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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1848-1918, October 18, 1912, Image 5

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Pi< Flucht derKais-riN.
Wir die Gemahlin Napoleon stch
187 L ach England rettete.
Milax crvn, en te ee,tra Läse t Vget
nach SN euaech, et eten,
p
Wieder - jährten sich jene schicksal
vollen Septembertage, in denen da
französische Kaiserreich m Trümmer
sank, der Kaiser gesangen wurde und
seine Gemahlin sich nur durch die
Flucht vor der Wut des Pöbel ret
ten konnte. Die romanti'chen Um
stände und Ereignisse, die dieser tra
isckjen und angstvollen Fahrt vor
ausgingen und sie begleiteten, stellt
G. Lenotre in den „LectureS Pour
tous" mit einer Genauigkeit und
Vollständigkeit dar. die die letzten
noch dunklen Einzelheiten über diese
verworrenen Begriffe aufhellt. Am
Nachmittag des 4. September 1870,
als die UngluckSnachriclst von Sedan
'bekannt geworden war, tobte der
hütende Pöbel aus der Place de la
Eoncorde, zevbrach da hier ange
brachte geschlossene Gitter zu den
Tuilerien und drang nach demSchloh
vor. Die Regentin, von ihrer eigenen
Regierung im Stich gelassen, sträubte
sich, von ihrem Platze zu weichen:
ab der österreichische Gesandte Fürst
Metternich und der italienische Ge
sandte Nigra, die in diesem gefahr
vollen Moment um sie wellten,
„führten sie mit Gewalt fort". Noch
im letzten Moment reiht sie sich 10,
mm von den Verwundeten wenigstens
Abschied zu nehmen, die in den Tuile
rien untergebracht waren, und die sie
selbst gepflsgt hatte. Man zieht sie
fort durch die prunkenden Gemäch
-und feierlichen Gallerisn, den Schau
platz so vieler weltgeschichtlicher Dra
men. Durch einen der Säle schrei
tend, bteitck die Herrscherin Plötzlich
sieben, blickt um sich und murmelt:
l.Also das letztemal?" Die beiden
Begleiter drängen sie vorwärts durch
'die Gallerten oe Louvre; denn die
Menge befindet sich schon in den Hö
lsen und im Hauptpavillon der Tuile
rien. Immer widerstrebend, ist sie
schließlich bis zu dem Ausgange ge
schoben worden. Nun nimmt sie Ab
schied von ihren Frauen, die sie noch
begleiten. Allein will sie weiter: nur
Mme. Lebreton, die treue Kammer
ifrau, tzill mit. Sie eilen an einer
Rotte johlender Menschen vorbei, die
beständig schreit: „Nieder mit Ba
idinguetl (Spottname Napoleons.)
Nieder mit der Spanierin!" „Haben
iHie Furcht?" fragt Nigra die -Herr
scherin. die seinen Arm genommen
ihat. „Keineswegs. Warum fragen
Sie mich? Fühlen Sie etwa, daß
sich zittere?" Sie schreitet ruhig und
sicher daher, mit völlig Selbstbe
herrschung. Aus der Place de la
Äoncorde winkt Fürst Metternich
einer Droschke. Sie ist glücklicher
weise geschlossen: ab wie man ein
steigen will, sammeln sich Menschen,
und ein Gassenjunge ruft erstaunt
auS: „Das ist ja die Kaiserin!" Ni
gra, namenlos erschrocken, nimmt
ben Jungen bei den Ohren und sagt
brohend: „Was, du Bengel, du
schreist: Es lebe Preußen!", wobei er
sich geistesgegenwärtig die Klangähn
lichkeit zwischen „Voila l'impöra
trice" und „Vive la Prusse" zunutze
macht. Der Gamin reißt eingeschüch
tert aus: dn Wagen fährt los. Lang
sam ging es nun durch die Straßen.
Metternich hatte dem Kutscher die
Adresse des Staatsrats Besten ange
geben. bei dem die Kaiserin ein vor
läufiges Asyl finden sollte. Aber es
ist niemand zu Hause: auf mehrmali
ge Klingeln wird nicht geöffnet. Von
Müdigkeit völlig überwältigt, setzt sich
die Kaiserin aus die steinernen Trep
penstufen und bleibt hier wohl eine
Viertelstunde in dumpfem Brüten.
Dann rafft sie sich aus: „Hier kann
ich nicht bleiben: vorwärts!" Tie
beiden Frauen irren nun durch die
Straßen und wissen nicht, wohin. Die
wenigen, die ihnen in diesem menschen
leeren Viertel begegnen, ahnen nicht,
daß die Frau in der schwarzdn Kasch
mirrobe mit dem weißen Kragen und
dein dunklen Hpt die Kaiserin der
Franzosen ist. Endlich finden sie
eine Droschke. Welche Adresse? Nach
langem Schwanken entschließt sich Su
aenie, das Haus des Dr. Evans, des
bekannten Zabnarzte, zu nennen.
„Kutscher, Avenue de l'Jmpöratrice!"
sagt die entthronte Kaiserin, und der
Rostelenker fährt nach der Straße, die
ihr zu Ehren genannt worden war.
EvanS war ein alter Freund der Fa
milie Montijo und hatte die Kaiserin
schon al Vkädchen aekannt. Er er
wartete gerade die Mitglieder der
amerikanischen Gesandtschost zum Di
ner. als ihm gemeldet wuvde, zwei
Damen warteten in der Bibliothek,
die ihren Namen nicht nennen woll
te Aergerlich ging hin und
stand der Kaiserin gegenüber. Sie
ergriff seine Hände: ihre Augen
standen voll Tränen. Sie vertraute
sich ihm an in ihrer Not: er sollte ihr
helfen, nach England zu entkommen.
Erschöpft durch eine Woche 'urchtba
rer Aengste, geschwächt durch den
Mangel an Schlaf und Nahrung. stieß
st in fieberhafter Erregung ihre
Wünsche vor. Rasch wurde ihr eine
kleine Mahlzeit serviert. Evans zog
seinen intimen Freund, den jungen
Dr. Trane, in daS Geheimnis, wäh
rend die Gaste ungeduldig warteten
Krone mußte dann die Herren
empfangen, während EvanS mit d
Kaiserin und Mme. Lebreton berot-
Glicht abergläubisch,
Hausfrau (eine iieue Köchin mie
thend: „Dann werde ich Ihne also
zwölf Shilliiige die Woche zahlen.
schlagt?. Tie Fahrt sollt am näch
sten Morgen zu Wagen nach Deau
ville gehen, wo sich Frau Evans im
Sommerausendhalt befand. Mon be
diente sich eines von der englischen
Gesandtschaft ausgestellten Passes,
der zufällig in den .Händen von
Evans war und auf einen Dr. C. lau
tete, der eine Kranke und ihr Gefolge
iw h London begleiten sollte. Crane
übernahm die Rolle des Arztes: die
Kaiserin sollte die Kranke sein, Evans
ihr Bruder, Mme. Lebreton die
Krankenwärterin, Die Kaiserin
schlief die Nacht nicht. Um 5 Uhr
früh stieg sie in derselben Robe, da
sie aus den Tuilerien nichts mitge
nommen hatte, in den Landauer des
Dr. EvanS. Es war ein herrlicher,
sonnenlteller Tag. Die Reise ging
glücklich bis Nantes- hier sagten
die übermüdeten Pferde den Dienst.
Evans gelang eS, einen Wagen zu
finden, der sie bis Passy brachte.
Doch dann wird die Suche nach einem
neuen Geführt schwierig. Schließlich
findet er eine alte, gebrechliche Kale
sche. vor die zwei Arbeitspferde ge
spannt werden, und so fährt die Kai
serin mit ihren drei Getreuen weiter.
Vor einem Cafä machen sie kurze
Rast, vor dem eine aufgeregte Menge
hin und her wogt, die Marseillaise
singt und „Es lebe die Republik!"
schreit. Ein Trupp Mobilgarde mar
schiert vorbei. Ob sie auf der Such?
sind nach d entflohenen Kaiserin?
Angstvolle Spannung, die glücklich
vorübergeht. Die Nacht verbringt die
Kaiserin in drin Wagen, an dem eine
Speiche gebrochen ist. Sie spricht
viel von der Flucht Ludwigs de?
Sechszehnten und Louis Philippes.
die der ihren so ähnlich waren. Am
6 kommt man dann glücklich nach
Deanville. und in der folgende
Nacht nimmt die Jacht des Sir
Georges Burgoyne die gerettete Kai
serin auf.
Dir Persische Handschrift im Britische
Musrum.
Kürzlich erhielt das Britische Mu
seum für seine Handschriftensamm
lung eine wertvolle Züwendnng durch
den nationalen Kunstsonds: ein altes
illuminiertes persisches Manuskript,
Ter Inhalt besteht in mystischer
Poesie und in Erzählungen, die das
Aufgehen der Seele in die Unendlich
keit lehren. Die Illustration zeigt
zumteil in vorzüglichen ganzseitigen
Malereien tausende Derwische lind
verschiedene Feste; zumteil sind deko
rative Elemente in den Text einge
fügt, Die Wichtigkeit des Werkes be
steht vor allem darin, dah klassisch
persische Kunst weit früher angesetzt
werden muh. als dies bisher im all
gemeinen geschah. Es bestand näm
lich die Annahme, dah die persisch.'
Kunst weit früher angesetzt werden
muh, als dies bisher im allgemeinen
geschah. ES bestand nämlich die An
nähme, dah die persische Kunst -ur
sprünglich von der chinesischen geleitet
worden sei. In dem Londoner Ma
nuskript fehlt aber, wie die Zeitsihrist
für bildende Kunst berichtet, jeglicher
Einfluh Chinas. Will man über
haupt einen solchen anerkennen, so isl
indohellennistischer Natur. Grie
chische, nach Indien überführte Kunst,
pahte sich dort den heimischen Idealen
an und wurde indisch-buddhistisch:
durch Verbreitung des Buddhismus
gelangte sie weit nach Asien hinein
Ob di? hellenistische .Kunst reiu nacki
dem Orient übertrage,, wurde, er
schern, zun, mindesten zweifelest, da
all Wahrscheinlichkeit nach die Ma
lerei und Jlluminierung von Manus
kripten einem Zweige der byzanti
nisch-ägyptischen Kunst entsprang, die
wiederum selbst aus der späteren grie
chischen Kunst entsprang, die wieder
um selbst auS der späteren griechi
schen Zivilisation herausgewachsen ist.
Derartige Handschriften werden zur
zeit in England und Amerika auch
deshalb so hoch geschätzt und zu er
werben gesucht, weil die Erkenntnis
sich Bahn brach, dah diese Art der
Miniaturmalerei die einzige Kunst
auSübung des nahen Ostens bleibt,
in der die eigenartige Persönlichkeit
de .Künstlers wirklich hervortreten
konnte. Aber auch hier geschieht dies
in weit geringerem Maßstabe als in
Europa, da der orientalische Jllumi
nator oder Kunsthandwerker durch
den vorwiegend ornamentalen Zweck
der Arbeit gebunden ist.
Mafleoet ad der Aaukee.
Eine amüsante Massenetanekdote
wird in der literarischen Beilage des
.Figaro" erzählt: er Meister befand
sich eine Tages in Mailand im Ho
te, in Erwartung der ersten Aussüh
rung einer seiner Opern, als jemand
an die Tür seine Zimmer klapste
Auf da „Herein!" des Komponisten
erschien ein distinguiert Herr, der
vom Scheitel bis zur Sohle mi: der
korrekten Vornehmheit eines moder
nen Amerikaner gekleidet war, und
sagt trocken und fast geschäftsmäßig
kübl in einem entsetzlich verenglischten
Französisch: .Ich wolte mir einen Au
tor vor der Premiere ansehen "
Massenet lächelte verbindlich und
antwortet geschmeichelt: „Sie interes
sieren sich sohl sehr für Musik, mein
He?"
.Nv", widerte der Aanke? mit
d größten Gleichgültigkeit,
doch für die Oper?"
Uebrigens, sind Sie
Köchin: „Durchaus nicht, gnädige
Fra Sie könne rubig dreizelin
Shillings geben, wenn Sie wollen,"
Der Teutsche Eorrrspoiidcnt, Baltimore, Md., Firitog, den 18. Oktober lsitL.
5 Moderne Odhffe.
SrefaHrten eise et, es N evsem äst
tea Rasigin aanevtsaas ane.
Die Fahrt des früheren Sultan
von Marokko nach dem Lande seiner
„Befreier" läßt die Erinnerung an
eine niehr als hundert Jahre zurück
liegende, ebenfalls dem Ziel Frank
reich geltende Reise eines anderen
mohammedanischen Würdenträger
wieder aufleben. Das „Journal de
DSbats" kramt diese ergötzliche Ge
schichte aus. Im Amang des vori
gen Jahrhunderts zog der Glanz de
ne-en Kaiserhofes zahlreiche Fürsten
und Gesandte aus dem Morgenland
ach Frankreich. So machte sich denn
auch auf Jsmael Pascha, Minister
und außerordentlicher Gesandter de
Khediven Mechmed Ali. Er schiffte
sich auf einer ägytstischen Fregatte
ein, das Reiseziel war Marseille. Der
Kapitän, der Jsmael und sein Gluck
fuhr, war ein Grieche, dem eine reiche
Einbildungskraft den Mangel an see
männischer Ausbildung setzte.
Ruhmredig, wie all Nachkommen
der alten Hellenen' behauptete er,
schon oft in der schönen Hauptstadt
der Provence gewesen zu sein, und
schilderte alle Einzelheiten dieser Rei
scn in den glübenden Farben seiner
orientalischen Phantasie. In Wirk
lichkeit hatte er nur kleine Küsten
fahrten gemacht. Sie stachen in See.
Ein? frische Brise schivellte di? Segel
Nach einigen Tagen kam Land in
Sicht. ..Das ist Marseille. Ich erkenne
es sofort wieder." Es war Malta.
Während der langen Quarantäne
stiegen Jsncfl die ersten Zweite! c
der Glaubwürdigkeit seines Kapitän
auf. Der eiiglilckze Gcniverneur. ein
Mitkämpfer von Nbukir. gab dem
Pascha aus dieser ersten fahrplanwi
drigen Station seiner Reise ein Fest
Die sachkundigen Briten sahen natür
lich sofort, wem er sich anvertraut
hatte, und stoßen ihn ruhig segeln
„Bist du deiner Sache auch sicher?"
fragte Jsmael den Kapitän, und der
verstieg sich wieder zu den höchsten
Versicherungen. Die Reise ging wei
ter. Man kam nach Tunis, man lan
dete in Eagliari aus Sardinien,
dann sah man tagelang nur Him
mel und Wasser. Die Lebensmittel
gingen aus die Neige. Panajori, so
hieß der edle Grieche, verlor seine
stolze.Haltung nicht. Irgendwo muß
ien sie doch schließlich landen, sagte er
sich. Eines 'Morgens tauchte ein Fel
sen aus den Fluten aus. „Das ist
Marseille." Sie waren in Gibral
tar. Der gutmütige Pascha ärgerte
sich nicht, im Gegenteil. AIS erster
Aegypter, der die Säulen des Herku
les besuchte, legte er sich sofort den
stolzen Namen bei: Jsmael - Gibral
tar. Erneute Begrüßung mit den
Briten, denen sie aus den zwei Kano
nen, mit denen der alte Kahn oeivafs
net war, einen Abschiedsgruß zsidon
nerten. „Diesmal hab? ich auch nicht
den leisesten Schatten eines Zweifels."
Sie landeten aus Madeira. Der
Pascha fand, daß man viele Umwege
mache, und wollte dem griechischen
Kapitän einen portugiesischen See
mann beigeben. Atter Panajoti tat
so gekränkt, daß Jsmael sich erwei
chen ließ. T'ie moderne Odyssee war
noch nicht zu Ende. Nackt einig Zeit
fanden sie sich wieder in Gibraltar.
Da riß dem Pascha die Geduld. Aber
wa? war zu machen? So schit'tvi sie
weiter. Endlich kamen sie in den
Golf von Biskava. Ein Sturm wart
das Schiff an die französische Küste
Es wurde nach Bordeaux geschleppt
Dort führte man die Schiffbrüchigen
in in Hotel letzten Ranges: der rrme
Pascha war sroh. ein Obdach zu sin
den. Als olles wieder trocken war
sandte er seine EmosehlungSbri":? cu
die Notabeli Diese waren nalürlici
sebr erstaunt, ihn in einer Matrosen
herberge zu finden, den beturbanten
und pcrlenbesäten Würdenträger im
Schmutz und Fuselgeruch Dem Pascha
gefiel es ausgezeichnet Eines TageS
lsiitte er eine unliebsame Beg 'gnuna
mit einem Trunkenbold. Schon zückte
der Kerl das Messer gegen den Ge
sandten. als dieser ihm seineSchnuvf
tabakdose anbot. Der Strolch lenkte
verblüfft die Hand, der Pascha wa'
mit einem Schlage populär. Sein
höchster Wunsch war. von Napoleon
emvlangen zu werden. Doch dieser
führt? gerade Krieg gegen Preußen.
Der Pascha hätte gern die Rückkehr
des Kaisers abgewartet, abe' l'in
.Herr, der sich von der abenteuerlichen
Reise seines Gesandten nichts cräu
wen ließ, rief ihn zurück. Jstriael
wurde in Anbetracht sein seemänni
scheu Erfabrunaen zum Admiral be
fördert und gilt noch heute als der
Gründ der ägvpttscben Marin?
So erzählt wenigstens daS „Journal
de D6bat".
Obstflecke in bunten Stoffen lassen
sich leicht entfernen, indem man die
frisch befleckte Stelle über eine Schüs
sel hält und au einem Keste! einen
dünnen Strahl kochenden Wassers da
raus durchlaufen läßt. Bei waschech
ten und weihen Stoffen vermeide
mon stet Seife. Heiße Milch statt
Wasser durch den Stoff gegossen, lei
stet noch bessere Dienste Spät kann
man die Flecke mit warmem Wasser
i aswöhnlicher Weiss vollständig und
leicht auswaschen.
Mit einem Herren steht gut.
Der, wa befohlen, selb tick.
Hoch st e A Ii s in erlsa ui keil.
Delinauent leine Minute von sei
ner Hinrichtung ;> Scharfrichter:
„Herr Scharsrichter, ich höre soeben,
k Nrzikg im Tsd.
Die Krnnkatpflegenn am Stdebett
de I^endgeliebtca.
itaaeemsi a ta trsurler tes er, -he, ich
, >-> e reveiette.
Zwei Jahre vor dem Ausbruch de
Krieges gegen Frankreich hatte ich
mich, getäuscht in meinem unerschüt
terlichen Glauben an Liebe und
Treue, der Krankenpflege gewidmet,
um unter dem Zeichen des roten
Kreuze in aufopfernder Pflege dem
blutenden Herzen Frieden zu geben,
nicht ahnend, dah ich schon so bald
bestimmt sein würde, den neuen Be
ruf unter den Schrecken de Kriege
in seinem furchtbarsten Ernst? kennen
zu lernen. Die Mobilmachung >m
Juli 1870 führte mich aus der Stille
des heimatlichen Krankenhause W ein
Knegslazarett d 2 Armee das
nach den schweren und verlustreichen
Gefechten vom 16. August Pflegeper
sonal an die Feldlazarette entsandte,
die ihrerseits den Verbandplätzen der
Truppenteile wegen der ungeheuren
Zahl von Verwundeten jede entbehr
liche Hilfskraft zur Verfügung stell
ten. Ein einsam französischer
Bauernhof, von einer Mauer umge
den und von mächtigen Buchen um
rauscht, der unter dem Schutze einer
Hügelkette den feindlichen Geschossen
unerreichbar war, nabm am 18. Au
gust unser Feldlazarett auf. Von
fernher rollte bald, wie von schiverem
Gewitter, der Donner der Geschütze
zu uns herüber. Ter mörderische
Kampf um die feindlichen Höhen
tobte seit Stunden. Und bald kamen
in unaufhaltbarer Folge als sichtbare
Zeichen der schweren Verluste, die
unsere heldenmütigen Truppen zu er
leiden hatten, von den Verbandplätzen
die Verwundeten, denen die notwen
digste ärztliche Hilfe zuteil geworden
war. Unter fieberhafter Arbeit flo
gen uns die Stunden dahin. Und
als der Tag seinem Ende zuneigte,
war in unserm GeHöst fast der letzte
Platz mit Schwerverwundeten belegt,
von denen mancher mit der sinkenden
Sonne die müden Augen für immer
schloh. Ab der Angriff der pom
merschen Regimenter, der am Abend
gegen die feindlich? Stellung ein
setzte und den Sieg an unsere Fahnen
heftete, brachte neue schwere Verluste.
Slls schon das Tageslicht fast erlo
schen war. da trug man einen schwer
verwundeten Offizier auf einer Bahre
in den Raum, der meiner Leitung
unterstellt war. Ein Kopsschuh hatte
ihn niedergestreckt: fast das ganze Ge
ficht bedeckte ein Verband, nur ein
Auge war sichtbar, starr und balbge
schlossen, und um die dunklen Wim
pern irrten die Schatten des Todes
Ich weih nicht, was mir die Kraft
gab, nicht zusGnmenzubrechen unter
der Wucht de Schmerzes, der mich
bis in die Tiefe der Seele erschütter
te, Der Mann dort, der in seiner
Sterbestunde meiner Pflege anver
traut war. er war es, dem meine
Liebe gebort hatte, in unwandelba
rer Treue, dem ich Jähre meines Le
bens freudig geopfert hatte im Glau
ben an unser instiges Glück. In
diesem Glauben hatten wir uns vor
sechs Jahren zum letzten Male die
Hand gedrückt, WaS für Erinnerun
gen stiegen jetzt in mir empor!
Von Jugend auf eng befreundet
durch täglichen Verkehr in der kleinen
Garnison, in der un ere beiden Väter
bei demselben Truppenteil standen
Da war es kein Wunder, dah wir
dann als Erwachsene eines Tages,
an dem die Trennungsstunde schlug,
weil der Jugendfreund in die Armee
eintrat, erkannten, dah aus der
Freundschaft der Kinder eine tiefe
Zuneigung entstanden war, die wir
unausgesprochen im Herzen trugen.
Und wieder vergingen Jahre, da kam
die Stunde, wo er um mich warb mit
heißen Worten der Liebe, wo wir uns
gelobten, treu zu einander zu halten,
bis er imstande war, mich als Gattin
heimzuführen.
Sein Dienst führte ihn in ferne
Garnisonen, Und Jahre vergingen
Seltener wurden seine Briefe und
ihre zärtliche, einst so zuversichtliche
Sprache erkaltete mehr und mehr
Und dann üam die Stunde, die die
Hoffnung meines Leben mit einem
Schlag? vernichtete, die Stunde, als
er mir schrieb, er könne es nicht ver
antworten, mein Schicksal noch län
ger an seine ungewisse Zukunft zu
fesseln. Glückselige Hoffnungen lan
ger Jahre sanken in den Staub, mein
Herz war gebrochen und der, der
eS brach, er lag nun ein dem Tode
Geweihter vor mir, Tief erschüttert
sah ich an seinem Lag, Waren es
meine heihen Tränen, die auf seine
bleiche, kalte Hand sielen? Das bre
chende Auge öffnete sich weit, und ein
staunender, flehender Blick traf mich
Er hatte mich erkannt. Seine Hand
ruhte in der meinen und da fliehende
Leben lieh ibm noch die Kraft, mir
durch einen schwachen Druck zu sagen,
dah er meine Verzeihung empfunden
hatte. Das müde Augenlid senkte
sich nied durch den stillen Raum
zogen die fernen Klänge der Re
traite, die von einem auf dem
Schlachtfelde lagernden Truppenteil
herüberschallten Und al die feier
liche Weise de Gebet einsetzte, da
ruhten meine.Hände segnend auf sei
nem Haupte und er tat seinen
letzten Atemzug.
das; meine Hnirichti.i"' die huiidertsie
von Ihnen voUtiilirle ist und erlaube
mir daber lierzlickiii ; Ihrem Jubi
läiiui zu gralulireii."
5

WOPS! NY DEAR.
I
Emma Carus's Sensational Novelty Hit. \
c>
Words by EDOAR LESLIE Music by AL PIANTADOSI
Mockrato.
■> K . s ~ * '-s P 5 7 * ~*|
W v J*.l *g w I
1. Last night I go to the five - a cent - a ehow, When a man he romp out, he was dressed up a - JO, He
2. I stand-a up and I shake-a d.i fist, He pay, pit down, nop, or I'll slap you on tho wrist,
-fl-fr -J— J—" I—uj * ?'• m 0 o—o0 —0 _
Vcr * * | ——i I—l1 —I
1 1 I I I I I
—a * * - £ —— £== -3=. m
fa >s.* : : . '--1 m =S. ££
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Afc s Ik a l . H -s *l I * jS3E "s~^r=r|
W--.1 •• - - ■?- ~ I-• > I • • 17V
wpar red neck-tie and a big - a blond -n curl. He>got-a paint on the faro and he walk - a like - a girl;...
When he eay dia, why... I was a laugh. With one ilap... I could break this man in half; Then
( j": s *Ei': ig r 1 M
r w i- i > s
I MPtfc f' — g <•* ' - ' ■* 'm "rr 1- ■
IB;.—f r= -*= r.-"-r-? r >•:
I -v:?
Then he sing a song what - a go way up - a high, like Miss Tet -re - zin he reach way up to the aky.
he was a-dance and soon he did exclaim, llow we poor girls suf • fer, it's a great - a shame,
mmmm immmm tmmmmmmnmmmmm
Cf— t —- • r ' _s . _s 8 .r f
\ > I i j il
I p M a ■—- ~m M ' rn.
l E¥s hi .'..n -■ -to . —s —-:wn, ~
*-j 1 r -(- 1 g.— L C7 c m
I** I * * ■■"m JT > > ;
I don't mind just what I hear. Till he look down and he about in my ear-...
L say, you Lizz, you'll suf • fer some more. When I catch you at the back... stage door.
1 ____ J §O. g: -•* &
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etar i . j,
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Copyright, MCMXII, hv LF.O. FEIST. i.Z4 West 37th St., Hew York
International Copyright Secured and Reserved j
The greatest comedy eong of the speeon-" YOUR DanDT I>lt> THE SAME THTTfO 50 YEARS AGO"
) Used by permission, MURRAY MUSIC CO., New York No. 3.19.
a U.U.111 . . ... ,
CHORUS.
s•*5 •* Bdf.'gift I -"—i
Wops, my dear, He's a call - a me nams Wops, my desr, Thata-a one a great shame,
-A~h 1 1 - -J •- ■ 1-, I '
) MLlr4-H' ,-Tck -4- ck ' Tf J > J"~ ■!
f i J ,jtz K e. r\ : F# : l
ff 2 - *-T-y t -*-v-# a f x W* wt 1 I m —*———l
When ho was a ■ talk a - bout this fa -i■ ry queen, He - lieve - a me, boss, I don't know
1 I' f'j 'j f
ar - -mr
6 I I If F t'rrtzt HftE> 1
whthe' a - mean; But wops, my dear, I'm gnin - rraia, Era -ry tima ,1 s#%n#rv - If ha
A b --4 —-j—J- —I 4——4-t—l 4 -i JT?-—I l
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asked who build the snh • way, or who run the bsr • her-shop, Who mske - a ihne - ahins for the
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