute aber ist's „Heiliger Abend", und
mit der obigen Berichtigung kommt das
Cdristkindchen bei dr Bescheerung zu
Hilft.
Lleb Christki?dlein, lieb Christkindlesn,
Mußt in Zukunft etwas bedacht^er sein.
Nun, Leulchen, laßt'S Euch nicht verdrießen,
Auch's Christkindlein kann Bocke schießen.
Welch ein liebenswürdiges Ge
schöpf Von der Mutter Nv tur mit al
len Reizen ausgestattet, welche den Ken
ner entzücken, wie lieblich nimmt sie sich
aus, des obersten Kleids entledigt —die
Auster A. S a a n' 6. Ein
wonniger Anblick!
Und die Berührung von Mund zu Mund!
„O my Das macht das Herz gesund.
a A a
wie wir soeben erfahren, für unser Thea­
den ausgezeichneten Komiker der Berliner
und Wiener Bühne, engagirt. Herr
wird demnach hier eintref
fen.
A
St. Paul. Unsere Abosnenten in
St. Paul wollen freundlichst Notiz, neh
aß S
ler, der Reisende der Staatszeitung,
auton'sirt ist, auch in hiesiger Stadt Col
lektionen zn machen, und für diesen Zweck
seine erste Runde nach dem. Feste unter
nehmen wird. Bitte also, werthe Mit
burger, haltet die betreffenden „Stämps^
parat.
Die schönste Auswahl von Albums
in großartiger Reichhaltigkeit und andere
Prachtgeschenken bei Giesen u. Roosen.
4ml
Das abgebrannte Brettcrhaus, in
welchem sick Wa.ner's Stote befunden,
ragte um mehrere Fuß in die Linie der
3ten Straße hinein, und war deshalb
bereits von der Baucommissio» condem
nirt worden.

xml | txt