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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, April 20, 1858, Image 2

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DerTäMt Deutsche Corrchondent.
de» 20. '.'lpril l.<>>!.
Neiiejie Nachrichten.
Von allen Seiten ziehen jetzt Truppen
nach ll tah und mebr als gewöhnliche Auf
incrksainleit wender sich jenem entfernten
LandeStdeile zu.
Dieneuesten Berichte von Merilo melden,
daß jenes Land sich im Zustande der größ
ten Anarchie befindet und ein spanisches
oder amcrikaiiisches Protektorat sebr
bald eine Notbwendigt.it werden wird.
MonageS, der Ee-Despet Venezuela s
fand AnfangsvorftinenVersolger» -..butz
im Hause des französischen Cousuls. Uni
diesen Scbui' »echt nachdrücklich zu machen,
schickten alle Repräsentanten fremder Mach
te, darunicl der Conful der Ver. Staaten,
dem französische» Consulatc ihre Flaggen
zu, um sie zur Verscheuchuug der Verfolger
des Despoten Monages, der die Republik
Venezuela bis aus'S Blut ausgesogen bat,
aufzustecken. Wir sind neugierig, welche
Entschuldigung der amerikanische Consul
EaineS vorbringen wird, um diese amtliche
Hülse eines anerkannte» Verbrechers zu
rechtfertige».
Santa Anna soll obne Erfolg bei dem
Gcneral Gonvernenr Cnba's »in u'<»w
Mann Soldaten und zwei Kriegsdampfer,
um „die rdnnng in ?)l'erikv wieder berzn
stellen", »achgesucht baben.
Ter von Win. Piiikiieii Wlmtc dem I. Mor
rison Harris streitig gemachte Tili im Haiisc
der Repräsentanten.
Wir haben ein böchst merkwürdiges, -"20
große umfassendes, gedrucktes
Aktenstück erbalten, das die eidlichen Ans
tagen einige» Hundert stimmsabiger Bür
gcr entbält, welche in der verwichenen No
vemberwabl theils selbst am Stimmen ver
bindert wurden, tbeilS eS init ansaben, wie
andere legale Stimmgeber an den verschie
denen Polls des dritten Congreßdistritts
von Marvland, die acht untercn WardS
ro» Baltimore und Tistrilte in Balti
more Countv umfassend, mißhandelt, nie
dergeschlagen oder in anderer unerlandter
Weise vom Siinnne» abgehalten wurden.
Besagtes Attenstück bildet einen traurigen
Beleg von der Art derSchrectcnsberrschast,
mit der wir heimgesucht werden, seitdem
die Partei am Ruder ist, welche von sich
behauptet, daß sie allein ini Stande sei,
Amerika zu regieren. Hr. Wm. Pinkney
Wlwte, der durch diese Wahlposse besiegte,
demokratische Candidat, stützt seine» An
spruch aus den Sitz im Congresse ans die
Thatsache, daß die Wahlen in den ersten
,irden Ä>ards der <ctadt Baltimore un
aültlg seien, weil gewisse WeißnichtS Clnbs
sich planmäßig vereinigten, um legale
Stimmgeber an der Ausübung ihres
Stimmrechtes gewaltsam zu bindern, in
dem sie die Polls besagter WardS derge
stalt umstellte», daß nur diejenigen znge
lassen wurde», welche ei» aus der Außen
seite durch rotbe Streifen kenntlich gemach
tes WeißnichtS-dicket stimmte», wahrend
diejenigen, die ei» anderes Ticket abgeben
wollten, niedergeschlagen, fortgedrängt und
in die Flucht gejagt wurden. Ferner, weil
die Weißnichtse vor der Wabl viele Bür
ger durch Drohungen abschreckten. am
Wahltage von ihrem Stimmrechte Gebrauch
zu machen, weil vor dem Stimmplatze der
ersten Ward eine geladene Kanone in der
Absicht ausgepflanzt wurde, um Hunderte
von Bürgern in Schrecken zu setze», buu
derte vo» Stimmzettel» von de» Wablrich
lern nicht in die Urne getban, so»dcr»aus
die Erde geworfen wurden, in der zweiten
Ward nur zwei K»ow Notbittg-Wahlrich
icr, aber lein demokratischer zugegen war,
weil in der vierten Ward s>i»o Stimmen
med» für Hrn. Harri? abgegeben wurden,
als nach gleich darauf veranstaltetet- Zäh
lung Stimmgeber beider Parteien über
baupt iu jener sind und weil
schließlich in allen sieben Wards nnd in der
sechsten sogar Weiber zum Stimmen zu
Gunsten des WeißnichtS-Candidaten zuge
lassen wurden.
'Natürlich wird jeder Antlagepunkt von
Harris geleugnet; er erklärt vielmehr,
daß die Wabl in sämmtlichen Wards,
mit Ausnahme der achten, friedlich, or
dentlich und vollkommen gesetzlich vor sich
Mg.
Tie von uns mit vielem Interesse ge
lesenen Zeugenaussage», worunter sich aucb
die von Kiiow NoshingS befinden, dewei
sc» unwiderleglich, was wir Alle aus eig
ner Erfahrung wußten, daß die Anklage
Seitens des Hrn. Gbvte, bis in die gering
sten Details hinein, vollkommen u»d bnch
släblich der Wahrheit gemäß ist.
ES bleibt nun zu jeden, od der in seiner
Majorität entschieden demokratische Con
gieß die Erwat'lung des Hrn. Harris für
ungültig erklären wird, oder nicht. Wir
hoffe» das Erstere, denn wenn man dei Po
litikern ancd nichts mit Gewißheit voraus
bestimmen kann, so läßt sich doch erwar
len, daß sie sich keinen College» von den
Baltimore PlugSuud „Bloodv Tuds" wer
den gewaltsam ausdrängen lassen. Od mit
der Zurückweisung des Hrn. Harris die Zu
lassung des Hrn. Wlwte ausgesprochen wer
den wird, ist eine andere Frage. Nach den
Grundsätzen der Billigkeit müßte dies ge
scheden, da aus dem Zcugenverhör deutlich
hervorgeht, daß dieser Eaudidat sicher er
wählt worden wäre, wenn Gesetz und Lrd
»ung am Wahltage geberrscht dätte. Doch
giebt leider Recht und Billigkeit nicht stets
in Washington den Ausschlag, gewöhnlich
berubigen die Herren ibr «Gewissen durch
balbe Maßregeln. Mau wird wabrscheinlich
»ine Neuwahl i» jenem Distrikt anordnen
und geschieht das, so baben wir die tticwiß
i»eit, daß ganz dieselbe Gewaltthätigkeit
zu einem ganz gleiche» .jiele führen »verde.
Jedenfalls wird der Leser über diese Ange
legenheit bald im Klaren sein, da der
Wahlstreit wahrscheinlich im Laufe dieser
Woche im Repräsentantenhaus«! zur Spra
che kommen wird.
TclejMpliischc Depeschen,
Washington, k!l. April. —ln der
deutigen Sitzung bestätigte der Senat Hrn.
Joh. Cadwallader zuni Richter des östli
chen DistriktSgerichtS von Pennsvlvanien
an dieSkette des verstorbenen NichterSKane;
ferner Herrn Morton von Nebraska zum
Setretair dieses Territoriums. Nach ei
ner lebhaften Debatte bestätigte der Seuat
serner die zu Lieutenants ernannten HH.
Turner, Kipp und Craig. Tiefe Ernen
nungen waren seit Beginn der Sitzung noch
nicht bestätigt worden.
Washington, den t!>. April.
Tie Angabe, daß das Haiidcls-Comite des
Senates gegen alle Verwilligungen sür die
Hafen- und Flußverbesserung einberichten
werde, soll unbegründet fein.
Im Kansas - Conserenz - Comite stcbt es
bi» dabin mit der Einigung schlecht. Nun
soll der Anti-Leeompton Demokrat Englisb
eine Bill, ähnlich dem Crittenden - Mont
gomerv Amendement, einberichten, die dem
Streite ein Ende zu machen beabsichtigt.
«?ln Britf dt« lPr-Prasidetitcn «vnioiisvrt.
New I 0 rk, April. Er-Präsi
dmt Comonsort bat einen Brief an den
„N.-A. Herald" geschrieben, worin e« eut
schieden alle Verbindung mit Walker und
ivnsttgen Flibustiern abweis't. Dieselben
bätten ihn weder um Rath gefragt, noch
werde ein Mann von seinen iC'S» Grund
sätzen sich auch jemals an solchen Projekten
betheiligen.
Ankunft des Dninpser,' ~Black Warrivr
New A 0 rk, lv. April. Der Dam
pfer „Black Warrior" ist mit Nachrichten
dis zum l-t. d. MtS. von Havanna einge
laufen.
<»i>'vf>e Billard Weite.
Det roi t, Ü7. April.—Das Spiel auf
dem Billard zwischen den Hrn. Cl'nslial von
New!>>ork'und Scercite» von Detroit für
Kl 000, endete gestern Adend mit dem Siege
von Seereiter, welcher in dem Spiele aus
l<ii>o Points um l>!, Points voraus ivar.
Harrisburg, 17. April.—Die Bill
sllt den Berkaii? der Staats-Kanäle an die
Sunduiv- uno Crie-Eisenbabn passirte
den Senat diesen Morgen um ei» Übr und
bedarf also blos de, Unterschrift des »>ou
vei lieurs um ein Gesetz zu werden.
Liltlr'o Mord.
Rg che st er, t 7. April.—Heute wur
den die Gutachten der Aerzte vernommen,
woraus bervorgiug, daß von den Beschä
digungen, die Little'S Hirnscbadel erlitt,
eine allein binreichend war, seinen Tod
berbeizusübre».
Ta steö Ne»i leite n.
New - A ort, iO. April. Herr Se
haslian Seiler, von den verschiedenen Ar
beiter Bewegungen her bekannt, liegt ge
genwärtig schwer trank darnieder ader
iiicht hoffnungslos.
iEin Scheerenducll j—Vorgestern wurde
abermals eine Schnciderscheere als tödtljche
Waffe in Anwendnng gebracht. Zwischen
zwei dentschen Schneidern, Namens Heinr.
Hansen nnd Bernhard Heilgott, entstand
Wege» eines halbfertigen Rockes Streit,
wobei Ersterer dem Letzteren in die rechte
Seite mit seiner Scheere eine» gefährliche»
Stich beibrachte. Der Berwnndete wurde
nach scinerWobnttng, >-!7, Suffolkstr., und
Hausen nach den, Gesängnisse geschafft.
Bennett v 0 m „N e >v z>> 0 rk H e
rald" von einem seiner Puss-
F a brilante n v erkl a g t. Ter
durch den letzten Lola-«tandal bekannt ge
wordene Zadnlünstler nnd weiland Hos
zabnarzt am englischen Hose, D. W. Job
so», hat Hrn. J.»>. Bennert, Herausgeber
des „Herald", bei der Marine-Conrt ver
klagt, weil ibm derselbe das Honorar sür
verschiedene dem „Herald" gelieferte Aus
sätze verweigere. Eine lange Rechnung ist
als gerichtliches Dokument den Atlen bei
gegeben und eutbält mehrere interessante
Artikel! es kommt unter Anderem darin
vor:
Oktoher Vier Besuche im Burton
Theaterjedesmal einen Artikel ül'er
Miß Cnshman geliefert, um sieauf Ver
langen des Hrn. Bennett „anfzu
puffen"
Mehrere Schimpfartikel über Herrn
SickleS, als er den Herausgeber
des „Herald" wegen Verlänmdnng
verklagt Kl», 00
MebrereSpottartikel über den„!l>'oth
fuchs" uud Advokaten Joh» Gra
Hain, als derselbe Hr». Be»»ett vor
Mericht sür ei»e» Ehrahschneider
erllärte S 10,00
Einen Artikel über die tonigl. spa
nischen „HanSwursiiadett" »K 5,00
und so weiter.
In einigen Tagen kömmt diew Klage
zur Verhandlung riud wird liicht wenig Aus
sehen erregen.
In P hi l a del p b ia starb der alte
lutherische Prediger Dr. Meyer. Derselbe
feierte vor nicht langer Zeit sein s>o-jäbri
ges Dienstjubiläum.
Vor Kurzem wurde in Pbiladel
pbia zum Gebrauch der Polizei ein Tele
legrapb durch die gan;e Stadt eingerichtet
und der Nutzen desselben zeigt sich recht
schlagend in folgenden! Falle: Am vorletz
ten Samstag Abends empfing die mittlere
Pvlizeislatiön in Pbiladelpbia die Mitthei
lnng, daß sich salsche Hi'i-Noten auf die
«Delaware Conntv Bank" im Umlans be
finden. Sogleich wnrde dieser Bericht den
verschiedenen Distrikts Stationcn.durcb den
Polizei Telegraphen mitgetheilt nnd die
Polizeibeamtcn angewiesen, die in ihren
Dijtritten befindliche» Ladeiibesitzer sofort
davo» i» Kenntniß zu setzen. Kaum war
einem gewissen dessen Namen
nicht genannt ist, diese Nachricht zugelom
men, als ihm eine derartige Note angeho
ten wurde. Er liep deli Mann, welcher ihm
dieselbe anbot, sogleich verhafte». Vor
Errichtung des Polizeitelegraphen konnte
eine sehr große nnd volkreiche Stadt an ei
nem Tage mit falschem Gelde überfluthet
»'erden, ohne daß der größere Theil der
Empfänger auch nur das Geringste davon
erfuhr.
Hr. K. Alcrander ist zum Staats-
Agenten ernannt worden, um u>r Er
richtung eines N ati 0 n a l Mo n u -
menteS der dreizehn ersten Staaten der
Union in Philadelphia mitzuwirken.
In Kansas hat das Publikum sich
zu solcher Ausdebnung der politischen Agi
tation gewidmet, daß die Felder brach lie
gen und die Erndteausficbten schlecht sind.
Aus der Passirnng eines congrcssioncllc»
B a »>, ner 0 tt g e setze S wird schwerlich
in gegenwärtiger Sitzung mehr etwas wer
den.
In Chicago, 111., w»rde derTent
sche Matthias Berger durch das Scheu
werden eines Pserdes vom Wagen geschleu
dert und kam »m's Lebea.
Ein merk >v ü rdiges E h ePaa r.
Am 10. Febr. d. I. feierte man auf der
Insel Malta mit festlichem Gepränge den
IBoostrn labreStag der Landung des Apo
stels Paulus aus dieser Insel. Ebenso in
teressant, ja vielleicht einzig in seiner Art,
war das Erscheinen eines alte» Ebepaares,
welches in der Prozession im Zrinmph um
hergeführt wnrde. Tiefes merkwürdige
Paar, der Mann 120 und die Frau l iü
Jabre zählend, hatte gerade vor l>>«»lah
ren an demselben St. Paulstage seine
Hochzeit gefeiert, uud war nun von fei
nein Wobnort auf dem Lande herein nach
der Stadt La Valetta gekommen, um seine
hundertjährige Hochzeilsseier zu begeben.
Unter einem endlosen Vollsjubcl wnrde
das noch ganz rüstige Paar aus einer mit
Blumen geschmückten Tragbare von jungen
Maltesern umbergesührt und nacbber von
dem Fcstcomite feierlichst i» Empfang ge
nommen, um nach der St. Paulskirche ge
leitet nnd dort unter dem Gloctcnläutcn
sämmtlicher Kirchen dnrch den Bischof ein
gesegnet zu werden. Es dürfte dies wobl
der einzige Fall eines wirtlich beglaubigte»
tW jährige» EbestaiideS sei».
Der englische Maler Herbert hat so
eben seinen großen Carton, Moses mit den
Gesctztaseln,' sür das Parlamenthaus voll
endet. Punch sürchtet aber, daß die Lords
nicht einmal einen Juden aus Leinwand
zulassen werden.
Mit dem berühmten fttcisierbefchwörcr
Humc, der in Paris eine so gewaltige
Rolle gespielt, scheint es ein trauriges
! Ende zu nehmen. Er ist socl'en wegen ei
nes „unnatürlichen Verbrechens" zur Hast
gebracht worden. Wen» er wirtlich mit
Geistern verkebr», so scheinen das zum we
nigsten unsaubere gewesen zu sein. Lb der
Kaiser seinen „Hos aus
der fatalen Klemme ziebe« wird, muß die
Zukunft lehren.
I ennv Lind geht mit ihrem Gmgbil
Goldschmidt nach Rußland. Wir erbielren
dicseßachricht aus Petersburg, wo ibrersteS
Eon-ert auf Mitte Februar angesetzt war.
Da werden Silberruvcl aus
Boden zur Verarbeitung sallen.
il roPiii s ch e Pe>>jch t e.
L 0 n d 0 n, März. Der „Lbser
ver" schreibt: „Wie wir boren, wird der
Prozeß Be r» ard am Montag, I-. April,
d. h. EineWoche »achder gewöhnliche» Ses
sion.vor der Cent! al <!riwinal-Commission
stattnnde». Rudio, gegen den die englische
Regierung aus jede gerichtliche Verfolgung
verzichtet bat, wird in der nächsten Woche
vo» den sranzösischen Behörden nach Eng
land herübergebracht weiden, um als Zeu
ge vernommen <u werden. Der Atlornev
Gcneral, Sir Fitzrov Kellv, wird als An
tlager und Herr Edwin James , Lueen's
ö onnsel, als Vertheidiger austreten. Herr
Truelove, der als Verleger und Verkäufer
der Flugschrist „Tvrannieide" des Libelks
angeklagt ist, wird in der zweitnäehstc»
Woche in der gewöhnliche» Session zu Lld-
Bailev vor Gericht gestellt werden. Anklä
ger und Vertheidiger sind dicselhen wie bei
Bernard. Man erwartet, daß beide Pro
zesse in bedeutendem das Interresse
des Publikums erregen werden."
H am b u rg, l. April. In der ver
gangeNen Woche sind wieder zwei Falli
mcittc von größer»! Belang bekannt gewor
den, darunter eins von weit über einer
Million Mark Banko! Wie bei srübern
ähnlichen Vorkommnissen , zeigt sich auch
bei diesen, daß die Insolvenz vorzugsweise I
durch einen unbegreiflich weit ausgedcb»
ten Wechseleerdit hervorgerusen worden ist.
D ä n e in ark. Die dänische Regie
r»ng hat i» Bezug auf die Hcr;ogthümcr
frage eine Erwiedernng an den Frankfurter
Bund eingesandt. Die dänische Regierung
schlägt vor, den holsteinischen Ständen die
ersten sechs Artikel der holsteinische» Ver
sassinig, über die sie bis jetzt noch nicht
hatten ahstimme» könne», vorzulegen und
ihnen Veranlassung zu geben, ibre Wünsche
und Aiisichte» über die Stellung des Her
zogtbumS in der dänischen Monarchie vor
zutragen. Sie ve pflichtet sich zugleich, die
Ertrasteuer auf die Herzogtümer für zwei
Jahre nicht zu erhöbe». Um die Tifferen
zen, welche iu Bezug auf die allgemeine
Constitution destehe», beizulegen, schlägt
das Copriibagener Cahinet vor, daß die
Frage von zwei Delegaten erörtert werden
solle, von denen der eine Dänemark reprä
senttre, der andere den Bundestag und die,
sobald als die bolsleinisebett Stände ibre
Meinung ausgesprochen bade» würde», i»
Frankfurt mit einander zusammenzutreffen
hätten. Das „Frankfurter Journal" bält
diese Vorschläge Dänemark'S sür eine» ge
eigneten Ausgangspunkt zur Lösung der
schwebenden Schwierigkeiten.
T ü r t e i. —Die Psorke soll die Seitens !
des französischen Gesandten an sie gestellte >
Forderung, die Autorifatio» zur Durchste-!
chuug der Landenge von Suez zu ertheilen,
verworfen haben.
„Daily News" giebt einen Auszug von
einee Copie eines der UrtbeilSsprüche, nach
denen gegenwärtig Franzosen, in Gemäß
heit des jüngsten SicherbeitsgesetzeS.vcrhaf 5
tet uud nach Afrika gesandt werden kön
nen. Nachdem „Dailv News" dann ge
schildert, wie dieses Gesetz gehandbabt wird,
sragt sie: „Wie wird dies Alles enden?"
Im Com m 0 n P leas Berichte
wnrde in gestriger Sitzung der Prozeß A.
B. Ellis gegen W. F. Hall und Th. B.
Lonev, Curatoren sür W. B.Äihhe'.', zu
Gunsten des Klägers entschieden, welchem!
das Gericht Hs>oo zusprach.
Der Prozeß Jacob Rice gegen Francis
Kirt, Klage aus Bezahlung der Commis-
sionsgebühren sür den Verlans zweier Ver
tauft'stände im Markte, endete zu Gunsten >
des Klägers. Daraus vertagte sich das Ge j
ricbt.
Im Obeegcrichte,var der Prozeß
James Wbeting's gegen die „Jndependcnt
Mutual Jnfnränce Conip. von Pbiladel
pbia" noch nicht entschieden.
Im Ver. St. Kreis geri ch t eist
die Klage I. S. Wright'S gegen die „Sun
Mutual Insurance Compagnie" vor. Der
Prozeß wnrde nicht beendigt.
Montag, den n». April, 1x5.8
Erster Zweig. Die Verhandlungen in
diesem M'eige waren unbedeutend.' Nach
Passirung der Beiordnung in Betreff der
öffentlichen Schulen, und nach Verlesung
einiger vom zweiten -jweige übersandter
Petitionen, Beschlüsse und Verordnungen,
welche dessen Beistimmung erlangt, ver
tagte sich der Zweig.
Zweite r Zweig. Nach Verlesung des
Protokolls der letzten Sitzung überreichten
einige Mitglieder Petitionen
derung des Niveaus verschiedener Straßen
und gegen Eröffnung anderer, welche den
betreffenden Comite's überwiesen wurden.
Aus Antrag des Hrn. Bierbower wurde
der Beschluß im Betreff der Wiederpslajw
rung der West Falls Avenue wieder in Er
wägung gezogen und der Gegenstand schließ
lich aus den Tisch gelegt. Mehrere un
wesentliche Beschlüsse des ersten Zweiges
gingen ein und wurden angenommen.
Hr. Hintze überreichte den MinoritätSbc
rickt des Comite'S, welchem der Beschluß,
H'>o«> für die Tuarantaine Convention
anzuweisen, überwiesen worden war und
widerrieth in demselben die Bcrwillignng.
Dies erzeugte eine heftige Opposition Sei
tens Hrn. 'Herring's. Der Beschluß wurde
schließlich angenommen. Hr. Kirk ries
die Verordnung betreffend die Wassercom
Mission und das Legen von Wasserröbren
in der Stadt auf. Verordnung wurde
mit einem unbedeutenden Amendement an
genommen. Darauf vertagte sich der Zweig.
Das z weite L u i n tet t C 0 liz er t
der HH. Abrend, Mahr, Thielmann,
Middler und Leutbecher findet heute Abend
in den „New Assemblv Rooms" statt. Das
erste der Concerte wurve am Freitag Abende
gegeben und unter den Besuchern herrscht
nur eine Stimme, u. diese lautet im höch
sten cttrade lobend sür die Künstler. Diese
Conzerte gehören nicht zn den alltäglichen
musikalischen Leistungen, welche uns speku
lative Managers dann u. wann für schweres
auftischen. Bei den meisten Conzcrten
zahlten wir nur für die N a m e n von Künst
lern, bei den Soireen des Hrn. Ahrend
aber erhalten wir wirklichen Genuß, und
noch obend'rein, obne daß wir Dollars
springen lassen. In Ahrend's Conzcrten
vermißt der Besucher die nur zu häufig vor
kommenden Flachheiten und jenen gehalt
kosen Kram, der uns nur als Musik von
höherem Werthe vorgeführt wird. Wenn
auch nicht gerade classisch, tritt uns doch
aus jeder des Programmes edel und
schon die Kunst entgegen und das retneGe
müth u. der poetische Siuu der Muse wer
den nicht verletzt. In unserer Mitte giebt
es kaum einen Freund der Musik, welcher
nicht dasherrlicheVioloneellospielAbrend'S
kennt; sein technisch-vollendetes und mei
sterhaft ausdruckvolles Spiel scheint uns
bei'm jedesmaligen Wiederhören eine bö
bere Weibe zu erhalten. Was die kühnste
Phantasie sich im Betreff der größten
Schwierigkeiten nur ausmale» mag, klingt
bei'm Bogenstriche Abrend's rein und klar
zu uns herüber. Wer kennt zudem nicht
Hrn. Mahr, den genialen Violinisten, wer
nicht die übrigen Mitwirkenpen der Luin
tette? Wer die Schönheiten brillanter
Ensembles, den Genius der Virtuosen be
wundern und sich selbst eine» gleichzeitig
edlen und wohlfeilen musikalischen Genuß
! verschaffen will, sehle beute Abend nicht in
! ver zweite» 'Luinlett-Soiree des Herrn
Ahrend.
V- ?" Die G rille nochei n m a l!
! Dem Publikum wird es eine willkommene
Nacbricht sein, daß Charlotte Virehpseis
ser's reizendes Schauspiel, welches bei sei
»er erste» Aufführung am Freitag Abende
den ungetbeilten u»d enthusiastische» Bei
! sall aller Besucher des„Fro»tstr.-Theaters"
! erhielt, am Mittwoch smorgenj Al'end
adermals zur Ausführung kommen wird.
Tie Vorstellung des Freitags Abend war
ein Kunstgenuß in dei böchsten Bedeutung
des Wortes und wir -Weiseln nicht, daß
die bloße Hinweisung auf die Wiederbo
! lung des Stuckes morgen Abend das
„Froiitstr. - Theater" mit zahlreichen Be
suchern ausülleu wird. Das: unsere Hin
- Weisung keine drille ist, davon wird mau
sich ühcrzeuge», wenn man morgen Abend
! die „drille" der liebenswürdigen Minna
, Bottner sieht.
. sttwisse Schuldner!
Daltimorc Firc Insur>l>ite-(9sslcc,
Südwest Ecke von South-u. Waterstr.,
loslma I. iieden.
Wlu. H. Brune.
Redert
l^ebr.U!.!9Me)
Hills»'s »iljl Prii»NllM
«1.5-Näh-Maschine:
Johnson'S patentirte §NO elastische Stepp-
Maschine.
Diese Maschinen fiir Familien, Zabrikanten ». s. w.
<Mrj.ll!.iSMle) ?. D. Cl, a se, Agent.
Wood's Haar-Mstorativ.
Gonltti's vegetabilisches Bitters
Dasselde ist nur am alle» Plafe.Ar. M, West-Baltiuiore
(voiileu tu verkaufen. lMi.'.'Ü.IMl»
Postamls-Briesliftc
vv IN l «Ap > n l «!> »
-II Pfutlch.
N Petersen. H, V.
.'ei Nnner. W. S.
Schierstein, Chr.
.'ASchneck. Wildelw
-l»-chmit. Andreas
41 Schloster. Conrad
N Josevd
-17 Martin
4« Eifenbard. Anton
-l!> <?aij. U.
'? j
" Spiel
5>H Zimheiser, Ludwig
i>S lefferson Wolilthaliz»
leits-Gesellschaft
iiv Mannlein. Sigmund
<! Bang. William
? Backhof.
lli Äerui«d. ü>ale»lin
lü Grub. Barbara
I4Gnägt, Mr.^
L» Venz. August
BPovi.Awm
IKPeini
Uekannlmachungen.
>m,
Wil"!.".;oi-u'
! <!»-» M. Müller.
An die Blirkermeister von Valtinivre.
l'-'lt !) ' P. I limpl'is.fr.
Bekaniitinachniift
Sozial deniokratischerTiiriiverein.
Tic Sittlichkeit der Religion und die Rcli
gion der
KZ- einer der Whole
sale und Retail-Ligiior Hiindier der «ladt
«. W. .Helling Patrick Riel».
i!oart-la!el' W. Miiin-. lodu Rusleii.
11. A. Auer. Zolm Lewis.
12. Ward-?l>ec>. Tidl'leö. ?. W. iserrell.
Ward—!>iich'd Wiltins. Tan'l MeCoy.
l-i. Wart—Mai. Sein». .t»s. Amcv.
German!a-Mäiiner-l<hor.
Titiisiag, den 27. t>.
Ossicr der „Balliiiiore Wasser t<omp>igii!e."
tApr.i!>/.!mdW..?W.i Vilintenl.
Arboiter-Railvoreili.
Mari Wurst.
Noch bitliszcr'
Weitere Herabsetzung der Preise.
vir. l!A. Breadwav.
(l!H) zwischen Canton Av. und Alice Annstr.
Belohuunq.
l e l l »> riefer e^r
daUieun auog.Mll. R.-,«.!
(-!. P. Holde». Rec. Selr. <U> »>
I 0 h w <5 urlett,
Advolat k ilicchtSauwalt.
ge^/eli'en"
Cl'iinttlil»! Leas,
l e' r i d a D eck e r gefleckl und nicht gefleckt, dei
i?ldr.»!.lMt.iaT.> Rr. .Vi. Erchange Plal>.
, Nach Bremen
schöne schncllsegelude Ar. l. Vre-
Echijs Lapl. tkart
chaer Köbler.
<77 ) ?!r. >7. Erchange Pnilting«.
Rhades'
Snpcr-phoSphorsanrer Kalk,
Doktor James Higgins,
Preis fiir die Tonne «on S.lMt Psd.
Addrefsei B. M. R d ode S ll
<M-.'N,ZMtel Nr. 141, West-Prattstraie. Baltimore.
John D. Haminond,
Sattel-, Geschirr und Koffer-Fabrikant
B»I -ei
v«"M>ch t.krgt.
7«. di «0.,
Französische Tampf Äleiderreiniguiigs-
Anstalt,
! föwie auch aiie Derlen <i!la?el-andsch»l-e. 'l
, garanl>rl >
«AI Pr»k!ami!tio». M»
! Petiul»t»iiichi»ig/1
Für alle Betreffenden, besonders für die!
Stiesel- und Schnbniaeher von Baltimore!
j wde seriie "m'»arig!e» Eiche« Zoi-lenikter u.jiwar !
tNißl'l' »ult'iil .iwtifcl tao l'r'lt»' ill
Aliciliibe.
Ptl „l>eil!iche iU'lr^>>
erscheint jeden Freitags
Adiiiiililtratioiit-Anzeige.
Adül l n 11! r.l i >
<w.
's u i >' i >! » E i' » i'sj.
Wechsel - d» i ssio »S-stics6>ä ft,
' " ' " «ei ».. »igen«.
W.McLaiu s^SohnDlimps-Mühlt
f.ü r
gedrehte, gesägte und grschiiisilc SiiiiSarbeit,
N Ii y h 0 l z.
. ?! usida um-, Kirsch-.Pi,»»el-
Apnillile vV Äo»t,
TabäckS-Fäbr«k
Alte importirte Weine Li ViquorS,
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Madeira, Lissabon, Port,
Malaga>und
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Verlangt:
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Verlangt.
Eule üran in den »liltleren ladrc». welche Cnqlnch
!'ugnisfeü>ert>,.iVefal'igungai.'.^i.i..-
lie Uta«»,. üe'Äppltta?' N,Imu
Verlangt wird:
»twNiiilche rcn I-i—NZgadren in eiuemTrnfektieaci.
wcichaft in Annapeli«. melden zwischen il »»d
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Verlangt wiro:
Verlangt:
Verlangt:
I e Paverlvres ju machen verstedeli. Rur
termatchen' und w M!Äe/fi>'!".s'"u^ki^^
fau lcheu und deutschen Emilien.
_2.. T hall) eimer. Agent.
Lehrer,» gesucht.
''M'e»'"!7Ä u>ern.ju>.u"!/n>>,e
Ein junger Man^Ä--
spÄ!'v"ier^^
Teutsches Biireav,
unter Aufsicht der „deutschen Gesellschaft."
'!» »l'lMU'tii,'» zn »Munisl'j».
ZltUcriillctlicii:
wertvolles Gi-iiudstült zu perkliiisen.
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Für Gärtner, Milchverlauser :e.
diUMe tadl jueu
Werthvvlle zil Icrkanfeu«
verkauf von Land.
Untcrjeichnctc
7ii, tigdlstr.-Werft,
Richard B, Stewart
<Mrj.w.SM»e> PostOsficc Marfan.'. Vlrgtnicn
Lc^auf^M
du^^splayu ttd Mr?t an Curttv^ C r eek. l- ><»
der HH. W o n
«Fcb^l Jodn Ml- n n
Banholz! Bauholz!
3,500,000 Fuß Lauholz, und
7V0,000 Sckündeln und Latten zu vcr
Wi l- I !e^?'
Bcftelluna und liefern Fcnsterralime». Tliüre». Aabmei
mit Hoklarbeit zu Müdtenpreife».
B u r n « ä- Sloan,
Nr. lIS, Ligdl-Slraßen-Wersi. oder

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