OCR Interpretation


Abendblatt. [volume] (Chicago, Ill.) 1894-1899, August 16, 1897, Image 6

Image and text provided by University of Illinois at Urbana-Champaign Library, Urbana, IL

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn83045004/1897-08-16/ed-1/seq-6/

What is OCR?


Thumbnail for 6

6
Städtisches.
Ein Mandat.
Hausfrauen oder Hausmeister setzen
sich der Verhaftung und Bestra
fung aus, falls sie Papier
oder Abfälle auf die
Straße werfen.
Superintendent Doherty's Erklärung für ein
solches Vergehen.
De Stadtverwaltung hat eine Verordnung
erlassen, der zu Folge Jeder, der Papier auf
die Straßen oder in die Alley wirft, oder
solches vor oder hinter seinem Grunstück
herumfliegen läßt, verhaftet und vestraft
werden soll. Diese Verordnung tritt mit
dem heutigen Tage in Kraft und wird streng
durchgeführt werden, ganz gleichgültig, ob
die Uebertreter Männer oder Frauen sind.
Um nun Allen die Entschuldigung zu neh—
men, daß sie von dieser Verordnung nichts
gewußt hätten, hat Her Dohertyh, der Su—
perintendent des Straßendepartementz,
100,000 Plakate drucken lassen, auf denen
mit großen, fetten Buchstaben steht: Wer
Papier auf die Straße wirft, oder solches
in der Alley herumfliegen läßt, setzt sich sei—
ner Verhaftung und einer Geldstrafe bis zu
$25 aus.“
Diese Plakate werden durch Polizisten
überall in den Alleys so angeschlagen ter—
den, daß sie Niemand übersehen kann. Auf
die erste und unter Umständen auf die zweite
Uebertretung, oder besser Nichtbeachtung die—
ser Verordnung soll eine Warnung durch
den Polizisten des betreffenden Bezirks, dann
aber unerbittlich Verhaftung erfolgen. Das
Straßendepartement wird aber bei der stren
gen Durchführung der genannten Verord—
nung noch nicht stehen bleiben, sondern auch
dafür sorgen, daß keine Lumpen, Blechkan—-
nen, Flaschen und zerbrochene Körbe in den
Alleys herumliegen. Herr Doherth giebt den
Hausfrauen den Rath, Alles zu verbrennen,
was brennen will und das Uebrige fein säu—-
berlich zusammenzupacken und in die Asch—-
kästen zu werfen.
Der Superintendent ließ sich gestern über
diesen Punkt folgendermaßen aus:
„Es wird fortwährend über Chicago's
schmutzige Straßen, über die zu kleine Ver—
willigung des Stadtraths für Reinigung
derselben und über die mangelhafte Arhbeit
der Contractoren geschimpft, aber über den
Unfug, Papier und Abfälle in die Alleys
und auf die Straßen zu werfen, sagt Nie—
mand etwas, weil fast Jeder es thut, ohne
zu bedenken, daß eben darin das Hauptübel
liegt. Ich behaupte, daß, wenn nur die
Hausfrauen dafür sorgen wollten, daß Pa—
pier und Abfälle nicht hingeworfen werden,
wo sie vom Winde weitergeweht werden kön—
nen, so werden auch unsere Straßen und
Alleys bald in einen besserem Zustande sein.
Wie die Dinge aber jetzt liegen, könnten wir
ehrliche und gewissenhafte Contractoren und
doppelte Verwilligungen haben und die
Straßen und Alleys würden doch nicht rein
sein, weil es einfach unmöglich ist, sie rein
zuhalten. Wir haben deßhalb mit Zustim—
mung des Mayors und Oberbaucommissärs
zu diesem Mittel gegriffen und sowohl der
Polizeichef, wie auch der Polizeianwalt ha
ben ihre kräftigste Unterstützung zugesagt.
Unser Vorgehen muß jedoch nicht so auf
gefaßt werden, als wenn wir die Hausfrauen
drangsaliren wollten, denn das würde schon
aus politischen Gründen unklug sein, sondera
wir wollen sie durch die Verordnung auf die
Wurzel des Uebels aufmerksam ma hen, sie
aber auch zu gleicher Zeit, wo es nöthig ist,
zur Ordnung zwingen. Ich bin mir wohl
bewußt, daß unser Unternehmen kein leichtes
ist, und es der jetzigen Administratioa viele
Feinde machen wird. Wir werden nichts—
destoweniger unerbittlich vorgehen und un—
sern Lohn in der Lösung des Problems, wie
die Straßen und Alleys rein gehglten wer—
den können, finden. Am schwersten wird
unsere Aufgabe in den Residenz-Districten
sein, doch hat der Polizeichef allen seinen
Mannen strenge Order gegeben, darauf zu
achten, daß die Verordnung beachtet wird.
Leichter ist es in dem Geschäftstheil, weil
er tleiner und besser zu übersehen it.“
2 ;
Peinliche Störung.
Ein Theaterdireltor in Nöthen.
Mit großen Unannehmlichkeiten hat Di
rektor O. B. Thayer von der Schiller Opern
gesellschaft, die augenblicklich im Great Nor—
thern Theater spielt, zu kämpfen. Gestern
Abend als das Haus bereits besetzt und die
Overture zu der Oper „Martha“, welche in
Scene gehen sollte, zu spielen angefangen
hatte, wurde ihm plötzlich gemeldet, daß seine
erste Sängerin, Mm. Le Lassier, durch Un—
wohlsein am Auftreten verhinderi sein wür—-
de. Gleichzeitig streiklten Fanny Myers
und der Bariton Forane, weil sie angeblich
rüctständiges Gehalt nicht erhalten hatten.
Alles Bitten und Flehen half nichts, sie wei—
gerten sich einfach zu spielen, wenn das Geld
nicht ausgehändigt würde. Es blieb daher
Direktor Thayer nicht anderes übrig, als
dem Publikum mitzutheilen, daß keine Vor
stellung stattfinden könne und man das
Eintrittsgeld an der Kasse zurückverlangen
solle. Bei dem Gedränge an der Kasse
wurden mehrere Personen leicht verletzt.
Der Erde überantwortet.
Gestern Nachmittag wurde die Leiche von
Gerhard Foreman, der am verflossenen Frei
tag starb, auf dem Kirchhof zu Rose Hill be—
graben. Eine große Menge Leidtragender
gab dem Verstorbenen von seiner Wohnung
No. 290 Michigan Ave. nach dem Kirchhof
das Geleit. Der Trauergottesdienst wurde
im Sinai Tempel durch Rabbi Joseph Stoltz
abgehalten. Die Bahrtuchträger waren
Leon Mandel, S. T. Leopold, George W.
Neise, Bernard Cahn, Emanuel Franz Ken—
thal, Levy Monheimer, Samuel Steel und
Bernard Rosenberg. :
Veue Freunde.
Die Bewegung für Referendum und Ini—
tiative greift weiter um sich.
Die Vertreter der hiesigen Vereine, welche
sich für Einführung des Referendum und der
Initiative nach schweizerischem Muster inte
ressiren, versammelten sich in Uhlich's Halle,
um über den Fortgang der vor 6 Wochen in's
Leben gerufenen Agitation Bericht zu erstat
ten. Die Berichte lauteten im Allgemeinen
günstig. Die folgenden Vereine waren ver
treten: ; ;
Direktorium sämmtlicher 10 Sektionen
der bairisch-ameritanischen Vereine;
Schwäbischer Unterstützungsverein;
Turnverein Almira; ;
Turnverein Eiche, Kensington;
Aurora-Turnverein;
Schweizer-Turnverein;
Ravenswood-Männerchor;
Südseite-Turngemeinde;
Socialer-Turnverein;
Turnverein Garfield;
Schweizer-Club Chicago;
Freisinnige Gemeinde der Nordwestseite;
Chicago-Turngemeinde;
Schwaben-Verein;
Plattdeutsche Gilde No. 4;
Turnverein Vorwärts;
Turnverein Gutheil;
Plattd. Gilde No. 2;
Typographia No. 9;
Gesangverein Almira; :
Alter Wirthsverein;
Plattdeutsche Gilde No. 11;
Edelweiß Männerchor.
Das Agitationscomite wurde beauftragt,
durch Versammlungen und Flugschriften die
gute Sache nach jeder Richtung hin zu
fördern.
Im Laufe der Debatte über die neue Be
wegung und deren Förderung sprachen sich
die Herren Max Stern und Karl Härting zu
Gunsten einer politischen Agitation aus,
9 war die Mehrzahl der Anwesenden ent—-
schieden dagegen.
Die Herren Hermann Lieb und Frank
Stauber, welche im Laufe des Nachmittags
der Sitzung der Federation of Labor beige
metn und den Versuch gemacht hatten, das
Interesse diesjer Körperschaft für die neue
zu erwecken, berichteten, daß sie
eine gute Aufnahme fanden und daß die
Versammlung sofort ihre Delegaten zur
Convention in Bloomington instruirt habe,
der Bewegung allen Vorschub zu leisten.
Diese Nachricht, welche den Beweis dafür lier
fert, daß die Bewegung sich immer mehr aus—-
breitet, rief große Begeisterung hervor.
Trafen verspätet ein.
Die Passagiere von zwei Dampfern haben
unter der Seekrankheit zu leiden.
Tragischer Tod von Joseph Dietrich aus
CLogansport, Ind.
;
In Folge des Sturmes trafen zwei Dam—
pfer der Graham & Morton Linie, die „City
of Milwaukee“ und der „City of Louisville“
erst nach Mitternacht, mit zwei bis drei
Stunden Verspätung im hiesigen Hafen ein.
Fast alle Passagiere, deren Zahl nach An—
— von Bundesinspectoren, die vom Gt
setz gestattete weit überschritt, hatten unter
der Seekrantheit zu leiden und waren daher
herzlich froh, als der Hafen endlich erreicht
war. Zur Vermehrung ihres Unbehagens
wurden sie auch noch Zeugen eines Unfalles,
der Joseph Dietrich aus Logansport, Ind.,
das Leben kostete. Herr Dietrich war ge—-
stern in Chicago eingetroffen, hatte sich wäh—
ren des Tages die Stadt angesehen und
beabsichtigte, mit dem Dampfer „City of
Milwaukee“ um 11 Uhr nach St. Joseph zu
fahren. Da aber der Dampfer zur Ab—
fahrtszeit noch nicht eingetroffen und er von
seiner Wanderung durch die Stadt müde
war, so setzte er sich am Rande des Docks nie
der und war bald fest eingeschlafen. Er
wurde erst durch den Lärm, den der Dampfer
beim Landen verursachte, erweckt. Erschro—
cken sprang er auf, verlor aber in seiner
Schlaftrunkenheit das Gleichgewicht und
stürzte in's Wasser. Er ertrank, ehe man
ihm zur Hülfe kommen konnte.
Reisen in den Rocky Mountains.
Die „Scenische Linie der Welt“, die Den
ver & Rio Grande-Eisenbahn, offerirt für die
Touristen in Colorado, Utah und New Me—-
xico die ausgewähltesten Resorts und für die
transcontinentalen Reisenden die großartigste
Scenerie. Zwei separate und bestimmte Rou—-
ten durch die Rocky Mountains, alle durch
gehenden Tickets sind auf beiden gültig. Die
direkte Linie nach Cripple Creek, dem arößten
Goldfelde auf Erden. Doppelter täglicher
Zugdienst mit durchgehendenPullman-Schlaf—-
wagen und Touristen-Wagen zwischen Den—-
ver und San Francisco.
Die beste Linie nach Utah, Idaho, Mon—
tana, Oregon und Washington über den
„Ogden Gateway.“
Schreibt an S. K. Hooper, G. P. & T. A.,
Denver, Colorado, für illustrirte beschreibende
Pamphlete. ;
Brutale Behandlung.
Ein acht Jahre altes Mädchen angeblich ein
Opfer mütterlicher Rohheit.
In einem Gange zwischen den beiden Häu—
sern No. 419 und 421 West 18. Straße fand
am Samstag Abend die No. 595 Cenire Ave.
wohnhafte Frau M. Kara die Bjährige Rosie
Vlazny schlafend auf. Das Kind war braun
und blau geschlagen und zeigte sonst Spuren
von brutaler Behandlung. Als es aufgeweckt
worden war, erzählte es, daß es von der
Mutter tagtäglich geprügelt worden sei und
es deßhalb Angst habe, zu dieser zurückzu
tkehren. Die Mutter, welche in No. 645 Süd—
Mayh-Straße wohnt, erklärt, daß dies nicht
wahr sei, sondern daß sie gut und das Kind
schlecht sei. Die Nachbarn pflichten ihr darin
bei. Ene gründliche Untersuchung des Falles
soll seitens der Canalport Ave. - Polizei er
folgen. Die Mutter des Kindes ist 57 Jahre
alt und lebt in ärmlichen Verhältnissen. Ihr
Mann starb vor 4 Jahren und ließ sie niit
dem kleinen Mädchen und einem Knaben, der
nunmehr 12 Jahre zählt, zurück. Das Mäd—
chen behauptet, sie und ihr Bruder seien Jahre
lang von der Mutter mißhandelt und oft
aus dem Hause gejagt worden. .
Hilfsbereit.
Richter Kaufmann wohnt einer
TCrauung in einer Synagoge bei,
Um einer Störung durch Verhaftung der
Braut und deren Eltern vorzubeugen.
Ein vereitelter Racheakt.
Eine eigenartige Trauung fand gestern in
der Synagoge der 1. Ungarischen Gemeinde
an Maxwell Str. statt. Der Equipage, in
der sich die Braut befand, entstiegen diese,
deren Vater Israel Heitner, Friedensrichter
Kaufmann aus Lake View und Constabler
Beck. Im zweiten Wagen befauden sich der
Bräutigam Harry N. Hellman, von der
Firma Helman Bros., No. 617 Noble Sir.,
und der Brautführer. Während die Trauung
durch den Rabbi Balogh vollzougen wurde,
stand Richter Kaufmann bereit, irgend einen
Streich, der von Feinden Heitner's geplant
war, durch einen richterlichen Gegenhieb un—-
schädlich zu machen. Zu diesem Zwecke war
der Konstabler mit einem Dutzend nicht aus
gefüllten Haftbefehlen ausgerüstet und der
Richter hatte sein Tintenzeug und Feder in
Breitschaft, um diese, wenn erforderlich, aus
zufüllen und vollstrecken zu lassen. Doch der
erwartete Streich blieb aus und nach der
Trauung wurden diese Haftbefehle sofort
vernichtet. Eine gewaltsame Störung der
Hochzeit war seitens des Hirsch Rice und
dessen Schwiegersohnes Jac. Schreier erwar—-
tet worden. Diese wohnten bis vor etwa
zwei Wochen in Heitner's Haus, No. 1127
N. Halstedstraße und waren, weil sie keine
Miethe bezahlten und die Wohnung ruinir
ten, an die Luft gesetzt worden. Darob
schworen sie Rache. Als sie erfuhren, daß
am Sonntag, (gestern) die Hochzeit der Toch
ter Heitner's stattfinden und diese dann die
von ihnen verlassene Wohnung beziehen sollte,
erwirkten sie vor Richter Salisbury Hafts
befehle gegen die ganze Familie Heitner
und übergaben diese einem Constabler zur
sofortigen Vollstreckung. Es wurde diesem
aufgegeben, die Verhaftung nöthigenfalls in
der Synagoge vor der Trauung vorzuneh—
men. Dies hatte Heitner erfahren und KRich—
ter Kaufmann um Rath befragt. Dieser
gab ihm dann den Rath, gegen Rice und
Schreier wegen böswilliger Vermögensschä
digung Haftbefehle herauszunehmen und
diese, falls die von Salisbury ausgestellten
im Tempel vollstreckt werden sollten, sofort
in Kraft treten zu lassen. Er erklärte sich
bereit, mit nach der Synagoge zu gehen und
dort sofort einzuschreiten. Doch dies war
nicht nothwendig, denn Salisbury's Haftẽ—
befehle wurden bislang nicht vollstreckt und
die Hochzeit konnte ruhig gefeiert werden.
—— .
Baseball.
Das gestrige letzte Spiel er Colts in Cin—
cinnati endete mit einer Niederlage für die
Chicagoer. Da sie indeß die beiden vorher—
gegangenen Spiele gewonnen hatten, sind sie
noch gut weggekommen. Score:
Cineinnati. R. H. P. A. E. s Chicago. R. H. P. A. E.
Burke, lf. ..é 1 2 6 000 Everett, Bb.. 10 5 41
1 ;
Beckleyh ib.i 2 8s 2 olAnson boo 111 11
Irwin, 3b. .0 1 0 1 osßyan ri .. 0 ? 0
Miller ri .. 0 00 0 osCallahan. lf.l 1 4116
mMePhce, 0 13 5 IConnor æb o o 0 020
Vaughn,c...v 1 4 0 oosßriggs. p. 01 05306
Rhines, p.. 0 0 1 1 o 0 sKittridge, c.O 04 206
T0ta1...· 3 027 1 T0ta1.... - b 16 -
Cincinnali. 00 00e02 I
Chicago· o 0 01 0o000—:
„Carned Runs“ Cincinnati, 1; Chicago, 11. „Two—
base Hits“ Burke, Callahan. „Left ön Bases“
Cineinnati, 8; Chicago, 4. „Stolen Bases“ Hoy,
Everitt. „First Base on Balls“ Off Briggs, 1
„Oit by pitched Ball“ Hoy, Anson. „Struck dt“
Von Rhines, 3; von Briggs; 2. Spielzeit
pire O'Day.
Sonstige Spiele:
In Cleveland.
Clevelanb o 4 34002 00;
St Louis ooo0606:
Stellung der Clubs:
Gewonnen Verloren: Prozent.
Voston.·· e 61 30 .681
Baltiort.. 60 30 . 667
Cincinnati. .· . · 59 32 .648
Rew Yorkt. . . .. 54 36 .600
Cleveland. .. . . .. . 50 44 .532
Chicago. e 47 51 .480
Piltsbura s 1 452
Louisville. .. 54 .443
Philadelphia .. . . .42 58 A 42
Brooklyn.... 35 54 .412
Washington. ... . .. 87 54 402
Stous -e 72 ·265
—— ————
Einbruch.
Friedrich's Wirthschaft von Dieben heimge
sucht.
Einbrecher drangen letzte Nacht in die
Wirthschaft von Albert Friedrich, Ecke Clark
und Madison Straße und erbeuteten S2OO
und Getränke und Cigarren im Werthe von
S3OO.
Ein Versuch, den Geldschrank zu öffnen,
war fehlgeschlagen, doch fand man noch die
Werkzeuge der Einbrecher, die offenbar in
dem Augenblick gestört wurden, als sie die
Sprengung vornehmen wollten. Im Geld—-
schrank hätten die Diebe eine bedeutende
Summe Geldes gefunden.
Fritz Warns, der den Saloon von Mitter—
nacht bis 7 Uhr Morgens zu bewachen hat,
ist verschwunden, und es wird vermuthet,
da er mit den Dieben gemeinsame Sache
machte, da er wußte, daß Herr Friedrich kein
Vertrauen in Banken hatte und deßhalb sein
Geld selbst aufbewahrte.
Zu geringe Bürgschaft.
Wm. Linden, der leichtsinnige Bursche,
welcher, wie wir an anderer Stelle d. 81.
berichten, an der Maxwell Str. die 2jährige
Fannie Bronzen von 154 Maxwell Str.
überfuhr, wurde heute dem Richter Dooley
vorgeführt und, obwohl das Kindchen so
schwer verletzt ist, daß an ihrem Aufkommen
gezweifelt wird, bis zum 26. unter nur
SSOO Bürgschaft gestellt. Der Bursche ist
zwar erst 15 Jahre alt, aber weiß genau,
daß er durch sein unsinnig schnelles Fahren
den Unfall -erschuldet. Der Bursche hätte
auf jeden Fall ohne Zulassung von Bürqg—
schaft festgehalten oder diese so hoch bemesser
werden sollen, daß sie nicht gestellt werden
konnt.
Abendblatt, Montag, 16. Augaust 1897.
Blutige Rache.
Joseph Brodzyk schießt auf seinen erfolgrei
chen Nebenbuhler Vincent Szyja.
Vincent Szyhja und Joseph Brodzyk, zwei
edle Polen aus der Polackei, liebten ein und
dieselbe Landsmännin, die hübsche vierzehn
jährige Bronislava Kurzark. Einige Zeit
ließ sich die junge Dame die Liebesbewer
bungen Beider ruhig gefallen. Abwechselnd
ließ sie sich von Joseph oder Vincent zu Pic—
nics führen, sich mit Eiscream tractiren und
anderweitige Aufmerksamkeiten erweisen. Der,
speculative, mit Kindern reich gesegnete Papa
Bronislava's aber dachte, es würde sich sehr
empfehlen, bei Zeiten eine Auswahl zu tref
fen, und dadurch wenigstens eine Mitesserin
aus demHaufe zu schaffen. Es wurde Kriegs
rath gehalten und die Entscheidung über den
zukünftigen Schwiegersohn fiel zu Gunsten
Szyja's aus. Dies wurde vor etwa 14 Ta—
gen den beiden Nebenbuhlern eröffnet und
schien es, als ob Joseph Brodzyk dies sehr
gleichgültig aufnahm. Ja, er ging sogar so
weit, dem glücklichen ( Bräutigam Bronis
lava's zu gratuliren. Dies beruhigte Alle
derartig, daß als gestern die letzten Vorberei
tungen für die Hochzeit getroffen wurden,
Joseph als Rathgeber hinzugezogen wurde.
Er holte gegen Abend Szyhja aus der Woh
nung No. 25 Cornelia Straße ab, holte mit
ihm noch Albert Piwowarek und Peter
Napha ab und alle vier begaben sich dann
nach der Wohnung Kuzareks, 1080 N. Hoyne
Ave. Dort amüsirte sich Alles anscheinend
sehr gut. Der Vater der Braut ließ Wein
und Schnaps herbeischaffen, es wurde auf
das Wohl des Bräutigäms getrunken und als
man heimging, verließen die ehemaligen Ne—
benbuhler Arm in Arm das Haus. Auf dem
Wege nach Napha's Haus flüsterte dieser
Brodzhk etwas in's Ohr und dieser nickte bei
stimmend. Napeja ging dann in ein Haus,
kam bald darauf mit einem Revolver bewaff
net zurück und übergab diesen Joseph. Die—
ser legte ohne ein Wort der Warnung auf
Vincent an und schoß los. Die Kugel drang
in den Kinnbacken Knochen ein, gerade un
terhalb des rechten Auges. Nach dieser
meuchlings verübhten That überließen die üb—
rigen Drei den Schwerverletzten seinem
Schicksal. Szhja wurde später besinnungslos
aufgefunden. Als dies im Polenviertel be
kannt wurde, geriethen die heißblütigen
Slaven in große Aufregung.
Jugendlicher Selbstmörder.
Er zählte nur vierzehn Jahre.
Der 14 Jahre alte Ludwig Williams be
ging gestern Abend in der Alley hinter sei—
nem elterlichen Hause, No. 3831 State Str.,
Selbstmord, indem er eine Dosis Carbol—
säure zu sich nahm. Seine Mutter ist 60
Jahre alt und wohnt seit Längerem von ih—
rem Gatten getrennt. Sie betreibt ein Kost
haus, hatte aber außerdem eine gute Stütze
an Ludwig, der als Kutscher für eine Wäsche—
rei nicht nur sich selbst ernährte, sondern auch
ihrßeistand leistete, wenn sie solchen bedurfte.
In der letzten Zeitthätte er weniger zu thun,
worüber er äußerst niedergeschlagen gewesen
sein soll. Mehrere Male soll er seinen Kame
raden gegenüber die Absicht ausgesprochen
haben, Selbstmord zu begehen, doch nahm
man ihn nicht ernst. Nach dem Essen gestern
Abend hielt er sich noch eine Stunde im
Hause auf und ging dann zur Hinterthür
desselben hinaus. Als Paul E. Polzin, ber
in No. 3851 State Straße wohnt, gegen acht
Uhr durch die hinter William's Wohnung
gelegene Alley ging, stolperte er über den
Körper des Knaben. Er holte sofort Hülfe
und man brachte den Unglücklichen in's Haus.
Ein sofort herbeigeholter Arzt stellte eineCar—
bolvergiftung fest und binnen 15 Minuten
verschied der Knabe. Wo er gelegen hatte in
der Alley, fand man später das Fläschchen,
welches das Gift enthalten hatte.
Ein leichtsinniger Kutscher.
Schlecht wäre es gestern dem 15jährigen
Wm. Linden, einem Kutscher des Wm. Dow
ling von 116 Maxwell Straße, gegangen,
wenn sich die Polizei seiner nicht schnell an
genommen hätte. Die Ajährige Fannie
Bronzen spielte gestern Nachmittag auf der
Straße vor dem elterlichen Hause, als ein
Buggh, das von Wm. Linden kutschirt wur—
de, herannahte. In der Angst wußte die
Kleine nicht, wie sie dem Gefährt ausweichen
sollte, und lief diesem gerade entgegen. Sie
wurde niedergerannt und eines der Räder
ging über ihren Kopf hinweg. Linden ver—
suchte, gefolgt von einer Menge aufgeregter
Menschen, davonzueilen, wurde aber einge
holt und wäre exemplarisch verhauen worden,
wenn nicht die Polizisten Kirby und Murry
von der Maxwell Str.-Station ihn den Wü—-
thenden entrissen hätten. Er wurde nach
der Maxwell Str.-Station geschafft und
dort wegen schwerer Körperverletzung ge—
bucht. Das Kind trug lebensgefährliche
Verletzungen davon.
Heirathsscheine.
Heirathsscheine wurden an folgende Per
sonen ausgestellt:
Alter.
Charley Baas, Marthe Vogt . . . 26 —l9
Frank Grabski, Agnes Weilte. . . 24—21
John Scott, Rosina Matthews . . 25—20
John Murray, Delia Morley . . · 28—21
Lawrence Miller, Mary Balloran . 85 —4
Anton Palim, Mtry Stasal. . . · 28 —2l
Edward Oates, Ida Johnson . . . 28—20
Alfred Peach, Delight Foskett. . . 21 —2l
Michael Vlach, Mary Stasny. . · 22—20
Gustaf Erikson, Ida Carlson. . . 29—20
Harrh Ardern, Margaret MacNaff . 24—20
Robert Rowe, Milla Campbell . . 34 —4
Fred Osman, Meta Pugleberg . . 29 —2B
Wm. Latal, Annie Moravick. . . 21 —lB
Sohn Church, Mary Kane.. 1
Fred. Krummling, Susanna Roden--
hoffer. ... .
Patrick Purcell, Inez Brooks. . . 25—18
Henry Ohm, Christine Larson. . . 26—23
Burttell Segno, Christine Moser . 28—27
Frantk Williams, Nanna Thrust. . 28 —22
Jozef Steo, Anna Sindra. . · · 22—30
George Williams Alma Johnson . 28 —2l
Hubert Moyer, Louise Haynes. . . 26 —-
Geharnischter Beschluß.
Die „Chicaao Federation of Cabor“ wirft
der„Cook County Democracy“ den
Fehdehandschuh hin.
Die „Chicago Federation of Labor“ hat
der „Cok Counth Democrach“ den Krieg er
klärt, weil Letztere für ihr am 28. August
stattfindendes Picnic Nicht-Union-Musiker
engagirt und sich trotz aller Vorstellungen
seitens eines Comites der Federation gewei
gert hat, Union-Musiker zu nehmen. Die
Angelegenheit kam in der gestrigea Sitzung
der Federation zur Sprache und es wurde
einstimmig der Beschluß angenommen, daß
die Federation nicht nur über das Picnice
einen Boycott verhängen, sondern auch mit
allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln die
Wahl von Mitgliedern des Clubs zu öffent
lichen Aemtern hintertreiben soll, salls nicht
der Club bei dem bevorstehenden Pienic
Union-Musikern den Vorzug vor Scabs ge
ben würde. Den Anlaß zu diesem energi
schen Auftreten der Federation gaben die Un—
terhandlungen, die der Club mit Nichtunion—-
Musikern behufs Engagement zu dem bevor—
stehenden Picnic eingeleitet hatte, und die be
leidigende Weise, in welcher der Club die De—
legaten der Federation behandelte, die den
Club auf seine Pflichten gegen organisirte
Arbeiter aufmerksam· zu machen suchte. So—-
bald die Federation of Labor erfuhr, daß der
Club trotz des ihr im Februar gegebenen Ve
rsprechens, nur Unionleute zu beschäftigen,
mit „Scabmusikern“ Verhandlungen an
knüpfie, sandte sie eine Delegation dahin,
welche indeß nur mit Versprechungen u
speist wurde. Eine weitere Delegation unter
Vorsitz des Präsidenten, welche sich gestern
Nachmittag nach den Clubräumen begab,
wurde überhaupt nicht vorgelassen, und Aller
Gemüther waren daher höchst erregt, als die
Discussion eröffnet wurde. ;
Die Folge dieser Eregtheit war jener ge—
harnischte Beschluß, der einstimmig ange—-
nommen wurde.
In scharfer Weise wurde auch Polizeichef
Kipley getadelt, weil er eine Verfügung er
lassen hat, daß sämmtliche Potizisten bei
Work Bros., die angeblich Nicht-Unionleute
beschäftigen, ihre Uniformen machen lassen
müßten, und es wurde beschlossen, ihn burch
ein Comite ersuchen zu lassen, jene Berfü
gung zurückzunehmen.
Gegen den Besitzer der Dailey News und
des „Record“ wurde eine Beschwerde erhoben,
daß er zu Reparaturen an seinen Setz
maschinen Nicht-Unionleute beschäftige. Die
Angelegenheit wurde an das Beschwerde-Co—-
mite verwiesen und diesem der Auftrag, auf
gütlichem Wege die Anstellung von Union—
maschinisten zu erlangen.
Zum Schluß wurde der Streik der Ge—
werke an den Schulhäusern mir großem
Enthusiasmus gutgeheißen. Der Delegat
Brennock erklärte, daß der Streik einen
Wendepunkt für die organisirte Arheit in
Chicago bedeute und daher von höchste: Wich—
tigkeit sei. Der Kampf müsse und werde
auch gewonnen werden, denn das Recht sei
auf Seite der Arbeiter, mit denen der Schul—
rath seit Jahren ein unwürdiges Verstecken—
spiel getrieben habe.
P. F. Doyle, F. I. O'Brien, I. H. Payne,
S. A. Wilson und G. H. Thompfon wurden
zu Delegaten für den am 14. September
stattfindenden Staatscongreß der Federation
gewählt.
Verzweifelter Kampf.
Polizist und Dieb ringen auf dem Dache eines
Hauses.
Einen verzweifelten Kampf mit einem an
geblichen Dieb hatte gestern Nachmittag Po
lizist Blais, von der Desplainesstraßen-Po
lizeistation auf dem Dache eines Ecke Mor
gan Straße und Washington Boulevard ge
legenen, etwa 60 Fuß hohem Geschäftshauses
zu bestehen. E. P. Miller, ein Schanktellner
in der Wirthschaft von John O'Neil, Nr. 118
Halstedstraße, stahl angeblich mit John Ben—
rand, einem Schankkellner in der derselben
Wirthschaft zusammen aus dem Kleiderwaa
renladen von Schumacher und Benjamin, No.
No. 114 Halstedstraße, eine Anzahl Hüte und
Halsbinden. Polizist Blais sah ihn bald nach
der That in einer Alley und wollte ihn in
Haft nehmen, als er davonlief. Blais folgte.
Er lief jedoch schneller und verschwand in dem
erwähnten Geschäftshause. Blais betrat
bald darauf ebenfalls das Gebäude und klet
terte bis zum fünften Stockwerk desselben
hinauf, ohne eine Spur von dem Flüchtling
zu finden. Dann entdeckte er plötzlich, daß
die Dachluke offen war. Er stieg die Leiter
hinauf und sah sich dem Flüchtling gegen
über. Als er ihn aufforderte, sich zu ergeben,
rief derselbe: „Niemals!“ und es erfolgte ein
verzweifeltes Ringen. Miller war stark, ja,
es zeigte sich bald, daß er Blais überlegen
war und zu seinem nicht geringen Grauen,
fühlte sich dieser allmählig nach dem Dach
rande hin gedrängt. Näher und immer näher
rückte das schauerliche Verhängniß und in
seiner Verzweiflung rief Blais um Hilf-.
„Wir kommen schon!“ erscholl es da aus der
Dachluke heraus und im nächsten Moment
hatten die Polizisten Butmore und Hurley
von der Desplainesstraßen - Polizeistation
Miller beim Genick und Blais war gerettet.
Miller wurde von dem Leiter des bestohlenen
Geschäftshauses identifizirt. Bennard wurde
ebenfalls verhaftet, sowie ein Mann Namens
John Walsh, der einen der gestohlenen Hüte
auf hatte. Das entwendete Gut wurde den
Eigenthümern zurückerstattet.
—————
Nahmen sich das Ceben.
Der Schneider Harry Handler nahm sich
gestern Morgen in seiner Wohnung No. 760
N. Paulina Straße durch einen Schuß in
den Kopf das Leben. Er war 56 Jahre
alt und ein starker Trinker. Dem Trunk
soll er sich ergeben haben, weil er mit seiner
Frau und seinen drei erwachsenen Töchtern
fortwährend in Unfrieden lebte.
Der Arbeiter H. Hengenherst machte ge
stern in einem Anfall von Schwermuth in
seiner Wohnung No. 790 W. 22. Straße sei
aem Leben durch Gift ein Ende.
Xortgesetzter Aufräumungs-Verkauf von
—— 4
Sommer- Schuhen für Männer.
Der vor kurzer Zeit zurück angezeigte Aufräumnngs-Verkauf von Sommer-Männerschuhen
ist immer noch im Gange und wird auch den ganzen Monat hindurch fortgesetzt werden.
Um diesen Berkauf nun noch anziehender zu machen, haben wir unserem sowieso schon auf
dem Höhepunkt der Zeit stehenden Waarenlager verschiedene neue Sorten hinzugefügt, wo
durch die be st e Auswahl in der Stadt geboten wird, aus der man sich aussuchen kann.
Kid, russisches Kalbsleder, Bordeaux Kalbsleder und Viei Kid,
alle Größen und Breiten —in den populären Schattirungen:
Russet, Tan, Oxblood, Chocolate und Braun—in den beliebten
Formen: Coin, Rugby, Bulldog, Opera und Half French—
einige haben seidene Vesting Tops verschiedene Muster von
Tips viele haben schwere einzelne Sohlen und eignen sich
daher für späten Herbst-Gebrauch.
Diese Schuhe bieten dieselbe Bequemlichkeit, haben dieselbe perfekte Form und
sind gerade so gut gemacht, wie alle unsere Schuhe. In den Läden an State—
Straße ist der Verkaufspreis für welche von diesen Schuhen 84.00 und 85.00. Infolge der
Vortheile, deren sich unser Departement beim ECinkauf und Verkauf erfreut, sind wir im
Stande, dieselben zu markiren zu dem phänomenal niedrigen Preise von
82.50 per Paar.
Bei dieser Gelegenheit beweisen wir wieder die Behauptung, daß „Unsere Preise im—
mer die niedrigsten sind“ für zuverlässige Waaren. Lohfarbige Damen- und Kinder—
Schuhe herabgesetzt um 20 oder 25%.
Spezielle Werthe in
Kleider - B tikel
eider - Besatzartikeln.
Feine geschliffene Jet Gimps reduzirt auf. . . . .. .. 123e 9d.
Feine schwar:e Mohair Braids reduzirt auf. . . ) . ) . 12e Dd.
Feine farbige Mohair Braids reduzirt auf. .. . . 123 c 9d.
Feine schwarzseidene Gimps reduzirt auf. .. . . 123 c Yd.
Feine farbige seidene Gimps reduzirt auf.. . . . . A23c 9d.
Feine farbige Bead Passementeries reduzirt auf.. .. .. .. . .123e 9d.
Geschäfls· Wegweiser
“Abendblatt.”
Advokaten.
Deihlef C. Hansen, deutscher Advbokat und Rechts
anwalt; Zimmer 1109—18 Chicago Stoct Exchange
Building, No. 10s La Salle Str Chicago. Tele
phone 1883 Nain.
Albert W. Gottschalt, deutscher Advokat und
öffentlicher Notar. Zimmer 712 —59 Dearborn-
Etrake Nordost·Ecke Randolph-Str. Tel. Main
G 6. W. Duwalt, deutscher Rechtsanwalt und Notar;
rüher Richter beim Landgericht Etie Linmer
716 Schiller Building, 1603 Ost Randolph Straßze.
Blumenhändler.
John C. Schubert & Co., Florists. Südwest-Ecke
Wabash Ave. und Monroe Str. Begräbnißstücke,
Geschenke und Hochzerils-Bouquets ohne Zeitberlust
geliefert, Telephon Main 2358.
; Pranereien.
South Chicago Brewing Co.. Ade. Lund 100.
Straße. Telephon 41. Sonth Chicago Exchange.
South Chicago, 111.
Frau Magdalena Junk's Braueret, 3704--
3710 S. Halsted Str. Vorzügliches Malz- und
Hopfenbier wie nirgends sonst iü der Stadt.
H. Berghoff Bvrewing Co. No. 357 S. Canal
Str., empfehlen ihre vrrtnariqgen Malz- und
Lerseu Biere Specialitt: Dortmunder Bier in
laschen.
Buchdruckereien.
Fr ed Kreßmann &H Bro. Deutsche Buchdruckerei.
Alle Arten Geschästs-und Vereins-Arbeiten. 79—s1
Fifth Ave. Tel.: Main 899.
Haarmittel.
Dr. White's neüe Haarwach sthums-Me—
wHode erzeugt Haare auf jed·m ktahlen Kopfe auf
unserer grünen ameritkanischen Erde und kurirt alle
Arten von Kopfhaut-Beschwerden.· Schickt für die
reie Abhandlung über das Haar. Laboratorium:
704 W. Ban Bureu-Str., Chicago.
Hypotheken-Geschäfte.
Tempel, Schi ller & Co.. Nachfolger von
Knauer Bros., etablirt in 1855. Aihen auf
Grundeigenthum in betzebigen Summen und nie
drige Zinsen. Erste Hypothetken zum Verkauf stets
an Hand. Zimmer 2—s, 36 N. Clark Str.
Höchste Gaar-Preise
Werden für altes Gold und Schmuctsachen bezahlt.
Zimmer dl6, 269 Dearborn Straße.
Fiel zum Fenster hinaus.
Als der 408 Clark Str. wohnende farbige
Zeitungsjunge Thomas Coleman gestern
früh 5 Uhr die Alley hinter dem Windsor
Hotel an Dearborn Straße pässirte, entdeck
te er dort die Leiche des Schauspielers Harry
A. Ellis, der aus einem Fenster im 4. Stoci
werk des Hotels hinausgefallen war, das Ge—-
nick gebrochen hatte und sofort todt gewesen
sein muß. Er muß im Falle mit dem Kopf
auf das Steinpflaster der Alley aufgeschla—-
gen haben. Wann er herausfiel, ist schwer
zu ermitteln. Es wird angenommen, daß
er in schlafendem Zustande zum offenen Fen—-
ster·hinausfiel. Als er aufgefunden wurde,
hatte er seine Nachttleider an und das Bett
im Zimmer war bereits benutzt gewesen. Es
wurde nichts im Zimmer gefunden, was auf
einen Selbstmord hindeuten könnte. Die
Leiche wurde nach Rolston's Morgue ge—
schafft. Ellis war 49 Jahre alt und wohl
bekannt. Er lebte, wenn er nicht als Schau
spieler unterwegs war, mit seiner Frau in
Plower, Wis. Ellis wohnte seit dem 10.
August im Windsor Hotel und spielte z. Z.
in der E. C. Wilson Company.
Blutiger Streit.
Andrew Zancesch und Martin Schulz
statteten dem Alb. Janek in No. 720 West
15. Str. einen Besuch ab. Es wurde stark
gezecht und bald waren die Drei in solcher
Verfassung, daß es zu Streitigkeiten kam.
Das Resultat derselben war, daß Janek mit
einer tiefen Stichwunde unterm Auge und
anderen Wunden nach dem Hospital geschafft
werden mußte. Zancesch und Schultz wur—
den wegen thätlichen Angriffs verhaftet und
bis zum 19. unter je 800 Bürgschaft ge—
stellt. Als die Polizisten die Beiden aus
Janek's Wohnung herausholten, sah diese
aus, als ob Vandalen in derselben gehaust
hätten. Tische und Stühle waren zerbro—
chen, ebenso der Bierkrug und die Gläser.
Das Abendblatt, durch Träger in's Haut
kost:l nur 6 Cents die Woche.
Herren-Kleider.
Herren- Kleider, lextia oder auf Bestellung a--
macht, bei leichten Abschlagszahlungen. Star
Tailors. 776. Clart-Straße. egennber dem
Court House. Abends offen. Tel.: Main 1485
—— —— ——
Künstliche Gliedmaßen.
250 bis 2100; yneumatische Alumi num- Füße; a--
räuschlose Gelenke; andere neueste Verbesserungen.
Krückten, elastische Strümpfe. Arparatei Mißge
taunte Ja s. I. Lyons, 96 5. Ave.. riconr i.
ei Bestellungen reflektire man auf's „Abendblatt“
Optiker.
8. Manasf e, Optiker, 88 Madison Sträße. Tribunr-
Gebäude. Augen werden kostenfrei untersucht. Das
Augenlicht wird wieberhergestellt und Kopfschmerzen
dauernd geheilt durch ünsere wissenschaftlich nge
paßten Brillen und Augengläser.
————
Photoaraphen.
Be o Stevens Studio, Meßicker's Theater.
wo Ihr die besten Photographien bekommt; 15 yod
seine Cabinets in drei verichiedenen Stennngen föür
28.00; neueste Sorte Lannin 23.00 das Dutzend.
en Sonntags. amen werden unentgeltliqh
srisirt.
Pianos.
Hallet & Dabdis' Pianos sind seit über ein hal
bes Jahrhundert als die hervorragendsten anertkannt
gereien sie r jetzt besser und billiger als jemals.
Auf Wunsch leichte Abschlegszahlungen. Immer
Bargains vorräthig. Hallet & Davis Co..
229 Wabash Ave., Ecte Jactson Str.
Restanrants.
Wm. H. Zung, 106 Ost Randolph Str. Borzüze
licher deutscher Mittagstisch
Fr ank Roder, Wirthschaft und Restaurant, 101
und 6-03 State Str.. Ere 61. Str., Chicago. Die
jeinsten Speisen und Geträntke.
Weinstuben.
H enry Kau. 165 Ost Adams-Str. Importeur'-:-
ner Rheinweine. Kellerei in Büdesheim Bingen
am Rhein.
Kunz & Co., Importeure von Rhein - Weinen.
Weinstube zur Binger Brück. 52 LaSalle Str.
—— .
Wirthschaften.
Old Quinch No. - Chas. W. Deubler, 58-60-62
Losolte Str., Ecte Randolph, gegenüber dem Rath
aus.
Wer trägt die Schuld ?
Die Z3jährige Ruth Hulten, deren Eltern
No. 14 Oat Place wohnen, wurde gestern
früh, als sie die Straße vor einem electrischen
Wagen der Belton Ave.-Linie zu kreuzen
versuchte, von diesem an der Ecke der Bel—
mont Ave. und Oak Place überfahren und
100 Schritt weit fortgeschleift. Der Motor
mann Gustav Mathias von 1968 N. Paulina
Straße, versuchte alles Mögliche, um den
Wagen zum Stehen zu bringen, doch war
dies, weil er zu schnell gefahren war, unmög-.
lich. Als das Kind unter dem Wagen hervor
gezogen wurde, war es bewußtlos. Der hera
beigerufene Arzt constatirte den Bruch der
beiden Schenkeltknochen des linken Beines, au-
Berdem war der ganze Körper und das Ge
sicht voller Wunden. Die Schwerverletzta
wurde nach dem Augusta-Hospital gebracht.
Als gestern Nachmittag Jacob Coster von
No. 820 W. 21. Place das Haus 749 W. 21.
S—
topfüber die von der Straße nach dem Erd
geschoß führende Treppe hinab, brach das
Genick und war sofort todt.
—— ——
PATEN T 2
belorat rhaaclihri Peot ssche Zelchnun—
——— ELTZER & cO., ———
Sui ; a textyerwititn und lenter r ter.
DagoM
; ; Das “Frenen
Heile Dich selbst! Specife versagt
. nie die Wirkung
bei jeglicher Erkrankung der Harnorgane und trant
hafter Ergietzung derselben, bei beiden Geschlechtern
lcat seder dlashe be p ue Gebraudsanweisuns
a ; 5 SI.OO. on jedem
en rene ee
er: Sianl Ba Buren us. Abe Chicago, JU
Das Mary Thompfon Hospital
: on Chicago,
für Frauen und Kinder,
Adams Straße, Ecke Paulina,
ein großes, luftiges Gebäude, 18 angenehme Privat
nmer tebe ennior Bards. Rebmt Ouden tue—
dur Thür.

xml | txt