OCR Interpretation


Grand Island Anzeiger. [volume] (Grand Island, Nebraska) 1889-1893, December 18, 1891, Image 3

Image and text provided by University of Nebraska-Lincoln Libraries, Lincoln, NE

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/2019270500/1891-12-18/ed-1/seq-3/

What is OCR?


Thumbnail for

Schnlunterrteht
sit hervorragender Sthulntann ver
gleicht deutsche und amerika
nische Schulen.
Vor-use dei- deutsehen Unterrichtsm
sens über das ameri
lanisihe.
Die Mängel unseres Systems in
unseren Institutionen be
ariiudetå
Der Chef des Ver. Staaten Biireaud
für Erziehuugswesem Dr. William T
Parriz hat soeben einen Bericht veröf
entlicht, der eine Fülle interessanten
Materials enthält. Herr Harrie, der
als Autorität in allen das Schulsach be
treffenden Angelegenheiten gilt, hat au
genscheinlich außerordentliche Mühe und
Sorgfalt darauf verwendet, werthvolle
Urtheile von Sachverständigen über ame
rilanische und europäische Unterrichtsm
thoden zu sammeln Diese sowohl, wiel
die aus Grund derselben angestellten
Vergleiche zwischen den verschiedenen
Systemen sind größtentheils von so ho
heut Interesse-, daß eine gedrängte Wie
dergabe der benierlengioerthesten Ab
schnitte den Lesern willkommen sein
dürfte.
Die politische Gliedern-ca Deutschlands
hat dazu geführt, daß die Leitung des
Schulwesens eine ziemlich verwickelte ist,
daß jeder Staat sein eigenes System
verfolgt und Einheitlichkeit nur in den
Volksschuleu vertreten ist, und auch
dort nicht in dem wiinschenswerthen
Grade.
Eine Folge dieser Verhältnisse ist es,
daß es für den Auslander ungemein
schwer ist, sich ein richtiges Urtheil zu
bilden, weil so viele verschiedene Arten
von Schulen eriftiren, die zu llassifiziren
äußerst schwierig ist.
Die Deutschen sind der Ansicht, daß
gründliche Disciplin des Körpers und
es Geistes nöthig find, um die besten
Erziehiiitgs-Resiiltate zu erreichen. Sie
legen daher den Schwerpunkt auf folgen-«
de Punkte: Beriictsichtigung der religiö
sen Denkungsweise .sler Schüler, Reli
gionsunterricht als Basis des ganzen
Unterricht-I nnd di-: halb Hauptsach in
der Eleinentarichule; Schulzwang;
zweifellose Dichtigkeit aller Lehrer in
privaten wie in öffentlichen Schulen;
Turnunterricht von höchster Wichtigkeit
Die Folge dieser Principien ist, daß die
Schüler nicht nur unterrichtet, sondern
erzogen werden, und zwar unter den
günstigsten Verhältnissen; weder durch
religiöse noch lakale Sonderbestrebungen
wird das Erziehungswerk gehemmt.
In allen Schulen wird besonders da
rauf geachtet, dass durch religiöse Unter
schiede leine Reibeieien entstehen. Man
folgt denitslrundiaty dafz der Anders
denlende nicht nur geduldet, sondern
seine ileberzeiignng respektirt werden
muß. Hier-zeigt sich der Werth fahiger
Lehrer, die selbst vorzüglich disciplinirt,
im Stande sind, ans ihre Schiilerin glei
cher Weise einzuwirken. Jhre gründliche
Ausbildung befähigt sie nicht nur, die
Unterrichtsgegenstande zu beherrschen
und den Schülern zu lehren, sondern die
Letzteren zum Erlassen und Verstehen
des Gelernten zu veranlassen.
Turnunterricht wird in jeder Weise
gefördert. Man hat erkannt. daß ohne
Stählung des Körpers die schwierigen
Prüfungen nicht durchsiihrbar sein wüt
den, selbst in Deutschland’s gesundem
Minia, wie ja auch trotz aller Bemühun
gen in dieser Richtung die Folgen der
eistigen lieberanftrengung noch immer
ilühlbar sind.
Die Regulationen betreffs Qualifika
tion der Lehrer werden sehr streng durch
geführt Schüler fungiren niemals als
Hiiisslehrer. Jn den preußischen Se
minaranstalten müssen die eintretenden
Zöglinge mindestens 16 Jahre alt sein
und dürfen nicht unterrichten, ehe sie
das 19 Lebensjahr erreicht und ein
Examen bestanden haben. Die Zahl der
weiblichen Lehrlritfte ist bedeutend gerin-«
ger, als die der männlichen.
Wenn man den Unterschied zwischen
deutschen und amerikanischen Schulen
präeisiren will, so muß inan das Tem
perament nnd die politischen Institutio
nen der beiden Völker in Betracht ziehen
Der deutsche Knabe ist ruhig-erscheint
dem Amerilaner mitunter sogar dumm
——er ist durch die Gebrauche und Gesetz e
seines Vaterlande-«- an piinltlichen Ge-j
horsam gewohnt ur oentnhe smave
hat daher grusxere Buchergelehrsamteit
und ist in hoher-u Grade im Stande,
seine Gedanken »Fusannnenzuhatten; als
der amerikanische Knabe gleichen Alter-L
Aus diese-n Grunde braucht der deutsche
Lehrer nicht so viel Mühe nnd Zeit da-»
rnus zu verwenden, seine Schüler inf
Ordnung zu halten,- wie sein anterikaniss
scher College, und während er nicht im-.
mer so brillant ist, wie unsere besteni
Lehrer-, so ist er dafür breiterundgritnds
sicher
Die deutschen Schulen unterscheiden
sich von den amerikanischen mehr in Be
zug aus ihren Lehrplan, als irgend
einen anderen Punkt. Deutschland legt
großen Werth darauf, daß die Schulen
nicht allein von fähigen Lehrern gelei
tet, sondern daß diese Lehrer auch von
ebenso tüchtigen Autoritäten im Erzie
hung-wesen unterstünt nnd til-erwacht
wer . Die deutsche Schale ist voll
ständig srei von Politik. Die Leh
rer werde-i mit prefer Sorgfalt ausgo
wühlt; sie sind Staatsbeamte und erhal
ten Pension, wenn sie in den Ruhestand
treten. Hier in Amerika existärt kein
System irgend welcher Art, Cvmites er
scheinen auf der Bildfläsæe und ver
schwinden wieder, und da elbe ist der
Fall mit den von ihnen erwählten Beam
teu. Die natürliche Folge ist, daß, ob
gleich in unseren wirklich guten Schulen
ebenso gute Lehrer thätig sind wie in
Deutschland, nirgends dieselbe Sorg
salt und Mühe darauf verwandt wird,
den Lehrplau dein geisti en und körper
lichen Wachsthum des Zindes anzupas
es- die nöthigen Lehrmittel für das
Schulzimmer zu beschaffen und eine ein
heitliche Entwicklung des Kindes herbei
zuführen. Es ist möglich, daß für diese
Mängel unserer Schulen eine Entschul
digung vorhanden ist-aber den Grund
des Vorhandensein-J der Mängel müssen
wir in unseren demokratischen Institu
tionen suchen.
Das künstliche M
Es hat hier, schreibt ein wahrschein:
lich auch nicht erst gestern aus dem Ei
gekrochener Eorrespondent aus New
York, in den letzten Tagen eine ziemliche
Sensation gegeben, und der Grund da
von war das künstliche Ei.
Ein Individuum, welches behauptete,
den Proceß, es anzufertigen, erfunden
zu haben - »patentirt und Nachahmung
verboten-, hat hier Proben nicht nur
gezeigt, sondern auch in der Stadt herum
verschentt
Etliche Dutzend wurden in hiesigen
Clubs zubereitet, gesotten, als Spiegel-·
eier, als Riihrei, Zol - Eier und »Ver
lorene« Eier, dito zu Eierpunsch ver
wendet und servirt, nnd siehe da, der
allgemeine Wahrspruch der doch sicher
competentenzeinschnierkerwar, daß es un-l
möglich sei, sie von Natur Eiern zu uni
terscheiden I
Im Ueufzeren feyen ne genau fo aus«
wie frisch vom Hahn Bricht man die
Schale des rohen Eis-, so flappt der Jn
halt in’s Glas so natürlich wie möglich,
das Gelbe und Weiße ungemischt. Man
hat behauptet, daß das künstliche Ei nie
zum Fluchen ,.geschlagen« werden kann,
aber diefe Eier schlugen fich snperb.
Chemisch, sagt der Erfinder, seien
seine Eier eine vollkommene Wiedergabe
des Niitiirprodukts. Maigsniehl liefere
den »Grundtext«. Das Weiße sei na
türlich reiner Eiweißstoff (Albumen),
während das Gelbe eine locnplizirtkre
Mischung von Eitveis nnd verschiedenen
andern Grundstoffen fei. - Auf der Jn
nenfliiche der Schale ist eine Fütterung
mit Etwas, was fich wie das zarte von
der Henne gebildete »mollige« Membran
ansieht, während die Schale selbst laut
Angabe in zwei Hälften angefertigt wird,
die so kunstvoll ltzusantnieugeklebt werden,
dasz Niemand die Verbindunggränder
mehr zu erkennen vermag. Mit ganz
iiberfliissiger Genauigk it ist sogar der
Keim des Ouhnes wiedergegeben.
Die Eier haben, wie die Hühner, ver
schiedene Formen und Farbentöne. Man
kann also, wenn sie ’mal in den Markt
kommen, künstliche Eier von Jung- und
Aithennen, Zhanghai·s und Bantanth
und runde Perlhuhn-Eicr kaufen. Aber
das allergrößte der Wunder— sie können
zu l» Eentö das Dutzend verkauft wer
den, und werden nie faul. An Zucker-!
bäcler und Andern, welche Eier in großen
Mengen brauchen, wird das Weiße und
Gelbe getrenntiu herntetifch verschlossenen
Kruge-n verlauft. Oanghiilter können sie
natürlich ebenso beziehen· »
Man hat nun wohl geglaubt und geis
sagt, der Erfinder habe vielleicht, um sei-!
nein Fabrikat Vertrauen zu verschaffen,
natürliche-Eier als Proben vertheilt. Aber
das ist nicht der Fall und kann schlagend
widerlegt werden, da die tiinftlichen Eier
doch an mehreren Eigenthümlichkeiten
kenntlich sind. So ist das häutchenähw
liche Schalensntter offenbar ein seiden
artiges Gewebe, dessen Faden das Ver
größerungsglas zeigt. Die Schale wird
zuerst in zwei Hälftenaus einer Kalkrom
position gefertigt, mit der Futterhaut
austapeziert, gefüllt nnd zusammenge
fügt.
Selbstverständlich hat sich der Ersin
der, da seine Leistung doch ,i,u wunder
bar ist, uni nicht auf Zweifelsniht und
Unglauben zu stoßen, nach absolut zit
verliiisigen Geivahrcsleiiten iiiiifeheu
müssen und dabei das Richtige getroffen,
indem er sich an Standespersonen ge
wandt, bereit Wort anei) in der plebe
jisch auggearteten Welt noch immer mehr
gilt, alsz das dec- gemeinen Manne-T
Er zeigt ein Atteft vor, untersiegelt und
unterzeichnet von den Herren Chevalier
von Lugenbiel,Grafen von Munipih und
Baron von Münchhausen
Der Former aber passe schon jetzt
wohl auf. An seine Butter sind sie ihm
mit der Ochsen- und Schtveineschniiere
gegangen, und fehl wollen sie ihm an
seine Eier. Er stelle schleunigst neben
die Forderung für das AntiOleoniar
garinGefeh diejenige für eine Achter
tliirnng gegen das Kunst-Ei, denn für
zehn Cent legt ihm die beste Henne kein
Dupend Eier. Für ihn ist tein Basi
gdlenlsi gefährlicher als dieses Kunst
i
Auch ist die Weltausftellung bedroht.
Denn was will fie, wenn diese Kunfteier
dort zu Markt gebracht werden, noch für
fanneluchen aus ihren Tolumbus-Eiern
ackenPl
sieee ueussekanisoe case-must
Wie in einer Wüste plöylich eine Oase
entfte n kann, fo ist in Brazoria Tounty
un fü östlichen Texas, an der Mündung
des Vta its-Flusses, in der w iten Prat
rie, neel sich am anzen Golf von
Mekiiv dahinziehh m t Einem Male der
Belaeco mit einer Tiefe von
M Ins esse-Ideen und was vor
noch einem Jahre ode Prairie war, ist
iene Stadt mit Werstem Lager-,· Ge
schäfte-, stattlichen Lohn-Masern und
Hotels geworden. Die Privatgesell
schast, »Ihr Brazo Rioer Channel cke
Dock Companh« zu Velasco, hat es sich
zwei Millionen Dollars kosten lassen,
um aus einer Tiefe von drei Fuß Was
ser aus der Saudbank mittels des Baues
der »Jetties« achtzehn Fuß zu schaffen,
und noch dazn an einer Stelle, wo die
besten Ingenieure der Bei-. Staaten es
als eine Unmöglichkeit erklärten, tiefes
Wasser zu schaffen.
Die Gesellschaft hat bereit-J über eine
halbe Million Dollars werth Baustellen
und Stadtland verkauft, und überall hört
man die Säge und den Hammer des
Vatihandwerkes.
Vergleicht man dte blühende ältere
und große Stadt Galveston, das Ein
gangsthor zum Staate Texas, mit der
jungen Riesin Vetasco, so muß man
wohl zu dem Schlusse gelangen, daß die
Letztere natürliche Vortheile besitzt, wel
che Galvestou uie erlangen kann. Es
herrscht kein Zweifel, daß Galveston mit
der Bewilligung Uncle Sam’s von sechs
Millionen Dollars in fünf oder sechs
Jahren tiefes Wasser erlangen muß.
Allein Velasco besitzt dies bereits.
Galvestou ist auf einer Jnsel gelegen
und muß zwei Eisenbahnbrücken, jede
von zwei Meilen Länge, vom Festlande
über die Bai mit einem jährlichen Ko
stenauswaude von 5(),00() bis 60,000j
Dollarss unterhalten, ohne das Monopol;
der WerstiConipagnien in Anschlag zu»
bringen. Solche Ausgaben miisseu na-’
tiirlich auf den Handel geschlagen wer
den, während Velaesco auf dem Festlan
de gelegen ist und nicht solche Ausgaben
zu tragen hat.
Galveston besitzt kein Brunnenwasser,
obgleich solches durch artesische Brunnen
mit der Zeit erlangt werden kann, aber
Velasco hat bereits gutes Brunnen
wasser.
Die Insel Galveston besitzt keine
Landwirthschaft, und solche Produkte
vertheuern das Leben des Arbeiters un
gemein, während Velasco von dem
fruchtbarsten Lande umgeben ist, nnd
das County eine Farmerbevölkerung
von 1i;,()0() Menschen zählt. Galveston
liegt auf einer Sandinsel, welche den
Stürmen und Fluthwellea des Golfs
ausgesetzt ist; und wenn es auch so
sicher vor gänzlicher Ueberschwemmnug
sein mag, wie die ColoradoHiigel bei
Ausnu, so giebt es doch viele Menschen,
die einigen Zweifel darüber hegen.
Velasco dagegen liegt von der unmittel
barezs Golftüste entfernt und ist gegen
solche Zufälle geschützt.
Wir glauben nun dessenungeachtet,
daß Galveston mit seiner regen, thätigen
nnd reichen Einwohnerschaft eine große
Zukunft besitzt, sobald es tiefes Wasser
erhalt; denn Vieles, was Mutter Erde
der wunderbaren Stadt Velaizco verlie
hen hat, läßt sich durch den ungeheuern
Reichthum dar Stadt Galveston wohl
schaffen und bewirken, aber es bedarf
immerhin der Zeit, und in dieser ist
Vetasco vor. Dennoch braucht die Ein
wohnerschaft Galveston’s um die Exi
stenz der Stadt nicht zu fürchten; denn
das wunderbare Aufblühen des ganzen
Staates Texas, sowie die crigenschaft
als Ausgangspunkt des ganzen Westens
von Nord-Amerika nach der See kann
nicht nur zwei Seehäsen am Golf zur
Blüthe bringen, sondern es können sich
dann noch mindestens zwei Seehäfeu
mehr am Golf zu Handel, Wandel und
Wohlstand emporschwingen.
Ein Brieftvechsel swttchen Fürst u.
cost-redistr
Am l:3. Juli 1595 schrieb Herzog
Friedrich von Wiirtteinberg an seinen
Hostirediger Dr. Andreas Osiander,
»Ich hab unhn Mhir iiber die 26 Jahr
Allhier Hossprediger gehörtt (und schier
jetzigen Hofspredigers Alters) Aber nie
so uuhosfliche nnd hochtrabende Als jetzo
Ein Jahr Reiner ( -—eiu Jahr herein,
seit einem Jahres. Da doch die lHof
prediger Etwas hissslicher nnd bescheidte
ner sein sollten, Als die Gemeine Dorff
psasfen, dann da nian sie under denselben
suchen sollte, welch vil psund wache
und nuschlicht draus gehen wurden
Friedrich« »Am l-t. Juli 15l)5, also
lag-Z daraus, gab der Hosprediger die
Antwort. Sie ist etwas augfiihrlicher
atthesallen, als des Herzog-s Brieslein,
weswegen wir sie nur in den Haupt
stellen wörtlich hersehen Zunächst ist
aus der Antwort zu ersehen, daß dein
Hosprediger das Brieslein am Sonntag
,,gar spät« noch iiberbracht wurde, wo
raus zu schließen, dasz der Herzog den
Aerger, den er von der Vorniittagspre
digt gehabt, nicht niit zu Bett nehmen,
sondern vor Schlafengehen noch an sei
uen Mann heimgehen wollte. Der Hof«
predigt-r nun »belennt geru, dasz ei- sich
utn höflichst Predigen nicht viel ver
stehe, sich auch großer sinnst und Elo
aneny nie berühmt« habe. Zur Hos
Predieatur habe er sich nicht gemeldet
sondern sei »ohn all sein oder der seini
gen Prospicieren« wider seinen Wi len
dazu gemacht worden. Er habe deshalb
die »trojtliche Bedenlhnng, daß er sich
nicht selbst eingetrungen«. »Ich waiß
aber auch das wol«, fährt der tuuthigc
Hosprediger fort, »daßsich’s in reprehen
sione Vitioruni auch zu Hof nicht viel
prangen läßt, und dieweyl die hofleut
so wol siindigen als die Bautsleut, muß
man Jnen auch (adhibita tamen debita
modestia) deren ich mich biß daher so
vil mir mitgiich gewesen, beslißen, auch
jederzeit (in genere) geblieben und in
(speeie) aus niemanden gestochen, das
eses so wol scherpssen als den Bauten
sy nttemaljl (in regneU dei) n respeltns
(personarnm) gilt than Jch
nicht gedenkhen, daß E. F. G; als ein
christlicher nnd hochberstendiger Fürst
ob der (jnsta Vitiornm reprehensione)
einiges mißsallen tragen.«· Was daher
der Herzog von »unbeschaydnen und
hochtragenden Predigen« schreibe, ver
stehe er, der Hofprediger, nicht; er bitte
ihn also ,,nnderthenig demüettig und
umb Gottes willen,« der Herzog wolle
ihm »an,3eigen oder etwas weitterer zn
verstehen geben, was sie an meinen Pre
digen desiderirn,« damit er nicht ,,hiesüro
sein Ampt müsse mit Seusfzen thun
(Hebr. 13), und mit erschrockhnem Her
zen anff die Kanzel gehen.« Er wolle
alsdann gerne ,,vermittelst göttlicher
gnaden sich bevleyßen und den (stylnm) s
also attetnperiren, daß zwar (offirio)
nichts versanmpt, aber doch E. F. G.
nicht unnöttig offendirt oder denselben
zu ungnedigen nachdenlhen uhrsach ge
ben werde.« Diese Briese sind erstmals
gedruckt in dem »Wiirtt. Jahrbüchern
für vaterländische Geschichte« etc. von
Mennninger, Cotta’6 Verlag, Jahrgang
1824. Ob der Herzog den Wunsch sei: i
nesz Hospredigerg erfüllt und ihm »Wei
teres« zu verstehen gegeben hat, ist aus
dieser Quelle nicht zu ersehen; so viel
aber ist sicher, daß die Osiander hernach
noch Jahrhunderte lang in Wiirttemberg
in den höchsten kirchlichen Ehrenstellen
gestanden haben.
Eine verkaufte Fran.
Die Blättter des französischen De
partements Calvados erzählen eine Ge
schichte von einer verkauften Frau,die
ganz unglaublich scheinen würde, wenn
sie nicht mit einer so großen Anzahl oon
Einzelnheiten begleitet wäre, daß man
sie wohl für wahr halten muß. Der
Feldwächter Ledevin schuldete einem ge
wissen Vicaire den Betrag von 60 Fran
ken, nnd da es nicht unbekannt war, dasz
Bicaire große Stücke aus Frau Ledevin
hielt, so kam der Mann auf den Gedan
ken, dasz man sich gütlich vergleichen
könne. Er machte also den Vorschlag,
Vieaire möge ihm die 00 Franken er
lassen nnd dafür seine Frau nehmen,
worauf Vicaire sogleich einging. Als
ordnungsliebende Leute lauften sie sich
einen Stenipelbogen, aus dem folgendes
Schriftstiick eingetragen wurde: »Ich
Endesunterzeichueter, Ledeoim Feld
wächter in Montpiugoiy erkenne an, dasz
ich Herrn Vicaire, Tagarbeiter, die
Summe von s30 Franken schulde, und
verpflichte mich, ihm als Zahlung meine
Frau abzutreten, über die er von diesem
Tage an volle und unbedingte Verfü
gung haben soll, unter der Bedingung
jedoch, dafz diese auf jede Forderung an
mich verzichtet, gez. Ledevin. gez.
Vieaire.« Dieser Vertrag kam denn
auch zur vollen Ausführung, hatte aber
noch kleines Nachspiel vor («83ericht, wo
sich das Trio wegen nächtlicher Ruhe
störung zu verantworten hatte. Es
entspann sich folgende-·- Zwiegesprächs
»,tvischen dein Richter und dem Auge-s
klagten: »Sie haben gehört, Ledeviins
Sie sind angetlagt, iu der Trunkenheits
Lärm gemacht zu haben.« »Nein, Herr»
:Friedensricl)ter, er (auf Vieaire zeiss
sgend) ist es gewesen, er und seinel
IFrau.« »Aber Zie sind doch Ledevin?«
!,,Jawohl«. »Aber d. h. sie war meines
!F-rau, aber jetzt ist sie die Frau Vi i
caire’s«. Dem Richter schien dieser?
Rechtsfall unverändlich, aber der anwe-i
isende Polizeilonunisfär, der offenbar
besser unterrichtet war, tlarte ihn auf,
indem er die oben wiedergegebene Ab
tretungsnrkunde verlas, die bei den
Zuhöreru ungeheure Heiterkeit hervor
rief. Viraire erklärte hierauf, er habe
sich die Sache überlegt und er sei bereit
Idie Frau gegen Zahlung der W Fran
skeu wieder abzugeben, was aber von
Ledevin mit Entrüstung zurückgewiesen
wurde: »Fällt mir gar nicht ein, jetzt
nach drei Monaten!« Das Ende vom
Liede war, dasz die ganze Gesellschaft
wegen Trunkenheit und Lärmens zu je
15 Franken Strafe und drei Tagen Ge
fängniß verurtheilt wurde, worauf die
f beiden Männer mit ihrer Frau sehr zer
kuirscht den Gerichtssaal verließen.
Ueber Abhårtung.
l Jn unserer Zeit ist der Kanin unin
Dasein recht schwer geworden. Er er
fordert einen ganzen Menschen, einen
tUiensehen, der gesund an Leid und Seele
ist. Viel körperliche-S Ungemach und viel
Leid giebt eiJ zu ertragen. Unser storper
kann schon etwas aushalten, unter der
Voraussetzung allerding—3, das; er abge
hättet ist. Abhärten heißt hart machen,
nnd es ist das gerade Gegentheil von
dein, was viele zärtliche Mutter heutzu
tage mit ihren Kindern thun, sie »der
painpeln« sie. Kein rauher Luftzug
darf das liebe Muttersöhnchen treffen, so
übermäßig warnt wird es in Wolle oder
Pelz gepackt. Und wennks doch einmal;
in die Kälte kommt, da sind nun Husteu
und Schnupseu nnd Schlimmeres die
unausbleibliche Folge. Dein Bettel:
jungen, der im leichten Kleidchen tagss
über auf der Straße uuiherwandert, wird
so etwas nicht leicht geschehen, und trotz
dem sieht er roth und frisch und jene
Kinderchen sehen bleich und kränklich aus.
Das ist der Segen der Abhärtung nnd
der Unsegen der Verpampelung. Darum,
ihr Väter, ihr Mütter, sorgt bei euren
Kindern für Abhärtungl Gewöhnt eure
Kinder auf eine zweckmäßige Art an eine
vernünftige Lebensweise, denn das Ab
härten besteht im Gewöhnen. Was soll
denn nun abgehärtetwerden? Nun, mit
einem Wort: der ganze Körper; die
Muskeln, daß sie auch eine größere An
spannung vertragen; der Magen, daß
er nicht gleich den Dienst versagt, auch
weåin er bekommt, was ihm nicht gerade
pa t.
Bot Allein Aber soll man auf die Ab
hartnng der Haut bedacht sein. Die
Haut ist ja der Regulator für unser
Wohlbefinden. Sie sorgt für Ausschei
dung der schlechten Stoffe aus dem Blu
te. Jst diese Ausscheidung nnterblieben,
so stellt sich Fieber ein, und die übrigen
Organe werden in Mitleidenschaft gezo
gen. Die Wärme erschlafft die Haut,
die Kälte stärkt sie. Es ist nicht nöthigt
daß die Kinder immer im warmen Was
ser gewaschen werden; es ist nicht heil
sam, daf; sie übermäßig warme Klei
dung tragen; es ist auch nicht gut, wenn
sie in wertveiß wie dicken Federbetten
schlafen. Dagegen wird die Haut unge-'
mein gestärkt, wenn das Kind kalte Wa
schungen und Abreibungen erhält wenn
es Vollbäder oder wenigstens ein Regen
bad bekommt. Es darf auch getrost
versuchen, wie es draußen ist, wenn
auch kein warmer Sonnenschein am Him
mellacht.
Abhartung des Körpers ist eine
Hauptsache Sie genügt aber nicht al
lein. Es müssen auch die geistigen
Kräfte des Körpers abgehärtet werdeni
Manch’ ein körperlich kräftiger Menschs
kann den geringsten Schmerz nicht ertra
gen, bei wenigem Unbehagen legt er sich
in’s Bett, der kleinste Kummer beugt
ihn schon vollständig darnieder. Der
Körper ist stark, die Seele schwach. Und
vielfach haben die Eltern Schuld daran.
Wenn das Kind einen Ritz im Finger
hat, so wird es von der Mama bedau
ert; hat es sich gestoßen, so bekommt es
Bonbon und es wäre geradezu wunder
bar, wenn das Kind nicht empfindlich
würde, da es doch immerfort die Frage
hört: »Wo thut es denn weh? Thnt
es denn sehr weh?« Eine vernünftige
Erziehung wird solche Dinge einfachl
übersehen. Dadurch wird das Ehrge
fiihl angereizt, das Kind wird gegen
Schmerz und äußere-s Ungemach abge
härtet und lernt im Leben aus eigenen
Füßen stehen. Diesen Zweck befördert
das Turnen ungemein. Bei der Ab
härtung hat man zu beachten, daß sie
schon in srühester Jugend beginne. In
unseren Tagen wird mit der Verweichlii
chuug der kleinen Weltbiirger leider noch
recht systematisch vorgegangen Man
muß den Baum biegen, wenn er jung
ist. Zum Andern muß die Abhärtung
allmählig und nicht spruugweise geschehen.
Menerveer’s Esel.
Aus Paris wird geschrieben: Meyer
beer pflegte unt 1845 alljährlich einige
Monate in Spa zuzubringen, das da
mals äußerst stark besucht war. Hier
machte er lange Morgenspaziergänge,
träumend, Melodien und Harmoniege
fiige suchend. Eines Tagesz, als er sich
etwas- niatt fühlte, beschlon er, den Fuß
marsch durch einen Ritt zu ersetzen, und
achtete nicht darauf, wohin das Pferd
führte, bis er durch den anuf aufge
schrectt wurde: »Halten Sie Ihr Pferd
zuriicll Sie stürzen sowft!« Das Thier;
war im Grasen dicht vor einen sechzig
Meter tiefen Abgrund angelangt; nur
ein Kiefel brauchter rollen, und Roß
und Reiter lagen in der Tiefe, Der
Meister wurde aus seiner gefährlichen
Lage befreit und wandelte zu Fuß heim.
Von dieser Stunde an hatte er aber den
Pferden Haß geschworen. Allein reiten
mußte er. Da präsentirte man ihm
Cadet, welchen Adolf Brisson iin »Gan-f
loiS« wie folgt beschreibt: »Er war
grau, von mittlerem Wachse, hatte einen
klugen Blick, ein glauzendes Fell und
war weise, vorsichtig und bescheiden, wie
alle seiner Rasse. Man brauchte ihn
nur zu sehen, völlig beruhigt zu sein.
Seine Hüften trugen einen breiten Sat
tel oder vielmehr eine Art Sessel aus
rothem Sainiut, in dein man sich behag
lich einrichtete. Ohnedas kadenzenartige
Wiegen des Reiteus hätte man glauben
können, man sitze vor seinemKaniin.
Als weitere Biirgschaft begleitete das
Thier ein Efeltreiber, ein hübscher Bur
sche, »der grosse Lambert« genannt; er
kam vom Regitnent, ranchte wie verriickt
und kauderwelfchte ziemlich angenehm
das Frauzösische In seiner Weste von
blauein Tnche neben Cadet anfgepflauzt,
hatte er ein wahrhaft uiartialifches Ans
sehen. Als ihn Meyerbeer sah, war er
verfiil)rt—«und beruhigt ..... Und jeden
Morgen konnte Meyerbeer’s Nachbar
folgende Sceue betrachten: Der große
Lantbert, gut frisirt, und Cadet, statt
lich aufgedonuert, traten in das Gärt
chen des Maestros ein. Der Esel stellte
sich inmitten eines Ganges ans; neben
ihm wurde ein Stuhl gesetzt. Menerbeer
erschien, watschelte die Stufen der Frei-«
treppe herab, kletterte auf den Stuhl
und schwang sich aus Cadet. Er setzte
sich breit und bequem zurecht; dann
sragte er nnt volltonender Stimme:
«Lasnl1ert, toird das Wetter heute schön
sein?«- -»Ja, mein Herr-, es toird selir
schön sein,« antwortete der Eseltreiber
unabänderlich Der Meister saqte dann
lächelnd: »Dann werde ich meinen Re
gensctsirnt nehmen-« Man brachte ilnn
den treuen Regensclsirtn, ohne den er
nicht hätte leben können; er stülpte sieh
den großen Strolslsnt iiber die Angen;
der große Lanibert zündete sich die Pfeife
an, knallte mit der Peitsche nnd fort
ging-Z aan Land« s— Das Glück, dag»
Meyerbeer auf diesen Ritten sand, wars
ungetrübt, so lange sein Jncognitoi
währte. Arn ersten Tage begegnete ers
keiner Menschenseele, am zweiten schont
zehn Leuten; anI dritten öffneten sich
alle Fenster, wenn er vorüberkam; am
vierten mußte er die« neugierigen Ein
wohner und Badegäste, die den Kompo
nisten der »Hugenotten« auf seinem Esel
sehen wollten, passiren. Der gequälte
Musiker verfiel dann auf das Stratagem,
sein Hans zu Fuß zn verlassen und sich
zu Jules Janin zu begeben, der in einer
Vorstadt wohnte ; hieretwarteten ihn un
beachtet Cadet nnd der große Lambert.
Meyerdeer forderte den ,,cöniq der Kri
tik« aus, ebenfalls einen Esel zu miethe
und mitzukommen, allein Janin meinte
lachend, er würde das Thier platt drü
cken wie einen Kuchen. Jm Grunde
war vielleicht Meverbeer froh, daß seine
höflitshe Einladung nicht angenommen
wur e.
DomPedro und vie stillst-Delphine
Weltausstellung.
Unter die ansprechenden Züge aus dem
Leben des in der Verbannung gestorbe
nen brasilianischen Kaisers gehört sein
Verhalten bei der Philadelphiaer Aug
stellung Von 1876, zu welcher er sich
schon bei ihrem Beginne einsand, und
bei der er alle kaiserlichen Ehren aufs
Entschiedenste abwies.
Der Generaldirektor jener Ansstellung,
Herr Goshorn in Cincinnati, welcher,
wenn er gewollt hätte, jetzt auch Gene
raldirektor der Chicagoer Ansstellung(
wäre, erzählt Folgendes:
»Der Kaiser von Brasilien langte in
Philadelphia einen Tag vor der Eröff
nung der Ausstellung an. Er stieg im
Continental Hotel ab. Als ich den bra
silianischen Ausstellungscommissär frag
te, ob der Kaiser angekommen sei, zeigte
er aus einen Herrn in einsachem Ge
schäftsanzuge, der nicht weit von uns in
der Hotel-Osfice stand, und sagte: »Dort
ist er.« Er war sehr groß und breit
schulterig, dabei gebückt und trug eine
Mütze. Jch wurde ihm vorgestellt und
er sagte: »Der Kaiser ist nicht hier. Jch
komme nicht in amtlicher Eigenschaft.«
Als die Eröffnung der Ausstellung statt
fand, führte Grant, der damals räsi
dent der Ver. Staaten war, die aise
rin, während General Hawley, der
Präsident der Bundesromniission, neben
dem Kaiser herging. Letzterer trug wie
vorher einen einfachen Anzug. Die au
genscheinlich schon alte Kaiserin war in
vollem kaiserlichen Staat. Obgleich sie
sehr lal:1nwar, ging sie doch mit uns
durch die ganze Ansstellung·
Prandent Gram und Dom Pedro
setzten die große Maschine in Bewegung
und brachten damit die Eröffnungsfeier
lichkeiten zum Abschluß. Der Kaiser
war unermüdlich und sein Wissensdurst
unersättlich, so daß wir Andern todmü
de wurden. Eines Tages kam er zu
mir und sagte, er möchte die Ausstellung
einmal besuchen, ehe noch irgend Jemand
da sei. Als ich ihn fragte, welche Stun
de ihm passe, sagte er 5 Uhr Morgens.
Jch gab ihm meinen Privatsekretär als
Begleiter-.
Aeszerft bemerkenswerth waren seine
höchst treffenden Bemerkungen über die
Einzelheiten der Vorstellung, die er ge
nau ftudirte, nnd besonders über die
ausgezeichneten Leistungen der Ver.
Staaten. Von früh bis in die Nacht
sah, priifte und forschte er und gönnte
sich in 24 Stunden nur vier bis fünf
Stunden Schlaf.«
Bemerkt sei noch, dass Dom Pedro sich
besonders auch für das Deutschthum
dieses Lande-z interessirte. Am 4. Juli
1876 fand er sich früh Morgens zur
Enthiillung der von den Deutschen Phi
ladelphicks gestifteten Humboldt -Bild
säule ein nnd betheiligte sich in seiner
schlichten Weise an der Feier, obgleich er
einen schweren Tag vor sich hatte indem
er zur Unabhängigkeitshalle eilen mußte,
unt an allen Festlichkeiten zu Ehren des
hundertsten Geburtstages der Republik
theilznnehmen. (Jll. Stztg.)
Beethofcn und die Kassecmaschine.
Daß große Männer in kleinenDingen
oft genug recht kleinlich sind, läßt sich in
vielen Fallen beobachten. So erzählt
Anton Schindler vom großen Beethoven,
wie »ferupnlös3« er bei der Dofirung sei
nes Morgenkaffees zu verfahren pflegte
»Sechzig Bohnen wurden für einen Tag
gerechnet nnd oft abgezählt, besonders
wenn Gäste anwesend waren.« Dies
bezieht sich aufdie reisen Jahre des Com
-ponisten. Jn einein Tagebnche des
jungen äl)kitfiters, der eben erst vom
Rhein an die Donau gezogen war, ist
neben dem ,,Claviergeld« und ,,Clavier
ipnlt« auch vom Kaffee die Rede,
slvie man ang- A. W. Thayer’s leider
. noch nnvollendeter Beetl)oven-Biographie
;erfa"hrt. Vor einiger Zeit hat sich ein
Kleine-Z Docninent gesunden, das die
iAufmerksamkeit,die Beethoven auf das
sedle litetriinl verwendet hat, noch weiter
silluftrirL Jm Frühling des laufenden
I Jahres-Z tauchte niiinlich auf einer Liep
itnannfohicschen Ver-steigerung in Berlin
sein angeblich unleserliches Blättchen
;anf, das sieh Dr. Th. Frinnnel in Wien
Jzur Entzifferung erbat, in der Hoffnung
’ eine interessante Tagebnchnotiz oder der
;gleichen zu entdecken. Das Blättchen,
sdas ihni anchtvirtlich gesendet wurde,
iwar durch mehrnialige Faltung und
fdnrchBefchncutzung thatsächlich fast nn
leserlich geworden. Doch gelang es dem
genannten Beethoven Forscher, die mit
Vleiftift flüchtig hingesetzten stark ver
tvifchten Züge vollkommen sicher zu ent
ziffern Nur zweiWorte von nnwefentli
cher Bedeutung blieben nnge iß. Eine
kleine Enttiinfchnng blieb aber nicht aus.
Denn Frinnnel las Folgendes-: ,,Vom
23 septemb(er) 1825 ----- neues privile
gium der neuesten Kaffeemaschine mit
telft einer Vorrichtung, welche das durch
die heißen Dampfe aufgelösete Aroma
durch löfchpapier mit solcher gewalt
durchpreßt, dafz auch nicht ein Atema
mehr in dem ausgelaugten Kassepulver
zurückbleiben könne, wodurch Ersparung
an Kassee und Geschwindigkeit gewonnen
wird-« Eine Tagebuchnotiz von mu
sikgefchichtlicher Bedeutung brachte das
Blättchen also nicht, und dem Forscher
wäre wohl der Fund einer Borftudie zu
einer Symphonie erwünschtee gewesen;
doch dient uns das Gefundene heute als
eine artige Ergänzung zu den Notiseu
über des großen Beethoven Uebel-ärger
liche Lebens-Gewohnheiten

xml | txt