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Der Fortschritt. (New Ulm, Minn.) 1891-1915, March 26, 1891, Image 3

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I
MV
Das deutsche Ned.
«US den Erlebnissen tint! Kapitant.
CiiltN w« laic.
EineS Abends saßen wir in fröhlichem
Kreise in des Kapitäns traulicher Be
Häufung. das heiße Wasser im silberne«
Kessel machte lustige Mufft, und auS
uujcrcn
Arracdämpfe.
ri«, glitt mit
er» stiegen duftende
on, die alte Rege
ihrer gewohnten, Kähne«
fletschenden Freundlichkeit «m tor To
fei uub räumte geräuschlos Teller und
Schüsseln ab.
Wir lehnten und behaglich in unseren
Sessel zurück und ließen uns des Kapi
täns prächtige Havana wohlschmecken.
Unser Gespräch streifte bunt umher
durch aller Herren Vander, die er alle
mit Augen geschau: hatte, und die er in
bunten Bildern an unserem Geiste vor»
überziehen ließ.
„Wo ich aber auch gewesen bin/ fuhr
er fort, .den Deutschen fand ich über»
all leider aber nirgends als Herrn.
Während die Spanier in stolzer Ruhe
auf ihren üppigen Gütern saßen, die
Engländer rechnend und wägend rostlo«
Schätze auf Schätze häuften, die Fzmv
lofeu mit vornehmer Grazie nub sprü
hender Lebendigkeit als Löwen de« Sa
Ion« siaurirten. arbeitete er meisten« für
sie im Schwriße seine« Angesichts. Alle
möglichen Charge« sah ich ihn begleiten,
vom Gut«verwalter, Prokurist, Inge«
nieur hinunter kü zum Knecht u«b
Lohnarbeiter. Wo ich ihn selbständig
fand, da war er meisten« schlichter Bauer
oder Kleinkaufmann
.Und nirgend« fanden Sie ih »«hl
habend und angesehen?- fragte» wir
erstaunt.
.O ja, da« auch, aber nor, wo er
wiederum in Deutschen einen Rückhalt
fand, wo er sich inmitten einer deutsche«
Kolonie emporgearbeitet hatte. Auch
inmitten von Fremden fand ich biswei
len einen Landsmann, der sich durch
schwere Arbeit und kühnen Unterneh
mungSgeist zu hervorragender Lebens
stellung emporgeschwungen hatte, allein
da war meistens der Deutsche in ihm
verloren gegangen. ES ist seltsam uud
betrübend, wie rasch unsere LandSlente
im Auslände ihr deutsches Wesen ver
lernen, wie leicht sie sich den Gewöhn
heiten der neuen Heimath anschmiege«.
ES ist sast so, als schämen sie sich,
Deutsche zu fein, NW^chtAja ha«/"
der That, wie maa'OMOm
hött, nach de| ftauzößs
der« yeworde gemerkt
habe ich nicht davon. Dafür habe ich
auf meiner Reist Deutsche getroffen, die
ihre Spracbe'aäujlich verlernt und nicht
einmal mehr ihren «indheit«erianeruu
gen Pietät bewahrt hatten^ Ein«
Ich für meiueu Theil Hab' alle Ur
fache, dem deutschen Liebe dankbar zu
sein, denn e« ist einmal mein Lebensret
ter geworden."
Erzählen, bitte ajkhliit," riefen wir
im Ehor.
„Also hört zu." sagte der Kapitti»
lächelnd. ,Die Aelteren unter Euch
können sich wohl uoch auf das Gold
fiebcr besinne«, das vor etwa einem
Blcrtcljahrhuudert wie die Pest über die
Welt gekommen war. California war
das gelobte Land geworden, zu dem
Alles, was nach Glück und Abenteuern
lungerte und treibe genug war, um die
Arbeit im Schweiße des Angesichts vcr
abscheuuugSwcrth zu finden, in ganzen
Schaareu hiuautzpilgerte, um in wenigen
Jahren, wie mau hoffte, alf Krösusse
zu den hciuiathüchcn Gefilden zurück
znkehren. Das Gesindel der halben
^Welt, Spieler, Banditen und Glücks«
rittcr aller Art gaben sich damals in
Calisornien ein Rendezvous. Unter
ihrem Einfluß ging manch' junges, blü
licudcs Menschenleben zu Grunde, daS
Leichtsinn uud Abenteuersucht in die
Fremde getrieben.
Ich stand dazumal im kräftigsten
Manneöalter, und war ich auch nicht
jung gcnng'mehr, um Abenteuer anszu
suchen, so hatte ich doch LebeuSlust ge
nug, um keinem ans dem Weg zu
gehen.
Es war gerade in dem Jahre, in wel
chem das calisornische Goldfieber ans
brach, als ich als Kapitän nnd Mit
eigenthümer eines KauftahrerS nach San
Franziska kam. Ich war fchott einmal
vor wenigen Jahren dagewesen, er
kannte aber das weltentlegeue Oicft von
damals kaum mehr wieder: Eine
große, blühende Handelsstadt, mit.
euro
päischem Luxus ausgestattet, erhob sich
vor meinen Augen/ Von dem Leben
und Treiben daselbst kann man sich
kaum eine Vorstellung machen. Der
reine Hexensalibath. Ditz Menschen
hausten tote im Wahnsinn. Das Gold
wurde nur so umhergeschleudert, ritt
Üte'si
\i V^'
Jeder schlampampte nach Noten odet
suchte eiligst am Spieltisch loSzuwevden,
was ihm die Kupplerin Fortuna in die
^iiude gespielt hatte. Arbeitskräfte wa
ren selten und wurden mit Gold auf
gewogen. Die Stadt veränderte ihr
Angesicht von einem Tag« zum.andern.
'Jteuc vornehme Strafen entstanden
über Nacht, Feuersbrünste wütbeten,
freuu um deu Arbeitslohn stir's Nieder
reißen zu spare», wurde, wa« fallen
sollte, einfach medergebrannt. Bon
Polizei war kaum eine Spur vorhan
deu. an ihrer Stelle mußte die Lynch
jnstiz aushelfen. Kurz und gut. schau
verhafte Zustände.
Ich Helte ein eigenes Schicksal. Bon
meiner Mannschaft kam mir einer nach
dem andern abhanden, nnd am dritten
Tage stand ich mit dem ersten Steuer»
utcuu und dem jüngsten Stewart mnt
tcrseclenallein att Bord. Alle, Alle
waren sie, vom Fieber angesteckt, auf die
Ö'olisuche gegangen. Ich konnte nicht
einmal mehr meine Ladung löschen.
Meine Versuche, eine neue Mannschaft
zu heuern, schlugen fehl, denn das Ge
sindel, das ich itt den Matrosenschenken
auflas, war so verwahrlost, daß ich mei
iiitt Hergott dankte, als es mir davon
lief. So faß ich denn auf dem Trock
nen und mußte zu guterletzt uoch froh
sein, als das Handlungshalls, für das
meine Ladung bestimmt war. mir die
Offerte mochte, da« Schiff noch oben
dreiu in den Kaut zu nehmen. Der
Prei« war ziemlich annehmbar, und
eine« schönen Tage« sagte ich meinen
alten, lieben Planten LcMuwhl.
„Wa« nun?" fragte ich meinen
Steuermann, al« wir langsam die Mole
entlang schlenderten.
.Ich denke, wir gehen auch Gold
suchen," erwiderte er lachend.
Ich lachte mit. „Topp?i* ES galt.
Den Stewart brachte ich al« Kellner
in ettiem neuen Hotel unter, mein Geld
bepouirte ich in dem Bankhanse, das
mir das zuverlässigste schien, und mochte
mich sodann zusammen mit meinem
Steuermann^ auf, in da« Innere des
Landes vorzudringen.
Wohin Das war mt« gleich.
Wenn wir nur Gold fanden. Nun
müßt ihr Euch die Geschichte nicht so
einfach vorstellen, wie'S vielleicht den
Anschein hat. Hacke uud Schaufel
nnd der nöthme Lederschurz waren zwar
aufgetrieben, Erde war genua vorhan
den, 'aber eine KleiUigkrit fehlte noch,
nämlich das Gold.
Zuerst waren wir zwei Tage lang
mit allerhand Gesindel zusammen in
einer Ar^Pokküksä« gefahren, die uns
ben Gollchijkfften imher bringen follte.
Die ltierle halben unrc bald als
horns"
Deutscher in der
"it
aber gibt'«, wa« bin
Fremde je vergißt
sei« Herz mit eigwit
verlorene Baterland zurückführt nnb
ihn nn« ans Äeue z«m Heimath«
genossen macht: e» ist da« deutsche
Lied. Ich könnte Euch wahre Wunder
dinge hchchtt« *ov der Wkrttzug. die
ich so ein' pi»ar schlichte, kindische Töne
habe auaübe« sehen auf Männer, deren
Herz hart unb schwielig geworden, wie
ihre Hände, und die häufig nur mit
Groll de« Vaterland«« gedenken. Wer
mag wissen, wa» sie daheim Alle« ge
gelitten Oder verbrochen haben? Ihr
Sündenregister liegt im Ocean vergra
ben. Sie sind neu« Menschen gewor
den uud wollen von dem Vergangenen
nichts mehr wisse«. Aber sd sind die
Deutschen tum eiumal. Sentimentale
Gesühlsesel bleiben sie ihr Leben lang
nnd haben sie ihr Gemüth noch so wet
terfeft-verpmiyrt mit Groll und Sün
.den aller Art, ein paar lumpige Töne,
zur rechten Stunde vorgeplärrt, machen
Alles wieder zu nichte.
icrouf machten wir ntt« «fif bk
inbernng nach einem Goldgräber*
leger, ba«. nn« von ban Äitthe ber
@i«lion«fchtete gebannt warben wch.
.»ber hütet Euch.- hatte er mit map
tiöjem Lächeln hinzugefügt, .e» geht
wild bort her.-
Wir waren vergnügt, enblich einmal
ein greifbare« Ziel vor Singen zu sehen
unb achtetet nicht auf die Warnung.
Nach eintägiger ^strengender Fußrche
waren »ir endlich an unserem Bestim
mungsorte angelangt. Am AbHange
ciuer sauft abfallenden Hügelkette sa»
ein Häuslein elender Hohhütte«. Hoch
d«n Mittelpunkte zn dicht zusammen
icdrönat, an den Grenzen durch »eitere
lände von einander getrennt,
lie Ansiedelung führte den pruukhaf
ten iMbbmu fflfn-ffflttfrftflft
»Wer von un« wirb der Hannibal
d'rin werben?- rief tzrebBobperU
an«, ol« wir da« 9ie|t «»«gebreitet
nn« liegen sahen.
Wir schritten mistig auf bie Hütten
zn und erfreuten nn« an dem »lauen
HSouche, der au« den Dächern emvor«
stieg. Wir hatUn schon lange nicht«
Warme« mehr im Magen gehabt.
.Woher de« Weg«?- rief ««»eine
rauhe Stimme auf englisch an. ($tn
zerlumpter Kerl trat au« dem Gebftsih
nnd hielt nn« einen Revolver vor.
.Ans des Deibels Waffenschmiede,
rief Fred lachend und streckte ihm, seiner-'
feit« den Revolver entgegen.
Der Kerl maß uns ein wenig ver
blüfft von oben bis unteu, kehrte sich
um uub^trollte dem Lager zu.
„Ein angenehmes Willkommen,
scherzte Fred. .Ich glaube, hier kann'«
nett werden.-
Mit rüstigen Schritten, den Revol
ver mit gespanntem Hahn unter der
Blouse verborgen, schritten wir ans das
Wirthshans zu, welches das Centrum
des Lagers bildete. Ringsum saßen
und lagen Gruppen von schwatzenden
und zecheudett Menschen. Alle Wetter!
war das eine wüste Gesellschaft! Der
Answlu.s der ganzen Menschheit schien
sich hier ein Rendezvous gegeben zu ha
ben. Ich habe mich in aller Herren
Ländern umhergetrieben, habe in man
cher unsauberen Gesellschaft verweilen
müssen, aber ein so argeS Gesindel habe
ich niemals vorher noch nachher beisam
men gesehen. Die Lumpen uud Strolche
darunter waren noch nicht einmal die
Schlimmsten, viel unheimlicher waren
die, die durch die lleberreste schäbiger Ele
ganz an vergangene Tage deö Glanzes
erinnerten. Das waren die kaltblütig
sten Abentenrer-Physioguomieu, die ich
jemals in Gesichte bekommen.
„Woher des Wegs?" schallte es nn«
ans den Gruppen entgegen und finstere,
tückische Gesichter starrten zn im»
empor. ..
.Von Frisko," erwiderte idi.
.Und wollt Gold graben?" fragte
Einer. Höhnisches Gelächter ringsum.
«Weiui-^br nubt« daaeaen habt."
Sie
iäffl v\ä,
lM I
Wi "W
1H
«green-
(Neulinge) erkannt und häufel­
ten un« aUf die grausamste Weise. Sie
wiesen un» bald hierhin, bald borthin
ihre
obfter,
die Ae
schichte enbttfcgfefrau» und zog seine«
ZttetolvckZ worauf sie sich ein wenig be-
A
Die Goldgräber schüttelten sich vor
Lachen.
.Ihr bekommt keinen Claim." (An
spruchsrecht auf Grund und Boden.)
„Wir hdbeu schon einen!" tief Fred.
.Weist ihn her!"
Fred zog labend feinen Revolver nnd
schwenkte thu over dem Kopfe. .Sechs
mal gesiegelt, wie Ihr seht Ge
nügt'«?
.Es sind feine Grünen 1 .Laßt sie
in Ruh l" legte sich der Barkeeper in'«
Mittel. .Ihr dürft graben, fo viel
Ihr wollt, aber hütet Euch, daß Ihr
Einem von uns in'S Gehege kommt.
Unsere 5ingctn wissen den Weg zwischen
die Nippen zu finden."
Ann ging'« an bie Prüfung ^be«
Qnellfanbe«. Fred hielt eine Weile—
doch Heft, Inngen«»" unterbrach-sich
ber Kapitän, .ich wollte Euch ja erzäh-
„tm wvnre ja eneur
Heimat h«lied mir da«L«ben
anstatt betet mache. ich
Innb mit ^»aschg-schich-
O S A
len. wie ein
rettete, und
Euch den Muub
teuwässerig. Also laßtmich dosüber
springen.^
.Nicht boch nicht bMh J* riefen wie
eifrig im Char, .fortfahre» I"
.Na, wenn'« Such nicht langweilt,
mir soll'« recht sein," »einte der Kapi
tän mit seinem gntmüthigen
unb fuhr bann fort: .Also
Weile die pc
Weile die flache Hänb auf de
de« iungcu Bächirin«, ber
nuing entgegen, unb Kl« er sie
eme
ben
bervoriog, ba bUnfte e* hie nn!
zwischen bau wei^eu^Saude
vor
J'-'
Neues Gelächter. »Aber wir IIjaücu feteu Blättersäcken saßen, rechneten, daß
sehr viel dagegen.- fc
„Dann erst recht!- rief Frtif und
sah sich herausfordernd im Streife um.
1
Das waren wenig tröstliche Anösich
ten, "bod) nun galt's, gute Miene zum
bösen Spiel zu machen. Wir kauften
uns von dem Barkeeper einige Vor-!
räthe, Leinewand zum Zelte und einen
Dreifuß nebst Kessel, wofür uns un­|
barmherzig unser letztes Geld abgenom
men wurde, dann entfernten wir uns
eilig und so weit als möglich von der
unheimlichen Gesellschaft.
Unter dem Schatten eine« kräftigen
Mahagonibanmes schlugen wir unser
Zelt auf und schliefen Die erste Nacht
htnbnrch auf ebener Erbe. 8m nächsten
Tage zimmerten wir un« au« umher
liegenden Pfählen unb Brettern, die ein
ehemaliger Ansiedler zurückgelassen
haben mochte, notdürftig eine Hütte
«recht und gingen sodann an bie Ar.
beit.
I
Mit unseren Kollegen kamen wir we
nig in Berührung. Unsere Hütte lag
hoch oben zunächst beut Kamme de« Hü
gcüuges, fo baß wir da« ganze Lager zu
unseren Fußen liegen hatten, und da die
Gräberei'u sich alte im Tbale befanden,
so waren wir keinerlei Eifersüchteleien
ausgesetzt. Vielmehr hatte man un«,
wie der Barkeeper uns erzählte, weidlich
ob unserer Narrheit ausgelacht, daß
wir oben aus den Bergen, anstatt im
Flußthale. Gold finden wollten.
Allein das Lachen verging ihnen als
bald. Zwar verflossen vier oder fünf
Tage, ehe wir außer einigen glatten
Körnchen, kaum von Stecknadelknopf
große, etwas goldenes vorfanden, und
schon gerechnete Fred, daß wir fünf
Monate graben müßten, ehe wir nur
soviel Gold beisammen hätten, als tu
unseren beiden Uhrketten steckte. Nichts
destoweniger gruben wir unverdrossen
weiter, machten in je
15 Fuß
Entfer­
nung Bohrlöcher und durchmusterten
eifrig die aufgeworfenen Erdproben.
Da hatte ich ritic« Tage« da« Glück, aus
eine unterirdische Quelle zu stoßen, die
wir sorgfältig eindämmten und einige
1000 Schritt seitwärt« vom Lager.iu'S
Thal hinunterleiteten. Ein ehemaliger
Grenzgraben bot dafür ein »iflfpm
mene« Bette.
Etr«.
iter waren Goldkörnchen biü zur
Grßße einer flriuen Erbse.
So hatte uns da» Gelbfieber butiU
überwältigt, baß wir uns, mit-Kreudeu
thränen in ben Augen, in die Arme
sanken, bann machten wir tut« nät
Feuereifer daran, die öolbau*Bt~au**u»
nutzen. Fred arsinberitoan Kot^e
entsprang der Plan ritte* loutpluirte*
viiuueusysteut», worin wir den Quell
sanb solange wuschen, bi« nur bie schwe
ren Golbttmchen zurückblicken. In
ben Rrierftunben nahten wir au« unse
ren Taschentüchern ritte Anzahl von
Säckchen, in bie wir da« gefundene
Gold thaten, um efl in der Nähe unserer
Hütte zu vergraben.
Bis dahin hatten wir au« Geld
mangel unseren Lebensunterhalt selbst
besorgt, allein da die Jagd uUS zuviel
Zeit wegnahm, so beschlossen wir, uitö
an den Schänkwirth zn wenden.
ES war gerade Feierabend geworden,
als wir vor der Schänke ankamen.
.Ihr habt ja kein Geld mehr," meinte
der Wirth mißtrauisch, als wir unser
Verlangen aussprachen, „oder habt Ihr
vielleicht schon viel gesunden?" fügte er
mit hämischem Lächeln hinzu.
Anstatt ihn einer Antwort zn wür
digen, zogen wir Jeder ein Säckchen
Goldstaub aus der Tasche und hielten
es ihm unter die Nase.
Nun hättet Ihr das verblüffte Ge
ficht sehen sollen! Allein unser Gold
war auch uoch anderweitig bemerkt wor
den. Vor dem Schänktisch saß ein
Häuflein rassinitter Spieler, die eifrig
hazardirteu. Jeder hatte eine kleine
Waage vor sich, auf der er seinen Einsatz
abwog. Es sah aus, als ob die Kerle
um Farin oder Gcwürzkörner spielten.
Sie waren auf unsere Säckchen auf merk
sain geworden und hatten sofort aller
hand mit einander zu tuscheln, und als
wir itt'S Freie hinaustraten, da merkten
wir bereits an den Gesichtern der uns
Umgebenden, daß sie von der Thatsache
Kenntniß erholtcu hatten.
In derselben Nacht war es äußerst
lebendig rings um unsere Hütte. Leise
Schritte glitten daran vorbei, hielten an
der Quelle still und verloren sich flöge»
mach seitwärts im Walde, Fred und
ick. die wir Memlos lauschend ans un-
vi: ....
I
so ziemlich das ganze Loger an dem
nächtlichen Besuche TheU genommen
heben mußte.
Auch am folgenden Morgen würbe
die Umgebung unserer Hütte von Be
suchern nicht leer, bie unserer Arbeit auS
einiger Entfernung zuschauten. Wir
hatten gerilde einen bqonbcr« ergiebiai«
tzuud gemacht. Dik Augen tmfmr
fchaucr schimmerten in gierigem Glänze
uud ihr tiTlilsteru schien nichts Gute« yt
bedeuten.
Ju der folgenden Rächt fanden sich
neue Besucher ein, die schattengleich
durch die Ftufterolß glitten und immqr
wieder und wieder die Quelle umkreisten.
bis Einer die Keckheit besaß, den Sand
in einer unserer Rinnen ausspülen zu
I wollen.
Wir hörten deutlich, wie das aufgc
störte Wasser über die Holzwände plät
scherte, und da wir, ohne uns selber
feige zn schelten, dem Treiben nicht
länger nuthätig zuschauen konnten, er
griffen wir unsere Revolver, öffneten
behutsam die Thür unserer. Hütte und
feuerten blindlings nach der Quelle bin,
neben der sich einige dunkle Gestalten
abzeichneten.
I Mit lautem Fluchen stoben sie auS
einander uud verschwanden im Walde.
Am anderen Tage hatten wir einiger
maßen Ruhe, uur unser nächster Nach«
bat. ein vierschrötiger, abenteuerlich ge»
I kleidet» Riefe, mit verschwommene«
blauen Augen und einer rothenSchnapS
nasi, machte sich äußerst freundschaftlich
in unserer Skähe zn schaffen. Der Kerl
war ber wahre Typus sittlicher Ver
kommenheit. Weß Lande« Kind er
war? Wo seine Wiege gestanden?
Wer fount'« wissen? Diese« interna
tiouote Gesindel hat Muttersprache nnd
»rächen
Baterland und Kindheit aUinftgcfammt
"tu. Doch weil mich da« Gesicht
enschen intereffirte, fragte ich ihn
vergesst
en. Doch weil mi
de«
noch seinem Ursprünge.
„I'm German,"
erwiderte er mit einem
selbstironischen Grinsen. Es war daiu
ntal im Anslonde keine Ehre, Deutscher
zu sein.
„Da sind wir ja Landsleute,- erwi
derte ich auf deutsch, innerlich froh,
wieder einmal in meiner Muttersprache
denken zu können. Er sah mich ritte
Sekunde laug verblüfft an, spritzte einen
Strahl brätfitcn Speichels durch die
Zähne und murmelte dann vor sich hin:
„Ah Humbaff."
..Was ist uusintt?" fragte ich.
„What you have said.. Repeat it
once more.41
.Da sind wir jo Londslente," sprach
ich noch einmal.
.Da ßmt fir ja Lanb«leu«
ten,- wiederholte er langsam, gleichsam
buchstabirenb,
„that will eay, we are
oompatripUs?
He?*'. j.»
.«»eqr«ohl. fo heißte«auf englisch,
erwiderte ich.
Er lachte leise vor sich hin unb steckte
eilte neue Rolle Kautabak in den
unb. ..... ..
.E« ist wöhl schon lange hit, baß Ahr
au« Dentschlakb fort seib?" fragte ich
weiter. •1r:'n+fäitt *•'$ üi: fr'»•-
wCUSF#: v." is i' m*\
Erlauschte bau Klang der W«
unb,grinste veMnbnißloß vor Achhi
Dann machte er einen versuch, ihn
gO
Wane
a.
xtn
Stau ju tetitffent Unb frente sich wie
ein Kind, er in feinem Gebächtnij
bie alten Boeabel« ber Muttersprache
vorfanb. .Lange, lange her," «eher
holte er, nnb an den Fingern abzählend,
technete er: tev»
twenty,
thijrtr,
thirty-
fir«—thirty eicht.—All rlgnt, reelle
3# Qohre sind'« her, fett ich an«
Denttthlaud weg bin, war ein Znnge
van Iahreo, bin ben Eltern oavon
mfen, auf« Schiff gegangen unb
mich 'rumgetrieben in der Welt vi«
te.
,Unb habt Eure
unb gar verlernt?'
auf «aglksch.
fft JoJ Gatt verdamm mich]
erwiderte er, .aber sprecht deutsch," fuhr
er dann fort. .Zch versteh' Euch, ganz
gut. wenn ich etwas nachdenke, nur
selber reden laao ich nicht!'
„Unb habt Ihr niemals -Heimweh
gehabt^"
.Hcinkr-lptth?" fragte
Wwh»t
ie
.Hsmweh?
Ich Äbvketzte das Wart, so gut efl
ging, in'« Englische.
lachte mich au«.
.Ach wo«, Humbug," erwiderte er.
.In der ganzen Welt gibt'» Gin und
Kautabak. Wa« geht mich Deutsch«
land an? Was brauch' ich Heimweh
xit haben? In Deutschland gibt'S
Prügel und kein Sattefsen- wahr
scheinlich hatte er'« un Elteryhause
schlecht gehabt, und die Erinnerung
hieran hatte sich ihm untrennbar mit
dem Begriffe .Deutschland" vereint.
.In Deutschland gibt's Hunger und
Schulbänke und Erbsenknieen in
Amerika gibt'S Gold, viel Gold, sehr
viel Gold." Dabei hefteten sich seine
glühenden Augen mit ungezügelter Gier
auf die blanken, glitzernden Stückchen,
die ich aus. dem Sande herausgesiebt
hatte.
.Ihr habt da einen guten Fang,"
sagte er und schnalzte.dabei Mit der
Runge, rote ein Feinschmecker bei dem
Anblick seiner LieblingSpastete.
.Es gthV erwiderte Fred mürrisch
und machte mir ein Zeichen, ich solle
mir den Kerl vom Halse schaffet.
.Könnt Ihr wohl einen Theilnehmer
brauchen?- fragte er weiter, und daS
Wasser im Munde lief ihm vor Gier
zusammen.
.Nein,- erwiderte Fred.
.Geht Eurer Wege, Freund," sagte
ich, .und wenn Ihr uns besuchen.wollt,
kommt in den Feierstunden."
.Mk GotteSwilleu, Freund,- sagte
Fred vorwurfsvoll, als er außer Hör
weite war, .laß Dich mit keinem der
Kerle ein, wer'S auch mag." .....
.Aber wir sind ja Landsleute," er
widerte ich.
»Ach was, Landsleute! Und mag der
ummmmtsm
Kerl mit Dir in einer Wiege gelegen
haben, er räubert Dich um so unbarm
herziger au«. Da wär' ich schön dumm,
wenn ich jedem Engländer, den ich hier
zu Lande träfe, die Freundschaft antra
gen wollte. Nein, um fo mißtrauischer
Bin ich, denn ich fog' mir, der Kerl hat
einen Borwqnb. sich an Dich 'ranzu
schlängeln."
Wir arbeiteten schweigenb weiter und
freuten un«, wie bie Körnchen deS glei
ßendon Metalls uns betm Waschen
butch bie Finger kellerten. AI« der
Abend kam. mochten wir um zweitau
send Dollar« reicher sein.
In der Nacht ging da« Unwesen
rings uufeuufere Hütte von Neuem los.
Wir konnten keui Auge schließen, denn
olle Augenblicke glitten schleichende
Schritte draußen vorüber und machten
oben an der Quelle Holt. Wenn wir
die Thür öffneten, „Wer da?" in die
Nacht hhiauöri'efcu' und zur Bekräf
tigung dazu mit dem Revolver knallten,
dann hatten wir zwar für einige Zeit
Nuhe. aber nach einer Stunde schon
ging'S von Neuem los. Ich kann mir
nicht denken, daß die Kerls wirklich
glaubten, bei diesen nächtlichen Besuchet:
einen lohnenden Theil von den Schätzen
unseres Quellfandes ergattern zu köu
neu, es war wohl nur das zehrende
Goldfieber, da« sie au« dem Schlafe
jagte und sie trieb, nachtwandelnd hier
umherzuirren.
Am nächsten Tage brachten sie Einen
auf einer Bahre an un« vorbei getra
gen, um ihn oben im Walbe zn bestat
ten. Schwätzend, rauchend nnb Zoten
lieber singend, zog fast da« ganze Lager
hinter ber Leiche her. «l« ber Zug
an nn« voriiberschriu, sahen wir uns
mit einem Schwall ber unfltHhigst«
Schimpfwörter überschüttet. Ich wollte
in metner Wnth nach ban Revolver
greifen, aber Fred, ber Kaltblütigere
von un« Briben, fiel mir in ben Ära,
noch ehe ich die Waffe zum Vorschein
brachte und raunte mir zu: .Thust
Du'«, so sind wir ihnen Beide versal«
len. Siehst. Du denn nicht, baß sie
Gelegenheit suchen?" Der Barkeeper,
ber uns tagtäglich da« Essen herauf
brachte, erzählte un«, der Todte wäre
ein oerfoffener Irländer gewesen, Mc
Elosy geheißen derselbe habe gestern
Abend, als man sich über uns Beide
herumgestrittcu, tu seinem Rousch be
hauptet, Tom Trollshot habe un« ben
Weg iu'S Lager gewiesen und' dafür sei
er von Toni über den Hattsgt geschossen
worden.
Mir lies e» siedendheiß über ben Na
cken, als ich das hörte, auch Fred er
bleichte sichtbar. Wie leicht tonnte line
Kugel sich auf diese Art in-unser Fta
verirren. -5
Abend kam mein Landsmann zu
un« herauf, thiit sehr zutraulich und ver
vou mir. ich'falle btbtfch mit ihm
reden Er habe sich ans mancherlei
besonnen nnb wäre bereit« tin Stande,
mir zu antworten.
Ich
Fred sah mich au.
ein Gedanke!
1
ibot ihm ben
Gefallen nnb fragte ihn nach Geburt«
ort/ Xanten nnb so writer. £r ctoi
berte, er wäre an« «i»e» D«fe i» Ol
benbnrgiicheG,nbuhahe-bOz««al )lho.
not genannt.
Alf» öer war e« gewesen! Diese
Neuigkeit trug auch gerade nicht bazn
bei, man Zutnmen in ban verkomme
nen Landsmann z» erhtzhen, altein ba er
nicht los zu werben war, so mußten wir
un« sei« Gegenwart wohl ober ühel
«fallen laNen.
4Qodd»m,f sinchte tt, .ma« fft btt»
ein Hatloh alluächtkch hier oben?
lau dum ja keine Nacht wehr zur
«übe komme!.*
.Besonder«, wenn man sich selber
Röcht« auf anderer Leute Quellsgnd
umheetmbt/ murmelte &tt\
hin, aber ohne baß es Jener
konnte, unb eilt fügte er hin
sorgt lieber unten im
le un» oben mit ihren BeinAm ver
schonen, bann werdet auch Ihr Ruhe
haben."
.Warum schafft Hh» Euch nicht ein
paar Rüben dt,*crmvcrte er, „von ber
Masse, wie ich sie habe, bie halten Ench
Jene bequem vom Leibe wnbsinb so stx,
baß sie Einem schon au der Gurgel
fitzen, «he man noch den Revolver zie
hen lanu.*
Richtig, da« war
„Ich will Euch auch sagen, wo Ihr
fU bekommen könnt," fuhr er fort,,fünf
(englische) Meilen von hier steht aus
der Lwidstroße nach Sacramento ein
Wirthshäu«, dessen Besitzer züchtet die
Bestien. Zwar thener sind sie, die
Meinen haben 600 Dollar« gekostet,
aber dafür habt Ihr auch Eure Nacht
ruhe." Er ging von batmen.
.Ich fürchte, das ist eine Falle,"
sagte Fred.
Auch ich traute dem
und darum ließen wir oen Gedanken
fallen allein das Wachen der folgenden
Nächte brachte im« vollends auf den
Hund, wenn wir nn« auch die Stunden
des Schlafes einteilten und abwech
selnd den Nachtdienst versahen, so wa
ren wir diesen Strapazen doch nicht ge
wachsen. ]Uit« fing das Fieber an im
Gehirn zu »ehren, und schleunigst muß
Wir für Hilfe sorgen.
Daher beschlossen wir eines Abend«,
daß Fred unverzüglich den schweren
Gang zu dem Wirthshonse unterneh
men sollte, von dem im« unser Nachbar
gesprochen hatte. Ich sollte während
dessen daheim bleiben, um unsere
Schätze zu hüten.
Er machte sich so heimlich als mög
lich auf den Weg, damit im Lager Nie
maud davon Wind bekommen sollte,
daß wir uti« wenn auch nur für we
nige Stunden getrennt hätte«. Ich
gab ihm da« Geleit bis hinter ta®
Wäldchen und nahm dann. herzlichen
Abschied von ihm. Un« war zu Muthe,
al« sollten wir un« nicht mehr .wieder»
scheu!
1
W
Er ging auf der Landstraße dahiq,
und ich sah ihm eine lange Weile nachte
doch während id) so regungslos dastanq,
war'S miv plötzlich, els ob in «nef (Sab*
fernmtg das Unterholz knackte und
Schritte sich entfernten. Man war u:
also doch gefolgt! Ich horchte a
aber ich vernahm nicht« Berdächtij
mehr. Bielleicht war'« ritt Thier
Wolde« gewesen.
Ich lehrte langsam nach unserer
ine zurück. Es war ein wundervol
Abend des Altweibersommer«, he»
in Califonüeu von geradezu berück«
dem Reize ist. Indian Summer (In»
diauersommer) nennt man ihn dort ünb
freut sich darauf das gau Jahr hin
durch fast, ebenso wie auf den Len».
DaS A bend roth umsäumte den schwel
ßetiden, öimcvcu Wald und ein mitder,
warmer Wind spielte mit den welkenden
Blättern, die in tausend Stuten schim
merte». Leuchtkäfer schwirrten nm mich
herum und vom Himmel hernieder er
glänzten schon einige Sterne. W
Zum erste« Male seit langer Zeit war
ich wieder mit mir allein, hatte ich
Muße, metuctt träumenden Gedanken
nachzuhängen. Das Fieber hatte mich
etwas verlassen und ein Gefühl weh
müthigcn Behagen« kam über mich.
Ich spazierte eine Weile auf unseren»
Grund und Boden hin und her, unb
hing ungestört meinen tausenderlei Ge»
danken nach. Mein Landsmann, der
sonst allabendlich zu un« heraus gestio
tarn nnfr umhenu*
hatte, ließ heute nicht« voh
unb hören. Ich wunderte
mich därob, war ihm aber seine« Fern
bleiben« halber nicht wenig bankbar.
gen kam
|IU
Dann, al« e» sollend« Nacht gewor
den war, ging ich in die Hütte, zündete
aber kein Licht an, denn ich wollte noch
im Dunkeln ein wenig vor mich hitz
träumen. Ich warf mich ermüdet euf
meinen Blättersack, der die Stelle des
Bette« vertrat, unb starrte mit heiße»
Auge in bie Fiusterniß. Bilder vergaa
aener Zeiten zogen an mir vorüber.
Ich gedachte de« thenren Weibe«, das
mir gestorben, ber briben braven Jun
gen. die sich nuter fremden Leuten um
herstieß^n, obwohl jq Mignon als
©chiihfcrftl bei ihnen war, gedachte auch
meiner eigenen fernen Kinderbett. Da
bei fielen mir dieWolkSlieder ein, die ich
doheim gesungen Hotte,- die lieben deut
schen Lieder, die so ttfliü und fo trat»
herzig' kkitge«! und die ^Kriüev mehr lo«
wird, M.sie einmal gehört ljoU.
wi Ahat -«ichXbe» Mund *rof, unb
während mir ich schäm' mich fast, p«
zu sagen die Thkänen hie Back«
hemuterliefen. fang ich mit meroe»
rauhen, auSgeblechteuSeemannSstimwe,
wo« mirHffnti nt Giu»ßpm. ES war
be» alte
bann "Würben mir die Augenlider schwer
nnbich^schlief ein.
Ich mochte keine zehn Minuteri»
£-'ü\
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Du, wie »itl ©«IIc* gc^cs« ju (. 8k
nnb pennte noch rin weniflu
l«j (Äfl—'
ie Aberii jS^e. 6«
gcuannfTom Tratz».
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hatte bie Thür hinter mir verrann
nem
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ich
zerrte« Gesicht
würde/Sit Ue^.
wundei» unbwrit
wolltIhr?
ein Mthrothe«
über mich geneigt
tM«-ber.Hanbgiv
gd^enbert.
»Iricht
Zhr
lang
mich tüdten, so
irib ber
itiUlj
.Wollt
nicht lange
kere, utft ich bin
»Steht auf npd 'macht Licht»? ftgte!
er, .aber rasch, rasch?
$$ zünbete die flrinc Tafch«'
W, bie nn« al« Lampe blatte.
erste^M5 aajt ber TWr^Sie wv
verrammilb wie vorhin.^
.Wie seid Ihr hereingekommen?"
sucht Ezeern Revott«!
uttbfolgt mir."
mein Freund, wenn ich fra
gen darf?" sagte ich und raffte elligst
meine Waffe wieder auf.
.Ihr werdet's schon sehen. Kommt
Ihr nicht, ist Euer Freund ocrloim.'
Ich schrak zusammen.
.Und das ist keine Falke fragte id
mich besinnend. Der Riese schritt ai
mich zu, ergriff meine beiden Hände
uud itiifc
v«ih
Frieden nicht,
den Gebauten
poor drolligen Grimasf«
grunzte er .Wir sind ja LandSlente?
Ich dachte einen Augenblick an Fred»!
Mahnung, ober in seinen blöden Augen
lag etwa«, was mich zwang, ihm Glon
ben zu schenken. Wir machten un« auf
den Weg.
Als ich direkt auf die Londstroße loS
fchrriten wollte, packte er mich am Atm
And raunte mir leise zu .DoMieae»
sie io, kommt seitwärts herum."
Nu« ging'S in toller Jagd durch1
Dornen und Unterholz, mitten durch
das pfadlqfe Dickicht. Die Kleider hin/'
gen mir in Fetzen am Leibe herunter,!
Desicht.nnd Hände bluteten. Mir war,i
älfly sollte ich jeden Augenblick zuforn-j
mensinken, aber die Angst um doS 8t
ben des lieben Gefährten riß mich
wärts.
Endlich waren wir. in ungehenr
Bogen wieder auf der Landstraße äuge»]
langt.
.Gott geb', daß es noch nicht zu $
ist," sagte ich, mich erschöpft auf
Bodeu werfend.
.ES hat noch nicht geknallt," eaoUl
berte er Lakonisch. ,w
.Und nun erklärt mir, LändSmÄ
wie das gekommen ist
„Wrv Sollt's wissen. Die sie
ba gel
:rvor.

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