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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1848-1918, November 25, 1904, Image 1

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Der DeuWe Cnrresülmüenl
'! Weitverbreitetste
.. deutsche Zeitung
'' südlich von !!
Z New York. --
kl. Jahrgang.
Das Denkmal' enthüllt.
Eine iiitcressgiite Ceremonie in der
Bundeshguptstadt.
Der deutsche Botschastrr übetiziebt die Statue
Friedrich s des Großen.
Herzliche Anspracht des Präsidenten der Perriniflteu Staaten.
Baronin Speck von Sternbnrg enthüllt die Statüe nnter großem Enlhn
siasmns. Tie Abgesandten des deutsche Kaisers mit großen
Ehren begrüßt, Prachtvolles Wetter, Ungeheuerer Andrang
von Menschen aus allen Theilen der Ver, Staaten, Tie Tribn
e überfüllt, Tausende ersuchten um karten und mußten ab
gewiesen werden. Eine denkwürdige Scene vor der Kriegsschule.
W a s hingto u, T, G,. 1 !>, Nov.
- Im Beisein einer gewählten und
disiinguirtenGesellschaft, wie sie wobl
selten vorher in der Bnndeshaupt
stadt gesehen wurde, und uuter dem
Geschmetter von zwanzig Trompe
te, deren langgezogene Töne von
den Ufern des Potomac widebhalt
ten, enthüllte Samstag Nachmittag
bei'm schönsten Wetter BaroninSpcck
von Sternburg, die Gattin des de,
scheu Botschafters in Washington,
die Statüe friedrich des Groszen vor
der neue Kriegsschule am fuße der
IG., Straße. S. W, Tiefe schöne
Tame war die Hauptperson der ein
drucksvollen Geremonie. welche durch
die große Entfaltung militärischen
Pompes zu einem glanzvollen Schau
spiel sich entwickelte. Tie Statüe
selbst, das Geschenk Kaiser Wilhelm's
an das amerjkanische Polk. ivnrde
von dem deutschen Botschafter osfi
zielt mit einer kurzen Ansprache
übergeben. Ter Präsident hielt die
Hauptrede des TageS und nahm das
Standbild im Namen des amcrika
nischen Volkes an, kleinere Anspra
che wurden vom General - Gieute
nant Ghasfee, Stabs Ghes General
Major Gillespie, welcher als Gere
moniennieister snngirte, General
Gientenant von Göwenseld, der Spe
zial Abgesandten des deutschen Kai
fers zur Enthüllung, und vom Achtb.
Gharlemagne Tower, auieritanischcn
Botschafter in Teutschland, gehalten,
Tas Wetter begünstigte die Gele
genheit. und es war ein Schauspiel
von seltener Pracht, welches sich dem
Auge darbot, Tirett hinler dem
Standbild war eine' Tribüne errich
tet, aus welcher der Präsident und
sein Kabinet Platz genommen hatten,
außerdem befände sich der deutsche
Botschafter nnd Baronin von Stern
bürg, die Abgesandten des Kaisers
General Gientenant v. Göwenseld
und Major Graf v, Schmettow. das
ganze diplomatische Gorps. alte in
Gala Uniform, aus dem Stande
mit dem Präsidenten, Tie Tribünen
zur Rechte und Ginken der Statüe
waren mit Offizieren der Armee und
dcrMarine in Parade Uniform, den
Richtern des Oberbundesgerichts,
Mitgliedern des Gongresses nnd an
deren geladenen Gälten angefüllt.
Vor dem Monument, welches mit
amerikanischen flaggen nnd roth
weis; blauen Guirlanden vollstän
dig verdeckt war. standen die Mit
glieder der verschiedenen deutsche
Gesellschaften, ivelche von allen Thei
len desGandes gekommen waren, um
der feier beizuwohnen,
Ter Weg von der Gsplanade bis
a das Trnkmal war aus beiden Sei
ten mit Truppen besetzt.
Schon früh am Morgen sah man
Trnppeiitheile durch Washington
marschiren. und kurz vor 12 Uhr be
setzten berittene Polizisten die ganze
Marschlinie, um etwaigen Störun
gen vorzubeugen. Von l Uhr an
tonnte man eine unabsehbare Reihe
von Ggnipagen die Pennshtvania-
Avenue entlang kommen sehe! die
meisten davon besetzt mit hohen Os
I i zieren oder Mitgliedern des diplo
matischcn Gorps, deren brillianteUni
formen allgemeines Aussehen erreg
ten, Tie Standarte des Präsidenten
war schon am Vormittage vom Wer
Ben Hause entfernt worden und in
die Hände des Gonunandenrs der
Washingtoner Barracken gegeben
worden, so das; dieselbe sofort bei der
Ankunft des Präsidenten aus dem
festplave ausgezogen werden tonnte,
Tie Tiplomaten. mit Ausnahme des
deutschen Botschafters, fuhren zuerst
ans den festplatz hinaus, Sie waren
i Gruppen eingetheilt nnd jede Ab
theilnng hatte cine Eskorte Kavalle-
Prompt um l Uhr erschien die
Truppe B unter dem Gapt, Grote
Hutcheson, um den General Adju
tanten des deutschen Kaisers. Gene
ral Gieutenant v. Göwenseld zu es
kortiren. In den Kutschen waren:
General Gieutenant v. Göwenseld
und General - Gieutenant Ebassee
mit ihren Adjutanten, Gapt. Tick
mann und Gapt, Hutcheson: in der
zweiten Kutsche waren Major Baro
von Schmettvw und Major Tuvall:
in der dritten Brigade General
Graut und Gapt, Gatlagher: in der
vierten Major von Etzel von der deut
scheu Botschaft und Major Goeihals,
in der silnstr frau Ghassee, frl,
Ghasfee und frau Hutcheson: in der
sechste frau Gillespie und frau
Graut, nnd in der siebenten frau
Bromwell und frau Winslow,
Tie Gesellschaft in der deutschen
Botschaft ivnrde von der Truppe T
eskortirt: dieselbe bestand aus fünf
Kutschen, in welchen sich die folgen
den befanden: der deutsche Bolschaf
ter und General Major Gillespie
mit ihren Adjutanten, Gient, Martin
und Gapt, Alvord: die BaroninSpecl
von Sternbnrg. deren Mutter frau
Gangham und ihre Schwester, frl,
Gangham, eskortirt vonOberst Alten:
Baron von dem Busche Haddeha
sen und Hr, Scheller Steiuschwartz
und Oberst Sbarpe: Gommander
Hebbinghans nnd frau und Oberst-
Gieutenant kerr: Hr, von Berdn du
Pernois und Hr, Tiedrich und Gapt.
Nolan.
Tie Partie des Präsidenten verlies;
das Weiße Haus genau um 2 Uhr
unter Ostarle der Truppe A, In den
knlschen befanden sich: der Präsident
und sein Privatsekretär. Oberst
Brownwell und Eoinmander Wins
loiv: fran Roosevelt und Major Mc-
Eaivlev: der Staats Sekretär Hah:
der Schabamts Sekretär; der Ge
erat - Anwalt: der General Post
meister: der flvtte Sekretär: der
Sekretär des Innern: der Ackerban-
Sekretär: der Sekretär für Handel
nnd Arbeit: der stellvertretende
Kriegs Sekretär und sein Adjutant
General Star, nd frau yliver n,
Tachte/: Eapt. Michie.
(sine Artillerie Abtheilung südlich
van der Statüe feuerte den vorge
schriebenen Salut, nachdem jede Par
tie durch die in Paradeausslellung
stehende lusanterie Truppen
gefahren war: der General Lieute
nant van Göweusekd erhielt sünizetm
Salutschüsse: der Botschafter lä imd
der Präsident den vorgeschriebenen
Präsidenten Salut van '2l Schüs
sen, Taraus larichirten die Trup
pen direkt in front var den Präsiden
te. Als der Präsident nach seinem
Sitze esfarlirt wurde, erhaben sich
sämmtliche Anwesenden, bis General
Major Gillespie den Präsidenten aus
den Sitz eskortirt hatte, Tie flagge
des Präsidenten war über dem Sitze
ausgezogen worden, als der erste
Schuf; zum Salute ertönte, Tas offi-
Baltimore. Md, Frcita, dcn 2ö. Noticmlm lkillt.
j zielte Programm begann mit dem
- Segen des Bischofs Tr,Satterlee von
i Washington, Tann erhob sich der
General Major Gillespie und sagte,
! zum deutschen Botschafter gewandt,
wie folgt:
jßede de s Ge n e r a l-M aj or s
G, S, (Kill e s p i e.
„Herr Gesandter! Es ist eine an
genehme Pflicht sowohl, als auch
eine sehr große Ehre für mich, den
Porsitz bei dieser Gelegenheit aus
Anlas; der Enthüllung des Tenkmals
friedl ich des Großen, des Geschenkes
Seiner Majestät des deutschen Kai
sers Wilhelm des Zweiten zu führe,
Tas Genie, welches die Pläne er
dacht und ausgeführt, welche mit der
entscheidenden Schlacht bei Geuthen,
als vier verbündete Mächte ihm ge
genüber standen, endeten, wird in
der,,intimst sowohl, wie es in der
Vergangenheit gethan, die Beivnnde
rung aller Studenten der Militär
Wissenschaften erregen, Ter Gharat
ter friedrich des Großen war ein
Grempel der höchsten Eigenschaften
eines Soldaten und sein Shsten, der
Organisation, Einübung und Tiszi
plin der Truppen hat seinen Höhe
Punkt erreicht in der heutigen kai
serlich deutschen Armee, Tariim ist
es angemessen und passend, das; eine
Statüe dieses berühmten Soldaten,
berühmt zugleich als Stratege und
Taktiker, vor der amerikanischen
Kriegsschule zu stehen tonimt, Vor
dieser Schule, die durch die weisePor
sehling des Gongresses der Vereinig
ten Staaten ans diesen, Platze er
richtet wird, nm der Ausbildung in
den höheren Militärwissenschaften zu
dienen. Wir fühlen in unseren Her
zeu, Herr Gesandter, haß durch den
internationale Akt, den wir daran
sind, z vollführen durch die Eiithül
Inng der Statüe friedrich's desGro
Be. bei welcher Gelegenheit die Ba
roni von Sternbnrg so gütig und so
gnädig ihre Hülfe zugesagt bat. nur
den gewünschten Griolg haben taun,
da ist die Bande der freundschast.
welche zwischen dem großen deutschen
Kaiserreich und der groszen Republik
des Westens, den Per, Staaten von
Amerika, noch weiter zu stärken und
zu befestigen,"
Als er seine Ansprache beendigte,
wandte sich General Major Gil
lejpie a die Gattin des deutschen
Gesandten, osferirte ihr seinen Arm
nnd geleitete sie nach dem Rande des
Tenkmals, woselbst die seidenenßän
der an den amcrikanischen und deut
scheu flaggen, von denen die Statüe
imigeben ist. befestigt waren. Tie
Bänder fest mit einer Hand erfassend,
gab die Gesandtin einen zjng nnd so
fort öffnete sich die seidene Unitm
lnng, welche die Statüe umgab.
Tann ließen 2tt Trompeter, die sich
vor der Tribüne ausgestellt hatten,
einen militärische Salut enchallen,
nnd als die flaggen sich langsam
öffneten, die amerikanische nach
rechts und die deutsche nach links,
spielte die Marine - Kapelle „Heil
Tir im Siegerkranz," Anstalt ans
den Boden zu fallen, hoben sich die
beiden flaggen nach oben, wurden
aus die nebenan stehenden fahnen
stangen gezogen und flatterten schon
während die Töne der deutschen Na
tionalhymne erklangen, lustig im
Winde,
General Gientenant von Göiven
seid wurde sodann vom Geremouien
meister vorgestellt und übergab die
Statüe als Spezial Goinmissär des
deutschen Kaisers der Obhut desßot
schatters seiner Majestät. Baron
von Sternbnrg, und hielt eine kurze
Ansprache au denselben.
Baron von Sternbnrg machte in
seiner himmelblauen Uniform mit
Silberbesatz nnd hoben Stiefeln, eine
Tartnrenmüve aus Ermin mit wei
ßer Agratte tragend, einen imposan
ten Eindruck, Er wurde vom Ge
neral - Major Gillespie vorgestellt,
nahm die Statüe von Hrn, von Gö
wenseld entgegen und überreichte sie
im Namen des deutschen Kaisers dem
amerikanischen Volke durch dessen
Präsidenten, an welchen der Gesandte
folgende Ansprache hielt:
R ede de s deut sch e n Bo t-
I chasters.
Ter den Ische Botschafter, Baron
Speck von Sternburg, sagte:
„Herr Präsident. Tas l,erzliche
nnd wirtlich anirichtige Willkomme,
mit welche, Pein,; Heinrich von
Preußen in de ganzen Pereinigten
Staaten während seines Besuches in,
Februar UXI2 begrüßt wurde, hat ei
neu liefen und unauslöschlichen Ein
druck ans den deulschen Kaiser nnd
ans das deutsche Volk gemacht, Tie
Bürger der Per, Staaten zeigten dein
Tas (Keschenk des deutsche .Kaisers an die amerikanische Nation.
Prinzen Hejnrich die wahre Art und
Weise amerikanischer Gastfreund
scha't. und Ivo er erschien, wurde er
mit einem Entgegenkommen be
grüszk, das nicht nur von den Gippe
kam oder leere Worte waren, so
der der Grusz hatte das wahreklin
gen des Herzens in 'ich. In den vie
le Reden, mil welchen der Prinz ge- '
ehrt wurde, war der Name fried-
rich's des Groszen ganz besonders be >
merkbar. Es ivnrde betont, das; der
Porsahre des Prinzen sich als guter
und aufrichtiger freund jener Geute:
erwiesen habe, welche den Abkömm
ling jetzt auf ihrem eigenen Grund
und Boden willkommen beißen. Es
wurde darauf hingewiesen, daszfried
rich der Grosze sich als freund Auw
rika's zu einer Teit erwiesen habe,
als die junge Republik sich durch
Stürme und Gefahren ihre eigenen
Weg bahnte. Somit war es dieser
unerschrockene Hohenzoller, der Paler
Tentschland's, welcher den Grund
stein zu dem fnndamente legte, aus
welchem die freundschast der beiden
Gäiider einen gesicherten Stützpunkt
finden kann.
Mit geschärttem Interesse folgte
Kaiser Wilhelm den Bewegungen sei
nes Bruders in Amerika und war >
von den Bezeignngeu der unver- i
fälschten freundichast und den gnten
Wünschen auf das Tiefste ergriffen; -
dieselben charakterisirten jedenSchritl '
des Prinzen, der als der wahrhafte
lleberbringer amerikanischen Geistes
nach Teutschland zurückkehrte.
Ilm diesen, Beiuche. der nnler sa !
günstigen Auspizien beendet wurde, i
ein dauerndes Tenkmal zu setzen, he- >
rief Kaiser Wilbelm den Benins van
Tentschland's betmmteslen Bildhan
er, der eine Swine van seinem Bar-
vater ausarbeiten mußte. Tiefe Sta- '
tue ist als eine 'labe der freund- '
ichast an das amerikanische Palt über
den Ocean gekommen. Wir sehen i
dieselbe seht au> den, Piedestal bier
var ns. Va welchen, es bestimmt ist,
die Männer zu überwachen, welche
in dem großartigen Gebäude, wel
ches diese Platz bald schmücken wird,
in jene Wivem'chmlen instrnirt mer-
den, ivelche der militärische Benins
va Preußens Soldatenkönig sa
beivundernngsivindig vervallslän
digte. Möge der weis, dieses Helden
jene Männer inipiriren, ivelche als!
die der ziikünftigenAr
mee der lnreiniglen Staate zu ste
he haben, nnd zwar mit jenenOna- !
lilälen, welche den eisernen Haben z
zollern als Andrer gros? machten nnd
ivelcbe allein die Armee' mächtig
nnd unbesiegbar mache.
.Gerr Präsident! Ans Besch! des
Pen,üben Kaisers habe ich die Ehre,
gl bitten, dieie Statüe als oin
ZtNi, ,1 der au,richtigen freund
schau iür das amerikanische Volt,
Brinnis Seiner Majestät und - des
dentiche Balles g, acceptiren."
ganm hatte er ieine Ansprache ge >
rndei, la ersclzollen die iiispirirenden >
Töne der „Wacht am Rhein." von der
Marine Kapelte gespielt, doch wur
den die letzten Noten derselben fast
durch das tausendslimniige Hurrah
rufen ühcrtönt. weiches den Präsi
denten Roosevelt begrüszte, als der
selbe sich erhob, an das Geländer sei
er Tribüne trat und mit folgender
Rede das Teutmal entgegennahm:
N ede d e s P r äsid e n t e n,
„„Herr Botschafter, Im Namen
des Polles der Per, Staaten wü
schc ich durch Sie Seiner Majestät
dem deutschen Kaiser und dem deut
schen Polte für das Geschenk an die
Nation z danken, welches Sie soeben
formell überliefert haben. Mit tief
gefühlter Würdigung der freund
schastlichen Beziehungen, welche für
das Polt dieser Republik Seitens des
kaisers sowohl, als auch Seitens des
deutschen Polles zum Ausdrucke ge
bracht werden, übernehme ich dassel
be. Aber ich übernehme es nicht nur
als das Monument eines der halben
Tutzeud groszer feldherren aller Tei
ten. und deswegen ganz besonders
passend zum Aufstellen vor dem
Kriegs Gokleg, sondern als dasMo
nnnient eines groszen Mannes, des-
sen Gebe dem Tiensle eines gros;en
BolteS gewidmet war und dessen
Thaten das Herannahen des Tages
beschleunigte, an welchem ein geei
nigtes Teutschland entstehen sollte.
Als ein Soldat steht Friedrich der
Grage in einer sehr, sehr kleinen
Gruppe, welche ans de, Alterthum
Alerander, Garsar und Hannibal.
und in der Neuzeit Napoleon und
möglicher Weise Gustav Adolph im,,
schlichen, Gr gehörte zu dem alten
und berühmte Hause der Hohenzell,
lern, welches, nachdem es einen star
ten nnd mannhaften Theil im Mit
telalter mitspielte und nachdem es
einige Männer, wie den groben Nur
iürnen, ivelche zu den berühmtesten
fürsle ihrer chit gehörten. Prodi,-
;irtr. vor ;wei Jahrhunderten da:
preußische Königshaus begründete,
nnd schliesslich in unserer :jeit daS
mächtige deutsche Brich etablirte, das
in der ersten Reihe unter den Well
mächte steht. Wir empfangen die
ses Geichrnk ans den Händen des
deulschen Kaisers, selbst ein Mann,
der benierkenslverth viel zu dem
Glänze seines groben Hauses und
seiner groben Nation beigetragen
hat, der sein Geben der Wohlfahrt
seines Polles gewidmet hat und Ivel
cher, während er stets bereit ist, die
Rechte jenes Polles zu vertheidigen,
es auch auf emphatische Weise au
genscheinlich gemacht hat, das; er nnd
sei Polt deufriedeu und diefreund
schall der anderen Nationen der Gide
wünschen.
Es ist hier nicht meine Absicht, die
Garriere des mächtigen Königs „na
mächtigen Generals zu besprechen,
dessen Statüe wir soeben empsangen
haben, lii der ganzen Weltgeschichte
hat kein anderer grober Befehlsha
ber mit Ausnahme von Honinbal so
lange gegen solche furchtbare Ueber
macht gekämpft: und während Hau
nibal jchlicblich unterlag, trimnphir- i
te Iriedrich zum Schlüsse, In nahezu
jeder Schlacht kämpfte er gegen gro
be liebermacht, und er errang nahe
zu immer den Sieg, Wenn er un
terlag, erhob er sich sogar zu einer
erhabeneren Höhe empor, als wenn
er siegreich war. Tas Andenken an
den siebenjährigen Krieg wird so
lange fortleben, wie die Heldenliebe
im Menschenherze andauert. Tie
Nachwirkungen wird man bis in die
kleinsten Einzelnheiten so lange stu
diren. wie die Well einen des Na-!
Niens werthen Helden sieht. Es ist I
schwierig, zu verstehen, ob man die!
Siege von Gentlie und Prag. Nosp >
bach nd Torndorf oder die berzbre-!
chenden Gampagnen ach Kuners- j
j dors mehr bewundern soll, als der!
j grosze König, nachdem er von der >
! vereinigten Macht Gnropa's zu Bo !
! den geschlagen war. sich wieder erhob I
und durch eine Bezeignng von Gr j
schick, Ansdaner, Energie nnd Wag
balsigkeit, wie solches nie zuvor in
einer Person vereinigt gesehen wor j
den ist. schlieszlich einen- Trinmph
über seine Niederlagen abzwang, z
Nicht nur müssen die Gelehrten im;
Kriegswesen für Gektionen in Stra
tegie und Taktik ans die Carriere-
Iriedrich's des ttzroszen zurückgreife '
nicht nur müssen die militärischen
Perwalter bei OrganisationS Erfol
gen ans seine Garnen' zurücksehen !
! nicht nur werden die Giebbaber von
Heldemnnth die Erzählungen von
seinen mächtige Thaten so lange le ,
sen, wie die Menschheit sich um He.' !
denlhatcn kümmert, sonder sogar!
Jene, für welche die Tapferkeit von!
Soldaten keine Anziehungskrast be j
sitzt, werden der Grösze des Mannes
wegen die Gehreil bewundern, welche
er durch seine Unerschrockeuheit, sein
unbengsauus festhalten an seinen
Tielen. sei weitsichtiges Ergreifen.
von erhabenen Möglichkeiten u, seines
unnachgiebige und umveigerliche!
Entschlossenheit bei dein folgen ei !
nes Pfades, dcn er sich gesetzt hatte, j
bewundern. Ganz anberordentlich!
passend ist es. das; die Statüe dieses j
eisernen Soldaten, dieses geborenen!
fübrerS von Genlen. einen Platz in
diesem Kriegs - Golleg finden soll:
den, wenn militärischer Genius und
militärischer Heldemnnth den höch
slen Punkt des Erreichbaren erlang,
haben, dann gehört der Mann. Ivel
cher denselben gezeigt hat, nicht nr
der Nation, ans welcher er ent
sprang, sondern allen Nationen, Ivel
che im Stande sind, die männlichen
und meisterhaften Tugenden, welche
allein Helden in jenen gefürchteten
Tujanunenstöben mache. Ivo schlief;
lich zu den Wascht, gegriffen wird,
anzuerkennen.
Aber Herr Botschafter, indem ih
die Statue entgegen nehme, die uns
heute durch Sie von, deutschen Kaiser
überreicht wird, acceptire ich dieselbe!
nicht blos, weil es die Statue eines!
mächtigen nnd nnerschrockenen Sold ,
ten ist, sondern ich nehme die Statue!
entgegen als ein Snmbol der Bande
der freundschait und des guten Ein
Vernehmens, ivelche. wie ich hoise, mit -
den lahren das amerikanische nnd
das deutsche Polt immer enger an
einander schlichen wird. Tie beiden
Nationen sind blutsverwandt. Wir
in den Per. Staaten sind von verschie
dener'.Bntammnng, In unseren Ader
putscht das Blut sa>, aller Pölker des
mittleren, nördlichen und westlichen
Europas, Wir haben bereits eine
Geschichte, au,' welche wir mit Recht
siolz sein können, und dabei befindet
sich nnsere Nationalität eis, in der
Periode der formation. Nahezu drei
Jahrhunderte sind verflossen, seit die
Gandung der Engländer zu James
low der Ansang Tesjenigen bildete,
aus welche, seitdem die Per, Staaten
entstanden sind,
I diese drei Jahrhunderten ha
! bei, Ströme von Neuankömmlingen
! ans viele verschiedenen Gändern jen- !
seits des Oceans in jeder Generation
dazu beigetragen, nm'er Polk zu ver >
lehren. Bald nach der Ansiedelung j
der Gngländer in Pirgiuien und Neu- !
England, siedelten die Holländer sich
an der Mündung des Hudson und die'
Schweden an der Mündung des Te-
laware an. Schon in der Kolonial '
zeit machte das deutsche Element sich
unter unserem Polte in verschiedenen!
Theilen dieses Gandes stark bemerk -
bar: da-s irische Element war
herrschend am Porgebirge der Alle
gheniesi französische Hugenotten Iva
reu zahlreich T>,r Teil der tlnabhän
gigkeits-Erklärung war derPerschmel
zungsprozeh, der seitdem unentwegt
-i-l-t-l-l-l-t-l
Zweiter j
) Theil.
Nr. 48.
vor sich gegangen ist. bereits weit vor
geschritten, Pom Ansang unserer ua
: tionalen Geschichte an haben Männer
von deutscher Abstammung oder von
deutschen Gl lern hervorragenden An
theil an den Angelegenheiten des
i Gaudes, in Kriegs- und friedenszei
ten. genomnien.
Im Unabhängigkeitskriege war
Mühlenberg, ein Amerikaner von
deutscher Abkunst. einer der führen
den Generäle, gerade wie unter den
Soldaten, die von jenseits desOzeans
kamen, um uns zu helfen, einer der
allerbedeuteiidsten der Teutsche
j Stenbe war. Mühlrnberg war der
! erste Sprecher des Repräsentanten
hauses, und die Schlacht, welche in
! der Revolution das Mohawk-Thal
der amerikanischen Sache rettete.
! wurde unter der Führung des Tent
i scheu Herkimer geschlagen, Ta all
! die verschiedenen Nasse sich hier
! schnell verschmelzen, ist es selten ach
! zwei Generationen möglich, eine
scharfe Grenze zwischen den verschie-
denen Glementeii zu ziehen: aber
! jedem Beobachter unserer nationalen
! Perhältnisse kommt es zum Bewußt
! sein, ein wie werthvolles Element in
! unserer Mischung das deutsche ist.
i Hier ani dieser Plattform, Hr. Bot
! i'chaster, unter denen, die hier heute
zugegen sind, befinden sich vieleMäii
ner, die theilweise oder ganz von
deutschem Blute sind, nnd unter den
! Ossizieren der Armee nnd flotte, die
Ihnen zugehört habe nnd ivelche
! mit mir Sie begrübe, sind viele,
! deren Bäter oder Grobväter in
! Teutschland geboren wurden, und
! nicht wenige, die selbst dort dasGicht
der Welt zum ersten Male erblickt
habe.
Jede Nation hat eine ihr zufallende
Ausgabe zu lösen: jede Nation hat
mit ihren eigenartigen Schwierigtei
ten zu kämpfe: nnd da es das Be
streben der Bölker der Welt ist. für
j gute und für böse näher zusammen
*zn komme, wird es immer wichti
ger füi Ailc. das; ein jedes Prosper,
! reu sollte: denn die Prosperität ei
- nes Voltes ist gewöhnlich nicht ein
.seichen der Bedrohung, sonder ein
! Teichen der Hofsnung für die ande
! reu. Hier aus diesem Gviitiuent. wo
>es absolut othweudig ist, das; die
verschiedenen aus unseren Gestaden
landende Pölker nicht für sich blei
beu, sondern sich in Gins verschmel
ze. ist es unser iortwährendes Be
streben. von den, Gnten. was jede
Nasse niis bringt, zu Prositiren und
zur selben Teil jedes Nassen- nnd
religiöse Bornrtheit unter den ver
jcknedcmeu Rassen zu beseitigen.
In beide Hinsichten sind unsere
- Beinühungeu mit groszem Grsolg ge
> krönt tvorden. Im Verlause der
! labre wird es nicht schwieriger, so
! der leichter, in Irieden nnd Gin-
I tracht unter uns selbst zu leben, und
ich glatibe zuversichtlich, das; c-s eben'
, falls nicht chivieriger, sondern leich
ter tverden wird, in Irieden no
mit anderen NaUonen
der Grde zu wohne. Gin junges
I Boll', ein Polk von verschiedener Ab-
stanimnng. sind wir mit vielen ver
schiedeuen Nationen verivandt. aber
mit keiner derselben sind vir iden
tisch, nnd wir entwickeln eine separate
Nationalität, wie wir bereits ein
separates Nationalleben entwickelt
haben. In unseren Adern slieszt das
Blut der Gngländer und Irländer,
der Teutschen nnd der Iranzosrn. der
Schotten, der Holländer, der Skandi
navier, der Ungarn, der limie, der
Slaven, so das; jede, grobe Macht der
alten Welt eine mehr oder minder
enge Blutsverwandtschaft beanspru
che kann: nd jeder Perwandtschait
verdanken wir eine besondere Eigen
schaft in unsere, nationale Geben
oder nationale Gbarakter, Ta dies
der lall, ist es natürlich, das; wir ein
eigenes Gefühl der Annäherung an
jedes der vielen Pölker über dem
Waner hegen. Wir wünschen nus's
Ansrichtigste, nicht nur unser?
lreundschast nir jedes uuunterbro
j che zu erhalten, sondern auch zu per
! suchen, so weit wir dies ohne eine ab
i sichtlich erscheinende Einmischung
thun könne, ein besseres Einver
j itändnis; und ein weitgehenderes Ge-
iühl der Ausrickitigkeit nnd Tnldnng
nnter allen Nationen herbeizuführen,
i Herr Gesandter, es ist mein grobes
j Pergnügen gewesen, in Ausführung
! aieses Tales mit Ihnen vor kurzem
die erneu Schritte in der Anbahnung
eines Pertrages freundschaftlicher Ar
bitration zwischen Teutschland und
den Bereinigten Staaten zu treffen.
Tun, Schlug lassen Sie mich
lAvrtsctzuiig siehe letzte Seite.)

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