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Der fortschritt. (New Ulm, Minn.) 1891-1915, March 26, 1891, Image 5

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schichte mit den Hunden war Schwtn
oeL Der Wirth hat mir
Wirth hat mir sein letzte«
Paar für schweres Geld vertäust. Hatte
oje Sache Mo» ausgeheckt, um Euch
Beide zu trennen, damit wir (Sud) desto
bequemer den Garaus machen konnten.
Hernach wollten wir ans Eurem .Claim
tute Aktiengesellschaft gründen. Ihrer
Vier lauern Kn» Walde auf Euren Ge
fährten, keine tausend Schritt von hier,
um ihn yi fassen, wenn er Ijctmkonrmt.
(ch aber hatte mich in Eprer Bude ver
leckt, uy» Euch Eon- Theil zn besorgen.
)6ttct Ihr beim Eintreten Licht ange
inbet, wiir'S gleich um Euch geschehen
«wesen, aber da Jht Euch auf's Ohr
legtet, dacht' ich mir Kannst'» hernach
bequemer haben. Aber da plagt Euch
der Deibel, daß Ihr mit einmal ein
Viltb zu plärren anfangt ein Lied
jjol* mich der Abdecker ein Lied, da
mir heiß und kalt nmorben, ein
einmal fölber gesungen
ich
noch ein Kind war nnd
ist
Lied, das
Hab', als
trine
weiter hatte, und da ist mir mancher
wieder lebendig geworden 'S war
zwar alle» Hnmbna aber kny und
gut, ich habe mein Bowiemesser wieder
in den Gürtel gesteckt und hav' Euch ge
weckt. Also dankt'S Eurem Siebe, daß
Ihr noch am Leben seid.?
Gedanken am Abmurksen nud so
rlei
Dabei stieß er unwirsch, als wäre er
tn Wuth über seine eigene Thorheit,
seiner Büchse auf den Boden und
murmelte einen Fluch hinterher.
Da wurden uns zur Rechten Schritte
hörbar, schwere Schritte. ES war Fred,
der., mühsam .bes. stöegkK daher ge
schwankt kam. Fieberfrost schüttelte
ihn."
„Sprecht zu ihm,." sagte mein Be
gleiter. „Wenn ich hervortrete, schießt
•er nach mir."
„Fred," rief ich leise. f"
Er fuhr zusammen nnd griff mit
matten Händen nach der Brüstt^che.
„Fred, mein Junge, ich bin'S ja,"
sagte ich.
„Gott sei Dank," murmelte er, sich
auf mich ftützcnb, „ich dachte schon, wir
sähen unS nicht wieder. ES war richtig
'ne Falle."
„Ich weiß eS, nnd ber sie nnS gelegt,
hat unS barauS gerettet."
Freb sah den riefigen -Tom anS dem
Dunkel der Gebüsche heryortanchen und
lachte matt auf. Ich in Eurer Stelle,
Tom, hätte mir eine so prächtige Ge
legenhett nicht wieber z» Schanben ge
macht."
Tom kratzte sich verlegen den Kops
und sagte wie beschämt: „ES war 'ne
Dummheit, Herr, ich weiß, 'ne kapitale
Dummheit, aber ich könnt' nun einmal
nicht anders. E»n altes, verrücktes
deutsches Lied ist Schuld baran."
„Ein sentimentaler Hallunke." mur
melte Bob leise vor sich hin.
Hierauf schafften wir den fieberkra»
ken Freund mühsam bnrch das Gebüsch
nach unserer Hütte, ohne Nachts über
weiter behelliat worden zu sein. Tom
»»«die
worden
Gti
scheint Störenfriede' vom Halse
geyalteii zti haben.
Am andern Tage schluckten wir flei
ßig Chinarinde, und al» wir halbwegs
wieder auf den Beinen waren, grubew
wir unsere Söckchen aas und verließe»
das Lager, dessen Boden nnS unter de»
lißett brannte. Wir kehrten ohne
erzng nach San Franziska zurück.
vSEom Trallshot wurde unter Erbe."
Z« wenig Sch«eider, Während de»
siebenjährigen Krieges diktirte ein Land
rath eine „Ordre" an einige Dorfschaf
ten, daß sie eine Quantität Stroh und
12 Futterschneider in da» Lager schicken
{chreibung
ofltett. Der Schreiber, dem die Recht
etwa« schleierhaft war, schrieb
aber statt' 13 Kutterschneider „13 Fffdcr
jndber." De» Stroh kam gurte*
imaitni Zeit **, aber die Futterschnei»
der blieben tut.
UM
fUder
Tagt nach de«
ticfenwgehrwt* fcw kr Gemeinde»«
stand, an weiche« die Ordre gelangt
char, mit zwei Sag«, g«st»pft voll
Menschen, i» da« Lager. General,
der eben jttmÄtfofnotiirt* mitreiten
wollte. bcaegMete diese« Transport und
fragte: .Wa« dringt Ihr da, Leute?"
„Ach, Ew. Exieaenj," stotterte der
erschrockene Gememdeälteste, „halten zu
lnaben, mir haben Befehl erhalten, 12
Schneider atther zu liefern aber
wenn'S auch das Leben kosten sollte, wir
haben nur diese 2 Fuber, woraus 26
Mann geladen sinb, zusammenbringen
können, und ba haben wir vvch Meister.
Gesellen und Lehrbuben weggenommen,
ja auf jenem Wagen find sogar ein paar
Pfuscher, die nicht einmal zünftig sind."
,'Der General metre gern böse geworden,
taber die Begebenheit war ihm doch zu
lächerlich. Er ließ ihnen zusammen eine
halbe Statute Branntwein reichen, und
(o fuhren sie Alle berauscht wieber nach
Haufe.
Die Lnmpenwirthschaft. Unter dem
verstorbenen König Wilhelm von Wärt
temberg genoß am Stuttgarter Hofe
der alter tüchtige Arzt Hofrath L.. trotz
seiner stadtbekannten Grobheit ganz be
sonderes Vertrauen. Einmal ward er
zum König gerufen, weil dieser einen
.harten Fall gethau und sich nicht unbe
deutende Quetschungen zugezogen hatte.
Der Doktor -verlangte zum Verbinden
alte Leinwand nirgends im-ganzen
Schlosse war dergleichen zu bekommen.
Da wurde der Hofrath zornig nttb
rief: „Linn Henker, Majestät, ist bas
ober eilte Lumpenwirthschast bei Ihnen!
Nickt einmal einen Fetzen alte Leinwand
kann man bekommen!"
Sehr bescheiden. Dame (^nm
Mädchen): „Haben Sie auch einen
Schatz?" Mäbchc-n (schüchtern):
„Ja, gnädige Frau, von ber reitenben
Artillerie." Dame: „Was ist et
benn" Mädchen
,,0, gnädige Frau, der
Übrig bleibt."
fanfat^nenb):
ißt nur, was
?, "V* rk' in -i
veroerhänoniKaossMesuch.
Ein vernnglüSte? Probestuck der neue
I sten Diplomatie.
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War»M»t«^!ach« 1*ltf (ilitg—3firt«le finiflüftt.
a» schlecht- »a«h«eb«r ®eit»
lewfltt ie6t ei«P«R *tt Va.
rtfmrff« «ttf We timm »tnflch« Politik.
W
enn man die verschiedenen Kabel«
nachrichten der letzten Tage über
den politischen Stand der Dinge
Europa durchliest, so geht eS einem
Kaiserin Friedrich.
wie dem Taucher von Schiller, der ans
dem Bereich von Salamandern, Mol
chen und Drachen wieber zum rosigen
Licht sich emporgerudert. Was vor
Kurzem noch grau,in grau gemalt schien^
erglänzt jetzt in hellem ©otmenfchein'
nnb Alles At eitel Vertrauen auf eine
.friedlichere Zukunft. Umso besser!
Doch lassen wir einmal jede politische
Benrtheiluug bei Seite' und betrachten
wir bctS kleine Stück Weltgeschichte, wel
cheS sich ba abspielte, nur in seinen
präznantesten Szenen.
Es war' in ber Mitte Februar, als
die projekmte Reise der Kaiserin Fried
rich nach Paris noch von Köln ans
dementirt wurde, ba dieselbe sich direkt
nach Loubou zu begeben beschlossen habe,
unb nur wenige Stnnben später mel
bete ber gebnldige Draht die A it ft
der Mutter des deutschen Kaisers in
Paris. Was der Zweck ihrer Reisige
Wesen, darüber liefen die verschiedensten
Gerüchte. Die einen behaupteten, sie
wolle die französischen Maler zur Be»
theiliguug an der bevorstehenben inter
nationalen Kunstausstellung in Berlin
einlabey, anbere mewten, sie habe in
Sachen der ihr von der Herzogin von
Galliera zugefallenen Erbschaft in Pa
ris
zu thun nnd in dritter Linie wurde
ganz bestimmt versichert, ihr Besuch
solle für den deutschen Kaiser selbst den
Weg nach Paris ebnen, da er den
französischen Manövern beizuwohnen
wünsche. Wie dem nun sei, die Exkai
serin wurde von best Parisern sehr höf
lich empfangen und die Stimmung war
eine vortreffliche. Der Minister des
Auswärtigen. Rib ot, machte ihr feine
Aufwartung, beSgleichen General Brn
gere, ber Chef des militärische» Stabes
r» Caruot, und Detaille,
Detaille. Rkbvt.
Bvagueran, Bonnat und andere be»
rühmte Maler, welche Kaiserin Friedrich
in ihre» Ateliers aufsuchte, versprachen,
Bilder nach Berlin zu senden. Bis
auf die Reporter, welche de» Gast auf
Schritt nnd Tritt verfolgten, so daß
man allerlei Listen ««wandte, «m sich
diese Plage fern z» halte», gwg Alle«
die emr« rter.tage g»t. Die Sbreift
der Kaiserin wurde fBr den folgende»
Tag gemeldet, »nd man athmete erleich«
tert «ttf, daß das gefMlicht Experiment
so gut abgelaufen. Da verbreitete sich
die unerwartete Nachricht, es gefalle der
Besucherin fo gut, daß sie ihren Anfent
halt noch auf etnige Tage auszudehnen
gedenke und nun traten die Ereignisse
ein, welche die ganze Welt mit ernster
Sorge erfüllten. Die Kaiserin besuchte
mit ihrer Tochter St. Cloub uub Ver
failles, jcitc beibeu Orte, att welche sich
für bic Franzosen und speziell siifdie
Pariser die schmerzlichsten Erimterun
gen knüpfen. Daß der deutsche Bot
schaster, Gras Münster, diesen
Schritt nicht zu verhindern wüßte, ist
für Jemanden, der die dortigen Ver
Hältnisse kennt, geradezu unbegreiflich,
es fei denn, daß der Eigensinn und das
Besserwissen der Dame hier den Aus-
Deroulede.
schlag gab. Selbstverständlich hat nach
her dai Resultat den Grasen zum Sün
denbock gestemM. Daß seinem Kol
legen in Berlin, bem französischen Bot
schafter 11 c, die Schuld ber
gainen Reife überhaupt in bie Schnee
geschoben wird, ist freilich nur ein
schlechter Trost. Indeß, wie für fast
alles irdische Ungemach eine Linderung
Sersey
©raf üJlünflcr
v. Caprivi.
MlWel.
«Ich
«air» Ii J^.'Kfftf I T.T.RC56KÄ
lfm
Urfii t#u jttr'jkfj Vs *4^A
t-
efunden wird, sö hat, nach den neuesten
Nachrichten, 8orb Salisbury es heraus
bekommen', daß an dem ganzen Skandal
eigentlich Boulanger Schuld ist, nnd
nun können Franzosen 'und Deutsche,
die offenbar Frieden halten wollen, nach
erzenSlust dem tobten Löwen von
einige Tritte versetzen.
Doch um auf djF fit Bereit Ursachen
der letzten KrisiS zurückzukommen: ber
zweite Mißgriff, welcher die Pariser so
sehr in Harnisch brachte, war bie unbe
fugte Entfernung eines Kranzes von
1
8aj(e wurde so bedenklich, daß die Kai-:
fnrtn Parts mit einer gewt^en Voritcht
verließ. Die französischen Künstler hat
ten ihre Zusage wieber znrückgenorn
men, wenngleich mit aufrichtigem Be­
regung selbst den Reichskanzler v. a
v'i verließ' die Ruhe, so daß er ge
legentlich der Uuterossiziers-Prämien
Debatte tut äieichötag in heftiger Weise
lichen Schloß aber in Berlin hingen ge
witterschwere Wolken. Gerüchte von
Herbette.
Richter.
erblassenden Gestirnen am' politischen
Himmel und von neu ausgeheubeu
burchschwirrteu bie Luft, unb neben bem
wieber auftauchenden Walderfee würbe
besonberS der Finanzminister Mi
quel
als
hoch in der kaiserlichen Gunst ge
stiege» bezeichnet, weil er schon zn allem
Anfang gerathen hatte, die Kaiserin solle
nicht länger als drei Tage in Paris ver
weilen. Bon nicht mißznverstehendtr
Bedeutung war endlich der Besehl der
PaßzwangSverschärsnn für Elsaß-L oth'
ringen, welcher, ein MMittelbarer AnS
flnß der Ereignisse, vom Reichskanzler
dem Statthalter, Fürsten Hohenlohe,
übermittelt wurde.
Die Lage war in der That eine snrcht
bar ernste.
Freilich, für baS Thun und Treibe»
einiger erhitzter Gemüther kann man
vernünftiger Weise eine Regierung, zu
mal bie einer Republik, uicht gut ver
antwortlrch machen, und ba ine sran
zösische Regierung sich sehr korrekt de
nommen hatte, so hat man sich schließ
Uch in Berlin die Sache überlegt nnd
betrachtet sie als „offiziell' cfleiigt.
Um einen drastischen Vergleich zu ge.
brauchen: ES wird eben »uht Alles so
heiß gegessen, al» e» gekocht wird.
Während man doch dieZahl
0(11
,v I r" in römischen Ziffern gewöhnlich
sd, IV anSdrückt, wird sie anf den mei
sten Uhren mit vier Strichen also Nil
angegeben. Bis zum Jahre 1370 war
die erste Schreibart für Uhren gebrauch»
I ber damalige König von Frank-!
I hat also bis zur neueste« Zeit ihren
Einfluß behauptet.
die Eier.
Wf&
fmm
wmmp
Das größte Geschütz, welches
bisher in FVanfreich hergestellt worden,
wurde kürzlich im Beisein von Militär«
uttb Eiutüitgcniciircit in Havre geprüft.
ES ist sür die japanische Regierung
hergestellt worden, hat ein tiatiber von
32 Centimeter, ist 6,85 Meter lang uub
wiegt 66 Tonnen. IedeS Geschoß
wiegt 450—500 Kilogramm. Die An
fangSgcschwindigkeit des Geschosses be
trägt 3 Meter in der Sekunde das
Geschoß durchschlägt 'Gußeisenplatlen
von 120 Eentimeter. Räch zwanzig
Schüssen war das Geschütz und die La
fttte vollständig uuvcrscljrt. Die Be
vechnnng ergab, daß das Geschoß bei
Anwendung von rauchlosem Pulver in
36 Sekunden die Entfernung von Pa
.t'iS nach Versailles zurücklegt. Jeder
Schliß kostet l(),ooo Francs. Das Ge
'schütz ist baS größte, b*5 bisher in
Frankreich hergestellt würbe.
Karl V. imitn Unmacn darüber „irhafl.tt R°Isch-r wird sich roegtn R-.
«nsbrurtte und bic zweite schieibatt ligi^stijrung zu vewmwittm habe»,
janbefahl. W»e Marotte eines KomgS
Frau kreichS Hühnerz ch t.
Frankreich besitzt jetzt 45 Millionen
welche einen Werth von 112
Million-» Franken darstellen^ Brri
Millionen Hühner und 2 Millionen "igei»ivM, da« sich du Ungwcklicheu,.
Hähne werde»'jährlich gegessen, 3 Mil
lionen Hühner legen Eier und erzeugen
jährlich wieder 5 Millionen junge Hülj
I iter. Man berechnet den jährlichen Ge- a- .t..„
8 a ii b.
««ff \4»j:
Weil eine Erbschaft »oii
sieben Millionen, welche ihm
kürzlich zugefallen war. ihn in feinen be
scheibenen LebenSgewohnheiteu „störte,"
erschoß sich ein englischer Tonnst in
Thonon (Savoyen).
In Folge Genusses 0
uubesleisch erkrankten zwei Ar
'CttcrUubrr in Sachwitz, öfter. Schle
sien, an der Tollwuth. Bei drei attdc-
dem Denkmal des im Krieg gefallenen ren Personen, to »Ott bemselben Fleische, Teuselsküche.
Malers Reguault, seitens eitles allzu gegesseu haben, sinb bik jetzt Anzeichen
diensteifrigen fratuösifchen Beamten, der Tollwuth uicht bemerkt worden.
Die allezeit schnüffelnden Reporter be- Welches Elend muß unter der Arbeiter
richteten bie Sache und bte Redaktenre bevölkernng jener Genend herrschen,
richteten sie zu. Man begreift leicht^ wenn sich die Leute an Hnnbesleisch
daß der Sievancheapostel Deroulede,! deleetireu
den unsere Illustration im Augenblick
einer Ansprache darstellt, ein Ragout!
nach seinem Geschmack daraus machte.
Die „Kölnische Zeitung" antwortete aus
die- sich immer stärker änßernbe^ Ent
rüsttlna ber Pariser Presse mit einem
jener Hetzartikel, betten nur sie in
Dentschland baS Rezept hat,
Den Prinzen Heinrich von
Preuße« als Zauberkünstler
zu sehen, ist natürlich nicht Iebem
vergönn^ aber tatsächlich hat er sich
schon als solcher pvobuzirt. Bei einer
Dilettantenvorstetlung im kleinen Kreise.
ber auch der Kaiser beiwohnte, hat Prinz
•'«i'PJ, »J» '«i $d*W ei«e« durchschlagend-,, erfolg
crnui
dauern, so doch ber öffentlichen Sttm- _.
mnng nachgebeub Deroulebe konspi- A0N einem reuigen Dleb
ritte mit Boulanger in Brüssel Mi-! wird ans Atüuchen erzählt: Ein tochnet
nister und Gesandte an der Seine
und!
bergehilse aus, Mähren entroetibete nn
an ber Spree waren in großer Auf- längst einem Zimmergenossen intttclft
-Roch)chlüf)eis 380 Mark in Gold, eine
goldene Uhr und andere Wertsachen.
gegen Richter auftrat und. damit, er demselben durch einen Knaben den
nach den Worten des Letzteren, zwischen größten Theil des Entwendete» znruck
ber Regierung und den Freisinntgett daT: bringen und stellte sicheinige /tage jpa»
Tischtuch zerschnitt, lieber dem kaiser-1 tcr mit dem 9ie|te bes ®c|tohlciiett selbst
1
gcn er Pfauenfeder» auf
der Nasenspitze balaneirte, unendliche
Bandschleifen ans dem Munde zog uttb
die verzwicktesten Kartenkunststücke vor-
Als ihm der Bcstoljtene, nicht ahnenb,
wer der Thäter sei, teilt Leid klagte, ließ
ber Polizei.
Daß auch' Bettler Reflimte
machen verstehen, zeigt ber
all eines blinden Mannes, ber sich in
ber letzten Zeit in den Straßen von
Windsor, Ziehharmonika spielend, her
nmtrieb. Jüngst sithr Königin Vikto
ria an ihm vorüber und ließ ihm, von
Mitleib ersaßt, ein Geschenk überreichen.
Am nächsten Tage erschien ber Bettler
mit einem Plakat aus der. Brust, aus
welchem zu lesen war: „Durch Augeu
eutzüuduug erblindet. Unterstützt von
Ihrer Majestät ber Königin."
Eine kostbare Fracht in bop
pelter Hinsicht waren die dieser Tage sei
tens der Bank von Englanb an die
Bank von Frankreich zurückgesandten
drei Millionen Sterling, gleich 75 Mil?
Üontn Francs in Gold, welche von^letz
terer vor brei Monaten entlehnt wor
den waren. Die Rücksendung kostete
an Fracht nnb Versicherung 28,689
Francs. Die Rücksendung erfolgte in
Barrengold, welches in verschlossenen
Kisten zum Gesamtgewicht von mehr
als 20 Tonnen (aiooo Kilogramm)
verpackt war.
A a
haben unlängst in einem chäisischeu
Mörse zwei verschwägerte Laudlcute,
Namens Schäfer Und Ambiehl, eiueu
schrecklichen Kampf geliefert. Der
Streit entbrannte wegen ihrer Kinder.
Ambiehl bewaffnete sich infolgedessen
mit einer Axt. Schäfer mit einer Mist
gäbet. Als nun Ambiehl auf bot Schä
fer eiubraug, wehrte sich Schäfer mit
der Gabel und streß den Schwäger zu
Boden, und als sich letzterer wieder er
heben wollte, bohrte ihm Schäfer die
Gabel durch^ das Ange in das Gehirn.
Noch am Abend desselben Tages 6er
stard der so schwer vernetzte Ambiehl.
Die Trauung seiner frühe
ren Geliebten mit einem anderen
Manne, welche in der Ottakringer Kirche
bei Wien vor fich ging, unterbrach der
Kutscher Eichinger, indem er, als dav
Paar vor dem Mar kniete, »m die
Kommunion» empfangen, demfnngi
renbe# TrUfftr laut »rief »Gebe»«
der—Hebet Cyaukan statt der Hostie.
Sie iS eh »et mehr werth, die Mg 1
in wird!- Die Motte erregten grvße«
ssehen und allgemeines Aeryerniß,
nnd Ächinger verschwand schleunigst ans
ber Kirche. Die Leremonie wurde hier
au
gU Ende geführt. Der knrz baranf
00
Fürchterliche Szenen trugen
sich vor Kurzem auf beut von Genua
nach Valparaiso in See gegangenen,
mit „verdingten" Landarbeitern über
füllten AuSwattdererschifse „Casimir"
zu. Die Schisfsnahnutg war fo unge-
die doch gewiß an keine lukullischen Ta
selfteudeu gewöhnt waren, beim Kapi
tän beschwerten. Statt den Ayßirvtilf?'
bevern nun bessere Kost zu rxichen!,/)lixß.
tMn1
a 3 2 7 S
nett Frauken, nämlich 153 Millionen \nS« inr Wnfir Sr ^.if'
für das Fleisch und 184 Millionen für, $ ,ü\i!! 11.11*...
Kin intnf »(»rirfumrttcffV« kfn
fagicrc längst glimmenden Funken der
Unzufriedenheit zur lodernden Flamme
anfachte. Dem Kapitän wurde das
elende Zeug in'S Gesicht geworfen, und.
die 9utjctid'cit. hatten ilm zerrissen, wenn
ihm nicht die Matrosen mit Revolvern
und Flinten zu Hilfe geeilt wären.
Gleichzeitig gab auch die übrige Schiss-S
rnauuichaft einen Spritzenstrahl kochend
heißen £.f)'cvd ans die empörte Menge
ab, eine große Anzahl von Männern,
Weibern uub Kindern gräßlich ver
brühend. Mit großer Mühe wurden,
durch die iikiber ber Auswanderer an
dere ber Verzweifelten verhindert, im
•Schijivi'vV.nn Feuer zu legen. Räch
brciuubmerzigtftgigci' entsetzlicher Reise
t'ain der Casimir tit Valparaiso an, wo
seine l-edanernSwerthen Opfer, bereit
eines die furchtbare Fahrt in der römi
schen Presse beschreibt, ohne weiteres
halbtobt von Entbehrung auSgelabeu
unb an ihre Sklavenhalter versanbt
würben.
3 a d.
Mehr als sonderbare Vor.
a CH hat, wie sich unlängst bei Fest
stetlunT :intS BesitztttetS ans ein Stürf
Grundeigenthnm zeigte, ein frühere,
Bürgxr von Braubenvurg, Ky., feinen
Kindern gegeben. Dieselben wurdet,
seiner Zeit mit folgenden hübschen 'Jta
mcni bedacht: Londoner Richter, He
brälsche Mode. Chmesischc Aahl, An
ständiges Königreich Griechische Weis-
Sum ersten Mal feit feinet
E»nkerkernNK war es kürzlich bem
Ioliet inhaftirlcit Anarchisten Rce'jc
gestattet, seine vreeKinder Oskar, Sicttie
nttb Liffie im Zluhthyns zu sehen. Das
Wiedersehen tuar ein erschütterndes, ba
der kleine OskarHeinen Vater nicht wie
der erkannte und erst später glaubte,
daß der Matui mit bem kurzen Haar
und ohne Bart sein Papa sei. ^cui
ties crgriffcttcu Vater war cS vergönnt,
mehrere Stuuben mit seinen Tündern
unb Anverwandten zusammenzitweileu.
An. einer verhängnißvollen
ModekraitkhcN scheinen seit eini
ger Zeit bie Damen Chicago's zu leiben.
sie wollen nämlich Damenklubhünsci
grünben, um bort dem cblctt Kartenspiel
zu fröhucu. Bis jetzt ist es zwar tun
zu einem einzigen Eomitc gekommen,
aber bies meint es ernst genug. Das
Lustige an ber Geschichte ist, baß diese
Bewegung eine Art Protest gegen bic
Spieljucht ber amerikanischen Eheyerren
sein soll. Also eine Wiebcrhoüntg bco
alten Experimentes, ben Teufel durch
den Beelzebub austreiben zu wollen.
Wegen Ausgabe von sal
scheut Gelb hatte ein gewisser Carrol!
eilte nahezu dreijährige Strafe im Zucht
Hause zu Philadelphia abgesessen. Beim
Abschieb antwortete er ans bie Frage bee
EommisstonerS, was er jetzt zu thttn ge
bettle: „Natürlich wieber stehlen. Ich
will mich basür rächen, baß man mich
eingesteckt hat. Wenn ich in Ihr Haiti
einbrechen konnte, würde ich alles steh
lett, was baritt ist." Welches Maß von
Verkommenheit und Jammer liegt in
ber Antwort dieses Ansgestoßenen, ber
noch bazn wegen guter Führung eine
Rebuttiou seiner Strafe erhalten hatte!
Eine itnternehmenbe (üi ti
brecherin würbe dieser Tage in
Cambridge bei Boston, Mass., verhaf
tet, in deren Besitz man Schmucksachen
im Werthe von über $1000 sand. Liz
zie Witherill, so heißt bas erst 20jäh
rige Mäbchen, gestanb ein, baß sie in
ber Rächt in bad Schlafzimmer ihres
früheren Dienstherr« Frank (Sollet) in
Cambridge eingedrungen sei nnb diesen
nebst seiner Frau chlorvsvrmirt habe,
woraus sie die Schiebfächer nach
Schmucksachen durchsucht hätte. Die
Diebin wurde iu dem Augenblick ver
haftet, als sie mit einem Straßenbahn
wagen nach Boston verduften wollte.
Bo» einer Baude Einbre
che I) ei cht wurde feit fön»
gertr Zeit das Städtchen Collinsville,
III., ohne daß eS ben Behörden gelin
gen wollte, derselben habhaft zu werde».
Jetzt endlich ist eS gelungen, die Bande,
bestehend aus drei Gebrüder»» Red
mond, wohlhabenden Farmern in der
Nachbarschaft, sowie drei anderen In
dividuen, zn fangen. Die Gesellschaft
hatte sich verabredet, den Laden von L.
Robinson. eineS ber größten Kauflcutc
in EollinSville, zu berauben nnb ivnrde
von bem stäbtischen Marschall unb einer
Anzahl Bürger in flagranti hierbei er
tappt. Sechs der Ränder wurden ge
fangen, der siebente, von dem man sagt,
daß er die Sache der Polizei yerrathen
habe, entkam.
61» eigenthümlicher Unfall
ereignete sich kürzlich in Baltimore.
Eine Frau Murphy, welche mit ihrer
Tochter tzrau Schömbach und einer
Frau Palmer i* demselben Hanse wohnt,
war nnt dem Abftiwbe» von Möbeln
befchilsttgt. al» der Fußboden brach und
der Kkchenvfe» i» de» Seller z» stürzen
drohte. Frau Murphy hörte einen
Schrei au« dem Keller und erkannte die
Stimme ihrer Tochter. Sie hielt daher
den Ofen, obwohl dieser glühend heiß
Ivor, mit ihren Händen fest, bis Frau
Palmer ihr zu Hilfe eilte und ein Fallen
des Ofens unmöglich machte. Die alte
Dame erlitt dabei schwere Branbwutt
beu att ben Händen. Frau Schambach
hatte im Keller unmittelbar unter dem
Ose» gestanden und war durch herab
fallende. Steine betäubt warben. Das
cißc Wasser aus ben aus dem Herde
h-Postine.,)tqr Hoh'ry Blpß tym RosZ.
lM,:Attcy,'.hat tifteif, Ehcck"
ft!?-öiileki'Cetil von der Bundesregie
rung erhalten und zwar ans folgender
'Veranlassung: Als Harrison Präsi'
bent würbe uub i^err Bloß sein Amt
als Postmeister niederlegte, schickte er
seine Abrechnung au den General-Post
meister in Washington ein. 9iach einer
Weile kam ein Brief aus ber Bundes
hauptstadt au Herrn Bloß, in welchem
behauptet wurde, daß an ber Abrech
nung ein Cent fehlte. Sofort fchicftt
Herr Bloß ben verlangten Cent ein und
damit schien bie Sache erledigt. Ein
Jahr verging-und Herr Bloß hatte
längst bic Sache vergessen, als plötzlich
eilt großes Schreiben ans Washington,
in welchem ein „Check" .für einen CSitt
eingeschlossen war, an den Expostin el
fter gelangte. In dem Schreiben bit
tet das General-Postamt »in Ent schul
biguug, indem es zugleich erklärte, baß
bic Abrechnung beö Herrn Bloß bis auf
bcit Cent gestimmt habe nnb baß hier
mit ber «achgcfaiibtc Cent per Check
zurückgeschickt würbe. „Uncle Sam*
ist boch eiit ehrlicher Mann soll Herr
Bloß nach beenbigter Lesung bed Brie
fes gerührt ausgerufen haben.
Humoristisches^
Scharf»»«.
8MIII er
Die Ktuber wollen Papa unb Mama
spielen, können ober durchaus nicht
einig werden, wer Papa nnd wer Mama
sein soll. Da ruft schließlich die kleine
Else: „Streitet doch nicht länger
es ist ja so einfach: Mama hat am
meisten sagen und Papa kriegt dc6
beste Essen!"
Er weiß, was nachkommt.
Fräulein: „Wenn ich ein Buch
habe, so sehe ich immer erst am Schluß
nach, ob sie sich kriegen, sonst les' ich'»
nicht!" Herr: „.sinb Sie aber
schadenfroh!"
Liebevoll.
Frau: „Du verzeihst, lieber Mann,
baß ich keine Gaus gekauft habe, aber
bei diesen Preisen a Scha
det nichts. Frauchen, Dn ersetzt mir baS
Fehlcnbc vollkommen."
N«s dem Geschichtsunterricht.
Professor: „Also, wie denken Sie
sich etwa. Piepmeier, daß die alten Rö
mer ausgesehen haben mögen?"
Piep meter (prompt): „Sie hatte»
vor allen Dingen graue Haare, Herr
Professor!"
Schlechtes Gewissen.
Lanbwirth: „Ihre Würste habe#
meinen Leuten vorzüglich geschmeckt
sie haben beim Essen berselben orbentlich
gewiehert vor Vergnügen!" Metz«
ger: „Das ist beim Inhalt meiner
Würste kein Wnnbcr!"
Ansgeplundert.
Erstes Dienst a bcheu: „Weißt
Du, Deine jetzige Madam ist aber doch
nur eine einfache Frau." Zweites:
-Einfach Ra ich danke! Die solltest
Du mal bes Morgens sehen, bann
würbest Du schon merken, mts wie viel
Stücken die zusammengesetzt ist."
Boshaft.
iPapa ist im Begriff anszngehen.)
.Wo gehst Du' denn hin?" fragte der
kleine Fritz. „In den Storch ant
wortet der Papa. „Ach," sagt Fritz»
chen, „bitte ihn doch, daß er mir ei»
Brüderchen bringt 5' „Kinder
bringt der Storch nicht," entgegnet die
8»e».:a gereizt,nur Affen.1" .........
Borbeugnug.
1
liebe Freundin,
diese Soldatenbilder habe ich deßhakb
hier aufhängen lasten, damit meine Kö»
chin ihren Geliebten nicht in die Küche
bringt, denn sie fürchtet natürlich, daß
dieser die Solbaten-Bilbcr für feine
Nebenbuhler halten würbe rk
ff,i
Anders aufgefaßt.
Da
„Aber, Auguste, was fehc ich?
nimmst von Deiner Mama Arbeitstisch'^...^
Obst? Dn weißt boch. daß Mama e®,/
nicht haben will?"— ,/JZmt, dann kann
ich es auch ja ruhig nehmen!"
Kindliche Nnivetiit.
Eine Familie ist im Begriff zu Mit
tag zu speisen, als bic Nachricht voit,
beift Tobe einer Tante eintrifft. Plötz
lich fragt ber kleine Einil, inbettt er lü-
ftcrtt auf bic lvohlgcfüüteu Schussel»'
hinblickt: „Papa, müssen wir jetzt gleich.,
weinen, ober wollen wir warten, bis
jvir gegessen haben?"
Der kleine V-rriittzer. 'r
Ponlehen: „Onkel Hans, hol'
unS doch mal Dein Brett her, tun ivol*
lett draußen schaukeln." O |-:W
Haus: „Was für ein Breit denn,
aulchcn? Ich habe ja kei.is."
Paulchcit: „O doch, Onk'l! Dee
Papa hat erst gestern gesagt: Der
Onkel Hans hat aber ab. unb zn ein
fürchterliches Brett vor bent Siopfe.'vriM*
Bliithen vom schweizer Kasernephof^ /M
I st it r: „5eh thite btni HeW 1^1
terlöchcr (Ohren) ttf! berSilppcchz-'^^^
lak (Mtiub) zu Streck mer ber Herb*
öpfelranze (Startoffelbauch) nitfoufcli^l^
D' Stelze (Beine) besser g's:reckt!'"V
D' Stogle (Füße) uöeitaubcr!
'Befriebigt auf fein Werk herab
choticitb): So, jetzt machst be bald
Gattigl(Gattung), wie es halb'S ChalbJ"
.. "iifif-1

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