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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, January 25, 1883, Image 5

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Der Tciilschc Correspoudeilt.
valtimore. 2Z. Januar I»S3^
Theater.
Musik-Utatcmic —„Ha.el »rirlc."
und
und Drenstaq und Areita« Ra»m>tta»
oder „Cchnstgelchrie und Paarisaer."
Unterhaltungen.
..«altimorer Scküvtn-Sesellschas«-"—labres-
Ball heut«, den 2S. Januar, in der „Loneordia
Halle."
Unterst, -^verein."
Stadt Baltimore.
»K" Artikel—„die schreckliche That einer
Mutter," Tagesneuigkeiten, Lokalia, To
desfälle von Deutschen, unsere Theater, Ge
richtsverhandlungen, Berichte aus dem In
nern des Staates—siehe dritte Seite!
Wetterbericht.
Signal Büreau, I
Baltimore, den 24. Januar ISBZ. s
Thcr. ' W tt.
meter. > j"' Richt. > Sch i.
i ! '
7.V2 M. :;o IV l «!7 ->! « Klar
11.V2 B. !U,«!! l! 20 l 70 OK
S.V2 N. 27 ! 77 SO 10 rrüb
7.02 N. 2B Ii l S <! itlar
11.V2 A. 8<- .22>«i 28 I 77 ! 0
MMterer?<aromelers!a»d 30.-14'».
„ ....l.i.
DaS gestrige Wetter. Nachfol
gende Beobachtungen wurden gestern Nacht
in demselben Augenblicke (11 Uhr mittlerer
Washingtoner Zeit) ruf allen nachgenannten
Stationen gemacht: Alpena 1, Boston 25,
Buffalo 17, Chevemre 35, Chicago 11, Clcve
land 20. Dulnth.-0, Erie 20, Escanaba -1,
La Crosse 4, Marquette 6, Milwauke 6,
Ntw-?)ork 25, OSwego 22, Port Huron 8,
Sandusky 10, St. Louis 23, St. Paul -Z,
Toledo 18. Mukran 0.
Die größte Windschnelligkeit während ei
ner Stunde betrug 11 Meilen. -
Wetterausiichte n.—Für die Mittel
staaten in den nördlichen Gegenden Schnee
und rn den füdlichen klares Wetter, wärmere
südliche, später kältere nordwestliche Winde
nnd höherer Barometerstand.
Die große Kälte. Kalt, sehr kalt
war es in den letzten Tagen, aber zu arg
purzelte doch der Setzer, als er gestern an
statt 21 81 Grad unter Z>'ro in St. Paul.
Miirn., meldete. Tie „kälteste Nachricht"
kam bis dahin ans Manitoba, ganz oben im
Britischen Nordamerika. An den nordwest
lichsten Punkten der Ver. Staaten, wie z. B.
in Duluth, Cheyenne-c., siel dos Thermo
meter vorgestern auf 36 Grad unter den Ge
frierpunkt. Eine südliche Brise ist seit gestern
im Anzüge, und da werden die roiheu Nasen,
immer vorausgesetzt, daß die Kälte sie verur
fachte, recht bald wieder verschwinden.
Für die Blattern armen. Die
Sammlungen und Gaben sür die Blattern
kranken, die dnrch die Expedition des..Corre
spondtnlen" in der letzten Woche der Polizei
behörde zur Verthcrlui'g au die Armen über
wiesen wurden, erreichen circa 5350. Deut
scher Seits überhaupt beziffern sich die Ga
ben an Baargelt, Lebensmitteln, KleidungS
stücken, Ftnernng :c. au» Tauiciike von Dol
lars. Wir haben darüber von Tag zu Tag
Mittheilungen gebracht, und dem Leser wer
dcu die zahlreiri en Beisteuern unserer deut
scher. Mitbürger nicht entgangen sein, aber
dir Noth ist auch eine große, und cs giebt
Viele in unserer Mitle, die im Stande siud,
sowohl ihr Scher stein für die Bedürftigen
dahier, als im allen Vaterlande beizutragen,
während wir vergeblich uns nach den Namen
Mancher umgeschaut haben, die geben könn
ten, wenn sie nur wollten. Nie legte
sich uns die Mahnung zur Wohlthätigkeit
und Nächstenliebe dringender an'S Herz, als
zur Zett der Fall ist. Und
Die Expedition d. 81. nimmt nach wie vor
Gaben für die hiesigen und deutsche» Noth
lctdcnden entgegen uud sorgt für ihre ge
wissenhafte Bertheilung.
Zieht liich t.—Einer der Geschäftsleute
der Stadt, die gestern bezüglich der Beschlüsse
der Staats-Sanitäts Behörde (mit der wir
übrigens keinen Staat machen können! „in
terviewet»" wurden, machte den Vorschlag,
daß die drei Herren, welche den betreffenden
Antrag passirt haben, geimpft und dann ans
der Stadt gesandt werden sollen. Mr fürch
ten, daß das Impfen den drei SauitäiS
Räthen nicht Helsen würde, denn ihre Hanl
muß eine sehr dicke sein, da sie Angesichts der
Indignation der Bürger noch nicht ausge
rissen sind.
Bauerlanbni ß s ch e i n e. DaS
Steuer-Appellations Gericht gewährte ge
stern der „Schaas-Metzger- und Schaaswoll
Gesellschaft" die Erlaubniß zum Ban von
acht zweistöckigen Häusern an der Westseite
von Divisions- Ecke von Nzhertstr.; ebenso
erhielt Hr. I. Horn die Erlaubniß, an der
Westseite der ssorreslslr., zwischen Douglas-
und Lowstr., zwci dreistöckige Wohnhäuser
auszuführen.
Die Säuberung der Straßen
vou Schnee nud Ei s.— Hr. James E.
Carr vom Straßeureinigungs-Tepartement
arbeitet noch immer mit 120 Manu und 60
Karren au der Fortschaffung des Eises und
Schnee's von den verschiedenen Straßen,
uud zwar wurde dabei die Baltimore-Straße
zuerst berücksichtigt; dann diejenigen Stra
ßen, welche bei eintretendem Thauwetter
am Meisten der Gefahr einer Ueberfluthung
auSgefitzt sind, und die Haupt-Verkehrs
adern der Stadt. ES ist in dieser Beziehung
ein festes Programm aufgestellt, uud davon
wird trotz aller Beschwerden nicht leicht ab-
I». gegangen. Es heißt also auch in dieser Be
ziehung, sich gedulden, bis die Reihe an uus
kommt.
CtS auf dem Patapsco. Der
Dampfer „Gcorgiana," weicher gestern srüh
vou Cambridge und den Landiiugs Plätzen
am Clopiank zurück kam. berichtet, daß das
im Paropkco gefundene Eis die schisffahrt
nicht hindere. Das Bafsin war auch zuge
froren, doch wurde es durch einige Fahrten
der städtischen Eisbrecher wieder völlig pas
sirbar gemacht.
Ein- und Ausfnh r.—Der Dampfer
„Glenvervic" brachle gestern von Palermo
0274 Pcckeie Früchte sür Dix Willens;
die Barke „Ada Gray" von Mexillon. Peru,
Soda für Lcud. Ciaridge >!c Co. und der
britische Dampfer „Acacia" von Benisaf
Eisenerz für Jos. R. Foard Co. Der bri
tische Dampser „Louise" suhr gestern nach Li
verpool mit einem Cargo Waizen, Niehl
n. f. w. von Dresel, Rauschenberg k Co.
Post na ch Bia fi lr en. Ter Post
dampfer „AngerS" wird am samstag nach
Brasilien abgehen nnd alle bis zum Freitag
Abend aufgegebenen Postsachen mitnehmen.
Die neuen Gebäude der „Westlichen
Maryländer Bahn" aus dem Hillen-
Bahnhofe, deren Errichtung bekanntlich durch
den gesteigerten Verkehr der Bahn-Compag
nie zur Nothwendigkeit gemacht wurde, wer
den, wie man hofft, bereits in vier bis fechs
Wochen zur Benutzung fertig gestellt fein.
Sie sind zwischen Hillen-, Exeter-, Front-
und Highstraße belegen, und nach ihrer Voll
enduug wird die „Westliche Maryläuder
Bahn-Compagnie" ohne Frage über einen
der schönsten Bahnhöfe unseres Staates zu
verfügen haben.
CinGcfctz gegen Confpiration
verlang t.—Tagtäglich werden hier alte
Gesetze von Edward dem Zweiten oder
Henry dem Vierten ans Schutt und Moder
hervorgezerrt, um irgend einen armen Ten
fel, der ein Liceqz- oder Sonntags-Gesetz
übertreten hat, möglichst hart strasen zu körr
nen. Wir fordern jetzt unsere Rechtsgelehr
ten, namentlich Richter Phelps, auf, uachzu
slöbern, ob nicht irgendwo ein Gesetz fault,
nach welchem die Staats-Saniläts-Behörde
wegen ihres Versuches, Baltimore in schlech
ten Ruf zu bringen und die Stadt als kranke
Bettlerin vor die Welt zu stellen, in Anklaze
zustand versetzt werden kann. Wenn Leute,
die ihre Rechte vertreten, Confpiratoren sind,
was sind dann Die, die, ohne dazu irgend
welchen Anlaß zu haben, 400,000 Menschen
und den Credit einer großen Stadt schä
digen ?
Beförderungen im Postamt.
Charles G. Reynolds, ein stellvertretender
Briefträger, wurde an Stelle des verstorbe
nen James W. Tucker zum HülfS-Briefträ
ger und Samuel Woodward zum Stellver
treter an Reynolds' Stelle ernannt.
Jncorporirt. Im Snperiorgericht
wurde gestern die «Servers »d. Anderson
Mining Co. von Baltimore" auf die Namen
Wm. R. SeeverS, George I. Anderson,
John P. Carter, Thos. HngheS und James
B. Morgan, sämmtlich au« Baltimore, mit
einem Grundkapital von 550M6 jncorpo
rirt. Die Direktoren für das erste Jahr sind
die HH. Anderson, Carter und HugheS.
Beamte n w a h l.—ln der gestern ab
gehaltenen jährlichen Versammlung der„Che
fier-River - Eisenbahn-Compagnie" wurden
die HH. F. C. Latrobe, Wm. S. Taylor,
George Warfield, Frank Wright und« C.
Ford zu Direktoren erwählt: ferner Georg
Warfield Präsident. Latrobe Schatz
meister und S. E. Ford Sekretär.
U-terstiitzt die Konkurrenz, weua Ihr
billiges GaS wünscht! Tie „Kquitable
GaS-Compagnit" derdiknt. daß Du ste
er««thigst. (17-S2)
Die Roth in Deutschland.
Aller Ort« nehmen die Sammlungen einen
guten Fortgang. In Clcveland, Ohio, sind
bis dahin 53676.94 eingegangen. Man
rechnet de« Wetteren auf eine Kirchen-Col
lekte von 51000.
In San FranziSco hat man jetzt eine Ver
sammlung berufen, um gemeinschaftlich für
die „Deutschen, Schweizer, Elfässer, Loth
ringer und Oestreich»" zn sammeln. In
zwischen macht die Eollekte für den Rheingau
gute Fortschritte.
In MUwaukee erreichen die Sammlungen
53675.
Philadelphia « Sammlungen betrugen bis
gestern 512.074.55.
In Chicago zeichnet sich der „St. Bonifa
cirrS-Verein" besonders bei den Sammlun
gen sür die deutschen Nothleidenden aus.
Am 14. Februar findet unter den Auspizien
eines östreich.-nngarischen Comite'S ein gro
ßes Conzert zum Besten der Nothlctdenden
an der Donau, Theiß und in Tyrol statt.
Detroit'S Collekte erreicht 53224-15.
In Pittsbuig führen die Blätter Be
schwerde über die Nichtabsendung der samm
luiigc« nach Deutschland, da man sich nutzlos
über die Frage streitet, au wen sie geschickt
werden sollen.
Die „Jll. Stsztg." sagt: „Chicago ist
schon weit vor St. Louis voraus. Chicago
hat nämlich bereits 00,000 Mark an Kapp
und verschiedene Tausend Mark au andere
Adressen hinausgcschickt, und Das ist erst der
Anfang."
Gestern Nachmittag tagte in Raine's Halle
abermals unter dem Vorsitze des Hrn. Chr.
Ax das Exekutiv-Comite.
Fast sämmtliche Mitglieder des Comite's
waren anwesend, nnd viele derselben brachten
einen Theil der gesammelten Gelder, welche
von dem Finanzsekretär Hrn. G. H. Hillen
entgegen genommen wurden. Nach Beendi
gung dieses Geschäftes verlas der Sekretär
Hr. Adolf Goebel das Protokoll der letzten
Versammlung, welches unbeanstandet blieb,
und der Finanzsekretär den folgenden für die
anwesenden Herren äußerst erfreulichen Fi
nanzbericht:
Pvu p>». H- - 'iiien !j«>s.tX)
Hilten tX>
Lliistian Sir 2tt<-ö!<
Pastor G. H. Movcr I1»-U0
A» 7V-25
Z t»8. Paf:or j>»rr tZO Oii
li>- >!ari Wibrr 87-50
r.',. Derselbe SU
i>l. Jos- Nmi>cr 20 tZi»
2!». Ga>»ncr 1,',2-SO
>'U- P„j!or-n-Scheili lU Oil
!!>!«. W-? .iir-sen von ,>»t-Aren»
.. :>>, Ba,!v>»,---s2'> ic>-oc>
st(>m>-:;2
II!'. Hr-E-A- jüliier Z3t<X)
? t I4>!-32
52-'-ll
Der Präsident nahm hieraus Veranlassung,
den Sammlern für ihre mühevolle Arbeit,
die indessen ein Resultat über Erwarten her
bkisühren werde, zu danken. Ganz besondere
Anerkennung verdunten die Herren Geistli
chen. welche durch Wort und That so viel
Gutes bewirkt. Es liege nunmehr dem Co
mite ob, zu verfügen, ob eine weitere summe
nachDenlschland geschickt werden solle. Oberst
Rains machte den Vorschlag, dcu Schatzmei
ster ar-zuweisen, einen zweiten Betrag von
IO.MO Mark nach D rüben zu senden, sobald
die erfkidcrlichcn Geldmittel sich in seinen
Händer. befinden. Der Antrag wurde ein
siimm'.g angenommen, woraus Hr. Ax wie
derum das Wort ergriff und darauf aufmerk
itiü! mochte, wie sehr die Arbeit desCemue's
erleichtert würde, wnin die Herren Sammler
täglich etwa eingehende Beträge irr der Ep
pedition des „Deutschen Correspondenten"
anmelden weilten. Durch dieses Verfahren,
welches einzuschlagen. Hr. Ax dringend er
suchte. würde anck die Veröffentlichung der
Niuneii der einzelnen Geber, welche so wün
schiuswerth erscheine, durch den „Corresporr
deuten" ermöglicht. Nachdem uvch auf eine
diesbezügliche Frage Hr. Hilten die Mitthei
lung gemacht, daß in Folge der in den eng
Irschen Zeitungen erlassenen Anzeige bei dem
Schatzmeister Konsul Gro. A. von Lingeu
dt? Summe von KI9 eingegangen sei, er
folgte Vertagung.
Nachstehend das Resultat der angezeigten
nnd eingezahlten Sammlungen van Einzel
nen, soweit solche nicht bereits veröffentlicht
sind:
Von der deulschek! reformirten Zions-Ge
mernde, AiSanithstraße, Pastor G. FaciuS,
588. durch Pastor G. FaciuS und die HH. H.
Müller, H. Slllberzahn. I. Bnchheimer nud
I. Hcfsmanu gesammelt von: Ph. C. Zipp
Daniel Sreivken 510, PH. Wittmer 50
Cts., Joh. Buchheimer 51, C. Clafius Kl,
Francis Raabe Hlo, Aug. Danzeglock 51,
Hi. Balke 51. Adam Jahn 51. Joh. Georg
Schmidt Geo. Schwirrn 5!. ChaS Steck
51, Casb 50 CtS-, C. Schrub 50 Cts., G
Vterbeller Hl, Francis Fohner 25 Cts.,
CbaS. H. Gerhold 51, Jak-sb Hoffmann Hl,
E. BclitSki Cts., U. Pfaff 53, V. Plcm
pel 25 Cts., Hr. Salin 51-25. W. Schiiu
hals 25 sts,. F. H. Wagner 51, Cash 57,
Hr. Schnchbardt Kl, Joh. Siegel 51, H.
Schmidt 50 CIS., Cash 00 Cts., Hr. »Egel
schatz Cash 25 CtS., Cash 50 CtS., Calh
51, Cash s>, Cash Hl. Caih 52. Ccih 50
CiS., Cash s', Cash 50 CtS., W. F. Georgii
50 CiS., Cash 50 Cts., Joh. Lorz 51, Cash
15 CtS., Collekte in der reformirten Ziou»
kirche, Aisquithstr.. 525, Summa s^B.
Durch Tr. Szold von Prof. R. Zahre s>,
I. Weil 50 Cents, B. Krystal 50 CtS., Lorns
A. Son HI, Cash 51, Cash 51. Summa 55.
Liste Nr. l 10, durch Hrn. W. H. Mittler:
Lorentz ä: Ritiler 550, John Bailey ck
Comp. s>o, I. M. Rhodes Hö, Brown,
Graves k Comp. 55, Victor smith 52,
Albert C-Kayser 51, Karl G. Blumhardt
525, A. H. Schulz Hw. A. C. Whiting 55,
F. Schirm 50 Cents, Th. White Comp.
510, F. Stauf 52, Joh. Mefferschmidt 52,
May Rittler 50 Cent?, Wilh. F. Ritiler 50
Cents, Heinrich F. Mittler 50 Cents, Eugen
Piitt 55, zusammen HIL4.
Liste Nr. 08, durch Pastor G. H. Mayer,
Unabh. deutsche Methodistenkirche am Broad
way: Kirchen-Collekte der deutschen Metho
disten Kirche am Broadway 510. Peter Neu
525, von den übrigen Gliedern H 55, zusam
men 500.
Liste Nr. 31, durch Pastor Scheib, Zions
kirche: H. Sch-.ib HIV, Joh.A.Feuß s', Karl
C. Homer 55, G. W. Lehmann 55. Wilh.
Berkmcycr 5-5, Heinr. My'.änder 510, zu
sammen 540.
Liste Nr. 01, durch Hrn. Joseph Raiber:
Joseph Raiber 52, Th. Horn 50 CrS., Louis
Raagmavii 51. L. Bant 51, Bamberger s>,
C. Reauardt 51. H. E. Faul 51, F- Pagen
siecher 51. G. Weingarten 51, H. I. Albert
51, Karl F. Heckmauu 51, H- A. GreShoff
51, Levi Weinberger 50 Cts., L. Brecht 51,
„Cash" 25 Cts., L. Rosenberger 51, A. Res
ler 51, „Cash" 40 Cts., E. Reuter 50 Cts.,
W. H. Schwartz 51, M. Rider 51, „Cash,"
N.-H., 50 Cts., zusammen 520.65.
Liste Nr. 15, „Deutsche Bauk," durch Hrn.
ChaS. Weber: August Weber 55- Charles
Sachse 52, John Ulrich 52, A. Necker 50
Cents, Otto A!ergenthaler 52, August Faul,
juu., 51. PH. Siltmann 51, Dan. A. Klei«
52, Cash 51, Gebrüder Stalfort A.
Götze 51, L? H. jun., 55, Auz.rst
Faul 55, Cash 5- Zusammen 5?4.50.
Liste Nr. 10, „Deutsche F. V. Gesellschaft"
durch Hrn. Chas. Weber: Charles Weber
510, Charles Weber, juu., 510, Charles Lie
berknecht 53, Aug. Hellwig 51, A. Ballaus
51, Cash 25 Cents, Louis P. Hennlahausen
55, M. BuruS 51, John S. Hülshoss 51,
Cash 25 Cents, Cash 52, C. H. K. 51, N.
Klausmeyer 52. C. Günther 52, I. G. Kop
pelmann 55, Friedrich Wehr 55, I. H.
Gohlinghorst 51, R. Bennet 52, B. I. De
ford L- M. Reynolds 54, C. Temlin?
51, Dr. A. Böhm 52, Cash 51, P- Bau
mann s'->, Friedr. Decker 53, Henry Reier
51, I. W. Classen 51. Zusammen 587.50.
Liste Nr. 1, durch Vater L. Voglmanir von
ter heil. Kreuzkirche, Weststr.: Phil. Kott
meyer 51, Ungenannt 50 CtS., Mrchel Ruck
51, AmbroS Vogt 51, Wilh. Henfel 51, I.
Schneider tzl, Gregor Abendschön 51, Franz
Meyd 53, Lud. Vogtmann 510, Wilhelm
Julier 51, E. Herold 53, Joh. Diedrich 51,
Phil. Brown 54, M. Pape Gl, Reinhardt
50 CtS., Kath. Willing 50 Cts., Kirchen-
Collekte 540, Ungenannt 51, zusammen
571.50.
Liste Nr. 188, durch Pastor Hörr, evange
lisch-lutherische st. MarkuS-Kirche: Christ.
Schmidt 51M, Kath. Böckelmann Kath.
Brenner 25 CtS., Joh. Bien 51, Joh. Seidt
50 Cts., Fr. Plönker 50 Cts., Wm. Linker
51, Joh. Tripp 53, Zonrad Ditzel2sCtS.,
Barbara EilerS 51, Johann Lause 51, M.
Stuckert 50 Cents, H. Ochse 25 Cts., Jak.
Betz 51, Fr. Jüngling 53, Aug. Ott 51,
H. Hinkel 51, N. Ströhlein 56, Wilh. Nie
meicr 52, Joh. Hahn H 2, I. Hörr 52.25,
zusammen 530.
Liste Nr. 2S, complet, durch Hrn. F. Gard
ner: F. Gardner 510, Dr. Mathieu 55,
Theo. Horn 50 Cents, Wilh. Stahl 52, M.
Joseph 51,1- H- Stromberg G 2, H.Schmiug
51, Moses Moses 55, Simon Würzburger
51, F. Wittrch 51. G. Leimbach 52, Edm.
Gärrner 55, Anton Weiskittel 510, Wilhelm
Heise 510, Thomas I. Shryock 525, Zt. T.
Waters 6 Sohn 510, I. R. Hawley äi Co.
510, Greenleaf, Johnson Comp. 515, Ry
land »b Brook« 51V. Samuel R. Boyd 52,
Gecrg Ruths 52, Philipp Kappe« 52, S. A.
51, Washington Booth 55, Henry Clay Naill
55. C. I. Jrvin Ditty 55, Harrison Adreon
tzS. Zusammen 5152.50.
Liste Rr. 124, durch Pastor M. Bachmann
von der 5. res. St. Paulu«-Gemetnde: N.
«tiSheim 53.50, N. Ulrich tzÄ, Jakob Boa-
vett tz«. Fred. Stttig 51, Karl Gleia SO
Cts., Christine Roth tzl, E. Schade 52,
Wellslager 51. BäSler SV Cent«, S. Krah
nert 52, T. Müller 52, Johanä Cramer 51,
Jakob Bender SS Cent«, Johann Landefeld
5-'j, Johann Hase 60 Cents, Ewald Röse s>»
Frau Marsch 50 Cents, E. S. 52, C. Hein
buch 52, Frau Battenfeld 50 Cts., B. Kepp
ner 51, Woppermann 25 Cents, Hörner 50
Cents, G. Herold 51, Cafpar Eckhardt 51,
I. de Vries 50 Cts., I. A. Klißler 50 Cts.,
Wilhelm Horr 51, „Cash" 50 Cent«, I.
Schmidt 50 Cents, E. N. Maurer 25 Cts.,
Johann RooSsoCts., Otto Goldmann 51,
Heinrich Sander 52, PH. Felser 50 Cents,
G. Hoffmann 50 CtS., EliaS Horner 50 Cts.,
G. S. Glaser 50 Cts., Frei 51, Jakob Lau
terbach 51, Eva Schneider 25 CtS., Wilh-
Zirkel 51, C. Grümmel 50 Cent«, Karl
Bonn 51, A. Wiegmann s>. Geo-Kraits>,
Gco. Schäfer 50 CtS., Fr. DewerS Zu
sammen 555.25.
I» der Expedition dieses Blattes gingen
gestern ein i 55 von C. B. Fauth, CatonS
ville.
LW" Die Träger deS „Korre
spondenten" find autoristrt, den
Lesern die Sammelliste f»?r die
A eberschwcmmten Deutschland'S
vorznlegen, nnd wird über alleßei
trage in nnserm Blatte qnittirt
Die Blattern.— Der Bericht für 2 t
Stunden, der gestern früh dem Mayor unter
breitet wurde, war wieder ein sehr zufrieden
stellender, da aus alle» Bezirken nur 30 neue
Erkrankungen gemeldet wurvcu. Im öst
lichen Distrikt ki?nnterr gestern 26 und im
füdlichen 30 gelbe Flaggen entfernt werden,
nachdem die belrefsenden Gebäude gehörig
desinfizirt worden waren.
Die Pianofabrikaulen HH. stieff haben
ihre sämmtlichen Angestellten und Arbeiter
impfen und das Fabrikgebäude Zünd Maga
zin desinsiziren lassen. Ihre Ardeiter haben
einen Verein gegründet, der jedem Mitgliede,
das etwa an den Blattern erkranken sollte,
die nöihige Unterstützung gewähren wird.
An Liebesgaben für die armen Kranken
gingen gestern ein im Büreau des MayorS:
als Ergebniß einer Verloosnng, die Frl.
Mirmie P. Smilh veranstaltet hat. dnrch P.
D. Smith HIV 4-25, P. H. tzlo.
Im Büreau des Marschalls: Hl0l)0 von
Robert Garrett Söhnen, Hl 5 von Cash
und 5L4 von den Angestellten des Hrn. F.
Bergncr, A. S. Abell H6OO, „Sun"-Osfice
538, do. des „Correspondenten H'»o.st>, do.
des „American" Hi 2: Total 51809.50.
In der mittleren Station! 100 Laibe Brod
von Hrn. und Frau G. Roseufeld, H 2 von
Cash und eine Tonne Kohlen von Myers
Comp., 55 von P. F. Pendergast, eine
Ouanlität Kolonial Waaren von einer Dam;
ans Waverly, Baltimore Connty, 200 Laibe
Brod von Geo. W. Fischer, Nr. 21, Mercer-
Straße.
In der südlichen Station >' 25 Laibe Brod
von Fr. Hcnderson, Kleider von Damen vom
West End, 150 Laibe Brod von M. T. Hor
ner, HIO von der „Maryländer Dampfer-
C 0.," j Klafter Hol; von Georg Stearns,
100 Pfund Fleisch von Hecht, Miller Co.,
50 Laibe Brod van Johann Melchior, 300
Laibe Brod von Hrn. und Frau G. Rosen
seld, HlO durch Nichter Talbott von H. H. C.,
75 Pfnnd Materialwaaren von der 3., 4., 5.
nnd li. Klasse der Knaben Graminär-Schule
v!r. 4, und vorr der Polizei angekauft 4W
Loibe Brod und 300 Pfund Fleisch. Geg.n
halten 3W arme FamUien
ernpfllüge.i.
In ter nordöstlichen - luo Laibe
V>cd vcii M. T. Horner << >o , It>o Laibe
Brod von JohilNN Trippe, v.'ir
den Häüdlktli im Bclair Markte- 100 Laibe
Vrcd von Hru. und Fcau G. Rufcnseld und
Milch von I- F Lee.
In der östlichen Station - d.m
L rii ec.i des Marschalls, It!v Larve Brod von
Wolfkheixier, 100 Laibe Brod von W.
Whitehill, 50 von Wilh- Würtzbnrger, 100
von Jas. O'Neal, 100 Pfund Fleisch von
Hecht, Miller Co., 50 Pfund Nindsteisch
von Tigges, Hl von Cash und Kleider von
Fr. W. I. S-mith.
In der nordwestlichen Station- 100 Laibe
Brcd von Hrn- und Fran Roseufeld, 81 von
„einem ssrennde," Kleider von Fr. P. T-,
Kleider vcn Fr. E. L. M.
In der westlichen Station: 5l) Pfund
Rindfleisch von Benjamin Franklin, ein Faß
Kartoffeln von L. C. Bogt. 100 Laibe Brod
von Hrn. und Frau G. Rofenfcld, Bett
decken von I. Eismann, 50 Laibe Brod vou
Karl Jäger und Materialwaarcri von den
Schülern der 3. und 5. blasse der Kuabeu-
Grammärschule Nr. 1.
Der „Harmonie-Gesangvereiii" übermit
teile n»S gesteru sür die hiesigen Blattern
armen durch Hrn. F. Fuchs ,ur einen
Hälfte für Ost , zur anderen für Süd-Bal
timore bestimmt. Die Collekt'vn fand bei Ge
legenheit der vor gestriger'. Versammlung des
Vereins statt. Ferner Georg Brehm H! 0,
C. W. 50 CtS.
M Kabcn für die Vlattcrn-Ar
men werden in der dS. 81.
cnt,z?«cnqcnl'Mlilett und sorgsa-»
an die Wrdlirsnacit vertheilt.
ZöegenVerausga b u u g s a l s cli e u
Geldes vor B u n d e S - C o m m i s s ä r
Roge r S. Vor dem Bundes - Commiffär
Rcj!iiS hatten sich gestern Wn> Hill und
Johi- Morgan aus die Anschuldigung zu ver
antworten, fal che „Trade"-Dollars veraus
gabt zn haben. Hr. Gco. W. NorriS, Vüh
nerhändler au Lexingiou- und Pacistraße,
sogle ans, daß er von den beiden Genannten
om Samstag Abend nicht bloß selbst einen
falschen Dollar erhielt, sondern ihnen auch
»olgte nnd bemerkte, wre sie auch die HH.
Seibert und Dan. Vogt mit dem fal
ichen Gelde beglückten, indem sie kleine Ein
käufe bei demselben machten. Bei ihrer
Verhaftung soll Hill geäußert haben: „Ver
d , das ist eine böse Geschicyte," und zu
gleich zehn falsche Dollars iu den Rinnstein
geworsen haben, welche indessen sofort wieder
ausgehoben wurden, llebrigens sand man
an der Person des Einen nur noch H 4.44 und
an der des Andern 55.70 in gutem Gelde.
Andere Personen sagten ebenfalls aus, daß
sie von Hill falsches Geld erhalten Hütten;
und Morgan wollte erst am Donnerstag von
Vuffalo gekommen und ohne sein Wissen von
Hill zur Verausgabung fascheu Geldes miß
braucht worden sein. Schließlich schickte
Commiffär Rogers beide Männer für ihren
Prozeß vor den Großgeschworenen des Bun
des Tistnktsgerichtes in s Gefängniß.
Ein Anwalt von der Anklage
der —
In Toivsonlowir nahm bekanntlich der Pro
zeß gegen den hiesigen Anwalt Joseph P.
Merryman seinen Anfang, welcher beschul
digt wurde, die Namen zweier Personen auf
einem Bürgschaftsscheine im„Neplevin"-Ver
fahren gefälscht und dadurch den Friedens
richter Carter von Baltimore-Connty verau
laßt zu haben, den erwähnten Rückerstat
tungsbefehl auf ein Fuhrwerk und andere
Gegenstände auszustellen. Der Vertheidiger
machte geltend, daß die Anklag? nichtig sei,
weil zur Zeit nur 22 an Stelle der 23 Groß
gc'chworciren vereidigt gewesen wären. Al
lein dieser Einwand wurde vom Richter als
nichtig zurückgewiesen, und ebenso eine Ein
rede gegen die Anklage im Allgemeinen, wo
rauf die Verhandlung ihren Anfang nahm.
Sie ergab im Allgemeinen nur wenig Neues,
und schließlich wurde Hr. Merryman von der
gegen ihn erhobenen Anklage freigesprochen.
Wie von verschiedenen Seiten gemeldet
wird, soll es aber leider am Dienstag Vor
mittag zwischen 0 und 10 Uhr, d. h. vor Er
öffnung der Sitzuna, im Gerichtssaale selbst
zu einer unangenehmen Szene gekommen,
bei welcher einer der Betheiligten sogar ein
blaues Auge davon getragen hat. Es ent
stand nämlich ein Disput über einen von
beiden Seiten zugleich vorgeladenen Zeugen,
und da die Herren Anwälte wieder einmal
nicht sehr wählerisch in ihren Ausdrücken
waren, soll es zu einer regelrechten Holzerei
gekommen sein, aus welcher Oberst McZn
tosh, wie eS heißt, zwar als Sieger, aber zu
gleicher Zeit mit einem blauen Auge hervor
gegangen sein soll. Als seine Gegner werden
Ex-Richter Grason und dessen Sohn, eben
ialls ein Jurist, genannt, allein wir wollen
hoffen, daß die über die Szene karsirenden
Gerüchte sich als bedeutend übertrieben er
weisen werden, zumal man allgemein ent
schlossen zu sein scheint, den Mantel christli
cher Liebe über den fatalen Zwischenfall aus
zubreiten. '
Tie „Bquitable Gas-Compagnie" gibt
Tir gutes GaS. Verst'.che eS ! (17^22)
Die Katastrophe auf der..Geor
ge'S Creek-Cumberländerßahn"
am Dienstag. Nähere Nachrichten er
geben glücklicherweise, daß die zweite gestern
früh kurz nach 12 Uhr eingetroffene Depefche
über das große Eisenbahn-Unglück iu der
Nähe von Cumberland beträchtlich übertrie
ben war. Dagegen wird im Allgemeinen
der Inhalt der ersten Depesche als richtig be
stätigt. Es sind nämlich, wie gestern Mit
tag ans Keyser, W.-Birg., telegraphisch ge
meldet wird, getödtet worden der Heizer
Harry Baldwin und die Bremser W. Lyons
und JameS McGettingen. Später starb an
den Folgen der erlittenen Verletzungen der
Ingenieur Martin Welsh, und mehr oder
minder schwer verletzt wurden der Heizer
Dan. Bradley, der Ingenieur JamenS Do
len und die Bremser Georg Fockerr und Sa
lomen Groß. Alle Genannten waren, refp.
sind in Cumberland zu Hause.
»Meiue Damen, seufzen Sie nicht
mehr!"
denn Dr. Pierce'S „?»voritv
ist eiu schnelles und sicheres Mittel gegen die
Ihrem Geschlecht eigenthümlichen Leiden.
Bei alleu Apotheker«. (IS.Äo.2t<dwt)
Baltimore in gerechter E«t»
rüfiung.
Wtr besprachen in letzter Nummer einge
hend die Folgen, welche die übereilten Be
schlußnahmen der StaatS-SanitätSbehörde
vom Montag hoben würden, und wiefeu zu
gleicher Zeit auch auf die Unklugheiten hin,
an denen die Stadt mehr leide, als au den
Blattern. Die „Staats-SanitätS-Räthe,"
welche dem Gouverneur znmutheten, sich
Betrefs« Hülfe an die National-Regierung zu
wenden, ließen sich in ihrer Beschränktheit
sicherlich nicht träumen, welchen «Sturm sie
damit wachrufen würden. Gestern hagelte es
förmlich Beschwerden, Einwände, Proteste
und neue Vorschläge, und überall hörte man
zcruige Bemerkungen oder Bedauern darü
ber, doß man geradezu amtlich, wenn auch
fälschlich, bekunder habe, daß die Stadt so
sehr vou deu Blattern geplagt werde, daß
sie sich nicht melir felbst helfen könne und daß
nnfer Saiiiiäts Dcpartement den Kampf ge
gen die Krankheit ausgeben müsse, wenn ihm
nicht die Naiional - Regierung zu Hülfe
komme. Es ist aber auch geradezu unmög
lich, die Slaald-SanitätS Behörde oder viel
mebr die drei Verfasser und Besürivorter des
anstößigen Beschlusses zu entschuldigen oder
mild zu bciirlheilen. WaS sie gethan, muß
iedeu Ballimorer uud jeden Maryländer de
mülhigen.
Von mehreren Bürgern wird der Vorschlag
gemacht, eine Massenversammlung zu verau
stalien und darin Beschlüsse gegen die Maß
nahmen der Staats Behörde zu fassen. Das
ist aber wohl nicht nöthig, es würde ge
nügen. wenn alle kommerziellen Körper
schaften der Stadt einfach ihre Proteste mit
nöthigen Belegen publizireu und verbreiten
würden. Die Mitglieder des „Vereins der
Kaufleute uud Fabrikanten," der „Gerraide
iilid Mehlbörse," der „Handelskammer" :c.
können solchen Protesten weit mehr Gewicht
verleihen, als eine Versammlung. Doch will
es uns bedünien, als wenn es rathsam wäre,
daß der Mapor und die städtische Sanitäts-
Behörde so bald, als möglich, mit einer offr
zielten Eingabe die National-Regicrung, die
schon Ker.ntiriß genommen hat von der Maß
nahme der Staats - GefundheitS- Behörde,
über die Lage am hiesigen Orte aufklärte,
welche einen derartigen Beschluß durchaus
nicht rechtfertigt.
Baltimore war jederzeit voran, wenn es
galt, anderen von fchwerem Unglück betroffe
nlii Städten zu helfen. Als Feuer die wal
digen Gegenden an den wee n verwüstete,
Hochfluthen das Thal des Mississippi verheer
ten, das Gelbfieber iu den Städten des Sü
dens wüthete stets hatte die „Stadt der
Monumente" eine offene Hand für die Lei
denden. Wir find sicherlich wohl im Staude,
jetzt für unsere eigenen Leidenden zu sorgen,
und Das nicht allein, wir sammeln zu glei
chcr Zeit auch reiche Summen fnr die Ueber
fchwemmlen im deutschen Rheinthale. Wir
bedürfen keiner Hülse vou Auswärts, was
wir aber bedürfen, ist Schutz vor den offi
ziellcn Narrenstreichen kurzsichtiger „Freun
de" darin werden wir uns auch vor unse
ren Feinden zu schützen wissen.
Wie schon bemerkt, ist die Entrüstung eine
allgemeine, und zwar so allgemein, daß es
der großen Zahl von „Protestircnden" wegen
schwierig ist, Die auszulefeu, deren Ansich
ten der Leser als die wichtigsten acceptiren
tönnte. Doch sei bemerkt, daß zu den regsten
Widersachern des Beschlusses der Staats-
Sanität-Behörde z. B. Hr. H. C. Smith,
der Präsident des „Vereins der Kauftente
und Fabrikanten," zählt, bei dem sich, fobalv
bekannt wnrde, was geschehen, sosorl vrr
chiedenc Geschäftsleute einfrudeii, die er
klärten, daß, sollte es wirklich außerordent
licher Summen zur Bekämpfung der Blat
terrr bedürfen, sie bereit seien, den nörhigen
Betrag schnell unter ihren College» aufzn
diinsici!. Der Verein handelte denn auch
tthr prompt. Hr. Smith hatte eine Unter
redniig mit Mayor Whyle, und Tiensti'g
Nachmitlag sprach der Sekretär des Verein«,
Hr. John R. Bland, bei m Gouverneur zu
ÄnnupoliS vor. Wie es heißt, hat er dem
selben einen soiiml'eu Protest unterbreitet.
Wie immer Dem sei Hr. Hamilton weiß
>etzi jedensallS. daß, sollte er wirklich Hülse
von Washinglon verlangen (was er ober
schwerlich thun wird), er damit gegen die
Wünsche der Bürger dieser Stadt verstoßen
würde.
Daß sich selbst der „Verein zur Verbeffe
i Ulig der Lage der Armen" am Dienstag ge
gen die Beschlüsse der StaatS-Behörde er
iiärt hat. haben wir schon mitgetheilt. Mal>or
Whpte hat zu Dem, was wir von ihm eden
iolls schon gestern mitgetheilt, nur noch hin
zuzufügen, daß, wie er glaubt, sich außer
halb Baltimore'S im ganzen Staate kaum
?."> Blattcrnfolle befinden, daß die Krankheit
in der Stadt im Abnehmen ist, und daß er
herzlich bedauern müsse, daß Dr. Howard,
dem Quarantäne - Arzt, für feine t'.enen
Dienste so schlechter Lohn geworden ist, daß
man es sür nöthig gehalten hat, ihu zu noch
regerer Arbeit „aufzumuntern."
Hr. John W. Garrett, der Präsident der
„Ballinore Ohio Bahn," Hr. A. I. Fair
hank, der General Anwalt dieser Bahn. Hr.
Geo. F. Needbam, der General-Fracht Agent
der Tampser-Liilie," Hr. John
M. Hood, dec Präsident der „Westlichen
ÄLltzläuder Bahn," Hr. I. M. Parr, Prä
siden! der Handelskammer, Hr. P. H. Mac
gill, Hr. Enuoch Pratt, Hr. Wm. S. ?)oung,
Präsiden! der Geiraide- und Mehlbörse. Hr.
ThoS. Desord, Präsident der Schuh- und
Hr- H. Harlmaun, iun-, von der
Fiimo H. E. Hartmäulig Comp., Hr. I.
P. Phillips iGcb.üder Philipps Comp.),
Hr. Slingiusf (steveuson SliugSufs), Hr.
Ph'.llip Tarb» sTarby Comp.), Hr. SaM.
H. Tagart, der Achtb. Wm. M. Merrick, der
Kchib. Isaak D. Jones, Hr. Edwin Higgins,
Hr. Archibald Stirling, jun., der Otaats-
Änwalt Chas. G. Kerr, Hc. Heucy Stock
iicidge, der Ach!b. I. Morrison Harris, Hr.
John P. Poe, Hr. Orville Horivitz.Hr.J. W.
Horner (I.A.Horner ck Comp.),Hr.J.WHite-
Whiteh'll »d Comv.), Hr. Robert
C. Davidson (Daniel Miller 6: Comp.), die
HH. Sttauß ä: Comp., Capt. H. Clah Naill,
Hafeuauffeher, Major Wm. H. Dallam,
Spezial-Hülfs Zoll-Einnehmer, Hr. David
W. Gray, Hülss-Zolleinnehmer, Capt. I. R.
King, Hr. John Gill, juu., Hr. John F.
Wepler, Stadlrathsmitglied usw. usw., sie
Alle beklagen den betreffenden Beschluß der
Staatsbehörde als sehr übereilt und ver
fehlt. Ter gleichen Meinung ist Dr. Milton
N. Tahlor, früherer Sauitäls-Commiffär,
der mit Dr. Steuart durchaus nicht überein
stimmt.
Letzterer, bekanntlich der Vorgänger des
jetzigen Saniiäls-Commifsärs und Verfasser
scs anstößigen Beschlusses, befindet sich in
Nirchans keiner angenehmen Lage. Ader er
tröstet sich damit, daß er die durch die Hechel
rieht, die ihn entschieden tadeln, namentlich
Mayor Whyie, und dabei bleibt, daß der
Staat von einer Epidemie bedroht wird,
wenngleich unsere tüchtigsten deutschen Aerzte
unb Amerikaner, wie Tr. I. Van Bibber,
Dr. Wm. H. Crim, Dr. Alan P. Smith,
Tr. G. L. Wilkins, Prof. Frank Donaldfon,
Dr. I. E. Alkillfon, ja» sogar der Präsident
der Staats-Sanitäts-Behörde, Dr. I. H.
Warv, der als Vorsitzer nicht mitstimmen
konnte, ihm nicht beipflichteten. .
Tr. Benfon, Ser städtische Sanrtäts-Com
mifsär und Mitglied der Sanitäts-Behörde,
der gegen den Beschluß gestimmt hat, erklärt
einfach: „Ich habe meine Pflicht dem Staate,
meinen Vorgefetzten gegenüber und gegen
mich felbst gethan mehr habe ich nicht zu
sagen."
Bemerkenswerth ist noch, daß der Fond,
über den der Präsident verfügt, ursprünglich
zur Bekämpfung des Gelbfiebers im Süden
und Süd-Westen bestimmt war. Trotz aller
Noth und allen Elendes, das in den genann
ten Gegenden herrschte, ersuchten aber doch
nur Texas und Florrda die Regierung um
Hülse, und letzterer Staat zog sein Gesuch
gleich nach dessen Eintreffen zu Washington
wieder zurück. In Texas herrschte das gelbe
Fieber epidemisch, aber der Theil der tzlvi),.
t) 00, der diesem Staate zu Gute kam» wurde
nicht durch die lokaleußehörden, sondern durch
Generalstabs-Arzt Hamilton vertheilt. Man
hält auch zu Washington den Beschluß unse
rer Staats - Sanitäts - Behörde für einen
dummen Streich.
Hr. Smith, Präsident des „Vereins der
Kaufleute und Fabrikanten," Hr. Ward,
Präsident der Staats - GefundheitS - Be
hörde, uud die HH. W. W. Baldwin, jun.,
R. W. Cator, John E. Hunt uud Anbere
befuchten gestern Gouverneur Hamilton und
ersuchten ihn dringend, auf keinen Fall
bei der Bundes-Regierung um eine Geld-
Unterstützung zur Unterdrückung der Blat
tern einzukommen. Der Gouverneur er
klärte den Herren in Gegenwart des Staats-
Sekrelär« Briscoe, daß er noch keinen
Entschluß in dieser Angelegenheit gefaßt
habe, und daß er dieselbe, ehe er sich ent
scheide, nach allen Richtungen hin auf das
Sorgfältigste prüfen werde.
Die Antwort des Gouverneurs lautete et
wa folgendermaßen: „Der' Beschluß der
StaatS-Sarritätsbehörde, in welchem sie die
Staats'Exekntive ersucht, bei der Bnndes-
Regierung nm die Verwilligung einer «um
me aus dem Fond einzukommen, der für den
Fall einer bereits vorhandenen oder doch
drohenden Epidemie ausgesetzt wurde, ist
zwar zu meiner Kenntniß gelangt, indessen
wurde mir darüber noch keine offizielle Mit
theilung. Ist Die« geschehen, so werde ich
ihn reiflich prüfen und eine eingehende Ant
wort ertheilen. Da indessen die Bevölke
rung Baltimore's aus die Maßnahmen der
Exekutive mit der größten Spannung blickt,
erscheint e« mir zweckmäßig, schon im Bor
aus zu erklären, daß nach meiner Ansicht und
den mir zu Händen gekommenen Berichten
zufolge thatsächlich eineßlattcru-
Epidemie oder auch nur die Ge
fahr einer solchen in 'unserem
Staate nicht vorhanden lst. Viel
mehr ist eS meine Ueberzeugung, daß man
viel zu stark übertreibt, uud daß in Wrrk
lichkeit die gegenwärtig in Baltimore auf
tretende ansteckende Krankheit auf keinen
Fall eine Epidemie genannt werden kann.
Ferner, daß sie von den städtischen Behörden
vollständig controlirt werden kann, welche in
jeder Hinsicht ausreichende Mittel und That
kraft genug besitzen, um dieseuche in Schran
ken zu halten, ohne deshalb an die Staat«,
oder Bnlides-Behördeil um Beistand appelli
ren zu müssen; endlich, daß die in einigen
Countics existirenden Blatternfällc so wenig
zahlreich sind, daß noch Niemand es für nö
thig erachtet hat, Staat oder Bund nm öülfe
anzugehen. Ich für meine Person glaube
überdies, daß die Munizipal- oder Connty-
Behörden am Besten geeignet sind, mit der
Krankheit fertig zu werden, und ich bin auch
davon überzeugt, daß sie erforderlichen Fals
in vollem Umfange ihre Pflicht thun w.r
dcu."
Die Doktoren James A. Stenart. St.
Eeo. Teackle und Hr. I. Crawford Neilion,
Mitglieder der Staats-Sanitäts-Behörde,
welche am Montag sür die Annahme der
BnndeSljülfe gestimmt haben, fühlen sich
veranlaßt, auf die heftigen Angriffe, denen
sie in den letzten Tagen ausgesetzt waren,
etwa Folgendes zu erwidern: „Es muß uns
befremden, daß so viele würdige Männer
unser Verhallen ohne Weiteres scharf kritr
sirt haben, ohne auch nur die Gründe, welche
es veranlaßten, näher in'S Auge zu fassen.
Ans mancherlei Gründen mußten wir schlie
ßen, daß der Gouverneur sich nicht dazu ver
stehen werde, uns den Staats-Contingent-
Fond von 510,000 zur Verfügung zu stellen,
und wir glaubten deßhalb, das Anerbieten
der BnlideS-Regiernng nicht von der Hand
weisen zu dürfen.
Wir wollen aber damit keineswegs sagen,
daß gerade die Stadt Baltimore irgend wel
cher Hülse bedürfe, oder daß die Blattern in
der «tadt oder in den Couuties die Propor
tionen einer Epidemie angenommen haben.
Sondern eS kam nns lediglich daraus an, in
den Connties rechtzeitig die Schntzmaß
regelrr zu treffen, zu welchen man sich iu der
der Stadt leider erst so spät entschlossn hat.
des Staates um Zusendung von Lymphe au
gegangen, und doch war die vou der Staats-
Legislatur für diesen Zweck verwilligte ganz
unzureichende Summe schon längst verans
gabt.
Was sollten wir also, da der Gouverneur
nicht helfen zu wollen schien, den dringenden
Forderungen aus allen Couniies gegenüber
ihnn ? Uirfere Gegner scheinen zu vergessen,
daß diese Behörde eine Staatsbehörse ist,
also außer der Stadt Baltimore, welche sich
füglich selbst Helsen kann, hauptsächlich auch
sür die 21 CounUes zu sorgeu hat. Wir
mochten auch nicht in den Fehler der städti
schen Behörden verfallen, d. h. zu spät Maß
regeln gegen die Blattern ergreifen (denn
hörte man damit nicht so lange gezögert, so
hätte die Seuche in Baltimore nie ihre jet
zige Ausdehnung erreichen können).
Kurz und gut, für uus gab :s blos die
Froge zu entscheiden, ob wir die uns frei
willig angebotene Hülfe der BundeS-Regie
rnng zurückweisen uud damit der Seuche ge
statten sollten, auch die CountieS heimzu
suchen, ohne vou unserer Seite auch nur den
Versuch zu machen, ihr Eiuhalt zu gebieten.
Im Ucbrigei! stimmen wir dann mit dem
Publikum übn ein, daß eS nicht gerade eine
Ehre für de» Staat Maryland war, daß wir
e» ilir einc gcl'iettrischc Pflicht halten muß
ten. den von der Bundesregierung aujebo
lenen Beistand zu acceprireu. Unbedingt
lieber häiteu auch wir es gesehen, weun der
Staat uns feine eigenen reichen Hülfsmittel
zum Schutze gegen den Feind unserer Wohl
fahrt zur Verfügung gestellt hätte."
Wcnii T u (?oke brauchst, kaufe
i!nr von der,,Eq'.niable GaS-«sii!N
vaguie." (17-22)
H a z a r d 112 p i e t e r vor dem Crimi
ualrichter. Eine Anzahl Eigenthü ner
von Spielhänseru stand gestern vor den
Schranken des Cruninalgerichtes. um sich
wegen der Uebertretuug des Gesetzes zu ver
antworten. Joseph Beard, jun., der erste
der Angeklagten, bekannte sich schuldig und
wurde vom Richter Phelps zn einer Geldbuße
von 5250 verurtheilt, welche er zahlt?. Beard
gab an, daß er zwei Wochen vorher, ehe die
Anklage gegen ihn erlassen wurde, eine
Wirthschaft an Ost-Baltimorestraße eröffnet
habe, und Dies das erste Mal sei, daß er vor
dem Gerichte stehe, eine Augabe, welch? durch
die Bücher des Gerichtes bestätigt wurde.
Richter Phelpt bemerkte bei'm UrrheilSiprnch,
daß in Hinsicht ans die von dem Angeklagten
gemachten Angaben er diesem die geringste
Strafe auferlegen werd?. Schlechter kam
der nächste der Anaekiagteu, Marcellus
Kcene, davou. Derselbe erschien in der uro
dernsten Weise gekleidet im Criminalgerichte
und wünschte, den Staatsanwalt zu sehen.
HülfSanwalt Ganö wurde ihm als solcher
bezeichnet, und an diesen richtete er daö Ge
such, seinen Prozeß zn verschieben, da sein
Anwalt außerhalb der Stadt sich befinde.
Hr. Gar« weigerte sich, das Gesuch bei'm
Richter zn befürworte», da Kecue erst bei m
Aufrufen feines Namens Hrn. I. A. L. Mc
Clurc als seinen Anwalt genannt habe, wäh
rend er doch gewiß Zeit genug gehabt hätte,
sür einen Anwalt zu sorgeu. Richter Phelps
'chlcß sich der Ansicht des Staatsanwaltes
an, und Keeue wurde bedeutet, sich zu setzen,
bis sein Prozeß an die Reihe komme. Der
Angeklagte kam der Weisung nach, uud als
seiu Name ausgerufen wurde, bekannte er
sich schuldig und begab sich in die Rotunde,
nm dort sein Schicksal abzuwarten. Richter
Phelps bemerkte bei der Verurtheilung, daß
es ihm leid thue, dem Angeklagten keine
leichtere Strafe auferlegen zu korrnen, aber
Kcene habe bereits verschiedene Male unter
derselben Anschuldigung vor dem Gerichte
gestanden, nnd dieserhalb müßte den Be
stimmungen des Gesetzes Genüge geleistet
werden. Das Urtheil lautete auf sechs Mo
nate Stadtgesängniß. Sobald dasselbe ver
kündet war, schauze sich Hülsswardein Flarr
uery nach seinem Schützling um, uud da er
ihn im Gerichtshöfe vergebens suchte, wurde
bald das Gerücht laut, daß der Bogel ausge
flogen sei. Dem war aber nicht so, denn so
bald Keene sein Schicksal ersnhr, stellte er
stch sofort freiwillig jind wurde eingesteckt.
Nach Vertagung des Gerichtes wurde er, an
den Händen gefesselt, nach dem Gefängnisse
gebracht. In der Klage gegen Levi Mans
bach beantragte die Staatsanwaltschast Frei
sxrechnl-g des Angeklagten wegen Mangels
an Beweisen, und der Prozeß gegen John
Murphy wurde zurückgelegt.
Begnadigt. Gouverneur Hamilton
hat den Neger Wm. Henry Leakiirs begna
digt, welcher am <i. April 1881 im hiefrzen
Criminalgerichte wegen Todtschlags zu fünf
jähriger Zuchthausstrafe verurtherlt wor
den war.
Das Begnadigungsgesuch war vom Rich
ter Pilikney, Staatsanwalt Kerr und Ande
ren befürwortet worden. Leakiirs wurde fo
fort entlassen.
Leberkranken können wir Dr. August Kö>
nig's „Hamburger Tropfen" als den besten
lt« im Markte empfehlen.
>22)
Ehrengeschenk. Pirofefsor Johann
Schäfer wurde am Dienstag Abend in seiner
Wohnung Nr. 332, Weft-Fayettestraße, mit
einer fchönen bronzenen Uhr und Seiten-
Ornamenten, einem Geschenke von dreißig
Mitgliedern des Chors der katholischen St.
MartinuS-Kirche, überrascht.
Im „Stadt-Hospitale" gestor
ben. — Jerorne Levy, der Neger, welcher
auf der „Nördlichen Central-Bahn" in der
Nähe von Ashland, Baltimore-County, am
11. d. MtS. verletzt, und dem im „Stadt-
Hospitale" ein Fuß amputirt wurde, starb
gestern früh daselbst am Kinnbackenkrampse.
(,'uel I^iv« r < >il irrn! I.imt'.-Per
sonen, welche Leberthran genommen haben,
werden erfreut sein, zu hören, daß eS Dr.
Wilbor gelungen ist, unter Anweisung meh
rerer Fachgelehvter das reine Oel mit Kalk
derartig in Verbindung zu bringen, daß es
dem Geschmack angenehm ist, und seine Wir
kungen bei Lungenübeln wahrhaft staunens
werth sind. Sehr viele Personen, deren
Krankheiten als hoffnungslos angesehen wur
den, und welche das reine Oel lange Zeit
ohne wahrnehmbare Wirkung genommen hat
teil,sind durch VenGebrauch dieser Präparation
vollständig wieder hergestellt worden. Seid
achtsam, daß Ihr den ächten Artikel erhaltet.
Alleiniger Fabrikant: Zl. B. Wilbor,
Chemiker, Boston. Zu haben bei allen Dro
guisren. (22,4,6)
Unfälle. Der 22-jährige Thomas
Murphv fiel gestern Mittag um N Uhr an
der Ecke von Dover- und Howardstr. nieder
und brach sein rechte« Bein oberhalb de«
Knöchels. Er wurde durch die Polizisten Ja
cobs und Mills nach seiner Wohnung, Nr.
00, Perrystr., gebracht, wo Dr. Walker ihn
behandelt.
Zwei Arbeiter von Jofhua Horner k
Comp., Street undHolthaus, brachen gestern
Vormittag durch das Eis im Bassin und wa
ren dem Ertrinken nahe, als die Angestellten
der Firma sie retteten und durch Anwendung
von Wiederbelebungsmitteln die bereits Be
wußtlosen wieder zu sich brachten.
Theodor Harrison, Student des „West
lichen Maryländer CollegS," erlitt dieser
Tage in Westminster in Folge einer Colli
sron feines Haudschlittens mit einem große
ren Gefährte eine schwere Verletzung am
Kopse. Indessen ist sein Zustand gegeuwär
ttg eiu befriedigender.
Der „Maryländer Hospital-
HülfS Verein" btelt letzte Woche in
Nr. 0, Cathedra! - Straße, feine monatliche
Sitzung. Noch dem Berichte hat das betref
fende Comite 25 Gemälde, meisten« colorirte,
in den verschiedenen Hospitälern angebracht;
dos Bücher-Comite hat 64 gebundene Bände,
144 Magazine und 1573 tägliche und wöchent
liche Zeiiungeu vertheilt, das Bekleidungs-
Deparlkment 48 Anzüge geliefert, und das
Frucht Comite eine außerordentliche Menge
vou Früchten und Delikatessen den Frauken
Die 4. Jahresversammlung des
„K in d ers chu tz -V erei us" wurde be
kanntlich am Dienstag Abend im Ouäker-
Gemeinde-Hanse an der Nord Entawstraße
gehalten; und in seinem Jahresberichte gib
der Präsident Hr. Joseph Merreficld außer
deu bereits gemeldeten noch folgende allge
mein interessante Daten: Es wurden im
verflossenen Jahre 180 Fälle untersucht, bei
welchen es sich um das Wohl und Wehe von
315 Kindern handelte. Von diesen nahm
der Verein 62 unter seinen Schutz und brachte
sie iu verschiedenen wohlthätigen Anstalten
unter. Die Sammlungen ergaben im ver
flossenen Jahre 5870, und davon nahmen
unumgänglich nothwendige Ausgaben die
Summe von 5855 in Anivruch. Für den
Ankauf eines eigenen Hauses an der Court
landstraße sind bekanntlich 51000 erforder
lich, und eS sind für diesen Zweck bereits
5700 dnrch Subskriptionen uns 5400 durch
eine Benefizvorstellung in der „Musik-Aka
demie" aufgebracht worden. Es ist also für
den Ankauf au sich Geld genug vorhanden,
allein für die Möblirung des Hauses sind
noch immer einige Hundert Dollars erforder
lich. Der Präsident machte ferner daraus
aufmerksam, daß der Verein statt eine»
Agenten deren mindestens vier haben sollte.
Schließlich hielten noch Pater McGurk (in
Vertretung des Erzbischoss Gibbons), Pastor
I. C. Burle von der dritten englisch lutheri
schen Kirche, Richter Wm. A. Fisher und
Pastor H. E. Johnson von der Chatsworth
kirche mit großem Beifall aufgenommene
Ansprachen, und namentlich der Letztere be
richtete einige eklatante Fälle von der segens
reichen Wirksamkeit des Vereins. Zu Be
amten des Vereins wurden dieselben Herren
wiedererwählt.
Jahresversammlung der „All
gemeinen Deutschen Kranken-
Unter stü tz u ug S und Lebens-Ver
sicherung«- Gesellschaf t."
Tieselbe fand gestern Abend bei recht gutem
Besuche im Lokale des Hrn. Caspar Lotterer,
Nr. 55, Hillilraße, statt; Hr. Bernh. »tolle
sührte den Vorsitz. Die darauf erfolgende
Wahl neuer Beamter für die nächste Ver
einsperiode ergab die Wiedererwählung der
sunkrionireilden Beamten mit Hrn. Bern
hard Stolle als Präsidenten, Hrn. I. Tön
nis als Vice - Präsidenten, Hrn. Johann
Wünnenberg als Sekretär. Schatzmeister ist
nach wie vor der um das Verei.ismohl nach
jeder Richtung hin treuverdiente Präsident
Bernhard Stolte, seinem Takte und seiner
Umsicht ist die Wohlfahrt der Maryländer
Abtheilung in der Hanplfache zu danken
Der Finanzbericht wies «ine Einnahme
ron 517,844.41, eine Ausgabe von 517,335.-
10 während des abgelaufenen Jahres, folg
lich einen Ucberschuß vou 5509.3 l «ich.—
Die Gesellschaft steht unter unserer Bevölke
rung im besten Ansehen und kommt ihren
Pflichten in KrankheiiS, wie Todesfälle.!
auf's Gewissenhaslrste nach.
Die I ahr e S v e r 112 a m m l li n g des
„M edic o-C hir >rrglscheu Vereins
vou Baliimo r e" fand gestern Abend
in Hrn. Christian Shaw's Restauration an
der Nord-Highstraße statt. Alo Beamte sür
das lausende Jahr wurden erwählt: Ä. M.
Äeed Präsident, C. F. Percioal 1., I. W.
CkambcrS 2. Präsident, W. H. Nor is
al)ü eisier. W. N. '.'ist Sc!>ctas. O. I.
I. S- Lynch uud A. F. Erich Exe
kutio-Cvmite.
> Nach Schluß der find ein
Vankett statt, bei welcher Gelegenheit die
tokioren E. M. Reed, I. W. C. Cuddy, C.-
F. Pcrcival, T. P. EvauS, Erich, L. C.
(orn, A. T. Shertzer. I. F. Scarsf, G. H.
Rohc li. A. Reden hielten. Den Tvaft aus
die Presse beantwortete Hr. Eduard Raine.
Zur Unrerhallung trug währeud des Abends
Prof. Cockey mehrere ansprechende Flöten-
Soli vor. Tr. I. F. Scacff hatte die Arran
girnng des Festes übernommen nnd führte
dasselbe in solch' musterhaster Weise durch,
daß er sich den Dank der Theiluchmer er
warb, welche sich Alle dahin aussprachen, daß
sie einen höchst vergnügten Abend verlebt
Kotten.
Eine Versammlung israeliti
scher junger Damen fand gestern
Nachmittag in der Halle des „israelltischen
JünglingSvereinS" statt, in welcher Frl. Ada
Friedberger den Vorsitz und Frl. M. Blond
beim das Protokoll sührte. Es wurde berich
tet, daß der Verkauf der Billete für den Wohl
thätigkeitSball am 7. Februar zum Besteu
der Blalterukiauken und der deutschen Ueber
schwemmten in erfreulicher Weise seinen
Fortgang nimmt. Mau beschloß ferner, daß
150 junge Damen bei dem Bankette aufwar
ten sollen, und endlich wurde eiu aus folgen
den jlrngen bestehendes Exekiitiv-
Comite sormirt: Sara Stein, Marie Cohn,
Carrie Friedeureich, Alice Levy, Hattic
Meber, Scdie Nvsenstock, Ray Goldmauu,
Slirse GrünSselder. Fannie Steru, Lulu
Gotlscho!?, Ida Wheatfield, Amalie Marx,
Lotiie Stiefel, ferner ein Arrangements
Ccmite, bestehend aus deu HH. Jos. Fried
berger, I. A. Emaiinel, Heinrich Fried
mann, Heinrich OeUinger, Moses Äesthei
mer. Moses Oppenheimer, Isidor Mandcl
bavm, Jos. Haar, Hiram Friedenwalö, Ja
kcb Hermann und David Wols.
Zweite W o ch e n v e r 112 a m m l u u g
des ~S ü d -B a l t i m or e r Kranken-
Un t erst ützungS- V e r e i n s." Die
Mitglieder dieser Vereinigung, deren Zweck
in der Unterstützung von Familien besteht,
deren Angehörige von Pocken und Diphthe
ritis heimgesucht werden, hc.ten sich gestern
Abend im oberen Saale der 2. euglisch-deul
schen Volksschule, Nr. 174, Hamburgstraße,
Ecke von Bevan's Alley, zahlreich erngesun
den. Hr. Georg Kahl führte den Vorsitz, Hr.
Georg Bauer dos Protokoll, und als Schatz
meister war Hr. Johann East zugegen. Nach
tun, das aus den HH. Georg Ehrhardt, Her
mann Bredicke und H. H. Delett bestehende
Comite berichtet, daß Kranke noch nicht zu
besuchen gewesen, und nachdem beschlossen
n orden, die Mitgliedschaft nicht allein üoer
den südlichen Distrikt, Mdern über aUeTheilc
d r Stadt auszudehnen, erfolgte Vertagung
b s Mittwoch, den 31. d. MtS. Der Verein,
eist seit 14 Tagen bestehend, zählt bereits
. -'0 Mitglieder.
Das Au st ern -So uP er der Da
men der St. M a t t h ä i - G e m e r u d e,
weiches einen so erfreulichen Vrrlaufgenom
men, verdankt den glänzenden Erfolg frei
lch hauptsachlich den Damen, die fo uner
müdlich thätig waren, aber auch viele Her
ren haben wesentlich zu diesem Erfolge bei
getragen. Das Arrangements-Comite be
stand ons den Mitgliedern des Kirchenvor
s'audes: Präsident I. Stephan, Sekretär W.
Kratz, Schatzmeister Schmidl und den HH.
N. Volz, I. Gebel, G. Förster, Chr. Dier
lam, G. Baumgärtner und W. Horstmann,
rn d die Herreu standen den Damen mit Rath
uud That treulich zur Seite; Hr. Horstmann
hat sich noch besonders durch seine fliuke und
zuvorkommende' Bedienung besonderes Ver
dienst erworben. Die HH. Kreisel, G.
Weinknecht und L. Lang hatten bereitwillig
d-n Ausschank des Bieres übernommen und
ermüdeten nicht, den vielen Anforderungen
freundlich und schnell gerecht zu werden.
Mit besonderem Tanke gedenken die Damen
ihrer gütigen Freunde, welche durch ihre Li
beralität so wesentlich zu dem Erfolge des
Festes beitrugen, wie der HH. I. und W.
Dauterich, Charles Diehl, Charles Thie
mever, N. Volz, Chr. Eissel, I. Wißner.
E. Threisel, L. Lang und Frau Wittwe
Vcgt.—Trotz der allgemeinen Zufriedenheit
kennten doch viele der Mitglieder nicht ver
glssen, daß ein ihnen so lieber und treuer
Freund, der, wie er sie im Unalück rröstete,
auch gern mit ihnen im traulichen Zirkel
verkehrte, nicht anwesend war, und manches
ernste Wort wurde dem Andenken ihres ver
storbenen Seelenhirten, dem Pastor Maier
> in Liebe und Achtung geweiht.
Der 5. Ja'hresball des „Balti
morer Brauer-Kranken-Unter
st ü tzu n g s-V erein s" sand gestern in
Schlegel's „Orchestrion-Halle" statt und war
recht zahlreich besucht. Um Schlag 0 Uhr
wurde der Ball mit einer großen Promenade
eingeleitet und dauerte in ungetrübter Hei
terkeit bis weit in den heutigen Tag hinein.
Die „Bai-View-Brauerei" hatte ihren besten
Stoff geliefert, dem, wie sich erwarten ließ,
wacker zugesprochen wurde, und da« um 12
Uhr von Hrn. Schlegel fervirte Souper fand
den ungetheiltesterr Beifall und lebhasten Zu
spruch. Als Arrangements-Comite fungirten
die HH. E. von Paris, Vorsitzer, B. Krö
nung, I. Beyer, Z. Wolf, I. Sauer, I.
Stumpf, F. Baureis und I. Buschelberger.
Die Beamten des Verein« sind: Fritz Wieß
ner Präsident, Wilhelm Heß Vice-Präsident,
Karl Rummel Sekretär, Fr. Pertner, Schatz
meister.
Neuntes Jahres-Conzert der
Wochen-undSon n tagsschule der
„ersten deutschen vereinigten
evangel. Gemeinde" an Eastern-
Avenue. Der große Saal der „Con
cordia" nebst Gallerte n war gestern Abend
vou Befuchern gefüllt. Der erste Theil um
faßte 11 Vokal- und Instrumental-Vorträge,
bei denen die Leistnngen der erwachsenen
sonntagsfchüler.und -Schülerinnen allge
mein anerkannt werden mußten. Die Lei
tung der Vorstellungen hat mit Glück Hr.
Wilhelm Seidler, der feit Mai vorigen Jah
res an seinem slteu Platze thätige Ge
meiride-Schullchrer, geführt, Solopartie n
nud Begleitung lagen in den sicheren Hän-
den der Frau Pastor Couradt. Den zweiten
Theil der Abend-Unterhaltung bildete die
englische Operette „ItrU liniin» II,»
li< ftt iuausgeführt von ca. 1"ö Personen,
ans SonntagSschnllehrern und deren Schü
lern bestehend. Die Musik stand unter der
abwechselnden Direktion der HH. Fcldmairn
und Ziegler, und dieselbe spielte zu Ansang
der zwei Programm Abtheilungen die Ou
vertüre zu „the Summer" von Hoffmann
und ein Marsch-Potpourri von C. Koch.
In der Küche, welche nach Beendigung der
Vorstellung ihre Erzeugnisse zum Besten der
Anwesenden bot, machten sich durch regen
Fleiß verdient die Frauen Krüger, Seidler,
Schläucher, Schlag, Scklegel. Bägel, Kamke,
Müller, Damm, Schaake, Kraft, Betz, Rode,
Pansch, Seegruber, Buschmann, Harimaun,
Friedrich. Trautner, Warrlich, Volker, Kivp,
Mercr, Lock, Albrecht, Wenzel u. A. Für
d>rS Küchenweien und seine Haupt Arrange
mentS trat Kochkünstler Michael Meyer in
bewahrter Weise ein. Hieruf kam der
Tonz, das Bindemittel und zugleich der
Schlußakt der meisten gtsclligen Zusammen
künfte, zu vollem Rechte. Als Comite-Mit-
P. Zimpert, I. F. Bogel, W. Erdbrink, I.
F. Ostertag, C. S. Damm, L. Z. Meinert,
G. Garner, W. Schnaufer, I. H. Horst, A.
Ott, F. Damm, H. Will, H. Bien, H. HenS,
I. Becker, G. (5. Wanken, I. H. Garmer,
jun., A. Damm. C. Kraft, H. Ott, H.
Schaake, G. Schmidt, I. Schönhals, A.
Lang, W. Wiese, L. Rode, G. Eisenberger,
H. Rosenberger, H. Pansch, W. Seidler, I.
P. Rudolph, Johann Bolz nnd Franz Schle
gel.
Iu der „T urn-H a l l e" ging gestern
Abend vor gut besetztem Hanse zum Beiieii;
für Hrn. C. Gehre, einem verdicnstoollen
Mitgliede der Holfelder'schen Truppe, das
fesselnde Stück „das Kind der Gaullerin"
von Carl über die Bretter. Spiel und Aus
stattung waren excellent, und erwarb sich
namentlich der Benefiziant durch die gelun
geue Wiedergabe d«r Hauptrolle „Walter
Gras Hartenstein" reichen Beifall. Nach
Beendigung der Vorstellung wurde Hr.
Gehre von der Damen-Sektion des „Balti
morer Turnvereins" durch ein namhaftes
Geldgeschenk überrascht.
Schl e g e l'S „O rch e str io n Ha l l e."
—Die von Hrn. Heinrich Schlegel neu enga
girte Tyroler sänge»Truppc traf gestern
früh mit dem Dampfer „Main" in New
?lork und Abends 1(1 Uhr in hiesiger Stadt
ein. Hr. I. Oberforcher, der in Baltimore
gern gesehene Gast, der bereits in der „Con
cordia," im Schützenparke u. f. w. mit gro
ßem Beifall conzertirt hat, kommt mit einer
ausgewählten Truppe rou zwei Herren nnd
fünf Damen und verheißt vorzügliche Lei
stungen. Von den Mitgliedern der Truppe
werden Hr. Ludwig Rieier und Fcl. Macie
Brucker zugleich als Tänzer auftreten nnd
besonders den „Schuchplattler." einen echten
Tyroler Rational Tanz, den Besuchern vor
führen. Hr. Schlegel verdient für seine Be
mühungkn, dem Publikum stets Abwechse
lung zu bieten, volle Anerkennung.
„M a r S-C a st l e N r. :!" des „ Ordens
der Ri t ter vomgoldc n e n e n A d l er"
hielt gesteru Abend eine musikalisch-litera
rische Abendnnterhaltung in der „Pattersou-
Halle" ab, welcher eine große Altzahl Perio
neu beiwohnte. Die GesaugSvortcäge, Mn
silpiecen nnd Dellamationen waren sämmt
lich lobenswerthc Leistungen, welche denn
auch bei m Publikum gebührende Auerken
nun« fa.ideu. Nack? beendigter
herrschte blos einWizusch, der, daß der Orden
bald wieder ein solches Vergnügen veran
stalten möge-
Das MarNläuder Depar te
m e n t der „große n A r >uee der R e -
publik" hielt gestern rn der „Wilson Post-"
Holle seine jährliche Versammlung und er
wählte für das laufende Jahr die folge»
den Osfizicic: Departements Commandeurs.
H. Siücr. sen., Vice Deport.-Command'nr
öei ry I.Johnson. >nn.. Vrce-D:partcmen!s-
Ccininandcnr A. G. Aiford, Sanitäts Direk
ini. Dr. A. W. Dodge. VerwaltungSrä:he
E. H. Dünn, M. V. Baileu. Thomas Hill,
Leroy Baldwin, James E. Cooper.
Vertreter im Allgemeinen zum nationalen
Feldlager Gco. B. Creame?: Stellvertreter
Robert S. Rodgers: Vertreter W. W,
Walker und W. O. Saville: Stellvertreter
A. E. Evans nnd I. W. Saville.
„K nickerbock e r L eb cnsv e r si che
ru n g§-G e 112 el l s ch a 112 t." Bis gestern
datier, l!ü Personen mit Policen im Betrage
von HIAVMt) ihre Ansprüche bei dem in der
lihten Versammlung der Policen Inhaber
ernannten Comite, welches 'Nachmittags im
Zimmer Nr. 2. Raines Halle, sich versam
melt. angemeldet.
Tie Signal - Station in Chiucoteogue,
Virg., berichtete „„Der spanische Dam
pfer „Alpin" bat scineu Ccirqo auf dem
strande ausgeladen. Er ist in gntem
I avdc und wild ohne lieuneusweilyeir Scha
den flott gemacl>t werden können.""
Entlasfen nno wieder verhaf
t e t.- Isidor Mendel, alias August Müller,
e u junger Teutscher von gefällig-m Wesen,
welcher bekanntlich am Samstage von den
Gcbein vcl'zisien Freeburger uud Kimball
aus die Ausc.>uld!gung, in Washington einen
Diebstahl verilbt ;u haben, hier verhaftet
worden war, wurde gestern aus Grund eine«
vcn seinen Aüwält-MÄ. HollingSivorth und
Joseph Whyte eliigereichten HabeaS Cor-"
pus Gesuches dem Richter PhelpS vorgesühr«
, ud von diesem entlassen, da nach des Rich
ierS Ansicht dem Gerichte keine Jurisdiktion
rber das Vergehen, welches in Washington
t iganpen wurde, zustehe. Sofort nach sei
ner Entlassung wurde Mendel von den Ge
heimpolizisten wieder verhaftet und dem
BundeS-Commissär Rogers vorgeführt, wel
cher .ihn unter der Anklage des Diebstahls
bis zu einem am Samstag stattfindenden
verhöre nach dem Gefängnisse sandte. Jo
siph Wbyte, einer der Anwälte Mendel s,
erwirkte sofort eine Order vom Richter Fi
sher, durch welche Marschall Grah angewie
sen wird, den Verhafteten hente Mittag de.n
Stadt-Gerichte vorzuführen.
Aus den Ger icht s höfe n. Im
Common Pleas-Gerichte wurden gestern nicht
weniger, wie vier Petitionen eingereicht, in
wichen nachgesucht wird, die Inhaber ge
nisser Firmen bankerott zu erklären. Die
eiste dieser Petitionen ist die von Deford
Comp, und John Startzmann, Creditoren
dlr Firma Robert Lawsou Söhne,gegen Z.
crbert Lawsou. In derselben wird angege
bln, daß der genannte I. Herbert Lawsou
an: 13. Dezember v. Js. seine Zahlungen
ei? stellte und eine Uebertraguugs - Urkunde
unterzeichnete, welche er gerichtlich eintragen
ZK lassen drohte, sobald ein Verfahren, wie
dcs gegenwärtige, gegen ihn eingeleitet wer
de. Deshalb ersuchen die Petenten, daß da«
Gericht über genannten Lawsou deiiZwangS
Conkurs verhänge. Das Verhör wurde auf
den 1. Februar festgesetzt.
Die zweite Petition ist die von Gebr.
Phillips >5: Comp, gegen Georg M. Taylor,
in welcher angegeben wird, daß Taylor am
1!>. Januar zum Besten seiner Creditoren
eine UebertragniigSurkunde an W. I. Tay
lor ausgestellt. Die Petenten stellen eben
falls das Gesuch, den Georg M. Taylor sür
bankerott zu erklären und ihn daran zu Hin
dun, über sein Vermögen zu versügeu. Das
Verhör in diesem Falle ist aus den 27. Jan.
festgesetzt.
Karl Winternitz 6- Söhne von hier und N.
C. ReiSky von Philadelphia reichten die
dritte Petition ein, und zwar gegen Georg
Kiunier, jun. kKinnier soll zur Zeit, als er
seine Zahlungen einstellte, seinen Borrath an
Kutschen und Rohmaterial zur Fabrikation
von Wagen u. s. w. an seinen Vater, Georg
Kmnier, sen., übertragen haben, weshalb
um Verhängen des Insolvenz - Verfahrens
und Ernennung eines Sequesters nachge
sucht wird.
Die vierte und letzte Petition ist die der
Firma HigginS, Cobb Co. gegen Marie
E. Aoung. George W. Hornig, ein Schuld
ner der genannten Firma, übertrug am 2.
Januar all' sein Vermögen an seine Tochter
Marie E. Höring ohne irgend eine Vergü
tung und stellte am 14. Januar seine Zah
lung ein. Seitdem betreibt die Tochter das
Geschäft. Die Petenten suchen um einen
Einhaltsbefehl gegen Marie E. Aoung und
Verhärtung des Zwangs - Conkurses über
Gco. W. Höring nach. Der Einhaltsbefehl
wurde vom Richter Stewart bewilligt, jedoch
einigten sich die beiderseitigen Anwälte spä
ter mit Genehmigung des Gerichtes dahin,
daß Marie E. Houng angehalten werde, bis
zur Entscheidung des Falles die wöchentliche
Einnahme des Geschäftes jeden Montag an
die Advokaten abzuliefern. Die Verhand
lung des Falles beginnt heute.
Die Klage der Amelia Myers gegen
George R. Dew wegen Bruches des Ehever
fprecheus wurde durch Zahlung einer sum
me Geldes vom Verklagten an die Klägerin
geschlichtet.
Richter Duffy gab gestern die Entschei
dung ab, daß der Tod eines Beteiligten an
einer Klage diese sofort beende.
Der Farbige George A. Dean, wel
cher wegen Angriffs auf den Neger Francis
Branfon mit der Absicht, ihn zu tödteu, vor
dem Criminalrichter stand, wurde von den
Geschworenen schuldig befunden. Sein An
walt reichte einen Antrag auf einen neuen
Prozeß ein. Dean hatte am 31. Oktober
in der Watfonstr. während eines Streites
Branjon durch einen Schuß schwer ver
wundet.
Die Anschuldigungengegen den
Superintendenten Brauns mit Bezug auf
die Leitung des Baues des neuen Postgebau
deS werden gegenwärtig bekanntlich durch
den Speztal- Agenten Howell vom BundeS-
Schatzamt untersucht. Allein es läßt sich ia
von vornherein annehmen, daß sie sich als
unbegründet erweisen werde».
Eine fchwere Heimsuchung hat
gewiß in drm kurzen Zeiträume von eincm
Monat da« betagte Elternpaar Dr. Robert
Amthor und Gemahlin erlitten. Der uner
bittliche Tod raubte ihnen in der angegebe
nen Zeit die drei erwachsenen, hoffnungs
vollen Söhne, auf welche die Eltern ihre
kunft gebaut. Am 29. Dezember starb Ro
bert A., junior, ein junger Arzt mit gunn
Aussichten: am Montag folgte ihm Otto A.,
24 Jahre alt, und gestern segnete auch der
letzte und jüngste Sohn Wilhelm, ein 17-
jähriger Jüngling, daö Zeitliche. Möge die
Zeit den tiefen Schmerz der Eltern heilen!
Ein neues Maryländer Eisen
bahn-Projekt. Im Repräsentanten-
Hanse wurde gestern einer Spezial-Depesche
an den „Deutschen Correspondenieii" zufolge
eine Bill eingebracht, welche die Erlaubniß
zur Verlängerung der „Suffex - Midland-
Babir" nach Lewes ertheilt, und zwar zu
gleich mit dem Privilegium, eine Zweigbahn
noch Rchoboih zn bauen und sie mit anderen
in Maryland projekiirten Bahnen in Ver
bindung zn bringen, so daß dadurch eine fort
laufende Bahnlinie von Washington, D.-C.,
nach der Sceküste geschaffen wird. Die Bahn
soll nämlich von Washington nach Annapolts
sichren, von dort sollen die Züge auf Fähr
booteu nach Kent-Jsland übergeführt wer
den, und dann werden die Schienen weiter
bis zum atlantischen Ozean führen. Die
„Sussex-Midland-Bahn" erhielt ihren Frei
brief schon vor acht Jahren, allein mir den
Arbeiten an dieser Strecke hat man bisher
noch nicht begonnen.
Hr. Hiram Corson hielt gestern in
der „Hoplins' Halle" den zweiten seiner in
teressanten Vorträge über die „Ideale des
Lebens in der Poesie." Und zwar sprach er
gestern speziell über Tennyson.
Ein g e h e i m n i ß v o l l e r Fund.
Gestern früh gegen 2 Uhr fand der Polizist
Carr in der Fremouistraße, nahe Patterfon-
Avenne.einc Negerin, welche stark aus einer
Stirnwundc blutete, mit dem Gesichte aus
der Erde lieAn. Sie wurde in bewußtlo
sem Zustande nach dem westlichen Slattous
Hause gebracht, wo Dr. Flannery sich ihrer
annahm, ihren Zustand ader fiir sehr bedenk
lich erkläne.
AuS der Staatöhauptstadt.
A nuapolis, 24. Januar. Ad>utant
G. E. SuUivan vom Meade Posten Nr. 27,
„G. A. R.," begab sich hente als Delegat zn
dem großen „Feldlager" in Baltimore.
Der Dampfer „Leila," Hapt. Mitchell,
von der Austern-Marine Polizei hat in die
ser Saison berei!« 75 schisse, meistens Bal
limorer, wegen AusternfischeiiS an verbotenen
Stellen aufgebracht, uud in beinahe sämmt
lichen Fällen sind dieselben bestraft worden.
Gestern wurde eiue große Menge Gesetzes-
Ueberireter gemeldet, doch war die „Leila"
durch daö Eis au der Jagd verhindert. Der
Schooner „Wm. Bradley" vou Baltimore
wurde heute sreigegebeu.
Aus Scrabbletowu im l. Distrikt die
ses Countys starben in einer Familie fünf
Personen an Diphtheritis.
Die Klage Snowden's gegen die „Balti
morcr Klinik" kam heute im AppellaltonS-
Gerichi zur Verhandlung. Morgen werden
die Nummern bis aufgerufen werden.
Gouverneur Hamilton ivar heute zum
ersten Male feit feiner letzten Krankheit anf
iivige Augenblicke in seiuein Büreau. Die
BestaUnugSschreibeu sür die kürzlich ernann
!e>! Eiuwandcrnngs - Commifsäre wurden
heule an bic Herren abgesandt.
Heute wurden drei weitere Erkraiiknn
gen on Blattern in einer sarbigcn Famil c
gimcidct : die Kranken wurden in da« Qua
ral'iölie Hospilal nbcrgcsnhrt. Ganzen
sri'd aiso hier bi« jetzt sieben Erkrankungen
an BloUrrn gemeldet worden.
Tie Marine Kadetten Heura B. Tread
woy von Illinois. I. L. Davis vou Ohio
und Jchil W. Wood vcn Nord-Carolina ha
ben tbre EntlassnngSgesuche eingereicht
— Die Schconer „Lydia H. Clacille,"
Caps- E. B. Glodding und „Thomas I. M.
Mahone," Capt. Geo. Dougherty, beide von
Baltimore, wurden heute wegen Verletzung
des Austern Gesetzes aufgebracht.
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