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Der Fortschritt. (New Ulm, Minn.) 1891-1915, March 26, 1891, Image 9

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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ifjnu&Fimf) Lcmdwirthlchasl.
Das Rostei» der PlLtteifen
zu verhüten. Nach dem Gebmuch
mitfstn die noch heißen Plättetsen At
einem warmen Ramn erkalten, da sich
sonst feuchte Niederschlüge darauf bil
den wMveu. Weim sie ganz kalt sind,
wisclit man sie mit ewem trockenen Tuch
ab und mnhüllt das Plättet fen bis zu
späterem Gebranch mit einem mit Oel
getränkten Stück Flanell.
Gebackene Eier (Pommersch«
91 st n). Man theile mit einem
recht scharfen Messer hart gekochte Eier
mit der Schale der Länye nach durch
und nehme den Inhalt mit einem Thee
lostet vorsichtig heraus, hacke ihn fein
uni) vermische ihn mit Salz und fein
pemiegtent Schnittlauch. Nehme
IC ne der leeren Eierschalen in die hohle.
litre Hand, fülle das gehackte Ei fest
hin in und backe die Eier, natürlich auf
der gefüllten Seite, schön braun.
A« 1) zum Frühstück und Thee sehr be
licit..
(Pencil Husten. Ein einfaches
und recht billiges Mittel gegen quälen
den Reizhusten und Halskatarrh besteht
»darin, daß man des Abends vor dem
Schlafengehen die Füße mit einem nas
sen. jedoch wieder trocken gerungenen
lei-neucit Tuche einhüllt und dann mit
?vl utell verbindet. Statt des leinenen
Tuches kann matt auch baumwollene
Strumpfe nehmen, über welche man
no* wollene zieht. Hat man dieses ein»
sac' Mittel einige Abende angewendet,
|o wird man von dem Erfolge über
ras l)t sein. Der quälende Husten läßt
na.i) und der Halskatarrh verschwindet
nach wenigen Tagen.
v? ch supp c. Man koche einen
Suppenteller voll kleiner Fische (große
sind nicht brauchbar) mit Wasser, Sup
penwurzeln, Zwiebeln, Salz, Pfeffer
und Gewürz zwei Stunden lang, füge
in der letzten halben Stunde noch die
fein abgeschälte Schale einer Zitrone
hinzn, treibe das Ganze dnrch ein sup
penfieb und Dringe es wieder zu Feuer.
Nun dämpfe man drei gehäufte Eßlöf
fel Weizenmehl in Butter, rühre dies
att die Fischbrühe und lasse sie damit
auskoche», gebe einen halben Eßlöffel
Zitronensaft nnd noch etwas fein gesto
ßenen Pfeffer daran und ziehe die Suppe
mit drei Eidottern nnd einigen Eßlöffeln
füjjcit Rahm ad.
Gefrorene Eier und Aepfel
au fzuthauen. Gefrorene Eier und
Aepfel müssen, sobald man den Schaden
bemerft. künstlich zum Austhauen ge
bracht werden. Man darf dazu nie»
malS warmes W^sset^ nehmen, sondern
nur kälte«, dem ckan etwas gewShs»
licheS Kochsalz hinzufügt auf 1 Liter
Wnsser rechnet man eine halbe Tasse
Scuz. In solches Wasser legt man die
Eic oder Aepfel und stellt dieselben in
ein mäßig warmefl Zimmer. Nach 2—3
Stunden schüttelt man ein Ei leicht zwi
schen 2 Fingern. Wenn man dabei
ein tt leise glucksenden Ton wahrnimmt.
so das Ei wieder zu benützen. So
baf die Aepfel aufgethaut sind, geben
diei tben bei einem sanften Druck etwas
ttai i. Che die'Aepfel geschält werden,
man sie nochmals mit kaltem
fer und retBt fitmlt einrm trockkyen
!Ti ab. damit die bäW8 bereiteten
Spesen nicht salzig schmecken. Jeden
Tfati A' müssen ©er und Aepfel sobald als
«nö^lich verbraucht werden.
f'artittt 80(6 »brüst. Die
jfch'itc, weiße Brust von einem fette«
Xa ^t öffnet mqn vom breiten Ende bis
luv spitze, vorsichtige damit keine Löcher öer^TüN
2» »ft «ft» Jj» i» ££&,
dein Snorbel heran«. Die Vrust,
welche nun, wem, men sie en der brei
ten Seite offen ««einender Hütt, wie
ein glatter, leerer Beutel erscheinen
mi.', wird hierauf htneit ganz dünn mit I
feiium Salz bestreut und mit 5er veiter
ttu: it beschriebenen Farce gefüllt, wo
tat man die Oessnung fest zunäht.'
Hi. nach biegt man die dünn erschei
ne'-oe Seite der Brust um, schnürt
die mit feinem Bindfaden der Länge
naVv zu hüoscher Form zusammen. legt
sie io in eine passende, flache
psl.iüie, iit welcher sich
S-.lüiittchcn, gießt be.it abgefetteten Fond
durch eilt Sieb darüber und garnirt
die Kalbsbrust ringsum mit glacirten
ohrrübchcit, Bratkartösselchcu, jungen
tirUivit u. bergt. Farce it ii
11 der KalbSbrust. 250
Gl iniin feine Sctttmelfcutne. wird in
Miich geweicht und danach fest und
treten ausgedrückt. Sodann löst man
30(» Gramm Slalbsnicrenfett aus seiner
Hcntt, hackt es fein, verreibt es zuerst
mit der ausgedrückten Semmelkrnme,.
bis -vett und Krume nicht mehr von ein
ander zu unterscheiden sind, und Qibt!
-Wich und nach, während man fortreibt,
tUV Prise Pfeffer, Salz, Muskatnuß,,
-feur gehackte Petersilie, Thymian,j
Schnik«mch, 3 Eier und 2 Eßlöffel,
dicke 3alue dazu. Ist alles verrührt^
$0 ^wendet man.sie zur FMlnnfi.
l!
1
Für die Vertilgung der ea
nadkschen Distel gibt die kmrd
witthf^aftllche VersuchS.«swttlm der
Universith of IllwoiS folgende $hn%
schrifl: Man schneide die Distel in
voller Blüthe, so nahe dem Boden wie
möglich, pflüge ungefähr
und fftc dlck Millet oder
Gras. Im September pflüge man das
Gras unter oder schneide es 4« Hm,
pflüge aber anf alle Fälle und stic dicht
mit Roggen. Im Mai pflüge man
den Roggen unter, nnd fkie wieder dick
Millet oder ungarisches Gras, und,
Passe von da cm genau auf jede noch
nun nachkeimende Distel auf.
1—2 Jahn:
ffiartcnmtlbt
PNtnake
W"!
,771 ühren, ober sonst wenig leckm. hat rw elfjähriger Knabe in
Schimmelflecke an Stiefel«, ven imb denen die MnSklthättgfekt Nähe von KönwSberg beinahe mit dem
Man
überzieht dieselben mit Holzessig.' Mit, im, außerdem antfrst geimtwit Leben büßen mSssen. Demselben war.
welcher vom Leder sofort eingesaugt KricketspkldaS Arbeiten nnt Grabscheit nachdem er ewen großen Klex abdeckt
wird. Selbstverständlich ist es nöM. und Schaufel als die für sie gesnndeste hatte, nach wenig«, Stunden die Z«nge
sie «on dem Übrigen nnangesteckten Le
derzeug sogleich zn entfernen #«b gut
durchzulüften.
Das Füttern gefrorener
Kartoffeln, uild Rüben ist mit
großer Gorsicht zu betreiben. Wenn
auch an und für sich durch das Gefrie
ren eine Veränderung in der Mhrfnb
stanz dieser Futtermittel nicht eintritt,
so geschieht dieö doch mit großer Schnel
ligkeit, sobald ein Slnfttjaiicn eintritt
werden.
Die Äetmkraft der Garten
sämercien. Die Dauer der skeirn
kraft der Gartensämereien ist äußerst
verschieden. Die geringste hat wohl der
Same der- Kerbeirübc, welcher ein
halbes Jahr keimfähig bleibt.. Gewiß
nicht unwesentlich ist es für den Gemfife»
görtner, zu wisse«, wie lange die Sa
inen zur Aussaat tauglich sind, wie lange
sie sich keimfähig erhalten. Daher geben
wir nach Anleitung der „Deutsch. Ge»
müsegärtuer-Ztg." nachstehend eine Zu
sammenstellung der verschiedenen.Gar
tensämereiet! nach ihrer Keimkraft. Es
behalten die Keimfähigkeit:
Gesunde Arbelt. Mr Perst». Die üble SlnflttoothtDttt.
tttn, welche eine sitzende^ Lebensweg TtntenNrxe in dm Schretvhefwiabzn.
körperliche Thütigkeit bezeichtttt. Eine nnb das Gesicht' derart angeschwollen,
oder zwei'NtMdenMgNch gmügen, Her sofort nach Hause gehen mußte,
durch solche Tl^ät-tgwt den wvMhätig- gjyprzt. der gmckttchcrweise sofort zur
trie war. fttf
stcn Einfluß anf den ganzen OrganiS-:'
mnS zn üben.
iitib findet dann eine fanlige Zersetzung lich auch der in Paris weilende Nabob
statt, welche das Futter ungenießbar
und schädlich fitr die Thieve macht.
Aber auch die Bersiitternng der gefröre«
nui Fntterftosfe ist mit großen Gefah
ren verknüpft und sollten sie itt diesem
Zustande nie verwendet werden, da
ötrankheitSzustände und bei trächtigen
Kühen fast regelmäßig Bcrkcrlbcn die mit dem Anlegen europäisch Tracht
Folgen davon sind. Äm besten dämpft die „höchste" .Sfoftiimining ausgeführt
matt gefrorene 9iiibett oder Kartoffeln zu haben. Der Inder im Frack nahm
nnd verfüttert sie möglichst bald ist sich neben.den als Perser, Indier, Chi
kein Dämpsapparat zur Stelle, so nesen u. s. w. vertteideten Parisern
sind diese Futtermittel durch Stachen
möglichst rasch ansznthanen nnd herzu«
richten. Bei dem vorjährigen reichen
Ertrage an Rauhfutter fei man spar
sam mit der Beigade erfrorener Rüben
nnd zkarioffeln und gebe lieber eine
Beigabe von Kraftsuttermitteln wie
Kleie oder Oelknchcn, ehe man seilte
Thiere krank süttert. Anch vor dem
Bersüttern gefrorener oder zn kalter!
Schnitzel ist zn warnen, dieselben miif
feit ^or dem Borlegen an die Thiere seuirte Gerethrfalven ab, um die Schlä
im
stalle aufgethaut, dezw. erwärmt
-3 3at«:
Möhn»
Mangold
Ealatrüben
Spinat
Fcldjaiat
Zichorie
toitc ittit
tttUcric
Sajilidtm"
Botmcnkran»
3ejrcljb
©ttpffrM
4—.1 Iah««
Ar«q»ech»
Gdüatohl
1
Scktvarznmrztl
1 Aiickenvurztl
Napontita
jtüinnttl
Lavtndci
$impintflt
Aipicbti
Hchalvtt«
a-^3a»rt1
S»bnt
XulM**
6r»ft
Äcrt-clfraitt
Tomate
Eicrpslanze
Majoran
Melijse
Pctcrsilik
^ctvrjilitnimmti
PKis»
Porree
Portulak
Otba
barter
Daidmeistrr.
6—8 3o)nt
StittH
Snrte
Helene.'
SSititna
Ättilc
EchnNtiala«.
ftierfelit
5»ucr«i»ff«f
&
itiltlg.
3 ti r. Um
Zwiebeln für die Küche zu ziehejn, gibt
cd zweierlei Verfahren. Das bekann
teste ist, daß man kleine Zwiebelchcn,
die im Jahre zuvor durch dichte Aus
saat aus Samen gezogen sind, aufsteckt.
Brat- Diese Methode, .sonst ganz bequem, hat
fchön heiße, ge-' »nr den Nachtheil, daß immer ein grö-
br, .:ine Butter befindet und läßt die ßcrcr oder kleinerer Theil dieser Steck
Siail übnift unter fleißigem Begießen ?^lebeln/ni Zainen treibt, wodurch das
iu iitcnt gut geheizten Ofen rasch von
alt Seiten hellbraun braten. Darauf
gil' man feingeschnittene Supvenwnr-
zel! Gewürz und einige Lössel Bouil
lon Daran, deckt die Kalbsbrust mit
ein 1 sesischlicßenden Deckel zu und
Uiv: sie, unter fleißigem Begießen, zwei
Si üidcn lang im Ofen schmoren und
zu. tit schön glaeiren. Beim Anrichten
legi matt sie, nachdem der Bindfaden
ctma überflüssig Anhängendes ent
^u,.,v»i nv.vt .vvvwt» v»v reitS Erwählten. Aber
dem zweiten Verfahren gewinnt man
schon im ersten Jahre nach der Anö
jaat brauchbare Zwiebeln für die Küche.
Zn diesem Behnse wird der Samen auf
frtichtbareui, aber nicht frischgedüngtem
Boden am besten in Reihen auSgcsäet.
nnd sorgfältig von Unkraut rein gehal
ten werben. Ge größer man die Zwie
beln lvnn-^:. Desto dünner muß ihr
Stand stin. Eö ist aber meist am vor
tlzeilhnstestcn, nur mittelgroße zu ziehen.
Bei dieser Kultur richtet öfters die soge
nannte Zwiebelmade großen schaben
an. Daö zeitige Bestreuen der Pflan
zen mit Ruß hält das Ungeziefer ab
und befördert das Wachöthum. Dieses
Verfahren wird besonders in England
und Frankreich, nicht selten auch im
Großen ausgeführt, wo eS unter gün
stigen Witterungsverhältnissen oft fehr
lohnende Erträge liefert. Wenn das
Feld gut vorbereitet »st, kann der Sa
men auch intim breittpürfig gefäct wer
den, dies muß jedoch, weil er langsam
leimt, stets tot März oder zeitig im
I April geschehen.
rr^ f-
Das Stück wurde einem Theaterdirek
tor eingereicht, von demselben aber
schleunigst zurückgereicht. Der Herr
MarqmS irahm angesichts dieser Wal
dung an. daß er nun dem Dichter nichts
titng ernsteUen könne. Der Dichter war
aber anderer Ansicht und wendete sich
an die Gerichte.
Zu einem merkwürigeu
Kontra ft gab kürzlich ein Kostümfest
in einem feinen Pariser Salon Anlaß.
Unter den Geladenen befand sich nüm-
von Valorc mit Gemahlin, die in glän
zender, indischer Tracht ans dem Bon
leoard zu proiitcttirctt Pflegen. Um siel)
nun für den Ball entsprechend zu
„foftümimt," erschien der Nabob
im Frack, seine Fran in einem weißen
Ballkleid. Das indische Paar glaubte
allerdmgS höchst exotisch aus es war
etivaS wie ein Ballabend aus der ver
kehrten Welt.
Eine schreckliche Katastrophe
hat am 30. Dezember die Stadt Cor
dova in Argentinien heimgesucht. Durch
dcu plötzliche» Bruch eiueö Kanals er
gossen sich ungeheure WassermaÄeu über
die Stadt, deren uichtsahneude Bewoh
ner sich, da es Nacht war, in tiefem
ier
Mit ungeheürem 8uxn« er»
rangirte kürzlich ein Petersburger Fi«
nanzmann eine Ballfeier. Die Toilet
ten der Damen waren ganz außer
ordentlich kostbar md trugen einzelne
Vertreterinnen de« schönen Geschlechts
Kostüme, welche bis 20,000 Rubel ge
kostet hatten. Beim Kotillon erhielten
die Damen als Kotillongefchenke gol
dene Armbänder mit den herrlichsten
Steinen, nnd zwar empfingen die Brü
netten Armbänder mit Nudinnr und die
Blondinen Armbänder mit Saphirstei
nen. Den Tänzern warden goldene
Breloques mit kunstvollen Monogram
men zu Theil. Eine Zeitung berechnete,
daß der gefammte Aufwand dieses Bal
les über eine Million Rubel verschlun
gen hot. ES verdient allerdings her
vorgehoben zn werden, daß ans dem
Dalle attch namhafte Beträge für die
Armen gezeichnet »nrbetr.
Ein herrath«lustigerKerl«
ruber, ivetcher sich seine bessere Ehe
hiitste anf dem nicht mehr »ngewöhn
lichen Wege de« Inserates suchte, war
Wachstum der Zwiebel beeinträchtigt das Schreiben und dieses wie
wird. Man kann diesem Mißstand das ^)ild cntstelcn den Standen dev Ei
cinigerniaßen dadurch abhelfen, daß man staunten, -^te ihm so gut gefallen Hatte,
den Sauientrieb zeitig aufschlitzt und
luaL
den inneren etcngcl abbricht. Nach vorsichtig war, ych uuitgcuMichem Alte.
dem betreffenden Heirathökaudidaten
vorzustellen.
Uli) mvu nuvi|iii||iy viiiyuuywiutv nu= .. ... ,xvx
feint sind, anf eine ovale Schüssel, vier kommt nnu alles auf cutc )orgfat» acht: „Die beiden yte|crvi|ten Mol)
schreibet sie, ohne ihre Form zu ver- tigeBearbeitung an, Dietlingen Pflan- iind Haase, welche in Spandau eine
ätivent, der Quere nach itt passende! cn uiüffcit oiivgeliiiiiiit, öfters behackt sechöwvclicntliche Festungshaft ability
Geradezu 11 für
iAltc, welche deutsche Militürverhält
I nisse mir einigermaßen kennen, klingt
folgende aus Berlin gemeldete Nach­
1
,1 Wl ,jiw
if
stellte Bwtvergiftmrs fest.
die iprch eine kleine W»mde anf der
Zungenspitze entstanden lvar. Lebens
gefahr ist immer noch nicht anchzefchws-
Ans die Bvhn^e wolltekvrzkk^ein
italienischer Marquis fich und seine
Fran, mit welcher er llnfrtefcm lebt,
drei Zoll ttef, bringen, nnd hatte z« diesem Zweck ein
ungarisches Kamtkiendrmna bei einem MMinder
SchristMer bestellt. Für diefes Gtitck.
»Malsanta^ betitelt, erhielt der Autor
eine Abschlagszahlung von 60 Lkre.
Die Polizei
Schlummer befanden. ..
..u lvecken. Diese sprangen iu dem
Glaubot anf, daß es sich uut eine Re
Volution handle, lernten jedoch sehr bald
ihren Irrthum einsehen, da das Wasser
in. den Straßen immer höher stieg und
das Gas iu den Laternen auslöschte.
Die schrecklichsten Seenen trüge» sich zu
und lautes Jammergeschrei erfüllte die
Straßen. Man schätzt die Zahl der
um'S Leben gekommenen Perspnen auf
150 und den durch den Bruch des Ka
nals entstandenen Schoden aus .3,000,»
000 Dollars.
nicht wenig erfreut, auf feinen Ruf eine that ernst, schweigend und würdig em«
stattliche Zahl von hübschen Bewerbe« Zug heraus, sog den Rauch ctmiutd giefr
rinnen gefunden zn haben, wie die den
Briefe« beigelegten Photographien be
wiesen. Unter diesen 50g ihn besonders
eirfBild an, das ihn ganz vertraut und
bekannt anheimelte. Da er in begreif
licher Neugierde immer zuerst die Bil
der und dann erst den begleitenden Text
anschaute, griff er mit Spannung zu
dem Briefe der von ihm im Geiste be
jcl.nc ,cV)cfllP srr .««rftZ:
tcit, weil sie, als Anhänger
der „vf.-.teu Stirche" und
llebcrzcuijjiug, bekanntlich vor einigen
nd aus innerer
iDiomv.cii erklärten, sich ferner nicht
mehr i::i SiricgSbicnst ausbilden lassen
zu können, und einer Eiitbcrufiutgö
ordre zn einer vierzehntägigen llcbitiig
nicht Folge leisteten, sind nunmehr von
I der aJÜlitör^flicht befreit, indem ihnen
die Militärbehörde AnöwandernngS
pässe nach Amerika crtheilt Hot. Mal)
uiti) jaafc verlangten seinerzeit vom
VJtiiitiir.)C!icht, ausgewiesen zu werden,
worauf' diese Behörde nicht einging.
Die beiden Exreservisten Verlanen in den
nächsten Tagen Berlin, um in Amerika
1
als gut besoldete Missionäre in den
Dienst der „Reuen Kirche" zu treten,
1
die daselbst eine große Anzahl Gcmcin
den auszuweisen hat."
Bwn »er Ta
d»k«psei^e.
An geistreicher Franzose macht"In
einer amüsant« Plauderei über .die
Tabakspfeife" folgende Bemerkungen:
Eine Tabatspftife besteht aus zwei
Stetten, einem Pfeifenrohr und einem
Pseifenkopf. Welche Bechhiedenheit in
den Formen, in der Masse, iu der Art
der Kifammeustekkmg gehvrt dazu, nm
an« diesen zwei Elementen ein Ganzes
zu bilden.
Jeder der beiden Theile hat feinen
eigenen Charakter er stimmt mit dem
des Volkes überein. welche« diese oder
jene Pfeifenfvrm sich anserwiihlt hat,
liefe oder jene Plcuue renicht, je nach
dem sie der heimathttche Boden zeitigt.
Ich möchte Brillat-Savarin eine sei
ner Behauptungen, entlehnen und frei
nach ihm wiederholen: „Sage mir, was
du ranchst, Wied« rauchst, und ich werde
dir sagen, wer du bist."
Der Bambus muß in China zu allem
herhatten man fertigt aus ihm sowohl
Häuf« als Schiffssegel, Alle Pfeifen
rohre sind aus Bambus. In Indien,
als dem heißeren Klima, ist der Bant»
bus schon seltener. Dort hat matt
kupferne Pfeifenrohre und solche aus in
'fin?* ftisches Wasser getauchten Stoffeu.
In
Persien finü sie aus Jdem Holze des Jas
min gefertigt, in Klein-Asien ans Kirsch,
holz, in Europa aus allen möglichen
Holzarten, ferner aus Horn, Rohr, mu
sischer Arbeit und so sort, je nachdem
die Mode eine Laune hat.
Im Innern der Philippinen haben
die Eingeborenen als Material zu Pfei
fenkopfchen nur reines Gold zur Ver
fügung. Sie verwenden ganz einfach
die Goldkörner zu diesem Zwecke, die sie
in dein nächsten Flußbett finden. Die
vorgeschichtliche Steinzeit zeigt uns in
Amerika natürlich steinerne Pfeifen mit
platten Köpfen, ein Material, für wel
ches matt noch keine Erklärung gefunden
hat. Bielleicht steht diese einzige Aus
nahme mit einem religiösen Gedanken
in Verbindung. Tiedemann hat zum
Beispiel in seinen Berichten über den
Ursprung des Nanchenö festgestellt, daß
der Tabak in Indien als ein heiliges
Strait galt und daß das Rauchen eine
religiöse Verrichtung, eine dein höchsten
Wesen dargebrachte Huldigung war.
Steine feierliche Handlung wurde vorge
nommen, ehe nicht zuvor das Statu met
entzündet und eine Ranchwolke nach den
vier Erdrichtungen gepafft war..
Ich habe in amerikanischen Gräben»
symbolische Pfeifen gefunden, die un
möglich zum Gebrauch bestimmt gewesen
sind, denn dnrch das Rohr sowohl wie
durch deu Kops konnte man höchstens
mit einer sehr seinen Nadel stechen.
Aber auf der Platte selbst rollte sich eine
ganze Götterwelt, in abscheulicher Roh
heit modellirt, auf.
Die bemalten, geschnitzten, mehr »der
weniger ornamentirte» Pfeifen finden
fich sehr häufig. Der Geschmack nub
der künstlerische Instinkt eines jeden
Volkes entwickelt sich in dieser Richtung.
fehr felbstständig.
1
Zum Schluß stellt drt Autor noch'
folgende Thesen auf
1
1. Die Tabakspfeife ist ein charak-'
teristisches Merkmal jeder VölkerraH?.
3. Die Beweglichkeit einer jeden
Rasse befindet sich in Uebereinstimnmag
mit der Länge ihrer Tabakspfeife. Je
kürzer das Rohr, desto arbeitsamer das
Volk. Je länger, desto fauler. Z»
Beginn de-3 Krimkrieges that Eanrobert 1
mit Bezug auf die Haltung der türki-!
fchen Soldaten folgenden Ausspruch: I
„Prächtige Leute! Sie würben uoS|
fommciier sein, wenn sie sich entschloß
sen, den vierten Theil ihrer Pantoffeln
3tt opfern und ihre Pfeifenrohre
Stücke zn zerschneiden.
3. Je sparsamer ein Volk ist. liest»
kleiner ist auch seine Pfeife. Je. ver
schwenderischer und gefräßiger, um so
größer ist auch der Kopf ihrer Tabaks
pfeife. Als einstmals noch die Häupt
linge der Indianerstämme 3?ordemttir
ta» die Interesse» ihrer Parteien $a
verhandeln haften, ging entweder ei»
mit einem Skalpe gefchmücftctF KriessS
talumet oder eine gefiederte Friedens
pfeife feierlich herum int Streife. Jeder
die Pfeife an den Nachbar. Dann be
gannen in aller Knappheit die. Verhaus
luugeu. Bei den Negern dagegen, die
ser schwatz!,asten, kindischen Rasse,
alles Mögliche herhalten muß, nnt em
„Palabcr" veranstalten zu können, steht
in der Mitte ein großer Topf, aM wel
chem eine Menge Pfeifenrohre ftaemu
Und die siimmtlidien Neger nehmen
ein flüchtiger gleichzeitig Jeder ein Pfeifenrohr, rau
chen ttiiD schwätzen gleichzeitig itiiniö
lich lauge, ohne daß etwas dabei heuWö
komint.
4. Schließlich kamt stau troch der
Art, wie geraucht wird, auf bat Geist
einer Ri-.sie schließen.
Ich luitl hier meine (irörterminer: be
enden. (S'iiicv Tages sah der ^raye Ve
stris, der sich, bcicheibeu wie cv war, der
„Gort des Tanzes" zn nennen psiegte,
seine Schüler ein Meunett üben. Die
ses Schanspiel versetzte ihn in tiejed,
crusted
vJtachDeiu'ei!,
ans luelchcm er jäh
ntit dem Ausrufe erwachte: „ivic viele
Dwg« im cta rnmut!-
Cv
C-Cl!v01.
tirfl hnr finiiifii lin Munde, Werse im einen B.tiei ans 01c
Tanse.ide, von ineiuein Bruder und nur
seit snnfzig Jahren gesamnielten Ta
bakspseifen, und ich mochte ebenfalls
aufrufen „Wie viele Dinge sagt doch
so Ick eine Ta^akspseifeusammlnng
In den er. @,toaten fan
den im Jahre 1890 nicht weniger als
10,671! Bankerotte statt. Als Ursache
desselben wird von Bradstreet's angege
ben Unfähigkeit 2005, Unerfahrenheit
Gll, z» wenig S£apital4052, durch Ban
kerott Anderer 275, verschwenderisches
Leben 532, Vernachlässigung 390, über
mäßige Konkurrenz 246, ungünstige
Umstände 1346, Spekuliren 604, Be
trug 416.
ten waren. ®te gehören Miftllo«
fticr iMU ipuitvcn (Kif WfWT wer*
den sie, menschSchan Ermetteu nach,
each noch leuchte», wenn die Semtt
ihren letzten-Skuhl anSgchmdt
Das also ist da« Leben der Ge
wie es die WHen^chast eduetot
A het,mck««ÄMMBl
Oto^nBriiÄ i@teae4n
Weise ab. W^derMvchh von
der foirigen Jvg«d,.b«rch
der M»nneftzeit, pnäe»
ruhigen Tagen de« G«jMaVer«chi»
Sbrrgeführt wird mnerhalb einer Zeit«
spanne, wt nnr setten den «dtzüWneü«
gen Umlauf der Erde umdttSoane
überdauert, so durchmessen die. Gestirne
im Bertanf von Aeouen ihrDaian,^em
gte^qi Zwange der NothwendigkÜ ^e-
Als sich bor nicht lauger Zeit ein
großes SchiffSuatzlück er^anethatte»
pchr die dabettkm der Jidbimt daß
der.Herald" Mhe«« darüber loinennd
em nächsten Morgen ein großes Extra
blatt, da« einen erschöpfenden Bericht
bringen sollte, veröffentlichen werde.
Ein Reporter der „Tribüne- eilte 3am
Gebäude des .Herold," sand Mich Ae
Thürm' fämmtlufi verfthlysse» aber er
ließ sich nicht abschrecken itttb wertete
geduldig, bis endlich—«s war nvHmtt»
te« in der Nacht —ein Setzerjangoher
auskam, den er mit einer Z^hndoüar
note bestach, ihm einen dH nfte« Bür
stenabzüge zu übermiMn. Im Ge
bäude der „Tribüne" stand schon alles
bereit, und als der Abzug erschien, ward
er in dreißig Fetzen zerschnitten unlHtt
zehn Minuten gesetzt. Mehrere Stun
den, bevor der „Heiatb" erschien, hatte
die „Tribüne" schon viele Tassende
von ihrem Extrablatt verkauft. Ein.
anderes Mal sicherte sich der „Herald"
unter Aufwendung großer Mittet die
Möglichkeit, eine interessante Nachricht
zuerst zu briugen, auf folgende srigi
nelle Art und Weife. Der Prinz von
Wales besuchte die 3ttagarafälle um
nun int Stande zu sein, die Beschrei
bung dieses Ereignisses, den Bencht
über die Reden, die bei dieser Gelegen
heit gehalten wurden, ganz allein 31t
veröffentlichen und den übrigen Blltt
tern zuvorzukommen, hatte der Eigeu
thümer des Blattes, der berüchtigte alte
Bennett, das vorhandene Telegraphen
bnrean mit Beschlag belegt. Ein Be
amter des „Hergld" stand dort und gab
EenheitDaanderer
twährend elleulculge Telegramme auf,
daß kein Berichterstatter Ge
hatte, eine Depesche auf zu»
geben. geschah es, daß sich der
Prinz um eine Stunde verspätete.
.Was sollich nun telegxatzhiren fragte
der Beamte telegraphichch an, .mein
Stoff ist total erschöpft, und wenn ich
einen Augenblick nachlasse, stürzen die
Konkurrenten in daS Zimmer-nnd be
ginnen ihre Berichte abrufenden, dann
find wir verloren.- .Telegraphiren
Sie uns da«, erste Buch Moses," war
die Antwort eine Bibel hatte sich der
Seemte verschafft. So'nmrde denn da»
erste und später auchi »och daS zweite
Bnch MofiS teleMephistK. bis endlich der
Prinz erschien. Die Kosten dkeseS Ver
fahrens waren natürlich« groß. Der
Berichterstatter eines anderen Blattes
verschaffte sich den Hericht über'ein
.Interview" auf folgende Weise. Ein
prominenter" hervorragender General
war nach New Dork gekommen und in
einem großen Hotel aligestieMi, sah sich
aber derart von ZtitnugSbtcrvierocrn
überlaufen, daß er,, um sich Ruhe zu
verschaffen, bekannt geben ließ, er werde
den nächsten Interviewer zur Thür
hinenSboxen. Auf diese Aotiz baute
der Reporter, dem wohlbekannt war,
daß der General, tin. streitlustiger, rüsti
ger Herr, der Mann dazw sei, dies auch
»irklich in thun, sxineii! PÄa. Er mit«
Ihete sich einen professionellen Preis»
loxer und verantaßte denselben, in da»
EmvfangSzimmcv deS Generals als ett»
geblicher Journalist rinzuSdringen, wSH»
nnd er selbst verborge»! h$itcr der halb
geöffneten Thilr stand. Wie er eS ge
dacht hatte, geßheh e4.. Der General
drang wüthend-anf den ««geblichen Re
porter ein, uim ihn iu That und Wahr
heit hinauSzuSoxen, fand aber in dem
professionellen. Raufbold- feinen A!ann,
und ,S entspann sick mtu eine regel
rechte Boxer«, die fast eine Stunde
dauerte, und« bereit Resultat war, bah
der General* obwohl ein sehr starker
Manu, trotzdem arg zpibläut ward und
mehrere Tage das Zimmer hüten mußte.
In der Zeitung des Reporters erschien,
aber am selben Ta&t ein spaltenlanger
Detaiuirter Bericht "über daö denkwür
dige Gefecht, dessen Folge war, das der
General, der sich entschieden lächerlich
gemacht iMte, vou seiner Absicht, als
Bciucibcr mit ein politisches Amt auf
zutreten, abstehen mußte.
Berliner N a u. Die
sechs osn der königlichen Sternwarte
fegulii'ivi! liabiisch.cit'"Jtormaluhrcn. ha
ben, ,$vie Piosefsor Förster bekannt
macht:, im vorigen Jahre besonders
regelmäßig gearbeitet. 'Jtur einmal, am
30. rcz'.:!iu-ci'. zwischen 1 und 3 Uhr,
hat iiue VürmvidraNi], und zwar ei« Ziu
rüc'iilabcit ber Uijv am Potsdamer Thor
um 8 2f','2Vui-cn stattgefunden. Sonst
ist von ?itiumtiiii cn Uhren au den Se
tiuVf.ui.--)i|rc -bfuv-t:vn stets die richtige
und den vorderen Ziffer
bliittcvn, mit. Sekundenaugabe
nicht verstiKti uüc, gänz ausnahmslos
.die Wichtige A-iuu'e gezeigt morden. Im
vo: bii' V. f?l auch mit einer öfteren
und uiitjiiiU'itvi'K ii llcbenuachiuig der
.Angaben .«n.c*-cr oder an
.tcv dargebotener
Zeitangaben U:gi)'itit worden. Tiefe
Uvbvti'vachv.r.j juit in bedeutend erwei
tertem Umsteige fc-ri.jcfc^t werben.
1) a S tj ii 11 si ch
I W.tt St rv r' in der Welt
hat die Stadt DheVor. Es bedeckt
einc.Dberp.'hc von l'! Ouadvatnicilcu.
r-v-
»«S «tter Nr 9umu
Wie ermittelt men das Alter d«
©ttme? Die Beantwortung bleftp
Fmge ist selbstverständlich unmödtife
sobald e9 sich «m
handelt, aber sie ist verhaltmHma»g
leicht, wenn man nnr ihre Cntvnle
lungSphasen itt Betracht ziehtj bat»
euch die Gestirne sind dein allgemeinen
Gesetze der Zeit unterworfen, daS sich
in der Entstehung, der BlÄhe nnd dem
Verfall des Seintden ausspricht. Die
ses relative Alter nuu kann mit ziem
licher Sicherheit bei den meisten Ster
nen bestimmt werden, wenn man nur
ein Spektroskop besitzt und dasselbe
handhaben versteht. Vermittelst dies«
Instrumentes untersucht mau uämli
das Licht des Sternes und echfilt dann
ein sogenanntes Spektrum oder Farben
Mld, das sich bau Auge als ein breites
Wrbenbaud mit verschieden yroßen nnd
verschieden angeordneten Linien dar
bietet. Wenn nun aber 'jeder Grund
stoff ein eigentümliches, nach Anzahl,
Färbung und Stellung der leuchtenden
Linien ausgezeichnetes Spektrum her»
vorrnst, ist es auch ermöglicht, von die
sen dderjeneu in einem Himmelskörper
nachgewiesenen Stoffen auf verschie
dene Entwickelungöstadieu desselben zu
schließen.
Bon diesem Standpunkte ausgehend
hat der deutsche Astronom Vogel
auf Gruud zahlreicher eigener Unter
suchungen die Sterne in drei Klassen
oder Typen eingeteilt. Zur ersten
Kla gehören diejenigen Sterne,
deren Glühzustand ein so beträchtlicher
ist, daß dje in ihren Atmosphären ent«
halteueu MeMlldttmpse sich höchstens
nur durch feine, matte Linien im Spek
trum futtdgebeu. Die ft. Sterne sind
wM wir ncuacit als deren schönste!
Rtpriistutantcu den strahlenden Si
rius. Die Sterne der zweiten
Klasse besitzen auch glühende At
mosphären, in welchen Metalldämpfe,
besonders solche des Eisens, enthalten
sind, allein die Temperatur ist minder
hoch und infolgedessen zeigen sich in den
Spektren stärkere dunkle Linien. Die
Farbe derselben ist weiß, mit etwas gelb
lichem Tone. Unsere Sonne gehört itt
dtefe Klasse. Zur dritten Klasse
zählen solche Sterne, deren Farbe roth
oder röthüch ist und deren Spektra
breite, dunkle Streifen zeigen. Das
Auftreten der letzteren, wird dadurch
verursacht, daß die Temperatur ihrer
glühenden Atmosphären bereits soweit
gesunken ist, um den. Stoffen in densel
ben tcheilweise schon chemische Verbin
dungen zn «möglichen. Die Sterne
dieser Klasse sind durch. Wärmeverlust
schon bis zur Rothgluth- herabgesunken^
und es ist so interessant als bedeutungs
voll^ daß die dunklen Souneuflecke auch
Spektren zeigen, welche eine gewisse
Aehnlichkeit mit denjemg.cn der Sterne
dies« dritten Klasse, besitzen. Bow. r/
Wichtigkeit ist ferner der Umstand*.
daß die hierhin gehörigen Stern»
meist einen unregelmäßigen Vichtwechsel!
zsigM. viele von ihnen sind zu Zeiten'
«cht hell, zu anderen Hiten aber licht
schwach. so daß mau: Die nur mit sehr
starke» Ferngläsern noch erkennen faitnu
Dieser 5,'ichtwechsel, diese Beräitdcrungi
den Helligkeit, ist offenbar am einfachsten'
dadiuch zu erklären, day man annimmt,
iit! deu Atmosphären jener Gestirne biU
den. sd) große, dunkle CondensationSS'
Produkte, welche die Lichtstrahlung ve»
hindern, aber doch tum Zeit zu Zeit
wieder mehr ober weniger ausgelöst
werden, wodurch dann» der Stern vor
übergehend abermals- hell erscheint.
Darnach find jene «Stinte also bereit»"
itt einem Stadium angelangt, iit web
chem ihre Gluth unb chr Licht stark zur
9ldgjc gehen, indem, ihre Atmosphäre
mit dunklen MaMt erfüllt, ja viel
leicht die Oberfläche, selbst die ersten An.
fängt zur Bilbnngs röter festen Rintyfc*
ausweist.
In diesem Zustande fbnneit sie nach
Millionen bot, Iah.nn verharren,, bis
Vie Erkaltung foroctit sortgeschritteni ist.'
daß das glühende Innere endlich v«ie
«n einer dunklen. Rinde nmhttllt wird. Ii
Dann Höst alles Leuchten nach außen
hin auf, und der esnft strahlende Stern S
aft iu die Reihe der dunklen ©cltüvrpct
i$rtrctcn, das Mmverfitm zählb eine
Sonne weniger. Unsere eigene Sonne,
Mc, ivie nbcit ermehnt, zu den Sternen
der zweiten Klasse gehört, ist betagemäs.'
»och seh: weit von dem Znstsude der
rothen Sterne entfernt, sie stehet gewiss
sermaßeu noch in der Mitte ibreä kos
mischen VebeuS. Daß aber auch bei
ihr schon "die ersten leisen Zeichen de*
beginnenden Alters sich bemerkbar ma*
ct)cu, beweisen, die 3ouiieufLec!e, bic bail
hier ball da ait ihrer Oberfläche auf»
tauchen, aber freilich nach kurzem Be- L.
stände wieder verschwinden.. Im Vanfc
vieler Millionen von Jahren werden
diese Flecke allmälig zahlreicher, die
Wärme- und Uchtstrahtiuig der Sonn« W
wird sich vermindern, bis endlich auch W
letztere ut die dritte Klasse der Sterne fM
eintritt und nur noch mit rothem Vicht
[euchtet. So sehen wir also an derÄ
Hand ber Spektralanalyse die Sterne"
biirch ei.te Reihe von Zwischensinsen
vom Zustande dec höchsten ^eis^glnth S
Ltiid Jugend.herabsinken bis zum ver
löschen iu stacht nnd Kälte. An der
Hand dieser Anschauung müssen wir
sttutS biuciuö itt strahlend weigern'Vicht,
als unsere Sonne noch nicht Vorhände
war-tuiv noch viel weniger von der (ärhj
eitie opur des Daseins gesunden wnrd
^ber vermag 51t jagen, wie «viele i»j iltio«
neu x)(i')re verstrichen, bis neben den
Strahlen jener Sterne die erste.: Vicht»
schwtngnngcn unserer jungen Sonne
den Weltraum burchzittertcu So viel
ober i|tjutjuucljincu, daß damals, als
unsere Sonne Vicht und Wärme, an^zu- 'A.Ä
senden begann, die Sterne der. ersten
Klasse, wie der funkelnde Civilis, als
leuchtende Fixsterne noch nicht vorhan»
A
jit

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