OCR Interpretation


Abendblatt. [volume] (Chicago, Ill.) 1894-1899, July 27, 1899, Image 6

Image and text provided by University of Illinois at Urbana-Champaign Library, Urbana, IL

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn83045004/1899-07-27/ed-1/seq-6/

What is OCR?


Thumbnail for 6

6
0 -
Stäädtisches.
Der Schulrath.
Graham darf auf keine Straflosigkeit
rechnen, selbst wenn seine Freunde
3 das Defizit decken.
Gehaltsreduktion. Stehende Aus schüsse.
unterbreitete Herr Loesch eine Resolution.
folgenden Inhalts:
In den Zeitungen sei berichtet worden, daß
Beamte des Schulrathes versprochen hätten,
der Defraudant würde nicht strafrechtlich
verfolgt werden, wenn die unterschlagene
Summe ersetzt würde. Ein solches Verfah
ren würde eine üble Wirkung auf die öffent—
liche Moral haben; der Schulrath uniersage
es somit seinen Beamten, nit Graham oder
dessen Vertreter irgend ein derartiges Ueber
eintommen zu treffen. Diese Resolution
3 wurde mit allen gegen die Stimme des
Schulrathsmitgliedes Mark angenonmen.
2 Dasselbe geschah mit einer von Schul—
rathsmitglied Rogers unterbreiteten Reso—
lution, in welcher der Schulrath den jetzigen
Setretär Legner und den Anwalt McMa—
hon offiziell beauftragt, von Graham oder
dessen Vertretern, sowie wenn das erfolglos
sei, von den Cautionsgesellschaften, die für
ihn Bürgschaft stellten, die fehlende Summe
zu verlangen. Die genannten Beamten wur—-
bden autorisirt, das Geld von irgend Jemand
anzuneh:nen, der den Fehlbetrag dem Schul
rath ersetzen wolle.
Schließlich wurde noch eine Empfehlung
des Finanz-Comites des Inhaltes ange—
nommen, daß in Zukunft die Einnahmen
und Ausgaben des Schulrathes schärfer con
“itolirt werden sollen.
Wie es gestern hieß, fehlten den Freun—
den und Angehörigen Graham's nur noch
etwa S3OOO, um die von ihm unterschlage—
Inen $34,500 zu ersetzen. Sie hoffen den
vollen Betrag zu Händen zu haben, wenn
heute der Resolution des Schulrathes ge—-
mäß der Betrag von Neuem von ihnen ver—
angt wird. :
Eine Resolution des Schulrathsmitglie—
des Dr. Christopher, es solle ein neues De—
partement für wissenschaftliche Pädagogik
sd Kindesstudien geschaffen werden, wurde
uf den Wunsch des Antragsstellers dun
Anterausschuß überwiesen, zu dem Präsi—
ent Harris dieSchulrathsmitglieder: Chri
opher, Meier, Loesch, Mark und Stolz
nannte.
Ein Antrag des Schulrathsmitgliedes
Ballagher, aus den Regeln für die Aufnahme
won Zöglingen zur Normalschule solle die
Bestimmung gestrichen werden, daß Abitu—
ienten von städtischen Hochschulen, welche
ihrem Abgangszeugniß mindestens 90
; erhielten, ohne Examen in die Nor—
se aufgenommen werden sollen, ging
ger Debatte verloren, da nur neun
——— thsmitglieder für denselben stimm—-
ten. Gallagher vertheidigte seinen Antrag
damit, daß die Ausnahmestellung der Hoch—
sschulabiturienten eine Ungerechtigteit gegen
die zahlreichen Studenten sei, die nicht die
Hochschule absolvirten, und die sich einem
Erxamen unterziehen müssen, wenn sie Auf—
me in die Normalschule finden wollen.
versicherte, und Schulsuper:niendent Dr.
ndrews pflichtete ihm bei, daß die Hech-
Achul-Abiturienten nicht selten einflußreiche
Fürsprache zur Geltung bringen und bessere
Abgangszeugnisse erhalten, als sie in Wirk—
Hchteit verdienen; so komme es denn, daß die
Normalschule stets überfüllt sei, und daß ein
bedeutender Prozentsatz der Zöglinge in der—
selben das Schlußexamen nicht besteht.
Die Empfehlung des Finanzcomites,
baß alle Lehramts-Angestellten, welche ein
Jahresgehalt von S2OOO oder mehr bezie
hen, sich für die letzten vier Monate d. J.
Gehaltsabzug von fünf Prozent ge—
lassen sollen, wurde ohne jede Dis—
sion angenommen. Betroffen werden
hn dieser Gehaltsreduktion bie folgenden
heamten, welche die dabei angeführten
sahresgehälter bezogen:
kuperintendent. . . . . .57000
Distrikt-Superintendenten, aà. 4000
ODistrikt-Superintendent. .. 3500
1 Supervisor des Sprachunterrichts 3000
Assistent der Normalschule . . 3000
6E Assistenten in der Normalschule, a 2000
1 Hochschulen-Vorsteher, à . . 83000
2 Hochschulen-Vorsteher,, à . . . 2500
1 Vorsteher (Medill-Hochschule) . 2700
37 Hülfs-Vorsteher in Hocthschulen,
..... 2000
Vorsteher von Primärschulen, à 2500
4 Vorsteher von Primärschulen; à 2200
Präsident Harris verlas die folgende
Liste der stehenden Comites für das nächste
Ecuhahr:
Schulverwaltungs- Comite:
Brenan (Vorsitzer), Sherwood, Loesch, Ca
smeron, Sherman, Keating, O'Keeffe, Sex—
n Woiff, Dawes, Stolz, Christopher.
Comite für Schuldiener uns
Schulutensilien: Gallagher (Vor
ssitzer), Keating, Mark, Rogers, Cameron.
Comite für Gebäude und
Wrundstücke: Rogers(Vorsitzer), Dow—
sey, Mart, Sherwood, Gallagher, Tameron,
Sexton, Loesch, Claussenius.
dFinanz-Comite: Mark (Vor-
Mher), Downey, Rogers, Schwab, Dawes.
Justiz-Comite: Sexton (Vor—
ssitzer), Schwab, Dawes.
Comite für Schulfonds: Sher
wood (Vorsitzer), Rogers, Downey, Walleck,
Loesch, Wolff, Dawes.
Hochschul-Comite: Sherman
sVorsitzer), Gallagher, Meier, Keating,
O Keeffe, Wolff, Stolz.
Comite für Handfertigteits-
Pnterricht: Donneh (Vorsitzer), Mark,
eier, Sherwood, Christopher, Walleck,
Comite für Special-Fonds:
tron Worsiter), Schwab, Brenan,
Comite für Unterricht im
Zeichnen: Wolff (Vorsitzer)d, Dawes,
Gallagher, O'Keeffe, Claussenius.
Comite für Musikunterricht:
Loesch (Vorsitzer), Meier, Sherman, Schwab,
Wolff.
Comite für Unterecht im
Deutschon: Stolz (Vorsitzer), Brenan,
Sherman, Christopher, Claussenius.
ComitefürUnterrichtim Tur—
nen: Meier (Vorsitzer), Christropher, Wal—
leck, Sexton, Stolz.
Comitefür Schulzwang: Chri
stopher (Vorsitzer), Loesch, Meier, Schwab,
O' Keeffe.
Normalschul-Comite: Keating
(Vorsitzer), Christopher, Sherwood, Sher—-
man, Schwab, O' Keeffe, Sexton.
Comite für Einschränkungen
und Reformen: Claussenius (Vor—
sitzer)d, Cameron, Gallagher, Loesch, Stolz.
Comite für Geshäftsregeln:
Walleck (Vorsitzer), Downeh, Rogers, Martk,
Christopher.
Die Vertheilung der Schulrathsmitglieder
auf die Distriktscomites hat deimulro
Präsidenten, wie er angab, besondere Schwie
rigkeiten gemacht, da zehn Mitglieder des
Schulrathes im ersten Schuldistrikt wohnen
und mehrere Distrikte überhaupt nicht a
Schulrath vertreten sind. Die von ihm auf
gestellte und vom Schulrath gutgeheißene
Liste der Distrikts-Comites lautet:
Distriktt No. 1: Rogers, Christopher und
Mark.
Distrikt No. 2: Schwab und Sexton.
Distrikt No. 3: Loesch, Meier und Ca—
meron.
Distrikt No. 4: Sherman, Wolff und
Downey.
Distrikt No. 5: Walleck und Gallagher.
Distrikt No. 6: Sherwood, O'Keeffe und
Harris.
Distrikt No. 7: Keating und Claussenius.
Distrikt No. 8: Brenan, Dawes und
Stolz.
Der Schulrath vertagte sich dann bis zum
6. September.
Ein gefälliger Richter.
Waterman gestattet einen Aufschub desDreyer—-
Prozesses bis zum August-Termin.
Den Anwälten des Ex-Bankiers E. S.
Dreyer ist es doch gelungen, eine Verschie
bung der Verhandlungen bis zum August-
Termin des Criminalgerichts durchzusetzen.
Der Rednerkampf für und wider den An
trag auf Verschiebung war einer der leb
haftesten, der je im Criminalgericht geführt
wurde. Der Aufschub wurde vom Richter
atran schließlich nur aus dem Grunde
gewährt, weil George Schneider, der
frühere Präsident der National Bank of
der ein wichtiger Zeuge in diesem
Prozesse ist, auf einer Reise begriffen und
daher unerreichbar ist.
Diese Versicherung wurde dem Richter
durch „Affidavits“, die Advokat Austrian
und Dreyher vorlegten, gegeben. Hülfs-
Staatsanwalt Barnes legte Namens der
Anklage ein „Affidavit“ vor, in welchem
gesagt wurde, daß George Schneid·rr am
vergangenen Dienstag in seinem Heim ge—
sehen worden sei. Doch der Richter ge—
währte trotzdem den Aufschub. Dieses Ein
gehen des Richters auf die Verschleppungs—-
politik der Vertheidiger Dreyer's war eine
große Ueberraschung für die Anwälte der
Anklage. Im Bureau des Staatsanwalts
es später, daß der Fall, wenn er am
7. August zur Verhandlung gelangt, vor
einen anderen Richter gehracht werden
wird, obwohl sich Waterman freiwillig er—
boten hatte, den Prozeß zu leiten.
Die ganze gestrige Sitzung war nichts
weiter als eine Komödie. Die Anwälte der
Verthridigung behaupteten, daß Schneider
vor zwei Wochen nicht von seiner Ferien
reise heimkehren würde, worauf Hülfs—
Staatsanwalt Barnes wie folgt erwiderte:
„Ich ging heute kurz nach Eintritt der Mit
tagspause nach der Wohnung Geo. Schnei—
der's, No. 2000 Michigan Avenue. An der
Thür wurde ich von einem Dienstmädchen
angehalten, das mir auf meine Frage, ob
Herr Schneider zu Hause sei, die Antwort
gab: Nein. Ich frug nach Frau Schnei
der und erfuhr, daß sie krank sei. Tarauf
sandte ich Frau Schneider meine Visiten
karte und ließ ihr mittheilen, daß ich
Hülfs-Staatsanwalt und vom Richter hier
her geschickt sei, um zu erfahren, wo Herr
Schneider sich aufhalte, und wann er event.
heimkehren würde. Frau Schneider ließ
mir sagen, daß sie mir nichts mitzutheilen
hätte. Ich ging dann in den Garten und
traf dort den Gärtner, von dem ich erfuhr,
daß Herr Schneider noch am Dienstag, drei
volle Tage, nachdem die Verhandlung des
Dreyer-Falles angesetzt worden, in der
Stadt war.“
Als Richter Waterman trotzdem dem
Antrage der Vertheidigung zustimmte, sagte
Barnes in sehr lauten Tone: „Dann be—
antrage ich, daß der Fall vom Kalender
Ew. Ehren gestrichen wird.“ Anwalt
Austrian schrie darauf Barnes entgegen:
„Wir erheben Einwand; wir wollen nur
eine Verschiebung des Falles, und nichts
anderes.“
Toödtlich verwundet. -
In dem Glauben, seine Frau erschossen zu
haben, sucht Lorenz Lakowski sich selbst
zu tödten.
Der Arbeiter Lorenz Lakowski, No. 327
N. Paulina Straße, welcher seit längerer Zeit
außer Beschäftigung war und sich dem Trunk
ergeben hatte, verfolgte heute Morgen seine
Frau mit dem Revolver in der Hand und
feuerte. Sie stieß einen Schrei aus und La
kowski, welcher glaubte, daß er sie getödtet
habe, richtete die Waffe gegen seine rechte
Schläfe und feuerte abermals.
Er befindet sich jetzt im St. Elizabeth-
Hospital und sein Auftommen wird be—-
zweifelt.
———————— ——
Al: Leuiateiten im Abendblatt tur dun
Die Mucker siegen.
Hunt's Razzia auf den Edelweiß-Club.
Inspektor Hunt hat gestern Abend, um
den Wünschen der Wassersimpel entgegen—-
zukommen, den Geschäftsführer und zwan
zig Kellner des Edelweiß -Clubs, 57.
Straße und Cottage Grove Avenue,
welches Lokal den Muckern schon lange ein
Dorn im Auge war, verhaftet, und zwar,
womit er sein Verhalten zu rechtfertigen
sucht, auf einen leisen, von dem stellvertre
tenden Mayor Walker ertheilten Wink hin.
Ganz herzlos hat er sich immerhin nicht er
wiesen, denn er ließ noch 20 Kellner zur
Bewirthung von 500 durstigen Seelen, die
dem Conzerte lauschten und dabei Gambri—-
nus huldigten, zurück, allerdings nur, wie
böse Menschen behtupten, weil er
nicht im Besitze von genügend
Haftbefehlen war. Ihnen schlossen sich
auch bald die sofort gegen Bürgschaft auf
freien Füßen gesetzten Arrestanten wieder
an, so daß die Clubmitglieder vor dem Ver—
dursten für's Erste geschützt blieben. Die
Verhaftungen wurden, wohl mit Rücksicht
auf die zahlreich erschienenen Vertreterin
nen des schönen Geschlechts, welche nicht so
entartet waren, um einen guten Tropfen
zu verschmähen, so zart und geräuschlos,
als möglich vorgenommen. Zwar erbleichten
manche holde Damen, als die Patrouillewa—-
gen vorfuhren. Etwaige Besorgnisse wurden
aber bald verstreut, als Inspektor Hunt
mit lächelnder Miene sich dem Geschäfts—
führer B. F. Welty näherte und ihm zu—
flüsterte, daß er ihn in seiner Office zu
sprechen wünsche, die Kutschen warteten
draußen. Leutnant Wood und acht Detec—
tives hatten sich inzwischen die beiden
Schankwärter und 17 Kellner als Opfer
ausersehen und, sie nach den Patrouillewa
gen complimentirt. Die Geschichte verlief
glatt wie am Schnürchen. N. A. Mayer,
der Präsident des Edelweiß-Clubs, unter—
geichnete die Bürgschaftspapiere für die
Arrestanten, welche um halb 11 Uhr schon
wieder fleißig damit beschäftigt waren, den
Wünschen der Clubmitglieder Rechnung zu
tragen. Die Namen der Verhafteten
sind: B. F. Welty, Geschäftsführer;
Morris Vehon, Fritz Heny, John
Dalzer, Uhriel Landgraf, John Six, Joe.
George Willard, A. Deqguerre,
Chas. Zwirn, E. A. Miller, William
Front, Frank Rotter, EmilHutganger, Er—-
nest Uhmickel, Emil Bauman, S. A. Hoff-
Ben. Krucher, A. Schleiwelsky und
John Barnes. ;
Inspettor Hunt hatte, um genügend Be—
weismaterial gegen den Club wegen unbe—
fugten Verkaufs geistiger Getränke zu sam—
meln, den Detectiv Jesse Gilman veran
laßt, dem Club beizutreten. Gilman wie—
derum schleppte allabendlich seine Collegen
Mullen, Phelps, Fah, Burke, Duffy und
Andere mit sich und spendete während einer
sein Geld in dem Lokale für Ge—
tränte. Die Verhaftungen sollten ursprüng—
lich heute vorgenommen werden, in einer
Conferenz aber, welche der stellvertretende
Mayor Waltker, Polizeichef Kipley und In—
spektor Hunt gestern abhielten, wurde be—
schlossen, noch im Laufe des Abends die
rs abzuhalten.
Inspektor Hunt erklärte, daß jetzt all
abendlich die Angestellten des Clubs ver—-
haftet werden würden, falls der Club den
Verkauf geistiger Getränke nicht einstellt.
Anwalt Kelly, der Rechtsbeistand des
Clubs, wird aber, um dieser Eventualität
vorzubeugen, einen Einhaltsbefehl gegen die
e erwirken, falls diese ihre Drohung
wahr machen sollte.
Einhaltsbefehl nachgesucht.
Der Gastrust in Ungelegenheiten.
Richter Chetlain wird sich heute mit
einer sensationellen Klage beschäftigen, wel—-
sche Grundeigenthümer von Hyde Park und
Calumet einreichten und die gegen
ldie People's Gas Light & Cokle Co., resp.
den Gastrust gerichtet ist. Die Kläger
ssind Daniel C. Gordon, Gerrit Otto, Phi—
lipp Tanis, A. F. Pearson, Jacob P.
Smith, Frank S. Melvin und Nellie M.
Nowack, deren Grundeigenthum an State
Straße, Michigan, Wabash, Indiana und
Stewart Avenue, Wallace, 109.,, 111.,
112. und 120. Straße liegt.
Die People's Gas Light & Cote Co. hat
bekanntlich alle anderen Gasanstalten in
Chicago, elf an der Zahl, verschluckt und
legt jetzt auf Grund eines städtischen Er—
laubniß scheines Gasröhren in den angeführ—
ten Straßen. Nach dem Inhalt der Kla—-
geschrift entstehen durch die Ausschachtung
für die Gasröhrenlegung Straßenblockirun—
gen und ihr Grundeigenthum wird da—
durch geschädigt.
„Die People's Gas Light H Coke Co.“,
heißt es in dem Gesuche, „ist, weil ein
Trust, eine ungesetzlicher Weise bestehende
Corporation, und alle von ihr beanspruchten
Gerechtsame entbehren jeglicher gesetzlichen
Berechtigung. Aus diesem Grunde hat die
Gesellschaft auch nicht das geringste Recht,
: Straßen aufzureißen, Röhren zu legen,
Gas zu fabriciren und zu liefern, und der
von der Stadtverwaltung der Gesellschaft
gegebene Erlaubnißschein zum Aufreißen der
Straßen ist recht- und werthlos.“
Dem Klageantrag, der gestern eingereicht
rr waren Abschriften des Antitrust—
Gesetzes sowie der protokollirten Verschmel
zungsurkunden beigelegt. Es wird zugege—
ben, daß die Stadt nach dem Stadt-Charter
das Recht habe, einzelnen Gasgesellschaften
; Aufreißen der Straßen zwecks Röhren
legung zu gestatten, auch in den annektirten
Stadttheilen, aber die Rechtsgültigkeit der
People's Gas Light & Coke Co., als Nach
folgerin von elf verschiedenen Gasgesell—
schaften, wird bestritten.
Richter Chetlain wird ersucht, die Gesell—
schaft vorläufig durch einen Einhaltsbefehl
an dem Aufreißen der Straßen zu verhin—
Abendblatt. Donnerstag, 27. Juli 1899.
Armstrong's Auslieferung.
Nicht seine Gattin, sondern seine Geliebte
führte die Polizei anf des Flüchtlings
Fährte.
Detectiv Frank Tyrrell, dem es gelungen
war, den Geschworenenbestecher Wm. Arm—
strong in Port Angeles, Wash., zu verhaf—-
ten, wurde gestern vom Staatsanwali ange—
wiesen, in Seattle, Wash., sofort einen tüch—-
tigen Advokaten zu engagiren, welcher Arm—
strong's Versuch, sich durch ein Habeas Cor—
pus-Verfahren den Maschen des Gesetzes zu
entziehen, bekämpfen soll. Tyrrell ersuchte
um umgehende Zusendung einer Avschrift
der Anklage. Diesem Wunsche wurde sofort
gewillfahrt.
Die Frau, in deren Gesellschaft sich
Armstrong in Port Angeles, Wash., befand,
war, wie gestern -Staatsanwalt Deneen
offiziell erklärte, nicht die Gattin des Ge—
schworenenbestechers. Diese Thatsache war
sowohl dem Staatsanwalt, als auch den
Detectives Tyrrell und MecGarrh bekannt,
ehe sie Chicago verließzen. Die „Dame“ ist
unter dem Namen Maud Adams, Maud
Brooks und anderen „Aliasen“ bekannt.
Sie verkehrte in Coughlin's Wirthschaft, in
welcher Armstrong als Schankwärter be—
schäftigt war, und galt als seine Geliebte.
Sie wurde beobachtet und führte die Detec
tives unwissentlich auf Armstrong's Fährte.
Seine Gattin lebte schon seit Jahresfrist
von ihm getrennt, bei ihren in der Whipple
Straße wohnhaften Eltern.
Wie Armstrong, so verließ auch der Ex—-
Bailiff James J. Lynch Chicago bei Nacht
und Nebel in Begleitung seiner Geliebten,
welche angeblich die Tochter eines Geistli—
chen ist. Seine rechtmäßige Gattin ließ
er sizen. Letztere wohnt auf der Westseite.
Wie Staatsanwalt Deneen annimmt,
befindet sich Coughlin in Canada. Von
größter Wichtigkeit für die Anklagebehörde
ist das Resultat des von Armstrong ange—
strengten Habeas Corpus-Verfahrens, wel—
ches den Zweck hat, seine Auslieferung zu
verhindern. Er beruft sich darauf, daß er
des unordentlichen Betragens angek!agt ist,
welches ein Vergehen und kein Verhrechen
sei, für welches seine Auslieferung den be—
stehenden Gesetzen gemäß verlangt werden
könne.
Uebrigens wurde Armstrong gestern in
Seattle vom Friedensricht:r Austin als
Justizflüchtling bis zum Eintreffen der
Auslieferungspapiere, die am Samstag er—
wartet werden, unter $30,000 Bürgschafi
gestellt.
——
Selbstmordversuch.
Ein Chicagoer durchschneidet sich in Denver
im Irrsinn den Hals.
Mit der scharfen schartigen Kanle einer
alten Blechkanne versuchte gestern Nachmittag
ein früherer Chicagoer, T. I. Swansbo—-
rough in Denver, Col., der auf der Reise zu
seinen Verwandten in Chicago war, sich sei
nen Hals zu durchschneiden und so seinem
Leben ein Ende zu machen. Er war zur
Zeit im Stadtgefängnisse, wohin man ihn
wegen sonderbaren Gebahrens, welches Gei—
stesgestörtheilt verrieth, gebracht hatte. Mit
aller Gewalt hatte er nämlich sein Geld,
mehrere hundert Dollars, und seine Uhr
einem Polizisten aufdrängen wollen, der ihn
in der richtigen Annahme, daß er · nicht bei
Verstande sei, in Gewahrsam brachte.
Während der Nacht phantasirte Swans·
borough fortwährend von einem Morde, den
er in Chicago begangen zu haben sich ein
bildete. Er kehrte erst kürzlich aus Alaska
zurück, weshalb man annimmt; daß die An
strengungen, die er in Klondite durchzurma
chen hatte, seimnen Verstand zerrütter haben.
Swansborough brachte sich metrere böse
Wunden bei und wurde bewußtlos aufgefun
den, doch hofft man seine körperliche Gesund
heit wieder herstellen zu können.
*
Baseball.
Ihrem bisherigen Verhalten treu blei
bend, brachten die Chicagoer es auch gestern
fertig, ihr Spiel zu verlieren, und zwar
diesmal gegen die Philadelphiaer. Die
Disziplin scheint eine sehr traurige in dem
Chicagoer Club zu sein. Score:
Vhilad. R. H. P. A. E.] Chicago. R. H. P. A. e
Cooley, Ib. .. 014 0 osßyan, lf. ..12100
Thomas, cf..d. 0 40 ti. 1 2ao 2
Dyanth . 3 3 10 ooMertes ch d 2 101
Fuick rf. 2 2 001 oCberitt 1b 1 01n2 60
Lauder 3b 014 2 IMeEora bi 28
MeFF land, c 0 0 2 1 o 6 sCallahan,ss..ol4 42
Crsfs i 2scConnor 60 003 ;
Crosjt. ·b.. ..0 1 0 6 ooDonahue.c..o 04 00
Donahue.p..l 2 0 1 oTaylor. p ..o 1110
Total ... 02716 al T0ta1.... s d ;
Chicago· 1 o 0 0 9 0 219 o—s
Philadelphia . . 00020300—7
„Two-Base Hits“ Mertes (2). „Sacrifice Hit“
Thomas. „Stolen Bases“ Flick, Rhan, MCormick.
Callahan. „Bases on Balls“ Off Taglor: Flick; off
Donahue: Ryan, Taylor. „Hit byh pitched Ball“ —by
Taylor: Thomas. „Struck out“ —By Donahue: Calla
han, Taylor; by Taylor: Thomas. „First on Errors“
Philadelphia, 4; Chicago, 8. „Left on Bases“
Philadelphia, 6; Chicago, 7. „Double Play“ Mec--
Cormick to Callahan to Everitt. Umpire
AO Day. Hülfs-Umpire MeGarr. Zahl der Be
sucher
In Louisville.
Lomspbille o 1 00160000
Brooklon. o eoo 1000 0—:
In Pittsburg.
Piilgäburga. 1o 001
Washington.. . 000 000 000 I—l
In Cincinnati.
1. Spiel.
Cincinnati.. . 0 2 0 0 0 0 o 0 o—s
Boston ee 1302 08 0 0 o—o 9
2. Spiel.
Cincinnati d 1 o 00000 0000 1—
Bhston o 0 00000600 o—l
In St. Louis.
Et Lonï.. 20 00 000 1—
NewHYork.. . o 0 0 001 00 o—-
Die Clubs stehen wie folgt:
Gewonnen. Verloren. Prozent.
Brookly. 57 26 687
Boston. . . 52 30 634
Ei Louit 140 33 sOB
Philadelphia . . · · 10 34 bvo
Baltimort.. . · · 46 35 568
Chitago. 12 36 556
Pitatura 27 42 500
Cincinnati .... 10 42 488
Nere York.. . 2; 46 432
Louispille . .. .32 47 413
E 55 360
Eleprland.· . ls 68 181-
Heutige Spiele:
Philadelphia in Chicago.
Boston in Louisville.
. Brooklyn in St. Louis.
New York in Cincinnati.
; Baltimore in Cleveland. ;
Halten treu zu ihrem Vater.
Dietrich Bicknese als Vormund der Kinder
Cuetgert's abgesetzt.
Auf Grund des Gesuchs von Louis A.
und Elmer Luetgert, den jungen Söhnen
des zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe ver
urtheilten Gattenmörders Adolph Luetgert,
hat Nachlaßrichter Batten gestern den von
ihm erlassenen gerichtlichen Befehl wider—
rufen, welcher Dietrich Bicknese, den Bruder
der ermordeten Frau Luetgert, zum Vor—
mund der Knaben bestellte. Die Petenten
erklärten, daß sie dazu verleitet worden
seien, das Gesuch um Ernennung eines
Vormundes zu unterzeichntn, und keine
Ahnung von der wirklichen Bedeutung der
Vormundschaft gehabt hätten. In dem ur—
sprünglichen Gesuch war Frau Louise Luet
gert als todt bezeichnet. Wie nun der
kleine Louis in einem „Affidavit“ erhärtet,
hat er diese Bemerkung in dem Schriftstück
nicht gesehen, widrigenfalls er sich geweigert
haben würde, das Dokument zu unterzeich
nen; denn er habe keinerlei Kenntniß von
ihrem Tod-. ;
Zur Begründung ihres Gesuchs auf Ab—
setzung des Vormundes bemerken die beiden
Knaben, daß sie seit der Verhaftung ihres
Vaters am 17. Mai 1897 in der Familie
von Wm. Charles freundliche Aufnahme
gefunden hätten. Ihren Vormund Bicknese
brzeichnen sie als einen Feind ihres Vaters,
da er ja auch im Criminalgericht gegen ihn
Zeugniß abgelegt habe. Er habe nichts
weiter im Auge gehabt, als die Kinder zu
verhindern, sich irgendwie mit ihrem Vater,
an dem sie noch immer mit kindlicher Liebe
hingen, in Verbindung zu setzen.
Verlassene Kinder.
Vier kleine Mädchen im Alter von zwei
bis sieben Jahren, Kinder der Frau Emme
Mielke, wurden Dienstag Nacht, jammernd
und wehklagend auf der Schwelle der elter
lichen Wohnung, No. 181 W. 22. Plaee,
hockend, von einem Passanten bemerkt. Auf
Befragen gaben die Aermsten an, daß ihre
Mutter sie verlassen habe, um nach Milwau—
tee zu gehen und dort Arbeit zu suchen, und
daß der Vater kürzlich wegenHundediebstah!s
verhaftet worden sei. Die armen Würmchen
fanden ein vorläufiges Unterkommen in der
Harrison Straßen-Station. Sie werden
wahrscheinlich dem „Home for the Friendleß“
überwiesen werden.
Heirathsscheine.
Die folgenden Heirathsscheine wurden ge—-
stern ausgestellt:
Ulter.
Paul Wienold, Eveline Hardike . . 22—23
Henry L. Iserman, Isabella Monroe 29 —32
AÄlbert Becker von Milwaukee; Helen
Sherman von Detroit .. . .. . . 30—20
Jusef Dybas, Katarzyna Sendra . . N— 2
John O. Martin, Mary Thompson . 425—15
Chärles O. Kresen, Augusta Maves . 52- —AO
Alex Pollock, Margareth M. Stett . 25—19
Harry H. MacMillan, M. M. Tornell 20—24
Benj. I. Blameuser, Jos. M. Gerbel 28—19
Clyde H. Wallace, Mary E. Bourne 25—-22
August C. Brown, Clara Losey. . . 26 —2B
Harry W. Majoribanks, T. Eline 23—24
William W. Turner, Nellie E. Foster 32—23
Wesley Sheren, Adelaide Bruns .. 28—20
Jan Hliebanowski, Bron. Cihockti .. 32—7
Edward Kadlec, Emma Holan .. . 21 —2O
Charl. Schroeder, Annie Gestler.. . 23-—2O
Wm. Larkin, Mary Fieddler ... . 41 40
Nelsa A. Nottleson, Harriet I. Dill . 33 23
Charl. W. Hall, Virginia B. Farrow 28—18
Fred Jaeger, Anna Bettenbender . . 24—20
Henry P. Altman, Lillie IJ. Hammer 24—24
William Wettron, Alice Chrysler . . 35—28
Frank H. Perkins, Grace MeGibeny 25—22
Andrew Erickson, Martha Larson . . 27—6
Henry W. Veit, Laura Trute . . . . 22—20
Thomas Miller, Lydia MeFadden . . 26—26
Frank Masek, Mary Rolek ...... 29 ——l
Anthony I. Ryan, Agnes Mason .. 23—22
Paul Dykinski, Stella Kracik . . . . 26 7
Edward Delaney, Elizabeth Levinger 24 —23
James C. Rogers, Flor. E. Miller. 22—12
Frantk Roos, Elba 0150 n.... . . 2 —1
Stanitlar Szukala, Jadwigar Noga 22—21
Gerard Velthouse, Nellie Breen . . . 30—28
A. Christianson, Wilh. K. Schroeder 34—31
Garwood Hinman, Anna Young. . . 29—25
P. Jankowsky, Jozefine Bendik . . . 36 —2O
Carl E. Roehling, Hulda M. Leon . 24--22
Jakob Podloszek, Weronika Masuk . 22—20
William H. Riley, Maggie Murphn. 32—20
Leopold Peckof, Anna Krauleidis . . 30 —2O
Archie Venoble, Belle Curtis . . . . 23—21
William Gray, Louise A. Weck ... 30 —25
Peter Van Wazer, Mamie Murphy . 23-—8
S. I. A. Conner, Myra G. Maddock 33—23
James E. Webster, May Lauce .. . 309 —25
Todes fälle.
Vom Gesundheitsamt wurden gestern die
folgenden Begräbnißscheine ausgestellt (in der
Liste sind nur Todte mit deutschem Namen
angeführt):
Henry Strielow, 27 Jahre alt; gestorben
am 21. luli.
Frank Haase, 14 Jahre alt; No. 693 W.
17. Straße; gest. am 23. Juli.
Adolph Porak, 54 Jahre alt; No. 174 19.
Straße; gest. am 24. Juli.
Dorothy Von Der Heide, 80 Jahre alt;
No. 782 Carroll Avenue; gest. am 4. Juli.
Emma Hespeler, 56 Jahre alt; No. 772
West Adams Straße; gest. am 24. Juli.
Christ Cohn, 64 Jahre alt; No. 598 Nord
Wood Straße; gest. am 24. Juli.
Henry A. Lehmann, 48 Jahre alt; No.
285 West Ohio Straße; gest. am 23. Juli.
William T. Best, 59 Jahre alt; No. 1576
Fulton Straße; gest. am 24. Juli.
Susan Storm, 71 Jahre alt; No. 1200
Sheffield Avenue; gest. am ?4. Juli.
Julia Schmidt, 51 Jahre alt; No. 771
W 20. Straße; gest. am 25. Zuli.
George Martin, 34 Jahre alt:; No. 115
Sholto Straße; gest. am 24. Juli.
Rose M. Sellers, 55 Jahre alt; No. 514
La Salle Avenue; gest. am 24. Juli.
Maria Conrad, 75 Jahre alt; No. 1943
N. Robey Straße; gest. am · 24. Juli.
Richard A. Eppens, 34. Jahre alt; No. 718
Winthrop Avenue; gest. 24. Juli.
Frank Lindahl, 6 Jahr 4 alt; No. 1317
Noble Avenue; gest. am 24 Juli.
Frau F. M. Tilliach, 57 Jahre alt; No.
1631 Fletcher Straße; gest. am 23. Juli.
Theodore Sutter, 61 Jahr alt; No. 3547
Emerald Avenue; gest. am 26. Juli.
Pearl Grennauer, 20 Jahr alt; No. 944
35. Straße; gest. am 25. Juli.
William Schmidt, 30 Jahre alt; No. 115
Ontario Straße; gest. am 25. Juli.
Emma Keßwich, 33 Jahre alt; No. 762
Hadden Avenue; gest. am 25. Juli.
ï“6
Bauerlaubnißscheine.
Folgende Bauerlaubnißscheine wurden ge
stern erwirkt: nda
Chas. Faege, öckiges Brick- W :
No. 22 Newberry ate 81000. opunans.
G. W. Conover, 3stöckiges Brick-Apart
Ne 821 Strahe: dis doo bartment.
M. Schmitz, 3stöckiger Brick-Lade—
Flats, No. 1155 Lincoln Avenue; cia
I. Freund, llftöckiger Brick- Anban, No.
402 neler Avenue; ʒI2OO. :
eering Harvesting Machine Co. Eisen
hießerei-Anbau, Ecke Fullerton und C ;
8000. Clupourn
Vom Gerüst gestürzt.
Durch den Zusammenbruch eines Hänge—
gerüstes sausten gestern fünf mit dern An—
streichen des Northwestern Hochbahnherüstes,
in der Evanston Ave., zwischen Miston und
Sheffield Ave., beschäftig!· Arbeiteo- - luf
tiger Höhe auf das Straßenpflasterzund tru—-
gen mehr oder minder erheoöliche Ferletzun
gen davon.
Die Verunglückten sind:
Charles Rowell, No. 173 Fuller
ton Ave., Schädelbruch und Rückgratsper—-
letzung.
E. A. Langley, No. 1088 Victor
Ave., Verletzungen an den Schultern und
am Rückgrat.
T. I. Ca se y, No. 1823 Morgin St.,
Verletzungen am Kopf und den Händen.
W. Cody, No. 1223 Oakdale Ave.,
Verletzungen am Rücken und an den Armen.
Adexander MeKillop, No. 320
Loomis Straße, Bruch des rechten Armes
und Schädelwunden.
Die Genannten hatten eben die Lage des
Hängegerüstes verändert und es wurde er
klommen, als sich der Unfall ereignete.
Es wurden den Verunglüctten von zwei
durch Augenzeugen des Unfalls benachrich
tigten Aerzten Nothverbände angelegt, wo—-
rauf sie per Ambulanz nach dem Alexianer-
Hospital überführt wurden. Dec Zustand von
Rowell wird als kritisch, der der übrigen
Patienten als nicht besorgnißerregend be—
zeichnet.
——— Ü æ sſtííïæ.
Ueberfahren.
In der Lincoln Avenue, nahe School
Straße, wurden gestern Nachmittag kurz
nach zwei Uhr, zwei kleine Mädchen, welche
dicht vor einer südlich fahrenden Trolley—
Car Motormann John Sheehan die
Straße zu treuzen versuchten, von dem
Straßenbahnwagen erfaßt und zur Seite
geschleudert. Die Verunglückten sind:
Reta Dornseif, fünf Jahrt alt,
No. 1816 N. Marshfield Avenue; Bruch
beider Beine, und
Katie Martini, sechs Jahre oalt,
No. 1816 N. Marshfield Avenue; Ver
lezungen am linken Bein.
Sie wurden vom Polizisten Berg von
der Sheffield Avenue-Station nach ihren
elterlichen Wohnungen geschafft und be—
finden sich in ärztlicher Behandlung.
Cachsfang an der Bellingham Bay.
Die Lachszuwanderung nach der Belling
ham Bayh und deren benachbarten Gewässern
setzt heuer selbst die ältesten Fischer in jener
fischreichen Gegend des westlichen Washing—-
ton in helles Erstaunen. Die Lachsfallen
besitzer hatten sich zwar auf ein ziemlich gu—-
tes Fangjahr gefaßt gemacht, doch die Menge
der aus dem Meere zum Laichen herbei
schwimmenden Lachse übertrifft selbst die
hochgespanntesten Erwartungen. Mehrere
der kleineren Lachseinmachanstalten in What
com Counth mußten tausende dieser Fische
aus den Fallen entweichen lassen, weil sie die
gewaltigen Menden nicht schnell genug zu
verarbeiten vermochten. Bei Anbruch der
Fangsaison wurden von den Lachspökeleien
für Lachse 175 Cents per Stück bezahlt, doch
jetzt ist der Preis auf 14 Cents gefallen und
wenn die reiche Zuwanderung anhalten sollte,
so wird ein weiteres Zurückgehen der Preise
sehr wahrscheinlich sein. Bewohner der öst
lichen Staaten, welche niemals das Empor—-
ziehen einer Lachsfalle (Trap) oder die Hand—
habung der gefangenen Lachse mit angesehen
haben, können sich kaum eine Vorstellung von
dem Bilde machen, welches sich in dem Fange
don 17,000 bis 20,000 Lachsen, von denen
nicht wenige bis zu 40 Pfund wiegen, n
tiner einzigen Falle darbietet.
Die meisten dieser schmackhaften Fische
werden in den vier Lachspräserve-Anstalten
in Fairhaven verbraucht, unter denen die
neue, von der „Pacific American Fisheries
Co.“ erbaute nicht nur die größte im Staate
Washington, sondern der ganzen Welt ist.
fF
Der Kronenschnitt der Obstbäume.
Wie wichtig es ist, die Hochstämme in ihrer
Jugend einem regelrechten Kronenschnitte zu
unterwerfen, kann man in vielen Gegenden
an dem überaus reichen Behang der Bäume
wahrnehmen. Junge Aepfel- und Birnen—
hochstämme, die vielleicht das erste oder
zweite Mal Früchte bringen, beugen sich un
ter der Last derselben, so daß man jederzeit
befürchten muß, die jungen Kronen würden
sich spalten. Die Aeste sind zu schwach, um
sie zu tragen ;dieser Uebelstand rührt daher,
daß man die Bäume nach dem Pflanzen sich
selbst überließ und sie nicht mehr regelmäßig
geschnitten hatte. Dadurch, daß man an
den jungen Kronen keinen Rückschnitt vor
nahm, bildeten sich zwar lange, aber schwache
Triebe, die sehr bald Blüthenktnospen ansetz
ten und Früchte brachten. Hätte man dage—-
gen diese Triebe zurückgeschnitten, so wären
statt der Blüthenknospen Seitentriebe (Ver
stärkungstriebe) entstanden, durch die sich die
zurückgeschnittenen Triebe um ein Bedeuten—
des verstärkt hätten. Daher ergeht an alle
Obstzüchter die Mahnung, die Kronen ihrer
jungen Obstbäume in den ersten 3 bis 4 Jah—
ren nach der Pflanzung einem regelrechten
Schnitt zu unterwerfen. Vor allem müssen
nämlich die jungen Bäume gut formirteKro
nen mit kräftigen Aesten erhalten, damit sie
später auch ihre Obstlast zu tragen vermö—
gen, ohne daß man gleich von Anfang an die
jungen Bäume mit Stützen versehen muß.
Von allen Seiten treffen Nachrichten ein,
welche bestätigen, daß die diesjähr:ge Wei—
zenernte im Staate In di a na eine sehr un—
günstige ist. In manchen Counties beträgt
dieselbe kaum die Hälfte der gewöhnüchen
anr in manchen geht sie sogar noch weit dar—-
unter. Nur in einigen Counties ist die Ernte
mittelmäßig ausgefallen. VBetreidehändler
schätzen die Gesammternte auf 20 Millionen
Lushel, einige derselben gehen sogar in ihrer
Schätzung auf 16 Millibnen herab.
England und Persien. 2
Der englische Handelsverkehr mit Per—
sien will keinen rechten Aufschwung nehmen.
Er stößt auf ein Hinderniß, dessen Ueber
windung, nach Behauptung der Interessen
ten, nicht in. ihrer Macht liegt. Dieses Hin
derniß wird durch den übermäßig hohen—
Zolltarif gebildet, den Persien von den zur
See, also von dem Persischen Meerbusen
her, eingehenden Gütern erhebt. Daher
nehmen die englischen Waaren, sogar der
aus Indien kommende und für Persien be
stimmte Thee, ihren Weg über Trapezunt
und Täbris, also über Land, wo ihnen die «
übermächtige russische Concurrenz das Leben ,
sauer mach!. Trapezunt liegt sozusagen an—
der Schwelle des russischen Hauses, aber
fern von der heimischen Operationsbasis des
englischen Handels; russische Wacren kön
nen daher wegen ihrer billigen Preisnoti
rung mit den englischen im ganzen Nord—-
westen Persiens mit Nutzen in Wettbewerb
treten und haben denn auch thatsächlich den
englischen Absatzmarkt schon sehr stark ein
geschränkt. Aus den Kreisen der englischen
Geschäftswelt kommen Klagen über Klagen,
nebst der ziemlich unverhüllten Forderung,
das Auswärtige Amt solle auf Persien ein
wirten behufs Herabsezung des an der See
grenze in Geltung siehenden Prohibitiv—
zolltarifs.
——
Geschäfts-Wegweiser
des
Abendblalt “
4 -
Advokaten.
G. W. Duwalt, deutscher Rechtzanwalt und No
früber Richter beim Landgericht Danzig. gim
701 Kedzie Building, 120 Randolph 2
Grundeigenthum. :
Seld ohne Commission zu 5, 54 und 6 Prozent 2l 2
baute? Chicagoer Grundeigenthum. Bau-Anleihen. Ê
H. O. Stone & Co., 206 Lasalle Straße.
; Optiker. -
L. Manassfe, Optiter, 88 Madison Sir., Tribune-
Gebäude. Brillen und Augengläser nach wißen·
schaftlicher Methode angepaßt. Augen werden ko
stenfrei untersucht. Künstliche Augen. Kodats.
Cameras und Zubehör. 4
Borsch & Co., Chicagos praktischer und gelernter
Optiker. Brillen und Augenglätet angerpaßt. Re
paraturen sauber uund schnell ausgefühet. 103 Ok
Adams Straße. Tel.: Main 1897.
Photographen.
Besucht Steven's Studio, MeVicker's Thea
ter, wo Ihr die besten Eotooraptien belommt;
15 bochfeine Cäbinets in drei rerschiedenen Stel
lungen für 53.00; neueste Sorte Platinum, 23.
das Dutzend. Offen Sonntags. Damen wer den
unentaeltlich frisirt.
Wringers.
i i -
ror en e r
Wrinaers und Sweepers reyarirt.
von der Wiege bis zum Grabe!
————
2
unseres Bismarct
in Wort und Wild.
————
168 Seilen Text in Kroßquarlsormat mit
200 Abbisdungen.
2
Dieses anerkannt beste Werk über
Bismarck liefern wir Abonnen—-
ten des „Abendblatt“ in der
Stadt durch den TCräger oder auf der
Office noch gegen Zahlung von
35 .00.
aumaccmr tenmemenom mmne ut enanennr ron
In der Stadt kostet das „Abend
blatt“ 6 Cents die Woche.
Kach Außen wird das Buch
an Abonnenten zu demselben Preise
nortofrei versandt und bei Be
stellung des „Abendblatt“ auf ein
Vierteljahr gegen Einsendung von
1.75.
Briesliche Bestellungen adressire man
“ Abendblatt
J
Histh Ave. & Washington Sl
OIICA GO.
Das Mary Thompsondoospital *
- von Chicago,
für Frauen und Kinder,
Adams Straße, Ecke Paulina,
iges Gebäude, 18 Privat
nnee Dards. t Lewet-
Straßenbahn bis zur Thür. 13i6
Dieten npahen von Srug:
udtttred igr Stondt lerw
Hülfe zu leisten, und empfehle ich deshalb mein aroßes
Lager von selbstgemachten Bruchbändern und Bandagen
von erprobtem Muster und bester Qualität zu mäßigen
Preisen. Otto Kalteich
Bimmer 1, 133 Clart Str.. Ede Madison.
——
Arbeits- Hachweisungs - Bureau
—der—
Deutschen Gesellschaft Chicago
50 LaSalle Str..
vermittelt Arbeitern aller Art Beschftigung, soweit
ri reichen. Arbeitgeber sind ersucht, Auftrge
ündlich oder schriftlich anzugeben. lamiban

xml | txt