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Der Deutsche correspondent. (Baltimore, Md.) 1848-1918, October 18, 1912, Image 10

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10
M MMs t "/K H O l WUU W
Aus dem Reich der Mode
und Gesellschaft.
——
New ?)ork, 4. September.
Tailor - Kostüme und in einen
Stück gearbeitete Kleider bilden auch
serner den Mittelvunkl des Interes
ses unter den interessantesten Moden
der neuen Saison. Au beiden Gte
bieten findet man w viel ixnzvolle
Abwechselung, wie das Herz nur
wünsche mag.
Was das ueueM terial üü tailor
Kostüme anbelaugl. so lnnscht darü
ber nur eine Stimme: es ist unver
gleichlich schön. Man mag einwen
den, daß jedes labr äbiiliche Be
hauptungen ausgestellt werde. Zu
gegeben. Aber das ä nur ein Be
weis, da , daß die Fertschritw. die
auf diesen Gebiele erreich werden,
von Jahr zu labr großer sind.
Zibeline Belau in ein Material,
das gegenwärtig die allgemeine Auf
merksamkeit in Anspruch nimmt
Es bat die Eleganz von Sammet, die
Geschmeidigkeit von Tuch, und dabcn
doch die kleinen gebrochene Linien
von Seide und Wolle, die den Zibe
line-Enet ergeben. Di che Kombina
tion nacht es möglich, entzückende
Farben-Wirkungen z produzieren
Alle Farben zusammenstellung sind
jedoch dunkel.
In einem unserer eleganten Ge
schürt? liegen eine Anzahl Stosse
aus nit dunkelblauen, lila und ro
then Streifen, aus schwarzemHiuter
gruird, mit dein Zibeline Effekt in
kurzen, weißen Härchen. Tailor-
Kostüme in solchem Material ausge
führt sind der Ausdruck des äußer
sten Grades von Eleganz. Irgend
In Z i b e l i i e B e I o u r s, de m
Material Par e x c l l e i c e.
welcher Garnitur bedürfen dies-
Kleider nicht, in der That wiirdcn
sie dadurch nur verlieren.
Einer der neuen Röcke mit einigen
Fallen yder scheinbare Falten
an der Seite, hinten c>der vorn
würde für biete Stosse ein wii
schenowerthes Modell abgeben. Der
Paletot könnte irgend eine der neu
en, jetzt gebrauchlichen Formen ha
ben. Modische Frauen scheinen eine
Vorliebe m haben inr den unterhalb
der Taillen Linie weggeschnittenen
oder abgerundeten Paletot. Zuge
schnittene Blenden vom eigenen Ma
terial. die mit einer ganz schmale
Borte. Paitevostirung ausgesxeppt
sind, dienen manchmal als Material
Dan nsteder lrii't man einen ein
gelegten Kragen von Atlas oder g?
ripptci Seide Wo aber Kragen und
Manschetten die gleichen sind, eignen
sich für diese Zibelim Velours die
abnehmbare Garnituren am besten
Eins der besten, von Paris herü
bergekommenen Med.lle in Zibeline
Velours zeigt die erste unserer heuti
gen Illustrationen. Elegante ame
rikanisckze Frauen Naben dieses M>-
terial ist einer wabrenßegeisteriing
aufgenommen.
Die Gefahr, daß dasselbe übe?-
populär werden könnte, ist ausge
schlossen. da es nur dort anzutreffen
ist. wo kostspielige Stosse asliegc.
Das Modell bat inen Nock, der
an de Seiten, unterhall' der Hüfte,
mit drei schmalen Falte ausgestat
tet ist Die Front ist glatt, wogegen
im Rücken das all beliebte Paneel
vorhmiden astt
Der Paletot ist garnirt mit zuge
schnittenen. Blende vom eigenen
Mfchexjal, so wie mit eben solchem
ud> s ch e.' s> esl r i > le.
Knöpfe. Eine Passevoilirung von
schmaler Borte oder Seide kann zur
Vern>endiig kämmen, doch ist diese?
schöne Material an sich genügend für
dekorative Zwecke Ein abnehmba
rer Krage van schwere: Spitze und
ebensolche Manschetten vcrvollsländi
aen das Kostüm
Der zu dem Anzug getragene Hut
ist von Biber, mit sainnietbefleideten
Rand. Eine einsame Feder bildet
die Garnitur.
Gestreifte Effekte sind so lange
schon „en vögue" gewesen, daß es
kaun möglich erscheint, daß no-h
neue Ideen eingeführt werden könn
ten. Aber hier haben wir die neuen
Seiden-, die neuen Atlasstosse und
alle die weichen feineren Gewebe für
HerbslklNder in einer Auswahl ge
streifter Es'ekte, die geradezu über
raichend ist. Streifen jeder Breite,
in Gruppen, gebrocbeneStreiseu, mit
Punkten, kleine Kreisen und selbst
großen Blume Streifen, so fein,
daß sie kann zu der Bezeichnung
Haarlinien berechtigt sind. Trotz
dein sind alle so ausgeprägt, daß ste
lnn der Farbennürfling eine wichtige
Rolle spielen, und und thatsächlich
das Hmivt-Motiv dei der Auswahl
der Garnitur eines Kleide?.
Zwei der hübscheste Modelle der
Saisa zeigt unsere zweite Abbil
dung. Das erste ist ein schwarz und
weiß gestreiftes Voile, garnirt mit
Blende von schwarzem Atlas, wo
durch ein hnbscker Kontrast erzielt
ist.
Die Taille ziert ein Uvke von
schwarz und weißer Seide, iingebeii
von einer kleinen accordeoii Plissirte
Volant von Ebiisoii. Letztere hat
cine Hohlsaum - Abstoppung von
Schwarz. Die Aeriiiel sind von
schwarzem Atlas, garnirl mit einer
Blende vom Kleider-Material. Ei
breiter Spitzenkragen, mit kleincr
Kmvatte schließt die Taille oben am
Hals ab
Ei Snimnet-Togne, mit „Schmi
er".Aigretten vervollständigt das
Kostüm.
Bei dem zweiten Kostüm dient als
Garnitur das Material selbst in
Verbindung mit schmalen Seidm
streiten und Knöpfen. Das als Gar
nstur verwandte Material ist na
liirlicki so genommen, daß die Strei
fen in anderer Richtung lauten, als
wie beim Kleid selbst, was einen sehr
wirlungsvollen Kontrast ergibt. Der
tiesrAusschnitt wird ausgefüllt durch
eine Giiimpe von Spike mit Aer
meln Ein lose gefalteter Gürtel von
Atlas schließt die Taille.
Bunte Stickereien und Appliguees
ergeben ein wirkungsvollem Material
für Aermel- und Hals Bolarsts. und
wir werden binnen Kurzem viel da
von zu selien bekomme. Biel von
der Stickerei ist grob, mit Stichen,
die amateurmäßig aiist'eben. und
viel bül'tcher in der Eiitkernnng als
dicht bei. Die unterlegte Stickerei
ist jedoch andeis. Sie besteht darin,
daß ein '.Nüster in der alten Manier
waltirt. dann mit Web-Seide oder
Atlas bedeckt und gestickt wird, eine
Viel schwieriger anözusiihrcude Ar
beit als es de Anschein hat
Troiz der Thatsache, daß gemu
stertes Material dieses Jahr die er
ste Stelle eiimimnit, wird doch auch
viel i glatten Atlas- und Wollstof
fen ansg-'sührt. besonders wpnn in
Verbindung mit denselben Stickerei
zur Verwendnna kommt Außerdem
ist glattes Matrial von großer Be
deutung für Ganiiturzwecke. wie es
auch während der letzten beiden Tai-
Ter Teutsche Korrespondent, Bnltimore, Md., Freitag, den 18. Oktober IstlZ.
l kons warN
llnlor de soit altor Zeit beliebten
Stoffen im Ehallie aufzuzählen. Man
j triff c>asselbe in einor Anzahl hub
- schor Farben mit Blumen in Seide,
gemustert. In den kostspieligeren
! Dessins sind die Blumen erhaben
und van reizender Wirkung. Band,
das schon misgefraiizt. so daß die
Sctzatliiiig zur best? Geltung
koinnit. ist Plissirt und zum Gar
uireii dieser Kleider vern-andt.
Has in mserrr
voigeführte Kleid isl ausgeführt in
Material dieser Art. Tie Machart
ist höchst einfach. Den Rock garnirt
plissirtes Band, etwas bogensörinig
alisgesetzt
Die Taille, deren Bordertheile
einander Fichu-artig kreuzen, ist
Ein a M aterial in
neuer Gunst.
ausgestattet init Boke und Kragen
von plisjllier Seide, garnirt mit win
zigen Kaop'e. Revers von altem
Leinen inst Spitzen-Appliauee tragen
viel zu der hübschen Wirkung deZ
Kleides bei Eine weitere Aus
schmückung bildet der uiiederartige
Gürtel aus einiarbiger Seide.
Viele lühne Ezchwriiilente in der
Handhabung von Farben sind ge
nacht worden, besonders aus dein Ge
biete periischer Enette, aber im All
gemeinen neigt man sich emphatisch
einer sorgsältigenMischuug voiiSchat
tirunge. Nuancen und Farbeirtönen
zu, statt der anscheinend willkürlicknn
Zusainnieiistcllunge, die vir in letz
ter Zeit hatten. Dies findet mm be
sonders betont, wo glatte und gemu
sterte Stosse zusammen verwandt
werden, und wobei eine dritte Farve
gewöhnlich hinzugefügt vird, da wo
ein besonderer Access gewünscht wird
Doch trotz alledem geht ei" entschiede
ner Zug von OrientnliSmus durch die
neuen Moden.
Straußfeder - Garnituren sollen
üheraus modern werden in Forin von
Blenden, die zu sebr oiinelnnbare'
Preisen zu lwben sind, und von denen
manckw für weniger als einen Dollar
ii kaufen sind. Diese Stieisen-Besätze
kommen einfarhsg und i Kombina
tionen. Auch reihen dieselben eben
so für Hüte verwandt, wie sürAbend
aiitist. und können an kalte Tagen
als wirkungsvolle Hals-Umhüllung
benutzt werde.
Abend-,.Scarts" von Ereve de chine
sind sehr prnktiscb. da das Material
sich so wunderhübsch wäscbt, und sind
anßerdern überaus kleidsam. Tie neu
en Scarfs sind über zwei Nords lang
und garnitt mit breiten, geschnittenen
Seideiisranzen.
Das separate lacket in farbigein
hauptsächlich, aber in schwarzem At
las ist so modisch elegant wie je. trotz
der in so großer Auswahl erscheinen
den hübschen Herbst-Facket-Anziige
Die Länge desselben ist noch immer
cine Frage, über die viel dispiitirt
Viel richtet sich das auch nach
der Figur der Trägerin, und schließ
lich nach dem Persönlichen Geschmack
Als eine der neuesten und elegante
ste Ausschmückungen läeser lackets
gelten niedrere Zoll breite Puffstiet
fen vom eigenen Material denen sich
dann gewöhnlich noch ein Kragen von
Pariser Stickerei hinzngesellt.
Wand a.
Kausfrauenptauderei.
Allerlei hübsche srlbstvcrfertigte
Dinge.
Von Luise Holle.
Gar mancher hübsch Gegenstand,
welcher den Zimmern ein trauliches
Aussehen verleiht, oder zu nützlicher
Verwendung sich praktisch bewährt,
läßt sich mit geringen Kosten aus
allerlei Resten oder billigen Stoffen
mit einigem Geschick selbst herstellen.
Bei den herannahenden Tagen mit
trübein Wetter und iinmer länger wer
denden Abenden werden fleißige Haus
mütter- und Haustöchterfinger geioiß
gern das eine oder andere der folgen
den hübschen Dinge anfertigen und sich
nach ihrer Vollendung an ihnen freuen,
da sie neben gefälligem Aeußer auch
einen praktischen Werth haben, nicht
nur luxuriöser Tand sind.
Aus leichter, billiger Japanscide
kann man einen hübschen Lampe
schirm anfertigen, zu dem man am ein
sächsle eine flach ausgespannt Form
wählt, zu der man das starke Draht
gestell fertig kauft. Dieses wird zu
nächst mit einem Rest weißem oder
gelblichein Seidenbattist ajatt über
spannt und erst über diese Unterlage
die Sekd strahlenförmig in FAtchen
geordnet, man einen geraden
Streift Seid gebraucht, der doppelt
so lang ist wie der Umfang des
Schirmes. Zwei übereinaiiderfällende
Plissee aus derselben Seide, die 4,75
Meter Weite haben und 20 und Z 5
Zentimeter Breite besitzen, werd
unten auf der Schirmkuppel befestigt
und der Ansatz mit einem dreifachen,
Köpfchen von Seidenstoff gedeckt. Der
Kopfabschluß des Schirmes wird durch
eine doppelte Seidenpuffe gebildet, die
man mit einem breiten passenden Sei
denband umschlingt.
Ganz allerliebst und dabei außer--
ordentlich praktisch sind kleine Halter
für Sicherheitsnadeln, die weder im
Schlaf- und Ankleideziminer, noch auf
dem Korridor fehlen sollten. Zu ihnen
lassen sich größere Reste von Atlas
band in beliebiger Farbe und Bdittel
breite sehr hübsch ausnutzen. Man
nimmt von dem Band drei belieüstge
lange Enden, an deren unteren Seiten
man Ringe in der Größe eines Zwei
markstückes befestigt, die man inüt Kvr
donnetseide in passender Farbe dicht
häkelt. Am oberen Ende Verden, die
drei Bänder gemeinsam an tinem
größeren, in gleicher Weise umhäkeöten
Ringe befestigt, der zum Aufhängen
des kleinen HalterS dient, während die
unteren Ringe bequeme Aufnahme stllr
Sicherheitsnadeln verschiedener Grölße
und Farbe gervähren, die man nutz
jederzeit übersichtlich zur Hand hat.
Ein ungemein praktischer Gegew-'
stand, der in den meisten HauShaltun
gcn fehlt, ist ein Ihiirheber. der mit
Leichtigkeit die zum Oelen aust
den Angeln hebt, so daß man keinel
knarrenden Thüren kennt, die für alle
nervösen Menschen und -wer ist dies
heutzutage nicht? ein unleidliche
Geräusch bedeuten. Dieser Thürhebert
muß aus massivem Holz in leicht ge-i
schweifter Form geschnitten
und zwar muß er etwa 36 Zentimeter
Länge und 2 bis 5 Zentimeter Dicke.
an der dünnsten Stelle zwei, an der!
stärksten fünf zur Dicke haben bei!
einer gleichmäßigen Breite von 4 Zen ?
timeter. Auf diesem Heber befestigt!!
man mit Schrauben eine kleine 8 Zen-,
timeter lange und 4 Zentimeter breite
Cisenschien. Der Thürheber wird ge
beizt und mit Ziernägeln in gefälligem
Muster Oben wird ein Loch
eingebohrt, man ine far-
l bige Seidenschunr leitet und zusam
menknüpft. die zum Aufhängen dient.
Der Gebrauch des Thürhebers ist sehr
einfach, man schiebt den mit der Eisen
schiene versehenen Theil unter die Thür
und tritt mit dein Fuß auf das obere,
leicht geschweift Ende, wobei man acbl
geben muß. daß man nicht zu stark
hebt, damit die Thür nicht aus den
Angeln fällt.
Aus gelblichen oder grauen Leinen
resten und einem Stück breiter bunter
Borte kann man einen praktischen hüb
schen Theetannenwärmer herstellen.
Man gebraucht dazu zivei halbrunde
Theile, die unten 31 Zentimeter messen
und die man, 1 Zentimeter voin unte
ren Stoffrandc entfernt, glatt mit der
breiten bunten Borte entweder eine
Waschbortc oder breite Kreuzstichkante
besetzt. Bevor man beide Leinen
theile von links her miteinander oer
bindet, reiht man dem einen Theil eine
hübsche gelbliche oder graue Spitze auf
und füttert nach dein Zusammenfügen
den Wärmer mit einer leichtwattierten
Batisteinlage. Oben an der Rückwand
in der Mitte der Rundung bringt man
eine passende Seidenschnucöse zum
Aufhängen des Theetannen . Wär
ners an.
Aus zwei bunten Bauerntaschen
tüchern entsteht auf einfache Weise ein
netter Arbeitsbeutel, der leickt wasch
bar ist und daher überall mitgenom
men werden kann, in Garten, Laube
und Wirthschaftsdetrieb. Man nimmt
am besten Tücher von 65 Zentimeter
im Quadrat in nicht zu grellen Far
ben, aus dem einen Tuch schneidet man
in der Müte ein Rundtheil von 18
Zentimeter Durchmesser heraus und
faßt dieses mit einem passenden Sei
denschrägstreifen ein. Beide Tücher
werden mit ihren unteren Seiten
ringsum aufeiiiandergesteppt und dann
noch jede obere Ecke in 20 Zentimeter
Seitenlänge abgesteppt, worauf man
an zwei entgegenstehenden Punkten des
Ausschnittes Ceidenbändcr von ung
fähr 25 Zcntimcter Länge anbringt,
die als Träger des Beutels dienen und
unter einem Seidenbandsckileifchen zu
sammengefaßt werden. Beiin Heben
des Beutels an den Trägern hängen
die abgesteppten Ecken, die man an der
Spitze noch mit einem kleinen Seiden
cinon schmücken kann, als Verzierung
herab.
Eine hübsche und zweckmäßige Neu
heit zum Servieren heißer Schüsseln
durch die Bedienung bei der Tafel
bildet der Servierhandschuh, zu dem
ein Stück weißer Flanell und weißer
Batist, sowie ein Rest Spitze das Mate,
rial geben. Die doppelt genommene
Flanelleinlage wird in Breite von 15
Zentimeter und Länge von 20 Zenti
meter geschnitten, der äußere Umfang
soll etwa 50 Zentimeter ohne Nahtzu
gabe betragen, die gleichen Maße soll
man auch für den Obcrstosf nehmen.
Einlage und Stoff des auf der Hand
liegenden Untertheils werden ringsum
eingeschlagen und sauber gegeneinander
genäht, tvährend der obere einfache
Batisttheil ohne Futter ringsum ge
säumt wird, worauf inan beide Theile
einen halben Zentimeter vom Rande
entfernt zusammensteppt. Rings herum
setzt man glatt oder ganz leicht einge
kraust cine breite Spitze oder passende
Lochstickerei, die Gelegenheit zuin
Banddurchzug bietet. Man gebraucht
von der Spitze 85 bis 90 Zentimeter,
heftet sie ringsuin obenauf fest und
zieht farbiges schmales Seidenband
hindurch, das an beiden Enden flotten
Schleiftnabschluß erhält.
Aus zwei leeren Liebigtöpfchen und
farbigen Zigarrenbändern läßt sich ein
etter Behälter für Sclzere, Nadeln und
leine Nähutensilien herstellen. Die
kleinen Töpfchen bekleidet man außen
iiiit Beutelchen aus aueinandergesetzten
Zigarrenbändern, die man durch eine
dünne, zur Schleife gebundene Seiden
schnur m die Töpfchen sesthält. Innen
überzieht man die letzteren vorher mit
rother oder gelber Lasurfarbe. An den
Seiten ihrer Hüllen hält man die bei
den kleinen Topfchen nit einigen festen
Stichen zusammen.
Fast kostenlos und in kürzester Zeit
ist ein kleiner praktischer Garnrollen
halter zu gestalten, der an einem kleinen
Nagel in der Nähe des Arbeitstisches
der Hausmutter seinen Platz findet.
Man gebraucht dazu nur einen rund
gebogenen starten Draht, den man
golden bronziert und über den man die
verschiedenen Garnrollen streift, wo
rauf man den Draht zusammenbiegt
und diese Stell durch eine flotte Sei
denbandschltife deckt, die zugleich zum
Aufhängen des kleinen Hallers dient.
Unentbehrlich ist in unserer Zeit der
großen Hute ein Behälter für Hut
madeln, der am zweckmäßigsten an der
Wand aufgehängt wird. Er läßt sich
sehr gut aus einem Nest bunter Seid.-
oder farbigen Sammets herstellen, der
mit einer Spitze oder einer passenden
Borte geschmückt wird. Man stellt die
offene runde oder viereckige glatte
Form aus ziemlich starker Pappe her,
ritzt die Bruchlinien leicht mit dem
Messer ein, biegt die Form in der ge
wählten Gestalt zurecht und leimt
unten mittelst eines Leinenstreifens
einen für sich aus Pappe geschnittenen
Boden fest. Auf dem zum Beziehen be
stimmten Stoff näht man vorher den
Borten, oder Spitzenschmuck fest, legt
den Stoff drei Seiten glatt pm
die Form und klebt ihn an der vierten
Seite der Rückwand mit Kleister
fest. Innen werden der Boden und die
Seiten mit Lederpapier ausgeklebt und
zuletzt auf dem Boden ein kleines, mit
Sammet bezogenes Polster fesftgetlebt.
in das man die Nadeln stecken kann.
Die obere Oeffnung des Behälters
schließt man durch grobmaschigen
Goldtüll und befestigt an beiden Sei
en passendes Seidenband mit Schlei
fenschinuck. an dein der kleine Halter
aufgehängt wird.
Ebenso unentbehrlich für die großen
Hüte sind eigene Ständer, aus denen
sie sicher ruhen und die man mit ge
ringen Kosten hübsch herstellen kann.
Als Grundform dient eine leere flaclze
Konservendose, deren Deckel mit der
Blechschere ganz glatt abgesibnitten
werden muß, worauf man einen Zylin
der, der die Spitze eingebüßt hat, in
ihr befestigt, indem man aus Gips
mehl und Wasser einen Brei anrührt,
die Büchse damit bis zur Hälfte füll
und dann den Zylinder senkrecht hin
einstellt und ihn in dieser Stellung er
hält, bis der Gips nach etwa zwei
Minuten fest geworden ist. Aus einem
farbigen Satinrest näht man darauf
ein buntes Säckchen, schneidet in der
Mitte ein Loch, zieht das Säckchen
ganz glatt über den Zylinder und füllt
ihn mit Sägemehl, worauf man in der
Mitte des Zylinders das Säckchen
wie ein Kissen zusammenzieht. Das so
entstandene Kissen wird glatt mit
Seide bespannt und oben mit Gold
tüll überzogen, es kann dann zur Auf
nahme von Hutnadeln dienen. Die
ober Oefsnung des Zylinders wird
mit Watte ausgefüllt und dann ebenso
wie das untere Kissen bezogen. Rings
uin den bezogenen glatten langen Theil
des Zylinders -windet man breites
Seidenband, das man oben in eine
Schleife enden läßt, während man die
untere Dose darauf mit Satin und
darüber mit Seidenstoff bezieht und in
der Mitft mit breiter bunter Borte
benäht. Krausgezogene schmale Spitze
bildet den oberen und unteren Abschluß
sowohl des Hutnadelkissens. des Zylin
derkopfes und der überzogenen Dose.
Auf diesem Hutständer ruhen die
großen Hüte sicher, ohne Schaden zu
nehmen, und die zu ihnen gehörenden
Hutnadeln können gleich auf dein
unteren Kissen ihren Platz finden.
Für alle hellen Gesellschaftskleider
und für die verschiedenen zarten Sei
denblusen sind weich wattierte und
überzogene Kleiderbügel eigentlich ein
nöthiges Zubehör. Man nimmt die ge
wohnlichen billigen. Holzbiigel dazu,
umwickelt sie zunächst fest mit Watte
und einem Faden und bindet, wenn
man es liebt, ein kleines Riechbeutel
chen mit ganz schwachem Beilchen
odcr Waldmeisterdust mit ein. Dann
näht man aus Seidenresten oder auch
aus breitem Seidenband zwei Hosen
beine. jedes etwas kurzer als der ganze
Bügel geschnitten und an zivei Seiten
gezogen, so daß diese Futterale kraus
über dem Wattepolster sitzen, wobei
man den Abschluß durch ein schmales
Spitzchen deckt. Den Haken umwickelt
man mit passendem Seidenband und
schließt mit einer Schleift.
Aus einem Rest Brokatstoff gewinnt
man eine hübsche moderne Tasche,
welche man in kleine Gesellschaften, in
Theater und Konzerte mitnimmt. Für
solch Taschen ist ein 26 Zentimeter
breiter und 48 Zentimeter langer
Stofftheil nöthig, von dem man 11
Zentimeter für die abgeschrägte Klappe
rechnet. Man belegt den Stofftheil auf
der Rückseite erst mit Steifleinen und
füttert ihn dann entweder mit leichter
farbiger Seide oder einfacher mit
Satin ab, biegt die Klappe in der ge
wünschten Forin zurecht und näht die
Tasche an den beiden Seiten zusam
men. Sie wird an diesen Seiten sowie
rings um die Klappe mit Goldborte
eingefaßt und erhält an Ecken
oben kleine Metallringe festgenäht,
durch die man eine lange passende Sei
denschnur leitet, welche durch zwei
Quasten mit Fransen gezogen wird,
die auch die Nähte der Seidcnschnur
decken.
Fast alle diese angegebenen kleinen
Dinoe können auch schon als Vorweih
nachtsarbeiten betrachtet werden, denn
sie geben nützliche, hübsch kleine
Liebesgaben, die wohl den strahlenden
Kerzenschiinmer des Tannenbaumes
vertragen, ki können auch aus mancher
Verlegenheit helfen, wenn, wie dies
ja fast immer geschieht, in letzter
Stund noch irgendeine liebe Seele be
dacht werden soll, die man im Trubel
der Weihnachtsvorbereitungen verges
sen hat. Braucht man also die beschrie
denen nützlichen Kleinigkeiten, die man
in Mußestunden mit geschickter Hand
hervorgezaubert hat. nicht selbst, so
mögen sie im Weihnachtsgabenschrank
so lange ruhen, bis sie das Kerzenlicht
des Weihnachtsbaumes hervorlockt, gar
lange wird eS ja nicht mehr damit
dauern
Wie zu Hause.
Portier izum Hausknecht): „Der
Herr von Nummer 22 scheint ein
arger Pantoffelheld zu sein; heut
nacht kam er stramm bezecht von einem
Bummel heim zieht er sich doch
unten im Treppenhause die Stiefel
aus und geht in Strumpjen hinaus!"
Kür die Küche
SavarinmitF r ü ch t e n. In
knapp j Pint Milch löst man H Unze
Heft, setzt mit 2 Unzen Mehl und der
Hefeninllch ein Hefenstück an, das zu
doppelter Höhe aufgehen muß. Dann
schlägt man es init 3 Unzen geschmol
zener Butter. 1 Unze Zucker, drei zcr
quirlten Eiern, einer Prise Salz und
weiteren 6 Unzen erwärmten Mehl
blasig. Eine mit Butter ausgestrichene
Randform füllt man zu drei Viertel
mit dem Teig, läßt ihn aufgehen, bis
die Forin voll ist und bäckt den Sava
rin bei Mittelhitze in einer halben
Stunde gar. Er wird heiß gestürzt und
mit j Pint heißer Flüssigkeit getränkt,
die aus f Pint Fruchtsaft, zwei Eß
löffel Portwein, einen Eßlöffel Marc,
schino, j Theelöffel Rum und einen
Eßlöffel Zitronensaft besteht. Wenn
der Savarin die ganze Flüssigkeit auf
gesogen hat. wird er mit flüssig ge
rührter AprikosenmaNnelade bezogen
und init feingeschnittenen Pistazien be
streut. In der Mitte richtet man ein
heißes Kompott aus geschmorten Pfir
sichen, Reineclauden, Mirabellen und
Birnen erhöht an. Weinschaumsauc
gibt man daneben.
Pfirs chcreme. Etwa eist
Dutzend recht große reife Früchte hall
viert und entkernt man. schält sie und
drückt sie mit einem Holzlöffel recht
sein, bevor man sie durch ein Haarsied
streicht. Der durchgestrichene Brei
wird mit 1 Unzen weißer, mit etwas
leichtem Weißwein aufgelöster Gela
tine vermischt, mit 2 Unzen feinem
Zucker verrührt, und sowie die Mass
sich zu verdicken beginnt, mit 1 Pint
steifer Schlagsahne unterzogen. Man
fü.'t die Pfirsjchcreme in Glasschalen
und stellt sie bis zum Servieren kühl
Man gibt klein Makronen dazu.
Feines Rothzu n g e n g e
richt. Man gebraucht ein bis einein
halb Kilogramm schöne Rothzungen,
zieht sie ab und löst sie behutsam von
den Gräkhen. so daß man von jeder
Rothzunge zwei gleichgroße Stück er
hält. deren spitze Enden man abschnei
det, ganz fein wiegt und durchstreicht.
Unter dt erhaltene Masse misckst man
1 Unz: Butter, einen Eßlöffel geriebe
nen Parmcsankäse, Prise Salz
und Pfeffer und ein Eiweiß. Inzwi
schen kocht man 15 Krebse, bricht
Schwänze und Scheeren ab, entleert
die Krebsnasen und füllt sie mit der
Fischfarce. Die Fischfilets werden mit
Salz eingerieben, aufgerollt und die
Enden in die Farce der Krebsnasen ae
sieckt, worauf man sie nebeneinander
in eine mit Ausser ausgestrichene
Kasserolle legt, mit heißem Weißwein
begießt und in einer Biertelstunde gar
dünstet. Das ausgelöste Krebsfleisch
und die Schalen stößt man. schwitzt sie
mit 1 Unze Butter durch, macht 1 Unze
Mehl darin gar und verkocht dies mit
Fleischbrühe, Fischsud und Sahne zu
einer Sauce, die wie dicke Sahne aus
sehen muß, unter die man zuletzt ein
Stück harte Butter schlägt. Die Roth
Zungenkrebse werden damit überzogen
und mit Leschinorten Tomaten und
Butteriartoffeln garniert.
Enfant terrible.
Vater: „Du niußt iinmer fleißig
lernen, Fritzl, sonst bleibst Du sitzen.
Schau, ich bin in der Schule stets auf
gestiegen und später im Leben immer
wieder ausgestiegen . . .
„Ja, aber Mama doch noch hö
her!"
„Wieso?"
„Na, weißt Du nicht mehr, wis
sie sagte, daß sie sich herablassen muß
te, als sie Dich beirathete."
Bei der Konsultation.
„Ich muß Ihnen das Autofähre?
streng verbieten!"
„So und dabei befinden sich zur
Zeit in Ihrer Behandlung nicht veni
ger als fünf Personen, die ich Über
fahren habe!"
. i.'
Gemüthlich.
Fremder lmorgens um-zehn):
„Jetzt habe ich schon dreimal nach
Waschwasser geklinget!"
Wirthin: ~Na. baden Sie 's doch
nit so cilig, mir seind auch alle noch
nit gewaschen!"
Di gebildete Köchin.
„Na meine neu Gnädige! Keine
Ahnung von Literatur, Kunst und
Politik! Das einzige bißchen Kochen,
von dem sie was versteht!"
tl
Das Schlimmste.
Durchgebrannter Kassirer: So ei
ne Flucht ist etnws Grauenhaftes, kei
nem Freunde darf man eine AnsichtS.
karte schicken!
Auf dem Balle
„Haben gnädiges Fräulein Hüh
neraugen" „Nein." „Schade!
Wußte ein ausgezeichnetes Mittel
dagegen."
Unternehmu n g s l u st i g.
Kaufmann: „Schöne Bananen und
Feigen sind angekommen,
Kostproben gratis!"
Kundin: „So . . . gratis? Dam
geben Sie mir n>U einen Stühs i".^'

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