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Abendblatt der Illinois Staats-zeitung. [volume] (Chicago, Ill.) 1891-1894, April 17, 1893, Image 1

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46. Jahrgang.—Mo. 19.
Tekegrapüiscüe Depefcken.
Uebevvlick.
Der Earl von Aberdeen zum General
statthalter von Kanada ernannt.
Die Stimmung auf Hawaii dem An
schluß an die Ver. Staaten angeblich feindlich.
Die Parade am 28. April. 3000 See
leute zu derselben befohlen.
Der Erfolg der Beobachtung der Son
nenfinsterniß in Chile ein vollständiger.
ln der chilenischen Hauptstadt sind die
Unruhen einstweilen unterdrückt.
Der kranke Er-Präsident Gonzalez von
Mexiko auf der Besserung.
Der „amerikanische Sabbath" wird in
der Nähe von St. Louis» durch eine Preis
klopserei mit daraufjolgender allgemeiner
Keilerei gefeiert.
Die griechische Insel Zante von einem
furchtbaren Erdbeben verwüstet. Die Stadt
Zante znm größten Theil zerstört. Hnuderte
verwundet und todt aus den Trümmern ge
zogen.
Die serbischen Er-Regenten nnd Minister
mit der Beschlagnahme ihres Vermögens
bedroht.
Einer der Gründer der New Jorker
Staats-Zeitung, Philipp Opp, in Brooklyn
gestorben.
Die serbischen Liberalen regen sich bereits.
Manifest derselben, in welchem der neue Mi
nisterpräsident Dokitsch als das Karnickel be
zeichnet wird.
Nacht-Telegrnnrnre.
König Alexander I. von Serbien ist
don seinen Kollegen zur Ergreifung der
Zügel der Regierung beglückwünscht wor
den. Die russische Presse ist besonders
überschwänglich im Lobe des jugendlichen
Herrschers, nur der „Nowosti" billigt den
vom König gethanen Schritt nicht.
ln Rom wurde am Samstag Abend
Verdi's „Fallstaff" zum ersten Male aufge
führt, und war der Meister der Gegenstand
einer großartigen Ovation. König Hum
bert lud nach dem zweiten Akte Verdi in
feine Loge ein, wo er den Komponisten bei
der Hand nahm und an die Brüstung führte.
Rauschender Jubel begrüßte den Meister
und „Lang lebe Verdi!" brauste es durch
die Räume des Theaters. Als das Theater
aus war, folgte die Menge der Kutsche
Verdi's bis nach dem Hotel unter fortwäh
renden Rufen: „Es lebe Verdi!" Die
Stadtbehörden haben ihm das Ehrenbür
gerrecht angeboren und beschlossen, eme
Straße nach ihm zu nennen.
Paul Neumann und Prinz David
Kawananakoa, die Gesandten der entthron
ten Königin, W. R. Castle, einer der
Hawaii'schen Commissüre, Harold Sewell,
der frühere amerikanische Generalconsul
auf Samoa, sind, Nachrichten von Hono
lulu zufolge, am 7. ds. dort wieder ange-
Lommen. Neumann und Prinz David
wurden von einer Delegation empfangen
und in einem königlichen Wagen zu Liliuo
kalani gefahren, wo sie über den Erfolg
ihrer Sendung nach Washington Bericht
abstatteten.
Der gestrige Sonntag ist kn Belgien
sehr unruhig verlaufen. Die Ausstände
mehren sich und die Streiter werden mit
jedem Tage gewaltthätiger. In Brüssel
fand Nachmittags eine von Taufenden von
Arbeitern besuchte Versammlung im Freien
statt, um gegen die Bekanntmachung des
Bürgermeisters Buls, welche öffentliche
Kundgebungen zu Gunsten des allgemei
nen Wahlrechts verbot, Verwahrung ein
zulegen. Dieselbe wurde von der Polizei
gesprengt. Als Bürgermeister Buls sich dann
später in der Louisenstraße auf dem Heim
wege befand, begegneten ihm ungefähr 200
Sozialisten, die von der Versammlung zu
rückkehrten. Sie schrieen und rempelten
ihn an, ließen ihn aber seiner Wege gehen.
Nachdem er etwa 50 Schritte weitergegan
gen war, kamen ihm drei Männer nachge
sprungen und einer davon versetzte ihm mit
einem Stock einen heftigen Schlag auf den
Kopf. Als Buls sich umdrehte, erhielt er
einen zweiten Schlag in den Nacken. Blu
tend und bewußtlos stürzte er auf das
Pflaster. Ein Bewohner der Louisenstraße,
der den ersten Angriff gesehen hatte und
sofort nach der Polizei gelaufen war, kehrte
gerade mit derselben zurück, als der
Bürgermeister niedergeschlagen worden war.
Die Polizei griff die Sozialisten an und
trieb sie nach zehn Minuten langem Kampfe
zurück. Buls war noch bewußtlos, als er
nach Hause gebracht wurde. Gegen Abend
erlangte er das Bewußtsein wieder und wird
vielleicht in etlichen Tagen wieder imStande
sein, seinen Geschäften nachzugehen.
—ln Milwaukee ist gestern früh das
Stadtlheater, das ehemalige Nunnemacher
'sche Opernhaus am Marktplatz vom Feuer
in Höhe von 5000 Dollars beschädigt wor
den. Am meisten hat dabei die erst ganz
neu eingerichtete Speisewirthschaft gelitten.
Zn Santiago herrscht Ruhe und
Ordnung.
Dortige Amerikaner beklagen sich
bei dem Präsidenten Eleveland
Heber den Gesandten Egan.
Valparaiso, 17. April.
In Santiago ist die Ruhe und Ordnung
Wieder hergestellt. Es ist eine genaue Unter
suchung über die Explosion in der Corsa de
Mada vorgenommen worden, welche eine
gewaltige Aufregung verursacht halte, da
allgemein geglaubt wurde, daß dieselbe durch
Dynamit veranlaßt worden sei. Die Unter
suchung hat jedoch ergeben, daß es eine ein
fache Gasexplosion war.
Der hiesige „Heraldo" sagt, daß hier und
in Santago ansässige Amerikaner folgende
Kabeldepesche an den Präsidenten Cleve
land abgesandt haben: „Der Gesandte Egan
beherbergt Verbrecher im amerikanischen
Gesandtschaftsgebüude und entehrt das
Land. Augenscheinlich wünscht er ein
Zerwürfniß zwischen den Ver. Staaten
Chile herbeizuführen."
Der Präsident Montt wird wahrscheinlich
heute die Resignation der Mitglieder des
Cabinets annehmen, und Leidoro Erragueriz
Wird voraussichtlich mit der Bildung eines
»euen Cabinets betraut werden.
Die Insel Zante
Von einem furchtbaren Erdbeben
heimgesucht.
Die Stadt Zante fast gänzlich
zerstört.
Eine große Anzahl von Personen
umgekommen.
Da» GrdUeven van Dras. Fakt» var
arrsgesast.
Athen, 17. April.
Die Insel Zante, eine der bedeutendsten
der jonischen Inseln, wurde heute früh von
einem furchtbaren Erdbeben, das einen
großen Verlust an Leben und Eigenthum
verursachte, heimgesucht. Der Erdstoß
machte sich augenscheinlich am heftigsten in
der Stadt Zante fühlbar; dieselbe liegt fast
zur Hälfte in Trümmern. Der Bevölke
rung hat sich eine fürchterliche Panik be
mächtigt, und die Behörden sind völlig hüls
los. Die Straßen sind durch Trümmer
aller Art unpassirbar gemacht.
Im Laufe des Vormittags sind bereits
die Leichen von zwanzig Personen unter
den LTrümmern hervorgezogen worden;
und es werden noch eine große Anzahl Per
sonen vermißt, die unzweifelhaft ebenfalls
umgekommen sind. Die Zahl der verletz
ten Personen beläuft sich in die Hunderte.
Es herrscht eine greuliche Verwirrung und
die Nachsuchungen nach Todten und Ver
wundeten gehen unter großen Schwierig
keiten vor sich. Die meisten der über
lebenden Bewohner haben sich aus
Furcht vor einer neuen Erderschütterung aus
die hinter der Stadt belegene Ebene ge
flüchtet. Der Jammer der armen Leute,
welche nicht nur viele theuere Angehörige,
sondern auch ihr gesammtes Hab und Gut
verloren haben, ist grenzenlos.
Die Stadt bietet ein grauenhaftes Bild
der Zerstörung, und es ist wenig wahr
scheinlich, daß sie sich je wieder von den
zahlreichen Unglückssüllen der letzten drei
Monate völlig erholen wird. Der obdach
losen Bevölkerung stehen schwere Leiden
bevor, zu deren Linderung die Staatshülse
nie und nimmer ausreichen wird; doch ist
zu hoffen, daß den Unglücklichen auch von
Außen her rasche Hülse zu Theil wird.
Der Erdstoß ereignete sich genau um Z 7
Uhr diesen Morgen. Die meisten Gebäude,
welche die im Februar und Mürz stattgehab
ten Erdstöße überstanden hatten, sielen
diesmal entweder ganz in Trümmer oder
sind so baufällig geworden, daß sie nicht
mehr bewohnbar sind und völlig neu gebaut
werden müssen. Die Kirche zum hl. Dio
nysius und das Regierungsgebäude sind
ebenfalls eingestürzt.
Die allmälig aus dem Innern eintreffen
den Nachrichten lassen keinen Zweifel daran
übrig, daß die von dem Erdbeben angerich
tete Verwüstung sich über alle Theile der
Insel erstreckt. Ganze Dörfer sind zerstört
und der Verlust an Menschenleben und
Eigenthum erschreckend groß. Die ganze
Ausdehnung des entsetzlichen Unglückes
läßt sich zur Stunde noch gar nicht er
messen.
Vom Piraeus werden noch im Laufe des
heutigen Tages Kriegsschiffe mit Lebens
mitteln, Kleidungsstücken, Arzneimitteln
und Zetteln für die bedauernswerlhen Be
wohner der Insel Zante abgehen.
Die Insel Zante ist nächst Cerigo die
südlichste der sieben größeren jonischen In
seln, liegt der Nordwestspitze von Morea
gegenüber und umfaßt 7.95 Quadratmeilen
mit etwa 50,000 Einwobncr. Die Insel,
wegen ihrer Schönheit von den Italienern
dießlume der Levante genanntest vulkanisch,
dem Erdbeben sehr ausgesetzt, imOstez: flach,
im Westen und Norden aber durch eine Kette
von Kalksteinbergen gebirgig. Die gleich
namige Hauptstadt, auf der Ostküste amphi
theatralisch an einem Hügel gelegen, dessen
Gipfel die von den Venezianern erbaute
Citatelle krönt, hat lebhaften Handel und
Schifffahrt und gegen 20,000 Einwohner.
Einer der Gründer der „New tzoker
Staatszeitung" gestorben.
Seine Lrau folgt ihm binnen wenigen Stun
den im Tode nach.
New Jork, 17. April.
Am Samstag Nachmittag starb Philipp
Opp in seinem 78. Jahre in No. 47 Deca
tur Straße in Brooklyn an der Lungen
entzündung. Seine Frau, Margarethe,
folgte ihm vierundzwanzig Stunden später
im Tode nach.
Der Verstorbene war in Deutschland ge
boren, und kam im Jahre 1838 nach
Amerika. Im Jahre 1847 gründete er
mit mehreren Geschäftsfreunden die „New
Aorker Staatszeitung" und hatte bis vor
zwölf Jahren einen Antheil an der Zei
tung, zu welcher Zeit er sich vom Geschäft
zurückzog.
Sein Tod übte auf seine 81jührige Frau
einen so gewaltigen Eindruck aus, daß auch
sie innerhalb weniger Stunden dem Tode
erlag. Das Ehepaar war 57 Jahre lang
verheirathet gewesen.
Die Liberalen machen den Versuch
Die Bevölkerung gegen die Regierung auf
zureizen.
Belgrad, 17. April.
Die allgemeine Ruhe und Billigung,
mit welcher der Staatsstreich des Königs
Alexander begrüßt wurde, ist bereits einiger
maßen gestört worden. Die Liberalen haben
seit dem Donnerstag Abend Muth gefaßt,
und bemühen sich jetzt die Bevölkerung gegen
die Regierung aufzureizen. Sie haben ein
Manifest erlassen, worin sie das neue Mini
sterium, welches von: König Alexander er
nannt wurde, beschuldigen, widerrechtlich
die Macht an sich gerissen zu haben, und den
König mit Verletzung der Verfassu'Lg und
und der Gesetze Serbiens zu dem Staats
streich verführt zu haben. Die Liberalen
erklären, daß sie sich auf die Rechte des Vol
kes stützen, welche durch die angebliche
Usurpation der Gewalt verletzt und bei
Seite gesetzt wurden.
Aus Berlin.
Eaprivi's Nerven angegriffen.
Der Kaiser nach Kiel.
Hannover, 17. April.
Ober-Präsident von Bennigsen bezeichnet
das Gerücht von seinem bevorstehenden
Rücktritt als gänzlich unbegründet. Es
war nämlich behauptet worden, er werde
das Ober-Präsidium der Provinz Han
nover niederlcgen, weil Kanzler von °Ca
privi sich weigere, auf das der Regierung
angebotene Compromiß einzugehen.
Kanzler Caprivi wird während des Mo
nats Juni in Karlsbad die Kur gebrauchen,
um seine angegriffene Gesundheit wieder
herzustellen. Die Heeresvorlage hat seine
Nerven stark angegriffen. Es heißt jetzt,
die Centrumsleute würden bei der Abstim
mung der Vorlage ihren persönlichen Nei
gungen folgen und sich nicht untereinander
binden.
Wilhelm begab sich gestern nach Swine
münde. Von dort aus fuhr er heute früh
um 3 Uhr per Dampfer nach Kiel ab, um
eine Jnspizirung des Nordostsee-Kanals
vorzunehmen. Unmittelbar nach seiner
Rückkehr tritt er mit seiner Gemahlin die
Reise nach Rom an, zur silbernen Hochzeits
feier des italienischen Königspaares. Auf
der Rückreise von dorten werden sie am 6.
Mai in Wien eintressen, und drei Tage
lang Gäste des Kaisers von Oesterreich im
Schlosse zu Schönbrunn sein. . Zu ihren
Ehren soll eine Reihe glänzender Hoffest
lichkeiten in Wien veranstaltet werden.
Der Aufstand in Brasilien.
Die Regierungs-Truppen bedeutend verstärkt.
RiodeJaneiro, 17. April.
Von Artigas wird gemeldet, daß General
Sora Iva die Anhänger Caftilho's in die
Flucht geschlagen hat. Der General Pin
teiro befindet sich auf dem Marsch, um die
Truppen an der Grenze von Uruguay zu
verstärken. Die Flotte soll nach Tuaralo
gesandt werden, um die dortigen Revo
lutionäre anzugreifen. Die Negierungs
truppen haben die Verbindung zwischen
Salto und Rio Grande zerstört. Gen.
Mohok ist mit 600 Mann Verstärkung in
Artigas angekommen. In Catamasca
haben kleine Gefechte stattgefunden.
Massenvergiftung in einem Hotel.
wahrscheinlich die Rache entlassener Köche.
New Jork, 17. April.
Der Correspondent des „Herald" in Los
Andes, Argentinien, telegraphirt, daß in
dem dortigen Hotel Bolsa zwanzig Perso
nen vergiftet wurden. Zwei derselben sind
bereits gestorben. Es wird angenommen,
daß entlassene Köche das Gift in Speisen
gemischt haben.
Eine wunderbare columbische Glocke
wird in Troy, N. H., gegossen.
Bennington, Vt., 17. April.
Die columbische Glocke, welche in einigen
Tagen in Trotz, N. 1., gegossen werden
wird, wird eine der eigenthümlichsten
Schöpfungen der Neuzeit sein. Dieselbe
wird nämlich gänzlich aus geschichtlichen
Andenken, welche die Hauptereignisse in
der Landesgeschichte in's Gedüchlniß zurück
rufen, hergestellt werden. Seit längerer
Zeit hat der Glockengießer Menelli aus
allen Theilen des Landes Material für die
Glocke erhalten. Gold- und Silbermünzcn,
alte historische Säbel und Pistolen, Silber
sachen aus der Revolutionszeit, und andere
Kriegsandenken aller Art sind in der Gie
ßerei eingetroffen, und der Werth aller
dieser eingesandten Gegenstände ist gar nicht
nicht zu berechnen. Die Sammlung würde
ein ziemlich geräumiges Museum füllen.
Unter den cingesandtcn Gegenständen be
findet sich auch ein kupferner Kessel, der von
einem indianischen Kupferschmiede ausge
hämmert wurde, welcher seine Kunst auf
diesem Continent betrieb, als noch Nie
mand daran dachte, daß jemals ein Ko
lumbus Amerika entdecken würde. Dieses
historische Andenken wurde vom Gouver
neur Prince von Neu Mexiko gestiftet.
Sobald der Guß der Glocke vollendet ist,
wird dieselbe nach der Weltausstellung ge
schickt werden. Später soll sie in allen grö
ßeren Städten des Landes ausgestellt wer
den.
Der argentinische Eongreß
wird am f. Mai zusammentreten.
Buenos Ay re s, 17. April.
Der Kongreß wird am 1. Mai zusam
mentretcn. Gen.Roca ist in der Haupt
stadt eingetroffen und wird versuchen, eine
Beilegung der Zerwürfnisse in CatamoSca
herbcizuführen. Sämmtliche Cordilleren-
Pässe sind durch Schnee unpassirbar ge
macht.
Selbstmord eines Wittwers.
weil ihn seine.Tochter verhaften lassen wollte.
Cincinnati, 17. April.
Der in Swechwine, einige Meilen von
hier am Fluß wohnende 60jährige Schmid
William Baily hat sich heute, nachdem er
sich mit seiner 17jährigen Tochter gezankt
hatte, erschossen. Er war Witlwer mit elf
Kindern. Die Tochter hatte einen Haft
beseht gegen ihren Vater erwirkt und als
der letztere denConstabler herankommen sah,
nahm er seine Schrvtflintc, und jagte sich
die Ladung derselben durch den Kopf.
Büsten sich zur Abreise.
Washington, 17. April.
James E. Real aus Hamilton und
Claude Mccker, welche kürzlich von: Präsi
deuten zum Generalkonsul in Liverpool
bezw. in Bradford ernannt wurden, wer
den sich am t. Mai in Waftnngton eiu
stellen, um ihre Jiifiruktioncn entgegen;,n
nehmen um sich alsdann mit dem Dampfer
„Campania" in New Jork nach England
einznschiffen.
Chioago» Montag» 17. ApvU 1893.
Ein allgemeiner Streik noch
zweifelhaft.
Eine große Berathung auf heute
Abend angesagt,
Welcher Abgeordnete aus dem ganzen Reiche
beiwohnen werden.
London, 17. April.
Der Erfolg der Umtriebe eines allge
meinen Streikes der Dockarbeiter und
anderer bei dem Schissswescn beschäftigten
Arbeiter zur Unterstützung der streikenden
Dockarbeiter in Hüll ist bis jetzt noch
zweifelhaft. Unter den Führern der Be
wegung besteht über die Räthlichkeit der
selben eine bedeutende Meinungsverschiede
nheit, und wenn keine Wahrscheinlichkeit vor
liegt, daß der Streik den Arbeiterverbänden
nicht von Nutzen ist, so wird ein allge
meiner Streik nicht angeorvnet werden.
Die Entscheidung darüber hängt von der
Berathung ab, Welche heute Abend in der
Stadt abgehalten wird. Es werden sich zu
derselben Abgeordnete aus allen Theilcn
des britischen Reiches einsinden. Die Dock
arbeiter in London werden sich der Entschei
dung ihrer Führer fügen und den Beschluß
der heutigen Berathung abwarten. Die
Unionisten sind einem allgemeinen Streik
überhaupt abgeneigt und die Schiffsladers-
Union hat sich entschieden geweigert, an der
Bewegung theilzunehmen und wird auch bei
der heute Abend stattfindenden Berathung
nicht vertreten sein.
Ein Zusatz zur „Home Rule Bill"
geplant.
Der aber schwerlich von Gladstone angenom
men werden wird.
London, 17. April.
Betreffs der „Home Rule Bill" wurde
heute bekannt, daß, sobald dieselbe so weit
gefördert sein werde, daß sie an den Aus
schuß gehen solle, eine große Anzahl von
Radikalen einen Vorschlag befürworren
wollen, wonach die Counties Londonderry,
Chetrien, Down und Arnagh in der Pro
vinz Ulster unter der Kontrolle der Re
gierung bleiben sollen, da dies die Counties
sind, in denen das unionistische Element
anr stärksten vertreten und der Widerstand
gegen die „Home Rule" am ausgesprochen
sten fit. Es ist zweifelhaft, ob sich Glad
stone diesem Plane geneigt zeigen wird,
selbst wenn derselbe von irländischen Na
tionalisten befürwortet werden sollte, denn
der Vorschlag bedeutet eine Theilung von
Irland, und die unter der „Home Rule"
geschaffene irländische Gesetzgebung würde
nur einen Theil des Landes vertreten.
Gesteht auf dem Todtenbette,
Daß er ein Brudermörder sei.
Lima, 0., 17. April.
Vor mehreren Jahren wurde John
Sigler von Osceola im oberen Stockwerk
eines allen Hauses mit durchschnittener
Kehle aufgefunden; ihm zur Seite lag ein
Messer. Das Gebäude, in welchen: die
Leiche gesunden wurde, wurde zur Lagerung
von Vichfutter benutzt und nur selten von
Jemand betreten. So kam es, daß die
Leiche erst nach sechs Wochen dort entdeckt
wurde. Der Wahrspruch der Geschworenen
lautete auf Selbstmord. Gestern endlich
machte ein Bruder des angeblichen Selbst
mörders aus dem Sterbebette das Ge
ständniß, daß er seinen Bruder ermordet
habe.
Unter den günstigsten Bedingungen
Findet die Beobachtung der totalen Sonnen
finsternis; statt.
Valparaiso, Chile, 17. April.
In Nina Aris, der Station des Howard
College, wurde» heute Beobachtungen der
totalen Sonnenfinfterniß gemacht. Das
Wetter war während der ganzen Zeit klar
und der Himmel vollständig wolkenlos.
Die-Resultate der Beobachtung werden im
höchsten Grade interessant sein, da dieselben
unter den möglichst besten Bedingungen
stattfand.
Die englischen Schiffsrheder be
schließen einstimmig
Gegen die Arbeiterverbände Front zu machen.
London, 17. April.
Bei der heutigen Versammlung der
Schiffsrheder von London und anderen
Häfen, über den Streik der Dockarbciter in
Hüll, wurde über den Verband der Dock
arbeiter in Liverpool betreffs der Mitthei
lung, daß wenn die Forderungen der Dock
arbeiter nicht gewährt werden würden, ein
Streik erfolgen würde, und über das allge
meine Verhalten der Arbeiter dem Schiss
sahrtSinteresse gegenüber, beralhen. Die
Rheder beschlossen einmüthig gegen die
Gewaltmaßregeln der Arbeiter Front zu
nehmen, ob dieselben nun ihre Vorschriften
durch einen allgemeinen Streik, oder durch
einzelne Streiks zu erzwingen beabsichtigen.
Die Redner tadelten mit scharfen Worten
die Arbeiterverbände wegen ihrer Einmi
schung in freie Arbeit und in Handels
sachen. Das Land, so erklärten dieselben,
sollte sich die Diktatur einer Minderheit
in Angelegenheiten des Betriebes seines
Verkehrs und Handels nicht gefallen lassen.
Es wurde darauf hingewiesen, daß alle
Mitglieder der Arbeiterverbäude in dem
vereinigten Königreich, von dreizehn Mil
lionen Arbeitern noch keine achthundert
tansend Mann stark seien, und daß die
übrigen Arbeiter der dreizehn Millionen
keinem Verbände angehörten.
Sechsjähriger Zunge ertrunken.
Lake Linden, Mich., 17. April.
Gestern Abend ging der sechsjährige
Sohn von Abron Michaels«« ans dem
Hanse weg und wurde heute Morgen im
Calumet Damm ertrunken aufgesunden.
Schilderung der Lage in Honolulu
Vonlemandem, der sie genau kennt.
Die Eingeborenen entschieden.gegen die An
qliederung an die Der. Staaten.
New Jork, 17. April.
In einer von Honolulu am 8. April da
tieren Depesche an den hiesigen Herald sagt
Charles Nordhoss, ein früherer Beamter
der Königin Liliuokalani: „Ich sah in
San Francisco upd an Bord des nach hier
abgehenden Dampfers eine Anzahl von
alten und neuen Bekannten; Leute, die
theils die provisorische Regierung, theils
die Annexion, theils auch das Fortbestehen
der alten Zustände begünstigten. Alle aber
gaben ohne irgendwelchen Rückhalt zu, daß
die Eingeborenen, 40,000 an der Zahl,
sämmtlich volljährig, des Lesens und Schre
ibens kundig und von amerikanischen Mis
sionären erzogen, von einer Angliederung
an die Ver. Staaten nichts wissen wollen.
Ich wünsche diese Thatsache, welche von
allen Freunden der Annexion zugestanden
wird, zu betonen, daß die Eingeborenen
einstimmig und auf das entschiedenste einer
Angliederung abgeneigt sind. Diesen 40,-
000 Eingeborenen stehen 1926 Amerikaner,
Männer, Frauen und Kinder gegenüber,
die fast sämmtlich angegliedert sein wollen.
Die Hauptschreier nach Annexion sind die
Chefs der provisorischen Regierung."
Herr Nordhoff sagt ferner: „Die jetzige
Lage ist folgende: Die provisorische Regie
rung besteht noch, verliert aber von Tag zu
Tag Anhänger. Dieselbe hält« schon lange
beseitigt werden können; aber es ist die
Politik der eingeborenen Führer und ihrer
amerikanischen Nathgeber, die Sache nicht
zu überstürzen, sondern zu warten. Die
Hoffnung der Führer der provisorischen
Regierung liegt nur unter Anglicderung.
Sie wissen und gestehen es auch ein, daß sie
ihre Unabhängigkeit nicht aufrecht erhalten
können, und daß sich eine Abstimmung so
fort dagegen erklären würde, nicht allein
eine Abstimmung unter den Eingeborenen,
sondern auch unter einer beträchtlichen An
zahl von Amerikanern und anderer Aus
wärtigen. Der Eindruck, den ein scharfer
Beobachter gewinnt, ist, daß sich die provi
sorische Regierung in der Lage des Mannes
befindet, der einen Büren an den Tatzen
festhält und nicht weiß, wie er ihn ohne
Hülse loslassen soll. Die Herren würden
die Regierung niederlegen, wissen aber nicht,
wie sie dies anfangen sollen. Durch den
Einfluß der Königin wird die Bevölkerung
in Ruhe gehalten, und wartet aus eine Ent
scheidung des Präsidenten Cleveland, welche
ihrer Annahme nach eine gerechte sein wird,
und durch welche die verfassungsmäßige
Regierung wieder eingesetzt werden wird.
Niemand, außer vielleicht einigen sehr
thörichten Leuten, fürchtet, daß außerhalb
Honolulus ernstliche Unruhen ausbrechcn
könnten und hier wäre dies nur möglich,
wenn das Volk durch die Annektion bis
auf's Aeußerste gereizt würde, wie dies von
einigen der wenigen unverständigen Leute
beabsichtigt zn werden scheint.
Herrliche Zustände.
Die Daly-McManus - „Preisklopfe
rei" in der Nähe von St. Louis
Endigt mit einer blutigen Keilerei zwischen
den Zuichauern.
St. Louis, 17. April.
Am Schlüsse der Daly-McManus-Preis
klopserci, welche gestern Nachmittag in einer
am Flusse unterhalb der Stadt belegenen
Ortschaft stattfand, kam es zwischen dem
zuschauenden Janhagel zu einer furchtbaren
Keilerei, wobei es eine Menge blutiger
Köpfe, blaue Augen und gebrochener Nasen
absetzte. Die Freunde McManus' beschul
digten nämlich die Gefolgschaft Daly's des
Betruges und der Bestechung. Der bei der
Prcisklopserei als „Unparteiischer" fungi
rcnde „Pros." Alce wurde batblodt geschla
gen, und soll denn auch zugestanden haben,
daß er McManus „hinausgezählt" Hütte.
Es gelang ihm schließlich, seinen Angrei
fern zu entwischen und sich auf ein Schlepp
boot zu retten, auf welchem er nach der
Stadt zurückkehrtc. Als das Dampsboot,
auf welchem der Janhagel die Heimfahrt
machte, am Landungsplätze anlangte, kam
es abermals zu einer Keilerei, wobei sich
das ganze Levoe-Gesindel, Männer, Weibs
leute und halbwüchsige Burschen ebenfalls
bctheiligle. Die Polizei trieb schließlich
den Pöbel mit derben Knüttelhieben in die
Flucht und es wurden zahlreiche Verhaftun
gen vorgenommen.
Falsche Gerüchte von einem Einfall
in Hayti.
Bevorstehende Zusammenkunft der Präsiden
ten der beiden Republiken.
PuertoPlata, San Domingo, )
17. April, s
Dem Gerüchte, daß Gen. Manigat auf
Turks Island Waffen und Munition an
sammle, um einen Angriff aus Hayti zu
machen, wird hier kein Glauben geschenkt.
Manigat befindet sich nahe Kingston, Ja
maica, und die 600 Gewehre, welche am
Donnerstag von New Jork in Monte
Christo gelandet wurden, waren für den
Präsidenten Heureux von Santo Domingo
bestimmt. Der Präsident Hippolyte von
Hayti wird mit seinem Collegen von Santo
Domingo an der Grenze der letzteren Re
publik eine Zusammenkunft haben.
Stahl für seine kranke Frau.
So sagt ein mit tausend Dollars durchgebrann
ter Politiker.
Sioux City, lowa, 17. April.
R. A. Christ«, ein Politiker von Cor
rectionville, Ja., welcher stets für einen
wohlhabenden Geschäftsmann gehalten
wurde, hat sich unsichtbar gemacht, und mit
ibm sind HIOOO verschwunden, die ihm von
Freunden zur Bezahlung von Steuern an
bei traut worden waren. Ungefähr hundert
Personen werden dadurch beeinträchtigt.
Chrifty hat in einem zurückgelassencn Briese
crkart, daß er das Geld zur Verpflegung
,emer kranken Frau benutzt habe.
Gehörig in der Patsche.
Die serbische Regierung fordert von
den Ex-Regenten und Ministern
Die Zurückerstattung von unrechtmäßig ver
ausgabten Geldern.
Belgrad, 17. April.
Die abgesetzten Regenten Ristitsch und
Belimarkowitsch und sämmtliche Mitglieder
des gestürzten Ministeriums stecken in ge
hörigen Schwulitäten. Die neue Negie
rung fordert nämlich von denselben die Zu
rückerstattung von 2,400,000 Franken,
welche dieselben unrechtmäßiger Weise für
Spionagezwecke verausgabt haben sollen.
Voraussichtlich wird das Privateigenthum
der Betreffenden mit Beschlag belegt wer
den. Die Bevölkerung scheint das Vor
gehen der Regierung zu billigen.
Alle Mannschaften der Bnndesflotte
sollen an der großen Landparade
theilnehrnen,
welche Präsident Lleveland am 28. April
abnehmen wird.
New Jork, 17. April.
Der Flottpnminister Herbert hat den
Admiral Gherardi angewiesen, den Mann
schaften der amerikanischen Flotte die Er«
laubniß zu geben, an der großen Land
parade, welche der Präsident Cleveland am
28. April abnehmen wird, theilzunehmen.
Dadurch wird der Erfolg des Hauptereig
nisses der columbischen Feier gesichert. Der
Haupteinwand, welcher bisher dagegen
geltend gemacht wurde, war die den See
leuten dadurch gegebene Gelegenheit zum
Deserliren. Der jetzt darüber gefaßte Be
schluß wurde gestern von I. I. C. Clarke,
dem Vorsitzer des betreffenden Ausschusses,
amtlich zur Kenntniß des Flottenmiuisters
gebracht.
An der großen Parade werden fünf
tausend Seeleute theilnehmen, wodurch die
Zahl der Leute auf 15,000 anwächst, welche
von der 42. Straße nach der 5. Avenue, von
dort nach dem „Washington Square" und
den Broadway hinunter nach der City
Hall marschiren.
Die Lage in Nicaragua eine sehr
ernste.
Die Republik am Vorabend einer Revolution.
P anama, Colombia, 17. April.
Der Dampfer „Colon", welcher gestern
Abend hier ankam, brachte wenig Neuigkei
ten von Mittelamerika. Als der Dampfer
Annapolis verließ, befand sich Policarpo
Bonilla, der Führer der Aufständischen in
Honduras, noch im Besitz von Tegucigolpa.
Die Revolutionäre haben noch keinen end
gültigen Sieg davongetragen, und es finden
noch zahlreiche Gefechte statt. Während sich
der „Colon" in Annapolis befand, fand er
es schwierig, Arbeiter zu erhalten, da die
Regierung sämmtliche Dockarbeiter in die
Armee gepreßt hatte. Die Offiziere des
„Colon" sagen, daß die Lage in Nicaragua
eine sehr ernste sei, und daß eine Revolu
tion bevorsteht.
In Costa Rica hat der Diktator Ro
driguez die Gewalt noch in Händen; er
läßt sämmtliche Verdächtige aus das
Strengste überwachen und verstärkt seine
Armee, indem er die Bürger zwingt, in
dieselbe einzutreten.
Lüderliche Handhabung der Steuer
gesetze im Staate New York.
was die dortige „World" darüber sagt.
New York, 17. April.
Die „World" nimmt den kürzlich vom
„Herald" begonnenen, aber wieder aufge
gebenen Kamps über die Nichlinkrastsetzung
der Staats-Steuergesetze bei Körperschaften
heute Morgen wieder aus. Jenes Blatt
widmet der Art und Weise, wie die Eisen
bahnen und andere Körperschaften im
Staate ihrer Sleuerpflicht zu entgehen
suchen, sechs spalten, und behauptet, Paß
wenn die Gesetze ausgeführt würden, eine
hinlängliche Summe aus dieser Quelle
allein erzielt werden könnte, um alle
Staatsausgaben ohne Hülse anderer
Steuern zu decken. Aus dieser lüderlichen
Handhabung der Gesetze ziehen Eisenbahn
gesellschaften, Expreß-, Versicherungs- und
anderer Gesellschaften zum Nachtheile an
derer Steuerzahler ihren Vortheil.
Beitrag zur Geschichte des Eisen
bahnwesens.
Balti mor e, 17. April.
Major I. G. Pangborn giebt im Zu
sammenhänge mit der Ausstellung, welche
die Baltimore «L Ohio-Bahn zur Veran
schaulichung des Entwickelungsgangcs des
Eisenbahnwesens in der Welt in Chicago
veranstaltet, ein Prachtwerk heraus, das
über 100 Bilder in Farbendruck enthält, die
das allmähliche Entstehen der heutigen
Locomotive von ihren ersten Anfängen an
veranschaulichen. Es soll nur eine be
schränkte Anzahl dieser Bücher gedruckt
werden, die zur Vertheilung an die Herr
scher der hervorragenden Staaten des Aus
landes, die Chefs der Ausstellungscom
missionen und die Häupter der Eisenbahn
gesellschaslen im In- und Auslande be
stimmt ist.
Bei einem Wirthshaus-Streite er
schossen.
P ittsburg, Pa., 17. April.
In Folge eines WirthshauSstreites in
Dusquesne zwischen einer Anzahl von Be
trunkenen wurde John Flaherty von einem
Unbekannten durch einen Schuß lödtlich
verwundet und starb bald darauf. Der
Coroner wird heute den Jnquest abhalten.
Bedeutender Brandschaden.
Union City, 17. April.
Die Gebäude der „Union Grain
Company" sind gestern durch Feuer zerstört
worden. Der Verlust beträgt über H 30,000,
s die Versieh :rung nur H 27,000.
Ureis 1 Cent.
Der Earl von Aberdeen der nächste
Gen.-Gouverneur von Eanada,
Wird erst im September sein Amt antreten.
New Jork, 17. April.
Von Ottawa, Ont., wird berichtet, daß
bestimmte Nachricht eingetroffen sei, daß der
Earl von Aberdeen zum General-Gouver
neur von Canada ernannt ist. Obgleich
derselbe schon in den nächsten Tagen in
Amerika ankommen wird, wird er doch erst
zur Ablösung des Lord Stanley im Sep
tember in Ottawa einlressen, da er seiner
Gattin Gelegenheit geben will, ihres Amtes
als Vorsteherin der irischen Ausstellung
aus der Weltausstellung zu walten.
Er-j)räsident Gonzalez von Mexiko
auf der Genesung.
Stadt Mexiko, 17. April.
Der Gesundheitszustand des Ex-Präsi
denlen Gonzalez von Mexiko bessert sich zu
sehends, und die Aerzle hassen mit Zuver
sicht auf seine gänzliche Wiederherstellung.
Präsident Diaz stattet dem Kranken säst
alltäglich Besuche ab.
Feuer in einer Aohlengeube ausge
brochen.
Fünf Personen in derselben, eingeschlossen.
Hazleton, Pa., 17. April.
In der Crystal Ridge-Grube, etwa eine
Meile von hier, ist Feuer ausgebrochen.*
Die Feuerwehr von hier ist Herbeigerusen
worden. Es sollen sich fünf Personen in
der Grube befinden.
Ex - Staatsschatz,ncister Woodruff's
Prozeß verschoben.
Little Rock, Ark., 17. April.
Heute sollte im hiesigen Civilgericht der
Prozeß gegen den der Unterschlagung von
zinstragenden Zahlungsanweisungen im
Betrage von H6OOO beschuldigten Er-
L-taatsschatzmeister Woodrufi beginnen,
doch wurde wegen Abwesenheit eines wich
tigen Zeugen der Fall bis zum 5. Juli
verschoben.
Bedeutende Goldsendung nach
Europa.
New Bork, 17. April.
Die Firma „Lazard Freres" wird mor
gen mit dem Dampfer Lahn H 1,250,000 in
Gold nach Europa schicken.
Dampfer.
Angekommen:
Have, 17. April.,
La Bretagne von New 'Jork.
Städtisches.
Das Wetter.
Die Temperatur hat sich seit dem
gestrigen Tage nicht erheblich geändert, in
den meisten Bezirken ging sie etwas in die
Höhe. Im Süden ist es immer noch kalt,
und aus dem mittleren Tennessee und Ost-
Mississippi wird schwacher Frost gemeldet.
In Illinois wird es morgen wärmer;
heute Abend giebt es in West-Illinois
vielleicht Regen.
Kleine Nachrichten.
Wm. King wurde heute Morgen vom
Richter Lyon um HSO bestraft, weil er ge
legentlich eines Leichenbegängnisses Frau
Margaret Paten, No. 56 Crosby Str., das
Geld aus der Tasche gestohlen hatte.
Potler Palmer reichte gestern eine
Klage ein, um Charles A. Davis zu hin
dern, einen Lcihstall an Lineolnstraße zu
bauen, weil dadurch die Gegend verunziert
und das Grundeigcntyum im Werthe
herabgesetzt werde.
George Washington Smith, ein Ge
schworener in Richter Dunne's Gericht,
erschien heute Morgen nicht. Statt dessen
schickte er Nachricht, daß er gestern Abend
beim Verlassen einer Kirche nicdergesallen
sei und das eine Schlüsselbein gebrochen
habe. Die Entschuldigung wurde gnädigst
angenommen.
Alexander McGill und Fred. Rolls,
welche die Chinesen Mack Moon und Wab
Lee gestern in dem Grand Pacific Hotel an
sielcn und Moon um H2OO beraubten, nach
dem sie ihn gemißhandelr halten, wurden
heute von Richter Gtcnnon bis zu ihrem
morgen staltsindenden Verhör unter je
HBOO Bürgschaft gestellt.
lebensmüde.
Karl Granger, welcher 60 Oft Division
Straße wohnte, erhängte sich heute Morgen.
Der Körper wurde in einem Schuppen hin
ter dem Hause ausgesunden und nach der
Morgue 192 Chicago Ave. gebracht. Die
Ursachen der verzweifelten Thal sind nicht
bekannt.
Mußten zahlen.
Einem am Samstag ausgestellten gericht
lichen Befehle gehorchend, hinterlegte
heute Morgen die „Potomac Apartment
Comp." in Richter Tulcy's Gericht H 22 -
000. Die Firma I. C. Neagle L Son
hatte im Aufträge der Gesellschaft an der
32. Straße und Michigan Ave. ein Haus
gebaut, und obige Summe repräsentier den
Rest des eontraktlich vereinbarten Bauprei
ses. Ob die Kläger die ganze Summe er
halten werden, ist noch nicht entschieden.
Nklich's Waisenhaus.
In der Kirche der St. Pauls Gemeinde
an der Ecke von La Salle Ave. und Ohio
Straße fand gestern Vormittag ein Fcst
gotlesdienst statt, durch welchen die Feier
des 25jährigen Jubiläums der Anstalt cin
geleitet wurde. Am Nachmittage wurde
die Feier im Waisenhause selbst, welches
an der Ecke von Burling und Center Str.
gelegen ist, fortgesetzt. Die Kinder hielten
verschiedene Vorträge und sangen mehrere
Lieder. Der Frauen- und Jungfraucn-
Verein hatte für die Ausschmückung des
Gebäudes sowohl, als auch für die leibliche
Stärkung der zahlreich erschienenen Gäste
reichlich gesorgt. Heute Abend wird in der
Central Musikhalle ein Festakt abgchalten
werden, bei welchem die Herren Wilhelm
Rapp, Gen. Joseph R. Leake und Pastor
Rudolph A. John als Redner fungiren
werde».

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