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Minnesota Staats-Zeitung. (Saint Paul, Minn.) 1858-1877, December 26, 1872, Image 7

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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Vorläufige Anzeige.
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AM Sonntag de» 22. Dezember 1872
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J9~ Räheri« durch spätere Anzeige. -WA
St. Paul Haus
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Diese« 8»r neu eingerichtet? fctel bietet den Reisenden gn
4e« Gurtner nnb einen wovtsesetzte» Tisch. Gute SroUung
ist »et« Hause.
Leset und Merket!
Während den nächsten 90 lagen
Ausverkauf
loajcn flrtetfa von fertigen Kleider», Gent» Iurnisbivg
-GvB^Hiteii. «ap?en. Koffer«.
I» Skew gortcr Einkaufspreisen
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Clolhing Hans
R», 290 Tritte Straße, St. Paul.
Irische ServelatWurst
(»eben «holte«.
dita Häringe, Sardellen,
ItkweiZer- tmti Dimvurger-MSc
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9».
John HaggcnmtNer»
3hAtrt S trȧe, nahe der Dritten, St. Paul.
Die erste
Peitsche Apotheke
St. Pauls.
Miss & Walther
84 Ost 7t« Str. 2 Thoren von Broadway.
9tm$U ».rde« hrt T« and Rächt prent*! besorgt.
H»«s»y»lhlsch«
WtMriiten gel« »mithift.
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WeikaAcktsgeSckevke.
D»S größepe Unternehmen, welches je
i» Minnesota ins Leben gern
fen wurde.
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Großes Concert
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HP 1&? ©flbtn unter die Swift nhub.r B'.riCtili werten.
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Stelzer Hotel,
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Di« IM »reife ß«d $15,000, und schließen in stch Ho.
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Di« 16? (06*r f»frt*n von einer Co mitte? von nr.brtbti-
fcerifrril*. bfftfbt'nf au# ®m. Sldin,m^
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Batzerich, lammllich Ifrrcrroßrn&t, in Er Peter roehnbaftt
(fcJchäfttUtiK. Bei ihnen wSge a^an nachfragea.
Zur Notiznahme.
Et»« tMnttift 6btr Eigentbum an He eteitfmuronte
eewmitt« «»»fl'*» wiiden im Name» der Tlcket-Zndabtr
»est»d«t Ach die Urkunde in der Obcut de« Herr» 8Bm.
CBhimnl
XWfcte hti« tf (3.00.
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«ist 6bteife, ein Vermögen in machen.
Äawfll Kaust!! «auftü!
Weihuachten 1872
Bücher, Bilder en6
jeüer Art
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D. D. Merrill S Co.
A». 1S6 Dritte Straße. Zreclmtwud
1872 Weihnachten 1872
SpielnmRreu, Goukett,
Obst «.s.w. n.s.w.
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/rank JH. Gcmbe,
örfr Nr Mississippi nnb Broadway Straß««.
Weihnächten.
Di« schönste Auswahl e»n Weihnachissachen, et»
Spielwaaren,
CandieS,
Früchten,
Vergoldeten Nüssen,
Lichtern )t. ic. :t.
»fftet»« Ulli gern Preis«
Th. W'ck rSheim,
R». 74Ost 7. Straße 2 Thören von Rosabel.
Weihuachts Geschenke,
•e» »e fit*. flr He Helen Klet»«". «t« T» J*lse
8a4»#|l*W t»»r»v»» te »er €iatt tei
Alois
Meyer
Eck« ftc? vierte» und Jackson Straße.
Ml«» frisch «eti ist Mef relfr ltSl|. 3»eti«
riL-rif
deS Sontttasis-Vlaties der
Mintivfota StootS.Zeitung.
Mordwill zu Tage, Novelle von G.
Skvfried.
Bilder aus Japan.
Die Journalistik. (Gedicht.)
Humoristisches.
Das Sonntags- Blatt wird allen
A'bonnenten des Wochenblattes, die im
Voraus dezahlt haben, als Prämie zuge
sandt.
Athenäum, am Sonntag den 22.
Dezember Benefiz-Borstellung zum Be
sten der Hinterbliebenen des verunglück
ten August Heese.—Tickets sind zu ha
ben bei
Albert Scheffer 3 Schnipius,
Dr. Schwarzbach, John Haggenmillcr,
& Timme, Dauber u. Grote,
Geo Mitsch, Orlemann,
John Matheis, Schmidt n. Kiesrr,
A Lindecke, Etvel,
Fink u. Thevbald, fk Zahm,
Benz u. Becht A Henschell,
«Ärubers Hotel, Adam Stahlmann,
Frank Werner, John Lunkenheimer,
Giesen u. Roos?n, Knauft u. Arendt,
H. Breidert, teilt,
W Tuchelt, John Klernkr,
Weide u. R^ß, A Steindach,
CHorniger. Theo Sande».
Reinhard Stiefel,
Auerbach, Finch und Sckeffer.
Willius BrrS. und Dunbar,
Goodkind und Mannheimer.
a
Hees. Wie der Leser der Staats
zeituug weiß, wurde der in der Stadt als
fleißiger braver Mann so wohl bekannte
A a A
beim Arbeiten in einem Brunnenloch
durch den ihm auf den Kopf stürzenden
Eimer tövtlich verwundet. Wir haben
jetzt weiter zu melden, daß der Arme an
seinen Verletzungen starb und gestern be
graben wurde. Hees hinterläßt eine
Wittwc und sieben Kinder, von denen
vier ganz klein, in drückendster Lage. Es
ist nun zwar, um den Leuten Hilfe zuge
währen, bereits eine kleine Collette in der
Nachbarschaft ihrer Hütte veranstaltet
worden, allein der Noth ist damit um so
weniger gesteuert, da die Frau in ^olge
des so plötzlichen Verlustes ihres Man
nes von Schmerz und Verzweiflung ganz
niedergebrochen ist. Zeder Menschen
freund und Gottlob! unter dem
rem Deutschthums St. Pauls fehlt es
cht an solchen wird deshalb mit
aufrichtiger Freude vernehmen, daß Herr
Amberg bereits A rangements zu einem
Theater-Benlsiz für die so schwer gebeugte
Familie trifft. ES ist noch nicht fest
bestimmt, wann die Vorstellung stattfinden
wird, allein, wann immer dieses sein
möge, so fehle niemand bei derselben, der
ein Menschenherz im Leibe hat.
a 7 S a
Donnerstag Abend halb elf Ubr brach
in Greenlee'S Buchjaden, No. 163, 7te
Straße Feuer aus, welches invesien,Dank
sei es dem frühzeitigen Eingreifen der
Spritzen, seiner ausersehenenBeute, eines
einstöckigen BretterhaufeS doch nur zum
geringsten Tbeile Herr zu werden ver
mochte. Die Maaren und Mobi
likn wurden zum giößten Theil gerettet.
Herrn Gleenlee's Verlust an beschädigten
Maaren, etwa $200, ist durch Versiche
rung gedeckt.
Petcr Henry, der sich auf schwin
delhafte Weise in Besiy von Maaren im
Werth von $15,000 gesetzt haben soll,
erschien auf Veranlassung der betrogenen
hiesigen Geichäftölcute vor Commissioner
Cordozo, der sein Erscheinen vor den
Schranken des Distnk!gcrichts durch Ab
nähme einer Bürgschaft von $3,000
sicher stellte.
Die Pferdegn'ppe hat sich auf den
Trapp gemacht und St. Paul sagt:
„Glücklichen Rutsch!" Die Rößlein wic
hern wilder lustig in den Straßen und
traben gehobenen Hauptes vor den klin
gelnden Schlitten über die glatte Bahn.
Die „stumme Kreatur" hat auch b?i uns
viel ausstehen müssen, und der Mensch,
der „Herr der Schöpfung" mit ihr. Aber
der „Gerechte, t?cr sich seines Viehes er
barmet hat", der ist mit schneller Befrei
ung von der Plage delohnt, und fast kein
gut behandeltes Thier ist der Krankheit
erlegen.
So rufet denn mit froher Lippe
Hallelujah! Fort zieht die Grippe.
Dem Ochsen aber, dem treuen Ersatz
mann, gebet eine Ertraähre zum Lohn
seiner treuen Dienste, die er nach bestem
Vermögen geleistet. „Langsam voran"
sagte er zwar mit der österreichischen Land
wehr, dafür aber auch hat niemand
Gliedmaßen mit durchgegangenen Ochsen
kaleschen gebrochen.
.,R a n." Ein hiesiger
Bürger, der sich von rem Tabacksgeschäft
zum Ruhestand zurückgezogen, glaubte,
eine guteSpekulation könne nicht schaden.
Er beorderte deshalb 24 totücf von gol
denen Wunderubren, welche, eine Erfin
dung der Neuzeit,als das Non plus ul
tra aller Vollkommenheit ihm zu dem
Spottpreise von $4.00 das Stück in ei
ner Broschüre empfohlen wurven, von
Philadelphia, zu bezahlen bei Ankunft
des Pakets. Das letztere kam, der in
Ruhe grseyte Tabacksvandler zahlte für
Uhren 'undFracht $100, öffnete und fand
—24 messingene Sonnenuhren zu etwa 4
Cent das Stück.
Wer Herrn John Mathheis be
sonders seelengenügt lächeln sieht, der
gratukire nur gleich zur Ankunft des
Jüngsten, denn die Häupter seiner Lieben
haben sich um EinS vermehrt. Ein
KnSblein ist'S, kraftig und gesund, wie
Papa. Es lebe das HauS Mattheis!
Wir haken die unangenehme
Pflicht, mitzutheilen, daß unser Mitbür
ger Herr Theodor Hamm, mit
a a
6
$3öa3ngeri£i)t.
Henry Washington stahl einem Dienst
mädchen ihren besten Neicbthum, (in sei
denes K-eid, und ffRti- dasselbe in Bier
lim. Geht dafür 30 Tage in's Loch.
beneveiete, von alten Postbesuchern her
beigesehnte Moment der Verle
gung des Postamts nach dem neuen Ne
gierungsgebäude aus dem scanralöj'en
altem Loche, wo Finsterniß, Abfälle und
Ratten sich die Oberherrschaft streitig ma
chen, rückt heran. G. H. Lease, der Su
perintendent der Arbeiten im Innern des
Costumhauses hofft den untern Stock bis
zum 1. Febr. 1873 ur Benutzung fertig
zu haben, und St. Paul wird rann end
lich ein seiner würdiges Postamt und ein
so schön und bequem eingerichtetes als
eines in den Verein. Staaten besitzen.
In dem Neuen wirv namentlich das wi
derwärtige Gedränge, welches in dem al
ten so manchen Chignon außer Positiv»
gebracht, wegfallen, und man wirv Briefe
holen und abgeben können, ohne die ge
liebten Hühneraugen zertreten zu bekom
nun. Ein Volksfest zur Feier des Tages,
an welchem das neue Postamt dem Pu
blikum geöffnet wird, wäre in Ordnung.
a a N a
12. Deccmber. Gestern Freitag
Abend, 10 Uhr sah man Flammen durch
das Dach von Jrvine'S Eishaus an der
Hillstraße schlagen. Neben dem brennen
den Hanse lag ein ebenfalls Irvine ge
höriger Stall, und d*e Bemühungen der
zuerst auf dem Platze eintreffenden Helfer
waren zunächst der Rettung der in dm
Stalle stehenden Pferde, Ochsen vndKühe
und des sonstigen darin untergebrachten
beweglichen Eigenthums gewidmet so
dann handelte es sich um Abwehr des
Verderbens von Zjoergs ehemaligerBrau
eret undWohnhanS a/genwartig bewohnt
und benutzt von dem Essigfabrikanten
Bradsord Houghton. Dampfspriyen No.
2 und 3, die ihrcSchläuche mit den nach
sten Wasserhähnen in Verbindung setzten,
gabcn's nun sofort dem lodernden Ele
ment, während No. 1, welche vom Flusse
Wasser ziehen wollte,nicht genugSchlauch
halte. Die Spritzen waren anscheinend
daran, des Feuers Herr zu werden, da
ward No. 3 kampfunfähig. Rasch in
dessen fügte man die Schläuche von No.
3 an die von No. 1, die nun einen pras
selnden Strahl in die Flammen warf.
Die Macht derselben war dann schnell
gebrochen, und die durch sie angerichtete
Zerstörung beschränkt sich auf das Eis
haus, den Stall UND das Holzwerk an
Aoerg's Steinhaus. Verluste erlitten I.
R. Irvine $2000, keine Versiche
rung Henry a b, $1,200 für
4 0
Anton Ioerg $1000.
N a E
Das Feuer am letzten Freitag Abend
hätte dadurch leicht Veranlassung zu ei
ner anderweiten Katastrophe geben kön
nett, daß das Wasser in dem Dampfkessel
von Spritze No. 3 auskochte und der
glühende Behälter einer Erplosion sehr
nahe kam. Die Letztere wurde nur da
durch verhütet, daß man das Feuer aus
rem Heizofen zog. Das Auskochen des
Wassers im Kessel soll die Folge einer
plötzlichen Außerstandfttzung des HzhnS
gewesen sein, durch welchen demKessel sein
Wasser zufließt.
Noch eben zur rechten Zeit einge
troffen bei Giesen u. Noosen, 218 Dritte
Straße: eine brillante Auswahl des
Neuesten in A'abaster-, Wacko- und Por
zellanNlppsachen. Diese sind von ihnen
direkt importirt und in keinem andern
Hause eine so.gute Auswahl zu so billi
gen Preisen zu findcn. 4nil
a 3
si k-V er s". te
ciety"
„Musical
So-
wollen wir hiermit benachrichtig
gen, daß wir sie mit ihrer gütigen Er
laubniß nennen,
wie der geneigte Leser sich merken möge,
daß, wenn wir von dem „M
n" reden, wir damit die „Musical
Society"
meinen.
Also? Hiermit überreichen wir dem
„Musikverein" unsere aufrichtigen Glück
wünsche zu dem gan vorzüglichen Erfolg,
mit dem er die diesjährige Conzert-Serie
am letzten Dienst 'g eröffnet. Wir gra
tuliren dem deutschen Publikum zu dem
Beweise der Anerkennung ernsten musika
lischen Strebens, welche es dem „Musik
Verein'" durch einen so zahlreichen such
gezollt, als er dem ersten Conzerte zuTh.il
wuree.
In Bezug auf den letzteren Punkt sei
es uns indessen gestatt't. zu sagen, doß
die Theilnahme der Deutschen St. Pauls
an den Conzerten des „Musikvereins",
groß wie sie ist. doch immer noch nicht mit
den Genüssen im Verhältniß steht, welche
ein Abend, wie der vom vergangenen
Dienstag bietet.
Die Leistungen des Orchesters erreich
ten einen hohen Grad der Vorzüglichkeit
und den höchsten unter denen des Abends
im „Freischütz", dessen grandiose
Schönheit die Instrumente namentlich
im vollen Zusammenspiel trefflich wieder
gaben.
Fräulein a hat sich in ihrem
Tebut als eine Sängerin im Besitz einer
höchst angenehmen Stimme und eines
Vortrags gezeigt, der den Hörer sofort ge
winnt und gefangen halt. Die Dame
wird sich für die Concerte als ein Mag
net von bedeutender Anziehungskraft er
weisen.
Der neue Flötist ließ bei großer mecha
nischer Fertigkeit doch eine gewisse Härte
im Spiel wahrnehmen, die indessen zu
fälligen Ursachen beizumessen, unv -sich
wohl kaum als habitueller Mangel er
weisen wird. Jedenfalls ist der Künstler
eine höchst schätzbare Acquisitum für den
Musikverein.
Also „Ewiva Musica Es lebe der
„Musikverein!"
den
größtw UUd
Eingesandt
Das 37tc Coneert des St. Paul Mu
fit vdns, welches am 10. Dezember im
Opern HniS stattfand, eröffnete den
Abend mit der Freischütz Ouverture.
Dieselbe war eins der interessantesten Er
zeugnisse, welche jemals der Musik Verein
uns gab und stellte namentlich der Wirk
samkeit des Dirigenten, Geo ge Seibert,
ein glänzendes Zeugniß aus. Frl. Dav
litt, Altistin, sang mit richtig erfaßtem und
schön beseeltem Vort-ag, unv das anwe
sende Publikum lohnte dies mit enthusia
stiichein Beifall. Beim Dacapo möchten
wir der Dame rächen, eine bessere Aus
wähl zu treffen, wenn sicj für fpätereZet
ten der Liebling des Publikums
bleiben will. Hierauf folgte das Geigen
Solo von unserem alten Freund Hancke,
in welchem er alle Schwierigkeiten glatt
zend überwand. Die Composition selbst
wird bei öfterem^ Hören gewinnen, wie
überhaupt fast alle Eompvsitionen Da
vids, welche nicht nur genossen, sondern
auch verstanden sein wollen.
S
Dur" wurde vom Orchester, recht
wacker, wcnn auch theilweise etwas rauh
erecutirt. Auch das Publikum hielt sich
brav un» hörte obige Symphony ohne
Murren und ohne irgend welche Zeichen
von Ungeduld zu verrathen, ja manchmal
sogar mit sichtlichem Wohlbehagen.
Und nun ter Totaleindruck.' Derselbe
läßt im Großen und Ganzen gewahren,
daß die Prinzipien, nach denen die Eon
certe geleitet werdcn, auch in dieserSaison
sich nicht verleugnet haben, d. h. das
Streben war hauptsächlich dahin gerich
tet,. das Gute und Edle in der Kunst zu
pflegen und in den Vordergrund treten
zu lassen.
Für die Zukunft wäre zu bemerken, daß
beim Sitzen des Orchesters der Teppich
bei Seite gelegt würde, indem die Schwin
gung?« der Töne sich verlieren und dem
Publikum den vollen Ton des Instru
ments nicht wieder geben können.
nennung als Agent für den Indianerpo
sten zu Red Cloud erhalten. I. H.
Howell. (Erctvor der Minneapolis Tri
büne ist stark für den Ge'andtschaftöpo
sten nach Venezuela empfohlen.
„IN TOWN
W a
a a
erfahren wir, daß der älteste Sohn des
des Herrn L. Ueber, von Mountsville,
Sibiey Eounty, sich neulich durch einen
Sturz vom Pferde derart beschäftigte, daß
er bald darauf starb. Der zweite und
jetzt einzige Sohn, des Herrn lieber liegt
so krank darnieder, daß nur wenig Hoff
nung für sein Genesen vochanden ist.
E S
Die ersten weißen Ansiedler auf
dem Terrain des jetzigen St.
Paul waren Pierre Panant ge
nannt „Pigs Eye," nach Canada zurück
gewandert, Vual Guerin, 1971 jn St.
Paul gestorben. Wm. Beaumette. ver
schollen, LouieRoverts, John R. Irvine,
noch ansässig in St. Paul und Benja
min Gervais gegenwärtig wohnhaft in
seiner Mühle 6 Meilen von St. Paul.
Die Niederlassung der Genannten geschah
in den Jahren '38—'40 inel. Der ehemals
von ihnen als Freisasseneigenthum de
sessene Grund und Boden, ein unermeß
liches Vermögen repräsentirend. ging
frühzeitig aus ihren Händen für Linsen
gerichte' in Andere über und Keiner der
„Gründer" St. Pauls ward ein Na
bob.
I W a 1 a E
Gestern erfreute uns
6 Kauf- unv Handelsherr von
Chaska, mit seinem angenehmen Besuch.
Der letztere war leider kurz da der Ge
schäfte Ferdi's" viele und mannigfach.
Gen. Hancock ist beute (Donner
stag) mit Familie und Stab von St.
Paul nach feinem neuen Hauptquartier
in New-Jork abgereist. Der General
hatte sich hier gut eingewohnt, und Nie
mand sieht ihn gern scheidender mit ihm in
Berührung gekommen.
Die Straßeneisenbabn ist wieder
tu Betrieb, aber statt in Radwagen fährt
sie uns in Schlitten. Zur Noch ^mag's
gehen.
Giesen u. Roosen, 218
I
ritte Str.,
erlauben sich hierdurch ihre deutschen
Freunde freundlichst einzuladen, sich ihr
reichhaltiges Lager von Weihnachts-Ge
schenken aller Art anzusehen. Besonders
hübsche und billige Sachen sind unter den
von ihnen selbst importirten und soeben
erhaltenen Alabaster-, Porzellan- und
Wachssachen. 4ml
tet. Am Dienstag Abend trat Wm.
Eonnord, ein junger, etwas geistes
schwacher Mensch von 18 Jahren, dem
ein in dem Stalle unweit des Superior
Depot befindlicher Bulle unter Obhut ge
geben war, in den Stall, um das Thier
zu futtern. Gleich darauf hotten Leute
in der Nähe ein großes Getös in dem
Stall und Schmerzensschreie. Sie öff
neten eilends den Stall und fanden Eon
nors schrecklich zerfleischt am Boden lie
gen, während der Stier wie toll herum
tobte.
Mit viel Schwierigkeit ward Connors
in's Freie geschafft und den Aerzten über
geben. Seine Wunden waren indessen
so gräßlicher Art, daß Rettung unmöglich
war. Er starb unter den Händen der
Äerzte. Der Bull, der nicht mehr zu
bändigen war, ward todt geschossen.
Louis Strohacker ist seinerSchuld
Haft in Chicago entlassen und nach De
tioit gegangen, wo er ein Hotet eröffnen
wird'.°
Col. Pfaender von New-
Ulm, der hier im Verein. Staaten-Jury
dienst verweilt, beehrte heute das Sanc
tum der „Staatszeitung", in welchem ihm
stets eine aufrichtige und achtungsvolle
Freundschaft bewahrt wich, mit seinem
W
In der so eben in St. Paul
neu begründeten Abendzeitung ge
nannt „Journal" hat der Lo
kalberichterstatter einen Krieg gegen die
Spitlhöllen St. Pauls namentlich gegen
die berüchtigten derselben, die von den
Herren Crummev und Balvwin gehalte
nen PlünderungsetablisscmentS, eröffnet,
wobei es auf nichts Geringeres, als
die Vernichtung dieser Institute abgese
hen scheint. Das Blatt entschleiert die
Geheimnisse der Spielhöllen nicht nur,
sondern geht auch ganz ohne alleRöcksicht
der Polizei und dem Mayor zu Leibe,
weil dieselben „trotz ihres Etds" tiefe
Schaminstitute dulden. Ist es mit die
sent Kiiege ich gemeint, so darf sich
die Bevölkerung St. Pauls dazt» Gluck
wünschen, denn in dm Spielhöllen hat
schon mancher junge Mann seinen peku
mären und moralischen Rum gefunden,
und Mancher, der sie versuchsweise zum
erstenmal mit einem guten Namen und
einer schönenZukunft vor sich betrat,fand,
nach öf'ern Besuchen, zum Verbrecher ge
worden schließlich im Zuchthaus seinen
Hafen. Allein wir furchten, der Donner
der Batterien des Journal werde plötzlich
schweigen, noch lange ehe die Lasterstätten
unier ihren Bomben gefallen, und es
weide auch hier wieder heißen: „Viel
Geschrei und wenig Wolle." Es sollte
uns freuen, wenn wir uns getäuscht.
Aber, aber! SpieltMenbesitzer habin
Money, viel money.
Jedenfalls, wie er glaubt, zur
Mehrung des Reiches deutscher Sitte «nd
zikr höheren Ehre des „Fortschritts'" wid
met der „alte Pionier" desLetzteren, Papa
Hielscher von der „Minneapolis Freien
Presse", in deren letzter Nummer der
„Staatszeitung" eine recht lange Bespre
chung. Da die „Staatszeitung" ein
Gegenstand ist, über den ein Mann von
Geist recht Nützliches und Interessantes
sagen kann, so muß es uns wundern, daß
ein so alter „Pionier des Fortschritts",
wie Hielscher, trotz der ausdrücklichen An
kundigung, „jetzt werde ich's aber 'mal
tene Nairen von der „Staatszeitung"
stecken ", in so vielem Gerede auch nicht
eine Bemerkung zu Staude bringt, die
nicht von vollständigster geistiger Oide
zeugte. Wie wir von einem Herrn, der
neulich auf der Durchreise nach St,
Paul Minneapolis berührte, vernahmen,
ergänzt übrigens Papa Hielscher, was er
seiner gedruckten Brühe über die Staats
Zeitung an Saft und Kraft hat fehlen
lassen, noch mündlich in besser gelungener
Weise hinter der Bierkanne.
Wirklich, der Mann dauert uns, und
herzlos wäre es, ihn zu quälen. Seit
jener verhängnißvollen „Reise auf ge
meinschaftliche Kosten" gen Eincinnati ist
er eben ganz aus der Balance, und man
muß ihn nicht ärgern. Deshalb Vivat
Papa Hielscher ännihau
a a
gehangen, unsere Rößlein, als wollten sie
im Leben nie mehr fünf zählen, und kaum
sind sie die Kränk los, so geht's hast
Du nicht gesehn Über Stock und
Stein. Sechs Durchgangereien ge
wesener Grippen-Patienten stehen auf
dem Protokoll von Donnerstag, nämlich
Zwei Gäule mit einem Lastwagen durch
gegangen an der Siblcy-Straße, Ladung
theilweise über Bord, leichte CoUision
mit einer Miethekutsche, Zweigespann eu
pleine carriere die 4te und Foristraßc
hinauf, Mann an den 7 Ecken überge
rannt, SchUlten-Sitze und Geiumpel
auf der Siraße zerstreut Einspänner
venire terre Jackson stieße hinuruer,
Carambolage mit Laternenpfahl, Schlit
ten kavores Poriyiweigespann an der
9ten Straße mit zweiDamen durchgegan
gen, Damen aus rem Schlitten gefallen,
leichte Quetschung Einspänner an der
Wabashaw ausgeknlffen, im Nu außer
Sicht Karrengaul den zweiten Stra
ßenhügel hinunter gewalzt, Alter schützt
von Thrheit nicht.
Der Achtb. Adam Buck von
Henderson, der während des Sommers
für Uncle Sam die Savannen am Red
nver gemessen, rapportirt die wohlgelun
gene Arbeit, und vermehrt die Annehm
lichkeiten St. Paul's durch seine Anwe
senheit.
Herrn Albrecht wurde eine Pan
therfellrobe vor seinem etore entführt.
Dieb noch nicht gefaßt.
Falsche Zehn Dollar Noten aus die
Auburn City-Bank sind in Umlauf in
der Stadt.
„Togar die Polizei kann es bei Hausbesitzern
nicht durchsetzend den Schnee von den Seiten
wegen zu schagen oeer Asche auf den Pfad zu
streuen."
(„Preß.")
Sie kann nicht? Sonderbar! W a
rum kann sie nicht? Warum? Da
rum! Lirum I Larum! Es ist eine
Schluderwirthschaft.
A I a
Ellen Smith und Consorten gegen.
Iesse H. 0 mer 0 yu.a.sind dieKlä
ger abgeblitzt. Die Jury gab ein Ver
riet für Beklagte. Es handelte sich bei
dte'er Klage und Eutkräftung der Rechts
titel der gegenwärtigen Eigentoümer von
einer halben Million Werth Grundeigen
thunt in St.PaulinLambettsAddition.' Es
war eine Rechtscabale von gigantischen
Dimensionen, und hätte sie Erfolg gehabt,
so wäre eine Sündflut von Grundeigen
thumsprocessen über St. Paul hereinge
brochen, die nur wenig alte Rechlstitel
unerschüttert gelassen haben würde.
D- W. Jngersoll u. Co., Dritte
Straße, nahe der Brücke, werden von jetzt
an alle ihre schwarzen Tuche zu und un
ter Kostenpreis verkaufen. Tuch, welches
wir früher zu $11.00 verkauften, verkau
fen wir jetzt zu $6.50 und in gleichem
Verhältnis alle andern billigeren Tuche.
Dieses ist eine ausgezeichnete Gelegenheit
für die Damen, die ihre Herren Gemahle
mit einem feinenAnmge als WeihnachtS-
aeschenk überraschen wollen'.
Vrieilifl'e.
Ytfte deutscher Briefe, die bis zum 17. Dez. d.
3. nicht abgeholt worden sind
Damen-Briefc.
Kr.inSWilhelmiua Schmidt WM Ma
Kifner B-rbara tarne
Schw.indt Auguste Urbach.Anna
Steinkopp^ Weber Madame
Bliese.
?raitz
Bieraugel JohannGott
lieb
Brovn Gottfried
Bosh fttanz
Drometo Michael
Delker Friedrich
Gast Honor
Geißlet Hermann
Geölter
Houck Ferdinand
Höchstem ftriK
Holstein Conrad
Kußrow Wilhelm 2
Krüger He mann
Loren? Karl
Sindelar Josepb
Spörner August
Schröder Johann
Echulz Karl
Wisdorf Jobn
Zchnder Friedrich
DaS Briefporto nach Deutschland vom t.
eember an ist
Ueber Bremen oderHamburg 6 Cts, Zeitungen
3 CtS.
Ueber England 7 CtS., Zeitungen 4 Cts.
Beim Abholen der Briefe bemerke man
ausdrücklich „Advevtise und den Datum der
Liste.
3. B. Wbeel 0 ck, Postmeistt,.
C. ch, deutscher Clerk.
An unsere SchleöwZg»Ho!steinischcn
LandSlcute im Auslände.
Ein groxes Unglück bat am 12. und
13. November die deutschen Ostsce-Kii
sten und auch die unseres engeren Vater"
terlandes Schleswig Holstein betrof
fen.
Ein wüthender Nord-Ost-Sturm trieb
in haushohen Wogen die Finthen der
Ostsee auf unsere Kästen. Das Wasser
erreichte eine Höhe von I 2 Meter mehr,
als wie die ältesten Chroniken si? mcl
den.
Meilenlange Strecken fruchtbarenLan^
des sind vernichtet, andere auf Jahre
Ertragsunfähig geworden. Die einge
brachte Erndte ist von den Finthen foit
geschwemmt, ganzeDörfer sind verschwun
den und in allen Starten längs der Ost
see, viele Gebäude zerstört, so in dem klei
nen Eckenfölde an 200. Tau sende
von Bewohnern sind ibrer ganzen Habe
und Erwerbsquellen beraubt, unsere flei:
ßigen Küstenbewohner ihrer sämmtlichen
Schiffe und Fischerei- Gerätschaf
ten 1
Noch läßt sich die Größe des cngcrich
teten Schadens nicht feststellen, aoer alle
Berichte von unserer Ostküste lauten der
artig, daß man vor dem Resultat einer
Zusammenstellung schon jetzt zurückschau
dert, zumal auch so manches Menschenle
ben verloren gegangen.
In allen Orten Schleswig Holsteins
sind sofort Comite's zusammengetreten
um der ersten Noth abzuhelfen, aber das
Unglück istzuschwer, ein grofer Theil
unserer Handelsleute hat selbst zu viel ge
litten, um uns hier allein helfen zu kön
nen.
Wir wenden uns deshalb anEuch Ihr
Schleswig-Holsteiner. die Ihr zwar fern
von Eurem Baterlande lebt, aber ihm
doch Eure Liebe bewahrt habt, wir
wenden uns an Euch mit der Bit-
I
W E E A
„ruf zu Gesichte bekommt da sende
„er sein Schuflem zur Hülse nach
„der Heimatd. wo ot-n vinvir nur 2
„oder 3 beisammen sind, ra bildet
„ein (ioniile unv sende 1 *11 baldigst
„die eingesammelten Gelter.
5h?0 ein Comite .^urHülse für die ganze
deutsche Ostsce-Küft-? besteht, da geseüi
Euch ihrer bei und erstrebt, daß auch Eu
ren nächsten Landoleuten durch Euch und
unö Hülse werde.
Geldsendungen erbitten baldigst en die
„Vereinsbanf in Hamburg. Altonaer
Filiale" in Altona, für das „Schleswig-
Holsteiner Eentral-Comite für die Noth.
leidenden an der Ostsee", und wirv der
Mituntertetchnete Herr Richard Behn in
Altona über den Eingang Quittung er
theilm.
Der Dank aller Eurer Handelsleute ist
Euch gewiß.
Mit Gruß und Handschlag!
N 1 7 N 7 2
Das Schleswig-Holsteinische Central
Comite für die Nothleivenden an der
Ostsee.
Amtsverwalter a.-d. Abimann—Preetz.
Graf E. Bauvissin —Dreikronen.
Kaufmann Richard Behn—Altona.
Dr. B. Endrulot—Itzehoe.
Particulier
I Feldberg—Kiel.
Dr. jur. Xb. Griebel—Kiel.
Stadtrath E. Gutlitt—Hufum.
Obergkrichtsrath a.-d. Jensen
Glücksstadt.
Hofbesitzer Mylord—Rodinggaard.
Vollmacht Pflueg—Northustn.
Braureibesitzer Schütt—Burg.
Stadtrath Wille—Retsburg.
Einer der bedeutender» Eriminal
fälle, welche dem Distriei-Gencht in sei
ner gegenwärtigen Session vorlagen, war
der a b' s, beschuldigt der Passirung
falschen Geldes. In derBcweisführung
blieben so bedeutende Lücken, daß der
Jury Zweifel an der Schuld des Ange
klagten blieben, so daß sie sich auf keinen
Wahrspruch zu einigen vermochte. Sie
wurde für diesen Fall weiterer Beratung
tnthoben.
a 0
kränz es war sehr gut besucht, und
kann in Bezug auf den Gesammterfolg
als recht wohl befriedigend bezeichnet wer
den, obwohl manche seiner Vorgänger kei
neSwegs durch dasselbe ihrer Lorbeeren
beraubt werden. Sopran Solo hielt sich
um mehrere Stufen der Seala der Vor
tresflichkeit höher als die Durchschnitts
höhe des Abends.
Heimann u. Rose's Auswahl von
Winterkleidern ist unübertroffen.

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