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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, July 25, 1882, Image 4

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Der Deutsche Correspondeut.
Baltimore, den SS. Juli 1882.
«"b-n
erste« große» Rachmittaq«-
° Park, High
-2- >suli,
Juli, großer Ruölmq nach Annapoli«.
„«Itter ,um 1,1. Georg Heutc. den 2Z, dS.,
Unkel Brä»ig-Verein."—Mittwoch, den 26. Juli,
Zlusflu-, nach Nord-Point-Tii'oli.
Conzerte.
Stadt Baltimore.
ZW" Personen, welche die Stadt während
der «sommermouate verlassen, können unser
Blatt per Post zugeschickt erhalten, wenn die
Adressen in der Expedition abgegeben oder
schriftlich eingesandt werden. Preis für's
tägliche Blatt 65, für s Wochenblatt 20 CtS.
pro Monat.
VuS der Staatshauptstadt.
A n n a p o l i S, 24. Juli.—Das Urtheil
des ÄretsgerichlS in den Wahl Coutesten ge
gen die Couuly - Commissäre wird noch im
mer lebhaft besprochen, und im Allgemeinen
bedauert man es auf's Höchste, daß die Her
ren, welche sich für die von ihnen bekleideten
Aemter ganz besonders gut eigneten, nun
mehr abtreten müssen. 2)er Gouverneur,
welcher bekanntlich die Wahl ihrer Nachfol
ger vorzunehmen hat, wird sicherlich auch der
Qual nicht entgehen. Er ist übrigens bereits
vou der Vakanz in Kenntniß gesetzt worden
und wird wahrscheinlich die Ernennungen
vollziehen, sobald er in dieser Woche nach Au
uapolis zurückgekehrt sein wird.
Johnny Fairall, der 10-jährige Sohn der
Frau Fairall, einer Wittwe, welche auf der
Farm des Prof. E. A. Roger im 2. Distrikte
wohnt, ist seit Freitag srüh spurlos ver
schwunden, und alle Nachforschungen nach
ihm blieben bis jetzt erfolglos.
Die erste Prcsbyteriancr-Gemeiiide dieser
Stadt wurde gestern offiziell davon in Kennt
niß gesetzt, daß Pastor Georg E. Jones dem
an ihn ergangenen Rufe als Seelsorger der
Gemeinde nicht Folge zu leisten beabsichtigt.
Die Arbeiten auf dem zum Staatshause
gehörigen Grundstücke werden sofort in An
griff genommen werden, sobald das erfor
derliche Material dafür eingetroffen ist.
Aus dem Speicher des Hrn. Jas. H. Lea
gue wurden in der Nacht zum Sonntag meh
rere Provisionen gestohlen. Von dem Thäter
hat mau indessen bisher noch keine Spur ent
deckt.
Munizipal-Angelegen tieiten.
Noch etn yl a l die überflüssi
gen Gak r öH reu. Stadt Auwalt Poe
schickte dem Stadt Commissär Wilkinson ein
schriftliches Gutachten ein. in welchem er er
klärt, daß der „Cousolidirteu GaS-Comvag
nie" das Recht nicht zusteht, die überflüssig
gewordenen Gat-tührcu zu entfernen nnd
deshalb wieder einmal die Straßen aufzii
reißen. Bekauutlich hat bereirs Mayor
Whyte gegen dies Verfahren Einspruch er
hoben nnd die Fortsetzung der Arbeit bis auf.
Weiteres untersagt.
Reparaturen im Rathhanse.
In den Ccrridoren n»d Sälen des Rath
Hanse?, welche bekanntlich neu angestrichen
werden sollen, sind die erforderlichen Gerüste
bereits aufgestellt worden, und heute soll mit
der Arbeit begonnen werden. Zuerst wird
das Vorzimmer vor dem Bureau des Mayors
ein nencö Gewaud erhalten.
Mayor Whyte wird, wie er seinem
Sekretär Hrn. I. Monroe Heiskell mit
theilte, nicht vor der nächsten Woche von
Long-Branch zurückkehren.
Der sungirende Mayor Veazey
erließ gestern abermals verschiedenen Per
sonen Geldbußen, welche ihnen für kleine
Uebertretungen von den Polizeirichtern auf
erlegt waren. Zugleich erklärte er, daß die
Polizeirichter etwas vorsichtiger in dieser
Beziehung sein und die einzelnen Fälle sorg
fältiger prüfen sollten, damit in Zukunft
nicht mehr so viele Beschwerden im Vürean
des Mayors einlaufe»'.
Die Muudsperre und daS »Toy-
P,stol.'
Die Zahl der Todesfälle durch Mundsper
re (Kinnbackeukrampf), die feit dem 4. Juli
iu den verschiedenen Theilen der Ver. Staa
ten eingctrtren sind, dürfte mit 200 nicht zu
hoch geschätzt werden. Und da alle diese Fälle
von Verletzungen durch das sogen. „Toy-Pi
stol« herrührten, so ist es an der Zeit, dem
Gegenstände mehr Aufmerksamkeit zu wio
«neu, als bisher geschehen ist.
Daß gerade bei den Verletzungen mit dem
„Toy-Pistol" o häufig Mundsperre eintritt,
mag durch Folgendes seine Erklärung fiudcn:
Derartige Verletzungen sind meist an den
Hälideu und zwar aus nächster Nähe (uäm
lich vom Verletzten sich selbst) beigebracht,
und die Wunde ist keine einfache, wie die
durch eine Kugel hervorgebrachte, sondern
mehr oder weniger zersetzt, zerrissen und
wenn auch nicht tief, so doch vou großer Flä
chenausdehnung. Diesen Wunden wird
dann meist wenig Beachtung geschenkt;
Schmutz, Pulver, Papierreste von Patronen
?c. werden nicht entfernt,und selten wird so
fort ein Arzt zu Rathe gezogen, vielmehr ir
gend ein Pflaster darauf gepappt —ja, häu
fig hält das liebe Söhnlein es auch geheim,
daß es sich in die Hand geschossen hat, und
sagt erst dann Etwas davon, wann es ;n
spät ist.
So kommt es, daß derartige an nnd für
sich ziemlich leichte Verletzungen einen bös
artigen Verlauf nehmen, zur Mundsper -
r e und zum Tode führen.
Die zur Erklärung der vielen Todesfälle
von verschiedenen Seiten Herbeigezogeue An
»ahme, daß sich in den „Toy-Pistol"-Patro
nen eine giftige Substanz befinde, wird
von den Aerzten nicht getheilt; aber selbst
wenn Dies der Fall wäre, könnte aus den
Verletzungen wohl eine Blutvergiftung, aber
darum noch immer nicht Muudsperre entste
hen.
ES giebt zwei Arten dieser „Lärmmacher."
denn auf Lärmmachen ist es bei m „Toy Pi
stol" doch lediglich abgesehen. Die eine Art
wird mit kleinen Patronen geladen, die
Nichts, als gewöhnliches Pulver enthalten,
und die andere mit Züudplättchen, in denen
sich Knallqnecksilber befindet. Diese letztere
Sorte gilt als die gefährlichste, und da diese
„Spiel-Pistolen," weil sie so spottbillig ver
kauft werden, Nichts weniger, als akkurat'ge
arbeitet sind, so explodiren die Züudplättchen
sehr häufig früher, als es erwartet wird,
und selbst wenn sie nicht vor der Zeit explo
diren, kommt es doch häufig vor. daß sie
Haut- und Flcischwuudeu verursachen, nnd
diese führen dann die gefürchtete Mund
spene herbei.
Todesfälle von Deutschen,
Georg Heimer, 10 Monate zählend.
Kinder-Cholera.
Georg Meid, 43 Jahre, Schwind
sucht.
AnnaHarta, 1H Jahr, Llingenfell-
Entziinduug.
Margarethe Gummer. 3 Jahre,
häutige Bräune.
Margarethe Hopf, 28 Jahre, Aus
zehrung.
F. Lang. 11 Jahre 8 Monate und 23
Tage, Sumpffieber.
W. löckel, 66 Jahre, Bright'sche Nie
renkrankheit.
I. Eckel, 66 Jahre, tödtlicher Sturz.
O. M. Rullmaun, 4 Jahre 1 Monat
und 27 Tage, Diphtheritis.
G. Müller. 8 Jahre und 4 Monate,
Blutsäule.
M. Krepiel, 1 Jahr 1 Monat und 11
Tage, Lungenentzündung.
Bon See und Hafen.
Schnelle Arbeit. Der TranSfer-
Dampfer „Canton" von der „Baltimorc-
Ohio-Eisenbahn." welcher zwischen Locnst-
Point und Canton sährt. wurde am Sonn
tag in Zeit von zehn Stunden auf dem
Schiffs Bauhofe von Malster ä- Reaney ge
reinigt und frisch angestrichen. Etwa hun
dert Arbeiter waren damit beschäftigt, und
am Abend um S Uhr war die Arbeit bereits
gethan.
Ein schnelles F a h r z e u g. Der
Dampfer „Bernaro Hall," welcher sich angen
blicklich in der Quarantäuestation befindet,
ist eines der schnellsten Fahrzeuge, die je
unseren Hasen besuchten. Der Dampfer legte
die Strecke von Vera Cruz nach Baltimore
in sechs und einem halben Tage zurück, ge
wiß eine äußerst schnelle Fahrt.
Ter Allan Dampfer „Phouician."
Capt. John Brown, sährt heute mit 37 Pas
sagieren von hier über Halifax uach Liver
pool ob. Unter den Passagieren befinden sich
die Baltimorer Frau I. Spencer, Frl. Tillie
Spencer, Charles Spencer, Marie Spencer,
Frau Kate E. Baltzell. Frl. Kate Baltzell,
Robert M. Deni'vn. R. M. Denison, jun.,
CberleS Carroll Denisou, Frl. Mary Car
!cll Denison, Frl. Rebecka Carroll Denison,
Frl. Louise Eittings, Tho«. Ellicott, W. B.
Brooks, jun., Wm. M. Manly und Dr. C.
W. Mitchell; ferner die Towfontowner R. R.
Boarman, Frau R. R. Boarman, Frl. Jfa
belle Boarman und Frl. Janie Boarman
und der Washingtoner Pastor John Mc-
Nally.
Nachßoston nahm gestern der Dampfer
„Johns Hopkins," Capt. Wm. A. Hallett,
folgende Ausflügler mit: H. Amtdon, Frau
H. Amidou, Frl. Mary Kelly und Pastor
Thos. I. Kervick von Washington, D. C.;
Frau L. M. Corey von Hanesville. Md.;
Frl. Maggie Chambers, Frl. Lena Voung,
Frl. Maggie Simpson, Frl. Bessie L. Rice,
R. Wetmore und Frau, Dr. E. I. Goucher,
John F. Goucher, Frau Crampton, Frl.
Manne Crampton. Frl. Jsabelle Fisher.
John O. G. Allemand. Rob. HodgeS. Fran
S. A. Lcakin, Frl. Susie Leakin, I. Wilson
Leakin. D. H. Dnipple, Frau L. McGee,
Frl. Ella McGee, Frau ThoS. Smith, W.
E. Mali, O. S. Taylor, R. S. Mitchell,
I. E. Brown, F. Reinle, H. P. Hall. Wm.
M. Gowan, Frau und Kind, Frl. M. P.
Johnstvn. Frl. Maud Barroll, Thos. Phil
bin, Fran und 2 Kinder. Dr. C. Johnston,
jun., A. S- Barroll, Frl. Hattie Webster,
Pastor Edward Wall, Frau und Kind, E-. L.
Key, ThoS. I. Wilson, ChaS. Hungerford,
Thos. H. Wiley, Frank Wilson, Jos. Cooper.
Einfuhr. Gestern landeten hier der
Dampfer „Andean" von Kingston. Jamaika,
mit 1700 Bündeln Bananen und 8 Fässern
Ingwer; die Barge „Aurora" von Luceto.
Italien, mit 68.', Tonnen Schwefel an E. D.
Bigelow Comp, consignirt; die Barge
„Freya" von Dublin, in Ballast; der Dam
pfer „Colins" von Glasgow mit assortirtem
Cargo für F. B. Crawford A Comp.; die
Brigg „Alice" von Rio Janeiro mit 4575
Säcken Kaffee für Alex. Brown und Söhne
und der Dampfer..Bellini" von Spanien
mit Eisenerz für I. R. Foard 6 Comp,
Ausfuhr. Es clarirteu gestern der
Dampfer „Phönician" mit einem affortirten
Cargo nachLiverpool uud dicßarke„Atlivita"
nach Penard Roads mit 41,032 Büscheln
Waizen.
Wetterbericht.
Baltimore, den 24. Juli. I8?2,
Zeit AtuA. — —-Wett,
meter. Tchn,
7.02 M. 30.145! 77 52 i N 3 Klar
11 V 2 A. M 128 8S 38 N ti
L,l>2 N. A, »71! 88 34 RW 7 > „
7.12 N, :!'>,«!«>(, !-'i 43 N 2
l l «?.' A. 3V.OL» 7« «>4 ! N 2
Mittlerer Barometerstand 30.102
~ Thermometerstand 8P.3.
Höchster Tbermometerstand
Niedrigster —7t>.
Das gestrige Wetter. Nachfol
gende Beobachtungen wurden gestern Nacht
in demselben Augenblicke (11 Uhr mittlerer
Washingtoner Zeit) auf allen nachgenann
ten Stationen gemacht: Alpena 74, Boston
75, Bnffalo 70. Chicago 74. Cleveland 60.
Cheyenlie K 9, Duluth 71,Erie M.Escanaba
—, La Crosse 79. Marquette —. Milwaukee
7 , New ?)ork 76, Oswego 75, Port Huron
5", Sandnsky 74, St. Louis 75, St. Paul
78, Toledo 75, Mnkton 79.
Die größte Windschnelligkeit während ei
ner Stunde betrug 8 Meilen.
Wetteraussichten. Für die Mit
telstaaten im Allgemeinen klares Wetter,
'eichte veränderliche, größtentheils südwest
liche Winde, unveränderte Temperatur uud
stationäreo Barometer.
Fürdie bedürstigeFran Zmiih
in Nr. 165, Süd-Chester-Straße, übergab
nns einer unserer Subscribcnteii?l, welchen
wir gestern durch Capt. B. F. Kenney vom
ös.lichcnEtationshansc an den Bestimmungs
ort gelangen ließen.
Morgen Abend Garten - Nonlert bei
Wegnel, Nr. 47, Albemarle - Straße.
<l7«)
In der Som m ersri sch e. In
Ocean-City, Md., befinden sich u. A. S. C.
Winleruitz nebst Frau und Tochter. Joseph
Leopold und Familie; iu Rawley-Springs,
Virg., L. Goldschmidt; in Cape May, N.-J..
M. Bergmann, L. Bamberger und Tochter,
Geo. P. Steinbach und Fran uud A. I.
Oppenheim; in Gettysburg. Penus., halten
sich I. H.Nicolai und Familie, A. G.Stab
ler, Emil Sntro und Familie aus: in Deer-
Park. Md.. trafen im Lanfe der verganienen
Wyche n. A. die HH. Wilh. A. un!: Karl L.
Marburg, F. C. Stellmaun, Frau Wilh.
A. Marburg, Frls. Amalie niw Emma Mac
burg, die Frls. Bolte. Hr. M. R. Buchs
baum. Hr. Johann Schmelz und Hr. Joh.
Keglinger ein.
Der g u t c V c n n 0 r hat die folgende
Wettcrprophkzeinng für deu Monat August
losgelassen, welche augenscheinlich daraus be
rechnet ist, die Leute zu bereden, während
dieses Sommers zu Hause zu bleiben: „Ich
kann nicht anders, als glauben, daß auch der
August ein Monat mit Stürmen uud unge
wöhnlichem Regenfall uud einigen auffal
lend niedrigen Temperaturkurveit fein wir<>.
Ich erwarte, daß balö nach der Mitte deö
Monats von den äußersten westlichen und
nordwestlichen Landestheileu Schneefall und
von den weiter südlich gelegenen Stationen
kalter Regen gemeldet werden. Der Oktober
wird ähnliches, aber, wie natürlich, kälteres
Wetter haben." Derlei Voraussaguugeu
haben denselben Werth, wie jene, welche in
der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts aus
dem „hundertjährigen Kalender" in den Ka
lender des betreffenden Jahres ausgenommen
wurden.
„Die russischen Flüchtlinge."—
Mit dem Dampfer „Phönician" reisen heute
von hier ungefähr 70 russische Israeliten nach
Europa zurück, welche das hiesige Unter
stützuugs.Comite als erwerbsunfähig befnn
den bat, oder die selbst den Wunsch ausge
drückt haben, nach der Heimath zurückzukeh
ren. Sie werden nach Liverpool uud von
dort ans vom „Mansionhouse "Comite nach
ihrem Vaterlande befördert werden.
Die Wirren im „Comite der
Einhuuder t." Der Sauitäts-Com
miffär Dr. Benson erklärte gestern unserm
Berichterstatter, daß zwischen ihm und Dr.
Milton N. Taylor, dem Präsidenten des
„Comlte's der Einhundert." durchaus kein
Zwiespalt bestehe. Er sei diesem Comite
gegenüber überhaupt nicht verpflichtet, son
dern habe nur die eine Pflicht, feine, die IZ.,
Ward in demselben nach bestem Wiffeu und
Vermögen zu vertreten. Er habe deshalb
lediglich seiner Ward über die letzten Vor
gänge tm Comite Bericht erstattet, und hie
raus habe die Ward Beschlüsse gefaßt, in
welchen sie die in Aussicht genommene Maß
regel. wonach kein städtischer oder Staats-
Beamter Mitglied des Comite's sein kann,
scharf verurtheilt. Diese Beschlüsse uuu
werde er morgen Abend dem Comite vor
legen. und sollte dennoch jene verwerfliche
Maßregel Annahme finden, so werde er eine
Versammlung seines Ward-Clubs berufen
und verschiedene Mitglieder des Comite's
offen als Das bezeichnen, was sie wirklich
sind. Denn feiner Ansicht nach sei ihr Ver
halten nicht mehr demokratisch, sondern viel
mehr demjenigen der Republikaner nachge
bildet. welche ebenfalls stets bereit wären,
sich den Diktaten eines einzelnen Mannes zu
fügen.
Große Exkursion der „Ritter zum hl.
Georg" «ach Nord - Point-Tivoli heute,
den Luli. (17Z-K)
Das Befinden des Chef-Inge
nieur s der F e n e r w e h r. Hrn. Henluck,
ist nach Angabe des behandelnden Arztes,
Dr. I. G. Womble, nicht ein so günstiges,
um dem Verlangen des Hrn. Henaick, seniem
Dienste zu folgen, nachzugeben. Dr.Womble
giebt an. daß ein kleines Stück einer Rippe,
welche durch den Fall gebrochen wurde, durch
das unzeitige Aufstehen des Hrn. Hennick
von dcrselben»sich abgelöst und in das Fleisch
gedrängt hat. Die Fenerwehr-Commisfäre
ordneten in Anbetracht des Berichtes des Dr.
Womble an. daß er. Hennick, mindestens
zwei Wochen lang zu Hause zu bleiben habe.
Hrn. Frauk A. Prevost's Zustand
blieb auch während des gestrigen Tages ein
sehr bedenklicher, und die Schwestern des
„St. Vinzent-HospitalS." wo er sich befindet,
haben nur noch sehr wenig Hoffnung, fein
Leben zu erhalten.
Hr. Prevost war. als Hr. Robinson Ak
lnar des SnperiorgerichteS war, Hülfs-Ak
luar desselben und wurde nach dessen Tode
im Jahre 1877 als ältester Unter-Beamter
zu seinem Nachfolger berufen. In der No
vembn-Wahl des JohreS 187l> wurde Hr.
prevost auf sechs Jahre zu dem Posten er
wählt. den er jetzt inne hat, und er stand o'S
tüchtiger Beamter überall im höchsten An
sehen.
2°er Zustand des Patienten verschlimmerte
sich gestern Abend linmer mehr, und der ihn
behandelnde Arzt erklärte, daß der Unglück
.llche keine dret Tage mehr leben werde.
Ankauf eines werthvollen
Grundstücks in Norfolk, Vira
durch die „Ba i-L i Nie." Hr.
Pratt, fungirender Präsident der ..Baltimo
rer Dampf-Packet-Compagnie," kam am
Samstag von Norfolk. Virg., zurück, woselbst
er für die Compagnie das sogenannte Hardy'-
scheGrundstück fürdteSummc vonHll7.:i»y
ankaufte. Die „Bai Linie" wird aus dem
neu erworbenen Grundstücke eine Werfte
und Frachtschuppen errichten, sowie die
Transferirung der Frachten nach der „Roa
noke - Eisenbahn" an diesem Punkte vor
nehmen.
Junge Leute oder Männer mittleren Alters
die an Nervenschwäche, schwachem Gedächt
niß, vorzeitiger Altersschwäche infolge übler
Gewohnheiten leiden, sollten zur Erlangung
von Theil VII. der Zehn Cents Broschüren
dret Briefmarken einsenden. Man adressier
»i«Zt1io«!
LuSklo, Is. V. (176.8.8vt«kw)
Znr Warnung. Die New-Yorker
Jnlandstener - Beamten beabsichtigen, ihre
ganz besondere Aufmerksamkeit auf die in
ungesetzlicher Weise betriebene Fabrikation
von Cigarren zu richten und nnter den Ge
setzeSübertretern aufzuräumen, und ihrem
Beispiele wird wohl bald überall nachgeahmt
werden. So unbedeutend es anch an und
sür sich sür die Einnahmen der Bundeskasse
erscheinen mag, ob ein armer Teufel Steuern
aus ein paac Hundert von ihm fabrizirte Ci
garren beMhlt, fo hat doch eben jedes Ding
feine zwei Seiten. Viele alte Unionsfolda
teii, die im Kriege zu Krüppeln geworden
sind, gar manche arme Wittwe und Waisen
fristen ihr Leben durch die Herstellung und
deö Verkauf von Cigarren. Ihnen und hun
dert Anderen, welche daraus einen regelmä
ßigen Erwerbszweig mache», geschieht durch
die Leute, welche in ungesetzlicher Weise Ci
garren sabriziren nnd sie, ohne die Steuer
darauf zu bezahle», verkaufen, ein bedeuten
der Schaden, denn die Gefetzesüberlreter sind
mit Leichtigkeit im Stande, entweder für
dasselbe Geld bessere Cigarren, oder dieselben
Cigarren sür billigeren Preis zu liefern, als
die Leute, welche die Gesetze getreulich erfül
len und „dem Kaiser geben, was des Kaisers
ist." Ein Reporter, der mit einem Inland
steiler . Beamten eine längere Unterredung
hatte, frug, wie es bei dem Controlsystem
uud bei der thatsächlich geübten und ziemlich
strengen Controle möglich sei, daß sich die
Leute, ohne im Besitz einer Buiidesliceu; zu
sein, Taback znr Fabrikation von Cigarren
verschaffen könnten, da doch die Tabackshänd
ler nur an licentiirte Fabrikanten verkaufen
dürften, selbst nnter Aufsicht ständen und
über den Ab? und Zugang ihrer Vorräthe
genau Rechenschaft zu geben hätten. ~Es
würde," bemerkte der betreffende Beamte,
„allerdings nicht möglich sein, Taback an
nicht licentiirte Fabrikanten zu verkaufen,
ohne daß wir davon Kenntniß erhielten,
wenn alle Händler in Blättertaback ehrlich
wären, aber es giebt einzelne unter ihnen,
welche sich nicht streng an die gesetzlichen Be
stimmungen binden. Um eine Entdeckung
zu verhüten, Pflegen sie den Taback einem
Schwitzprozeß zu unterziehen, durch den der
selbe um einen beträchtlichen Prozentsatz
schwerer wird. Ans diese Weise wird der
Abgang an Waare wieder gut gemacht, da
wir doch nichts Anderes thun können, als die
Kisten mit Taback nachzuwiegen."
Heute großes Garten-Konzert in Gard
ner'S Hoiel. (176)
Per s ona lnoti ze n. Bei Wittwe Lö
scher in Nr. 10, Nord Frederick-Str.. logtet
zur Zeit Hr. Philipp Göttmann von Rei
chelsheim, Hessen-Darmstadt, der Balti
more einen längeren Besuch abstattet.
Hr. Göttmann ist ein stattlicher Mann,
! aber er hat beide Augen verloren, uud
zwar in der Schlacht von Gettysburg.
wo ihm eine Kugel da? Augenlicht raubte.
Er empfing in dem furchtbaren Kampfe anf
dem GettySburger Friedhofe, und fast im
selben Augenblicke, nicht weniger, als fünf
Schüsse und lag lange Stunden anf dem
Schlachtfeld?, ehe ihm Hülfe zn Theil wurde.
Er war Sergeant in der 5. Compagnie des
74. New-?lorker Volontär Regiments. Es
ist seine Gattin, die seit Heilung seiner
Wunden liebevoll alle seine Schritte geleitet
hat, und sie hat ihn auch hierher begleitet.
Hr. Göttmanil war vor Ausbruch des
Krieges zu Pittsburg wohnhaft, zählte aber
viele Bekannte in Baltimore und lag. von
Anuapolis hierher gebracht, lauge Monate
im hiesigen „Jarvis-Hofpitale" darnieder.
Tie Damen unserer Stadt widmeten dem
armen, des Angenlichies beraubten Manne
besondere Aufmerksamkeit nnd brachten auch
ein kleines Kapital zusammen, von dem er
'.egelmäßig Zinsen bezieht, und zwar durch
Vermittlung der Fraustockbridge. Hr. Gött
mann hält Baltimore in bestem Andenken
und bethätigt seine Dankbarkeit jetzt in sei
nem Verkehre mit seinen alten Freunden.
Er tritt am 26. August die Rückreise nach
Deutschland «n.
Bilndcskrcisrichtcr Bond, der seit meh
reren Wochen am Sumpffieber gelitten, hat
sich so weit wieder erholt, daß er ausgehen
kann.
Dr. R. B. Winders, jun., welcher seit
den letzten sechs Monaten Europa bereiste,
ist nach Hause zurückgekehrt.
Hr. W. I. Nosenthal vom „Excelsior-
Kleider - Geschäft" verließ Baltimore am
Sonntage, um die Zweiggeschäfte iu New-
Ä'ork. Rochester und Bufsalo zu
und in Clevelaud, 0., ein Zweiggeschäft zu
errichten.
Der deutsch-amerikanische de
mokratische Club der 6. Ward hielt
am Sonntag in dem Lokale des Hcn. Ze-lec
an der Ecke der Jefferson- und Chapelstraße
eine sehr gut besuchte Verfammluug, in wel
cher Hr. L. Schlesinger den Vorfitz nnd Hr.
Karl Nöthen das Protokoll führte. Es wurde
ein Beschluß gefaßt, wonach in Zukunft die
Versammlungen immer an den Sonntagen
stattfinden sollen, und überdies wurden noch
mehrere andere Geschäfte erledigt. Unter
Anderem ernannte man ein Dreier-Comite,
welches den Auftrag erhielt, die verschiede
nen Ward-ClubS zu besuchen. Endlich nahm
mau auch noch mehrere neue Mitglieder in
den Club anf.
Morgen Abend Garten - Konzert bei
Wegner, Nr. 47» Albemarle - Straße.
<l7«)
Nach der Heimarh befördert
wurde gestern in Folge einer vou North-
Mountatn, W.-Virg., erhaltenen Depesche
der Leichnam des am Samstag plötzlich ver
storbenen Hrn. I'. L. Wilson. Hr. F. N.
Troll, welcher denselben in Obhut hatte, be
sorgte die Versendung der Leiche nach North-
Mountain, woselbst der Bruder des Verstor
benen sie in Empfang nehmen wird. Im
hiesigen Postamte traf heute ein an deu
Verstorbenen adressirter Brief ein, welcher
vom Coroner Bell geöffnet wurds. Derselbe
war von einem gewissen I. M. Jack in To
mahawk, West Virg., geschrieben unv Halle
nur auf'GeschäflStransaltionen Bezug.
Eine Union der Bäcker. — Die
Bäcker-Gehülfen hielten am Samstag Abend
eine Versammlung in Hrn. Lang's Wirth
schaft, Ecke der Penn und Doverstraße, und
beschlossen, eine Bäcker - Union des Staates
Maryland in s Leben zu rufen. In einer
demnächst abzuhaltenden weiteren Versamm
lung soll eine Constitution vorgelegt, Comi
te'» ernannt werden u. s. w. Hr. Conrad
Kraft führte den Vorsitz, und Hr. Richard
Hoffmann sungirte als Sekretär. Auch .va
reu Hr. Joseph Rnhl, der Präsident der Wa
shingtoner Bäcker-Union, und Hr. Heinrich
Arnold, ein Mitglied derselben, zugegen, um
ihren College« bei ihrem Unternehmen nach
Kräften Beistand zu leisten.
Gru u d stück sv er ka u f.—Die Au!
tionatorcn Taylor «d Creamer versteigerten
gestern im Auftrage des Verwalters James
McColgau das Grundstück Nr. 408, Lexing
tonstraße. sammt dreistöckigem Wohnhause
und Stall an Hrn. Valentin G. Stadelman.i
für 52075 bei H5.Z.10 jährlichem Grundzins.
Einfuhr von Schlachtvieh.—
Während der mit dem 23. Juli beendeten
Woche trafen im Calvertoner Viehhofe 13»
Waggon Ladungen Vieh ein. Davon gin
gen 42 Waggon-Ladungen nach Philadelphia
und 17 nach Harriöbnrg und Lancaster, Pa..
weiter.
Der Zankapfel beim PH iladel
phierSängerfest e.—Ans Newark wird
gemeldet, daß der melde,procheue Silberpo
kal. der dem „Arion" zugefallen ist, die Jn
'christ: „„Ehrenpreis dem „Arion" von
Newark zum 13. allgemeinen Sängerfeste in
Philadelphia, vom 20. Jnni bis zum 4. Juli.
Tas Exekutiv Comite der vereinigten Sän
ger Philadelphia s"" trögt.
Dazu bemerkt das „Phil. Tageblatt;"
„„Ten Schluß der Inschrift auf dem Pokal
„das Erekutiv-Comlte der vereinigten Sän
ger Philadelphia s" finden wir unrichtig,
weil nicht die Exekntive der vereinigten Sän
ger, sondern die Exekutive des Ehreu-Comi
te's den Becher zu „verschenke n" hat.""
Ein Extra-Vergnügen.— Die
Exkursionisteu, welche sich am Sonntag auf
dem Dampfschiffe „Excelsior" befanden, ge
nossen noch ein Extra-Vergnügeu, indem der
bekannte Schwimmkünstler Capt. Matthew
Webb in der Nähe der Quarantäne vom
Schiffe herabsprang nnd die drei und eine
halbe Meile bis zum Strande an Hrn. Blon
dell's Bade-Etablissement in einer Stuude
und zwanzig Minuten schwamm. Hr. Blon
dell halte in einem Boote auf den kühnen
Schwimmer gewartet und fuhr deu größten
Theil der Strecke neben ihm her.
VorObcrbulldeswahl-Aufseher
Bond hatte gestern Thomas Burus wegen
angeblichem Erlangens von falschen Bürger
papieren und Leistens eines wissentlichen
Meineides bei Erlangung der Bürgerscheiue
für drei Ausländer, Miller, Connelly und
Schramm, ein Verhör zu bestehen. BnrnS,
welcher durch Hrn. James A. L. MrClure
vertreten war, verzichtete auf ein Vorverhör
in Bezug auf die beiden erstgenannten Fälle,
während das Verhör des schramm Nichts
ergab, was Burns hätte compromitiren
können. Commissär Bond entließ Burns
gegen Bürgschaft biszur. September-Sitzung
d-r BnridkS-Großgeschwörcnen.
An Schwindsüchtige.
Ltser, kannst Du glauben, daß der Schöpfer
ein Drittel der Menschheit mit einer Krank
heit heimsucht, sür die es keine Heilung giebt?
Dr. R. V. Pierre's "koltlen Ne.lic.-U vis
ec<vl!rv (goldene medizinische Entdeckung)
rat Hunderte schwindsüchtiger Patienten ge
hellt, und noch heute sind Männer am Leben,
ge unde, robuste Männer, welche einmal von
unheilbar erklärt wurden.
5" bei zedeui derselben ein Lungenflügel fast
voll.g geschwunden war. Man sende zwei
Briefmarken für Dr. Pierce's Schrift über
Schwindsucht und ähnliche Leiden. Adressire
>locliesl
?l. V. (176.8.80t6w) '
Montags-Ausflüge und Unter
hal tun gen.—Der Pier Nr. 11j. Light
straßen-Werftc, zeigte gestern ein außeror
dentlich reges Lebcn-es galt dem Ausfluge,
welcher gestern der „Germania-Schneider-
Verein" nach Nord-Point-Tivoli veranstal
tet hatte und an welchem sich Alt und Jung.
Mitglieder und NichtMitglieder des Vereins
in regster Weife betheiligten. Vormittags
9, wie Nachmittags 2 Uhr war dic „Cockade-
City" mit Reiselustigen gefüllt, welche das
Bedürfniß verspürten, eine kleine Sonntags-
Nachfeier im Freien abzuhalten. Die Ka
pelle des Prof. Joseph Ebert fpieltc munter
d rauf IoS, Conzert- sowohl, wie Tanzmusik,
und mit Umsicht und Energie machten sich
um S Gelingen verdient die Comite-Mitglie
der : F. R. Vinup Vorsitzer, I. F. Vinup
Schatzmeister. Mich. Kernmet Selretär.
Hcinr. Reinhardt. I. Schellhaus, A. Korth.
Gebrüder Trcusch. Friedrich Herrmann, Da
vid Waltber. Andreas Hofmanu, Hermann
Kilian, Jakob Euler und H. Prutfch. Als
oberste Instanz dieses Comite's amtirte Hr.
Johann Reinhardt, der Präsident des Ver
eins. Ein bcfondcrs animirtes Treiben
machte sich um die von Hrn. Conrad Neid
hardt, dem beliebten Restaurateur Nr. 231.
Wesl-Prattstraße. verwalteten Büffets be
merkbar ; dort floß in goldfarbenen Strömen
das schäumende Naß zur Befriedigung wacke
rer Zecher. Für Damen war ein Preis
schießen aus Bolzenbüchsen, für dic Kinder
Spiele der mannigfachsten Art arrangirr.
Daß dabei die Herren der Schöpfung nicht
ruhig zusehen konnten, versteht sich von selbst:
sie schoben tüchtig Kegel, und folgende Herren
wurden preisgekrönt: 1. Preis (H 5 Gold)
H. Rodemaun, 2. Preis (H.4..">0) Hr. Fäm
me. 3. Preis (5,4 s Hr. Hermann, 4. Preis
(53.50) Hr. Hocheder, 5. Preis (H2)H.. Wal
ther, (i. Preis (Gl) Hr. Günther.
Die Preise vei'm Tamcnschießen waren:
I. Preis (Album) Frau Rodemaun, 2. Preis
(Kästchen) Frau Daum, 3. Preis (2 Blumen
vasen) Frau Langenbach, 4. Preis (Korb)
Frau G. Schneider, 5. Preis (Console) Frau
M. Meßuer, l>. Preis (Taschenbuch) Frau
Steinmann u. f. w.
Das Picnic des „Süd-Baltimorer Kol
Ping-Casinos" fand gestern im „West-Schüt
zen" (Mount Cläre-) Parke bei ziemlich re
ger Betheiligung statt. Die Mitglieder und
Angehörigen gingen iu co-pore nach Been
digung des Gottesdienstes in der hl. Krenz
kirche nach dem Festplatze ab, woselbst sich
sodann Alles der ungestörtesten Heiterkeit
hingab. Die Kapelle des Prof. Dickiufou
sorgte für gute Musik, und an den Büffets,
weiche von den HH. Leonhard Burkert. Ge
org Schmuck. Joh. Paff, sen., Joh. Paff,
lim., A. Vogt, I. Weber, Joh. Spicker,
Joh. Dauer, G. Schmidt. E. Felh, E.
Abendschön u. M. Ruck verwaltet wurden,
ging's von Ansang bis Ende äußerst lebhaft
zu. Weitere Comite Mitglieder waren:
Karl Kemper Vors., H. Abendschön vom
Platz-, Georg Hill, Wilh. Julier, jun., Karl
Julier, jun., Ferdinand Schlegel, Johann
Feth v,om Tanz-Comite; Kegetbahn—Wilh.
Julier, seu,. und Anton Wehage: Glücksrad
Joseph Feth und Friedrich Kunkel, jun.,
Thürhüter — Karl Weltlc, sen., Karl Weltle,
jnn., Gcorg Abcudschön und Johann Künkcl;
Küche Georg Zipprian. Gegen 11 Uhr
Abends erst kehrten die Besucher heim.
Im Parke dcs Hrn. Lonis Muth an
der Belair-Avenne hielt gestern Nachmittag
und Abends der polnisch-demokratische „Kos
cinsko - Club der 2. Ward" ein Picnic. bei
welchem es äußerst fidel herging. Tanz,
spiel und fröhlicher Sang nahmen diesiune
der Besucher gefangen, nnd verträglicher,
kameradschaftlicher Sinn gab dem Ganzen
die echte Würze. Die Kapelle des Prof. I.
Krüger spielte eine recht hübsche Musik, und
an dem Schießstande machte Hr. W. Liebig
seine Anzugskraft geltend. Camite-M'tglie
der waren bie HH. Franz lelenie.vski, Prä
sident. Thom. Wolnezwe, Mich. Kociinsiy,
Thomas Biddlc uu« Stanislaus lelenie.vs
ki. Spät erst am Abende zogen die legten
Klänge der Mnsik ans dem Mulh'fchen Gar
tenparke herauf nach dc.l Höhen und geben
das Zeichen zum Aufbruche nach der Hei
math.
—Tas erste großePicuicder„Carroll-?eich
ten-Jnfanterie," der kürzlich organifirten
deutschen Mili' Compagnie, fand gestern in
dem schön gelegenen, schattigen Houervogt -
schen Parke, auf de. Höhe von Highlandtown,
statt. In hellen schaare., zogen die F eunde
der Compagnie räch vem
wo sie durch dic Amos'schc Kapelle mit e ner
gediegenen Co..zcn-Mnsik empfangen wur
den. Auf dem Platze selbst war sür Volks
Vergnügungen aller Art aus s Beste geforgt,
Jung uud Alt hatten G:legenhe,t, sich zu
awilsileu. Des Abends wurde der Park
auf's Herrlichste erleuchte nnd kurz vor
Scyluße des Festes ein schönes Feuerwerk
abgebrannt. Während des ganzen Tage?
erschallte der Donner einer Ka..one, we.che
regelmäßig alle 1.? Minuten abgefeuert wur
de. Erst spät nach Mitternacht verließ der
Letzte dcr Vatcrlando-Vertheid.ger die Höhen
von Highlandtown, um den Heimweg anzu
treten.
Als Sieger aus der Kegelbahn giugeu her
vor: erster Preis. Jos?ph Schmitt, eine fil
benie Uhr; zweiter Prei?, Wm. Mehner»
eine G'ocke; dritter Preis, Wm. Kösters,
eine P'atlmeuage; vierter P.eis, Wm.
Schmitt, eine Lrmpe; sün,lc. P.eis. Wm.
Mehner, ein PaUie Glrswaaren; scchsster
Preis, R. P. Gorma», einen Schaukelstuhl;
für die meisten „Alle Zehn" H 2.60 in
Wm. Schmitt.
Des Arrangements Comite bestand aus:
Capt. M. Lötz und den H). Joh.Sen,t, Joi,.
Wambach, Thos. Ncnbcrger, Wm. Kösters
und Andreas Ernst: Hr. Joh. Wambach war
Offizier <'u Mir.
Das Tanz Comite bestand aus deu HH.
Jos. Eder. Joh. Lun.-, Joh. K7.ge', Saml.
Lohr uud Joh. Jäcksch.
—Dicschäfcr'schcPrivatschule hiell gestern
in Schneider's Park ihr jährliches Picnic ab.
Unter Vorantrilt eines Musikcorps marschir
teu die Kinder miter Leitung des bewährten
Prinzipals der Schule, Hrn. Schäfer, vou
dem schiilhaufe nach dem Vergnügnngsorte.
Ihnen folgten bald die Eltern der Kinder
und eine große Anzahl Freunde der Schule.
Auch der Singchor der Triuity-Kirche war
erschienen und erfreute die Festtheiluehmer
durch fleißige Gesangsvorträge unter der Di
rekten des Prof. Legier, Für Vergnügungen
jeder Art war gesogt; jedoch verwandten
die Lehrer die größte Sorgfalt darauf, den
Kindern den Tag so angenehm, wie möglich,
zu machen. Daß ihnen Dies gelungen, be
wies der herzliche Dank, mit welchem die
Kinder nach erfolgter Heimkehr von den Leh
rern Abschied nahmen. Im Lause des Nach
mittags hielt Hr. Schäfer eine Amprache an
die Versammellen, in welcher er u. Ä. auch
darauf hil wies, daß in unseren Volksschulen
zuwenig Gewichtanfgewisse Lehrgegenständc
gelegt werde, wie z. B. Anschauung?. Unter
richt. Beschreibungen. Naturgeschichte, Na
lurlchre.Gcfch'chte. Raumlehre, Rechnuugs-,
Quittung«-,Brief-Au,sat>. Schreiben u.s.w..
und daß es deshalb die Aufgabe der Privat
schuleu sei. gerade aus diesen Gebieten Das
;n ergänzen, was zwar von den Volksschulen
nicht versäumt werden sollte, aber doch ver
säumt wird.
Tr. Pierce's "?avc>r!rv
(Lieblings-Verordnung) ist das beste wieder
herstellende Slärkungsmiitel für entkräftete
Frauen. (176.8.80tckw)
Schlegel'S „O rchestrio u-H alle."
—Den Herren uud Damen, welche Schle
gel's Halle allabendlich zu besuchen Pflegen,
weil sie dort einen wirklich lühlen Aufeut-
Haltsort, gute Bedienung und vortreffliche
Musik zu finden pflegen, wurden gestern
Abend außerordentliche Genüsse zu Theil,
da Mitglieder der Mapleson'schen. Nenen
dorf'schen und Strakojch'scheu Operngesell
schaften sich dort in Vokal Vorträgen, zu de
nen der junge Pianist Willie Jansen die
Piano-Begleitung lieferte, höreu ließen.
Die Palme des Abends gebührt unstreitig
dem Bassisten Hrn. Maina von der Stra
kosch schenOpern-Compaguie, der verschiedene
Arien und Lieder—so das Baß-Solo aus
Bellini's „Puritanern" in vorzüglicher
Weise vortrug, und Frau Jansen, die mit
F. Gumbert's „mein Lied" stürmischen Bei
fall erzielte. Damit soll jedoch nicht gesagt
werden, daß die übrigen Sänger nnd Sän
gerinnen—Frl. Parker. Frl. Escott, Frl.
Dellow. Hr. Bardini. Hr. Mancini und Hr.
Pipern»-nicht ebenfalls viel zur Unterhal
tung des Publikums beitrugen—im Gegen
theil; die Gefammtleistungen waren so vor
züglich, daß wir allen musitliebenden Lesern
nur rathen können, an einem oder dem an
deren Abende dieser Woche Schlegel's „Or
chestrion Halle" zu besuchen.
Schlimme Verletzungen eines
deutschen Fleischers. Hr. Joh.
Volz. Em Fleischer in Highlandtown. erhielt
gestern eine nicht unbedeutende Verletzung
im Gesichte, indem das Messer, mit welchem
er ein Kalb schlachtete, abglitt. Er wird
von Dr. Warner ärztlich behandelt.
Das Gebäude der Spritzen-
Compagnie Nr. 6 in Canton ist
nunmehr ebenfalls mit Gas versehen worden
und steht jetzt, was feine innere Einrichtung
betrifft, kaum hinter den ähnlichen Gebäu
den in der Stadt zurück. Auch der neue
Feuerlärm - Telegraph wird demnächst zum
Gebrauche fertig gestellt sein.
Die Nachzügler des 5. Regi
ments, 30 bis 40 an der Zahl, werden
heute Mittag knrz nach 12 Uhr unter dem
Commando des Lieut. Gorman nach dem
Feldlager in Cape May abrücken und dann
mit dem Regiment zusammen zurückkehren.
Ansere Sönner sind unsere besten An
zeiger, uud Mütter brauchen anscheinend
nicht daran erinnert zu werden, daß der beste
Platz zur Ausstaffirnng de« kleinen Völkchens
bei C. N. Okhm H Sohn, Hanover- und
Prattstraße. ist. (166-j.a.T.)
Großes Familienfest und Ptc
nic der „7V deutschen Brüder."—
Iu dem mit Fabncn und sonstigen Dekorati
onen reich verzierten Parke der HH. Ewald
Schuchmann ging's schon in den frühen
Nachmittagsstunden des gestrigen Tages sehr
vergnügt her dort hielten nämlich die
Mitglieder der „70 deutschen Brüder" mit
Trommel- und Trompetenschall Einzug. Doch
wäre es mehr, als ungerecht, da, wo von
„Brüdern" gesprochen wird, der ..Schwe
stern" zu vergessen. Solch' einer Unterlas
sungssünde soll man uns nicht zeihen, und
deshalb erwähnen wir hier ganz besonders,
daß gestern bei m Familienfeste der „70 deut
scheu Brüder" das „Starke mit dem Zar
ten" sich ganz vortrefflich paarte. Die auf
dem Platze erschienenen „Schwestern" gaben
sich der Freude auf's Rückhaltsloseste hin und
trugen damit zu erhöhtem Festgenffue b»
Nach den Klängen der Musikkapelle des P.of.
Jaunz wurde im Tauzsalon flott gewalzt,
und außerhalb desselben war an Unterhul
tung auch kein Mangel.
Und Alles, Alles ging auf s glatteste ab:
eine Thatsache, die zweifelsohne den An
strengungen der verschiedenen Coinitcmitglie
der zur Ehre augerechnet werden muß. Fol
gende Herren sungirten in den verschiedenen
Comite'»: Arrangements—Heinrich Busch
mann, I. A. Ostendorf, C. Becker, M. Koh
'crmann. I. Wefiphal; A. l' iger hatte als
Präsident des Vereins die Oberleitung die
ses Comite's: Carouffel —L. Becker, A. Bek
ter und MagnnS Metzung; Eis-Creme—
Johann Westphal, Frau E. Wefiphal, Frl.
Anna Wilhelm uud Heinrich Westphal;
Glücksrad—Anton Werd und Johann Hen
nemann: Büffet-Anton Bachmann nndFran;
Jcndcrek; „Kümmel in der Wurst" —Conrad
Mertens uud Conrad Schneider: als Tbür
hüter wareu thätig die HH. A. Elleubrook,
H. Reuwer und A. Wolf. Den Schießstand
versah Hr. Wilh. Blotkamp.
Als flinke Ganymede machten sich nützlich
dic Knaben Anton Ostendorf. Johann koh
lermann, Gcorg Krögis, Karl Kohlcrmann
und Johann Jcndcrek. Die derzeitigen Be
amten des Vereins sind: August Unger Prä
sident, M'chael Kohlerrnann Vice Präsident.
Johann Westphal Selretär. Heinrich Reu
wer Schatzmeister: Louis Becker. Wilhe!m
Blotkamp, Heinrich Buschmann, Franz Jen
derek, Anton Gollking, Conrad Mertens, I.
A. Ostendorf und August Wolf Direktoren.
Die Auszeichnungen bei m gestrigen Feste
waren : weiß für das Comite, roth für die
Direktoren, blau für die Mitglieder. Die
v er Kcgelpreise wurden an folgende Herren
vertheilt: 1. Preis Jos. Eermershausen, 2.
Michael Kohlermann und 3. C. Ostendorf:
für die meisten „Alle Zehn" 4. Joseph Hüge
ford.
Kein Experiment, auch keine billige Pa
tent-Medizin ist Brown'S Eisenbitterer. Er
w'rd von einer der ältesten und zuve'-läsfi-'-
steu Chemiker Firmen zubereitet und leistet
Alles, was man von ihm rühmt. (170)
Conzerte. „Und zahlreich rief das
kühle Abcndwettcr nnd der Trompeten
jauchzendes Geschmetter das Volk zum
Musttspiele hin deuu weitberühmt, fast
wunderbar in seiner Kunst der wücd'ge
Meister war." Dieses etwas frei wieder
gegeben? Citat aus Adalbert von Chamifso's
„Kunstreiter" kam uns gestern Abend in den
Sinn, als wir den geräumigen „Apollo-
Garten" des Hrn. Otto betraten, wo uns ..der
Trompete jauchzendes Geschmetter" empfing,
und der „würd ge Meister" in Gestalt des
Pros. Winter den Direktorstab fiih. te. Un
gezwungene Unterhaltung, der Genuß gu.er
Speifeu und Getränke, sowie das Conzert,
ans dessen reichhaltigem Programme beson
ders die Nummern „flotte Bursche" von
Luppe, Potpourri, „La Traviata," „Immer
fi.el!" Galop van Zikofs u. a. m. gefielen,
gaben Anhalt genug ;n möglichst lanzem
Verweilen.
Auch der Lonzertgal ien des Hcn. Lorenz
Krämer. Nr. >2. Pearl Straße, hatte sich
gestellt Abend eiues großen Znzuqes von
freunden einer guten Musik, gediegener, ge
selliger Unterhaltung und eines guten, küh
lenden Getränkes zu erfreuen. Ein Quar
tett der Kapelle dcs Hrn. Feldman», sen.
und jun., kam der ihm gewordenen Aufgabe
iu bester Weise nach, und spät schon war'S,
als im traulichen Garten des Hrn. Krämer
der letzte Bogenstrich erfolgte.
D a s W e t t 112 ch w i m m e n inßlon
dell's Schwimmfchule zwischen Capt.
Webb von England nnd Hrn. Wade, welches
sür gestern Nachmittag angesetzt war, fand
nicht statt, da Hr. Wade vergessen hatte, fein
Erscheinen zu machen. Es war Dies cinc
große Enttäuschung für die zahlreich erfchie
nenc Menge, von welcher Viele bereits zum
zweiten Male nach Point Breeze gefahren
waren, um das Wettschwimmen mitanzuse
hen und jedes Mal vergebens. Um dic erschie
nenen Freunde des Sports einigermaßen zu
entschädigen, wnidc sür dic Summe vou H10i)
ein Wettschwimmen zwischen Capt.Webü und
Hrn. Blondeli abgehalten, aus welchem der
Erstere als Sieger hervorging.
Heute großes Garten-Conzert in Gnrd
ncr'S Hotels (176)
Jucorporirt ward gestern im Supe
rior Gerichte die „Gedächtniß - Kirche aller
Heiligen" an der Ecke der Baltimore- und
Gilmcr-Straße durch die Gemeinde-Vorste
her Charles H. Rawliugs, Channiug M.
Scott, Francis O.Barrett, Robert A. Den
i'.v. Thomas H. BottS, John Black, Edwin
Higgins nnd Georg E. Probest.
Der Mord in Ke n t-C on n ty.
Ans Wilmington. Del., traf gestern die tele
graphische Meldung ein, daß Joseph Morris,
welcher bekanntlich am Freitag Frau Turner
'u Glotz-Station, Md., durch einen Schuß
getödtet hat, sich freiwillig den Behörden ge
stellt hat und sich gegenwärtig im Gefäng
nisse zu Chestertown befindet. Er behauptet,
daß sich das Gewehr in Folge eines unglück
lichen Zufalls entladen, nnd daß er keinen
Mord beabsichtigt habe. Die sterblichen
Ueberreste seines Opfers wurden am Sonn
tag zur Ruhe bestattet, uno fast die ganze
Bevölkerung des Oertchens und der Nachbar
schaft nahm an der Leichenfeier Theil.
Die Blatternseuche. Abermals
wurden gestern zahlreiche Blatternsälle aus
dem östlichen Stadttheile imSanitälsbüreau
angemeldet, und man befürchtet, daß die
Seuche daselbst während des Herbstes einen
bedenklichen Charakter annimmt, falls nicht
entschiedene Schritte zu ihrer Unterdrückung
gethan werden. SanitätS-Commissär Ben
son sprach sich dahin ans, daß seiner Ansicht
nach das einzige, wirklich zuverlässige Ab
wehrmitlel die obligatorische Impfung sei,
»ud daß die Seuche so lauge in unserer Stadt
grassireu werde, bis man sich zu dieser Ab
wehr-Maßregel entschlossen haben werde.
Alle anderen Maßregeln, wie Desinfektion,
Jsolirnug n. s. w.,seien nur AushülfSunttel,
die Hauptsache aber bleibe doch unter allen
Umständen, wenn nöthig, wiederholte Im
pfung.
Als an der Senche erkrankt wurden gestern
im Sanitäts-Büreau folgende Personen au
gemeldet: der Farbige John Casey von Nr.
Douglasstraße, gelbe Fahne ausgehängt;
die Farvige Mary Hughes von Nr. 383,
Orleans Straße, nacy dem Hospitale ge
schickt; der Farbige Joh. B. Nickens von Nr.
IN. Slorkstraße, nach dem Hospitale geschickt;
L. C. Jordan von Nr. 17, Whatcoat Straße,
Fahne ausgehängt; der Farbige John Brown
von Nr. 178. Huahes-Straße, Fahne aus
gehängt; Samuel, Georg und Daniel Cor
nish von Nr. NB, Hughes-Straße, Fahne
ausgehängt. Endlich gelangten noch zwei
Fälle zur Kenntniß des Sanitäts Büreaus,
nachdem die Patienten bereits genesen waren,
nämlich die des Eduard und der Lena Becker
von Nr. 111, Bänkstraße.
Als erkrankt wurden ferner angemeldet:
Friedr. Leiselmaun. 7 Jahre alt, von Nr.
12, Nord Springstraße; die 7 Monate alte
Kate Baker von Nr. I>?4, Madeira-Alley, er
lag der Seuche, und in dem Hause Nr. 164.
Madeira Alley, erlraukteu daran drei Kinder,
ncmlich Louis, Lena und Fallon Kakel. nnd
die vier Kinder der Familie Miller, so daß
also in diesem einen Hause nicht we.i'ger, als
7 Personen erlranlt sind; der farbige Knabe
Edward Stoily vou Nr. 318, Hanoverstraßc,
und das farbige Mädchen Eleonore Sanders
von Nr. ILO. Horkstraße. erkrankten ebeufalls
an der Seuche; Fahne ausgehängt.
Vermischtes. Znm Andenken an
deu tm Alter von 22 Jahren verschiedenen
Samuel S. Addison von Nr. 194, Nord-Fre
monlstr.. veranstaltete vorgestern die Sonn
tagsschule der „Chatsworth unabhängigen
Methodisten - Kirche" eine Gedächtnißfeier.
Der Verstorbene war ein eifriges Mitglied
der Schule und HülfS-Bibliothekar derselben.
Pastor A. N. Warner von der englisch
lutherischen Kirche in Warren, Perms., hält
sich gegenwärtig zum Besuche seines Bru
ders Dr. E. S. Warner in Highlandtown
Die „Walker'sche Hufciscn-Comp." in
Locnst Point wird in einigen Tagen den Be
trieb ihrer neu erbauten Werke eröffnen.
Hr. I. T. Walker, der Superintendent der
selben, kam am Samstage von Troy, N.-Y.,
hier an.
Hr. Karl Ahreudt. der unsern Lesern
durch seine trefflichen Reiseberichte wohlbe
kannte Journalist und Schauspieler, ist zum
Direktor des „Amerikanischen Fonds für die
dramatische Kunst" erwählt worden.
Hr. Samuel C. Ridgaway war glück
licher Besitzer eines neugeborenen Kätzchens,
welches nur einen Kopf, aber zwei vollstän
dig ausgebildete Körper befaß. Das Mon
strum ist verendet, kann aber, tu Spiritus
aufbewahrt, noch jetzt in Hrn. Ridgaway'«
Bürean, Nr. 465, West-Prattstraße, bewun
dert werden.
Versuche ein GlaS Dukehart -
schen Porters ! In der heißen Jahres
zeit gibt es kein nahrhafteres, kein gesünde
res Getränk. (Zulilö,lMt,Do.S».Di.)
Brand e.—Kurz vor 1 Uhr gestern Nach
mittag wurde die städtische Feuerwehr so
wohl, wie diejenige der „Balto.-Ohio Eisen,
bahn" nach dem Pier Nr. 8 der genannten
-Lahn aus t,'ocnst-Point berufen, wo auf ei
nem Prahmen Feuer unter einein Haufen von
etwa 3VV Ballen Baumwolle ausgebrochen
welche für das Dampfschiff
.. phönician," vou der,.Allan-Linie" bestimmt
war, hatte einen Werth von etwa
nud der angerichre.e Schaden dürste sich etwa
auf belaufen.
Kurz nach Z Uhr gestern Nach
mittag brach, wahrscheinlich durch Kinder,
welche mit Streichhölzern spielten, veranlaßt,
ein Brand in dem Stalle des Bäckers Hrn.
Conrad Hansmcnn an der Ecke der Frede
rick Road und,Brown's Lane aus. De.' da
durch veranlaßte Schaden dürfte sich 'm Gan
zen auf etwa ?lvO belaufen und ist tn der
„Deullcheu Feue.ve.ncherungs Gesellschaft"
voll versichert.
Etwa um .? Uhr gestee.t NachmiUag
brach in einem der Schaafställe des Deuid
»Mi Parks Feuer aus, wetches so schnell um
sich griff, daß das Gebäude nicde.b.a.iUte.
bevor die Feuerwehc eiutra'. D.e En.f e
hung des Brandes, welcher einen Schaden
von etwa verursachte, ist nicht bekannt,
.lus der Fahrt nach der Brandstätte wurde
e,n P,erd vor der Spritze Nr. S von der Hitze
überwcl'.igt und vereidete bald da auf. Es
war etwa werth.
Ein unbedeutender Brand wu.de ge
s.ern Abend um ;k Übr ebenfalls d.irch Ä.t'-
der, welche mit Streichhö'ze.n spie'len. '«
dem Hause Nr. 3. Clark's Cour. <Eigen.h.l>ii
des Hrn. Sylvester Clark und bewobnt vo i
Hrn. Robt. Turner), verm .acht. Schade.,
geringfügi- .
Heute großes Garlen^vnzerlin Gard
ners Hotel. (176)
Unfälle. Das 1(i Monate alte Kind
des Hrn. Georg B. Dnnn von Nr. 33. St.
Peterstraße, erlitt am Sonntag dadurch eine
fchlimme Verletzung am Kopfes daß ein Fen
ster anf es herabfiel. Man fürchtet für das
Leben des armen Kindes.
John McNamee erhielt am Sonntag,
während er damit beschäftigt war. die Pferoe
in Hemiiistway Comp's. Ställen an der
Ecke der West- uud Jacksonstraße zu füttern,
von einem derselben einen Hufschlag direkt
in das Gesicht uud wurde schlimm verletzt.
Joseph Nobbins, ein farbiger Fuhr
mann, siel gestern Morgen, während er mit
feinem Holzwagen das Geleise der Eisenbahn
an Exelerstraße kreuzen wollte, von dem Wa
gen und unter denselben. Die Räder gin
gen dem Unglücklicher über die Brust nnd
verursachten den Bruch mehrerer Rippen.
Nobbins wurde nach feiner Wohnung, Nr.
65, Stirlingstr., gebracht» wo ihm ärztliche
Hülfe zu Theil wurde. .
Während Frau Love. an der Ecke der
Howard- und Camdenstraße wohnhaft, mit
Waschen beschäftigt war, fiel sie über einen
Waschzuber und brach den rechle.i Arm.
Durch eiueu Fall zog sich Louis Schä
fer. Nr. 13Z, Elliott-Straße, wohnhaft,
schwere Verletzungen zu.
Fahrlinfal ».—Als Hr. W. H. Kngler
von Nr. 413, West-Fayettestr., am Sonntag
mit feinen beiden kleinen Töchtern fpafteren
fuhr, brach an der Ecke der Townfeud- und
Boltonstr. die Deichsel des Wagens, und alle
Insassen desselben wurden auf die Straße
geschleudert. Glücklicherweise aber kamen
die Kinder ganz unverletzt davon, während
anch Hr. Kugler nur einige leichte Hautab
schürfungen an den Knieeu davontrug.
George Colliu« und Familie, Nr. 3V,
Lastern Avenue, wohnhaft, wurden gestern
in der Easiern-Avenue aus ihrer Kutsche ge
schleudert, ohne jedoch Verletzungen davon
zu tragen. Der Unfall wurde durch das
Scheuen desPferdesvor einem vorbeifahren
den Velociped verursacht.
Schwerer Unfall. Gesteru Nach
mittag elwa um 2 Uhr erhielt Hr. F.iedrich
Striclieiu, ein Arbeiter der „Phila.-Wilm.-
Baliitiivrce Eisenbahn," in Folge eines nn
glsckl'chen Zufalles von einem Kameraden
c'ne.i schweren schlag mit einem Hammer
gegen den Kopf. Der fe.)liwm verletzte Man.i
wnrde nach seiner Behausung Nr. 77, Ea
s rn Avenue, geschafft, wo er von Dr. Dtf
fen.erser ärztlich behandelt wird.
Plötzlich aus einem Boote ge
storben.—Die Farbige Harriet Zl. Smith,
welche in N.. 5, Süd-Springstr., wohnt,
starb gestern während der Fahrt von Anne
Aruudel-County hierher ganz Plötzlich au"
der Pi'ngh „E. T. Henkle." Der Coroner
Dr. Mersit wuri.e beliachrichtiqt, verzichtete
indessen auf die Abhaltung einer Leichenschau,
da die Frau chne Zweifel eines natürlichen
TvdcS gestorben ist.
Groß-Tante und Groß-Neffe
zu gleicher Zeit beerd i g t. —Am
Sonntag Nachmittag wurden zu gleicher Zeit
von der Behaufung des Hrn. David W.
Laws, Nr. 2>"<(!. Madis?n- Ave., Frau Eliza
Gibbons, eine Tante, und ein kleiner Sohn
des Hrn. Laws znr letzten Ruhe bestattet.
Die Erstere, schon lange kränklich, war am
Freitag, und das Kind ganz Plötzlich am
Donnerstag gestorben. Beträchtliches Auf
sehen erregten die beiden Leichenwagen, der
schwarze und der weiße, vor demselben Hause.
Beerdigungen. Die Beerdigung
der sterblichen Ueberreste des am Freitag ver
storbenen Vaters Heinrich Hoffmann fand
gestern Morgen um Uhr von der St.
Pins Kirche. Ecke der Schröderstraße und
Edmondfon Avenue, ans statt. Eine feier
liche Todteiimessc wurde durch Vater Tausch
von der St. Andreas Kirche celebrirt, wo
bei Vater Bartlett als Diakon. Vater Dug
gan von Woodberry als Subdiakou und
VaterCaiighy als Ccre.nonienmeistcr fuugir
ten. Die Absolution wurde durch den Erz
bischof Gibbons unter der Assistenz der Väter
McManus und Devine ertheilt. Vater Wm.
E. Starr hielt die Leichenrede, in welcher er
in beredten Worten die Tugenden des Heim
gegangenen schilderte. Den letzten Dienst
a's Bahrinchtrcger erwiesen dem Hingeschie
denen die HH. Patrick Dnggan, NicholaS I.
Powers, Joh. A. Offner, S. I. T. Woods,
Frank M. Machin und Johnson Necker.
sämmtlich Mitglieder der St. Andreas-Ge
meinde.
Gestern Nachmittag Uhr wurde von
Nr. 389, West-Pratt-Straße, aus der Leich
nam des Hrn. Wilhelm löckel aus der „Bal
timorer Cemetery" begraben. Pastor Bur
kart von der evangelisch-lutherischen st.
Johannis Kirche hielt im T auerhause die
Leichenrede und sprach am Grabe ein lurzes
Gebet. Bahrtuchträger waren Freunde nnd
Verwandte. Der Verstorbene, im Jahre
1826 in Darmstadt geboren, kam vor unge
fähr 40 Jahren nach Baltimor! und betrieb
vis an sein Lebensende das Geschäft eines
Markt-Höker?. Vor etwa 50 Jahren hei
ratete er Johanne Rosine, geb. Ott, welche
vor zwei Jabren starb und zwei Söhne,
Heinrich und Wilhelm löckel, hinterließ, die
gestern am Sarge des nun auch verstorbenen
Vaters trauerten.
Die sterbliche Hülle des am 21. d. Mts.
verstorbenen Hrn. Georg Meid wurde ge
stern Nachmittag 2 Uhr von seiner Behau
sung, Nr. 136, Nord-Bondstr., aus zur letzten
Ruhestätte geleitet. Freunde des Verstor
benen erwiesen ihm den letzten Liebesdienst
und senkten den Sarg hinab iu's Grab. Pa
stor Faeius widmete dem Dahingeschiedenen
einen herzlichen Nachruf. Georg Meid
war am 8. Augrst zu Steinrode, Hessen-
Darmstadt, geboren und kam im Jahre 1856
nach Baltimore, wo er als Zuschneider ar
beitete. Im Jahre 1862 gründete er sein
eigenes Geschäft, erst mit großem Erfolge,
jedoch bald stellten sich in Folge der Kriegs
zeiten große Verluste ein, welche sich der Ver
storbene derart zu Gemüthe nahm, daß sich
sein Geist umnachtete. Sein Zustand ver
schlimmerte sich mit jedem Jahre, und im
Jahre 1K66 wurde der Verschiedene nach der
Irrenanstalt „Mount Hope" gebracht, wo er
nach sechszehiijährigem Aufenthalte am Frei
tage starb. Seine Wittwe und zwei Söhne
betrauern den Dahingeschiedenen Gatten und
Vater.
Von der Behausung der Familie, Nr.
183, Nord-Charles-Straße, wurden gestern '
Nachmittag die sterblichen Ueberreste deSHrn.
John H. B. Latrobe. juu.. der bekanntlich
bei m Baden an Harrifon's Ferry-Bar sein
Leben einbüßte, auf der „Greenmount-Ceme
tery" zur letzten Ruhe bestattet. Zahlreiche
Freunde und Verwandte der Familie waren
-um Theil aus großen Entfernungen herbei
geeilt, um dem Entschlafenen die letzte Ehre
zu erweisen. Als Bahrtuchlräger fungirten
die HH. Duncau C. Alex McKim.
H. Rozier Dulany, Henry V. Ward. John
E. Semmes, Dr. Murcay und John Hanfon.
Polizeiliches.- Wegen Angriffs
auf den Polizisten Sylvester wurde gestern
Charles Turner vom Richter Kafchmeyer bis
zum Erscheinen vor den Großgeschworencn
unter Bürgschaft gestellt.
Wegen angeblich unbefugten BeHal
tens einer Fünf-Dollar-Note, welche ih.n
zum Wechseln übergeben wurde, sandte Rich
ter Morse den Patrick Sullivan bis zu sei
nem Erscheinen vor den Großgcfchworenen
in's Gefängniß. Frau Fanny Hagedorn,
Nr. 237. Lanvale-Straßc. wohnend, hat den
Verlust des Geldes zu beklagen.
DesAuSgebensfalschen Geldes
angeschuldigt, sah sich gestern der Schwarze
Wm. Gibbs vom Bundes-Commifsär Rogers
bis morgen in Verhörsarrest beordert.
ei im C entre-Market
Space. Frank Bean verwundete gestern
Abend während eines Streites im Centre-
Maiket - Space einen Mann, mit Namen
Giles Cole durch einen Messerstich in den
Nocken: glücklicherweise aber ist die Verletzung
nicht bedenklicher Natur. Bean wurde ver
haftet und wird heute im mitleren StatiouS
hause ei» Verhör zu bestehen haben.
Tr. M Herrman, Spezialist für Fra«-
eokraukheiten, heilt jede Frauenkrankheit,
die er zu heiler unternimmt. Office Nr.
134, Nord-Eutawstr. (JuniS3,lMt.j.a.T.)
Aus der Cumberlänber Koh
lenregion. Die Hofsmann Grube de.
„Consvlidirten Compagnie" wurde gestern
ebenfalls mit den importirten fremden Ar
beitern in Betrieb gesetzt. John Bradv,
einer der Ausstehenden, welcher am «Sonn
tag Abend den Zngbeamten Jerry Smith
von der „Eckhart-Bahn" so brutal mißhan
delt baden soll, hatte gestern ein Verhör zu
bestehen und wurde gegen Bürgschaft
für feinen Prozeß vorläufig aus der Haft ent
lassen. Es ist diefer übrigens schon der zweite
thätliche Angriff, der auf Smith, wie mau
annimmt, von Ausstehenden ausgeführt war
den ist.
NichlS lereichert da? siUut so durchgrei
fend, nie Brown s Eisenbitterer (l7<j)
Mehr, als 3VV Arbeiter eitler
Pferdebahn-Compagnie im A n s
st a nde. Die Arbeiten an der „Central
Passagier Bahn" in der Caroline-Straße g'-
laiigtrn gestern durch einen Ausstand oer Är
beiler, welche eine Erhöhung ihres Lohnes
von auf forderten, pldtzlich ;um
Stillstände, da ibre Forderung von den Ar
beitgebern nicht bewilligt wurde. Es waren
etwa ''5 V Männer, welche daraufhiu ihre Ar
beit einstellten, und nur die Pflasterer, welche
tägl'ch. die Stampfer, welche
uud die Schienenleger, welche tz 1.75 erhal
ten, fetzten die Arveit fort. Um etwaigen
Ruhestörungen von vornherein vorzubeugen,
haitc man sofort, als die Nachricht von dem
Ausstände in den Stationshäuferu eintraf,
kleine Abtheilungen Polizei nach dem Schau-
Platze desselben geschickt; allein diese Vorfichts
Maßregel erwies sich überflüssig, da Nie
mand au Gewaltthätigkeit dachte. Nur eiui
«en alten Arbeitern, welche zn den früheren
Löhnen weiter arbeiteten, bezeigten die Aus
stehenden durch Pfeifen n. f. w. ihr Mißfal
len. ließen sich aber nicht zu der geringsten
Gesetzesübertretung verleiten. Aucq der Con
traitor. Hr. W. D. Craue. fand sich sofort in
Gesellschaft seines Kassirers ein und lohnte
die Leute bis auf den letzten Heller und Pfen
nig ab. ohne daß es zu Schwierigkeiten ir
gend welcher Art gekommeu wäre.
Die Ausstehenden erklärten unserem Be
richterstatter gegenüber, daß sie nominell Hl.-
35» pro Tag erhielten, in Wirklichkeil aber
nur da ihi.en täglich noch 10 Cents
für besonders ziibc.eitctcs Trinkwasser abge
zogen würden. Außerdem aber wollen sie
von ihren Arbeitgebern, lauter Philadelphia
ern, grob behandelt worden sein: ja, die Her
ren sollen sich ihnen gegenüber sogar Aus
drücke. wie Baltimorer „Bummers," bedient
haben. Seinen Höhepunkt aber erreichte
der allgemeine Unwillen, als sich am Sam
stag das Gerücht verbreitete, daß die Herren
Pht'adclphier Arbeiter importirt und ihnen
pro Tag bewilligt hätten. Als die
Leute iu der Caroline-Straße die Arbcit ein
gestellt haUe.l, maifchftteii sie i, c
iii'ch der neuen Frick'fchen Linie, wo die A
beiler ebenfalls mir 5>1.25 täglich erhielten,
nud es gelang ihnen auch dort, die Leute zum
Einstellen der Arbeit zu bewegen, so daß nun
mehr mindestens LOO Mann im Ausstände
begriffen sind. Die Contcaktoren drohen, an
ihrer Stelle neue Arbeiter aus Philadelphia
zn importiren. aber hoffentlich wird d es
Acusterste noch rechtzeitig durch einen Ver
gleich abgewendet werden können.
Der Contraktor selbst, Hr. W. D. Craue,
äußerte sich gegen unseren Berichterstatter da
hin, diist nur etwa 109 Männer die Arbeit
eingestellt hätten, und daß er a.,ßer Stande
sei, den hiesigen Arbeitern denselben L?hu zu
zahlen, els den Philadelphiern, welche prak
tisch ausgebildete Leute wäre». Uevrigens
b..ncrlte er zugleich, daß sich noch etwa 80
Männer an der Arbeit befinden, uud daß er
deßhalb nicht in Verlegenheit gerathen könne,
selbst wenn er sich Arbeiter aus Philadelphia
beschaffen müßte. Von einem Vergleich,
fügte er ferner Hinz», könne gar keine Rede
sc'», nud übrigens habe er anch bereits e'nen
Comp.o.niß - Vorschlag der Ausstehenden
iH1.35 täglich) einfach abgelehnt.
Znm Snperintendenten einer
Pferdebahn ernannt. Hr. F. Mit
chell Cornell wurde zum Tuperintcndeulcndcr
..Monumental Straßenbahn" ernannt. Hr.
Cornell ist ein tüchtiger Beamter, dem es
hanptsächtich zu verdanken ist, daß neuerdiugö
die Fahrzeit zwischen unserer Stadt uNo
Point Breezc wesentlich abgekürft werden
konnte.
Die Jahres wähl des ~M arylän -
der Conzils Nr. 12, katholische
W ohlthätigkeit? - Legion," fow'e
dic Einsetzung der neuerwähllen
diU'ch c-n von dem Suprem-Conzil zu Brook
lyn, N.-))., entsandtes Comite, bestehend
ans dem Suprem-Präsidentcn I. McGnirc,
dem Vice Suprem-Präsideiiten I. D. Reiley
nnd dem obersten unterfuchenden Arzte Dr.
R. Kuhn, fanden gestern Abend
Bcihcil'gnng in der „Calvert Halle" statt.
Dic nenerwählteu Beamten sind: F. A. Luc
chesi Präsident, A. M. Piet Vice Präsident,
John I. Gorman Sekretär, W. H. Fry Col
lektor, A. P. Carry Schatzmeister, I. D.
Wheeler Kanzler. I. S. Heuisler O»alo.,
Jos. Byrne Marschall, W. H. Müller Wache
nnd I. A. Rohr Wardein. Dic HH. Mc-
Guire, Reiley nnd Henisler, sowie Vater
Devine hielten Ansprachen an die Versamm
lung, worauf eine große Anzahl neuer Mit
glieder aufgenommen wurde.
Bei einem Balls chlagfpiel wel
ches gestern Nachmittag zwischen den „Pea
bodys" ln id dem „Desiame Cluo" von Phi
ladelphia ' n „Newiimton-Parke" veranstaltet
wurde, unterlagen selbstredend dic Ersteren
wieder u.it 3 gegen Null.
Briefkasten.
K. W. K.—Natürlich ein Versehen des
Setzers; es sollte heißen 40 Sekunden und
nicht Minuten. Das geht übrigens auch
schon aus dem nachfolgenden Satze hervor.
Ein guter Vergleich.
Der Rev. William Roulat, ein wohlbe
kannter Methodisten-Geistlicher, wohnhaft in
NapleS, stellt folgenden amüsanten, aber tref
fenden Vergleich zwischen'l'liv l)r.
(Z. ÄZe-I.une'd V«'rmitux«>, bereitet von Flem
ing Bros.. Pittsbnrg, Pa.. und einem Frett
chen auf:
„Wenn ein Frettchen an den Eingang einer
Rattenhohlc gebracht worden ist, so dringt es
in die Oeffnulig ein, läuft den Gang entlang,
packt die Ratte, macht ihrem Leben ein Ende
und zieht die Leiche des Thieres an s Licht.
Und «eraoe so operirt. wie ich gefunden habe,
l'lit? Kc-nuiue I)r. 0. Vl.riiils>i/it!
gegen Würmer, jene schrecklichen und gefähr
lichen Folterer der Kindheit. Gleich dem Fret
tchen dringt dieses Heilmittel durch die Oeff
nnng de? Mundes ein, läuft den Schlund ent
lang, jagt im Magen nmher, ergreift die
Würmer, zerstört ihre Lebenskraft, fegt ihre
Höhle rein und führt ihre Leichen völlig her
aus ans dem Körper. Das war wenigstens
die Wirkung dieses Wurmmittels bei mei
nen Kindern." tlB6.7.St<inv)
Amtliche Briefliste.
Baltimore, den 24. Juli
1. Vrundstiller. W. l li. Moser, Johann Nicol
!!. Sngil, Heinrich 18. Olschwang, I,
Eichhorn, B. Ii». Ondcsia, Elisb. Anna
Gagenbtlincr, Christ. 2«>. Rodde. Elisabetb (2i
<>. <?o:t>ob 21. Spielhagen, Grim
!>. Isler, Albert Seidsser. Elias
1«. Kruse, W. 24. Schramm. Wilhelm
11. Kuinot, Johann 25. Schewe, Karl
12. Kavaer, izravz 2». Saibel, Elisabeth
lü. Leitschuh, Friedrich 27. Straufs, Anna
14. Marl«, Reinhold 28. Weinberg, Simon
15. Müller, Anna 2t». Wilkening, August
M. Weß. Mariana.
<l7<s) Harrison Adreon, Postmeister.
Das einzige Eisen-Präparat, welches die
Zähne nicht entfärbt nicht, wie andere
Kopsweh ooer Verstopfung
verursacht, ist Brown s Eisenbitterer. (176)
b
kl! an C Ä,'
Irvine an W. D. Phillips, s Grundstücke, k4S<><Z. Gr.
5450. lesie B. Arvine an T. A. Triinble Nordseile
der Mulderrv- nah« Carevstraße, Itj.3xl!j«,
Gr. W«? I. Page an «. Becker, 2 Grundstücke,
W. Frank an Gauit :c. Nordseite der Vratt
27.!«r
Heutige Auktionen.
Wm. ScemüNer, Morgens um 10 Uhr. die Ver-
Nr, 4!>t, S3B und 410 im Iclair-
Moril«.
Taylor t E«am«r, Morgen« 1() Nr. 77,
Wm, B. Norman A- tkoniV., Morgen« 1» Uhr,
Nr. 21, Nord-Charics-Ltraße, eine Parti« Möbeln
»nd Hausgeräthe.
Unsere ausländische Post.
Der hannoversche Kriegsminister a. D.
vonßrandis auf Schloß Ricklingen feierte
am 3. Huli das seltene Fest der eisernen
Hochzeit. Derselbe wnrde 1790 in Eng
land geboren und ist auf dem Continent der
einzige Ueberlebende von den Kriegern, welche
die spanischen Feldzüge mitgemacht haben.
Von seinen Kampfgenossen leben nur in
England noch einige.
—ln Halle a. d. S. fällte am 4.
Juli das Schwurgericht ein Todesurtheil.
Am 2. April d. I. brachte der Arbeiter
Traugott Leumuth in Alsleben a. d. S. dem
dortigen Rentier Schnee, einem 83-jährigen
Greis, in dessen Wohnnng er am hellen Tag,
vet muthlich in verbrecherischer Abficht, einge
dl.!ngen war, durch Messerstiche solche Ver
legungen bei. daß der alte Manu bald da
rauf verschied. Außerdem traktirte er dic
.öhrige Frau des Ermordeten ebenfalls
di.maßeit mit Messerstichen, daß dieselbe
V.-ocheii lang in Todesgefahr schwebte. Trotz
alles Lcilgnens des Angeklagten, der noch am
Tage der That ergriffen wurde, erkannten
die Geschworenen, überzeugt durch die über
aus belastenden Zeugenaussagen, auf schul
dig des Mordes und Mordversuchs, und der
Gerichtshof verurtheille demgemäß den An
geklagten zum Tode, zehn Jahren Zuchthaus,
zehn Jahren Ehrverlust und Stellung unter
Polizeiaufsicht.
In Kassel wurde am 6. Juli das
Todesurtheil wider den Vatermörder
Wilh. Jakob, der zn Rotenburg a. d. Fulda
geboren ist und wohnhaft zu DieflooS war,
um«! Uhr im Hofe d°?s Landgcrichts-Gcfänz
niffcs am Leipziger Thor durch den Scharf
richter Krauts aus Berlin vollzogen.
Der Unglückliche, der ans Anstiften feiner
Mnttcr den eigenen Vater durch eiueu Pisto
lenschuß in den Mund ermordet hatte und
seiner That geständig war. wnrde durch ein
während der letzten Schwurgcrichtsperiode
gesälltcö strasgcrichitichcs Erkcnntniß vom
März b. I. znm Tode verurtheilt.
reud das Urtheil gegen die Mutter, bei der
Symptome von Geistesstörung bemerkt wur
den uud die aus diesem Grunde noch ärztlich
beobachtet wird, zur Zeit uoch aussteht.
Tcr,.Reichsanzeiger' vom«. Juli Pub
lizirt eiueu Erlaß über Aufnahme einer An
leihe von 29,t!74,-10Z Mark für die Ver
waltung des Reichsheeres, der
Marine und der Reichscisenbahnen.
Die „Tribüne" meldet, daß der Sach
rerständige in der Untersuchung wider den
Kassirer ber St ra Bbnr g e r Ma
nufaktur Strecker! sich trotz sechs
wöchiger Arbeit noch nicht in deu Bü
chern zurecht gesunden habe, und der Prozeß
bis September vertagt wurde. Strecken
wurde nach neunmonatlicher Haft wieder
auf freien Fuß gesetzt.
Rabenmutter stand kürzlich vor
den Schranken des Schwurgerichts in
Görlitz, die 23-jahrigt Frau des Restau
rateurs Stephan daselbst. Sie hat ihren
kleinen Stiefsohn, ein schwächliches Kind von
drittehalb Jahren, fortgesetzt mit Rohrstock
und Klopspeitsche, sowie durch Faustschläge
aus den Kopf derartig mißhandelt, daß das
arme Kind an den Folgen der Schläge gestor
ben war. Die Gerichtsärzte, sowie ein von
dem Medizinal - Colleginm der BreSlaner
Universität eingeholtes Gutachten stellten
mehrfach Verletzungen der Hirnschaale und
Bluteiittritt in s Gehirn, die den raschen
Tod unausbleiblich machten, fest. Die
grausame Stiefmutter wurde zu drei Jahreu
drei Monaten Gefäugnißstrafe verurtheilt.
Der Bürgerschaft von Hamburg ist
ein Antrag des Senats, betreffend den An
schluß Hamburg s an das dentscheZollgebiet,
nebst einem Generalplan über die Ausfüh
rung und einem Gcncralkostenanschlag zuge
gangen. Der „Hamb. Torr." bringt die um
fangreichen Schriftstücke im Wortlaut. Der
Seuat beantragt die Niedersetzuna einer ge
mcinsainen Commission, bestehend aus fünf
Mitgliedern dcs Senats und nenn Milglie
dein der Bürgerschaft, denen das bis jetzt
ans den Berathungen der Behörde erwach
sene Material zur nochmaligen Erwägung
und Vorbereitung des endgültigen Planes
vorgelegt werden soll.
Man berichtet aus Pr a g : „Aus Er
sparungS-Rücksichten, wie es heißt, mit Rück
sicht auf die Kosten der Armee - Reorganüa
tion, werden die projektirteu Manöver der
Prager Garnison gegen die Truppen in Süd
böhmeri unterbleiben und die Schlußmanö
ver der Präger gegen dic nähere Thcresien
slädler Garnison stattfinden."
Aus Köuiggrätz wird uuter'm 2"!.
Juni geschrieben: „Bei günstigem Wetter
begann die Jubiläums Feier des 200-jähri
gen Bestandes des Infanterie-Regimen
tes Erzherzog Sigismund heute Morgen mit
einer musikalischen Reveille und mit Kauo
neu - Salutschüssen, woraus um 9 Uhr Vor
mittags auf dem Festplatze die Fcldmcfse von
dem Königgrätzer Bischöfe Hais cnebrirt
wurde."
Unter großer Betheiligung der Bevöl
kerung aus den benachbarten Städten uud
aus Sachsen fand am 29. Mai inGraslitz
dic Enthüllung dcs Kaiser Joseph - Monu
mentes statt. Auch dic Pfarrgeistlichkeit und
die Behörden bethciligten sich an der Feier
lichkeit. Nach dem Hochamte bewegte sich
der Festzug zu dem auf dem schönsten Platze
der Stadt nächst der Silberbacy Brücke er
richteten Denlinal. Direktor Kö'z begrüßte
Namens dcs Fest - Comite s dic anwesenden
Gäste, unter welchen zahlreiche Städte-Depu
tationen, Vereine nnd Corporationen sich be
fanden. Sodann hielt Reichstags Abgeord
neter Reschauer dic Festrede, in welcher er
Kaiser Joseph als den größten Menschen
freund feierte und dic Urtheile der Tadler
und Gegner des großen BolkskaiferS beleuch
tete.
Die „Pol. Korr." meldet: „In Trus
kawicz. einem Badeorte in der Nähe von
Drohobycz in Galizien. ist ein neues Lager
von Erdwachs erbohrt worden. Dasselbe
wurde bereits in einer Tiefe von 6 M. er
reicht, nnd dieAuSbeute desselben beträgt dem
amtlichen Berichte zufolge seit einer Woche
ungefähr 5,0 Ctr."
Aus Tri est, 1. Juli, wird der
„Grazer Tagespost" geschrieben: „Hier wim
melt es bereits von Fliiaftlingen aus Egypten,
und jede Woche bringen die riesigen Lloyd-
Dampfer neuen Zuzug. Die Gesammlziff-r
der Flüchtlinge dürste Z?zeuwärtig andert
halb Tausend Personen, Drittel
Fluuen und Kinder, erreichen. Doch bleiben
viele nur kurze Zeil iuTriest und ziehen weiter
in das Innere der Monarchie, besonders nach
Steiermark und Krain, wo sie den Sommer
zuzubringen gesonnen sind. Dagegen brach,
ten die letzten Dampfer manche blutarme
Familie mit. für deren Weiterbeförderung
in die östreichischen Heimathsorte die Be
hörden thätig sind."
Im steyerischen Landtag sind
die sechs Slovenen bemüht, als „Pioniere
ihrer Nationalität" viel von sich reden zu ma
chen. Nachdem sie in einer geharnischten Er
klärung gegen den deutschen Schulverein zu
Felde gezogen, erhoben sie Klage darüber,
daß der Direktor der steyerischen Weinbau
schule kein Slovenisch spreche. Es gehört
eben zur Signatur des Taafse'sch?n Regimes,
welches angeblich die Nationalitäten versöh
ven soll, daß selbst auf Gebieten, die mit
nationalen Fragen absolut Nichts zu !huu
haben, der nationale Standpunkt herausge
kehrt wird.
-In Graz begann am 2S. Juni das
Gautnrnfcst unter Theilnahme von Turnern
aus Älagensnrt. Laibach nnd aus vielen stey
erischen Orten. Im Wett-Turneu errangen
die Grazer Erich Bolivier und Hubert Ende
mann die ersten Preise.
Ein Steckbrief um fünfzehn
Mark. Hinter den Gatten der bekannten
Schauspielerin Fran Franziska Ellmeureich,
Hrn. von Fuchs Nordhof, ist ein Steckbrief
erlassen worden. Da« Amtsgericht in Stet
tin hatte Hrn. Richard vou Fuchs-Nordhof
wegen irgend eines kleinen Vergebens zu I?
Mark Geldstrafe oder dreitägiger Hast ver
urlheilt; er hatte die 15 Mark augenschein
lich zu zahlen vergessen und war inzwischen
mit seiner Gattin nach Amerika avgereist.
Tarauf ist denn der Steckbrief hinter
ihm ergangen. Ein Steckbrief für eine Ver
geßlichkeit, die hier augenscheinlich vorliegt,
ist eine etwas harte Strafe!
Kunst-Photographie.
Preisherabsetzung bei
Gebrüdern Bachrach,
Bis auf Weiteres berechne« wir für uuscre
elegantesten
Imperial»Karten
Wir verwenden in unserem Geschäfte alle
die neuesten Prozeduren und find die Pio
niere in allen Verbesserungen unserer Kunst.
Unsere großen Crayon-Portraits
baben durch ihre Vorzüglichkeit und mäßigen
Preise einen Ruf erlangt und sind unbe
dingt permanent.
Wir geben unsern deutschen
Kunden den Borzug und bieten
ihnen besondere Vortheile.
tSaDiD»—)
Zum Besten de« Fondt der neuen volnisihen
St. Tt-ni»lau«.«irehe findet Mittwoch iinParke d«r
HH. Ewald t Schuchmann anßelair Noad «in großes
Picnic statt, an welchem sich ohne Jreunde und
Mitglieder der Kirche zahlreich betheiligen w«rd«n.
. Jung«««, dolt wil und töwt ml» de
kurflont det d- ..Unkel Bräsig vereen" sine»
deti-drigrn Utflog up dem Waier mochen drtdt.
Am Mittwoei». den 20 Juli, werden die Platt-und
andere Deutsch« in hellen Schaaren nach der Lightftr..
Werlte ziehen, um an der großen Erkursion «et,, Onke
l thetliunehmen. Die Barg« „Sockade-
Ctth" geht Punkt 2 Uhr Rachxtittags vom Pier Nr
12 »b.
Umgekippt!!
Unser «leircrlager ward di« le»te Wocbe «»tal
'"ngekippt. V« .kni. « hj. Masse» von «u»Sen
> isoige der spottdittize» Preis«.
dauert »en »e»
Hcrcintorliche, positive und unbedingte
PreiSerniedrigung.
Wir »fferiren ni-d» einen «Z 5 werthen «n
-,ug für denn eine derartige »ntündi.
ging ertragt nähere Unter,uckung nichts aber
wir sind bereit, bei Männer- und »tnabciiklei.
»c.n Vortheile,» die,en, wie Ne bter »och nie
o, crirt wurden.
Man komme und besichtige unser iiager- wir
rcn"wer""' unsere Preise Jeden, eonöen«.
Solide «leidung«st..ct. werden nur anaeser
tlg. und im <?i», einen verkaust von
C. N. Ochm 6 Sohn.
Nr. NZ, Hanover-»
..d. A'tft-Pratt-Ztraßr.
Rbend» d.S 9 Uhr. S-msiagz vi« l l Uhr -sie«,
Schiffsnachrichien.
5 lern ginge» di- Dampfer „Johns Hoptii,«" un»
Bewegungen von Vicaii-Danipserii.
.^uli.- — Angekommen: Dampfe?
Q ueen 5 totv ». '.'.'i, Juni. - Der tioi. Reis York
über Qlikeiistow» nach Liverpool bestimmte Damufer
„Britannic" tras heute Morgen aus der Höhe »on
S i' Juli,-Angekommen: Dampser
Amsterdam. 2«. Juli.De, hol'änd 'che Dam.
ist heute von?'ew Joil h.er ange
West Dpsr.
«bfahrtStaqe der vceandampfer
von New - Borr:
Dampser ~Al>t>ssinia" nachLlvcrpool—am 25
Dampser „Lydia»Monarch" nach London -ai.. 2^'
„W.S. --holten' nach^Ält^daüi''-^am
Dampser „Tervia" na» Liberpool -am 2>i.
Dampfer ..Main" nach «reinen--am 2ti. Juli.
Dampfer ..Labradors »ach vabre—am J»tl.
Dampfer ..Suevia" nach Hamburg-am 27. "tuli
Dampfer „Eii>> of i'lusjels' nach Liverpool —am
..Valtie" und „Erin" nach Liverpool—am
Tanipser „General Werver" »ach Bremen—am 2!».
Dampfer „Frisia" nach Hamburg—am 2!». Juli,
..Zealand" nach Äntwcrven--am2t«,
N st» naä, Liverpool am 1. «u>
Tanipser „Denmalk" nach London—am 2. Allans,
Dampser „Edam" »ach Amsterdain am 2. August!
Dampser „Rcput'lit" »achLioerpool—am 2, Stug»si
Tampscr „Levthia" am 2. Augiist,'
stii». Eermatn nach kavre am 2. «».
Dampser ..Wieland" nach Hamburg-am I. Augusi
Dampser.Fit» os Roine" nach Liverpool am s'
August.
Kämpfer..Spain" nach Liverpool am 5. August,
Dampser,.Persiail Monarch" nach London"—"am !>
August.
Kämpfer Alaska" nacb Liverpool am«. August,
os.'!lichmond" nach
'Hcu!ri.am'm'!»!
Dampser,.Nevada" noch Liverpool -am 12, Aug, st
Ampfer "Cireassia ' »ach C>ia?gow - gm 12. «u^
„Wyoming" nach Liverpool am I.'».
D.e- bctiebje» «Harten in t?arl
»er « He',»l erfreue» sich verdienter Maßen groben
Zusprucl e«, und wir sind über,engt, daß auch da» a»f
l ute Abend angezeigte Conzcrt das anspreche»»- Gar.
tenlokal wiederum ,»m Wallsahrtsorle von Hunderten
machen tvird, welche nach den Mühe» der täglichen «e
russarbeit einige Stunde» der Erholung in anständiger
Umgehung genießen wolle».
Die Änsrebungcn. welche Hr. «elnriet,
Schlegel, d-r weit über die Grenzen unserer Stadt
I »aus bekannteVesiher der Prächtigen.,L>rchestrion.
Havs." von jeher gemacht, sind umfassendster Natur
und Icssen kaum eine konkurre»,, nach dieser Richtung
,u. Auch setzt wieder appellirt Hr. Schlegel an da»
Wohlwollen seines Publikums in eklatantester Form:-
er ha, es fertig gebracht,die bedeutendftenMusik. u
«csangs-tirästr de« Routinen»» für sein Stabtif
scmeiit zu gewinnen und dadurch dem UnterhattuiigZ
geisie unserer Bürger neue Na .ung gegeben. Diese
Abendunterhaltungen, mit ükatinee'n verbunden, neh
men lieutc ihren Ansang, und steht zu erwarten,
daß diese« neue Unternehmen des Hrn. Schlegel wohl
verdiente Beachtung Stußcrdcin werden, wie
Spiel des Niese» Orcheftrio»» ausgefüllt Wersen.
Heute, Tienstag, gehen die „Ritter,»,«
heilige» Georg" mit dem Dampfer „Chester" nach
Nord-Point-Tivoli. und werden bei dieser Getegenhett
de» Theilnthmer» llnlerhaltungen im reichsten Maaße
geboten werden Es soll dabei aucb ein Preisiegeln
um sehr werthvolle Prämien abgebalten werden. Es
erwarten, daß dieser Auostug ,ur Devise alle»
Hr. Zuliu» Wegner wird morgen, Mittwoch,
de» 2«. Juli, in seinem neu hergerichtete»
»Irrgarten Str. i?. R'be.n-Uek.'aßc. einem der
kühlsten «uscntbattö Tläre des iisil ch?„ Stadttheile»
ein großes Conzert abhallcn, aus welche» wir Musik
ner c» ve.stehl, den inneren Menschen auf'« Beste?»
erfrischen. Ten Besuchern steht ein Genuß bevor.
populäre Teebadcori Eape Mav, derSo« -
mer-Ausenthalt«ort vieler unsererßiirger. ist erSff,
nct u. wird auch in diesem Jahre von dem Liebling»-Re
der Baliimorer, dem K. Marvländer, besucht
werden. Alle, welche das herrliche Seebad im Lause
dieses Sommers,u besuchen gedenken, mache» wir «us
die schnellste und bequemste Route aufmerksam. Die
..West-Jersey er Eisenbal,»" läßt während de<
Sommcrsaison mehrere Erpreß-Ziige von Philadel
phia nach <!«pe May abgeben, welche Parlor-Waggon«
mit sich führen und in zwei Stunden den Beiiiminung«-
ort erreichen. Tie Passagiere von Baltimore finde»
an der neuen Broad-Straßen-Staticn in Philadelphia,
bei'm Eintressen einet icden «altimorer Zuge» Omni
busse, Kutschen und Pserdebal'n.Waggons vor. um sie
nach der Station der „West-Jersey er Eisenbahn" an
Markt-Straße zu befördern.
Der..Maryländcr «äekee-verein" macht
aus der Noth eine Tugend und seiert seine Feste—
Samstags, an dem Tage, der seinen Mitgliedern jur
Erholung vergönnt ist. Dieser in bester Entwicklung
begriffene Verein wird nächsten Samstag im Parke der
Hrn. Ewald K Schuchmann an Belair Aoenue sei«
diesjähriges Picnic und Sommernachtssest abhalten
ein Unternehmen, das sich von vornherein allgemeiner
k?" «ach uuserer alten Staatthauptfladl
geht es heute «rllh Uhr vom Pier Nr. 12, Light
straße, unter der Aegide des Hrn. Debilius ab, und
zwar mit Musik, da ein vorzügliches Musti-Eorps en
«agirt ist. Wir empfehlen allen unseren Lesern, die
Armge über die morgige große Familien-Exkursion
ausmerlsam durckzulesen: der Äus-nthalt in Annapo
lis ist aus N«, Stunden berechnet, die Wiederkunst da
hier aus 10 Uhr Abends angesetzt.
Sein erste« Picnic veranstaltet heute die
"l.vnx Vvek Lncl»! und
.war bat sich dieser sehr angesehene und blühende Ver,
em dazu in richtigster Erkenntniß der Sachlage Frau
Honervogt'» Park in Highlandtown auserwählt.
Daß es dabei an zahlreichem Besuche nicht sehlen
t?'" Der ~Martini Maniierchor" wird Don
on dieser Partie sich Betheiligenden zu einem Lecgiill
Uhr Pier Sir. 1l an Lightsir.-Werste.
Geschwächte wieder heergfiellt.
Opfer jugendlicher Uuvedachtfamkeit, die
jedes bekannte Mittel vergeblich probirt ha
beu, können gratis xin einfache« Rezept
zur raschen Heilung nervöser Entkräftung,
vorzeitigen Versalls verlorener Kräfte und
aller durch Ausschweifungen herbeigeführter
Unordnungen erhalten. Jeder Apotheker
hat die dazu nöthigen Bestandtheile. Man
schreibe an Davi d s o n Com p., Nr. BS.
Nassanstraße, Ncw-Aork.
Die und wohlthSttaea
Resultate» die der Gebrauch von IkooeU'»
(lortlittl erzielt, haben zu seiner
allgemeinen Anwendung in fast allen Arteo
von Krankheiten, denen «index unterworfeu
find, geführt. Er heilt Blähung, Kolik, Ma
gensäure. Durchfall u. s. f. Keine Familie
sollte ohne ihn sein. Bei allen Apothekers
,u SS Et», die Flasche zu haben.
(Febr.lS.l2Mt«»
Gesundheit ist Reichthum:
Dr E. E. W'e »Nerve n-.. ndGe h i? n.»
Handlung t«er,e »o<t vr-.i° ree-ltw-at, ein SP«,
zifikum argen Hysterie. Schwindel, «rämpse. nervSfe«
gnst'g« N'idergeschlagenheit, «cdächtnit-
Cct wache, Cvennatorrhöe. Impotenz, unfreiwillige
Abgänge, frühzeitige« Altern, die Folge von Ueberaa
strengung, Telt<ibefleckung oder Uebermaß im Ke
iiuse, was zu Elend, Verfall nnd ?od führt, «ine
Schachtel kurirt frische Fälle. Jede Schachtel enthalt
>ür einen Monat genug. Die Schachtel tostet ?l, sech«
Schachteln nach Einsendung de« Betrage« frone»
per Post ptgesibiSt, Wir garanliren, daß sech» Schach
teln jeden heile». Auf jede Bestellung aus iech«
Schachteln, die wir unter vsn süns Dollar«
Sarantie/?aß wir das Geld zurückgehen, wenn da»
„Treatmen:"?cmt Heilung bewirkt. Garantie n stellt»
nur au« Davi« ä- Miller.
Sngro«- un» Detail-Agenten.
Nr. 12. Nord'Howardstraße. Baitimor«,
Austräg« werden prompt esjektuirt.
(DezS.ISMte.U»»
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Eckt der.Poft-Osfitt>T»Nlu« Lattiio-rtstr-»«.

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