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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1848-1918, February 06, 1874, Beilage zu Nr. 6, Image 6

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Ter Teutsche Correspondeut.
Baltimore, . Aebruar t 74.
Die StaatSgesetzgebnng.
Von Bedeutung ist eine vorgeschlagene Aen
derung des Gesetzes, welches bisher für die
Verlegung von Prozessen von "i
-nem Gerichte nach einem anderen
maßgebend war. Die Aenderung bezweckt eine
Beschränkung der Ausübung des nur zu oft
mißbrauchten Vorrechts der Verlegung von
Prozessen und überträgt den Richtern die Ge
walt, über beantragte Verlegung von Pro
zessen nach eigenem Ermessen zu urtheilen.
Die Temperenzfrage und ein
neues Sonntagsgesey.— Dem Hrn.
John Gill, jun., Vertreter der 11. Ward Bal
timore's, sind die Sonntagsgesctze in Balti
more noch nicht scharf genug, und er hat eine
Bill ausgeheckt, welche unter Widerruf des
bisherigen Gesetzes es strafbar macht, daß
irgend jemand sonntags Tanzsaal, Opern
hau?, Kegelbahn, Barbicrstube und Lcihftall
offen hält. Nur Leihstäke sollen eine Aus
nahme machen, wenn Kutschen zu Leichenbe
gängnissen verlangt werden. Wer so glück
lich ist, eine Privatkutsche zu eignen, "kaun
selbstverständlich so viel aussabre, als ihm
beliebt. Die Straten für Ucbenreter setzt Hr.
John Gill, jun., auf 59 bis 5190 für da
erste und 5199 bis 599 für das zweite Vcr
gehen nebst 19- bis 39-tägiger Haft fest.
Daß die Temperenzler in Annapolis flei
ßig an der Arbeit sind, kann man daraus ent
nehmen, daß im Unterhaus ans Antrag des
Hrn. Seth bereits ein "I-mal i)>i<w-Gesetz"
für Talbot-County, ein anderes, welches den
Verkaufvon Spirituosen innerhalbcincrMcilc
von Wcslcy-Grove Camp verbietet, zur drit
ten Vorlesung gelangt sind.
Daß alle Temperen; Legislation sich später
bitter rächen wird, bedarf keines wettern Ar
gumentes. 'Nicht? ist geeigneter, die Ent
wickelung unseres Staates zu hemmen und
die Steuern noch unerträglicher zu mache, als
sie bereits sind, als dieThorheit.durchZwangs
maßregeln die Leute zu Temperenzlern und
Kopfhängern zu machen. 'Alle Orte, wo man
bisher dem Volke durch Zwang die wenigen
Erholungsstundcn zu vergällen versuchte, ha
den Erfahrungen gemacht, die man hier nicht
aus den Augen iasfen sollte. Tic extremen
Schritte, womit man Chicago maßregelte,
führten schließlich zur Aushebung aller und
icdcr Beschränkung. Dasselbe wird sich allent
halben wiederholen, wo politische Eiferer den
Freiheiten des Volkes Fesseln anzulegen de
strebt sind.
Bei Gelegenheit der vorgestrigen Vorlage
der „Local Option"-Bill für Talbot Co. gab
der RepublikancrValiant von? albot einige
Tempcrenz-Knittclvcrse zum Besten, was dem
„American" zu dem Witze Anlaß giebt, daß
der „Phil. Ledgcr" diesen Herren Isfort als
Gelegenhcitsdichter für Leichenvcrse anstellen
sollte.
Arbeitszeit sür Minorenne.—
Hr. Gill hat auch cinGesetz vorgelegt, welches
die Arb e its zc iti n Fr ucht -, Au stern-
und Gemüse Verpackung? - Ge
rtz ästen ordnen soll. Kinder unter 19 Jah
ren sollen garnicht mehr angestellt werden und
Minorenne nicht mehr als 19 Stunden pro
Tag oder 69 pro Woche arbeiten. Weibliche
Personen sollen getrennt von männlichen ar
beiten und wenn 29 Mädchen beschäftigt wer
den, ihnen eine vcrheirathetc Frau als Aufse
hend beigegeben werden. Erste Ucbcrtrctung
soll 199, zweite 599 Strafe nach sich ziehen.
Eine ähnliche, im Senate passirtcßill, welche
die Arbeitszeit für Kinder, unter 16 Jahren alt,
in Fabriken :c. beschränkt, rief im Unterhanse
eine lebhafte Debatte hervor. Eine Piasse
Unsinn wurde dabei zu Tage gefördert, ohne
daß jedoch auch nur ein einziges Mitglied
praktisch die Frage gclös't hätte. Hr. Seth
forderte schließlich II Stunden Arbeitszeit,
nährend ein anderes Mitglied meinte, daß
die ganze Gesetzgebern über die Arbeitszeit
von Minorennen Blödsinn sei.
Der Senat hat das während der Kriegs-
Aufregung 1862 passirte Hochverraths -
Gesetz aufgehoben. Selbst der Republikaner
Steiner von Fredcrick stimmte dafür.
Bauholz-Jnspektio n.—Hr. Hang
hat eineßill vorgelegt, welche vorschreibt, daß
„Lumber-"Jnsprktorcn eine Lizcnse für HlO9
pro Jahr lösen sollen. Tie Gebühren für das
Messen sollen 25 Cts. für jede 1999 Fuß be
tragen und die eine Hälfte davon der Käufer,
die andere der Verkäufer zahlen. Alles Bau
holz, das nach der Stadt kommt, ist der In
spektion unterworfen und Ucbertretung zieht
H 5 Strafe für jede 1999 Fuß nach sich. Bon
der Strafe erhält die eine Hälfte der Staat,
die andere der Angeber. Bei 599 Strafe ist
die Lösung von Lizcnsen durch Käufer oder
Verkäufer von Banholz verboten.
Hr. Fenton hat ein Gesetz vorgeschlagen,
welches Löhne bis zn m B etr age v o n
(anstatt wie bisher, 19) von der Be
schlagnahme befreit. Unser Corrcspondent
prophezeit dem Vorschlage des Hrn. F. keinen
Erfolg.
Der Senat hat das Gesetz passirt, welches
vorschreibt, daß in Zukunft je zwei Zucht
haus-Direktoren 2, je zwei 4 und je
zwei 6 Jahre im Dienste verbleiben sollen.
E in Arbeits Hans. —Die HH. G. S.
--Wiffith, Euoch Prati, I. C. Canfiejjz
HLA 'r. Morris waren vorgestern in
eine Nerwilligung von H275.9M zur Er
tung eines staatlichen Arbeitshauses zu be
warten. 250,000 sollen zum Ban des
vttt'k'' und 25,000 zur Inbetriebsetzung der
kons Anstalt verwendet werden. Man glaubt, daß
wen später die Anstalt sich selbst erhalten werde.
Bei der vorgestern 'Abend in der Halle des
NiitcrhauscS stairgeiundencil Versammlung
der „T einpcrciiz - Allianz" erschienen
alle Kaltwasser-Größcn Baltimore's in voller
5 Ardens-Uniform. Das Hauptwort führten
Wm. Daniel, Mosher, Addison, Männer;
"7 Miilnic Mosher, 15 Jahre alt, gab ein
v- eoichi zum Besten, das viel Rührung her
vorrief. Rcv. Ths. L. Poulson folgte schließ
lich mit einer Vorlesung über seine Erlebnisse
in Europa. Das stärkste Contigciit zur Ver
sammlung hatten die Ladies geliefert. Von
den Mitgliedern der Gesetzgebung waren viel
leicht 25 zugegen. Mit welchem Rechte die
Gesetzgebung die Halle zu politischen Tcmpc?
. renz-Zwecke hergab, istjeinc Frage, die eines
Tages wohl Manche, die dafür stimmten,iin
gcrn deantworten werden. Am nächstenMitr
ivoch soll laut Beschluß der „Staats-Tempe
rcnz Allianz" eine Slurm Petition der Kalt
wasscrlente nach Annapolis gebracht werden.
Der nä ch stc G 011 v ern ell r.—Aus ge
stern Abend war ein demokratischer Eancus
berufen worden, um das Feld im Betreff des
Gouverneur-Amtes zu sondiren. Die Freunde
des Hrn. Archer wünschten ciiicnAusschub des
Caucus bis zum Montage, die des Hrn.
Groome verlangten dessen Abhaltung. AIS
nun gestern die Frage desAnfschubs im Hause
zur Vorlage kam, stimmten nur 25 dafür,
aber 49 dagegen. Man erachtet dieses als
gleichbedeutend mit der Nominativ des Hrn.
I. B. Groome von Eecil-Co., der ersichtlich
der nächste GoilverneiirMaryland's, als Nach
folger des Hrn. Wm. P. Whhte, werden
wird.
Ein neues Heiraths - Gesetz.
Senator Blake hat ein Gesetz vorgelegt, wel
ches eine durch schriftlichen Eontrakl in Ge
genwart von drei Zeugen eingegangene Ehe
als gültig erklärt.
Scherisss - Gcbiihrenin Balti -
mvre Eounty.— Eine die Gebühren des
vorgelegt worden. Dem Scheriss werden
2.90 für jeden Sitzungstag des Gerichts,
45 Cts. Kostgeld siir jeden Jail - Gefangenen
und die wirklichen Ausgaben bei der Ausfüh
rung gerichtlicher Befehle erlaubt.
Kohlcnöl - liis pi; irung. Eine
Bill ist von Hrn. Blake im Senate vorgelegt
worden, welche vorschreibt, daß auf Ersuchen
von fünf Einwohnern in irgend einer Ward
Baltimore's oder in irgendeinem Eonntydcs
Staates der Gouverneur sür solche Ward oder
solches County einen Inspektor sür Lcncht-
Öele ernennen soll. Die Pflicht solcher In
spektoren soll es sein, alle zum Verkaufe aus
gebolcnen Lenchtölc einer Probe zu unterwer
fen. Alles Ocl, dessen Vapor (Dunst) eine
100-grädige Probe bestehen kann, sott im
Markte zulässig sein und demgemäß vom In
spektor mit einem Abzeichen versehen werden.
Das Gesetz führt des Nähern die Art und
Weise eder Probe aus und macht es zu
tner Pflicht dcS Inspektors, alle Lencht-Oele
als gefährlich zu bezeichnen, welche bei einer
Temperatur von weniger, als NoGrad Fah
renheit einen entzündbaren Dunst besitzen
oder in Brand gerathen. Für die Inspektoren
sollen Cts. pro Faß und Cts. sür klei
nere Ouantiläten bezahlt werden. (Tie gc
iiaue Summe der zu zahlenden Gebühren
überläßt die Bill der Debatte der Legislatur.)
Jeder Inspektor hat die Besiigniß,'Gehülfen
zu ernennen und muß H5OOO Caution sür gc
treue AmtSverrichtnng stellen, darf auch nicht
bei der Fabrikation von Lcuchtölen geschäftlich
interessirt sein u. s. w. Strafen, ?9A> nicht
übersteigend, werden für Tie vorgeschrieben,
welche Leucht-Ocle ohne Inspektion verkaufen,
das Gesetz in anderer Weise umgehen und es
unterlassen, jeden Behälter, Lcuchtöl cnthal
tend, nicht mit einer Warnungs-Borschrist zu
oersehen. Diese Warnung soll lauten: „Ver
sucht nicht, mit diesem Ocle Feuer anzuma
chen; füllt keine Lampe, während sie brennt,
oder zur Abend und Nachtzeit; eine täglich
gebrauchte Lampe sollte gelegentlich gereinigt
und alles noch in derselben befindliche Oel bei
Tage ausgeleert werden; füllt die Lampetäg
lich; stellt'das Lei nicht nahe einem Feuer,
oder wo es ungewöhnlich heiß ist; haltet das
Oel an einem kühlen Orten, f. w."
Hr. Gill hat ein Gesetz entworfen, welches
die bisherige Beschränkung,wornnch Nicht
bürger keinen Grundbesitz im
Staate Maryland eignen dürfen, auf
hebt.
Eine andere Bill ist unter Begutachtung,
welche gerichtliche Untersuchung befiehlt, ehe
irgend Jemand in eine Irrena nstalt ge
bracht werden kann.
Das Pianoforte im Gouvcr
nenrs-Hanse. Wiederholt liegt dem
Senate eine Rechnung zur Zahlung des vor
einigen Jahren dem Gouverneurs Hause gc- !
lieferten Pianofortes vor. Die HH. Knabe
c Co. lieferten das Instrument und dasselbe
ist bereits vier Jahre in Benutzung. DerEin
n>ank gegen die Zahlung stutzt sich darauf,
daß andere Fabrikanten Baltimore's ein In
strument zu niedrigerem Preise angeboten
hätten und überhaupt keine Mitbcwerbung
ztir Lieferung desselben erlaubt gewesen sei.—
Die fortwährende Zögerung des Staates, für
das Pianosorte zu zahlen, ist kleinlich und
gereicht dcrGcsetzgcbungnicht zur Ehre. Wollte
man das Instrument nicht haben, so hätte
man es längst zurückschicken sollen.
Die Habe einer vcrheirathetc n
Frau su bhasta ti o n s frei. Dem
Tenate liegt ein Gesetz vor, welches das Bc
sitzthum einer Frau, welches dieselbe vor der
I Verheirathung besaß, von der Beschlagnahme
! ausnimmt. Uebrigens wird es ausdrücklich
betont, daß kein seit dem Eheschlusse voneinem '
Manne an seine Frau übertragenes Besttzthum
in Beeinträchtigung der Rechte von Gläubi
gern durch das Gesetz geschützt werden soll.
Ter Gerichtshof des ncuenCoun -
ty'sGarrctl. Ein Gesetz, 1872 pasiirt,
theilte Allcgany-County und führte die Bil
dung des neuen Counto's Garxetl herbei, nach
dem das Volk seine Zustimmung zu diesem
Schritte gegeben hatte. Laut Proklamation
stimmten nunmehr die Einwohner von Gar
rett über die Locirung der neuen Countystadr
ab. Das Resultat war: 653 Stimmen für
Oakland, 461 für McHenry's Gate und 599
für Grantsville. Da kein Ort eine Mehrheil
des ganze Votums erhielt, fo blieb die Ent
scheidung in der Schwebe. Bei der letzten
Wahl machte man die Frage zn einem Test
und die Freunde Oakland's erwählten Hrn.
West in das legislative Unterhaus, die Geg
ner Hrn. Gctty in den Senat und Hrn.
Glotfeltz in das Unterhaus. Nun hat Hr.
West ein Gesetz zur Lcgalisirung von Oak
land als Evnnlysitz eingebracht, dem jedoch
die HH. Getty und Glotfeltz opponiren und
vorschlage, daß die Frage noch einmal dem
Volke von Garrctt zur Entscheidung unter
breitet werde. Erhalte dann abermals keiner
der vorhergcnanntcn Orte eine Mehrheit, so
solle der Ort, welcher die wenigsten Stimmen
erhielt, gestrichen und das Resultat in Gemäß
hctt der nächsten Abstimmung endgültig sein.
Prozeß-Vergleich c.— Senatorßrat
tan's Gesetz zur Amendirung des Gesetzes,
welches sich auf Prozeß-Vergleiche bezieht,
schreibt vor, daß die Partei, zn dessen Gunsten
der Vergleich stattfindet, davon der anderen
oder ihrem Anwälte drei Tage vor dem Uc
theilsjpruchc schriftliche 'Notiz geben soll. Erst
wenn dieses geschehen und der Gerichts-Aktuar
davon gehörig unterrichtet ist, soll der Richter
die Eintragung des Judgemcnts anbefehle.
Bcschlagna h in e von Arbeitslohn.
Hrn. Fenton s Bill schlägt bekanntlich vor,
daß in Zuknifft der Lohn eines Arbeiters bis
zum Nctto-Betrage von 109 von der Be
schlagiiahmc frei sein soll. Selbst wenn ein
Prinzipal seinem Arbeiter 199 Rückstand
schuldet, soll keine solche Bcichlagnahmc ge
schlich sein.
Fischerei Eommissäre. Senator
Lloyd hat eine Bill cingcbrachl, welche die
Ernennung von zwei Staats-Fischerei Com
misiärcn empfiehlt. Zeder derselben soll 1599
pro Jahr erhalten und weitere 3999 zur Fö
rderung der Fisch-Cultnr angewiesen werden.
Gcifrcskraiikc.— Senator Steiner Hai
eine Bill eingereicht, welche die Errichtung
eines "llourck ospnvlic (Itiiirilics" empsichlt.
Dasselbe soll nlleHospitälcr, Jxrcn Anstalten,
Gefängnisse n. f. w. des Staates besuchen
und besonders die Art und Weise, wie Gci
stcskrankc in öffentliche und Privat Annal
ten geschickt werden, überwachen. Das Di
rektorium, ans fünf Personen bestehend, soll
vom Gouverneur ernannt werden und lein
Salär erhalten; aber ein Sekretär mit 2590
Jahresgchalt soll dem Direktorium beigegeben
werden.
j Das seit einiger Zeit vorgeschlagene Geictz,
eine staatliche Sanitäts-Behör
de in's Leben zu rufen, liegt jetzt ebenfalls
dem Senate vor.
"kvarä t'tlliaritles." Bereits erheben
sich viele Stimmen gegen die Anregung, den
Staat Maryland mit einer bezahlten Schnüf
sel-Bchörde für unsere öffentlichen und priva
ten Wohlthätigkcits-, Irren- und anderen 'An
stalten zu bescheercn. Dieselbe könne nur
schweres Geld tosten und würde nur eine neue
Heerde von Aemterjägerii in's Feld bringen,
ohne praktischen Nutzen zu gewähren.
St a ats -S cn ato r H. Williams
von Calvcrt liegt noch immer krank in seiner
Heimath darnieder. Er hat bis dahin noch
gar nicht nach 'Annapolis gehen können.
Das "514. Lcills!-ok?bnri>iac) " sucht NM
15,000 nach, nni in Baltimore eine Schule
der Pharmaceutik und analitischen Che
mie zu errichten. Ein Comite, mir Hrn. F.
Hasscncamp an der Spitze, besuchte soeben
'Annapotts, iiin die Angelegenheit zu fördern.
Die Senals-Bill, welche alle Bersich c
rllngs - G cs cIl sch a f ten nöthigt, jähr
lich Bericht über den Zustand ihrer Thätigkeit
zu veröffentlichen, passirte beinahe cinftiminig
im Unterhaus?.
Tie neue Polizc i - Bi l ldes Hrn. Blake
schlägt 48 Constabler für die Stadt Baltimore
vor. Zwei sollen sür jede Ward und acht für
die Stadt im Allgemeinen ernannt werden.
Tie Macht der Ernennung wird dem Mayor
übertragen. Am Freitage sollen im Unter
Hause die neuen Vorlagen zur Aenderung des
Polizei-Gesetzes zur Debatte kommen.
Tic Ausdehnung der Sladt
grenz e.—Die Agitation zur Ausdehnung
,ocr Sladlgrciizen von Baltimore ist in einen
/Gucrrillakricg zwischen den Delegationen der
tet. '.'ins jeden Schachziig der Städter folgt
ein anderer der „Bauern." 'Als vorgestern
die (unsere Lesern bekannte) Denkschrift des
Stadiralhes unterbreitet n vorgelesen wurde,
reichten die Eoumy-Mitgliedcr vier andere
Teukschristcn dagegen ein, und als dasßalti
inorer 'Memorial in's Journal aufgenommen
wurde, brachte Turner eine Bill ein, der
Stadl Baliiuiorc vier O-uadiatmeileu Gebiet
zu entziehen und zum County zu schlagen,
indem in der Dciiksckrift gesagt sei, die Stadl
habe mir 114 Oiladratincileii, während sie
thatsächlich 15 habe. Das ist allerdings nur
Jux, zeigt aber, daß die Vertreter des Coun
ty's in der Sache alert sind. Hr. Keech ver
las eine Mittheilung dcsSchul-Tircktoriums
von Baltimore - Connty, in welcher gesagt
wird, daß die Zahl der Kinder aus dein
County, welche ui der Denkschrift des Balti
morer Stadirathcs auf 3000 angegeben ist,
auiii 300 betrage. „Es ist amüsant—schreibt
ein Berichterstatter—diesen Kamps derStadl
leulc mit den Eounly-Vcrtretern zu beobach
ten. Sobald eine Vorlage im Interesse der
Stadt gemacht wird, blicken die Vertreter der
Stadt nach den Laiidmäniierii, nm in den
Gesichtern derselben die Wiriuiig zu beobach
ten. Spielen die Vertreter des County's
einen Trumps aus, so blicken sie triumphi
rcnd aus die Städter, als wollten sie iageii:
„Wat seggsi Du aber nun ?" Man hat davon
gesprochen, Stadt und Lounty unter einer
Regierung zu vereinigen; dieses würde bei
den vielen gemcinschaftlichcii Interessen je
denfalls das Beste sein. Wie man übrigens
hört, wird die Eonnty Delegation einer jeder
Aenderung, sie mag nun heißen, wie sie will,
energisch Widerstand leisten."
Der Krc/nzzng der Temperen;
ler. Das alte 'Annapolis schwärmte vor
gestern förmlich von Mäßigkeitsaposteln, aus
allen Theilen des Staates waren die „wasser
süchtigen" Herren mit und ohne weiße Cra
vatten gekommen, die Petitionen wurden
schockweise eingereicht und Abends fand in
der Halle des Delegatenhanses eine große
Tempcrcnzvcrsainmlung.
Das "tlivil linmngv welches in ei
nigen westlichen Staaten in Kraft ist, wurde
vorgestern auch von Hrn. Bird ans Ealvcrt-
Eoilitty der saubere Vogel ist ein Republi
kaner im Untcrhansc eingebracht. Tie Bill
verfügt, daß jede Frau und jedes Kind, deren
oder dessen Ernährer durch Trunkenheit Scha
den leidet oder seine Pflichten vernachlässigt,
berechtigt sein soll, den Wirth, welcher dein
Manne die Spirituosen verkaufte und den
Eigenthümer des Hauses, in welchem diesel
ben verkauft wurden, um Schadenersatz zu
verklagen.
Der Sprecher hat eine Neuwahl in dem
Distriltc des Hrn. Groome, der vorgestern
zum Gouverneur erwählt wurde, angeordnet.
M 0 ral ges e tz gcbiing und G e
schäfts - Inter cs s cn. Hr. Gill hat
kürzlich eine Bill im eingebracht,
um die Arbeit in den großen Pack-Etablisse
menls zu regnliren. Eine Verfügung der
selben schreibt vor, daß wenn Männer und
Frauen in cincmGcbttude arbeiten, die Frauen
von den Männern streng abgesondert werden
sollen. Vorgestern erschienen Hr. Wm.Num
sen und Hr. Drakcly vor dein betreffenden
Comite, niii gegen diesen Abschnitt der Bill
zu remonstriren; sie setzen den Herren aus
einander, daß i vielen Zweigen eine Tren
iiung der Geschlechter ans die Weise, wie sie
das Gesetz vorschreibe, gar nicht möglich sei,
indem in den F-rauendepartements beständig
'Arbeit zu thun sei, welche eben Frauen nicht
zilgemnthct werden könne. Das Gesetz wird
in dieser Form schwerlich angeiioniilien wer
den.
Die Bill zum Schutz der Berg
leute, welche Hr. Park vorgestern imHaiisc
einbrachte, verfügt, daß ein Mineninspeklor
ernannt werde, welcher die Veittiliriing der
Schachte, die Drahtseile der Ailszngsinaschi
iieri beständig im 'Auge halten und öfters un
tersuchen soll.
Accht amerikanisch ist die Bill des
Hrn. Lamar, welche den frommen Leuten im
Eatoctin-Tistritte Nr. 5, Frederick-Co., ver
bietet, ferner mit Revolvern, Messen, und an
deren Mordwaffen den Gottesdienst zu besu
chen. Die Ealociincr scheinen ent'chicden :ur
„streitenden Kirche" zu gehören.
Senator Stevens hat eine Bill ein
gebracht, welch? vertagt, daß ein Mann nicht
für die Schulden seiner Frau haftbar sein
soll, welche dieselbe vor der Verheirathuiiq
eontrahirte. Bei dein kostspieligen "out ii,''
! junger Damen dürste sich die Maßregel viel
s leichl sür manchen jungen Mann als eine
> Wohlthat erweisen.
! Per 0 iial - Notizeii. Ter Achtb
Barnes Eompton, welcher kürzlich von der
Gesetzgebung zumStaatsschatzmeistcr erwählt
wurde, wird nächsten Dienstag den Aintscid
leisten und sein Amt antreten.
—Tie Delegation der Stadt Baltimore
wird am Montag nach der Vertagung eine
Versammlung halten, um die von dem ge
meinschaftlichen Comite des Stadtrathes
unterbreiteten Vorlagen in Betracht zu zie
hen.
—Vorgestern war der Achtb. E. K. Wil
son, Congreßmitglicd vom Lastern - Shore
Distrikt, im Delegatenhause.
Verhandlungen der Ttaatsgesetz
Annapolis, den ?9. Januar.
Senat.
Di salnlarfci.
Vom Unterhause traf eine Botschaft mit
dem Vorschlage, durch ein gemeinschaftliches
Comite erwägen zu lassen, wieviel der Staat
Maryland für die Säkularseier in Philadel
phia zeichnen solle, ein.
Erste Lesung von BittS.
Die Hausbills, das „Fische undFischcreien"
betitelte Gesetz zu amendiren; allen vonßun
dcsgerichteu angeklagten Registrirbeamten,
Wahlrichtern nun Anderen Vertheidiger von
Staatswcgen zu stellen dem Gerichts-
Comite überwiesen; Betreffs des Verkaufes
von Spirituosen und gegohrcnen Getränken
in Talbot-County; die Beschlüsse, den Gou
verneur zum Verkaufe auSrangirter Waffen
zu ermächtigen.
Die Bill? über mW dicJnspi
zirnng von Leuchtölcn; für Errichtung einer
StaatSvisitatwns - Behörde für öffentliche
Wohlthäligkeits- und Besserungs-Anstalten.
Die „Hyperphosphat-Fabrik - Compagnie"
in Frederick zn incorporircn— mit 16 gegen
9; JesaiaS Eanter H 4.25 zurückzugeben
mit 16 lffqen 9; ditto dem Ex-Scheriff von
Fredcrick Couuiy Nathan NcighborS 49.59
von Baltimore unter die Arm: zu greisen
mit 15 gegen 9; die Frist für den Controleur
zur Abwickelung der Conti vonSteuereiunch
mern und anderen Empfängern von Staats
geldcrn zu verlängern mit 11 gegen 0
Stimme.
tnsteiluna eines Hnlis-ZiaatsickreiärS.
Hr. Walsy berichtete eine Senatsbill ein,
die die Anstellung eines Hülfs Staatssekre
tärs verfügt. Sie wurde mit Aushebung
der Geschäftsordnung zum ersten, zweiten und
dritten Male gelesen und mit 15 gegen 0
Stimme angenommen. Bald nachher traf
vom Gouverneur die Runde ei, daß er Hrn.
Charles I. Pcnnington aus Garrett-Couuth,
Sohn des Hrn. Josias Pcnnington in Balti
more, für obiges Amt ernannt habe.
Unterhaus.
Petitionen, Memorials ae.
eingereicht. Durch Hrn. Kemp von Bürgern
aus Queen Anne'S County um ein „Local
Option"-Gcsetz. Derselbe, eine Petition, das
Fischen an der Mündung des Ehester-River
zu verbieten. Hr. Etchisou, Petitionen von
E. E. Magrudcr u. A. gegen die Beseitigung
von C-chlagbäumcn in Prinee George'S Co.
Durch Hrn. Greenfield, verschiedene Petitio
nen um Pensionen. Durch Hrn. Merryman,
Memorial Derjenigen, welche Dampf in der
Stadt Baltimore gebrauchen, gegen Aufhe-1
bung des Abichn. 15, Aap. 183 der Akte von
1872. Durch Hrn. Mactin und Hrn. Clark,
Petitionen um Pensionen. Durch Hrn. Flet
chall, Petition von W. B. Green um Aus
gleichung einer Anzcigcurcchnung.
des Hm. Valiant gedruckt werden möchten,
wurde nie d crg e st i m m t.
erhielten folgende Mitglieder: Hr. Coopcr,
einen deutschen Dolmetscher im Waiscngerichtc
von Baltimore anzustellen. Hr. Stewart
brachte eine Billein, Fischerei-Commissärefür
den Staat zu ernennen; an ein Spezial-Co
niilc verwiesen. Hr. Brace, in Allegany-
Eounty die Verfügung des 48. Artikel des
Gencralgesctzcs in Kraft zu erhalten. Hr.
Vanderford, eine Bill, den Freibrief der Car
roll - County - Sparbank abzuändern. Hr.
Johnson, das Pilotengesetz abzuändern. Hr.
Coulbourn, die „Marion-Akademie" und die
„Jacksonville-Akademie" in Somcrset-Co. zu
unterstützen. Hr. Bird, den 1. Abschnitt
des 35. Artikels der Constitution, welcher auf
die Stimmgebcr Bezug hat, abzuändern. Hr.
Latchsord, eine Bill, das Schließen der Bar
bierstuben an Sonntagen anzuordnen.
Hr. Jovce beantragte folgenden
Plenar-Beschlntz.
Beschlossen durch die Gesetzgebung von Ma
ryland, daß der Gouverneur hierdurch ermäch
tigt sei, durch Verlauf oder Tausch sich der
Waffen und Montirnngsstücke der Miliz, wel
che bei der Inspektion für untauglich erklärt
werden, zu entledigen und die erzielten Gelder
nach feinem besten "Ermessen für die Miliz zu
verwenden. Einstimmig angenommen.
Das Spezial-Comite über die Scnats-Bill
das Polizeigesctz der Stadt Baltimore abzu
ändern, berichtete günstig. Auf Antrag des
Hrn. Stewart wurden die Regeln fuspendirt
und die Bill angenommen. Ferner wurde
günstig berichtet über die Haus - Bill, einen
weiteren Friedensrichter für den 6. Distrikt
von Dorchester-County zu ernennen: über die
Haus-Bill, den Church-Creek in Harford-Co.
zu überbrücken; über die Hans-Bill, das
Lokalgesetz von Fredcrick - County Kapitel 74
umzuändern.
wurden folgende Bills: Tie Hans-Bill, alle
Gesetze über Feldzäune in Worcester-County
umzuändern; die Haus Bill zum Schutze des
Schwarzbarschcs im Patapsco und der Bai.
Die Hans-Bill, es zu verbieten, daß Con
zessionen sür den Verkauf von Spirituosen in
der Nähe des Campmecting Platzes von Wes
ley-Grovc ansgegeben werden. Die Senats-
Bill, welche dicAiistellung cincSHlllss-Staats
sekrelärs in Ausnahmefällen verfügt, wurde
verlesen und an ein Spezial - Comite verwie
sen; welches dieselbe darauf günstig cinbe
richtcte, woraus dieselbe angenönin.en wurde.
Diese Bill wurde infolge der schweren Er
krankiiiig des StaatS-SclrctärSHollhdah ein
gebracht.
AII ll ap oli s, den 2. Februar.
Senat.
Ter Unteriiaussekretar
überbrachte dem Senate die auch vom Unicr
Hause angenommene SenatSbill zur Anstel
liing eines HülfS-Staatsiekretärs; ferner die
Hausdill zur Ermächtigung des „'Ackerbau
und Gewerbe Vereins von Alleghany-Coniity
und West-Va. und Pa.," Eoupon-Obligatio
ncn im Betrage von H 20.000 auszugeben
(zum ersten Male gelesen und dem Gerichts
Comite überwiesen); die Hausbill zur Ver
längerung des Freibriefes der „Baltimore-
Phtladelphicr Dampsboot-Gesellschafl" (zum
ersten Male gelesen und dem Körperschafts
'Ausschüsse überwiesen).
Anr ersten Lesung gelangten
nachstehende Bills: die Befugnisse dcr„Kna
bcnheimaths Gesellschaft von Baltimore" zu
erweitern; das Gesetz überFriedensrichtcr und
Cvnftabler in Baltimore zu amendiren; die
Hausbill, die Vorsteher des Armenhauses in
'Alleghany Eounty zu ermächtigen, Kinder in
die Lehre zu geben; die Hansbill, das Gesetz
über das Schcrisssaml in Harsord-Comtty zu
ändern.
wurden die zur zwciicn vorliegenden
Bills: den Verkauf und die Jnspizirung von
Lcuchtölen zu beaussichtigen; eine Staalsvi
sitations-Behörde für öffentliche Wohlthälig
kcitS und Bcssernngs-Anstaltcn ein zusetzen;
den Erlaß für den Bau eines Gefängnisses
in Alleghany Connlv zu ergänzen; zur Er
richtung eines Denkmals zu Ehren der con
föderirtenTodten alifLoeiisl-PoliitaiisStaats
iiiittctn Klooo beizutragen.
Unterhaus.
Angenommene Bills.
Tie Haus-Bill, den Freibrief der „Bali,
und Philad. Dampfboot Comp." zu verlän
gern. Die Haus-Bill über den besseren
Schutz der Vögel in Garrett-County; die
Hausbill, welche die Curatorcn des Armen
hauies von Allcgany County ermächtigt, die
ihrer Pflege anvertrauten mindcrjährigenKin
der unterzubringen, wurde zum drillen Male
twrlesiil und angenommen.
Hr. Towfon verlangteslifpensioil der Re
geln,damitcr ciiicVerfügung beantragen köiinc,
welche der Temperenz-Allianz des Staates
den Gebrauch der Halle des Delegatenhauses
am nächsten Mittwoch Abend gestattet Hr.
Turner von Baltimore-Lounty erhob Ein
sprache, indem er es für unklug hielt, den Ge
brauch einzuführen, daß das Privilegium der
Halle anderen, nicht mit der Gesetzgebung in
Verbindung stehenden Personen und Körper
schaften ertheilt werde. Hr. Joyce erhob eben
falls Einsprache, es fei denn, daß dieses auf
das Ersuchen des Tempercnz-Eomite's ge
schehe. Hr. Dawfon sagte, die Vertreter der
Staats Temperenz-Allianz wünschten von der
Gesetzgebung über die schwebende Angelegen
heil gehört zu werden und es fei keine gerechte
Ursache vorhanden, den Leuten dieses zu ver
weigern. Hr. Turner beantragte, den letzten
Theil der Verfügung zu streichen, so daß nur
Mitglieder der Gesetzgebung Zutritt erhalten
könnten. Die HH. Brace und Johnson spra
chen dagegen, woran) das Amendement nieder
gestiinint und der Antrag, den Temperenzlern
die Halle zu einer gemeinschaftlichen Ver
sammlung zu vcrwilligen, angcnomnien
wurde.
Acrner pakftrtcn:
Auf Antrag des Herrn Buchanan, wurden
die Regeln suspcndirt, damit er ein Mems
rial von Wm. E. Hoopcr und Söhnen vor
legen konnte, in welchem um die Annahme
des GeietzcS gebeten wird, welches die Löhne
minderjähriger Fabrikarbeiter gegcnßcschlag
nähme stützt.
Hrn. Cpcth's HauS-Bill, den Verkauf von
Spirituosen in der Nähe von Wcsley Grovc
zu verbieten, wurde angenommen. Ebenso
die Bill, den Freibrief der „Hampshire und
Ballo.Kohlen-Comp'" zu amendircn und die
von Hrn. Nicodemus beantragte Bill die
„Farmers Manufacturing Comp." in Ncw-
Markct zu incorporircn.
Aniiapolis, den 3. Februar.
Senat.
Tie Potomac-Kischerci.
Der Präsident legte eine Botschaft des Un
terhauses mit dem Vorschlage zur Einsetzung
eines besonderen Comite's, das, aus zwei
Senatoren und drei Abgeordnelen des Unter
hauses bestehend, sich intt dem Gouverneur
von Virginien wegen der Potomac - Fischerei
in Verbindung setzen soll, vor.
eingebrachte BiSs.
Der Maryländcr Blindenanstalt eine Geld
summe zu bewilligen; ein Industrie-Departe
ment siir die erwachsenen Blinden dcSStaates
;n errichten; der Verbreitung der Lnngcn
seuche und anderer ansteckender Krankheiten
unter dem Rindvieh vorzubeugen; das Gesetz
über Meineid zu amendireii.
Aweit Lesung.
Die Hausbeschlüsse, die den Gouverneur
zum Verkaufe ausrangirttr Waffen desStaa
tes ermächtigen; die enatsbill zur Erweite
rung der Befugnisse der „Knabenhcmaths-
Gesellschaft in Baltimore (die Steuerbeftcr
ungS-Klausel gab zu Debatten Anlaß, die
damit endeten, daß man ihr die Worte: „aus
genommen vonSlaatsabgaben" anhängte.);
das Gesetz überKriedensrichtcr undCoustabler
in Baltimore zu amendiren; den Freibrief
der „Baltimore - Philadelphier Dampfboot-
Compagnie" zu verlängeren; das Gesetz über
das Gchcriffsamt in Harford-County zu än
dern; eine Fischerei-Commission für den
Staat einzusetzen.
Die über Leihställe in Har
ford-County mit 15 gegen 9; dieTabackS-
Jnspekiion zu regeln mit 16 gegen 9; den
Freibrief der „Baltimore-Cheiapeake-Dela
ware-Bai-Bahncompaguie" zu aui.ndiren
mit 15 gegen 9; dicHausbills: allenStimin
registraroren und Wahlrichtern, die von Bun
dcsgerichteu in Untersuchung gezogen werden,
von Staats wegen Vertheidiger zu stellen
mit 16 gegen 1 (Hrn. Steiner's); das Gesetz
über Vögclschntz in Alleghany - County zu
amendiren mit 16 gegen 9 Stimme.
Untcrhan s.
Hr. Leonard legte eine Petition von Robert
Waters u. A. aus Wicomico-County vor im
Betreff dcrAusternsischerri in besagtemCounty.
Hr. Latchford eine Petition von Daly n. A.
aus Prinee George's County um ein „Local-
Optioii"-Gejetz. Hr. Mcrritt eine Petition
von Bürgern aus Kent-County, um ein Ge
setz, welches das Offenhalten von Barbierstu
ben an Sonulagcn untersagt. Hr. Miller, eine
Petition von Damen aus Frederick-County
um ein allgemeines „Local-Option"-Gesetz.
Hr. Stewart, eine Petition von G. Wheeler
it. A. gegen das vorgeschlagene Amendement
zu der Jncorporationsakte von Laurel. Hr.
Fenton, eine Denkschrift von dem Mayor und
Gtadtrathe von Baltimore im Betreff der
Ausdehnung der Stadt-Grenzen. Die HH.
Kecch und Buchanan reichten Petitionen ge
gen diese Maßregel von Bürgern ans Balti
inore-Conuty ein.
Borgelegt Nesetzentwnrse
Hr. M.C. Hamilton, eine Bill, die Abschn.
l, 3 und 5, Kap. 402, der Akte von 18K7 im
Betreff der „Sr. Mary's Industrieschule" zu
Baltimore zu ainendiren. Hr. Fletchall, eine
Bill zum Schutze der Fische in den Flüssen
und Buchten von Montgomery-County.
Die Wahl der Polizei-Conimifföre
Um I Uhr erschienen die Mitglieder des
Senates in der Halle des Unterhauses, und
beide Häuser gingen in Plenarsitzung, um die
Pottzci-Eomiilissäre der Stadt Baltimore zu
erwählen. Der Sprecher des Hauses zeigte
an, daß die Gesetzgebung zu dieser Versamm
lung berufen sei, in Uebereinstimmung mit
den Verfügungen einer erst neuerdings aiigc
nominellen und heute zum Gesetz gewordenen
'Alte, die Candidaten, über welche abgestimmt
werden solle, würden nominirt und ihre Amis
zeit bei der Nomination angegeben werden.
Es seien drei Commissäre zu wählen, einer
sür sechs, einer für vier und einer für zwei
Jahre. Hr. Mcrrymali noininirte Major
Harry Gilinor sür den vierjährigen Termin,
Senator Walsh noininirte W. L. Fussclbaugh
sür 6 Jahre und Hr. Loane schlug den Jokn
Milroy für zwei Jahre vor. Ferner wurden
noch iiominirt: I. B. Askew sür sechs Jahre
von Hrn. Bird, Robert Turner für vier Jahre
von Senator Luit und C. C. Fulton für
zwei Jahre von Hrn. Miller. Senator Lloyd
und Delegat Stake wurden zu Stiminenzäh
lcrn ernannt. Tcr Sekretär verlas jetzt die
Namenliste, und der Chef-Clerk des Delega
tenhauses rief die Mitglieder des Hauses auf,
jeder gab bei'm Namenaufrnfe seine Stimme
ab, und die Abstimmung hatte folgendes Re
sultat: Fusselbaugh 75 Stimmen, Major
Gilmor 79 u. John Milroy 76. —Die Oppo
sitions-Candidateii erhielten Askew 17, Tur
ner 20 und Fulton 20 Stimmen. Die HH.
Fusselbaugh, Gilmor und Milroy wurden sür
erwählt erklärt; sie treten ihr Amt im März
1875 an. Die Plenarsitzung löste sich aus
und das Haus vertagte sich um 2 Uhr Nach
mittags.
Annapolis, den 4. Februar.
Senat.
Vom Untcrhause langte eine Botsckafi mit
dein Borschlage an, daß beide Häuser heule
Nachmittag 1 Uhr in ihren betreffenden Sit
zungssälen zur Wahl eines Gouverneurs sür
die noch übrige Dienstzeit des Gouverneurs
Whyte, dessen Resignation am 4. März nächst
hin in Kraft tritt, schreiten, die Wahl durch
Stimmzettel geschehe und der Senat zwei,
das Unterhaus drei Stimmenzähler ernenne.
In der Folge wurde aus Hrn. Davis' An
trag dem Unterhause die Antwort übersandt,
daß der Senat obigem Vorschlage zustimme
und seiner Scits die HH. Davis und Bil
lingsley zu Stimmenzählern ernannt habe.
Als die Zeit gekommen, erklärte der Vor
sitzende, der Senat werde jetzt die Wahl vor
nehmen, und die Senatoren sollten ihre
Stimmzettel in Bereitschaft halten. Hr.
Ficlds nominirte sür das Gouverneursamt
Hrn. James B. Groomc, Abgeordneten aus
Cccil-Connty im Unterhause, während der
Republikaner Steiner Hrn. John E. Smith
aus Carroll - County als Candidatcn auf
stellte.
Schon hatte das Verlesen der Mitglieder
liste begonnen, schon hatten mehrere Senats
re ihre Stimmzettel in die Urne gethan, da
erhob sich Hr. Carle und machte den Senat
auf den großen Irrthum, von dem er befangen
sei, aufmerksam; die Verfassung erheische siir
diese Wahl nicht mir mündliche Abstimmung,
sondern auch gemeinschaftliche Sitzung beider
Häuser. Hr. Carle begründete dies durch
Verlesung des 4. Abschnittes dcS 2. Artikels
der Staatsverfassung. Er sei, bemerkte er,
bei'ni Eintreffen der Unterhaus-Botschaft und
der Zustimmung des Senats zu derselben zu
fällig nicht anwesend gewesen, sonst hätte er
schon damals die Gesetzgebung ans den argen
Schnitzer aufmerksam gemacht.
Der Vorsitzende gab Hrn. Carle Recht;
dem ferneren Verlesen des Mitgliedcrvcrzcich.
nisscs wurde Einhalt gethan, das Unterhaus
durch eine Botschaft um Zurückschickung obi
ger Senatsbotschaft ersucht, das bisherige
Verfahren des Senats rückgängig gemacht,
und nach Austausch der gehörigen Botschaft
begab sich der Senat ja plcao nach dem Saale
des Unterhauses.
Ueber die Vollziehung der Gouverneurs
wahl enthält der unten folgende Bericht über
die heutige Thätigkeil des Unterhauses alles
Nähere.
Conto-Borlagen.
Der Vorsitzende legte dem Senate die von
den betreffenden Freibriefen vorgeschriebenen
Auszüge aus den Finanz - Rechnungen der
„Baltimore Harford-" und „Battiiiiore'-Havrc
de Graccr Chaussee-Compagnie" vor.
Petitionen
legten vor: Hr. Blake von James Morsord
um Pension; Hr. Denfon vom vereinigten
Spezial Ausschusse des Baltimorer Stadt
ralhcs um
Erweiterung des Bal timor cr Sta d t
weichd ildcs.
Der Vorsitzende frug, welchem Comite die
ses Gesuch überwiesen werden solle. Hr.
Stevens schlug vor, man solle es den Sena
toren aus Stadt und County Baltimore zur
Begutachtung überweisen. Hr. Davis erhob
gegen ein solches Comite, dessen Zusammen
setzung gegen das County ungerecht, wenn
nicht beleidigend sei, Einsprache; von einem
solchen Comite könne das County keine Ge
rechtigkeit erwarten. Hr. Davis wollte die
Petition dem Bibliothek-Comite übergeben
wissen und änderte nach weiteren Erörterun
gen seinen Antrag dahin, daß sie dem Comite
für Gerichtsprozeduren überwiesen werde.
Der Senat nahm den Antrag an.
Hr. Densoii trug darauf an, daß die Denk
schrift dem Protokolle einverleibt werde. Die
sem Antrage widersetzte sich wiederum Hr.
Davis und frug, welchen Zweck dies habe?
Sie liege bereits dem Senate amllich vor;
wozu solle diese einseitige Darlegung der
Stadt Baltimore dem County gegenüber noch
im Protokolle Paradiren? Der Redner oppo
nirte dem Antrage, die Eingabe drucken zu
lassen, energisch, doch ging derselbe schließlich
mit 20 gegen 2 (HH. Crawsord und Davis)
Stimmen durch.
Weitere Petitionen
übergaben: Hr. Denfon von Bailey BowerS
um Pension; Hr. Steiner von 173 Bürgern
von Frederick-Eounty um ein „Local-Option"-
Gefetz, und von Jonathan Keller und 208
anderen Bürgern von Frederick-Eounty um
Rücknahme des Verbots der Fischerei im
Monocacy und seinen Ncbengewässern; Hr.
Clagett von Georg Lang, Georg Uhler, Sa-
Samuel Krüger, Susanne Mül
ler, Sophie Rohrcr, Katharine Klein, Anna
Franz, Elisabeth Wöliel, Marie Krumm und
drei Andere, sämmtlich aus Washington-
County, um Pension; Hr. Spencer von G.
A. Haiison und anderen Bürgern von stent-
County um ein Verbot desVerkaufs
berauschender Getränke; Hr. Tuck
von Marie Schmidt und Julie A. Weber um
Pension.
. Hingebrachte Bills.
Hr. Blake: die Ausstellung von Conzessio
iicii zum Waarenverkaufe nach Karte, Muster,
GeschästSliste u. s. f. im Gebiete des Staates
zu regeln; Hr. Stevens: das Testaments-
Gesetz zu amcndircn; Hr. Blake: alle am
Schlüsse dieser Sivung der Gesetzgebung in
.straft befindlichen Staatsgcsetze und -Erlasse
in zweiZöändc unter dem Namen des Mary
läuder Staats-Gesetzcodex zusammenzufassen;
Hr. Davis: den Freibrief der „Parkton-
Manchestcr - Eisenbahn" zu amendircn; Hr.
Getty: Bestimmungen über die Meilcnge
bühreii und Beaniteii der Gesetzgebung zu
treffe; Hr. Gcttt): den Ort Sharpstown in
Wicomieo - Eouiity zu incorporireu; Hr.
Steiner: ein Bermächtniß der Rebecka Zim
mermann für die evangelisch-lutherische Ge
meinde in Frcderick zu bestätigen; Hr. Ste
vens: den Freibrief der „Maryländer Trak
tat-Gesellschaft" zu ändern.
vtfte Lesung vo Bills
Daniel Staufser und Jakob Manaus in
Wafhington-Couniy je G4O aus der Stadt
kasse zurückzuerstatten; den Freibrief der Stadt
Eumbcrland zu ameiidiren; das Gesetz über
Haftbarteil des Eigenthums der Frau den
Schuldeil des Mannes gegenüber zu ameii
diren; das Freiumhcrlaufen von Bich in den
Strage von Ouanlico in Wicomico-Eounty
zu verbieten; den Freibrief der „Mineral-Hill-
Bergbau Gesellschaft" zu ameiidiren.
Aweite Lesuug von Bills.
Die SenatSbill, die „Bank vonEambridge"
in Dorchester-Eountv zu incorporireu; die
HauSbills Betreffs des Berkaufs von spiri
tuösen und gegohrenen Getränken in Talbot-
County; Schwarzbärsche und andere Fische
im Patapsco zu liegen; die Vorsteher des
Armenhauses m Alleghany-County zu er
mächtigen, unter ihrer Obhut stehende Kinder
m dle Lehre zu geben; die Vögel in Gar
rett-County zu hegen; den Ort Deerpark in
Garrett - County zu incorporiren; Thomas
H. Hodges zur Errichtung eines Schlagbau
mes auf der Landstraße in Anne Arundct-
Couitty zu ermächtigen.
iius.
Die Commffsare von Alleghany - County
zum Baue eines neuen Counly-Gcsängnisseö
zu ermächtigen—mit 19 gegen 9; die Consti-'
tuirung dcr„Pariton-MancheslererEijenbahn-
Compagnie" zu bestätigen—mit 22 gegen 9;
in Garrett - County eine Volkszählung vor
nehmen zu lassen —mit 21 gegen 9; das Ge
setz über das Verhältniß zwischen Mann und
Frau bei Schulden des Ersteren zu ändern—
mit 21 gegen 9; die Befugnisse der „Knaben-
Heimaths - Gefellschast" in Baltimore zu er
weitern mit 16 gegen 9; ditto das Gesetz
über Friedensrichter und Constabler in Bnl'-
timore—mit 17 gegen 9; serner nachstehende
Hausbills: den Freibrief der „Baltimore-
Philadelphier Dampfboot - Gesellschaft" zu
verlängern—mit 16 gegen 9; über das Sche
riffsamt in Harkord-County weitere Verfü
gungen zu erlassen mit 16 gegen 9; den
„Ackerbau- und Gewerbe-Verein von Allcgha
ny-County, West-Va. und Pa." zum Aus
geben von Coupon-Obligationen zu ermäch
tigen—mit 15 gegen 9; den Gouverneur zum
Verkaufe auSrangirter StaatSwaffcn zu er
mächtigen—mit 19 gegen 9 Stimme.
Bcrichtsvorlagcn.
Nachdem der aus der gemeinschaft
lichen Gouvcrneurswahl-Sitzung beider Häu
ser zurückgekehrt war, setzte er seine Geschäfte
'ort.
Der Vorsitzende legte den Zwcijahrs-Bericht
des ~t. Johns-College" und den Bericht des
Vorstandes des „St. Maricn-Töchter-Jnsti
tnts" vor; Beide wurden vorgelesen und dem
Comite für Schulwesen überwiesen.
DieTempcrenz-Agitation.
SS wurde angekündigt, dast dem Senate
eine Einladung zu der auf heute Abend nach
dem Saale des Unterhauses einberufenen
Temperen; - Versammlung, in welcher eine
Deputation den Comitc'n beider Häuser ihre
Ansichten über die gewünschten Gesctzcrlasse
darlegen würde, zugegangen sei.
Unterhaus.
Das Haus versammelte sich zu der üblichen
Stunde und folgende
Petitionen, Denkschriften :e.
wurden vorgelegt. Hr. Hart übergab die
Petitionen von drei Greisinnen im Alter
von 85, 95 und 69 Jahren um Pensionen.—
Hr. Berry, Petition von I. I. Brosius n.
A. um ein Hundsteucrgesctz. Hr. Hodson,
Petition von Bürgern aus Dorchester-County
um ein „Local-Oplion"-Gesetz. Hr. Bird,
um ein „Local-Option"-Gesetz für Calvert-
County. Hr. Grimes, Petition um Modi
fikation der Spirituosengcsctzc.—Hr. Mcrritt,
Petition um ein Gesetz, die Barbierstuben zu
verhindern, am Sonntage ossen zu halten.—
Hr. Kcmp, Petition um ein „Local-Option"-
Gesctz; eine ähnliche Petition legte Hr. Got
felty vor. Hr. Leonard, Petition für ein
„Local-Option"-Gcsetz in Wicomico-Co.
Hr. Miller, Petition für ein allgemeines
„Local-Option"-Gcsctz. Hr. Nikodemus,
Petition von Bürgern aus Carroll-County
um „Local-Option."—Hr. Mcrritt von dem
Achlb. A. Villers und tausend Bürgern ans
Kcnt County um „Local - Option."—Hr.
Greenfield, von 2198 Bürgern ausßaltimore
s um „Local - Option;" derselbe eine Petition
von 1361 Baltimore? Damen um „Local-
Option."—.Hr. Kecch und Hr. Brace legten
ähnliche Petitionen vor. Hr. Frcaner be
antragte, eine Botschaft an den Senat zu
richten, denselben aufzufordern, zur Gouver
neurswahl zu schreiten.
Hr. Freancr, eine Bill, Abschn. 54, Art.
21 des Lokalgesetzes von Washington-Coiinty
umzugestalten.—Hr. Park, eine Bill, die Ge
sundheit und das Leben der Bergleute zu
schützen.—Hr. Merryman, eine Bill, die Jn
corporationsakte von 1858 für Lutherville zu
widerrufen. —Hr. Lamon, eine Bill, welche
das Tragen von Waffen bci'm Gottesdienste
in Frederick-Coiliith verhindern soll. Hr.
Turner, eine Bill, 4 Quadratmeilen des Ge
bietes von Baltimore abzuschneiden und zum
County zu schlagen, indem in der Denkschrift
des Stadtraths gesagt werde, die Stadt habe
nur 11 Quadratmeilen, während sie nach
dem Grundrisse 15 hat; an das betreffende
Comite verwiesen.
Comite-Bericht.
Die Hausbill, welche den Barbieren von
Kent-County verbietet, am Sonntage zu ar
beiten, wurde günstig einberichtet. Das
Corporatioiis-Comite berichtete günstig über
die Bill, der „Union - Banking - Comp, von
Baltimore" einen Freibrief zu verleihen. Tie
SenatSbill über Bauvcreinc wurde günstig
cinberichtct; ferner über die Hausbill, das
Barbierstiibengesetz abzuändern, damit die
selben am Sonntage nicht offen gehalten wer
den können. Ungünstig wurde über die Bill
berichtet, gewisse Legale an die „Pitts-Creck
Baptistenkirche" zu sanklioniren; der Bericht
wurde angenommen.
Tie Tcnkschrist im Znicrcsse de Mörders
TaviS.
Hr. Kcech von der Majorität des Jnstiz-
Comitc's berichtete ungünstig über die imJn
tcressc des Mörders Davis eingereichte Denk
schrift. Das Comite wird später seine Gründe
angeben. Hr. Maclin beantragte, daß der
Bericht angenommen werde, indem die Ge
setzgebung keincGcwalt habe, ein gerichtliches
Erkenntniß zu snspcndircii. Hr. Brace
wünschte hinzuzufügen, daß dieses das Recht
der Legislatur iin 'Allgemeinen nicht berühre;
erzog icdoch seinen Vorschlag zurück. Hr.
Kcech machte ein längeres Argument, in wel
chem er den Unterschied zwischen der Gesetzge-
Maryland und dem ciiglischenPar
lamenle erklärte; er sagte, Letzteres habe die
Gewalt, fast Alles zuthun, was ihm beliebe,
außer daß es einen Mann zur Frau machen
könne. Hr. Hcnile sagte, er sei sür den Be
richt, möchte aber doch sich nicht ausschließen,
wenn man den Gouverneur um eine Galgen
frist ersuchen wolle, damit der Unglückliche
sich aus den Tod vorbereiten könne. Ter
Bericht wurde sodann angenommen, 57 Mit
glicder stimmten dafür und Niemand dage
gc.
Zur dritte Bcrlesunfl beordert:
Watkins' Haus - Bin, die „Washington
Grovc-Eampmcctiiig - 'Association" zu incor
poriren.
Resignation des Srn. äroome.
Der Sprecher leg e dem Hause folgendes
Schreiben vor:
„Annapolis, den 4. Febr. 1874. Zlii den
Achtb. I. R. Hineö, Sprecher des Delegaten
hauses. Geehrter Herr! Aus bekannten
Gründen, welche meine EoUegeu im Dclega
tenhanse von Maryland wohl verstehen und
schätzen werden, reiche ich hierdurch incineAb
dankung als Mitglied des Hauses ein, um so
fort nach Verlesung derselben in Kraft zu tre
ten. Achtungsvoll James B. Groome."
Dieses wurde verlesen, angenommen und
in's Journal eingetragen.
Crwiiylung eines fiouvernenrs.
Tcr Sprecher zeigte an, daß die istundc
gekommen sei, um über die Gouvcrnenrs-
Eandidaten abzustimmen. Hr. Fenton no
i.iinirte Hrn. James B. Groome, und Hr.
Nicodemus Hrn. I. E. Smith. Die Na
men wurden aufgerufen, als mau Plötzlich
entdeckte, daß dieses Verfahren irrthllmlich
sei. Es wurde infolge Dessen sofort eine
Botschaft an den Senat gesandt. Die Sena
toren erschienen um Uhr zu einer gemein
schaftlichen Sitzung und man begann in der
üblichen Weise zu ballotiren. Hr. Groome
erhielt 75 und sein Gcgen-Candidat, Hr.
Smith, 13 Stimmen. Es stimmten sür Hrn.
Groome folgende Senatoren: Präsident John
Lee Carroll, Blake, Brcwcr, Billinasley,
Crawsord, Claggett, Davis, Denfon, Carle,
Ficlds, Getty, Knight, Longwell, Lloyd,
McCulloch, Phelps, Stevens, Spencer, Tuck
und Walsh, und die Untcrhausinilglieder:
Sprecher Hines, Bond, Eolton, Merritt,
Henkle, Robinson, Nuttvcll, Keech, Bucha
nan, Matthews, Turner von Baltiniore-Eo.,
Sudler, Gordy, Johnson, Hodson, Turner
von Cecil-Couittp, Thompson, Kemp, Mer
rill, Grafton, Lee, Riley, Dawfon, McCoS
ker, T. H. Hamilton, Cooper, C. R. Hamil
ton, McWilliams, Fosicr, Stewart von Bal
timore, McAleese, Gill, Hart, Loane, Green
field, McColgan, Hang, Joyce, Groh, Fen
ton, Berrh, Frcaner, Grimes, Stake, Clark,
Watkins, Fletchall, Waters, Vandersord,
Galt, Brown, Maclin, Stewart von Ho
ward-Connty und Bedsworth.
FürSmith stimmten die Senatoren Mudd,
Steiner und Suit und die Hausmitgliedcr
Bird, Turner von Calvcrt, Hawlms, Val
liant. Coulbourn, Dner, Miller, Lamar, Ni
codemus, Annan, Wicr, Wack, Park, Brace
und Glotfelty.
Hr. Groomc wurde erwählt erklärt; er hat
den Rest des Termins von Gonv. Whyte,
welcher bekanntlich in den Bundcsjeiiat er
wählt wurde, auszufüllen.
Aiinap 0 lis, den 5. Februar.
Senat.
Petitionen
übmeichte: Hr. Denfon vom Baltimorer
Stadlkreisrichlcr Pinkne nm Abhülfe der
Ueberhäufung der Geschäfte genannten Ge
richtshofes; Hr. Blake von Marie Wiiinin
gcr, Rahel Glenn, Milly Zachary und Lydia
Gorfuch um Nchabilitiruiig ihrer Namen auf
der Pensionsliste; Hr. Denfon von Marie E.
Becker, Louise Pose, Marie A. Fischer und
Anna Lucas um Pension; Hr. Steiner von
Wm. Richardson und lIS anderen Bürgern
von Frcderick-County, welche gegen jede Aen
derung in demßögelschutz-Geseize für genann
tes Eounty protestiren; Ebenderselbe von
Earl Drohncnbcrg und 32 anderen Bürgern
von Frederick Eounty um Widerruf des Nctz-
Fischerei-Berbots in Monocacy; Hr. Davis
von Samuel M. Rankin und Anderen aus
Baltimore-Couiitt, um ein Gesetz über den
County-Armcnhausfoiid.
Hingebrachte Gesetzvorschläge.
Hr. Bremer: den Freibrief der „Rockville-
Montgomcry-Couiity-Eisenbahn" zu amen
diren; Hr. Langmeil: die Zahl der Friedens
richter im 7. und li. Wahlbezirke von Car
roll Eounty zu vermehren; Hr. Tnck: den
Gesetzabschnitt, der vom Scheriss bei Einbe
richtung von Geschworene,i-Eollegieii einen
Eid verlangt, und den Abschnitt, der, „ge
meinschaftliche Verpflichtungen und dilto Be
lohnung" bititelt, auf gemeinschaftliche und
gesonderte Prozesse sich bezieht, zu amendiren;
Hr. Davis: den Freibrief der „Ridge-Pferde-
bahn-Gcsellschaft" zu ändern; Hr. Stevens: '
die Tcstamentsbestimmungen des 33. Ab
schnittes des 93. Artikels der allgemeinen
Staatsgejetze zu amendircu; Hr. Longwell:
den Freibrief des „West-MaryländerCoUegs"
zu ändern; Hr. Gettey: Betreffs der Ernen
nung von Friedensrichtern inGarrett-County
Bestimmungen zu treffen; Hr. Blake: die
Art und Weise gerichtlicher Untersuchungen
und Sektionen von an Gift gestorbenen Per
sonen vorzuschreiben ; Hr. Knight: Ellen
Hevals aus Eecil-Eounty eine Summe (Hel
des zurückzuerstatten; Hr. Longwell: die Be
fugnisse des Erzbischofs von Baltimore und
seiner Nachfolger zu erweitern; Hr. Brattan:
die Gcjetzbestimmung über Geschworene und
deren Beanstandung zu amendiren; Hr. Ste
vens: die Einwanderung nach Ma
ryland systematisch zucrmnthi
gen.
Ei besonderes Temperenz-Eomite,
aus den HH. Bremer, Aydelottc und Mudd
bestehend, welchen alle auf Tempereuz-Un
wcsen und Ortsabstimmung über den Ver
kauf berauschender Getränke—local Option—
bezüglichen Petitionen zuzuweisen sind, wur
de auf Antrag eingesetzt, und zugleich der
Brewer'jchc Antrag ans eine Botschaft an's
Unterhaus, daß die Temperenz-Comite'n bei
der Häuser als gemeinschaftlicher Ausschuß
sungiren mögen, angenommen.
Lesung von Bigs.
Die : den Freibrief der „New-
Sjorkcr Bergbau-Gesellschaft" z verlängern;
die „Frederick - Pennsylvauier Grenz - Eisen
bahn - Compagnie" zur Verpachtung ibrer
Bahn zu ermächtigen; die gesetzlichen Be
stimmungen über letztwillige Verfügungen zu
amendiren; das Wnchergejetz zu aineildircn;
den Freibrief der „Maryländer Traktat-Ge
sellschaft" zu amendiren; sür Bezahlung der
Präsidenten u. Vice-Präsidentcu Wahlinän
ner Maryland'?, ihrer Beamten und Bedien
steten Vorkehr zu treffen; sür Behandlung u.
Unterhalt bedürftiger Patienten in der „Bal
tlmorer" und der „Maryländer Augen- und
Ohren-Heilanstalt" zu Baltimore zu sorgen;
für den „Washington - Gottesacker" in Wa
shington - Counry eine weitere Geldbewilli
gung zu machen; den 23. Abschnitt des 75.
Artikels der allgemeinen Staatsgesetze dahin
zu ändern, daß Beschlagnahme Prozeduren
amendirt werden dürfen; dcnGouverneiir zur
Ernennung eines Staats-Notars in Garrett
County zu ermächtigen; den 29. Artikel der
allgemeinen Staalsgcsetze über Gerichtshöfe
und Gerichtserkenntnisse um einen Abschnitt
zu bereichern: den Freibrief der „Rockvillc
Montgomcry - County - Eisenbahn" zu än
dern.
Zur zweite Lesung
cselangtcn die semitsbillS: eine Stadts-Vi
sitütions-Bchörde sür öffeittliche Wohlthätig,
keils- und BcsscrnngS-Anstaltcn eiiizusetzen;
Ttiniel Staufcr und Jakob T. Magnus je
40 ans der Staaiskasse zurückzuerstatten:
das Umherschlendern von Vieh ans den Stra
ßen Quaiilico's in Wicomico-County zu
verhindern; die Hausbill, welche die Coii!-
missärc von Washingtoii-Couiltt, zum Snb
scribircn auf das Grundkapital von Chaussee-
Compagnie'ii im County crmächligt.
Gesetzvorschlag des Senats: den Gesetz-
Abschnitt über Schiedsrichterspruch und Zu
crkemiung von Schadenersatz zu amendiren—
mil 17 gegen 0; Bills des Unterhauses: den
Spirituosen und Lagerbier-Verkauf ans oder
nahe der Lager - Versammlung im Wesleh-
Hain in Howard-County zu verpönen—mit
17 gegen 0; für Befriedigung eines Erkennt
nisses gegen die Elktoncr Akademie zu sorgen
mit so gegen 0; Thomas H. HodgcS zur
Errichtung eines SchlagbaumcS auf einer
Landstraße in Ann: Arundel - County zu er
mächtigen—mit 17 gegen Y; JamcS Spnr
rier eine Geldsumme zu bewilligen mit 17
gegen 0; dicArmenhans-Vorsteher inAllegha
ily-Coiinty zu ermächtigen, unter ihrer Ob
hut stehenden Kinder in die Lehre zu geben—
mit 19 gegen 0; den Erlaß über die „Lochiel-
Holz- und Bretter-Compagnie" in Balti
more-Couiity zu amendiren (unter SnSpen
dirung der Geschäftsordnung)—mit 19 gegen
0; die vom Hause amendirte SenatSbill, die
Commissäre von Frederick-Connty zur Ak
iiciizcichnuiig auf die „Liberty - Frcdcrickcr
Chaussee-Compagnie" zu ermächtigcii-mit 19
gegen 0; die vom Unicrhause geänderte Se
natSbill zur Ermächtigung der Hagerstowncr
Siadibehördcil, Nathaniel Lchncr die ihm
gerichtlich zugesprochenen H5OOO auszuzablen,
resp, hierzu Geld zu borgen—mit 18 gegen <)
Stimme.
. Zurückgelegt.
Tie SenatSbill, welche den Verkauf und
die Jnspizirung von Leuchtölen regelt.
Ter Mörder Zosevt W. Taviö.
Hr. Tuck berichtete über den gcmcinschaft
lichen Beschluß, den Gouverneur zum Auf
schübe der Hinrichtung des J.W.Davis auf
zufordern, dahin, dast die Gesetzgebung zur
Einmischung kein Recht besitze, und milchte
um Enthebung des Genchts-Coniltc's von der
ferneren Erwägung der Vorlage. Man über
ging den Bericht.
De Täkular-Aeier.
Auf Hrn. Carle's Borschlag ward dem Un
terhause eine Botschaft mit dem Antrage aus
Einsetzung eines gemeinschaftlichen Comite's
zur Berathung über den vom Staate Mary
land zu gebenden Beitrag zur Säkularieierin
Philadelphia übersandt, und die HH. Carle
und Walsh Seitens dcS Senats zu Mitglie
dern dieses Comite's ernannt.
Berworfcn.
Aus Comite-Antrag die Senatsbills zur
Staats!,tcrstlltzung für die südliche Stadt-
Klinik in Baltimore und zurGcldverwillignng
für Errichtung eines Spitals des „CollcgiumS
der Aerzte und Wundärzte Baltimore'."
Vertagung des Senat. Besuch der Zauli
stummen-Bnstalt in Frcderick.
Auf Hrn. Stevens' Antrag vertagte sich der
Senat nm 2 Uhr bis nächsten Montag Mit
tag, was, wie weiter unten zu ersehen ist, auch
das Unterhaus that. Der Senat hat säniint
liche Rcgistranden Nummern erledigt. Die
Gesetzgebung hat für heute und morgen die
Sitzungen ausgesetzt, damit die Mitglieder
Gelegenheit erhalten, die Staats-Tanbstnni
men-Anstalt in Fredcrick zu besuchen, zu be
sichtigen und sich vom Zustande der Banlich
ketten und den etwa nöthigen weiteren Gesetz
erlassen zu überzeugen, Schon heute 'Nach
mittag reiste eine 'Anzahl in einem Extraznge
nach Fredcrick ab.
Unterhaus.
Hr. Stewart legte eine Dciikschrisl von
Richter Pinkney ans Baltimore vor, niii Er
richtnilg eines weitere Gerichtshofes in Bal
timore.—Hr. Hodson, Petition von Oberst
James Wallace und 150 weißen Stinimgc
bern und 73 Negern und 52 Negerinnen aus
Dorchcster-Eounty um ein Local Option Ge
setz. Hr. Turner, Petition von Bürgern
ans Cccil-Connty, nm ein Local Option Ge
setz; ähnliche Petitionen wurden von dcnHH.
Grasten und Miller vorgelegt. - Hr. Green
field, eine Petition, welche lii Millionen
Kapital repräsentirt, nm Jncorporirung des
„Fire Ins. Salvage Corps." Außerdem
wurde noch die übliche Anzahl vonPctitioiicil
um Pensionen vorgelegt.
Hr.Bedsworth brachte eine Bill ein für den
Schutz der Vögel in Wicomico; Hr. Merrill,
eine Bill, zum Schutze der Birkhühner in
Kent-Co.
Comite-Bericht.
Das Comite für Mittel und Wege bcrich
tete günstig über die Bill über Auktionatoren
in Balto.-Co.
Ferner wurde günstig über Umänderung
von Kap. 209 der Akte von 1858 das Versi
cherungswesen betreffend, berichtet.
Hr. Henkle vom Druck . Comite erstattete
Bericht, daß sich das Comite mit Sachver
ständigen wie Hrn. I. F. Wilcy, J.'McGar
rigle, Thos. Hooper in Verbindung gesetzt
habe, welche der Ansicht seien, daß das An
gebot der Firma, welches im Originalberichte
empfohlen wurde, ein sehr liberales und ac
ceptableS sei, weshalb dasComile den früheren
Bericht noch einmal unterbreitete. Der Be
richt wurde angenommen.
Hr. Merryman erstattete im Auftrage eines
Tpezial-Comite's Bericht über die Bill, eine
freie Brücke in der Gegend von Swcetzer's
Brücke über den Patapsco zu errichten mit
einem Amendement, daß Baltimore-Connty
zu den Rcparaturkosten dieser Brücke nicht bei
zutragen brauche. Hr. Henkle sprach gegen
dieses Amendement. Hr. Kcech befürwortete
es, er sagte, die Brücke werde nur eineWohl
that für die Bürger von Anne Arundel - Co.,
nicht aber für Baltimore-Connty sein. Hr.
Robinson sprach gegen das Amendement,
Hr. Turner begünstigte dasselbe; es wurde
mit 38 gegen 2 Stimmen verworfen.
Hr. Turner stellte dann den Antrag, die
Bill so zu amendiren, daß Baltimore-Connty
nur den vierten Theil der Kosten zu tragen
brauche. Hr. McColgan meinte, der ur
sprüngliche Vorschlag dee Delegation von
Anne Arundel-County sei sehr liberal. Nach
einem kleinen Wortwechsel zwischen de HH.
McColgan und Keech wurde Turner'sAmeii
dement mit 40 gegen 25 Stimmen angenom
men; worauf die Bill gleichfalls passirte.
Stewart'sHaus-Bill, die „Uiiivn-Bankiiig-
Compagnse" von Baltimore zu incorporireu,
wurde zum zweiten Male verlesen und zur
Mundirung beordert.
Das Comite für Mittel und Wege berich
tete unter
Suspension der Rcacln
folgende Bills ein: Eine Bill, dem Art. 0k
des Staatsgesetzes über „Proben-Reisende"
einen weiteren Abschnitt hinzuzufügen. Fer
ner eine Bill, die Akte vo 1872, Kap. 237
zu widerrufen über Collekrtruug von Steuer-
Rückständen von den Nationaibankcn
Zum zweiten Male verlesen
wurde die Haus-Bill des Hrn. Hines, den
Barbieren in Kent-County zu verbieten, am
Sonntage ihr Geschäft zu betreiben.
Angenommen
wurden folgende Bills: Die Hans Bill des
Hrn. McAleese, dem 14. Art. des Staatsge
setzes über Wechsel und Pfandscheine einen
neuen Abschnitt hiuzuzufüien. Diese Bill
verfügt, daß wenn ein gesetzlicher Feiertag auf
den Sonntag fällt, der folgende Tag gefeiert
werden kann, soweit Notenprotcste inßetracht
kommen.
Vertagung.
Hr. Keech beantragte, das Votum, wodurch
der Antrag, sich bis zum Montage zu verta
gen, auf den Tisch gelegt wurde, in Wieder
erwägung zu ziehen, woraufHr.McWilliamo
beantragte, daß sich das Haus bis zum Mon
tag Morgen 11 Uhr vertage, was angenom
men wurde.
Stadt Baltimore.
Der Gesammtwerth der dieswöchigen
Waaren- und Produkten - Ausfuhr aus hiesi
gem Hafen nach dem Auslande beträgt 681,-
978.
Nicht berechtigt zum Besuche
der Bolks-Frei schulen unserer
Stadt. Der Beschluß, welcher die Schul
bchörde anweist, die Verfügung ausrecht zu
halten, daß die Kinder derjenigen Eltern,
welche außerhalb der Grenzen der Stadt woh
nen, vom Besuch der öffentlichenSchulcn aus
geschlossen feien, und welcher am letzten Mon
tag im ersten Stadtrathszweig angenommen
wurde, wurde am Dienstag dem zweiten
Zweige vorgelegt und passirte. Die Angele
genheit wurde in der letzten Sitzung der
Schulbehörde besprochen und die Meinung
ausgedrückt, daß die Eltern der Kinder gern
bereit sein würden, das sich ans 13.69 be
laufende Schulgeld für jedes Kind zu bezah
len. Der Präsident, Dr. Morris, jedoch be
richtete, da jetzt Anstrengungen gemacht wür
den, die Grenzen der direkten Besteuerung zu
erweitern, ;o würde der Beschluß, außerhalb
der Stadtgrenzc Wohnende von derßeuutzung
der öffentlichen Schulen auszuschließen, viel
leicht die Wirkung haben, daß dieser Beschluß
von solchen Leuten Unterstützung erfahre,
welche sich der Ausführung desselben unter an
deren Umständen würden widersetzt haben.
Der Beschluß wird jetzt dem Mayor zur Unte
rschrist vorgelegt.
neue Rathh aus. Im ersten
Stadtralhözweig wurden vorgestern Beschlüsse
angenommen, welche um Aufklärung bitten
darüber, wie viele Handwerker jetzt an der
Arbeit sind, um den Bau des neuen Rathhauses
zu vollenden; die Beschlüsse erklären ferner,daß
cS rathfam erscheine, eine möglichst große An
zahl von Arbeitern anzustellen, theils um der
Stadt die Ausgaben für Miethe zu ersparen,
welche für mehrere Departements bezahlt wer
den müsse, bis dieselben das Rathhaus bezie
hen könnten, theils um Handwerkern während
dieser so ungünstigen Jahreszeit Beschäfti
gung zu verschaffen.
D i c„M ary lä nd er Ackerb au - und
Gcwcrbe - Gcs cltschas t" hielt gestern
Abend aus der Ecke der Entaw- und Fanettc-
Zttaße unier Hrn. A.B. Davis' Vorsitze eine
Versammlung. 'Man beschloß, die Gesetzge
bung um Schutz der Schafzucht, Landstraßen,
herumlaufenden Viehes und der Einwande
rung anzugehen, stimmte Hrn. Loney'S An
sichten im Stadirathc über künstlichen Dung
bei und vertagte sich bis zum erstenDoiinerftal'
im März.
Die „Rc j 0 tnte - Graiig e" des Ordens
der "ttnirous ok IlBl>nn4rv" wurde Diens
tag Abend, den 3. d. M., zu Laurel in Pnnce
George's County von Hrn. Edward Hall aus
Baltimore, dem Sekretär der „Maryländcr
Staats-Grange," organisirt. Folgende Be
amte wurden erwählt: HH. James Nichols,
Louis W. Jcntins, A. H. Cnrtis, Samuel
B. gleicher, John P. Berry, William Snow
den, Benjamin Brashears, E. H. Stanley,
Edwin Denlcy, Frau Wm. Snoioden, Frau
John P. Berry, Fräulein Susanne R. Kron
innller und Frau C. H. Stanley.
Verwendung des Ablrittöun
raths und Küche nab falls. —lm
zweiten StadtrathSzweige brachte der Vorsit
zende des Saiiitäts-Eoniite's, Hr. Loney, ei
nen Beschluß ein wegen einer Verwilligung
von 4000 zur Anschaffung einer Maschine
zur Fabrikation künstlichen Düngers aus dem
Abtrittsunrath und Kiichcnabsall. Aus dem
Bericht, welcher den Beschluß begleitete, ging
hervor, daß der Abtrittsunrath und Küchen
absall dem Sanitäts-Departement schon viel
zu schaffen gemacht haben. In andere Städ
ten, wo Dünger ans denselben fabrizirt wer
de, erweise er sich als die Quelle einer bedeu
tenden Einnahme, hier aber sei bis jetzt we
nig geschehen, um die aus demselben resulti
renden Uebelstäiide zu beseitigen. Die Ma
ichinc könne billig hergestellt werden. Im
Jahre 1872 seien durch den Verkauf des Un
raths und Abfalls 3583.34 eingenommen.
Für das Abladen seien während der letzten
drei Jahre 47,699.29 bezahlt worden, wäh
rend die Einnahmen für dieselbe Zeit sich auf
4302.34 bclicfen. Tic vorgeschlagene Ma.
schine würde 4000 kosten, und um dieselbe
emJahr lang zu gebrauchen, würde eine Aus
gabe von 44,465.20 nöthig werden. Die
durch eine solche Maschine erzielte Einnahme
würde sich auf H 93,000 jährlich beziffern, und
wenn vier Maschinen in Thätigkeit wären,
so würde dem Stadtschatze bald eine erkleckli
che Summe aus dem Ueberichusse zufließen.
'Nachdem der Bericht und der Beschluß verle
sen waren, ersuchte Hr. Wheclcr, daß der Be
schluß einige Tage lang ans den Tisch gelegt
werden möchte, damit die Abstimmung nach
reiflicher Ueberlegiing geschehe, wo es sich da
rnm handle, daß Gelder für ein neues Unter
nehmen bewilligt werden. Der Gegenstand
wird am nächsten Montag weiter besprochen
werden.
Die siamesischcn Zwillinge.-
Dr. W. H. Pancoast, Dr. Harrison Allen,
Dr. T. H. Andrews und Oberst Bclring,
welche vor einigen Tagen von Philadelphia
nach Monnt Airp, dem letzten Wohnort der
siamesischen Zwillinge, abreisten, um die Lei.
chen der Verstorbenen zu erwerben, passirtcn
ans ihrer Rückreise heute Morgen durch Bal
tiwore. Die 'Aerzte waren über die Errun
genschaft höchlich erfreut und hoffen, durch eine
genaue Untersuchung dieses Wunders der
Wissenschaft neue Schätze zuzuführen. Das
Resultat wird ach der amtlichen Obduktion,
welche in der „Jefserson Medieal Universität"
zu Philadelphia vorgenommen werden soll,
bekannt gemacht werden. Wegen des Aus
sehens der Leichen verweisen wir ans die be
treffende Depesche.
Erkrankung. Die Gattin des Hrn.
Jakob Tome in Port Deposit, Eecil-Eonnth,
seit ungefähr acht Monaten kränkelnd, kam
vor acht Tagen hierher und quartierte sich im
„Carrollton-Hotel" ein, wo sie jetzt in gefähr
lichem Zustande darnieder liegt. Tie sie be
handelnden Aerzte Dr. Donaldson und Dr.
O'Tonovan befürchten einen tödtlichen Ver
lauf der Krankheit. Aus die Knude hiervon
kam Mittwoch 'Abend Gen-ral-Postmcistcr A.
I. Ercswell, ein Neffe der Dame, in Beglci
lung seiner Gattin von Washington herüber
an's Krankenbett; auch andere Verwandte ha
ben sich in, „Earrollion - Hotel" eingefunden.
Gefahren des Kohlenöls. Ge
stern Morgen früh erlitt der ZK-jährige Far
bige John Elayton, welcher im Hanse der
Frau Price, Ecke Baltimore- und Edenstraße,
wohnt, durch die Explosion eurer Kohlenöl-
Kanne schwere Verletzungen. Clayton goß
Oel lii's Feuer, die Flammen theilten sich
dem Oel in der Kanne mit, und diese explo
dtttc. Er wurde an den Beinen, in der
Seile und am rechten Arme arg verbrannt
und nach der „Washington Universität" ge
schasst.
Ein tödtlicher Unfall trug sich am
Mittwoch gegen 47 Uhr Abends im Hose der
Brauerei des Hrn. Chr. Herllein oberhalb des
Herring Run an der Belair-Road zu. Das
Opfer des Unfalls war ein Mann, Namens
August Hosmeister, welcher 9 Meilen von der
Stadt an der Bclair - Noad ein Ladengeschäft
betreibt. Eine Anzahl Damen war an jenem
Abend in der Brauerei versammelt, um an
einem Souper Theil zu nehmen, welches zum
Besten der deutschen lutherischen Jerusalem-
Kirche Veranstalter war. Während Hr. Hof
meister mit Hülfe eines Freundes seinen Wa
gen in einen Schuppen bringen wollte, fiel er
durch eine im Boden angebrachte Oeffiiunq,
welche zum Lüften des Bicriellers dient, in
den Letzteren. Die Oeffnnng hatte er nicht
bemerkt, da er rückwärts ging. Er stürzte aus
einer Höhe von 35 Fuß und schlug mit dem
Hinteren Theil seine Kopfes auf den kalten
Steinboden nieder. Dr. William Corje wurde
sofort herbeigerufen, doch vermochte er dem
Unglücklichen keine Hülse mehr zu leisten,denn
schon nach Verlans von 14 Stunden trat der
Tod ein. Friedensrichter A. Smith hielt eine
Leichenschau und die Geschworenen fällten ei
nen Wahrspruch gemäß den oben mitgetheil
ten Thatsachen. Der Verstorbene war ein
ruhiger friedlicher Mann und hinterläßt eine
Frau und drei kleine Kinder. Der Unfall hat
in der ganzen Unigegend, wo der Verunglückte
viele Freunde zählt und bei Jedermann in
großer Achtung stand, die allgemeinste Trauer
hervorgerufen.
B r dtgungen. Das Begräbntß des
Hrn. Samuel Orendorf fand vorgestern vom
Stcrbehanfe, Nr. 127, Parkstraße, aus unter
zahlreichem Gefolge statt. Der Sarg war
reich verziert und auf dem Deckel desselben
war eine silberne Platte mit folgender In
schrift angebracht: „Samuel Orendorf, gebo
ren den 13. September 1809, gestorben den
2. Februar 1874.'; Tie sterblichen Ueberreste
wurden nach der Eathcdrale gebracht, wo vom
Ehrw. Parer Thomas S. Lee ein Hochamt
abgehalten wurde.
Hr. Noah Walker wurde gestern auf der
Greenmouiir - Avenue zur Ruhe bestattet.
Eine große Anzahl feiner Freunde und Ver
wandten gaben ihm das letzte Geleite. Nach,
stehende Herren fungirten als Bahrtuchträ
gcr: S. Hamilton Eauqhh, Noah Caughy,
E. M. Caughy, W. P. Caughy, John
Caughy und T. I, Irving. Der Sarg war
mit schwarzem Tuch überzogen und mit sil
bernen Griffen versehen. Auf einer kleinen
silbernen Platte, die am Sarge angebracht
war, las man folgende Inschrift: „Noah
Walker, geboren 23. Januar 179 K, gestorben
3, Febrpar 1874,
Der am Dienstage in seiner Wohnung
Nr. 89, Qst-Prattstr., mit Tode abgegange
ne Hr. Ä. Pomplitz wurde gestern Nachmittag
vom Trauerhause aus auf dem London-Park-
Friedhosc unter ungemein großein Gefolge
leidtragender Verwandter, Freunde und Be
kannter zur Ruhe bestattet. Unlcr Denen,
die dem Sarge folgten, waren viele Musik
freunde und Musiker der Stadt, angesehene
Kaufleute, der Vorstand der „Baltimorer
Schützciigesellschaft" und Abgeordnete der
„Germania-Loge" der Freimaurer, der„Schil
lcr-Vogc Nr. 39" von, Orden der „Harugarz,"
der Maurer vom Schottischen Ritus, des
„Germania MänncrchorS" und anderer Ge
sangvereine. Der Zug, in dem etwa vtt Equi
pagen fuhren, stand unser Reitling der HH.
Hughes K Dennic, in deren Etablissement
auch der mit schwarzem Tuche drapirte und
sehr schön ausgestaltete Sarg angefertigt
wurde. Derselbe war mit Akazien, Rosen
und andern kostbaren Blumen buchstäblich be
deckt, den letzten Andenken der vielen Freunde
des Verstorbenen Die Pastoren Dr. Ebeling
von Catonsville und E. R. Eichbach von der
j englischen resormirtcn Kirche an Ealvertstraße
leiteten den Trauer - Gottesdienst. Ersterer
hielt im Sterbchause eine deutsche, Letzterer
am Grabe eine englische Rede; Beide widme
ten dem Dahingeschiedenen einen herzlichen
Nachruf und Koben seine edlen Eharakterzüge,
die sich in allen Phasen eines viclbeweglen
und thätigen Lebens offenbarten, besonders
hervor. Die Beerdigung geschah nach dem
! Ritus der lutherischen Kirche. Der „Germa
nia-Männerchor" lang am Grabe seines ent
schlafenen freundes und Sangesgcnoffen die
Lieder: „stumm schläft der Sänger" und
' „Es ist bestimmt in Gottes Rath" von Men-
delösohn. Folgende Herren, persönliche
Freunde des Verstorbenen, sungirten als
! Bahrlnchträgcr: Ernst Knabe, C. E. Dohme,
3. B. Dietz, A. Eunningham, C. Döhler,
> H. Melbert, F. Feige und T. Nordhoff.
Hr. Pomplitz heiratheie am 3. April 1855
die Tochter des Hrn. F. Ott dahier und hin-
terläßt eine Wittwe und 3 Töchter im Alter
I von 14 bis IS Jahren; im Jahre 1866 verlor
!er den einzigen Sohn durch den Tod. Hrn.
l Pomplitz's Hinscheiden hat im Kreise seiner
! zahlreichen Freunde sowohl, wie .in der von
. ihm betriebenen Geschäftsbräuche in Balti
> niore eine Lücke hinterlassen, die wohl lange
! nnansgefüllt bleibt. Mit ihm ist ein Mann,
- der dem deutschen Namen Ehre inachte und
den Ucberlebenden als Muster dienen sollte,
!zu se.iicn Vätern gezogen. Friede seiner
i Asche!
Kurze Notizen. Mittwoch Nacht er
schelten 116 Obdachlose in den verschiedeiien
! stationShäuscrn der Stadt Unlerkunst.
Berichte ans dem Inner des
Staates.
> (Die FenerSbruiisl in Frosiburg.) Die
. Feucrsbruiist, welche vorgestern Morgen Frost
burg heimsuchte, richtete
eine Schaden an, welcher die Höhe von
ist st, 150 erreichte. Nachstehend lassen wir
, eine Liste der Verluste und Versicherungen
Groß' Möbelgeschäft HstOSS, theil
l weise durch Versicherung in der „Aetna Com
spagnie" gedeckt; Paul's Halle Sistwu, für
I S3BOO versichert: Peter Payne's Restanra
! tion S3SSV, um K-stOSS IN der „Allegnlly Ver
sicherungs - Gesellschaft" versichcri; Koch,
s Veall Eomp.'s Mannsakturwaaren - Hand
lnng S7W, durch Versicherung gedeckt; Max
Weinland's Kleidergeschäst HI2VO, versichert;
i MeNeill se Wingert's Apotheke tz3Yov, siir
2200 versichert: D. I. Keller's Colonial
> Waaren-Handlung 150, versichert- H. Bär's
! ! Spirituosen - G-lchäst Kl5O, versichert; Ho
blitzell's Erben Hlliisi, versichert; Frau Gar
rett'S Wohnhaus K6<Xio; Wilson K Koontz'S
Gebäude K180V; Mab. Kaiser'S Pelzwaaren-
Handluiig S7)il; Metzger e-Eomp. 'S Schreib
materialien-Handlung H3OO;J. H. Huntley's
Eisenwaaren - Geschäft Sl5O. Das Feuer
wurde durch eine Lampen - Explosion hervor
gerufen.
(Ans Frederick.) Hr. George Morgan
ist von den Direktoren der „Frcdcrick-Penn
sylvanier-Eiseubahn-Eompagnie" zum Gene
ral-Fracht- und Passagier-Agenten der Bahn
ernannt worden. Hr. Geo.' I. Remsburg
wurde vor einigen Tagen zum Superinten
denten des Montcvue - Hospitals gewählt.
(Ableben eines prominenten Marylän
derS.) Hr. Wm. C. Hoffman, einer der
prominentesten Bürger Maryland'S, starb
vorgestern im 72. Lebensjahre. Er war ei
ner der talentvollsten Männer unseres Staa
tes und wurde an Kenntnissen nur von we
nigen Größen der Vcr. Staaten übenagt.
Trotzdem war er nur ein bescheidener Land
mann, der sich sein Wissen durch eigenes
Studium angeeignet hatte. Seine Biblio
thek war eine der vollständigsten und besten,
die in Maryland zu finden sind.
(Rettung einer schiffbrüchigen Mann
schaft.) Capt. Earcy von dem Schooner
„Alabama" bemerkte am Abend des 1. Fe
bruar in der Nähe von Poole's Island einen
Schooner, welcher vom Eise eingeschlossen
war. An den Masten des Fahrzeuges waren
Nothsignale ausgehängt. Cavt. Carey eilte
dem bedrängten Schiffe zur Hülfe und fand
dasselbe in sinkendem Zustande. Drei Mit
glieder der Mannschaft rettete er, die anderen
Leute hatten den Schooner bereits in einem
I Boote verlassen und wurden von den Eis
schollen die Bai hinabgetricben. 'Aller Wahr
scheinlichkeit nach haben sie ihren Tod in den
Finthen gesunden. Das schiffbrüchige Fahr
zeug war der Philadclphia'er Schooner „Ma
ricttck P. Matthews."
Die in Port Tobacco, Charles-County,
erscheinende „Times" berichtet, daß Richter
Brenk sich ani dem Wege der Besserung be
findet.
(Aus Annapolis.) Capt. Mitchell
brachte am Freitage die Austernboote „Atlan
tic" und „Lconldas" nach 'Annapolis. Die
Capitäne der beiden Fahrzeuge waren ange
klagt, in verbotenen Gewässern gefischt zu
haben. Sie bekannten sich schuldig sind wurde
Jeder um 100 gestraft.
(Brand einer Sägemühle.) Am Sonn
abend voriger Woche brach in der Sägemühle
der Gebrüder Cohn in Princcß Anne, Svm
merset-Eonnty, ein Feuer aus, welches die
Mühle im Zeitraum einer Stunde vollständig
einäscherte. 'Nur mit großer 'Anstrengung ge
lang es, die Flammen in Schranken zu hat
ten und eine verheerende Feucrsbrunst zu ver
hüten. Der Verlu'ttkcr Gebr. Cohn belauft
sich aus H 12,0vi>, vo ebenen durch Ver
sicherung gedeckt sind.- Ungefähr 75 Personen
haben infolge des Brandes ihre Beschäftigung
verloren.
(Brand.) Die Scheune Abr. Schnrtzcr's
in Harforv-Connty brannte vorgestern Abend
mit 10 Tonnen ven ab. Vier Maullhiere
kamen in den Flammen um. Der Verlust
an Vorrath belauft sich ans SBOO. Tic
Scheune war versichert.
Es wird berichtet, Präsident Graut habe
für den Carler'schen Besitz, welcher im Queen
Anne-Bezirk gelegen ist und ungefähr 1000
Acker Landes umfaßt, 50,000 geboten. Die
Erben des verstorbenen Hrn. Charles H. Car
tcr haben das Anerbieten abgeschlagen.
Baltimorer Biehmarkt.
Baltimore, den n. Fedruar,B74.
Rindvieh. Ticsc Woche find nur wenig Ler-
in tcn Preisen zu berichten. Bei Beginn
gingen leichter von Starten, da eine grogere
Käufer aus Philadelvyia anwesend waren, als dies
seit zwei oder drei Wochen der 5aU war: iyre Ein
kaufe aus dem Niarlie eine Stimmung,
wn geringer.
Tie 'tzreije variiren wiesoigi: desle Sorten Z', bis
iO, bis 4K Eents; ordinäre durr/junge Stier"/Q
-ien und Kühe 4 bis 455 Cents: allgemeiner Turch
jchuitisoreis des heuligen Marktes 45,' Cts.: äußerste
P:-4sraieii 4 bis -i'i Ew.: die meisten Berkäuse ge
voii BZrchmen. 48? von West -"Birzinieiss u'nd
Gejanimrdetrng der gusuhr für diese Woche 16i4
Stua, vorige Woche 22)6 rück (in der vorjährigen
Porallel-Wochc 2269). Von den Borräthen lainen
638 Stück Rindvieh in die Hände von Baltimorer
Mehgcrn, 3tl wurden von Spekulanten aus dem
Osten, aus stork-Countv, Pa., und
Gesaminiverkäufe diese Woche 427.8 Stück Rindvieh,
vorige Woche 1735 (in der ParaUel-Wcche des vorigen
2050 Stückst
Bcriäile ausgesprochenen Ansichten
ständig verwirklicht. Am Montag stiegen die Preise
auf 8)4 bis^9^ Cents in Folge des Zustandes der
guter Aussicht sich noch einigt Tage zu haltenj'trok
dem größere Pufuhren Dieselben
Siniluhausdi"Preis"uden"' v°ttäufiz keinen
Notirungen 8)4 bis 9 Cents pro 400 Mund Netto-
Sewlchl.
Pusuhren diese Woche 6743 Stück, gegen 7464 Stück
w Zoriger Wwche und 40,082 in derselben Woche des
Zchaasc und Lämmer. Die gusuhr war ge
gen vorige Woche eine sehr geringe und die Preise
sind, da die Rachsrage ziemlich gut war, -5 Cent ge
stiegen. AuS dem Lsten kam wenig Aachs.age. Tic
war an Qualität nicht so gut.
Wir noiiren Schaase diese Woche zu !>) bis 7 Cls
pro 100 Pfund Brutto-Gewichi.
Aujuhre diese Woche 4586 Stück, gegen 3492 Stück
aa/cke
Börsenberichte.
bcrichtctvon Wm. Fischer äi- Dohnen, Nr. 32.
Soulhstraße, Rachmittags 3 Uhr.
Ang. Verl.! Ana. Berl.
Ba6r alte.... 39 -jWestlM Bahn äst
Ba6erneue... 39)4 l'ParlersbßAkt 6
Ba dcs Ccrtis.. il.st iikjCenlrOhioAkt 40)4 4l
BaConsolSbcr 525. 52)4>CentrOhioprcf ivst >O)4
Missouri 6er. . - vi StPassßM.. ,7'.
N-Earl 6r alte MstZßaltoCatonsv Iv
N-Carlkrncne :8 22 iMdMutJniCo 27
N-Carolspel.. 40 jFircmcn's Ins 40 44
T-Carol her.. tt AssoFeuerßcrs 4
Ten ficralte.. 80)4 Patsscuer Per! 43
Stadlbr'7ö.. lw iB O B kr'.-iijj
Stadi6r'.B4... 97)4 98 !8086r'85...
-ladtkr'-6... 98 jN WBa ). gar'o2
-tadtkr49oi>.. 9:>4 98 iPittsb Conn 7r 89?) 90
Stadt 6r '9O E 69 !NC B t,r '77. . 9.5
Et-Park6r'9o 98 98)4jNSB6r'85. .-9 go>-
Park-Bcrb 6r. vi >R CB 6r K.. 88 88"
Stadl,ir'92... 95 INC B gold,ir. 90
Stadthr'üü.. 9ö >SentrOl.M6r 90
Stbrexempt . 402 WMdi.M'9o 9lk
Stadtt!r.l9t>o.. 96 stM Mo 2. gar... 9i 9z>.
Stadt quarör iWMdstvres... KV 7V
StMemphiSKr iy Mar.KCin.7r.llio im
Bnk os Balo..lZi MarkCinL. M 9,1 k 90>4
BankofCom.. st, 2>) jMarkCioc3.Br 76>- 76>4
Chcsapcaie Bk 20 40 !Rich-Tanl.M6B —'
Citizens'Bank 43)4 43)4 OAixkMa's7r 7K 77
Fars' Bnk Md kl -3 Or'gckAlxl... 85 <lO
irarsc Aierchts'47 49 iLr'oekAlexz.. 77
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Baltimorer Markt - Berichte'
(Täglich berichtet siir den „Korrespondenten.")
(Cngros-Preise.)— Baltimore, ö.Jedr, 1874.
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Malsmehl (City MiliS) Z5O —4 50
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Nr. 2 33 00 —0 00
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„ Scotch Sgiinton 44 00 —42 00
Glcngarnock 0)00 —OOO
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Fische, Mackerelcn Nr.4,neue 48 00 —26 00
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3, med 44 50 —42 00
Hännge, Labrador 600 65)
große Shorespit,, 500 —5 50
giddcd 450 500
Eastcrn Round... 450 500
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Codfish, große 4 5-) —5OO
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Südsee 50 00
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