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Minnesota Staats-Zeitung. (Saint Paul, Minn.) 1858-1877, December 26, 1872, Image 4

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MINNESOTA 8,! AATSZE-ITUNG
Donnerstag, den 26. Dezember 1872.
Agenten der M»nn. Staat
szeitnng.
Reisender Agent
Henry Schneller.
Minneapolis August Brüschweiler.
E a a
New Ulm Fr. st r.
Stillwater C, Kattenburg.
Winona SB in. ß.
Redwing L. C. Smith.
Henderson Adam ck.
Chaska F. s.
Tarver Wm. Gli tschka.
HastingS John Pfeifer.
Mankato I. H. a a n.
St. Peter Wm. Schimmel.
Joung America Gebr. Ackerma««»
W a a a S
Fanbault G. eck st n.
Hutchinson L. H.Blasing.
Reedö Landina '!)?. Watterich,
Whreling I. a d.
O a
Watertown Louis St a ch,
Rochester Henry Kalb.
Sand Crcek I hr, Grams.
Le Sueur I. C. a a g.
Frontenac I. Schneider.
Raven Stream L. Rech.
Belle Plaine T. tz r.
Prairie Mound John ch.
Duluth Hermann Oswald.
Clairmont E. g.
Dresselville Phil. l.
Oberle'S Corner E. Poppitz.
Shakopee E. G. Halle.
Arlington C. I t.
Howard Lake Fr. Wildung, Mathias
Rush City N c. Sausen.
Forrest Mound Claus Behrens.
N O
Minneapolis PcterSchüler.
Elizabethtown A. Miksche u. o.
a O a
Kurze und wahrheitsgetreue Dar»
stellnnder Entstehung nud deS
bisherigen Verlaufs der Wir
rrn tn Lonisiana.
Der Held der bisher glücklicherweise
noch unblutig verlaufenen, aber noch
nichts weniger als zum Abschluß gekom
menen Faktionskämpfe in Louisiana ist ein
a a W a
h. Derselbe hat eS in einem Gra
de, wie bisher noch niemand, qewagt, den
Mechanismus der Gesetze und der Re
gierung zu dnt allerfrechsten Gewaltstrei
chen zu btnutzen, und es ist
ihm auf das glänzendste gelungen, den
gewöhnlichen Verlauf der politischen Ent
Wickelung in Louisiana auf den Kopf UND
zu verwirren.
Wir haben uns nun zwar bemüht, in
unfern über den Fortgang dieses Wirren
von einer Nummer zur andern gegebenen
Berichten den Faden festzuhalten und für
uns selbst ist uns das auch gelungen.
Anders aber wird der Leser dran sein.
Unmöglich kann er, wenn er der Sache
nicht ganz spezielle Aufmerksamkeit gewid
met, im Zusammenhange geblieben sein,
unmöglich kann er ein klares Bild von
der eigentlichen Natur des Kampfes ha
den.
Wir wollen deshalb die Hauptcreig
nisse des Leitern nochmals Revue passi
ven lassen, und bitten dm Leser um auf
merksame Lektüre der folgenden kurzen
und wahrheitsgetreuen Darstellung der
ganzen Angelegenheit.
Warmoth war auf den Schultern der
republikanischen Partei zu seiner Macht
emporgestiegen. Durch Gewalttätigkeit
UND Corruption hatte er sich als Gouver
neur eine Art Diktatur und große Reich
thümer errungen, aber zugleich in der re
publikanischen Partei Louisiana's selbst
einen höchst erbitterten Kampf zweier
Fraktionen heraufbeschworen. Es war
im Allgemeinen der betete Theil der re
publikanischen Partei, der ihm entgegen
trat, während seine Fraclion aus dem
Abschaum des Carpetbaggerthums be
stand.
Sobald Warm?th sah. daß in der re
publikanischen Partei nicht mehr viel für
ihn zu holen sei, ging cr zu den „Libcra
len" über, nahm au der Cincinnatier
Convention Theil und wurde Mitglied
des National-Committees der „Libera
len". Bald darauf schlug der schlechteste
seiner republikanischen Gegner, Oberst
Carter, denselben politischen Purzelbaum,
weil ihm Präsident Grant kein Amt gab,
und befreite dadurch die republikanische
Partei Louisiana's ebenfalls von einer
ihrer ärgsten Pestbeulen.
Seinen unmittelbaren Zweck erreichte
Warmoth durch seinen Uebertritt zu den
„Liberalen" vollkommen es gelang ihm,
die Mehrheit der demokratischen Partei
Louisiana's zu sich herüberzuziehen. Sein
Streben ging nun dahin, mittelst der De
mokratie und abtrünniger Republikaner
die republikanische Partei
dessenat zu bewerkstelligen.
in Louisiana
zu schlagen, dadurch seine eigene Macht
zu erhalten und seine Wahl
in den
Bun­
Aber obgleich er die. schamlosesten
Wahlbetrügereien hervorrief, siegte in
Louisiana doch sowohl bei der Präsiden
tenwahl als bei der Staatswahl die re
publikanifche Partei mit einer offenbaren
Mehrheit von mindestens 8,000. Nicht
der verächtliche Fusionskandidat MeEn
ery, sondern der von Freund und Feind
geachtete republikanischeKandidat Kellogg
(gegenwärtig Bu»des-Senator) wurce
zum Gouverneur gewählt, und auch
bei den Staalsgesetzgebungs Wahlen
ergab sich eine republikanische Mehr
heit.
Warmotb gab jedoch jetn Spiel noch
nicht verloren. Durch einen Gewalt
streich suchte er die gesetzliche mit derPrü
fung der Abstimmungslisten beauftragte
Behörde zu beseitigen zu diesem Zwecke
setzte cr namentlich den Staatssekretär ab
ersetzte ihn durch eine seiner Creatu
Yen, mit deren Hülfe er eine neueBchörde
zur Feststellung des Wahlresultatks er.
richtete. Aufgabe derselben war es na
türlich, die Wahllisten zu fälschen und so
ein der „liberalen" und demokrati
schen Fusion und eben damit Herrn
Warmoth günstigesWahlresultat -heraus
zuzählen.
Die rechtmäßige Zählungsbehörde, der
u. A. der von beider Parteien geachtete
GeneralLongstreet angehört, erlangte von
den Staatsgerichten Einhaltsbefehle ge
gen das schamlos willkührliche Verfahren
des Gouv. Warmoth. Aber dieser küm
merte sich nichts darum, sondern ließ
durch seine ungesetzliche Wahlprüsungs
deHörde einen Sieg der Fusion nament
lich bei den Gesetzgebungswahlen zusam
menfälfchen. Dann erklärte er durch eine
Proklamation diese sein? Werkzeuge für
gewählt und berief die Gesetzgebung auf
Montag den 9. Dezember zu einer Ertra
Sessioy ein.
Inzwischen hatten die Gegner War
moth's die Hülfe des dortigen Bundes
distriktsgerichtes angerufen. Und da das
Vollzugsgesetz des Congresses von 1870
(Enforcement Act) für solche Fälle
dem Bünde d'ie nöthige Competenz ver
leiht, so entschied der Bundesrichter Du
rell, daß das Vorgehen des Gouv. War
moth ungesetzlich und nichtig sei, und daß
alle Wahldokumente der rechtmäßigen
(vonWarmoth weggcmaßregelten) Wahl
prüfunqsbehörde 'auszuliefern seien.
Dem EinhaltSbeseble des Bundeerichlers
zum Tr-'tze erließWarmolh seine oben er
wähnte Proklamation. Richter Durell
befahl daher dem Bundesmarschall Pack
ard. das Staatshaus, wohin Warmoth
seine „Gesetzgebung" einberufen hatte, zu
besetzen und zu verhindern, daß sich dort
Personen der bundesgerichtlichen Ent
scheidung zuwider versammeln. Der
Bundesmarjchall verlangte zur Ausfüh
rung feines Auftrags von dem in New
Orleans kommandirenden Bundesgene
ral Emory eine Abtbeilung Bundestrup
pen, die dieser natürlich dem »Gesetze ge
mäß gewähren mußte.
Am Freitaq, 6. Dezember in aller
Frühe erfolgte die Besetzung des Staats
Hauses durch den Bundesmarschall und
zwei Companien Bundestruppen^. Gouv.
Warmoth hatte tn dem Lokale Mettopo
litan-Polizei postirt, die aber den Bun
desttuppen, von denen sie aus dem
Schlafe gerüttelt wurde, keinen Wider
stand leistete, sondern sich auf die Wei
sung des Bundesmarschalls schleunig
drückte. Bald darauf erschien Gouv.
Warmoth selbst im Staatsbaus, wo cr
sein Bureau hatte, und rief den Solda
ten zu: „Jungens, es thut mir leid, daß
ich euch nicht mehr Beruemlichkeiten an
bieten kann!" entfernte sich aber Huld
wieder.
Natürlich verursachten diese Vorgänge
ungeheure Aufregung in New Orleans.
Zusammenläufe erfolgten von beiden
Seiten, doch wurde nirgends die Ruhe
gestört.
Am Samstag, 7. Dezember veröffent
lichte die vom Bundesgerichte anerkannte
rechtmäßige Prüfungsbehörde das offi
zielle Wahlresultat, wonach die Gesetzge
bung tn ihrer Mehrheit republikanisch ist.
Diese Entscheidung wird selbst von an
ständigeren „liberalen" Blättern in New
Orleans als eine gerechte anerkannt
auch sie gestehen und verdammen es, daß
Warmoth das Wahlresultat durch Nn
terdrückunq aller ihm unbequemen Mehr
Helten auf's frechste gefälscht Hatte. Ver
bissene Rebellen dagegen, die früher
Warmoth zu allen Teufeln wünschten,
feiern und unterstützen ihn jetzt als
den ..Vorkämpfer der Staatenrechte
gegen die Tyrannei der Bundeegr
walt."
Der Einberufungsordre des Gouv.
Warmoth gemäß, versammelte sich am
Morttag den 9. Dezember, in New Or
leans sowohl die rechtmäßige neue ©taats
gesctzgebnng als auch ein Häuflein Crea
turen Warmoths, das sich ebenfalls für
die Gesetzgebung ausgiebt. Die recht
mäßige Gesetzgebung tagt im Staats
Hause, und selbst ein Theil der Anhänger
von Warmoth betheiligt sich an ihr. In
ihren beiden Häusern wurde alsbald eine
a
Präsidenten der Ver. Staaten auf Grund
des von der Bundesverfassung jedem
Staate garantirten Schutzes bittet, der
rechtmäßigen Gesetzgebung Louisiana'»?
gegen die ihr drohende Gewalt Schutz
angedeiben zu lassen.
Mit 48 gegen 6 Stimmen nahm dar
auf das Unterhaus der Gesetzgebung ei-
nen
Beschluß an, der den Gouverneur
Warmoth wegen schwerer Amtsverbrechen
gegen die Verfassung und die Gesetze des
Staates Louisiana
in
Anklagestand ver-
setzt. Die Anklageartikel wurden dem
Senate sogleich übersandt. Und da nach
der Verfassunq von
Louisiana der
Gou-
verneur während seines „Impeachement"
susspendirt ist.
so
wurde trotz einzelner
Proteste der Vizegouverneur Pinchback
zum interimistischen Gouverneur erklärt
Er leistete den Amtseid und trat sein
Amt an. Der Senat constituirte sich
unter dem Vorsitz des Staatsoberrichters
Suveling als Anklagekammer und ver
tagte sich als solche bis zum 16. Dezem
ber.
Mittlerweile hatte sich die „Gegenge
setzgebung" des suspendirten Gouver
neurs Warmoth In Lyceum Hall zu ge
heimer Sitzung versammelt, und dort
tagt sie noch.
Bis zu der in einigen Wochen erfol
genden Jnaugaration des Herrn Kellogg
ist Vizegouverneur Pinchback, ein Farbi
ger von beträchtlicher Bildung, der recht
mäßige Gouverneur Louisiana's, falls
Warmoth nicht freigesprochen wird. Aber
Warmoth, der diesen Mann vergeblich
mit $50,000 zu bestechen versucht hatte
gab fein Spiel noch immer nicht verloren,
sondern suchte zunächst durch sein Werk
zeug, den Generalanwalt Ogden von
Louisiana in einem Staatsgerichte einen
Cinhaltsbesehl gegen
das
ganze' Vor­
i,r
gehen des Bundesgerichtes zu erlangen.
Dieser Einhaltsbefehl wurde von Rich
ter Elmore bewilligt und von Seiten
dieses Richters erging an Herrn Pinch
back die Weisung, keinerlei Versuch zu
machen,' um sich in den Besitz des Gou
verneursamtes zu setzen. Also ein von
Warmoth beherrschtes Staatsg^richt
macht Front gegen das Bundesgericht.
Dies geschah am 10. Dezember.
Gleichzeitig haranguirte Warmoth
eine von vornehmen Rebellen arrangirte
Versammlung, in der er sich als Ver
theidiger der Staatenrechte gegen die
Tyrannei des Bundes aufspielte. Diese
ihm willfährige Versammlung beschloß,
durch eine Deputation in Washington
bei Präsiden: und Congreß auf Abberu
fung der Bunvesttuppen aus dem
Staatshause oder lieber gleich auf Er
richtung einer Militärregierung in Loui
siana zu dringen.
Der weitere Verlauf bis heute, ist dem
Leser bekannt.
Vom Congreß.
Die Committee, welche nach Windoms
Antrag über die Möglichkeit zur Her
stellung billigei er Frachten vom Westen
nach dem Osten berichten soll, besteht aus
den Senatoren Windom, Conkling, Sher
man, Arnes,.Lewis. Easserly und Nor
wood.
Der Vice Präsident präsentirt den vom
Hause passirten Beschluß gegen denSum
ner'schen Antrag auf Vertilgung der Er
innerungszeichen an die Schlachten im
Rebellionskriege von den Fahnen der
Union.
E a
sofort passirt werden. Sumner er
hebt Einwand gegen Einbringung des
Beschlusses. Edwards zeigt an. daß
er den Antrag morgen aufrufen werde.
Rice beantragt Untersuchung der an
geblich von der Administrationspartei in
Arkansas verübten Wahlbetrügereien.
Die „French Spoliation"-Bill wurde
aufgenommen. Sherman meinte, die in
dieser Bill einbegriffenen Forderungen
an die Ver. Staaten hätten keine recht
liche Grundlage. Auch Thurmann op
ponirte der Bill, die von Morrill befür
wortet wurde.
a E
Bill
Banks schlägt vor. daß die 12 von
Amerika nach Wien zu schickenden Künst
1er. beauftragt münen, über ihre Beob
achtungen Bericht zu erstatten.
Brooks, ein btvfcrrer Demokrat von
New Aork, ist von McComb vor der mit
Untersuchung der Crcditmobilier Be
stechung beauftragten Committee an
geklagt worden, Aktien der Union
Pacific Bahn als Bestechung an
genommen zu haben, um selbst der Com
panie zu Gunsten zu stimmen und die
Demokratie zu beeiuflussen. HerrBrooks
erklärt diese Angabe für eine infameLüge.
18. r.
S a S a S a
amtliche Anzeige von um Tode seines
berühmten Coüegen (Barrett Davis und
hält demselben eine Lobrede. Sumner gab
seinen Senf auch dazu.
Im Hause vaffirt eine Bill, welche den
Comptrollcr of the Currency auicrtsirt.
den Stand der Bilanz in den National
batiken des Distrikt Columbia zu unter
suchen. Passirt wird auch die Bill für
Erledigung, der kraft eines Gesetzes vom
3. Marz 1857 von den Staaten Ohio.
Indiana und Illinois clhoeenen 5Pto
zent Land Ansprüche.
19.
3
16. December.
S a a a
wichtige Bill für Regulirung der Inan
spruchnahme von Privateigenthum für
öffentliche Zwecke.
Auf Ramsey' Antrag wird der
Kriegsminister um Auskunft über den
anRegierungsbauten zuDuluth durch
den Sturm angerichteten Schaden und
die Kosten der Reparatur ersucht.
Windom fordert Abstimmung über
seinen Antrag auf Einsetzung eines Sie
bener-Ausschusseö, welcher über die Be
schaffung billigeren Transports von dem
Osten nach dem Westen rapportiren soll.
Nach längerer Debatte.wird der Antrag
mit 56 gegen 3 Stimmen angenommen.
17. Dezember.
r.
S a I
zu Ungunsten etricr Bill, welche den
Frauen in den Territorien das Recht, zu
stimmen und Aemter zu bekleiden ge
währt.
Senator Sherman berichtet ein Sub
stitut
für die Bill zum Verbot des
Verkaufs von
Spirituosen
im Distrikt
Columbia und andern Territorien.
Herr Evwunds verzichtet darauf, den
Beschluß gegen Sumners Antrag für
Vertilgung der Schlachtennamen auf den
Fahnen aufzurufen, da Sumner zu iyt
wohl sei, um zu sprechen.
Es wird eme Committee für Untersu
chung des Abhandenkommens von Stem
pelmarken aus der Office des Distrikt
Schatzmeisters in New Jork ernannt.
Ramsey von Minnesota berichtet sei
tens der Post-Committee einen Gesetzent
wurffür Einrichtung des Post tele
graphendienstes.
Der Senat nimmt die „French Spo
liation-Bill"
auf Windom beantragt
Beiseitelegung. Der Senat vertagt sich
vor Schluß der Debatte.
Im Haus passirt die Bill einer Geld
verwilligung für Nachzahlungen (Defi»
eits)
mit einer Verwilligung von Ol,-.
241,920 für die Regierungsarbeiten im
Distrikt
Columbia.
,V 20. 2)ec.
S a a W
Hausbill zur Verlängerung der Frist für
Vollendung der Winona und St. Peter
Bahn. Auf Andringen Windoms wird
die Geldvcrwilligungsbill für die India
ner aufgenommen. Die. Bill passirt
und geht an das Haus behuf
Beistimmung zu den von dem Senat ge
machten Amendements.
Im a passirt der Beschluß auf
Vertagung zum 8ten Januar.
AuS dem Staat.
E E a a
Thomas Jeffers, wollte von sei
ner Behausung in Westport Township
Pope County am Sonnabend vor acht
Tagen mit seiner Frau und dem jüngsten
Kind eineSchliltenfahrt nach Sank Cen
tre machen. Da das Wetter sehr unge
stüm war. so fuhren die Leute nur bis
zu einem Nachbar und kehrten dann um,
nachdem die Frau, um das Kind auf der
Heimfahrt sUt gegen die Kälte zu schüz
zen, dasselbe tüchtig eingewickelt. Unter
wegs schrie das Kleine einmal, wart
aber wieder still, ohne aus der Embellage
freigemacht worden zu fein, und als man
nach Hause kam, war das. Kind
tobt. Man kann sich den Schreck der
unglücklichen Mutter denken, welche das
Kind so dicht eingehüllt, daß es er
stickte.
In dem ausblühenden Städtchen
Kasson tn Dodge County sind im letzten
Sommer für $45,000 Neubauten ent
standen.
S a
hiesige Kapelle ein Concert, bei dem auch
gesungen wird.— Nächsten Dienstag ist
die Weihnachtsbescheerung der Methodi
stengemeinde. Holz bei besserer Zufuhr
$6—7 per Cord.
Am Westende der St. Paul und
Siour-City Bahn sind bessere Zeiten
eingekehrt. Der in Worthington ersehet
nenve „Atlas" dankt der Eis^rbahncom
panie (verd. Pflicht und Schuldigkeit)
für gute Holzzufuhr und meldet, daß
man tn Weus daran ist, einen Schnee
pflüg zu construiren, der $2,500 kosten
und eine 12 Fuß breite Furche werfen
soll.
E a A a
ehemals ein Einwohner von Stillwater
fand beim Baumfällen in den Fichten
schlügen seinen Tod. Eine ungeheure
Fichte fing sich beim Sturz in dem Wip
fel einer andern, nahm einen Theil des
Geästes mit und zerjchmetterte dem un
glücklichen Baumfäller den Kopf.
N
zur Bewilligung
von $100,000 für die Beschickung der
Wiener Weltausstellung kommt zur Dis
kussion. Shellaberger ist besorgt, daß
amerikanischen Erfindern ihre Ersindun
gen nachgemacht würden, da die österrei
chischen Gesetze keine Strafbestimmungen
dagegen hätten.
Benton und Aoung Amerika ist an der
Linie der Hastings und Dakota Bahn
eine neue Postoffice errichtet, welche den
Namen..Hermann" führt und von
GerhardBongard verwaltet wird.
Die Nev erung ist eine der ganzen An
siedlung ringsum höchst angenehme.
Bei Beaver Falls betreibt
eine Anzahl Bewohner die Praxis, ihren
Nachbarn mit Art, Roß und Wage» in
die Waldgehege zu gehen um sich aus
denselben ihr Brennmaterial zu holrn.
Die Fol en sind Rechtshändel und Klop
fereien.
Frau Lehrbach. deren kleines
Kind durch Hinunterreißen der Kerosin
lampe das von uns crzählteBrandunglÄck
angerichtet, ist nebst dem kleinen Unheil
stifter an ihren Brandwunden gejW
ben.
Das in Martin County erschn
nende Blatt „Review" sagt, man heize
dort herum mit Welschkornähren, weil
diese billiger seien als Holz. Na denn
gute Nacht, Liebe Anne Dorothea!
Ein Elk, ausgeschlachtet 300
Pfund schwer, wurde nach eifriger
Jagd im westlichen Theile von Mar?in
County erlegt.
Am Dankfesttage fand auf Lote
Pepin die Taufe von drei Personen mit
iels Untertauchen durch acht Zoll dickes
Eis statt. „Entschieden kühl das", sagt
cer „Take City Leader."
A I
chejter, OlmstedCo. Mtnn. kam einMann,
der von seiner Frau fortgelaufen, dcrscl
ben die Hemistädte als Eigenthum wis
send, vlötzlich zurück, that als wenn er
ganz zu Hause wäre, und erklärte seilte
Absicht, hier wieder Bürger zu werden.
Madam war indessen von diesem Vor
haben keineswegs cvbaut, fondern rief
in Ermangelung eines Hausknechts zwei
Nachbarn zurHilfe, welcheden ü'oerlästigen
Gemahl an die Luft fetzten. Derselbe
bat die Regulatoren auf gewalttbätiaen
Angriff verklagt, aber die Jury "eoulVnt
see it."
Statistische Nachrichten im Besitz
von Pennock Pusey lassen auf eine Be
völkerung von 527,454 in Minnesota
schließen.
Ruffel Chase, im Juni-Termin des
Ver. Staaten Gerichts von 1872 wegen
Passirens von falschem Gelde zu fünf
Jahren Zuchthaus in Stillwater ver
urtheiltt, ist vom.Präsidenten begnadigt
worden.
Bei Duluth soll ein Kohlenlager
entdeckt sei». Die Nachricht hat bis jetzt
die Hslzpreise noch nicht afficirt. Du
luth hat 10 Kirchen, in denen die Pre
digten allein 820,000 kosten.
Als ein passender Name für söge
nannte „unabhängige" Zeitungen,
welche aus Geschäftsrücksichten keinePar
tei ergreifen, wird in Vorschlag gebracht
„achselzuckende Papiere". Der alte
Greeley, als er noch lebte, pflegte sie
"d- Hurnbugs'' zu nennen.
„Hühnerkra«k."— Ja Min
neapolis und der Nachbarschaft ist große
Sterblichkeit unter den Hühnern, und et
liche Besitzer größerer Hühnerhöfe wur
den von schweren Verlusten betroffen.
Ein Herr S. S. Bachelor von St. An
thöntz fanb am Sonmag Mvrge» 24
tetücf seines Federviehs steif und starr
im Gehöft liegen.
Jobn C. Roberts ein „Aardma
ster" der St. Paul und Pacific Balm
kam beim Zusammenhaken einer Loko
motive und eines Waggon so zwischen
Beide zu sitzen, daß ibm zwei Rippen
zusammengedrückt wurden.
Der nächsten Gesetzgebung zu er
stattendem Bericht des Staatseisenbahn
commissioner, Gen. G. I. Edgerton, zu
folge wurden vergangenen Jahr 350
Meilen Bahn im Staate gebaut.
Ein Bruder des Dr. Bowman in
Minneapolis, der sich seiner musikalischen
Ausbildung wegen, gegenwärtig in Pa
ris aufhält, soll bei dem Bankerott des
iirternational-amerikanischen Bankhauses
Bowles Bros. $500, den Rest sei
ner bei dieser Firma deponirten Baar
schast verloren haben.
Der Abendzug, als er gestern, Frei
tag Abend, auf der Strecke von McGre
gor nach St. Paul an der hohen Bö
fchung des Mifsisippi zwischen Mendota
und St. Paul htnfubr passirte cr über
eine zerbrochene Schiene, was sich
zur Zeit nur durch ein leises Krachen
bemerkbar machte. Nur wie durch ein
Wunder entging der Zug dem Entglei
sen und Sturz die Böschung hinunter.
Während ein Farmer namens
11 a von Dacota-County im
Begriff war, eine Ladung nack St. Paul
gefahrenen Holzes abzuladen, ei hielt er
die Nachricht, daß sein Haus bis auf den
Grund abgebrannt und seine Frau und
Kinder ihres Obdachs beraubt seien. Der
Mann verfügte sich eiligst zur Stätte des
Unglücks.
Wieder hat ein Aschenfaß kärm in
der Welt gemacht, diesmal mit dem Ver
such, hinter Forepaugh's Block ein Feuer
in Gang zu bringen. Es gelang nicht.
Herr W. L. Wilson, Bote für das
Elektoralcollegium des Staates Minne
sota, ist am Mittwoch Abend in Beglei
tung seiner Frau nach Washington ab
gereist.
W a a a
(Le Sueur Co.) Claron berichtet es wa
ren hier letzte Woche anwesend ein Rich
ter. zwei Constabler und drei Advokaten,
a
Fran CatharinaEdwards
von Mankato ist von Richter Waite für
Halten eines liederlichen Hauses zu sechs
Monaten Zuchthaus verurtheilt worden.
Dieses ist in Minnesota der erste Fall der
Durchführung von Strafgesetzen gegen
a a a a
E a soll die Absicht haben, nach
Absitzung ihrer Strafe sich in St. Paul
zu etabliren, wo man für diesen ,.Ge
schäftszweig" mildern Ansichten hul
digt."
In Fort Garry drückte ein eol
bat namens Dupont auf einen Camera
den namens Vogt einen, wie er glaubte,
nicht geladenen Revolver ab und schoß
seinen Mann auf dem Fleck todt.
Das Gericht zu Chippewa Falls
erkannte gegen Godette, angeklagt der Er
mordung Harrison Rogers, auf Mord
im 3ten Grad. 14 Jahr Zuchthaus
lautet der Spruch.
W a
Letzten Herbst verließ Olos Cricson
ein Skandinavier, wohnhaft in der
Nähe von Cambridge, Anoka Co. fein
Haus, und begab sich in den Wald, um,
wie er sagte auf das Gebot Gottes, dort
als Einsiedler zu leben. Mit der sehr
frugalen Diät von rohem Korn, Wur
zeln ic. fristete er hier seine Tage, und
obwohl man ihn zweimal einfing und
seiner Familie zurückgab, entschlüpfte, er
doch wieder und blieb seit zwei Monaten
verschwunden. Da brachte neulich ein
Indianer die Nachricht, daß er auf der
Jagd einen Leichnam angetroffen. Cswar
Ericfon's, dessen Tod, zur Zeit, als der
Körper gesunden wurde, noch nicht lange
erfolgt fein konnte. Der entsetzlich abge
magerte Körper wog nur 40 Pfund, wäh
rend Ericson in seinen gesunden Tagen
ein Gewicht von 180 gehabt.
Der Verunglückte war-ein Mann von
Mitteln, und seine Verwandte sollen kei
nen Versuch gemacht haben, ihn aufzu
finden, fond rn fie tbettten sich in sein
Hab und Gut, gleich nachdem er zum
letztenmal verschwunden.
Marshall McClomb, der am Mon
tag von St. Cloud nach Pittsburg ab
reifte^ wurde unweit Chicago von einem
Taschendiebe geplündert. Er telegraphirt
an die Bank in S. Cloud, einer ihm ge
raubten Geldanweisung die Zahlung zu
verweigern. McComb soll gegen $2000
bei sich gehabt haben.
Aus Carver County. Herr
I. T.
Kerker in Chaska ist von einer
schweren Erkrankung wieder auf dem
Wege der Genesung. Die Herren C.
G. a u. Co. in Shakopee haben
in Chaska eine Apotheke und Dro
guenhandlung eröffnet, und zwar in dem
neuen Brickgebäude des Herrn Faber.
Cs ist dies eines der schönsten Storege
bäude der Stadt. Die neue Apotheke ist
eine vorzüglich gut eingerichtete, und steht
unter der kundigen Leitung deS Herrn
Frank, eines der Affocie'S d'er Firma.
Die „Northern Pacisic-Bahn" hat
soeben mit verschiedenen Unternebmem
Contractefür Gradirung einer 300 Mei
len Strecke vom Stillen Meere her zu
abgeschlossen. Die Arbeit muß im Laufe
des kommenden Jahres vollendet wer
den.
Scott Massur von Anoka Co.
ist letzten Freitag wegen dort verübter
Fälschungen auf 2 Jahre nach Stillwa
ter dirigirt worden. Der Herr hat außer
dem in Dacota County, Räubereien ver
übt, und dort wurde er verhsfttt, nach
dem er, ftüher in Anoka Co. gegen Bürg
schüft auf fseim F«ß gesetzt, seine Bhp
gen hane fitzen 'H- j.
Der wegen der Pferdekrankheit eine
Zeitlang quiescirt gewesene Post-Stell
wagen-Dienst zwischen et. Cloud und
Brainard und St. Cloud und Aleran
dria ist wieder aufgenommen wot^en.
Wieder ein Armbruch! In der
Nähe des „Erchange-Hotel" fiel auf deui
glatten Fußwege ein Herr Payson und
brach den Arm.
Ein Herr lud mehrere Holzklötze
mit Pulver, um feinem Nachbar daK
Holzstehlen zu verleiden. Er vergaßaber,
seiner Familie Mittheilung davon zn
machen und so erplodirten die Köverklötze
in seinem eigenen Ofen. Die Neuein
richtung des befchidigten Hausrath wird
dem Betreffenden ar* $100 kosten.
2 5 N W
Zeitung schreibt über die Verheerungen
der Sturmfiuth vom 13ten dieses Mo
nats:
„Der Krieg könnte nicht in solche?
Weise wüthen, wie hier die entfesselten
Wogen an einem Tage gethan baben
wenn er auch Dörfer vernichtet, Fluren
zertritt, die Vorräthe des Landmanns
raubt, feine Herden verzehrt, er läßt doch
den Boden unberührt, auf welchem die
Häuser standen, er machte doch die Felder
nicht auf lange hinaus ertragsunfähig.
Das alles aber ist hier geschehen. Und was
ist dies alles gegenüber der Noth des
„kleinen Mannes."
Mit Schrecken hörten wir die Kunde
von den Ueberschwemmungen der größe
ren Hafenstädte vonKiel bis Greifswald,
aber jede neue Post, die dann von dm
Fischerdörfern, von den ländlichen Be
zirken Mecklenburgs und Holsteins kam,
von den Inseln Fehmarn, Zinst, Rügen,,
lautete schlimmer und schlimmer. Wa£
die Leute sich durch jahrelangen Fteiß er
worben, ist vernichtet ihre Wintervor-
räthe sind dahin, sie sind der Mittel, die
sie zur Betreibung ihres Gewerbes brau
chen, beraubt Bettlern gleich haben sie
in's Land flüchten müssen, um ihr Leben
zu retten, und glücklich waren sie noch,
wenn alle Ihrigen wieder beisammen,
waren.
Wahrhaftig, dieses Unglück fordert die'
thätige Menschenliebe in ergreifender
Weise heraus.
Wo
es große Verhält-
nisse neu zu ort nen gilt, muß der (Staat
thätig werden er wird zerwühlte Deiche
neu und bauetbafter wieder aufführen
wo Schleusen zerbrochen uttb Brücken
vernichtet sind wo das Meer weitere ge
gefahrdrohende Eingriffe gemacht hat,
da müssen Staat und Gemeinde helfen
er wird Gelder spenden oder vorstrecken,
um dem Schiffa-, dem Fischer, dem Land
mann die Betreibung seines Gewerbes
wieder möglich zu machen, er wird genüge
zu thun haben, um seine eigenen Einrich
tungen, Lootseuhäuser,
Zollh
äuser, Fahr-
wassermarken wieder herzust. llen. Aber
kann der Staat auch in die kleinen Ver
Hältnisse deS Lebens eingreifen, kann er
den ärmeren Bewohnern dcs Binnenlan
des die Mittel entziehen, um den Küsten
bewohnern ihre Wohnungen wieder her
zurichten, ihre Betten, ihre Tische, ihre
Stühle zu ersetzen.
Die Hülfe des Staates, selbst wenn
sie gerechtfertigt wäre, wirkt langsam und
läßt den Unterstützten kalt. Das frei
willige Opfer des Privaten spornt den
Unglücklichen an, nun auch seine Kräfte
wieder zu regen, um mit den ihm darge
fcotenen Mitteln wieder zu ersetzen, was
ihm, was dem NationalwoMstande ver
loren ging, um dem deutschen Volke
seinen Dank dadurch zu beweisen, daß
er wieder ein thätigcs nützliches Glied
des Gemeinwesens wird."
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Unter den neuesten Nachrichten findet der
Leser den Bericht über die Unterredung
des Präsidenten und der Gesandschaft von
Bürgern von New Orleans. Der Be
richt ergiebt, daß Grant die Fragen, um
die es sieb bei dem Streite in Louisiana
handelt, auf das genaueste kennt und bei
dem festesten Entschlüsse, dem Volke sein
Recht nicht nehmen zu lassen, jede Zu
muthung, in einer Weise einzugreifen,
welche die Constitution und das Gesetz
nicht gewährleisten, zurückweist. Der Le
ser wird aus einer genauen Kenntniß
nähme des Gesprächs eine sehr klare Ein
ficht in die eigentliche Streitfrage gewin
nen. Man sieht, daß das ganze Gc
schrei, der Präsident verwende die Bayo
nette der Ver. Staaten-Armee zur Verge
waltigung des Volks, leer ist. Grant
erklärt, daß es sich ihm um nichts han
a S
ch Ansehen und Geltung ge-
S a a
verschaffen, und daß, selbst wenndaöBun
desgericht seine Autorität überschritten,
sein Spruch so lange geehrt werdm müsse,
bis eine höhere Instanz, die des Ober
bundesgerichts, ihn beseitigt. Wir ver
muthen, dies ist der Standpunkt der ge
setzliebenden Bürger aller Parteien.
Vorlaut? Kürzlich wurde die
Heirath eines sehr reichen Fräuleins mit
einem jungen Manne gefeiert. Wenige
Tage vor der Vermählung gab der Vater
der Braut, ein kleines Famttiendiner, zu
welchem auch der Geistliche geladen war,
der später die Trauung vorgenommen
hat.
In zuvorkommender Weise frug der
selbe im Laufe der Unterhaltung den
Gastgeber, welchen BibelverS er wohl
der Hochzeitspredigt zu Grunde gelegt
haben möchte.
Weder der alte Papa, der vielleicht
nicht mehr allzu bibelfest ist, noch auck»
die ebenfalls befragten Verlobten hatten
in dieser Hinsicht einen besonderen Wunsch
zu äußern da nahm unerwartet der zehn-
jährige Bruder der Braut das Wort und
machte, zum Schrecken der Anwesende»,
den wohlgemeinten Borschlag:
,.Ei, Herr Pfarrer, dann predigen Sie
hoch üher den SMch ^,Vatex vergib ih
denn fie »igen nicht,
was
fie thun.*

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