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Minnesota Staats-Zeitung. (Saint Paul, Minn.) 1858-1877, December 26, 1872, Image 13

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eaeftc
k?)ovf
St. PMl, 17. Dcc.
V?i einer Versammlung der Acht
.„Trustecs" der Tribune-Association fan
a
zum Hauptredakteur haben wollten. Alle
übrigen waren für FoUsührung der Ne
dacticn des Blattes durch den Ersayre
a S W a
und zwar im Sinne der von Greel^y nach
der Wahl in der Tribüne pubiicjrten Er
tiärung,
Bei'dieser Gelegenheit kam es heraus,
daß Neid (Brede? so lange als möglich
von ter£and tatur für diePräsidentschaft
adgerathen, während Sinclair ihn nach
Klüften anßthegt.
I a a
-enische Verein" in New Jork hat in einer
Versammlung Beschlüsse gefaßt, welche
dys alierbtticrfte Gcrdammungsurikeil
-fiftr das Verhallen der italienischen Re
gierung in Sachen der Auswanderung
•hilfloser Artner ausdrücken. Auch der
-italienische Consul in New Jork wird
schwer dafür getadelt, daß er keine genü
gende Aufklärung über die Ursachen die
ser Proletarierauswanderung giebt. Die
Versammlung richtet ein Memorial gegen
dir'en „infamen Sklavenhandel mit Wei
ßen" an reit Congreß.
In rem Prozeß gegcn denNäuber-
'Hauptmarin Tweed ist eine Wendung
-eingetreten, welche ras nahezu erlöschen
de ü'i&i ter Hcffnung, daß die Göttin
der Gciechti^keit sich nicht zur gänzlich
^evrvabvkMten uhlerin dieses Millionen
fpt^buben entwürdige, roch einmal an
.zündet. Möge sich bas Flämmchen nicht
wieder alv Irrwisch erweisen. Das Ge
richt bvt rm nicht endenw?llenden Ver
fchieptui-g-anträgen des Sachwalters
inject? endlich ein „Bis Hierher und nicht
etiler" entgegengesetzt, und nachdem der
nw'alt der Anklage gegen jedes fernere
Htnvthi'ii protestilt. dem Angeklagten die
SchlusMage gestellt: „Schuldig oder
Nicht schuieig „Nicht Schuldig" hat
Tweeds Anwalt geantwortet, und auf
den ersten Montag im Januar ist nun
der Beginn der eigentlichen Prozedur ftjt
gesetzt. Was es mit derselben auf sich
hat, begreift man, wenn man vernimmt,
a a 1 0 5 0
Seiten zählt.
a l.—Letz
ten Sonnabend Abend traten in Mem
phis zwei Neger in den Grocerieladen ei
neö Italieners namens Ginnoeio und
rcriangten eiwas Käse. Im Begriff,
ihnen 'denselben auszuhändigen erhielt
der ^adendesitzer von einem der Neger
einen Schlag, der ihn bewußtlos zu Bo
d:n streckte. Da stürmten die Beiden ttt
das Nebenzimmer, schlugen die Frau nie
der, und warfen, einen schweren Koffer
fluf die feh latente kleine Tocyler. Dann
machten sie sich an die Plünderung des
Ladens.- 5Babtc&b dMu-^.nMlüpfte
dc.s nur leicht verwundete Kind und
aliarmtrte die Nachbarn. Als diese er
schienen, »varen die Näuber verschwunden,
und (iit'mmcio und ftine Frau lagen im
Blut gebadet am Boden. Man zwei
felt an der Möglichkeit des Wiederaus
Font mens Beider.
—ZwciLolleriecollelteurenamenöIobn
Simmons unv Mich. H. Durrea inNew
hatten einen Streit, der in eine
28tiifv:rei aus offener Straße ausartete.
Bimmens warf Durrea nieder und stach
dann wülbend nvt einem Messer auf
ihn ein. Als die Umstehenden die PoU-,
zei zu Hülst riefen, flüchtete Simmons in
einen Saloon, wo er gefaßt wurde. Dur
rea starb an den schrccklichenWunden, die
er erhalten. Beide, der Mörder wie der
Ermordete sind reich.
Zeugenaussagen, die gegenwärtig
in der zu New Jork geführten Unterfu
suchung über den Brand des 5ten Ave
nue Hotels abgegeben werden, lassen
schließen, daß die Mädchen erstickten, nicht
verbrannten.
R. Williams, Aole der Trades
rnsns Bank in Chicago, wurde auf der
Straße niedergeschlagen und seines Fell
eilens beraubt, welches $15,661 in
Werthpapieren und $168 in ©aar ent
hielt. Detektive bezweifeln die Wahrheit
der Geschichte des Boten, welche dagegen
von der Bank geglaubt wird.
An der 7ten Avenue in New Jork
wurden 600 Gallonen Whiskey, 10,000
Gallonen Maisch, 60 Orhoft Molasses
und anderes Eigenthum einer Schmug
gel-Destillerie mit Beschlag belegt. Ein
Pöbelhamen, welcher die Beschlagnahme
verhindern wollte, wurde zurückgeschla
gen.
Frau Thomas Smith von
Virginia wurde in dem in New Jork an
gekommenen Dampfer California zurück
gehalten,bis man dasMagazinv.Seiden
und Sammtstoffen, Juwelen und Sil
terfacben, welches sie in ihrem Unterrock
angebracht, ausgeräumt.
S I S E
land wurde am letzten Sonntag eine
Versammlung im Freien zu Gunsten von
Amnestie für die Fenier gehalten, bei der
2,000 Personen anwesend waren. Es
kam zu einer Kelleret, und die in der
Mehrzahl befindlichen Engländer und
Wallisen stürmten die Rednertribüne, ris
sen die mischen Flaggen herunter und
traten sie in den Koch.
St. Paul 18. Dec.
Inhaber von Aktien der R. J. Tri
büne haben dieselben im Betrage zu 51
Stück veräußert. Es sind dies eineMa
jorität der ^ämmtlichen Aktien. Unter
denen, die ausverkauft, und ihre Verbin
düng mit der Zeitung abgebrochen, ist
Whitelaw Reid, Greelky's Stellvertreter
während der Mahlzeit.
Reid bleibt, von dem gegewärtigen
a a a O
darum ersucht, nur noch eine Woche
Hauptredacteur. Dann tritt Herr Col
far an seine Stelle. ES
war
diesem Ar­|Fraktionen
rangement eine eigenlhümlichs, Transak
tion voraufgegangen. Die Aktionäre
waren in zwei Parteien gespalten. Die
Einen verlangten Whitelaw Reid zum
Redacteur und verlangten die Fortfüh
rutrq des Blattes im Sinne des in der
Erklärung Greelev'6 nach der'Wahl rro
klamirten Programms. Die anderePar
tei wollte das Blatt im»republikanisches
Sinne gehandbabt rotten unv verlangte
Schuyler Colfar zum Rccacteur. Es
galt nun für jede Seite, der andern durch
Ausverkauf eine Majorität von Aktien
abzugewinnen, und dies gelang den rep.
Aktionären.
2'e von Edwin Forrest testamen-
tausch gegründete Stiftung für alters
schwach gewordene Schauspieler und
Schauspielerinnen, wird auf dem
„Sp'ing.Brook' genannten Besitzthum
des Testators in Philadelphia angelegt
werden. Für dieAufnahmebedingungen,
die Ausstattung uflt Leitung des Jnsti
tus hat der Erblasser sehr ausführli
che Bestimmungen getroffen. In diese
Versorgungsanstalt sind auch Schauspie
le im Ausland geboren aufnehmbar, nur
müssen dieselben vas Doppelte der Zeit
von der für die Einheimischen vorgeschrie
benen auf der Bühne gedient haben.
(Der armen Zeitungsredacteure, die sich
so manches schwere Stündchen das Ge
Hirn gemartert, den großen Tragöden ge
höricffiti puffen, hat derselbe nicht ge
dacht.)
Senator Earpenter hat eine
Dill introdueirt für Erneuerung der
Bayfielv ü. St. Croir Eisen
bahn auf 6 Jahre mit der Bedingung,
daß dieselbe einer neuen Companie über
geben.
Man erinnert sieh an die Nonne
„Marv Stanislaus", deren urspküngli
cher Name Rose McCabe, welche behaup
tete, in Folge einer Intrigue ihrer ver
gesetzten Geistlichen in's Irrenhaus e
bracht worden zu sein. Dieselbe ist von
einem New Jorker Richter namens Sed
gewick wirklich für wahnsinnig erklärt
worden und verbleibt in der Jrrenan
statt.
W
nem int New Jorker Herald erschienenen
langen Artikel die Unausführbatkeit der
E
u. f. w. nach.
Die Jmmigrations-Commission
in New Jork hat jetzt 2000 italienische
gänzlich mittellose Einwanderer «uf dem
Halse. 200 davon sind gestern als Eisen
bahnatbeiter nach Virginia g-gangen,
und man hofft, für die Mehrheit der im
Armenhaufe zu Wards Island Unterge
brachten noch vor Mitte Winter ebenfalls
Beschäftigung zu verschalen. Es soll
sich jetzt herausgestellt haben, daß eine
Menge der mit herübergebrachten italie
nischen Kinder drüben tbren filtern abg
kauft wurden» um sie Incr zum Stehlen
und Betteln zu gebrauchen.
Morgen wird der Prozeß gegen
S den Mörder Fiok'S abermals
einen Ansatz zur Fortführung nehpien
und zwar vor einem Richter namens
Boarcman, von dem man behauptet,
er werde mit dem vornehmen Mörder
Ernst machen.
In a sind 24 3p ei
Höllenbesitzer im Betrage zu $500 bestraft
worden. Fünftausend oder fünf Jahre
ZuchtbauS jeder wäre wohl wirksamer ge
wesen.
a
indem sie die Botschaft Grants bespricht,
sagt: „Der Präsident drückt sich förmlich
und höflich aus und verbeugt sich vor
dem diplomatischen Kreise mit einer Ur
banität, welche einem Staatsmann der
alten Welt Ehre machen würde. Die
Botschaft liefert ein sprechendes Bild von
der Wohlhabenheit und dem raschenFort
schritt des Landes. Die „Times" lobt
die Mäßigung des Präsidenten in der
Cubafrage.
St. Paul, 20. Dec.
Postmeister Eastman von Chicago
hat seine Entlassung genommen, welche
am 14ten Februar in Kraft treten soll.
Gen. McAnhur ist zu seinem Nachfolger
auserfeben.
Finanzminister Boutwell wird
gegenwärtig von der Committee für Mit
tel und Wege im Unterbaus und von der
Finanzcommittee des Senats in Betreff
feiner Finanzmaßregeln in's Verhör ge
NVMMkN.
Das Schatzamt hat angekündigt,
daß es die für 1. Januar 1873 fällig
werdenden Zinszahlungen bereits mit
dem 21sten d. M. ohne Rabatt be
ginnt.
Grant stattete heute dem Kapitol
einen Besuch ab und hielt mit verschiede
nen Senato?en im Präsidentenzimmer
daselbst Rücksprache betreff der Wiener
Weltausstellung. Er erklärte, er wünsche
die Vertretung Amerika's bei derselben
sehr, nur fürchte er, die von der Commit
tee des Auswärtigen für diesen Zweck in
Vorschlag gebrachte Geldverwilligung von
$10,000 fei zu knauserig. Auch drang
er anf eine ausreichende Geldverwilligung
für die Commissson, welche die Untersu
chung über die an der ttranischen Gränze
öerübten Friedensbrüche führen soll.
Herr Colfar hat die Position als
Hauptredacteur der „Tribüne" angenom
men. Nach spät-rer Nachricht hat er sie
aHelehnt, und ist zu seiner Familie zu
Weihnachten heim gereist.
Beide Häuser der Gesetzgebung von
Massachusetts haben Tadelsbeschlüsse ge
gen den neugebackenen Speichellecker der
Rebellen, Herrn S r, passirt, des
sen im Senat gestellten Antrag, auf den
Regimentsfahnen unserer Armee die Na
men der Schlachten im Rebellenkriege zu
vertilgen, verdammend.
Der Conflict zwischen den beiden
der Gesetzgebung von Alaba­
ma, angeblich auf Grund einer Propost
tion des General Anwalt erledig?, ist von
neuem zum Ausbruch gekommen, und
es droht ein förmlicher Zusammenstoß.
Es „soll" eine neue Bewegung |ub
Annexion San Domingo's im Gange
sein. Auf Grund einer von Präsident
Baez und dem „Volke" von San Do
mingo dem Congreß frer Verein. Staaten
einzureichenden Petition um Aufnahme
San Domingo's als Staat in die Union
soll ein dahingehender Antrag gestellt wer
den, an dessen Aufnahme dann kein
Zweifel sei.
a a
N O a
si n. Die von den „Bürger"
Versammlungen in New Orleans consti
tuirte Gesandtschaft von hundert Mann
ist in Washington eingetroffen und hat
am 19. d. M. beim Präsidenten Audienz
gehabt. Durch ihren Sprecher, Richter
Campbell, erklärt sie dem Präsidenten,daß
die Lage in Louisiana so bedenklich sei,
als nur möglich, daß die Geschäfte des
gesammten Staates durch die andauernde
Krise gelähmt seien, und daß die Nach«
baistaaten, welche mit Louisiana Handel
ten,ebenfalls darunter litten. Eine Aen
derungsei voni gen dw cb en in Lou
isiana bestehenden Amtsgewalten nicht
zu erwarten, und der Präsident möge des
halb die Richter Bradlev von dem Ober
sten Bundesgericht und Woods von dem
Bezirksgericht der Verein. Staaten mit
der Autorität gerichtlicher Ordnung der
Angelegenheiten bekleiden. Es sei von
dem so entfernt wohnenden Präsidenten
der Verein Staaten nicht zu verlangen,
daß er volle Einsich! in die Natur fcet
Wirren habe, und ,r möge deshalb ver
anlassen, daß eine Committee. bestehend
aus den tüchtigsten, unparteiischsten und
geachtetsten Juristen der Union nach New
Orleans entsandt würde, um die Zer
wurfnisse genau zu untersuchen und zu
ermitteln, auf welcher Seile das Recht zu
suchen sei. Diese Kommission solle fctnn
an den Präsidenten berichten, und der
Präsident ihren Bericht vem Congreß vor-
legen.
Präsident Grant erwiederte, er denke,
es stehe wohl dem Oberbundesgericht zu,
etliche seiner Mitglieder nach Louisiana
zu entsenden, daß'es dagegen ihm schwer
lich erlaubt sei. Derartiges zu verlangen
Er habe sich bisher in die Händel in kei
ner Weise eher eingemischt, als bis War
motl) vtriucht, eine Deeretdes Ober
bund S ch 6 bei Seite zu
setzen. Dann habt der Verein. Staa
ten Marschall Auftrag erhalten, darauf
zu sehen, daß das Dekret, durchgeführt,
und, wenn nöihig. die Militärmacht ver
wandt werde, das Ansthn der Bandes
aoalt zu schützen. Trotz?em, wenn S
B^ndeogericht selbst ten Richter Bladley
beauftrage, nach New Oilcanö zu gehen,
werde er feine Zustimmung geben.
Richter Campbell entgegnet dem Prä
sidenten, es habe kein Bnn'desgericht das
Recht, in Staatsangelegenheiten einzu
greifen, wie es das BnndeSgerieht in
Louisiana getban, worauf der Präsident
bemerkte, so viel er wisse, habe das (Be
richt nur entschieden, welche Persoitat die
rechtmäßige ÄbstimmnngS-PrüfungSbe
hördc seien. Und selbst,|w'emt das Gericht
ftine Befugnisse überschritten, so habe
man seinem Dekret zu gehorsamen, luv
dasselbe durch eine höhere gerichtliche In
stanz beseitigt worden. Er betrachte es
für ein gefährliches Präcedenzverfahrcn,
wenn er gerichtlichen Entscheidungen ge
genüber einzuschreiten versuche.
Campbell wandte hiergegen ein, daß
Derartiges gar nicht verlangt werde.
Man mttthe dem Präsidenten gar nicht
zu, Etwas zu entscheiden, sondern nur die
Sache zu untersuchen ut»d denBmcht von
drei redlichen, von ihm selbst ausgkwä')l
ten Männern dem Congreß vorlegen zu
lassen.
Der Präsident wendet hiergegen ein,
er könne ohne Beschlußnahme des Eon-
gresses solche Leute nicht anstellen und be
solden.
E a S
Patriotismus würden die Betreffenden
wohl haben, daß sie dem Congreß ihren
Salär creditiren würden.
O A
Congresses kann die Committee keine
Personen, vereidigen noch alsZeugen vnr
laden.
a
ja auch blos mit denen sich in Verned
men setzen, welche mit den Umständen be
kannt seien und, nachdem sie von den
Thatsachen Kenntniß genommen, diesel
ben berichten. Was sie wollten, sei nichts
als Nachfrage undBerichterstatmng dinch
Personen, von denen jeder wiste, daß sie
die Wablbeit sagen würden.
Der Präsident^wiederholte, daß, wenn
eine solche Committee irgend welchenNuz
zen haben soll, sie mit der Autorität
ausgestattet sein müsse, Zeugen zu vir
eidigen.
So endete das Gespräch.
Die Delegation hat einen aus ihr?r
Mitte erwählten Ausschuß in Washing
ton zurückgelassen, welcher die Angelegen*
Heft weiter führen soll.
S a 20. December.
a N a a
sammlung in Paris hat beschlossen, sich
am nächsten Montag bis zum 6. Januar
za vertagen. Die Seine ist im Stei
gen und an vielen Plätzen überschwemmt.
Unter dem 18. wird von London
gemeldet, daß es seit 24 Stunden tapfer
geregnet, und der Sturm ist der schlimm
ste der Saison. Große Landstriche in
Lelcestershire stehen unter Wasser und in
Derdyshire sind 12 Zoll Schnee gefallen.
Telegraphenlinien nach allen Richtungen
sind zerstört.
Der „N. I. Herald" publicirt eine
Liste der Aktieninhaber sowohl als der
Dividenden-Theilhaber an dem ,ICre
dit-Mobilier." In der Liste sind Eon
greß-Männer und andere Persönlichtei
ten von hoher politischer Stellung.
Robert Bowles. eines der Mitglie
der der bankerotten Banksirma Bowles
Bios, in Paris, ist in London im New
gate eingesteckt.
Die „Provincial Correspondenz"
bestätigt das Gerücht, nach dem Füist
Bismarck seine Stelle als Premier des
preußischen Ministeriums niederlegen
wird.
Der Major von Nantes ist seines
Amtes entsetzt worden weil er den Pü
gern nach Lourdcs nicht genügenden
Schutz gewährt.
Für einen Vorschlag der Bewilli
gung.ven 200,000 Franks an die Ue
berschwemmten in Frankreich passirte der
Dringlichkeitsantrag.
Die Seine ist ausgetreten und die
Quais sind überschwemmt die Geschäfts
laden in der Nabe sinv geschlossen. Häu
ser in der Nähe des Flusses stehen in ei
nem Meer von Wasser.
Überschwemmungen auch in Bel
gien. Die Flüsse der Gegend von Ghent
sind ausgetreten. In Ghent steht das
Wasser in einigen Straßen drei Fuß
tief.
Der Vicekönig von Aegyten hat
eine Anleihe von $12,500,000 mir den
Banken zu Constantinopel abgeschlos
sen.
Von San Francisco heißt es unter
dem 18tcn. Seit 10 Tagen ungewöhn
lich kaltes Wetter. Harte Fröste und
keine Aussicht auf Regen. Die Farmer
im Süden des Staates fürchten für ihre
Erndten. In Vesalia am Abend des
17. scharfer Erdstoß. Eine Coterie von
Bankiers in San Franeiseo arbeitet an
Zustandebringung einer Geldkrise.
In 18 Leibüällen in Leavenworth,
Kansas, sind an 500 Pferde krank.
Herr England von der New Jorker
„Sun" kündigt an, er werde die Samm
lung für eine Greelcy-Statue aufgeben,
und die empfangenen Summen an die
Stifter zurückerstatten. Das Unterneb
men ist in der Hano einer Commission
von angesehenen Männern der verschiede
nen Staaten.
Der dänische Consul in New Jork
macht den Empfang von $3,541 für die
durch die Sturmflutb verunglückten däni
fchcn Untctthanen bekannt. 6000 Reichs*
tbaler hat er bereits versandt.
I a a
sche Consul in New Jork spricht in einem
die Einwanderung armer Italiener in
New Jork betreffenden Artikel die Ansicht
aus, daß die Unterftuftung dieser Leute
seitens des Landes sich lohnen würde.
Wolle die Regierung aber diese Einwan
derung niriu, so möge sie selbst in der ita
lienischen Presse durch Darstellung des
traurigen Schick'als. welches die Leute
[)iv: euvauet, i'cv cr Auswanderung
hierher warnen, ti.ne solche Warnung
würde von den Lhucu in Italien beach
tet werden, während sie einer Warnung,
von der italienischen Negierung erlassen,
nur mistraucn würden. Der Präsident
der Einwanverungs-Commission in New
Jork macht darauf aufmerksam, daß diese
Italiener ehrliche Leute und keine Brj
ganten wären. Was würden diese Her
ren wohl für ein Zetergeschrei erheben,
wenn ein Mal Deutschlands Großstädte
ihre Proletarier vno Sonnenbrüce»
Viertel in die Auswanderer schiffe aus
leerte
In Cineinnati hat eine National
Convention von Ingenieuren und Ma
schinisten getagt. Dieselbe Pernionin den
Congreß um eine liberale Geldverwilli
gung für Beschickung der Wiener Welt
ausstellung. Man faßte Befchlüsse zu
Gunsten von Staate- und 9ationalge
setzen für gleiche Elassificirung von Frach
ten.
Am 19. d. M. wurde Chicago von
einem furchtbaren Sturm heimgesucht.
1*6 sielen 3 Zoll Schnee, der vor dem
Nordsturme in Bergen aufgejagt wurde.
25 Grad unter Null. Freu dich, Jul
chen, wir Minnesota leben in einem Pa
radiese bei blos 20 unter Null, als es
am kältesten war.
Auf einer Eisenbahn bei Lafayette
Ind. spranq am Morgen des 19. d. M.
der Dampfkessel einer Lokomotive, zer
schmetterte den Ingenieur und schleuderte
dessen jungen Gehülfen eine weite Strecke
fort. Die Häuser an beiden Seiten der
Straße wurden durchlöchert, als hätten
sie ein Bombardement ausgestanden, unv
eine Menge Leute kamen mit knappster
Noth ohne Berührung mit Sprengstücken
davon. Ein Ehepaar McGibrey bekam
ein durch die Wand geschleudertes Stück
von einem Triebraid auf das Bett ge
warfen, ohne aber verletzt zu werden.
In Chicago ist Herr Farns
worth, Mitglied der großen Häute- u.
Pelzsirma Farnsworth, Brown und Co.
verschwunden. Er hat eine der Fir
ma gehörige Summe von $7.000 a's
Zehrpfennig mit auf die Reise genonv
men.
S
teur in New New Jork, welcher feinen
Geschäftsgenossen Duryuea erstach, wird
sich mit der Entschuldigung, er habe den
Mord in einem Wahnfinnsanfall verübt,
loszueisen suchen. Da der Mann viel
Geld hat, wird ihm dies nicht schwer
werden.
In New Jork hat es jetzt du
Stadtcomptroller herausgebracht, daß für
die in verschiedenen Banken depomrten
städtischen Gelder seit December im ver
gangenen Jahr kein Cent Zinsen bezahlt
worden. 4 Prozent, für jene Depositen
gezahlt, würde die Summe von$225,000
ergeben haben. Wer ha das nun?
Naseweise Frage.
Für die Jury des Mörders Sto
kes in New Jork hat man jeyt 9 „gute
und treue 2Rfinntr" bei einander, welche
ihren „Metnd" in dieser Sache noch nicht
„aufgemacht" haben.
a S
bankerotten Pariser Bankhause Bowles
Bros, ist aus Anklage von John H.
Huber wegen eines Depositum von $6,
985 verhaftet worden. Die Herren
Bowles bitten doch und theuer, man
mögetzsie nicht als Schwindler verurthei
len, ehe sie ihren Ausweis gemacht da
ben." Was wir uns davor koofen!"
werden dir betrogenen Depositoren den?
ken.
Herr Iay Gould, Erprasident
drr Eriedahn und von feinem Posten we
gen großartiger Betrügereien entfernt,
macht dcr Companie das Anerbieten ei
ner Abkausssumme von 7 Millionen für
Befreiung von gerichtlichem Verfahren
und unter der Bedingung des Rechtes
des Erstgebots auf 200,000 Aktien der
Companie. Die Companie geht auf das
Anerbieten ein. So ist's recht. Nur
immer gemächlich, selbst in Geldsachen.
Während Prof. Tyndall am letz
ten Dienstag in New Jork eine Vorle
sung über Sonne, Mond und Sterne
hielt, ging ein Dieb in sein Hotel und
holte sich aus dem Zimmer des Professors
eine Börse mit 40 Pfund Sterling in
Gold.
Da wir einmal von Spitzbuben
sprechen, so sei erzählt.daß einer der grosse
sten derselben, Gen. C. F. la ir, der
neulich sehr krank war, auf der Besse
rungist.
Eö ist nun doch möglich, daß die
N. J. Tribüne in Ermangelung eines
a a W
a s, Stellvertreters Greeley's
während der Campgne fällt, Colfar will
die Rebaction nur übernehmen, wenn
man ihn an kein Parteiprogramm bin
det.
Die von Senator Ramsey intro
dicirte Bill für einen Regierungspost
telegraphen autorisirt die Organisation
einer Aktiengesellschaft mit einem Ge
sammtcapital von 820,000.000 für Ein
richtung unv Betrieb des Telegraphen
dienstes. Mit dieser Companie soll der
Generalpostmeister betreff des Preises der
Depeschen?c. abschließen. Keiner der
Angestellten der Companie solle Regie
rungsbeamter werden.
Der Kuddelmuddel in New Orleans.
Richter Campbell, der Sprecher
der Bürgergesandtschaft von New Ork
ans hat den Richtern des Oberbundsg?
ttchts die Anforderung der Versetzung des
Richters Bravley nach New Orleans
gestellt. Die Richter haben sich dahin
geeinigt, es Bradley selbst zu überlassen,
ob er sich nach New Orleans begeben
wolle oder nicht.
DieSubcommittee der„Bürgcr"-Delc
gation von New Orleams ist in New
Jork eingetroffen zu dem Zwecke dort
die Stimmung zu Gunsten der War
moth-Fakuon zu beeinflussen. Sie klag
ten idr Leid verschiedenen bedeutendem
Politikern, die ihnen indessen keinen be
sonder» Trost zu geben vermochten.
Richter Bradlev soll keine Lust haben,
sich nach New Orleans zu begeben, um
dort richterliche Function zu überneh
men. Sicherlich wird er's nicht tbun.
ohne von dem Präsidenten aufgefordert zu
werden.'
Auch Hcrr Bn'gham Joung bat
jetzt eine Gesandtschaft in Washington
um den Präsidenten günstig für daS
„häusliche Institut" der Vielweiberei zu
stimmen. Grant soll indessen entschlos
sen sein, dem Institut den Garaus zu
machen. Nach den Feiertagen soll's los
gehen.
Die Jury für den Prozeß desMör
ders Stokes ist nun beieinander. Sie
wurde eingesper/t und erhielt nur Er
laubnix zum Besuch der Kirche unter
Wache.
Die Gesammtschulden der banke
rotten Bankstrma Bowles Bros, in Lon
don, Paris, Nizza, Genf und New Jork
sind 250,000 Pfund Sterling und ihre
Guthaben nicht mehr als 48,000.
8
eine Bill vorgelegt werden, welche erklärt,
daß in Euba keine Reform vorgenom
men werden soll, solange noch In
surgent in Waffen ist.
Die „Gambier" in Chicago, in
deren Höllen die Polizei neulich auf
räumte, schicken sich zu einer Klage gegen
die Stadt auf Zurücklieferung ver ihnen
in Beschlag genommenen Habseligkeiten
an. Der Polizeichef, als er von»diesem
Vorhaben hörte, bat einen großen Theil
des Krams verbrennen lassen. Das
Gericht wird nun entscheiden, ob eine
Stadtverwaltung ein Recht hat, „Gäm
blern" ihr „Handwerkszeug" zu consisci
rcn.
I
gangen.— Wm. Waterlv, der far
bige Steward der Brigg Amine Union
Stay", welche bei Halifax. N. S. vor
Anker liegt, betäubte, um sich zu rächen,
fämmtliche an Bord schlafende Mann
schaft mit „Muriatic Acid" und steckte
dann das Schiff in Branv. Dabei aber
ward er selbst von dem Rauch so betäubt,
daß er sich nicht mehr fort machen konnte
und erstickte. Der Capitän, ter frühzei
tig aufwachte, weckte die Mannschaft, u.
so war der Mordbrenner der Einzige, der
umkam.
Jay Gould. sagte, er trete der Erie
Companie die bewußten Millionen nur
ab „des lieben Friedens willen." Gould
sagt, eS sei bei allen seinen Operatio
nen sein Ziel gewesen, den ganzen Bah
nen-Strang zwischen New Jork und
San Francisco so ziemlich „in our
hands" zu bringen, und das sei ihm ge
lungen. Die Ueberlieferung der Aktien
und Bonds an die Companie hatte sei
tens Goulds im Betrage zu 6 Millionen
stattgefunden. Gould giebt außerdem
seine großartigen Befitzthümer an Grund
stücken heraus, ein Lustschloß am Meer
in Rhode Island.
In Philadelphia erbeutete die Po
lizei bei einer Razzia gegen die Spielhöl
len 29 „Gambier" und $1000 roerih
Spielapparat.
a a a
amerikanische Lola", welche den Leuten
in Paris den Ko .f warm macht, ist von
Paris ausgewiesen worden. Grund:
Ein Schafskopf namens Duval, Sohn
des reichen „Gründers" der Suppenhäu
ser in Paris, bat versucht, sich Cora'6
wegen zu erschießen.
Die zwischen fcrr griechischen Re
gierung und französischen Unternehmern
schwebende Frage betreff der alten wie
der in Betrieb genommenen „Laurron"
Bergwerke beabsichtigt die erstere, Frank
reich und England zum Schiedssprüche
zu übergeben.
I a 6 S
gefallen, und das Wetter dort ist kälter,
als die Leute seit Jahren sich erinnern
können.
Die französische Nationalversamm
lung hat die Bill passirt, welche den
Prinzen des Hauses Orleans das ihnen
consiScirte Eigenthum zurückgiebt.
Der,.C a e",etn socialistisches
Journal in Paris, trt unterdrückt wor
den. Die Seine fällt wieder. —Drei
tausend pariser Studenten hielten eine
Jndignationsven'ammlung.um dem Prof.
Robin, der als Altheist von der Geschwo
renenliste gestrichen wurde, ihr Vertrauen
auszudrücken.
I a
getreten und stieg am 2! sten sebr plötz
lich um einen Fuß. Seit 1862 hatte
London keine größere Überschwemmung.
De? italienischen Nationalver­
sammlung liegt eine Bill für allgemeine
Wehrpflicht aller Waffenfähigen im Al
ter von 16—18 vor. Die russische
Kaiserin wird demnächst in Begleitung
einer Kriegsflotte Neapel besuchen.
Ein Gerücht meldet, daß Cata
cazy nicht beim Czaar in Ungnade sein
soll. Er soll im Augenblick angestellt
sein, als Diplomat Schwierigkeiten zwi
sehen dem Papst und der russischen Re
gierung betreff der Anstellung von Bi
schöfen zu schlichten.
24. z.
Die Committee der „Bürger"-Delega
tt'on von Louisiana hat eine Ansprache
an das Volk der Verein. Staaten erlas
sen, diren wesentlichen Inhalt, unsere
nächste Nummer bringen wird.
W a a
doch a S I O
an der „New-Jork Tribüne"' angekauft
und wird nun der leitende Geist des
BlatteS werden.
I O S
sich ein Ptstol in der Hand einer jungen
Dame, Fräulein A. P. Gram Tie Ku
gel durchbohrte der Unglücklichen das
Herz. DaS Unglück geschah ^zwe.i Wo
chen vor dem zur Hochzeit 'angesetzten
Tage.
Von Cincinnati werden an einem
Tage vier Erplosionen von Wasserrohren
in K: t'i ch a a a rt gemeldet.
Ein Dienstmädchen wurde an die Wand
geschleudert, daß dem armen Ding der.
Athem verging einer Hotclbcsitzerüt,
Frau Heiß, flog ein Stuck Röhre an den
Kopf.
Aehnlich krachte es in Cleveland.
Die hiesige „Preß" hat der
„Landbounty"-Bill, welche im Hauke
passirt ist, mit großem Geräusch opponirt.
Sie sei schlimmer, als die alte „Land
Warrant"-Legislation. Sie sei thatsäch
lich eine Vernichtung des Heimstättege
setzes. Sie käme den Soldaten nicht zu
Gute und arbeite den Landspeculantcn in
den Schlund. Sie sei der Ruin für den
Westen, indem sie das hier noch liegende
öffentliche Lanv auf einem sehr dünn be
mäntdtenSchleichwege der Hinwegnahme
durch Nichteinwohner überantworte. Ge
stern aber lenkte die „Preß' bereits ein,
indem sie meinte, mit einer gewissen von
ihr in Vorschlag gebrachten kleinen Aen»
derung ließe sich die verderbenschwangere
Maßregel sofort in eine höchst segensreiche
umwandeln, und heute erklärt die ..Preß",
sie babc die Bill, als sie ihr opponirt, gar
nicht gekannt. Jetzt sei ihr aber der
vollständige Inhalt der Bill' bekannt ge
worden, und sie finde dieselbe imEmklcmg
mit dem Heimstättegesetz.
Auch wir kannten die Bill bisher nur
nach dem dürftigen telegraphischen Aus
zuge, und haben uns deshalb wohl gehü
tet, vorschnell über den Werth der Maß
regel zu richten. Der heute von der
„Preß" mitgeteilte volle Inhalt derselben
ist sebr voluminös und erheischt genauere
Prüfung, als wir ihm heute geben kön
nen, deshalb vertagen wir unser „Ver
d:ct" über diese Maßregel bis zur näch
sten Nummer, in der wir den Leser jeden
falls mit dem vollen Inhalt des zwei
felsohne mit dem Wohl unv Wehe des
Westen auf das Innigste verwobenen
Gesetzentwurfes bekannt mache^ wer
den.
Wer trockenes und gutes Bauholz
kaufen will, gebe zu H. Z. Taylor, Ecke der 4. cab
Etchange Straße. Ltsevljwud
Wenn die stumme Creatur
vsr Freunde weist, tttnn Krüppel [i&tt
Betten »h«ea und ttcutetn, tttnn der
Rheumatismus »erbanvt ifi. steift Te
le« ke geschmeidig werden, Anschsellsug««
rschwwten wie durch Zauberet, fce darf
man wobl fragen ED66 ist'S »it de»
l^iJyArpTC Zauber de« Eenlaur Lwimmt? Nie gab'«
twas dergleichen, di hat -nehr Uebel geieiit, wclche da*
Fleisch anhaften, mehr Än»chn-D.utkelleidln
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11 Thirren in den letzte» drei Monaten,
al« alle ander» Er»
ttlel in dreihundert Jahren getban.
iober »einen gebt ihn» ftifet« lastoria.
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galt« tat Magen, artet Sil) Silit n»d firkat »HSrltch«
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