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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1848-1918, November 18, 1904, Image 1

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Weitverbreitetstes
deutsche Zeitung 's'
V südlich von lis
New York.
00. Jahrgang.
Eine Brooklyner Dame
von Schwindsucht bedroht.
Zg ...... 5 Frl. Alice O'Neill. 012 Adams - Straße, N. A..
OevttNH rettete kv M-ibo
„lch kann nicht zu vicl zu Gunst: von Prruna sa
z K. Vor ungefähr einem Jahrr war ich vollständig zer
ist riittct, hatte eine schlimme Erkaltung und ciiien schweren
Huste, der meine Lungen z gefährden schien. Wen
-"imciil Shstem in kräftigem Hustai.de gewesen wä-
> > ------ - ! re, wäre die Ertültung vorüber geguilgen, aber
ein Zustand verschlimmerte sich und ich tonnte 5
keine Abhülfe finden, bis ich Pernna nahm, und !
! ich muß sagen, daß rS mich gründlich kurirte. i
b ! Innerhalb einer Woche bemerkte ich bedeutende >
Besserung; ich nahm Pernna vier Wochen lang !
und bin jetzt bei perfekter Gcsimdlieit."
/11/ ss Z //cs V M
Stimmen aus dem Publikum. i o'U 1/
Ueber pc-ru-na ~l i„ eil,Nittel in allen v
klusten, Erkältungen und Aatarrh.
Pernna knrirt Katarrh. Husten, Erkälttingen, und ist ein den Aerzten
sowohl als mich dem Publikum im Allgemeinen wohlbekanntes Mittel.
Es ist unzweifelhaft das populärste Heilmittel für derartige Krankheiten,
das cxistirt. Leset die folgenden Briefe: '
Pe-rn-na kurirt eine Erkältung im
Anfang.
Frl. E. M. IsaacS. Armstrong, Pa.,
Vice-Präsidciitin des Fortnightly
Club, schreibt:
„Niemand, der die Vorzüge von Pe
rnna keimen gelernt hat, möchte se
wieder ohne dasselbe sein. Ich pflegte
mich sehr bor der geringsten Erkältung
zn fürchten, da ihre Folgen so langwie
rig nd so unangenehm Ivaren und ich
die katarrhalische Affektiv, welche un
vermeidlich eintrat, nur schwer loswer
den konnte; aber seit ich weiß, welche
große Hülfe der Gebrauch bon Peruna
Dir Blilidcsarinrc.
Präsenzstärke OK7t Offiziere und OK. i
!>!0 Mann. 27.0K0 Rekriiteu
eingeskellt. Die lliitcrbaltniigs
kosten der Kadetten in West Point j
durch theuere Lebensmittel gestie
gen.
W a s h ing t o li, D. E., >2. Nov.
Dee Fabresberichl de? GeneralsF.
E. slinswortb, des Militär Seirelär-.-
der Bundes Armee, welche Stellung
durch den Eongreß in seiner letzten
Session geschaffen wurde, beziffert!
die Gesammtstäri'e der Ver. Staaten >
Arniee am Schlüsse des vergangenen i
Fiskaljahres ans :!K7l Ossi ziere und -
OK,! 10 Mann. Ter Verlust an Os
fiziercn durch Avleben, Entlaffimg, >
Pensioniriing und ans anderen Ur !
fachen betrug im Laufe des Fiskal
jabres 155: der Mannschaft-? - Be
stand verlor durch Ableben 150
Mann. In Bezug auf die Kadetten
schule in West - Point sagt der Be
richt, das; die Abnahme von Malaria !
Fälle unter den Kadetten der softe !
malischen Bekämpfung der Moskito s
Plage zuzuschreiben sei. Unter Hin
weis ans die gute Disziplin inner
den Kadetten wird die Ansicht ausge
sprochen. daß die genaue Beobacb
lung der' Vorschriften hinsichtlich der
Behandlung der Leute in der vierten
Kiaf'e nicht nue auf die znnehniende
Beroitivilligkeit, sich der Obrigkeit zu
fügen, sondern auch auf die Furcht
vor den etwaigen Folgen des Unge
horsainS zurückzuführen, sei. 'Die i
durchschnittlichen Uittcrhaltnngsko j
sten der Kadetten waren Ol.!! Cent?
pro Tag. gegen 50.0 EcintS im vor
ausgegangenen Fiskaljahre. Diese
.Kostciizimahiue kommt Theil, am
Rechnung d'er ungewöhnlich honen
LebenSinitteipreise. Theil - ans die
Führung eines Erlra - Tisches wäb :
rend der Vorbereitiingszeit für die!
bringt, bin ich frei bon all diesen Iln- s
annchmlichicitcn und Leiden.
Einige lvcnige Dosen verfehlen nie
mals mich von meiner Erkältung zu
kuriren, und ich befinde mich wohl bei
ihrem Gebrauch." Frl. E. M.
JsaacS.
Hom. M. I. Pnrman, früher Mit
glied des Kongresses für Florida,
schreibt von 1-128 O. Straße, N. W.,
Washington, D. E., wie folgt:
„In Folge mir gewordener Darstel
lungen und auch in Folge eigener Er
fahrung fühle ich mich berechtigt, Ihr
Pernna alle an Katarrh, Nervosität
oder Magenbeschwerden leidenden Prr-
! athletischen Spiele. Von den 27.M0
Retrntcii. die wäbrend des verflösse
neu FiSkaljabres eingesiellt wurden.
waren 0002 aS den? Auslande ge
bürtig. Klagen über die Menge der
unbefriedigenden Rekruten sind n
gewöhnlich zahlreich gewesen. Das
Kapitel über die Miiiz spricht von
sebr befriedigendem Fortschritt der
Beinübttiigeii. die Mili; Organisa
tionen in Bezug anf ihre Bewasi
nilng. Ausrüstung und Disziplin anf .
den Standpunkt der regulären Ar
niee zu bringen. Bei den im Laufe!
des JabreS abgehaltenen Miliz In
! jpetlioneii waren 0000 Offiziere und -
- G!, 12 Mann zugegen.
Hinsichtlich der Evngres; - Akte für
! die Aiilegnng eines genauen Ver
zeichnines der Ossiziere und Mann i
schnsten der Union-?- und der consö- !
I derirten Armee n sagt der Bericht,
! daß die Ankivorten der Staats (Kon
! veriiciiee. die um Mitwirkung bei
! der vorgenommenen Arbeit ersucht
wurden, diirchciiiS
s ivaren,
Urserc Flutte.
! Fabresbericht des Ehe! Eonstruk
tenrs. - Allerlei Erfabrungeii.
W ashi nglo n. D. E., >2. Nov. !
Admiral W. L. Eapps. Ebef Eon
sirnkicnr der Bundesmari: e. iiibrt
in seinem beute verönentlichten Jah
resbericht aus, es sei wobt ivünschenS- -
werth, das; die Regierung-? - Schisss
bauböse für den Ban von Kriegs- !
! schistcn der größten Klasse vollstän
> dig cingerichtet sein sollten, indesien
! würde sich die Hauptarbeit d e Navy i
Nards ans Reparaturen von Nenaus- i
stattnng beschränien und in Kriegs
zeitep würde diese Arbeit allein die i
ganze Thätigkeit der Navy Nord? >
auf's Höchste anstrengen. Die Flotte!
! vermehre sich so schnell, das; die Aus
! besscriiiig und N'enciiisstatlling der
Baltimore, Md. Freitag, den Id. November 1001.
soncn zu cv'Pfchlc. Ich betrachte eS
als ein roäcs Tonic nd Heilmittel
sür solche Affetlioiu. Ich und Andere,
denen ich es empfohlen habe, gebrau
chen eS jetzt mit dem besten Erfolge."
W. I. Pnrinan.
Wenn Sie durch den Gebrauch von
Pernna keine prompten und befriedi
genden Resultate erzielen, so schreiben
Sie sofort an Dr. Hartman, dem Sie
Ihren Fall ausführlich beschreiben, und
er wird Ihnen gern seinen wertlsvollen
Rath gratis ertheilen.
Adresse: Tr. Hartman, Präsident
des Hartman Sanitariuinö, CvlumbuS.
Ohio.
Schiffe de Navy chards reichliche Ar
best geben würde.
In Bezug cmf die Bauarbeiten an
dem neue Schlachtschiff „Eonnecii
cut," welches auf der New M'rker
'N'avy Paed gebaut wird, sagt derße
richt: „Trvtz aller Bemühniigeii, die
Kasten dieses zum erste Male am
einer Navy chard gebauten Schlacht
schifses auf die sparsamste Basis zn
rednziren, kann kam gehofft iver
den. das; die Arbeit so billig ansge
fübrt iverden wird, wie ans den pri
! vate Schiffsbanhösen, deren Lohn
rate für iiemistündige Arbeit in bie
ten Jällen niedriger find als die in
der K.'avy Nord zn N'eiv - chort sür
achtstündige Arbeil gezahlten Löhne.
Hn erwähnen isl* noch, das; Private
j Schifssbailsirinen ihre auf Tngelolm
! Angestellten für Jeiertage und bei
Beiirlanbiiiig nicht bezahlen, wäh
rend eine große Hahl der Tagelohn-
Arbeiter an der „Eoiinecticnt" für
fünfzehn Tage Jenen und siehe Jei
- ertage im Kalenderjahre Bezahlung
erhallen, ohne das; dgsür Arbeit ge
thau wird." Hinzngesügt wird, daß
der besriedigende Perlanf der Arbei
ten an der „Connecticut" nicht ohne
außerordentliche Anstrengungen zn
Werke gebracht worden sei.
Der Bericht betont noch die drin
gende Notbwendigkeit von ausrei
! chendcn Dock ,Anlagen sür die
Kriegsschisse, von neuen Piers und
Verbesserung der Ankerplätze in den
l Navy Haid. Jerncr besürwortetAd
i iniral Eapps, daß drei Ossiziere des
Eonstriiktions - Corps seinem Bü
rean als Assistenten zugetheilt wer
! den sollten.
Mit Schätirn reich belade.
San Franzisco, Eal., 12.
. Nov. Der Dampfer „Eoptic,"
welcher beute von asiatischen Häsen
lster ankam, brachte Robseide im
Werthe von !p2,000,00n nd über
j!j!200,000, in Gold mit.
Zltts dem deutsche bleiche.
Der Kampf gegen de Aäidchcnha
dcl niissichtslos.
Lcichlglänbigkrit der Mödch> schuld.
Rooseveli's Dan! Reform
im Besnckze von Winbichaüen.
Ein Ende des Raunirnges.
Der Kaiser in Königswnsierhan
sen.
Berlin. 12. November Das
deutsche National Eomiie ;n, Betain
! Pfung des Mädchen hau dc'l - oeröffent
i licht in den Heilungen einen an Kühr
. lichen Bericht über 'eineTbätigkcil im
letzte fahre. Dari-n befinden >-cki
zahlreich interessante Details Eine
große Anzahl Reisen wurde von Mu
gliedern des Eomite's nnlernonmien.
um den Mädchenhandel an Ort und
i Stelle z studiren. Eine der Reisen
! ging nach dem Orient. Dabei stellte
sich heran?, daß mit deutschen Mäd
> che dort wenig gehandelt wird, weil
! Rußland den „Bedarf" deckt. Ein frl.
! Paula Müller ging nach Atben und
erfuhr dort, daß die deutsche Erziehe
i rin in Griechenland nichts weiter isl,
! als ein Stück Waare. Der Ebren
Kanonikus Dr. Müller Simonis hat
! te eine Reise nach Südamerita unter
nonunen und dort ein brasilianisches
! Eonüte gegründet. Eine große An
zahl internationaler zweifelhafter
j Engagements junger Mädchen ist
durch das National Eonüte verhin
- dert tvorden. Leider ist eine Bestra
! fnng der Mädchenhändler in Deutßh
land ungemein schwierig, da der
Staatsanwalt klipp und klar bewei
, sen muß, das; unsittliche Dinge vor
! gekommen sind. Diesen Beweis zn
führen, ist ungemein schwierig. Da-:
National-Eoinitr erklärt offen, daß
der Kampf gegen den Mädchenhan
del aussichtslos sei, so lange die juu
gen Mädchen leichtgläubig Jedem
i folgen und die vermögenden Männer
so ungemein freigebig seien. Die
! Händler haben wenig Mühe, jede Art
j gewünschtrr „weißer Waare" auzu
! kaufen, weil sie eben mit großen Gel
d! summen, die ihnen von vornehmen
Wüstlingen aller Länder zur Verkü
gmig gestellt werden, operiren. Ein
einziger Händler habe in drei Jab
j reu zwei Millionen Mark verdient,
j Viele öffentliche Hänser in Südanie
rika nd Australien werfen jährlich
bis zn 100.000 Mark Gewinn ab.
R oasevel t's Dan k.
Tie „Nordd. Allgem. Heitnng"
bringt heute Nachnnttag an leiten
! der Stelle die folgende Mittheilung:
j „Als Antwort auf das Glückwunsch
Telegramm des Kaisers an Präsident
Roosevelt ist folgende Depesche ringe
! laufen: „Se. Majestät Wilhelm der
Hweite. Teutscher Kaiser. Berliner
: Schloß. Ich danke Ihnen ans gan
! -ein Herzen nd schätze in ihrem vol
le Umfange die freundschaftlichen
Gefühle, welche Ihr gütiges Tele
grainin an mich belnndeu. Theodoie
Roosevelt." Wie an? Wien berich
tet wird, hat Kaiser Iran; Joseph
ebenfalls dem Präsidenten Roosevelt
seine Gratulation ans telegraphischem
Wege übermittelt.
Stundengeld statt Verzeli
rung s z w a n g.
Ter Wirthe-Verein des Holsten
scheu Kreises Steinbnrg war neulich
i versammelt, um die Mäßigkritsbeslre
! bnngeu zu unterstützen. Drei Redner,
die HH. Tegeloiv. Pries; und Lübbe,
s sprachen aufrichtig ber die Schäden
ihres Standes, besonders über die
- böse Herrschaft, die das Alkoholka-
pital über die Wülbe ausiibt, und
! über die genieinftliädliche Vertheue
rung der (Kastbänfei durch die Tpe
> kulation. Hr. Tegelow aus Müu
sterdorf, der dnicki die mit Dr. Bode
ausgetauschten . Brüse über die Gast
hauS-Rcform" bclannt geivorden ist.
übernahm auch Bodes alte Jorde
rnng. den Trink und Ver;ehriings
zwang, der in den Gasthäusern um
' so mehr herrsch!, sc höhere Hiuseu
> ausgebracht werde müssen, durch ei
e Platz- oder Sinndennüethe auszu
heben. Er zeigte einen Anschlag vor.
' der in seiner Wirthschaft au verschie
denen Stellen angebracht ist:
Gäste,
welcbe Niä'G ;n verzehren chünscheu,
zahlen ein Stundengeld
von
20 Pfennigen,
z hc'iden erste Gasthäusern
' dc - Beieins für Gasthaus-Reform.
' .Schwan" zu Apolda und „Neu
walstndorf" bei Weimar, ist das
Slnndengeld gleichfalls eingcsiitzrt S i
auf ihren Tischkarten liest man im
ter „Verschiedenem
„Aufenthalt in den (Kastziiumern
oder dem (Karten ohne Verzehrungs
zwang, wobei Spielen und Lesen frei,
i die Stunde lo Pf. An-rnbezinuner
für Radfahrer und Wanderer 20 Pf.'
Seg el sch ifsf a h r t der Ost
s e e.
Die Rbederkreiie Dentichland's. Dä
uemart's, Schweden's und finland's
planen einen engen z'.nsammenschlnß!
zur Wahrung ihrer gemeinschaftlichen
fnteressen und zum Schutze der Se
gelschifffahrt in der Onfee. Die Be
ivegnng ist schon vor einiger feil an
geregt worden. Gefördert ist sie aber
neuerdings durch den Hnller Zwischen
fall, welchen die fahrt des russischen
Geschwaders mit sich brachte und der
sich eine Zeitlang so bedenklich anließ. -
Doch sollen sich die in Aussicht genom i
iiienen Vereinbarungen nur auf die -
Ostsee beschränken, Ivo sich der Mo gel !
an gemeinsam anerkannten Regeln
schon so oft unangonehi fühlbar ge
macht hat.
Das Projekt wird allgemein als in
wirthschastlicher Hinsicht bedeutsam
angesehe, und mit Spannimg wird
die weitere Entwickelung erwartet.
K atego r i s ch i u A bre d e g e
st e l l t.
fn der englischen Botschaft wurde
mitgetheilt, das; eine nach New Porl
telegraphirte Meldung des fulialts:
„Rußland habe England bestimmte
Versicherungen Betreffs freier Hand i
in Egvpten gegeben, weil England
sich bereit erklärt habe, den Hnller
fwischensa einem Schiedsgerichte;n
unterbreiten einfach aus der Luft
gegriffen fei.
En d e de s R a teukri eg e s
>v a h rfcheinli ck>.
Wie verlautet, wird Lord fnver
clvde, der Präsident der „Ennard-Li
nie," hier eintreffen. Der chveck sei
es Kommens isl. mit den General
Direktoren Ballin und Wiegand. so
wie mit anderen Vertretern der ,Ham
bürg t'lnierita Linie" und des .Nord
deutschen Lloyds" zu conferire, um
eine Beendigung des ruinösen Raten
.krieges zu Wege zn bringen. (Keneral-
Direktor Ballin soll bei seiner neu
lichen Anwesenheit in London soweit
erfolgreich gewesen sein, daß eine
Verständigung der verschiedenen maß
gebenden Gewalten jetzt als wahr
scheinlich gilt. Der seit so langer Heil
im Gange gewesene Ratentrieg bat
allen Linie große Verluste gebracht,
und das Verlangen, dem leidigen
Stande der Dinge ein Ende zn ma
che, ist daher auch bei Allen gleich
groß.
Amerika als Vorbild.
Banrath Eontag, welcher unlängst
von einer Studienreise ach den Ver
Staaten hierher zurückgukrhrt ist,
hielt einen äußerst interessanten Vor
trag über amerikanische Kanalpro
jekte. Er beschrieb hauptsächlich den
Ehicagoer Drainage Kanal und den
limba des Eriekanals und rühmte f
die enorme Liberalität der Amerika-!
er für Verbesserungen der Verkehrs
ivege.
Der Vortragende schloß mit den
Worten: „Deutschland sollte ebenfalls
zu der Ueberzeugung gelangen, das;
kein Gegensatz besteht, fede Verkehrs
Verbesserung ist ein Kulturfortschritt."
D e s K a i s e r sTabaks - Eoll e
g in in.
Der Kaiser begab sich nach dem
Jagdschlösse Köiügswusterhansen im
Kreise Teltow des Regierungsbeprk.-
Potsdain und hielt dort das Tabak.
Eolleginiii nach alter Tradition ab.
Das Jagdschloß war der Liebling-:-
Aufenthalt des Königs friedlich Wil
Helm des Ersten, und das Tabaks
Eolleginiii war eine Abend Gesell
schaft, die der König zu seiner Unter
Haltung um sich versammelte. Theil
ndhiuer waren des Königs Vertraute.
Minister und höhere Offiziere. Alle
Anwesenden pflegten aus kurze Ihö
nerne Pfeifen Tabak zu raucyen. fe
des Eerenioniell war verpönt. Die
Unterhaltung bezog sich auf Kriegs
geschichten, fagderlebnisse. Tage:
Neuigkeiten und Politik.
G e in üthskr a nt geword e n.
Aus Eelle in der Provinz Hanno
ver wird ein betlageuswerther Vor
fall gemeldet. Der dortige Pastor
Hanse, ein allgemein hochgeachteter
Greis, ist gemüthskrank geworden,
und zwar wegen der Verfehlungen
seines Amtsbruders Kreusler. Pa
stor Kreusler. ein 55 Jahre alter
Mann, ist mit eiium jungen Mädchen
durchgegangen und hat große Schul
den hinterlassen.
Q
Frh r. vo ii Roinb e r g w irsl
mit Settslas ch e n.
Hn Eünen ini preußische Regie
rungsbezirk Arnsberg wird sich Frci
berr Egon von Noniberg wegen einer
überuiütbigen That demnächst vor
Gericht zn vrranllvorteu haben. Er
bewarf die Fnsasten eines Automobils
mit leere Settilaschen, und die durch
die Glasspliller Verletzten haben
Strasantrag gestellt.
B a roniu Her v an al s Vo r -
trage n d e.
Die ..Kulturpolitische Geselischafi"
in Wie hat die Baronin v. Hervan
.Kiechtzerg. welche von dem Bezirl-.-ge
richt in Eeoben, Steiermark, ivege
Bigamie und Fasctzmeldimg zu vier
Monalen einfachen Kerkers verurtlieilt
wurde, eingeladen, über ihre Ersatz
rnnge wäluend der Vornntersnchnng
eine Vortrag zu halten.
Gerich t s sekr e t ä r ve r -
schiv n de n.
Ans Wien ist der Gerichtssetretär
Dr. Helfer verfchwnnden, und die dor
tigen Behörden nehmen an, das; er
sich nach den Per. Staaten gewandt
hat. Angeblich hinterließ Heiser
enorme Schulden, trieb unsinnigen
Aufwand und wettete ans dem Turf.
Das Gewehr zersprang.
P lainsiel d. N. f., !2. Nov.
Von mehreren jugendlichen Kamera
den im Scherze ansgesopdert, ein altes
Schießgewehr abzufeuern, fand der 17
fahre alte Jotzn Kreinhoff in der
Nähe von Eambert'S MillS ein ent
setzlicheS Ende. Während zlvei der
freunde Kreinhosf'S den Eaus des
Gewehres hielten, schob Kreinhosf
selbst den Hammer zurück, doch schon
in der nächsten Sekunde erfolgte eine j
Erplosion. durch deren Wucht die drei :
jungen Leute zu Boden geschlendert!
wurden. DaS Gewehr war in hnn
derl Stücke zerrissen worden, die!
Kreinhoss an den Kops flogen und
dessen Schädelplatle eindrückten und
das Gehirn bloslegten. Der unglück
liche Junge lebte noch volle sechSZtnn
den, ehe er durch den Tod von seinen
gräßlichen Oualen erlöst wurde.
Baldwin's Luftschiff.
St. Eoiiis, >2. November. Der
Enstschisfer Baldwin stellt dasGerücht
in Abrede, das; eS zwischen ihm und
der Weltansstellungs Direktoren we
gen der frage der Vergütung sür die
verflossenen und künftigen Auffahrten
seines Luftschiffes zn einem Henvürs
nis; gekommen sei. Er sagt, er habe
seinen Theil des Eontraltes mit den!
Ansstellnngsbehörden erfüllt und sei
mit der EinHallnng des EontrakteS
durch die Letzteren zufrieden. Es sei
ilnn zwar daran gelegen, bald nach
Hanse (Ealisornienl zu reisen. >nn
verschiedene nothwendige Verbessern
gen an seinem Luftschiff vorzuneh
men, er habe aber beschlossen, noch
z bleibe, um die Ausfahrten der an
deren Luftschiffe anzusehen, die zur
Betheiligung an der Wettfahrt in
den Preis von isttM.OOO ,-egislrirt.
l sind. Baldwin's Luftschiff, der „Ar !
! row," ist das einzige von Allen, von >
welchem bewiesen isl, daß es die Ei
genschast der Lenksainkeit bis zu ei
ein gewissen (Krade besitzt. Das Lust
schijs ist eingepackt, mn zur Reparatur
nach Ealifornien abzugehen.
Erschoß sich.
New-A o r k, 12. Nov. Fried
rich Greibel, ein 70 fahre alter
Schneider, der in Hörfelniann's
Hotel in Ridgewood wohnte, hatte
solche Hnverncht ans eine demokra
! tifcheii Sieg, daß er fasi seine säinint
liche Ersparnisse auf die Erwählung
von Richter Parker wettete. Mit dem !
Erdrutsch am letzten Dienstag zu i
Gunsten des RauhreiterS wurden
auch die sauer verdienten Dollars des
Greifes hinweggefegt, was sich der
Alte so ;n Her;e nahm, daß er alle
Lust am Dasein verlor. Gestern
Vormittag schoß er sich anS einem 02
Kaliber Revolver eine Kugel in den
Kops und war eine Leiche, ehe Dr.
Edmund vom „Deutschen Hozpital"
an seine Seite gelangen konnte. Eo
roner Nntt wird heute einen Jnguest
abhalten.
Fapnnrr in Florida.
San franzisco, 12. Nov.!
Anf dem Dampfer „Manchuria" !
sind fünf Japaner hier angekommen,
die sich nach Dade, Fla., begeben, wo i
sie mit Hülfe von später nachfolge
den 10 bis 50 japanischen Familien
die Bewirthschastung einer Landes
strecke von 07,000 Ackern überneh
inen wollen. Die japanische Kolonie
wird sich mit der Seiden Kultur, so
wie mit dem Baninwoll. Taback
nd AnanaSbau beschäftigen.
ii Zweiter
Z Theil.
Nr. 17.
Stoff für rine Posse.
New Norf. >2. Nov. Keine
Posse tonnte besseren Stoss ;mn lo
chen bieten, als der Protest, der tzüb
schen Jdaliou Raineren Hönes gegen
den reichen Rttirinelgreis Henry E.
innres, den Joliannisti iebe in
Schwulitäten gebracht liatzen. Frl.
HoneS will von dein Allen ei Her
zenSPflaster in der Höbe von H 25,-
000, und er sträubt sich mit alter
Macht gegen äas sollten, da sie. wie
er erklärt, ilun in mehr als einer Be
zietziing schon tbener gewesen ist. Wie
Lenz, und Winter nabnien sich die
Pelden anS. Sie ist ein appetitliches,
junges Ding, er ein Miirmelgreis,
der vor 10 Labien den Biirgerkrieg
inilniachte und benneni ibr Elroß
vater sein könnte. Dabei ist er so
jchweilwiig, das; ilnn jede Frage in's
Otze geschrieen iverden ins;.
Saures verneint entschieden, das;
er dein Fräulein, daS er als Ttzee
daine ans einer Eoty-Fair in
Pennsvlvanieii kennen lernte, die Elze
versprochen babe. Sie habe zur Ge
niige gewicht, das; er mit einer Frau,
.mindern, sowie Kiiideskindern tzela
siet sei, und als sie trotzdem in ihn
gedrungen babe. seine hübschen
ivechen Schnurrbart abrasire und
sich trotz der Gattin und der Kinder
mit ibr tränen zu lasse, babe er ibr
weniger böslich, als deutlich geant
worter, ob sie glaube, das; er ein ver
dammter Narr sei.
Frl. Haues' Haiiptzengiii ist eine
Freundin, Namens Lizzie Rodney.
gleichfalls eine Ttzeedame. Frl. Rod
nep erklärte gestern, das; im Juni
I.KOK Frl. Haues ihr den Alten in
Eoniiellsvitte. Pa., als Bräutigam
: vorgestellt und ibr gleichzeitig den
! prächtigen Perlotziingsniig gegeigt
i babe. Saures babe zn gleicher Heit
! von der Hochzeitsreise gesprochen, die
! ihn und sein juges Weibchen nach
, Europa sühren iverde.
Trotz dieses „Glücks" der Freun
din ivurde Frl. Rodney nicht neidisch,
sondern blieb ibr gilt. Sie war es,
die sich später hier in New-chork an
den Alte herandrängte und ihm die
Klageschrift für den Hergpflasterpro
;es; in die Hand driiickte.
fälschlich identifizirt.
Pitt s b rn r g, Pa., 12. Nov.
Por gehn Tagen sprang hier ein jun
ges Mädchen in den Allegheiiy lind
ertrank, Ftzre Eriche wurde am äch
sten Morgen ausgefischt und liegt
seitdem in der M'orgue. Bereits
sechsmal ist die Unglückliche fälschlich
! identifigirt worden. Ein Dutzend
Personen glaubte, vernüszte Ver
wandte in ihr zu erkenne, doch
tauchten diese regelmäßig gesund
und niuiiter vieder auf.
Heute erschien Frau Saninel M.
Irwin von Braddock im Leichentzans
und erklärte mit aller Bestininitbeit.
dir Selbstmörderin sei ihre durch un
glückliche Lietze in den Tod getriebene
Eousine Nose Washburn von Belle
fonte. Anf die telegraphisch nach der
Ortschaft gerichtete Anfrage, was mit
dem Er ich na in geschehen solle, ant
wartete jedoch zum Erstaunen ihrer
nntrösilichen Base Frl. Wajbburn
selbst. Die junge Dame versicherte
sehr energisch, das; sie immer noch
sehr lebendig sei und keine Lust habe,
sich begraben z lassen.
Eine Stunde später identifigirte
! frau Homer Barrett von Elarks
burg, W. Pa.. die Todte als ihre
Nichte Virgüüe McJntyre. Als die
Frau sich schluchzend anschickte, die
Morgue zu verlasse, öffnete sich die
Thüre lind herein trat die Per
mis'.te Als ob sie ein Gespenst sebe.
taumelte die trauernde Tante zurück
und fiel in Ohnmacht.
Stadtniiiseilili für Ehicago.
Ebic a g o. 12. Nov. EineVer
einiguug, deren Präsident Prof.Geo.
E. Vincent von der Ebicago'er Uni
versität ist. vlant hier die Errichtung
eines Stadt - Museums. Als Anfang
für die Sammlung will man Aus
stellungSgegenstände, die in der Mn
nizipal - Abtheilung aus der St.Loni
fer Weltausstellnng den fortschritt
der städtischen Verwaltungen illu
striren, für das hiesige Museum er
! werben. Man erwartet, das; ein gro
ßer Theil dieser Gegenstände als Ge
! scheute abgegeben werden wird. In
! dessen die werthvollsten dieser Gegen
! stände, einschließlich der von deut
scheu Städten gelieferten Modelle in
! Bezug aus sanitäre Einrichtung, ös
sentlichc Bauten und allgemeine Ar
chitektur städtischer Gebäude werden
angekauft werde müssen. Ein Ver
treter des hiesigen Verbandes befin
det sich zur feit in St. Louis. um
geeignetes Material fiir das geplante
Stadl Museum auszuwählen.

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