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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1848-1918, April 03, 1874, Beilage zu Nr. 14, Image 6

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Ter Teutsche Correspondent.
Vattirnore, April tL74.
"Verhandlungen der Ttaatsge-
Ictzgevnng.
Annapolis, den 27. März.
2 ena t.
Tie Baltimorer Polizei Big.
Hr. Blake riet die Jopeesiche Unterhaus
Bill zur Amendirurig des 287. Cavitels von
1870 über die Baltimorer Polizeimannschast
auf; sie war mir Amendements einberichtct
worden, denen der Senat zustimmte, ivorauf
er die Bill mit 16 gegen 0 Stimme annahm. I
Sie erhöht den Wochengehalt der Capiiäne
ans §3O und fixirt die Salaire des Ober-Ge
heimpolizisten und des Sekretärs des Mar
schalt? auf §>2oo jährlich.
für Anwesenheit in einem der städtischen Ge
richtshöfe setzt eine Senatsbill auf 84 fest;
man gab ihr die zweite Lesung und verfügte
Behufs der dritten ihre Reinschrift.
Tie permanente Wasserleitung aus dem
Auf Hrn. Stevens' Antrag wurde die Un
rerhaus-Bill, welche Baltimore zum Ausge
ben von Obligationen in Höhe von §4,000,-
t>oo zur Herstellung einer permanenten Wasser
leitung aus dem Gunpowdcr ermächtigt, Be
hufs dritter Lesung vorgenommen.
Hr. Davis nannte diese Bill eine für seine
Mandanten (in Baltimore County) höchst
wichtige Vorlage und offcrirte zu ihrem ersten
Abschnitte folgendes Amendement:
„Der Mayor undSladtrath von Baltimore
werden audurch ermächtigt und angehalten,
die nahe den Hauvlröhrcu und Canälen woh
ncnden Einwohner von Baltimore - Eounty
unter denselben Bedingungen und Raten, wie
die Baltimorer, mit Wasser zu versorgen" n.
f. w. Ter Rest des Amendements schreibt die
gleichmäßige Umlage der Wassersteucr für
Stadt und Eounty, die Art und Weise ihrer
Eintreibung, die Anstellung (von Polizei zum
Schutze der Wasserleitung, die Strafen für
deren Beschädigung oder Besudelung vor.
Hr. Blake erklärte sich für einen (Gegner der
Bill, da der jetzt in Errichtung begriffene
interimistische Gunpowder - Aquädukt allen
Bedürfnissen entspreche. Ter Redner erklärte
aber zugleich, auch dem Taviö'scheii Amende
ment seine Unterstützung versagen zu müssen.
Hr. Stevens hielt das 'Amendement für
überflüssig und iinverniinirig; wünschen die
Landbewohner Wasser, so würde man sie un
ter angemessenen Bedingungen auch damit
versorgen.
Hr.Davis entgegnete, er wolle seinen Man
danten nur ihre natürlichen Rechte sichern,
deren die Bill sie zu berauben suche, welche
Behauptung er durch die GesctzgebnngS - Er
lasse von 1803 und 1853 für Errichtung einer
Wasserleitung in Baltimore, sowie dnrchHin
wcis ans die vorliegende Bill zu begründen
versuchte. Wolle die Gesetzgebung eine Pri
val-Körpcrschaft ermächtigen, daß sie eine
Commune beraube, ihr dasWasser ableite und
ihre Ländereicn austrockne? Tic Stadtßal
timorc habe bekanntlich die Privilegien der
Wasserleitung? Compagnie übernommen.
'Auch verfassungswidrig sei die Bill, weil sie
die Stadrverordiinng, auf die sie bassre, nicht
anführe.
Hr. Stevens bemerkte, er wolle die Angele
genheit ohne alle Argumente dem gesunden
sinne des ScnattS unterbreiten; der Gun
powder sei ein großer Fluß, ans dem dicstadt
mittelst einer Röhre Wasser nach Baltimore
zn führen beabsichtige: dadurch würde auch
nicht eine Quelle im County versiegen, aber
jedes von der Stadt erlangte Privilegium
gut bezahli werden.
Hr. Claggett frug Hrn. Tavis, wenn sein
Amendement vereits den Baltimorer StaiH
gesetzen, wie er vorgelesen habe, einverleibt
sei, wozu bedürfe es daiin seinerWiederholung
in der Bill?
Hr. Tavis entgegnete, die betreffcndeKlau
sel beziehe sich auf Jones' Fälle; er möchte sie
auch auf den Gnnpowder angewandt sehen.
Hr. Stevens bat die Senatoren, der Bill
durch keinen derartigen Zusatz Etwas in den
Wegzulegen; das Eounty werde mit allem
Wasser, das es verlange, versorgt werden;
zudem liege dem Uilierhause bereits eine da
rauf bezügliche Bill vor. Hoffentlich werde
die Senats-Bill in der ihr vom Comite gegc
benen Gestalt passiven.
Schließlich fiel das DaviS'sche Amendement
mit 1 (Hrn. Davis') gegen 18 stimmen
durch.
sofort rückreHr. Davis mit einem zweiten,
dem ersten bis auf einen Punkt gleichen
'Amendement wieder vor; es ließ die Be
schränkung der llmlegung der Wasscrabgabe
ans Gebäiidc innerhalb 30 Fuß von Röhren
aus. Auch dieses ging den Weg des anderen
Amendements.
Tie Bill wurde dann mit 18 gegen 3
(Blake, Bremer und Davis) stimmen ange
nommen.
Tie Ncvcilüc-Vit!.
Im Namen des Fmaiiz-Ansschusses gab
Hr. Carle die Unterhaus-Bill zur Amendiriing
der Revenüc-811l zurück; die Bill sei erst am
25. März in den Besitz des Eomile's gelangt
und will unter Anderem eine Zusammenstel
lung der Staats steiicrgcsctzc umfassen; es
sei daher gründliche und sorgfälige Erwägung
des Gegenstandes dringend geboten, welche
aber in dieser Sitzung nicht möglich sei, wes
halb das Comite um Enthebung von fernerer
Erwägung der Bill nachsuche; der Gouver
neur werde dann die Gesetzgebung in der näch
sten Sitzung aus die Vorlage wieder aufmerk
sam machen.
Der Bericht iand Annahme, das Gesuch des
Comite's wurde gewährt, und die Bill somit
bestätigt.
Tie ~Nördliche Ventrallahn" und ihre
Bekanntlich schwebt im Baltimorer Supc
rivr-Gerichte ein Prozeß des Staates gegen
die „Nördliche Ceiiiralbahn-Gesellschaft," im,
diese zur Bezahlung der Slaalsstcuer ans ihre
Brutto Einnahmen in zwingen; die Gesell
schaft verschanzt sich bei ihrer Weigerung hin
ttr eine angebliche Klausel in ihrem Freibriefe,
welche ihre in Händen der Aktionäre befind
lichen Aktien von der Steuer enthebt, weshalb
die Verklagte all' lhr Eigenthum für steuer
frei erklärt. Da es min, ivcil weitere ähnliche
Prozesse zu erwarten stehen, sür den Staat
wichtig ist, eine richtige gerichtliche Entschei
dung zu erlangen, und die Verklagte tüchtige
Anwälte engagirt hat, so bcaniragte Hr.
Ficlds einen Beschluß, wornach der Staats
schatz Controleur in dem Prozesse den Genc
ral-staatsanwali zu Hüls- nehmen und der
Gouverneur auf Jenes' Aufforderung noch
einen Anwalt, dessen Honorar die nächste Ge
setzgebuug bestimmen soll, anstelle kann.
Der Beschluß wurde zum ersten Male ver
lesen.
Tic Wnchcrbill.
Auf der besonderen Tagesordnung stand
die Wnchcrbill des Hrn. Stevens zur Erhö
hung des Zinsfußes.
Ter Fields'schc 'Antrag, sie ansiinbeslimmte
Zeit zurückzulegen, ward mit 8 gegen 10
stimmen verworfen.
Hr. Williams las ein Substitut vor, das
er zu geeigneter Zeit ofseriren wolle; es fixirt
den gesetzlichen Zinsfuß ans 6 Prozent und
gestaltet bei schriftlichen Contrakien 7 3,10
Prozent.
Hr. Steiner eiferte in längerer Rede gegen
die Bill, worin erden Vorkämpfern für Ab
schaffung aller Wiichergeielzc drei irrige
Standpunkte nachzuweisen suchte; das Ver
langen nach einer Aenderung des Gesetzes
komme nichl von Geldbednrfligen, sondern
von Capitalisttii und den ineorporirten Ban
ken; weil die Vuchergcsetze umgangen wer
den, deshalb brauchten sie nicht abgc'chafft zu
werden, da es kein menschliches oder göttli
ches Gesetz gebe, das nicht umgangen werde;
dann müßten auch die zehn Gebote abgeschafft
werden. Ter Redner citirte zur llmcr
slübung seiner Ansichten eine Stelle aus Bo
wen's Vollswirthschaftslehre Seite 249 und
führte Virgmicii's Beispiel an, das zu seinen
Wuchergesetzen wieder habe greifen müssen,
nachdem sich an ihm Genna s Erfahrungen
beinahe wiederholt hätten.
Zuerst wurde über das Phclps'sche Amen
dement, die Maximal Zmsenratc bei schrift
lichem Abkommen auf 10 Prozent
zu sixiren, abgestimmt, und es mit 7 ge
gen t I Stimmen verworfen. Gleiches
Schicksal hatte ein Amendement, wornach der
gesetzliche Zinsfuß 6 Prozent betragen soll, es
ici denn, daß schriftlich anders ansbcdungen
wird.
Hr. Williams brachte jetzt obiges Amende
ment (6 Prozent, schriftlich höchstens 7? Pro
zent) ein.
Hr. Tnck wollte gar keine Aenderung am
jetzigen Gesetze.
Hr. Billingsley wollte nie höher, als 6
Prozent gehen;scincMandantcn könnte nicht
mehr bezahlen. Nach weiterem Geplänkel
setzte Hr. Ficlds seinen Antrag,
die Bill an sn n b cst imm te Zeit zu
rück; uleg e n, in i t 13 gcgen 5 Itini
men durch.
Abend-Sitzung.
3V Polizisten in Baltimore County anzii
stellen ; Baltimore zum Nehmen von Aktien
der „Drumpvinter Bahn" zu ermächtigen:
Fuchstödter in Prinec George's County zu
belohnen.
Unterhaus.
Tic Befteucrungs-Nbschätzung.
Die Haus-Bill, welche die allgemeine Ab
schätzung und Besteuerung von' Eigenthum
im Staate verfügt, wurde aufgenommen und
lag zur zweiten Lesung vor.
Der 5. Abschnitt verlangt die Ernennung
von 5 Personen durch den Gouverneur, welche
in Gemeinschaft mit dem Cowroleur und
Schatzmeister als eine Commission für Con
trole und Aufsicht sungiren sollen. Statt
Dessen wurde ein Amendement eingefügt,
nach welchem die Countq-Commissäre und
das Steuer Appcllationsgerichi von Balti
more als Aufsichtsbehörde zu sungiren ha
ben.
Die Besteucrungs Bill wurde abschnitts
weise verlesen und dann zur Reinschrift und
dritten Lesung beordert.
Die Haus-'Bill, welche vcriügt, Conzessio
nen an Telegraph , Expreß- uiid Transport
Compagnie' auszugeben, wurde aufgenom
men und passirte mit 59 gegen 1 Stimme.
Die Abstimmung, durch welche vor einigen
Tagen Groh's Eiuwanderungs-Bill verwor
fen wurde, ist wieder in Betracht gezogen
worden.
Die Regisirirnngs-Bill desHrn.Hart wurde
sodann aufgenommen.
Annapolis, 28 rj
Senat.
Der Präsident legte dem Senate eine
folgenden Inhalts vor: „Meine Herren! Der
Bericht des Fliiaiiz-Comite's, welches der
weiteren Berathung der Revenue - Bill des
Hauics überhoben zu sein wünschte und die
Annahme dieses Berichtes durch den Senat
machen es nothwendig, haß ich Ihnen eine
Darstellung der Finanzlage gebe, damit Sic
sehen, was nothwendig ist, im Falle die
Maßregel verworfen werden sollte. Der Zweck
der Bill ist, die Sleuerbasis zu erweitern, in
dem cur großer Theil des Kapitals und Per
sonal-Eigenihums der Bürger, welches bis
her von der Besteuerung frei war, derselben
unterworfen wird, um aus diese Weise die
Last auszugleichen. Die Annahme der Re
venue Bill würde diese Wirkung gehabt haben
und die Voranschläge sind unter der Voraus
setzung gemacht, daß sie passire werde. Man
wird sich erinnern, daß das Gesetz, welches
die direkte Besteuerung vorschreibt, von der
Gesetzgebung von !872 widerrufen, was die
Einkünfte öeS Staates um §125,000 ver
minderte. In jener Gesetzgebung wurde je
doch eine Berwillignng von §50,000 für Ne
gerschulcn gemacht, ohne daß gleichzeitig eine
. 'Steuer umgelegt worden wäre, um diesen
! Betrag zu decken, so das; derselbe ans der
j Staatskasse stießen mußte; aus diese Weise
entstand eine Differenz von jährlich §175,000
während der letzten zwei Jahre.
Da die StaalS-Einkünfte vor Aushebung
der direkten Steuern kaum genügten, die lau
senden Ausgaben zu decken, machten sich die
Verluste, welche ans diese Weise entstanden,
stark fühlbar; es würde noch weit schlimmer
geworden sein, hätten sich nicht einige der in
jener Sitzung angenommenen Revciine-Maß
regeln so vortrefflich bewährt.
Die ans Erwartungen von Stenern, welche
den Kohlenbergwerk Compagnie', denEiscn
bahn-Coinpagiiic'n und anderen Corporatio
nen auferlegt waren, basirtcn Voranschläge
haben Nichts ergeben, denn es wurden keine
geeignctenMaßregeln getroffen, um ftne mäch
ligen Compagnie'n zur Steuerzahlung zu
zwingen und dieselben haben es bisher ver
standen, jede Steuer erfolgreich abzuschüt
teln.
Allc diese Umstände machen es nothwendig,
daß, wenn die Steucrbasis nicht erweitert
werden sollte, die Auslage aus der gegenwär
tigen Basis bedeutend erhöht werde, um den
Anforderungen des Schatzamtes zu entspre
schen. Große Verwilligungen zu verschiedenen
Zwecken sind unter Berathung und werden
wahrscheinlich aiigenommen werden; wenn
jedoch nicht gleichzeitig die Mittel zur Zah
lung verfügt werden, ehe diese Gesetzgebung
sich vertagt, so wird eine Extrasivniig iiuvcr
weidlich sein.
Wenn deshalb der Senat dagegen ist, das
Eigenthum des Staates, welches bisher frei
ausgegangen ist, zu besteuern, so wird, um
das Defizit zu decken, eine Erhöhung der Bc
stcue.uug nothwendig.
Ein Vorchlag liegt vor, die Verwillignng
für Negcrjchnlcu ans HIVO,OOO zu erhöhen,
ferner liegen große Verwillignngen für ver
schiedene Wohlthätigkcits-Jnslitute vor, wenn
die Summen nicht gleichzeitig bestimmt und
vorgesehen werden, so ist ein Steneraufschlag
von wenigstens 4 Cts. auf je Hloo unver
weidlich.
Da dieses der Fall ist, so fühle ich mich dem
! Volke welches mich erwählte, um seine Fi
nanzangclegenheiten zu beaufsichtigen, ver
pflichtet, dem Senate in dieser Mittheilung
eine genaue Darlegung der Sachlage zu
geben.
Die Revenue-Bill wurde der Gesetzgebung
am 22. Januar unterbreitet. Da sie mit
großer Sorgfalt entworfen worden war, so
nahm das Delegatenhaus dieselbe ans Em
pfehlung des Comite's für Mittel und Wege
mit nur geringer Aenderung an; das Finanz.
Comite des Senates hat sich geweigert, die
Bill in Berathung zu ziehen. Ich muß die
ses sehr bedauern. Gleichzeitig hoffe ich, daß
mir dcr Senat Gelegenheit giebt, mich mit
ihm über die Sache zu verständigen.
Ich mache speziell darauf aufmcrlsain, daß,
im Falle man den Theil der Bill über Na
tionalbanken nicht zum Gesetze erhebt, diese
Institute fortfahren werden, sich auch wäh
rend der nächsten zwei Jahre der Besteuerung
zu entziehen.
In Anbetracht aller dieser Umstände hielt
ich es für meine Pflicht, Ihnen diese Ansich
ten zu unterbreiten, und überlasse die Verant
wortlichkeit dcr Gesetzgebung, die nothwendi
gen Schritte zu thun, welche in Anbetracht
der Finanzlage erforderlich sind. Ich ver
bleibe pp.
Levin Woolford,
Schatzamts-Controleur."
Dieses Schreiben wurde verlesen und an
das Finanz-Comite verwiesen.
Senator Carle sagte, es fei dem Finanz-
Eomite in Anbetracht der zahlreichen Vorla
gen unmöglich gewesen, die Bill genau zu
prüfen; dasselbe hätte sie einfach ohne Weite
res cinberichteu müssen, oder aber, es müßte
die Verantwortlichkeit von sich abwälzen.
Ter Senator krltisirte das Verfahren des
Controleurs sehr scharf und hatte infolge Dcs-
hitzigen Wortwechsel mit Senator
Tie Haus-Bill des Hrn. Seth, welche den
Gouverneur ermächtigt, Gettaide-Wäqemei
ster anzustellen, wurde vom Finanz-Eomite
ungünstig einberichtct.und die Bill wurde an
das Haus zurückgeschickt.
Hr. Carle vom Fiiiaiiz-Comite berichtete
günstig über eine Bill, den Abseyn. 185 des
Cap. 172, betitelt „Revenuen und steuern,"
so umziigestalten, daß die Nationalbanken,
welche Geschäfte in diesem Staate machen, be
steuert werden. Die Bill wurde zum ersten
Male verlesen.
Hr. Stevens rief die Bill ans, Absch. 7,
Art. 21 der Allgciii. Staatsgesetze zu amen
diren, daß jede Bank eine Steuer von 20
Cents aus je Slo ihrer cirkulirendcn Noten
zum Besten des Schulsonds zahlen muß. Ein
Amendement wurde angenommen, daß alle
Banken, welche unter den Gesetzen des Staa
tes liicorporirt sind, allen Steuern unterwor
sen sein sollen, welche zu Staats- oder Mn-
nizipalzwcckcn Hingelegt werden.
Folgende Senats. Bills wurden günstig
einbcrichtet und zum
ersten Male verlesen:
Dem P. W. Crain §5 zurückzuerstatten;
die Staats-, County- und Munizipal-Beani
ten zn verhindern, die ihnen anvertrauten öf
fentlichen Gelder zn Pri"atzwecken zu miß
brauchen; dem I. s. Franklin, Schreiber
des Apvellationsgerichtes, 5942.05 Gebühren
zn zahlen; das Eigenthum jeder Eisenbahn
im Staate zu Eounty- odcrMunizipalzwccken
zu besteuern.
Ter prolektirte Schiffscanal.
Der Senat nahm als Spezial-Order die
Bill auf, eine Vermessung vornehmen zn las
sen, um die beste Route sür einen schiffsca
nal zur Verbindung der Chesapeake- und Te
laware-Bai zn vermessen und §20,000 für
diesen Zweck zn verwilligen.
Hr. Carle hielt eine längere Rede zur Un
terstützung dieser Bill; er zeigte, daß ein sol
ches Werk absolut nothwendig sei für den Auf
schwiing des Baltimorer Handels. Dem
Congrcssc habe eine solche Maßregel vorgele
gen, dieselbe sei jedoch verworfen worden; er
glaube, daß die „Pa. Central-Bahn" ihren
Fuß daraufgcsetzt habe. Hr. Stevens unter
stützte die Bill gleickffalls, worauf dieselbe
zur Reinschrift und dritten Lesung beordert
wurde.
Tpe;ial-Pcnsions-i.
Der senal nahm sodann die Spezial-Pen
sioiis-Bill auf, welche sich ans falsch gcfchrie
bcne Namen und auf Auslassungen in der
früheren Peusionslistc bezieht. Die Bill
wurde mit 9 gegen 7 Stimmen verworfen.
Die Bill war schon einmal verworfen, aber
das Votum wieder in Berathung gezogen
worden. Hr. Field erklärte die Bill für ei
nen himmelschreienden Betrug; nach derselben
könne jedes alte Weib, welches bei den
Schlachten von Lewes und St. Michael (die
sog. Austeriikricge) davongelaufen sei, Pensio
nen fordern.
Angenommene Bills.
Die senats-Bill über Compclenz der Zm
gen; die Bill, welche die Ernennung eines
Eommlssärs verfügt, um Zeugenaussagen im
Betten der bei Zerstörung des Gerichts'hauses
von Dorchester-County verloren gegangenen
Dokumente entgegenzunehmen.
Ter gemeinschastlichr Beschluß,
IN welchem die Gesetzgebung ihre Sympathie
mit den Fcnicrn ausspricht und die Vertreter
Maryland'S ersucht, sich sür dieselben zu ver
wenden, wurde angenommen.
Nachdem eine Anzahl Scnats-Vills die
zweite Lesung passirt, wurde die
..Vcal-cption-Btll sür Somcrsel-Vo."
angenommen, und der Antrag, die Bill dem
nngüiisilgcn Bericht zu ftibsiituiren, wurde
Aniiapolis, den 30. März
Senat.
Eine Petition
legte Hr. Brcwer vou24sFrauenßalttniore's
um ein Loeal - Option- und Entschädiaimas-
Gesetz vor. - v
Vocal-cptlon für Somerset - yountn odt
Hr. Bratlan sagte, in Folge gewisser Miß
vernändiiisse sei des Senats Versahren vom
Sonnabende Betreffs der Unterhausbill für
Local-Qplion für Somerset County nicht j
Ordnung gewesen; man hätte über Annahme
der Bill, nicht über Substiluirnng derselben
für den ungünstigen Bericht des Rechtsfragen -
Comite'S abstimmen sollen; das Letztere sei
bereits, als dieser Bericht zuerst erstaun wor
den, geschehen.
Man zog die Sonnabends - Abstimmung
demgcmäy wieder in Erwägung; worauf die
Bill mit 7 (Aydclotte, Blake, Bremer, Brat
tan, Crawford, FieldS und Steiner) gegen l 0
Stimmen durchfiel.
Später berichtete Hr. Tnck im Namen des
Rechtssragen-Comitts die Unterhausbill zur
Amendiriing des Lrtsgcsetzes sür Somerfet-
County über die Conzessioncn für Kleinhänd
ler, welche weiter Nichts, als Loeal - Option
bezweckt, ungünstig ein.
Hr. Bratlan beantragte Snbstituirung der
Bill für den ungünstigen Bericht, ward je
doch hcimgcwiesen, und der Bericht ange
nommen.
Annahme von Gesehvorschlägen.
Die Diäten des Unterhauses des Ballimo
rcr Scheriffs für Dienst in städtischen Ge
richtshöfen zu ftxiren; dasJagen auf fremdem
Gebiete in Dorchesler - County zu bestrafen'
den Mayor und Stadtrath von Baltimore
zur Annahmt von 30 Morgen Landes an
Charlesstraße Behufs Anlegung eines Parts
zu ermächtigen; den Freibrief der Sparanstalt
in Sandy Spring, Md., zu amendiren; den
Mayor und Stadtrath von Ballimore zur
Ncuabschätzung des Grundeigcnthums in der
Stadt, wennimmcr sie es für zweckmäßig er
achten, zu ermächtigen; Luther T. Collon S-
Comp. für Beröffentlicknng des Schulcom
miffärs - Berichts von 1872 zu bezahlen; den
Freibrief der „Baltimore-Swaiin-See-Pser
debahn Gesellschaft" zu ändern; die „Har
ford Sparbank von Harford" zu incorporiren;
für Bezahlung der Uebcrnehmer des Baues
des Armenhauses in Baltimore-Counly Bor
kehr zu treffen.
Tie Seuatsbill, welche zum Ausgeben von
5100,000 Staatsobligationen für den An
kauf eines passenden Grundstückes und die
Errichtung eines Gebäudes fiir's Staats
Lehrerseminar ermächtigt, ging mit 16 gegen
-1 Stimmen durch.
Tie Marylänvcr Irren-Anstalt.
Behufs dritter Lesung ward die Bill für
Erriatung und Regelung der Maryländer
Irrenanstalt vorgenommen.
T:e HH. Ficlds, Stevens und Williams
waren gegen die Bill in ihrer jetzigen Gestalt;
sie gelangte in die Hände des Finanz-Comite's
zurück.
Mit Zustimmung von zwei Dritteln der
Senats-Mitgliedcr durfte Hr. Stevens eine
Bill zur Umtaufe der „Süd-Baltimorer Che
mi'chen Fabrik" in die „Chappell'sche Chemi
kalien- und Tüngmittcl - Compagnie" ein
bringen.
Ta Spital der,.Univcrfti-U von Mary
lanv."
Zur dritten Lesung lag jetzt die Bill zur
Bewilligung von §30,000 für den Bau eines
Spitals der „Universität von Maryland"
vor.
Hr. Stevens beantragte als Amendement
eine zusätzliche Bewilligung von §lO,OOO für
die Fatnllät des CoUegiums der Aerzte und
Chirurgen von Baltimore zur Errichtung und
zum Unterhalte einer Entbindung? - Anstalt
für bedürftige Frauen.
Hr. Fields opponirtc der Bill, weil sie die
Staatskasse plündern helfe. Er beantragte
Streichung der Erlaß-Klauict, d. h. Verwer
fung der Bill.
Hr. Carle eiferte gegen das Stevcns'sche
Amendement und befürwortete die Bill: es
sei besser, zwei Institute erster Klasse, als drei
armselige zu haben; Baltimore könne drei
Arzneischnlcn nicht unterhalten: der Staat
habe für Erhaltung der „Universität von Ma
ryland" und der „Washington Universität" zu
sorgen.
Eine längere Debatte erfolgte, in der Hr.
Davis der Bill opponirtc, und die HH. Wil
liams und Carle für dieselbe in die Schranken
traten.
Ter Ficlds'sche Antrag auf Streichung der
Erlaß Klausel wurde niedcrgestimmr.
Hr. Denson beantragte ein Amendement
zum Stevens'schenAmendement, dem israeli
tischen Spitale in Baltimore für >874 und '75
je KIOOV zu bewilligen. Sein Vorschlag
wurde mit 15 gegen 5 Stimmen angenom
men.
Hr. Davis beantragte als Amendement,
daß die Fakultät alle armen und kranken Ad
vokaten, die um Behandlung und Unter
stützung nachsuchen nncnlgeldlich aufnehmen
soll. Dies ward mit 8 gegen 10 Stimmen
zurückgewiesen.
Hr. Davis beantragte Streichung der Be
stimmung, wornach die Universität gehalten
ist, einen Studenten aus jedem County des
Staates und jedem Gesctzgcbungs-Bezirke der
Stadt Baltimore gratis zu unterrichten. Der
Borschlag fiel mit 6 gegen 10 Stimmen eben
falls durch.
Das Stcvens'sche Amendement wurde mit
10 gegen 3 Stimmen angenommen.
Hr. Davis unterbreitete ein Amendement,
zur Errichtung einer Rcchtsschulc als Anhäng
sel der Universität HZY,ovozu bewilligen. Auch
diese Vorlage ward verworfen.
Schließlich wurde Behufs dritter Lesung
die Bill mit 10 gegen 8 Stimmen zur Mun
dirung beordert.
Angensmmenc ScnatsbiU.
Staatsbanken zur Bezahlung einer
Steuer von 20 Cents für je su>o ihres Noten-
Umlaufes in den Schulfond anzuhalten; die
Weggelder aus gewissen 1301 conzessionirlen
Chaussce'n in Baltimore-Count betreffend.
Zweite Lesung von UnteryausbiNs.
Die Kommissäre von Baltimore - County
zum Baue einer Gasansialt und eines Pest-
Hauses aus den, Grundstücke des neuen Armen
hauses zu ermächtigen; in den Countics
Washington und Montgomcry eine Hunde
steuer einzuführen: die Commissäre von Har
sord-County zum Zeichnen von Attien im Be
trage von aus eine durch das County
gehende Eisenbahn gegen erste Hypothek zu er
mächtigen.
Die Ortsgefetze von Alleghäny-County über
Fabrikanten und Bergleute zu amendiren.
v rfte Lesung einer Tcnatsbiil.
Die „Süd - Baltimorer Chemische Fabrik"
in die „Chappell'sche Chemikalien-und Diing
mittcl-Compagnic" iimzutanfeu.
Hr. sarle tl, l-bitte.
Hr. Carle erhob sich und nahm, was er letz
ten Sonnabend in der Hitze des GesechtS etwa
Ehrenrühriges oder NachlhciligcS über Sena
tor FieldS und den Staatsschatz - Controleur
Woolsord gesagt, zurück; der Mensch sei zu
Zeiten schwach.
Abend-Sitzung.
Annapolis, den 30. Mär;.—Die Bill
zur Erweiterung des Baltimorer Stadt
wcichbildcs ward für Mittwoch zur besonde
ren Tagesordnung gemacht.
Annayme von Uutcryaus-Vilts.
Harford-County zum Nehmen von 1100,-
00U Attien einer Bahngesellichast zu aurorisi.
rcn; Betreffs der Conzessionirnng von Tele
graphen- und Expreß-Compagnic'n; Obli
gationen von Somerset-Counly einlösen zu
lassen; die Rebhühner in Washington-Connly
zu hegen; die kath. Kirche in Baltimore zum
Ankaufe eines Platzes für einen neuen Kirch
hof zu ermächtigen; die „Maryländer Trust ,
Verwahr- und Depositen-Compagnie" zn in
corporiren.
Tie Musikarademle,
Die Bill, welche die Baltimorer Musik-
Akademie zum Ausgeben ihrer Obligationen
ermächtigt, fiel durch.
Unterhaus.
Das Delcgatenhaus trat um 10 Uhr in
Sitzung.
Das Eorporationö Comite berichtete gün
stig über die Senats-Bill die Akte überLttcn
siruiig auswärttgcrVcrsichcrungsgesellschaften
zu amendiren.
Unter verschiedenen vom Senate übersand
ten Bills war auch die Rcvenue-Bill. Die
selbe wurde später an dcnsciiat zurückgeschickt,
weil dieser Körper weiter darüber berathen
wollte.
Hr. Hart legte eine Petition von 700 Bür
gern Baltiinore's gegen die „Abattoir".Bill
vor.
Tie Hans-Bill des Hrn. Joyce, die Poli
zeigesetze von Baltimore zu amendiren, so
daß die Gehälter der Beamten erhöbt werden,
wurde mit verschiedenen Amendements vom
Senat übersandt.
Hr. McColgan sagte, es lägen bereits drei
oder vier Bills über diese Angelegenheit vor
und er hoffe, dieselbe werde der Stadt - Dele
gation überwiesen werden, damit dieselbe eine
Bill einberichte, welche die guten Züge aller
dieser Maßregeln enthalte.
Hr. Joyce war dagegen, da die Amendc
ments des Senats nur den früheren Verfü
gungen des Hauses entsprechen.
Der Antrag, die Bill an die städtische De
legation zu verweisen, wurde angenommen.
(Die Debatte über die Schlachthaus - Bill
siehe Spezial-Correspondenz.)
Hrn. Grecuficld's Bill, das Maryländer
Correktionshanö zu errichten, wurde
rufen und in Ermangelung einer versassungs:
mäßigen Majorität verworfen.
Der Antrag, das Votum in Wiedcrbera
thung zu ziehen, wurde angenommen.
Die Haus Bill in Betten dcr Getraide-Bcr
wieguiig wurde vom Senate zurückgeschickt
und auf den Tisch gelegt.
Tic RegiitrirungS-BiS.
Tie Registrirungs Bill des Hin. Hart
wurde zur zweiten Lesung aufgerufen und ei
nigen leichten Abänderungen unterworfen.
Ein Amendement wurde angenommen, wel
ches verfügt, daß die Baltimorer Liste in zwei
Blättern publizirt werde, von denen eins
Deutsch sein soll.
Hr. Brace schlug ein Amendement vor,
welches verfügt, daß der Gouverneur drei
Reglstratorcn für jcdcsConnlh und jede Ward
der Stadt Baltimore ernennen soll, von de
nen einer der Oppositionspartei angehören
muß; veworsen.
Abermals des Ztaats-
Kur; vor der Vertagung wurde dem Haine
folgendes Schreiben vorgelegt:
„Annapolis, 3. März 1874. AndieAchtb.
Mitglieder des Dclegateiihauscs von Mary!
land.—Meine Herren! Da Einwände erhoben
worden sind gegen den Posten in der Allge
meinen Verwilliglings-Bill, wie dieselbe von
dem Comite für Mittel und Wege einbcrichtct
worden ist, mich für meine Arbeit, die Reve
nucgesetzc des Staates zn revidiren nnd in ein
System zu bringen, zu bezahlen, so ersuche
ich Ihre Achtb. Körperschaft, die Bill so zu
amendiren, daß besagter Posten gestrichen
werde. Ich ziehe es vor zu warten, bis die
Zeit und die Ereignisse den Werth meiner
Arbeit bemonstrircn. Indem ich dem Tcle
gatenhausc für die Frciindschaft danke, mit
welcher Sie die Verwilligung nnterstützten,
bin ich doch der Ansicht, dag das von mir
eingeschlagene Verfahren unter den obwalten
den Umständen das Richtige ist. Ich verbleibe
sehr Achtungsvoll Ihr ergebenster
Levin Woolford."
Nach der Berlesnng des Woolford'schen
Schreibens wurde dasselbe an das Comite für
Mittel und Wege verwiesen.
Tie Negistrirungs-Bill wurde für Mitt
woch auf die Tagesordnung gestellt.
Abends i yn ng.
Das Haus trat um 8 Uhr wieder in
Sitzung. Folgende Bills wurden angenom
mein den Freibrief von Frostburg zu omcii
diren; die Anstellung einer Polizei-Commis
sion für AnnapoliS betreffend; die „Mary
länder Lanal-Comp." zu iiicorporircn; einen
Leichenbeschauer für Dorchester-County zu er
nennen; die Feldzaungesetze von Charlcs-
Counly zu reguliren: einen weiteren Frie
densrichter für Somerset-County anzustellen;
ein „Lokal-Option".Gefetz für Queen An
ne's, Caroline- und Talbot-County; den
Durchstich eines Canals von Quantico-Creet
zum Nanticoke-Flusse in Wicomicc.County
zu gestatten.— Die Bill über das Dampfkef
jel-Inspektionsgcfeb wurde bis zum 6. April
verschoben.
Annapolis, den LI. März.
Senat.
Vau- und Seimftätten-Beretne
Eine Botschaft ward an's Unterhaus gc
sandt mit der Aufforderung, zur Einigung
über dessen Amendement zur Blake scheu Bill,
wornach Bau- und Heimstätten-Vcreinc ihre
Darlehen unr in Baärgeld, nicht in Wechseln
geben dürfen, ein Conscrenz-Comile zu ernen
nen. Der Senat hat die HH. Williams und
Blake zu Mitgliedern dieses Comite'S er
nannt.
Tie Zahl der Senatsbeamten.
Einem Erlasse des Senats gemäß erstattete
Hr. Carle, Obmann des Finanz Comite's,
dahin Bericht, daß die Zahl de? Beamten und
Bediensteten des Senats sich im Ganzen auf
21 belaufe. Ter Bericht wurde dem Proto
kolle einverleibt.
Zweite Lesung von Senatöbilts.
Auf alte Hunde im Staate eine Steuer ;u
legen, ausgenommen inTorchestcr Gonntynnd
in allen Städten, Oertern und Flecken, wo
die bereits die Hundesteuer ein
geführt haben; den Bürgen James Spiecr'S,
Gx-Scherifis von Harford County, zu Hülfe
zu kommen; die Schcrisss-Sportcln in Gar
ret-County zu regeln; Luther C. Marlin eine
gewisse Summe auszuzahlen; Nathan G.
Bcrry HM.'i zu bezahlen; die Fische und Ter
rapins in den bewässern des Staates niil
Ausnahme von Greil zu hegen; den
u>. Abschnitt des 16. Artikels der allgemeinen
Staatsgesctze über "Ltmneorx" zu wider
rufen; Peter W. Crain .'>U zurückzuerstatten;
die Znsaiiuiicusevniig von Gcschworenen-Gol
lcgien des Baltimorer Stadtkreis-Gerichts zu
regeln; Ruth P. Griffith und Susann Bond
in Baltimore und Lydia Smith in Harford-
Gonnty je HM Pension zu bezahlen.
Tic Baltimorer Muüe-Akadcmi.
Da die Abstimmung, welche die Bill zur
Ermächtigung der Müfik-Akadcmic, ihre eige
nen Obligationen auszugeben, verwarf, wie
der in Erwägung gezogen worden, so lag die
Frage der Annahme der Bill wiederum vor;
dieses Mal ging dieselbe mit 1.7 gegen 6 Stim
men durch.
Hr. Brattan beantragte jetzt Wicdcrerwä
gung auch dieses Votums, ward jedoch mit
seinem Antrage heimgewiesen.
Tie csscrungs- und Erziel,nngs-Nnftalt für
Neacrtinvcr in Prince George's vountq.
Die Bill, welche HIS,VOV zur Errichtung
weiterer Baulichkeiten für obige Anstalt be
willigt, wurde zum zweiten Male gelesen, und
ihre Mundirnng anbefohlen.
Annahme von Zcnatöbikls.
Tie Jncorporir-Aktc der „Merchants' Ge
genseitiger Assekuranz Compagnie von Balti
more" zu amendiren; zur Errichtung einer
Gasanstalt und eines PesthauscS auf dem
Grundstücke des neuen Armenhauses in Bal
timore-County die Ermächtigung zu erthei
len ; von Stockton über Fallston nach White
Honsc in Harford-County eine Chaussee bauen
zu lassen; den Freibrief der „Maryländer
Ackerbau-Gesellschaft" dahin zu amendiren,
daß der Gouverneur, Senats-Präsident, Spre
cher des Unterhauses und Direktor des Staats-
Lchrer-Seminars von Amts wegen Vorstands
Mitglieder sind.
Tic Parksteucr Baltimorer Stadt-
Tie Senatsbill zur Verminderung der Park
abgabe der Stadlpfcrdcbahncn in Baltimore
und Regelung ihrer Fahrraien lag jetzt zur
dritten Lesung vor.
Hr. Stevens protestirte wiederholt energisch
gegen die Annahme der Bill, welche einen zu
Recht bestehenden Contrakl brechen würde.
Hr. Fields zog chenfalls gegen die Bill
los; sie sanktionire einen Contraktbruch und
sei verfassungswidrig. Der Redner resümirte
das Auftreten der„Stadtpferdebahn-Compag
nie" und das Wesen der Bill und ließ vom
Sekretär den in einer Versammlung von
Bahnakrionären in Raine's Halle am 10. No
vembcr erstatteten Comite-Bericht über den
Zustand der Angelegenheiten der Compagnie
vorlesen.
Hr. Duck suchte die Verfassungsmäßigkeit
der Bill darzutlun.
Hr. Carroll ergriff um 3 Uhr das Wort
gegen die Bill.
Bei Vertagung der Bormittags - Sitzung,
die um Uhr erfolgte, war es noch nicht zur
Abstimmung gekommen.
Nachmitiags-Pl e u a r - S i tz u n q.
. Tie Rcvenue-BiL.
Sofort formirte sich der Senat zumPlenar-
Ausschüsse und nahm die Revenue-Bill des
Unterhauses vor, von der 18 Abschnitte vorge
lesen wurden. Man fügte keine Amendements
von Bedeutung hinzu.
Abend-Sitzung.
Barksteuer der Pferdel-ahnen.
Die Stadt - Pferdebahn - Bill erfreute sich
dann wiederholter Aufmerksamkeit des Se
nats.
Nachdem Hr. Blake die Bill befürwortet,
fiel sie mit is gegen 9 Stimmen durch; mit
„Nein" stimmten die HH. Carroll, Bremer,
Densen, Carle, Ficlds, Knight, McCulloh,
Stevens und Walsh. Es fehlte somit an der
coiistituttonelle Mehrheit. Man zog die
Abstimmung wieder in Erwägung und setzte
die Bill sür morgen früh l t Uhr aus die Ta
gesordnung.
Unterhaus.
Das Delegarenhans versammelte sich um
10 Uhr.
Tos..Zprttig-tSrove-Asyl."
Der Sprecher legte dem Haufe eine Mit
theilung vor, unterzeichnet von dcn HH.R.s.
siewart, M. Latrobe, G. M. Brown, S.T.
Wallis und Jas. A. Stewart, in welcher be
richtet wird, daß das „Spring-Grove-Asyl"
im Falte der Staat keine Berwilligung für
dasselbe macht, von seinen Gläubigern in Be
sitz genommen wird.
Jm zweiten Male verlcjen.
Tic folgenden Bills wurden zum zweiten
Male verlesen: Die Gehälter der Polizisten
in Baltimore zu erhöhen. Hr. Gill bean
tragte, diese Bill an das Justiz-Comite zu
verweisen, da eine constilutionelle Frage in
Betracht komme. Hier werde eine Gehalts
erhöhung von mehr als §lOO,OOO verfügt
und die Staatsverfassung verbiete, eine Ge
halterhöhnng während der Dienstzeit eines
Beamten. Hr. Joyce erhob Einsprache gegen
diesen Antrag. Hr. McColgan fragte, ob der
Herr meine, daß die Baltimorer Polizisten
Staatsbeamte seien? Hr. Gill führte die
Idee aus, daß die Verfügung der Staatsver
fassung sehr weitgehend sei. Hr. Hart fragte,
ob nicht eine ähnliche Bill über Erhöhung der
Gehälter der Geheimpolizisten die Unterschrift
des Gouverneurs erhalten habe? Hr. Gill
bejahte dieses, meinte aber, jeneßill habe dem
Justiz-Comite ebenfalls nicht vorgelegen.
Gouv. Whyte habe auch die Kohlensteuer-
Bill unterzeichnet, dennoch habe das Appel
lationsgericht dieselbe als verfassungswidrig
erklärt. Wenn der Gouverneur eine Bftl
unterzeichne, so beweise das noch lange nicht,
daß dieselbe gut sei. Der Anrrag des Hrn.
Gill wurde mit 35 gegen 28 Stimmen ver
worfen. Tie Bill wnroe sofort zum dritten
Male verlesen und lag dann zur Annahme
vor.
Hr McColgan sagte, er werde für die Bill
stimmen, wenn dieselbe so amendirt werde,
daß das Gehalt in Zukunft erhöht werde, er
wünsche jedoch nicht, daß die jetzigen Mitglie
der mehr erhallen sollten. Diese Gehatter
höhung sei unzcuig, kein einziger Steuerzah
ler billige dieselbe, außerdem halte er die Bill
für verfassungswidrig.
Hr. Joyce sagte, die Zulage betrage nur
45 Cts. pr. Tag.
Hr. Greenfield sprach gegen die Bill, Hr.
Fentoii unterstützte dieselbe.
Hr. Gill sprach abermals gegen die Bill
und sagte, er sei trotzdem der wahre Freund
der Polizei. Wenn diese Bill angenommen
werde, so werde das von Steuern überbürdete
Volk unter der Last zusammen brechen, oder
aber, was noch viel wahrscheinlicher sei, die
deniokrallschc Partei werde vernichtet werden
und er möchte sehen, was dann die Polizisten
ansangen wollten?
Eine Stimme „Fischen gehen!"
Hr. Gill: „Jawohl, sie werden fischen
gehen, weil sie nichts Besseres zu thun ha
ben."
Hr. Johnson von Dorchcster-Connty oppo
iiirte der Bill. Hr. Banderford beantragte
die Vorfrage und die Bill wurde mit 37 gegen
28 Stimmen verworfen. Die Baltimorer
Mitglieder stimmten wie folgt: McCosker,
I. H. Hamilton, Coopcr, E. N. Hamilton,
McWilliams, Stewart, McAlcesc, Hart,
Joyce, Groh und Fcnton dafür, und Gill,
Loanc, a> reciifield und McColgan dagegen.
Abwesend waren die HH. Foster, Staylor
und Harig.
Die Bill bcS Hrn. Banderford über
TtaatelTruikarbeittn
wurde zum zweiten Male verlesen und so
amcndirt, daß alle übermäßig hohen Ange
bote zurückgewiesen werden sollen.
Ferner wurden folgende Haus-Bills zum
zweiten Male verlesen:
Die „Baltimore-, Towfontown-.DulancyS-
Valley- und Delta-Narrow Gange-R. R.-
Ccmp." zu incorporiren: Den Freibrief der
„Baltimore- und Potomac-Eifenbahn" zu
amendiren; die Eisenbahn-Gesetzc des Staa
tes zu verbessern; die Bill des Sprechers
Hines, dieConzessionirulig des
S p irituofe Verkaufs zn reguli
ren. Einen Theil des Staats-Piehhofes zu
verkaufen.
Hr. WatkinS rief die
Perwiitigungs-Bikl für 1174
auf. welche zur dritten Verlesung vorlag. Hr.
Leonard sagte, er sehe in der Bill Verwilli
gnngen für Wohlthängkeitsanstalten, welche
nicht in dem Entwürfe gestanden, als derselbe
zum ersten Male dem Hanse vorlag Er for
derte den Sprecher auf, dieses zu erklären. Ter
Sprecher sagte, er könne sich nicht erinnern,
daß dieselben verlesen worden feien, dagegen
behaupten einige Mitglieder, sie sc,cn verlesen
worden und der Clerk sei bereit, zu beschwö
ren, daß er diese Anstalten verlesen habe.
Als man zn der Berwilligung von §2500
für den Sraats-Controlenr für Revision der
Nevenuegefetzc kam, wurden mehrere Anträae
gestellt, aber nicht erledigt. Auf Antrag des
Hrn. seth ging das Hans in's Plenar-Co
mite und Hr. Watkins beantragte, die be
treffende Berwilligung für den Controleur ,u
streichen; angenommen. Da Comite berich
tete an das Haus und nach einem Wortwech.
sel zwischen deyi Sprecher und den HH Brace
und Robinson, wurde die Abstimmung über
die Bill gefordert und dieselbe mit 56 gegen
13 Stimmen angenommen.
Folgende Haus-Bills wurden
angenommen-
Gewisse Drucker Rechnungen zu bezahlen.
Ein Staats-Correkllons Haus zu
errichten. (Mit 49 gegen 14 Stimmen.)
Gewissen Soldaten und Mairofcn aus dem
Kriege von 1812 Pensionen zu vcrwilligcn.
Einen n wandern n gs-
Agenten zu - r ennen. Die Registri
rung von Stimmgcbcrn betreffend. Die Hei
zung und Ventilation des Kapitals verbessern
zu lassen. Tie Leichen der consöderirten Sol
daten nach dem „Loudon-Park-Todtenhofe"
bringen zu lassen. Pnvatstraßen betreffend.
Hrn. Weber n. A. verschiedene Ansprüche zu
zahlen. Eine Sanirätsbchörde zu creircn.
Tie Fische in den Gewässern des Staates zu
schützen.
Einige SanilätS-BillS passirtcn die zweite
Lesung.
Das HauS hielt Rachmittagssitzniig, um
eine Anzahl Bills zum zweiten Male zu ver
lesen. Tie Bill, welche die Errichtung einer
neuen Staats - Heu und Bichwaage verfügt,
wurde bis zum 6. April verschoben.
Die Bill, welche die Bestrafung des Ha
zardspiels vorschreibt, wurde dahin amendirt,
daß das geringste Strafmaß von §5OO ans
§lOO reduzirt wnrde. Ein Antrag, dieses
Amendement in Wiederberathnng zu ziehen,
schwebte noch, als sich das Haus vertagte.
Die Bill des Hrn. Loanc über Mondsüch
tige und Irsinnigc wurde für morgen ans M
Tagesordnung gefetzt.
Ein Antrag, die Gcietzcsklaujel der Spiri-
Mosen Inspektion? - Bill zu sireichen, wurde
mit 28 gegen 23 Stimmen verworfen.
Anifa Polls, den i. April.
Senat.
KZ,NN für ein Tpital in Baltimore.
Tie Bill, welche der „Universität von Ma
ryland" zum Ban eines Spitals in Balti
more 830,000 verwilligt haben will, kam jetzt
zur Erörterung. Bei der Abstimmung fiel
sie mit 13 gegen 9 Stimme, also in Erman
gelung der constitutioiicllcn Majorität, durch.
Im späteren Verlaufe der Sitzung zog man
die Abstimmung wieder in Erwägung und
nahm die Bill mit 15 gegen 6 Stimmen
an.
Tie Baltimorer tadt - Pserdcvahnen nd
ihre Parl-Avgabc. Ks bleibt bei m
Alle '.
Auf der besonderen Tagesordnung stand
die Bill zur Verringerung der Parkneucr der
Pferdebahnen Baltiinore's und Feststellung
der Fahrraten; die Abstimmung, zu welcher
man sofort schritt, ergab ihre Verwerfung in
Folge des Mangels an verfassungsmäßiger
Mehrheit; es fielen 12 Stimmen'dafür, Ii
dagegen. Mit „Ja" stimmten die H.H. Ayde
lotte, Blake, Brattan, Crawsord, Claggctt,
Davis, Gctty, Phclps, Steiner, Spencer,
Tuet und Williams; mit „Nein" die HH.
Carroll, Brewcr, Denson, Carle, Fields,
Änighr, Louwcll, Lloyd, McCulloh, Stevens
und Walsh.
Tie Bitt ?cr>vorfcn.
Die zweite Nummer der besonderen Tages
ordnung war die Earle'schc Bill zur Terrain-
Vermessung für einen Schiffscanal von der
Chesapeake- nach der Delaware - Bai und zur
Verwlllignng von 820,000 für diesen Zweck.
Die Abstimmung ergab IvSrimmen dafür,
13 dagegen; die Bill ist sonach todt.
Das über County-Commissäre zu
ändern; ditto den Freibrief der „Chesapcake-
Ohio-Canal-Compagnie;" den Mayor und
Stadtrath von Baltimore zum Zeichnen von
Aktien der „Maryländer Canal-Compagnie"
und zur Jndossirung der Obligationen dcrscl
den zu ermächtigen; ditto die Commissäre
von Dorchester-County zurSubscription auf's
Grundcapital der „Vienna'er Eisenbahn-Ge
sellschaft;" für den BezirkTangicr inSomer
set-County noch einen Friedensrichter zu er
nennen; dieConzessionirung vonSpirituosen
händlern in Cceil-County zu regeln; einen
neuen Wahlbezirk, den 12., in Prince Geor
ge's County zu errichten; eine Gesellschaft
zum Baue einer Chaussee von Hagerstown
nach Sharpsburg zu incorporiren; die Vögel
in'Garrett County zu hegen; eine neue Negi
strirnng der Stimiugcber im Staate anzuord
nen (nebst Amendements, deren dritte Lesung
verschoben ward); den Testamcnts-Vollitrcckcr
Joshua F. Colkey zur Ausstellung von Besitz
titeln über gewisse Grundstücke zu kirchlichen
Zwecken zii ermächtigen; Isaak N. Nicholö
irrig bezahlte Staatssteuern zurückzuerstatten;
Jakob Sauser für Festnahme des Mörders
des Capt.Miles zu belohnen: für Entfernung
der Leichen Conföderirter Vorsorge zn treffen.
Ter lgrenjstrcit init Virgiineu.
Ein günstiger Bericht ward vom Comite
für Beziehungen zu anderen Bundesstaaten
über Einsetzung von Schiedsrichtern Behufs
Feststellung der Grenze zwischen Maryland
und Virginicn erstattet.
Den 8. Abschnitt des 4. Artikels der
Stanis-Verfassnng über die Verlegung von
Criminal Prozessen dahin zu amendircii, daß
die Vorlcguiigssrage mit Ausnahme von
Mordprozessen dem Ermessen des Gerichts
hofes anheimgestellt wird (Mö aller Senato
ren stimmten dafür); den Ort Belair zu in
corporiren: die Befugnisse des israelitischen
Waisenhauses in Baltimore zu erweitern;
das Gesetz über Jncorporirung verschiedener
Ehaussee-Eompagnie'n in Baltimore Eountp
dahin zu amendiren, daß dieselben Damps-
oder andere moderne bewegende Kräfte benut
zen dürfen.
<sWeiterung de Weichbildes Valtimore
Aus der ferneren besonderen Tagesordnung
stand die Unterhausbill zur Erweiterung des
Baltimorer Stadt-Weichbildes; sie lag zur
dritten Lesung vor und wurde abschnittsweise
erörtert.
Hr. Longwell beantragte Streichung des 2.
Abschnittes und die Substituirniig des Fol
gcndcil:
„Die Commissäre von Baltimore-Comich
haben für jeden Wahlbezirk oder Theil eines
Bezirks oder Prezinkt, die anneklirl werden
sollen, drei Wahlrichter zu ernennen und das
Wahllokal zu bestimmen; die Wahl ist am
ersten Dienstage im Mai 1L74 in derselben
Art und Weise, wie die Wahl von Abgeord
ncteii für die Staalsgesetzgebnng, abzuhalten.
Die Wahlrichter dürfen von keiner Person,
deren Name nicht in den Rcgistrir-Büchern
verzeichnet ist, und welche nicht innerhalb des
zu annektirenden Reviers wohnt, Stimmzet
tel annehmen, und die Wahlbenchterstatler
haben über das Wahlresulrat an den Gouver
ncur, Aituar des Kreiögerichts von Balti
morc-County und des Tuperior-Gnichts von
Baltimore zu berichten, und wenn die größte
Stimmeuanzahl für Anneklirung sich aus
spricht, dann soll die Annettirung geschehen
und der Gouverneur seine dahin gehende
Proklamation erlassen."
Hr. Longwell sagte, bei sser irung dieses
Amendements gehen seine Absi b und sein
Wunsch nur dahin, einen gerechte Ausdruck
des Willens des Volkes, das über diese An
gelegenheit abzustimmen berechtigt sei, und
nur solcher Bürger zu erzielen, was nach sei
nem Dafürhalten am Besten durch eine beson
dere Wahl zu bewerkstelligen sei.
Hr. Stevens opponirte dem Amendement
in kräftiger Rede; die Bill, wie sie jetzt laute,
treffe schon für eine gerechte Wahl Vorsorge.
Tic HH. Claggett und Carle befürworte
ten eine Spezialnahl und das Amendement.
Hr. Williams wollte vom Letzteren, wie
vom Ersteren Nichts wissen, ein gebührender
Ausdruck der Volksmeinung lasse sich am Bc
stcn durch eine allgemeine Wahl erzielen.
Hr. Duck oficrirte ein Amendement, wor
nach der Gouverneur die Wahlrichter zu er
nennen haft zog es jedoch in der Folge wieder
zurück.
Hr. Denson jedoch erneuerte den Tuck'schen
Vorschlag, den Hr. Davis wiederum dahin
amcndirtc, daß eie vom Gouverneur Ernann
ten Bürger und Stimmgeber von Baltimore-
County sein müssen.
Das Denson'sche Amendement ging mit l 2
gegen 7 Stimmen durch; desgleichen da?
r'ongwell'sche Amendement mir 14 gegen
S Stimmen.
Hr. Tnck beantragte zum ersten Abschnitte
ein Amendement, das die südliche Grenze des
Stadtweichbildes bis zum niederen Wasser
stände an dem südlichen User des Patapsco
verlängert, in östlicher, gerader Richtung über
den Patapsco bis zum Mariuc-Spitale führt
und des Flusses Norduser nahe der Mündung
von Colgale's Creek erreichen läßt. Diesem
Vorschlage trat Hr. Stevens und dann auch
der Senat bei.
Hr. Tnck unterbreitete serner ein Amende
ment, daß Nichts in diesem Gesetze so ausge
legt werden dars, als widerrufe es die Bestim
mungen des 99. Capitels von 1870 für Ab
stecken von Straßen in Baltimore-Connly
dicht am Stadtweichbildc und das lB72erGe
setz, Capitel 78, nebst seinen Supplementen
oder trete denselben in irgend einer Weise zu
nahe oder annullire irgendwelche kraft besag
ter Gesetze bereits eingeleitete oder noch einzu
leitende Prozeduren.
Auch dieses Amendement passirte; es wur
de von den HH. Neverdy Johnson und Frick
von Baltimore mit Begleitschreiben derselben
hierher geschickt.
Jetzt tratHr.Tavis wieder mit einemAmcn
dcment hervor, daß im Falle der Annektirnng
der Mayor und Stadtrath von Baltimore den
Commissärcn von Baltimore - County eine
zwischen beiden Theilen zu vereinbarende
Summe für die seit dem i. Januar 1865 per
ausgabtcn Beträge für Weg-Durchbrüche und
-Bauten, Brücken, Abstecken von Straßen u.
Avenue, Grundstücks Ankäufe, Schulbanten
u. s. w. in dem annektieren Reviere ausbe
zahlen.
In längerer Harangue befürwortete Hr.
Davis fei Amendement, gegen welches Hr.
Tuck beredt und mir schlagenden Argumenten
Fronte machte.
Nach längeren Debatten stet das Amende
ment mir 3 gegen 14 Summen durch.
Annahme von Hausbiks.
Tie „Citizens' Bank von Baltimore" zu
incorporiren; die Befugnisse des Mayors
und Stadtrathes von Wcstminster in Carroll-
Counth zn erweitern; den Spirituosen-Ver
kauf innerhalb dreier Meilen von Hauson
ville in Frederick Couiliy zu vcrpöneii: einen
AufzugS-Durchlah an der Brücke über den
der Ferry-Bar zu errichten; die
„Bclair-Sparbank" zn incorporiren; die Be
fugnisse der Vorsteher der St. Marien-Jndn
stric-Schule für Mädchen zu erweitern u.f.w.
Ueber 2V Bills nahm der Senat heute
Abend an.
InErmangelung verfassungsmäßiger Meh
rheil nel die Bill zum Verkaufe des Staats.
Antheils an der „Annapolis-Eliridgcr Bahn"
an die „Trumpointcr Bahn. Compagnie"
durch.
Nachmittag s - S i tz un g.
Um Uhr formirre sich der Senat zum
Plennr-AuSschuffe und erörterte die Revenue-
Bill, welche abschnittsweise durchgenommen
wurde.
Man nahm Amendements an, welche die
sogenannte Erbsieuer auf 2H Cents pro je
8100, die Schulsteuer auf 12 Cents pro je
Kloo erhöhen.
Der Senat verwarf die Bill mit l 1 gegen
7 Stimmen; d. h. aus Mangel an constirn
tioneller Mehrheit. Das Votum ward jedoch
wieder in Erwägung gezogen, und die Bill
für morgen Vormittag Ii Uhr auf die beson
dere Tagesordnung gesetzt.
Der Senat vertagte sich dann bis 8 Uhr
Abends.
Abend-Sitzung.
Um 8 Uhr begann die Sitzung wieder.
Mit Zustimmung von zwei Dritteln der
Seuats-Mitglicder durfte eine Bill, welche
zur Anstellung von NechtSbcistand zur Ver
tretung des Staates in dem beabsichtigten
Schiedsgericht zur Fixirung der Grenzlinie
zwischen Virginicn und Marhland ermächtigt,
eingebracht werden.
Tic Erwägung der Bill zur Erweiterung
des Baltimorer Stadtwcichbildcs wurde bis
morgen Mittag 12 Uhr verschoben.
Tic Earle'schc Bill zur Bestrafung eines
Steuereinnehmers oder StaatSgcld-Venvah
rers, der von einer Bank oder Körperschaft für
Staatsgcld-Depositen bei denselben Vcrgü
tung annimmt oder erhält, mit Geld- oder
Kerkcrstrafe wurde zur Neinschrift beordert.
Die Shad- und HSnngSfischerei im Pa
tuxent zu regeln; jährlich ?1000 fünf Jahre
lang derCharlottc-Hall Schule zu bewilligen;
die „Siid-Baltimorcr Chemische Fabrik" in
die „Chappel'sche Chemikalien- und Dünger-
Compagnie" umzutaufen; die Fische und
Terrapins in de Gewässern des Staates zu
hegen; für's Bessernngshaus für Negerkindcr
in Prince George's Conuty HISMO auszu
setzen; „die Chesapeake Einwandernngs,
Land- und Anbau-Gesellschaft von Maryland"
zu incorporiren (eine äußerst umfangreiche
Bily u.,. f.
Unterhaus.
Hr. Park stellte den Antrag, ein gewisses
Spezial - Comite aufzufordern, die „Locol-
Option-"Bill für Allegany Conntq sofort ein.
zuberichten. Es scheine, als wolle man diese
Maßregel zurückhalten und im Comite erstik
keu lassen. Tie Bill sei einem Theile der De
legation seines County's überwiesen worden;
diese Herren seien jedoch gegen dieselbe.
Hr. Wier entgegnete, daß sein Collegc(Park)
diese Bill heimlich in's Haus geschmuggelt
habe, als die meisten anderen Delegaten des
County's abwesend gewesen seien. Tie Be
völkerung von Allegany-Coniity sei gegen die
Maßregel und er repräsentire hier jedenfalls
eben so viele Steuerzahler, als Hr. Pari.
Hr. Joyce bemerkte, daß er von ungefähr
zum Mitgliedc des genannten Comite's er
nannt worden sei. Dasselbe würde ohne Zwei
fel gestern Abend die Bill in Betracht gezogen
haben, wenn er nicht nach Hanse gerufen wor
den wäre. Der Antrag des Hrn.' Park sei be
leidigend und er hoffe, daß derselbe niederge
slimmt werde. Die Bill würde wahrscheinlich
morgen einberichtet werden. Mehrere Mit
glieder erklärten sich befriedigt mit dieser Er
klärnng und ersuchten Hrn. Park, seine Order
zurückzunehmen. Hr. Park entgegnete mit
Nachdruck, er werde seincnAntrag nicht zurück
nehmen und wenn er geschlagen werden solle,
so möge dieses nn offenen Hause geschehen.
Der Antrag wurde dann mit 4L gegen lk
Stimmen verworfen.
Der gemeinschaftliche Beschluß des Senats
im Juteresse der Ferner Gefangenen wurde
günstig eiuberichtet und angenommen; ditto
der Senats Beschluß über die„Eastern Shore-
Bahu."
Die Haus Bill, den Ver. Staaten die Ju
risdiktion über ein Gebiet in Prince George's
County abzutreten und die Stadt Fort Wa
shington zu bilden, wurde günstig eiuberichtet
und angenommen.
Hr. Äatkins von der Majorität des Co
mite's für Mittel und Wege berichtete heute
Morgen über dieMitlheilung des Controleurs
Woolford, daß das Comite überzeugt sei,
daß der Staat dem Controleur die verlangte
Summe schulde, da er jedoch den Posten
zurückgezogen zu sehen wünsche, so überlasse
man es der nächsten Gesetzgebung, ihn zu be
zahlen. Hr. Koons legte einen Mlnoritäls
bericht vor. Der Bericht der Majorität wurde
auf den Tisch gelegt.
Die Senatsbills welche unter dem Namen
Tpiritnoken-Licenz-Pilt
bekannt ist, wurde von dem Coniite für Mit
tel und Wege einberichtet mit einer ganz neuen
Bill als Amendement.
sprach gegen das Amendement.
Der Senat habe seine Bill nach sorgfältiger
Berathung angenommen, das Haus solle des
halb nicht so unhöflich sein und dieselbe durch
ein solches Amendement erdrücken lassen. Das
Amendement werde den Wünschen der Dem
penzleutc nicht so vollkommen entsprechen, als
die Bill. Tie Temperenzler seien berechtigt,
von diesem Körper einige Rücksicht zu verlan
gen, bis jetzt habe sich jedoch das HauS dage
gen gesträubt, dieselben zu berücksichtigen.
Der Redner besprach sodann die Bill und das
Amendement und unterstützte Erstere mit
Wärme.
Hr. Watlins sagte, er sei ein Anhänger
der „Local-Option" und hcdanere, daß das
Haus die betreffende Bill verworfen habe. Er
sei ein strenger Temperenzler und werde in
dem Bestreben, das durch die Trunkenheit
entstehende Uebel anszurotlcn, vor keiner Ver
antwortlichkeit zurückschrecken. Tie Senats
bill sei unprakliich nnd deßhalb habe das Co
mite sie amendirt; ein Gesetz, was von keinem
'Nutzen ici, solle lieber gar nicht angenommen
werden. ,
Hr. Nikodemus sprach ebenfalls gegen das
Amendement. Die Frage über Mäßigkeit
sei bereits genug agitirt und eine große An
zahl Bürger hätten die Gesetzgebung darauf
aufmerksam gemacht. Diese Stimmen soll
ten gehört werden. Die Senatsbill sei ge
rade Das, was man im Lager der Tempe
renzler wünsche und dieselbe solle angenom
men werden.
Major Stewart sprach gegen die Bill; die
selbe werde in der Stadl Baltimore großen
Schaden anrichten. Tie Bill und das Amen
dement wurden sodann verlesen und ans mor
gen zurückgelegt.
Tr. kisenbart gerettet.
Die Bill des Hrn. Äoons, den medizini
schen Pfuschern das Handwerk zu legen, wur
de ungünstig einberichte! und der Bericht an
genommen.
Die Haus-Bill, den Freibrief der „Balti
more-Potomac-Babn" zu amendiren, wurde
zum ersten Male verlesen. Tr. Henkle bean
sprucht, daß die Verfügungen der Bill unge
recht seien, indem man die Comp, auf 10
Cents Zoll für den Tunnel beschränke, wel
cher tz 2,00,000 gekostet habe. Dieses allein
solle genügen, um der Bill den Garaus zu
machen.
Hr. Gill sagte, der Original Freibrief habe
einige Mängel, welche durch diese Bill besei
tigt werden sollten. Hr. Keech war der An
sicht, daß die Bill angenommen werden solle.
Hr. Robey sagte, die Raten der „Balli
more-Potomac-Bahn" seien seines Wissens
viel zn hoch und er hoffe, daß die Bill ange
nommen werde. Nach längerer Debatte
wurde die Bill mit 59 gegen 6 Stimmen an
genommen.
Die Bill, welche das Passiren von Lokomo
tiven, Waggons und Zügen über Verbin
dungsbahnen in 'Maryland vorschreibt, wurde
gleichfalls angenommen.—Das Haus machte
um 43 Pause bis 4 Uhr.
Nach mi tta g s s i tz un g.
Tie-verwikigungs-PiU sür 873
wurde so amendirt, daß sie mit der diesjähri
gen Berwilligung übereinstimmt, worauf sie
zur dritten Lesung beordert wurde.
Mehrere andere Bills wurden zur Rein
schrift überwiesen.
Gegen sechs Uhr fand ein Namensaufruf
statt; es dauerte bis gegen 8 Uhr, bis wieder
ein Quorum vorhanden war. In der
Abendsitzung
wurden sodann folgende Bills angenommen:
Die Gewalten der Curatoren der Huntiiigdon-
Chapel zu erweitern; den Coinmissüren von
Baltimore - County zu gestatten, gewissen
Bahn-Gesellschaften das Wegerccht über das
Gefängnißgruiidstück zu gestatten; eine Volks
zählung >n Garrett - Eounty vorzunehmen;
Geld zur Volleudnug des Todtenhofes auf
Point-Lookout zu verwilligcn; die Citizens'
Gas-Comp. von Baltimore zu incorporiren'
den Freibrief der „Baltimore-Drum-Paint-
Bahn-Comp." zu amendiren; die Gehalte der
Commissärevon Baltimore Co. zu bestimmen:
die Auktionatoren von Baltimore - Eounty
anzuhalten, Lizensen zu lösen; die Stadt zu
ermächtigen, Grundstücke zu kaufen und zn
pachten und Statioushänser auf denselben zu
errichten; die Wahlgesetze von Harfoid Co.
zu amendiren; die Kohlenbergwerke in Alle
gany- und Garrctt County zu reguliren; den
Verkauf der Staatsheuwaage in Baltimore
zu die Hölcrgeschäftein Washing
Co. zu coiizeffumiren - die Stadt Baltimore
zu ermächtigen, das Eigenthum der„Westtrn-
Maryland - Bahn - Comp." zu kaufen; die
Stadt zu ermächtigen, Aktien der „Washinq
tou-Poiut-Lookout Bahn" zu zeichnen; einen
öffentlichen Noiar für Garrett County zu er
nennen.
A n po li s, den 2. April.
Senat.
St. Zoyn s Kollege.
Der Vorsitzende legte dem Senate Zuschrif
ten von William Howard, Sekretär des Visi
tatoren - Collegiums, und dem Gouverneur
des St. John's - College vor; dieselben er
streckten sich in Gemäßheit einer Weisung des
Senats auf den Stand der Finanz - Angele
genheiten der Anstalt während der Amtsver
wallung des Pastors C. K. Nelson und wur
den dem Finanz Comite überwiesen. Darnach
bclief sich die Schuld bei Lieferanten vonßor
räthe für die Anstalt während des Dr. Ncl
son'schcn Regimes auf 750, woiür eine
Hypothek auf's Grundstück gegeben worden.
Bom Unterhause
langten dessen Bills in großer Anzahl, sowie
mehrere von ihm passirte ScnatSbills an; die
Ersteren wurden zum ersten Male gelesen und
den zuständigen Comite'n zum Referate über
wiesen. Unter den Letzteren befand sich die
Bill über die Auktionatoren in Baltimore-
County, der das Unterhaus ein Amendement
angehängt hatte, welches die EonzesfionS-Ge
bühr aus K5O verringert; der Senat trat dem
selben bei und paftirte feine amcndirte Bill
nochmals. Zu den vom Unterhause amen
dirten Senatsbills gehörte ferner die Bill,
welche den Mayor und Stadtrath von Balti
more ermächtigt, den Bürgern der Stadt die
Frage der Subscribirung von §250,000 für
die „Washington City-Point Lonkouter Eisen-
Bahn" am Stimmkasten vorzulegen. Das
Unterhaus hat ihr das Amendement beige
fügt, daß die Baltimorer Bürgerschaft zu -
gleicher Zeit über eine ebenso hohe Sudscrip
tivn für die „Südliche Maryländer Eisen-
Bahn" abstimmen soll. Der Senat nahm
das Amendement in den Kauf und die so
amendirtc Bill nochmals an.
Tie Sievrnüc - Bili des Unterhause
Sic stand zunächst auf der besonderen
Tagesordnung und ging mit 18 gegen 5
Stimmen durch. Mit stimmten die
HH. Carroll, Aydclotte, Blake, Bremer, Bil
lingslcy, Crawford, Davis, Denson, FieldS,
Gelty, Knight, Mndd, Phelps, Stevens,
Spencer, Suit und Duck; mit „Nein" die
HH. Claggctt, Carle, Lloyd, McCulloh und
Zweite Lesung von Hausbill.
Hypothekarische Verkäufe betreffend (mit!
Amendements); die „Miryländcr Canal-
Compagnic" zu incorporircn; ditto den Ort
Vienna; für Reinigung und Durchlüftung
des Kapitals 816,000 zu bewilligen.
Tie Krwcitcrung des Baltimorer
Weichbildes.
Man nahm nun die Unterhansbill zur Er
weiterung des Weichbildes der Stadt Balti
more wieder vor.
Hr. Davis stellte das Amendement, daß ein
von den Commissären von Baltimore-County
und zwei vom Mayor und Stadtrathe von
Baltimore ernannte Commissäre die genauen
Grenzen des zu annektircndcn Gebietes ver
messen und abstecken: der Senat nahm den
Zusatz an.
Hr. Stevens' Antrag, diese Abstimmung
wieder in Erwägung zu ziehen, fand An
nahme. Ter Antragsteller bemerkte, der allci
nige Zweck und die Wirkung des Amende
ments würden in der Vereitelung der ganzen
Maßregel bestehen; die Vermessung und Ab
sieckung wären vor dem zur Wahl festgesetzten
Tage unmöglich.
Hr. Davis entgegnete, Baltimore - County
sollte, wenn diese Grenzen abgesteckt werden,
dabei vertreten sein. Wie die Bill jetzt laute,
se, für Vertretung des Counrys keine Vorkehr
getroffen; wie sollte das Eounty dann amt
lich erfahre, wo seine Grenze sich befindet?
wie seine Bewohner es wissen, wo sie das
Stadtgebiet betreten?
Das Amendement ging durch.
D'ranf beantragte Hr. Stevens als weite
res Amendement, daß eine Mehrheit der drei
Commissäre nach Benachrichtigung aller die
Vermessung und Absteckung vornehme. Dies
ward angenommen; desgleichen das weitere
Davis'sche Amendement, daß die drei Com
missäre H 5 Diäten jeder bekommen, und die
Stadt die Vermessungs-Kosten tragen soll.
Hr. Davis unterbreitete einen neuen Ab
schnitt, daß die in der jetzigen Sitzung der
Gesetzgebung erlassenen Gesetze:
zur Fuudirung der schwebenden Schuld von
Balrimorc-County im Betrage von höchstens
82,000,000;
zum Ausgeben von weiteren Obligationen
in Höhe von tz 1,500,000 für die Correktion
von Jones' Fällen;
Zum Ausgeben von Obligationen in Höhe
von höchstens H 5,000,000 für eine permanente
Wasserleitung aus dem Gunpowdcr nach der
der Bürgerschaft Baltimore's erst nach Ent
scheidung der Anncttir - Frage am Stimm
kasten unterbreitet werden; spricht man sich zu
Gunsten der Ännekliruug aus, dann sollen
obige drei Gesetze den in dem annektirten Re
viere wohnenden Stimuigebern zu gleicher
Zeit mir den jetzigen Wählern der Stadt zur
Entscheidung vorgelegt werden.
Dieses Amendement fiel durch.
Tie Bestimmung des 8. Abjchnittes, „daß
das annektirte Gebnt bis zur nächstenSitzung
der Gesetzgebung demselben Congreßbezirkc
oder-bezirken angehören soll, als jetzi," wurde
durch Streichung der Worte: „bis zur nächsten
Sitzung der Gesetzgebung" amendirt, weil
nur durch Congreß - Erlaß eine Umänderung
von Congreßbczirkcn möglich ist.
Hr. Davis, der noch immer nicht zur Ruhe
gekommen, wollte den . Abschnitt mit der
ganzen Bestimmung über die Grundeigen
thums-Abschätzung für städtische Besteuerung
gestrichen wissen und ritt für sein desfallsigeS
Amendemenl eine ganze Stunde in's Treffen;
die von der Bill vorgesehene Besteuerung sei
verfassungswidrig und nicht gleichförmig.
Der Redner führte als Stützen seiner Be
Häuptling eine Anzahl Gewährsmänner an.
Troy der gewalligen Anstrengungen des Hrn.
Davis, fem Kind über Wasser zu halten, ließ
der Senat mit 2 (HH. Davis und Billings
ley) gegen 17 Stimmen das Amendement
sinlcn.
Ohne dadurch entmuthigt zu werden, rückte
Hr. Davis sogleich mit einem anderen 'Amen
dement heraus, einem neuen Abschnitte, der
Jeden, welcher bei der von der Bill angeord
neten Wahl einen slimmgcber besticht oder
zn bestechen versucht, mit Geld- und Gefäng
nißfirase belegt.
Hr. Stevens warf ganz richtig ein, daß sür
Bestrafung gesetzwidrigen Stimmens bereits
im allgemeinen Wahlgesetze gesorgt sei, was
dieses Amendement ganz überflüssig mache.
Hr. Davis erhob sich zn längerer Entgeg
nung; nehme man das Amendement nicht an,
so werde es an dein Wahllage Blutvergießen
geben; der neue Abschnitt schütze gegenßetrug;
falle er durch, so möge man ihn sür die Fol
gen an Wahltage nicht verantwortlich machen.
Während Hr. Davis noch im besten Rede
flüsse war, verstand sich Hr. Stevens zur Ae
cepriruiig des 'Amendements, das der Senat
dann ebenfalls annahm.
Hr. Davis verlangte Streichung des 7.
Avschnitles über die „Magistrats - Personen"
dem Anschluß Gebiete; die Verfassung kenne
keinen Beamten unter diesem Namen.
Der 'Abschnitt wurde demgemäß gestrichen,
und an seine Stelle trat ein Amendement,
das den Gouverneur ermächiigt, mit Zurathe
zichuilg und Einwilligung des SenaieS einen
Friedensrichter für jede durch diese Bill errich
tele Ward zu ernennen.
Runmchr spielte der unermüdliche Hr. Da
vis seinen Haupttrumps gegen die von ihm
mit löditlchem Hasse verfolgte Bill aus und
trug ans Streichung der Erlassu-igs-Klausel.
d. h. indirekt ans Verwerfung der Bill an
und sprach bis nach 3 Uhr für seinen Antrag,
welchen er, sich eines Besseren besinnend,
schließlich wieder zurückzog, um als Amende
ment eine ganz neue Bill, welche ganz Bal
timorc-Couiity der Stadl einverleibt haben
will, zn unterbreiten und darüber eine längere
Harangue loszulassen. Es war inzwischen
35 Minuten nach 3 Uhr geworden; im Saale
langweilten sich nur noch sieben Senatoren
und der Vorsitzende, indeß die Sitze hinter
den Senatorensesseln sich zum ersten Male
während der ganzen Sitzung total geleert
hatten.
Als er sah, was er angestiftet hatte, erklärte
Hr. Davis 20 Minuten vor 4 Uhr, er könne
unmöglich zu leeren Bänken sprechen, und be
antragte namentliche Ausrufung der Senato
ren. Dem 'Antrage ward Folge geleistet;
zehn Ausgerufene anlworlettn, worauf der
Quästor die Abwesenden zusammentrommeln
mußte.
In seiner Abwesenheit sah sich Hr. Brcwer
zu der impertinenten Frage veranlaßt, wie
lange man hier noch ausgehalten Wersen solle?
Dabei rief er: „Wenn Das nicht Partei
gängern ist, möchte ich wissen, was es sonst
ist!"
Ter Präsident erklärte, man könne nur die
Rückkehr des nach den Abwesenden auSge
laiidten Onäsiors erwarten.
Hr. Bremer: „Während wir hier sind, be
findet sich Hr. Davis d'raußen und nimmt
sein Mittagsmahl zu sich."
Mit des Quästors Rückkunft stellte sich
auch eine beschlußfähige Mitglieder-Anzahl
ein.
Hr. Davis fuhr dann in feiner Rede fort.
Es wurde 4 Uhr, und er sah sich genöthigt,
noch einmal den Namensaufruf zu verlangen,
und hielt zu sprechen inne. 20 Minuten nach
4 Uhr ward vcr Namensaufruf suspendirt;
Hr. Davis hob feine Rede wiev-r an, indeß
die meisten Senatoren im Vorzimmer um
hersaßen, sich bei einer duftendeiiHavaniiaiiii
tcrhielteii, aber immer bei'm nächsten Na
mensaufruf im Saale zu erscheinen ans dem
Sprunge waren.
Mittlerweile verweilte Hr. Davis bei Re
miniscenzen und persönlichen Erlebnissen im
Orte Davißville und unterhielt das Rcstchen
von Zuhörern eine halbe Stunde lang mit
interessanten Begebnissen Betreffs dieses rei
zenden Dorfes. 17 Minuten vor sUhr lausch
ten nur noch 6 Senatoren dein Honigseime
seiner Beredtsamkeit.
Hr. Stevens drang jetzt auf NamenSauf
ruf, in Folge dessen die weiteren Verhandln!
gen sogleich ruhten, und Hr. Davis bis 25
Minuten nach 5 Uhr zu sprechen fortfuhr.
Die Abstimmung über sein neuestes Amen'
dement, eine neue Bill, ergab I Stimme (Hr-
Davis) dafür, 2k dagegen!
Wiederum ließ Hr. Davisein Amendement
vom Stapel, das den 9. Abschnitt bilden
sollte und wornach die Gesetze Maryland'S
über Bestechung auf die von der Bill angeord
netcn Wab! Anwendnng finden sollen. Es
ward ebenfalls niedcrgestimmt.
Hr. Duck, dem gleich seinen Collegcn der
Geduldsfaden gerissen war, wandte sich mit
dem Ersuchen, den Senat derNothwendigkeit,
extreme Maßregeln zu ergreifen, um eine Ab
stimmung zu forciren, zu entheben, an Hrn.
Davis, der sich doch jetzt von der Stiniinung
des Senats überzeugt haben müsse.
Hr. Williams beantragte, daß Z 6 Uhr die
Bill zur Abstimmung gelange.
Ter Präsident erklärte den Antrag für au
ßer Ordnung und kündigte an, nur die Frage
über die Abstimmung über die Bill könne ge
stellt werden.
Ohne sich irre machen zu lassen, ergriff Hr.
Davis auf's Neue das Wort; das Wesen und
die Bedeutung der Bill habe er noch garnicht
berührt, sondern nur die cinschlaqendenßechts.
und Bersassungspunktt theilweise erörtert.
Nachdem Hr. Davis fast ununterbrochen
von Hl Uhr an seiner Rede freien Laus ge
gönnt, trat er Abends 47 Uhr r dem Per-
tagungs Antrage zurück und der Senat ver-
Uh üblich mit leichtem Herzen bis 3
... <?in IN ee-nnts - Fabrikant.
Wahrend des ganzen fünfstündigen Vor
trages des Hrn. Davis saß Hr. Georg H.
Carman dicht hinter ihm, mit der Emsigkeit
einer Biene Amendements zurechtstutzend, um
sobald eines todt gemacht worden, ein neues
wieder durch Hrn. Davis osserircn zu lassen.
Abendsitz nng.
Um 8 Uhr Abends trat der Senat mit 18
Mitgliedern wieder zusammen.
Annahme der Bill zur Erweiterung de Bal
timorer Stadtgebietes mit 2 t gegen t
(Hr. Davis).
Ueber die zuerst vorzunehmenden Geschäfte
setzte es erhebliche Plänkeleien.
Hr- Stevens unterbreitete eine Ordre, daß
die Abstimmung über die endgültige Annahme
der Bill für Erweiterung des Baltimorer
Stadtweichbildes nni 0 Uhr vorgenommen
werde.
Hr. Tavis sagte, als der Senat sich vcr l
ragte, habe er (D.) das Wort gehabt und sei ' c
nur dem Vertagungs-Antrage gewichen: folg- i
lich stehe ihm jetzt noch das Wort zu. s
so verstand aber der Vorsitzende die Sache !
nicht; der Vcrtagungs-Antrag sei nach Ss
pendirung eines Namensaufrufes des Sc ,
nats gestellt worden.
Hr. Duck erklärte, nach einer Senars-Ordrc
das gestern Abend unerledigt gebliebene
Geschäft heute Abend zuerst an der Reihe.
Der Präsident stimmte Dem bei; sonach wa
ren die Bills zur dritten Lesung vorzuneh
men.
Hr. Williams beantragte Ausschub der
regelmäßigen Geschäftsordnung bis 51c> llhr.
Hr. Davis yrolcstirle dagegen, wie gegen
Alles, was wie eine Drohung, die Debatte zu
knebeln, aussehe.
Ter Williams'schc Antrag drang durch.
Doch nahm man nach mehreren Reden und
Gegenreden die Bill zur Erweiterung des
Weichbildes von Baltimore vor.
Hr. Davis ging iu's Einzelne ein, nm zu
zeigen, das Stadtgebiet bedürfe keiner Ver
größerung; es umfasse bei noch nicht 300,000
Seelen 12 Quadralmeilen, mährend London
Mit K Millionen nur etwa 30Qnadratinc>Ien
groß sei.
410 llhr war Hrn. Davis' Redclust gestillt
und die Bill passirte mit 21 gegen i (feine
eigene) Stimme.
Den ganzen Abend hindurch waren die
Lobbies undGallerie dicht gefüllt; auch meh
rere Damen waren anwesend.
Unterhaus.
Die Hausbill, welche den Verkauf eine
Theiles von dem Grundstücke der Staais-
Viehwaage erlaubt, wurde angenommen.
Später wurde ein Versuch gemacht, cincWie
derbcrathung der Bill durchzusetzen. Die
Gegner der Bill (die HH. McColgan, Joyce,
McCoSkcr und Henkle) machten geltend, daß
das betreffende Grundstück zum Tränken des
Viehes unbedingt nöthig sei; daß dagegen
der Verkauf dem Staate wenig oder gar
Nichts einbringe. Hr. Turner und Hr. Fen
ton, welche die Bill einbrachten, sagten, daß
das Eigenthum von keinem Werthe für den
Staat sei, aber durch Privatpersonen nützlich
verwendet werden könne. Das Vieh könne
nie dort getränkt werden, weil das Wasser
zu schmutzig fei. Ter Antrag wurde verwor
sen.
Die allgemeine Berwilligungsbill für die
Staatsausgaben des Jahres 1373 wurde so
dann ausgenommen und passirte mit L 5 gc
gen 2 Stimmen.
Hr. Merryman vom Ackerbau-Comite be
richtete günstig über die Senatsbill, alle
Hunde im Staate zu besteuern.
Die Senals-Bill, der physikalischen Fakul
tät der Universität von Maryland eine Geld
summe zu verwilligen, um dieselbe in den
Stand zu setzen, ein Hospital zu errichten;
ferner die Bill, dem „College of Physicians
undSurgeons" eine Verwillignng zu machen,
und die Bill, dem israelitischen Hospitale in
Baltimore eincnZuschuß zu verwilligen, wur
den ungünstig von demComite für Mittel und
Wege emberichtet und die Bills wurden dem
i Berichte untergeschoben. (Dieselben haben
> demnach Aussicht auf Annahme.)
Das Wörtchen ~wcUi' >' er Ttaats-
Hr. Koons verlangte eine Suspension der
Regeln, um folgenden gemeinschaftlichen Be
schlug zu beantragen:
„Zudem durch die Constitution der Ver.
Staaten, welche als das Fundamental-Gesetz
des Landes an.csehen wird und deshalb auch
das höchste Gesetz dieses Staates ist, ungeach
tet etwaiger widerstreitender Verfügungen uii
serer Staatsverfassung, das Stimmrecht den
Farbigen übertragen worden ist, deshalb
sei beschlossen. daß die Beibehaltung des
Wörtchens „weiß" in der Verfassung dieses
Staates tadcliiswcrth ist und gegen die Con
stitution des Landes und den Geist des Jahr
hunderts verstößt."
Dieser Antrag führte zu einer hitzigen De
batte; Antrag folgte auf Antrag. Ter Sprc
chcr entschied, daß der Beschluß dem Hause
vorliege und die Frage sei, ob derselbe an das
Comite über die Negerbevölkerung verwiesen
werden solle.
Hr. KoonS appellirtc der
Beschluß ging schließlich vor da?Jusliz-Co
mite.
~Local cption"-Matzregel
abstimmen zu lassen, wurde ungünstig be
richtet, und der Bericht wurde angenommen.
Tie Hansbill, den Charfrcitag zu einem
gesetzlichen Feiertage zu machen, wurde angc
noinmen.
Ferner die Hausbill im Betreff von Be
schlagnahmc der Löhne von Nichleinwohnern.
Ferner die Bill, die „Baltimore Towson
town- Dulany Vallcy-Bahn" zn incorpori
ren. Die Hausbill, welche den Polizei-Com
missäreu vonßaltimorc gestaltet, einen Schre
iber für das Marschalls Büreau zu ernennen,
wurde angenommen.
Abendsitznn g.
Die HauSbill, welche eine Abschätzung in
Baltimore gestattet, wcnnimmer der Mayor
und Stadtrath es für geboten erachtet, wurde
! vom Senate zurückgeschickt, aber die ainen
dirte Bill verworfen. Das Votum wurde
wieder in Berathung gezogen.
Folgende Hausbills wurocn angenommen:
die Stadt Baltimore zn ermächtigen, Aktien
i der „Baltimore - Drum Pointer Bahn" zu
zeichnen.
Folgende Senatshills wurden angenom
men: den Freibrief der „Sparbauk von An
napolis" zu amendiren.
Der ungünstige Bericht über die Hausbill,
den Quacksalbern das Handwerk zu legen,
welcher gestern angenommen wurde, ward
wieder berathen und die Bill wurde dem Be
richte substituirt.
Beamten-Ernennungen des Gou
verneurs
vom Senate bestätigt.
Gestern Abend bestätigte der Senat der Ge
setzgebung in geheimer Sitzung folgende ihm
vom Gouverneur Übersandte Ernennungen:
für des Gouverneurs Stab.
Andrew G. Ehapman von Charles County
General-Inspektor: Ferdinand C. Latrobe
General Audltenr; Andrew I. Pennington
General-Quartiermeister; Gilmor Pieredith
Gcneral-Eommissär; Wm. H. Grimcs von
Washington - County General - Stabsarzt;
Georg S. Brown aus Baltimore General-
Zahlmeister; Edmund L. F. Hardcassle aus
Talbot-Couiity Genie-Chef; Thomas W.
Campbell von Batrimore Chef des Geschütz
wefens; John F. Lee aus Prince George's
County Cavallerie-Chef; James Howard Är
tillerie-Chef.
Ueber den zum Stabschef des General-Ad
jutanten Ernannten wurde keine Verfügung
getroffen.
Staals-Sanit ä t S-C o minisfion.
Die Doktoren Nathan R. Smith, Charles
W. Chancellor und Ed. Lloyd Howard von
Baltimore, Henry H. Mitchell von Eeeil- und
I. Robert Ward von Ballimore-Eouiity.
Fi fch er ei-E om m iff l on.
I. B. Ferguson von Baltimore und Phi
lipp W. Doivns von Carolinc-Couniy.
voinmwsio ers ot' IN-äs für Maryland
Thomas H. Hunt von Chicago und I. M.
Williamson von Philadelphia mit dem Wohn
orte in genannten Städten.
Mehrere Friedensrichter
wurden zuletzt bestätigt.
Ter neue General-Adjutant.
Annapolis, 1. April!
Groome hat heute Frank Bond aus Anne
Arundel-Couiity zum General-Adjutanten der
Miliz ernannt.
Stadt Baltimore.
Gin scycuSwcrthes Berkaufslokal
au der West-Baltimorestraffe.
Herr Hugh sisson, der Eigenthümer der
Dampf-Marmorwerke an der Ecke der North
und Monumentstraßc, hat das Rinchart'sche
Gebäude Nr. 140, Wcst-Baltimorestraße, ge
miethet und dasselbe zu einem Verkaufslokale
eingerichtet, wie es, eleganter und prächtiger
ausgestattet, kaum in Baltimore gefunden
werden kann. Wenn man von der Straße
m dasselbe eintritt, so befindet mair sich in
einem verhält,,ißmäßig schmalen Raume, an
dessenSeftenKaminsimse, Platten sür Möbel,
Pfeiler für Begräbnißplätze :c., sämmtlich
aus Marmor ausgeführt, in bunter Auswahl
allsgestelU sind. In der Mitte erblickt man
kostbare Statuen, die in wahrhast künstleri
scher Weife geschaffen, einen wohlthuenden
Eindruck auf den Besucher machen. Wenn
man den betreffenden Raum durchschritten,
gelangt man in einen quadrntförmigen Saal,
welcher an eine Kuust-Gallcric erinnert. Herr
liche Monumente und Grabdcnkstciue stehen
rings an den Wänden, und die dnnkelrothe
Farbe der Letzteren contraslirt äußerst vor
theilhaft mit dem blendend weißen Marmor.
Vier lebensgroße weibliche Statuen verleihen
dem Saale einen besonderen Reiz. Tie Aus
führung der Gesichter, die cmporgcstreckten
Hände, de iFalteuwurf der Gewänder alles
Dies ist so meisterhaft, daß man nicht lange
darüber in Zweifel bleibt, daß in den Werk
stätten des Hrn. Sisson nicht nur geschickte
Arbeiter, sondern auch Künstler zn finden sind.
Rund um den Saal läuft eine kleine reich
verzierte Gallerte, von welcher man die im
Saale aufgestellten Statuen und Monumente
in einem günstigeren Lichte sieht, als vom
Verkausslokalc ans. Das zweite Stockwerk
ist mit Kaminsimsen aeiüllt Di Letzteren
sind aus den verschiedenartigsten Marmorar
ten angefertigt, und es ist höchst interessant,
diese Arten in Augenschein zu nehmen und
Vergleiche zwischen denselben anzustellen. Ne
ue' dem schillernden weißen Marmor von
Carrara erblickt man die schwarzen Marmor-
Arten, die Hr. Siffon aus Deutschland und
Egypten importirl. Auch der französische und
belgiichc Marmor ist ausgestellt, aber in reich
ster Auswahl sind die amerikanischen Arten
vertreten. Der Marmor, welchen Carroll-
Connry in großen Quantitäten liefert, steht
au Güte nicht hinler dem zurück, welcher in
den Marmorbrüchcii von Tcnnessee gefunden
wird, und auch mit allen übrigen Marmor-
Arten vermag der Maryläuder kühn einen
Vergleich auszuhalten. Hr. Hugh Sision ist
unstreitig der beste Marmorkenner Baltimo
re'S. Fast ganz Europa hat er durchreis't,
um die Marmorbrüche jenes Erdtheils kennen
zu lernen, und die Brüche bei Carrara sind
ihm gerade so gut bekannt, wie die Brüche
unseres eigenen Staates. Daß er gegenwär
rig ganze Schisssladungen der edlen Stein
alt. welche er in seinen Werkstätten verarbei
tet, von Europa importirl, haben unsere Le
ser bereits wiederholt aus den Lokalspalten
dieses Blattes ersehen.
Heute ist Charfreilag, der Erinne
rungslag der Kreuzigung des Weltheilandes.
Die ganze Christenheit, protestantisch, wie ka
tholisch, wie sehr auch die Ansichten in Glau
bcnSsachen sonst auseinander gehen, stimmt
in der ernsten Feier, welche den Todestag des
Erlösers in Erinnerung bringt, überein, wes
halb auch in allen christlichen Ländern derselbe
als geborener Festtag betrachtet w.rd. Tie
Einführung des CharfrcitagS ist weit älter,
als die des Gründonnerstags, und stammt
schon ans dem ersten Jahrhunderte, und ob
gleich die Reformation 1400 Jahre später
viele Festtage modifizirtc, so blieb doch der
Rang dieses Tages un Kirchcnkalcnder unver
ändert. In der katholischen Kirche wird beule
keine Messe gelesen, keine Musik, kein Glocken
klang ertönen ; die Altäre sind schwarz drapirt,
und der Andächtige betritt nur den Tempel,
um ein stilles Gebet zu verrichten. Abends
wird in allen Kirchen das Klagelied Jercmiä
(l' nxl.i-m), wie am Gründonnerstage gesun
gen, und es trägt eine jede Andachrsübung
einen ernsten Charakter. Gestern Nachmittag
bis in den Abend hinein waren viele Kirchen
zahlreich besucht.
Dcr Dampscr „Edgar Stewart,"
welcher vor einigen Wochen von dem Gene
neralanwaltc der Per. Staaten mit Beschlag
belegt wurde, wird bis zum Juni - Termine
des Bundesbezirks - Gerichts unter Aussicht
des BundeSmarschalls Goldövorough verblei
ben. Die Anklage, welche vorliegt, ist die,
daß der Dampfer die Navigations-Gesctze dcr
Vcr. Staaten übertreten hat. Falls die An
klage aufrecht gehalten und richtig befunden
werden sollte, wird der Dampfer von der
Bundesregierung confiSzirt werden. Man
glaubt jedoch allgemein, daß Hr. Butcher,
welcher sich für den rechtmäßigen Eigenthü
mer des Dampfers ausgicbt, im Stande sein
wird, die von dem ipanischen Gesandten
Admiral Polo erhobene Anklage zu widerle
gen.
Rasche Fahrt eines deutschen
Segelschiffes. Laut Kabelnachricht
erreichte am Mittwoch der von hier abgesegelte
deutsche Dreimaster „Sirius," Capi. Möl
ler, nach einer nur 20-rägigen Fahrt Bremen.
Patente erhielten am Dienstage folgende
Personen vom Patentanitc in Washington
ausgestellt: James H. Oliver in Baltimore
auf einen hölzernen Schnhnagel; Roberl Ty
son in Baltimore auf eine Vorrichtung zum
Heben und 'Niederlassen von Propellern;
John W. Down in Baltimore auf eine stell
bar: Treifuß-llnterlaae; Wm. I. Cochran in
Baltimore aus ein" Waggonrid; Marie
schrote, Verwalterin des I. H. Schrote''chen
Nachlasses in Baltimore, auf eine Maschine
zum Tcigkncten: Rudolph Heinz in Wash
ington, D. C., auf eine Sägefeilmaschine.
Eine C o n ven ti on der Ackerbauer
unseres Staates wird am 9. April in Balti
more stattfinden. Fast jeder landwirthschaft
lichc Verein wird durch Delegaten in ocr Con
vention verrieten sein. Die „Staats Acker
bau-Gesellschaft," welche die Angelegenheit
in'S Leben gerufen, hat noch nicht bestimmt,
wo die Convention abgehalten werden soll.
Wahrscheinlich wird man die „Concordia"
oder „Ford's Opernhaus" wählen.
Das „Baltimorer Co llegi um zur
Untersuchung invalider Bundes
soldateii" erwählte vorgestern Tr. A. W.
Dodgc zum Präsidenten und Tr. W. H.
Curry zum Sekretär.
Am Mittwoch Abend hatten sich in Bcnson'S
Halle in Woodverry über 200 Arbeiter ver
sammelt, um die Situation zn erwägen und
aus Samstag Abend eine Versammlung an
zusagen, in welcher man sich über Mittel be
rathen wird, wie die Arbeitslosen zu unter
stützen seien. ES wurde ein Fünfer-Comite
ernannt, welches sich mit anderen Fabriken in
Verbindung setzen und versuchen soll, Be
schäftigung sür Diejenigen zu finden, welche
in den „Druid-Spinnereien" arbeiteten. Tie
jevt geschlossenen Fabriken beschäftigten im
Ganzen 425 Arbeiter, davon waren 350 Mäd
chen, 50 Knaben und 25 Männer. Tie Zahl
der noch nicht 16 Jahre alten Knaben und
Mädchen bclicf sich aus 135. Bis vorgestern
Abend waren noch von keiner Seite Por
schläge zur Beilegung der Differenzen gemacht
worden.
Der Eisenba hnkrlcg. Dem Ver
nehmen nach sott der Eisenbähnkrieg, welcher
während der lebten drei Monate zwischen der
„Baltimore-Ohio-" und der „Pcniisylvanier
Centralbahn" geführt wurde, ein Ende er
reicht haben. Ter Krieg entstand bekanntlich
infolge der Weigerung der „Pcniisylvanier
Central Bahn-Comyaguic" die Waggons der
„Baltimore Ohio-Bahn" über die New Jer
sey Abtheilung der Peunsylvanier Bahn von
Philadelphia nach New - t'jork zu befördern.
Tie Angelegenheit soll jetzt geschlichtet sein
und in wenigen Tagen werden vic Durchzüge
der „Baltimore-Ohio Bahn" wieder über das
Geleise der Peunsylvanier Bahn laufen.
Spekulanten in Philadelphia uno Baltimore
sollen bereits Fahrbillelc von Baltimore nach
dem Norden, die gegenwärtig noch zu niedri
gen Preisen verkamt werden, in großer Men
ge an sich gehrachi haben, um dieselben, da
die Preise in nächster Zeit voraussichtlich stei
gen werden, mit Gewinn zu veräußern.
Noch 8V Z eug cn! Gestern florirten
immer noch im BnndesbezirkS - Gerichte die
Prozesse gegen Thomas Williams, Peter
Scheminaiil und James Ellison, Wahlrich
ter, und Thomas C. Boone, stimmregistra.
Tor für den dritten Wahlbezirk von Anne
Arnndel-Coiiiity, nnter den Anklagen, bei der
letzten Staatswahl im Herbste mehr, denn
150 schwarze Bürger ihrer Stimmen beraubt,
deren Wahlzettel versteckt und dafür über 150
andere in den Stimmkasten gesteckr zu haben.
Die Zahl der gestern sich auf dcin Zeugeustande
produzireiidcn schwarzen war 34, sodaß die
Gesammizahl der bis jetzt Verhörten 221 be
trägt, aus deren 'Aussagen sich .ergibt, daß
218 in genanntem Wahlbezirke den radikalen
Zettel abgegeben haben wollen. Es sind noch
8 Zeugen vorgeladen; die Prozesse wurden,
weil Richter Giles in Abwesenheit des Rich
ters Bond, der im Süden einen Gcrichts-
Tcrmin abhält, inzwischen die Verhandlungen
des BundeskreiS-Geiichtes leiten muß, bis
Montag, den 4. Mai, verschoben.
Tödtliche Ansteckung eines
Deutschen durch ein Pscrd. Chri
stoph Hubcr, ein 43-jährizer Deutscher, wel
cher in den Ställen der „Hall-Springser Pfer
debrhn-Conipaglitt" als Stallknecht angestellt
war, wurde von einem Pferde, das mit der
Druse (J-'iuttre) behaftet war, vor 14 Tagen
angesteckt und starb am Mittwoch Abend in
seiner Wohnung, 'Nr. 515, Harford-Avenne.
Er hinterläßt eine Frau und vier Kinder. Ter
Stalllntschcr Washington Boslay liegt eben
falls erlrankt darnieder. Augenblicklich sind
in den Ställen der genannten Compagnie
sechs Pferde mit der Krankheit bchaftst.
Berichte aus dem Innern des
Staates.
(Brand.) Am Montag Nachmittag
wurde das Wohnhaus und zwei Scheunen
auf der Farm der Frau Anna Guisbert in
Frcderick Conuly durch Feuer zerstört. Man
vermuthet, daß in diesem Falle eine Brand
stifluiig zu Grunde liegt.
(Massenversammlung in Hagerslown.)
Tie Demokraten in Hagerslown, Washing
ton-Counly, hielten am Montage eine Massen
versammlung ab und nomiiiirien Dr. C. E.
S. McKee als Candidat sür das Mayors-
Amt.
(Feuer in Garctt Connth.) Am Dienst
! rage voriger Woche gericth die Telcgraphen
> Office in Altamour, Garrctt-County. in
Brand und wurde von den Flammen total
eingeäschert. Ein mit Hol; und Kohlen ge
füllter, an die Office stoßender Schuppen
brannte gleichfalls ab.
(Erhöhung der Löhne.) Die „Bolti
more Ohio-Bahii-Compagnie" hat angekün
digt, daß sie nach dem i. April die Löhne
sämmtlicher Arbeiter, welche sie in ihren Walz
merken zuCumberland.Allcgany-County, be
schäftigt, um in Prozent, resp, wieder auf
den allen Satz, erhöhen wird.
(Starb im Gefängnisse.) I. W. Web
ster von Deal's Island, Someriet-County,
wurde kürzlich i<erhaftet, weil er das Spiri.
tnosen Gesetz ür Tangier's Distrikt übertre
ten. Er wurde um §2O und Kosten gestraft
und auf fünf Tage in's Gefängniß gesteckt,
wo er am dritten Tage plötzlich starb.
In Harsord-Coulity hat sich ein neuer
Farmer-Club gegründet. Die Beamten des
selben sind: C. W. Haviland, Präsident; I.
Pai-ry, Vicepräsident; H. lanneh, Sekretär;
A. D. Wll'on, Schatzmeister.
(Verurtheilt.) John Long wurde vor
einigen Tagen ini Washington-County-Ge
richte wegen Pferdediebstahls zu neun Jahren
Zuchthausstrafe vcrurtheilt.
(Ableben eines alten Teutschen.) Hr.
Christian Ramsburg.ein alter deutscher Bür
ger. starb am letzten Sonntage im9o.Lebc>lS
lahre zu Middlctown, Fredcrick Counry.
(Entsprungen.) Ein Neger, welcher
unter der Anklage des Diebstahls im Gesang,
nisse zu Elkton sag, entsprang kürzlich, als
der Scherisi gerade im Begriffe stand, ihn
nach dem Gerichte zubringen. BiS jetzt ist
der Flüchtling noch nicht wieder festgenom
men worden.

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