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Siebenbürgisch-Amerikanisches Volksblatt. [volume] (Cleveland, Ohio) 1917-1971, November 23, 1939, Image 1

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A« unsere Leser!
Bit «»suchen die geehrten Land«
leete nttk tiefet unserer gettims, tot
GeschästSeintäusen b«S „Stebttilftt
gisch Amerikanische Volksblatt"
erwähnen und Geschäftsleute» welche
in dieser Zeiwn» annoncieren» ft*
bevorzugen. Dadurch unterstützt Ihr
Eure deutsche Zeitung.
Jahrgang 35
Amtierender Staatssekretär nimmt
gegen Unterbindung des amerikan
ische, Handels mit den britischen nnd
französischen Konzessionen Stellung.
Diplomaten am Orte sollen den Fall
rege!».
2$Mfitttftfmt. Da?
Risst sah heute Berichte1. wonach die
japanischen Militärbehörden ben
Transport amerikanischer Waren in
die britische und französisch? Konzes
jioi! in Tientsin verzögert haben, ernst
an.
An seiner Pressekonferenz erklär,
te fc'v omtc-fiihrcitde Staatssekretär
Sttmner Welles. daß verschiedene Be
schweren amerikanischer Geschäfts
leute über Schwierigkeiten, Waren
in die Konzessionen zu bringen, vor
liegen
In Beantwortung einer Frage sag
te Welles, er glaube ganz entschieden,
daß die Amerikaner ein Recht hätten,
Handel mit den Konzessionen zu trei
ben. Er rügte binzu. bofe amerikan
ische Vertreter die Angelegenheit mit
den 'spanischen Behörden in Tientsin
besprachen würden Der amtsführen
de Staatssekretär machte Berichte des
amerikanischen Generalkonsuls in
Tientsin bekannt. Er erklärte, daß
die Japaner vmii Amerika«,ern ver
langt hätten, Kohle- und Erdnnßla
düngen zur Prüfung auf den Stra
ßen-auszuschütten. In einem Fall be
schnürte sich ein amerikanischer Tep
pichtuÄikant, daß er einen ganzen
Las.wagon mit Teppichen aus der
Straße ausladen mußte. ehe die Ja
Paver ihn an einer Schranke vorbei
leistn.
Aue T'entsin wird berichtet, das
die Amerikaner dort persuchen, Kohle
in Körben nach den Konzessionen zu
bringen, deren Blockade durch die Ja
paner eine Kohlenknappheit hervor
geri'ten hat. Tie britische Konzession
wird innerhalb der nächsten zehn Ta
ge ohne Licht und Wan er sein, wenn
die Japaner keine weiteren Zusuh
ren glauben. Appelle des amerikan
ischin Konsuls find erfolglos geblie
ben,
Hein n'ner Handelsvertrag
5'ährend bei Ablauf des japanisch,
amerikanischen Handelsvertrages im
mer näher rückt glauben zuverlässige
Kreise hier nicht, das bis zum 26.
Januar 1910 ein neuer abgeschlossen
sein wird.
Tl.'s würde den Weg für eine Be
ratung der Entschließungen der de
mokratischen Senatoren Pittman und
Zndustrie-Kchau
ist Sofia eröffnet
Sofia. Der bulgarische Handels
Minister äußerte sich anläßlich der
Eröffnung Der Ausstellung „Deutsche
Wirtschaft und Technik" über die bul
garisch deutschen Handelsbeziehungen
und wies vor allein darauf hin. daß
der *n den letzten Jahren gestiegene
Hand"lsverkehr zwischen beiden Läu
dem keinerlei Gefahren bürge, wie
dies verschiedentlich^ von dritter Stel
le behauptet worden sei.
0
„Tribune"-Aorrespon
dent verlädt
Deutschland
Berlin. Beach Conger, der Kor
«Hpondent tyr „New Dork Herald
Trib'.'ne", hat Deutschland verlassen,
weil Per Zweck feiner Arbeit hier sei
nes Erachtens durch Beschränkungen,
die liegen einer feiner Meldungen
von den deutschen Behörden über ihn
Vergingt wurden, hinfällig gemacht
Wurde. Er reifte mit feiner Frau ab.
Di? fraglich-' Meldung, die ant letz
ten Dinstag veröffentlicht wurde, be
ridhMe u. a. über angebliche Unzu
friedenheit unter U-Boot-Mannschaf
ten 'n Hamburg. Conger wurden die
StaM«, Telephon, it. Postprivilegien
ent?0iion und außerdem wurde er von
eCert Konferenzen ausgeschlossen.
I» a!•*
N. A». bestehen auf
Rechten in China
rügt japanisches vorgehen in Tientsin
Schwellenbach auf Verhängung eines
Rohsioffembargos gegen Japan frei
machen. Ob für diese Vorschläge eine
Meluheit in Senat und Haus Mimt.
deko-nmt, steht noch dahin.
Ie^er Schritt zu Verhctirbftmgen
übe?- eilten neuen Vertrag müßte von
Tokiu kommen, wie von Beamten er
klärt wird, doch haben bisher in kei
ner der beiden Hauptstädte irgend
welche Vorbesprechungen stattgefun
den. Man hält es hier für selbstver
ständlich. daft Staatssekretär Hull
den Vertrag aus politischen und nicht
aus wirtschaftlichen Gründen gekün
digt bat. Diese Gründe bestehen wei
ter: Japan ist in China. amerikan
iichi' Interessen sind betroffen und
Japan hat noch nicht die ausführliche
Note des Staatsdepartements vom
31. Dezember letzten Jahren, in der
die laMusche Auffassung von einer
neuen Ordnung in China abgelehnt
wird, beantwortet.
.Hongkong. Wenn vor einigen Wo
chen die Nachricht durch die Welt
presse lief, daß Japan seinen Heldzug
in C'iina einstellen will und einen
neuen Staat unter schient Protekto
rat "tricksten will, so scheint es jetzt,
als ob die Sacke noch nicht ganz in
Ordnung ist, gegenwärtig wild ge
meldet, daß die Japaner stündlich ih
re Truppen Verität ken und anschei
nend im Begriffe sind, einen neuen
Feldutg zu beginnen und zwar mit
»der Absicht, die „Hintertür" der
Chimgkiiiger Regierung nach Judo«
i china und Burma abzuschneiden. Es
sind dies die Zufulirstraßen für die
Chinesen von Frankreichs und Eng
lands Seite.
I* I 'T
TT"-
V-
'L' 'III
(Ernst Vriebrccher,
Seminardirektor, im
Ruhestand
Das Landeskirchenfeminar in Her
mannstadt, diese wichtigste unserer
Mittelschulen, das die weitaus größte
,')0h( der deutschen Volksschullehrer
in Rumänien heranbildet, steht seit
Beginn dieses Schuljahres unter
neuer Leitung.
Direktor Ernst Briebrech«. der
sich jetzt in den Ruhestand zurückzog,
i ?s beschießen gewesen, die Rich
tung unserer deutschen Lehrerbildung
volle 23 Iahte als Direktor am Se
minar bestimmend zu beeinflusse«.
Welche Fülle von Arbeit, Mühe
und Leistung umschließen diese wem
gen Zahlen. Wie viel Nervenkraft
hab^'lt all die Tausende von gehalte
neit Stunden, die Vorbereitung da
für ^Verbesserung der Hefte usw.
verbtaucht,
Als Lehrer hat Direktor Briebre
cher immer in de.' vordersten Reihe
gestanden. Die schwierigsten Gegen
ständ waren fein Teil. Religion und
Erziehlmgslehrx, in früherer Zeit
auch verantwortungsvoller Sprach
unterricht. Durch kluge, dem Alter,
dem Geschlecht und der Fassungsgabe
feiner Schüler angepaßte Gestaltung
seines Unterrichts hat er immer tiefe
Wirkung zu erzielen gewußt, durch
fein ernstes, jeder Phrase abholtes
W^'sen hat er solchen Einfluß ausge
übt daß seine Schüler auch als er
Wachsens, reise Männer voller Hoch
aeftt rng und Anerkennung feiner
Stunden gedenken.
Aber feine Leistungen im Dienste
von Kirche und Schule gehen weit
üben diesen Nehmen hinaus. Er ist
bis heute einer der hervorragendsten
Kenner der theologischen Wissenschaft,
er hilf vortreffliche Leitfäden für den
Religionsunterricht verfaßt, er hat
viel? Jahre lang in der theologischen
Prüfungskommission für Pfarrer
und Prediger gewirkt, «r arbeitet
|200 Tschechen bleiben
in Hast
Studenten sitzen jetzt im
Konzentrationslager
Mehrere tausend Tscheche« von $.$.
verljaftet. Arbeiter unterlasse»
geplanten Proteststreik
Prag. Etwa 1200 Studenten sind
in Ve.binvung mit den kürzlichen De
momtrationen, die zur standrecht,
lichen Erschießung von zwölf Stu
deuten führte, in Konzentrationsla
ger gebracht worden.
echlafräunte tschechischer Studen
ten und die Büros tschechischer Schu
len i nd von der SS. besetzt, die in
eine- Stärke von 10,000 Mann ein
gerückt war. Die Protektoratsregie
rung hatte schon vorher versucht, die
Ruh" durch Versprechungen herzustel
lett und Streitfragen zu prüfen.
fl*-
1
Vsroshiloss lobt den
Ginmarsch in j)olen
Moskau. Die Geschwindigkeit des
So'ujethecres beim Einmarsch in
Pol'n wurde von Kriegskommissar
Marschall Vorofhtloff in seinem Ta
gesbefehl aus Anlaß des 20jährigen
InLiläunts der ersten Kavallerieein.
heit der Sowjets hervorgehoben.
Er lobte die „blitzartigen Märsche
der modernen mechanisierten Kaval
lerie nach der West-Ukraine und dem
west ichen Weißrußland," wo die
Truppen „dem Feind keine Ruhe
pause gaben und 100 Kilometermär
sche oder 62 Meilen in 24 Stunden
zurii siegten."
Das Jubiläum der Kavalleriesor
maiioit wurde im ganzen Lande ge
feiert.
0
Das größte Fragenspiel in den
Vereinigten Staaten: Wird er ren
nen? Wird er nicht rennen?
'IL
K.
Aus Siebenbürgen
sei, langer Zeit im Bezirkskonsisto
ritint mit. schon fei1- Iahren führt er
die Lehrerschaft des Hennannftädter
Kit yenbezirkes und leitet ihre Ver
far-:fithmqett.
C'n besonderes Wort gebührt sei
ner Tätigkeit als Leiter der Anstalt
und des Internates im Laufe von
23 Iahren.
Die Zöglinge unseres Seminars
sind zum weitaus größten Teil In
ter 'sten Die Anstalt hat ihnen
alsj vielfach das Elternhaus zu er
fetzet' und dabei fällt ihr gerade der
schwierigste Teil der Erziehung zu,
nämlich die Hinleitung zur Pünkt
lichkeit. zur Ordnung, zur Sauber
keit, Ehrlichkeit und Gewissenhaftig
keit :m Kleinen und Kleinsten des
Kleinsten des Alltages. Es gibt aber
nichts Aufreibenderes, nichts Unan
genehmeres, nichts Zermürbenderes
als gerade diesen Teil der Erzieh
ungsarbeit. Wir wissen, wie wider
lich der Jugend all das ist, was eben
in p'.nem Internat von den Zöglin
gen gefordert werden muß an Zwang,
an Genauigkeit int Einhalten der
Hausordnung, an Einordnung in
das Ganze der Jnternatsgemeinfchaft
Diese schwere, nervenzerrüttende Ar
beit volle 23 Iahte mit größter Hin
gebung und steter Selbstverleugnung
geleistet zu haben, bedeutet an sich
viel, doppelt hoch ist aber zu bewerten
bei einem Gelehrten, der seine Bti
eher feine Lieblingswissenschaft, sei
lte schaffende literarische Tätigkeit
ihretwegen völlig in den Hintergrund
treieit lassen mußte. Es ist dafür gro
ße Entsagung, nie ermattende Liebe
zu »ett Zöglingen und weitgehender
Verzicht aus Anerkennung und äuße
re Ehrungen nötig. Lauter Leistungen
von höchstem sittlichen Wert.
Durch seinen Unterricht, durch die
unentwegten Bemühungen tint die
Leitung der Anstalt und die Charak
terbildung der Zöglinge, gerade des
Seminars, hat die Lebensarbeit Di
(Schluß Seite 7.).
..itiitbv.
X-MV-
(Transylvania-American Peoples 'Journal)
Krieg lvablsrag«
sagt Cast
St. Louis. Der europäische Krieg
werde bei den nächstjährigen Wahlen
bestimmt eine Rolle spielen, erklärte
Senator Robert A. Tast von Ohio,
ein Anwärter auf die refublikanische
Prästdentschastsnomination, in einer
Rede vor Parteiführern, mit denen
er auf einer Tour durch sechs Staa
ten -ur Erforschung der republika
nischen Stimmung frühstückte.
Taft prophezeit^ auf Grund der
Ergebnisse des Wclhlgangs vor zwei
Wochen, daß die GOP 1940 int
Lande mit einer Mehrheit von 290
Elefloralftintmen siegen werde.
0
Amerikanische Flugzeuge
nach Aanaöa gebracht
Sweetgraß, Montreal. Fünf «tte»
rikanifche Flugzeuge, die den kana
frischen Militärstreitkräften abgelie
fert werden sollen, gingen auf einer
Weid«- in diesem Grenzort nieder und
wurden über die Grenze nach dem
kanadischen Flugplatz Coutts, Alber
ta, gezogen.
Dies geschah in Befolgung einer
Anordnung des Staatsministeriums
wonach es amerikanischen Piloten
verboten ist, über das Gebiet einer
krie.-Mrenden Macht zu fliegen und
kriegführenden Piloten über amerika
nisches Gebiet zu fliegen. Es handelt
sich um einmotorige Jagdflugzeuge.
iSanbhi verlangt
Freiheit für Zndia«
Bombay. Indien.. Acht Gouver
neue Indiens haben ihre Aemter nie
dergelegt aus Protest gegen England
sagt? der nationale indische Führer
Gandhi, w?il England versuche das
Land in den Krieg gegen Teutschland
zu jieben. Aber, erst die Freiheit und
dann die Entscheidung ob wir in bett
Krie.i ziehen wollen, (igte Gandhi.
Sukkur. Zwichen Hindus und Mo
batmnedattertt ausgebrochene Unru
hen brachten den Tod von 12
sotten und vielen Verwundeten.
Hur drei Todesopfer bei
Spandau Vahnunglüet
Berlin. Entgegen der anfänglichen
Befürchtung, daß bei dem Eisenbahn
unglück in Spandau-West am Sonn
tag neun Passagiere getötet worden
feien, teilt die Reichsbahndirektion
mit ?aß nur drei Menschen getötet
und sechs schwer verletzt wurden. 19
Letu tjcrletzte konnten nach ärztlicher
Behandlung in ihre Wohnungen ent
lassen werden.
München führt
zur Verhaftung
München. @"irg Elfner. ein Mann
von "36 Jahren, soll eingestanden ha
ben in Verbindung mit zwei Eng
läitfct rn die Bombe in den Bierkeller
gelegt zu haben. Die beiden Englän
der wurden ant Tage nach der Tat an
der holländischen Grenze verhaftet
und 6tfinden sich in Haft. Hinter dem
Komplott zur Ermordung Hitlers
soll der ehemalige Naziführer Straf
fer, der in Paris lebt, stehen. Er soll
das Geld gegeben haben und die
Pläne.
Vehörde geißelt
SeemannsverbanA
Washington. Rear Admiral Henry
A. Wiley, eines der Mitglieder der
Bundes-Schif sahrtskommif fion, gab
die Ansicht kund, und bestätigte es in
einem Schreiben an die National Ma
ritime Kommt lion, daß diese „einen
Feldzug der Schmähungen und Ent
stell
i ngen führe" unter dem Präsi
denten Curran, indem die Opfer des
Ne.ttralitätsgefetzes in den See
motmsfchulcn weiter unterrichtet wer
den fallen, während vorher diese als
vollkomM» Mfähjg MW tt»
toi.
Amerikanisches
Aord-Frantreich
hat Fliegeralarm
Paris. Hier war in den letzten Ta
gen verschiedentlich Fliegeralarm.
Die Deutschen hatten Aufklärungs
flugzeuge über Frankreich geschickt
und zwar in weit voneinader liegen«
de T"ile. Im übrigen wurde aber
keine friegerifae Tätigkeit gemeldet.
Volksdeutsche aus
Volhynien umgesiedelt
Berlin. Eine erste Gruppe deut
ifirut Reifen festgestellt, daß das
Stärke von 350 Personen ist laut
..Tanziger Vorposten" nunmehr im
früheren Korridor bei Thorn ange
siedelt worden. Wolfmmen mit der
Hanptstadt Luck ist nunmehr ein Teil
der Sowjetunion und bildet den
Keen der ehemals polnischen Ukraine.
Valfisch-Gel im Krieg
Wenn zwei sich streiten, freut sich
der dritte. Täglich findet diese
alte Lebensweisheit auch im Leben
der großen Völker ihre Bestätigung.
Während die europäischen Länder da
mit beschäftigt find, sich in militär
tfchnr und ökonomischer .Hinficht klein
zukriegen, find die Neutralen, welche
das Glück Haben, fern vom Schuß zu
fein, darauf aus, wirtschaftliche Vor
teile zu ergnttern.
So bemühen sich die Bereinigten
Staaten möglichst den ganzen latein
am'rikanischen Markt zu erobern,
obgleich die Enttäuschungen nicht
ausbleiben dürften wenn nicht gleich
teit Sorge dafür getragen wird,
daß unsere benachbarten Republiken
ihre eigenen Erzeugnisse hier abfetzen
können. Auch Japan nutzt die Lage
aus. Von dort kommt die Kunde, daß
die Stillegung der meisten europä
ischen Walfang-Flotten dazu benutzt
wird, eigene große Fang-Expedition
nen auszusenden.
Seit einer Reihe von Jahren hat
Walol einen hervorragenden Platz in
der Weltversorgung mit eßbaren und
technischen Oelen und Fetten einge
nommen. Zwar haben sich die Ja
pan'-r trotz der offiziellen Propagan
da nie für den Genuß von Walfleifch
begeistern können, aber die industriel
le Ausnutzung der Wale ist doch auch
in diesem Land zur höchsten Vervoll
kon'mnuug gebracht worden.
In früheren Iahren haben Deutsch
land und England mit ihren Wal
fang-Gefellfchaften in erster Linie für
den eigenen Bedarf gearbeitet. Tie
Norweger und Japaner dagegen
konnten ihr Walöl nur in bescheide
nen: Umfang int eigenen Land ab
fetzen und waren deshalb stark auf
den Weltmarkt angewiesen. Die Ja
pan.er werden während der Kriegs
zeit sicher versuchen, das wertvolle
Walöl zu hohen Preisen im Ausland
abzusetzen, um dadurch ihre Außen
Hancels-Bilanz zu bessern.
Wenn es. alles in allem, während
der Kriegsdauer zu einer Einschrän
kung im Walfang kommen sollte,
daist wäre diese Entwicklung nur zu
beg 'iißen. Hat doch der Fang in den
letzten Iahren trotz aller internatio
lmltm Abmachungen einen so großen
Itntfrmg angenommen, daß der Wal
befand empfindlich angegriffen wor
den ist.
So könnte der Krieg wenigstens
auf Meiern einen Gebiet ein indirek
ter Segen werden. Denn die Er
fahrung hat gezeigt, daß es gerade
die sogenannten zivilisierten Völker
nicht verstehen, mit den Gaben der
Natur haushälterisch umzugehen. Ge
rade unsere eigene Geschichte weist in
dieser Hinsicht einige, dunkle Kapitel
auf.
Witwe wird Mutter
Chicago. Frau Bette Ward, die
Witwe eines der 26 Opfer des Un
terganges des U-Bootes „Sgualus",
würbe von einem Sohn entbunden.
Die junge Witwe wohnt gegenwärtig
bei ihr« Schwester.
London. Die Versenkung dreier
weiterer britischer Schisse an der
Cftfiifte Englands wurde bekannt
gegeben. Nachdem ant Wochenende
der Itnterganf des holländischen
Dampfers ..Simon Bolivar" mit et
wa
1000
gitfvvvvvfvmvffvvvr
tr
Passagieren an Bord die
Gemüter in Bewegung hielt, und vor
allen die gegenseitigen Beschuldigun
gen der englischen tmd deutschen Ad
tniraütät die Menschen in Bewegung
hielt werden täglich neue Verluste ge
meldet. Bedauerlich ist es. daß auch
die neutrale Schiffahrt schwere Ver
luste erleidet, wie es beim holländ
ifchen Pasfagierdampfer „Simon
Bolivar" war, der auf der Fahrt
nach der Südsee plötzlich auf eine
Mine auffuhr und Untergang. Der
Verlust an schuldlosen Passagieren ist
bedauerlich.
Ingesamt wird der Verlust der
internationalen Handelsfchiffahrt in
der letzten Woche auf 80,000 Tonnen
geschätzt, darunter befindet sich auch
ein italienischer Tanket mit 6000
Tonnen.
Inzwischen wurden an de? nieder-
Damit haben sich die Verhandlun
gen derartig festgelaufen, daß an eine
baldige friedliche Beilegung des Kon
slices kaum gedacht werden kann.
Volle zehn Prozent der finnischen Be
völkerung sind zu den Waffen geru
fen worden und bewachen vor allem
die Grenze zwischen dem Ladoga-See
und dem Finnischen Meerbusen. Die
russische Presse hat das „hartnäckige"
Finnland erneut unter Kreuz-Feuer
genommen, und die skandinavischen
Nationen, in erster Linie Schweden,
harren mit Besorgnis der weiteren
Entwicklungen in dem Machtkampf
um die Herrschaft im Baltischen
Raum.
Wir slMhsn *W, tu* die Rüchen
zur Zeit eine Invasion des kleinen
Landes im Nordet» platten, trotzdem
sie und auch die Finnen sehr
wohl wissen, daß an eine Waffenhilfe
|fiir die Republik durch Befreundete
eled
y»/-
L2Z
-Herb«
z,y
o "o -'s
let Sie.* W Sachse
tee
txk T. &v/
KchiKüberllllte steigen
Aik tünchn in drei
Schiffsverluste steigen auf fünfehnzelm in roentgen
Tagen— Neutrale stellen
Bulletin:
London. Teutsche Flieger war
fen Bomben über den Shetland
In'eln an der Nordküste von
Schottland ab.
New ?)ork. Die „New Aork
Ti.nes" meldet aus privaten
Onellen, daß ertt deutsches U
Boot in den britischen Flotten
stützpunkt von Firth of Forth
eingedrungen ist und den 10,.
OOO-Tonnen Kf?uzer ..Belfast"
totvediert hat. Der Schaden am
K'euzer ist nicht bekannt and
das U-Boot entkam.
Ccrk, Irland. Ter britische Damp
fer „Arlington Court" ist 200 Mei
len hör der irischen Küste von einem
U-Boot versenkt worden. Zweiund«
zwanzig Uâilebende wurden von
einem Renungsboot übernommen
und elf weitere Seeleute wurden von
dem niederländischen Schisf«Algenib"
an Bord genommen
diu
und durch die Nordsee ein
Empfehlen den etwa 1000 Passa
flicrit dreier ihrer Schiffe in Lissabon
an Land zu geben und Land weiter
zu reisen. Der Untergang der
Schtise forderte viele Menschenleben.
Ro.3
Fahrt nach England
ländnchen Küste Minen angetrieben
englischen Ursprungs, die sich bei den
großen Stürmen in der Nordsee los
gerissen haben und dadurch die @e»
fahr der Seefahrer sind.
England aber beschuldigt natür
lich Teutschland, daß es internationa
le Abkommen gebrochen habe und
und Minen in Fahrwasser gelegt ha
be. die als Minenfrei bezeichnet sind.
D,e Vermehrung der Schiffsunter«
gättge hat. zumindest für den Augen*
blick das U Boot gegenüber der Mini
als Gefahr für die Handelsfchiffnhich
in der Nordsee zurücktreten lassen.T»
gegenwärtige Gefahr für die Schiff
fahrt wird jedodh so ernst angesehen,
daß etwa 1000 Passagieren auf dreb
niederländischen Dampfern in Lisi»
bon. Portugal, angeraten wurde, a*
Land zu gehen und mit der Eise»
bahr weiter zu reifen.
Ausbau des Handels
Deutschland Türkei
Istanbul. Der türkische HartdeU»
minister Dfchesmi Ezicbten betonte
vor Vertretern der türkischen Presse,
daß gewisse Schwierigkeiten, die sich
in den wirtschaftlichen Beziehungen
zwischen Deutschland und der Türkei
ergeben hatten, Èatt Überumâ«. l'eut
würden.
Der beiderseitige Warenaustausch,
der nach Kriegsausbruch eine Unter
breckung erfahren hat, werde also
bald wieder in normalen Bahnen ver
laufen. Man dürfe die politische Si
tuotton der beiden Länder nicht mit
ihren wirtschaftlich« Beziehungen
vermengen.
Der Krieg brach gerade aus, so be
tonte der Minister, als Verhandlun
gen auf Erneuerung des Handelsver
trags schwebten, nachdem der alte
Vertrag End« August abgelaufen
war.
Wie alle kriegführenden Länder
hab- auch Deutschland verlangt, daß
seine Lieferungen nach der Türkei in
fremder Währung zu bezahlen feien,
die Türkei habe ihrerseits dasselbe
von Deutschland verlangt.
Finnland eubt nicht nach
Die Machthaber im .Ntrvml sind
auch mit ihrem zweiten Versuch, die
Finnen von der „Gerechtigkeit der
russischen Ansprüche zu überzeugen."
erfolglos geblieben Tie finnische Ab
ordnung ist aus Moskau nach Hel
finr.for heimgekehrt und dürste, den
lctzr.'n Berichten zufolge, nicht zurück
fehlen.
M.uiite nicht zu denken ist. Die Sow
jet-Machthaber können eine abwar
tende Haltung einnehmen und auf
den strategischen Augenblick im gro
gen europäischen Kräftefpiel warten,
der für ihre Zielsetzung am günstig
sten scheint. Wann dieser Zeitpunkt
kommen wird und welche Situation
als die vorteilhafteste erachtet wer
den dürfte, liest DchM der Zu
kunft.
Finnland und feine Regierung er
freuen sich gerade in den Vereinigten
Straten der größten Achtung und
Freundschaft. Die sichere, beharrliche
Haltung' die die Nation in den letz
ten Wochen gegenüber dem russische«
KoU.ß eingenommen hat, hat diese
Gefühle noch vertieft. Und trotzdem
weiß man hier, daß das Land nich|
auf moralische Hilfe allein poche#
kann und letzten Endes doch sein ei
gen^s Schicksal in die Hand nehme«
muß
Darauf bauen die Russen. Gie Hof
fett, durch den „weißen Krieg" dÄ
Finnen mürbe zu machen, und fßß
war^n auf den Tag, wo die schwere*
Last-n der Mobilisierung das Wirt
schaftliche Gefüge des Landes so gß
fährden.. daß eS den russischen „SoS
schlagen" williger fem Ohr leiht.

e v e a n O i o o n n e s a e 2 3 N o v e e 1 9 3 9 y

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