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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1848-1918, February 27, 1874, Image 4

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den des Schiffes. Hit düsterer Stirn
schwingt Stenboct sich nach und die Dale
karlen füllen das Boott
Doch plötzlich entsteht eine Verwirrung.
Karin hat sich umblickend, gerufen: Wo ist
die Mutter? Stenboct stoßt einen Schrei
und eine Verwünschung zugleich aus: Wir
haben sie vergessen, sie ist in der Hand des
Tyrannen. Zurück!
Unmöglich! antwortet die feste Stimme
des Anführers, es wäre sicheres Verder
ben und nutzlos.
Allein Stenbock hört nicht aus ihn und
drängt durch die Mannschaft des Bootes,
um an'S User zurück zu gelangen. Da
tönt ihm Geschrei entgegen: Hier sind sie
haltet sie in's Wasser, ein Boot!
Es ist Gustav Rosen, der Einzige, der
von dem unterirdiichen Ausweg des
Schlosses weiß und der in wahnsinniger
Verzweiflung d rüben, nachdem ergesehen,
daß die Talekarlen verfchwunden, Solda
ten aufgerafft und über den Berg an den
Trollhätta gestürzt ist. Dock er kommt
abermals zu spät. Die gebieterische
Stimme Folkung's befiehlt: Vorwärts!
Schweden ist wichtiger, als ein Weib, und
wenn es Brita Stenbock heißt, und die
Ruder schlagen ein und entfernen blitzes
schnell das Schiff vom Ufer. Tie Dänen
erheben ihre Speere, um sie in das un
fehlbare dichte Gewirr der Fliehenden zu
schleudern, doch Rosen springt vor ibre
Waffen und ruft enlsetzl: Nein, ihr wür
det sie tödten nein!
Erstaunt gehorchen die Soldaten, dann
drängen sie vorwärts und umfassen ge
waltsam den Leib des Jünglings, der sich
binab in's Wasser gestürzt, um allein dem
Boot zu folgen. Sie reißen ihn zurück
und hören gleichgültig und spöttisch sein
herzzerreißendes Jammern:
Karin Karin!
Auch in der Mitte des Flusses verneh
men. sie deutlich den jammernden Schlei.
'Nicht Gustav Stenboct. Sein Ohr hört
ihn nicht; er hat das graue Haupt dicht
mit dem Mantel verhüllt, um die Thrä
nen zu verbergen, die aus seinem Herzen
nicht minder heiß und verzweijelnd Hers
rausströmcn als aus dem des Jünglings,
der nur verloren hat, was er noch nicht be
sessen. Doch Folkuiig und Karin verneh
men es; sie hören den lauten, verz-vcis
lungsvollen Klageruf:
Gustav Wasa, ich will thun, was Du
befiehlst, gib sie mir wieder, GustavWasa!
Karin fährt ans und blickt ihrem Ge
fährten ttil Zwielicht der Dämmerung sc st
ln's Gesicht. Dann fragt sie:
Welchen Namen ruft der Elende? Bist
Du Gustav Erichjou?
Fo.'kung „ickl: Ich bin es, Karin: Tu
siehst es an -dem letzten Grus; Deines
Bräutigams.
Er lächelt bitter, wie er es sagt, und
tritt rasch vor das Mädchen, um es vor
den Speeren zu schützen, welche plötzlich
durch die Lust schwirren und zischend um
sie her i>.'s aufspritzende Wasser niederfal
len. Die Dänen haben, wie sie den Na
men des fliehenden Ansübrers gehört, sich
nicht mehr bändigen lassen und senden
ihm wuthheulend ihre Wurfgeschosse nach.
Doch die Entfernung ist schon zu gros; und
mit wenigen Ruderschlägen sind die Dale
karlen aus dem Bereiche der Gefahr.
Willst Tu zu Gustav Rosen zurück, Ka- !
rin? fragt ihr Genosse sprich nur ein
Wort und ich selbst bringe Dich ihm.
Es ist dieselbe scharfe Stimme, mit der
er sie im Herbst zuerst am Trollhätta an
geredel, und doch ist's, als tlinge das
Schwanken des Bootes, das sich dem jen
seitigen User nähert, hindurch.
Karin versetzt rasch: Niemals. Zwischen
ihm und mir liegt ein Abgrund, wie der
Trollhätta zwischen diesemÜfer und jenem.
Mein Herz gehört dem nicht mehr, der
Schweden verrieth.
Die starken Lippen Gustav Erichsvii's
zitterten jetzt unverkennbar. Doch dem
der Schweden befreit hat, Karin? Gehört
Tein Herz dem, der Schweden von der
Knechtschaft Ehristiern'S errettet?
Ein Schauer überläuft ihren Leib; sie
will antworten, doch im selben Augen
blicke sährt das Boot mit heftigem Stoß
zum User und sie schwankt und würde stür
zen, wenn nicht Gustav Wasa's Arme sie
auffingen. Er hält ihre kalte Hand fest
in der seinen und flüsterte schnell an ihr
Ohr gebeugt nochmals:
Wer kann diese sckvne Hand verdienen
Karin?
Tic Hand ? - es ist so hell schon
geworden, daß man steht, wie die Blässe
auf den Wangen des Mädckens mit glü
hendem Noth wechselt; ihre leuchtenden
Augen irren über die noch immer unbe
weglich verhüllte Gestalt ihres Vaters und
sie wiederholt in fiebernder Hast die
Hand ?
Tann plötzlich blickt sie dem Manne an
ihr:r Seite fest in's Auge und sährt fort:
Tie Hand ist frei, Gustav Erichsvn, der
Trotlhätta vernimmt es, und sie gehört
dem, der zwei Tinge vollbringt
Tie Wasser des Trollhätta rauschen
und überorausen die Wort, die Karin's
Lippe hastast'.g Merk. Das sind die
Wasser, von denen die erzählt, daß
der alte Barde an ihrem Rande stand und
von der dämonischen Gewalt des don
nernden Stromes überwältigt willenlos
in feine Tiefe hinabsprang
Denkt sie es, wie sie in der Frühlust
schaudert und auf die grünen, vorüber-
IchiicUenven Wegen hüllt? Denkt sie der
Worte, die einst angstvoll ans ihrer Brust
sich ausgerungen:
Werde nicht müde, auner Gustav.
Wenn Tu müde würdest und der Strom
hätte mich gefaßt, daß es zu spät wäre
und Du mich nicht mehr emvorliebcn könn
test ?
Rein, diese Augen sind ernst, doch sie
denken der Werte, denken Gustav Rosen's
nicht. Auch die Augen ihre- Gefährten
sind ernst, nachdem er gehört, was das
Mädchen geflüstert. Tann verneigt er
sich tief vor Karin Stenbock und spricht:
Ich sagte, Schweden sei wichtiger als
em Weib; Tu bist das erste Weib, Karin
Stenbock, dos meinen Willen erschüttert.
Schweden'- Zukunft komme über Dich
wenn sie um ein Weib verloren geht.
Und er verneigt sich nochmats mitritte
lichcm Anstand und tritt unter die an's
Land gesprungenen Dalelarlcn, von denen
er vier auswählt und leise mit ihnen
spricht. Das Herz der Thalmänner kennt
keine Furcht, sonst könnte man den Aus
druck ihrer Augen für Schreck halten, wie
sie seine Worte vernehmen. Doch ebenso
wenig als Furcht kennen sie Ungehorsam
gegen ihren Fnbrer und auf seinen Wink
eilen sie in das Boot zurück, während er
sich Stenbock nähert und ebenfalls leise
mit ihm spricht. Nach de ersten Worten
glänzt es in den Blicken des letzteren wie
mit jugendlichem Glück ans nnd er macht
eine raiche Bewegung auf das Boot zu.
Allein Gustav Wasa hält ihn urück und
redet hastig weiter, bis Gustav Stenbock
widerwillig mit dem Kopf nickt und ihm
daraus schwedisch fest und lange die Hand >
schüttelt.
Sie müssen ihm alle gehorchen, denkt
Karin, wie sie der stolzen, fast königlichen '
Haltung tes noch jungen Mannes nach,
schaut, der sich zu den Vieren in's Boot
chwingt und aufrecht unter ihnen stehen '
bleibt, wie sie hart am Uferrand stromauf-
wärts sortrudern.
Sie müssen ihm alle gehorchen, sie wie ?
ich. Er ist wie der Trotlhätta
Ein Gruß aus dem verschwindenden
Schiff unterbricht Karin's Gedanken. Sie :
winkt ebenfalls mit der Hand und ruft '
die Lippen öffnend, unwillkürlich: Gu
stav ! - 2
Dann schnell sich besinnend setzt sie '
hinzu: Fahre wohl, Gustav Wasa 5
Fortsetzung solgi.)
Tic siamesischcn Zwillinge.
Ans Allem, was bis jetzt über die Obdnt
tioa der siamesischen Zwillinge bekannt ge
worden ist, geht unzweifelhaft hervor, dast die
Seeirung mit gröstler. Za sogar mir peinlich
ster Sorgfalt vorgenommen wurde, was neben
dem interessanten Objekte hauptsächlich dem
Umstände zuzuschreiben ist, dast die mir der
Untersuchung betrauten Acrzre sehr wohl wii
sen, mit welch' gespannter Aufmerksamkeit
sämmtliche inedizinischeAnioriiäten Europa'?
ihre Thätigkeit i diesem Falle beobachten.
Tie Herren in Philadelpbia instten sich da
rauf gesastl machen, dast die geringste Unge
nauigieit, die iibedentcudste falsche Eonsck
lnr ans'? SchonniigSloscilc in allen Fach
Keilschriften von den transozeanischen Ecle
britäten schon desthalb blosgcmlllwerde, weil
es diesen nicht vergönnt war, ans dem mcrk-
N'M'digen Falle für sich selbst Capital zu
schlagen. Wenn man sich vergegenwärtigt,
wie schwer sich die amerikanische Medizin, die
doch in operativer Technik, Kricgschirnrgie
und in Gynäkologie wahrhaft Großartiges
und Ausgezeichnete geleistet hat, sogar in
diesen Tisziplinen die Achtung der europäi
schen Autoritäten erzwungen hat, so läßt sich
begreifen, wie genau dieÄerzte der alten Welt
ihren Collcgen in Philadelphia auf die Fin
ger sehen werden und wie vergnügt die medi
zinischenLegltimisten Sllkopas's sich die Hände
reiben und laut jauchzen würden in engherzi
ger Freude, wenn sich Gelegenheit bieten soll
te, den medizinischen Parvenües über dem
Ozean Eins zu versetzen. Dir ..Beklincr Me
dizinische Wochenschrift" würde die abgenutz
teste ihrer Ritbriken: „Das Yankeethum in
der Heilkunde" wieder in ihre Spalten ans
nehmen können und selbst der gcdandenärmste
verrostetste Katheder-Aeskulap Europa'S wür
de in dem „Küh'-Gange" seiner Jahr aus
Jahr ein unverändert herabgeleierten akade
mischen Vorlesungen eine ungewohnte Ab
wcchsliing eintreten lassen, um sich und seine
Zuhörer mit fadenscheinigen, mühsam ausge
heckten schlechten Witzen über amerikanische
Medizin zu unterhalten. Allein unsere Ccle
briiätcn scheinen ihren College in der alten
Welt die Arbeit durchaus nicht leicht machen
zu wollen und gehen, wie gesagt, mir der groß
ten Vorsicht zu Werke. Gleichwohl ist es für
den Fachmann schwer oder aar nickt begreif
lich, warum die Sektion des merkwürdigen
Brüderpaarcs nicht ans einmal vollendet, son
dern stückweise und in Zwischenräumen von
mehreren Tagen vorgenommen wurde. Wenn
man bedenkt, daß die Fäulniß in der Leiche
viel rascher um sich greift, solange die Einqe
weide sich in derselben befinden, so sollte man
glauben, ein Colleginm auserlesener Fach
leute würde vor Allem seine besondere Auf
merksamkeit darauf verwenden, die Leichen
durch Entfernung und gesonderte Conservi
rung dcrEingeweide unter die denkbar günstig-
Ncn Verhältnisse für ihre anatomische Turch
sor,chung zu bringen, ein Verfahren, für das
die Erfahrung spricht, daß selbst die sorgfäl
ltgfie Injektion und Durchtränkung der Lei
chen mit einer verdünnten Zinklösnng die Ka
daver zwar B—lo Tage coniervirt, für grö
ßere Zeiträume und bereits in Verwesung
übergegangene Leichen aber nicht ausreicht.
Obwohl von der Eröffnung der Brusthöhlen
mit Ausnahme der Constatirung der Lager
Änderung des Herzens des einen Zwillings
durchaus kein wichtiges Resultat zn erwarten
steht, wurde dieselbe dennoch verschoben, wo
durch die endgültige Entscheidung über den
Tod des zuletztgestorbcsscn Zwillings, der
! durch Entartung der Herzklappen veranlaßt
! worden sein soll, jedenfalls sebr erschwert, wo
! nicht unmögttch gemacht werden dürste. Da
- die Art der Ernährung nnd die Cirkulations
j Verhältnisse des gemeinsamen Bandes jeden
iallö von größteii.Jnteresse sind, wäre es wohl
! angezeigt gewesen, nach der Zink - Injektion
l der Arterien eine Wachs - Injektion derselben
vorzunehmen, die, wenn auch bei der vorgc
fchritlcnen Fänlniß kein absolut vollkom
mens Resultat zu erwarten stand, immerhin
die Untersuchung der Gefäßbahncn sehr er
leichtert und Manches als zweifellose That
fache bewiesen hätte, was jetzt wohl Conjck
lnr wird bleiben müssen.
Unserem letzten Berichte über das Sektions-
Resultat haben wir nachzutragen, daß beide
Zwillinge einen gemeinsamen Nabel hatten,
welcher in der Mittellinie des Bandes lag.
Hieraus geht hervor, daß beide Brüder inner
halb derselben Ei-Hülle sich entwickelten. Ihre ;
Vereinigung muß schon i den ersten Tagen
ihres embryonalen Lebens erfolgt sein, weil
sonst die Lagervcränderungen der Eingeweide ;
des einen Zwillings absolut nicht zu erklären
wären. Die beiderseitigen Lebern sind wahr
scheinlich der Ausgangspunkt dieier Vereini
gung gewesen.
Aus der Topographie der Balichfcllichichtcn j
in dem Fleischbande gehl hervor, daß die Brü
der ursprünglich Unmittelbar mit ihren Bvr
derstächcn aneinander gelegen haben. Im
Laufe ihres fötalen Lebens und Wachsthums
mußten sie sich den räv.mltchen Verhältnissen
des mütterlichen Beckens adaptiven. Hier
durch mußten sie sich weiter von einander ent
fernen, und ihr gemeinsames Band erreichte
dnrchZerrung einen Theil seiner jetzigen Länge.
Anders ist die Existenz des Bauchfellllberzu
ges in dem Bande schlechterdings nicht zu er
klären.
Wir sagten bereits daß eine operative Tren
nung der beiden lebenden Brüder wahrschein
lich tödtlich für Beide ausgefallen wäre, da
die Verletzung des Bauchfells nicht ;n ninge
> Yen war. Nachdem jedoch der Eine gestorben
war, wurde die Trennung zur zwingenden
Nothwendigkeit. Warum sie nicht vorgenom
men wurde, obwohl man den Tod des einen
Zwillings mit Sicherheit für die allernächste
Zeit voraussehen konnte, ist bis jetzt nicht
aufgeklärt.
Wir werden unsere Leser von den weiteren
Ergebnissen der auch für den Laien außeror
dentlich interessanten Untersuchung, sowie
sie uns bekannt werden, sofort in Kenntniß
setzen. (Stsztg.)
Die vierte Bnndes-onvention
des „Sitdise-Bundcs in Pyila
delptsia
Tie Bundes Convention des „Hildise-Bun
des" wurde Sonntag Morgen um Ii Uhr in
der „Schlitzenhalle" durch den Bundes-Prä
sidciitcn Herr I. N. Bleking eröffnet. Es
waren etwa 100 Delegaten erschienen, und
zwar aus den Städten Baltimore, Cincin
nall, Rochcster, Toledo, Cleveland, Coium
buS, Pittsbura und Philadelphia. Nach Er
Öffnung der Convention wurde ein ans den
Herren Solomon aus New-Uork, H. Schäfer
aus Philadelphia, G. Gumpf auö Baltimore
bestehendes Comite ernannt, um die Creditivc
der Delegaten zu prüfen.
Nachdem dieses Comite berichtet, daß alle
Creditive in Ordnung seien, verlas der Bun
des Sekretär, Herr Amuel von New-Aork, die
lahresbotschaft des Bundeö-PräsidentcnK-'rn
Bicling.
Nachdem der Bundes Präsident in seiner
Bot.chaft die Delegaten herzlich willkommen
geheißen, fährt derselbe fort:
- Das verflossene Jahr hat ein ja erfreuliches Re
inltat gelte,crt. daß der ..Hildisc-Bund" heute als
ein Institut anerkannt wird, wie ein zweites weder
der europäische, noch der amerikanische kontinent
auizuwci,en hat. Mit jedem Tage tritt das segens
reiche Wirken desselben mehr hervor, und fort und
iori wächst die Zahl der Mitglieder. Ter Bund
zahlte am i. Januar 1871 ZlvAbtheilungen; meh
rere ,md wSbrend dieier Zeit noch eröffnet und ebenso
noch verschiedene heute in der Organisation degrif
,en. vertheilen sich auf drei Centraikor
ver, nämlich: New-Zjork, Pennsftlvanien (Philadel
phia) und Maryland (Baltimore); sowie aus siins
TistriktSkorpcr, nämlich: Elcveland, Ohio; Morisa
nia, Wcstchester - Eounty, New - York; Brooklvn,
Long-Jsland; Eincinnati, Ohio; Indianapolis, In
diana. Ueberau herrscht die größte Thätigkeit und
das Vertrauen auf die Solidität des Hildije-Bundes
bricht ,lch immer mehr Bahn. In allen Staaten des
Nordens, Westens, Ostens u. Südens wird das In
stitut mit gebührender Achtung genannt, und bald
wird es in diesen Staaten keinen Ort von Bedeutung
megr geben, m welchem der Bund nicht eine oder
mehrere Abtheilungen aufzuweisen hat. MitStau
ne werden die Berichte des Bundcs-Finanz-Tekrc
?,?^ll"b°6Aei-böslsiahr
Bericht des Bundcs-VerwaltungS-PrSsidcnten von
der Welt ge!c,en und manchem Zweifler die Ueber
zeugung ausaedrungen werden, daß das Institut
des ..Hilt,c-Biindcs" über alle Zweifel erhaben da
steht, und daß die Verwaltung desselben in den Hän
den von redliche und befähigte Männer ruh.
IM verflossenen Jahre sind nach diesem Berichte bei
einer Anzahl von nahezu iä.tXW Mitgliedern gegen
?7.),vW an Kranken-Unterstützung ausbezahlt wor
den, eine ,o enorme Summe, wie sie wohl noch nie
mals in den Annalen irgend einer Gesellschaft vorge-
kommen ist, und trotzdem hat sich das Vermögen des
Vundcs im letzten Jahre um circa kZt.üw vermehrt!
. s^!°'- b die Zukunft bringen? Die Mitqliederiahl
wlichst täglich und müssen deshalb auch die Ausga
ben selbiiverständlich bedeutender werden! Die gu
lunst des Bundes, meine Herren Repräsentanten,
wird nach solchen Resultaten sich zu einer so läuten
den gestalten, wie sie ,ur Zeit selbst von der Mehr
zahl der Mitglieder nicht geahnt wird! Und gegen
wartig sind wir noch i dem Stadium der Entwirkc
lung begriffen. Heule ist das Institut erst vier Jahre
und ige Monate an und weist trotzdem hinsichtlich
der tatistlk der Mitgliederzahl, des Vermögensbe
standes und seiner Ausgabe bereits einen Erfolg
auf, der wohl dazu berechtigt, einem Jeden, der es
gutmii sich und seiner Familie meint, zu empfehlen,
nch demselben anzuschließen. Wie viel Noth und
Elend ist bereits durch den Bund gemildert worden-
Wie viele Wittwen und Waisen sehen heute dankbar
au, uiiier Institut, indem sich ihr Ernährer demsel
ben de, seinen Lebzeiten anschloß! Wie Viele haben
mit Ruhe ihre Genesung in Krankheitsfällen abwar
ten können, ohne ihre Familie während derVerdiensi
losigieit darben zu lasten! Lesen Sie die Berichte über
die Krankenkaste lorgsaltig, und Sic werden mit dem
z c wordc ff/" Ihre Mithülse
Nachdem in der Botschaft noch auf die
während der Convention zu machenden ver
e schicdcncn Vorlagen aufmerksam gemacht ist
t wird den verschiedenen Agenten und Beamten
des Bundes für ihre unermüdliche Thätigkeit
, während des verflossenen Jahres Dank aus
. gesprochen und zu neuer angestrengter Thätig.
keit ermuntert.
> Tie Botschaft wurde mit großem Beifall
> aufgenommen und hieraus der Bericht des
Bundes- Finanz - Sekretärs, Herrn August
Schmidt, verlesen.
'lach demselben war der Kassendestand
> am Schlüsse des Jahres M7Z
' A Eintrittsgeldern "
! lh'Äi'.itt
Summa der wirtlichen Einnahmen in '7Zti,n an, , >
Dazu an zurückgezahlten Hypotheken... -yMiloi
Untenstehende Ausgaben betrugen ".. lg^llckv
Kassenbestand am Zl. Dezember 1873.. >-.
Ausgaben. '
Zur Kranken-Unterstützung ,7-,
Für einmaliges Benefit nach Eiitlassunq
aus ärztlicher Behandlung für de Ver'-
lusteines Armes an Z Mitglieder....
Remuneration der controlircnden Aerzte
des Bundes t an?-e?
Gehalte und Berwaitunaskosten .. 'i'979'^,
Kosten der:. Convention in Baltimore i
An den Central-Äörpcr New-York ans '
Rechnung des Etats .'
! A dezentral - Körper Pcnnsvlvanicn "
jAn den Eentralkorper Maryland aus !
.Rechnung des Etats , :
Summa der Ausgaben des Bundes !
Dazu Ausgaben aus Rechnung des Ab- ' ' !
theilungs-.Kassen-EontoS s
Ausgeliehen auf Hypotheken I,7tY >v !
j Summa aller Ausgaben !
rmögens-Bestand am 31. Dezember t
, ,Humes"
Ausgeiauseuc,och nicht vcrein
! Inventarium 'M
Deposit in der ..Mniihatian
Bermogcnv-Beslaiid am äi. Dez. W7z.( ! >
Permchrung n Jahrein teoMyit !
Dieser Bericht des BundeS-Finanz-Sekre
tärs wurde angenommen und ebenso der Be
richt des Bundes-Schatzmeisters.
Der Bundes-Berwallllngs-Präsident, Hr.
Loewy, wies dann in einem läugern Vorkrage
auf die Thätigkeit des Bnni>? Wahrend
des vergangenen Jahres hin und ist dieselbe
trotz der Panic eine sehr erfreuliche zu neu
sten.
Der Bund zählte bei'm Beginn des Jahres
1873 etwa 10,000 Mitglieder, während bei'm
Schluß desselben 13.100 zu v-r,e!chnen sind,
die constittttionsmKtzig ihre Zahlungen leisten
und hat sich demnach die Mikgliedcrzahl um
etwa 3500 vermehrt.
Es bestehen 310 Abtheilungen, 5 Distrikts
körper und 3 Central-Körper. Letztere haben
ihren Sitz 1) in New Jork für den Staat
New-Uork; 2) in Philadelphia für den Staat
Pennsqlvanicn; 3) in Baltimore für den
Staat Maryland.
Vertreten ist der Bund in folgenden 16
Staaten der Union: New-2)ork, Pcnnsyl
vanien, Maryland, Connecticut, New-Jetsey,
Ohio, Illinois, lowa, Missouri, Wisconsin,
Michigan, Massachusetts, Delaware, Ken
tucky, Indiana und Nebraska sowie im Di
strikte Columbia.
Die Ccntralstelle des ganzen Bundes ist die
Bnndes-Convention, rc>p. der daraus hervor
gegangene Bundes-Rath.
Äußer den Einnahmen zur Deckung der
Prämien für die Policen der Mitglieder, hatte
der Bund im Jahre 1373 für die Bundes
kasscn cine Einnahme von Hk07,910.13, wo
von bei Abschluß ein Plus von 520,010.11
verblieb.
Bon dem zu Benvalitingszweckeii vom
Bunde für das Jahr 1873 bewilligten Etat
wurden 51227.66 erspart.
Es wurden serner bewilligt: zu Conven
tionszwecken für jed n Delegaten 53.00 per
Tag, uiid.die Reisekosten, wofür der Betrag
von K1170.7K verausgabt wurde. Die Ver
waltung des ganzen Bundes hat demnach im
Jahre 1873 .j!j0,367.i0 gekoster, welches per
Mitglied berechnet, etwa 80 Cents beträgt.
Davon hat der Centralkörper von New Bork
für Verwaltungszwecke pro Mitglied 215Ct?>,
der von Pennsylvania §1.105 und der von
Maryland 80 Cents verbraucht.
Nachdem der Bundes-Berwaltungs-Prüsi
deiil seinen Bericht gemacht, schritt inan zur
Nomination der Beamten und da es mittler
weile 1 Uhr geworden und sich bei verschiede
nen der Herren Delegaten ein bedenkliches
Knurren im Magen bcmerklich zn machen
schien, so erfolgte ein Rezeß biS25 !>hr Nach
mittags.
Die Sitzung des Comite's wurde Nach
mittags um 3 Uhr wieder eröffnet und sofort
die Beamtenwahl vorgenommen; welche fol
gendes Resultat ergab -
Präsident' Joh. H. Bicling, Ncw-?)ork.
I.Vice-Präsident: S.Feichtmann,Baltimore;
2. Bice-Präsidcnt: M. N. Hcckscher, Ncw-
Bork; corresp. und Protei. Sekretär: Julius
Amuel, New-Hork; BcrwaltnngS.Präsidcnt:
L. Loewy, New-Uork; Finanz Sekretär: A.
Schmidt, New-Aork: Bundeö-Schatzmeistcr:
C. Klcinschmidt, New Hörk; Vcrmaltnngs
beamtc:J'eonhardt, Lcmcke, Rosenhayn (Ncw
?>ork), Schäfser(PhiladelPhia), Gump (Balti
more); Finamrath: Stuber, Lamprecht,
Maurer (New-Aork), Jacobi, Hclbing (Phi
ladelphia), Lurz, Weil (Baltimore).
Anträge über Gesetzes Veränderungen wur
den einem Comite überwiesen. Vier Comite'n
wurden ernannt llno zwar 1) ein Comite für
neue Einrichtungen: 2) ein Finanz-Comite;
3) ein RevisionS-Comite; 4) ein Kranken-
Comite. Hierauf begann die Debatte über
den Antrag des Bnndcs-Rathcs, die Pränu
merando-Zahtting einzuführen. An der De
batte bckbeiliglen sich mehrere Delegaten und
befürworteten die Einführung der vorgeschla
genen Maßregel.
Nach Schluß der Debatte erfolgte Verta
gung bis gestern Morgen um 10 'lhr.
Gestern fand zu Ehren der answär
tigen Delegaten in der „Schützcnhalle" ein
Ball und Bnnqnctt statt. (PH.Vlksbl.)
P hiladclphia. 23. Febr.—Der „Hil
dije-Bund" versammelte sich heule wieder in
der „Schützen-Halle." Die früheren Beamten
wurden wieder erwählt. Die Halle war. da
die Verhandlungen öffentlich waren, gedrängt
voll. Der Vorlchlag des Hrn. Louis Löwq
von der Ncw-Aorker Deputation, daß neu
eintretende Mitglieder ihre Beiträge 13 Wo
chen lang bezahlen sollten, ehe sie zu einer
Versicherung berechtigt seien, wurde angenom
men.
Daraus wurde die Frage Betreffs der vom
„Ccntral-Körper" von New-Jcrscy empföhle
neu Einlösung von Anleihen erörtert. Der
beispiellose Erfolg, welcher bis jetzt das Un
ternehmen des Bundes begleitet hat, veran
laßte.die Convention, den vorgeschlagenen
Plan anzunehmen.
Hr. Joseph P. Knapp, Präsident der „Me
tropolitan- LcbensversichcrungS-Gescllfchaft,"
wurde dem Präsidenten der Convention vor
gestellt und von demselben auf das Herzlichste
bewillkommnet. Die Verhandlungen wurden
in dem harmonischen Geiste, welcher so sehr
zn Gunsten des Gedeihens des Bundes spricht,
geführt.
Die Jahresversammlung der Agenten fand
heute Nachmittag in d'cm Comptoir des Bnn
des statt. Nachdem Glückwünsche wegen des
Gedeihens des Bundes ausgesprochen und
Sachen von geringerer Wichtigkeit verhandelt
waren, vertagte sich die Versammlung eine
Unsere Bauvcrcine. Borgcschta
acne Gesetzgebung.
Bekanntlich ist im Senate der Staalsgc
sctzgcbung bereits eine von Hrn. Blake eingc
reichte Bill Passirt worden, welche Bauverei
neu untersagt, Noten anstatt Baargeld auszn
geben. Als die im Senate passirte Bill im
Unterhause eintraf, reichte Hr. Henkle von
Anne Arundcl-Eounty ein Substitut ein, wel
ches folgendermaßen lautet:
„l. Abschnitt. Es sei verfügt, daß in
jedem Falle, wo ein Banverein, eine Land-
und Lcihgesellschaft, oder irgend eine andere
ähnliche Association oder Corporation, eine
Anleihe macht oder gewährt, Geld, Noten oder
irgend ein anderes Substitut für Geld ans
giebt und dafür irgend eine Summe im
Ueberschuß gesetzlicher Zinsen stipulirt, cm
pfängt oder festsetzt, sei es min in der Gestalt
von Zinsen, Disconto, Bonus, Prämium,
Commission oder irgend einer andern Berech
nung, so sollen alle solche Summen als Ab
schlagszahlung auf die Hauptschuld angesehen
und betrachtet werden.
„2. Abschnitt. Und es sei verfügt, daß
in jedem Falle, wo eine Note oder Nöten an
statt Geld gegeben nnd ein DiSconto zur Um
wandlung derselben in Geld gegeben worden
ist, in allen solchen Fällen das so bezahlte
DiSconto der Hauptschuld gutgeschrieben wer
den solle, und alle solche Gesellschaften und
> Corporationen sollen ihren verschiedenen
SäilUdneni einen halbjährlichen Bericht über
den Status der Hauptschuld vorlegen, nach
dem sie über alle früheren Zahlungen, unter
dem ersten Abschnitte dieses Gesetzes gemacht,
RechimiigS-Ablagc gemacht haben.
„3. Abschnitt. Und es sei verfügt, daß
der erste Abschnitt dieses Gesetzes sich auf keine
Compagnie oder Gesellschaft beziehen soll, wo
der Borger sich mit den andern Mitgliedern
in die Profite theilt, auch auf solche Associa
tionen und Eorporalioneii, die keine Theilung
ihrer Profite eintreten lassen, bis die verschie
denen gemachten Einzahlungen dem Pari
Werthe der Aktien gleichkommen und Letztere
zu existircn aufhören.
„4. 'Abschnitt. Und cS sei verfügt, daß
der Borger sür alle Zwecke nnd Absichten als
Mitglied solcher Associationen oder Corpora
tioneil angesehen und alle Rechte und Privi
legien in der Geschäftsführung solcher Associ
cition, wie jedes andere Mitglied, genießen
Tr. Henkle's Vorlage ist wohl die prakti-
Ichere, wenngleich auch sie noch manche Ver
besserungen zuläßt, die dagegen schützen, daß
selbst unter den Mitgliedern die Ucbergriffe
vermieden werden, die Einzelnen zu vcrhält
nistmäßigem Nachtheile gereichen. Eine Bc
schränkung des Prozent-Satzes wäre wohl das
beste Schutzmittel, aber zu ihrer Einsübriing
bedarf es zunächst der Aushebung der Wucher-
Gesetze des Staates, die 6 Prozent zum lega
len Interessen-Satze machen und jede dem
Gcmeinwohle förderliche Verwerthung des
Kapitals zu höheren Zützen behemmen.
Operative Behandlung der Lun
genschwindsucht.
Wir brachten in letzterer Zeit mehrere Mit
theilungen über obigen, grade hier zu Lande
höchst wichtigen Gegenstand und freuen uns,
heute Gelegenheit zu haben, die interessante
Einsendung eines unserer deutschen Aerzte,
der sich durch seine Tüchtigkeit und hohe wis
senschaftliche Bildung schnell Anerkennung
und Ruf erworben hat. vorlegen zu können
„lhr geschätztes Blatt brachte in letzter
Zeit Mittheilungen über eine operative Be
handlung der Lungenschwindsucht, und zwar
in einer Weise, die einerseits die Erwartungen
Betreffs der durch dieselbe zu erzielenden Er
. folge etwas zu hoch spannen, andererseits wie
der dem Publikum jedes Vertrauen zu dcrscl
j ben benehmen mußte. Gestalten Sie mir,
I Ihnen das Verfahren in etwas gründlicherer
Weise zu beleuchten und Ihnen zu zeigen,
daß auch hier, wie so osr, die Wahrheit in der
> Mitte liegt.
> Durch vielfache Erfahrungen, besonders in
den letzten Feldzügcn, mußte die Ueberzeu
gung gewonnen werden, daß mechanische
Verletzungen der Lnngcnsubstanz (nicht der
großen Lungengefäßc niid Luftröhrenäste) viel
leichter ertragen werden, als man früher
! glaubte, und ich selbst habe im deutsch-franzö
! stschen Kriege mehrere Fälle von sehr beträcht
lichen Lungenvcrletznngen, wie Schüsse durch
die ganze Dichte der Lungen, ohne jede wei-
reru bleibenden Nachtheil verheilen sehen
Hieraus wurde der sehr richtige Schluß ge
zogen, daß eben so gut, wie derartige grobe
Verletzungen der Lunge, auch absichtlich aus
gefühlte feinere operative Eingriffe ertragen
werden müßten, daß man es also wohl wagen
dürfe, eiternde Lungenparlie'n in analoger
Weife, wie andere zu weiterer Vereiterung
neigende Geschwüre diretl derartig zu behaii
dein, daß eine Vcrnarbung uiid somit ein
Stillstand der Krankheit bezweckt werden
können.
Wenn nun auch ans den gemachte!! Ersah i
rniigen keineswegs der Schluß gezogen wer !
den kailii, daß man auf diese Weile jede Lim
genschwindsucht heilen könne, so hat sich
andererseits gezeigt, daß vorsichtig ausgeführte
Versuche einer derartigen direkten Behand
lung eiternder Lungenhöhlen kcinerleiNachtheil
für den Patienten haben. Ich selbst habe
bei einem derartig erkrankten jungen Manne,
Hermann Friedrich, Nr. S, Claystraße, dieser
Tage nach vorheriger Consnltation mit Dr.
Carl Hoffmann und in dessen Gegenwart
ein Anstechen der Lungenfubstanz von der
Brustwand ans zum Zwecke der Srzeiigiing
von Nat-binbÜdllng umgenommen, ohne dag
der Patient auch nur im Geringsten in seinem
Wohlbefinden gestört oder sein? Lunge irgend
wie nachtheilig asfizirt worden wäre. Daß
also die Aussicht gegeben ist, weit vorge
schrittene Fälle derartiger Lungen - Erkran
kung, die ohne derartige Eingriffe den tödlli
chcn Ausgang herbeiführen würden, gerade
so dittch eine kunstliche Herbeiführung von
Narbcnbildung zum Stillstand zu bringen;
resp, zn heilen, wie dies die Natur nachgewie
sener Magßen in früheren Stadien der Krank
heit thut, darf gewiß nicht von der Hand ge
wiesen werden ; nur müssen derartige Resul
tate noch definitiver und in größerer Anzahl
abgewartet werden, ehe die im ersten Artikel
Ihres Blattes über diese Sache gegebene
günstige Auffassung berechtigt erscheint. Kei
iiksweg? aber jst nach Obigem die im zweiten
Artikel gegebene negative Ansicht richtig, wie
auch die Notiz über die Nicht - Existenz des
Hrn. Koch aus Irrthum beruhen muß, da von
diesem Herrn bereits im Oktober v. I. sehr
sorgfältige Untersuchungen über diesen Punkt,
sowie die Resultate lang fortgesetzter Versuche
an Thieren in medizinischen Blättern veröf
fentlicht worden sind. Dr. S."
Stadt Baltimore.
Ein Abend bei Tutro's.
Wiederholt fand Dienstag Abend vor einem
gewählten Publikum eine höchst interessante
musikalische Abendunterhaltung im Salon
hinter dem Laden unseres wohlbekannten und
durch seine Knnstpflege ausgezeichneten
Bürgers Hrn. Otto Sutro, Musikalien- und
Jnstrumentenhändler, Nr. 189, West - Balti
morcstraße, stall. Gegen 9 Uhr Abends Harle
sich der Laden und Salon bereits mit den
hervorragendsten hiesigen Kunstfreunden ge
füllt, aber auch später kamen noch Viele, lim
der Unterhaltung beizuwohnen. Das Pro
gramm derselben war, wie folgt: I. Ou
vertüre zn der Oper.: ,;Dje weiße Da'ffe" von
Bottdlcn: 2. ..Abschied vom Walde" und
„Das Thal der Ruhe," Chöre von Mendels
söhn; 3. Duett für Violine und Piano, vor
getragen von Frau O. Sutro und Hrn. Al
len; 1. Terzett aus Krenycr'S Oper: „Das
Nachtlager iivn Granadä." gesungen von
Frl. Edith den HH. I. Schomann
und Stephan Steinmnllcr; 5. Trio für
Piano, Violine und Violinccllo von H.
Gonvy, gespielt von den HH. Courländer
I. H. Roscwald und H. Zungnickel; 6. Te
nor - Solo aus der Oper „Corrado di Mon
ferrato" von Barili, gesungen von Hrn. G.
H. Martin; 7. Duett ans „Norma" von
Bclllni. vorgetragen von den Damen Emilie
und Ellen Paigc; 8. Sonate vön Bectho
ven, gespielt von Mad. Falk-Auerbach; 9.
Sopran-Solo von „Alessandra Stradella,"
gesungen von Frau I. H. Roscwald; 10.
Z-iietl aus „Belisar" von Donizetti, vorge
tragen von den HH. G. H. Martin und W.
H. Emory; li. Arie aus „Figaro'S Hoch
zeit" von W. A. Mozart, gesungen von Frl.
Edith Abell; 12. Baß-Solo aus „Ernaiii"
von Verdi, vorgetragen von Hrn. Lucien
Odend'halz 18. Marsch aus Wagner's
„Tannhäuier," gespielt von den Damen G.
H. Martin, Rachel Cohen, Jsabella Dobbin,
I. S. Lemmon, I. D. Ferguson, T. W.
Gray, Louise Schmidt und Sutro auf vier
Pianos, von den HH: F, Mittler, I. Eo
mellas, Robert I. Winterbotham und H.
Bialla ans vier Parlor-Orgeln und vom Or
chester.
Jeder unbefangene und vornrtheilsfreie
Kunstkenner muß zugeben, daß seit langer Zeit
kein Conzcrt in Baltimore zur Aufführung
kam, welches ein reichhaltigeres Programm
als das obige aufzuweisen hatte. Die einzel
nen Nummern würden mit einer solch' seinen
Akkuratesse und einer solch' seltenen Präzision
wiedergegeben, daß man sich in einen der er
sten Conzertsäle Eliropa's versetzt glaubte.
Die Orchester-Piceen dirigirte Hr, Asger Ha
merik, Direktor der Musik - Akademie des
„Peabody - Institutes," während Hr. Otto
Sutro die Chöre leitete.
Boildieu's prächtige Ouvertüre zur „Wei
ßen Dame" wurde von dem Orchester, in wel
chem die HH. Allen; Rosewald, Jungnickel,
Stowasscr und andere Mitglieder der Kapelle
des „Peabody-Jnstitutes" mitwirkten, vor
züglich cxckutirt, nur hätten die ersten Takle,
die streng I.ianissiwc> geHallen werden sollen,
noch etwas leiser zu Gehör gebracht werden
können. Klar und schön erklang die in den
ersten Theil der Ouvertüre verwebte Romanze
und auch das darauf folgende Allegro ließ in
der Ausführung nicht das Mindeste zu wiin
scheu übrig. Unter den Mendclssohn'schcn
Chören verdient besonders der Chor: „Ab
schied vom Walde" hervorgehoben zn werden,
dessen wehmüthige Töne jedes Herz gefangen
nahmen. Es würde zu weit führen, wollten
wir aus jede Piece, die zum Vortrage ge
langte, näher eingehen; nur so viel sei er
wähnt, daß jede den höchsten Anforderungen
entsprach und stürmisch applaudirt wurde/
Hr. Otto Sutro, der von jeher unablässig
bemüht war, die Kunst in Baltimore zu he
ben, erwies sich gestern Abend auch als ein
höchst aufmerksamer Gastgeber und Diejeni
gen, welche Gelegenheit hatten, dem Conzcrte
beizuwohnen, werden sich nicht mir des Ge
nusses, der ihnen bereiter wurde, sondern auch
des freundlichen Conzertgebers noch lange er
innern.
Traurigcr Selbstmord eines jun
gen Bräutigams.
Dienstag Mittag kurz nach 12 Uhr wurde
ein von den traurigsten Umständen begleiteter
Selbstmord begangen. Ein fleißiger junger
Zimmermann, George H. Lynch, welcher gc
stcrn Abend hätte seine Hochzeit feiern sollen,
tödlcte sich, rndem er sich eine Kugel durch
den Kopf jagte. Derselbe trat in den Zei
tungsladen des Hrn. Taylor, West-Balti
more-, nahe Republicanstraße, mit dem er
wohl bekannt war, setzte sich nieder und sah
sich ein Buch an. Man merkte ihm bald an,
daß er sich in gedrückter Stimmung befand.
Er fragte Hrn. Taylor nach den mit dem
Selbstmord des Hrn. Kimbcrly verbundenen
Umständen und schien begierig zu sein, darü
ber etwas Näheres zu erfahren. Hr. Taylor
erwiderte ihm in scherzweijcr Manier: „Aber
Sie werden sich doch nicht hier erschießen wol
len! Ich möchte wahrlich hier kein Blut
vergossen sehen !" Lynch war später wenige
Minuten allein im Laden gelassen, als man
den scharfen Knall einer Pistole vernahm.
Die Kugel war in der Nähe der Schläfe in's
Gehirn gedrungen. Der Tod war augen
blicklich eingetreten. Die Leiche des unglück
lichen jungen Mannes wurde nach dem wcst
licken Stationshause gebracht und der Coro
ner Mackall von dem Borfall in Kenntniß
gesetzt. Was diesen Fall so besonders trau
rig macht, ist der Umstand, daß Lynch gestern
Abend mit Frl. Maxwell, einer sehr achtens
werthen, an der Frederick Road wohnenden
jungen Dame, hätte seine Hochzeit feiern sol
len. Lynch war, wie erwähnt, Zimmermann
von Proscssion und war ein Kostgänger bei
Hrn. I. Landenslager, an der Fredcrick Road,
in der Nähe der Wohnung seiner Braut.
Ehe Lynch Selbstmord beging, war er in
die Wohnung des Hrn. Jercmiah Kimberly
gegangen und hatte noch die Leiche, welche
dem frühzeitigen Grabe übergeben werden
sollte, in Augenschein genommen. Derletztc
zu dem Gefolge gehörige Wagen war eben im
Begriff, von dem Hause des Hrn. Kimberly
abzufahren, als Lynch über die Art und
Weise sprach, wie zencr sich erschossen, und
hielt dabei die Pistole in der Hand. Als Hr.
Taylor sich einen Augenblick abwandte, weil
man seiner in einem anderen Theile des La
dens bedurfte, spannte Lynch den Hahn und
erschoß sich. Lynch war 23 Jahre alt, ein
fleißiger Arbeiter und hat einen Bruder, wel
cher als Trcppenbauer hier in Baltimore
wohnt.
Um 3 Uhr berief der Coroner die folgenden
Leichenschau - Geschworenen: HH. H. W.
Shealey, Charles F. Meany, John Rudden,
William Mitchell, H. Mayer, A. G. Cad
wallader, Abrain Latz, Samuel Tealwear,
Charles Korn, I. R. C. Cooley, I. F. Kricl
und Harry Talbott. Der erste Zeuge, Henry
Taylor, sagte aus, Lynch habe eine Zeitlang
einen sechsläufigcn Revolver besessen, diesen
aber vor Kurzem gegen eine einläufige Waffr
umgetauscht. Er habe sich anscheinend auf
seine bevorstehende Hochzeit gefreut und hatte
augenscheinlich ein Wenig getrunken. Sonst
sei er ein mäßiger, nüchterner Mensch gewe
sen. Nachdem Lynch sich niedergesetzt, habe
Zeuge ihn verlassen und sei, als der Selbst
mord erfolgte, in einem anderen Zimmer ge
wesen.
Frau Taylor, die Mutter des ersten Zeu
gen, hatte bemertl, daß Lynch niedergeschlagen
gewesen. Ter Knall der Pistole sei sehr
schwach gewesen, so daß sie geglaubt habe, j
derselbe rühre von Fcuer-Cräckerii her. Ehe
sie sich jedoch umgewandt, habe sie gesehen.
Ter Knabe Benjamin Kensey, welcher zur
! Zeil des Selbstmords in Hrn. Taylor's La
den war, eilte zu den Doktoren Liiithicum,
Register und McKncw, fand jedoch Keinen
derselben, worauf er den Tr. Hill in den La
den brachte. Dr. I. S. Hill, Nr. 18. Nord-
Calvertftr., machte Ausjagen über den Cha
rakter der Wunde. Die Waffe wäre ange
scbcinlich in eine horizontale Lage gebracht
worden, und das klngjück könnte nicht die
Folge eines Znsalls sein.
Die Leichenschau - Geschworenen gaben ein
Verdikt, welches lautete, daß der Tod durch
einen von Lynch's eigener Hand abgefeuerten
Pistolenschuß herbeigeführt sei.
Die Braut des Selbstmörders, Frl. Annie
Mani'ou, Frederick - Avenue, nahe Mount
Olivci, wohnhaft, ist gestern Abend ;n ihren
Verwandten geschickt worden, nm dort einige
Zerstreuung zu finden. f
Wahrscheinlich ein Mord in Oft- !
Baltimore.
Als Montag Nachmittag gegen 4 Uhr der j
26 Jahre alle farbige Malrose William H. i
Walker in Gesellschaft des Negers Joh G. !
Elliott, eines Kollegen, ans dem Trottvire die <
Bondstrage entlang ging, stellte ihm zwischen ,
Lastern - Avenue und Banktraße ThomaS
pogg em Bem, worauf er silP umdrehte und
H°gg zum Entgelte einen schlag verfetzte;
ttPt zog dieser einen Revolver und feuerte;
die Kugel fuhr dem Matrosen in die linke
Seite, drang zwischen derS- u. 9.Nippe durch
die Bauchwandung in die Bauchhöhle und
durchbohrte nach des Arztes Ansicht wahr
icheinlich den Magen; der Verletzte hat eine
große Menge Blut erbrochen, und sein Zu
stand ist so beöenklich, kaß Ä'. Miller, dem
derselbe zur Behandlung übergeben worden,
nur wenig Hoffnung aufsein Wiederaufkom
men hat. Capt. Kenney ließ m Farbigen
nach seinem Kosthause auf der C ? der Dal
laSftraße und Eastcrn-Avenuc s rffen und
Thomas Hogg wegen Schießens nt Mord
abstcht Und Robert B. Long, Jo, pH Schöne
und Georg GttbAch Unter der L ikKtge der
durch Sergeant Smzky und Poli
zist Bolster festnehmen; die Arrestanten wnr
den einem Verhöre unterworfen un) in Cri-
Minalhaft abgeführt. Joseph Schöne stellte
51000 Bürgschaft. Elliott wird ebenfalls als
Zeuge festgehalten.
Verheerende Weuersbrnnst an der
ikanton-Avenue. - Ei Man
schwer verbrannt.
Mittwoch Morgen um 58 Uhr brach an der
Canton-Ävenüe eut Feuer ans. weschcs eines
der zerstörendsten war, von denen ÄaüimSre
seit dem furchtbaren Brande im letzten Juli
heimgesucht wurde. Zu der angegebenen
stunde cxplodirle in der Kohlencl-Raffinerie
des Hrn. Robert Reed an der Ecke der Eden
straße und Canton-Avenue ein großer eiserner
Oelbehäller nnv zwar mit einein solch' furcht
baren Knälle, daß die gante Nachbarschaft
su Angst und Schrecken versetzt wurde. Ter
Bchälrer wurde ans die Straße geschleudert
und dre brennende Flüssigkeit ergoß sich über
das Gebäude vnd lief in die Gossen. . In we
nigen Augenblicken stand jeder Theil dcsHan
ies in Feuer und da die Flammen ällcnthal
bcn neue Nahrung fanden, so war an ein
LLichen kaum zu denken. Die Feuerwehr war
schnell auf dem Platze, doch blieben ihre An
strengnngen, wenigstens einen Theil des Ge
bäudes zu retten, fruchtlos. Die Flammen
züngettcn sich empor und der Rauch war so
dicht und übelriechend, daß Diejenigen, welche
retten helfen wollten, beinahe erstickten. Eine
Zeit lang standen die Straßengosscn in Feuer
und das flüssige Element drohte den Brand
auf nahegelegene Häuser zu übertragen. Als
der Behaltet zersprang, gingen gerade meh
rere Personen durch die Straße ünd ciiikameli
dem Tode nür mit genauer Noth. Wären
sie von dem durch die Luft fliegenden Behälter
getroffen öder von Ver brennenden Flüssigkeit
besprengt worden, so hätten sie ihre Rechnung
mit dicier Welt abschließen können.
Gegen 9 Uhr war das Gebäude der Raffi
nerie total zerstört und Alles was von dem
selben übrig geblieben, ist ein riesiger Schutt
haufen. Der Verlust des Hrn. Reed beläuft
sich auf §30,000 und ist durch Policen in
auswärtigenFeuerversicherungs-Gcscllschasten
gedeckt.
Kurz nach dem Ausbruch des FeuerS sah
man einen Mann, dessen Kleider in hellen
Flammen standen, aus dem brennenden Ge
bände hervorkommen. Ein Arbeiter, Na
mens Charles Carr, eilte dem unglücklichen
Manne zur Hülfe und warf ihm seinen Rock
über. Tics dämpfte jedoch die Flammen
nicht, und erst als cinePferdcdccke herbeigeholt
worden, gelang es mittelst der letzteren, die
Flammen zu ersticken. Der Unglückliche ist
ein Deutscher. Namens Friedrich Lanterbach,
und war seit längerer Zeit als Böttcher in
dem niedergebrannten Etablissement ange
stellt. Man brachte ihn nach einem nahebc
findlichen Hause und rief Dr. Miller herbei,
welcher an dem Kopfe, den Händen und den
übrigen Theilen des Körpers sckwere Brand
wunden entdeckte und die Ansicht aussprach,
daß Lauterbach schwerlich noch lange leben
könne. Sergeant Sinskey und die Polizisten
Kan undßaycraft brachten dcnVerletztcn nach
seiner Wohnung in Nr. 185, Pcrrystraße.
Lanterbach steht im li. Lebensjahre und hat
eine zahlreiche Familie.
Zehn Minuten nach der Explosion sprangen
die Flammen ans die Faßbinderci der HH.
Kimball sc Schasser über. Das Gebäude
dieser Firma war eines des größten an der
Ciintön Avcnlle, 10 bei 70 Fuß groß und
zwei Stockwerke hoch. Eine große Anzahl
Fässer, die in dem Gebäude ausgestellt waren,
verbrannten mit dem ganzen übrigen Inhalt
der Werkstatt; nur die Mauern des Etablis
sements sind stehen geblieben. Ter Verlust
der Firma erreicht die Höhe von 58000.
Bennett sc Comp.'s Fabrik an derEdcnstr.
ward gleichfalls beschädigt, doch übersteigt
der Verlust in diesem Falle nicht die Summe
von 5500.
Frl. Susanna Jackson, cine in jener Ge
gend wohnende Dame, erfrischte die Mitglie
der der Feuerwehr, von denen mehrere bei
nahe gänzlich erschöpft waren, mit Brod,
frischer Butter und heißem Kaffee.
Tic Löschmannschaft verdient für ihre eifri
gen Anstrengungen, des Feuers Herr zu wer
den, allgemeine Anerkennung.
Nachträglich erfahren wir, daß die Firma
Kimball La Schaffcr in folgenden Compag
nie'n zu nachstehenden Beträgen versichert ist:
„Commercial" und „Rcpublic" von New-
Bork, je 52500; „Fenervcrsicherungs-Gefcll
schaft von Philadelphia" §3000; „West-Che
stcr," N.-A., 52000;,,Secnritli."Conn..und
„Lycoming," Penns., je 52500; „Mccha
mcs." N.-A..und „Firemen's," Baltimore,
je .§2500- „Franklin," Philadelphia, §2500;
„Springsicld" vonMass., 52000; „Etna" von
Conn., §2000; „Lancaster," Penns., 51200;
„Pennsylvania," Philadelphia, HIOVO
nix," Hartford, §1000; „Pianhattau." N.-
?>., 51000; „American," Philadelphia,
PI 200.
Washingto n's Geburlsrag.— Auch
hier wurde der Jahrestag ziemlich ällgemeiii
begangen. Vom Forte McHenry begrüßte
! ein Kanonen Salut den Tag und in der
! Stadt und im Hafen wurde wacker geflaggt.
Paraden und öffentliche Festlichkeiten unter
blieben; auch waren die meisten Geschäfte of
fen, wenn auch die zahlreichen Spaziergänger
auf den Straßen und der große Besuch der
Bergnüguligsorte in und vor derLtadt gerade
keinen besondern Beweis der Thätigkett m den
Comptoirs, Fabriken und Werkstätten lieferte.
Tie nationalen, staatlichen und städtischen
Aemter, Märkte, Banken, Gerichte, Börsen
u. s. w. waren geschlossen. Das Wetter war
abermals freundlich, wenn auch wärmer, als
es die Jahreszeit erwünscht macht. Tas
Wetterglas verstieg sich wieder auf 72—75
und die Ucberzicher wurden ziemlich allge
mein auf die Seile gelegt. Eine Menge Ge
sellschaften besuchte vorgestern zu Ehren des
Tages die Kirche. Gester Abend gab es an
vielen Orten Tanz und Ball. Als bemer
kenswcrth mag es gellen, daß das Monument
auf dem Mount-Venton-Platze Montag zahl
reicher, als je, von Besuchern erklommen wur
de.
Außerordentlicher Temperatur-
Wechsel. Während Sonntag nnd Mon
tag das Thermometer sich auf 75 biS 80 Grade
verstieg und Jedermann bereits daran dachte,
Ucbcr;ieher und Pelz an den Nagel zu hän
gen, wich das Quecksilber Dienstag auf 37-10
ein Unterschied von 38 bis 40 Graden in
nerhalb 24 Stunden. Ter Abknhlungs-Pro
zeß begann bereits am Montag Abend, und
Manche, die sich an dem vortrefflichen Spiele
des Frl. Waßmann als „Großhcrzogin" in
der „Concordia" erwärmt und durch ihren
Enthusiasmus den Temperatur - Grad noch
über das Niveau des Thermometers gebracht,
kehrten mit einem prosaischen Schimpfen heim.
Wir coiidoliren heute ferner mit Denen, die
an Rheumatismus leiden nnd soeben eine
arge Prüfuiigszcit durchgemacht haben, wenn
sie überhanpt schon über dieselbe hinweg sind.
Der Dampfer „Nürnberg," Capt.
Jäger, kam am 8. Februar von Baltimore
über Southampton in Bremerhaven an.
Terenglisck, e Dampfer „N est o
rian," Capt. Watts, zur Allan'scheii Linie
gehörig, traf Samstag Abend auf dem Wege
von Baltimore nach Liverpool in Halifax,
N.-Sch., ein.
und der ferne Westen.
Ter stelig wachsende Verkehr zwischen Balti
more und dem fernen Westen ist eine bekannte
Thatsache, doch dürfte es überraschen und in
teressiren, zu erfahren,daß selbst aus Colorado
Leute kommen, um sich hier mit Gegenstän
den zur Ausrüstung ihrer Wohnungen zu ver
sehen. Die cmporblllhcnde Stadt Denker,
Col., hat unter ihren Bürgern Leute von
Wohlstand und hoher gesellschaftlicher Bil
dung, welche die Reise von beiläufig 2000
Meilen machen, um sich für ihre Häuser den
nöthigen Comfort zu verschaffen. Dieser
Zweck war'S, welcher uns am verwichcnen
Freitage die HH. Cbarles G. Cheever und
Major Lander, Beide von Denver, zuführte.
Hr. Cheever trat in dem Etablissemcnte der
HH. Klipper, Webster 8- Comp, eine sorgfäl
lige Auswahl von Movilten und kaufte in
anderen großen Geschäften Teppiche, Spie
gel, Gardinensloffe:c. Es muß unserer
Stadt eine besondere Genugthuung gewäh
ren, daß der Handel mit dein Westen und
Nordwesten, mir denen die Interessen Balti
more's so eng zusammenhängen, sich fortwäh
rend hebt.
Patente erhielten am Tienstage folgende
Erfinder vom Patenramtc in Washington zu
gestellt: John T. Stewart in Baltimore auf
einen Briefkasten: Thomas A. Edison, Assig
natäi für Georg Harrington in Washington,
T. C., auf elektrische Telegraphen; Johann
Föller in Washington auf einen abnehmbaren
Waage Balten: Georg W. Petlii in Fair
niount, West Va., auf eine Rost- und Aschen
sieb vereinigende Vorrichtung: Wharton,
Whann Eomp. auf ein GcschästSzeichcn für
künstlichen Dung.
M ili t är-Ä nSf l n g nach Annapo
i^-.Das g. Regiment der Maryländcr
Rational-Garde wird am 4. Mär;'nach An
napolis reisen, nm der Einsetzung des Gou
verneurS Groomc beizuwohnen. Tcm Vcr
ilchmcn nach wird das 5. Regiment der
Staats - Hanprstadl am Tage nach der Ein
setznng einen Besuch abzustatten.
T a s „M arvländcr Inst 11 u t fn r
die Erziehung der Blinde n" n n d
d i e,.J n d ust ri esch n l e fürMädche n."
Ein aus den Senatoren T. Stnrgis Ta
vis und Tr. L. Steiner und den H.H. John
Mcrryman, O. H. P. Elarke und H. E.
Loane bestehendes,von Seiten der Gesetzgebung
ernanntes Comite stattete Montag dem
„Maryländer Institut" an der Boinidary-,
nahe CharleSstraßen-Avenue, einen Besuch ab.
In dem Saale des Institut wurde ein kleines
und die gesanglichen und
inunka.ischen Leistungen der blinden Zöglinge
erregten oc, den GneUgebnngs - Mitgliedern
gerechte Bewunderung. Nach Beendigung
des Conzerts wurden die anderen Räume de?
Jnstittits in Augenschein genommen, beson
ders die Werkstätten, in welchen den Knaben
Unterricht m verichiedenen Industriezweigen
ertheilt wird. In der Mittagsstunde begab
sich des Carsijte. nach dem Camdenstrasten-
Bahnhose und fnksi mit dem Zuge, welcher
um 1 Uhr 20 Minuten Baltimore verläßt,
nach der „Maryländer Industrie - Schule fü!-
Mädchen" in der Nähe der Orange Grovc
Station, zwei Meilen westlich vom Relay-
Hause. Anstalt wurde am 3. Januar
1363 eröffnet tliid hat seit jener Zeit ungefähr
100 Mädchen beherbergt. Mädchen bis zn
18 Jahren werden dem Institute von Polizei
richtern überwiesen. Gegenwärtig zählt die
Anstalt 14 Insassen. Die Aussicht über das
Institut führen 30 Direktoren, von denen der
Gouverneur 10, der Mayor und Stadtrath
von BallikNo? 5 nd Diejenigen, welche jähr
liche Beiträge für den Nnterbakt der Anstalt
zahlen, lü erwählen. Das Landgut, am
welchem das Institut gelegen ist, hat eine
Größe von 45 Morgen. Im Grunde ist das
Institut nur eine „Besserungsanstalt für ver
wayrws'te Mädchen;" in früheren Jahr-n
wurden diese Mävchesi cmch stets der „Besse
rnngsanstalt für jugendliche Taiigenichtte"
überwiesen. Bald aber traf der üble Ein
flnß, der aus diesem Versahren entsprang, zu
Tage, und mehrere Herren, die das Wort
„Wohlthun" nicht nur im Munde führen,
sondern aftch vnrch ihre Handlungen bekräfti
gen, gaben die nöthigen Geldsummen für den
Ankam des Laiidgnts. Tie Mädchen werden
in allen Hausarbeiten unterrichtet und müssen !
auf der Farm fleißig arbeiten. Tic Mitgtie !
der des Comite's sprachen sich in einer sehr
befriedigenden Weile über die Einrichtung des
Jnstittits aus, und ntän hofft, daß sie einen
günstigen Bericht in der Gesetzgebung abftot
ten werden.
Einsegnung des „Notre Dame-
Jnstitutes." — DaS kürzlich vollendete
„Notre Dnme-Jnstjtut" eine von Schwestern
„Unserer Lieben Frau" mke-tcte hphxrc Töch
terschule, wurde am Ticsistag, den S 7, Jan.,
durch den Hochw'sten Erzbischof Bayley ein
gesegnet und den Schwestern als Untcrrichts
anstalt übergeben. Das erste Hochamt wurde
gleich nach der Consekrirnng durch die Hochw.
Patres LymMft Meade. Litz und Clauß abge
halten. Der Klosterchor sn!g Haydn's Messe
Nr. 3 mit Harfen und Orgclbegleituklg. Tie
Fräuleins Ä. Thompson N. Breese, F. Mit
chell and L. Purnell hielten an Erzbischof
Bayley kurze Anreden, woraus derselbe in
herzlicher Weise erwiederte. Alle Anwesen
den wurden Nachmittags von den Schwestern
gastfreundlich bewirthet.
Nahmen den S ch! eier. —Am Don
nerstag, den 12. Februar, nahmen zwei ftmge
Damen Frl. Eliza Maguire (Schwester Mag
dalcna) und Frl. Annie Judge (Schwester
Margarethe) in dem St. Agnes-Kloster auf
Mannt Washington den weißen Schleier.
Die Kapelle de? Klosters, in welcher die Cere
monien abgehalten würden, war bei dieser
Gelegenheit mit Blumen geschmückt.
Frau Van Cott im Maryland-
Institute." Frau Van Cott, welche seit
einiger Zeit täglich in der St. Johannis-Me
thodisten-Kirche an der Liberty - Straße pre
digte, trat Sonntag zwei Mal als Rednerin
im „Maryland-Institute" aus. Als sie um
53 Uhr Nachmittags ans der Bühne erschien,
war der große Saal so dicht gefüllt, daß es
thatsächlich Keinem der Anwisenden möglich
war, sich umzudrehen. Viele befürchteten,
daß der Fußboden nicht stark genug sei, um
die versammelte Menge zu tragen und zusam
menbrechen würde. Vor dem Eingange des
Instituts standen tnchr a!S 1000 Personen,
die keinen Einlaß finden konnten. Als Frau
Cott in der Versammlung erschien, brach im
Saale eine Ban! zusammen und die Damen,
welche auf derselben saßen, wurden ohnmäch
tig und mußten hinausgetragen werden, was
jedoch erst nach großen Anstrengungen ermög
licht werden konnte. Derselbe Vorfall wiever
holte sich während des Tage noch zwei Mal.
Frau Van Cott ist eine große Itt-jährige Frau
mit leicht ergrautem Haar. Sie spricht sehr
laut, in allen Theilen des Saales ist ihre
Stimme deutlich vernehmbar; auffallend ist
dabei, daß sie die Augen fast immer geschlossen
hält. Die zweite gottesdicnstliche Vcrsamm.
lung, welche am Abend in dem Institute start
fand, war nicht minder zahlreich besucht wie
die erste.
Die Befürworter gänzlichen Schließen
der Barbiersluben am Sonntage, Prin
zipäle und Gehülfen, hielten Montag Abend
9 Uhr in der Heiderich'fchen Restauration Nr.
1, Postofsice- Avenue, unter Hrn. M. Hage
mann's Borsitze eine Versammlung; H. I.
Adam Sapp fungirte als Sekretär. Unter
den Anwesenden, etwa 7 an der Zahl, wa
ren 20 Farbige. Der Borsitzende erklärte,
man fei zusammengekommen, um den Bericht
des Comite'S, das nach Annapolis geschickt
worden, entgegenzunehmen; es fei dort auf
Opposition gestoßen; der Einfluß von Geld,
des Geldes von Barbieren, fei gegen dasselbe
geltend gemacht worden. Der Redner sprach
von der wohlthätigen Wirkung der Beobach
tung des Sabbaths und von dem Verlangen
der Prinzipäle nach einer Gelegenheit, dem
MorgengotteSdienstc beiwohnen und den Lehr
lingen den Besuch der Sonntagsichule Nach
mittags gestatten zu können; die andere Seile
habe eingewandt, arme Kollegen wünschten
Sonntags zu arbeiten, aber gerade diese seien
es, die den Geschäftsfchluß an Sonntagen
wünschen. Mit widerholter Betonung des
Verlangens nach einer Gelegenheit zur Sab
bathsfeier schloß der Vorsitzende feine An
spräche.
Hr. Johann Dicht, Obmann des 'Annapo
User Besuchs - Eomite's, berichtete, in der
Staatshauptstadt stehe es um'die Wünsche
der Versammlung günstig; habe man keinen
Erfolg, so verdanke man dieses einzig und
allein dem Einflüsse des Geldes.
T. R. Goldsborongh, ein Neger und Mit
glied des aus der nculichen Versammlung in
„Jackson - Halle" stammenden Besuchs - Co
mite's farbiger Rasirer, meldete die Ucberrei
chnng einer Petition mir 156 Unterschriften
und den Empfang günstigerZnsagen von Bal
timore! Senatoren und Mitgliedern des Un
tcnhauscs.
Hr. Franz Singer befürwortete das Feiern
des Geschäfts am Sonntage in eindringlicher
Rede und führte als Beweis dafür, daß von
der Maßregel keine Kundenabnahme zu be
fürchten stehe, seine eigene Erfahrung an, da
er seine Barbierstube Sonntags nicht mehr
aushalte; er wisse, es sei unrecht, das Geschäft
Sonntags zu betreiben, und er sei entschlos
sen, selbst wenn die Maßregel m Annapolis
keine Gnade finde, auch serner sein Geschäft
geschlossen zn hallen; im Laufe der Rede ließ
er die Bemerkung einfließen, das Barbierge
schüft beruhe auf wissenschaftlichen Prinzipien.
H. D. Russin, ein Neger, ließ seiner humo
ristischen Ader sreien Laus und erndtete von
den Versammelten manchen Beifallsruf; er
gratulirle sich, im Zeitalter des Fortschrittes,
wo weiße und farbige Geschäfts-Genossen in
einer gerechten Sache vereinigt seien, zu leben.
Der nachdrücklichen Erklärung des Vorredners
folgend, werde er, selbst wcnn'dicSchlicßuiigs
bill in Annapolis durchfalle, Sonntags nicht
arbeiten, noch arbeiten lassen; 20 Jahre lang
sei er ein Sklave seines Geschäfts gewesen.
Butler, ein Farbiger, ließ sich in ähnlicher
Weise vernehmen: „Sonntags wird nicht
mehr rasirt!"
Der Tiehl'schc Antrag, durch ein Comite
von je fünf von beiden Seiten (Weißen und
Schwarzen) der Versammlung Unterschriften
für weitere Petitionen von Nicht-Varbieren
sammeln zu lassen, wurde durch Erhöhung
der Zahl auf je 10 amcndirt und dann ange
nommen. worauf der Vorsitzende die Weißen
Fran Singer, Friedrich Noblen, Johann
Uhland, Wilhelm König, I. Jost, Martin
Hagemann, F. Matthews, W.Harris, H.
Meyer, H. Leilner und E.Caye, und die Far
bigen Walter Bishop, Salomon McCabe.
C. Brown, I. Hamer, A. Chambers, H. D.
Russin, Tolson, F. Harvey, Wm. H.Tomp
son und I. A. Farnandis zu Mitgliedern
dieses Comite's.
Auf des Vorsitzenden Antrag wurde be
schlossen, ein Nenner-Eomite nach Annapolis
zu senden, das morgen, Donnerstag und Frei
tag im Interesse der Zwecke der Versamm
lung dort thätig sein soll: das Eomitc besteht
aus den Weißen F. Noblen, F. Singer, M.
Hagemann, W. Harris, W. König und W.
Schüler, und den Faibigen Russin, McCabe
und Beverly Laws. Von einem der Anwesen
den wurde dabei bemerkt, die Gegenpartei habe,
soviel er in Erfahrung gebracht, am Sonn
tage in der 18 Personen starken Versammlung
im Gatto'jchen Lokale SIVO gesammelt und
am Montage ein Eomite aus drei Tage nach
Annapolis gesandt. Nachdem der Vorsitzende
Hr. Diehl, Hrn. Noblen zum Kassirer Behufs
Empfangnahme des zur Bestreitung der Eo
mite-Ausgaben gesammelten Betrages er
nannt Halle, vertagte sich die Versammlung,
und die obigen Comite'n hielten eine Be
rathung.
Ein von seinen Arbeitern ge
licbter Prinzipa l.—Hr. Huqh Schon,
der Eigenthümer der grostcn Werkstätten für
Marmorarbeiten an der Ecke der Monument
lind Rorthstraße, wurde am Samstag Abend
von einem Comite, das von seinen Arbeitern
ernannt worden, aufgesucht und ihm der Dank
der Arbeiter für die liebevolle Behandlitng.
und für die Güte, mit welchen er ihnen von
jeher entgegengekommen, ausgesprochen
Tie Züge der ~W estliche n M ary län
de r Bah n" verlassen den Fultonstraßeii
Bahnhof gegenwärtig um 49 Uhr Morgens
und erreichen WilliamSporr gegen I Uhr 'Räch
mittags. Um 2 Uhr verlassen sie den letzteren
Ort und treffen Abends um 47 Uhr wieder in
Baltimore cm. Ter Nachmittags-Zuq der
leiben Bahn verläßt Baltimore täglich um 5
Uhr und kehrt ain nächsten Morgen zurück, nm
10 Uhr Morgens hier anlangend.
Ein Dieb und Br a n dst isr e r.
Am n. Januar wurde in dem Hanse des Hrn.
Georg Korb, Nr. 350, Erostslraste, ein Ein
bruch verübt undKleidungSslücke uiidJiiwelen
im Wcrlhe von tz4> gestohlen. Am Sonntag
Abend drang abermals ein Tieb in das Haus
imd stahl ein Hl werthes Kleid. Als Frau
Koro am Montag einen Schrank im Erdge
schoß des Hauses öffnete, machte sie die Eni
dcckung, daß cinPersuch gemacht worden, das
Haus in Brand zu stecken. Ein Häufsi alter
Zeitungen, der im Schranke lag, war von
angezündet, hat! aber
nicht Feuer gefangen, da der Brandstifter die
Thür des Schrgnkes geschlossen. Sergeant
DroUe arretirte Montag Nachmittag einen
'llvgen Farbigen, Namens Alfred Jone, der
in einem spohnt, und stellte
nne Nachsuchnng in dcgcn Wohnung an.
sämmtliche Gegenstände, die der Frau Kokk
gestohlen waren, wurden daselbst ausgefunden.
Jones sah sich von Richter Kreis dem Ver
sahren der Großgeschworenen überwiesen.
in Wilmington,
D e P—<Zrnäs ch eru n g einer Ofen-
Gießer cft Am Donnerstag Abend
brannte in WilmiiigtoU, Del./ die an der
Ecke dermis, und Healdstraße gelegene „Dia
mond State-"-Ofengießerei des Hrn. W. I.
Pickels mit sämmtlichem Inventar vollstän
dig nieder. Das Etablissement liegt im nord
westlichen Stadttheile, am nördlichen Ufer
des Brandywine-Crcck. Die Feuerwehr war
sofort zr Stelle; da jedoch das Wasser im
Creck sehr niedrig stand Und man aus andere
Weise kein Wasser bekommen konnte, so war
die Thätigkeit der Löschmannschaften fast ganz
gelähmt. Der Inhalt des Gebäudes bestand
aus den Maschinen, einer Menge nicht fcrti
her Arbeit nnd zahlreichen Modellen. Ter
Gesanimtverlust wird sich auf 520,000 belau
sen. Tie Versicherungssumme beträgt §15,-
000. Hr. Pickels wird in 30 Tagen ein
Neues Gebäude aufführen lassen.
Es ftegt Brandstiftung vor, und diejenige
Seile der Gießerei, an welcher das Feuer aus
brach, scheint Oel gesättigt gewesen zu
lein. Als der Obmann, welcher erst eine
Stunde zuvor eine Jnspektionsrunde gemacht
und Alles in Ordnung gesunden hatte, das
Feuer entdeckte, machte er einen Versuch, das
selbe zu löfchen, erreichte aber seinen Zweck
nichi.
Hr Pickels ist Sladtraths-Mitglied und
wohnte am Donnerstag, wie gewöhnlich, den
Verhandlungen bei. Ter Räth erörtete eben
die Frage, die fteiwilligeFenerweh: butch eine
bezahlke > ersetzen,' iftid Hr. Pickels hatte
eben einen Beschulst eingebracht, welcher sich
aus die beregte Bcrändcrung knoq, his yxr
.renerlärm ertönte. Als er erfuhr, daß feine
Gießerei in Flammen stände, eilte er fort und
kam gerade früh genug, um dieselbe nieder
gebianltt zn fthen und Zenge der heldenmü
thigen Anstrengungen zu sein, welche die
Feuerwehr machte, die Zerstörnftg derselben
zn verhindern.
Eincsellsamc Geschichte.- Eittc!
in Wilmington, Tel., wohnendeDamc, Frau
L.. erhielt kürzlich ein Schreiben aus New-
Pork, worin ibr mitgetheilt wurde, daß ihr
Bruder Hr. W— lü ksnem Hospital gestorben
sei. Frau L. schrieb sofort nach New-?)ork,
man möge den Leichnam nach WilminMn
schicken- Zwei Tage später kam die Leiche in
einer rohgczimmertcn länglichen Kiste an und
Frau L. gab einem Leichenöcs:a"er den Auf
. trag, für die Beerdigung des Todten S?ae
zu ckag?" Als man die Kiste öffnete, fand
man, daß der i'elchnam bereits in einen präch-
eingeschlossen wal. Schon war
die Stunde der Beerdigung herangenaht, als
Frau L. und eine Verwandte des Verstorbe
nen noch einmal den Letzteren zu sehen ver
langten. Der Leichenbestatler erlaubte der
Schwester jedöch nur das Gesicht des Entseel
ten in Augenschein zu nehmeil, welches keine
ungewöhnlichen Merkmale trug. Die Ver
wandte aber stellte eine genauere llntersuchimg
an und zwei Schußwunden am
Kopfe. Frau L. schrieb nach der Beerdigung
zum zweiten Male nach Ncw-Hork lind ver
langte zu wissen, an welcher Krankheit ihr
Bruder gestorben sei. Sie erhielt eine unbe
friedigende Antwoil, und die Affaire ist bis
jetzt noch in das tiefste Geheimniß gehüllt.
Mit genauer st! orh dein Tüde
entgalige n.— Hr. R. R. Grogan, früher
in Baltimore, gegenwärtig aber im Staate
Missktziri wohnhaft, wollte am letzten Mitt
woch bei Harper s F'rry einen in Bewegung
befindlichen Bahnzllg besteigen. Bei diesem
Versuch fiel er nieder und würde ünn>cifeshast
von den Rädern zermalmt worden sein, wenn
nicht der Agent Hr. S. V. Zantis ihn recht
zeitig zur Seite gerissen.
Fahrun sail ans dem Lande. (Ge
fährliche Verletzung.) Als N.B. Mcrryman,
Sohn des Achtb. John Mcrryman, und H.
Scott Sonntag Nachmittag Ii Uhr, nachdem
sie dem Gottesdienste beigewohnt, auf der
Heimfahrt begriffen waren, brach nahe Cok
keysville in Ballimorc-Counth die Vorder
achse der Chaise, sodaß beide Insassen gegen
das Pferd geschleudert wurden. Das dadurch
ängstlich gewordene Thier ging durch und
schleppte Mcrryman, der am Kovke nd im
Gesichte bedenkliche Verletzungen davontrug,
wohl 75 Schritte wett, bis es sich von der
Chaise, die total zerschellt ans der Straße lie
gen bsieb. befreit hatte. Nachdem cS noch eine
gute Slrecke ssr'galopirt war, gelang es einem
Knechte, es wieder einzusaugen,
Tödtliche Eisend a'hn-Unfälle,-
Der 23-siihrige John T. Shoemaker, welcher
bei seinem Vater in 'Nr. 21S, Süd Sharp
straße, wohnte, fand am Sonnabend-Nach
mittage ans dem Eisenbahn-Geleise in der
Nähe der Gasanstalt am Fuß der Lcadenhall
straße seinen augenblicklichen Tod. Derjunge
Mann war auf dem Heimwege von der auf
Moale's Point gelegenen Ziegelei des Hrn.
Huber, wo er während des Tages gearbeitet
hatte. Als er dem zur Gasanstalt führenden
Thore gegenüber war, trat er zwischen die
Schienen, da brauste die Lokomotive Nr. 390
niii angehängten Kohlenwagen daher. Der
Lotomotivsiihrcr sah Shoemaker und gab das
gewöhnliche Warnungszeichen, welches wegen
Taubheit von dem unglücklichen jungen Manne
nicht gehört wurde, und che der Zug zum
Stehen gebracht werden konnte, war Shoe
maker von den Rädern der Lokomotive erfaßt
und zermalmt. Der Kops, die linke Seile
und der linke Arm waren schrecklich zugerich
tet, und die Leiche wurde nach dem am Monnt-
Clare Depot gelegenen Todtenhause gebracht.
Dr. Tonavin hielt die Leichenschau, und die
Geschworenen gab ein Verdikt auf „Tod durch
Zufall."
Thomas Fitzgcraid, ein im Dienste der
„Baltimore-Ohio Eiscnbahngesellschaft" ste
hender Bahnwärter, welcher durch seine lang
jährige, treue Pflichterfüllung bekannt war,
tam am Samstag Abend ans der Monongha-
Hela-Brücke, cine Meile östlich von Fairmouni,
West-Virginien, während der Ausübung sei
ner Pflicht um's Leben. Gegen Abend hatte
daselbst ein unbedeutender Erdrutsch stattge
funden, und Fitzgerald hatte das Geleise von
der Erde gesäubert. Da er annahm, daß noch
hin und wieder kleine Erdhaufen auf dem Ge
leise liegen möchten, so inspizirte er die be
treffende Strecke noch einmal, als der Zug in
großer Eile herankam, und che noch Fitzgerald
zur Seite springen konnte, gerieth er unter
die Räder und wurde augenblicklich getödtet.
Ableben eines alten Mary län
ders.—Hr. Thomas Wattson, ein bekannter
Kaufmann Philadelphia's, starb am Freilag
Vormittag in seinerWohnung in jener Stadl.
Hr. Wattion war am 25. Juli 1788 in Elt
ton geboren und gründete vor vielen Jahren
die Firma Gebr. Wattjon in Nr. 157 Nord
Frontstraße, Philadelphia.
lähes Ableben. Wm.H. Marriott,
ein begüterter Grnndeigenthums-Agent.Sohn
des verstorbenen General Wm. H. Marriott
und Bruder des Hrn. Tclfair Marriott, ging
Sonntag Abend in seiner Behausung Nr.
177, Linden-Avenue (Garden-Straße), jäh
lings mit Tode ab. Seil mehreren Wochen
unpäßlich, zog er sich vorige Woche bei einem
Besuche auf dem Lande eine heftige Erkältung
zu, welche zu Lungenschlag führte. Er war
12 Jahre alt und hinterläßt cine Frau und
mehrere Kinder.
Todessall. Henry F. de la Reintric,
ein hiesiger bekannter spanischer Sprachlehrer,
ging Montag mit Tode ab. Boriges Jahr
machte er den Versuch, eine Dampferlinie
zwischen Valttmore und Galveslon zu errich
ten, doch schlug der Versuch nach etwa drei
Fahnen fehl.
BaltimorerSterblichkeits-Ta
belle. Verflossene Woche wurden 133
Personen, 4 männlichen und 09 weiblichen
Geschlechts, worunter 27 Farbige und 5 Todt
geborene. aus unserer Stadt beerdigt; 1 mehr,
denn in der Vorwoche, resp. 23, 7 und 2 we
niger, als in den Parallel-Wochcn von 1873,
'72 und '7l, aber resp. 4, 13, 34, 33 und 49
mehr, als in den correspondirenden Wochen
von 1370, '69, '6B, '67 und '66.
Tic Passagiere des Dampfers
„Leipzig," der am Sonntage von Bre
men hier einlief, 50 an der Zahl, waren fol
gende: in der Kajüte Michael 2. F. Breitnau
aus Baltimore und Georg TLnjes aus
Deutschland; im Zwischendecke
Meto WeUncr, Bertha Steffen, Ferd. Wilberding,
Paulus Böhmann, E. H. Kesstng, Ida und Wilhelm
Beausortmit Säugling, Carl Machler, August, sen.,
Rosine, sen., August Rosine und Ida Keil, Wilhelm
Kuhnert, Gustav Brückner, HüffelS, lah., Ar
rich und Helene vehrmann, Grrhard Esen, Johann
und Marie Denker, Georg Joseph Hübncr, Martin
Heinrich Marie. Fricd-
Florcnttne, Arthur, Earl und Marie Lange, Joieph
Hunt, .Herrinann von Biedenseld, Leonhard Füll,
Friedrich Bchrkermann, August Wimincr, Balenlin
Winter und Heinrich Nicolas.
Berichte aus ocn Znnern des
Staates.
i'AuS Cumderland.) Tie Verhaftung
des Will A. Hinkte alias Wm. Ashton alias
Henry Wilson in Baltimore hat in Cnmver
land großes Ausiehen erregt, da derselbe früher
als Bauunternehmer in jener Stadl ausäßig
war, vvt einem Jahre aber wegen Wcchselsäl
schung flüchtig wurde. Hintlc ist ein junger
veihciratycrer Mann und stammt aus einer
der gcachletsteu Familien von Allegany-
Connty.
(Ter Kohlenhandci Cnmbcrland's.>
Während der mit dem 14. Februar zu Ende
gegangenen Woche wurden 25,147 Tonnen
von Cumberland versandt.
(Ein Riesenochse.) Tie Metzger Mor
rissen und D. R. McNeil in Ciimberland
kauften vor einigen Tagen in West Virginien
einen Ochsen, welcher beinahe t! Fuss hoch
war ilnb 403 Psunv wog.
(Tie „Ballimorc-Chesapeale-Tclaware-
Bahn.") Rachrichten vom Ostuser des Staa
tes melden, dast die Arbeiten an der „Balti
more-Chesapeake-Dclawarc-Bahn" in kurzer
Zeit ihren Ansang nehmen werden.
i Ertrunken, i Icsse Giiielmaun, ein in
Woodsboro, Frederick EonnlN, wohnender
Landsnianti. siel am letzten Dienstage, als er
einen Eimer Wasser aus einem Brunnen
schöpfen wollte, in den letzteren und ertrank.
(Ableben alter Bürger.) Die HH. Tho
mos Cnrtis und Martin Rickenback, zwei be
tagte Bürger HagertowittS, starben am letzten
TonniaHe.
(Von Knem Maslkhiere getödtet.) Wäh
rend sich an einem Tckg: letzter Woche ein
Knabe auf dem Landgute des Hrn. Emory in
Ouecn Anne's Eounty damit belustigte, ein
Maulthier mit einein Stocke zu schlagen,
Ichln.g das Thier plötzlich aus und versetzte
mir seinem Hufe dem Knaben einen solch'
deftigen Stoß, daß e- ichon am nächsten Tage
an den empfangenen Verletzungen starb.
(Von Towsontown.) Bekanntlich machte
vor ungefähr anderthalb Jahren eine Frau,
Namens E. Bull, eine ans Schaden
ersatz lautende Klage gegen John G. Collett
anhängig, weil derselbe ihr das Versprechen
ge.eistek hatte, sie zu Heirathen, ohne sein
Wort zu halten. Der Fall kam im März
1873 zur Verhandlung nnd die Geschworenen
sprachen der Klägerin §350 ;o. Diese Summe
war im Juni durch die hinzukommenden Ge
rlchtskosten und Interessen ans §168.50 an
gewachsen und da Collett nicht im Stande
war, diesen Betrag zu zahlen, so wurde sein
kleines, inl Z. Bezirk von Baltimore-County
gelegene Grundeigenlhum auf öffentlicher
Auktion um §186.50 verkauft. Der Ange
klagte, ein fleißiger Mann von einfachen Sit
ten, wußte nicht, was er zu Allem sagen
sollte; er wollte nicht von Dem lassen, was
r sich durch harte Arbeit und unermüdlichen
Fleiss erworben und blieb ruhig ans seinem
kleinen Besitzthum. -Als man ihn aufforderte,
dasselbe zu verlassen, sagte er, daß er Nie
mand rathen wolle, ihn aus seinem Eigcn
thnm zu vertreiben; Derjenige, der einen der
artigen Vernich machen würde, könnte es
leicht bereuen. Am Dienstag letzter Woche
begab sichZM'sicheriff Rlslcau in Begleitung
der HH. Samuel Whttrlc nd H. L. Bowen
nach dem verkauften Grnndsrücke und als er
daselbst bei Collett nnd dessen Bruder, die
gemeinschaftlich wohnten, aus Widerstand
sstesten. verhaftete er die Beiden und brachte
dieselben nach Baltimore, wo sie die Nacht in
einem der Stationshäuser zubringen mußten.
Am Donnerstag wurden sie iiachTowiontown
geführt, wo sw unter der Anklage, das Leben
des HülsscheriffS Ristecm bedroh! zn haben,
dem Gefängnisse übenvieien wurden.
(Ans Cccil-Eounty.) Bei der am letz
ten Mittwoch in Elkton, Eecil-Eounkn, statt
gefundenen Wahl eines Gesetzgebung Mit
gliedcS an Stelle des zum Gouverneur er
wählten Acktb. I. Grooine erhielt der Rcpu
blikaue? Davis 1591 und der Demokrat How
ard 1503 -Z1 im men.
(Eine Verhaftung in CriSsicld.) Hiilfs
scheriff L. T. Dryden von Caroline-County
verhaftete am Freitag Nachmittag im Hafen
von Crisficld einen gewissen John Henry
Canno, welcher sich am Bord deSSchooncrö
„.Ulfted T Clark" befand und sich mehrerer
Diebstähle in Sem genannten Counry schuldig
gemacht haben soll.
(Verkauf eines Laiidgnts.) Tie 165
Morgen große Farm des Hrii. Adam Talbott
in Baltimo'ke-Csüiliy wurde vor einigen Ta
gen um 525,000 au Hrn. Thomas Ponltncy
(Bttr Pferde ertrinken. Ter Fuhrmann
rettet nur mit genauer Noth sein Leben.) Der
Fuhrmann Williatik Fairall versuchte am
Sonnabend, den 11. FevtUar. mit einem
Wagen, der von vier Pferden gezogen wurde,
durch die Swallow-Fällc, an einer Stelle,
ungefähr 10 Meilen von Oaklanv, Garrel!-
County, zn fahren. Das Wasser war unge
wöhnlich hoch, doch halte Fairall davon keine
Ahnung. Als er in die Mitte der Fälle ge
langte, verloren die Pferde den Grund. Kaum
war Falrall dies gewahr geworden, als er
einen Verfnch machte, umzudrehen und das
soeben verlassene Ufer wieder zu gewinnen
Dieser Versuch nahm jedoch einen unglückln
chen AuÄgang; die Pferde verwickelten sich i
das Geschirr, konnten infolge Dessen nicht
schwimmen und wurden vom Strome mit
fortgerissen. Fairall rettete nur mit genauer
Noik fein Leben, die Pferde dagegen er
kranken.
(Aus Hagcrstown.) Jakob Frey, wel
cher am 11. Februar vom Polizisten Dnsang
in der „Lyceum - Halle" zu Hagcrstown,
Wafhington-Couniy, geschaffen wurde, starb
am letzten Mittwoch an den erhaltenen Wun
den. Der Verstorbene hinterläßt eine vier
jährigen Knaben. Polizist Dnsang wurde
am Donnerstage verhaftet und stellte 5500
Bürgschaft für fein Erscheinen vor dem Krei
sgerichte im März-Termin.
(Tödtlicher Brandnnfall.) Während
die im 7. Bezirke von Baltimore - County
wohnende Frau StanSbury Gallion amSonn
abend, den li. Febr., beschäftigt war, eine
Lampe mit Kohlenöl zu füllen, gerieth Letz
teres in Fencr. Das brennende Oel floß auf
das Gesicht eines 'keinen, in der Nähe stehen
den Knaben. Derselbe trug crheblicheßrand
wunden davon und wird schwerlich dem Leben
erhallen bleiben.
—(Versuchten zu entwischen.) Der Schließer
des Gefängnisses in Prinzeß Anne, Somerset
County, ti! welchem zur Zeit der Mörder Tay
lor und die Raufbolde McMann und Read,
die kürzlich das Gefängniß in Crisficld in
Brand zn stecken versuchten, eingekerkert sind,
vernahm am Sonntag voriger Woche in der
Zelle, in welcher McMann eingekerkert jst,
ein verdächtiges Geräusch. Er eilte sofort in
die Zelle und machte daselbst die Entdeckung,
daß McMann und die Heiden oben angeführ
ten Verbrecher den Entschluß gefaßt, aus dem
Gefängnisse zn entwischen. Sie hatten de
Ofen entfernt und aus dem Kamin die eifer
j nen Querstangen herausgebrochen, welche
ihnen den Weg versperrten. Ihre Bettdecken
halten sie zerschnitten und Stricke daraus ge
wunden, mittelst welcher sie sich von deiMü
dnng des Kamins aus das Dach des Gefäng
nisses niederzulassen gedachten. Als McMann
zuerst durch das Kaniin klomm und an der
Spitze desselben die an? den Bettdecken ge
wundencu Stricke befestigen wollte, verlor er
plötzlich seinen Halt und fiel zu den Füßen
seiner in der Zelle harrenden Eoltegen. Das
durch den Fall verursachte Geräusch drang
dem Gesängnißschlicßer zu Ohren und wenige
Minuten später befanden sich die drei Ver
brecher an Händen nndFlljzen gefesselt in einer
anderen Zelle, wo sie den Gedanken an eine
Flucht wohl ausgeben werden.
(Aus Towsontown.) Ter in Towi'on
town erscheinende „Baltimore - Eonnry - He
rald" befürwortet die Erweiterung der Grcn
zen Baltimore'S und giebt verschiedene Grünoe
an, warum die nahe gelegene Umgegend Bal
timore's sobald, als möglich, in das Stadlge
biet hineingezogen werden sollte. Besonders
betont das genannte Blatt, daß Woodberry
und Hampden während der letztem Jahre cine
große Ausdehnung angenommen haben, ohne
sich bis letzt einer Löschmannschaft, Sanitäts
behörde, Polizei, Straßen-Eommtssäre:c. zn
erfreuen. Falls Woodberrn und Hampden
jemals von einer Fcuersbrunst heimgesucht
werden sollten, würden wenigstens zwei Trit
te! der Einwohner Bettler werden. Um Tics
zu verhüten, sei es nothwendig, daß beide
Orte in nächster Zukunft in Baltimore auf
gingen, um der n 'tzlichen Einrichtungen einer
großen Stadt theilhastig zu werden.
(Demokratischer Sieg in Frederick.) Die
vorgestrige Munizipalwahl in Frederick resul
tirte in der Erwählung des Demokraten Louis
H. Moberly zum Mayor. Er erhielt eine
Mehrheit von 106 Stimmen. Als Aldcr
Männer wurden die Demokraten Peter Sahm,
Thomas M. Wolf und Edward Sinn und
die Republikaner Arnold Vantosen und Ja
mes Hogwood erwählt. Ter künftige Stadt
rath ist aus fünf Demokraten und fünf Re
publikanern zusammengesetzt. Dieses Re
sultat stellt die Stadt wieder unter demokra
tische Controle.
(Kindesmord in Washington - Eounty.)
AuS Tharpsburg in Washington - Conuty
kommt die Kunde von einem gräßlichen Kin
dcsmorde. Am Freitage voriger Woche ge
bar ein junges in jener Stadt wohnendes
Mädchen, Namens Knodc, ein uneheliches
Kind. Um ihre Schande vor der Wett zn
verhüllen, versuchte sie das neugeborene Kind
auf ihrem Zimmer zu todten und als ihr die
ses nicht gleich gelang, trug sie es nach einer
abgelegenen Hülle, wo sie den Schädel des
unschuldigen Wesens mit einem Spaten ein
schlug und den kleinen Leichnam darauf ver
grub. Eine Blntspnr und das seltsame Be
tragen des Mädchens führten zur Entdeckung.
Das Kind wurde aufgefunden und cine Lei
chcnschan über dasselbe abgehalten. Ter
Wahrspruch der Geschworenen lautete aus
„Kindesmord." Das Mädchen ist bis jetzt
noch nicht verhastet, da es sich in sehr leiden
dem Zustande befindet. Sobald cS wieder
hergestellt ist, wird es in'S Gefängniß abge
führt werden, um das Verfahren der Großge
schworencn abzuwarten.
(Aus Hagcrstown.) Jakob Frey, wel
cher am Sonnabend, den 11. Februar, aus
einem zum Besten einer Kirche veranstalteten
Bazar von dem Polizisten Dnsang geschossen
wurde, starb am Mittwoch voriger Woche an
den empfangenen Verletzungen. Tic Tokto
rcn Boyle und Ragan nahmen cine Postmor
tem - Untersuchung vor, welche den Beweis
lieferte, daß die Kugel eine tödtliche Wunde
verursacht hatte. Der Polizist wurde am
Donnerstag von dem Constablcr Coclin ver
haftet und vom Richter Tkinner gegen eine
Bürgschaft von s'oo bis zum März-Termin
des Gerichts entlassen. Mehrere andere Per
sonen, die bei der Affaire betheikigt waren
sind gleichfalls unter Bürgschaft gestellt.
(Stürzte in einen Brunnen.) Hr. Pht
lipo Kathcl in HagerStown stürzte am Frei
läge in einen Brunnen und brach beide 'Arme.
Er erhielt außerdem noch wich' schwere Ver
leftungen, daß er schwerlich mit dein Leben
davon kommen wird.
Hu den Schwachen, Erschlaff
ten ud rasttose sagt der Redakteur
des Bostoner „Recorder ." „Wir können den
peruanischen Syrup, eine gedeckte Lö
sung ves Eiien-Proloxyds, mit dem wir selbst
die segensreichsten Erfahrungen gemacht ha
ben, allen Schwachen, Erschlafften und Kraft
losen ohne Bedenken empfehlen. Er besitzt
alle Eigenschaften, welche ihm sein Eigenthü
mer nachrühmt." (16—7,1 tKiv
IS" Zu den noch nicht verlorenen
schonen lftünsten gehört auch die, Pag
Kinder noch immer Löcher in ihre Schuhipitzen
zu arbeiten verstehe. Sic bringen dies in
etwa zehn Tagen fertig. Silver Tips
sind ein vorzügliches Heilmittel dagegen, das
nie fehlschlägt. 'Fcdr.w
Verdient Geld rasch und ehr
lich, ijilZ.gy täglich over S7.Z wo
cdentlicv, dad- ich, oag Ihr iofort um das
>lqenlen gratis q-gebene Recht zum Verkaufe
der beste, stärkst, oülzlxdst n und am ra
schesten abq-h?ndc Nähewaschine nedft
oolentirlcm Knopfloch-Arbeiter, Wel
lie je von Familien gebraucht oder empfohlen
-norden, ejnkomml, odcr lauftt eine ,m eige-
Pm Gebrauche; sie kostet nur 55. Si- wird
wei allerwäns per Erpceß verschi-ft Mari
vende stch wegen de? Näheren an "kuclcliruck
Jervillß Kacbino Comp." Ecke Gecenwich
and Cortlandiir., N.-r'j. (Septl2,6Ml.w)
Saht Ihr jemals Eable-
- Wre Stiefel oder Schuhe?
>-?ie werden von Millionen getragen, und Je
der sagt, daß es das bequemste und beste
Schuhwerk sei, das je gemacht wurde. Ach
tet auf den Patenlstempel. Alles andereist
armselige Nachahmung. (Febr.w)
.l<>ii>lst""tl st! l'ure (ml
Der Porthell die
ses Präparats über den reinen Thran ist der,
daß der widcrlichr Thrangeschmack ganz be
seillgt ist und dadurch der Artikel angenehm
zu nehmen ist. Der widerliche Gcschinack ist
lange das bedeutendste Hinderniß im Ge
brauche des Thrans gewesen, aber in dieser
Form ist dasselbe gänzlich beseitigt. Eineqroße
Menge von Zeugnissen für die'Vorzüqli'chkeit
und den Erfolg von "IVilbur's ttivem
den, aber die einzige Thatsache, icgn
mäßig von der medizinischen Fakultät ver
schrieben wird, ist hinreichend. Zum Berkaus
bei A. B. Wilbor, Chemiker, Boston .
und bei allen Apothekern. (9w)
Tie Einbildungen der Krankhri!
fllclterln eines starren Nüigcne. ES qibt kein mensch
lichcs Leiden, von weichem der Tyepcptische nicht hin
und wieder besaiten ju sein oder befalle ;u werden
glaubt. Ter einftge Weg, das Gcmüih des Patien
ten von solchen Einbildungen, welche Wirklichkeiten
siir ihn sind, in befreien, ist der, seine Verdauung?
tigstc Mischung siir diesen .ZwclkistHostcttcr'oMn
gcnbitkcrer. ES gibt kein Magenleiden, keine Nn
rcgcimästigkcit der Leber oder Krankheit der Eingc
weide aiS ftolge der Unverdauiichkcii, siir die es nillw
ein absolutes Eigenmittel ist. Während der e.5
Jahre, daß es das Normal-, TtärkungS- und -äs
tcvcrbeiserungSinittcl Amerika's ist, haben Millionen
DYSpeptischc ihre Gesundheit und die Fähigkeit ;um
Lebensgenüsse durch die alleinige Hülse dieser Heils
Tldwäche, Nervosität und lrankhasic Eini>:ld>u:z>cn
hat es zu keiner Zeit und in keinem LandeseinesGNi
chen gehabt. (ffZ-sltkw)
Av" Reisende preisen tau das "Amsricon
gemacht. ilij-ä7tSw>
Amtliche LritMc.
t. BnrtenS, (Schneider) Ii!. Pscuser, Andreas,
Z. Treffe, Andreas, 17. Nöbenlöiiig, Fricdr.,
3. Dodri, Thomas, I>. Tchlichteniiiavcr, L.,
I. Fabel, 19. Schul, Michael.
5. Sclmle, Friedr., P. Schobcricin, Conrad,
f>. Götz, ZI. Seid!, Carl,
7. .Hammerbacher, G-, Ktrohinaver, Louis,
9. Huf, Wilhelm, ' Zi. Smiths Pbillipr,
10. Jost, Joh., Z >. SteinSdorser, G.,
11. Klein, Michael, Z9.Matow.ki, Theodor,
11. Kuppner, Toncta, 29. Wiba'rubcr, lt.,
lö Kulc, L.,
(47) Kl. ?>. Denison, Pojtm.
Dlary
MrS Seren? Scllniann, Mrs Sophia Shoemaker,
Miß Kate Upcrman, Miß Liie Wizittington, Frau
SV Nicht zu versehen:
„G c r m a n i a."
Neueste Nachrichten aus Teustchland, Oestreich, der
(S-9w) Nr. Zl,Beekianftr,, New-York.
1. Äycr'S Mrschen - Br,tstnitftct
(tllerrv sierloriil)
gegen Velsen des Halse nnd der Vungen,
wie Grtältung, Husten, cch!,sen, Vust
rShrenasl - Entzündung, Engdrüstigteit n
'Auszehrung.
bei plötzlichen Anfällen altczeit in seiner
Nähe!
Zubereitet von
Ätzer S° vomp.. vowcll. Mass..
ben.
Eisen in's Blnt!
Der Pcruvianische Syrup, eine unver.
änderliche Lösung des Eiscnoxydul, ist so
zusammengesetzt, daß er die Eigenschaften ei
nes leicht verdaulichen und dem Blute so leicht,
wie die einfachste Speise, sich einverleibenden
Nahrungsmittels ha'. Er vermehrt die Men.
ge des eigentlich natürlich belebenden Slos.
ses, des Eisens im Blute, und heilt „tausend
Uebel" einfach durch Anspannung, Stärkung
und Belebung des Körper; das bereichert
und belebte Blut durchdringt >eden Tdcii des
Körpers und verbessert Schäden und Verluste
sucht die krankhaften Ausscheidungen auf
und überläßt der Krankheit Nichts zur Nab.
iNNg.
Dies ist das Gebeimniß der wunderbaren
Erfolge dieses Heilmittels in der Heilung von
Verdaunligssch,räche, Lcbcrleiden, Wasser,
sucht chronischem Duich'alle, Geschwüren
Nervenleiden, Frösten und Fiebern, Verlust
der Körperkraft, Nieren- und Blaienkraiihki
tcn, Frauenkrankheiten und allen den Kraut,
heilen, welche aus einem schlechten Zustand
des Blutes entspringen oder von Schwäche
oder einem SchwächezustanSe des Gesgnmi
körperS herkommen. Da er vollständig frei
von Alkohol in irgend einer Form ist, so
folgt seinen kräftigenden Wirkungen nicht ei
ae entsprechende Reaktion, sondern sie sind
bleibend und verleihen allen Theilen des Kör,
pers Kraft, Stärke, neues Leben.
Tausende sind durch den Gebrauch dieses
Heilmittels aus schwachen und kränklichen
Geschöpfen in starke und gesunde Menschen
verwandelt worden. Schwache Personen
sollten ohne Zaudern dies Heilmittel versu
chen.
Man sehe darauf, daß jede Flasche den
Namen „Peruvianischcn Sprup" im
Glase eingeblasen trage.
Seth W. Fowl'e k Söhne, igen,
thiimcr,
Nr.l. Milton-Placc, Boston.
lNvrilw.lJ.i a " nu o , rla u i en.
Umgezogen.
L. Morrison ck Comp.,
Ecke der Sharp- und Gcrmanstr., Balte.,
SaS, Sasser
Tampfmüsch inerte.
Landsitze, offcntliiiie und Privat. Jnftinue, Fabriken
und Einndatzn - Stationen werden prompi verleben.
A Gas-.Wasser- und Damvsröhren, ?wwbin
undMatrricliep <^edr?7,i.n.?
Wsöil awi.derrr'," !i -
' lül verren voireldig n
. j Dtzüre wen
liitzuon der Nvildlrraük.
fS-ptlj,iüM.,-Aw I.

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