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Minnesota Staats-Zeitung. (Saint Paul, Minn.) 1858-1877, December 26, 1872, Image 6

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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Hinke! u. Sohn
Aeisck & Dromsioue«
MARKT.
Engro« nnb Detail Händler in
Frischem Fleisch, Pöckelfleiscb, geräu
chertem Fleisch, Mettwurst, Butter, Eier
Schmalz, Geflügel, Fischen, sowie impor
tirten Holl. Häringen, Sardellen, russischen
Sardines, Anchovis, roll. Häringe (ge
würzt) 2chweizerKäse,KräuterKäse,Erbs
wurst, Bohnenwurst und Linsenwurst.
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toteren werden in« Hau» geliefert.
Ro. 9 West 7. Straße, nahe Jackson
St. Paul 9Rfnn
öeorgt Benz. I. 6. »echt
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Bccht,
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Dritte Straße, Ro. 297, im United Block,
St. V«ul, Minnesota.
Händler in
Umportirie« nnlt EinileimlSrke«
Weinen,
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18» ae4grftt*re6en Delikateffen jeder Reit an Hand
einzige
deutsche Anzeigen Agentur
für die gcfammte deutsch-aineri?anischk Presse,
37 Park Row u. 145 Nassaustr., N. I.
rtablirt feit 1853,
besorgt alle Arten »eu iScschäslS-Anzeigen, ^ersenal-Auffor
derungen t'. f'ur
SSF* attf deutschen Icitnngen in den verci
nißtm Staaten, -flW
»rote in
Deutschland und allen Ländern Europa's.
Madame C. White's
tuteiramn
N». 23 Bridge Straße, Minneax»«» Minn.
Wiitflt, .Retten, f-orfm, Ätzten :tnb Blumen «erde» von
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rotte eit tfivrnt Dirs? VI rtifel find beivnfcer«
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un» @eb,i zu envfeMen, Eine oollftändioe
Auswahl #o* Dames*®inter'.t3fiien. umen, geiero, Bän
dern. ©eigen je. erftaunlid) Völligen eisen.
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öS wirb de tich, englilch und framösifdi fttfvrochtn.
Äe~ In Sanburbeiten wirb Unierricht enteilt.
Um die Tunft der Damen bittet
ünolm» Madame $. White.
Ro. 23 Bridge Stragt, ^iuneapolis, Minnesota.
Fox u. Jürgens
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nämi da« Bezeichnen der int*
rtn in deutlichen Buchstaben
E» ist »inlench'end, daß solche« Verfahren Bertranen
cinßZjl und Herr Zuch» hält über hauet »ehr ruf?
Knuden halten
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italienischem Marmor.
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Bildhauer und Marmeearbeiier fertigt Monumente, Grab
steine, Gesimse. $if*»laiten tt.
tW Reparatur in dt arm er eter Blaß wird besonder«
Aufmerksamkeit gewidmet.
ses» Schon aus Kirchhöfen beßndlichen Grabsteine» werden
»eitere Namen oder leite zugefügt rhne dieselben von ihren
Stellen zu ntfemen.
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@t. Paul .....TOinn
Wilma«, Clough u. Wilde,
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Ntchls Aliwilte.
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Office 3te Straße, nahe Wabasha«, oberhalb
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I. Newman,
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Großhändler
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Ohrt b«r «Wen« DcMMw
Adel« Vpttzedyr
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die Dachauer
Bunk.
Es mögen nun wohl zwei Jahrzehnte
her sein, da betrat ein junges Mägdelein,
Adele Spitzeder geheißen, in München
die Bretter, welche nach einer etwas ab
genützten Rekensart die Welt bedeuten.
Man wußte nicht, von wannen sie ge
kommen ob sie als heimisches Bavaren
find mit Bier großgesäugt worden, oder
ob sie aus der Fremde eingewandert, um
sich an den Gestaden der Isar der Kunst
und den Kunstfreunden zu widmen. Das
Schicksal des Mägdeleins war kein so
günstiges, wie es mitunter angehenden
Künstlerinnen in Gestalt eines reifen
Millionärs zu Theil wird. Die junge
Adele kam, ward gesehen und fiel durch
mehr weiß die Chronik von ihrer theatra
lischen Laufbahn nicht zu berichten, und
es ist keine historisch erwiesene Thatsache,
sondern lediglich eine etwas boshafte
Eonjectur, daß sie sich schon frühzeitig,
obwohl roch dem sündhaften Stande der
Komödianten angehörend, der Erweckung
der inneren Misston unter vier Avgen
hingegeben hätte
Die Bühnen-Carriere der jungenAdele
fand bald ihren Abschluß. Das Publi
cum war der Meinung daß sie ihren Be
ruf verfehlt hätte, und so warb sie al!
mählig einem anderenWirkungskreise zu
gedrängt, in dem sich ihre glänzende Be
gabung so herrlich offenbaren sollte. Lei
der liegt ihre Lebensgescbichte. wie die
mancher anderer berühmt gewordenen
Persönlichkeit, keineswegs gleich einem
offenen Buche vor uns. sondern ihreBio
graphie ist noch ungeschrieben und wir
können uns nicht einmal in einem No
matte von Heribert Rau über die Ein
Reinheiten ihrer geistigen Entwickelung
unterrichten.
Nur soviel scheint festzustehen, daß sie
vor etwa zehn Jahren in Frankfurt am
Main ihre Kräfte der edlen Aufgabe
widmete, der geldbedürfligen Menschheit
durch kleine Darlehen hülfreich beizu
zuspringen.
Trotz der stillen Verborgenheit, in wel
cher sie damals lebte, soll ihr das Glück
zu Theil geworden sein, die Bekanntschaft
des päbstlichen Grafen Langrand-Du
monceau zu machen. Aus der Seele
dieses großenMannes, die gerade damals
von mächtigen Entwürfen schwoll, sprang
in Avelens Gehirn der zündende Funke
über. Der belgische Financier machte
sie in vertraulichen Dämmerstunden zur
Schülerin seiner erhabenen Idee, deren
Märtyrer er geworden, weil die profane
Welt ihn in arger Verblendung für einen
ungeheuren Schwindler hielt er begei
sterte das Mägdelein, an dem der Zahn
der Zeit schon stark genagt hatte, für
die Lehre von der Christianisirung des
Kapitals.
Adele begriff ihren Meister vortrefflich.
Sie hatte einige Vorstudien gemacht
jetzt war die Erleuchtung über sie ge
kommen. Sie beschloß, Baierns weibli
cherLangrand zu werden und nach einigen
Jahren der Eingezogenheit, in welchen sie
die Geschichte John Law's und der Mis
sissippi-Actien als lehrreiches Beispiel
studirte, tauchte sie plötzlich wieder in
München auf, um ihr Unternehmen zu
beginnen.
In echt christlicher Gesinnung wollte
sie Böses mit Gutem vergelten, umJene,
die einst die angehende Schauspielerin
ausgezischt, der evangelischen Armuth
und damit demHimmel näher zu bringen.
Gute Empfehlungen an fromme Männer
erleichterten ihr das Werk, und eines Ta
ges erwachten die Münchener, um ein
GeschäftsJnstitut bereichert, das den
volltönigen Namen der Dachauer
Bank trug.
Sofort erdröhnte in den ultramonta
nett Blättern die Lärmtrommel, um dem
Volke das neue Geschäft zu empfehlen.
Denn für das Volk im eigentlichen
Sinne des Wortes war die Dachauer
Bank bestimmt. Andere Banken arbeite
ten für einen beschränkten Kreis, die Ac
tiopäre, und nebenbei für die Verwal
tungsräthe, manchmal auch umgekehrt.
Adele Spitzeder aber sagte mit Mazzini:
„Gott und das Volk!"
Bald erzählten die trefflichen Blätter
der Frommen, die in München erscheinen,
und in ihre stets an Homer, an den gött
lichen Sauhirten Eumäos und die von
Kirke verwandelten Gefährten des Odyf
seus erinnern bald erzählten „Vater
land" und „Volksbote" von der wunder
baren Anstalt in der Schönfelcerstraße.
die eine wahre Geltmühle sei. Nicht
zehn, nicht zwanzig, sondern sechsund
neunzig Prozent könne Jeder dort erhal
ten er brauche nur seine Ersparnisse
hinzutragen und dann bekomme er gleich
die Zinsen für drei Monate voraus.
Und die Eigenthümerin sei ein gar lie
bes, gottesfürchtiges Fräulein, die Je
den freundlich anhöre und dem Aetm
stm ohne Stolz seine Sparpfennige ab
nehme.
„Tusch! das fuhr durch alle Kö
pfe!"
Die Tagelöhner in der Hauptstadt, die
Häusler im Hochgebirge, die reichenBau
ern in Niederbaiern lasen und staunten.
Erst wollten sie die merkwürdige Bot
schaft nicht glauben als aber Einer und
der Andere bestätigte, er sei in der Da
chauer Bank gewesen und habe wirklich
die Zinsen für feine Einlage, achtProcent
für den Monat auf ein Vierteljahr gleich
bei der Einzahlung erhalten da brach
in Baiern eineBegeisteung für Adele aus,
die keine Grenzen kannte. „Neich müs
sen wir werden!" sagten die biederen
Landbewohner, und sie holten die alten
Gulden und Kronenthaler aus den ver
schlossenen Truhen, sie verkauften Ernte
und Vieh, manchmal.sogar Haus und
Hof, und trugen den Erlös in die Da
chauer Bank, damit das Geld sich dort
durch GotteS Segen vermehre. Bald
strömten Hunderttausende, ja Millionen
heran, obwohl kein handelsgerichtlich
protokolllrteSGeschäft,verfügte sie über xit»
fige Summen.
Manchmal mischte stch ei« Netner
Mißton tn den Jubel. ES kam ein
mißtrauischer Gläubiger und wollte seine
Einlage zurück haben. Man warf ihn in
der Regel hinaus das war gut alt
baierisch und erhöhte nur den Credit der
Bank Adele gedieh wie der Floh in
Mephisto Lied, sie „hatte Bänder auf
dem Kleide und auch ein Kreuz daran"
ein großes goldenes Kreuz, daS aller
Welt ihren gläubigen katholischen Sinn
verkündete.
Wie die Schülerin Langrand's es an
fing. sechsundneunzigProzent Zinsen zah
len zu können?
Nur naive Gemütber, die in der mo«
dernenVolkswirthschaftslehre gänzlich un
bewandert sind, können so fragen. Mit
einigem Talent und einiger—Mathema
tik lassen sich ähnliche Kunststücke schon
fertig bringen. Auch scheint der Modus
procedendi bei der Dachauer Bank ein
ziemlich einfacher gewesen zu sein, indem
Adele aus allerhand kleinen Nebenge
schäkten Prosit herausschlug, Häuser
kaufte und verkaufte, Darlehen gegen
fabelhafte Preise gab und schließlich mit
den neuen Einlagen die Zinsen ver alten
deckte.
Die Dachauer Bank hätte noch lange
mit dem Segen der Kirche, der sichtlich
auf ihr ruhte, und unter dem Beifalle der
Ultramontanen fortgeblübt. wenn nicht
der böse Feind, dem die „Christianisirung
d'ö Eapitals" nothwendig widerlich sein
mußte, einigen hartherzigen jüdischen
Gläubigern der Bank den Gedanken
eingegeben hätte, bei den Bezirksgerichte
auf Einlösung ihrer Wechsel zu kla
gen.
Schnödes Schicksal! Adele Spitzeder
fällt nicht als Opfer einer tragischen
Katastrophe, sie soll nicht großartig un
tergehen sie stolpert über das Mün
chener Bezirksgericht Ein paar kleine,
unbedeutende Wechsel, nicht halb so viel
werth alö rer Schmuck, den Adele, zur
Ehre Gottes trägt, sind die Ursache ihres
Sturzes.
Eine Commtssion erscheint in ihrem
Häufe untersucht die Bücher, und Adele
die gefeierte, gepriesene, ..gütige Fee", die
„Woblthäterin der Armen', wandert in
das Gefängniß und wird nächstens
vor Gericht erscheinen, um sich wegen
betrügerischen Bankerotts zu verantwor
ten.
Möchte man da nicht mit Thekla aus
rufen: „Das ist das Loos des Schönen
auf der Erde!" Diese Münchener Poli
zei und Justiz sind blinv gegen das in
dustrielle Genie sie. behandeln Adele
Spitzeder, die als Bankgründerin zu den
Spitzen der^ Gesellschaft zählt, wie eine
gemeine Verbrecherin, ohne sich um die
hohe Intuition, um das große Ziel zu
kümmern, welches ihr vorschwebte. Auch
gegen die Abgeordneten und Redakteure,
die mit Adele in Verbindung gestanden
und mit ihr Gefälligkeiten getauscht ha
ben, ist ein Sturm des Unwillens ent
fesselt, den die Betreffenden, richtiger Be-
tToffenen,
schwerlich beschwichtigen wer
den. Allgemeine Verachtung ist ihrLoos
und mit Ekel wendet sich die öffentliche
Meinung oun ihnen ab.
DaS der deutschen Spiel
höllen.
Dem Beschlüsse des deutschen Reichs
tags gemäß werden am Ende dieses Jah
res alle Spielbanken in Deutschland ge
schlössen werden. Die Banken von Ba
den-Baden und von einigen kleineren
Plätzen haben bereits am 31. Oct. ihr
letztes Spiel gesehen, und die von WieS
baden, Homburg und Ems schließen am
31. Dezember.
Eigentlich hatte es schon längst ge
schehen sollen und ohne die frühereren
erbärmlich kleinstaatlichen Zustande
wäre es auch gar nicht möglich gewesen,
daß, als in Frankreich das öffentliche
Hazardspiel verboten ward, es in den
deutschen Bädern willkommene Aufnahme
fand. Kaum aber war der norddeutsche
Bund zu Stande gekommen, so ward
auch schon im Reichstag der Antrag auf
Unterdrückung dieser moralischen Änstal
ten eingebracht und trotz des Anerbietens
der Sptelpächter, den bereits so hohen
Spielpachtsckilling verdreifachen zu wol
len, ward mit aufrichtiger Zustimmung
der Regierung die Unterdrückung be
schlössen.
Für manche jener Bäver ist freilich
das Schließen der Spielbanken mit sehr
großem Verlust verknüpft, denn nicht
blos, daß das Roulette und das
et Quarante
Trente
die Frequenz außerordent­
lich erhöhte« und einen großen Umsatz
bewirkten, bildeten sie auch die
Quelle,
die mit jedem Jahre immer reichere Ver
schönerungen und Verbesserungen schuf.
Baden-Baden z. B.. wohl der reizendste
Badeplatz von ganz Europa verdankt,
abgesehen von dem, was die Natur ge
schaffen, sonst alles, was es an Annehm
lichkeiten der Cultur besitzt, dem grünen
Tisch und daher sieht auch seine Bevölke
rung, die so zu sagen von demselben lebte
jetzt mit banger Besorgniß der Zukunft
entgegen und glaubt die guten Zeiten
für immer verschwunden.
Solche Bäder, die Heilquellen von
großer Wirkung besitzen, wie Ems und
Wiesbaden, werden freilich weniger lei
den. wenn auch immer das Ausbleiben
der hunderttausende von Gulden, die die
Spielpächter alljährlich für neue Anla
gen zu verwenden kontraktlich verpflich
tet waren, sich stark fühlbar machen wird,
allein diejenigen Bäder, bei denen der
Spieltisch eigentlich die einzige Zugkraft
bildete, und es gebt solcher nicht wenige
in Deutschland, werden fortan eben so
rasch, wie sie zur ungesunden Blüthe sich
entwickelt hatten, auch wieder ver
kümmern und in Vergessenheit gera
then.
Oas Hazardspielen wird freilich auch
troy deS Beschlusses des Reichstages, der
die, welche künftig eine Spielbar-k hal
te», mit dem Vertust der bürgerlichen
Rechte bedroht, «och nicht ganz aufvbren.
aflri» die JmNvrätttät, die f# der Dul
dung solches Treibens seitens des Staa
tes bestand,der sogar aus den Contracten,
die er mit den Spielpächter» abgeschlof
sen, für sich selbst großen Nutzen zog, sin
det wenigstens ibr Ende und die starke
Verlockung, die für so unendlich Viele
verhängnißvoll geworden ist, hört jetzt
auf.
Alle Spielpächter, deren Contracte
jetzt abgelaufen, ziehen sich als Millio
r.äre zurück.
Man hat berechnet, daß der jährliche
Reingewinn aller deutschen Spielhöllen
sich auf mehr als 5 Millionen Dollar
belaufen hat, und in diesem Jahrf, wo
die Spielwuth in Anbetracht des nahen
Endes ihrer Befriedigung noch viel
größere Schaaken nach Un Bädern ge
lockt hatte, soll jener Betrag noch bedeu
tend überstiegen sein.
Der größere Toeil dieser Summen ist
freilich aus den Taschen des Reichthums
geflossen reiche Russen, Engländer und
Amerikaner pflegten die Stammgäste an
den grünen. Tischen zu bilden und beson
ders Amerikaner zeichneten sich durch die
Leidenschaftlichkeit, mit der sie spielten u.
die großen Summen,die sie riskirten, aus,
allein auch die Armuth lieferte ihren Tri
but, und für sie gerade sind vielfach die
Spielbanken am meisten verhängnißvoll
gewesen, auf sie bat der demoralisirende
Einfluß derselben sich am stärksten geltend
gemacht.
Es ist daher gut. daß dieses unsittliche
Treiben endlich aufhört. Um aber ganz
conftquent zu verfahren, müßten jetzt
auch die Lotterien, die die Leidenschaft
deS Spiels so sehr nähren und besonders
den ärmeren Classen von ihrem schwer
erworbenen Verdienst alljährlich einen so
bediutenven Beitrag ablocken, verboten
werden.
DiepreußischeN.giervng.deren Staats
lotterie einen jäh:lichen Reingewinn von
9 Millionen Thalern abwirft, sollte in
dieser Beziehung den andern deutschen
Regierungen mit gutem Beispiel voran
gehen, denn abgesehen davon, daß Lotte-
rien die Leidenschaft
nicht
so unmittelbar
verlockend anreizen, sind sie ebenso unmo
ralisch Aie die Spieldanken, und das
selbe Princip. das die verurtheit hat,
müßte auch ihre Fortdauer verbie
ten.
N I k, 11. Dec. Letzte
Nach?, kurz nach 11 Ubr, brach im zwei
ten Stock des „Fifih Avenue Hotel", und
zwar in einem Stiegmhause, Feuer auS.
Das Stiegenhaus war nur oben und
unten offen. Das Feuer fraß sich rasch
durch dasselbe hinauf und entfaltete, als
es oben beiden Zimmern der Dienerschaft
anlangte, seine ganze Kraft.
Im Ga^e machten die Flammen
rasche Fortschritte. Sie ergriffen das
Holzwerk an den Zimmern der Diener
schaft und bald war der ganze westliche
Flügel in eine gewaltige Lohe gehüllt.
Die Dienerschaft, welche in den Ztm
mern schlief, fand sich beim Erwachen
durch die Flammen vom Ausgange ab
geschnitten. Die Feuerwehr langte zu
spät an, um sie retten zu können, und als
später ein Polizist und der Chef der
Feuerwehr mittelst einer eisernen Leiter
dahin gelangten, wo sie die Dienerschaft
vermutheten. fanden sie nur mehr die
verkohlten und verbrannten Leichname
von dreizehn Personen.
Die Leichen, Betten und Möbel lagen
wirr durcheinander. Die Leichen zweier
Frauenzimmer lagen unter einem Bette
in einem der äußeren Zimmer verborgen.
Offenbar hatten die Verunglückten
Schutz vor Rauch und Flammen ge
sucht.
Die Fußböden dieses Zimmers waren,
als die Feuerwehr und Polizei hinein
drang, noch fest und unversehrt, aber das
brennende Dach und der Plafond waren
heruntergestürzt auf die Verunglückten, fo
daß dieselben noch gequetscht und ver
stümmelt wurden.
Bis 2 Uhr 20 Minuten waren 22
Leichen herausgeschafft, 16 aus einem
und 6 aus einem anderen Zimmer.
Das sind wahrscheinlich alle Verun
glückten.
Der durch das Feuer angerichtete
Schaden beträgt Gl30.000 bis $150,»
000.
Essen, 12. Nov. Vorgestern fand
hier im Bovensi?pen'schen Loeale der
diesjährige lheinisch-wettfälische Turntag
statt. Die Verhandlungen begannen Mi
10 Utr unter Voisitz des KreisvertreiKS
Schioer aus -Gladbach. Nach Er
levigung geschäftlicher Angelegenheiten
erfolgte die Neu-, resp. Ergänzungswahl
ees Neunerausschusses, in welchen fol
gende Herren gewählt wurden: Außer
den nicht austretenden beiden Mitgliedern
Schloer (M.-Gladbach) unv DeliuS
(Bielefeld): Dr. Hanstein (Achen), Dr.
Bachem (Köln). Greff (Barmen), Grä
ser (Elberfeld), Müller (Bielefeld),
Thurm (Creftld). Der nächste Turn
tag soll im Sommer 1873 wieder in
Essen stattfinden und mit demselben eine
Verbandsturnfahrt ins Rudttnal ver
bunden werden. Um 2 Uhr begann das
gemeinschaftliche Mittagessen, bei welchem
der Vorsitzende einen interessanten Rück
blick aus die Entwicklung der Turnern
seit der Jahn'schen Zeit warf und die
Unklarheit in den Bestrebungen der Vre
eine in früherer Zeit kennzeichnete. Da
rauf folgten die üblichen Toaste und um
5 Uhr begann ein Schauturnen der Vor
turner des Ruhrgaues, dem sich von
Turnlehrer Thurm arrangirte Turnspiele
anschlössen. Der rheinisch-westfälische
Verband umfaßt gegenwärtig 94 Vereine
von welchen 71 sich als lebenskräftig er
wiesen und sich nach der Mitgliederzahl
auf die beiden Provinzen folgendermaßen
vertheilten: Regierungsbezirk Aachen
706, Köln 374, Coblenz 60, Düsseldorf
4028= Rheinprovinz 5158 Regie
rungsbezirk Arnsberg, 1160, Minden
229, Münster 140 Westfalen 1529,
macht beide Provinzen 6797 Mitglie
der.
Uv Deutsches
Photographisches Atelier
»e«
Asel WeNeis-l».
9»p. 174 Dritte Straße Paul
»trtbrfot rutschen
Pudl'k»» turflrje'ae $
ifn er.Girrte ?9i^neq' che
©allerg mit allen JnSrnwen
t,n Mrr »turpe gekaut
bah«»«, und vermute 6 unserer
Ion, inbu^en Errav nß i.r
Stand? find, die teile flreät zu
Itter •.
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sota'« in littrGroßt zu otrt u.
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fli fnabm irn Residenz,
$ri'tt*n i'r. Freien ic. tt ans
Se ellnng gemacht.
LcdkNs Versicherungs- Ge
sellschaft.
*298 fit 295, Broadway, vtew Bor?
tapttti $3,506,00
4Ähttt*t Einnahme UW,XH
jEobrtfiOt wurde« bis fetzt gezahlt über t,30(),W
$«li«n auf ein einzeln« lieben werden für irgend ein,
Summe von $100# ti» $2(1,000 autgtftelu.
La« Vermögen der Gesellschaft tft Baar.
Prämien
find
Beet zn zeblen. 61« $eUaa »erder
befahlt.
WilliuS Bro. 8t Dunbar,
Dtall*e ent.
Agentur für St. Paul, -5tinnrf»ta.
Gottfried Siegentdaler,
Deutscher «echt«aaS»alt uud Vota,.
O ss te e» Pdönir Block, zunächst der Brücke.
Tt. Paul, Win«,
Practictrt tn ben Staat» 8er. Staat#,- und Bint«
•ett-Gertchten liaaidirt vermögen-tr». und
nunbf*aft#-enfprü6e in allen TbeUen Surrtet
?rwirktvon der Regierung die v«»adl«ne von Boeet
und Vendetten an Soldaten oder deren itrten, brfetji
ivlleetion die auifertigueg «llerlei Ret««
»ritten, elle anderen in feinem ?ad tinWatte"
een Arbeiten und wut
Das älteste deutsche Gasthaus der Stadt.
St. Paul Hans,
Fort Str., neben der 3tru
St. Paul, Minnesota.
Ich mache dem Publikum hiermit die ergebene Anzeige, da®
ich da« früher vn Jj:n. Zu u« (Stög «rbal eae St, Pa -l
Hau« käuflich fibernemm' N uno "fr 'e,s zur
Dampfg»ng und Hobelmühlen Anoka, Minnesota. lig
liche Cteftrunflifähiflteit 180.000 Fuß.
Office und Holzhof, Ecke der 5. und Minnesota
Straße.
St. Paut,
JUtntt.
Reu Aufgemacht!
Hewr. ScKroeSer
No. 53 West Sechste Straße, St. Paul,
zeigt seinen Freunden uno dem 'Publikum erqedeast an. daß er
em elten Plese ein neue« Vehäude aufgeführt un» daselbst
einen prächtiger, Borrath een
um Verkauf ausgestellt Preise hillig nnb Waaren gut
Wm. Geisenheyner
No. 347 Dritte Straße
zeigt seinen geehrten Freunden und dem Publikum ergevenst an
daß er soeben eine» Ue Ausmahl son
IMMr.s tmti
Winter Waaren
tu gertißB"e von He,ri Kleidern bekommen hat nnb ladet
Alle ein Oei ihm oorz ipruSen tyoct
(5. D.

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No. 250 Dritte Straße, St. Paul.
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merika, empfiehlt sich zu B-h^ndlung alle^Tbronisch^n .«rank
heiten,
als
Lünzen, und Hrrzleic n. 8.6er 'Jti. gen- und
Rieren-Kr»nkdeiten ^ämorrbo dal Leiden, Rl'eu vatitmu»,
Gicht und «Neheim« Krankhei-en u. s. ». InZ^hrizer *re
ri« gesammelte «rsabrung befähigt ten leerer auch tn te«
meiit hartnäckigsten Fällen günstig» Relultaie trzieien.
Deutsche Äpotbeke,
»OB
Dr.W.H. Miller,
Ro. 368'Dritte Str., St. Paut.
Unterzeichneter letzt be« verehrte udlifnrn in (tenntatf, Wl
»on tetzr ah in seiner Offtee die Impfung etil frischem
runden Stoff vernimmt.
Dergleichen 6et er frischen ®arten-, »ra«. enfc Blume
»ii« erhalten. r» Dr. •4Sille»
Deutscher Lagervter-Saloor
von Gottfried Glbel.
Zte SttaSe, gegenüber de, Jrvive»Hav,
DeeUiUrieichnete »erschenkt ßtt« beten (««trMci
•eiche* t» 6». tili zu haken tt und hält seinen «al»»»
ettele» CenCttcn g«t versehen ben SBiefches Ir
'»ftln.tanii.
•etile* U| u|eu{
Deutsche B»«?,
»». y««t, ÄhwflHe
Seld, Briefe oder Nachricht«, K^e» wr fk
No. 418 Carl Deiber.
No. 436 Berthold ÄmSberß.
No. 447 »kanist Leda.
No. 487 8. Pteiß.
Ro. 489 d. F. Kraufi.
No. 494 ?oh vn Suiten.
No. 495 Carl Balder.
«611»*» »ro'». 9niw.
$ 3 0 0 0 0 0
Missouri Staats- Lotterie.
Unter Autorität des Staates mit öffentliche» Zte»
Hungen in St.-L»«iS.
6t#|«e ZielmngS-Pla« mit ei«»el»en Kumiw»«.
50,0000 Ätummeru.
Nasse M—gez-gk» ten 31. Dejdr. 1872.
5880Gc«i»ucimBtl»»scv. $:500.06»
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d'en werde, en 'Säften, die ich -it ihre fefi'che i-etbrei
alle Bequemlichkr ten bet iSr. b'e aten .treunbe und
Würben de« Herrn Groß He hefonbeieiBitt», auch mich mit w
rein Besuche zu he'hren. DieSehandlung wird juiriedeaüellend
ein. Um geneigten Zuspruch littet
Ehas.
Jabtr.
Freier Lunch jeden Morgen.
St. Paul
Llmder Company.
Capital $125,000 incerperirl 1871.
WO »eerinne S 1W.
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