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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1848-1918, November 06, 1874, Image 1

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30. Jahrgang.
Rückblick auf das wichtigste Ereig
nis der Woche.
Die verflossene Woche brachte eigentlich nur
ein Ercigniß, und zwar cnis von großer na
tionaler Bedeutung, das weltgeschichtliche Bc
deutung zu erhalten bestimml'ist; ein Ercig
niß, wie cs selbst in diesem Lande des rasche
Wechsels alle Menschenaltcr nur einmal vor
kommt und das, wie sehr es auch bei dem
jedesmaligen Eintritte die ganze Ration in
Alaunen und Ucberraichnug versetzt, doch tief
tu der Nalnr dieses BoikeS begründet ist und
Miere bereits vor Jahrcssrist gemachte Bor
einSiettnng bestätigt, baß die Zeit der unbe
schränkten Herrschaft einer Partei hier noch
nichk möglich ist: cs war der Sturz der Herr
fchendcit Panei. Seit -1-t Jahren hat aller
dings die Administration viermal, gewecksselt,
dennoch ist während dieser anderthalb Men
jchcualtcr mir cine Campagne dagewesen,
welche sich mit der letzten, deren-Hauptschlacht
am Dienstag geschlagen wurde, vergleichen
ließe, cS war das politische Erdbeben von
1840, durch welches die damalsvon tem Par
lei-Autokraten Jackson befestigte und von
Martin van Buren zusammengehaltene De
niokratic gestürzt wurde.
I diesem Sinne hat sich die Geschichte
allerdings treu copirt.
Fassin wir die Resultate der letzten Wah
len noch einmal kurz zusammen, so finden wir,
daß die republikanische Partei von einer über
waltigenden Majorität auf cine klägliche Min
derheit herabgesunken ist. Als klriache dieser
Umwälzung wird allgemein der dritte Termin
bezeichnet, gegen welchen das Volk am
Sliminkastcn in so emphatischer Weise prote
jtirtc, doch wir werden nicht zu weit gehen,
wenn wir in noch weit höherem Grade den
zweiten Termin, resp, die ganze bisherige
Amtsführung des Präsidenten, als Grund
dieser Niederlage nennen. Wahrhaftig, wenn
das Volk zu den Ungeheuerlichkeiten der gegen
wärtigen Administration geschwiegen hätte,
dann Hütten die Steine proiestiren müssen.
Der Cäsariömils war uns allerdings ein
mal recht nahe, er lag förmlich in der Lust:
Es war nach der ersten und zweiten Erwäh
nung Grant's, in jenen Tagen, wo vier Fünf
tel aller Staats-Regierungen in den Händen
der Republikaner waren, wo jeder rechtlich
denkende Bürger, der die Opposition für todt
und jeder Regenerirung unfähig hielt, cine
Veränderung herbeisehnte, wo ein von dem
Marincmiiilstcr Vörie bezahltes Organ den
Eäsarismns offen im Laude predigen durste,
wo man sich selbst den Purpur hätte gefallen
lassen, wenn er nur die Diebe und Blutsau
ger verscheucht hätte; wenn damals Graut den
Muth besessen, so würde dcrkronenraub.reip.
Staatsstreich, vielleicht geglückt sein, jetzt ist
leine Rede mehr davon, wer heute noch von
dem Eäsarismns in 'Amerika sprechen wollte,
den würde man für einen zweiten Rip Ban
Winkle batten. Heute, mit 24 demokratischen
StaalSrcgicrungen und einer Congreßmchr
hcit von 77 -stimmen, würde ein so'.,ue! Ver
such den Mann, der es wagen sollte, seine
Hand an diese Republik zu legen, zum ame
rikanischen Marino Faliers stempeln.
'Aber wie steht es m>; dem dritten Termin?
Jedes politische Orakel, jeder journalistische
Coroner, vom „N. r'j. Herald" herunter bis
zum „Boyertown Demokrat," ruft todr, tod
ter, am todtesten! Richtig; aber noch nicht
begraben, möchten wir hinzusetzen. Der dritte
Dermin ist noch keineswegs beseitigt. Tie
Politische Geschichte der letzten 44 Jahre hat
gezeigt, daß schreckliche Niederlagen und über
wältigcnte Siege oft einander auf dem Fuße
folgten. Noch ihrer einer förmlichen Ver
nichtung ähnlich sehenden Niederlage im Jahre
1840 siegten die Demokraten bereits 1844 mit
überwältigender Majorität, indem sie den bei
nabc unbekannten Polt erwählten, trotzdem die
Whigs diesem den großen Staatsmann Henry
Clay gegenüberstellten. Doch nur brauchen
nicht aus jene Tage zurückzugeben. Grant
wurde vor zwei Jahre mit dem Elektoralvo
mm von fast allen Staaten wiedererwähll
und dennoch erlitt am Dienstage seine Partei
cine so enorme Niederlage: cs kommt jetzt
ganz aus das Verhallen beider Parteien an,
um einen Schluß aus die Zukunft zu rechtfer
tigen. Wen jedoch die Tcmokratcn wähnen,
daß sie den nächsten Präsidenten bereits in der
Tasche haben, so dürsten sie sich ebenso iehr
irren, als Hr. Grant sich irrte, welcher durch
seine Lohnschrcivcr heute vor zwei Jahren bc
rcils seinen nächsten Sieg ankündigen und
voraussagen ließ. Die Demokratie Hai für die
nächste Präsidentenwahl vor der Hand nur,
mit einen Ausdruck der Jockey Sprache zu ge
brauchen, tlle lusiiw irni-K gewonnen, sonst I
Nichts. Jetzt ist cs an ihr, zu zeigen, daß sie !
fähig ist, dein Lande eine bcsicre, ehrlichere!
Administration zu geben, als die mit dem!
Brandzeichen des Mißtrauens versehene Ge- !
gcnpanei. Sie muß zeigen, daß sie die As- z
fairen der Nation billiger und sparsamer Der j
walten kann, als die an den Pr.anger gestellte j
Räuberbande; sie muß zeigen, daß sie fähig '
und im Stande ist, die großen volkswinh-
schaslkichen Fragen eines vcrnünsttgen Tarifs, !
eines festen Courants zu lösen, sie muß vor!
allen Dingen darthnn, daß sie die sociale Vcr. j
cinderunez, welche sich fett 10 Jahren im Sü- !
den vollzogen hat, anerkennt; daß sie geneigt '
ist, den Neger in seiner ennngenen polittjaM
Stellung zu schütten und anzuerkennen; nur !
dadurch wird sie sich das republikanische Vo
in in, welches ihr am lettien Dienstag zum .
Siege verhalt, befreunden und für die Nalio- i
ul>ahl im Jahre 1876 sichern.
Versäumt sie es, in einer dieser Fragen den !
'pcriiünstigcnCrwaitniigeii der Nation zu cm- !
sprechen lind sich ans die Höhe der Zeit zu slel !
keil, io dürfen wir ihr schon heute prophezeien,
daß sie im Jahre 1876, wo es eigentlich erst !
gilt, die Frück.te des letztcnSieges zu crndten, !
eine vernichtende Niederlage erleiden wird.—
Im Lichte dieser Thalsachen ist deshalb der
bulle Termin noch lange nicht begraben. Tie !
republikanische Partei hak künstig um ihre!
Existenz zu kämpfen, sie hat ferner nur nach !
ein Clement der Stärke, das ist Grant mit !
feinem Bcamtcnheer, und ihm wird sie sich in
die Arme werfen; außer Grant hat sie keinen >
bedeutenden Mann. Cs muß deshalb das i
Bestreben des demokratischen Congrcsscs sein, l
den vielfachen Gerückten über Ccrrnption dcö I
Präsidenten nachzuspüren und denselben, wenn
sich unwiderlegliche Anhaltspunkte finden
aber auch nur dann —inAnklagc zu versetzen. !
Selbst wenn dann der republikanische Senat
ihn freispricht, so wird diese Thatsache gegen
die rep. Partei in der Präsidentenwahl in'S -
Gewicht fallen. Finde: stzh jedoch 'Nichts
gegen ihn, so soll man in Ruhe
lassen; ein vom Zaune gebrochenes „Jmpeach
mcnt," wie cs gegen A. Johnson vorgebracht
wurde, würde der Partei, welche cs erhöbe,
mehr schaden, als nützen.
Außer der Umgestaltung des Repräsentan
tenhauses und der Staatsrcgicrnugcn wird
die letzte Wahl auch einen bedeutenden Ein
fluß auf die Complcxion des nächsten Senates
ausüben. Man schützt, daß die Opposition
wenigstens 10 Senatoren im nächsten Con
gresse gewinnen wird. Zacharias Chandler
von Michigan wird das Vergnügen haben,
zu Hanse zu bleiben, ebenso Matt. Carpenter
von Wisconsin, irotz der 20 Stimmen rep.
Mehrheit in der Gesetzgebung, indem viele
Republikaner, welche am Dienstag erwählt
wurden, verpflichtet sind, gegen Carpenter zu
stimmen. Pratt in Indiana, Scott in Pcuii
sylvanicn, Stockton in Ncw-Jcrsey und'Wash
burn in Massachusetts werden durch Demo
kraten ersetzt werden, ebenso Brownloiv von
Teniicssce und wahrscheinlich, leider auch,
müssen wir sagen, Schurz von Missouri.
Das bcincrkcnsiverthcste der Sttnalion ist je
doch die Thatsacke, taß außer dem Kriegsmi
nister kein einzigcsMilglied des gegenwärtigen
Cabincttes einen republikanischen Staat yin
ter sich hat. Das sind die unmittelbaren
Folgen der letzten Ereignisse, die künftigen
werden jetzt von der Klugheit der Mäßigung
und der Tüchtigkeit der siegreichen Partei be
dingt werden.
Der k 4. b'ongresz.
Wer noch vor jechsWochcu prophezeit hätte,
dag die Demokraten im nächsten Congresse
eine Mehrheit haben würden, den würde man
für das Irrenhaus reif erklärt habe; heute
ist diese Majorität nicht nur gesichert, sondern
es sehlt nicht viel, so wäre das stimmenver
häliiiig zwischen beidenParteicn im Congresse
gerade das Gegentheil von dem im jetzigen
>yauje. Obgleich noch nicht alle Wahlen
klar gestellt sind, so mag folgende Calkulaticn
doch annähernd als richtig angesehen werden:
Is. Eoiigrcji. 13. Kongreß.
Rep. Dem. Niep. Dem.
Arkansas 4 3 t
Delaware l l ..
fllorida. 1 2
sn'iana S t! lv 3
äowa 3 t 9 ..
Kansas 3 .. 3
Kentucky tu . 1V
2 11 .
Ohio? t.j 7
l I
lennesjee 2 ß 7 t!
Teros... li .. ,l
.... ä - s
OiSeonft N !> !i z
Gumma.... .Wz 171 1 s?
Man steht, daß die Demokraten int nächsten
Hanse cine Majorität von mehr, als sechszig
(nach unserer Sckätzung, d>e wir edoch nicht
verbürgen wollen, 67> Stimmen haben wer
den. "Die Congreßwalslen in Calisornien,
Mississippi, Ncw-Hampshire und Connecticut
finden erst im nächsten Frühjahr statt.
Nimmt man an, daß diese Staaten gerade io
wählen, wie vor zwei Jahren, so würden die
Republikaner 13 und die Demokraten sStim
men Zuwachs erhalten. Erfahrene Politiker
machen jedoch folgende Schätzung:
Dem. Rcp.
Danach würde das nächste Repräsentanten
haus 18l Demokraten und ltl Republikaner
zählen, oder cine Majorität von 70 Stimmen.
Tic Preise über Sas Watttresultat.
Ueber die Ursachen und die Folgen der re
pnblikanischcn Niederlage von vorgestern
yerrscht in der Presse des Lances große Ein
stimmigkeit. Tie Organe beider Parteien,
sowie die unabhängigen Blätter sind vielleicht
nach einer großen Wahl niemals einmüthiger
in ihren Anichaulii'gen gewesen.
Ter „N.-H. Herald" jagt: „Gen. Grant,
welcher vor zwei Jabrcn die republikanische
Partei auf den höchsten Gipfel ihrer Macht
stellte, indem er cine größere Sttmmenmchr
heit erhielt, wie jemals eiuPräsideut vor ihm,
wird heilte, wenn er die Wahlbcrichte liest,
fühlen, daß er, gleich dem verlorenen Sohne,
cm kostbares politisches Erbe verschleudert
und vergeudet hat. Was auch die Ursachen
waren, das Resultat lst entscheidend.
Ncw-Pork, waches mit starken Kelten an
die rep. Partei gefesselt war, hat sich losge
rissen. Selbst die allgemeine Populariiät
des Gen. Tix konnte die Administration nicht
retten. Tie anderen Staaten sprechen sich
nicht minder entschieden aus. 'Nur in Penn
sylvanicn scheint die Partei durch ihre außer
ordentliche Disziplin den Staat behauptet zu
haben; Neiv-Jersey ist wahrscheinlich demo
kritisch; doch das überraschendste Neiullat hat
Massachusetts ergeben. Gen. Banks wurde
erwählt und Gen. Butler geschlagen. Die
Niederlage Butler's gibt cm poetisches Sci
tcnstück zu den demokratischen Siegen und ist
das eine isolirte Ereignis), welches das ame
rikanische 801 l mit Freude erfüllen wird.
Dasselbe beschließt die Laufbahn des sähigsten,
mitthigstcii, kühnsten Führers der rep. Pemci,
des Mannes, welcher in seiner Person allen
-Haß, alle Fehler und alle Kühnheit des Ra
dikalismus m den Stunden des aumaßendcii
Sieges repräsentirtc.
Diese Wahl ist nicht bloß ein Sieg, sondern
eine förmliche Umwälzung. Ter letzte Wahl
kämpf hat der politischen Carriere Grant's
ein Ende gemacht."
Die „Tribüne" ichreibt; „Das ist keines
wegs ein bloßer demokratischer Sieg. Es lst
der Protest aller Voltsklassen gegen eine Ad
ministration, welche Jaync unterstützte, San
born bereicherte, welche die Salait-Bill durch
den Eongreß loorste, welche durch den .Riß
brauch ihrer Bayonnetc und durch meineidige
Richter ihre Kelloggs im Süden ciiisettle,
welche versuchte, sie durch Jnsnltirung tcrße
völkerung ausrecht zu erhalten und dabei den
insolenten 'Anspruch auf Verlängerung ihrer
Macht erhob. Das Volk ist während der
sechs Jahre einer Administration, die durch
Nichts sich auszeichnete, als durch Mißgriffe
und Habgier, überdrüssig geworden. Tie
Forderung, eine solche Mißregiernng zu ver
längern, war zu viel für die amerikanische
Nation. Die scharfe 'Antwort, welche die
Administration erhalten hat, war am Platze.
Hiermit hat der Grantismns ein Ende. Die
Zntiintt wird Dem gehören, welcher sie ver
dient. Dein Volke tagen in dieicr Wahl nur
zwei Fragen vor, neinlich: Verdient die Ad
ministration das Vertrauen? und;Solltc die
Verwaltung Gram'S eine weitere Verlänge
rung erfahren?- Beide Fragen sind cnt
jchieocn verneint worden."
Ter „American" von gestern bespricht größ
tenthetts das Resultat von Maryland, wo
rüber er sich folgendermaßen äußert: „Das
Resultat in Maryland scheint zu sein, daß
Creßwell, nachdem er die Partei zerstört und
in aller Stille der Politik Batet gesagt,
seine Acmterinhabcr in Verzweiflung und
Verwirrung zurückgelassen hat. Wir können
hier mir lagen, „daß dieses nicht unser Lei
chenbegängnis; ist." Es liegt uns heute nicht
daran, alle anderen schlimmen Ursachen, wel
che zu dieser republikanischen Niederlage mit- !
gewirkt haben, auszuzählen, dieselben sind j
jedoch zahlreich genug, um einen Spruch auf
Selbstmord von Seiten einer jeden Jury mit
gesundem Menschenverstände zu rechtfertigen.
Niemals hat sich in der Geschichte der pojiti
ichen Parteien in diesem Lande ein auffällige
rer Selbstmord vollzogen, als gestern. Die
republikanische Partei wurde ruinirt, um eine
Gram- und Creßwell Partei an ihre Stelle '
zu seyen."
Die gestrige„Staatszeitnug" schreibt: „Eine l
demokratische Majorität und zwar eine ziem
lich bedeutende ist auf diese Weise im nach- >
sten Repräsentanteuhause gesichert. Sie wird !
den Uebcrgrisscn der Grant-Administration!
cm effektives Ende machen und im Nothfälle >
den Präsidenten und die desperaten Staats- s
streich! ",' in seiner Umgebung in 'Anklagestand !
versetzen. Gestattet dann auch die Zusam- !
mcnsctzmig des Senats nicht ihre förmliche
Vcrnrlheiluilg, so wird ein solches Verfahren !
doch ihrem lleberimithe die wirksamsten
Schranken setzen. Solche äußerste Mittel!
werden übrigens hoffentlich nicht nothwendig !
icin. Die moralische Macht der republikani
schen Partei ist durch diesen furchtbaren
Schlag sicherlich gebrochen, und sie wird sich
sehr besinnen, ehe sie aus dem bisherigen
Wege weiter voranschreitet. So gewaltig die
Beweise der Neattion gegen diese Partei sind,
welche jetzt zu Tage getreten, so wird dies
sicherlich jetzt noch weil besser kommen. Der
Bann ist gebrochen, unter dem die Union seit
langen lahren stand. Freier wird jetzt Alles
ansathmcn, und mit Ausnahme der gerichte
ten Verbrecher an einem großen, edlen Volke
wird ein jeder Bürger der Union mit erneuter
Zuversicht in die Zukunft blicken. Um sich
, die Früchte dieser großen Umwälzung zu
sichern, dazu muß freilich viel, sehr viel ge
lhan werden. Der neue 'Ausgang ist gewon
nen, aber nun handelt eS sich imrnm, das Ziel
zu erreichen. Jenes war das Werk einer im
i pnlsiven Erhebung, dieses ist die Aufgabe
eines systematischen, unermüdlichen Strebens.
i Das Zerstören ist vollbracht, das Aufbanen
j hat zu geschehen. Der größere, schwerere
j Theil der Arbeit steht dem amerikanischen
j Volle noch bevor. Möchte cs sich darüber
! nicht täuschen und sich keinen Augenblick träu
! men lassen, aus seinen errungenen Lorbeeren
' ausruhen zu können !
Wenn die vollständigen Wahlberichte vor
i liegen werden, wird cs sich wahrscheinlich zei
! gen, daß die republikanische Niederlage wcm
! Ger einer Zunahme des demokrattschen, als
i einer Abnahme des republikanischen Votums
i zuzuschreiben ist. Die Zahl Derer, welche
i zur demokratischen Partei übergegangen sind,
wird vcihältnißmäßig gering Hin gegen die
Zahl Derjenigen, welche die republikanische
Partei un Sticke gelassen haben. Die Letz
teren werden sich nach Umständen wieder der
republikanischen Partei zuwenden und dieser
wieder zum Siege verhelfen, oder zur demo
kratischen oder einer neuen Partei übergehen.
Bis jetzt ist 'Nichts constatirt, als der Entschluß
des Volkes, die bisher Herrichende Partei in
ihrer jetzigen Gestalt nicht mehr am Ruder zu
dulden, aver dieser Entschluß ist ein uner
meßlicher Gewinn, und cs wird eine Zeit
kommen, wo dessen Nundgebnng jeder ameri
kanische Bürger ohne Unterschied der Partei
als eines der größten und glücklichsten Ereig
nisse in der Geschichte der Union, als einen
Wendepunkt nach einer dcr traurigsten Perio
den in dieser Geschichte betrachten wird. Die
jenigen Republikaner, welche sich heute über
die Ricderlagc ihrer Partei grämen, ohne daß
sie durch corrnpte Motive an diese Partei ge
fesselt sind, werden gar bald sich dieses Ge
fühls schämen und mir Herzensfreudigkeit auf
die vermehrten Chancen zur Besserung unse
rer Zustände eingehen, diejenigen Demokra
ten aber, welche die Tragweite des Sieges
ihrer Partei nicht verstehen und in diesem
Siege eine Erlaubniß, in die Fußstapscn der
besiegten Partei einzutreten, erblicken, werden
nur einen sehr kurzen Triumph feiern und
gar bald auf's Unsanfteste aus ihrem Sieges
iaumcl aufgescheucht werden."
Tic letzten Wahlen.
Ter Louisviller „Anzeiger" besingt die letz
ten Wahlresullate folgendermaßen. Obgleich
„politisch' Lied ein garstig' Lied" auch linsere
Anschauung ist, so mag das folgende schon
p ossären:
..Aichl eine Zchlachi,-ein Zchlachtc war's zu ncii-
Dem Humliug stcls ein on'nco Oiir gelich'n ,
Mockt't aus des Lölkes Zücke! gern Euch mästen,
D och sthi-lonnr Ihr getrost zum Zalzstuy ziel,'.
Ballt nur die flaust, uiacht ENdcrocn—
lZa i, öyr weise Herrn, so sich die Zachen,
Und äuocrn—konnt Ihr ,ctz> plichts mehr daran!
Tages Neuigkriten.
Während sich die republikanische
Presse seit dem Beginn der letzten Cam
pagne bemühte, den Leuten weiß zu machen,
daß ein demokratisch r Sieg das Vertrauen
zu unsern National Obligationen bedeutend
schwächen, und daß man die Niederlage
Grant's und seiner Partei als den Beginn
der Repudiations-Periode bewachten würde,
sind that'ächlich gestern ans die Wahlberichte
von den Ber. Staaten die nationalen Werth
papiere in Europa gestiegen.
Ter „N. 2). Herald" sagt: „Wir sind zu
der Anzeige autorisirt, daß Gen. Butler
nach dem Schlüsse des gegenwärtigen Con
gresscS sich mit allem Eiser wieder der advoka
lonscheil Praxis widmen wird."
Ter „N. '.Y. Heruld" wiederholt, daß Spa
nien die Schadengelder (§40,000) in der
„Virgin>ilS"-Assaire an England bezahlt habe,
allerdings nicht in Spezie. aber in spanischen
Sckatzamlsnoten.
Der „N.-?). Herald" brachte unlängst per
Kabel die vollständige, auch in unser Blatt
übergegangene E 0 r r e s p 0 n d e n ; ; wi
schcn von Blllow und von Arnim.
Kein deulsches Blatt halte dieselbe bis dahin
pnblizirt, wahrscheinlich weil cL an Unterneh
mungsgeist feinte, sich dieselbe zu beschassen.
Wir haben cs somit erlebt, daß die Corrcspon
den; in Amerika eher bekannt wurde, als in
Europa. Die „Norddeutsche Zeitung," welche
cs wagte, oie nach Europa zurücklclegraphirte
Corrcspondenz zu pnbliziren, soll nunmehr
auf Anlaß der Regierung gerichtlich belangt
werden.
In Ottaw a, Can., fand gestern cine
Versammlung von Delegaten der verschiede
nen britischen Provinzen in Canada statt, um
über die Förderung der Einwanderung zu
berathen.
Die Presse inDubli n, Irland, spricht sich
sehr lobend über den Empfang aus, der dem
Lord-Mayor von Dublin und den irischen
Scharfschützen bei ihrer nenlichcn Anweien
heil in New Zork zu Theil wurde, protestirt
aber energisch gegen den in den amerikanischen
Zeitungen gebrauchten Ausdruck "Nie lrisll
'l'ecrm," (Irische Gespannschafl) als einer un
würdigen Bezeichnung für eine Anzahl
Gentlemen, die die überseeische Fahrt ge
macht, nm mit den New Horkcr Herren sich
in einen edlen Wettkainps einzulassen. Wir
haben, so argumenttrt die Presse, wobi von
einem Gespann Pferde gehört, aber nur ein
Gespann Esel konnte einen solchen Ausdruck
aus eine Anzahl Herren anwenden, welche un
serem Lord-Mayor ans seiner transatlantischen
Reise das Geleite gaben. Seine Loroscha'l
ist in verschiedenen Orten, als er sich als
„Home Rulcr" in's Parlament wählen ließ,
für seine in Brooklyn gethane Aeußerung,
daß er unwandelbar feit zu seiner Herrscher
samilie, wie zur Erhaltung der vollen Inte
grität des Reiches stehe, heftig getadelt wo>
den.
Ein Bubenstreich wurde am Sonnabende
in Mechan i c S b urg, Pa., verübt. Wil
bur F. Sadler, republikanischer Caudidat für
das Richteraint des Krcisgcrichtes in Cum
beistand-County, und M. F. Thompson, re>
publikanischer Candida! für die Slaatsan
wallschaft, hatten einer politischen Berfamin
limg im südlichen Theile des County'S beige
wohnt und kehrten auf ihrer Heimreise tu
einem Hotel in MechanicSbiirg ein, um das
'Abendessen ciuznnehmen. Während nun ihr
Wagen d'raußen hielt, entfernten einige heim
tückische Schufte die Miittcrschrauben von den
Apen der Räder. In Unwissenheit über das
Geschehene fuhren die beiden Herren nach
CarttLle zu, als einige Meilen von Mecha
nicsburg ein Rad sich loslöste, wodurch das
Pferd scheute und in rasendcrEile davonjagte,
die beiden Insassen hinauSichleudcrnd. Die
selben wurden schwer verletzt, und wie man
fürchtet, wird der Eine derselben schwerlich
mit dem Leben davonkommen.
Gegen die neuerdings wieder vorgekomme
nen Nässende r a >ibunge n durch Kne
belung und Lebensbcdrohung der Nasserer,
bis sie die Schlüssel zur Geldspindc heraus,
geben, macht der Bostouer „Advertiser" den
Borschlag, diese Schlüssel so zu conslruireii,
daß sie aiis mehreren Theilen bestehen, die sich
in den Händen verschiedener Vertrauens Per
sonen befinden. Dann würde das Vorhaben
der Räuber vereitelt weiden. Zugleich hätte
man damit auch eine Sicherung gegen unge
treue Nassirer, die sich von Helfershelfern
knebeln lasse, mit welchen sie Halbpan ma
chen.
Tie Grangcrvo n C a l i f or n icn ha
ben den Grundsatz des direkten Verkehrs zwi
schen Produzenten ohne Zwischenhändler prak
tisch auszuführen versucht. Als Zwischen
händler bedienten sie sich der Firma Morgan
s- Söhne in San Franzisco, welche vorige
Woche bankerott gemachr hat. Wie es den
berheiligtcn Granzers dabei ergangen, erzäh
len San Franzisco er Zeitungen, wie folgt:
„Sehr viele dieser Grangers befinden sich au
genblicklich in der Stadt, um über das Fal
lissement Erkundigungen einzuziehen und Ar
rangements für die Zukunft zu inachen. Es
scheint nach diesen Verhandlungen sehr un
wabrscheinlich zu sein, daß die Granger irgend
etwas für die gefallene Firma thun werden,
zumal die Schulden ganz bedenkend sind, selbst
für den Getraidchandcl, und die Aktien wenig
mehr als Nichts betragen. Tie „London-
San Franzisco - Bank" wird jedenfalls ihr
Möglichstes thun, um sich selber zu decken.
Aus dem Wege nach Liverpool befinden sich
ungefähr Sil mit Waizen beladcne Schiffe, und
vermuthet man, daß die Firma aus alle diese
Frachtbriefe gezogen hat. Nebenbei hat die
Fracht das erste Anrecht aus die Ladung und
wird sich im Boraus bezahlt machen; was
dann noch nachbleibt, wird die „London-San
Frauzisco-Bank" beanspruchen. Das augen
blicklich im Hafen liegende Schiff „Pride of
the Port" mit einer Waizenladung im Werthe
von HeuMck wurde schon vorgestern mit Be
schlag belegt, doch heißt es, "daß die Firma
Morgan Söhne die Ladung bereits an Da
niel Meiers verkauft und das Geld behalten
hat. Die Beschlagnahme wurde in Folge
Dessen wieder aufgehoben. Es heißt jetzt, daß
die Grangers beabsichtigen, Hrn. Walcott zu
ihrem Agenten zu machen und thu mit der
Verschiffung ihres GctraidcS zu beauftragen.
Tie jetzt im Hafen befindlichen fund von der
gefallenen Firma gecharterten Schisse befinden
sich in derselben Lage, wie „Prideosthe Port."
Bon den ans der Reise nach Liverpool befind
lichen Schiffen drei von den Stockton-
Grangers beladen, zwei je von den Dixon ,
Merced- nntGcholo-GrangerS und eins je von
den Antioch, Eollinsvllle., Colnsa, Hollisicr-,
Livermoore. Modesto-, PlainSburg und Tur
lock-Grangcrs. Mehreren Farmern wurde im
Boraus freilich Kl pro Eentner bezahlt, doch
verlieren dieselben immerhin noch öll Eentsan
jedem Eentner. Doch den Farmern wird diese
bittere Erfahrung zur Lehre dienen. Andere !
Getraidehändler hatten schon ein Jahr vorher !
Schisse für den GeiraidelranSport gechartert, !
und erlitten während der ganzen Saison
schwere Verluste, da die Farmer ihr Gciraide
nicht zu dem Preise verkaufen wollten, der
ihnen osferirt wurde. Sie übernahmen des
halb selber den Getraiderransport, erzielten in
einigen Fällen einen oder 1? Ecnts mehr pro
Eentner, mußten selbstverständlich auch das
Risiko übernehmen und sitzen jetzt mit K 365,-
cxw in der „Patsche." Doch das ist noch nicht
der ganze Verlust! Nach den letzten Berichten
liegen noch Tausende mit Waizen gefüllte
Säcke aus den Feldern und sind der jetzt be
ginnenden Regensaison ausgesetzt, die jeden
falls einen bedeutenden Verlust verursachen
wird; längs der Bahn in fast allen Eounties
sollen noch mellenlang hochaufgestapclte Säcke
mit Waizen liegen, die kaum vor Verlust ge
schützt werden könne, während erst neue Ar
rangements getroffen werden müssen."
Ein Correspondeut der „Dctroit-Abendpost"
schreibt von der Weinlese ans Kcllp
Island im Eriescc: „Tie Weinlese ist in
vollem Gange. Ileberall herrscht die größte
Thätigkeit. Zwischen den Weinstöcken tum
ineln sich Hunderte von jungen Mädchen,
welche mit dem Einheimsen der Trauben be
schäftigt sind. Aus den Landstraßen bewegen
sich förmliche Karawanen von Traubenladun
gen, welche zum Theil nach den Damptboot
werftcn und znm Theil nach den großen Wein
kellern ziehen. In den Letzteren est man au
genblicklich emsig mit dem Kellern des Weines
und dem Füllen der große Fässer beschäftigt.
Aul den Ersteren sieht man ganze Schiffsla
dungen aufgestapelt, welche nach Detroit und
andern Plätzen versandt werden. Tie Tran
bcncrndte ist in diesem Jahre im Allgemeinen
eine sehr ergiebige gewesen. Wenn die Qua
lität auch etwas'hinter der letzten zurückbleibt,
so ist die Quantität eine um so größere. Tie
anhaltende Dürre hat viel Schaden gethan
und giebt es daher auch so viele rothe Trau
ben, welche nicht zur Reife gelangen werden.
Immerhin töniien die Winzer mit dem Aus
fall der diesjährigen Erntte noch zufrieden
sein. Was das Weingcschäft selbst anbelangt,
so scheint dasselbe ein sehr gutes gewesen zu
lein. Die meisten Fässer stehen leer, dock
nicht lange wird es dauern und die 7ler, 72cr
und 73cr"werden wieder durch 7 ter ersetzt sein.
Das Weingeschäst der Inseln nimmt allem
Anscheine nach von Jahr zu Jahr mehr zu.
Ebenso werden auch alliährlich neue Strecken
Landes der Kultur der Rebe ugängUch ge
macht."
Baltimore. Md., Freitag, den 6. November 1874.
Die Wahlen.
Gin politisches Erdbeben.
und MMchusttts
demokratisch.
Tilde,l in New-Hork und Gaston in
Massachusetts ;um Gouver
neur erwählt.
Den. Dllncr gcs ch ll g en!
Mitglieder.
Louisiana demokratisch mit fünf
von sechs Kongreßmit
gliedern.
Eine sörmlichc Rmwälnmg
im Süden.
Allgemeine Desertion der Neger.
Georgia, Alabama, Tcnncssccnnd
Arkansas demokratisch.
Ter Nordwesten bleibt nicht zurück.
Günstige Berichte aus Illinois, Wisconsin
und Michigan.
Demokratische Gewinne in
Pennsq lvanien.
Delaware wird wieder
demo kratisch.
Maryland erringt einen glän
zenden Tieg.
Tie Eongreßwabl in Maryland war von
dem schönsten Wetter begünstigt und brachte
ein volles Votum heraus. Das Resultat
war ein glänzender demokratischer Sieg.
Der erste Congreßbezirk
umfaßt die Ost Ufer Conntics Caroline, Tor
chcstcr, Kent, Queen Anne, Somerset, Tal
bot, Wicomteo und Worccster und gab vor
zwei Jahren bei einem Gcsammtvotum von
-.',290 Stimmen e8 dein. Majorität.
Gestern stand dem demokratischen Candidaten
Philipp F. Thomas der Republikaner H. H.
Goldsborongh gegenüber; obwohl die Erwä
hlung von Thomas nnzweifelhafl ist, so liegen
uns doch bis eyt nur zerstreute Berichte vor.
Prineetz Aniie, Somerset-Co., gibt Thomas
35 Mehrheit.
Der Bezirk von Cambridge, Torchester-
County, gibt Goldsborongh Kl Mas., Church
Creek gibt ihm 62 Mehrheit. In Parson's
Crcek hat Thomas 27 Maj.
Ter 5. Bezirk von Caroline - County gibt
Thomas 2 Maj.
Sechs Bezirke von Wicomico-County ge
ben Thomas 636 Mehrheit; die vier fehlen
den Distrikte weiden seine wahr
scheinlich ans 730 Stimmen erhöhen.
Der zweite Congreßbezirk.
In diesem Bezirke, welcher die Conntics
Cccil, Harford, Carroll und die Wahlbezirke
2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 0, und 12 von Bal
timore County umfaßt, stand der Republika
ner Cnsor dem Demokraten Charles R. Ro
berts gegenüber. Der Bezirk gab vor zwei
Jahren bei einem Gesanimtvotiim von 20,89
Stimmen eine demokratische Mehrheit von
283 Stimmen. Folgende Berichte liegen nns
vor:
Rising-Snn, Ceeil County, gibt Roberts
im 6. Wahlbezirke 34 Majorität.
North East, Ceeil-Connty, (5. Bezirk), gibt
Cnsor 7 Vichrhcil.
Tarlington, Harford County, welches den
5. Bezirk umfaßt, gibt Roberts !5!! und Cn
sor 260 Stimmen. Roberts' Majorität 193.
Havre de Grace, Harford County, gibt Ro
berts 3 Stimmen Mehrheit.
Ter 3. Wahlbezirk (Port Deposit) gibt Ro
bcrts 161 und der 7. Bezirk 38 Stimmen
Mehrheit.
Folgendes sind die vollständigen Berichte,
resp, demokratischen Majoritäten von-Hartord-
Connty: 1. Bezirk 100 Stimmen, 2. Bezirk
-13 Stimmen, 3. Bezirk 102 Stimmen, -. Be
zirk 163 Stimmen, 5. Bezirk 193 Stimmen
und Havre de Grace 3 Stimmen; zusammen
609 Stimmen Mehrheit fürßobcrts.
Der 2. Wahlbezirk von Ceeil County (Clk
toul gibt Roberts 10-1 Majorität.
Cold-Spring, Baltiniore-Connty: Roberts
22-, Cnsor 122. Roberts' Maj. 102.
T.owsontown, Robens 268, Cnsor 261.
RcistcrSrown,Baltimore-Co:innty, Roberts
' 269, Cnsor 203. Roberts' Maj. 66.
Wcstmmsur, Roberts 116 Maj.
Belair, Harford-County, Roberts' Majori
I tät 102.
Roberts' Majorität in Cccil Eonnlh be s
trägt ungefähr 500 Stimmen.
Baltimorc-Eouuty gibt Roberts folgende
Majoritäten:
4. Bezirk 00 Majorität.
8. „ 100
!. „ 109 „
10. „ IS
Der dritte Eongrestbe; irk
umfastr die v ersten Wards der Stadt Balii
more uno gab vor zwei Jahren bei einem
Gejammtvolnm von 18,021 Stimmen eine
demokratische Mehrheit von 1320 Stimmen.
Gester stand dem bisherigen dcmokr. Vertre
ter der Republikaner I. S. Suter gegenüber
und das Resultat war Folgendes:
Ward. L'Brie. Eulcr. Äajcrität.
1. 150 t 014 7->3
2. 1008 410 710
3. UM 022 511
1. 842 2.-1 513
?>'. 050 710 ZlO
7. i.!>o Lst 155
0. IM2 31 820
0. 120 220 SU
9287 1811 >155
Ter Bezirk gab diesmal bei einer Gc
sammt Stimmenzahl von 14,121 stimmen
4153 demokratische Mehrheit, ein dcmo
kratl scher Gewinn von 3124 Stim
m e ii. Wir können Hrn. O'Brien zu seinem
Erfolge gratuliren.
Der vierte C o n g r est b e z ir k
umfaßt die 10., 11., 12., 13., 14., 15., 10.,
13., I. und 20. von Baltimore und gab bei
einem Gcsanimtvorum von 23,034 stimmen
eine demokratische Majorität von 1202 Stim
inen. Gestern stand dem bisherigen Reprä
sentanten Achlb. Thos. Swaiin der Rcpubli
kaner I. R. Eox gegenüber. Das Stimmen-
Verhältniß war diesmal, wie folgt:
Ward. Swann. Cor. Ätajorilät.
10. B's 480 lUI
>l. Bo> 580 212
111. ,4l> Izl int
li. 7 5Z3 llit
15. IlHi k2i 200
IN. 12--Ü li>
13. 1510 035 500
10. Iloi 035 '.,1
ZV. litt Kl 205
10,251 NSW NiZi
Auch dieser Bezirk brachte gestern sein volles
Votum nicht in'sFcld. DasGcsainmt Volum
betrug uur 17, 011, und Gouv. Swann siegte
mit der glänzenden Majorität von 3-121
Siim men.
Der fünfte Con g rß bez i r k
besteht aus den Couutics Anne Arundel, Cal
vert, Charles, Howard, Priuce George's, St.
Marh's, dem 1., 13., it., 15., 10. und 17.
Distrikt von Baliimore-County und der 17.
Ward von Baltimore. Derselbe gab bei ei
nein Gcfaimutvolum von 21,705 Stimmen
vor zwei Jahren dem Republikaner Albert
1105 Majorität. Gestern stand dem Nepubli
kaner Hagner der Demokrat Dr. Henkle gegen
über. Das Resultat stellte sich, wie folgt':
17. Ward von Baltimore: Henkle 1331,
Hagncr 105. Henkle hat in der Stadt 800
Mehrheit, während Mcrrick vor zwei lahren
nur eine Majorität von 710 hatte.
Catonsvilte, Henkle 105 Maj.
Uppcr-Marlboro, Princc George's Countp,
Hagncr 110 Ma>.
Dr. Henkle hat nicht nur in dcr 17. Ward
von Baltimore, sondern auch in jedem Coiinn,
gesiegt, und seine Majorität wird zwischen
1500 2000 Stimmen betragen.
Der sechste Co ngr eß b e zir k
umfaßt die CounticS Frcdcrick, Washington,
! Alleganh und Moulgomcrh. Derselbe gab
! vor zwei Jahren bei einem Gesammtvotum
' v0n21,705 Stinlinen dem Republikaner Llopd
! Lowndcs 1713 Majorität. Diesmal standen
! dem bisherigen Repräsentanten Lowndcs dcr
j Demokrat Wm. Walsh und der Unabhängige
Montg. Blair gegenüber. Folgende Bcricksle
sind uns zugegangen:
Willmmspört, Washington - Counth.
Wahlbezirk 'Ar. 2 gibt eine dcmokratisme Ma
jorität von 20 Stimmen.
Der 2. Wahlbezirk von Montgomcni Co.
gibt Walsh 37 Majorität.
Der Bezirkvon Rcwville, Alleganh-County,
gibt 310 Stimmen demokratische Mehrheit.
C.umbcrl and, 3. Novbr. Das Re
sultat i diesem Dislrillc ist sehr balaneirt.
Lowndes hat :>!3 Mehrheit in Allcqhauq-Co.
Garrett-Connt giebt 5 Majorität iir Walsh.
Washington-Co. 25 für Walsh. Frcderick
Co. wico von den Republikanern beamprncht.
Montgomery Eonntn giebt 363 Mehrheit für
Walsh. Lowndeö ist möglicherweise erwählt,
aber mit iehr geringer Majorität.
AnS Moiltgoniery County liegen folgende
Berichte vor:"Rockville Walsh 689, Lvwn
des 363; Walsb's Mehrheit 326. Eracklin
Lowndcs' Mehrheit 12 Stimmen. Berry
Walsh's Mehrheit 12 Stimmen.
Walsh siegte in Montgomery County mit
xgg 300 Maj. Lowndcs erhielt in Frede
rick-County 200 Maj. Walih in Washing
ton-County 17 Maj. Das Votum ist sehr
balancirt, und möglicher Weise wird erst die
offizielle Zählung entscheiden.
ivtasjachusttts.
B osto n, 4. Novbr. Das „Journal"
sagt in seinem heutigen Artikel; „Der Sieg
der Gegner der Administration in anderen
Staaten deutet aus wichtige Veränderungen in
der politischen Zukunft des Landes." —"Das
Blatt snmmlrt dicCongreßivahi wie folgt auf:
Busfington, Rep., 442Maj.;Harris, Rep.,
2810; Picrcc, Rcp., 3072; Frost, Rep., 30
(zweifelhaft); Banks, Unabh., 5938; Thomp
son, Dem., 972; Tarbox, Dem., 1470: War
ren, Dem., 574; Hoar, Rcp., 487; Scelye,
llnabh., 540; Chapin, Dem., 5490. Die
Gcieegebung ist stark gegen Temperen;.
B 0 st 0 n, 4. Nov. Tas Interesse an den
Wahlen ist noch nngcschwächt. Die Zeitun
gen sind allgemein der Ansicht, daß die Nie
derlage der Republikaner den Mißbrauchen
zuznsckrciben ist, welche sich in der Partei ein
aescklichen haben. Die Niederlage von But
ler und Ayres wird mit Freuden begrüßt.
Butler nimmt die Sache leicht, er sagt: „Wenn
die Partei diese 'Niederlage aushalten kann,
dann werde ich auch wohl mein Theil tragen
können." Die Demokraten feiern ihren Sieg
durch Saluts Hüffe. In Maine nnd Zlkew-
Hampshire werden au vielen Orten Salut
ichüssc abgefeuert.
New-Norl.
A l b a n h, 4. Novbr. Das „Evening
Journal" schätzt, daß in der Assembly 72
Demokraten und 56 Republikaner sitzen wer
den. Im Senate haben die Republikaner
nur eine Mehrheit von 4 Stimmen, weßhalb
die Demokraten den nächsten Bundcssenator
erwählen.
Lyman R. Baß hat im 32. Distrikte 900
Maj.
New -Zcrscy.
N e w - ?) ort, 4. Nov. Richter Bedle,
der dem. Gouverncurs-Candidat ist mit 9000
Maj. erwählt.
Tie Republikaner haben 2, die Demokra
ten 5 Congreßmitglieder erwählt. In der
Gesetzgebung haben die Demokraten cineMaj.
von 11 St., was ihnen den nächsten Bnndes-
Senator sichert.
Die Congrcß-Tclegation steht: C. H. Sin
nickson und S. A. Tobbins, Rep.; Mikes
Roß, R. Hamilton, August W. Cutter, F.
H. Dcefe und Aug. A. Hardenburg, Demo
kraten.
Dtc neuesten Berichte geben Bcdle 12,000
Majorität. .
Pennsylvanie.
Philadelphia,-. Nov.— Die „Presse"
gesteht die Erwählung von 12 Demokraten
und 15 Republikanern im Staate zu, bean
sprucht aber den Staat mit 15,000 Mehrheit
für die Republikaner.
Philadelphia,-. 'November. Heute
Abend geht der Bericht, daß Mann, der rcp.
Ring-Candidat, dessen Niederlage gestern be
richtet wurde, erwählt worden sei. Es heißt,
daß die Berichte der 9. Ward ungenau gezählt
worden seien.
Rcillcy, Dem., 500 Mehrheit; Collins,
Dem.,543 Mehrheit. Ter 23. Distrikt gibt
Cochrane, Dem., eine kleine Majorität; der
21. Distrikt erwählt den Rep. Wallace. Phi
ladelphia erwählte 5 republ. und 1 dcmkor.
Staatssenator, 29 rcp. und 9 dem. Mitglieder
des Hanies.
W. W. Kctcham, Rep., ist im 12. Distrikt
erwählt. Im 11. Distrikt bat der Demokrat
F. D. CollinS 7000—8000 Mehrheit.
-uzqvh iihvano.izqzlibiimüzaliuozj 91 s>q
44 i,z;vaomZT RS sivs JniZM KZ t vunqzLHzl
-ZN.tZg in buiiiiinlingj,' -ißpijUvlplittZUiZli izq
jviuolvW ZNIZ uzMjanlZT uzg lgjb uvjK
ttglMvT 'uiz hzvzzx -asztz sss zLvjrzqzlzg ziq
jhZilÄ guu ttji iivhjZlisatt aljZl ihvaiKivvjl
.izcl'iviiiijzjg svq Üvq 'ui gib ('äZZi>) „ilzass,"
— -ao)g 'f- 'vihäizqvjihgz
Richin 0 nd, 4. -Novbr. —Die Conserva
liven haben sicher im 3., 6., 7., 8. und 9.
Distrikte gesiegt. Tie Republikaner waren
im 4. Distrilte siegreich. Der 1. Distrikt ist
zweifelhaft, beide Parteien beanspruchen den
Sieg. Goode im 2. Distrikte ist wahrschein
lich erwählt. Im 5. Distrikte wird die Cr
wählnug des Demokraten Cabcll beansprucht.
Die Conscrvativen beanspruchen als sicher 6
i von den 9 Cougreßmitgliedcru.
Charleston, 4. Novbr. —Die Berichte
treffen nur langsam ein. Im 2. Distrikte
ist der Fusions'-Candida! Chcunbcrlain er
wählt. Ter Neger Small, Rep., im 6.
Distrikte ist ebenfalls erwählt.
.epentnikq.
LoniSvil le, 4. Novbr. Tie Berichte
des „Courier Journals" zeigen dieErwählnng
der ganzen demokratischen Congrcß - Delega
tion.
Tennesfee.
M emphis, 4. Novbr. Oberst Cascy
Jones n'iirde mit 5000 Majorität erwählt,
ein demokratischer Gewinn von 0000 Stim
men. West Tcnncssce gibt starke demokratische
Mehrheiten.
M ontgo m c r y, Ala., 4. ?kovbr. Ec
nngendc Gewinne sind berichtet worden, nm
dieErwählnng des demokraiischcn Staats-
TicketS mit in—lV,Ott Stimmen sicher zu
stellen. Füni Congreßmitglieder und eine
demokratische Majorität der Gesetzgebung sind
sicher. Mehr Neger haben in diesem Staate
mit den Demokraten gestimmt, als Weiße mit
den Republitancrn stimmten.
Die demokratische Majorität im Staate
wird auf 0000—8000 Stimmen geschätzt.
Tie Republikaner haben von den 8 Congreß
milgticdcrn nur 2 erwählt, ein demokratischer
Gewinn von n Distrikten.
N ew Orleans, 4. 'Novbr. Weitere
Wahlberichte bestätigen die früheren Berichte.
Buiides-Cominissär C. T. Craiß hat die Nc>
ger Mari, Johnson und Joseph Milbrongh
wegen Verletzung der Äuklux-Gescye verhas.
let; dieselben versuchten eine Versammlung
farbiger Demokraten zu sprengen. Dieses ist
! die erste Verhaftung von Negern unter dem
eluktux-Gcsetze in Louisiana.
Floriva.
Angu sr a, Ga., 4. Novbr.—Die Berichte
ans Florida trcfscn sehr langsam ein. Das
Votum der Weißen ist zurückgegangen, das
der Neger bedeutend gestiegen. Wahrschein
lich haben die Republikaner beide Congreß-
Mitglicdcr erwählt.
St. Louis, 4. Nov. Der Staat ist
mit überwältigender Majorität demokratisch;
Einige schätzen die Mehrheit ans 40 50,000
Stimmen.
Michigan.
Detroit, 4. Nov. Tie Demokraten bc
! anspruchen Ehamberlaiws Erwählnng mit
1000 2000 Majorität. Die Republikaner
beanspruchen den mit einer kleinen
Majorität. Tie Congreß - Delegation wird
wahrscheinlich 5 Republikaner und 4 Demo
kraten zählen.
Zöinois.
Chicago,?. Novbr.—Aus Peoria wird
die Erwählung des Demokraten Rost im 9.
Distrikt berichtet.
Nov. Tie Republikaner
haben im Staate mit stark reduzirter Majori
tät gesiegt.
Chicago, 4. Novbr. Illinois hat 10
Tcmokraten, 7 Republikaner nnd 2 Unabhän
gige erwählt, von denen Einer Republikaner s
und der' Andere Demokrat ist. Tic Tclcga
tion zählt demnach II Demokraten nnd 8 Re
publikaner: ein demokratischer Gewinn von 3
Distrikten.
Noch besser!
'Nimmt mau die Congrestinchrbeitcu als
Basis, io haben die Demokraten eine Netto
Majorität von lik—l3,ooo im Staate, die
wahrscheinlich auf 20,000 steige wird.
M ilwank ec, 4. 'Novbr. Tie Rcpn'o- >
! likaner erwählten 6 und die Demokraten 2
i Eougrestmitgliedcr. Die Republikauer haben
! 0000 Majorität im Staate und 30 Stimmen
in der Gesetzgebung
St. LouiS, 1. 3dv.—Tie rep. Majo-
I rität ikt von 32,000 (1872) aus 5000 Stim
j uicn reduzirt worden.
Minnesota.
S t. P a n l, 4. 'Nov.—Die Republikaner
> haben wahrscheinlich alle drei Eongrestmit
glieder wieder erwählt.
Nevada.
San Franz isco, 4. Novbr. Tie
neuesten Berichte ans Nevada melden die
Wiedcrcrwählung des demokratischen Gouver
neurs Bradlcy. Die Legislatur ist zuGunsten
Sharon's für den Bundessenat.
Depesche von Seaclle, W.-?., meldet die Er
wählung des republikanischen Eongrest Kan
didaten Jakobs mit mehr, als 500 Maj.
Weiteres über den glänzende
demokratischen Sieg.
Maryland.
Die offiziellen Mchrheuen des 3. und l.
Eongrcst Distriktes haben wir bereits letzten
Mittwoch mitgetheilt: folgende amtliche Be
richte liegen aus den anderen Distrikten vor.
2. Roberts') Distrikt.
B a lti inore-Co u n tv.
, Majoritäten >
BejM Roderts Ensor Total Roberts Eujor
S- 218 A 124 12
l/ 112 2 268 IN
2e INI 126 3,7 67.
4. 769 262 ;-2 66
5. 166 116 282 ,')
v- 115 126 5-',ö lä
. t s 119 45 164 7
''Zh IM Ick 218 W
. 359 362 66 .67
1 s 221 122 316 1172
i>. Z 9 ZW 266 7,74 42
3 ( 268 261 526 7
t. 57 114 361 N
~ Is 228 21 3-52 1,1
2 , 8 67 7.7. 21
I s 2>7. >ll ZZ9 7l
IZ. 28 122 I !6 27,-8
Z( >6B 73 271 125
3-526 2710 7108 818
2716
5. (Dr. H e II kl e ' s) Dist ri k!.
--Congrcß, --Controleur,'?"—
Henkle, Hagncr, Wool- Goldsdo-
Ward T. R. sord.D. rough.R.
17. 1331 411 IBIZ SÄ!
Hcnklc's Majorität 867 Wooyord'S Maj. 1285
Laltimorc-County.
1873.^
rouz^
tz'. .. 174 187 '?2
Henkle'- Maj. 31 i. Wooljord's Maj. 37K.
1871. ''l
T.' R. ' T 7 ' roagh, R.
3. 481 >59 577 N 8
4. 566 178 466 16-5
-5. .. 1!9,n 363 233
8. 496 2-55 436 32-5
-jusanuncn 2516 2123 2399 2416
-yenllc's Maj. 417. Wooljord'S Maj. 483.
4874. 1873.'
—Congreß—, —Controleur—^
Bansvillc 242 197 297, 1--'
BladenSburg 267 283 293 319
276 422 428
Queen ... -Ilm 267 237
I vaurel 167 115 17 ! 131
Orandywlne 27m ltB 143
0. (Wal s h ' s) st rik tt
Tistriktc. T 5 R. ' T- ' rough, R.
Crackii 333 345 331 38-5
ClarkSburz 32-8 291 31! 305
Mcdlcy'S ?84 3i7> 536 35-5
Berr'S M 388 46 ? 417
22-53 1732 2369 >938
Waljy'S Maj. 521. Wooljord'S Maj. 461.
Allegany - C 0 n n t v.
Walsh, Vowndes, N.
5i WillsCreck 332 398
6. River 219 163
7. Rawling's Station Bin
8. Westernporr -- 9?m
!>. Ballon 66 176
l>. T-rostdurg' 136 433
12. Ost-.'zrosidurg 182 166
1.3. Moni Lavage 215 86
2120 Swl
Mehrheit sär Lowndcs 28t stimmen.
New-Zcrscy.
N e w ?> ort, 5. Novbr. Die Prominen
ten demotratischen Candidalen für die Stelle
des Bundes-Senators in New-Jerfey sind:
Ex Gouv. Randolph, H. I. M.Banatta und
R. Gilchrist. Phclps, Rep., hat im 5.
Distrikt mit den 24 unrichtig geschriebenen
Stimmzetteln eine Majorität von 17.
Pcnnsylvanicn.
PhiladelpHla, 5. Novbr. Ter „Ev.
Telegraph" sagt, daß das demakrattsche
StaatSticket sicher erwählt ist. Tie Demo
kraten haben in der Gesetzgebung eine Mehr
beit und erwählen den nächsten Bundes-
Das Congreßmitglied Randall beansprucht
4000 demokr. Majorität und 16 von 27 Con
areßmitgliedern.
Virgtnicn.
R ich m 0 lid, 5. Nov. Ter Demokrat
Cobell ist im 5. und Douglas im ersten Di
strikte erwählt. Platt, Rcp., hat im zweiten
Distrikte 200 Majorität, die Wahl wird jedoch
bestritten werden. Bis jetzt steht die Congrcß-
Telegation 7 Demokraten und 1 Republika
ner.
Td-?arolina
Charkest 0 n, 5. Novbr. Die „News"
schätzt Ehambcrlain'L Majorität auf 6000
Stimmen: dieses istein conservattvcr Gewinn
von 27,000.
Die Republikaner Wallace und Hege sind
in den Congrcß gewählt. Rainey'S Wieder
crwählung ist noch zweifelhaft.
Nashvill c, 5. Novbr. Tic Gesetzge
bung ist überwiegend demokratisch. Ter Gou
verneur hat eine Majorität von 40—50,000
Stimmen.
Missouri.
Sl. L 0 uis, 5. Novbr. Tie demokrati
sche Majorität beträgt 30,-40,000 Stimmen,
und alle demokrattschen Congrcßmitglicdcr
sind erwählt.
Nlabama.
Montgomery, Ala., 5. Nov. Noch
immer treffen Berichte von demokratischen
Gewinnen ein. Tie Gesetzgebung zählt 60
Demokraten und 40 Republikaner. Die De
moiralen erwählten 9 von 12 Nreisrichteru
und wahrscheinlich 7 von Kongreßmitglie
dern. Nur der Distrikt Mobile ist noch in
Zweifel.
Arkansas.
Littleßock, 5. Novbr. Nach den
vorliegenden Berichten haben die Demo
kraten die ganze Kongreß - Delegation er'
Nc w O rl c a ns, l>. Novbr. Moneur,
dem. Kandidat für Staalsschatzmeister, hat
liier I2,00t) Pichrheii: Leeds, dem. Mapors
candidat, 11,000.—1 m ersten Distrikte wurde
Eibson, Dem., mit 350 Mehrheit erwählt;
2. Distr., Ellis, Dem., 2SOO Maj.; Darrell,
Rep., ist wahrscheinlich wicdcrenvählt.
Die Demokraten feierten ihren Sieg durch ein
Frendensalnt.
N ew-Jb eri a, La., 5. Novbr. Die ge
stern in St.Marlin's Parish verhafteten Per
fönen werden noch immer von den Bundes
truppcn festgehalten, ohne daß man ihnen
ein Verhör bewilligt. Licut. Hodafon ist
ausgezogen, nm weitere Verhaftungen zu
machen.
Kansas.
Lawrence, 5. 'Novbr. Tie Reform
Gesetzgebung ist unzweifelhaft erwählt. Die
Opposition hat 10 Senatoren gewonnen.
Osborne, Rep., ist mit 10,000 Maj. zum
Gouverneur erwählt. Zwei Republikaner
und ein Reformer gehen in den Congreß.
Stegcsjuticl aklcntbatbc.
Ncw -No rk, S. ilkovbr. Das General-
Comite von „Tammanh-Hall" und der „Man
Hattan-Clnb" faßten heute Abend Beschlüsse,
in welchen den Demokraten zu ihren Erfolgen
gratulirt wird.
'Aus allen Theilen des Landes treffen Bc
richte über Frcuden-Demostralioncn ein.
Kellogg unv Packard spielen
Verbrecherischer Ver
such der Schwindler- und Räu
berbande von Louisiana, das
Volk um sein Wahlresultat zu
betrügen.
New-Orleans, 1. Nov. (Spezial-
Devefchc der „N.-2). Tribüne.") Die Beweise
hänfen sich, daß die Partei Kellogg's die fre
velhafte 'Absicht hegt, ihre Candidalen durch
die Slimmenzähler auf betrügerische Weise
hineinzählen zu lassen. Dieses wird beabsich
llgt trotz der überwältigenden, bis zum heu
tigen Tage unbestrittenen Mehrheiten derCon
seroativen. Es ist Grund vorhanden, zuglau
! ben, daß dieser Plan, dem ausgesprochenen
Willen des Volkes Trotz zu bieten, geilern
-Abend vereinbart wurde, und infolge Dessen
begannen heute Kellogg, Packard, Herwig
(Cafeh's Hülfs-Colletlvr), I. C. Kenner und
Wells, welche zu der Commission der Stim
mcnzähler gehören, auszusprengen, daß der
Staat mit 10,000 Stimmen Mehrheit repub
likanisch gewählt habe, obgleich es notorisch
ist, daß fast jeder Wahlbericht bedeutende con
servative Gewinne im Vergleiche zu dem Vo
mm von 1872 zeigte, wo dasTicket McEnery's
bereits erwählt wurde. Gleichzeitig mit die
ser Erklärung versichert der „Republican," das
Organ Kellogg's, heule Morgen mit Bezug
! auf die conscrvativcn Majoritäten: „Bis die
Commission der Stimmcnzählcr zusammen
i tritt und mit dem Zählen zu Ende kommt,
wird von diesen Majoritäten nur wenig übrig
bleiben." Heute wurde u. A. endeckl, daß
! die Republikaner nachträglich eine bedeutende
- Auslage von Stimmzetteln drucken ließen; da
- mit kann man doch nur Betrug beabsichtigen.
Die Hülfs-Superviforen haben infolge vorher
erhaltener Instruktionen geflissentlich Unreg-I
Mäßigkeiten begangen, Einige haben sich ver
steckt, um die Wahlbcnchte nicht unterzeichnen
zu brauchen. Durch diese Mittel und auf die
grundlose Behauptung demolratncher Ein
, ! schüchternug, welche erst heute erhoben wird,
u ! beabsichtigt man, genug Prezintie hinauszu
> I werfen, um Dnbucles zum Schatzmeister zu
. erwählen und Kellogg eineMaiorität imHanse
zu sichern, damit kein Jmpeachment erfolgen
kaun. Tiefe Entdeckung hat große Aufregung
verursacht nnd wenn der Plan ausgeführt
wird, so werden die Conservativcn, die von
den Gerichten ausgeschlossen sind, kaum zu- i
rückgchallen werden können, Gewaltthaten gc !
gen die Stimmzählcr Commission zu begehen. !
Bei Ausführung dieses neuen Verbrechens !
zählt die Partei Hellogg'S ans die Unterstütz
znng der Buiidcstruppeil, welche ohne den
Schatten cinesßechtcS noch immer das Staats-
Capital besetzt halten. Das StaatS-Ccutral-
Comite der Conservativcn wird sich morgen ,
versammeln und wahrscheinlich ein Gesuch an
den Präsidenten richten, diese tleberwachung
durch die BundeStrnppcn einzustellen und ent
weder die Bundestruppen aus dem Staats- !
Capitale zurückzuziehen, oder aber cincßeauf- s
stchtigung die Slimmenzähler durch die Con- i
servativen zu gestatten. Wenn die Radikalen >
von diesem Versuche, das Wahlresultat zn
fälschen, nicht ablassen, so werde neue furcht- z
bare Scenen kaum zu vermeiden sein. Tas
Volk ist außerordentlich erbittert nnd wird sich
kaum zurückhalten lassen, Gewalt zu gebrau ,
che.
Wahltttmulte in Süd-Garolina.
Columbia, S. - C., n. Nov. Zu
Winiisboro', Fairfield Co., 38 Meilen von
hier, kam es zwischen zwei rivalisirenden Nc
gersaktioncii zu einem Znsammenstoß. Ein
Weißer schritt ein und es heißt,daß ein Neger
getödtet worden ist und zwei tödllicheWuuden
erhalten haben. Der Coiiiniandant der Uetz
nen Garnison stellte mit großer Schwierigkeit
die Ordnung wieder her.
In Edgesield-Co., indem berüchiigtcnßld
gesic'd-Tlstrikk, wurden die Stimmplätzc er '
stürmt und die Stimmzettel vernichtet. Es !
waren dort sehr viele republikanischen Stim l
mcii abgegeben worden.
Telegraphische Tepeschcn.
Znland-Teveschett.
Teator Zhurman über das
Wahtrcsttltat.
Washington, -l. Nov.—Hiesige Te
niokratcu brachten dem Senator A. A. Thnr
man vor seiner Wohnung eine Serenade.
Eine große Menschenmenge war versammelt.
Senator Thurman erschien nnd dantle der
Versammlung sür die ihm gegebene Gelegen- >
heil, mit in den aligemeinen Zubcl einst,m- !
mcn zu können. Er sagie: „Wenn ich es be
denke, ist eS nicht schrecklich und augenfchein
lich darauf abgesehen, jedes loyale Herz mit I
Furcht und Schrecken zu erfülle, daß sie mit
Trommeln und Musik und mit einem die
Lust erschütternden Zubclgefchrei den Sieg der i
schrecklichen .stukluxe in Massachusetts feiern
dürfen. War es nicht genug, daß diese schreck
lichen Burschen die friedlichen, liebenswür
digen und rechtschaffenen „Carpcl Baggers"
und ihre Anhänger im Süden bedrohten?
War es nothwendig, daß sie auch nachdem
Norden kommen mußten, um dort die Re s
publikancr einzuschüchtern, um Ohio, Jndia
na, West-Virginien, Delaware und New Zer
sep, ja sogar New-chork zu erobern, und ne-
beubci auch noch—"was das Schlimmsle ist—
Massachusetts in ihre Hosentaschen zustecken ?
(Beifall.)
Politiker und Journalisten kratzten sich den
Hopf, um die Ur'ache unserer Siege zu cur- !
decken, wo doch Jeder, welcher die Geschichte I
der ituklux- Greuel im Süden, die Manifeste s
des OberbundeS - Anwalis Williams , die i
Verhandlungen der Chattanooga'er Conven- >
tion, die Affidavits des Major Merrill und
die Depeschen des Marschalls Packard gelesen
hat, genau weiß, daß es nur eine Ursache !
giebt, nämlich die Einschüchterung. Die
vom Teufel besessene Partei, wie der ehrwür ,
dizc christliche Staatsmann Gerritt Smiih !
die Demokratie nennt, hat die friedliebenden
Radikalen von dem Ufer der Passamaguoddh
Bai bis zum Rio Grande so geschreckt, daß
Viele ans purer Angst das 'demokratische
Ticket stimmten und eine och größere Anzahl
gar nicht au der Wahl theilnahm. Und da
diesen gottvergessenen Menschen Nichts heilig
ist, so'haben sie selbst ihre Hände an den wü
thigen, patriotischen Butler gelegt und ihm
in's Ohr geschrieen: „Butler, drücke Dich!"
(Gelächter.)
Doch meine Freunde, haltet mich ich: für
frivol, weil ich so spreche.
Jahr auf Jahr sind unsere Siege imSüden
fälschlich der Einschüchterung zugeschrieben
worden und ein Congrcßmitglied nach dem
anderen hat wegen dieser falschen Auslegung
seinen Sitz verloren. Seit Jahren waren bei
jeder Wahl im Süden begangene Verbrechen
das iiampfgeschrei der nördlichen radikalen
Politiker. Was aber können jene Fabrikan
ten falscher Vorwände jetzt einwenden, denn
unsere Triumpfe im Norden liefern ein ge
wichtigeres Zeugniß, als lenc im Südenz
wenn selbst Massachusetts, zenes unveränder
lich feststehende Massachusetts das Siegel der
Verdammung auf die radikale Mißwirthschatt
drückt, und setzt zum ersten Male seit fast ei
nein halben Jahrhundert einen rechtschaffenen
Demokralen auf den Gouvcrncnrsstuhl, n. in
Verbindung hiermit wäre es nicht recht, meine
Herren, daß ich sollte über Beuj. F. Butler
sprechen, welcher bei der Annahme seiner letzten
! Noiulnation als Hauptgrund seiner Wünsche,
. im Congresse zn verbleiben, seinen Willen
und seine Fähigkeit angab, auch fürdcr das
südliche Volk zu binden und zu knebeln. Doch
die Zeilist vorbei, wo ein solcher Veriol
gungsjchrci in den Herzen 'einer Wähler ein
Echo fand; die Zeit ist vorbei, wo Verlctzun
gen der Constitution, voltbracht von Richtern,
als eine gesunde Politik betrachtet wurden
nnd die Vernachlässigung der Interessen des
Volkes leschönigt nnd verdeckt werden konnte
durch den Hinweis auf ciue solche Nothwen
digkeit. Das Resultat habt Ihr vor Augen."
Mohren, welche ihre Lchnldinkcit
nicht thaten und doch gehen
müssen.
B oho ii, 5. Nov. Eine große Anzahl
von Arbeitern wurde heute in dem Bundes
Eonstrnktionshafcn von Eharlestown cntlas
jcn. Unter denselben sind nicht weniger als
120 aus dem Departement für chards und
DoclS. Demnächst sollen noch mehr Leute
entlassen werden.
Näheres über den Selbstmord des
jttngen Voigt.
N e w-'/j o r I, l. 'Nov. In dasWaffenge
schäst von Gco. Smith, Rr. öO, Ehathamstr.,
trat gestern Morgen ein junger Mann von
sehr anständigem Aeußern nnd ließ sich mehrere
Revolver vorlegen. Dem jugendlichen Käufei '
schien besonders eine Waffe zu gefallen, inr
welche der Besitzer des Ladens Hl 2 forderte.
Der jniigeMann fagtc, er habe nicht imS'.nne, !
mehr, als SlO auszugeben nnd wolle, wenn i
man ihm die Pistole um diesen Preis nicht!
lasse, sich erst anderweitig umsehen. 'Aach
mittags gegen ö Uhr kam der junge Mann zu
rück und sagte, er habe sich entschlossen, den
Revolver zu kaufen. Als der Clerk des Gc- j
schästcS nach einigem Suchen die Waffe fand,,
bat ihn der Käufer, dieselbe zu laden, und zog ?
zugleich sein Portemonnaie. Ter Revolver
wurde dem jungen Mann eingehändigt nnd,
während der Verkäufer die Waffen im Schau
kästen wieder ordnete, setzte sich der Käufer die
Pistole hinter's Ohr, ein Knall und ciit-
seelt siel der jugendliche Selbstmörder znrErde. !
CS dauerte längere Zeit, ehe die erschreckten
Angestellten des Geschäftes stih klar, wurden l
was geschehen war, denn die unselige That s
war mit solcher Schnelligkeit nnd solcher Ruhe.
ausgeführt worden, daß Niemand der anwe- s
senden Personen eine Ahnung von dem un-
glücklichen Borhaben hatte, Tie Leiche
Sie Kugel hatte das Gehirn zerschmettert nnd
der Tod erfolgte fast augenblicklich wurde
nach dem Parkhoipitale gebracht. AIS man
die Kleider des Unglücklichen durchsuchte, iand
sich kein Geld in den Taschen, sondern nur '
zwei Schulzeugnisse, eines von der Zions Pa
rochie, das andere von der Lviiisenstädtischen ,
Gewerbeschule in Berlin; außerdem ein klei s
ner Papierstrcifen, aus welchem mit blasser
Tinte Folgendes verbatim und lilcratim ge- s
schrieben war: „Mein 'Name istWalter Voigt, >
>un. PN vi >i Motiv zu meiner That ist Erzür
nung mit meinen Eltern, welche vor 3 Wochen
bereits zum dritten Mal erfolgt ist. Sie ha
bell in Nr. 310, Wafhmgloniiraße, Hoboken.
ein Bierbotlling Geschäft." Die That erregte !
großes Aussehen, und längere Zeit ward durch !
sie das Interesse, welches man an dem Aus- !
gange der Wahl nahm, in den Hintergrund
gedrängt.
Tie Eltern des jungen Mannes bekundeten, !
als sie durch einenßerichterstatter der „ Staats
Zeitung" von dem rranrigcn Ende desselben
in Kenntniß gesetzt wurden, ticien Schmerz,
obgleich sie für als einen unverbesserlichen
Thunichtgut erklärten und jeden Tag schlimme
Kunde von ihm erwartet hatten. Ten Anga
ben der Mutter zufolge hatte Walter Boigt
erst sein siebzehntes Jahr zurückgelegt, war
aus Königsberg, Ostpreußen, gebürtig, hatte
in Berlin die Gewerbeschule besucht nnd ist
vor ö Jahren noch Amerika gekommen, wo er
die erste Zeil mit seinem Barer in einer k'eder
Waarenfabrik gearbeitet hat. Haupttächttch
aus Rücksicht auf seine Zukunft habe der Va
ter das jetzt von ihm betriebene Geschäft ange
fangen, sein Thun und Lassen sei indeß ein so
ungeziemendes gewesen, daß der Bater ihm ge
! sagt habe, er solle sich sein Brod bei fremden
! Leuten suchen. Tics habe er wörtlich genom
j men und sei aus Trotz bei einem Geschäfts
. Eonturrenten in Arbeit gelrcte, von demjcl
ben jedoch nach drei Wochen wieder entlassen
> worden. In den darauffolgenden zwei Wo-
chen habe er sich arbeitslos herumgetrieben,
und vor acht Tagen sei er in Mechler's Hotel
! in Union-Hill als Hansarbeitcr in Tienst ge-
treten, wegen Unbrauchbarkeit indes; bereits
i gestern Blorgen wieder entlassen worden. Tie
von ihm hinterlassene Notiz, daß er sich mir
seinen Ellern in den lebten acht Wochen drei
! Mal erzürnt habe, wird von Gehleren in Ab
rede gestellt. Er sei von ihnen im Gegentheil
! sortwährend nütGeld nnternlibt worden, lroy
! dem sie gewußt, daß er es in leichtsinniger
Weise verbrauchen werde. Es sei Alles ver
! sucht worden, um ihn zu einem lüchtigenMeii
schcn zn erziehen, allein vergebens: er habe
alle Ermahnniigen mißachtetüiid allen Bor
würsen gespottet, so daß die Ellern znlcyr an
seiner Fulnnit verzweifelten.
Hwci aiileviinnlslllc Mischer in Ha
vanna verhaftet. Ein drillet
spurlos vcrsclllvttttdctt.
New-ah ort, I. 'Novbr. Ein Brief
aus Havanna vom W. H lieber berichtet, daß
ant Samstag vorher eine Schisicrbarke, 10
Meilen östlich von Havanna, gesehen worden
sei, von der man vermuthet, daß sie ein ame
Mainsches Schiss sei. Tnsselve sehte ein
Boot mit drei Mann ans, welche dem bände
zusteuerten. Ter Eapuän an der Allste wurde
davon benachrich'igl und dieser sehte denGon
vcrncnr des TistrikrcS in Kenntniß. Sok
daren und Polizisten wurden ihnen entgegen
geschickt, welche zwei der beweisenden'beute
auch brachten, verhafteten und sofort in'S Ge
sangniß steckten. Bon hier aus schrieben sie
einen Brief, laut welchem sie erklärten, daß
sie Amerikaner und Mischer ans Key-West
seien. Sic seien, während sie fischten, an die
cubanischc stufte vcrzchlagen worden, wo sie
landeten, nin sich mit bebentmilteln zn verw
Heu, da dieselben ihnen ausgegangen. Tic
spanischen Behörden erlanven Niemanden
den Zutritt zn ihnen, noch wollen sie.den
Gruna ihrer Bcrhaslnng angeben. Bon dem
dritten Manne, der au's band kam, hat man
seither 'Nichts mehr gesehen noch gehört und
auch das Schissist verschwunden.
Tcm Tainpser ~Glth of Peking"
bricht die Slhranbcnwclle, und
er läuft in Mio ein.
New-b)ork, ö. Nov. Ter Eapirän
des Dampfers „Eiti> os Peking," welcher ni:r
gebrochener Schraube in Rio de Faizeno ein
lief, hat telegraphirl, daß es nothwendig sein
werde, die badnng zn löschen und das Risiko
zu nehmen, die Reise fortzusetzen.
Ein Mann von einem .'ige über
fahren.
Cincili n a t i, Ohio, .'>. Novbr. Em
nnhekannter ftNaiin wurde gellern Abend von
der bokomoiive eines Frackftznges, der nach
Earthago suhr, ergriften und geiödlet. Tic
Räder gingen ihm über den Hals und trenn
ten den Kovf vom Rumpse.
Tie demokratischen Siege haben
bereits ein Opfer gefordert.
El e v cla n d, L-Hio, .'>. Nov. Bei m
Abscncrn von Frendenschüssen über die denio
tratischeii Siege z>i Madiwn, Ohio, Harn die
skanoue, nild ein junger Mann, 'Namens G.
F. 'Martin, ward augenblicklich geiödicl.
Gin „Ehrw." Ttcv.
M iiwaukec, Wisc., 3. Novbr. Ter
Pastor M. Kraig, ein 'Methodist von Evans
ville, Wisc., ist loegen des Ticbstahls von
Büchern verhaftet worden. Er kam oft nach
Mitwqnkee und pflegte alle Buchhandlungen
heimzusuchen, die neuesten Werke ourchznie
Heu und sich dann wieder zn empiehten. Bald
nachher entdeckte man gewöhnlich, daß meh
rere wcrlhvolle Werke 'fehlten. Gestern kam
er in die Buchhandlung von Tes Farges ed
bawrcnce und erhielt, wie gewöhnlich, Erlaub
niß, sich die neuesten Erscheinungen der bitc
rarnr nach Belieben anzusehen. Es wurde
indessen ein Eicrk beauftragt, den frommen
Mann zu beobachten, und er entdeckte denn
auch, daß derselbe drei 'Bücher im Werthe von
in seine lieien Rocktaschen gleiten ließ.
Ter Tiener des Herrn filzt ,eht im Gesiing
niß.
Ein Schlafwaggon verbrannt.
A tlant a, Ew., .'>. 'Novbr.- Ter Schlaf
wagqon der „Georgia'er Eisenbahn" ist heute
Morgen verbrannt. Tie Passagiere büßten
ihre sämmtlichen Kleidungsstücke ein, doch ew
hielt 'Niemand Berletzungcn. Tas Feuer ent
stand durch den 'T sei!.
Ein Offizier der amerikanischen
Äirmee wegen einrs namenlosen
Verbreche as'vcrhastct.
St. Ear hari n e s , Ean., k. Novbr.—
j Ein Mann,, welcher sich Eapr. Pamcs Äle
Gnire nennt und angeblich der amerikanischen
Armee angehört, ist wegen eines namenloien
! Berbrechcns an einer Frau verhaftet worden.
Verhaftung eines europäischen
Flüchtlings.
Quebec, l. Novbr. Bei Ankunft des
> Tampsers „Prnisian" ward eine Person ver
' haftet, die, wie man sagt, in Paris große
s Schwindeleien verübt haben ivtl. Ticseibeii
l sollen eine halbe Million Francs betragen.
(Nkrspäische
Internationaler s!atho!ikcn-Eott
gres; in London.
011 d o li, !>. Nov. ?ie höchsten Auto
' ritälen der kalholiichen Kirche haben beschloi.
. sen, einen großen internationalen katholiken-
Eongrcß ii! Vondon abzuhalten zn demejwccke,
um die väpstliche Unfehlbarkeit ausrecht zu
! erhalten, das Recht des Pavftes aus weltliche
und geistliche Gewalt auf's Nene zn versichern
und 'es für die schuldige Piiichr aller Ehristen
zn crtläreii, in den atlen Gehoriam gegen
Rom zurückzukehren.
Man sagt, daß dieser Entschtm; das Renil
ial einer direkten Fnst.ultion vom Batikanift
und daß einige der höchsten Würdenträger der
Airche diesem Eongresie beiwohnen werden.
Erzlmchoi gßaniiing gab in einer Rede zu
Weiiininster zu, das; der geistige Einslnst des
Pavstes seil dein Verluste seiner ivelllichen
Macht sich bedenlend gehoben habe: wcun
Schiedsgerichte jemals im blande seien, den
i nrieg ;>> ei icpen, dann werde der Papst der
! einzige mögliche Schiedsrichter. Tie tatho
tische Weil sügt er hinzu iverde van
einer Eontrovcrsc über alle Dekrete des öln
meiiischeiiEviieils bedroht: es siehe ohne
sei einer der grössten .stämvse bevor, wclllie die
katholische Welt ,emals gesehen habe: deshalb
sei es nothwendig, durch die ireic Presse Eng
land'S surchllos das Recht des Papstes nnd j
seine Pratensionen aus den Gehorsam der gan
l zen Äeli zu vchanplen.
in als , ttntcrqcgattgcn vezeich.
ctcs schiff in Sasc von Li
verpool tti!ttctonnclt.
Liverpool, ->. Rov. -r-er Tampter >
„.-jeno," mit Frachten von Malaga nach den !
! Tereinigien Tränten betrachtet, der in einer
! 'rilhcreii Tepe'che irrthiimlich als nniergegan
gen angegeben wurde, ist in hiesigem Hasen,
allerdings mit stark beschädigter stadnng, ein
getroiseu. Die Ladung ist theilwcise nach
'Boston, Rem chork, Philadelphia und Palt!
more bestimmt.
Berlin. NN. -Ttr! Ter Prozess gegen
den Grasen von Arnim wird innerhalb der
näcktsteu i l Tage beginnen.
Der .staiier nnd die.staiscrin von Teutsch
land haben ein eigenhändiges Beileitsschrei
den an den katholischen ,>iirstbisll>os von
Breslau gerichtet, der au? seinem Wagen ge
schleudert wurde und sich dabei schwere Per
lehmigen zuzog.
Berst in, N!. Dkibr. Ein Beseht ans
dein Ministerium hat das St. Georg'S Ge
sängnist in Bayreuth siir.stullmann als s
ort bestimmt. . l
Tie hiesige „Post" iagr, daß die vcrössent >
lichte Bcrsron der Eorrespondcn; zwischen
Büiow und Arnim zahlreiche Unrichtigkeiten
enthält: daß besonders der Theil, welcher am !
eine Berschwöruug mit einem nahen Augchö
rigcn des kaiserlichen Hauses anspielt, un
richtig ist.
stondon. W 'Rovbr. Tie prensti'chen
Behörden stellen '.lnter'nchnugen darüber an, j
wie die offizielle Eorrcsvondenz zwischen Bit
low und von Arnim an die 'Testentlichteir ge
langt sei.
Berlin, I. Rov. Ter Reichstag er
wählte gestern von ssorienbell zum Prästeen
ten und von Tlaustenberg und Tr. Haencl
zu Vice Präsidenten.
Berti n, Rov.—T ie Post vertrage zwi -
schon Teutschland und Peru und Ehili paisir.
reu heute inr deutschen Reichstag ihre zweite
stesiing. Die Unterhandlnngen über ähnliche
. Verträge zwischen Teuttchland und Bolivia, !
Eosta Rico, Eoiombia nnd anderen spanisch- !
amerikanischen Staaten schwebe noch.
Berlin.:!. Rovbr. Man sagt, daß
der öffentliche Ankläger gegen die „Norddeut
sche Leitung" und die „Germania" klagen
anhängig machen wird wegen verfrühter Vor
össentlichiing der Anklage gegen knlliuann.
Tie „Rorddculsche soll serner we
gen Veröffentlichung der Eorre'pondcn; zwi
schen Hrn. v. Bnlow und dem Grasen v. Ar
nim gerichtlich belangt werden.
Berli n. a. Rov. Ter szinaiizmiiiister
hat dem Parlamente das tährlichc Budaet
vorgelegt. Dasselbe zeigt einen sehr giinni
gen Stand der siinonzen. Es befinden sich
->2l,lBv,tSS 'Reichsmark im Schabe. Tie
Regierung ist autorisirl ivordeu, u l Btillio "
neii in Schavnoten auszugeben, um die Aus
! gaben des nächsten Pahrcs zu delle>i und .'!> !
i Piillivnen in neuen Miimen.
j Berti n, l. 'Rov. Tie szrage der Er
l richtnng eines Proviiiziallandtagcsnlr Elsast.
Nr. 43.
Lothringen drängt zur Lösung. Der Kaiser
wünscht ein Herrenhaus dorr errichtet zu sehen,
dessen Pflicht es sein soll, die kaiserliche Rc
gieruug über die Interessen der Provinzen auf
zuklären.
Berlin, l. s>kov.—Der Reichstag bat die
Ponveriräge mit Ehil' und Peru genehmigt.
Ein kaiserliche Dekret vom .'S. Oktober
ordnet die Errichtung eines Proviiizial-Laud
tagc? für Elsaß Loihriiigeu an und setzt dessen
Ausgabe und Befugnisse sen. Derselbe soll
leine Ansichten über las Büogci und über
iolche GcsetzcSvorlagen, die der kaiserlichen
Entscheidung nicht vorbehalten, sowie über
Po ringen, welche nicht Gegenstand der Dis
kussion des 'Reichstages sind, aussprechen.
Ter Landlag wird zusammengesetzt aus je
lu Dclcgirten jedes Kreises und bat eine
Daner von ü Fahren. Dein Kaiser bleibt
die Beingniß, Feit unö Ort des Fusamineii'
lrittcs desselben zu bestimmen. Ter Gouvc.
iienr der Ncichslande iit berechtigt, den
Ditziingen desselben in Perion oder dnrch
Vertretung beiznwobuen. Wenn der Land
lag der Regierung seine Ansichten übermittelt,
so inüsscii auch die Ansichle der Minorität
mit angegeben werden.
Berti li. '>. Rov.—Der Graf von Arnim
hatte am Dienstage eine Unterredung mit dem
Richter, von welchem die Bornittersnchuiig ge
führt wurde und bat, seine trüber gemachten
Aussagen mosifizi' in dürfen.
TÄwciz.
Bern, l. 'Rov. .'.'ciirg Rochckon gibt
hier >eine Feiinng „La r anlerne" heraus.
lliiierdrütkuiia der Acttelci.
Land o n , Ni>. Okt. —Die Gescllichast zur
Unterdrückung der Bettelei hat das Schwin
del Dichtem der Appellanon an die Milsthä.
tigkeii der ciubeimischen nud auswärligen
Bevölkerung, wie es von dem jüngst verhaf
teien Dr. Parker aus Eonucllville, Fnd.,
betrieben ivurde, ausgegeben.
<sric-Bab.
Fn Beantwortiliig eines Brieses des Tiret
tors der „Eriebahii Gesellschaft." eonstatin
Eapi. Disier, daß, nach seiner llebcrzeugung
die Ausgaben Ml Proz. der Einnabnicn nichr
überschreilen sollten.
Foh Laird, der bekannte Dchiissbaner
nud Parlaments - Mitglied für Birkcnhead.
ist, nach längerer Krankheit, heule gestorben.'
Londo n, Nl. Oklbr.—Es wird berichtet,
daß in dem Dlädrchen Darwin und Owen,
in der Gras'chair Laneaslcr, fünfhundert Per
sonen, der in. Dheil der Bevölkerung, am
Dlivhns erkrankt sind.
L ondo n, Rov. Das direkte atlanti
'che Kabel in in gnielii Auslaute anszesnndcii
LonSo ii, 2. 'Rov. Da direkte Kabel
der amerik. Eompagnie, welches bci'm Legen
riß, ist von dem Tpsr. „Faradn" in einer
Diese von >B7l Jadeit geinnden und gesptcißt
worden. Ter Dampfer setzt >etzt die Kabel
legiing ort.
London, :l. Rov. Der Prinz von
Wales besuchte gestern Birmingham, welche
Dtadt große Borbereiinngen zu seinem Em
vsange getroffen hatte. Triumphbogen wa
ren in den Hauptstraßen errichtet und die
Dtadt aus das Festlichste geichmückl. Am
Abend fand eine allgemeine Flkuminatioii
statt.
Londo n, n. 'R'ovbr.— Bei einer Pnlver-
Erplosion zu Hounsloiv wurden Heiitc Räch
mittag vier Personen sosort gctödtel.
>L,m>(> Bergleute in den Kohlengruben zu
West Redcry, chorkshire, die gestritt hallen,
nahmen heute die Arbeil wieder aus.
London, 5. Rovbr. Ein Dahn des
verstorbenen Hrn. Laird, LR. P., hat es abgc
lehnt, für Birkenhead als Parkanienls-Ean
didat auszmreten. Hr. Macivcr hat die Ecui
didalnr dcstniiiv angenommen.
Paris, r'. -Rov. Die vollständigen
Wahlbcrichie ans dem Devarlemcnt Pas de
EalaiS ergeben eilie große Majorität für den
bonaparlisti'chen Eändidalen Dellisic En-
Paris, Rov.—Die Weinlese inFrank
reich ist in diesem Fahre eine vortreffliche ge
ivesen lind bietei reichlichen Er!atz für den
ärmlichen Ertrag des BorinhrcS.
Progiiennd Arnim.
Paris, Rov.—Der Herzog von Brog
lie Hai in „Le Demps" ein Dchreiben verös
sentiichi, ivorm er sich gegen die Beichnidi
! gnilg vcrwahrl, daß er mir Gra> von Arninl
s zur Feit des Rücktritts von Hrn. Thiers rück
s nchttich der Dtellinig Deurschland's zu dem
! Prost beule Mittheilungen gepüogeu uiid sich
darüber onsgclasscu habe, wicierii diese Diel
luiigouahme zu dem Diurze desselben bcige
lragcn.
erliohiina See Prascurslartc Skr Arincc.
P ari s, 2. Rov.—Das neue Armecgesetz,
welches die Regierung in Borschiag bringl,
erhöht den Priiienzstans der Armee auf l'äu,-
ii'.i'i 't>i an>i.
! P a ris , :!. '.'iov.—Tie Generäle Wright
und Eomslork sind hier angelommen und
wollen am tüittttgen Doniiabcns nach Ame
rika absegeln.
Es wird versichcri, daß die kommende Des
! sion der ')!attonak Periaininlung durch eine
icharie Bolschail des Prändeilien PkaeLßa
! hon. worin derselbe die Annahme von eonsti
kittionellen Gcscizen, beionders derjenigen
> zur Errichtung einer zweiten Kammer, em
! psiehlt, crössnei werden wird. Ebenso soll
! darin die Abänderung des gegenwärtigen
soll künnig dieselbe durch Arondlsiemelitö
ersolgcii.
Ausweis on Tpanicrn aus
LoII d o li, t. Rov. - Ein Dpeziallekc
gramm an die „Dinics" besagl, daß in Heu
! dape percmptori'che Befehle von Paris eilige
lausen sind, noch vor dem nächsten Dicnnag
i Abend alle Dpan.er ohne ilnierschied der Per
son aus den Greuzorten au? dem rechren Ufer
I des Bidanoa austtiivei'en. weil die iranzösi
iche Regierung befürchtet, dag die Spanier
sich in den Eonflikr bei Pcnn einmischen wer
den. Der Ausweisungsbefehl hat grosteCon
sternalioii hervorgerufen,weil viele dcrAuszu
weisenden ohne alles Reisegeld und.
Ak adrid, .'>. Nov. Die Regiernng wci
gcr: sich, die Bewegunzen der Armee im Nor
den Dpaincn's kund zu rhu.
B a n o n ne, >'>. -Nov. Durch das Bom
bardement der Dladr Prnn durch dicAarlistcn
sind bereits > Republikaner gctödtcr und l>
verwundet worden, i-Rixarlisten von Cstella
hallen sich den Republikanern ergeben, Eine
Abtheilung Narlisten ist bei Albocacer, Pro.
vinz Paleneia, von den Revnblikancrn ge
schlagen worden. Biel derselben wurden ge
löstet.
R capcl, I. Nov. Die Behörden von
Neapel ichlugen vor, dem General Garibaldi
ein rsreundschafis-rr rschenk von zu über
wachen.
t! olldo ii, ö. Nov. Der Bankier und
östreichische Eowni in Nizza, Namens Avig
dore, hat heute Delbstmsid begangen. Ursache
unbekannt.
Ro m, ä. Nov.—Au? Ansuchen dcS Gene
rals Garibaldi sind die Dubseriptioneil zu
seiner Unterstützung eingestellt worden.
Ic n, :w. Dtr. Der nfürst von Mon
tenegro hat vor einigen Tagen an den russi
schen Gesandten, als den Denior des diplo
matlschen Eorps in Eonstannnovel, eine De
peiche gesandt, worin er seinen B'nusch aus
spricht, die Untersuchung über die kürzlich
stattgehabten Dtreiligkciten zwischen den
Ehrisien und den Türken durch ein internatio
nales Dchiedsgericht aeiührt zu sehen.
Dt. Petersburg, st. Nov. Durch
die neuesten Telegramme werden die früheren
Bericht bestätigt, wonach ein ernster Bruch
zwischen Turkeslan und Xhiwa infolge de
fortdauernden räuberischen Uebcnälle der Tnr
koinancn in das Terrirorlum des sthans be
vorsteht. Dollicn die gegenwärtigen New
würsnisse zu ernsten Resultaten fn!,ren, so tz
es nicht unwahrscheinlich, dass die russische
Regierung dazwischen treten wird.
Bombay, ist. Oilbr. Tie Baum
wollen Erndic der Prändentichait Beni y
zu werden, die ic hier eingehelins'i wurde.
Vo Ii do n, R>. Dkl. Die ErndteanSstch
ten sind in ganz Pndien vortrefflich. Den
mit dem Eintreffen der Banriiviude die Rc
genichaucr sielen, sind alle Befürchtungen
einer Bcrlängernng des Noihznilandes ge
schwundeu und die von der Regierung zu
unterstützende Bevölkerung betragt keine
Bicrtel Million mehr.
New zstorl, U tzlov. - Ein Briei von
'.Yokohama an die „Böorld" sagt, dag der
Bertreter eines a.uer.kaniicheu Guises nach
den Ber. Dtaiien abgereist sei, und zwar mu
dem Aniirage. ans Rechnung der javanen'chen
Regieiiing Gewehre anzukaufen. ,iermi ivird
von Peddo berichtet, dan die Regleinng an
die Behörden der Ber. teUgraphirl
habe, u.n inil il.nen u.egen
Panzerschisieu in llnierhandiung zu .relen.

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