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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, July 25, 1882, Image 1

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lahrgana.
Neue Anzeigen.
Besuche unbedingt des
..ErceWr's"
aufopfernden Anfränmungs-
Verkauf
Kleidungsstücken
NNd
4) e r r e u
Garderobe - Artikeln.
»Ute gan,wollene Kl2-?ln;iigc tilr ? K.VZ
Gut« ganzwollcne Kit) AnMge siir s.<X>
Sure ganzwollene Kl 4 siir «,at>
süÄtN 16,00
Gut« ganzwvUe»« Holen für 4,50
Gute Arbeits-Hos«n für I.Ol)
Gute Arbeits Hosen sür 1.50
Gute ftanzwollene Nnaben Anzüge sllr 4 00
Gut« ganzwoUene Kinder AnMge sür 3,00
Oiute Vor-Hemdcn sür 10 Cents-
Gute Unter Hemde» sür 25 Cents.
Gute Socken sür 5 Cents
Gute gestreifte Ii öcke sür 25 Cents.
Gute weiße W-slen sür 40 Cents.
nnd viele andere Bargains,
d!e
fich hier nicht alle aufzählen lassen.
Mir ersuchen nur um einen Besuch, und
wenn die geforderten Preise nicht die
niedrigsten in Baltimore sind, so
dringe man uns die Waare wie
der uud lasse sich das Geld
zurückgeben!
IZN" Da« ist unsere Art und Weise Gest«,aste
Z>aö Geld wird bereitwilligst zu
ruckerstattet.weun die Waare nicht
DaS ist, wosür sie ausgegeben wird,
oder unsere Preise noch nnterboten
werden können.
M ü t t e r,
es wird sich für Euch rentiren, wenn Ihr
besucht das
"H X c e t l! o r."
Z Uhr Abend« offen (17«)
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versicherungS-Makler,
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kurlr« »keuralgir und Rheumatitmu«, ist
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valtimorestraße, und bei alten Apothekern.
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jwischen Lcringto»- und Jaratogastr.,
Baltimore, Md.
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Bandagen.
Mi? Apparate
M Mißbildungen
»U und «erunstaltungen
I I > D des menschlichen
' ! c?lel«risirmaschiilen.
W« Hörrvbre
I?' 1 fiir Schwerhörige,
IV' »l I > I Krücken. Gchuiter-
I k ! z / Leibbinden für Korpu
» « » I seidener elastischer
ßi Strümpfe
MIW s' M!. für anaeschwolieni und
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Gan» besondere Aus-
Ä m-rtiamtei^widmenwtr
werden die Federnunje
rer Bruchbänder geraum« Zeit rostsrei erhalten, so daß
»weiselsohn« deren Dauerhaltigieit di«i«>nge anderer
um das Doppelte üver?teigt.
«kthr. al« »O.UUU «ruchkranke
wurden von uns in den letzten fünf Jahren mit den
dafiendsien Bruchbändern v-l-s«h-n. Per,o,i«n mit den
ickwicriqst »u bebandelndtn Brüchen erhalt«» durch un
s«r« Bandagen sofortige Erleichterung.
, Spr,ie«e AppNkation« Äpartemenr« für Da.
«ien mit competenter weiblicher Bedienung,
Augen ist das bedeutendste in dreser Stadt.
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«r. TTS, West'Baltimorestr.,
g»genüb«r der Vearl-»»ra««.
«>>«»« von bi» » »br.
L?n°.Ag «b.°t °°n , dt. « Uhr.
»uf Depositen werden Zinsen bezahlt und dieselben
«ur in soliden Stock« uud ausgesuchten «h.
Rudotpd.
«da«. «i-e-Präfidmt:
Direkt»-«»:
Le'.met«, A^augh.^
»rnst «udoiph, RodertLang«,
Iha», Spilinan, G«org Stuv«nrauch,
«Juui« !lI >' "Robert ?»?«otb^S^atz«tist«r
Mddendorf, Htiver äe Ko.,
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M'lch bitte alle Aufgaben allwöchentlich bis Dienstag Mittag zu
machen, um ungesäumt Besorgung mit jedem DonnerstagS-Dampfer
uach Europa bewerkstellige« zu können.
F. Raine,
Ecke der Baltimore' Straße und Post» Office« Avenue.
Tages-Nenigkeiten.
Bei Alexandria fand gestern Vor
mittag eine kleine Plänkelei statt, welche da
mit endete, daß zwei britische Regimenter
das bereits am Abend vorher von den Egyp
tern geräumte Ramleh besetzten. Keine von
beiden Parteien scheint erwähnenswerthe
Vortheile errungen zu haben, und dasGesecht
war von geringer Bedeutung. Laut Nach
richten aus Paris hat Frankreich min defini
tiv beschlossen, seine Intervention auf Be
schützung des Suezkanals zn beschränken, und
die Engländer den Strauß im Innern von
Egypten allein aussechten zu lassen.
Hr. Rob t. E. Pat t i f on, welcher von
den Demokraten in Pennsylvanien zum Gou
verneur nomiuirt wurde, veröffentlichte ge
stern einen Brief, in welchem er die Nomi
nation acceptirt.
In Petersburg, Virg., wurde ge
stern das Argument im Betreff des Jnhtbi
tionsverfahrenS gegen die Bezahlung der von
den Readjustern erwählten Stadtbeamten
geschloffen. Richter Weifinger wird seine
Entscheidung morgen abgeben.
Hetegraphische Depeschen.
Frl. Parnell's Beerdigung.
Bordentvwn, N.-J., 24. Juli.—Die
des Frl. Fanny Parnell, der verstorbe
nen Schwester des irischen Agitators Parnell,
wurde heute unter großer Bctheiliguug in
einem Grabgewölbe auf der „Riverview-
Cemetery" zu Treuton beigesetzt. Eine auf
dem Sarge angebrachte Platte enthielt die
Inschrift: „Fanny Parnell, gestorben am 20.
Juli 1882 im Alter von 28 Jahren." Viele
Blumenfpendcn in Gestalt von Harfen, Kreu
zen u. s. w. waren von den verschiedenen
Zweigen der Landliga geschickt worden. Die
Ücberreste werden in dem Gewölbe liegen
bleiben, bis die Arrangements für ihre defi
nitive Beerdigung oder Uebertraguug nach
Irland vervollständigt sind. John Parnell,
ein Bruder der Verstorbenen, kam heute früh
aus Georgia an und wohnte der Beerdigung
bei.
Gräßlicher Tod eines Greises.
Newark, N.-J-, 24. Juli. Tho
! ma? Varadale, 76 Jahre alt, der in dieser
Stadt wohnte, wurde gestern Morgen an der
Commerccstraßeu-Krcrlzung der „Pennsylva
uier Bahn" von dem Kuhfänger eines Eilzugs
gepackt, gegen einen Pfosten geschleudert
nnd derartig verletzt, daß er nicht am Leben
bleiben kaun. Als er an das Geleise kam,
wurden die SicherheitS-Barrieren niederge
lassen, weil ein westlich gehender Zug Yassiren
mußte. Der Verunglückte steckte seinen Kopf
unter die Barriere, um zu sehen, ob daö Ge
leise frei sei, als der Kuhfänger de» östlich ge
henden Zuges ihn packte und tödtlich ver
letzte.
Arbeiter-Angelegenheiten.
Cleveland, Ohio, 24. Juli. Der
„Strike" in den Cleveland-Walzwcrken, wel
cher am 8. Mai begann, kann jetzt als defini
tiv beendigt betrachtet werden. Ein Co
mite von sechs „Strikern" sprach bei dem
Präsidenten Chisholm in der Office der Com
pagnie vor und sagte, sie hätten sich zu dem
„Strike" verleiten lassen und wünschten an
die Arbeit zurückzukehren. Hr. Chisholm
weigerte sich aber, die Leute als Comite
zu empsangen, indem er die Union nicht an
erkennen will. Die zurückkehrenden Arbeiter
müssen einen Re'oerS unterschreiben, in wel
chem sie sich verpflichten, sich nicht von der
Union leiten zu lassen. Alsdann hätten die
Leute sich einzeln zur Arbeit in der Fabrik zu
melden, wo sie als neue Arbeiter betrachtet
werden und von vorn wieder anfangen müs
sen, so daß einige, die früher HZ pro Tag
verdienten, jetzt nnr H 1.50 erhalten.
Cohoes. N.-?)., 24. Juli. Super
intendent Johnson von der Harmouy-Fabrik
widerspricht dem Theile des Berichts von
Robert Blissert an die Trades-
Assembly" über den Stand der Angelegen
heit, welcher sich auf die Oeffuung der Fabrik
thore am Montag Morgen, um den Arveiterii
eine Gelegenheit zu geven, zu den rednzirten
Löhnen (10 Prozent) die Arbeit wieder auf
zunehmen, bezieht. Ter Superintendent
sagt, daß eine etwaige derartige Absicht den
Arbeitern direkt drei Tage vor der festgesetz
ten Zeit mitgetheilt werden wird. Blissert s
Auslassungen über die Tenementwohnungeii
der Compagnie werden als ungerecht betrach
tet. Tiefe Wobnuugeu sind fehr comfortab-l
eingerichtet und kosten 25 Prozent weniger
Miethe, als gleiche Wohnungen in anderen
Theilen der Stadt. Arbeiter und Arbeit
geber scheinen sest entschlossen, in der von ih
nen eingenommenen Stellung auszuharren.
Wilkesbarre, Penns., 24. Juli.
Die Hutchinfon'fche Kohlengrube zu Mill
Kollow stellte heute den Betrieb ein. Die
Arbeiter erhielten am letzten Samstage nicht
ihren Monatslohn und beschlossen deshalb,
nicht an die Arbeit zu gehen, bis sie bezahlt
worden seien.
New- ?) o rk, 24. Jnli. Etwa 25 der
ausstehenden Frachtverlader besuchten heute
den Superintendenten von der „Erie-Bahn"
und erboten sick, zu dem alten Lohne an die
Arbeit zurückzukehren und ihre Verbindung
mit der „Union" zu lösen. Hr. Thomas wies
das Anerbieten ab.
Eine iSrailitische Kolonie in Kan
sas.
Cincinnati, 24. Juli. Fünfzig der
kürzlich hier angekommenen israelitischen
Flüchtlinge aus Rußland sollen nächstens
nach dem nordwestlichen Kansas geschickt wer
den, um sich dort als Kolonisten nieder zu
lasten. Das Land sür die Kolonisten ist be
reits ausgewählt, und Letztere werden am
nächsten Mittwoch Abend unter Beaufsichti
gung zweier Mitglieder des hiesigen i'raeli
tischen Unterstützung» Comite'S von hier ab
reifen.?
47. Kongreß. Erste Sitzung.
Washington, 24. Juli.—lm Se
nate berichtete Allison (Za.) den Conse
renzbericht über die Civil-VerwillignngSbill
ein und erklärte, der einzige Punkt, hinsi.'.t
lich dessen eine Einigung erzielt wurde, be
stehe in dem sechsten Abschnitt in Bezug aus
die Uebertraguug von Akten aus dem Bii
reau des Generalstabsarztes n. s. w. Nach
längerer Diskussion wurde der Bericht ange
nommen und eiu neues Conscrenz-Tomite
ernannt, welches Instruktion erhielt, auf
den Ansprüchen des Senats tu dem streikt
gen Punkte zu bestehen.
Auf Antrag Mvrrill's (Bt.) schritt der Se
nat zur weiteren Erwägung der Steuerbill.
Das schwebende Amendement war dasjenige,
welches die Tabacksstener auf 8 Cents pro
Pfund reduzirt. HH. Bayard, Jngalls und
Sherman hielten Reden zu Gunsten des
Amendements, allein dasselbe wurde schließ
lich mit 38 gegen 18 Stimmen ve.worfen.
Mehrere Demokraten stimmten dagegen,
nämlich Bayard, Camdeu, Coke, Hampton,
Harris» Jackson, Jones (Fla.), Maxey,
Pendleton. «anlsbury, Slater und Davis
(Jlls.). Von den Repnblikaneru stimmte»
Camerou (Penns.), Kellogg nnd Mahone da
für.
Das nächste Amendement war dasjenige
zur Streichung der Klausel, welche einen Ra
batt im Betrage der Steuerreduktion auf
allen Taback gestattet, welcher zu der Zeit,
in der das Gesetz in Kraft tritt, vorräthig ist.
Mahone (Virg.) bot ein Amendement zu
dem Amendement an, nach welchem die An
sprüche ans Rückvergütung innerhalb 3i) Ta
gen nach dem Datum, an welchem das Gesetz
in Krast tritt, eingereicht werden müssen.
Mahones Amendement wurde nach langer
Debatte mit 27 gegen 25 Stimmen ange
nommen.
Der in Frage stehende Abschnitt der Bill
wurde alsdanu auf Amrag Hoar's (Mass.)
weiter amendirt und angenommen. In sei
ner gegenwärtigen Gestalt legt er allen Zi
garren eine Steuer von H 4 pro IVOS, allen
Eigarretten, die nicht über 3 Pfund pro 1000
wiegen, eine Steuer von 7>? Cents pro 100 V
und allen schwereren Cigarretten eine Steuer
von H 4 pro 1000 auf.
Der fünfte Abschnitt der Bill in Bezug
auf die Zuckcrsteucr wurde verlesen, jedoch
vertagte sich der Senat um 0.20 Abends, ohne
weitere Fortschritte in der Angelegenheit ge
macht zu haben.
unterbreiteten Paysou (Itls.) und Änott
(äiy.) einen Mlnoritälsberichl des Justiz Co
mite's im Betreff der Üandscheukungen an
die „Northern-Pacific-Bahn." Kuotr fügte
seinem Berichte einen Beschluß bei, welcher
alles der fraglichen Bahn geschenkte Land,
für welches vor dem 1. Juli d. I. keine Be
sitznrluudcn ausgestellt wurden, verwirkt er
klärt. Hr. Knott verlangte, daß der Be
schluß iu den Kalender eingetragen werde,
jedoch erhob Caswell (WiSc.) Einwand, und
letzterer wurde vom Sprecher für stichhaltig
erklärt. Der Minoritätsbericht wurde da
raufhin znm Drucke beordert und aus den
Tisch gelegt.
Bahne (Penns.) brachte eine Bill ein, wel
che den General Albert Pleasonton mit dem
Range eines Generalmajors iu Ruhestand
versetzt ; in den Kalender eingetragen.
Der Sprecher verkündete, die regelmäßige
Geschäftsordnung bestehe in der Bill in Be
zug auf Rückvergütung für Zollabgaben auf
importirtes Material, welches bei dem
Schiffsban verwendet werden soll. Kelley
(Penns.) beantragte, die Vorlage zurück an
das Comite sür Mittel nnd Wege zu'über
iveisen. Ehe die Diskussion über diesen
Antrag beendet war, verstrich die für die
Angelegenheit festgesetzte Frist und, die Vor
läge wurde bis morgen zurückgelegt.
Kassou (Iowa) unterbreitete den Con
ferenzbericht über die Civil-Verwillizuugs
bill. Derselbe wurde angenommen nnd ein
neues Conserenz-Comitc ernannt.
Verschiedene nene Bill» und Beschlüsse
wurden unter Vertesung der Liste der Staaten
eingebracht und überwiesen.
Klotz (Penns.) vom Distrikt-Comite be
richtete eine Bill ein, welche Rückvergütung
für gewisse, im Distrikt Columbia bezahlte
übermäßige Steuern verwilligt. Die Bill
wurde ans den Tisch gelegr, und um 4..10 ver
tagte sich das Haus,
Anfall auf einer Eisenbahn.
Sechs Neger ermordet oder
verunglückt.
Meridian, Miss., 2t. Jnli. —Am letz
ten Samstag Abend verließen fünf Reger-
Bahnarbeiter die hiesige Stadt, um sich zu
Fuße nach Hanse zu begeben. Sie gingen
zu Fuße die „Mooile-?hio-Bahu" entlang
und waren sämmtlich betrunken. Vom
Schlase übermannt, ließen sie sich ans dem
Geleise nieder, schliefen ein und wurden von
einem Frachtzuge überfahren. Einer dersel
ben wurde sosort getödtet uud drei tödtlich
verwundet.
Heute Morgen wurden ans dem Ge
leise der „Mobile-Ohio-Eisenbahn," zwei
Meilen südlich von Desoto, die zerstückelten
Leichname von 0 Negern, welche sämmtlich
von einem Zuge Übersahren worden waren,
gesunden. Die Leichen wurden als die von
<Z Negern identisizirt, welche an der „New-
Orleans - Nordwestlichen Eisenbahn" arbei
teten und gestern mit ihrem Lohne in der
Tasche den Heimweg angetreten hatten.
Die Behörden verhafteten einen Neger uuo
fahnden ans einen zweiten, welche Beide im
Verdacht stehen, die Arbeiter ermordet und
beraubt uud ihre Leichen aus das Geleise ge
legt zu habem
Brände.
Bay-City, Mich., 21. Jnli. Ein
gestern im Herzen dieser Stadt ausgebroche
nes Feuer richtete schaden im Betrage von
H20.V00 an.
San Franzisco, 24. Juli. In
Fresno wurden in ve.gangenec Nacht >»oGe
schästsgebäude, größtenthei's Läden und Ho
tels. durch Feuer zerstört. Mau schätzt den
Gesammtverlnst anftz2o).ol>9.
Minnea polis, Minn., 24. Juli.—
Ein von Brandstiftern angelegtes Feuer
broch heute Abend im Holzhofe der „Min
neapolis Mill-Comp." aus und ist gegenwär
tig (10 Uhr Abends) noch nicht unterdrückt.
Man schätzt den soweit angerichteten Scha
den auf H )O,VOV.
Grand Rapids, Mich., 24. Juli. —
Circa 0,000,000 Fuß Hol> Eigenthum de.-
„Michiganer Fässer-Compagnie," sow'e sechs
Wchnbäuser wu.den heute hier durch Feuer
zerstört. Verlust HIOO.OOV.
Trenton . N.-J.. 24. Jnli.—Ein heute
in der Töpferei der HH. Ott ä.'Brewer aus
gebrochenes Feuer richtete Schaden im Be
trage von GZOVO bis HIV,OOO an.
Ncw-?jorker Depeschen.
NQw - Nork, 24. Juli. Richter Mc-
Mahm von Gravesend, Long-Jslanö, der in
der Nähe von Parkville wohnt, zeigre der
Polizei in Brooklyn an, daß ihm sein Renn
pferd „Sadie" und dessen beide Füllen gestoh
len worden seien. Die Diebe brachen wah
rend der Nacht in seinen Stall ein, spannten
das Pserd vor eine seiner Kutschen und fuh
ren davon, die Füllen hinter sich herführend.
Tie gestohlenen Pferde hatten keine Hufeisen,
und Richter McMahon konnte daher ihre
Spuren bic nach Boulevard verfolgen. Er
schätzt den Werth der Thiere auf Für
das Rennpferd sind ihm wiederholt TlOOO
offerirt worden.
In Glück Schürmann's Brauerei
an der Pulaskistraße in Brooklyn ereignete
sich heute früh ein Brand, in dessen Folge
James Dnnu und Frederick Williams erhev
liche Brandwunden davontrugen.
Mehrere intime hiesige Freunde des
Generals Graut erklären die Angabe, daß
Letzterer dem Konsul Denuy iu Shanghai
deu Gesaudtschastsyosten in Peking verspro
chen habe, für absurd.
WalterMornell auSHoboken, eiuFracht-
in Diensten der „Delaware-Lacka
wanna-Westcrn Bahn," wurde heute auf der
Hcndcrsonstraßcnbrücke in Jersey-City zwi
schen zwei Waggons, die cr zuiammenkoppelu
wollte, zermalmt.
—EinMädchen,das als seinenNamenAunie
Schaffer angiebt und angeblich an der 17.
Straße in Brooklyn wohnt, vergiftete sich
während der vergangenen Nacht in Philipp
Carlo«'« Wohnung in Jersey-City durch Pa
riser Grün und starb bald darauf im städti
schen Hospital. Man glaubt, daß sie durch
unglückliche Liebe zum Selbstmorde getrie
ben wurde.
Henry Harlan, Clerk in einem Psand
hause, wurde heute Abend durch zufällige
Entladung eines Revolvers, welchen er auf
unvorsichtige Weise handhabte, tödtlich in
der Brust verwundet.
Baltimore. Md.. Dienstag, den 25. Mi 1882?
Aus der Bundeshauptstadt.
Washing^t on, 24. Juli. Sekretär
Chandler, welcher zur Zeit als Kriegssekre
tär suugirt, erklärt, er werde keine Maß
nahme in Bezug auf den vom Generalandi
tvr Swaim erstatteten Bericht über den Fall
des Sergeanten Mason treffen, sondern die
Entscheidung dem Sekretär Lincoln, welcher
am nächsten Mittwoch hierher zurückkehren
wird, überlassen.
Tie demokratischen Senatoren hielten
heute Vormittag einen Caukus und beschlos
sen, aus einer gründlichen, unbehinderten
' ixkusi>-m der Stcuerbill zu bestehen und
jedem Versuche, eine endgültige Abstim
mung über die Bill erreichen, ohne daß
eine solche Diskussion stattfand, Widerstand
zn leisten. l'
""Tas Flottendepartemeut erhielt heute eine
lange, vom 5. Juli datirte Depesche vom
Admiral Nicholson. Befehlshaber des ameri
klinischen Geschwaders zu Alexaudria. Die
Depesche bezieht sich aus die Vorgäuge iu
Egypten vor dem Bombardement, und ihr
Inhalt ist der Hauptsache uach bereit? durch
Kabelbepeschen autizipirt. Unter Anderem
meldet der Admiral, daß die amerikanische
Flagge am 4. Juli durch sämmtliche im
Hasen von Alexaudria liegende Fahrzeuge,
etwa 40 an der Zahl, salntirt wurde. Ad
miral Nicholson übermittelt zugleich mit
seir em Bericht ein Schreiben vomCo.um. vre
Batcheller. dem Befehlshaber des Bundes
Kämpfers „Galena." Aus dem Schreiben
geht hervor, daß sich am 30. Jnni nur noch
sechs Amerikaner in Egypten resp, am
Laude befanden, uuö daß die meisten der
selben Beamten waren. Alle übrigen
hatten schon vorher Zuflucht am Bord der
Schiffe gesucht. Die amerikanischen Schiffe
nahmen nicht nur Amerikaner, sondern auch
Angehörige anderer Nationen an Bord, in
dessen waren alle Flüchtlinge bereits am
23. Juni weiter gereist. Die Kosten für
ihren Unterhalt während ihrer Anwesenheit
aus den amerikanischen Schiffen beliesen sich
aus GI7V, und unter allen Amerikanern be
fand sich nur eine einzige Familie, welche
mittellos und hülssbedürstig war. Eine am
Bord veranstaltete Subslriptioii lieferte hin
reichende Mittel, um diese Familie nach
Liverpool zn befördern.
Hr. Trescot, der ehemalige anßerordent-
Gesandtc an Chile, Peru und Bolivia, hat
dem Ex-Sekretär Blaiue von ?)ork, Me.,
aus einen Bries geschrieben, in welchem ?r
weitere Aufklärung über Blaine'S Politik
hinsichtlich der südamerikanischen Berwicke
lnngen zu ertheilen vorgiebt. Der Brief,
welcher auf Gesuch Blaine'S geschrieben
wurde, erklärt unter Anderem, er (Trescot)
habe Blaine's Instruktionen hinsichtlich des
„Credit Judustriel" niemals mis'verstanden.
Hr. Blaine habe einfach beabsichtigt, daß
der „Credit Industrie!" womöglich zu Gun
sten Peru's in seiner Bedrängniß benutzt
werden könne, indessen sei nie die Rede davon
gewesen, daß die Ansprüche jener Compagnie
eine hervorragende Nolle in de.i Unterhand
lungen zwischen den Ver. Staaten und Chile
oder Peru spielen sollten. Die Angabe, daß
Hr. Blaine einen Krieg anzufachen beabsich
tigte, sei zu absurd, als daß sie weiterer Be
sprechung bedürfe.
vcrmisclite«.
Präsident Barrios von Guatemala reiste
heute nebst seinem Gefolge räch Philadel
phia ab.
Das Hans Justiz-Comite besprach heute die
von Hrn. I. I. Newell im Betreff der Land
schenknug an die „Texas-Pacific-Bahn" er
hobenen Anklagen, beschloß jedoch, das von
Hrn. Newell geforderte Verhör vorläufig zu
verschieben.
Die Verhandlungen in den Sterurouten
prozesien beschränkten sich heute aus ein wei
teres Verhör uud ein Kreuzverhör des Zeu
gen Walsh nnd brachten im Allgemeinen we
nig Neues an deu Tag.
Die heutige Steuer - Einnahme betrug
H 788,471, die Zolleinnahme tz1,027,721.!»g.
Zur Einlösung bestimmte Nationalban'-
noten im Betrage von §278,000 liefen heute
im Schatzamte ein. '
Frau Tod.
B o sto n. 24. Juli. —Am Morgen k's
7. März d.'J. wurde Harriett Bell, welche
mit ihrer Tochter in Nr. Z. Kirlland-Str..
wohnte, als sie mit einem Topfe Milch in
ihre Wohnnng zurücklehne, von einem Manu
mit einem Dolchmcsser attackirt und erhielt
neun Stiche. Sie stürzte todt zu Boden,
worauf der Mörder la.>gsam nach Tremon'
Str. hineinbog. Ein Maru. we'cher Augen
zeuge des Vorfalls war. machte zwei Polizi
sten ans den Thäter ansmerlsam. Die Po
lizisten aber glaubten, daß es sich nur um
einen Familienstreit handle, nnd ließen den
Mann seiner Wege gehen, und bis jetzt ist es
noch nicht, gelungen, desselben habhaft zu
werden oder seine Identität festzustellen.
Jetzt endlich scheint man dem Schuldigen
auf die Spur gekommen zu fein. Ein Mann
nämlich, welcher eine Schwester an Jndiana-
Str. wohnen hat, war am Abend des 0.
Mörz in der Nähe des Schauplatzes des
Mordes gesehen worden, zu welcher Zett er
an einer „Spree" war. Am nächsten Mo.'-
gen will ihn dann ein Bekannter au der
Ecke von Tremont- und KirUand-Str. stehen
gesehen haben. Die von dem Zengen gege
bene Personalbeschreibung des Mörders
paßt aus diesen Mann. Derse'be hat bereits
sünf Jahre im Zuchthause gesessen nnd war
einmal in Boston wegen Angriffes mit
einem Dolchmcsser verhaftet. Er soll mit
einem Frauenzimmer, die in demselben Hanse
mit Frau Bell wohnte nnd dieser sebr ähn
lich sah, ein Verhältniß gehabt haben.
Später brach sie dasselbe ab, worauf der
Mann ihr Rache schwor. Wahrsche nlich hat
er dann in der Trunkcnhett Fran Bell für
jenes Frauenzimmer gehalten und s 'nen
Angriff gi-gen dieselbe gerichtet. Tie Schwe
ster des Mannes hat über den Verbleib ihres
Truders offenbar unrichtige Angaben ge
macht. Man glaubt, daß der Thäter in
Chicago ist.
Eiu Sträfling erschossen.
Dallas, Tex.. 24. Juli. Die Sträf
linge im Browuwooder Gefängniß machten
einen ver'weifelten Fluchtversuch. Einer der
selben machte einen Angriff auf den Gefäng
uißwärter Johli Miller nnd schlug ih»nieder.
Miller schoß auf die Kerle und tödte.e e'nen
derselben, Namens Jesse Radcliffe, worauf
die Anderen in ihre Zellen zurückkehrten.
Schändliche That cineS Land
streichers.
Sout H-O Y st er-B a y, N.-J., 24. Juli.
Große Aufregung herrscht hier wegen
eines von einem Landstreicher verüvten scheuß
lichen Verbrechens. Der Schurke betrat das
Haus Simo» Jesuwit's während dessen Ab
wesenheit, und nachdem er die Frau, die mit
einem Säugling allein im Hanse war, an
Händen uud Füßen gebunden hatte, beging
er an ihr ein unnennbares Verbreazen.
Damit noch nicht zufrieden, zwang er sie durch
Drohungen, ihm die Stelle anzugeben, wo
die Wertsachen lagen, und als er sich in Be
sitz derselben gesetzt, ergriff er die Flucht.
Er wurde zuletzt auf dem Depot gesehen, als
er einen nach New Aork bestimmten Zug be
stieg.
Gräfliche Familien-Tragödie.
New - ?> ork, 24. Juli.—Der »3 lährige
Martin Havelyn, ein an der Orchardstraße
wohnbafter Deutscher, hatte heute srüb einen
Streit mit seiner 54 jährigen Gattin und
brachte ihr schließlich mit einem Rasn messer
eine klaffende Wunde an der Kehle bei, wo
rauf er sich selbst die Kehle zu durchschneiden
versuchte. Beide wurden in ein Ho'pital
gebracht. Havelyn behauptet, seine Frau
habe die That begangen, während die Frau
Dies für eine Lüge erklärt uud deu Mauu
als den Thäter bezeichnet.
(Später.) Die Wunde des Mannes ist
gesälirlich. jedoch glaubt mau, daß die Frau
mit dem Leben davon kommen wird. Havelyn
war seit mehrcrenWochen beschäftigungslos,
und die Frau verdiente unterdessen den Le
bensunterhalt Beider durch Waschen und
Scheuern. Weder der Mann, noch die Frau
war dem Trünke ergeben, und man glaubt,
daß Eisersucht den Streit verursachte. Die
Polizei sowohl, wie die Aerzte schenken den
Angaven der Frau Glauben, allein trotzdem
behauptet Havelyn, die Frau habe zuerst sich
selbst und dann ihm die Kehle durchschnitten.
Außerdem habe sie ihn schon früher zu ver
giften gesucht, damit sie mit einem anderen
Manne leben könne. Eine Schwester Have
lyn'« theilt mit, daß die Eheleute gegenseitig
auf einander eifersüchtig waren und in fort
währendem Hader lebten.
Selbstmorde
Philadelphia, 24. Juli. F. PottS
beging heute Nachmittag in Nr. 1712. Wal
nutstraße, Selbstmord, indem er sich eine
Kugel durch den Kopf jagte.
Der Krieg in Egypten.
Ramleh durch die Briteu besetzt.
London, 24. Juli. Den soweit ge
troffenen Arrangements zufolge wird die nach
Egypten bestimmte Infanterie am 4. August
und die Kavallerie am 9. August eingeschifft
uud direkt nach Alexandria gebracht werden.
Arabi Pascha schrieb etliche Tage vor dem
Bombardement von Alexandra folgende.!
Brief an Hrn. Gladstone, welchen Letzterer
jedoch erst nach dem Bombardement erhielt:
„Der Koran befiehlt uns, Widerstand zu
leisten, im Falle Krieg gegen nns geführt
wird. England kann sich daher daranf ver
gesse.!, daß der erste von ihm in Egypten ab
gefeuerte Schuß uns von allen Vertrags
Verpflichtungen befreien wird. Tie Eontrole
wird aufhören, daS Eigenthum der Europäer
wird coufiszirt. die Kanäle zerstört und ein
heiliger Krieg in Syrien. Arabien und In
dien gepredigt werden. Der erste Schlag,
welchen England gegen Egypten führt, wird
Blutvergießen in allen Theilen Asien's und
Asrika's zur Folge haben, und England wird
dafür verantwortlich sein. Egypten ist noch
immer Willens, die Freundschaft m't Erq
lond zu bewahren und oen Weg nach Indien
offen zu halten, allein England muß die
Schranken seirer Jurisdiktion nicht über
schreiten. Zun. Schlüsse können die Briten
sich darauf verlassen, daß wir enlsäilosseii
sind, im Nothfälle für unser Land zu sterben."
Alexandria, 24 Juli, Uhr Nach
mittags. Das 00. Schützeuregimen. mar
schirte heute srüh ab, um Ramleh zu besetzen.
Eine Plänkelei ist zur Zeit im Gange, jedoch
liegen noch keine näheren Nachrichten vor.
Das Ü-Z. Infanterie-Regiment ist vorwärts
beordert worden, um das erstere Regiment
zu unterstützen.
Der grdßte Theil von Arabi'S Jnsanterie
soll zu Damiette conzentrirt sein, während
die Truppen zu Kafr el Dwar größtentheils
aus Kavallerie und Artillerie bestehen. Der
Inspektor des Katasterbüreaus ist aus dem
Inneren hier angekommen und berichtet, daß
die Gesammtmacht der Egypter aus nahezu
IVV,<M Mann besteht. Er erklärt, ein Bo
lontär-Kavallcric-Regiment würde gebildet,
um Alexaudria anzugreisen. Arabi Pascha'S
Fronte zog sich gestern Abend bis jenseits von
Ramleh zurück.
London, 24. Juli. Eine Depesche
des „Staudard" aus Alexaudria meldet:
„Die Schützen und die berittene Jnsanterie
besetzten Ramleh heute früh. Sie kaliouir
ten eine Gatlingkanone und ein Feldgeschül?
auf der über den Kanal führenden Brücke,
Die feindliche Kavallerie galopirte bis aus
MV an die Engländer heran, entfloh
jedoch, als Letztere eine Salve abfeuerten.
Nach kurzer Zeit kehrten die Egypter mit
Zwei Geschützen zurück, mit welchen sie meh
rere unwirlsäme Schüsse ans die Engländer,
die mittlerweile Deckung gesucht hatten, ab
feuerten. Um S Uhr wurde das Feuer ein
gestellt, und man glaubte, daß die Egypter
Verstärkungen erwarteten."
Alexandria, 24. Juli. Hr. Erow
ther, einer der britischen Jngenienre, welche
augeblich zu Tantah ermordet wurden, ist
hier ongetommen. Der Besehl»baber des
FortS von Abnkir hat eine Waffenstillstands
flagge ausgehißt, weigerte sich jedoch, irgend
welche Engländer in das Fort zn 'assen. Man
glanbt, daß er dasselbe ,m Interesse Arabi
Pascha's behauptet. Unter der gegen Ram
leh abgeschickten britischen Streitmacht be
finden sich kivv Matrosen. Arabi Pascha hat
eine ausgedehnte Linie, welche sich von Ma
reotis bis Abulir erstreckt, besetzt. Die heute
früh stattgesundene Plänkelei dauerte va
eine Stunde. Ein oder zwei Engländer wur
den verwundet, und man sah mehrere Egyp
ter fallen. Arabi Pascha rückt jetzt wieder
vor.
London, 24. Juli. Laut eiuer Reu
ter'schen Depesche aus Alexaudria ist die
Streitmacht der Egnptcc folgendermaßen
ver.heilt: eine D'.vision in der Nähe von
Eairo, zwei Regimenter in Cairo, zwei Di
Visionen zu Kafr-el-Dwar, MW Mann In
fanterie zu Rosette und 7>M Mann zu Da
miette. Eine jede Division besteht ans 4
Regimentern Infanterie zu je 740 Mann, 2
Regimentern Kavallerie zu je 800 Man.i, l
Regiment Artillerie von 700 Mann und 3V
Geschützen. Viertausend Bürgerliche w.i
den von Arabi Pascha znm Arbeiten cn den
Schauzwcrken gezwungen. Die Br! en
brachten heute 00 Gefangene von Ramleh
zurück. Eine türkische Korvette ist hier'an
gekommen. Die Briten haben das nach
Stambnl führende Tclcgrapheukabel zer
schnitten.
Da« Späteste
London, 23. Juli. „Taily-News"
veröffentlicht Nachstehendes aus Alexaudria :
„Alle in Diensten des britischen Eommiffa
riatSdcpartcmcnts stehenden arabischen Fuhr
leuie sind desertirt und zu Arabi Pascha über
gegangen. Der Khedive ist der Ansicht, daß
die Dienste der Beduinen durch liberale Be
Zahlung zum Schutze des SuezkanalS ge
wonnen werden können. Der britische Kon
ful hat den Vicekönig benachrichtigt, daß
England da« gegenwärtige Ministerium au
erkennt und ihn ersucht, einen Nachfolger
für Arabi Pascha zu ernennen. ES existirt
rein ZwDfel, daß zwei Mitglieder des jetzi
gen Ministeriums täglich Depeschen mit
Arabi Pascha wechseln.
Das Resultat des heutigen Gefechts bei
Ramleh ist, daß beide Parteien ihre vor der
Plänkelei eingenommenen be
haupten. Tie Briten sowohl, wie die Egyp
ter werfen jetzt Schanzen aus. Die Englän
der werden den Hügel zu Ramleh bebaupten
uud schwere Geschütze dort mont'ren. Die
Egypter machen verzweifelte Anstrengungen,
um ihre Seite des Engpasses zwischen den
See n nahe Essid durch Stanzen sicher zu
stellen. Ein unbestätigtes Gerücht 'st im
Umlaufe, nach welchem viele Christen 'n
Smyrna durch fanatische Mohamedaner er
mordet worden sein sollen."
Dem „Daily Telegraph" wird aus Ale
xaudria gemeldet: „Die egyptischen Gra
naten barsten während des heutigen Gefechts
fast sämmtlich in der Luft, und die Briteu
entkamen deshalb obne erwähuenswerthen
Verlust. Die Egypter rückten entschlossen
vor, jedoch war ihre Führung eine fehr
schlechte, indem sie mit leichter Mühe die
ganze berittene Infanterie nehmen konnten."
Alexandria, "4. Juli. Die briti
schen Geschütze auf dem Hügel zu Ramleh
beherrschen die Landenge nnd machen die
Position der Egypterinnhaltbar. Eines der
hier angekommenen Mitglieder der Notabeln-
Depntation brachte ein Exemplar einer ins
geheim von Ragheb Pascha iu Cirkulation
gefetzten Proklamation, welche angibt, Enz
land habe Krieg gegen Egypten erklärt.
Dem Vicekönig ist der Rath ertheilt wor.
den, Ragheb Pascha abzusetzen und ein neneS
Ministerium zn bilden, indem alle gegenwär
tigen Minister bloße Kreaturen Arabi Pa
scha's find. Die Deputation wird versuchen,
nach Cairo zurückzukehren und den Notabeln
Aufklärung über die wahre Sachlage zn ge
ben. Ein hier angekommener italienischer
Flüchtling ertlärt, er habe die Leichen von 83
Europäern in den Straßen von Tantah lie
gen gesehen, und die Egypter hätten die
Eingeweide der Ermordeten aus den Fen
stern geworsen.
Arabi Pafcha ließ 100 Europäer auf einen
Zug bringen und ein von dem Pöbel gemach
ter Versuch, auch diese zu ermorden, wurde
nur durch einen freundschaftlich gesinnten,
eingeborenen Beamten vereitelt, welcher den
Zug noch rechtzeitig in Bewegung fetzen
ließ.
Lo nd ou. 25. Juli.—Die erste Sitzung
der Conscrenz, an welcher sich die Pforte be
iheiligte. fand gestern in Constantinopel
statt.
Paris, 24. Juli. Premierminister
de Freyciuet erklärte in einer Conscrenz mit
dem SenatS-Comite im Betreff der Extra-
Verwilliguug für die Flotte, im Falle sich
die nur indirekt an der egvptischen Frage in
teressirten Mächte hinsicytlich der Interven
tion der anderen Mächte neutral verhielte»,
so wolle Frankreich die Intervention den
Engländern allein überlassen und sich auf den
Schutz de« SuezkanalS beschränken. Diese
Erllärung scheint eine Folge der Erklärung
des Kriegsministers General Bilot zu sein,
nämlich, daß er sich weigere, irgend welche
Operation in Egypten zu unternehmen, wenn
man ihm nicht wenigstens 40,000 Mann zur
Bersügnng stelle. Um eine fo starte Streit-
macht disponibel ?n machen, müßte ein Theil
der Reserve zu den Waffen gerufen werden,
und dir Regierung will keine solche Maß
nahme genehmigen.
Es verlautet, daß Frankreich vor der Hand
nur KOW Mariuesoldaten abschicken wird, um
den Tuezkanal zu beschützen.
Paris, 34. Juli. Admiral Jauregui
berry, der Flotteuminister, beantragte heute
in der Tepntirtenkammer eine Extra-Per
willignng von 9,SVO,VVV Franc? sür den
Sneztanal. Hr. de telegraphirt,
Arabi Pokcha habe die Absicht erklärt, die
Neutralität des Suezlauals zu respektiren.
ondo^n, S 4. Juli. Niarqnis Har
iinglcn, Staatssekretär sür Indien,- verkün
deie heute im Untcrhanse, daß er bei der er
sten Angelegenheit den Antrag stellen werde,
daß die indischen Revenüen aus die Bestrei
tung der Ausgaben sür die Expedition ostin
discher Truppen nach Egypten verwendet
werden sollten.
Alexandria, 3,40 Nachmittags.
!?er Kampf bei Ramleh ist vorüber, nnd der
Verlust ist unbedeutend. Die britischen
Truppen behaupten Ramleh. Zwei Mit
glieder der von den Notabeln ernannte» De
putation sind hier angekommen und bericht
ten, daß Arabi Pascha, als er die Ab!endnng
britischer Truppen aus Ostindien erfuhr,
iivvv Manu Truppen nach Cairo schickte, um
die dortige Garnison zu verstärken.
ondo u, 24. Juli. Premierminister
Gladstone beantragte heute im Unterhanse
eine Extra Ncrwilligung sür die Verstärkung
der britischen Streitmacht in Egypten. Er
schlug vor, daß die Einkommensteuer aus
Dauer der letzten Hälfte des Jahres um drei
Pennies erhöht werde.
Earl Granville machte heute im Herren
houfc eine längere Erklärung in Bezug auf
die von Hrn. Gladstone im Uii.erhanfe bean
tragte Extra Berwillignng. Earl Gran
v'lie sagte, die Regierung habe keine Nach
r cht da.über, ob der Sultan Truppen räch
Egypten schicken wolle, oder nicht. Ange
sichts der geqe.iwärtigeu Sachlage in Egyp
ten müsse nach Ansicht der britischen Regie
rnng Gewalt angewendet werden, und die
Regierung würde 15,500 Manu Soldaten
naa, Egypten schicke». Frankreich und Eng
land hofften, daß ihnen Italien in ihren
Maßnahmen zum Schutze des SuezkanalS
behülflich fein werde. Frankreich haoe noch
nicht definitiv ertlärt, ob es sich an dem Vor
rücken in das Innere von Egypten be.heili
gen werde, indessen fei die allgemeine Stim
mung in Europa zu Gunsten der von Eng
land eingeleiteten Schritte.
Eine längere Debatte entstand, in deren
Verlauf der Marquis von Salisbury die im
Sli-fange der egyptifchen Verwickelungen von
der britischen Regierung verfolgte Politik
irüisirte, weil dieselbe wie er behauptete
unter den Mahomedanern den Eindruck
machte, als ob die christiicheu Mächte eiueu
Ä cuzzug gegen den Islam im Schilde süh.
ten.
Tie Abstimmung im Unterhanse über die
von Hrn. Gladstone beantragte Extra Ver
wiliigvng wurde bis auf morgen verschoben,
weil Sir Stasford Northrote die von Hrn.
Gladstone gemachten Bemerkungen bezüglich
der egyptischen Frage zu veantworten
wünschte.
London, 24. Juli. —Die „St. James-
Gazette" will wissen, daß Earl Kimberly,
der Kolonialfekretär, die bisher von Hrn.
John Bright bekleidete Stelle des
des Herzogthnmö s,'aneafrcr aeceptirt hat.
L o u d o n, 24. Juli.—Die „Times" er
klärt heute in einem Leitartikel: „Die Frei
beit, Ntcllbe die amerikanischen Crinunalge
setze den irischen Dynamit-Attentätern ge
statten, ist eine Schande und Schmach sür
Amerika, noch schmählicher aber ist die That
sache, daß die öffentliche Meinung die Atten
täte nicht entschiedener verdammt. Amerika
muß entscheiden, ob es fernerhin diefen Vor
wurf noch verdienen will."
Rom, 24. Juli. George P. March,
der diesige arncrikanischeGefendt!', starb heute
plötzlich zu Vallambrofa. -talienische
Regierung hat innige Sympathie mit der
Wittwe ausgedrückt und 'm Namen der ita
lienischen Nation eine Condolinzdepesche nach
Washington geschickt.
London, 2Z. Juli. —Ein Correspondent
der „News" telegraphirt auZ Rom : „„Das
Journal „Fansulla" ertlärt, Hr. Marsh habe
innige Freundschaft sür Italien an de.i Tag
gelegt, nnd dieselbe sei von der italienischen
Regierung sowohl, wie von den italienischen
Staatsmännern warm erwidert worden.""
London, 24. Juli.—John Dillon sagte
in einer Rede zu Mallow, wenn sechszig ehr
liche Parlamentsmitglieder erwählt würden,
um Hrn. Parnell zu unterstützen, so würden
sie die ZwangSa'te nnwirlsam machen. Fiir
jeden Mann, welcher in Gemüßheit dieses
Gesetzes verhastet würde, würden sie zwei
Tage im Unterhause verzetteln. Sobald sie
im Stande seien, die Wirkungen der Pacht
bill zn verstehen, würde.i sie Schritte zur
Vereitelung derselben thun.
Cork. 24. Jnlu Eine Proklamation
wurde heute Abend Hier veröffentlicht, welche
der ersten Klaffe der Armee Reserve befiehlt,
sich vor dem 2. Angnst zum Dienste zn stellen.
London. 25." Juli. Eine Depesche
rns Wien berichtet, daß LVO Wohnhäuser
n.id etliche große Magazine in Radiziwilow,
Rußland, durch Feuer zerstört worden und
daß 3V90 Menschen obdachlos sind. Eine
ruöerc Depesche aus Wien übermittelt ein
Gerücht, nach welchem der russische Dampfer
„Moskau" in Folge einer Dampfkessel-Ex
plosion untergegangen ist nnd 20t) Menschen
ihren Tod fanden.
Liverpool, 24. Jnli, 12.30 Nachm.—
Baumwolle: MiltelforteLberländer (i
do. New-Lrleans 7i. Tie Verkäufe be
trugen 12,000 Ballen, Spekulation uud Aus
fuhr 2000, Zufuhr 3500.
London, 24. Juli. Ver. Staaten-
Lbligationen: 4-proz. 123, ditto 44-proz.
000, do. verlängerte 5-proz. 000. Erie
', do. 2. 100, N.-?>. Central 000, A. 6
G. W. 1. 48j. do. 2. 00. Jll. Central 14li,
Penns. Centr. t! 3?, Reading 31Z, Lntario
Westl. 2V, Milwaukee - St. Paul Common
000, N.-J. Central Consols 000.
Der britische Generalmajor Sir John
Miller Adge reiste gestern Abend von Eng
land nach Paris ab, um Rücksprache über
einen Plan einer gemeinsamen Expedition
nach Egypten mit der französischen Regierung
zu treffen.
Matthias und Cornelius Flaherty,
welche iu Tralee, Irland, auf deu Verdacht
hin verhaftet wurden, an dem Dubliner
Doppelmorde betheiligl gewesen zu sein, sind
entlasten worden. Die Beiden find Brüder
uud stammen aus London, Out.
Der amerikauifche Tragöde Edwin
Booth trat gestern Abend in London in der
Rolle des „Petrncrio" auf. Er wurde nach
nach jedem Akte hervorgerufen, und das Haus
war bis auf den letzten Plah besetzt.
Im Hafen von Alexandria, Egypten,
liegen zur Zeit 10 brttifche, 2 östreichische, l
amerikanisches, 1 deutsches, 1. russisches, 1
griechisches und 3 italienische Kriegsschiffe.
Die spanische Regierung hat beschloffen,
drei weitere Fregatten nach Egypten zu schik
ken. Eine derselben soll zu Port Said, eine
andere zn Suez und die dritte zu Jsmailia
stationirt werden.
Eine Brigade der britischen Garde foll
angeblich nach Cypern geschickt und dort mit
Rücksicht auf die Vorgänge iu Egypten in
Reserve gehalten werden.
Die britischen Panzerschiffe „Devasta
tion" und „Treadnaught" werden zur Zeit
seesähig gemacht.
Frl. Liliau Norton, die amerikanische
Primadonna, hat im „Großen Opernhaus"
zu Paris sehr erfolgreich als „Grethcheu" in
„Faust" debütirt.
Der Geldmarkt.
New - or k, 24. Juli. Folgendes
sind die Schlußnotirungeu: Geld brachte
2Z 5 Prozent und schloß zu 2H Prozent.
Sterling-Wechsel4.Bst aus 00 Tage,
4.? Bi—auf Sicht.—Bundes-Obligatio
nen: verlängerte Sechser 101 Z, do. ser Ivlz,
Adams' Expreß 13!», Central Pacific 95.
Chef. Ohio 2i>4, Eric 41. do. Prior. 80j,
Lake Shore IltH, N.-J. Central 845, North
Western 13«z. do. Prior. 1454. N. ?1. Cen
tral 185j, PittSburg 138, Reading 63, Rock-
Jsland 133j, Union Pacific 117;, Western-
Uliion Svz. Unterfchatzamts-Bilanz: Hart
geldsBl.7Vl,S34.(.L, Couranttzs.sBS.VlS.47.
DaS Schicksal des Mörders <sor
nctti.
White PlaiUS, N.Y., 24. Juli.-
Wie bereits mitgetheilt» benachrichtigte E.
T. Lovatt, Anwalt Angelo Eori'etti's, des
Italieners, welcher am 28. Juli im Gcfänz
nisse zu White Plaiiis gehängt werden sollte,
am letzten Freitage den Scheriff von West
chester Eounty, daß er von der am Donnerstag
zuPoughkeepsie getroffenen, die Bewilligung
eines neuen Prozesses ablehnenden Eutschei
dung des Richters Barnard an den General
termin appellirt hat. Ter Appell sistirt auf
Grund eines im lebten Winter cmgenomme
neu Amendement zum Eriminalrodex das
Verfahren, bis dcrGeneraltermin seine Ent
scheidnng abgegeben hat. Es wurde demge
mäß die am Montag über den Berurcheilten
eingesetzte Todlenwache wieder aufgehoben.
DistriktSanwalt Parler hat nun trotzdem
den Scheriss Courier angewiesen, Borberei
tnngen zu treffen, um die Hinrichtung am
nächsten Freitage zu vollstrecken. Er erklärt,
die Erhebung eines Appells bilde keinen
Grund zu einem Ausschub, we.l die Ueber
sühruug und Berurthcilung des Angeklagten
vor Annahme des fraglichen Ameudemeius
erfolgten. Ter DistriktSanwalt will einen
MandaninSbefehl erlanger., um den Scherls?
zur Bollstreckung des Urtheils zu zwingen.
Die Errichtung des L-chaffotS ist bereits in
Angriff genommen worden. Cornctti's An
walt wird sich an den Gouverneur wenden
und ihn um spezielle Verwillignng einer
Galgenfrist für seinen Klienten ersuchen.
Geheimnisvolles Verschwinden ei
nes NcgerpredigerS nnd seiner
Frau.
Detroit, Mich., 24. Juli. Von
Windsor, Ont., wird berichtet: „Archibald
Mann, ein farbiger Prediger, ist seit Ssnn
tag Abend voriger Woche nebst seiner Frau
verschwunden. Man fand Mann's Hans bis
aus den Boden niedergebrannt und man weiß
nicht, ob das Paar mit dem Haufe verbraunte
oder ob es floh, nachdem es das Haus in
Brand gesteckt. Eine Anzahl Jrländer, wel
che mißgünstig gegen den Prediger waren,
halten fein L'eben bedroht. Es herrscht große
Aufregung über die Affaire."
Ein Mc>rderpaar.
Penfacola, Fla., 24. Juli.— Die hiest
gen Bürger sind übe.' eiueu brutalen Mord
äußerst aufgebracht. Hr. James Robefon
wurde von Eli James und einer Frau, Na
mens Dubofe, ermordet. Die Wuth gegen
das Frauenzimmer ist fo groß, daß Lynchju
stiz gegen sie wahrscheinlich erscheint.
Vermischte telegraphische De
peschen.
Zwei kleine Kinder, Namens ->ob
uu<> Büß, im Alter von 2 resp. !! Jahren
wurden gestern bei FreemanSbnrg, Penns.,
v"..i einem Znge der,>Lehigh-Ballet> Bahn"
Verfahren nnd getödtet.
'Ein Eil- und ein Frachtzng der
„Mittle Miami Bahn" coliidirten vor
gestern nahe Förster'S Crossing unweit Ein.
cinnati, und inchrcrePassagiere wurden leicht
verletzt. Beide Lokomotiven wurden demo
lirt, und zwei Frachlwaggous stürzten in den
Miami.
DieT a ri f-Coin m i sf ion in Long>
Brauch war gestern nicht in Sitzung. Heute
wird sie H u. Alex. Jones aus Philadelphia,
eineu Bertrcter der Chcmikalienfabrikanlen,
veri khmen.
RufnSG. Waiden, Chef der Feuer
wehr uud Hiilfssckieriff zu North.idams,
Mass., ist wegen zu vier
Jahren Zuchthaus verurtheilt wor
den.
In Monctou, R. 8., sind viele Perso
nen in Folge des Genusses von gepökeltem
Rindsleischc gefährlich erlrankt. Keiner der
Patienten starb, indessen hatten mehrere
ein knappes Entkommen.
Die "Xonci-ill lZmik Xoiv (?»." hat ge
richtlichen Protest gegen die vo.l den Til
gungsfond Coinmiffäreu vorgenommene An
nullirung ihres Coutraktes mit dem Staate
Virginien zum Drucke ncuerVirginier
Obligationen eingereicht.
Eine weitere Paukerei soll am 14. Au
gnst im „Madison Square Garden" zwischen
Jobn L. Sullivau uud „Tng" Wilson statt
finden.
Viehmärktc.
St. ? oni s, 24. Juli. Schweine:
Znfuhr 1000, Versendung keine; Verkäufe zu
K 7.10 bis Rindvieh: Zufuhr 2000,
Versendung 900; Verkäufe zu HJ.2I» bis
B;7.7s.—Schaafe: Zusuhri!oo, Versendung
2IV: Verkäufe zu HA.W bis
East-Li b e r t y, Peiiuf., 24. Juli. —
Rindvieh: Zufuhr 302 k; Verkäufe zu tz 1.57
bis?7.sl). Schweine: Zufuhr!l4oo, Ver
käufe zu H 7.75 bis tzB.^v.—Schaafe: Zufuhr
2400, Verkäufe zu bis H 5.80.
West-Philadelphia, den 24. Jnli.
Rindvieh: Verkäufe 3200 Stück, prima
6gute?—7Z, mittlerer K—<i/, fch'echte
4 Schaafe: Verkäufe 10,000, p.inia
gute —s, mittlerer 4^ —4z,
schlechte 39—4. —Lämmer: 4—7. Kälber
11—8. Schweine: Verlause 3300, prima
12—12j, gute HZ-11t, mittlere IVi—llj.
Lokalberichte auS Washington.
Washi u g to u, 24. Juli. Bei eine,
gestern veranstalteten Erkursion nach den gro
ßen Wasserfällen des Potomac fiel es zwei
Thcilnehmern derfelben, dem Patent-Agen
ten Alfred B. Robertson und einem Setzer
in der Regieruugs Druckerei, mit Namen
Hamilton Plan, ein, ein Bad zu nehme t.
Dabei geriethen sie in eine starke Strom
schnelle, so daß Hr. Robertson den Wasserfall
hinabgerissen wurde und Angesichts seiner
Frau und zahlreicher anderer Personen e,-
trank. Hr. Platt verdankte seine Rettung
nur dem Umstände, daß er sich an einem Fel
sen anzuklammern vermochte.
Hr. W. H. Baner, der nene Schul.ath für
die vierte Division au Stelle des Hrn. I. L.
Pearson, legte am Samstag im Bureau der
Commissärc feinen AuUseid ab. Hr. Bauer
ist ein sehr angesehener Kohlen- und Holz
händler des südlichen Stadlthcils.
Ein alter Veteran, mit Namen Ja».
Murray, der seit mehreren Tagen spurlos
verschwunden war, wurde in eine.» entfern
ten Theile des Grundstücks der „soldaten-
Heimath" erhängt aufgefunden. Unzweifel
haft liegt Selbstmord vor.
Ter Knabe Karl Feldner erlitt dadurch
schwere Brandwunden, daß sich eines der mo
dernen. aber sehr gefährlichen Feuerzeuge in
sriner Tasche entzündete.
In Dr. Sunderland's Kirche wurde am
Sonntage der Gottesdienst dadurch beträcht
lich gestört, daß ein junger Mann in Kräm
pfe siel.
Zwingermeister Einstein hat heute den
Krieg gegen die Hunde des Distrikts im
Ernste begonnen.
Auch Hr. Rob. Leding hat zwei goldene
Abzeichen als Preise für die Regatta auf dem
Potomac ausgesetzt.
Kurz nach 2 Uhr heute früh stürzte Hr.
Karl H. Weinberger, ein etwa 50 Jahre
zählender Deutscher, welcher von Grand Ra
pid?, Mich., in Gesellschaft seines Sohnes
hierher gekommen war, um sich anzukaufen,
in Meyer's Hotel an der Pennsylvania-Ave
nue aus einem Fenster des vierte» Stockwer
kes aus die Straße hinab und verschied kurz
vor 0 Uhr im „Providence - HospUal." Die
Leiche wird nach Michigan zur Beerdigung
geschickt werden. Wie der Unglückliche >pä
ter erzählte, glaubte er iu Ker Nacht Jeman
den an der Thüre zu hören, und halb im
Schlase eilte er nach dem Fenster, welches er
sür die Thüre eines Nebenzimmers ansah.
Er hinterläßt eine Wittwe und vier Kinder.
Diebe machten in der verflossenen Nacht
den vergeblichen Versuch, in den Cigarren,
laden des Hrn. Heinrich Kaiser, Nr. 902, F
Straße, einzudringen.
Aus dem Hause des Hrn. Royal A.
Johnson, Nc. SL7, M-Straße, wurden in
der Nacht zum Sonntag mehrere Artikel im
Werthe von etwa H5O gestohlen.
Zwischen den Familien Heck, Goldberg,
Levy, Schlomberg und Hultz an der D-Str.
besteht schon seit langer Zeit bittere Feind
schaft und die Polizei wird sich deshalb wahr
scheinlich veranlaßt sehen, sie sämmilich un
ter Friedensbürgschaft zu stellen.
Tic 20 Jahre alte farbige Dienerin
»lag ganz Plötzlich einem Herz
leiden.
O. H. Berg,
Mitglied der Baltimorer Fondsbörse seit'ZS
»kchs.l «ätter seit ISS».
w »r. »S, GermanitraH«
Der Deutsche <sorrespo«de«t,
täglich, wöchentlich u. TonntagSblatt,
A. Raine» Eigenthümer und Redakteur,
«ckc der Baltimorcstr. unt V.-O. Vve.
Blattei <^ein?l,<X» pro Jod».
A»tti„tn w«r»tn owohl in deutscher,»!»
Nr. !7tt.
PVRVW
Hbsolutsiy pu,"S.
res PlSparai ergtcbi so leichtc, stockige heiße Krööchea
ober so sibmackhasteS seine» Backwerk. DaS schick
lann von PcrdauungSlcidkndcn ohne HuriZi! vu". ten
SivUat !i-akt>ir,»Powver <5,,., j?ew ?)««».
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und Nieder' I Kopsen
L'ttlent/' Yorfni-Dittrr«
lese, > sch»»«^«ch
Mrklich sein?" I?efi6ir«rden alle» Art
Kiitrr» «, 0., Noi'icttcs-, N>
5 M, IM«! »
(1) No S Zweite Tiraße, New ZZor! Cliq. N. g. (Ä
t-. belli mit seinem neu ersnndenen A
.nach einer miien Methode lErfol» einer /M
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1s 7'^-7
DaS berühmte Heil- nnd Lerschö»
nerungs-Mittel.
Knrirt unverzüglich lokale Krankheiten uu»
Verletzungen der Haut;
Macht den Teiiit hell und rein wie eine Li
lie und ertheilt demselben die Sammet-
Weichheit ;
Lindert Rheumatismus und Gicht;
Gewährt alle die Heilung« Vortheile vo»
Schwefelbädern zu ganz unbedeutende»
Kosten;
Ist ein -uverlässigeS TesinfizirungS-Mittel;
Und wird von der medizinischen Fakultät
empföhle».
Sckwcfel Bäder.
schöne, »de Nnslußdi«'/«r «»der au« die Hiut?K«»«n»
fall» qut bekannt, Glenn S Zchwesel Zielst besitzt
sprossen, »innen. iib«rhai»t all-
Ae^iie^ Aelndei«, wtlch«
Man hüte sich vor Aälschuiigen! Tch»ef»l-
Teise ist nachgemacht worden, und da» Publikum wir»
Bezeichnung (.!I,L>.VB Ii »OXl' mit
Borauibezablung, tostet die Kisi-Cent«,
Der Eigenthümer würde sich sehr freuen»
Zeugnisse zu erhalten von Personen, welche
Glenn'S Schwefel-Seife gebrauchen.
(shs. C. Erittenton, allein. Eigenth..
Kr, lIS, Aulton-Ttraßc, New-gort.
Hill s Haar- und Bart-Färbungsmittel.
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sJuliiv.DrSi

The German Correspondent,
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of the Country; (4.00 to EuropS. Price of San
day paper without Paliy or Weekly, $l.OO per
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AD VKRTTSEMENT3 published In Englith as
well at In Geimau.

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