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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1848-1918, February 13, 1874, Image 1

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E? /> I ?
TAT^ B!T^ßü.
30. Jahrgang.
Republitanische nd monarchische
Regierung.
Die Freiheit ist das höchste Gut, aber
auch das kostspieligste, wenigstens iü durch
Corruptton unsere republikanische Regie
rungsmaschtne soweit gekommen, daß Mansie
siir die kostspieligste der Welt hält, was den
Werth der republikanischen Freiheit gegen
über dem monarchischen Unterthancnthnm im
mer fraglicher gestaltet.
Der „Eincinnati Commercial" hat sich die
Muhe genommen, nach dem Gothaer Alma
nach die Kosten des Civildienstcs der großen
europäischen Mächte zu berechnen, zum Zweck
eines Vergleichs dieser Kosten mit denen un
seres Civildienstes. Aus dieser Berechnung
sind alle Ausgaben für die Land und See
macht, für die gesetzgebenden Körper und für
die öffentliche Schuld sorgfältig ausgeschlos
sen. Es muß min zugegeben werden, daß ein
solcher Vergleich einer wesenttichen Grundlage
entbehrt, nämlich der Gleichmäßigkeit der
Funktionen der betreffenden Regierungen;
aber dabei ist es unsere Bundesregierung,von
der ziemlich in allen Stücken weniger verlangt
wird und deren Ausgaben also verhältnis
mäßig geringer sein sollten. Uebrigens hat
diesen Punkt, wie aus Folgendem ersichtlich,
der „Eammereial" gebührend berücksichtigt.
Das britische Budget für das am 31. Mär;
1374 schließende Fiskaljahr umfaßt die folgen
den, zum Civildienst gehörenden Posten:
Diplomatischer und Colonialdicnst Zt-Z7?,09i
Pensionen 527,071
Justiz Polizei und Gefängniß l/Zi^Okä
Oeffenttiche Arbeiten t,3VI,ONZ
Diverse AuSg ......^->1'077
Zusammen eii,Z5Z,O77
Dies wäre ungefähr 56 Millionen Dollars.
In dem entsprechenden Fiskaljahr kostete unser
Eivildienst:
Staats-Departement k1,W7,84ö
Departement des Inner 10,007,720
Post-Departement 7,7by,0!j
Äckerbau - Departement....... i ... i ....
Finanz-Departement 11,1,008
Erelutive t.zi,
ES ist dabei zu berücksichtigen, daß inGr'oß
brilaiinieii die Regierung die Kosten aller Ge
richte, Gefängnisse und der Polizei bestreitet,
während der amerikanischen Bundesregierung
davon nur ein geringer Theil zufällt; dasselbe
gilt von den Ausgaben für Unterricht. Für
solche Kosten, die beiden Regierungen gleich
mäßig zufallen, gibt nach der Berechnung des
genannten Blattes England nur 26 Millionen,
Amerika fast 97 Millionen aus, während das
Bevölkerungs - Verhältniß nach den letzten
Zählungen folgendes war: Amerika 384
Mlll., Großbritannien 32 Millionen.
Frankreich's Ausgaben in, letzten Fiskal-
Jahr (immer mit Ausschluß der oben er
wähnten Kätcgoric'n) betrugen 89 Millionen
Dollars, davon kommen 25 Millionen auf
Funktionen, mit denen die amerikanische Re
gierung nichts zu thun bat, (nämlich Kunst,
Religion, Wissenschaft nnd Unterricht, Tele
graphen und Gefängnisse), während van an
dern kostspieligen Funktionen unserer Regie
rung verhältnißmäßig wenig zufällt. Der
„Elnclilnail Commercial" berechnet, daß wir
mit Berücksichtigung der FunktionS - Unter
schiede 35 Million mehr für unsern Etvilöienst
ausgeben, als die französische Regierung,
während Frankreich nur ein paar Millionen
Einwohner weniger hat, als die Vereinigten
Staaten.
Die Civil-Ausgaben der Regierung des
deutschen Reichs uiid aller Elnzcl-Reglernii
gen Deutschland'S betragen 1w Millionen
Dollars. Dies wäre eine Berechnung, wie
wenn wir den Ausgaben unserer Biindeö-
Negiernng die der Einzel-Staate hiiizin'üg
tcn. Und doch übersteigt jene Summe die
für die Civil-Ansgaben unserer Bundes-Re
gierung allein mir um 15 Millionen Dol
lars. Teutschland hatte nach der letzten Zäh
lung (1871) 41 Millionen Einwohner, also
mestr als die Vcr. Staaten.
Oestreich gab für seinen Eivildienst der er
läuterten Art ungefähr 53 Millionen aus oder
44 Millionen weniger als die amerikanische
Regierung.
Rußland, mit 69 Millionen Einwohnern
nnd seiner berüchtigten Corrupiion, gab 135
Millionen Dollars für seinen Civil - Dienst
aus, aber davon kommen 60 Millionen auf
Ausgaben, die unsere Regierung nicht hat.
Ja, die gesammten Ausgaben der russischen
Regierung betragen nur 362 Millionen gegen
3t9, welche die amerikanische hatte, während
unsere Bevölkerung nicht viel mehr als die
Hälfte betrug und die Funktionen unserer
Regierung sich an Umfang gar nicht mit
denen der russischen Regierung vergleichen
lassen.
Der Eivildienst Italien's kostete 39 Millio
nen, doch lassen sich nur Ausgaben im Beirag
von etwa 25 Millionen mit entsprechenden
Ausgaben der amerikanischen Regierung ver
gleichen, die wie mehrfach erwähnt sich
auf 97 Millionen bcliefen.
Wenn nun obige Ziffern auch nicht durch
weg richtig sind, wenn es auch dem Statisti
ker des „Commercial" auf ein paar Millionen
mehr oder weniger nicht ankommen mag, so
beweist doch die>e Rechnung, daß sich die große
Mehrzahl des amerikanischen Volkes, welches
Hr. Morton und seinen Nachbetern geglaubt
hat, in einem gewaltigen Irrthum befunden
har; anstatt den billigsten Civildimst zu ha
ben, finden wir hier, daß wir den theuersten
besitzen und sonderbarer Weise läßt sich hier
der Spruch nicht anwenden „Das Theuerste
ist das Beste," denn daß unser Eivildienst der
beste der Welt sei, das glaubt nicht einmal
Hr. Morton; die täglichen Zeitungsberichte
würden Jeden, der so Etwas zu behaupten
wagt, Lügen strafen.
Nun könnte man sich über die Ausgaben
für unsere National - Regierung allcnsalls
trösten, wenn wir mit den Lokal-Regierungen
besser daran wären. Aber da fängt unser
Elend erst recht an. Im Vergleich mit den
Lokal - Regierungen nimmt sich die Bundes
regierung, was den Kostenpunkt anbelangt,
im Allgemeinen noch ganz erträglich aus.
Wenn man zusammenrccvnen könnte, was in
den Ver. Staaten siir all' die diversen Regie
rungen (Bundes-, Staats- und dann die der
verschiedenen politischen Eorporationen) aus
gegeben wir?,- so würde eine Summe heraus
kommen, mit Aer sich sicherlich kein anderes
Land messen könnte, wobei zu berücksichtigen
ist, daß unserem ganzen politischen System
nach der Bürger bei und mannigfache Privat-
Aliszaben hat, die ihm nuderswo die Regie
rung abnimmt.
Die Reform des Civildienstcs ist cincNoth
wendigkeit, eineLebensbedingimz Serßepublik
geworden und es wird sich frülier oder später
an der Partei rächen, welche mit derselben ein
frevelhaftes Spiel getrieben hat.
John Ouincy Ädams über die Phi- '
ladetpyier Ausstellung.
Tie Sprößlinge der Familie AdamS thun !
ffich jetzt sehr in der Weltausstellungs-DiScuf
sion hervor. Bereits haben wir MittyeilUli- !
äen aus dem Berichte von Charles Francis
Adams, jnn., über die Wiener Weltausstel-
kung gebracht. Heute liegt es uns ob, von ei- !
ner merkwürdigen Rede Notiz zu nehmen,
die Jot/n Quincy Adams im Unterhaus der
Legislatur von Massachusetts über eine Re
solution hie'll, wornach die Vertreter von Mas
sachusetts im Coiigreffe instruirt werden soll
en, für Geldbewilligungen für die Philadcl
plffer Ausstellung zu stimmen. Er will davon
Nichts wissen und zwar aus folgenden Grün
den:
„Erstens: Wegen der Art und Weise, in
welcher die Sache in Szene gesetzt wurde.
Wozu soll es dienen, die Vertreter im Eon
greß zu instruiren, da dieselben an Ort und
Stelle waren und den Weg kennen, m wel
chem der ganze Schwindel eingefädelt wurde.
Es wurde ursprünglich von einigen Kaufleu
ten in Philadelphia der Gegenstand in einer
ehrlichen Weise in Gang gebrachl. Sie gin
gen zum Congrcsse und sagten, Alles, was sie
verlangen, sei dessen moralische Unterstützung,
und die Per. Staaten sollten nicht belästigt
werden. Unter diesen Umständen passirte der
Longreß eine fehr vorsichtige Guthcißuiig des
Vorschlages mit vcm ausdrücklichen Vcrfiänd
niß, daß die Regierung nicht um Geld dafür
.angegangen werden solle. Zunächst wurde
der Präsident veranlaßt, seine offizielle Sank
tion zu ertheilen, was cr ebenfalls in sehr vor
sichtiger Weise that. Jetzt aber wird der Eon
greß um eine Bewilligung überlausen, und
der Vorwand gebraucht, die Feier zu einer na
tionalen zu machen. Diese Beschlüsse seien
in Versuch, eine unächte öffentliche Meinung
zu fabriziren und dieCongreß-Repräsentanlen
zu einem Schritte zu treiben, den sie für un
klug oder unschicklich halten. Es sei in den
vorliegenden Beschlüssen nichts Ehrliches.
Zweitens: Er habe gegen den Zweck her
Beschlüsse Einwendungen zu machen, obgleich s
er diejenigen schätze, welche Reichthümer an
gesammelt und die Industrie des Landes in
Flor gebracht haben. Der Zweck dieser Be
schlüsse fei, die Ausstellung zu einer Verherr
lichung des Geldes zu machen. Er wolle die
Frage unelörtcrt lassen, ob eine solche Ver
willlgnng conffitutionell, oder ob es passend
wäre, auf diese Weise Gelder auszugeben,
während der Bundesschütz bankerott sei. Statt
Maschinen auszustellen uilh die Zunahme un
serer materieller Güter zu bejubeln, wäre cS
vielleicht besser, an jenem Tage Betrachtungen
anzustellen, ob wir denn jenen großen Prin
zipien, welche unsere Väter vor hundert Jah
ren uns zur Richtschnur niedergelegt haben,
deute noch Folge leisten, und wir sollten die
rÄelezenheit zu dem Gebete benützen, daß wir
Giesen Grundsätzen in der Zukunft nachleben
! mögen. „Ja, mein Herr," sagte Hr. Adams,
! „glauben Sie, die Väter der Republik, jene
! Männer, welche vor einhundert Jahren in
i jener kleinen Halle zusammentraten, würden
mit Vergnügen oder Genugthuung auf eine
derartige Festseier blicken? Stellen Sie sich
George Washington vor, wenn ihm gesagt
würde, daß seine Nachkommen aus diesem
Jahrestage einen großen Jahrmarkt machen?
Denkt an den Blick voll Verachtung, womit
er diese Kunde empfangen hätte." Hr. Adams
citirte dann folgenden Ausspruch seinesAhnen
John Adams: „Ich glaube wohl, daß dieser
Tag von den nachkommenden Geschlechtern
, nls der große Jahrestag gefeiert werden wird.
Er sollte geweit werden —als der Tag der
Befreiung durch erhebende Handlungen der
Andacht gegen den allmächtigen Schöpfer. Er
sollte gefeiert werden mit Pomp und Paraden,
mit Schaustellungen, Spielen und Scherze,
Kanonen und Glocken, Frcudenfeucrn und Il
luminationen, von einem Ende des Coii
tlnciits bis zum andern, von dieser Zeit an
für alle Zukunft." „Dieser alte Herr"," fuhr
Hr. Adams fort, „hatte nicht alle die Dinge
kennen lernen, die von seinen Nachfolgern
ausgeklügelt worden sind. Statt einen Tag
der Danlsaguiig für die nationale Befreiung
daraus zumachen, scheint eS unsere Absicht
zu sein, einen großen Jahrmarkt daraus zn
machen und uns iin Lob des allmächtigen
Dollars zu ergehen."
Wir bezweifeln, ob diese? Zartgefühl in den
Ver. Staaken viel Anklang finden wird, und
wir müssen gestehen, daß wir un 6 auch nicht
dazu bekennen. Daß eine nationale Ausstel
lung eine ganz passende Feier des hundert
jährigen Geburtstages unserer Nation wäre,
haben wir nie bezweifelt; es kommt nur aus
die Art der Durchführung an, und darin sind
wir allerdings mit den jetzigen Leitern der
Unternehmung so wenig einverstanden, wie
Hr. Adams.
Der neue östreichische Gesandte in
den Ber. Staaten.
Ueber Baron Wilhelm von Schwarz-Sen
! Born, welchen die östreichische Regierung aus
denGesandtschaftsposlen inWashington schickt,
schreibt H. Börnslein in seiner neuesten Cor
respondenz an das „Cincinnati-Volksblatt:"
„Ich glaube, Baron Schwarz ist der rich
tige Mann, wie wir ihn drüben brauchen kön
nen, wir lieben colossale Ideen nnd riesige
Projekte, nd der Mann, der es verstand, bier
während der sechs Monate der Welt-Ausstcl.
luiig zwanzig Millionen zu verputzen, wird
von den Jankccö mit einer Art von Bewun
derung betrachtet werden. Zudem steht bei
uns die Welt Ausstellung von 1876 in Aus
sicht, und Baron Schwarz wird am Besten in
der Lage sein, aus Grund eigener Erfahrun
gen Rathschläge zu ertheilen, wie vieles nicht
gemacht werden müsse und wie vieles anders
zu machen sei, damit das große Werk gelinge
und einen bleibenden Eindruck hinterlasse.
Sonst dürfte Herr von Schwarz drüben nicht
viel zu thun finden, vielmehr viel zu wenig
für seinen rastlosen Thätigkeitstricb. Die
diplomatischen Beziehungen zwischen Oestreich
und Amerika sind sehr stiller und friedlicher
Statur und die östreichischen Gesandten in
Washington blühten und wuchsen, wie das
Veilchen im Grase, stille und unbeachtet,
und nur Einer, der Ritter von Hülsemanit,
machte eine Ausnahme und sich in der bekann
ten Koszta-Affairc etwas mausig, als wollte
das stille Veilchen zur aggressiven Stechpalme
werden, aber StaatS-Sckretcir March klopfte
dem Ritter tüchtig auf die Finger und stem
pelte ihn zum „Ritter von der traurigen Ge
stalt." Du lieber Himmel! was ist das schon
für eine alte Weltgeschichte und wie schnell rei
tet jetzt die Zeit! KoSzta, Capt. Jngra
ham, Sekr. March, sie, die ganz Amerika
in Feuer und Flammen setzten, wer denkt
jetzt noch an sie?
Nun, Baron Schwarz wird dort jedenfalls
ein anderes nnd friedlicheres Feld für seine
Thätigkeit finden und unsere besten Wünsche
begleiten ihn über den Ocean. Ist cr einmal
drüben, so mag er selbst sehen, wie cr mit un
sere „Jankee-Notions" znrecht kommt. Hier
hat ihm der VolkSmnnd den Beinamen „Der
Krach-Bringer" gegeben, nun den Krach
kann cr ihnen nicht mehr bringen, den haben
sie schon drüben in reichlichem Maße, da
gegen steht zu hoffen, daß die Finauzkrisis min
ihrem Ende entgegengeht, nnd daß die ameri
kanische Wclt-ÄnssteUung in 1876, in einem
Jahre geschäftlichen Gedeihens und commer
zicller Prosperität, wie sie bei uns immer
nach den großen Krisen folgten, abgehalten
werden und somit nicht, wie in Wien, der
Anfang, sondern vielmehr der Grenz- nnd
Schlußpuittt der ökonomischen Krisis fei
wird. Baron Schwarz aber gönne ich von
Herzen sein Schmerzenspflasier für die gewal
tigen Enttäuschungen, die cr hier erfahren hat.
Daö ttottlettmonopol.
Ii! der mir dem 31. Januar endenden Woche
wurden 256,529 Tonnen Anthracit-Kohlen,
im ganzen Jahre 1,377,827 Tonnen verschickt,
gegen 1,538,825 Tonnen im vorigen Jahre,
was also eure Abnahme von 160,998 Tonnen
crgicbt. Von bituminösen kohlen wurden in
dersclbcnZeit 37,311 Tonnen, im Jahre 140,-
451 Tonnen, von allen Sorten zusammen
aber 292,840 in dergenannten Woche von den
Kohleiidistrikten nach den verschiedenen Sta
pelplätzen versandt. Der Gcsammt - Kohlen
transpört betrug in dem genannten Jahre 1,-
528,278 Tonnen, gegen 1,678,842 in dem
vorigen Jahre; Abnähme 160,564 Tonnen.
In Port Richmond kamen in der mit dem 7.
Februar endenden Woche 6000 Tonnen Koh
len an, verschifft wurden 2600 Tonnen und
an Hand blieben 78,000 Tonnen. Für die
Kohlenproduzcnleii und Händler sind dieAuö
sichten sehr gut. Die an den Verschiffungs-
Puiikten aufgespeicherten 600,000 Tonnen
werden als nicht zureichend für den enormen
Gebrauch erachtet. Die Nachfrage ist gut und,
da alle Befürchtungen wegen Streitigkeiten
zwischen den Kohlenarbcitern und den Minen
besitzerii in den Kohlenregionen geschwunden
sind, so glaubt man, daß das Geschäft sich
nach dem ersten März außerordentlich heben
und während des ganzen Jahres gut bleiben
wird.
Die von den Kohlenmonopolisten beliebte
monatliche Erhöhung der Kohlenpreise soll
durch das ganze Jahr hindurch beibehalten
werden. Diese monatliche Preiserhöhung
wird iür April, Mai und Juni je fünf CentS,
für Juli, August, September, Oktober und
'November je 10 Cents pro Tonne betragen,
was bis zum 1. Dezember einer Erhöhung
des Preises der Tonne Kohlen um S 0 Cents
gleichkommt. Damit aber der Markt auch
an keinem Platze zu überfüllt wird, so sollen
die Zusendungen nach einer Tabelle regnlirt
werden, welche die Minenbesitzcr, sowie die
sechs großen Eisenbahn- und Kohlcncompag
nie'n ausgestellt haben. Als Basis der Ta
belle wird eine jährliche Kohlenausbeute oon
zehn Millionen Tonnen angenommen.
1. Die Anzahl der für Conkurrenz-Märkte
bestimmten Tonnen für zehn Monate, vom 1.
Februar bis 30. November 1874, soll zehn
Millionen Tonnen betragen und unter die
sechs Interessenten in derselben Proportion
vertheilt werden, wie es im Februar 1873 für
das Geschäft des letzten Jahres angenommen
wurde, nämlich:
Prozent. Tonnen.
..Reading-Bahn-Comp." Z 0.5 2,i8ö,0v0
..Lehigh-Palle-Bohn-iloini>"...l-i.vB 1..M.000
>.R.-Z.-ckentr.-B>ihn - Co." und
- tk.tö f,0!,->,OM
..Del., Lack. u. Wesiern-Co."tZ.'sO ZaSösovO
~PennsYlvanierikoylen-C0.".... 9.zz 985,000
Zusammen 10,000,000
2. Daß ein stehendes Comite von Sechsen,
bestehend aus einem Repräsentanten von jeder
interessirten Partei, für die Saison ernannt
werde, welches monatlich, oder auf Einberu
fung durch den Vorsitzer öfters zusammen
kommen soll, um über die Preise und alle
Fragen in Bezug auf die Zahl der Tonnen für
Concnrrciiz-Märkte zu entscheiden, und wel
ches ferner Vollmacht haben soll, um von Zeit
zu Zeit eine Erhöhung der Zuseiidunacn zu
erlauben oder eine Verminderung derselben ru
verlangen, mit der Absicht, die bezüglichcNach
frage oder Lieferung zu reguliren, vorausge
setzt, daß jede Erhöhung oder Verminderung
der Versendungen auf die oben erwähnten
Prozentsätze basttt sind, so daß jeder der inte
ressirten Parteien ihr richtiger Antheil an der
gejammten Tonueuzahl, was dieselbe auch
immer fein mag, gewahrt bleibt.
Durch diese zwei erwähnten Maßregeln sind
natürlich die sechs großen Eompagnie'n in den
Stand gesetzt, den Markt, den sie so wie so bc
herrschen, genau zu reguliren und natürlich
auch stets ihre Preise aufrecht zu erhalten.
Die „Ecntral-Eisenbahn-Compagnie von
New-Jersey" hat im Jahre 1873 3,083,697
Tonnen kohlen über ihre Lehigh. ynd Sus
quehanna-Division transponirt, wa einxx
Erhöhung von 22.26 Prozent im Vergleich zu
ihrem Kohlen-Transport im vorhergehenden
Jahre gleichkommt. Von dieser 'Menge wur
den allein von Mauch-Lhunk 2,118,442 Ton
nen per Eisenbahn fortgeschafft, um Polle 22.-
S 1 Prozent mehr, als im Jahre 1872.
Traurige .Heimsuchung der deut
schen Golonie'n in Brasilien.
Die Eolonie'n von San Leopold m dcrsüd
brasilianifchen Provinz Rio Grande do Huf
sind im Monat Oktober von einer furchtba
ren Ucberschwemmung betroffen worden und
Taufende von deutschen Eolonistenfamilien
brasilianischen Landbewohnern sind da
durch xm ihr ganzes Hab und Gut gekom
men. Höchst hettsibend sind die Schilverun
aen, welche die „Deutzche Zettung" von Porto
! liefert:
„Die verheerende Gewalt der Elemente,"
schreibt sie, „hat unsere blühenden Eolonie'n
ereilt, und da, wo vor wenigen Tagen noch
glückliche Menschen in reinlichen nnd soliden
Häusern wohnten, wo ein prächtiger Viehstand
für die Behäbigkeit der Bewohner sprach und
ausgedehnte Pflanzungen, Fabriken nndWerk
stätlcn ihren Fleiß bezeugten—da ist heute ein
wüstes ChaoS: die verheerende Gewalt der
Fluthen hat Alles zerstört: die Häuser wegge
rissen, die grünen Saaten in Sand und
Schlamm begraben, das Bich hinweggeftihrt
und Mühlen, Brennereien,Ziegeleien—Alles,
Alles in Ruinen gelegt." Viele Menschen
verunglückten bei dem Uebersetzen über die zu
reißenden Strömen angeschwollenen Bäche
und Flüsse, und in Porto Alegre, der Haupt
stadt von Rio Grande do Su!, mußten alle
Schiffe und Dampfer, welche man zur Ver
fügung hatte, im Hafen und an den Ufern des
Güabhba kreuzen, um Menschen, welche sich
auf Kähne, Bretter, Bäume und Dächer ge
flüchiet, zn retten. Jn Bremen hat sich
ein Comite gebildet, das Gaben in Empfang
nimmt und namentlich darunter die Expedi
tion der „Weser Zeitung": „Es sind Tau
sende unserer Landleute darunter, nnd sie ver
dienen es, daß wir ihnen Hülfe senden
schnelle, kräftige Hülfe,—denn es ist ein edler
Zweig vom deutschen Stamm, der Wurzel ge
schlagen anfsremdem Boden, unter harter Ar
beit, der sich aberin alterLiebcu. Treue immer
noch hierüber neigt zum alten Baterland und
innigen Antheil nimmt an Allem, was uns
bewegt in guten nnd in trüben Tagen. Als
in den Kriegsjahren 1864, 1866, 1870 bis
1871 an den Wohlthätig keitSsinn der Deut
schen aller Orten appellirt wurde, da kamen
auch von Porto Alcgre nicht unbedeutende
Geldsendungen an die dcutschenHülss-Bereine,
und der Aufforderung, den Ucberschweminken
an der Ostsee hnlfreichc Hand beizustehen,
sind auch sie bereitwillig und in Verhältniß !
mäßig reichem Maße nachgekommen."
Bismarck und die Presse.
Die in Paris erscheinende „Patric" sagte
vorgestern Morgen wie das Kabel meldet
daß in der letzteren Zeil scharfe Noten zwi
schen den Cabincttcn von Berlin und Wash
ington gewechselt worden seien. Die Ursache
dieser diplomatischen Corrcspondenz ist nicht
bekannt; die Vcrmulhnng hat demnach den
weitesten Spielraum. Da die Eoiijekrurcn
bereits eröffnet worden sind, so wollen auch
wir unser Scherflein beitragen. Was wird
die Ursache einer Correspondenz zwischen Ber
lin und WashingtonAiideres gewesen sein, als
die Presse. Wie 'Napoleon schätzt Bis
marck den Einfluß der Presse im Allgemeinen,
haßt und verachtet aber den Zeitungsschreiber;
möglicherweise hat er große Ursache zu Bei
dem, zum Hasse sowohl, als zur Verachtung.
Thatsache ist es, daß gewisse Blätter ans
den deutschen Kanzler dieselbe Ursache aus
üben, wie ein rother Lappen auf einen Trut
hahn, und da er ein starker Mann ist, io zer
reißt er unbarmherzig alle rothen Lappen, die
in sein Bereich kommen. Sogar über die
Grenzen des deutschen Reiches ersttcckr sich sein
langer Arm, und erst vor einigen Tagen er
hielt die französische Regierung die Aussorde
rung, das vielgelcicne und vortrefflich redi
girle ultramontane Blatt „L'UinvcrS" zu un
terdrücken. Wenn noch vor vier Jahren ein
deutscher Minister oder ein russischer ewagt
haben würde, eine solche Aufforderung an
Frankreich ergehen zu lassen, so würde der
Krieg bereits sechs Monate früher ausgcbro
chen sein.
„Wenn Das am grünen Holze geschieht,
was soll am dürren werden." Wenn in Pa
ris Blätter aus Befehl des deutschen Kanzlers
unterdrückt werden, die blos den Hirten
brief eines Bischofs publiziren, die aber ans
die Stimmung und Haltung des deutschen
Volkes nicht den geringsten Einfluß haben,
wie viel mehr mag den empfindlichen Mann
von Barzin die deutsch - amerikanische Presse
geniren, die in ihren 500 Publikationen in
Deutschland fast ebenso stark cirkulirt, als die
einheimische deutsche Presse! Und der Ton
dieser deutsch-amerikanischen Presse hat sich in
Jahresfrist gewaltig geändert. Es sind nicht
mehr die katholischen Blätter allein, welche
an BiSmarä's Politik zn tadeln haben, die
schärfsten Artikel lics't man mitunter in sol
chen Zeitungen, welche noch vor zwei Jahren
den großen Kanzler im Dithyrambcnsturm
verherrlichten. Die Stimmung ist hier stark
umgeschlagen. Daß verschiedene ocutsch-amc
rikanische Blätter, wie „N.-J. Demokrat,"
„N.-J. Journal," Hcinzen's „Pionier" :c.
von dem deutschen Reichskanzler auf den
Inäex oxpni'aaivris gesetzt worden sind, d.
h. in Deutschland Nicht mehr ohne unter Posl
vcrschlnß cirkuliren können, ist bekannt. Leicht
möglich, daß Hr. Bismarck den Schwaben
streich macht und von Hrn. Graut die Unter
drückung gewisser mißliebiger Blätter ver
langt. Was in der Republik Frankreich mög
lich ist, kann man ja wohl auch in Amerika
versuchen, an der Spitze derselben steht ja
ebenfalls nur ein „Marschall."
Das ist unsere Vermuthung über den gc
gehcimnißvollen scharfen Notenwechsel zwl
lchen Berlin und Washington. Vielleicht,
daß wir auf dem Holzwege sind. Möglich!—
Wenn nicht dann nicht.
Es war nur ein Dentscher k >
Der Zollhaus-Inspektor Carson, welcher im
vorigen Sommer den Heizer Karl Graue von
dem Dampfer „Baltimore" erschoß, ist nur
des Todtschlags überführt und zu zwei Jah
ren leichter Hast verurtheilt worden. Wer
auch immer Schuld tragen mag, daß der
Spruch des Richters so geiind ausfiel, den
Staatsanwall muß man freisprechen. Er hat
sich ehrlich bemüht, die Sache als das hin zu
stellen, was sie war, als einen brutalen Mord,
aber er stand allein. Diejenigen, deren Pflicht
es gewesen wäre, ihn zu unterstützen, hielten
sich in respektvoller Entfernung, denn man
hätte sich Feinde im Zollhaus? machen kön
nen, und so blieb denn das Zeugniß der from
men Herren, daß die Belastungszeugen zur
Zeit des Mordes betrunken gewesen seien, un
widerlegt, und der Spruch konnte schließlich
nicht anders ausfallen. Wie anders würde
derselbe gelautet haben, wenn sich der deutsche
Eonsnl und die Agcniur des Dampfers der
Sache etwas angenommen, wenn sie gezeigt
hätten, daß es nicht gleichgülttg ist, wenn die
Angehörigen deutscher Handelsschiffe wie
Hunde hier niedergeschossen werden. Tic be
treffenden Herren haben eine schöne Gelegen
heit, zu beweisen, daß sie eine große 'Nation
und eine mächtige Corporation vertreten, in
unverantwortlicher Weise versäumt. Ueber
kurz oder lang wird das dentiche Reich, resp,
dessen Regierung aber doch einsehen müssen,
daß seine conjularischen Vertreter auch noch
andere Pflichten haben, als ein Mannest zu
beglaubigen, oder einen Paß zu visiren.
Tic lichte Seile dieser unerfreulichen Affaire
bilden die Bestrebungen des Hrn. A. L. Knott.
Derselbe hat dadurch, daß er sie Verlegung
des Falles von dem Bundesgerichte vor ein
Staatsgericht durchsetzte, ein großes Prinzip
gewahrt und einen Präcedenzfall geschaffen,
der bei den beständigen Centtalisalious-Gc
lüsten der Bundesregierung noch in vielen
Staaten die wohlthätigsten Folgen haben
wird; er hat siegreich argumentin, daß der
Bundesbcamte keine Ausnahmestellung ein
nimmt, sondern, wo cr geht und steht, den
Staatsgesctzen unterworfen ist. Dafür vcr
dient er den Tank der ganzen amerikanischen
Nation. Daß er sich in dem Falle nicht auch
den Dank der deutschen Nation verdient hat,
ist, wie oben angedeutet, nicht seine Schuld;
er stand eben muttcrseelcn allein, denn der Er
mordete war ja nur ein Deutscher!
Die Einfützrnng der deutschen
Sprache in den öffentlichen
Schulen Washington s.
Die deutschen Mitglieder der Washingtoner
Schnlbehörde, die HH. Nöser, Hart u. Wolff,
arbeiten in ancrkenncnswcnher Weise sürEin
führung des deutschen Unterrichts in den öf
fentlichen Schulen Washington'S.
Wie wir aus dem „Journal" ersehen, hat
Hr. Karl Röser eine längere Vorlage über die
Sache ausgearbeitet und der Schttt-Eommis
sion unterbreitet. Dieselbe enthalt folgende
trefflichen Argumente, welche wir den deut
schen Mitgliedern derValtimorerSchnlbchörde
speziell empfehlen:
1. So lange die deutsche Nationalität in
Amerika ihre eigenen Privatschulen ausrecht
hält, so lange wird die Generation der Deut
schen und der Amerikaner sich nicht vermischen;
es werden vielmehr kastcnartige Trennungen
sich bilden und fortbestehen, lim aber eine
gleichartige Nationalität zwischen den Deut
schen und Amerikanern in den Ver. Staaken
herzustellen, erscheint es nothwendig, die deut
schciiPrivalschulen dadurch überflüssig zu ma
chen, daß die deutsche Sprache in den öffent
lichen Schulen gelehrt wird. Tie Deutschen
hängen an ihren vaterländischen Erinnerun
gen nnd an ihren verwandtschaftlichen Ban
den; die deutsche Sprache ist daher m den
meisten Familienkreisen vorherrschend; die
deutschcnPrivatschulcn werden daher mitßecht
von deulscheuEktern bevorzugt, so lange näm
' lich der deutsche Sprachunterricht von den öf
fentlichen Tchulen ausgeschlossen ist. In St.
Louis und in andern Städten hörten die Pri-
I vatschulen sofort auf, als der deutsche Unter
- picht von Yen öffentlichen Schulen aufgenom
> m?n wurde,
Zier deutsche Unterricht in den öffentlichen
Schule soll daher mitbezivccken, die Ver
schmelzung der zwei verschiedenen Nationali
täten tn nn gleichartiges Volk zu bewirken,
2. Das amerikanische Schulsystem wirtz
allgemein als das beste anerkannt, indem es
Baltimore. Md.. Freitag, den 13. Februar 1874.
eine wirkliche demokratische Einrichtung ist
und als solche auf dem Grundsätze der Gleich
berechtigung stehend, alle Unterschiede der
Religion und der Geburt, des Reichen und
Armen aushebt und die Jugend zu republika
nischen Bürgern erzieht. Um den Zweck die
ies demokratischen, öffentlichen Schulsystems
zu erweitern, ist es nothwendig, die öffent
lichen Schulen zu heben, so daß sie über alle
Privatschulen den Borrang behaupten. Die
ser Zweck wird zum großen Theile dadurch,
daß die deutsche Sprache in den öffentlichen
Schulen gelehrt wird, insofern ersüllt, als
nicht nur die deutsche, sondern auch die ameri
kanische Jugend zum Besuche der mik dem
deutschen Sprachunterrichte bereicherten öffent
liche:! Schulen angelockt und herangezogen
wird. Die Einführung des deutschen Unter
richts ist demnach ein Gewinn für die ösienr
lichen Schulen, welche an Achtung und Ein
fluß in der Bevölkerung zunehmen müssen.
3. Auch commerzielle und geschäftliche
Gründe Iprcchen für diesen neuen Zweig des
Unterrichts in den öffentlichen Schulen. Tie
Deutschen mache ungefähr den 6. Theil der
Gcsammtbevötkerung n, der Union ans. Die
Amerikaner, welche im täglichen Verkehr mit
der deutschen Bevölkerung stehen, müssen durch
die Kenntniß der deutschen Sprache in jedem
Geschäftsverkehre Erleichterung und Stutzen
erndten. Die Wichtigkeit der deutschen Sprach
keuntniß geht unter Anderem auch daraus
hervor, daß in diesem Lande 365 deutsche Zei
tungen publizirt werden. Die deutsche Sprache
wird nächst der englischen im ganzen Lande
gesprochen. Kaun hiernach wohl bezweifelt
werden, daß die Erlernung der deutschen
Sprache für die amerikanische Jugend eine
große Wohlthat sein maß?
i. Von viel größerem Gewichte aber ist die
Erlernung der deutschen Sprache in wissen
schaftlicher Beziehung. Denn Deutschland
steht in dieser Hinsichi unerreicht da, so daß
selbst Professor Tyndall einen Theil des Er
trags seiner Vorlesungen in Amerika für die
Erziehung der amerikanischen Jugend am
deutschen Universitäten verwandte. Was die
Philosophie, Philologie, Geschichte, Natur
Wissenschaften und alle Künste betrifft, so be
hauptet Deutschland den ersten Rang. Kant,
Hegel, Fichte, Schopenhanerund viele Andere
haben sich in der Philosophie im hohen Grade
ausgezeichnet. Humboldt, Lickng, Virchow,
Höckel, Moleschott und Andere haben in den
Naturwissenschaften eine höhere Staffel er
klommen, als irgend eine andercNation. Jn
der Philologie ist Deutschland unübertroffen,
wir erwähnen nur die Gebrüder Grimm,
Böckh, Max Müller, außer vielen andern aus
gezeichneten Sprachforschern. In der Ge
schichte zeichnen sich Mommsen, Schlosser,
Ranke und andere aus nnd in der classischen
Poesie nnd Literatur erscheinen Göthe und
Schiller als Modelle für alle Nationen.
Bayard Taylor, Longsellow, Bancrost, Le
land, Lowell und andere Repräsentanten der
amerikanischen Literatur haben daher viele
Jahre ihres Lebens dem Studium der deut
schen Literatur gewidmet. So bedeutend und
reichhaltig ist die deutsche Literatur, daß das
Studium derselben die großen Schätze jeder
Wissenschaft und Kunst öffnet.
5. Die englische und deutsche Sprache sind
Geschwister. Tie deutsche Sprache enthält
den etymologischen Schlüssel und die Wurzel
zu mehr als einem Drittel englischer Wörter.
Kein englischer Gelehrter und Sprachforscher
kann eine vollkommene Kenntniß der engli
schen Grammatik erlangen, wenn er nicht die
deutsche Sprache als die Wurzel versteht.
Demnach dient die deutsche Sprache zugleich
als wesentliches Hülfsmittel in der corrcktcii
Erlernung der englischen Sprache.
6. Zudem liesern die Berichte der Schul-
Superiiilcndenten von Hartford, St. Louis,
Eincinnati, Cleveland, Toledo, Dayton, Bei
leville, Davenporl, Indianapolis, Ncw-Ulm,
Louisville, Chicago, Milwaukee, New-lork
und andern Orten den erfreulichen Beweis,
daß die deutsche Sprache mit außerordent
lichem Erfolge daselbst gelehrt worden ist.
Endlich aber müssen ivir noch rühmend der
Sladt St> Lonis gedenken, welche jährlich
S40,0)0 für den deutschen Unterricht in den
öffentlichen Schulen verwendet. Dies Bei
spiel sollte für Washington als Hauptstadt
des Landes, als Sitz der höchsten gesctzgebcn
den, richterlichen und administrativen Behör
den, sowie als Centralpunkt vieler wissen
schastlichcn Institute und großen Bibliotheken
ein bedeutender Sporn sein, die deutsche Ciil
tursprache in den öffentlichen Schulen einzu
führen und Letztere dadurch zu heben und zn
vervollkommnen.
P Davis Friedrich Strauff.
Das Kabel meldete Dienstag aus Berlin, daß
der berühmte deutsche Theologe, der Verfasser
des „Leben Jesu," im 66. Lebensjahre inLnd
wigsburg, Württemberg, gestorben ist.Strauß
hat viele Bücher geschrieben, aber keinS hat
ihm so viel Lob und Tadel, jcnach dem Stan
dpunkte der Kritriker eingetragen, als „das Le
ben Jesu." Welche Umwälzung dasselbe in
der Theologie hervorbrachte und zu welch'
zahllosen polemischen Schriften pro nnd > vn
irn es Veranlassung gab, ist bekannt. Seine
Stelle als bescheidener Repetent an der lhcol.
Fakultät ging ihm freilich verloren; denn jene
mächtigen Goliathe der Orthodoxie konnten
es dem kleinen David nicht verzeihen, daß cr
mit der Schleuder der Wahrheit sie in den
Staub gestreckt hatte.
Strauß zog sich eine Zeitlang in die Ein
samkeit zurück, von wo aus er durch einige
Schriften den Aufruhr zu stillen suchte, wel
chen sein „Leben Jesu" hervorgerufen hatte,
erhielt aber 1339 einen ehrenvollen Ruf an
die Universität Zürich als Professor der Dog
matil und Kirchcngeschichte. Es erhob sich
jedoch ein solcher ultraorthodoxer Spektakel
uns solch' allgemeine fromme Entrüstung über
diesen Mißgriff der Züricher Universität, daß
Strauß abermals zum Wanderstabe greisen
mußte. Es trieb ihn nach seiner Heimath
Lndwigsburg, wo cr Jahre lang in stiller Zu
rückgezogenheit nur seinen Studien oblag.
Ueber seine politische Thätigkeit im Rcvo
lutionsjahre 1848, wo er sich vergeblich be
mühte, in die deutsche National-Verfamminng
zu gelangen, die bittere Täuschung und deii
namenlosen Acrgcr, den er seinen Wählern,
den Ludwigsbnrgcri! dadurch^ bereitete, daß cr
sofort nach Eröffnung der stände Württem
berg's ganz gemüthlich seinen Sitz in den
Rethen der Eonservativen einnahm, läßt sich
mancherlei denken. Wir übergehen dieses wie
mehrere seiner übrigen Werke und erwähnen
nur noch seines letzten, deö Buches, „Der alte
und der neue Glaube." War sein Leben Jesu
wissenschaftlich und tief, ein Meisterwerk der
Logik und des Gedankens, so ist „der alte und
der neue Glaube" ein populäres Werk, wel
chcs den Standpunkt des denkenden Christen
in äußerst anziehender, Jedermann zugäng
licher Form darstellt. Der „Phil. Dem."
sagt: „Wir stellen ihm zum Schluß das
Zeugniß ans. eine vorurthcilslose Denk- und
Glaubensfreiheit und einen begeisterten Wil
len, den Zweck der Menschheit, ihre fort
schreitende Erziehung und ihr endliches Mün
digwerden nach dem Maße seiner mächtigen
Talente befördert zu haben."
ch Jules Michelet.
In Paris ist vorgestern der bekannte franz.
Schriftsteller Jules Michelet gestorben. Der
selbe wurde am 21. August 1708 zu Paris ge
boren, wurde 1821 Lehrer der Geschichte und
der alten Sprachen am College Rollen, 1880
Chef der historischen Abtheilung im Reichs
archiv, 1833 Mitglied der Akademie der mo
ralischen und politischen Wissenschaften und
zugleich Professor am „College de France,"
mußte 1813, als Revolutionär verdächtig, ab
danken, wurde 1843 nach der Februar-Revo
lution wieder angestellt, 1850 erster Custos
der National- rchive, jedoch wegen seiner re
publikanisch- gehaltenen Borträge bald seiner
Stellung wieder enthoben, verlor auch seine
Stelle als Custos, da er sich nach dem 2. De
zember 1851 weigerte, Napoleon den Hnldr
gnngscid zu leisten und nahm dann seinen
'Aufenthalt in der Bretagne und später wieder
in Paris. Er hat eine Anzahl bedeutender hi
storischer Werke verfaßt, darunter „Hisioire de
France" (1837), „Histoire de la Revolution
Frannais" (1847), „Precis de l'Hisloire mo
derne" (1833), „Hlstoireromaliierepublicaine"
(1843),„Jntroduction a l'Histoireuniverselle"
u. A. m.
Er war ein freisinniger Mann und entschie
dener Republikaner. Da er stets seine Gesin
nungen offen zur Schau trug und den herr
schenden Gewalten keine Conzessionen machen
wollte, so hatte cr oft unter politischen Versal
gungeu zu leiden. Seine historischen Werke,
die besonders die französische Revolution ynd
die ihr folgende GeschichteFrankreich's behan
deln, gelten für classisch und legen in ihrer
langen Reihenfolge Zeugniß ab für den unge
meinen Fleiß des berühmten Gelehrten. In
seinem Alter hatte cr sich mehr philosophischen,
psychologischen und naturhistorischen Studien
zugewandt, und mit dem feinsten Scharfsinn
und dem tiefsten Gefühle suchte er irgend einen
Gegenstand oder irgend eine Frage in allen
ihren mannigfaltigen Beziehungen zu ergrün
den. Die Ergebnisse dieser Forschungen sind
die bekannten Bücher: „Das Volk," „Die
Frau," „Die Liebe," „DasMeer,"„Dcrßerg,"
von denen einzelne ein wahres Meisterwerk
! sind, während in anderen dagegen die Erör
! rerung zu forcirt ist und das Haschen nach
! geistreichen Gedanken bis zur Ueberschwäng-
Achtelt ausartet. Für Hrn. Thiers ist der
, Tod dieses Mannes ein unersetzlicher Verlust.
. In früher Jugend hatten sie Freundschaft mit
einander geschloffen, und diese Freundschaft
' ist sich während ihres langen Lebens stets neu
geblieben.
Telegraphische Depeschen.
Europäische Äabsiberichte.
Deutschland.
Berlin, 7. Febr. Heute Abend wurde
hier eine anti-katlwlffche Bcrsammlnng ge
halten, welcher Mitglieder des Reichstags,
des Landtags, mehrere Geistliche und andere
prominente Periöniichkciten bewohnten. Pro
fessor Gncist war der Hauptredner. Ein Be
schluß, von den General - Feld - Marschällen
Molike nnd Wrangel, vom Prinzen Hohenlohe
und Anderen unterzeichnet, wurde angenom
men; derselbe dankt dem „englischen Volke"
für die gelegentlich der kürzlich in „St.
James' Hall" zu London abgehaltenen Vc
sammlung ausgedrückten Sympathie' für
Deutschland.
Berlin, 9. Februar. David Friedrich
Strauß, der bekannte deutsche Theologe, ist
gestorben.
Berlin, 10. Febr. —Im südlichen Theile
der Ostsee hat ein heftiger Sinn gewüthet.
Kiel iilidSwinemündesiiid durchlleberschwcm
nningen heimgesucht worden. Stach den letz
ten Depeschen hat sich der Stiirni gelegt nnd
das Wasser fällt.
London, l2.Fcbr. Der heftige Sturm,
welcher gestern in der Ostsee herrschte, hat das
Wasser zu solcherHöhc getrieben, daß die ganze
Osiküslc Schleswig-Holstein's überschwemmt
wurde. Die Deiche, welche die niedrigeren
Strecken Landes schützten, wurden an vielen
Stellen zerstört, nnd das Land ist in weiter
Ausdehnung von der saZigen Fluth bedeckt.
Die Ueberschwemmulig wird ungeheure Ver
luste im Gefolge haben.
Oestreich.
London, 5. Februar. Es wird aus
Wien gemeldet, daß die Prinzessin Louise,
die älteste Tochter Leopold's l>., des Königs
der Belgier, sich mit einem östreichischen Erz
herzoge verlobt habe.
Wie li, 10. Febr. — Das hier erscheinende
„Vaterland" ist confiszirt und die Offizin nnd
alles Material mit Beschtag belegt worden.
London, 6. Febr. —st- Baron Mayer
'Anselm von Rothschild ging heute mit Tode
ab. (Der Verstorbene ist ein S ohn des Grün
ders und Chefs des Londoner HanscS Nathan
Mayer, welcher 1836 starb, nnd ein Bruder
Lionel Nalhan's, des gegenwärtigen Chefs.
Mayer Anselm saß mehrere Male im Parla
mente. Der Verstorbene war ein Enkel des
einstmaligen Gründers desHauscsNotyschild,
Mayer Anselm, welcher 1743 in Franlsmt
geboren wurde und 1812 mit Tode abging.
Nathan Mayer, sein Vater, dritter Sohn des
berühmten Frankfurter Bankiers, wurde 1777
geboren und starb 1836.)
London, 7. Febr. —Die „Times" sagt
heute Morgen: „Es ist jetzt klar, daß das
Land sich gegen Gladstone erklärt hat. Die
Wahl in Irland kann vielleicht unerwartete
Resultate aufweisen, doch sind die günstigsten
nicht im Stande, die Verluste der Liberalen
in England zu ersetzen. Disraeli ist ver
pflichtet, das Portefeuille des Premiers an
zunehmen, wenn die Regierung seinem Bei
spiele im Jahre 1868 folgt und abdankt, che
das Parlament sich versammelt."
Die „Post" sagt in einem Artikel ähnlichen
Inhalts: „Die Fehler der Regierung snid
weit größer, als mittelmäßig. Ihre Ge
waltaumaßung war eben so alyolul, als un
verständig. Cs tbui Nichts zur Sache, ob
das ungünstige Resultat der Wahlen dem
Mißvergnügen des Volkes üver die Vergan
genheit oder den Befürchtungen vor der Zu
kunft zuzuschreiben ist."
London, 7. Februar., 4l Uhr Morgens.
—Es wird berichtet, daß Gladstone der Kö
nigin seine Resignation eingesandt hat.
London, Febr.—Ans der „Grcat-We
stcrii Bahn," in der Stahe von West-Drayton,
stießen gestern Abend zwei Züge zusammen.
Mehrere Personen wurden gctödtet und ver
letzt.
London, 7. Febr. Heule wurden in
neun Wahlbezirken 11 Conservative und 3
Liberale gewählt. Es wurden vier Conserva
tive gewählt, statt Liberaler, welche im letzten
Parlament gesessen hatten. Jn Dublin wur
den Guimieß, coiiservativ, und Brooks,
„Home-Rnle-Partei," gewähl'.
London, 9. Febr., H 7 Uhr Mcrgens.
Nach den bis jetzt über die Parlamentswahlen
eingelaufenen Berichten sind 75 Conservative
für Sitze gewählt worden, welche früher von
Liberalen eingenommen wurden, und nur 27
Liberale anstatt Eonservanver.
London, 9. Febr. —Hr. Gladstone wird
seine Entlassung erst einreichen, nachdem ein
Ministerrath gestatten worden ist, bei welcher
Gelegenheit die Sache ihre endliche Erledi
gung finden wird.
Tie „Preß - Association," welche hier ihr <
Hauptquartier hat und tclsgrapyijche Neuig- .
keilen, die sich auf England beziehen, theils
einsammelt, theils verbreitet, hat eine De
pesche ausgcsandt, .welche meldet, daß Glad
stone mit seinen Eollegen in der Regierung
über die Frage der Abdankung derselben in j!
Uneinigkeit gerathen sei. Der Präsident! >
wünschte, so heißt es, daß das Ministerium
sofort niederlegen solle, während die klebrigen >
wollten, daß damit bis zum Zusammentritte '
des neuen Parlaments gewartet werde. In
derselben Depesche wird gemeldet, daß Tis- >
raeli das neue Ministerium bereits gebildet >
habe.
Die heutige „Times" räth der Regierung,
ihren Rücktritt während der Zeit zu bewerk
stelligen, welche zwischen den Schluß derWah-
len und die Eröffnung des Parlaments fallen, s
Bis jetzt sind 509 Parlamentsmitglieder ge-
wählt worden. Davon gehören 267 der con- !
servativen, 242 der liberalen und der „Home-
Rule"-Partei an. In Cork ist ein und im
Eounth Kilkenny, Irland, sind zwei Eandi
baten der „Home-Rnle"-Partei gewählt wor-
den. Der Sehr Achtb. Edward Eardwell,
Staats Kriegsscttclär, wird wahrscheinlich in
den Pairsstand erhoben werden.
Herman Mcrvale, früher Professor der Na- '
tional-Octonomie zu Oxford, dann Unter-
StaatSjekretär für die Eolonie'n und später
für Indien, ist gestorben.
London, 9. Febr. Es hat sich eine
neue Gesellschaft gebildet, um von der engli
scheu Küste über die Azoren ein dünnes Kabel
nach Halifax zu legen. DaS Kapital beträgt
L380,00v, und der Prospcttns, welcher am
Samstag veröffentlicht wurde, sagt, es sei die
Absicht der Gesellschaft, Depeschen für einen
Schilling das Wort zu befördern.
London, 10. Febr.—Gestern wurden 27
Mitglieder für das neue Parlament gewählt,
bis fetzt im Ganzen 536. Davon sind 283
Eoiiservative und 253 Liberale und Anhänger
der „Home-Rnle-Partei."
Tie Zahl der in Irland gewählten Mitglie
der belief sich bis heute Morgen aus 55; dar
unter sind 31 Anhänger der „Home - Rnle-
Partci," 16 Eonservaiive und 3 Liberale.
Es wird gemeldet, Disraeli habe sich mit
dem Marquis os Salisbury und dem Earl
of Earnarvon ausgesöhnt, und Letztere seien
bereit, Disraeli bei der Bildung des neuen
Ministeriums behnlslich zu seien.
London, il. Febr., 6 Uhr Morgens.
Bis fetzt sind 254 Eonscrvation und 180 Li
berale in England, 15 Eonscrvalive und 36
Liberalein Schottland und 21 Conservative
u. 44 Liberale in Irland erwählt. In Ehe
stcrficld nnd Barnsley tam es gestern zu ver !
schiedenen Ruhestörungen. Mehrere Polizisten
wurden verletzt.
London, 11. Febr. In Wigton-
Burghs ist der liberale Candida!, der Ächtb.
George Joung, Lord - 'Advokat für Schott
land, von seinemconservativcn Gegner geschla
gen worden.
An der Südwest - Küste von Irland ist das
Wetter heute sehr stürmisch, und es sind meh
rere Berichte von Schiffsunfällen eingelau
fen.
London, 12. Febr. 6 Uhr Morgens.
In Irland sind bis jetzt 41 Anhänger der
„Home Rule-Partei," 23 Conservative und
9 Liberale gewäblt worden. Die „Home
Rule-Partei" ist überzeugt, daß sie für das
neue Parlament im Ganzen über 60 Mitglie
der stellen wird.
Die Wahl der Mitglieder für Ennis, Dub
lin, Wicklow und Watersord wird angesoch-
ten werden.
Ter Fricven ust Sc,, 'llsyantecS in Frage !
gestekt.
L ondo n, 9. Hcbr.- Den Nachrichten von j
s der Goldküste zufolge besieht Sir Garnett s
Wolscley daraus, daß seine Truppen vor dem !
Friedensschlüsse ihren Emzuz in Eoomassie,
der Hauptstadt der Ashantccs, halten. Der !
König will ans diese Bedingung durchaus j
i nicht eingehen, und es ist daher wahrscheinlich, !
j daß die Feindseligkeiten wieder werden ausge
' nommcn werben.
Frankreich.
Paris, 6. Febr. 'Möns. Bnsfet wurde
! heute zum Präsidenten der Nationalverjamm-
Paris, 6. Febr. Neunhundert Eom
mnnistcn erwarten noch ihren Prozeß.
Paris, 9. Febr. Prinz Zontzo, wel
cher vor einiger Zeit mit dem Prinzen Ghika
ein Duell hatte, ist zu vierjähriger Gefängniß
i strafe vernrtheilt worden,
s Paris, 10. Febr. Der französische
Z Schriftsteller Nulcs'MicYelet ist gestorben.
> Michelet war am 21. August 1798 hier
geboren und erreichte somit ein Alter von fast
! 76 Jahren.
Päris, 10. Febr. Hr. Washbnrn, der
- ! amerikanftche Gesandte in Paris, gab Hrn.
i Bertholdi, dem neuen französischen Gesandten
jn zu Ehren am Abende vor dex
Abreise desselben ein Bankett, an welchem
außer anderen Gästen zahlreiche Amerikaner
theilnahmen.
Paris, 10. Febr. Die „Patrie" sagt,
! zwischen den Regierungen Deutschland's und
! der Per. Staaten seien in letzterer Zeit Noten
in ziemlich scharfen Ausdrücken ausgewechselt
! worden. Der Gegenstand der Correspondenz
s jedoch wird nicht angegeben,
j N e w-I or k, 11. Febr. Ein Brief aus
! Paris sagt, die neulich auf Ansuchen Bis
> marck's erfolgte Suspension des „UnivcrS,"
i des bedeutendsten katholischen Organs in
! Frankreich, liefere einen schlagende Beweis
! davon, wie sehr sich die ftanzösischeßegicrung
den deutschen Befehlen unterordne.
New - lork, 6. Febr. Eine Spczial
dcpesche des „Herald" meldet heute ans Ma
drid: „Gen. Sicktes nahm heute von den
Häuptern der spanischen Regierung Abschied
und übergab dem Sekr. Adiie die Akten der
Gesandtschaft.
London, 9. Febr. Die diplomatischen
Vertreter Spanien's in Brüssel, Berlin und
Lissabon haben ihre Entlassung genommen.
M adrid, 10. Febr. Der „Jmparcial"
meldet, die Regierung habe sich mit den Kar
listen wegen Auslieferungen der Gefangenen
geeinigt.
Jninnd-Depeschen.
Alts der Bttndeshttuptstavt.
Washington, 10. Febr. Im Bun
desschatz befanden sich heute 54,433,680 Cou
rant, §48,265,000 Spezial-Dcpositen gesetz
licher Zahlungsmittel zur Einlösung von De
positenscheinen, Silber, ein
schließlich an Münz-Lertisikatcn.
Die Papiergeld - Cirkulation betrug H 381,-
289,715.
Bis jetzt sind ungefähr 14 Millionen
der neuen Handels Tollars geprägt worden.
Die Nachfrage nach denselben ist in stetem
Wachsen begriffen. Der Münz-Direktor hielt
es für wesentlich, daß dieicr Dollar mit dem
vorgeschriebenen Musler übereinstimmen und
ließ darauf bezügliche Instruktionen an die
Munz-Beamtcn ergehen. Dadurch wurden
allerdings die Ausgaben etwas erhöht, doch
ist diese Mehrausgabc durch die Einführung
des neuen Dollars in den östlichen Staaten,
wo derselbe den fremden in ihrem Werthe
schwankenden Münzen vorgezogen wird, reich
lich ausgeglichen worden. Die neue Münze
wird sogar, aller Wahrscheinlichkeit nach, den
mexikanischen Dollar verdrängen.
Sekretär Fish stellt die Angabe der Pa
riser „Patrie," daß ein scharfer Notenwechsel
zwischen Berlin und Washington srattgcftin
den habe, emphatisch in Abrede; auch weiß
der deutsche Gesandte Nichts von der Sache.
(Wenn es der deutsche Gesandte in Abrede
stellte, so wollten wir es gerne glauben, was
jedoch die „emphatischen Dementi's" des Hrn.
Fish anlangt, so haben dieselben seit der „Vir
ginius"-Affaire jeden Anspruch auf Glaub
würdigkeit verwirkt. Die Red.)
Der Tnrcftgäng der Venus.
Washington, 10. Febr. Die vom
Congreß ernannte Commission, welcher es ob
liegt, Vorbereitungen zur Beobachtung des
Durchgangs der Venns zn treffen, hielt gestern
Abend im Marine-Observatorium eine zweite
Sitzung, bei welcher Contre-Adimral Sands,
sowie die Professoren Newcomb, Pierce und
Henry anwesend waren. Es wurden dicFra
gen verhandelt, welche Gegenstände die ein
zeliien Gesellschaften für ihre Bcobachtungs
rcisen mitnehmen sollten, und wie solche Ge
genstände am Besten ohne Aufschub zu be
schaffen seien. Man einigte sich über Pläne
für ein von den Beobachtern zu benutzendes,
tragbares Haus, und die Arbeit, solche Hau
ser zu bauen, wird sofort iu Augriff genom
men werden. Die Herren werden Anfangs
April von hier abreisen.
Tic Lage der Dinge an der merika
nischen Grenze.
Washington, 10. Febr. — Seitdem
November sind keine weiteren Berichte über
Einfälle mexikanischer Grenzbewohner in Te
xas eingelaufen; damals machten Indianer
einen Streifzug in der Nähe von San Diego
und tödteten 22 Amerikaner. Diesen einen
Fall ausgenommen, hat Oberst McKenzie es
verstanden, durch seine Verfolgung der In
dianer im Mai v. 1., dieselben von weiteren
Invasionen in Texas zurückzuschrecken und
die Viehdicbstähle in Teras von Seiten me
xikanischer Marodeure haben seitdem aufge
stört. Ter Umstand, dag nach Capt. Richard
Kccnc's bekannter Ranche Truppen verlegt
sind, hat den Tcxanern auf der Strecke zwi
schen Corpus Christi und Laredo das Gefühl
einer verhältiußmäßigen Sicherheit gegeben.
Die obigen Mittheilungen kommen vom
Obersten Robb, welcher Mitglied der Com
Mission zur Untersuchung der am Rio Grande
begangenen Räubereien war.
Ter Temperenzler - Krcnzzug.
B o st on, Mass., 7. Febr. Es scheint,
daß in den Hotels und in anderen Wirthschaf
ten noch mehr getrunken wird, seitdem die
Staatspolizei vor einigen Tagen alle Ge
tränke mit Beschlag belegte, die sie zn finden
vermochte. Jn den feineren Hotels sind jetzt
besondere Zimmer eingerichtet, wo Getränke
verabreicht werden, und dieselsten werden nicht
nur von den Gästen, sondern auch von den
Bewohnern Boston S bedeutend srcquentirt.
Dr. Dio Lewis, der Urheber des Planes, die
Wirthe durch Masscngebele zum Aufheben des
Geschäfts zn veranlagen, hat sich mit Tempe
renzlcrn dieses Staates besprochen und ist zu
der Ansichtgckommen, daß die Jahreszeil nicht
günstig für Gevetsversammliingen vor den
Schiiapskneipen ist, da bezweifelt wird, ob die
Weiber genügenden Elser und religiöses Feuer
besitzen, um sich warm zu erhalten. Worccster
wird deshalb in den nächsten Wochen von den
Geistlichen und frommen Weibern noch nicht
heimgesnchtwerden.
Cincilinali, 7. Februar. Jn Ripley
sollen sich sechs Spirituosenhändler bekehrt
haben. ''lmckies'-Liga's" werden in allen
Counties des Staates organiftrt und der
Krcnzzug ist in Oxford, Athens, London,
LecSburg, Lyndon, Milfort,Ehillicothc, New
Holland ?c. nach wie vor im Gange. Bet
vcrsammliiiigcn in Wirthshäusern an allen
Orten und Enden.
Lanc aster, Ohio, 7. Febr. Tie Tem
perenzler kämpfen in Logan, Hocking-Connty,
mit eine'rHartnäckigkeit, die fast beispiellos ist.
Gesi'rn Morgen wurde in der Presbytcrianer
Kirch: eine enthusiastische Versammlung ge
halten und einstimmig beschlossen, den Dä
mon zu bannen. Nachdem Schriften über die
senGcgenstand verlesen worden waren,ordneten
sich die Damen, unter denen die Mütter,
Frauen und Schwestern der geachtctsten Bür
ger waren, 72 au tnr Zahl, zu einem Zuge
und marschmen nach der Wirthschaft Joe
Eraig's, wo Halt gemacht wurde. Tort fan
den sie jedoch die Thüren verriegelt, und we
der Bitten noch Bcredtsamkcit vermochten Et
was; es war nirgends ein Eingang zu finden,
der unwürdige Joe war unerbittlich, und den
Damen blieb Nichts übrig, als unter Singen
und Beten abzuziehen. Darauf besuchten sie
die in einer Allcy gelegene berüchtigte Kneipe
der Frau Kcnode, wo ihnen ganz gegen ihre
Erwartung ein sreundlicherEmvfang zu Theil
wurde und wo es ihnen nicht schwer wurde,
die verirrte Amazone zu überreden, von dem
schänvlichenHandel abzulassen. In allen übn
gen Plätzen jedoch, in welchen der von ihnen
verdammte Erwerbszweiz betrieben wird,
wies man ihnen unbarmherzig die Thür. Tie
Verfechterinnen dieser glorreichen Sache sind
indeß gestern Abend in dcr Merhodistcn-Kirche
noch einmal zusammengekommen,um sich über
wirksamere Mitte! zu berathen, wie sie ihren
Zweck erreichen. Das ganze Städtchen be
findet sich in der größten 'Aufregung. In Lan
caslcr, wo sich starke Opposition geltend macht,
wird am nächsten Mittwoch eine Temperen;
Versammlung gehalten werden.
An dem gestrigen Zuge in London, Madi
son-Eounty, nahmen 140 Damen Theil, und
eine Menge von wenigstens 500 Männern und
Knaben begleitete dieselben. Sie machten auf
die bedeutendsten Wirthschaften der Stadt An
griffe mit Gesänge und frommem Flehen. Ge
schäftsleute beklagen sich, daß die herrschende
s Aufregung so lähmend auf den Handel ein
wirke, daß ihr Umsatz auf die Hälfte rcdnzirt
sei. Tie Wirthe London's haben ein Schutz
> nnd Trutzbüiidniß geschlossen, nicht nachzugc
l den. Auch in Franklin - County haben die
s Damen den Wirthen ihre Besuche abgestattet;
! gegen Colnmbus jedoch hat sich der Kreuzzug
! noch nicht gerichtet.
In Middlcport, Mcigs - County, sind die
> Apotheker von denTamen bekehrt worden und
! die Wirthe haben beständige Angriffe auszu
halten. Die Frauen von Ehillicothc machen
Vorbereitungen fjtr ihre frommen Razzias und
ziehen Straßaus und Straßab.
New-Jork, 11. Febr. Eine Spezial-
Depejchc aus Eincinnati, welche Eiuzclnhei
ten über den Krcnzzug der Frauen gegen die
Spirituosenhändler enthält, meldet: „Ter
Mayor von Waynesville, T. T. Dodson, hat
dem Marschall eine Verfügung zukommen
lassen, durch welche Letzterer angewiesen wird,
alle Gruppen von Frauen, welche sich auf den
Straßen oder den Trotloirs sammeln, aus
einander zu jagen. Der Mayor erklärt, das
AndachtSübnngcn aus den Trottoirs und in
l den Wirthschaften seineSTorfes nicht mehr ge
! hatten werden sollen, und die Damen, welche
durch das Geld vieler wohlhabender Tempe
renzler unterstützt werden, sind fest entschlossen,
weiter zu keren und zu singen, so oft und so
lange es ihnen gefällt."
Zeil ia, Ohio, 11. Febr. Hier sind 400
Frauen dem Temperen; - Krcnzzug beigetre
ten. Tie Organisation war heute Mittag
vollständig, und morgen früh wird das Unter
nehmen begonnen werden.
Massachusetts doch gegen die Tü
kularfeier.
Boston, 7. Febr. Im Untcrhanse der
Gesetzgebung hielt heute Hr. John Ouincy
Adams eine Rede gegen die Philadelphia'er
Säkiilarseier und der im Senate passirte Be
schluß, welcher die Eoiigreßvemreter ersucht,
der Feier ihre Hülfe angedeihcn zu lassen,
wurde mit 76 gegen 34 Stimmen getafelt.
Beraubung einer tgetdspinde.
Bo st on, 11. Febr.—Die Gcldspindc von
Braman, Dom K Co., Haymarket-Square,
wurde gestern Abend um H3OOO, theils in
Noten, theils in baarem Gelde beraubt.
Mord iu einem Bordell.
Norm ich, Conn., 11. Febr. Der 21-
jährige Johii lonng wurde gestern Abend
von Albert Holmes erschossen, als cr in ein
Bordell eintrat, in welchem Holmes' Frau
eine Insassin war.
Kanu ei Weib stzriedcusrich
terin sein t
Angnsta, Me., 6. Febr. Es ist die
Frage erhoben worden, ob ein Weib das legale
Recht hat, das Friedensrichter-Amt zu bcklei
den. Der Gouverneur und der Staatsrath
haben sich an das Snpremc Gericht gewen
det, mit dem Ansuchen, sich gutachtlich darü
ber zu äußer, ob jetzt einWcib solch ein Recht
in Genläßhcit der Constitution und der Ge
setze beanspruchen kann, und zweitens, ob die
Legislatur eompetent ist, die Ernennung einer l
Frau für solch' ein Amt zu antorisircn.
Mordpro,zcsse.
Lewiston, Me., 10. Febr. Der Pro
zeß JamcSM. Lowell's, welcher am 12. Mai
1870 seine Frau ermordete, wurde heute
Morgen zu Auburn begonnen.
New -Jork, 10. Febr. Der Prozeß
John E. Smimnni, angeklagt, am 16. Dezbr.
1872 Nicholas W. Duryea geiödtet zu haben,
nahm heute Morgen im Gericht des Oyer nnd
Terminer seinen Anfang.
Gin Sketct in einem Kamin ge
funden.
Kingston, N. 1., 11. Febr. Arbei
ter, welche heute Morgen im unteren Theile
der Stadt n dem unter dem Namen „Wool
sey-House" bekannten Gebäude Reparaturen
vornahmen, fanden in einem Kamin ein weib
liches Skelet. Stach Aussage der 'Aerzte ge
hörte dasselbe einem etwa 18 Jahre allen
Frauenzimmer an und mochte seit einem Jahre
gewesen sein, wo es entdeckt wurde.
Gxplosio ei,er <Sticcri-Fabrik.
Whitehall, N.-J., 9. Februar. Die
Glycerin-Fabrik von Michael Bradq zu Fort
Ticonderoga, welche seit einigen Wochen ge
schlossen war, nahm heute Morgen die Arbeit
wieder auf. Heute 'Nachmittag um 4 Uhr ex
plodirte das Gebäude und zwei Arbeiter, Na
mens McMahon und Keesfe, fanden augen
blicklich ihren Tod. Dieselben wurden furcht
bar zerfleischt und einzelne Theile der Leichen
wurden in den nahen Wäldern gefunden. Die
Beiden waren in der Fabrik damit beschäftigt,
Schäden auszubessern und man nimmt an,
daß sie mit verborgenem Glycerin in Beruh
rniig gekommen seien, was die Explosion zur
Folge harre.
Gin reicher Fälscher bezicht das
Attchtljnus.
New -Io rk, 7. Febr. BcnoniHoward,
der Uhrmacher-Millionär, der Fälichnug von
Rcvciiue-Stempeln schuldig befunden,ist heute
zu fünfjähriger Zuchthausstrafe vernrtheilt
worden.
Zwan;i g Aahre Zucht Hans.
New - lork, 9. Febr. - Der Lohnkiit
scher Martin HigginS, überführt, Mary O'
Brien geschändet zu haben, wnrdevom Stadt
richtcr Hackett zu zwanzigjähriger Zuchthaus
strafe vernrtheilt.
Borschlag zn einer Reform der
Finanzen.
Ncw - lork, 9. Febr. Tie „Evening-
Post" von heute Nachmittag enthält einen
von Wendel! Phillips an General Butler ge
richteten, offenen Brief über die Finanzen. Hr.
Phillips sagt, eine Ration, welche Schulden
habe, sei immer von ihrem Gläubiger ab
hängig; deshalb sollte eine Station immer ihr
nationales Papiergeld von dem internatio
nalen Papiergeld trennen, um das heimische
System vor fremder Einmischung zu bewah
ren. In Bezug auf das einheimische Papier
geld schlägt cr vor, allen Banken das Recht zn
nehmen, Noten auszugeben, und dieselben zu
verpflichten, alles Papiergeld, welches sie bc
sitzen, in angemessener Zeil auszuwechseln;
die gegenwärtigen Greenbacks als Zahlung
für der Regierung geschuldete Summen aiizn
nehmen und dieselben zu vernichten, so bald als
sie einlaufen. Tann könnten die Vcr. Staa
ten Greenbacks zu 3.65 Proz. jährlich auf
Bundes Obligationen oder urbar gemachtes
Land ausgeben, so daß die Inhaber von Obli
gationen vier Fünftel vom Nennwerthe dersel
ben in Greenbacks besitzen, oder für Land die
Hälfte des Werthes desselben, wie dieser Be
hufs der Besteuerung während der letzten zehn
Jahre veranschlagt sei; diese Greenbacks toll
ten dann für die Bezahlung der Schulden an
die Regierung oder an Privatpersonen gesetz
liches Zahlungsmittel sein. Wer auf Obli
gationen und Land Geld borge, könne Green
backs zu jeder Zeit hergeben und dafür seine
Hypotheken in Empfang nehmen. Sonstige
Inhaber von Greenbacks könnten diese einzah
len nnd statt derselben Bmides-Obligationeu
bekommen, welche 3.65 Pro;. Zinsen in Green
backs tragen würden, während das Kapital
nach 20 ooer 30 Jahren in Gold zurückzuzah
len sei. Ein Resultat dieses Planes würde
sein, daß die Zinsen für die National-Schuld
ans ungefähr 4 Proz. reduzirt würden, oder
daß die Nation statt, wie jetzt, 112 Millionen
Dollars Zinsen jährlich zu zahlen, nur 80
Millionen würde zu entrichten haben. Hr.
Phillips sagt, in einem jungen, noch in der
Entwickelung begriffenen Lande müsse doppelt
so viel Papiergeld auf jeden Kops kommen, als
in einem alten, entwickellcn Lande. Ein fer
neres Resultat würde sein, saß der Werth des
Papiergeldes von gewissen Körperschaften nicht
heruntergedrückt werden tonne. Hr. Phillips
sagt ferner, es sei nicht der hohe Lohn, welche
die Fabriken drücke und der Emwickelung im
Westen hinderlich in den Weg trete, sondern
der Umstand, daß unser todtes Kapital— Land,
Gebäude und Maschinen 10 bis 14 Prozen
werth sei, während es im Ausland mir 3 Pro;
einbrächte. Könnten Fabrikanten in den öst
lichen und Landbesitzer in den westlichenStaa
ten mit Geld arbeiten, für das sie nur 3 Pro;.
Zinsen zu zahlen brauchten, so würden sie die
ganze Well Heraussordern können. Zum
Schluß nist Hr. Phillips aus: „Behaltet
euren Tarif für die BnndcSciniünfte, um eure
Schulden zu bszahlen, aber schafft seinen jchntz
zöllnerischen Bestandtheil sofort ab!"
Bei'm Schtittschttftlaufen er
trunken.
New-lork, 10. Febr. Am Samstag
Abend lief eine Anzahl Kinder auf einem
Teiche i der Ortschaft Union, 'N.-J., Schlfti
schuh, als es ihnen plötzlich einfiel, auf dem
Eise ein Feuer anzuzünden. Turch die Hitze
schmolz das Eis, es brach und alle Kinder,
welche sich um das Feuer geschämt hatten,
stürzten m's Wasser. Männer, welche in der
Nähe und Augenzeugen des Unglücks waren,
eilten herbei nnd retteten Alle,m>: 'Ausnahme
des ll jährigen Joseph White, dessen Leiche
gestern gesunden wurde.
Krieg des Fiskus gegen ungesetz
liche Tchnappsvrcnncreic.
New-Jork, N. Febr. Gestern Abend
machten hiesige Revenüc-Bcamle in Beglei
tung von Bundcstruppen einen Streifzug ge
gen eine ungesetzlich belricbcneSchnappSbren
nerei ans der Banen-Insel. Sie fanden eine
Anzahl Arbeiter, welche in Abrede stellten,
daß die Brennerei ihnen gehöre, ferner fanden
sie 45 Faß vortrefflichen Branntwein, welcher
in Beschlag genommen wurde. Ein Schoo
i'.cr, der iii der Nähe lag, hatte mehrere Ox
Host Melasse an Bord und wurde gleichfalls
sammt der Ladung in Beschlag genommen.
50,000 Gallonen Maische wurden in die See
geschüttet und die Maischbottiche wurden zer
stört. Die Maschinerie wurde nach dem Fort
Hamilton gebrachl und das Gebäude inßrand
gesteckt.
Tie siamesischen Zwillinge.
Philadelphia, 8. Febr.—DieObduk
tion der Leichen Ehaug's und Eng's wird
morgen Mitlag in der mediciimchen Fakultät
statlffnden. Außer Mitgliedern der Fakultät
wird Niemand zugelassen werden, und selbst
diese sind verpflichtet, ticfesSchcigcn zu beob
achten.
Philadelphia, 10, Febr.—TcrSarg,
welcher die Leichen der siamesischen Zwillinge
enthielt, wurde heule in Gegenwart einer An
zahl medizinischer Größen geöffnet. Tie Ein
balsamirung war nicht von dem erwünschten
Ersolg begleitet gewesen, weil,' ehe dieselbe
vorgenommen wurde, die Verwesung schon zu
weil vorgeschritten war. Doch glaiibl man,
daß die Obduktion der interessanten Theil?
alles Wissenswertste ausllären wird. Im
Eollegium war heule Avcnd eine Anzahl me
dizinischer Herren anwesend, und cS wurden
Vorbereitungen siir die Operationen getrof
fen. Es sind heute Gypsabdrücke von dep
Leichen genommen worden.
Philadelphia, il. Febr. Die Ob
duktion der Le chen der siamesischen Zwillinge
hat heule nicht stattgefunden. Alles, was
heute geschah, war die Vollendung der gestern
zenommcneil Gypsabdrücke. Die Leichen,
welche von zahlreichen Medizinern in Augen
schein genommen wurden, sind bis jetzt von
keinem Messer berührt worden.
Durch Koftleugaserstickt.
P hll adelphia, 9. Februar. Jakob
Wieland und seine Frau wurden heute Mor
gen in ihrer Wohnung, welche über einer
Wirthschaft in West-Philadelphia gelegen ist,
durch Kohlengas erstickt gefunden. Wicland
wurde wieder zum Bewugtiein gebracht, seine
ftrau starb jedoch bald nachher.
Die Münzen .
Philadelphia, li. Febr. —Die jähr
liche Prüfung des reservirlen geprägten Gel
des der Münzen von Philadelphia, San
Franzisco und Earson, Nevada, wurde heute
tn der hiesigen Münze begonnen. Die zu
untersuchenden Geldstücke repräsentireii einen
Werth von über 550.000, und die Arbeit wird
wenigstens 3 Tage in Anspruch nehmen.
Während des gegenwärtigen Fiskal - Jahres
wurden in der Münze zu Philadelphia 30,-
142,930 Geldstücke im Werthe von 520,786,-
228, in der Münze zu San Frauzisco 1,351,.
300 Geldstücke im Werthe von 512,061,500
und in der Münze zu Carson 529,440 Geld
stücke im Werthe von 5831,455 geprägt.
Mit Ausnahme des Pros. Ehiid, vom
„Howard College," waren sämmtliche Mit
glieder der Commission zugegen. Achrb.
John Cadwallader, Bundes - Bezirksrichter
von Philadelphia, und John Jay Knox,
Controleur des Papiergeldes und SNünz
wardein des Bundes-Mlliizamts in derSladl
! New-lork, welche sx otücio Mitglieder der
Commission sind, waren ebenfalls anwesend.
Ein Mnttermördcr vernrtheilt.
Montrose, Pa., 9. Febr. Daniel
O'Mara hatte vor ungefähr einem Jahre be
deutendes Besitzthum bei Montrose von sei
nem Vater geerbt, doch war im Testament die
Bedingung gestellt worden, daß er seine Mut
ter und seine blinde Schwester bis zu ihrem
Tode oder ihrer Verheirathung erhalten sollte.
O'Mara und seine Frau versuchten mehrmals
„die Last" von sich abzuwälzen, doch wollte
ihnen das nicht gelingen. Schließlich nahm
O'Mara den Patrick Irving, einen der denk
barungcbildetsten Eisenbahnarbeiierin Dienst
und versnchte, seine blinde Schwester an ihn
zu verheirathcn. Aber Ucberredung und selbst
Gewalt waren umsonst. Das Mädchen wei
gerte sich entschieden nnd machte sich Irving
dadurch zum Feinde, während O'Mara seine
Mutter und Schwester nur noch grausamer
behandelte. Am Morgen des 27. September
fand mau die Leichen beider Frauen iu der
Nähe des Geleises der Delaware- und Lacka
wanna-Eisenbahn bei'm Depot in Montrose.
Es war gleich ersichtlich, daß Beide erst er
mordet und dann neben das Geleise gelegt
worden seien, denn wenn sie überfahren wor
den wären, so wären die Leichen in anderer
Weise verstümmelt worden, als dies jetzt der
Fall war. Die Wunden waren mit einem
scharfen Instrumente verursacht worden und
der Verdacht lenkte sich sofort auf O'Mara
und Irving, da man die Verhältnisse der Fa
milie sehr wohl kannte. Blutspuren führten
nach dem Hanse O'Mara's und in mehreren
Zimmern fand man den Fußboden, die Mo
bilien und Betten mit Blut bespritzt, obgleich
der Versuch gemacht worden war, die Spuren
abzuhobeln. Ans O'Mara's Wagen befand
sich noch Blut und auch die Hörner der Ochsen
waren von einer blutigen Hand berührt wor
den. O'Mara und Irving wurden verhaftet.
Ihr Prozeß, der vierzehn Tage dauerte, wurde
am Samstag beendet und die Jury gab nach
kaum einer Minute Berathung einen Wahl
spruch aus Schuldig ab. Ein Antrag aus
einen neuen Prozeß wurde vom Richter Strec
tcr zurückgewiesen. Irving sagt jetzt, daß
O'Mara den '.Nordallein ausführte und ihm
erst am folgenden Tage Mittheilung davon
machte.
Schreckliches Unglück in einer Eiscn
giestcrei.
P i t t s b u r g, li. Febr. Eine Spe
zial-Dcpesche aus Johnstown.Peunf'., an den
„Commercial" meldet, daß heute in Folge des
Umfallens eines Gesäßes mit geschmolzenem
Metall in den Gießereien der „Cambria Eisen-
Compagnie" 16 Arbeiter gefährlich verbrannt
wurden, und Einer seinen Verletzungen wahr
scheinlich erliegen wird.
Mehreren derselben waren die Kleider buch
stäblich vom Leibe gebrannt. Die Gesellschaft
wird sich der Verletzten annehmen, solange
dieselben nicht arbeiten lönncn.
Selbstmordversuch eitles uuge
treucn Beamten.
Richmon d, 9. Febr. — W. D. Coleman,
ein Buchfiihrcr der Commission für öffentliche
Werke, versuchte heute Selbstmord zu bege
hen, indem er sich den Hals durchschnitt. Es
stellt sich heraus, daß in dem Büreau des
Eommissärs vom AbtragSfoiid ein bedeuten
der Unttrschleif entdeckt worden ist, der auf
Coleman zurückgeführt wurde. Ein Haftbe
fehl wurde gegen ihn erlassen. Als der
Beamte in fein Zimmer trat, um ihn festzu
nehmen, machte er den gefährlichen Schnitt,
hatte aber vorher bereits eine starke Dosis
Chloroform genommen. Coleman war früher
Redakteur des „Richmond Enquirer" n. stand
in großem Ansehen. Sein Leben ist vor der
Hand nicht in Gefahr.
Ungetreue Beamte.
Richmond, Va., 10. Febr. Henry,
welcher als Clerk im Büreau der inneren Ae
venüe'n zu Lynchburg Unterschleif begangen,
ist zu Äanawha Falls, West - Virgiiiicn, ver
haftet worden. Trotz der Angabe des Spe
zial - Agenten zu Lynchburg, daß der Unter
schleif nur eine Summe von K 350 involvire,
meldet eine Depesche vom Scheriff ans Ka
nawha, daß Henry G 19,219 in seinem Besitze
hatte. Der Angeklagte wird nach Lynchburg
gebracht werden, um dort das Prozeßverfah
ren abzuwarten.
W. D. Coleman, welcher gestern einen
Scibstmordsversnch machte, weil cr wegen
Unterschleisö von Obligationen des Staats-
TilgungsfondS verhaftet worden war, wird
am Donnerstag im Polizeigerichte verhört wer
den. Tie Höhe der veruntreuten Summe
ist nicht bekannt, aber die Lage des Tilgungs
fonds wird sofort einer gründlichen Untersu
chung unterzogen werden.
Ein sonderbarer Mordprozesi in
Eliarlcston.
Chart eston, S.-E., 8 Febr. Gestern
Abend endete der Prozeß des James nnd B.
L. Tufsus, welche den Hai-ry West im Juli
v.J. ermordeten; der Erstere wurde des Mo
des und der Andere des Todtschlags schuldig
befunden. Die Angeklagten und der Ermor
dete waren Weiße aus den besten Familien;
sie wurde von den drei ersten Anwälten der
Stadt vertheidigt. Ein eigenthümlicher Zug
in diesem Prozesse war es, daß die Verthei
diger ihr Geschworenen-Collegium aus den
unwissendsten 'Negern wählten, da diese sicher
nicht durch Zeitungsberichte präjudizirl sein
könnten. Die Geschworenen berietyen drei
Stunden. Tie Vertheidiger haben emen neuen
Prozeß beantragt.
Im Beruf gctödtet.
Atlanta, Ga., 6.Febr.—HiramWood
ruff, ein Eiscnbahn-Angcitellter, gcrieth bei'm
Zusammcnhakcn zweier Waggons zwischen
die Puffer und wurde zu Tode gequetscht.
Selbstmord eines Rechtsgelehrten.
Savannah, Ga., 10. Febr. George
I. Lee, ei prominenter Ncchtsgelehrtcr ans
Buffalo, N.-J., beging heute Morgen im
„Pulaslt-House" Selbstmord.
Blutrache.
Nashille, Denn., 0. Febr. In einer
hiesigen Zeitung lesen wir das Folgende über
eine Mord Affaire in Davison-County: „Ein
Mann, 'Namens BatcS, verschaffte sich wäh
rend einer Famtliensesilichkeft Eintritt m Bri
ley's Haus und Joseph Briley, einem der
Brüder gegenübcrtretend, rief er „Gebt Acht,
ich werde schießen, ich werde Jemand umbrin
gen." Hieraus erwiderte Briley: „Nun, dann
schießt," hatte aber kaum die Worte gespro
chen, als er durch Bates' Revolver einen Schuß
durch's Herz erhielt. Tic Hände auf die Wun
de gepreßt, schwankend, rief Briley: „O, mein
Gott!" und fiel leblos hintenüber. Bates rief
hierauf: „Zurück, der Erste, der mich anrührt,
ist ein Kind des Todes." Sprach's und ver
ließ das Zimmer, worin die Anwesenden
sprachlos vor Entsetzen über das Geschehene
zurückbliebcn. Aus dem Hofe angekommen,
rief er: „Jetzt gibt's noch einen von der Fa
milie, der d ran glauben muß," Roberl Bri
ley meinend, der sich ebenfalls im Hause be
fand, und hieraus verschwand er so urplötzlich,
wie er gekommen.
Setzer-„S Leite."
Louisvil>c, Ky., 9. Febr.—Tie Setzer
am „Courier-Journal" haben die Arbeit nie
dergelegt, weil die Eigenthümer sich weiger
ten, den Vormann John Bennett zu entlas
sen. Das Blatt wird morgen nur in feinem
halben Umfange erscheinen.
Gin Kind durch Vermummte
ermordet,
LouiSville, 8. Fesw.—Letzten Samstag
kam eine Bande Vermummter in das Haus
eines gewiffenCarter inMontgomery-Co. Nie
mand war zu Hauke als Earter's sicbenjäh.
riger Sohn, der, als er die Männer iah/auf
das Hans eines Nachbars zulief. Die Strolche
schössen ans de. Knaben und verwundeten ihn.
> Gestern Nacht ist er an den Wunden gestorben.
Ein Lokalblatt empfiehlt die Bildung eines
Vigilanz-Comite's, um die Mörder zu ver
folgen.
Mord ist Folge von Trunkenheit.
Ezncznnati Ohio, 10. Febr. Wäh-
Nr. 7.
rend eines Streites in einer Schnapskneipe zn
Osgood, Indiana, tödtete Joshua Mitchell
seinen Stiefsohn Emmcr Vaiidcvcr.
Dampfkeffel-Erplosso. Drei Ar
beiter gctödtet
St. Louis, Mo., 8. Febr.—Der Dampf
kessel einer Sägemühle in Chariton County,
Mo. erplodirte gestern Morgen. Der Inge
nieur Elisha Smith, Richard Worthington
und Jcssc Thatcher wurden gctödtet und Wil
liam Simpson schwer verlctztt
Das Tonntagsgeset; in Illinois.
Chicago, Jll., 5. Febr. —DerSupremc-
Court in Illinois hat dahin entschieden, daß
Stadt- oder County-Behörden das Recht ha
ben, die Lizens eines Wirthes, der sich gegen
das Sonntagsgesetz vergeht, ohne Weiteres zn
annulliren. Der Prozeß war einProbcsall und
wurde von einem Wirth, der wegen Ueber
lretung des Sonntagsgesetzcs im Gefängnisse
sitzt, anhängig gemacht.
Selbstmord eines Diebes.
Chicago, 11. Febr. - John Sheridan,
einer der berüchtigtsten Diebe des Landes,
welcher Lord Talbot vor ungefähr einem Mo
nat im „Pacific Hotel" beraubte, wurde heute
Morgen im „Palmer House" ergriffen. Er
lieferte eine große Menge gestohlener Güter
aus und jagte sich dann eine Kugel durch den
Kopf. Er wird wahrscheinlich sterben.
Polizei nnd Militär in Eonstikt.
S a lt - L ake-Eil h, Utah, 7. Febr. —-
General Morrow, welcher die Truppen zu
Camp Douglas, in der Stäbe dieser Stadt,
befehligt, hatte neulich dem Oberrichter Mc-
Keaii Klagen vorlegen lassen, daß die Polizei-
Mannschaft die Soldaren belästige, worauf
der Oberrichter in eincmßrief erklärte, daß es
nicht in seiner Macht stehe, die Soldaten zu
schützen und cr Dies dem General Morrow
selbst überlassen müsse.
Judia„er-Bewel!ungen.
Omaha, Nebr., 9. Febr. Amtliche
Briefe Mi dem zu Sidney Barracks komman
dirciidcn Offizier melden, daß Pawnee Killer
nnd Two "ances, von 93 Familien der Whist
tcrö-Abtheilung der Sioux und 2 oder 3 Fa
milien von der Brnles-Abtheilung begleitet,
die Reservation verlassen haben und sich nach
den Jagdgebieten südlich vom Platte begeben.
Sie behaupteten, der Agent habeihncn münd
lich die Erlaubniß dazu ertheilt.
In der Nacht des 4. d. SN. versnchte eine
Abtheilung von ungefähr 2000 Ehcycnne-Jn
diancrn unter Settle Arrow in die Hänser der
Antelope-Station einzubrechen, wurden jedoch
von den Beamten verjagt. Während der Trap
per John S. King sich am Abend des 6. d.
M. sein Abendessen bereitete, wurde er von
30 Sioux angegriffen und erhielt eine Schuß,
wunde am Knie nnd eine andere am Knöchel.
Er tödtete einen Indianer und floh dann, in
dem er seine Pferde, seinen Wagen und Pelze
im Werthe von KBOO im Stiche ließ.
Am 7. d. M. stalfl eine Bande Indianer
7 Pserde Reddington Rauche. Gene
ral Orb hat Soldaten ausgesandt, um die
selben zu verfolgen. Es tritt täglich klarer zu
Tage, daß die Indianer in der Reservation
schlecht behandelt werden und daß sie für den
Frühling einen Ausstand vorbereiten.
FortLaramie, Wyoming, 10 Febr.
Gestern Abend um halb 9 Uhr kam ein Courier
von Peak's Train und meidet, daß etwa 10
Meilen von der Mühle Lieutenant Robinson
und Corpora! Coleman von 40 Indianern
umzingelt seien. Em Gemeiner, Namens No
tes, war in der Nähe, nnd derselbe sagt, das
Letzte, was er von Robinson sah, war, daß er
sich im Sattel vorwärts beug:e, und daß die
nahe hinter ihm herrciteiidenlndianer aus ihn
feuerten. Robinson und Coleman liefen nach
der Mühle und Notes nach dem Train, der
von dem Ort des Angriffs etwa eine Meile
nordwärts war. Es wurde ihm sein Pferd er
schossen und cr lief zu Fuß den übrigen Theil
des Weges, während die Indianer auf ihn
feuerten. Als er in Sicht des TrainS kam
iießen die Indianer von der Verfolgung ab.
Bastines hak die Mühle etwa zwei Stunden
nachßobinson verlassen, das wareinc Stunde
nach Abfahrt des TrainS, und er hat weder
von Robinson noch Coleman etwas gesehen.
Es wurde sofort Eapitän Eagan mit zwei
Reiterschwadronen hinaus beordert, doch hat
man bis jetzt noch keine Nachricht von ihm
erhalten. Der Train kam heute Nachmittag
um 2 Uhr hierher.
Gestern griffen die Indianer etwa 9 Meilen
oon hier eine Rancho an, bemächtigten sich der
Pferde und feuerten auf dieViehhüier. Gestern
kam Oberst Bullock hieher. Er sagt, cr habe
eine große Schaar Indianer in der oberen
Furt des Horse Shoe gesehen. Sie sangen
und dem' Anschein nach hielten sie einen Scalp-
Tanz.
Eheyenne, Wyoming, il. Febr.
Nachrichten von Fort Laramie melden, daß
am letzten Montage Lieutenant Robinson
und Corpora! Coleman von 50 India
nern 10 Meilen vom Fort umzingelt und
ermordet wurden. Ihre Leichen wurden ge
stern, von Kugeln durchbohrt, gesunden.
Die Sioux durchstreifen das Land sengend
und raubend nach allen Richtungen.
Ter Aufstand auf Euba.
Havanna, 10. Februar. Die Brigg
„General Marin" ist von Bayamo mit 700
Mann inManzanillo angekommen; die Sol
daten werden einem nach Bayamo bestimmten
Train als Bedeckung dienen.
Die „Vo; de Euba" bringt Einzelnhcitcn
über den Plan einer Invasion in dem Bezirk
der Cinco Villas. Tic sagt, dieser Plan sei
inMazanilla bekannt gewcfen,indem dießer
räther innerhalb der spanischen Linien mit den
Insurgenten conspirirten, um dem Aufstand
den Ersolg zu sichern.
Mord in einer Wirthschaft.
Quebec, Can., 9. Febr. —Am Samstag
Abend geriethen in einer hiesigen Wirthschaft
Schmidt aus New-lork und der Bnrkecvcr
O'Brien in Streit. Schmidt zog einen Re
volver nnd erschoß O'Brien. Ter Mörder
wurde verhaftet.
Eisenbahn-Unfälle.
Albany, N.-J., 7. Febr. In Folge
einer zerbrochenen Schiene cntgleis'te der Hin
tere Waggon des heute Nachmittag um 4 Uhr
10 Minuten von Whitehell abgegangenen Zu
ges. Ter Waggon, in welchem sich fünf Pas
sagiere befanden, gcrieth ist Brand und nur
mit größter Mühe konnten die Insassen aus
dem Waggon geschafft werden. Einer wurde
getödtel, zwei schwer und einer leicht beschä
digt.
Ogdensbnrg, N.J., 7. Febr. Ein
Passagier- und Frachtzug der „Rome Weckers
bürg OgdenSburg Bahn" eollldirten nahe
Nensselaer-Falls. Beide Lokomotiven und
ein Frachtkarren wurden demolirt und zwei
Personen leicht verletzt.
Round - Brook, N.-J., 7. Febr. Der
„Empire-Frachtzug" der „Central-Bahit von
New-Jersey" wurde in Folge einer Weichen-
Verstellung nahe unserem Orte einen Abhang
hinabgeschlendert. Ter Tender und zwei
Waggons wurden demolirt, aber kein Mensch
verletzt.
Rutland, Vt., 9. Febr. Ter letzte
Waggon des Zuges 'Nr. 6, auf der „Renssc
lacr" und „Saratoga-Bahn," welcher gestern
Nachmittag um 10 Minuten nach 4 Uhr von
Whitehall abfuhr, entglcis'tc eine Meile süd
lich von Fort Ann. Der Waggon stürzte
in den Graben und verbrannte innerhalb 20
Minuten vollständig. Als der Waggon ent
gleiste, waren 5 Passagiere in demselben, von
denen einer gcrödtel, zwei schwer und einer
leicht verlebt wurden. Sie wurden alle aus
dem brennenden Gefängnisse befreit, ehe die
! Flammen sie erreichten. Der Name des Ge
> tödteten ist Samuel Cranston, er war cinEon
' traktor an der „'New 'Jork- und Eanndabahn"
und wohnte in Eohoes, N. J.: die Verletzten
heißen Jra Wright, ein Zugführer, Daley.
ein Bremser, und William van Bramer. De?
Zug war im Stande, seine Fahrt nach einem
Aufenthalte von 35 Minuten wieder auszu
! nehmen.
Der neueste Porschlag der Tem-
Uddcrzook.
bercitnnq seines Arqumeiitc- bcnnrtte
heim Richt Agnem, dass der F.-A üderhaupt maF
bunaie schwebenden Al>i!ade>p!>!a'er
seien. Das wurde lldbcrzooi's Appell bis zum Mär
tzsrptosion in citier SchLndelfabrit
Aorsolk, Pa., 6, Febr. Ter Dampske-sei oon
Band k Rogers' Tchindeisabrii am Deex-Crcek, achc
Meilen von hier, flog gestern Abend in die I'usl; vier
verbrüht. schumm
Pässe! Pässe!
zur Reise In'S Ausland desorgt innerhalb
Zf. Raine,
Ecke der Baitimurefir. nnh P.-0.-Av.nue.

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