OCR Interpretation


Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1848-1918, January 09, 1874, Image 1

Image and text provided by University of Maryland, College Park, MD

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn83016118/1874-01-09/ed-1/seq-1/

What is OCR?


Thumbnail for

Der Deutsche Correspondeni.
3V. Jahrgang.
Gouverneur
Wm. inkuey Whyte
heute in deutscherUeberseyung
vom die gestern Nachmittag
de Staates. Hrn. Wm
sch'a? zugeschickte Bot
dia? unnaßl eine vollstän-
>. staatlichen Anqelegen
?" "?> "t sur das Volk Maryland's und
ü Untere,,e an unseren öffentlichen
Angelegenheiten, die mehr oder weniger in
""'c" '"d'Mdnellen Verhältnisse eingreifen.
"6 und verdient deshalb allseitig
-u werden.—Der erste Theil der Bot
den Finanzziiständen gewidmet und
!"ave.ii ein Auszug aus dem an ande
heutigen Nummer enthalte-
Berichte des Staats Controleurs.
Ter Gouverneur empfiehlt eine Umgestal
tung des auf die Bestrafung von staatlichen
Dieben (lleläulters) sich beziehende Gesetzes.
Das Letztere fei in ,einer gegenwärtigen Fas
jung em Widerspruch. 0 1
Ueber die Conslituiionalität des Gesetzes
welches die Ernennung der Eounty - Schul'
Direktoren den Richtern überträgt, hegt der
Gouverneur Zweifel, die Förderung der Nor
mal,chule wird warm empfohlen, und die Er-,
richtung eine besonderen Gebäudes für diese
wichtige Lehranstalt befürwortet. Dabei ,o',t
er dem tüchtigen Prinzipale Prof. N.well
und fe.ner Thätigkeit hohes, aber
d,en es Lob: das St. John's Coll.g N .
der Rcorganifation, und jede oaruber vom
"I.W ' sollte, nach der
mer u Colmneenglischer Fär
""e man Mit Erfolg in
nifcn hab" Colonie in'S Leben gc-
Negerichulcn glaubt dek
- .rneur, daß dieselben nur in einigen
WS,len de Staates den angestrebten Erfolg
gehabt haben; ein Comite sollte untersuchen,
in wre weit die staatlichen Gelder richtia ver-
Wendel worden seien. Ueber den Fortfch-iil
Normaifchule für Farbige habe er nur
4sutes gehört.
D.e vortreffliche Zuchthans - Verwaltung
Ruder warme Belobung. Die im Zuckrbauie
befindlichen sieben Geisteskrank-,, sollten um
gesäumt in's „Md. Hospital" übertragen ftud
die dazu erforderliche gesetzlich AvtSrisation
gegeben werden. " -".,uccv..
Die Bcgnadignttae-Gewalt findet Bespre
chung, und zieht >ei bcr Gelegenheit der Gou
verneur die Co-nstitullonalliät des Gesetzes
tti Bedingung, den Staat
zn verlassen., zu Pardoniren. ,n Zweifel.
Die Crr.jchttlng einer Correktions - Anstalt
'ftftr der Bat wird empfohlen.
Nnft bespricht ferner eine Revi
sion de Strafgefetzbuches und die Vermin
ko Zahl der Friedensrichter. Sodann.
folgt eine beifällige Hinweifung auf das
'swe Ankemfang-Gesetze. die
Adelung ber Fischzucht erhallen zunächst
Beiprechung; der Gouverneur bedauert den
Verzug m der Erledigung der Grenrfraqe
"ad Virginien, und nii.
dw staatlichen Beziehungen
.huen ""er eingehenden Kritik.
Zweifel die Aufmerksamkeit vieler Leser fesseln
und in eben demselben Maaße die verständi
gen, praklifcheit und der Zeitrichtunq Rech
nung tragendenEn'.pfehlungen zur Förderung
„englischer, deulfcher, französischer und däni
scher Einwanderung" den Beifall Aller fin
den, die den Wunsch hegen, daß Maryland
nicht ein blüger Transitweg, sondern ein blei
bender Aufenthaltsort für den Fleiß und die
xs!lduune der Einwanderer werden möge.
Eine Revision und Amendirung des Ne
gistrir-Gesetzes erachtet der Gouverneur für eine
dringende Nothwendigkeit.
Tie Aufmunterung deS Milizwcscns unter
breitet der Gouverneur der Gesetzgebung und
damit einige praktische
sa'lftn >etzt: Ter Zustand
""d thre Pflege, wobei der
Gouverneur Bezug aul da; „Zheppard-Aft,
abcr anführt, daß der Staat
fcib t b.s dahin keine J-.ren-Anstalt habe; d.e
Frederick; daSßlin-
Heilanstalt für Trunken
bolde, welche er warm staatlicher Uiitcrstüt
,!li:g empfiehl; die Verbesserung der Ver
kehrswege, cAs Mittel zur Förderung derEin
Wanderung; eine Staats - Sanitätsbehörde
zur Veau >sichtigung der Gefängnisse, Armen
bausv- u. f. w.
If'täher äußert sich der Gouverneur über
Staats-Vaccinirwesen und die Erlangung ge
funden Impfstoffes.
Ebenfalls berührt er das Zeugniß medizi
nischer Experten, wie dasselbe bei neuern Cri
minal-Prozessen zum Gegenstände juristischer
Forschung geworden sei.
Der Verbesserung unserer Flüsse widmet
der Gouverneur ein Kapitel und mahnt zum
Baue des schon lange vorgeschlagenen Schisss-
KanaleS, der den Chesapeakefluß mit dem De
laware verbindet.
Im Betreff der Theilung von Allegany
nd der Bildung von Garrett - Eountq hält
der Gouverneur weitere Gesetzgebung noth
wendig.
Zur Einweihung des Taney Denkmales
empfiehlt der Gouverneur den 17. März, des
großen Juristen Geburtstag.
Das Dampfkessel - Inspektion? - Gesetz für
Baltimore sollte revidirt werden; dasselbe sei
verthlos, so lange ein Staatsgesetz ein Ccrti
fikal stattgefundener Untersuchung durch eine
Assekuranz-Compagnie für ausreichend hält,
und dadurch die Thätigkeit der Staatsbeam
ten paralysirt.
Der Verlauf explosiver Oele wird streng
geladelt und Erlasse dagegen für nothwendig
erachtet. --> >
Noch eine Menge anderer Gegenstände fin
den Besprechung. wozu auch der Vorschlag
gehört, Charfreitag zu einem gesetzlichen Feier
tage zu machen, da sowieso an jenem Tage
die meisten Geschäfte geschlossen seien.
Der großen Schenkung Johns Hopkins'
wird gedacht, und eine Spezial-Botfckafl des
Gouverneurs Walker von Virginien vorge
legt, welche empfiehlt, daß die Bundes - Re
gierung die Schulden aller Staaten über
nehme.
Die Botschaft liefert ein klares, verständli
ches Bild unsererStaats-Angelegenheilenund
die darin gemachten Vorschläge und Empfeh
lungen, kurz und bündig gehalten, sind wohl
der Berücksichtigung werth.
Die Uebcrsctzung thut den Worten des
Gouverneurs möglichst Gerechtigkeit und un
sere Leser werden ohne Zweifel mit derselben
Aufmerksamkeit die Botschaft durchlesen, wie
wir sie in die deutsche Sprache übertragen ha-
Tages Neuigkeiten.
Hr. Emi li o S chmidt, der amerikanische
Bice-Consul in Santiago de Euba, ist nicht,
wie sein Name annehmen ließ, ein Deutscher,
sondern ein geboruer Spanier (wahrscheinlich
von deutschen Eltern). Er wohnte längere
Zeit in den Ver. Staaten und erwarb sich
hier das Bürgerrecht.
Wie verlautet, bereitet sich unter den Hut
machern in Philadelphia eine Bewegung
vor, um im Congresie eine Herabsetzung des
Einfuhrzolles ausPlüsch zu erlangen, ein Ar
tikcl, welchen man hier bisher vergeblich her
zustellen ve. sucht hat, und der nunmehr einem
Einfuhrzolle von 60 Prozent unterworfen ist.
Die täglich zunehmende Umarbeitung alter in
neue Hüte beeinträchtige erheblich das solide
Geschäft und das Abhülssmittel bestehe des
halb allein in der Herabsetzung der Einfuhrs
steuer auf Plüsch, damit neue Hüte billiger
geliefert werden könnten.
Von Washington verlautet, daß die
Revenue Einnahmen wieder zunehmen und
voraussichtlich keine Erhöhung der Abgaben
und Zölle nöthig sein wird. Von der 544,-
060,060-Reserve ist bis dahin reichlich die
Hälfte ausgegeben worden.
Tie Spanier haben zur Zeit in den cu
banischen Gewässern 46 Kriegsfahrzeuge mit
153 Kanonen und 7000 Pferdekraft. Zu kei
ner Zeit seit dem Kriege mit Afrika hatte Spa
nien eine so kleine Flotte in den westindischen
Gewässern, und einige der genannte Schiffe
haben bereits ihre besten Tage gesehen. Der
Dampfer „Arapiles," oben mitgezählt, ist ge
genwärtig noch in New-Hork, und einige klei
nere Schiffe sindßeparaturen unterzogen wor
den und noch unvollendet. Der gleichfalls auf
geführte „Bazan" war früher da conföderirte
Kaperschiff „Chicamauga," und der „Chur
ruca" der Blockadebrecher „Robert E. Lee,"
welcher dann zwischen New-Orleaus und Bal
timore als Packetschiff fuhr.
Von New - Orleans kommt die bei
nahe unglaubliche Nachricht, daß neulich die
Damen der ckemi woncke einen Maskenball in
der Halle des Repräsentantenhauses abhiel
ten, wozu ihnen Kellogg von Grant's Gnaden
die Erlaubniß gegeben hatte. WelcheSLicht
wirft es auf unsere Zustände, wenn die „Chi
cago Tribüne" hierzu bemerkt, daß man nicht
in befürchten brauche, die Halle, in der sich
wwt die Gesetzgeber de Staates Louisiana
versammeln, sei etwa erst durch diesen Ball
entweiht worden, denn man dürfe wohl an
nehmen, daß ja diese Damen noch nicht ein
mal so corrupt feien, als jene Repräsentanten
des Volkes!
N- N-' treibt zur Zeit eine
Bande Einbrecher ihr Unwesen.
Jahres - Botschaft des Gouverneurs Wm. P. Whyte
> dki Gesetzgebung von Maryland.
..Stnaioreil und Abgeordnete des Unterhauses!
Bei Erfüllung der dem Gouverneur von der Verfassung auferlegten Pflichten, die Gesetz
gebltng von Zeit zu Zeit über den Zustand des Staates zu benachrichtigen und ihr die von
ihm für nothwendig und zweckmäßig erachteten Maßregeln zur Erwägung anzuempfehlen,
werde ich bestrebt fem, mich auf Angelegenheiten von praktischer Bedeutung zu beschränken
und meine Ansichten ohne viele Worte darzulegen.
Seit der Errichtung des SchatzamtS-Deparlements (aus den Aemtern de? Controleurs
und Schatzmeisters bestehend,) unter der Verfassung von 1851 und seiner Beibehaltung durch
die spaterei, Conventionen ist das Exekutiv-Deparlement der allgemeinen Beaufsichtign-! und
der Staatsfinanzen enthoben worden. Ich hielt es daher in der lebten Sibnnq für
meine Pflicht, ohne Rückficht auf meine eigene Meinung über ihre wahrickeinliche Wirksam
keit allen vom Schatzdepartement ausgehenden Maßregeln, welche nach des Controleur An
nahme das öffentliche Interesse fördern und die Staatseinkünfte erhöhen würden, meine Zu
'tlmmung zu geben.
Von demselben Gesichtspunkte aus werde ich in den Bereich dieses beigeordneten Zwciacs
ver Staatsreglerung durch Empfehlung von nicht vom Controleur angcrathenen Geseftvör
'V, Zk" nicht übergreifen. Ihm stehen die Fürsorge und Verantwortlichkeit für die Leituna
dieses verwickelten Theiles des Staatsdienstes zu, und ihm sollte daher anch das Verdienst
Plane, welche den Finanzen des Staates Ehre machen und seine Materielle Wohlfahrt för
dern, anzurathen, gebühren. '
Von ihm werden die direkte Berichte an die Gesetzgebung mit vollständigen Ein,einhei
len aller seiner Schritte und des Zustandes des Schatzdepartemcnts verlaiiqt.'niid aus diesem
sremn ersehen, daß die Staatsfinanzen sich des gesundesten Zustandes er
gedrängte Zusammenstellung wird Ihnen über die Sache bündige Auskunft
Einnahmen für das am 80. September 1873 beendigte Fiskal
jahr ... 5-',432,677.48
Kayenbcstand am 30. September 1872 339,171 10
Summa .. c 52,771,843.58
Ausgaben während desselben Rechnimgslahres 52,287,038 36
Verleiden in Kassa am 1. Oktober 187. 5 484,810.22
Geiamint-StaatSschutd, verzinslich, am ZV. September 1873 510,741,215.60
Produktive Aktiva laut des Contrsleitrs-Berichtes 4,522,043.46
Netto-Staatsschuld. wenn die produktive Aktivi abgezogen wer
den K 6,219,162.14
Hieseni Schuldmehrbetrage stehen aber unproduktive Aktiva in Höhe v 0521,608,694.51
gegenüber.
Es steht zu erwarten, daß die dem Staate zustehende Forderung von 520,136,253:97
gegen die „Chesapeakc-Ohio-Kanal-Compagnie," in welcher Summe die ursprünglichen Ka
pital-Anlagen und die ausgelaufenen Zinsen einbegriffen sind, ehe viele Jahre vergehen, aus
der Rubrik unproduktiver Aktivi auf diejenige der Zinfenbringenden Sicherheiten übertra
gen. und so ein Fond geschaffen werden wird, aus welchem zur Tilgung der Staatsschuld
hinreichende Mittel erlangt werden, sodaß noch eine starke Bilanz über alle Verbindlichkeiten
des Staates sich ergeben wird.
Zur Unterstützüng dieser Annahme wird man Ihnen den letzten Bericht des Präsidenten
und Direktoriums der „Chesapeate-Ohio-Canal-Compagme" für das mit dem 30. Novem
ber 1873 abgeschlossene Quartal vorlegen; er wird mit Recht ihre ungetheilte Aufmerksam
keit in Anspruch nehmen.
Netto-Einkünsle für' Quartal 5126,565.19
Mehrbetrag im Vergleiche mit demselben Quartale von 1370 5 77,230.16
Ditto gegen 1871 5,099.02
Ditto gegen 1872 37,614.10
Trotz der vielseitigen Hemmnisse de erfolgreichen Kanalbetriebes durch die Pferde- und
Maulthierseuche, den niedrigen Wasserstand u. heftige, viele Theile des Kanals beschädigende
Stürme und den ohne Gleichen dastehenden Finanzpanik wird es Ihnen zur Befriedigung
gereichen, während der letzten achtzehn Monate unter der jetzigen Geschäftsführung die auf
fallende Steigerung in den Einkünften der Compagnie und den Beleg für den verbesserten
Zustand des Kanals selbst in dem Rechnungsausweise des Präsidenten und Direktoriums
wahrzunehmen.
Vom 1. Juni 1872 bis zum 30. Nov. '73 betrugen die Einnahmen
aus allen Quellen 5817,652.10
Folgende vergleichende Tabelle zeigt die EinnahincSteigerung im Vergleiche mit dem
entsprechenden, am 30. November 1871 zu Ende gegangenen Zeitraume:
SZS ?? As ! S
ff Z Zk- S? ? Summa.
! ? ."A z- j 5
I 5 I ?
!. Juni t7ö bis ZO. Nov.'7t ttS.tSS N 11.713 ö Z.2ZZIB 5.75Z78 2ZL 17 ! 74Z.ZR!
l. Juni 17S bis ZV. Nov. >73 790,162 37 11.2SNSZ Z,i4Z2ä 6,76685 N 6 ! 2.25 t 62 ttttt6s2l6
Zunahne t76,SKt 45 I 80Z 07 660 52 ! 2,25 t 02 74,26 t N
Abnahme I Z 27 9Z dgz !
Mehreinkünfte über Ausgaben vom 1. Juni 1872 bis
zum 30. November 1373 5450,397.46
Mehreinkommen über Ausgaben vom I.Jüni 1870 bis
zum 30. November 1871 410,437.43
Steigerung des Netto-Einkommens in 1873 5 39.960.03
Abzahlung von Obligationen und anderen Schulden der Compagnie
vom 1. Juni bis zum 30. November 1373 5415,620.93
Nach der Entscheidung des Oberappellations-Gerichts muß das Ucberschuß-Einkommei,
in folgender Weife verwendet werden: zunächst zur Einlösung der Reparatur-Obligationen
und dann zur Bezahlung der überfälligen Coupons an den Prioritäts - Bau-Obligationen;
nach Liquidirung der überfälligen Zinfen müssen die auf diese Obligationen aufgelaufenen
Interessen abgezahlt werde; dann 55W0 jährlich an die Inhaber der den Gläubigern der
„Potomac-Compagnie" ausgegebenen Obligationen; hierauf kommt der Amortisationsfond
zur Bezahlung des Kapitals der Prioritäls-Obligationen nach Vorschrift des 5. Abschnittes
des Gesetzes von 1844 an die Reihe.
Nachdem obige Zahlungen geleistet worden, ist das gefammte Ucberschuß Einkommen
ant die Bezahlung des Kapitals und der Zinsen der Pfandrechts- und anderen Forderungen
des Staates Maryland zu verwenden.
Alle Reparatur-Obligationen, einschließlich der überfälligen n. aufge
laufenen Zinsen im Gesammtbetrage von 5432,938.33
sind bezahlt und die Obligationen vernichtet.
Von den Prioritäts-Bauobligationen, die nach dem 1844 er Gesetze
ausgegeben wurden, beträgt das Capital 1,699,500.00
Die aus Rechnung überfälliger Conpons an diesen Obligationen seit
Dezember 1871 verwilligte Gesammtsumme niar 584,850.00
Hiervon hat, wie bereits angegeben, der jetzige Geschäftsvorstand ver
willigt ' 407,880.00
Es sind noch die Zinsen vom 1. Juli 1858 fallig, die sich einschließ
lich des am 1. Januar 1874 fälligen Coupons belaufen auf 1,580,535.00
. sollten die Einkünfte der Kanal-Compagnie auch fernerhin die Einziehung der über
fälligen Coupons in der bisherigen Weise rechtfertigen, so wird es, wie obige Zahlen zei
gen, ungefähr 8 Jahre erfordern, um die überfälligen Zinsen aus diese PrioritätS-Bauobli
gationen zu bezahlen und den Staat in Stand zu setzen, daß er für seine bedeutenden Kapi
tal-Anlagen in diesem werlhvollen Unternehmen auch Zinsen erhält.
Man muß sich Glück wünschen, daß diese Resultate trotz der Aenderung in der Person
des Präsidenten der Kanalcompagnie und einer Verminderung des Salärs dieses Beamten
von Hlo,ooo jährlich auf H 4006, einer Sparsamkeits Maßregel, welche in der Jetztzeit mit
der erleuchteten öffentlichen Meinung im Einklänge steht, erzielt worden sind.
Tie Erfüllung der dem Gouverneur durch den 18. Abschnitt des 2. Artikels der Verfas
sung auserlegten Pflicht hat mich von der gewissenhaften, eifrigen und umsichtigen Erledi
gung aller ihrer amtttchen Verpflichtungen Seitens der Beamten des Schatzamts-Departe
ments überzeugt.
Die Wichtigkeit der Beschützung der Bürger diese Staates in ihren Versicherungs-
Eontrakten bewog die Gesetzgebung, in ihrer letzten Sitzung das Gesetz, Kapitel 388, welches
in dem Amtslokale des Controleurs ein Büreau unter dem Namen des Assekuranz-Departe
ments errichtet und den Controleur zur Anstellung eines Versicherungs-Commissärs ermäch
tigt, zu erlassen
Dieser neue Beamte hat sein Bureau gehörig organiftrt und mehrere höchst befriedigende
Berichte erstattet, deren letzter dem Controlcurs-Bcrichle beiliegt und vollständige tabellarische ,
Angaben über die Lage und den Stand der verschiedenen, in unserem Staate Geschäfte thuen
den Eompagnie'n liesern wird.
In Folge der Bestimmungen dieses Gesetzes betrug der Zuwachs der
Einkünfte auS Conzessioncn für fremde Assekuranz - Eompaguic'i,
für 1872 gegen 1871 H 20.617.78
Dltto für 1873 gegen 1872 17,970.89
Dilta für 1873 gegen 1871 38,588'e>7
Somit haben sich die Einkünfte aus dieser Quelle seit dem Jahre vor der Errichtung des
Assekuranz-Departements mehr, als verdoppelt. -
Das Gesetz von 1872, Kapitel 329, über die Bestrafung von Staatsdcfrandanten mit
Zuchthaus bedarf der Revision und Amendirung. Die vom Gerichtshofe im UebersührnngS
fallc aufzuerlegende Strafe besteht in Einsperrung im Zuchthause „aus nicht weniger, denn
eu, und nicht mehr, denn fünf Jahren, es seiden n, daßdieuntcrschlagene
S li m m e z nr ü cker st a t tet w ir d," in der That eine abnorme Bestimmung in einem Ge
setze über Criminal-Vergchen!
Nimmt sie nicht dem Gouverneur die Begnadigungs-Besugniß und verleiht sie dem Ge
richtshöfe oder dem Controleur ? Denn ein Strafurlheil dieser Art kann einen Sträfling
heute in das Zuchthaus bringen und morgen, wenn er jeine Schuld bereinigt, wieder in Frei
heit setzen. Elne derartige Bestimmung erscheint mir verfassungswidrig und gesunder
Staatspolitik und guter Moral widerstreitend. Unter der Masse Gcsetzvorichlags - Manu
scripte, welche mir am Schlüsse der Saison vorgelegt wurden, entging mir diese besondere
Klausel; sonst wäre sie wegen Mangels an meiner Zustimmung nicht Gesetz geworden.
Durch Beschluß Nr. Ii der Sitzung von 1872 wurde der Gouverneur ersucht, wenn es
nach seinem Dafürhalten räthlich wäre, durch einen Anwalt die "ttsttimore Lguttadle
KooeG" ans Erlangung der VcrsicheruugS-Police aus ein im Jahre 1870 eingeäschertes
Staats-Tabacks-Magazui zu verklagen, vorausgesetzt, daß der Anwalt nur aus dem erlang
ten Gelde bezahlt würde. Da ich die Forderung des Staates für billig hielt, selbst wenn sie
nicht durch ein Gerichtserkenntniß eingetrieben werden könnte, so übergab ich die Angelegen
heit Hrn. I. A. L. McClure, Rechtsanwälte in der Stadt Baltimore, unter der in dem Be
schlusse gemachten Bedingung u. es gereicht mir die Mittheilung,daß er nach erheblichen Unter
handlungen mit meiner Zustimmung einen Vergleich zu Stande brachte und die abzüglich
seiner Gebühren bereits in den Staatsschatz abgeführte Summe von 54500 erlangte, zu gro
ßem Vergnügen. Hierbei muß ich es den Beamten der Baltimorcr 'Lguimbw Koeiei) "
ilachrühmen, daß sie, während sie die Staatssorderung vom gerichtlichen, wie Billigkeits-
Standpunkte aus bestritten, dem Staate mit gerechtem und zum Vergleiche geneigten Sinne,
der ZP obigem Ergebnisse führte, entgegenkamen.
Ter Achtb. Daniel Clarke und Hr. S. I. Wailes, Commissäre Seitens des Staates,
haben von den Ver. Staaten die demselben nach dem Congreßgesetze vom 27. Juli 1861 ge
bührende Summe von H 4171.71 erhalten und in die Staatskasse eingezahlt. Das Geld
wurde, da noch ein bedeutender Theil der Forderung unbcreinigt ist, abschläglich bezahlt.
Auf Veranlassung des Staatssekretärs wurde Kapitel 350 der Gesetze von 1872, wcl
cheS aus alle nicht in Maryland Wohnenden ausgestellte Commissionen zur Beglaubigung
von Bcsttztiteln u. s. w., die in unserem Staate benutzt werden sollen, eine Steuer von "zehn
Dollars legt, erlassen. Aus dieser Abgabe hat die Staatskasse seit dem I. April 1872 die
Summe von GB2O gelöst.
Der Bericht der Staals-Schulbehörde über den Zustand der Volksschulen für das am
30. September 1873 geschlossene Jahr wird Ihnen vorgelegt werden.
Er wird den erfreulichen Beweis von einem Zuwachse der Schulen-, Lehrer und Schü
lerzahl im Vergleiche mit dem Voriahre liefern.
Tic darin enthaltenen Empfehlungen verdienen Ihre sorgfältige Erwägung.
Das jetzte,geführte allgemeine Volksschulsystem scheint der Hauptsache nach empseh
lenswerth zu sein. °
Einige Zweifel habe ich Betreffs der Verfassungsmäßigkeit der Gesetzbestimmunq, welche
die Richter der Kreisgerichte mit der Anstellung der Mitglieder der Cotinty-Schulcommissio
nen betraut, da diese Pflicht ihrer Beschaffenheit nach keine richterliche ist, und nach meiner
Annahme würde die Versäumniß der Ernennung der Commissäre die Richter keiner An
klage wegen Pfttchtvernachlässigung aussetzen. Eine so wichtige Handlung sollte aber nicht
von dem (Gutdünken der mit der Ernennung Betrauten abhängen.
Das Staatslehrerscminar (Normalschulc) erheischt Ihre besondere Aufmerksamkeit. Die
systematische Heranbildung von Lehrern ist eines der wichtigsten Elemente für die Hebung
des Volksschul-Unterrichts. -- o
Die Vorbereitung auf den schwierigen und heikel Beruf crmahnender Belehrung ist der
von dem Seminare zu erreichende Zweck; ihre Nothwendigkeit läßt sich kaum in Frage stel
Thätigkeit des Seminars hat sich seit längerer Zeit in engem und unscheinbaren
Onartiere bewegt, und selbst dieses gewährt ihr keinen dauernden Plav. Das Seminar be
findet sich in einem gemietheten Gebäude, und der Unterricht kann zu jeder Zeit durch dessen
Eigenthümer gestört werden.
Staatsanstalt sollte ihr Geschäftslokal nicht ans so prekärer Basis inne
haben. Ich empfehle daher die Einsetzung einer aus dem Gouverneur, General-Anwalt und
dem Direktor des Slaats-Seminars bestehenden Behörde, welche für ein geeignetes Gebäude
einen Bauplatz auswählen soll. Auch rathe ich zur Bewilligung einer genügenden Summe
zum Ankaufe eines Grundstückes und zum Baue eines den Zweven der Ansialt eittprechenden
und der Liberalität des Staates würdigen Gebäudes. Ich gratulire der Bevölkerung Ma
ryland'?, daß sie an der spitze des Seminars einen so tüchtigen Schulmann hat, welcher
nicht nur gut geschulte und gebildete Lehrer aus der Anstalt hervorgehen zu lassen, sondern
auch diese hochwichtige Aufgabe mit so geringem Kostenaufwande zu erfüllen im Stande ist.
Eine genane DurÄlefung dieses Berichtes und seiner tabellarischen Änaben wird den Leser
für seine Mühe reichlich lohnen.
Das St. Zohns-CoUege zahlt jetzt dem Staate die bisher zu seinem linterhalte gemachten
Ausgaben mit guten Früchten zurück.
Außer der lahresdotlnmg von tz3ooo hat die Gesetzgebung in ihrer Sitzung im
Jahre 1872 durch Kapitel 393 demselben die Summe von tzi2,ooo per Jahr für den Zeit
raum von sechs lahren verwilligt; auf diese Weise die Dotirung erneuernd, welche das Col
lege schon in den sechs vorhergehenden Jahren genoß; serner gab sie dem College Hsoe>o für
Anschaffung und Einrichtung einer Biblioihrk, Laboratoriums, naiurwissemchaftlicher Ap
Baltimore. Md., Freitag, den 9. Januar 1874.
Parate und eines Naturalien-Kabinets und außerdem verwilligte sie noch 510,000 per
um die Uiiterhaltskosten, Heizung, Licht und Wäsche für zwei Schüler aus jedem Senatsbe
zirke des Staates zu bestreiten.
Ich kann unmöglich glauben, daß unter dem gegenwärtigen System der Staat jemals
eine Vergütung für diese liberalen Ausgaben erhallen wird, jedenfalls wird diese Vergütung
oder Zurückerstattung weit hinter den gehegten Erwartungen zurückbleiben. Daß i. an Knä
bei, aus den Primärschulen nach diesem College schickt, ist kaum eine Wohlthat für die Kinder
zu nennen und gereicht dem Staate nicht zum Vortheil. Das Gesetz schreibt vor, daß die
z Schüler sofort an dem Collegial-Kursus theilnehme sollen, aber Viele derselben sind gänzlich
, unfähig, von dem Unterricht zu profitiren, indem sie nicht genügend vorbereitet sind. Sie
( müssen sogleich in eine Vorbereitung?-Klasse gesetzt werden, wo sie von der Freigebigkeit des
. Staates zehren, ohne de'c wohlthätigen Folgen, die ihnen aus dem Kursus erwachsen kömi-
theilhastig zu werden. Die zu überwindende Schwierigkeit besteht ohne Zweifel darin,
. daß ein verbindendes Glied zwischen der Primärschule und dem College fehlt; dieses Glied
kann nur durch die Errichtung von höheren Schulen in allen Theilen der Counties hergestellt
'werden und aus der Mitte der Gradüirten dieser höheren Schulen sollte man Diejenigen
wählen, welche auf Kosten des Staates den Unterricht im St. Jöhn's College genießen.
Mehrere neue höhere Schulen sind im Lause des verflossenen Jahres gegründet, aber man
bedarf noch einer großen Anzahl unserer. Die Akte von !872, Kap. 393 ist in dieser Be
ziehung nicht ausreichend. Dieselbe schreibt vor, daß jeder Schüler, der unentgeldlich un
lerrichtet wird, sich verpflichtet, daß er, nachdem er das College verlassen, noch zwei Jahre in
ucrhalb der Grenzen des Staates Maryland in Schulen unterrichten wird. Dieser Satz be
zieht sich nur auf Denjenigem, weicher einen ganzen Collegial-Kursus beiwohnte; die Akte
enthält aber keine Verfügung, welche auf einen Schüler angewandt werden^könnte, der das
, College verläßt oder fortgeschickt wird, bevor er seine Studien beendigte. Solchem Fall ist
>n der Akte nicht voraus gesehen; mag ein Schüler selbst drei Jahre die Freigebigkeil
des Staates genoffen haben, so kann man ihn doch nicht zwingen, dem Staate irgend "eine
Rückerstattung zu machen, weder in Geld noch in der Fortpflanzung seiner Kennlnisse au
Andere, welche berechtigt sein mögen, Unterricht vom Staate zu forden.
Nach meiner Anficht liegt die Leitung des Colleges in zn vielen Händen und dies macht
ein systematisches Streben, die Anstalt ailf eine höhere Stufe zu bringen, unmöglich. Das
Visitatoren-Dircktorium könnte entlassen werden und eine kleine Anzahl Vorsteher, welche
ein besonderes Interesse für das Erziehungswesen haben, an die Stelle des Direktoriums
treten. Durch unermüdliches Streben nach einer und derselben Richtung, würde es möglich
werden, bessere Resultate zu erzielen.
Falls die Verwaltung des Colleges auf eine Basis gestellt werden kann, welche die um
fichtige Ausgabe der Unterstützungsgelder des Staates sichert, so empfehle ich das College
Ihrer Beachtung.
Nach dem Sinne des in den Grundrechten enthaltenen Satze, daß die Gesetzgebung,
die Verbreitung eines umsichtigen Crziehuiigs-Systems ermnthigen oder befördern sollte,
muß man es als eine Pflicht betrachten, diese Lehrinsiitute, in welchen die höheren Unter
richtszweige gelehrt werden, in derselben Weise zu unterstützen, al die gewöhnlichen Staats
schulen.
Das „Maryland-Ackerball-Jnstitut" füllt seine Sache der Erziehung unter der Leitung
seines intelligenten Präsidenten und eines genügenden Lchrerpersonals in bcfriedigentcr
Weise aus.
In Uebereinstimmung mit den Bestimmungen der Congreßakle vom 2. Juli 1862, welche
den einzelnen Staaten Ländereieii für Schulzwecke gewährt, ist der Lehrplan derart festgestellt,
daß der Unterweisung in der Landwirlhschast und in den Künsten und Gewerben besondere
Beachtung geschenkt wird, während die Schüler zu gleicher Zeit das Studium der classischen
und modernen Sprachen verfolgen können. Das Institut verdient Ihre Unterstützung in
jeder Weise.
Nach den Verfügungen des Kap. 53 der Akten von 1866, war der Staat, als Eigen
thümer der einen Hälfte der gewährten Ländereien, in dem Berwallungs-Direktorinm durch
die Staats-Erziehungs-Behörde, welche zu jener Zeit aus dem Gouverneur, Vice - Gouver
neur, dem Sprecher des Delegaten-HauseS und dem Staats-Superintendcnten des öffentlichen
Unterrichtöwefens bestand, reprttscnlirt. Nach dem Kapitel 320 der Akten von 186 wuidc
der Präsident des Senats für den Bice-Gouvcrneur substilnirt, da kein solcher Beamter in
der Constitution von 1867 anerkannt worden war. Durch spätere Gesetzgebungen wurde die
Zusammensetzung der Staats-Erziehungs-Behörde geändert und nach Kapitel 377 der Akten
von 1372, und jene Behörde aus vier Personen gebildet, welche der Gouverneur ernennt und
die er aus der Mitte der Präsidenten und Examinatoren der County-Schul-Behörden gc
wählt; ferner gehört noch der Prinzipal der Staats-Normalschule der Behörde an. Jufoige
derselben Akte bekleidet der Prinzipal der Staats-Normalschule die Stelle eines CuratorS
Lx otitt'iu in dem Maryländer Ackerbau-Institut; derselbe vertritt jetzt den Staats - Superin
tcndenteii des öffentlichen Unterrichtswesen, da dieses Amt abgeschasst ist. Diese Klausel in
der Aktt von 1872, Kapitel 377, offenbart, daß die Gesetzgebung die Substitnirung dieser
neuen Staats-Erziehungs-Behörde als Cnratoren von Seiten des Staate? in dem Acker
bau-Institut nicht beabsichtigte, und das Vermaltuiigs-Direktorium erkennt infolge Dessen
noch heute den Gouverneur, den Präsidenten des Senats und den Sprecher des Unterhauses
m Verbindung mit dem Prinzipal der Rormalschule als die eigentlichen Vertreter des Staa
tes an, doch sollte eine gesetzliche Verfügung mit Bezug aus diese Angelegenheit erlassen
werden, welche diese Beamten zu Cnratoren ex r>Meiv jenes Instituts macht. Diese Angele
genheit sollte nicht als selbstverständliche Schlußfolgerung betrachtet werden, sondern durch
eine klare gesetzliche Verfügung bestimmt werden.
Blau gedenkt, in dem Institut den Grund zu einer Colonic englischer Laudbebauer zu
legen, indem man einige Pioniere der Landwirtschaft für das Landgut gewinnt und auf
dieie Weise Einwanderern einen Haltepunkt gewährt, an den sie sich stützen und um welchen
>le sich ansammeln können. Später gedenkt man den Einwanderern Plätze unter den im
Staate wohnenden Farmern anzuweisen. Es liegt auf der Hand, daß ein neues landwirth
schaflliches System in Maryland eingeführt werden muß. Es ist unseren Landleuten nicht
möglich, Getraidearken zu erlangen, wie sie imWesien erzielt werden, und es würde weit ver
nünftiger gehandelt sein, wenn man die Ländereien unseres Staates in anderer Weise aus
beutete. Der Boden Maryland's ist besonders für die Erzeugung von Früchten und Gcmü
fen geeignet; um die Produktion derselben aber zn einer großartigen und einträglichen zn
machen, bedarf es geschickter Arbeiter.
Im Staate Maineist eine schwedische Colonie gegründet worden und dieselbe hat den
besten Erfolg. Wenn wir nun ans die voraussichtlich große 'Menge der englischen Einwan
cttr blicken, welche im kommenden Frühling das Gestade Amerika's betreten, würde es da
nicht ein großerFchler von iinscrcrSeite sein, wenn wir dieGclegenheit versäumten, einige die
fer Einwanderer für unseren Staat zn gewinnen? Ich unterbreite Ihnen diese Angelegen
heit zur ernsten Berathung und empfehle, daß den Cnratoren desJnstituts eine Untersiübung
in ihrem Unternehmen gewährt werde.
Der Aufschwung des Maryländer Instituts für die Hebung der Künste und Gewerbe
rechtfertigt völlig die Verwilligung, welche im Jahre 1868 getroffen wurde, und da ich mich i
selbst von dem praktischen Nutzen dieses Instituts überzeugt habe, so sollte es mich freuen, !
wenn dicse 'Verwilligung vermehrt würde.
Tic Segnungen eines gründlichen Elcmentar-Untcrrichts können nickt hoch genug ange-
aber was könnte unter einer republikanischen Regierung wohl von wohlthä
tigeren Folgen sein, als dieKenntniß der nüizlichenKünste, durch deren Entwicklung dem Lande .
Reichthümer zugeführt würden?
Die Verwilligung von 550,000 für die Errichtung von Negerschulen, welche von der
letzten Gesetzgebung getroffen wurde, hat in einigen Theilen des Staates sehr wohlthätige
Folgen nach sich gezogen, doch ist Ursache zu der Vermuthung vorhanden, daß diese Unterstüt
zung in anderen Theilen Maryland's nicht mit der Umsicht angewandt wurde, welche man
zu erwarten berechtigt war. Es wäre wünschenswerth, wenn diese Angelegenheit durch ein
geeignetes Comite untersucht würde, und zugleich möchte ich noch cmpsehlen, daß dieses Co
mite eine Untersuchung anstellte, auf welche 'Art die Staats-Dotirungen für Akademie' ver
ausgabt wurden, um die Resultate festzustellen, welche durch die Dotirungen erzielt wurden.
Neger-Normalschule nimmt einen sehr befriedigenden Fortgang und behauptet eine
wichtige Stelle in dem allgemeinen Schulsystem für farbige Kinder. Ohne die Hülfe dieser
Schule, welche uns mit Lehrern für Negerschulen versorgt, würden die guten Absichten der
Gesetzgebung bezüglich der Erziehung der sarb. Kinder zum größten Theil, wenn nicht gänz
lich, vereitelt fein.
Die Unterstützungen, welche die Gesetzgebung dieser Schule zukommen ließ, ist gut ange
wandt worden und ich empfehle Ihnen die Erneuerung der im Kap. 253 in der Akte von
1872 getroffenen Verwilligung. Der Bericht der Euratoren dieser Anstalt liegt dieser 80l
schaft bei. >
Ter Bericht der Direktoren des Maryländer Zuchthauses weis't den befriedigendsten Zu
Dinge in jenem Institution nach. Noch nie lautete der Bericht so günstig.
werden daß die Anstalt (wahrscheinlich zum ersten Male während ihrer Ge
schichte) der Hülfe des Staates nicht mehr bedarf, und daß die Einnahmen in dem mit dem
3. 'November 1873 zu Ende gegangenen Jahre die Ausgaben um H 5638.42 überstiegen.
Letztere Summe wurde, wie das Gesetz vorschreibt, in dasSchatzamt des Staates eingezahlt.
-tiefes Resultat ohne Beeinträchtigung der Sträflinge; Letztere hatten
keilten Mangel zu leiden. Sie wurden im Gegentheil während der letzten beiden Jahre mit
Kopsklifen und Linnentüchern versehen, welche ihnen früher nicht zu Theil wurden, auch er
hielten sie neue Betttücher, da die alten abgenutzt waren.
Diese erfreuliche Finanzlage des Staatsgefängnisscs gibt für die Gewissenhaftigkeit und
das gesunde Urtheil des Direktoriums und die vom Wardeine und seinen Unierbcamten auf
rechterhaltene gute Maniiszucht das beste Zeugniß; dieselben sind Alle für ernste, eifrige und
Humaue Pflichterfüllung zur höchsten Auertennung berechtigt. Persönliche Besichtigung der
Anstalt rechtfertigt dieses Lob. > ' a n
.Ae verschiedenen in diesem Berichte enthaltenen Vorschläge verdienen Ihre ernstliche
Bcrucksichltgung.
Wie daraus ersichtlich ist, befinden sich unter den Züchtlingen sieben hoffnungslos irrsin
nige Personen. Humamläts-Rücksichten sollte uns dazu antreiben, sie der Obhut des„Ma-
zu übergeben. Im Znchthausc kann mau für sie nicht gehörig sorgen; für
die Verwalter der Anstalt nd fie eine schwere Bürde. Im rathe zum Erlasse cinesGesctzes,
das dem Gouverneur die Ermächtigung gibt, nach Veröffentlichung der von der Verfassung
vorgeschriebenen Bekanntmachung ihre Straiurtheile in Einsperrung im Spitale umzuwan
deln. DaS Gesetz von 1868, Kap. 352, wurde, wie ich glaube, mit der Voraussetzung, daß
xs diese Fälle betreffen wurde, erlassen, aber seine Versassuiigsmäßigkeit läßt sich mit Recht
aiizweiselu, weil es dem Gouverneur die Bcsugniß gibt, das Urtheil eines Gerichtshofes,
ohne tue von der Verfassung vorgeschriebene öffentliche Anzeige zu erlassen, zu ändern, und
es ist auch in der Bestimmung, daß die Direktoren des Zuchthauses die Uiiterhaltskosten die
ser irrstunigen Sträflinge aus den Fonds dieser Anstatt zu bestreiten haben, ungerecht.
ein den letzten beiden Jahren wurde das Begnadigungsrecht in vergleichsweise wenigen
Mlle und ,n Anbetracht der durchschnittlichen jährlichen Strästingszabl wohl viel seltener,
als während der Amlstermiiic meiner Vorgänger, ausgeübt.
j Zum Beweise dieser Behauptung diene folgender auftische Auszug aus dcu Zuchlhaus
l berichten der letzten cilf Jahre:
Jahre. Durchschnittszahl der Insassen. Begnadigt.
1863. 38 t 20 !
1864. 41it 26 ,
1885. 96 50
18KK. 541 23
1867. 667 168
1868. 648 136 !
1865. 648 64
1870. 685 87
187!. 669 67
1872. 669 71
1873. 660 26
Tlon diesen 71 wurden 36 vom Gouverneur Whyre begnadigt; die übrigen vom Gou
verneur Bowie und dein Präsidenten der Per. Staaten.
Es ist eine Gewalt, welche mit Recht der Exekutive zusteht, und während dieselbe den Gou
verneur großen Prüfungen und Unannehmlichkeiten aussetzt, und in ihrer 'Ausübung eine
tchwcrc Verantwortlichkeit involvirt, ereignen sich vielfach von Zeit zu Zeit Fälle, welche die
gewöhnlichen Gefühle der Humanität prompt zu erledigen gebieten.
Es gibt Fälle, in denen ein Perbrecher, nachdem er einen Hafttermin theilweise abgebüßt
hat, Zeichen der Besserung gibt und das Verlangen äußert, fortan ein besseres Leben zn füh
ren, und wenn er Freunde in anderen Staaten und Territorien hat, sucht er mirunter um
Begnadigung nach unter dem Versprechen, daß er den Staat verlassen und nicht wieder in
denselben zurückkehren wird.
In Uebereinstimmung mit dem 8. Abschnitte des 18. Artikels des Allgem. SlaatSqesetzes
bei verschiedenen Gelegenheiten Begnadigungen unter dieser Bedingung gewährt.
Eoustitutionalität dieses Geseves ist in Frage gezogen worden, doch in einem Falle
dteser Art, welcher kürzlich vor dem Obergerichte der Stadl Baltimore verhandelt wurde, hat
sich dieses Tribunal entschieden, daß Nichts gegen dasselbe einzuwenden sei. Ich hege keinen
Zweifel, daß diese Entscheidung von dem AppellationSgcrichtc bestätigt werden würde, doch
die Ausdrücke des Gesetzes sind nicht klar genug, dasselbe bedari der Amendirung.
obenerwähnte 8. Abschnitt hat nur den Fall einer Person im Auge, welche unter der!
Bedingung, den Staat zu verlassen, begnadigt wurde, aber wieder nach demselben zur ü ck
Ichrr, doch ist keine Verfügung vorhanden für den Fall einer Person, die unter derselben
Bedingung begnadigt wurde, sich aber nach ihrer Freilassung geradezu weigert, den Staat >
zu Verl as fgii, ungeachtet dieser ausdrücklichen Bedingung ihrer Begnadigung.
Tieselbe Strafe sollte angedroht und dasselbe Verfahren eingeschlagen werden indem
Falle einer Person, welche innerhalb achtundvicrzig Stunden sich weigert, oder es ganz vcr-1
den Staat zu verlassen, wie in vem Falle einer Person, die gegen die Bedingungen !
ihrer Begnadigung zurückkehrt; und ich empfehle deshalb dieses 'Amendement zu dem 8 Ab- !
schnitte des 42. Artikels. '>-< ,
Es ist wünschenswerth, daß Zuchthaussträslingc, die sich so benagen, daß keine Klage
gegen sie geführt werden kann, einen verhälinißmäßigen, durch das Gesetz geregelten Nachlaß !
an ihrer Strafzeit erhalten. Auf diese Weise würde die Nothwendigkeit zur Ausübung der !
Begiiadigungsgewalt bedeutend verringert werden.
Die Zahl von Personen, welche im Stadtgefängnisse und in den Haftorlen der Eounties i
aus allgemeine Unkosten unterhalten werden müssen, ohne daß sie in irgend eine Weise durch !
produktive Arbeit Entschädigung leisten, ist in letzterer Zeit so groß geworden, daß die Sacke !
Ahre ernstliche Beachtung erfordert, ob nicht Mittel gesunden werden tonnen, die Städte und
Eounties von dieser Last zu befreien. I
~ Vwlc dieser Arrestanten sind Trunkenbolde und Müßiggänger, die sich kleiner Vergehen !
v geradezu in der Absicht, um auf diese Weise Obdach und Unterhält in
den Gc?angittssen zu erlangen, und im Stadlgesängnisse von Baltimore findet man gar oft
statt verbriiigen' Regel die Hälfte des Jahres innerhalb der Mauern dieser An
-- .Ä kwtzfthle Ihrer Beachtung das Angemessene der Errichtung eines Correktionshauscs
für solche Gefangene, ebenso für junge Verbrecher, welche man jetzt in'S Zuchthaus sckückt.
Wenn irgend eine Insel, wie z. B. Sharp's Island in der Ehesapeake-Balä erlangt und rn
einer Colome für solche Gefangene eingerichtet werden könnte, welche dort bei geringerer
Strenge der Verwaltung in derselben Weise durch nützliche Gewerbezwcigc zu beschäftigen
wie die so bin ich überzeugt, daß bei der Erfahrung, welche unser
Zuchthaus in dieser Weise an die Hand gibt, eine solche 'Anstalt in wenigen fahren so weit
gebrackst werden kann, daß sie sich selbst erhätt. a w nc.i
Die Todesstrafe ist während der letzten zwei Jahre in sieben Fällen vollzogen worden,
und zwei Verbrecher, welche zum Tode verurtyeilt wurden, haben gegenwärtig die Hinrich
tung zu erwarten. ES sollten Bestimmungen über die Hinrichtung von Verbrechern getroffen
werdcii, welche gecignel waren, die unanständigen und erschütternden Scenen, welche sich so
oft bei solchen Gelegenheiten ereignen, zu verhindern. Ich fordere Sie auf, dies Sache
ernstlich zu erwägen Und hoffe, daß es Ihrer Weisheit gelingt, ein Gesetz zu entwerfen, das
Wle,e Uebelstände gründlich befestigt. v v'
! Niemand kann in Abrede stellen, daß die Art und Weise der Bestrafung von Verbrechern
! Hfl ganzen -staute einförmig sein sollte, und dieses Element der Rechtspflege sollten die Ge-
welche Jurisdiktion in Criminaltällcit üben, beständig vor Augen haben. Die Länge
' welcher Personen, die sich ein und desselben Vergehens schuldig machen, von
in verschiedenen Theilen des Staates verurtheilt werden, ist so himmelweit
augenscheinlich willkürliche, ungleiche Bestrafung unter den Sträflingen
>6 .. - .Pr Erlniterung erzeugen muß. Tie Criminalgcsetzc bedürfen der Revision in
au? rie Bestrafung, und dieselben sollten so abgeändert werden, daß sie ini ganzen
S - Verbrechen ein und dasselbe Slrafmaaß vorschreiben. Ich erlaube
mir ferner, auf sie Thatsache aufmerksam zumachen, daß unter der Staatsverfassung die
den Kreisgerichten und dem Criminalgcrichte der Stadt
Baltimore zusteht, und daß nach meinem Ermessen solche Fälle nicht zu einem Theile der
Jurisdiktion der Friedensrichter gemacht werden könsten.
. . bcr letzte Sitzung hielt ich es für meine Pflicht, verschiedenen Gesetzentwürfen,
sagen " verfassungsmäßigen Vorschriften abwichen, meine Genehmigung zu vcr
Vitt die Jurisdiktion der Friedensrichter cmpfthle ich die 'Aushebung der
.ttie von itzitt, Kap. 45, welche die Zahl der Friedensrichter in der Stadt Baltimore ver
meyn, und die Wiedereinführung der ursprünglichen Anzahl von Beamten, ;n der die Stadt
i 'Uuiahme des Gesetzes von 1870 berechtigt war. Tie Geschäfte jener Stadt sind nicht
! 5" cii .sicniig. nni einer so großen Anzahl von Friedensrichtern genügende Arbeit und hin
!-5 5 ciompenfatton ;ü verschaffen, und die Versuchung ist sehr groß, daß die Einnahmen
i durch unnothige und vexirende Prozesse vermehrt werden. Der Grad der Qualifikation würde
c iirch ciiie Bennindernng der' Anzahl bedeutend gehoben werden, cutt dieie Weise erhielten
u find'n " achtbare Männer dieses Standes Gelegenheit, ein angemessenes Auskommen
! > des Besserungshaufes für verwahrloste Kinder haben nach Vorschrift
ihres Freibriefes, wodurch sie gehalten sind, der Gesetzgebung einen labresbericht zu erstatten,
>m Banuar 18,3 dem Exekutiv-Departemcnt ihren Berichtübcr 1872 cingefckickt, welcher, da
die Gesetzgebung damals nicht in Sitzung war, hiermit übergeben wird. Ich habe den Zu
staitd vteier Anstalt persönlich untersucht und deren wohlthätige Wirkungen beobachtet, und
darf dieselbe Ihrem Vertrauen und Ihrer liberalen Unterstützung empfehlen.
4-ic Einnahmen des Austern-Fonds bcliesen sich im letzten Fi?
kaljahreauf 565,490.55
11-le Ausgaben desselben betrugen während desselben Zeitraums:
Gehalte und Dienstkosten der Staats-Fischerci-Polizei 518,909.90
Nummern für Austernboote 460.00
Anzeigen und Drnckarbeitcn 18.82
Prözeßkösteni 185.32
Reparaturen an Fahrzeugen 5,197.27
524,770.75
Ueberschilß der Einnahmen in 1873 540,718.80
Die Einnahmen während des Jahres 1873 überstiegen die von 1872 im Betrage von
514,703.28. > v
, Erfindungsgabe kann ein Gesetz entwerfen, welches den verschiedenen Interessen,
die ch im Ausicrnhandel berühren, gleich annehmbar wäre. Soviel ist übrigens gewiß, daß
keine Genugthuung erlangt werden kann, so lange uichl wesentliche Acndernngeii in dem gegen
ivartlgen Ansterngesctze, wie man es gewöhnlich nennt, vorgenommen sind. "Es wnrde über
hanpt besser sein, das Gesetz von 1870 ganz zn widerrufen und, wie es vor dem Jahre 1867
war, die ganze Angelegenheit den betreffenden Counties zn überlassen, es sei denn, daß Man
sich enttckitteßen könnte, die Zahl der Boote unserer Wasserpolizei zu vermehren.
Im Falle das gegenwärtige System einer allgemeinen Austern-Polizei beibehalten wer
den sollte, würde es nothwendig sein, Wachiboote an jeder Lokalität aufzustellen, an welcher
die 2lnstcrnfischerei verboten ist, damit solche Plätze praktisch abgeschlossen würden.
Es ist vernünftigcrweiic nicht zu erwarten, daß eine Polizei, welcher nur ein Dampfer
ö Zwei chaNippen zur Verfügung stehen, alle Ansternbänke an beiden Usern der Bai gegen
die Eingriffe von sechshundert schncllscgclnden Fahrzeugen zn schützen iin Stanoc ist. Daß
in die? Beziehung Klagen über Verletzung der Gesetze und Nichtvollziehung der vorgcschrie
ocnen Strafen an allen Gesesübertrclcrii laut werden, ist durchaus nicht bemcrkcnSwerth.
Das Gesetz selbst ist voller Fehler: seine Wirkung wird gestört durch widersprechende Verfü
gungen und in vielen wichtigen Punkten ermangelt cS der nothwendigen Bestimmtheit, wo
Mirch dasselbe Ursache zu allen möglichen Disputationen über die thatsächliche 'Absicht der
Gesetzgeber liefert. Solche Absurditäten in einem Strafgesetze sollten ohne Zögern abgeändert '
werden. - o
Wenn es die Absicht der Gesetzgeber war, daß der Commandeur des Tampfers, oder die
Capitäne der Schaluppen die von einem Friedensrichter erlassenen Citationen den Beklagten
übergeben sollen, dann sollte es das Gesetz einfach mit klaren Worten sagen. Würde es nicht
angemessen sein, in ocm Gesetze genast zn definiren, welche Handlungen als MW-Be
weise angesehen werden sollen? Ist es recht, daß eine Person, welche nicht bei einer Gesetz-
Uebertrcrung betroffen wurde, auf Grund verdächtiger Umstände bestraft werde ?
Ich empfehle die ganze Angelegenheit Ihrer Beachtung, indem dieselbe große Ammert
samkcil erfordert, da die widerstreiteiiten Interessen dieses Geschäftes unter den jetzigen Ver
hältnissen zu irgend einer Zeit schlimme Verwickelungen herbeiführen können.
Das Gesetz von 1870, Katz.297, das den Gouverneur ermächtigt, eine aus zwei compcten
teii Peesoncn bestehendeTommission zu ernennen, um dieFss'cheeeien in dcrßai, an derMcereS
Küste und in den Flüssen des Staates zu inspiziren und an die Gesetzgebung Bericht zn er
erstatten, wurde von meinem Vorgänger aus verschiedenen Gründen nicht in'S Werk gesetzt,
und das Gesetz trat infolge der in demselben angegebenen limitirten Zeit seiner Wirksamkeit
außer Kraft. Dasselbe hätte nicht gehörig vollstreckt werden können, indem für die ausgesetzte
Compensatio keine geeigneten Commissäre zn finden waren.
Ich empsehle die Wiedereinführung desselben auf's Angelegentlichste, jedoch mit der vcr
änderten Bestimmung, nur einen Commissär auf zwei Jahre bei einem lahresgehalte von
HISOO mit einem Contingeiit-Fond von lausend Dollars pro Jahr für Dienstkosten anzu
stellen.
Mit diesen geringen Kosten können einige Schritte gethan werden, den Fischreichthnm
in der Bai und in den Flüssen des Staates zn vermehren
Die Angelegenheit hat in vielen Staaten Beachtung gefunden, wo die Vermehrung des
Fisch'Rcichthlims für die Auslagen, welche die Anstellung eines Fisch-Commissärs erforderte,
vollkommene Remuneration gewährte.
Erfahrene Fischzüchter haben Maryland als ein Paradies für Fischer bezeichnet, und es
ist ihre Ansicht, daß „Shads," Häringe und Felsenfische durch unbedeutende Nachhülfe in'S
Unendliche vermehrttwerden könnten.
Tie erfolgreiche Verpflanzung des schwarzen Barsch in den Potomac sollte uns vcrau
lassen, bestrebt zu sein, diesen prachtvollen Fiich in allen Flüssen und Gewässern unseres
Staates heimisch zn macken. Nach meinem Ermessen würde es ein Anlaß des gerechten
Tadels sein, wenn diese Sitzung vorüberginge, ohne daß Gefetze in dieser Angelegenheit
erlassen wären.
Ich bedauere, Sic benachrichtigen zu müssen, daß die Commissäre, welche uuiek der Akte
von 1868 Kap. 376 ernannt waren und deren Befugnisse unter der 'Akte von 1872 Kap. 210
verlängert worden sind, und die mit ähnlichen Commlffärcn des Staates Virgiuien zu ver
handeln hatten, um die Grenzlinie zwischen beiden Staaken festzustellen, noch zn keinem Re
sultate gekommen sind. Tie Maryländer Commissäre sind in der Sache nicht müßig gewe
sen und haben keine sich bietende Gelegenheit versäumt, eine solche Grenzlinie zu bestimmen
und festzustellen; doch die Forderungen beider Selten gingen so weit auseinander, daß kein
Vergleich möglich wurde. Ich kann Ihnen durchaus kein anderes Verfahren in Vorschlag
bringen; man muß einfach abwarten, bis die Behörden von Virginien sich entschließen, eine
Klage einzureichen, oder eine neue Commission ernennen, welche mehr Aussichten läßt, ein
günstiges Resultat zu erzielen.
Seit Vertagung der Gesetzgebung im Jahre 1872 hat das AppcllationSgericht die Eni
scheidnng des Richters Dobbin umgestoßen, welche derselbe in einem Prozesse des Staate? ge
gen die „Baltimore-Ohio-Babn-Comp." abgegeben hat, wornach Letztere gehalten worden
wäre, dem Staate die Summe von H 231,489.39 in Gold mit Interessen vom 1. Mär; 1872
auszuzahlen; dies: Summe ist die Differenz zwischen dem Werthe des Papiergeldes, in wel
chem dem Staate seine Dividenden an? die in seinem Besitze befindlichen Prioritätsaktien der
Bahn ausbezahlt wurden und dem Goldwerthe, in welchem der Staat, wie er angab, bis
zum 1. Jan. 1876 seine Dividenden beanspruchte.
Das Appcllationsgericht erklärt in seinem Gutachten, „daß die garantirt: sechsprozentigc
Dividende von derCompagnie in gewöhnlichem Gelde und nicht speziell in Gold zu zahlen ist."
In der Klage des Staates gegen besagte Compagnie wegen Erlangung eines Fünftels
der Einnahmen von dcmPassagiervcrkehr Hai daSAppellationsgericht zu Gnnsten des Staates
entschieden; ein Erkenntniß wurde in gehöriger Form im Obergcrichie der Stadt Baltimore
am I. Dezbr. 1871 eingetragen, wornach der Staat die Summe von H 351,296.18 nebst Zin
sen erhält. Seitdem ist dieser Fall, infolge einer Nichtigkeitsbeschwerde umer den Verfügun
gen des Gesetzes vom 24. Septbr. 1789, Abschnitt 25, und der Alte vom 5. Febr. 1867, Ab
schnitt 2, vor das Oberbundesgericht verlegt worden.
Am 27. Febr. 1873 richtete ich eine Zuschrift an den Anwalt des Staates, in welcher ich
denselben ersuchte, den Fall sobald, als möglich, zur Entscheidung zu bringen.
Im März 1873 stellte der Anwalt des Staates einen Antrag, die Appellation zu vcr
werfen, weil daPOberbnndesgericht keine Jurisdiktion in diesem Falle habe; dieser Antrag
wurde von den Sachwaltern beiderParteieu gehörig argumentirt und bei dem letzten Termin
dem Gerichte unterbreitet, ifPaber bis jetzt nicht entschieden worden. In dem Falle einer an
deren dem Krcisgerichlc der Stadt Baltimore vorgelegten Klage, in welcher dieies Gericht die
richtige Vertheilung der Einkünfte der Washington-Zweigbahn und der Hauptbahn zwischen
Baltimore und dem Rclay-Honse entscheiden soll, ist seit Vertagung der Gesetzgebung von
1372 noch kein Forlschrill gemacht worden.
Man vermuthet, daß die Verzögerung dem Wunsche entsprungen ist, den Bescheid des
Supremc-Gerichls, welchem die Hauptfrage, um die es sich hier handelt, vorliegt, kennen zu
lernen.
Diese drei Rechtssälle umfassen alle Streitpunkte, welche zwischen dem Staate und der
Bahu-Comp. schweben und ans welche mein Vorgänger ausmertsam machte.
Ueber die „Aiinapotts-Elkridge-Bahii" habe ich keine Mirtyeilunzen zumachen. Die
außergewöhnliche Verfügung der lilcorporaiionsatte, welche die Conirole derselben in die
Hände der Privatakttonäre legt, die nur für 552,000 Aktien besitzen, wogegen der Staat mit
5300,000 berheiligt ist, ordnet die Interessen des Staates den Wünschen Derer unter, welche
nur den siebenten Theil des Aktienkapitals repräsentiren. Die 'Akte von 1872, Kap. 425, er
mächtigt zu der Ausvehnung der Bahn bis zu dem Haien der Stadt Annavolis und die Aus
gäbe von Obligationen, welche durch eine Hypothek aui alles Eigenthum der Compagnie ge
sichert sind, wurde von dem Gouverneur jedenfalls dahin verstanden, daß sie nur aus diese
Verlängerung der Bahn bis zu dem Hafen von Amiapolis Bezug habe. Diese Verlange
rungist jedoch nicht in'S Werk gesetzt worden, dennoch aber hat nmn eine große Anzahl dieser
VonSS ausgegeben und verkauft, (wie viel, weiß ich nicht) und ich empfehle Ihnen, diese An
gelegenheit gründlich zu untersuchen, damit die Interessen des Staates gehörig gewahrt wer
den.
Tie „Metropolitan-Zweigbahu" ist vollendet und in voller Thätigkeit.
Die „Baltimore-Potomac-Bahn," welche seil Ihrer letzten Sitzung eröffnet worden ist,
scheint erfolgreich geleitet zu werden und wird den Werth des Gebietes, welchen sie durch
schneidet, ohne Zweifel bedeutend erhöhen.
Die „Battlmorc-Drum-Polllt-Bahu" macht nur langsame Fortschritte; die „Südliche
Maryland-Bahn" wird jetzt, wie mir berichtet worden ist, ebensaUs gebaut.
Die „Westliche Maryländer Bahn" ist jetzt vis Williamsporr vollendet und in voller
Thätigkeit.
Soweit die Blüthe des Staates durch den Bau und Betrieb von Eisenbahnen bedingt
werden kann, steht dieselbe auf der Höhe eines Erfolg versprechenden Experiments.
Tie „Northern Ccnlral-Bahn-Comp." hat das layrgelo von Hn6,666, welches dem
Staate durch die Verfügung der Akte von 1854 gesichert ist, prompt bezahlt.
Die „Susquehanna-Tide-Waier Kanal - Comp." ist ihren Äerp'tichlnngcn gegen den
Staat gleichfalls nachgekommen.
DtPÄtre von 1870, Kap. 476, verpflichtet den Staatssekretär, in seinem Archiv sorgfäl
tig alle Freibriefe von Bahn-Compagme'ii, welche unter jener Alte ineorporirt wurden, auf
zubewahren verfügt, u. daß Eopstm derselben, welche mit dem großen Staatssiegel beglaubigt
sind, als Beweis derExisleuz der Compagnie gelten tollen. Tie Arbeit, mit welcher diefcrßeamte
überladen ist, wird in keiner Weise gebührend belohnt und die Geschäfte der Executive werden
oft verzögert durch die Nachfrage nach certifizirlen Eopien solcher Corporattonsfreibrieft, w.I
che sehr häufig in Gerichten oder vor Gejchworeneii-Collegien rasch verlangt werden und für
welche Copien keine Vergütung beansprucht werden kaun.
Ich empsehle, daß eine angemessene Gebühr für das Eintragen von Eisenbahn Corpo
rations-Cerlifikaren und für certifizirtc Abschrift derselben festgesetzt werde; welche Gebühr
von dem Staatssekretär erhoben und in den Staatsschatz abgeführt werden soll.
Es ist eine Sache, woht derßeachlung werth, ob ein Gezei?, welches solche wichtige Inte
> essen iuvolvirr und unter dessen Verfügungen solche bedeutenden Kapitalien angelegt werden,
j nicht in seinem Entwürfe dem Abschumc 29 des 3. Artikels der Constitution angepaßt sein
> sollte: denn, obgleich die Anforderungen dieses 'Abschnitts in Betreff der Amcndirnng irgend
! eines Artikels oder eines Abschnittes nur als hinweisend und nicht als gebieterisch beachtet
i werden, so mag es doch angemessener sein, die Sache durch gehörige legislatorische Verfügung
j außer Frage zu stellen.
Dieser Theil des StaatsgesetzcS über Bildung von Eorporationen in Betreff aus Heim
! statten- oder Bauvereme (Art. 26, Absch. 84 :c.) bedarf der Modifikation. Wie die Sachen
letzt stehen, sind diese Vereine berechtigt, von dem hiilföbedürfligeii Geldleiher die exorbttan
5 testen Zinsraten zu fordern. Dieselben sollten durch ausdrückliches Verbot verhindert werde,
- ihre eigenen Wechsel an Geldes Statt den Geldbedllrftigeu als 'Anleihe zu geben. Die Ge
richte sollten gleichzeitig Gewalt erhalten, insolvente Bauvereiuc durch einen auf Antrag ei
i ncs Gläubigers ooer Aktieninhabers ernannten Eommiffär abzuwickein, wennimmcr die In
l iolven; der Association erwiesen werden kann.
Die Nothwendigkeit der Einwanderung, um die verlorene Arbeitskraft zu cricbeu und
j den materiellen Wohlstand des Staates zu fördern, ist zu klar, als daß sie näherer Darlegung
, bedürfte. Seit der Amtstermin des Superintendenten des „Büreans für Arbeit und Acker
! bau zu Ende gegangen gst, hat der Staat keine Agentur gehabt, um den Strom der Einwan
j dcrnug nach unserem Staate zu lenken. Anstrengungen muffen gemacht werden, um die
Ausländer, welche sich in dieser Republik anzusiedeln beabsichtigen, mit den großen Vorthei
! len bekannt zu machen, welche daraus entspringen, daß sie an der Küste bleiben, anstatt nach
! dem fernen Westen zu ziehen. Zu diesem Zwecke empfehle ich die Errichtung einer Einwan
derungs-Commission ähnlich den Behörden, welche in anderen Staaten bestehen, um diese
ganze Angelegenheit unter ihre Obhut zu nehmen und den Einwanderern über das geiuude
Klima, den geeigneten Boden, das billige Land und die mäßigen Stenern, sowie die 'Nähe
der Märkte von Philadelphia und Baltimore geeignete Information zu liefern.
Daß solche Belehrung in kurzgefaßten Dokumenten, welche in der englischen, deutschen,
französischen und dänischen Sprache gedruckt, und unter den Bewohner der betreffenden Län
der verbreitet werden, die wohlthätigsten Resultate zur Folge haben würden kann nicht be
zweifelt werden.
Es haben sich prominente Ausländer um Information dieser Art an mich gewendet, ich
hatte jedoch keine geeigneten Dokumente an der Hand, um sie den Auskunflbcdürftigen zu
schicken zu können.
Eine der anstößigsten Verfügungen unserer Verfassung ist der Abschnitt des 1. Art., wel
cher ans eine gleichmäßige Reglslrirung aller Stimmgevcr des Staates Bezug hat, ein Ab
i schnitt der aus der Verfassung von 1364 in die neue Constitution ausgenommen wurde. Nach
> meinem Ermessen ist ein solches System geeignet, dem Betrüge Thür und Thor zu öffnen
! und zwar in einer Weise, wie sie nicht geeigneter zu diesem Zwecke ausgedacht werden könnte.
Sie Reiuheit des Stimmkaitens kann weit eher erhalten werden durch die gänzliche .'titthc-
HP dleics Systems und durch die Elittheilung der gegenwärtigen Wahldistrikte und Ward
in eine größere Anzahlten Wahlbezirken und durch Ernennung von Wahlrichtcrn und In
werfen Srimmgeber am Tage der Wahl einem scharfen Kreuzverhör mite
Es liegt ganz in der Natur der Sache, daß das Recht einer Perlon, als Stimmgcber zn
ttingiren, in Gegenwart solcher Wahlbeamlcn genauer untersucht werden kann, als durch ei
nen einzelnen Regislrirungsbeamtcn, welcher ans der Reihe einer bestimmten politischen Or--
gammtlon ernannt ist und wenn er Neigung dazu fühlt, Gelegenheit hat, die Registrirungs
(Pc zu fällchen. Ich empfehle ein Amendement zu der Verfassung, wodurch der fünfte Ab
ichnitl des i. 'Artikels widerrufen wird; dasselbe müßte den qualifizirtcn Stimmgebern des
Staats zur Annahme oder Verwerfung, wie iin l. Abschn. Artikel 14 dieses Instruments
vorgeichriebeii ist, vorgelegt werden. Sollte jedoch dieser Vorschlag Ihre Billigung nicht fin
den, w muß es Ihrer Weisheit anheimgestellt bleiben, ob nicht legislatorische Schritte nöthig
sind, unl die Wahlurne gegen Stimmgeber, welche nicht gesetzlich registrier sind, zu schützen.
In einigen Eounties und in verschiedenen Wards der Stadt Baltimore hat man Perso
nen erlaubt, das Stimmrecht auszuüben auf Grund von Affidavits, welche von Friedens
-I.s'' gemacht worden waren und welche besagten, daß die Betreffenden zur Registrirung
berechtigt leien, obgleich ihre Namen auf den von den RegtstrirungSbeamten gelieferten Listen
! ift'P üchibar waren. Ein solches Verfahren der Wahttichier ist eine Verletzung des fünftel!
Art. 1 der Verfassung, wird jedoch von denselben durch das absurde Vorgeben
gerechtfertigt, daß das Zwangsgesetz des Congresses dasselbe gebieie. Es sollte ferner ein Ge
setz gemacht werden, alle Personen criminell zn bestrafen, welche in böswilliger Absicht con
ipirircn, um irgend einen Wahlrichter oder Registrirungsbeamten wegen im Dienste began
gener Handlungen in Anklage zu versetzen. Wenn nicht gesetzliche Vorkehrungen getroffen
werden, solche Beamten zu schützen, wird es überhaupt schwierig sein, die Dienste coinpcten
lcr und achtbarer Personen für diese Stellen zu erlangen, denn solche Personen werden derar
ligc Pslichteii nicht übernehmen, wenn sie nach der rechtschaffenen und ehrlichen Erfüllung ih
rer Pflichten befürchten müssen, verhaftet und meilenweit von ihrer Heimat fortgeschleppt zn
werden, um sich in einem Bundesgerichte den Criminalprozeß machen zn lassen, welches er
fordert, unter bedeutenden Unkosten gesetzlicheVertheidiger und Entlastungszeugen zu beschaf
ft: zumal wenn die 'Anklage aus politischer Feindschaft, oder Privat-Malice von Personen
erhoben wird, deren pecumäre Verhältnisse eine Eiviltlage zur Erlangung einer Entschädi
gung durchaus nicht rechtfertigen.
Die ganze Angelegenheit ist von der größten Wichtigkeit für unsere Bevölkerung und
sollte Ihre crastttckme Erwägung finden.
Ich verweise ttie auf den Bericht des General - Adjutanten, um sich über den Zustand
seines Departements sowohl, als über die Wirksamkeit der „Maryland National Garde" zn
unterrichten.
Seine Vorschläge inßetreff einer Revision der Milizgesetzc und eines Modus, die vorhan
dene Milizmacht des Staates zu vereinigen, werden Ihnen herzlich empfohlen.
Das Angemessene, die Miliz mit Waffen einer einheitlichen Art zu versehen und die
Hinterladungsmuskete an Stelle der altmodischen Flinten zu setzen, kann kaum in Frage ge
stellt werden. Die Empfehlungen des General-Adjutanten, dem Oberbefehlshaber gehörige
Ermächtigung zu ertheiien, den Verkauf wcrthlosen MilizeigcnthumS zu leiten, sowie inßal
limore ein Depot für die Aufbewahrung nicht gebrauchler Eguipirungostncke zn errichten und
die aktiven Organisationen der „Marytand 'National Garde" durch liberale Verwilligungcn
zu unterstützen und anstecht zu erhalten, werden hierdurch vollständig indossirt undlhrcr sorg
fältigen Beachtung unterbreitet.
Während es unter einer republikanischen Regierung nicht wimschenswerth ist, eine starke
Milizmacht unter beständiger Disziplin zu halten und ans diese Weise bedeutende Kosten zn
verursachen, so haben doch frühere Erfahrungen die absolute Nothwendigkeit klar gemachst
einige Regimenter wohtbcwaffnctcr und gut cinexcrzirtcr Soldaten zn halten, auf die man sich
in plötzlichen Fällen dringender Nothwendigkeit, welche in dicht bevölkerten Theilen des
Staates eintreten können, verlassen kann. ES ist mein Bestreben gewesen, den Militärsond,
welcher dem Oberbefehlshaber jnr Verfügung gestellt wurde, so zn verausgaben, um diesen
wüittchenswerthen Stand der Tinge zu erreichen.
Ich ersuche Sie, dem Zustande der Geisteskranlcn dieses Staates Ihre ernste Beachtung
zu scheuten. Einige derselben uns in den Armenhänstrii ver Stadt und der Connrics mer
gebracht, wo es ganz unmöglich ist, sie erfahrungsgemäß zn behandeln: Einige befinden sich
>n Prival-Anstalteii und andere in Instikltten, welche man als unter Conrrole des Staates
stehend, ansieht. In diesem Staate bestehen keine Gesetze, welche die Art und Weise rcguli -
rcu, in welcher zahlende Parienten diesen Anstalten überwiesen werden.
Es bestehen Verfügungen über Gericlftsbcfchle "st lumn--, ingnirancko," doch werden
viele Personen in diesen Anstalten eingesperrt, ohne solche sormette Schritte; diesctbcn werden
von ihren Verwandten und Freunden auf Grund der Cenlsikate irgend eines oder mehrerer
Aerzle diesen Anstalten überwiesen. Dieses sollte nicht gestattet werden, sondern ein stritte
und formelles Gerichtsverfahren sollte erforderlich sein, eh? irgend eine Person ihrer Freiheit
beraubt und irgend einer dieser 'Anstallen überwiesen werden kann. Ueberdies ha: die Exe
kutive Ihres Staates keine Gewalt, weder in Person noch durch eine Commission eine In
spetlion irgend eines im Staate 'Maryland bestehenden Irrenhauses vorzunehmen. Wie ein
dringlich auch die Klagen über schlechte Behandlung oder ungerechte Inhaftirung sein mögen,
der Gouverneur ist machtlos, irgend einem Ihrer Mitbürger, der in einer solchen 'Anstalt gc
fangen gchallcn wird, zu Helsen.
Das Gesetz von !853, Kap. 274, welches in seinem sechsten Abschnitt? die „Cnratoren
des Shcpparo-Äsyls" ineorporirt, enthält die angemessene Verfügung, „saß die Bücher,
Rechnungen, Papiere, Grundstücke und Gebäude der Corporation dem Gouverneur des Stao
res zu jeder Zeit zur Prüfung freistehen sollen;" welche Verfügung sehr zu empfehlen ist und
in ihrem Charakter und ihrer Tragweile allgemein anwendbar"sein sollte.
Sie wissen, wie ich vermuthe, daß gegenwärtig kein Irrenhaus existin. welches dem
Staate gehört. Die prachtvollenGebäiide und Grundstücke, an welche derStaa. in io generöftr
Weise über siebcnhnnderttausend Dollars verwendet hat, wurden in Uebereinstimmung mir
der Akte von 1376, Kap. 266, an den Präsidenten und die Visitatoren des „Maryland Hoipi
lalS" eine Privat-Cotporarion, welche unter dem Gesetze von 1827, Kap. 265, von dcrGcseiz
gcbllng einen Freibrief erhielt, übertragen.
Das Gesetz von 1876 weis't die Curatorcn des „Maryland-Asyls" in Spring Grovr,
Ballimore-Couitty, an, durch Uebertragungs Urkunde alles Grundeigcuthnm und ander?
Vermögen, welches besagter Corporation gehört, an die obengenannte Privat-Corporarion zn
übertragen; dieselbe hat seitdem absolute Besitzrechte darüber ausgeübt und Hai aus einen
Theil des Eigenthums eine Grundmiethe von H 966 pro Jahr gelegt, ablösbar in 13 Mona
tcn vom 1. Februar 1873 an nach Zahlung von HISM6. Ungeachtet dieser Uebertragung
des BesitztitetS erlangten der Präsident und die Visitatoren des „Maryland-Hospitals" von
der Gesetzgebung im Jahre 1872 die Erinächtigung, eine Staats-Änlcihc von P 336.666 zu
machen, um die besagten Gebäude auf Spring-Grovc zu vollenden.
Wie man mir sagt, wird eine weitere Verwilligung erforderlich sein, die Gebäude zn
vollenden und zn möbliren: doch sollte keine Hülfe gewährt werden, bis dasGrundeigenthum
dem Staate zurückerstattet ist, in desselben Weise, in welwer dieser es besaß, ehe das Gesetz
von 1876 erlassen wurde. Ter Gebrauch der Gebäude und allen Zubehörs kann dem Präsi
denlcn und den Visitatoren des „Maryland-HospitalS" eingeräumt werden, doch der Besitz
titel des Eigenthums sollte an? den Namen des Staates lauten.
Das Institut ist ein herrliches; es ist zweckdienlich eingerichtet und scheint mit Geschick
und Borsicht geleilet zu werden und sollte unter geeigneten Vorbehalten eine angemessene Un
terstützung des Staates erhalten. Dasselbe hat gegenwärtig ungefähr 120 Patienten, wäh
rend es niit Leichtigkeit 256 aufnehmen könnte. Solche Versitzungen sollten getroffen wer
den, durch welche der County-Commissär und andereßehörden, welche für arme Geisteskranke
zu sorgen haben, angehalten sind, Personen, welche nach dem Ermessen competenrer Aerzte
möglicherweise wieder hergestellt werden können, in dieses Institut zu schicke, wo die Hälfte
der Kosten iür Behandlung und Unterhaltung des Patienten dem Staate, die andere Hälfte
aber der Stadt oder dem County angerechnet werden sollte, welcher der Patient augehört.
Es ist unmöglich, dieses großartige Unternehmen in gehöriger Weise zu unterhalten,
wenn es nicht voll von Patienten ist.
Ter Staat hat in der Errichtung des Taubstummen-Instituts in Frcdenck ein äußerst
verdienstvolles Werk unternommen, Und die Vollendung des Baues in Uebereinstimmung
mit dem ursprünglichen Plane ist nicht nur wünschenswerth, sondern nach meinem Ermessen
eine positive Pflicht.
Die Absicht der Gesetzgebung von 1872 wurde durch Nichtinkrafttretcu der Bill, welche
H 166,666 zum Besten dieses Instituts verwilligt, verzögert. Der Autor jener Maßregel ließ
bei den Einzeluhelten über die Contraktioit der Schuld die Verfügung weg, welche in Abschn.
34, Ari. 3 der Constitution im Betreff der Tilgung geboten ist, und infolge dieses Mangels
erhielt die Bill die Billigung der Exekutive nicht.
Ich vertraue darauf, daß Sie in dem Geiste Ihrer Borgänger handeln und die Verwilli
gnng derselben erneuern werden, indem Sie zu derselben noch eine genügende Summe hin
zufügen, um die Anstalt gänzlich schuldenfrei zumachen.
Eigene Beobachtung hat mich überzeugt, daß in dieser Beziehung Ihr Vertrauen zu
den Pflegern Ihrer wohlthätigen Gaben wohl am Platze ist, und daß teme öffentliche Wohl
thätigkeils Anstatt Ihrer großmüthigen Hülfe würdiger ist. Es ist wesentlich, daß unsere
Bürger klar verstehen, daß die Anstalt nicht etwa ein Zufluchtsort zur Unterstützung und
Pflege der Unglücklichen, sondern eine UntcrrichtSanftall ist, welche in einem etwa siebenjäh
rigen Cursus die Segnungen einer glänzenden Erziehung gewährt.
Deshalb ist es sehr zu bedauern, daß die Eltern der Taubstummen im Staate die.
Wohlthat einer solchen Erziehung nicht gehörig würdigen.
Nach der Volkszählung von 1876 waren im Staate Maryland 175 Taubstumme schul
pflichtigen Alter; hoffentlich werden sie Alle der Pflege der Anstalt bald anvertrant werden.
Der mit dem 31. Dezember 1873 schließende Bericht der Inspektoren wird Ihnen vor
gelegt werden, und Ihnen genügenden Beweis liefern, daß meine Schätzung ihrer öffentli
chen Dienste wohl begründet ist.
Tie Blinden-Anstalt setzt ihr Werk in sehr befriedigender Weise fort. Die Verwaltung
wird weise gehandhabt und die Erziehung der Zöglinge ist so vielseitig, wie möglich.
Das Gesetz verlangt von mir, Sie mit den Ausgaben der Anstalt, mit Namen, Alter
und Wohnort derjenigen Angehörigen des Staates bekannt zu machen, welchen die Wohl
thaten dieser Anstalt zu Gute kommen.
Die Ausgaben für 1372 beliefert sich ans H 12,699.67; die iür 1873 ans Hn,375: ein
Namensverzeichniß Derjenigen, welche die Wohlthat des Staates genießen, wird dicseMit
ihetlnvg begleiten.
Tie in der letzten Sitzung für die Erziehung tauber, stummer und blinder farbiger Kiu-
bewilligten Gelder sind weise verausgabt worden und der wohlthätige Erfolg wird ohne
Zweifel nicht ausbleiben.
Ich empfehle Ihrer Berücksichtigung das Maryländer Trunkenbold - Ainl, über dessen
Thätigkeit während des lebten Jahres Sie im Bericht des Präsidenten und der Cnratoren ei
neu Auszug finden werden.
D aß die Gesellschaft gegen diese Klasse unserer Bürger, welche in vielen Fallen von lau
ger anhaltender Krankheit heimgesucht werden, und zwar oft in Folge eines Erbfehlers, ge
ivlffe Verpflichtungen hat, oürfte kaum noch in Frage gestellt werden. Von Seiten des
Staates ist bis jetzt noch wenig geschehen, diese Annätt zu pflegen, aber ich bitte dringen
um Ihren Beistand die Beamten des Asyls in Stand zu setzen, demicldcn eine sichere
Grundlage zu geben und ihr Vermögen, Gares zu sturen, zu erweitern.
Ich bin der festen Ueberzeugung, daß eine Staats Sanitätsbehörde sich als außcror.
deutlich segensreich erweisen würde.
Es wird Alles gethan, um den Boden fruchtbar zu machen, die Wege z verbessern,
Brucken und Eisenbahnen zu bauen, damit die Einwanderung in unseren Staat neue An
zichnngskraft gewinne, während die Gesundheitspflege in den ländlichen Distrtllen gänzlich
vernachlässigt zu werden scheint. Wahrlich, es kann zum Gedeihen eines Gemeiiidewesens
Nichts io viel beitragen, als die Gewißheit, daß alle Krankheit erzeugende Einflüsse und ane
Uebelstände sorgfältig untersucht und schnell beseitigt werden. Leute von praktischem Vcr
stand und medizinischer Erfahrung könnten viel thun, um Krankheilen vorzubeugen und
dadurch den guten Ruf eines günnigen Gesundheitszustandes in denjenigen Tbcilen unseres
Staates herzustellen, in welchen Ficberkrankheiten besonders häusig auftreten.
Eine solche Behörde könnte zusammengesetzt werden aus je einem Mitglieds aus ledcm
Eongreß-Tistrikte außerhalb der Stadl Baltimore und dem SanitätS - Eommiffär aus der
Stadt selbst. Dieser Behörde würde in einem Lokal Sanilätsbeamten, welcher den Winken
der Staatsbehörde gemäß zu handeln und dieselben zur Ausführung zu bringen statte, eine
b.denrende Hülfe beigegeben werden; dieselbe tönnte ferner alle 'Armenhäuser, Geninguiffe.
Asyle und Besserungs Anstalten, denen von Seiten des Ttaates Hülfsgeldcr zustießen, in
spiziren, über die Behältnisse derselben und das Recht, aus StaatShülsc Anspruch zu machen.
Berich: erstatten.
Bei ihrer Inspektion dieser öffentlichen Anstalten könnte sich die Behörde der Hütte inen
schenfreuiidttcher Frauen bedienen, deren schneller Blick die Mißbräuche und Psttchnnrsäum
ilisse der an solchen Anstalten thätigen Bediensteten, welche sich nur zn ott der Nachlässigkeit
und Grauiamteit schuldig machen, besser entdecken würde.
Sie könnte darauf sehen, daß die Saititatsgesebc zu allen Zeiten vom Voile gestöng
berücksichtigt und befolgt werden, und könnte, wenn epidemische Kranlheiicn henicli.n. daine
sorgen, daß zur Vehütnng der weiteren Ausbreitung dersilben die geeigneten Voriichtsmaß
regeln getroffen würden.
Ihre Mitglieder könnten in ihren respektive Bezirken angehalten werden, die Meiereien
in denjenigen Couitties zu inspiziren, wo, um die Städte und Dörfer des Staates zu ver
sehen, Milch in großen V-uantitäten verkauft wird, ferner die Milch selbst von Zeit zu Ze>:
zn untersuchen, Verfälschungen zu entdecken und dadurch zu verhüten, daß typhöse Fiebe,
und andere Krankheiten, welche durch den Gebranch dieses uncntbchrlicheii Nahrungsmittel,
so häufig erzeugt werden, in den dicht bevölkerten Theilen des Staates ausbrechen.
Sollten Sic Blattern sich zeigen, so könnte die Sanitätsbehörde für Anschaffung gesun
der Lymphe sorgen und darauf Acht haben, daß eine allgemeine Vaccination der Bevölkerung
vorgenommen werde.
Die Besorgniß de? Publikum in Bezug ans den Werth des ärztlichen Zeugnisses in
Eriminalfüllcn, ist durch kürzlich in Pennsylvanien und Maryland vorgekommene Fälle
wachgerufen worden, und ich hatte es der Uebcrlegung werth, ob es nicht "besser sein würde,
in Eriminalsällcn erst die Frage der geistigen Gesundhctt zu entscheiden, ehe die Geschworenen
an die Untersuchung der Thatsachen gehen.
In solchen Fällen könnte der Sanitätsbehörde die Entscheidung zustehen, ob der Augs-
klagte geistig gesund sei oder nicht, ohne durch die gelehrten Untersuchungen der Aerzte mysti
sizirt, von dem Angeklagten aufgehalten oder vom Staate herbeigerufen zn werden, um die
- > Angklagebehörde zu unterstützen.
Tie Berichte des Staats - Impf. Agenten für die Jahre 1872 und 1873 werden Ihnen
l vom Slaatssekr.tär vorgelegt werden.
Ter Congreß bewilligte gemäß der am 3. Mär; 1873 genehmigten Fluß und Haie
- verbesserungs-Aktc H 15.660 zur Verbesserung des Ehester River bei Kenl Island Narrow?,
aber die Verausgabung des Geldes zu dem Zwecke ist ans Befehl des Kriegssekretärs suspen
' dirt worden, bis die Gesetzgebung von Maryland entweder das Gesetz aufhebt, nach welchem
der Bai: eines festen Weges zwischen Kent-Island und dem Fcstlandc erlaubt ist, oder gesctz
> lich eine Brücke (um die Durchfahrt von Schiffen zu ermöglichen,) anstatt eines festen Vcr
° blnduugSwegcs anordnet. Tie Akten vom 21. Januar 1826, vom 10. Februar 1821 und
vom 8. April 1870 sind die Statuten, welche entweder ausgehoben oder inodifizirt werden
! sollten, ehe das vom Congreß verwilligtc Geld für diese Verbesserung verwendet werden kann.
" , Ich empfehle Ihnen in Bezug ans diesen Gegenstand schnelles Handeln, und um Ihnen die
! Untersuchung in der Sache zn erleichtern, unterbreite ich Ihnen gewisse Mittheilungen von
j Seilen des Kriegssekretärs, welche sich auf den Fall beziehen.
i In Anknüpfung an das Obige wünsche ich Ihre Aufmerksamkeit ans die Nothwendigkeit
6 i des Baues eines schissbaren Kanals zu lenken, durch welchen die Gewässer der Chcsapealc
n und Telawarc-Bai mit einander verbunden und den nach dem Ozean bestimmten Schiffe
" leine Ausfahrt verschafft würde.
> (Fortsetzung siehe 4. Seite!)
Nr. 2

xml | txt