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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, April 13, 1880, Image 1

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M Mraana.
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D« man entdeckt hat. daß viele Nachahmungen un
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Tages - Neuigkeiten.
Ein Correspondent des Bostoner „Herald"
hatte dieser Tage eine Unterredung mit
Samuel I. Tilden, nm eine Erklärung
aus ihm herauszupumpen, ob der alte Herr
Candidat sei oder im andern Falle, wen er
durch seinen Einfluß unterstützen werde.
Tilden war aber für diesen Fragesteller zu
schlau. Er fagte zwar, daß er sich nicht im
Geringsten um Politiker nnd Politik kümmere,
aber er fagte nicht, was der Correspondent zu
wissen wünschte, nämlich daß er kein Candidat
sei. Er meinte nur, daß er, ehe vier Wochen
vergingen, ganz bestimmt sagen werde, was er
thun wolle. Ganz entschieden erklärte er außer
dem, daß er nach wie vor ein lebhaftes Interesse
an der Campagne nehme, aber er war nicht
dazu zu bewegen zu sagen, ob er selbst Candidat
sei oder nicht. Der Eorrespondeni, welcher au
genscheinlich wie der Amalekiter-Prophet Bile
am anSgesandt war, uni zu verfluchen, entwirft
dann ein schreckliches Bild von Tilden's Körper
zustande. Der frische, kräftige Greis von 1876
ist angeblich eine gebrochene Ruine, zusammen
geschrumpft, in einem Arme durcheinen Schlag
fluß gelähmt, kaum im Stande, eine Feder zu
halten, um feinen Namen zu unterzeichnen.
Der Correspondent schließt seinen Bericht, daß
er zuletzt gesagt habe, er werde in seinem Be
richte sagen, daß Tilden nicht darnach strebe,
Candidat zu sein, worauf Tilden geantwortet:
"Ver? veU! ' Hieraus schließt der Bostouer
„Herald," daß Tilden kein Candidat ist. Wir
wollen eS abwarten.
In Sau Franzisco ist Simon Mayer,
einstmals Millionär, aber später durch un
glückliche Minen-Speiulationen verarmt, mit
Tode abgegangen.
In New -?) ork starb EdnardLocher,
der bekannte Notar uud Veisicherungs-Agent,
im 20. Lebensjahre. Locher, in Friedrichsha
sen am Bodensee geboren, kam 1802 nach den
Vcr. Staaten.
In Bussalo ist ein Taubstummer, der
schwedische Schneider Bergquist, aus Lie
besgram wahnsinnig geworden. Er
hatte sich in ein ebenfalls taubstummes Mäd
chen verliebt und dasselbe Heirathen wollen.
Eine Zeitlang war das Paar oder doch we
nigstens Bergquist glücklich, schließlich änderte
das Mädchen jedoch seinen Entschluß und brach
das Verhältniß ab. Bergqnist nahm sich Dies
so zu Herzen, daß er erst tiefsinnig, dann tob
süchtig wurde.
In San Franzisco wurde eine „Ana
ben- und Mädchen-Cigarrensabrik" gegründet.
Dieselbe soll vorläufig 1000 und später 6'A)O
Mädchen und Knaben beschäftigen.
In New - Nork haben 150 Vertreter der
deutschen Dnions
Xo. 1 K 2" einen Verein zur Feststellung
gleichmäßiger Preise gebildet. Eine Einla
dung an amerikanische Schneider zur Bethei
ligung- blieb unerwiedert. Sie waren einge
laden'worden, aber kein einziger stellte sich ein.
In New - Aork hat die „Xmoricnn
Al»nul»c,'tnrers' eine Erhöhung
dcr Preise beschlossen und versllgt, an Nieman
den mehr on grvii zu der im Klein
handel nicht die ihm vorgeschriebene Preisliste
einhält. Mehrere Kleii.händl.r, die noch Vor
räthe haben, kehren sich nicht an diese Vorschrift
und verweigern jetzt auch, einen sie im obigen
Sinne bindenden Contrakt zu unterzeichnen.
Sie sind vielmehr übereingekommen, sich an
den Corgresz um Aushebung des Einfuhr--
zolleS auf fremde Zündhölzer zu wenden und
dadurch dem Monopole ein Ende zu machen.
InNew - Zork ist der älteste und vielleicht
bekannteste Farospieler der Ver. Staaten, B.
C. Scribner. im 77. Lebensjahre gestorben.
„Olck Korik" hinterläßt seiner ihn überleben
den Tochter 1250,000.
Der Hanptbcdars von Opium
wird bekanntlich aus der asiatischen Türkei be
zogen. Nun soll die Mohnerndte durch den
Frost arg gelitten haben, und Das hat, nach
dem „N.-N- Herald" sofort eine übersoMill.
Dllrs. verfügende Combination von Kapita
listen alle ihnen erreichbaren
Opium-Vorräthe aufzukaufen und ei
nen großen Streifzug auf die Taschen der Con
sumenten zu machen. Opium kostete bisher
tzlo bis Dil pro Pfd.
In Ruhland, Oswego-County, N.-D., hat
bekanntlich ein gewisser D. C. Bartlett e i
nen EhescheidungSprozeß gegen die
von der „Illinois - Staatsztg." in den Adel
stand erhobene Wettgängerin Bertha von Hil
lern anhängig gemacht. Das Schönste an der
Sache ist, daß die Angeklagte jetzt bshanptet.
sie habe den Bartlett nie gesehen, sei nie in
ihrem Leben verheirathet gewesen und denke
auch nicht daran, einen solchen Narrenstreich zu
machen. Bertha oder Katharine, Lieschen,
Suse oder wie sie sonst heißen mag, war die
erste weibliche Wettgängenn im Lande, sie ver
danlt ihren strammen Spazierhölzern, mehr
aber noch ihrem Chicagoer Tauspathen (denn
ein adeliger Name thut iu dem plebejischen
Amerika gar viel), daß sie sich vom Geschäfte
rasch zurückziehen konnte, und da sie ein ge
wisses Talent sür Malerei bei sich entdeckt hatte
und eine reiche Amerikanerin, die gern mit ei
ner Adeligen verkehrte, ihre Beschützerin wurde,
so lebt sie jetzt im „Boylston-Hotel" zu Boston
und macht Bilder.
Nun haben die Sabbatharianer inPhila
delphia auch die Aussicht, daß die Sonn
tag»-Conzerte aus dem großen Ausstellung».
Platze wieder verboten werden. Allentbalben
puritanischer Druck, und das große Publikum
schaut gerade, wie hier, gleichgültig d'rein, wie
es einer Freiheit uach der andern beraubt wird.
In N e w-N o r k dauern die Arbeiterwirren
in einigen der kleineren Pianosabriken fort, in
deß ist das Geschäft im Allgemeinen wieder
flott im Gange.
JnNew-Z)ork tagte soeben die „östliche
deutsche Consereuz dcr bischöflichen Methodi
stenlirche." Dieselbe umfaßt speziell New-Z)orl
und mehrere Städte Rew-Jersey'S.
Eine große deutsche" Kolonie von
Waukon in lowa bat in Dawson-County,
Nebr., acht Meilen nordwestlich von Plnm-
Crcek, 4KOO Acker Land gekauft und wird sich
sofort dort niederlassen.
Die Virgin ier Republikaner, de
ren präsidentschaftliche Staats - Convention
nächstens in Staunton zusammentritt, sind
einstimmig für Graut.
Von Scranton, Penn'., wird gemeldet,
daß es wieder unter den Minenarbeitern spukt.
In Columbia, Penns., sind die Eisenwalzen in
Folge der Weigerung dcr Arbeiter, sechs
"Hosts" pro Tag zu arbeiten, geschlossen.
Dr. M. S. Hutton, seit 1834 Pastor zder
holländischen reformirten Kirche in New-
Nork, starb Sonntag an einem Schlagan
falle.
DaS von der „N a ti ona l-Rifle-A s
sociation " ernannte Comite, welche» Vor
schläge für ein zu veranstaltendes interna
tionales Wettschießen in Creed
moor machen sollte, hat der Association einen
Bericht eingereicht, der einstimmig angenom
men worden ist. Die Hauptpunkte des Berich
tes sind solgende: sür das Wettschießen wird
die Centennial Trophäe wieder als Preis aus
gesetzt, doch können nur die anerkannten natio
nalen Schützen-Associationen oder leitenden
Schützen Organisationen eines Land-S, welche
durch ein siegreiches "loain" rcpräseiitirt sind,
die Zeit nnd den Platz für die Abhaltung der
Schießen bestimmen. Außerdem soll dem
des Landes, in welchem das Schie
ßen vor sich geht, nicht gestattet werden, auf
dem betreffenden Schießplatz: sich zu üben, bis
die fremden, um den Preis conkurrirenden
"?k-,inB" eingetroffen sind. Die "?vains"
müssen von den betreffenden nationalen Schüt
zen-Organiiationen organisirt werden, und
von Ländern, wo derartige Organisationen
nicht existiren, dieselben wenigstens von den
leitenden Schützen-Gesellschaften anerkannt und
beglaubigt sein.
In N e w - Nork ist vorgestern Hr. M a x
R ainshor n, bis vor Kurzem Direktor de»
Heidcnfeld'schen Institutes, 2. Avenue, im 39.
Lebensjahre an der Schwindsucht gestorben.
Der Verstorbene wurde 1841 in Leipzig gebo
ren, studirte in Jena und Leipzig und kam Ende
der sechsziger Jahre nach Amerika, wo er seit
dem an ver cyiedenen Lehranstalten thätig war
nnd sich als Pädagog einen hohen Rns erwarb.
Hr. R. hinterläßt Frau und zwei Kinder. Frau
R. ist die Tochter des ebensallS letzte Woche
verschiedenen Friedr. Auteurieth, der
1847 als Präsident des „Münchener Auswan
derungsvereins" mit etwa 300 bayerischen Ein
wanderern nach den Ver. Staaten kam, um
Heimstätten im Süden zu suchen; die meisten
siedelten sich in Dalton und anderen Orten
Georgia'? an, während Auteurieth nach New-
V)orl kam und als Besitzer einer Restauration
au Chathamstraße eine sehr bekannte und beliebte
Persönlichkeit wurde. Seine Tochter, Frau
Ramshorn, verdient unter so schweren Prüfun
gen gewiß allgemeine Sympathie.
In Califvriiien, refp. San Franzisco,
nehmen die Sell> stmorde in außerordentli
cher Weife zu. 1378 begingen 80 Weiße und
K Chinesen Selbstmord. Man berechnet, daß
durchschnittlich aus 2912 Einwohner ein Selbst
mord kommt, während in der Weltstadt New-
Uork nur Einer aus 3000 Hand an sich selbst
legt.
In New-Uork haben die Kofs rmacher
der Fabrik der Gebr. Simon die nachgesuchte
Lohnerhöhung von 25 Prozent erhalten.
In Philadelphia begingen seit dein 1.
Jannar fünfzehn Personen Selbstmord.
Darunter waren 4 oder 5 Deutsche.
Nahe Dussield's Depot, West-Virg.,
an der „Baltimore-Ohio-Lahn," brannte Frei
tag Nacht das Haus des Hrn. R. L. Wysong,
dcssen oberes S tockwerk als „Freimaurer-Halle"
diente und dessen Beletage der Schneider Draw
baugh innc hatte, ab. Verlust G 8000; Asse
kuranz tz4ooo. Samstag Abend fachte der zur
Zeit hoch gehende Wind die Flammen auf's
Neue an, und bei der Löscharbeit flog dem Dr.
W. F. 'Alexander ein Backstein mit wlcher Ge
walt au den Kops, daß Schädelbruch und Tod
erfolgten.
Ein bedenklicher Unfall ist nahe West-
Union an der „St. Paul-Minnipeger
Bah Ii" einem canadischen Emigrantenzuge zu
gestoßen. Fünf Waggons entgleisten, ein ge
wisser Gonld wurde getödtet und sein Neffe
schwer verwundet.
Die Methodisten - Eonferenz von
Providencc, R.-J., hat den Geistlichen ChaS.
E. Walker wegen „unmoralischen Be
tragens" ausgestoßen.
Telegraphische Depeschen.
(Belichte der „Aswenrtni Preise" für den „Deutschen
Jutand-lepescheu.
Grant in Vicksburg.
Bicksburg, Miss., 12. April. General
Grant und Gefolge kamen um 10 Uhr gestern
Abend hier an. Die Gesellschaft besuchte heute
früh in Begleitung des Empfangs-Eomite's
den Nationalfriedhof, wo verschiedene Bewill
lommnungsredcii vom Stapel gelassen wur
den. Nachdem die Empfangs - Ceremonie'»
vorüber waren, wurde ein Ausflug nach dem
Flusse gemacht, um dem General Gelegenheit
zu geben, den Kanal, welchen er gelegentlich der
Belagerung von Vicksburg ausgraben ließ, zu
besichtigen. Um 7 Uhr heute Abend reiste die
Gesellschaft nach Memphis ab.
Der Frost und die Psirstcherndte.
W > lmington, Del., 12. April.—Nach
richten ans verschiedenen Gegenden von Dela
ware und dem östlichen Maryland ergeben, daß
die Pfirsicherndte außer allem Zweifel durch da»
kalte Wetter der letzten paar Tage und Nächte
ernstlichen Schaden erlitten hat. Die Bäume
standen soweit nördlich, als Newcastle-County,
iu voller Blüthe, und etliche Meilen unterkalb
Wilmmgton sind die Fruchtknoten bereit» in
nerhalb dcr Blüthen zu sehen. Der Frost wird
nicht nothwendiger Weift einen gänzlichen Fehl
schlag der Pfirsicherndte zur Folge haben, allein
der Ertrag wird jedenfalls ein sehr geringer
sein. Okne den plötzlichen Witterungswechsel
würde die Erndte eine überaus reichliche gewe
sen jeiü.
Baltimore. Md.. Dienstag, öen IÄTMrII 18801
Congreb-Berhandlnngen»
Washington, 12. April.—lm Senate
berichtete Whyte vom Comite für den Distrikt
Columbia drei Stadtbahn-BillS ein, nämlich
die dcr „Kapitol-, Nord-O Straße und Sild-
Washington-Bahn," dcr „Auacostia-Potoniac-
Bahn" und Amendirurig des Freibriefes der
„Metropolitan-Bahn."
NollinS berichtete eine Bill ein, den Gebrauch
des Potomac Wassers zu reguliren.
Bance berichtete eine Bill ein, Vagabunden
im Dislrilte C»lnmbia zu bestrafen.
Pendleton vom Conferenz Comite über die
Census-Bill berichtete, daß sich das Comite da
hin geeinigt habe, Statistiken über den B.'sib
von Regierungs-BondS durch Spezial-Agenien
aufnehmen zu lassen; Alaska soll in den
jus eingeschlossen werden. Die Berwillignng
ist vou tz3bv,(X)o anf H125,V0<) rednzirt wor
den.
Die Bill über Verkeilung dcr Genfer Ent
schädiguiigSgclder wurde sodann wieder aufge
nommen, und McDonald unterstützte seinen
Vorschlag, das Substitut an Stelle der Bill
des Cowlte's zu setzen. Er befürwortete das
Substitut in einer längeren Rede.
Um 2 Uhr wurde die Bill wieder aufgenom
men, den Vertrag mit den Ute-Jndianeru zu
ratifiziren.
Im «eprSsentantenhause
wurde auf Antrag des Hrn. Upson die Senats
Bill angenommen, welche tz 'oo,vt)o sür die
richtung neuer Militärposten zum Schutze d»
Grenze am Rio Grande verwilligt.
Aus Antrag des Hrn. Harris (Virg.) wurde
eine Bill angenommen, welche einen Fehler im
5480. Abschnitte der revidirteii Statuten be
richtigt.
Aus Antrag des Hrn. O. Turner wurden die
Amendemcnts de» Senats zu dcr Hausbill im
Betreff dcr Errichtung eines Regierungsgebäu
des zu Paducah. Ky., genehmigt.
Eine große Anzahl neuer Vorlagen wurde
sodann unter Verlesung der Liste der Staaten
eingebracht und überwiesen.
Der Sprecher unterbreitete dem Hause eine
Botschaft des Präsidenten und einen Bericht des
Staatssekretärs im Betreff der Chinesen-Ein-
Wanderung.
Um H 2 Uhr ging das HauS unter dem Vor
sitze des Hrn. Springer in Plenarsitzung und
setzte die Erörterung der Militär-Verwilligung»-
Bill fort, mit dem Einverständnisse, daß die
allgemeine Debatte innerhalb drei Stunden ge
schlossen werden sollte.
Ans »er Bnndesyanptstadt.
Was h in gto n, 12. April.—Der Schatz
amtSsekretär empfing heute vom „Weißen
Hause" aus die Summe von Zl3O, welche in
ein anonymes «schreiben eingeschlossen und au
den Präsideuten adressirt war. Augenschein,
lich war das Geld als Beittag für den Gewis
senssond bestimmt und wurde von dem Sekre
tär diesem Fond überwiesen.. Der Absender
der Summe erklärt in seinem an den Präsiden
tcn gerichteten und allen Geboten der Ortho
graphie und Grammatik zum Trotze geschrie
benen Briefe, er habe während des Bürgerkrie
ges, welchen er als Unionssoldat mitmachte,
ein Pferd gestohlen, dasselbe verkauft und das
Geld in die Tasche gesteckt. Vor Kurzem habe
er sich belehrt und der Methodistenkirche ange
schlossen, und seine Missethat habe ihm nicht
eher Ruhe gelassen, bis er den Entschluß faßte,
das gestohlene Geld zurück zu schicke«. Die in
teressante Epistel trägt die Unterschrift:
LonlMr." Der Poststempel auf dem Brief
couverte ist unleserlich.
Der Kanal über den JfthmuS.
General Ernst Dichman, der amerikanische
Gesandte an die Ver. Staaten von Colombia,
wird nächstens von hier abreisen, um auf seinen
Posten zurück zu kchren. Er hielt sich mehrere
Monate lang hier auf und hatte häufige Unter
redungen mit dem Präsidenten und den
netSbeaiiiten in Bezug aus den vorgeschlagenen
interozeanischen Kanal. Dem Vernehmen nach
hat cr definitive Instruktionen in Bezug auf
diese Angelegenheit empsangen und man will
wissen, daß er durch ein Kriegsschiff nach Co
lombia zurück befördert werden soll.
TaS apostolische Glaubensbekenntnis! in einer
Bill.—Pussionsbilder sür vas Kapital.
Delegat Downing ans Wyoming unterbrei
tete heute dem Hause eine Bill, weiche mit fol
gender Einleitung beginnt: „Da das Voll der
Ver. Staaten ein christliches Volk ist und fest
an Gott, den allmächtigen Schöpfer des Him
mels und dcr Erde, glaubt" u. f. w. Die Bill
eitirt das ganze apostolische Glaubensbekennt
niß und verwilligt P500,v00 für den Ankauf
von Gemälden, welche die Geburt, das Leben
und den Tod des Heilands Jefu Christi nach
den Schilderungen der Evangelien Matthäi,
Marci, Lucä und Johannis vorstellen, zur
Schmückuug des Äapiiols. Die Verwillignng
soll unter Beaufsichtigung des Architekten de«
Kapitals verausgabt iveroen und die Gemälde
müssen, wie die Bill ausdrücklich bestimmt,
Werke „der größten, lebenden Künstler »er Vcr.
Staaten" sein.
<»,waltthaten der . Mondschcinler" in Georgia.
Steuercommissär Raum wurde heute durch
eine Depesche aus Atlanta, Ga., benachrichtigt,
daß eine Abtheilung berittener und bewaffneter
„Mondscheiiiler" mit dem berüchtigten Webb
Finley an dcr spitze am 7. d. MtS. vor der
Wohnung des Hülfs-Steuereinnehmers I. A.
Stewart in Farmin-Connty, Ga., erschien,
seine Scheuer anzündete, aus ihn und seinen
Sohn feuerte und den Letzteren verwundete.
Zehn der Angreifer sind bekannt. Stewart ist
von seiner Wohnung entflohen und ersucht um
Schutz.—Hr. Raum wies zur Antwort hierauf
den Steuereinnehmer Clark in Atlanta an, sich
an die Stciaisbehörde um AbHülse zu wenden,
indem Brandstiftungen und Mordangriffe nicht
in'S Bereich dcr Slcucrbehörde, sondern in
dasjenige der StaatSrelzierung gehörten. Haft
befehle gegen die Angreifer sollten sofort erwirkt
und dem Scheriff des beneffcnden CountyS zu
gestellt werden. Hr. Clark sei antorisirt, mit
dcr ganzen ihm zur Vcrsügung stehenden Mann
schaft dem Scheriff zur Vollstreckung der Haft
befehle beizustehen, und imZFalle die Feinde
Stewart's Steuerbetrüger wären, so solle er
sofort mit der ganzen Strenge des Gesetzes ge
gen sie zu Werke gehen.
Vermischtes.
Die gestrige Steuereinnahme betrug H 611,-
K 91.79; die Solleinnahme tzZ75,574.14.
Repräsentant Kelly ans Pennsylvanien feierte
heute feinen K«. Geburtstag, uns ein prächti
ger Blumenkorb, welcher ihm von feinen Freun
den zuaeschickt worden war, stand heute im
Hause auf seinem Pulte.
Senator Bruce brachte heute im Senate eine
Bill ein, welche den Gläubigern der falliten
„Freed - Mens - Bank" 12,0V0,000 verwilligt
und die Regierung für die Verluste der Depo
sitoren verantwortlich erklärt.
Der Jndianer-Commissär erschien heute vor
dem Haus-Comite für Indianer-Angelegenhei
ten und erläuterte die Vorschläge seines Bu
reaus. Das Comite wird die Zndianer-Ver
willigungsbill in den nächsten Tagen vollenden.
HH. A. S. Solomon und Simon Wols
überreichten heute dem Staatssekretär im Na
men der „Union Amerikanischer Hebräischer Ge
meinden" ein Dokument, welches gegen die Ver
folgung der Juden in Rußland Protestirt und
die Regierung ersucht, sich für die unterdrückten
Glaubensgenossen der Petenten zu verwenden.
~Bösartige" Kiever.
W a s h ing t o n, D. C., 12. April.—Amt
liche Berichte an die National sanilätSbehörde
geben an, daß während der am 27. März ver
strichenen vier Wochen in New Orleans elf und
in Memphis zwei Personen an „bösartigen"
Fiebern starben.
Die Untersuchung in West-Point.
Westpoint, N.-A., Is. April. Die
Untersuchung im Betreff der angeblichen Miß
Handlung des Negerkadetten Whittaker .wnrde
heute fortgesetzt. Superintendent James Gay
lor vom New Aorker Postamte wurde als
Sachverständiger beeidigt und man händigte
ihm das von Whittaker empfangene War
nungsschreiben, sowie Blätter ans den Büchern
von etwa 25 Kadetten, einschließlich
aker's, ein, um dieselben durch ihn untersuchen
zu lassen und den Schreiber der Warnung zu
ermitteln.
Kadett Burnctt erschien abermals aus dem
Zeugenstande und setzte die Gründe auseinan
der, welche ihn zu der Annahme bewogen, daß
die ganze Angelegenheit auf einem von Whitt
aker selbst angezettelten Complot beruhe. —Der
größte Theil der Morgensitzung wurde durch
das Verlesen der am Samstage zu Protokoll
genommenen Zeugenaussagen in Anspruch ge
nommen.
Während der Nachwittagssitzung bezeugte
Superintendent Gayler, er habe die ihm zuge
stellten Schriftstücke mit dem erwähnten War
niingßschreiben verglichen und keine Aehnlichken
entdeckt, welche ihn zu der Annahme berechtige,
daß die Warnung von irgend «nein der Kadet
ten geschrieben worden se,, deren Handschriften
ihm unterbreitet wurden. Der Recorder hän
digte Hrn. Gayler weitere Schriftstücke und drei
ihm von Whittaker'? Anwalt übergebene ano
nyme Briefe ein, um sie mit dem Warnungs
schreibe» zu vergleichen.
Eine Sensation in Norfolk.
Norfolk. Virg., 12. April.—Eine unbe
kannte Person stellte heute in einem hiesigen
Seitengäßchen eine Holzkiste auf einen städti
fchen Äbfallskarrcn. dessen Fuhrmann sich ge
rade auf einige Minuten entfernt hatte. Als
der Karren den Abladeplatz erreicht hatte und
die Kiste nebst dcr übrigen Ladung auf den
Boden geworfen wurde, platzte das morsche
Holz auseinander und ein menschliche» Skelett
kam zum Vorschein. Die Angelegenheit erregt
nmsomehr Aufsehen, da ein Matrose vor einigen
Jahren in dem betreffenden Stadtviertel auf
geheimmßvolle Weise verschwand.
Demokratischer StaatS-Convent iu
Louisiana.
New Orleans, 12. April. Die De
mokraten von Louisiana hielten heute ihren
Staats-Convent unter dem Vorsitze des Vicc-
Gouverneurs McEnery hier ab und erwählten
Delegaten zu dem Cincinnatier National-Con
vent. Ein Beschluß wurde angenommen, wel
cher die Nomination de» Generals Winfield S.
Hancock begünstigt, jedoch erhielten die Delega
ten keine speziellen Instruktionen. Etwa 500
Delegaten nahmen an den Verhandlungen An
theil.
Wahlkrawall i« Süd-Carolina.
Columbia, S.-C., 12. April. Wäh
rend der heutigen Gemeindewahl in Edgefield
ereignete sich eine Rauferei, während welcher
W. E. Bland und A. A. Glover in den Ma
gen geschossen und wahrscheinlich tödtlich ver
wundet wurden. A. A. CliSby erhielt zwei
Schußwunden am Schenkel. Der St'eit
wurde durch einen Wortwechsel über die vorge
schlagene Verminderung der Schnappssteuer
verursacht und artete in eine allgemeine Schlä
gerei aus. Sämmtliche Verwundete sind Weiße.
Kemble stellt sich dem Gerichte.
Harrlsburij, Penns., 12. April.—Wm.
H. Kemble, einer der flüchtigen „RoosterS,"
kam heute in Begleitung des Ex-Scherifs»
Kerns aus Philadelphia und 5eS Geheimpoli
zisten Anderson von hier, welch' Letzterer ihn
seit letztem Donnerstag verfolgte und heute früh
zu Philadelphia verhaftete, hier an. Kemble
wurde nach dem Connty-Gefängnisse gebracht,
und die ganze Gesellschaft wartete dort längere
Zeit auf den Richter Pearfon, um die Angele
genheit im Betreff neuer Bürgschaft iii's Reine
zu bringen. Da der Richter >ed»ch nicht er
schien, so begab sich Kemble mit seiiun Beglei
tern uach Hrn. I. I. Clyde'S Wohnung, um
dort bis morgen früh 9 Uhr zu verweilen, zu
welcher Zeit Richter Pearfon den Fall verhan
deln wird. Letzterer ist noch nicht mit sich
darüber einig, ob er Kemble als eingefangenen
Flüchtling zur Bürgschaft zulassen kann.
KenMe behauptet jedoch, er habe seinem An
walte telegraphirt, daß er heute früh von At
lantic-City in Philadelphia eintreffen werde,
um mit dem Mittagszuge nach Harrisburg ab
zureisen und sich dem Gerichte zu stellen. Ge
heimpolizist Änderjon kam auf demselben »juge
mit Kemble von Atlantic-City in Philadelphia
an und verhaftete Letzteren kurz nach seiner An-
Wust in jener Stadt an der Frontstraße.
Kemble äußerte keine Ueberraschnng und sagte
dem Geheimpolizisten, er wolle ihm die Mühe
ersparen, den Hastbefehl zu verlesen.
Brutaler Meuchelmord.
Chicago, 12. Depesche der
„Times" meldet aus Anna, Jlls., daß John
McJntire, ein angesehener Bewohner des süd
lichen Theiles von Union-Connty, Jlls., un
gefähr eine Meile von seiner Wohnung als
Leiche in einem Felde aufgefunden wurde. Sein
Gewehr lag neben ihm, und sein Jagdmesser
stak ihm ini Halse. Die Ueberreste waren der
art auf dem Boden arrangirt, daß sie den Ein
druck machten, als ob der Verstorbene Selbst
mord begangen habe, jedoch stellte eine nähere
Untersuchung fest, daß er von hinten durch einen
Schuß in den Kopf getödtet worden war. Ein
Onkel McJntire's, welcher angeblich die Toch
ter des Letzteren verführt hatte, weßhalb ein
grimmiger Hader zwischen Beiden herrschte,
steht im Verdachte, den Mord begangen zn
haben.
Näheres üvcr den Wiuttcrmord in
Lonisvitle
Louisville, Ky., 12. April.—Frau Wil
vielen Jahren das einer Hebamme be
ttieb uud iu der Stadt allgemein geachtet war,
ist, wie bereits berichtet, letzten Samstag in
ihrer Wohnung ermordet worden. Die Blut
that ist höchst abschreckend ui ihren Einzelnhei
tcn und scheint von Wilhelm, dem Sohne der
Ermordelen, begangen worden zu sein. Die
Frau lebte mit ihren zwei Söhnen Wilhelm
nnd LvuiS im westlichen Theil: dcr Stadt.
Wilhelm, der seit mehreren Tagen krank war,
Zeichen von Geistesstörung zeigte nnd deshalb
nicht arbeitete, benahm sich am >vamstag Mor
gen bei'm Frühstücke so wild, daß Louis die
Bemerkung sollen ließ, er fürchte sich, die Mut
ter mit Wilhelm allein zn lassen. Frau Tieske
meinte indcß, sie würde mit Wilhelm schou.ser--
tig werden, und begab sich LouiS ruhig zur
Arbeit. Einige Stunden später wurde oie
Frau von einem Nachlmr todt aufgefunden.
Ihre Leiche lag mitten in der etwa neun Qna
dratfuß großen Küche, mit dem Rücken auf dem
Boden, in einer großen Blutlache. Ihr Kopf
war dem an dcr Nordseite des Raumes befind
lichen Ofen zugewandt, während ihre Füße un
ter einem an der Westseite des Zimmers stehen
den Tische lagen. Ihr Kopf war fast ganz vom
Rumpfe getrennt, denn eine lauge, tiefe Schnitt
wunde kläffte an ihrem Halse. Der obere Th-'il
des Kopfes war in eine Masse geronnenen Blu
tes, ausgequollenen Gehirns und vieler Kno
chensplitter verwandelt, welch' Letztere von
dem völlig zerhackten Schädel herrührten. An
dcr linken Wange war ein tieser Schnitt, der
mit einem Handbeile beigebracht zu sein scheint,
und die ganze linke Seite des Kopses war ein
geschlagen. Eine gräßliche Wunde befand sich
auch an der rechten Seite des Kopfes nnd eine
andere am Hinterkopfe, aus der das Blur her
vorquoll. Der rechte Arm der Ermordeten lag
auf dem Boden ausgestreckt und der linke, mit
Blut befleckt, ruhte auf der Brust. Aus dem
Tischeslanden die Ueberreste eines Frühstücks,
weshalb man vermuthet, die Frau sei, während
sie ain Tische aß, von rückwärts übersatten wor
den. Aus dem Tische lag auch ein blutbeflecktes
Fleischermesser von etwa 15 Zoll Länge. Die
ses, sowie ein mit Blut bedecktes Handbeil, das
im Keller gesunden wurde, sind von der Polizei
mit Beschlag belegt wordem Der wahnsinnige
Sohn ist verschwunden, und da außer ihm und
der Ermordeten Niemand bei der That zugegen
war, so ist über die Ursache und näheren Um
stände des entsetzlichen Verbrechens nichts Wei
teres ermittelt.
New-Borter Selbstmörder.
New-3)ork, 12. April.—Ein 75-jährizer
Franzose, Namens Thos. Drew (?), beging
heute früh in seiner Wohnung Nr. 367, West
55. Straße, Selbstmord, indem er sich die
Kehle durchschnitt. Er hinterließ mehrere Briefe,
in welchen er mittheilt, er habe sich umgebracht,
weil er zu alt >ei, um seinen Lebensunterhalt
erwerben zu können. Ehe der Selbstmörder
sich die tödtliche Wunde beibrachte, hatte er sich
eine Schlinge um den Hals gelegt und dieselbe
an einem Halen an der Wand beseitigt. Der
Haken brach jedoch ab und der leblose Körper
fiel aus das neben der Wand stehende Bett, wo
man die Leiche auffand.
Die Polizei fand heute früh am Fuße dcr
West 37. Straße einen Hut und Rock, und in
dcr Tasche des Letzteren mehrere Dokumente,
aus welchen hervorging, daß die Kleidungs
stücke dem Versicherungsagenten Otto Keller,
Nr. 446, West 38. Strage, gehörten. Die
Dokumente waren an Madelinc Becker und
Fritz Breivodel in Nr. 211, West 31. Straße,
gerichtet und erläuterten die Gründe, welche
Keller veranlaßten, den Tod iu den Finthen zu
suchen. Kostspielige Prozesse und Schulden
überhaupt sind als hauptsächliche Ursachen an
gegeben. Die Leiche ist nicht ausgesunden wor
den uud viele Leute sind der Ansicht, daß Keller
nicht Selbstmord begangen hat, sondern nur
durchgebrannt ist.
Lynchjustiz.
New - Orleans, 12. April. Der Ne
ger I. Tucker, angeklagt, einen gewissen Abe
Frazer im Jahre 187 K ermordet zu haben,
wurde gestern früh durch 15 Männer aus dem
Gefängnisse zu Greeusburg im Kirchspiele St.
Helena geholt und erschossen.
Ter Bigamist Bennett wandert in s
Richmond, Virg., 12. April. —H. F.
Bennctt, welcher in Baltimore, Richmond und
Norsolk als Bigamist eine Rolle gespielt hat,
wurde heute zu drei Jahren Zuchthaus verur
theilt.
Chicago, 12. April.—Jin hiesigen Bun
desgerichte ist ein Prozeß im Betreff eine» Pa
tents aus die Fabrikation vou Oleomargarin
anhängig gemacht worden, welcher die erstaun
liche Thatsache an'S Tageslicht gebracht hat,
daß von dem Oleomargarin, dessen Preis nie
in den Marktberichten angeführt und welche«
unter seinem richtigen Namen vou keinem Ge
schäftsmanne zum Verkauft angeboten wird,
alljährlich nicht weniger, als 93 Millionen
Psuud hier zu Lande verlaust werden.
Jntoleraute Israeliten.
New -?> ork, 12. April. Man meldete
heute dem Coroner, daß die 22 jährige Fanny
Adler in Folge von Mißhandlungen, welche ihr
Gatte ihr zugefügt habe, gestorben sei, jedoch
stellte es sich heraus, daß die Frau an Bauch
fellentzündung kurz nach ihrer Entbindung ver
schieden war. Die Frau und ihr Mann waren
Israeliten, traten jedoch vor Kurzem zum Chri
stenthlime über, und ihre ehemaligen Freunde
wurden hierüber so ausgebracht, daß sie das
Gerücht verbreiteten, Fran Adler's Tod sei
durch Gewalthätigkeiten verursacht wordin. Der
Coroner ermittelte obige Thatsache durch die
von ihm eingeleitete Untersuchung. Als die
Beerdigung heute vor sich gehen sollt:, versam
n-elle sich ein Haufen aufgeregter Israeliten um
das HauS und nahm eine so drohende Haltung
an, daß die Polizei zu Hülfe gerufen wurde und
die Ueberreste nach der St. Barnabas-Kapelle
cSkortirte, wo dcr Leichengottesdicnst stattfand.
Die Leiche wurde zu Astoria, L.-J., beigesetzt.
Moritz Adler, der Wittwer, verließ gestern Abend
aus Furcht vor Gewaltthaten feine Wohnung
und war heute zur Zeit der Beerdigung noch
nicht zurückgekehrt.
Ein guter Wochenloyn.
New - Vork, 12. April.—Die Einnahmen
während des Samstag Abend beendeten sechs
tägigen Dauerlaufes, in welchem der Neger
Hart mit 505 Meilen Sieger blieb, beliefen sich
auf ?28,K85. Die Hälfte diefer Summe soll
dem Contrakte nach unter die betheiligten Dau
erläufer vertheilt werden. Hart erhält H 7175,
Pegram 15587, Howard Hl793,Dobler tzBS6,
Allen P 448, Krahne Z 224, Williams?ll2 nnd
Hanwaker P 56. Harl erhält außerdem „Sweep
stakes" im Betrage von 59000 und weitere
PIOOO, weil er die von Brown zurückgelegte
Meilenzahl übertraf im Ganzen das nette
Sümmchen von P 17,175.
Ans Mittel- und Tüd-Ätnerita.
London, 12. April. Eine vom 10.
April datirte Privatdepesche aus Valparaiso
meldet, daß die Chilenen jetzt Callao blockiren.
Panama, 3. April. Ein Privatbrief
aus Carthagena enthält folgende Mittheilun
gen: Nunez, der neuerwählte Präsident, kam
am 17. März zu Bogota an und ein unge
wöhnlich enthusiastischer Empfang wurde ihm
zu Theil. Die britiiche Korvette „Drnid" ist
von Carthagena abgefahren, um den gesunke
nen britischen Schooner „Brigand," welcher der
Schiffahrt große Gefahren bereitet, durch Tor
pedos in die Luft zu sprengen. Wie der Pa>
nama'er „Star and Herald" meldet, hat der
amerikanische Kriegsdampfer „AdamS" eine
Kohlenstation am Golfe von Dulce etablirt,
und fünf Tonnen Kohlen sind bereits an'S User
gebracht worden. Das erwähnte Journal er
klärt, diese Maßnahme sei vorgenommen wor
den, ohne die Republiken Colombia oder Costa
Rica, deren einer das fragliche Gebiet gehöre,
um Einwilligung zu fragen. Colombia und
Costa Rica wären über das Eigenthnmsrecht
gewisser Landstriche am Golfe von Duce in
einem Streite begriffen, und es sei unmöglich,
zu enischeiden, welchem von beiden Ländern die
neue Äohlenstatiou gehöre, jedoch wäre so viel
festgestellt, daß sie nicht Eigenthum der Ver.
Staaten sei.
Die Nachricht über die angebliche Niederlage
dcr Chilenen in oder bei Moqnega ist nicht be
stätigt. Peruanische Journale berichten die
Zerstörung der Waffen und der znm Verschiffen
von Guano crrichietcn Apparate aus den Chin
cha-Jnseln. Die Chilenen sind zu Mollcndo
gelandet und haben die Stadt geplündert. Es
verlautet, daß sie Ausländer, wie Eingeborene
ohne Rücksicht auf Alter oder Gcschlecht beraub -
ten und mißhandelten. Ein Brief au« Arequipa
giebt an, die vrächiigen Gebände der Bahn-
Gesellschaft zu Mollemo wären von den Chile
nen vollständig zerstört worden. Die Offiziere
wären den plündernden Soldaten mit gutem
Beispiele vorangegangen und hätten sogar die
Koffer mehrerer britischer Damen erbrochen und
sich die Taschen mit Geschmeide nnd sonstigen
Werthsachen gefüllt.
Vrandktttaftropye.
Milwaukee, 12. März.—Die Wshnuug
des Hrn. I. R. Collis zu Lodi, WiSc., wurde
durch ein heute früh ausgebrochenes Feuer ;er
stört, und drei Menschen, Namens I. T. Hid
den, John Rathbnrn und Henry Harris wur
den unter den einstürzenden Trümmern begra
ben. Rathbnrn und Harris wurden getödiet;
Hidden gelangte in's Freie, trug jedoch derar
tige Brandwunden davon, baß inaii an seiner
Rettung zweifelt. Die Leichen dcr Verunglück
ten sind aufgefunden worden.
Brände.
Rochester, N.-S)-' 12. April.—Das große
MalzhauS des Hrn. Merrick in Lyons brannte
während der vergangenen Nacht ni'der. Das
Gebäude war für PSOOO und dcr Vorrath für
K 15.000 versichert.
N e w-H aveii, Conn., 12. Apri!. Die
„Germania-Halle," Eigenthum des„Teutonia-
Männcrchors" nnd dcr deuisch-englischcnSchul
gesellschast, fiel heute früh den Flammen znm
Raube. Das Gebäude wurde ui 1876 mit
einem Kostenaufwand? von H3V,000 errichtet
und war für 4,000 versichert.
Milford, Penns., 12. April. Das
„Comiespang-Spring-House," ein dem Hrn.
E. L. Van Elten gehöriges Sommerhotel, 5
Meilen von hier, brannte während der letzten
Nacht nieder. Verlust etwa G5OOO.
N ew-N o rk, 12. April.—Der große Elleu-
Waarenladen der HH. Simpson, Crawsord K
Simpson, Nr. 305, 307 und 309, 6. Avenue,
wurde heute Abend sast vollständig durch Feuer
zerstört. Man schätzt den Verlust auf Z 200,-
000 und die Versicherung aus Gl3o,ooobis
HISO,VOV. Die Angestellten, mehrere Hundert
an der Zahl, entkamen sämmtlich unverletzt.
Vermischte Dcpesäien aus New»
«ort.
New - Nork , 12. April. Dr. Charles
H. Hallsayre starb gestern an den Falgen eines
Sturzes, welchen er am letzten Montage, als
er vor dem „Gilsey-House" seine Chaise bestei
gen wollte, erlitt. Der Verstorbene war 29
Jahre alt und wog 225 Psund.
Die Mörder Christine Cox und Piedra
Ballo, deren Appellation kürzlich verworfen
wurde, erschienen heute vor dem Obergerichte,
und die Vollstreckung des gegen Beide ausge
sprochenen Todesurtheils wurde auf den 28.
Mai festgesetzt. Keiner der Vermtheilten legte
Spuren von Bewegung an den Tag.
Die Dampser „Donau" vou Bremen,
„Athos" von Aspinwall und West-Indien,
„Circossia" von Glasgow und „Arizona" von
Liverpool sind heute hier angekommen.
Der Dampfer „Castälia" von Mittel
meerhäfen ist heule hier angelangt.
Der Dampfer „Gloucester" von Bristol traf
heute hier ein.
Der Geldmarkt.
New - Uork, 12. April.—Folgendes sind
die Schlußnotirungen: Geld 4—l! jährlich,
IjlK pro Tag. Sterling-Wcchfcl 4.84 Z—4.85
aiif KV Tage, 4.874—4.875 auf Sicht. Bun
lBBler 105 H, neue Fünfer
1034, neue 44-proz. 108 H, do. 4-proz. 1075,
Dist. Col. 3.Kser 92j. Aktien: New-Aorker
Central 131 Z, Erie42H, LakeShore Jlli
noiser Central 106, Pittsburg 111, Chicago-
Northwestern 94H, do. Prioritäten 109, Rock-
Island Western Union Tel. 104j, New-
Jerseycr Central 78. Unterschatzamts-Bilanz:
Gold tz 102.141.782; Courant tz 5,721,992.
ViehmSrkte.
St. Louis, 12. April. Rindvieh:
die Zufuhr belief sich auf 4400, Versendung
10V; die Preise variirten zwischen tz 2.50 und
tzs.(X). Schaase: wenig Borrath uud in gu
ter Nachfrage; Zufuhr 200, Verfendnng keine.
—Schweine: ruhig; Verkäufe zu tzl.l0 —tz 4.-
65; Zufuhr 7400, Versendung 3500.
Chicago, 12. April. Das „DroveiS-
Journal" enthält Folgendes: Schweine —Zu
fuhr 23,000, Versendung K 500; Markt mäßig
lebhaft; gemischte Qualitättz4.2o—tz4.3s, bes
sere Sorten tz4.40—tz4.75, mittelmäßige do.
tz4.2o—tz4.sv.—Rindvieh: Zufuhr 8000, Ver
sendung 1500; Markt unruhig; Verkäufe ,u
G2.25—tz5.30. Schaafe: Zufuhr 800, Ver
sendung keine; Verkäufe zu tz3 —tzk.so.
West-Philadelphia, 12. April.—
Rindvieh: lebhaft, Zufuhr 2600, prima zu
sj—K, gute 54—5 H, Mittelsorte 4K—-4Z, ordi
närt 4—4tz. —Schaase: lebhaft, Zufuhr 8000,
prima 74, gute 64—6 t, Mittelsorte 6—64,
ordinäre 54—5^.—Schweine: belebt, Zufuhr
6500, prima 74, gute 7, Mittelsorte 6Z, ordi
liäre 64.
Hrn. P. Rennstiite „Geral
dine," welche in diesem Frühjahre schon meh
rere Siege mang, brach am letzten Samstage
durch einen unglücklichen Zufall den Rücken
und mußte erschossen werden.
In London wird zur Zeit eine Gesellschaft
organisirt, welche sich mit der Einfuhr von
frischem Fleisch aus Australien beschäftigen will.
Graf Szechenyi hat seine Reise durch
China beendet und ist m Calcutta angekom
men.
Das dritte Billard-Wettspiel zwischen
Vignaux und Skvfson zu Paris gestern Abend
fiel ebenfalls zu Gunsten des Ersteril aus. Vig
naux hat jetzt im Ganzen S4OO und Slossou
II2S Pointen gemacht.
' Europäische Kabelbenchte.
DeutschlanS. - seh« sei«»e« Wille»
London, 12. April. Eine Berliner
Depesche der „Daily News" meldet: „Der
Bundesrat!? wird heute (Rontag) zusammen
treten. Die Staaten, welche der Stempel
steuer opponiren, haben beschlossen, sich dem
Wigen Bismarck's zu sügeN. Es verlmttet,
daß Hr. Hosmann, Präsident der Reichskanzlei
und Handelsminister, resignÄen wird, weil
Fürst Bismarck die srühere Verwerfung der
Vorlage seiner Gleichgültigkeit zuschreibt."
Berlin, 12. April.—Der Buudcsrath hnt
auf Antrag Bayern's einen Beschluß angenom
men, welcher anordnet, daß Post-Geldauwei
sungen einer Stempelsteuer untnworfeii sein
sollen. Das Votum vom 3. März, welches zu
der Resignation BiSmara's sührte, ist hiermit
Berlin, 12. April. Die „Norddeutsche
Zeitung" veröffentlicht einen Kabinctsbeschluß,
welcher dem Mousiguore Jacobini übermittelt
worden ist. Derselbe erklärt, die deutsche Re
gierung erblicke in dem päpstlichen Schreiben
vom 24. Februar einen neuen Bewei» der ver
söhnlichen Gesinnung des Papstes. Sobald
sich diese Gesinnung "durch Thaten äußere, so
werde die Regierung von dem gesetzgebenden
Körper Vollmachten zu erlangen sucheii, welche
ihr größere Freiheit bei der 'Vollstreckung der
Gesetze verleihen und es ihr möglich machen
werden, die von dem Vatikan- als anstößig
bezeichneten Verordnungen zu »ildern.
L ondon, 13. April.— Der Berliner Cor
respondent berichtet, dcchiein einziger Staal in
der gestrigen Sitzung des Bundesrathes der
Stempelsteuer oppouirte, obgleich sich mehrere
des Stimmen? enthielten. Gewisse Vorschläge
in Bezug auf Veränderung der Geschäftsregeln,
einschließlich einer Beschränkung des Stimmen?
dnrch Stellvertreter, wurden einem Comite
überwiesen.
Eine Depesche der „Daily NewS" aus Ber
lin meldet, daß IK Personen unter dem Auti-
Lwzialisteu-Gesetze prozessirt wurden, weil sie
angeblich mit geheimen Gesellschaften in Ver
bindung standen und Lotterie'n zum Besten der
Familien der aus Berlin ausgewiesenen So
zialisten veranstaltet hatten. Fünf der Ange
klagten wurden schuldig befunden und zu Ge
fär.gnißhast venirtheilt.
Londo u, 12. April.—Die „Post" erklärt:
„Da die liberalen Führer bis jetzt noch keine
Unterredung gehabt haben, so sind alle Anga
ben über die Ernennung neuerKabinetsmitgtie
der offenbar auf bloße Vermuthung gegründet.
Außer den Herren, deren Namen bereits mitge
theilt wurden, sollen noch Folgende in den
Pairsstand erhoben werden-: Achtb. Viscount
Barrington, Sir Arthur Edward Guinneß
und Sir Jvor Guest.. Alle drei waren srüher
Mitglieder des Unterhauses.
Die „Times" bemerkt heute in einem Leitar
tikel: „Hr. Gladstone werde als Minister ohne
Poriefenille eine seinen Verdiensten angemessene
Stellung einnehmen."
Der „Advertii'er" verkündet, daß Lord Lyt
ton, der Vicekönig von Indien, zum Earl er
nannt worden ist uud fortan den Titel Earl
Lytton sühreu wird.
Die „Pali Mall Gc.ette" verkündet, daß die
Resignation des Lord Syttou als Vicekönig
von Ostindien bereits in der letzten Woche hier
empfangen wurde.
Pari», 12. Elemenceau, re
publikanisches Mitglied der Deputirteiikammer
sür das Departement der Seine, machte gestern
in einer vor seinen Constiluenten gehaltenen
Rede einen bitteren Angriff anf die Politik der
Regierung. Seine Aeußerungen erregten gro
ßeit Enthusiasmus.
Fürst Hohenlohe, der deutsche Gesandte,
reiste am 15. d. MtS. von hier nach Berlin ab,
nm seine neuen Amtspflichten als Sekretär de»
Auswärtigen anzutreten.
Paris, 2. Äpril.—Es verlautet, daß Pere
Didon. der Dominikaner, dessen Predigten vor
Kurzem großes Aufsehen hier erregten, von dem
Generale seines Ordens zur Strafe nach eiuem
kleinen Kloster zu Corbaro auf der Julel Cor
sika, welches nur von einem halben Dutzend
italienischer Mönche bewohnt ist, versetzt werden
wird.
Dem Journale „Union" zufolge hat Kardi
nal Nina, der päpstliche Staatssekretär, der
französischen Regierung einen Protest gegen die
Dekrete in Bezug auf nichtautorisirte Ordens
gesellschasten übermittelt. Das Journal „La
France" widerruft die von ihm selbst veröffent
lichte Angabe, daß die Regierung Maßregeln
zn ergreifen beabsichtige, um wciiereMeinnngs
äußcruiigen Seitens der Bischöse zu verhindern.
Ltcro s Schicksal besiegelt.
Madrid, 12. April.—Der vernrthcilie At
tentäter Otero wird am nächsten Mittwoch Vor
mittage hingerichtet werden. Im Einklänge
mit dem noch in Spanien existirciideii Gebrau
che wird der Gefangene vor seinem Tode 24
Stunden laug an den Pranger gestellt werden.
Afghanistan.
London, 12. April. Eine Depesche der
„Times" berichtet aus Kabul: „Die Häupt
linge der Logar-, Wardak- uud Zurmut-Stäm
me kamen vorgestern hier an. Die Häuptlinge
haben sich untereinander überwarfen. Sie hat
ten kein festes Programm, als ihre Forde
rung Betreffs Wiedereinsetzung des ehemaligen
EmirS zu Durbar verworfen wurde. Eine
aus 3000 Manu Infanterie und KVO Mann
Kavallerie bestehende Brigade wird am nächsten
Montage mit !0 Geschützen von hier aufbre
chen, nm mit dem General Stewart zu coope
rircu, w.lcher am 2<l. d. Mts. zn Schnzni ein
rissen uud sodanu einen Augriff ausJugdulluck
unternehmen wird. Die Verbindungslinien
sind zur Genüge beschützt, und der Verkehr ist
ununterbrochen. Mahommed Jan ist noch
nicht in Kabul eingetroffen, verspricht jedoch,
sich nächstens einzufinden. Es ist ziemlich ei
nerlei, ob er kommt oder nicht, indem die große
Mehrheit feiner Anhänger hier ist. Musafi
Habibnüa Khan wird ebenfalls hier erwartet.
Eine „Turbar" (Eonferenz) wird heute, am
12. ds. Mts., stattfinden; die Insurgenten
Häuptlinge, die Sirdars und die Bewohner
von Kabul sind zur Betheiligung eingeladen
und sollen bei der Gelegenheit eine definitive
AMwort aus ihre Forderung erhalten."
Ein Correspondent der „Times" telegraphict
aus Cahdabar: „Die Ernennung des sirdars
Schsr Ali Khan zum Wali des südlichen Afgha-
wird mit allgemeiner Genugthuung auf
genommen."
Die Greuel in Birma.
? ? ndon, 12. April. Die 700 Männer,
Knaben, Frauen, Mädchen, Priester und Aus
länder, welche in Mandalay zur Versöhnung
der Schicksalsmächle und zur Wiederherstellung
des Königs den Opfertod erlitten, wurden leben
dig begraben nnd nicht—wie eine gestern veröf
fentlichte Depesche irrthümlich berichtete, vor
den Mauern der Stadt verbrannt.
Eine Depesche der „Daily News" übermittelt
folgende Erklärung über die Greuelthaten zu
Mandalay: „In Birma werden jedesmal
Menschenopfer dargebracht, sobald eine neue
Stadt erbaut worden ist. Ein j der Monarch
erbaut gewöhnlich eine neue Hauptstadt. Wei-
Köuig Thibau nun keinen neuen Regieruugsl
sitz bezogen hat, so erklärten die Sterndeuter,
die bösen Geister wären hierüber erzürnt, und es
müßten 70V Menschen geovsert werden, nm sie
zu versöhnen. Das Opfer wurde darauf auf
Befehl des Königs Thibau vollzogen."
Vtartt und Börse.
London, IZ. April, 12.30 Nachm.
Eomols 98 IUI6 für Geld nnd 98Z für Brief.
Vereinigte Staaten - Obligationen neue
44-pro;. 1114.
Liverpool, 12. April, 12.30 Nachm.
—Baumwolle ruhiger. Mittelsorte Oberländer
7 SjlK; do. Orleans 7t; die heutigen Verläufe
betrugen KOOO Ballen.
SchiffSnachrichlcn.
London, 12. April. Der Dampfer
„Lepanto" von New - Jork traf heute in Hull
ein.
Epütcflc «abelbcrichte.
London, 13. Äpril. Die Liberalen haben
jetzt im Ganzen 106 Sitze gewonnen. Beinahe
1000 Constabler sind von Dublin nach Cork
abgegangen, um die Ordnung gelegentlich des
bevorstehenden WahlkampseS zwischen Parnell
und den Klerilalen aufrecht zu erhalten.
Theodor Gudiue, der französifche Marine
niülcr, ist gestorben. In Constantinopel soll
nächstens eine Eonferenz der Gefandten abge
halten werden, um die Streitfragen zwischen
der Türkei und Montenegro in S Reine zu
bringen.
In einer Ereosolsabrik in der Nähe der Vik
tor ia-Docks zu London brach gestern Abend
Feuer aus, und während des Brandes explo
dirte eine Retorte. Eils Personen wurden
durch die Explosion gctödtet und mehrere ver
wundet. Der angerichtete Schaden ist be
Nächtlich.
Einer Petersburger Devesche zusolge ist jetzt
die letzte Hoffnung aus Wiederherstellung des
Fürsten Gonschakoss geschwunden. „Daily
Telegragh" hat erfahren, daß eine Canserenz
der liberalen Führer am nächsten Donnerstage
in London stattfinden soll.
Dr. Wm. Sharpy, der berühmte Professor
der Medizin und Verfasser mehrerer medizini
scher Schriften, ist in England gestochen,
Stadt Bckttimsre.
Der Mayor unterzeichnete gestern
mehrere StadtrathsbeschUlsse, darunter die Be
treffs Planirung dcr Paca'traße, zivischen St.
Peter- und Sterrettstraße, und Aenderung des
Namens der Walkerstraße rsn Columbiö'-Aoe.
an in Campbellstraße.
Kohlenöl und seine Gefahren. —
Capt. Lepson übersandte gestern eine Probe des
Kohlcnols, durch welches die Tod des Frl.
Lucy Colc veranlassende Explof.»n in Nr. 191,
Mulbcrrystraße, verursacht wurde, dem GaS-
und Kohlenöl-Jnspektor W. E. Aiken, der
dasselbe einer Untersuchung unterwerfen follte.
Derfelbe antwortete, daß er das ihm übermit
telte Kohlenöl untersucht und als geMrlich und
für den Gebrauch ungeeignet gefunden habe.
Dasselbe zeigte eine Explosivnorm von nur 110
Grad, während es nack dcr Verordnung eine
Erhitzung von 120 Grad Fahreuheit aushalten
sollte. Der Bericht soll dem Mayor vorgelegt
und der Verkauf von solchen Kohlenölen, die
eine geringere Explosiv-Norm, als 120 Grad,
besitzen, bei strenger Straft verboten werden.
Loni« Dielmann wurde gestern in Folge
der Anschuldigung des Gas- und Kohlenöl-
Inspektors Pros. Wm. E. A. Aiken, Koh
lenöl, welches eine geringere Explosiv-Norm,
als gesetzlich vorgeschrieben, zeigte, verkaM zu
haben, vom Friedensrichter Kreis zu einer
Geldstrase von H 5 und in die Kosten verur
theilt.
Unfall.—Ein HanSmaler, Namens JaS.
Knox, fiel gestern Nachmittag in Nr. 38,Sharp
straße, von einem Gerüste und trug arge Ver
letzungen am Kopfe davon. Dr. Wilhelm
legte ihm einen Verband an, worauf er feiner
Wohnung auf der Ecke von Fremont- und
Wäschestraße zugeführt wurde.
Sch ifss u iif a 11. Die spanische Barke
„Flora," welche bekanntlich vor einigen Tagen
von hier iu Bordeaux eintraf, hat einen starken
Leck erhalten: auch wurde ihr von Stürmen die
Takelage beschädigt.
Ein beklageiiS w er t h er Unfall.
Der 35-jährige, Nr. 4, Hornstraße, wohn
hafte Johann S. Conohan wurde gestern Nach
mittag gegen Z 2 Uhr, als er auf dem Dache
der neuen Volksschule Nr. 1, Nordostecke von
Fayette- uud Gretiiestraße, arbeitete, von einem
großen Querbalken getroffen und durch die
Wucht de» Schlages in den Hos hinabgeschleu
dcrt. Im Fallen schlug er noch an ein Fenster,
so daß der Unglückliche mit ganz verstümmel
ten Gliedmaßen, zweimal gebrochenen Beinen
u. s. w. unten anlangte.
Äußerdem hatte er noch sehr bedenkliche in
nerliche Verletzungen davongetragen. Capt.
Lepson ordnete sosort die Uebersühruiig deö
Verunglückten nach dem Hospitale der „Mary
länder Unniversität" an, wo cr nach wenigen
Minuten seinen Geist aufgab.
Conohan hinterläßt eine Wittwe, aber keine
Kinder. Coroner Ogle hielt im Laufe des
Nachmittag» eine Leichenschau ab, nnd die
Geschworenen ertheilten den Wahrspruch,
„daß Joh. S. Couohaii dadurch zu Tode kam,
daß cr znsällig bei seiner Arbeu auf dem Dache
dcr Volksschule Nr. 1 von einem Balken getros
sen und hinabgcschleiidert wurde."
Mit Tode ging ab gestern Abend der
14-jährige I. B. E. Shoeinaker, Sohn des
Hrn. S. Di. Shoeinaker, General-Superinten
denten von „Adams' Expreß Compagnie," in
seiner elterlichen Wohnung, Ecke Calvert-und
Rcadstraße. Das Ableben ist um so bedauer
licher, als seine Eltern nnd Schwester vor eini
gen Tagen nach Europa abreis'ten und bei
ihrem Eintreffen in Queeiistowii am nächsten
Freitag oder «amstagdie Trauerkuude erhalten
werden.
Die Beerdigung des am SamstagS-
Abendc in Folge einer Kohlenöl-Erplosion zn
Tode verbrannten Frl. Lucy Colc sand gestern
Nachmittag um 2 Uhr vom Trauerhauft Nr.
191, Mulberrystraße, nach der „Greenmoniit-
Cemetcry" statt. Als Bahrtnchträger snngir
teil die HH. Wm. Mitchell, Whitney Honck,
Wm. Lyons uud Henry LuSby.
Derßazar zum Besten der Erric
htung eintr p o l n i s chen Kir ch e wurde
gestern Abend in Raine's Halle von den uner
müdlichen Vertreterinnen des Unternehmens
wieder aufgenommen nnd kam bei'm Schlüsse
desselben, welcher gegen II Uhr erfolgte, wieder
zn einem befriedigenden Resultate. Neben
anderen prominenten Persönlichkeiten aus dem
Bereiche unserer Gesellschaft, wie sie die Polen
Fair vor ihrem am nächsten Donnerstage statt
findenden Schlüsse mit einem Besuche zu beeh
ren gedenken, ist auch Mayor Latrohe für
nächsten Mittwoch angemeldet.
Der Ausstond der Cigarren ma
ch er dauert sort, doch bessert sich oie Aussicht
derselben, in Bälde die Differenzen zwischen
sämmtlichen Fabrikanten und Arbeitern ge
schlichtet zu haben, vou Tag zu Tage. Gestern
Morgen haben die Fabrikanten Berich. Linck
an Ost-Lombard-, nahe Washingtonstraße,
uud W. Rath au Forrestftraße, nahe dem Bel
willigt.
Zum Benefiz für Frl. Fanii y Hahii,
die 14-jährige einzige Tochter unseres Bühnen-
Helden M. Hahn, ging gestern Abend vor einem
übervollen Hause in der „Mechanies Halle"
dos große fünfaktige Wolff'sche Melodrama
„Precwsa" (Musik von .Karl Maria von We
ber) über die Bretter. Die Besetzung des stets
ansprechenden Stückes war eine vorzügliche,
die Einstndirung dcr verschiedenen Rollen eine
sehr fleißige, die Ausstattung tdie prächtigen
Kostüme waren von Hrn. Georg Geiwitz, sen.,
geliefert worden) eine durchweg befriedigende,
so daß die Aufführung wie am Schnürchen ging
und den wohlverdienten Beifall bei dem dank
baren Publikum fand. Eine wahre Freude
war eS, die jugendliche Benefiziantin <es war
ihr erstes Benefiz!) als Trägerin der Titelrolle
zu sehen und zu hören. Die junge Dame
spielte ganz allerliebst und mit vielem Verstäud
niß, Ausdruck und Innigkeit, so daß sie wieder
holt applandirt wurde. Die oIM Zweifel zu
den besten Hoffnungen berechtigende 14-jährige
Benefiziantin wurde von sämmtlichen Mitwir
kenden, speziell vom Elternpaare, sowie Hrn.
und Frau Geiwitz (die Letztere war als Zigeu
nermutter „Viarda" besonders ganz vorzüg
lich), Frau Matzke, Frl. Gutmanu, die einen
recht schmucken „Don Alonzo" abgab, n. A.
in trefflichster Weise unterstützt. Die Chöre
wurden vom Gesangvereine „Arion" mit der
ihm eigenen Präzision und Sicherheit vorge
tragen.
M as s en Versa m mlu ng der Möbel
arbeite?. —Die Versammlung, vou Hrn.
KuPferschmidt alsPräsidcnt eröffnet, war gestern
zahlreich im Saale des Hrn. Wolf Nr. 45, Ost-
Prattslraße, zusammen gekommen. Nachdem
dcr Präsident den Zweck der Versammlung, die
fernere Änstrebung einer allgemeinen Orgam
sation betreffend, in kurzen, bündigen Worten
auseinandergesetzt, verbreitete sich als erster
Sprecher Hr. Ernst Bauer über den Nutzen
und das Bestreben dcr Gerwerkschasts-Verbin
düngen, ließ deren im Laufe der Zeit erkämpfte
Errungenschaften Revüe passiren und forderte
die Anwesenden auf, allenthalben sür das Sy
stem der Genossenschaften thatkräftig einzntre
ten. Nach einer in ähnlichem Sinne von Hrn.
Panzenbäck gehaltenen Anrede vertagte sich die
Versammlung.
Dcr „Barbier-Uuterstützung S-V e r
e i ii" hielt gestern in Lindcnslruth's Halle, Nr.
21, Nord-Frederickstraße, eineGeneralversamm
lung, in welcher mitgeiheilt wurde, daß der
Verein 81 Mitglieder zählt und ein Vermögen
von 43421.30 besitzt. Hr. I. Harr ist der
Präsident und Hr. John Thomas dcr Sekre
tär des Vereins.
Der„W i l s on- P o sten, G. A. R.," wird
die Mitglieder des «!. Massachnsettjer Regi
ments am 19. d. M. bei ihrem Eintreffen in
Baltimore am Depot der „Philadelp ?ia-Wil
mington-Baltimorer Bahn" in Empfang neh
men und nach Barnum's Hotel eskortiren.
Erster Jahr es ball und Fahnen-
Weihe des „Gustav Adolph-Unter
st ü tz u n g s - V ere i n s Nr. I." In dem
ncttcn Saale des Hrn. Ernst Kreisel, Nr. 123,
Ost-Fayettestraße, hatten sich sämmtliche Mit
glieder des obengenannten Vereines und seine
Fnunde eingefunden, um mit einem munteren
Tänzchen, zu welchem die Excelsior-Kapelle des
Pros. Johnson cinc recht gure Musik lieferte, ein
Fest zu beginnen, das du Überreichung einer
VereinSsahne, die unter mahnenden Worten
überreicht und in dankender Gegenrede in Em
pfang genommen wurde, zum Hauptzwecke
hatte. Nach dieser Ceremonie ging's wieder
flott an'S Walzen, mit welchem erst aufgehört
wurde, als die Glockeuschläge unserer Stadt
uhren die Existenz des heutigen Tages verkünde
tcn. Das Anordnung? - Eomite bestand aus
folgenden Herren: Friedrich Meinhardt, Hcinr.
Vogt, Conrad Bierau, G. Zimmermann, I.
>'«n Duer, Heinrich Schaake, Ferdinand
Schnake und Johann Kopp.
Die „Markländer historische Ge
sellschaft" hielt gestern Abend in ihrem
Gebäude aus dcr Ecke von Saratoga- uud st.
Paulstraßc ihre monatliche Verjaniiiiluiig unter
dem Präsidium des Hrn. I. H. B. Latrobe.
Mit den Vorbereitungen zn der im nächsten
Herbste zu veranstaltenden 150-jährigen Feier
dcr Gründung Baltimore's wurde ein aus
folgenden Herren bestehendes Comite betraut:
J.'H. B. Latrohe, Oberrichter Gec>. Wm.
Brown, D. E. Giiman, F. T. Kmy, John
Der „Deutsche Correspoudest,"
tägliche und wöchentliche Zeitung,
herausgegeben vo«
F. Raine, Eigenthümer u. Redakteur,
PreiS t2X Cents pro Woche.
Preis de« einmal (am Freitage, erscheinenden Wochw-
Nr. 89.
W. McCoh, Ja«. A. Garey, I. H. Bond,
EllvÄ Pratt, Roberi Garrell und John Ä.
M. Lee. Unter Anderem beabfichtixit die Sc
sellschaft eine Parade der verschiedenen indu
striellen der Gewirke u. j. w.
zu arrzugiren, um emcn Beweis des empor
blühenden Gewerbfieißes M Maryland zu lie
sern.
Bei'm neulichen Verkauft der Brinlcy'schen
Bibliothel in New S)ork
ein Exemplar de« ersten in Maryland heraus,
gegebenen Siiches, betitelt „dl» Nothwendigkeit
eines Religii'nSiiir.'rrichtS,'' einer
Predigt, welche Pastor Ar. Tlpmas Bray am
s. Mai I7W rsr der lit
AnnapoliS hielt.
Abwei s n i? ? geg e»s eitrq'er S chei
dangskla ge>-.—Der bekannte Scheidung».
Prozeß des Tr. G??rg ?. WilkinS liegen seine
seit dem Oktober I <7B ausMount Hope
gebrachte irrsinnige 'evt S3-jäbrige Gattin Ida
WilkinS, die er ieS BerlassenS und grausa
mer Behandlung ihr°s>Eheman!ics u. s. w. be
zichtigte, wurde gester:« vom Richter Tobbin zit
ded Klägers Ungunster entschieden. Dasselbe
Schicks«! hatte lie Zitate der Frau gesen de«
Ehemann, der jedoch all > ihre Gerichtskosten zu
tragen hat; auch bleibt Frau unbeno>n
wen, m BilligkeitSversaY«n weitere gericktliche
Schritte zu thun.
Sein er st erFehltritt. Sein frühe
res Plaidoyer „nicht schuldig" bereuend, j»A-"
gestern Georg Roe, der Entwendung einer
?I!ZS werthen SeehundSsellialke ans dem
gazine v»n Hamilton Easter Söhnen anae-
Ilagt, dasselbe zurück und bekannte sich schuldig.
Der Diebstahl wurde am 26. Dezember
übt, und Roe's Verhastung von den Geheim
polizisten Smith, West K Lyons bewerkstelligt.
Richter Piukuey bemerkte, mau habe ihm'zil.
des Ängeklagten Gunsleii verschiedene Mit
theilungen gemacht, daß z. B. dieses sein erster
Fehltritt sei: er wolle daher nur die vom Gesetze
bestimmte nietrige Strafe, ein Jahr Zuchthau»
verhängen.
Das letzte Pr ome na den -- C o nzert
dieser Lais?« dcS 5. Maryländer Regiment«.-
fand gestern Abend in dein mit Flaggen aller
Nationen geschmackvoll dekorirten Wassensaale
an Nord-Howardstraße statt, wozu sich, wie
gewöhnlich, cm zahlreiches ans der Elite unse
rer Bevölkerung bestehendes Auditorium em
gefuudcn hatt'. Dem Conzene gingenemeGala«
Parade und Reviie von etiva 4W Mann durch
Gouverneur Wm. Hamilton und seinen neu
ernannten General Adjutanten WatkinS, sowie
Exercttieu mit der Gatling Äauone voran.
Ten Schluß bildete ein Ballvcrgnügen nach
den Klängen der tresslichen RegiuientS Kapelle
unter Leitung seines bewährten Kapellmeister»
Ipel.
Wegen der Anschuldigung, am ?0 März
einen Mordangriff auf Joh. Geis m
der „Central Halle" gemacht ;n haben, wurde
gestern BnruS vom Liichter Johns sllr
Erscheinen zu einem am 21. d. M. anzu
stellenden Berh»ce unter Bürgschaft gestellt. Hr.
Geis erhielt bekanntlich einige schlimme Messer
stiche.
Zwei saubere Burschen auS Ha.
gerStown, Md., Namens Wm. Huv
thoriie, und Frank Heller, wurden gestern in
Washington auf dieAnschnlviguugcu verhaftet,
ron der Hugerttowner Bank mittelst eines ge
fälschten IndosscmcniS den Betrag einer An
weisung, P.iiX), und ferner aus einem an eine
Tarne gerichteten Briese ein, Anweisung auf
entnommen und den BUrag vom Post
amte gezogen zu haben. Polizelbeamtc führ
ten sie dem Polizei-Hauptquartier in der Bun
deshanptstadt zu, wo sie bis zum Eintrefft»
einer Requisition des Gouverneurs von Mary
land festgelial'eu werden. Ihnen wurden
HS l!).A>, iowE mehrere Gegenstände abgenom
men, die sie gekauft hatten. Hawthorne ist
ein Metzger.
Mit Tode ging ab gestern Abend um
l! Uhr 2>» Minuten Hr. John Hurst, Präsident
der „National Exchange Bant" und einer un
serer bekanntesten und geachtetsten Bürger, im
Alter von 72 Zadren in seiner Wohnung Nr.
!'-l, Wcsi-Mounmentstraße Er hinterläßt eine
Wittwe und zwei Töchter, von denen die eine
mit Dr. D. E. Morgan, die andere mit Hrn.
T. B. Pnineil, Theilhaber der Firma Hurst,
Pvrnell K Eomp. an Baltimorestraße, nahe
Chculcsstraße, verheirathet ist.
Lokalberichte aus Washington.
W a sI, ingt on, 12. April. —ln der
Samstags-Nacht kurz nach 12 Uhr brach in der
Wohnung dcs Friedensrichters Moß in Union»
tcwu ein Fcner aus, welches iu kurzer Zeit in
Folge des heftigen Sturmes und trotz aller An
strengungen des F>ucr-Teparteiuentö, welche»
aus Station Nr. 43 alarmirt worden war,
das ganze Gebäude einäscherte. Der angerich
tete Schaden belauft sich aus tzl2«i.
Pulizisi Arnold fand am Samstage auf
Shepherd's Station, nahe Uniontown, die
Leiche eines weißen Kindes weiblichen Geschlecht»
und brachte dasselbe nach dem dortigen Sta
tionshausc. Der Coroner wurde benachrichtigt.
Die „ArminiiiS-Loge Nr. 25" empfing
heute eine Delegation der „Germania-Loge"
von Baltimore, welche hierher kam, um Ar
rangements für die bevorstehende St. John'»
Feicr am 24. Juni zu treffen.
Hr. Simon Wols wird am nächsten Mitt
woch in der St. Panls Kirche eine Vorlesung
zum Besten der Kirche halten. AIS Thema hat
er gewählt: „Mehr Licht."
Am Samstags - Abende fan» Polizist
McGrer» auf der Perandah des Hanfes Nr.
U>l 2, B-Straße, südwestlich, ein etwa eine
Wcche altes, weißes Kind männlichen Äe
schlechts und brachte dasselbe nach dem Sta
tionshausc des l. Bezirls.
Die Leiche von Jakob Scheitlin, welche
am Samstag Morgen in dem „EaÜern-Branch"
gesunden wurde, ist gestern Morgen vo»
Trauerhauie Nr. 414, E-Straß», nidöstlich, .
ane begraben worden. Der „Grütli-Berein,-
dcssen langjähriges Mitglicd der Verstorbene
war, war durch eine Delegation bei'm Begräb
Nisse vertreten. Jakob Scheiilin war in St.
Gallen geboren und kam vor etwa W Jahren
nach Amerika.
Im Kriminalgericht lehnte am Samstag
Richter laineS das Gesuch um ein neneS Ver
hör der wegen thätlichen Angrisses aus einen
Polizisten zu mehrjähriger Zuchthaushaft ver
lutheiltcu Neger John Bark und John Bab
binglon ab.
In der letzten regelmäßigen Sitzung der
„Georg E. Whiting - Loge Nr. 22, George
town, D. E.," überreichte Hr. F. W. Storch,
P. M., im Namen der Logenbrüder dem Ex
L-bermeister E. I. Kesterstei» als Zeichen der
Anerkennung seiner Verdienste um die Loge ein
prachtvolles P. M.Juwel.
Die Druckerei der Firma R. W. Water»
Sc Sohn wurde in der vorletzten Nacht von
Dieben erbrochen und um verschiedene Druck-
Materialien im Werthe von HUX) bestohlen.
Der Eoroner hielt am Samstage eine
Leichenschau über den in Folge einer von un
bekannter Hand in der 18. Straße am Sam
stage der vorletzten Woche erhaltenen Schuß
wunde im „Providcnce Hospitale" verstorbene«
Neger Joseph Thomas ad. Die Geschworene«
brachten ichlnßlich folgenden Wahrspruch ein:
„„Joseph Thomas starb am 3. April d. I. im
„Providencc Hospitale" in Folge einer Schuß
wunde in der richten Hinte, die ihm von einer
Ken Geschworenen unbekannten Person beige
bracht wurde.""
Die Trauung des Hrn. Johann Jakob
Bernhard Lerch mit Frl. Lina Lepper fand ge
stern m Gegenwart der zahlreichen Freunde de»
Brautpaares durch Pastor Hennighauseu statt.
Der Neger Randolvh Harrison, welcher
am letzten 29. Januar von einem AdamS'sche«
Expreß-Wagen übenahren wurde, hat eine»
Prozeß gegen die Gesellschaft angestrengt, in
welchem er Schadenersatz beansprucht.
Georg Mote, der junge Mann, welcher
in Bunch's Papierhandlung gebunden und
durch Chloroform betäubt gesunden wurde,
nachdem Einbrecher den Geldschrank vollstän
dig geplündert hatten, befindet sich noch immer
in Halt. Ter Polizei ist es trov aller Anstren
gungen bis jetzt noch nicht geglückt, etwas Licht
iu diese läthsclhafle Angelegenheit zu bringen.
Pe t er« bnr g. 12. Äpril.— General Sko
beleff reiste gestern über Muisk nach Tisti» ab.
„Bedomosti" berichtet, daß der Befehlshaber
des russischen Geschwader« im stillen Meere i»
Folge der häufigen Alarme an der chinesischen
Grenze zurückberufen worden sei. Sein Nach
folger werde iu den nächsten Tagen abreisen,
um das Eommanoo zu übernehmen.
Das RegiernngSorgan verlündet, daß acht
weitere hohe Beamte dem General Melikoff
zur Pcifügung gestellt worden sind.
Petersburg, 12. Äpril.
schnkoss verbrachte eine ruhige, jedoch schlaflose
Nacht. Seine geistigen Kräfte'sind nn zeichlvicht,
jedoch hat sich die Thätigkeit de» H.'rzenZ »er
mmdert.
Pässe, Ptisse!
zur »ielke W'S Ausl»»d iuaerhatl«
Ecke der und

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04.<« to Laroxv, ill bold c»»«» props/invlit

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