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Siebenbürgisch-Amerikanisches Volksblatt. [volume] (Cleveland, Ohio) 1917-1971, August 27, 1953, Image 1

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Neubauten im Land
auf Rekordstand
Markt fuer Eigenheime gut.
Washington. Wie der Federal
Reserve Board mitteilte, haben die
Ausgaben für die Errichtung von
Neubauten in diesem Jahre einen
neuen Rekord erreicht im Grund
stücksgeschäst werden weiter große
Käufe getätigt, aber Eigenheime fön
itett jetzt in manchen Gebieten toenv
«er schnell abgesetzt werden und brin
gen auch geringe Preise.
Doch im allgemeinen sind Woh
Hungen viel gefragt, sagt der Reserve
Board in der Studie des Grundstück
marktes, obgleich alles im langsamen
Tempo geht. Die Mieten haben sich
erhöht, seit die Bundeskontrollen ab
geschafft wurden, heißt es weiter. Aus
der Uebersicht geht hervor, das
Grundstückswerte ihren Höhepunkt
.1951 erreichten und seitdem ziemlich
stabil geblieben sind
Eigenheime erwünscht
Für den Bau und Verkauf von Ei,
genheimen herrscht immer noch ein
starker und aktiver Markt. Doch sind
jetzt mehr Häuser vorhanden, so das
der Käufer sich in einer besseren Lage,
zu handeln, befindet Erhöhung der
Mieten und leichtere Hypotheken-Be
öingungen mögen dazu führen, daß
aus Mietern heute Hausbesitzer wer
den.
Der Federal Reserve Board glaubt
nicht, daß die kürzlich gestattete Er
böhung der HypothekenZinsrate üir
Veteranen- und andere von der Re
gierung gesicherte Hausprojekte mehr
Geld auf den Markt gebracht hat.
Die Gesamtausgaben für Neu
bauten haben seit dem 2. Weltkriege
Was Premierminister Malenkov
kürzlich in Moskau den Führern Ost
Deutschlands gesagt hat, war offen*
sichtlich darauf berechnte. einen Ein
fluß auf die kommende Parlaments
wähl am 6. September auszuüben.
Der Russe machte es ziemlich klar, daß
a neine Wiedervereinigung der Teile
Deutschlands nicht zu denken sei, so
lange eine Regierung wie die Regie
rung Adenauers am Ruder sei.
Er ging sogar noch einen Schritt
weiter und brachte ziemlich unver
hüllt zum Ausdruck, daß der 0.
September gewissermaßen entschei
dend dafür sein würde, ob Deutschland
fe vereinigt oder getrennt bleiben
würde.
Was da alles für die Sowietzone
an Hilfeleistungen wirtschaftlicher it.
finanzieller Art versprochen wurde,
dürfte nach Ansicht der Behörden
kaum geeignet sein, einen Umschwung
der Stimmung herbeizuführen, daß
Lsnbon. Bei Schluß der Sit
zung der russisch-ostdeutschen Ver
Handlungen im Kreml fand zu Ehrett
der ostdeutschen Delegation ein gro
ßes Bankett statt, bei der Ministers
Präsident Georgi Malenkov in ferner,
durch Rundfunk übertragenen Rede
über den westdeutschen Kanzler Kon
rad Adenauer herfiel und ihn beschul
digte er, führe Deutschland auf den
Weg zum Kriege.
Er forderte boa neuem die
schleunige Abhaltung einer deutschen
Ariedenskonferenz in seiner Anspra
che, die er offiziell an die ostdeutschen
Delegierten richtete, die auf Ersuchen
her russischen Regierung zu dringen
den Verhandlungen in den Kreml ge
laden waren.
Im Westen wird allgemein ange
itommen, daß dieser ganze Vorgang
einschließlich der heftigen Rede Ma
lenkovs Teil einer neuen Propaganda
ist, die Idarauf abzielt, die baldige
deutsche Wahl zu beeinflussen.
Vergleich mit Versailles
Malenkov behauptete, die deutschen
Militaristen stifteten Feindschaft un
ier den Deutschen selbst und verwan
delten Westdeutschland in ein Jnstru
ment aggressiver Politik in den Härt»
den des Nordatlantikblocks.
Immer habe Deutschland zum
Kriege getrieben, eiferte Malenkov,
man brauche sich nur die Zeit von
1900 bis 1945 anzusehen, und was
sei der Erfolg gewesen? Daß fast acht
Millionen Deutsche wegen der mi
litaristischen Pläne hätte nihr Leben
lassen müssen.
äfcHwec mtirn für Änlich
ständig zugenommen, ausgenommen
ein Nachlassen 1948 bis 1949.
In den ersten sieben Monaten
1953 erreichten die Ausgaben für alle
Arten von Neubauten den Rekord
von $35,000,000,000 im Jahre. Das
waren 8 Prozent mehr, als im Jahre
1952 Hohe Kosten waren etwa für
die Hülste der Zunahme verantwort
Itch.
Z«naljme fällt kt
Seit März dieses Jahres haben die
Neubauten weniger zugenommen, als
gewöhnlich im Frühjahr und im
Sommer. Der Rückgang im Früh
jähr und Sommer war hauptsächlich
im Bau von Eigenheimen und bei
gewissen Arten von öffentlichen Bau
ten zu verspüren. Durch die Aufhe
bung der Baubeschränkungen und ei
ite große Erweiterung der Utilitäten
dienste betrugen geschäftliche Bauten
in der ersten Hälfte 1953 fast die
Hälfte des Volumens der ersten Half
te des Jahres 1952.
Conant inspiziert
den Sowietguertel
um West-Berlin
Berlin. An Bord eines Hub
schrauberflugzeugs inspizierte U. S.
Hochkommissar James B. Conant die
kommunistische Grenze um West-Ber
lin. Während seine? 20 Minuten
währenden Fluges beschaute Conant
sich auch den Potsdamer Platz, wo
die Grenzen der amerikanischen, eng
lischen und russischen Jone», zusam
mentrerfeu.
Russische Angebote schaffen
Spannung in West-Deutschland
Man glaubt indessen nicht, dass sich die Bevoelkerung
beeinflussen lassen wird.
Bonn. I« den Kreisen der Re
(tferimg, aber auch in den Kreisen der
Alliierten hat man der Ansicht Aus
brwf -fleyben, das? stch die Bevölke
rung Westdeutschlands wohl kaum
durch die neuerlichen Angebote Ruß-,
lans bewegen lassen würde, von der
bisherigen Haltung dem Osten gegen
über abzuschwenken.
statt die Besetzungskosten reduzieren
olle, daß feine Reparationen mehr
gezahlt werden sollten, daß alle
Kriegsschulden gfitv'.chci
werden würden, und daß man die
Ostzone reichlich mit Rohmaterial
versorgen wolle, um die Industrien
ctif einem hohen Beschäftigungsgrad
zu halten, und daß es vor allem reich
lich Lebensmittel geben würde.
Das Einzige, was vielleicht ,.ge
fährlich" werden könnte, sei das Ver
sprechen Malenkov», alle Kriegsgesan
gelten zu entlassen, mit Ausnahme
derjenigen, die ein scheußliches Ver
brechen gegen den Frieden und die
Menschlichkeit begangen hätten.
Man nimmt aber an, daß gerade
dieses Angebot mit großer Vorsicht
asgenommen werden wird.
Denn Rußland hatte im Jahre
1950 erklärt, daß nur noch etwas
über 13,000 Kriegsgefangene in der
Sowjetunion seien, davon rund 9.
000 in Gefängnissen und Juchthäu
sent als Schwerverbrecher.
Nach anderen Feststellungen müß
ten sich noch rund 100,000 Kriegs
gefangene in Rußland befinden und
rund 750,000 Deutsche aus dem
Osten dürften als Zwangsarbeiter ir
gendwo in der Sowietunion unterge
bracht worden sein.
Malenkov zieht in scharfer
Weise ueber Dr. Adenauer her
deutsche Volk schmählicher als der
Vertrag von Versailles, erklärte der
russische Ministerpräsident. In Ver
failles sei Deutschland nicht zerstük
felt worden, aber durch den Bonner
Vertrag werde Deutschland zerstük-
kelt, denn Westdeutschland werde die
Vasallenprovinz eines ausländischen
Staates und die Besetzung von ganz
Westdeutschland werde dadurch auf
50 Jahre ausgedehnt.
Deutschland stehe jetzt am Kreuz
Wege zwischen Krieg und Frieden,
sagte Malenkov, und die Deutschen
sollten klug genug fein, den Pfad
des Friedens zu wählen und sich mit
ihren Nachbarn zu vertragen.
Grotewohl antwortet
Auf Malenkovs Rede antwortete
Grotewohl und brachte den „tiefsten,
unbegrenzten Tank" für alles zum
Ausdruck, was Rußland für Ost
deutschend getan habe.
Er behauptete, wenn die Westmäch
te den russischen Vorschlägen nicht
dauernden Widerstand entgegensetz
ten und die deutsche Bevölkerung in
Ost- und Westdeutschland zu einem
Abkommen gelangte, könnte eine all
gemeine deutsche Regierung sofort ge
bildet werden.
Außer dem ostdeutschen Minister
Präsidenten Otto Grotewobl waren die
anderen ostdeutschen Delegierten bei
dem Bankett anwesend, darunter die
stellvertretenden Ministerpräsidenten
Walter Ulbricht und Otto Nuschfe,
die vorher schon von dem russischen
Außenminister V. M. Molotov feier
bewirtet worden wäre«.
PV
1
SUb«ib«rgiseh Amerikanisches
(Trensylvanie-Americen
Das Festkomitee wird sich alle Muehe geben, echte saechsische
Gastfreundschaft entgegen zu bringen. Grosse Vorbereitungen sind
schon in vollem Schwung. Gute Bewirtung, schmackhafte Mahlzei
ten und freundliche Gemuetlichkeit und Unterhaltung werden vor
bereitet.
Der Hoehepunkt aber der zweitaegigen Festlichkeiten sind die
zwei wundervolle Konzerte, die dargeboten werden. Lasset uns
darum alle Saenger und Saengerinnen ehren durch Anwesenheit
und ihnen unsere Dankbarkeit entgegenbringen fuer ihre muehe
volle Arbeit und ihnen zeigen, dass wir alle die Liebe des Deutschen
Liedes und die Lieder unserer neuen Heimat in Amerika tief im
Herzen tragen, moege der Gesang, seine ernste u. seine freundliche
Gemuetlichkeit der Herrscher unserer zweitaegigen Festlichkeit
sein.
Empfang der Saenger und Saengerinnen bis 10 Uhr.
10 Uhr Massenchorpvöbe.
12 Uhr Gemeinschaftliches Mittagessen.
2 Uhr Nachmittag. Massenchor Probe mit Orchesterbegleitung.
5 Uhr Gemeinschaftliches Abendessen.
8 Uhr Konzert und Tanz.
8 Uhr Morgens. Fruehstueck.
10 Uhr Kommers.
12 Uhr Mittagessqpv
1
2:30 Nachmittag. Konzert der- einzelnen Choere.
5 Uhr Abendessen.
Das Festkomitee
Peoples
Als Malenkov die grosse Mitteilung machte
Mitglieder des Obersten Sowiets lauschten mit angehaltenem Atem, als Ministerpraesident
Georgi Malenkov (auf der Rednertribuene, im Vordergund links) die Ankuendigung
machte, die auf dem ganzen Erdenrund gehoert wurde dass Russland jetzt gleichfalls
die Wasserstoffbombe habe vier Tage spaeter, am 12. August, brachten die Russen eine
solche furchtbare Hoellenbombe zur Explosion.
EINLADUNG
ZUM 12. BUNDES-SAEN6ERFEST
des Siebenbuerger Sachsen Saengerbundes von Nord
Amerika, abgehalten in Erie, Pa., Sonntag,
den 6. und Montag, den 7. September.
•wMleeselifleiiee 4 end 10 Yen Irte, Fe., els Gests
«her.
An alle Saenger, Saengerinnen, Volksgenossen und Freunde!
Hiermit ergeht die herzliche Einladung an alle saeehsischen
und deutschen Saenger und Saengerinnen des S. S. Saengerbundes
von Nord Amerika, allen Jugend Gesangvereinen, an den Zentral
Verband und dessen Zweigsvereinen, an die Kirchengemeinden,
an allen Jugendvereinen und an alle saeehsischen Landsleute,
Volksgenossen und.Freunde von Nah und Fern, und alle,^ie
den Sinn des Liedes und den Gesang im Herzen tragen.
Beschuldigungen gegen Rote
Ein Delegierter bei den Vereinten Nationen, Mon. Dr. Oscar
Robles Toledano, links, fuehrte Angriff gegen den Sowiet
delegierten Wischinski mit der Anklage, meeser wolle die
koreanische Friedenskonferenz torpedieren. Der 41jaehrige
katholische Kleriker aus der Dominikanischen Republik war
der erste, der im Géistlichengewand auftrat.
1
Russen zeigen
bei Parade
Luftarmada
Moskau. Am jährlichen Flie
gertage stellte die sowietunion ihre
luftarmada von Düsenjägern und
Bombern zur schau, aber westliche
Beobachter sagten, sie hätten feine
neuen Typen beobachtet. Ministerprä
siden Georgi Malenkov, in grauer
^acke und grauer Kappe, beobachtete
durch ein Feldglas die Parade.
lTas Ausland ist vor allem daran
interessiert, festzustellen, ob die Rus
sen eine» neuen interkontinentalen
Bomber gebaut haben, der die Atom
und Wasserstoffbomben befördern
samt. Me bisher bekannten Modelle
der jowietischen Vuftmacht werden da
für alv unzureichend betrachtet.)
Generalleutnant s. II. Rubanov,
der militärische Befehlshaber der Pa
rade, lies 424 Maschinen aufsteigen,
die alle Düsenflugzeuge waren. Jut
vorigen Jahre wurden 182 Tüien
flugzeuge gezeigt, und damals leitete
die Parade Stalins Sohn, General
leuinaiit Vassilij Stalin.
Umgeben von hohen sowjetischen
Führern beobachtete Malenkov die
Parade der russischen Luftmacht etwa
77» Minute» lang vom Balkon des
Flugplatzes Tuchino. Wegen schlechten
WetterS muv.te sie zweimal verschoben
werden: ungefähr 200,000 Personen
wohnten der Parade bei.
Bot herrlichem Sonnen'chein führ
ten die Piloten atemraubende akro
batiiche Sliimmiicie aus: zu den n
schauern gehörten der amerikanische
Botschafter harte? E. Bohlen, der
britische Gesandte Paul Gret, und an
dere westliche Diplomaten, sowie Mi
litär- und Flottenattaches. Für alle
war eine Sondertribüne erreichtet
morden.
Tic Parade endete mit einem
Massen Fallschirmabsprung. Mehre
re Minuten lang war der Himmel
mit roten, blauen, purpurnen, gelben
und weiften Fallschirmen gefüllt. Eine
Kapelle spielte, während die Fall
schirmler zur Erde glitten.
Wie in London mitgehört wurde,
sagte ein Moskauer Ruitdfttnkkoin
mentator mit Bezug auf die Parade:
„Wir sind bereit, jeden Augenblick mit
einem niederschmetternden schlag auf
irgendeinen verräterischen Ueberfall
durch die Feinde des Friedens zu
antworten/ Tie Flieger wurden
..unsere tapfere Falken" genannt. In
früheren Iahren hießen sie „Stalini
stische Falken."
Ueberreiche Pflaumen»
Ernte im Westreich
Bonn. Um der Negierung ihre
Not deutlich zu machen, haben west
deutsche Westbauern 16 Waggonla
dungen Pflaumen nach Bonn ge
schickt. Sie können das Obst nicht los
werden, weil es im Iteberfluß vor
handen ist, obgleich die Bundesregie
rung schon die Eiuiuhr tum italieni
schen Pflaumen eingestellt hat. Tie
hier eingetroffenen Wagenladungen
wurden zur Verteilung an Flücht
lings- und Jugendlager weitergege
den.
Der Ueber flutz rührt daher, bafe die
frühe Pflaumenernte insole kühlen
Wetters zusammen mit ber Spätern
te reif würbe. Um ben Ueber fluß zu
zu verringern, hat die Regierung so
gar die Steuern aus Pflaumenschnaps
herabgesetzt in der Hoffnung, daß
mehr verkauft wird und die Hersteller
mehr Pflaume« saufen.
neue
Das kommuni'mche Parteiorgan
..Neues Teutschland" teilte neue Maß
nahmen zur Säuberung aller Range
der Partei von oben bis unten von
„reaktionären und feindlichen Ele-
Baghdad, Irak. Schah Moham
med Reza PaHlevi erklärte liier bei
seiner Ankunft aus Rom. der frühere
Premier Mossadegh sei ein „schlechter
Mann" und fuhrt fort:
„Tic Verbrechet! Mossadeghs sind
die schlimmsten, für die eine Person
zur Verantwortung gezogen werden
kann. Widerstand gegen die Regie
rung ist unttT unserer Verfassung
das schwerste Verbredieit. Tas trifft
vollkommen ans Mossadegh zu. der
nur eines anstrebte: Macht mit jeden
Preis. Um das Ziel zu erreichen, war
er bereit, das iranische Volk zu ov
fern, und es wäre ihm fast gelungen.
Goitieibanf hat ihn mein Volk
schließlich durchschaut."
Auch kündigte der Schah, der in
Teheran setzt ankam, an, das erste
woraus er bestehen werde, werde sein,
„daß alle Verräter bestraft werden."
Er sagte, er werde eine Regierung
bilden, die alle Anregungen des mut
en Premiers Fazollah Zahedi in Er
wägmtg ziehen wird, und dann werde
er mit den Botschaftern in Teheran
konferieren.
Mossadeqß i» Haft
Der alte Mossadegh, der sich dem
Ungenügender Regenfall verursach
te Härten und Gefahren für die Ern
ten in verschiedenen Teilen Ohio-.
Springfield leidet unter Wasserman
gel. In (folmubiaust Eounii) leidet
die Maisernte, wenn es nicht bald
regnet. Auch die Kartoffelernte dürfte
dort mangelhast aussallen. Pfirsiche
reisen zu schnell. Steubenville berich
tete kritischen Wassermangel tm na
hen Wintersville.
Bergungsarbeiter auf Griechen
land? verheerten Jonischen Inseln
berichteten, daß weitere schwere Be
ben die Inseln erschütterten. Vor ei
niger Zeit waren dort 130,000 Men
schen durch Erdbeben obdachlas ge
macht worden.
Offizielles Organ
fctS. S"*sl-8erlteWS ml
bef SieflctBmibtS
Wf Siebe»bSrster Sachse»
»es Amerika
«ab T. G. I. «.
Grotewohl berichtet
von „Sowiet-Freundschaft
Sie allein soll Kreml veranlasst haben, ZugesUssd*
nisse fuer Ostdeutschland zu machen.
Unterdessen soll aber neue Saeuberungswelle mit
Verhaftungen in Sowietzone im Gang sein.
Berlin. Ter ostdeutsche Premier
Grotewohl berichtete seinem komntu
ni!tischen
Parlament nach seiner Rück,
kehr aus iWvfmt, die neuen 'Zuge
ständnisse Rußlands für die Sowiet^
Zone seien
aus reiner Freundschaft
für das Volk gemacht worden. Er
forderte den Westen auf, gleiche Kon
zessionen wie der Streml zu machen.
Gleichzeitig berichteten aber Quellen
des Westens ciite
Welle von
Perhaftungen von Fabrikarbeitern,
welche für die Empörung vom 17.
Juni verantwortlich gemacht werden.
Grotewohl gab seinem Parlament
einen lleberblicf über die vom Kreml
bekannt gegebenen Konzessionen und
fragte dann, wann wohl der westdeut
sche Bundeskanzler Tr. Adenauer et
was ähnliches von bett Amerikanern
verlangen werde. Es wäre sehr schön,
wettn die Vereinigten Staaten ihre
A nNvort recht bald gäben, wenn mög
lich vor den westdeutschen Wahlen am
6. September.
Grotewohl unterließ, seinem Par
lament zu sagen, das die Westmächte
schon vor Jahren die deutschen Kriegs,
gefangenen ltatiihame entließen, die
Erhebung von Reparationszahlungen
einstellten, und keine dent'che Fabi
fen beschlagnahmten, um sie jetjt zu
rückgeben zu können. Tie Aeußerun
gen Grotewohls unterstrichen den
Eindruck, das die sowietkonZessionen
den Zweck Haben sollen, die westdeut
schen Wähler zn verwirren und zu
veranlassen, daß sie angesichts des Kö
ders der Einung Dr. Adenauer fal
len lassen.
lind während Grotewohl sprach
war die kommunistische Geheimpolizei
angeblich wieder mit citier neuen
Säuberung beschäftigt. In Stahlwer
ken bei Potsdam und in den Buna
werfen wurden mindestens 67 33er=
Haftungen gezähâ ~y
w
meittcit" mit. Tie Frage werde an die
Mitglieder gestellt: „Was hast Tu am
17. Juni getan?" Jene, die itch den
streifern anschlössen oder pernio bei.
feite standen, sollen als „Kapitulait
ten" verurteilt werden. Tiefe offen
bare Mischung von Köder und Peit
sche soll vermutlich dazu dienen, den
Halt des Regimes unter den Hütt*
gernden und empörten Massen zu
stärken und die westdeutschen Wahlen
zu beeinflussen.
Ter ostdeutsche Premier Verla 5
Namen und Lage von 83 von den
sowiets inkorporierten Fabriken und
Werken, welche nach dem 1. Januar
der ostdeutschen Negierung übertra
gen werden sollen. Es fehlte die Wis
mitth A. G., Tecfname für die groß?
Urangrube in Ane, wo die Nitfien feit
Iahren Tausende von Zwangsarbei
tern hinter Stacheldraht arbeiten las
sen. Tie Firma soll in Zukunft ai*
gemeinsames deutsch.russisches 11
iv
tecnehmen betrieben werden.
Ein Glanzstueck der
polnischen Propaganda
Berlin. Tie jetzt in Stettin er
scheinende Zeitung „Glos Szczecins"
bemüht sich in ihrer Beilage „Zticie
Knlturn" der neu angesiedelten voliti
utieit Bevölkerung die Geschichte de?
Stadt im polnischen Sinne beizubrin,
gen.
In einem einzigen dieser Tage er
schienen Aussatz finden sich Behaup
tungen, daß „unter deutscher Herr
schaft der Hafen Stettins verfiel",
die „Haienindnstrie herabgemtrtfchar"«
tet wurde" und „die Wirtschaft des
Gebiete-:- verkam."
Stettin, das bekanntlich der ..Aa
sen Berlins" war, sei „Stiefkind des
Reiches gewi'fh. wenig loffi'èm
Zusammenhang mit dieser Schild'.',
ntng beißt es in demselben Aiiffay.
daß matt seitens des Reiches bestrebt
gewesen sei. im Stettiner Gebiet „das
TentWuiu zu stärken."
Der Schah will scharfe Rache
an Mossadegh uehen
netten" Premier im Oft'iziers-Klub er
geben hat. befindet sich in Haft. Cr*
war ein schneller Wechsel. Vor weni
gen Tagen Hatte er Zahedi in die
Flucht und den Schah mit seiner Ge
mahlin ins Eril getrieben, und dann
kam der Putsch der Armee, der 300
Menschenleben gekostet und der Herr«
fchaft Mossadeghs ein Ende gemacht
hat.
vsit Teheran herrscht noch Span
nung, aber die Truppen haben die
^agc in der Hand. Ueberall wurde
die Nationalflagge für die Rückkehr
des Schahs gehißt, und an den Mau
ern lieht man Plakate mit einem
Willkommengruß an den Schab.
Ter Schah scheint seine Zuversicht
wieder gewonnen zu haben. Den Di
vlomaten, die ihn nach seiner Flucht
ignoriert haben, geht er geflissentlich
aus dem Weg. Auel« gab er der Hoff»
ttuttg Ausdruck, daß er seinem Land
wieder Frieden. Ordnung und Sta
bilität verschaffen kamt.
Ten Reportern sagte er: „Manch,
mal wird man zum Kamps gezwun.
gen, aber ich möchte Ihnen sagen, dan
e§ in der Zukunft in meinem Lanb
nur Freundschaft und Brüderschaft
geben wird."
Buntes Allerlei in Kuerze
Die Countykommissare beschlossen,
der Wählerschaft im November die
Frage einer Bondausgabe von $4,»
100,000 für Bau eines County-Ver
waltungsgebäudes und einer $35,*
000,000 Bondausgabe für eine Un
tergrundbahn in Elevelands Unter
stadt vorzulegen. Ein bürgerliches
Beratungskomitee unterstützte den
Plan der Untergrundbahn.
X!eroo Holzman, der in New Cr
leans wegen Bigamie zu zwei Iahren
Zuchthaus verurteilt wurde, bemit
leidet seine „Frauen". Er sagte, sie
alle seien nette Tatnen, und sie hätten
genug Beschämung und Verlegenheit
erlitten. Holzman hatte gestanden,
sechs Frauen geheiratet zu haben, aber
nur von der ersten geschieden gewesen
zu fem.
Mildred McTonöfTt, ?5. ans So«
merville, Mass., wurde in fiero Dork
in Zusammenhang mit der Erittor»
dung der 14 Jahre alten D^ary Di
Nocco, ebenfalls von Sornerville. fest*
genommen. Tie McTuiiald war in
dem Ti Rocco Haus gewesen, bfltoc
die Leiche des Mädchen? gefunden
U'urde, und sie hatte dessen Bntdee
als Freund gehabt, bevor dieser im
Frühjahr ein anderes Mädchen heira
tete.
Politiker des britischen Gewerk»
schaftskongresses empfahlen vorsichtig
fles und langsames Vorgehen bei roetik
terer Verstaatlichung ber Jndustrit
beS Lanbes. Die Empfehlungen werf.,
bett nächsten Monat ber KonventioM
tztzrgelegt werbe».

E S O N U N
Sonntag, den 6. September
Montag, den 7. September
J. W. Gottschling, Fest-Praesident,
Mrs. J.' T.'Melzer, Fest Sekretaerin.
20. 27, 3.
Journal) e v e a n o o n n e s a e n 2 7 A u u s 1 9 5 3

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