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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, April 02, 1883, Image 1

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M. Aahrgäng.
Theater.
Musik-Akademie.
S. W. Fort,
. der Wittwe Opser!"
..Jerry Clipp" S.W. Sort.
ausgesülirt von de'r WUdur ieven Operntruppe.
Oriftinal-Velitzimk ber Partie'«.—Chor von 30
der .c. .!,t-,.>ed-^
Musik-Akademie.
Gech« Abende und Tanistag Matinee.
' Wilbur » Nperntruvve. :
I Wilbur » Vperntrupve !
: Wilbur « vreintruvpe !
s
Reue Scenerie —und— Kostüme.
Tienstag t!e Piraten vc>n Penzanc«."
Mittwoe», " Patience."
Tonneistag Benefiz N- Zaldott'S: olivette."
Freitag und Samstag Abend? und Samstag Nachm.
Preiie wie gelvöbnlick'.
M? Kord's Oxcrn-Kaus.
Minme Palmer
? I Ha>vkin«und Ivlin R. Roger« Lus-i'viel
Lustspiel mit Gesang' Lustspiel mit Eesang!
Matineen' Wittwvch und Zamstag.
Eintritt 6V und 25 Cents.
Heute. Montag, Abend i«der Besuche: ein
Kellys
Tan. L j '
Damen-Abende: Miiiioocd» und Kreitag«.
Yene Anzeigen.
Leset des
„Excelsior"
Anzeige im
heutigen .Herald' und »NewS'
über seine große
Krü hja lirs -Eröffnnng
Donnerstag den 5. April,
Freitag den ti. April.
ist eingeladen.
Kommt! Kommt! Kommt!
Musik von Pros. Winter's vollem Orchester
von dreißig Mann.
Rm Donnerstage
BonguetS für die Damen,
Candu für Kiuder!
Am Freitage
Bikque-Figuren für jede Dame,
„H X c e t s i 0 r"
Frühjahrs-E'röffuung
Donnerstag, den 5., n. Freitag, den 6. April,
besuchen.
Komme ein Jeder!
(7V) Kommet Alle!
Chas. Willms Lt Co.,
Nr. 7S, Rord»Howard«Ttraße,
Baltimore, Md.
chirurgischer
I>!> Znstrumente,
W j » von Apparaten
» » »tlr alle Mißbildungen
/ «lektristrmaschinen,
' Hörrohre
»vt»' I II u I iür Schwerhörige,
i '? > >rücken, Schulter«
>s siir angeschwollene und
U«/ Tan, besondere Zlus-
M» NZF merksamkeit widmen
W W» wir der Fabrikation von
«Wi' Bruchbändern.
In Folge der von un»
geschaisenen «erbelw
» chbä rungen werden^die^Fe.
«ehr, al» vruchkranke
Bandagen sosonige
Tpeilelle Appltkatlon«>>»artem«ntl sür iva
«en mit eompetenter weiblicher Bedienung.
ften Sla»klln?tlern Suropa'i angesertigter Menschen-
Augen ist da« bedeutendste in dieser Stadt.
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M-Ich bitte alle Aufgaben allwöchentlich bis Dienstag Mittag ,u
machen, um ungesäumt Besorgung mit jedem DonnerstaaS'Damofer
nach Europa bewerkstelligen zu köuuen.
F. Raine,
Ecke der Baltimore-Straße und Post. Office - Avenue.
Neue Anzeigen.
O. H. Berg,
Nitglied der Baltimorer Fondsbörse seit'SS
«kchset-Mäkler seit 18»«.
(Jsnl4.lJ) tn Skr.id. »ermanAratze.
Meine Herren nnd Damen!
veininflt durch Dr, I, van Dyck, Str. ?OH 11.
Ttraße, Wasliingtvn, T. ü. Kann man nicht^per-
„alles nebst d>c .lmwo'.r
MW 820
Waaren
51 baar
Kl pro Woche.
Eisen- und Holzbetrieb-Maschinerie.
Nr. t», Güd Sharlet-, Eckt der Germanstraße,
(MärzlS.lJ) Baltimore. Md.
Eemeut-Arbeit für Trottotre,
Höf«, «eller. «tälle u. s. ».. u. s. ».
». »arre«, Nr.
ILuItSS.I2I)
Nene Anzeigen.
Wichtig für Baltimorer Gruud
eigenthümcr
das Baltimorer Feiier-Vcrsichermigs-Dirckto
-ium durch Beschluß den Maklern und Assekuranz-Agen
icn die Betverlstelligung von Versicherungen bei der
„Contin:mal-Versicherung«- Compagnje von New-
Jork" selbst da, wo Grundeigenlhümer in dieser Com
pagnie versichert zu werden verlangen, verboten hat,
und zwar einfach deshalb, weil die „Continental"
Mitglied obiger Versicherungs.Behörde zu werden ab
gelehnt. da diese weder für Berichtigung ungehöriger
Raten, noch für Ermittelung gerechter Prämien-Raten
gcbllhrcnde Vorsorge getroffen, so sieht sich dieCon
tinental" gcnötl'igt. Alle, die Eigenthum versichern
wollen, zu benachrichtigen, da« sie bereit ist. mit
««rundeigentbümern direkt, ohne Vermittelung
von Maklern ,u verkekrc». Zu diesem Schritte
gezwungen, ist es nur recht und billig, daß sie ihren
Kunden nicht di'e volle» von der Baltimorer Behördc
sestgestilltcn Raten berechnet, da diese Raten auch die
den Maklern zu zahlenden Prozente umichließeu, und
es wird alle Grundbesitzer interessiren, zu
wissen,
daß sie diesen wichtigen Theil der Prämie sparen kön
nen. wenn sie bei'm Geschäftsführer der „Continental"
Baltimorer Bureau Nr. 7, Germanstraße,
vorsprechen oder ihm eine Postkarte schicken, in welch'
letzterem Falle ein Vertreter der Compagnie sich in ih
ren Gcschäftspläzen oder Wohnungen prompt einstel
len wird, fodaß sie ohne weitere Mühe ihr Eigenthum
bei einer Compagnie, welche an Zuverlässigkeit und
Solidität von keiner anderen in den Äer. Staaten
übertrossen wird, zu niedrigeren Raten, al« den
von, Assekuranz Direktorium festgesevten, weil
die Maklergebühr wegfällt, versichern können.
Tie Thatsache, daß diese Kompagnie seit zelin
Jalire» aNe il>re Dividenden für ihre Aktio
näre au« de» von ihren angelegte» großen Sk<
tivi« gezogenen Zinien bestritten hat. ohne ei
nen Dollar der Profite ihrer versieberung»-
«eschäste dazu zu benuven, beweist, daß sie Ei
genthum zu ebenso niedrigen Raten, als irgend
eine Soinpagnie im Lande, zu versichern im
Stande ist. Tie Compagnie thut unter dem 8-ilstx
l'uvS I.»» von New-York Geschäfte, unter welchem
sie 51,200,000 in den beiden Sicherheits-Fonds an.
gesammelt hat. Ihr Baarkapital beträgt F1,000,-
Reserve sür Prämien au! in Kraft befindliche Policen
k 1,524,125.54, ihre Baar-Aktiva ?4,450.53t.50.
Sie bezahlte alle ihre Verluste bei der großen Chica
go«! Feuersbrunst im Betrage von über K 1,750,000
Die „Continental-VersicherungS-Tompagnie
von New-Aork"
Baltimore. Md.
Si. E. Vocke.lAgent fiir's deutsche Departement.
Ueber die Lage der Compagnie kann man sich bei
digen:
Armstrong,SatorckEo.. TuekerGmitb ck Eo.,
Webr Hotge», I M, Parr ck Hohn,
Ada«. H Roß S Eo., 4 Eomp.,
D. T. Vuzbt, » Somv . D Z.Woleo,
Henry M. Warfiel» und Ändere.
Bältimöre, Md.. Montag, den 2. April 1883.
Telegraphische Depeschen.
Aus der BundeShanptstadt.
Washington, 1. April.—Der Chef des
statistischen Bureaus hat über den Außenhan
del der Ver. Staaten imverslossenen Februar,
als dem achten Monate des laufenden Fiskal
jahres. seinen Bericht eingereicht, welcher
Betreffs des Waaren Austausches das Fol
gende ergibt:
Monat Februar 1883, Ucbersckuß des
Erp»r^l« über den Import. ..... K 10,5Z3,K10
Febuar 1883, Ueberjchuß des Er- -
Ports 33,989,634
res, Ueverschuß des ErPo 5.7t1,43t
Acht Monate vom I.lult !B!i2 bis 28.
!. 88,505,133
p ..).' 71.08t.1t7
Was die Bewegung in Edelmetall betrifft,
so betrug der Überschuß des Exports über
den Jwport im Februar H89Z,82Z, was je
doch nur daher kommt, daß H 1,117,014 in
Silber ausgeführt wurden.
Ein Vielihospital.
Das Ackerbau-Departement hat ein Stück
Land an der nordöstlichen Stavtgrenze gemie
thet, um dasselbe zu verschiedenen laadwirth
schastlichen Experimenten zu benutzen und ein
Hospital zur Beobachtung von Biehkrankhei
ten auf demselben zu errichten. Dr. D. E.
Salmon, welcher seit mehreren Jahren im
Austrage des erwähnten Departements mit
dem Studium von Krankheiten des Rind
viehes, der Schweine und des Geflügels be
schäftigt gewesen ist, wird die Leitung des
Hospitals übernehmen. Das Grundstück wird
zur Heit in Bveitschast gesetzt, und Gebäude
sollen aus demselben errichtet werden. Dr.
Salmon wird eine Heerde Rindvieh und
Schaase von seiner Farm nahe Asheville, N.
C., mitbringen und die Experimente sofort
beginnen. Er wird das Pastenr'sche Imps
system mit einigen Veränderungen, die ihm
seine bereits gemachten Erfahrungen rathsam
erscheinen lassen, einführen nnd die Ent
stehuugsursachen des texanischen Fiebers,
der Pleura - Pneumonie, der Schweine- und
Hühner-Cholera, sowie die besten Methoden
zur Verhinderung und Heilung dieser
Krankheiten sestzustelleu suchen.
Tie gestrige Steuer-Einnahme betrug
H472,9öv und die Zolleinnahme tzISSMI.
Zur Einlösung bestimmte National-Bank
nolen im Betrage von liefen
gestern im Schatzamte ein.
Präsident Arthur wird der Erholung h il
ber in der nächsten Woche nach Florida reisen
und etwa zehn Tage daselbst bleiben. Se
kretär Chandler wird ihn begleiten.
Die Abnahme der Bundesschuld während
des Monats März wird aus ge
schätzt.
Rew-?jorkcr Nachrichten.
New -A 0 rk, 1. April.—Patrick Tasey,
der Mörder des Polizei Sergeanten Comisky
von Long Island City, ist jetzt sast ganz ge
sund. Seine Freunde haben ihm die Dienste
des Exsenators James W. Covert als Ber
theidiger gesichert.
Die „Times" veröffentlicht einen Be
richt, nach welchem HWOO in Gold-Certifika
ten am 12. vorigen Monats aus räthselhaste
Weise aus dem Kassenzimmer des hiesigen
Zollamts verschwanden.
Ex-Präsident Diaz von Mexiko besuchte
gestern den General Grant und war nahezu
eine Stunde lang mit ihm in Berathung.
In dem Falle von Georg I. Rice, frü
herem Präsidenten der „Utica-Jthaca-Elmi
raer Bahn," welcher des Unterschleiss ange
klagt ist, konnten sich die Geschworenen nicht
einigen und wurden entlassen. Zehn stimm
ten für Bernrtheiluug und zwei für Entlas
sung. Ein Antrag, die sechs anderen gegen
Rice anhängigen klagen niederzuschlagen,
ward nicht gewährt. Rice wurde wieder dem
Gefängniß überwiesen.
madagassische Gesandtschaft schiffte
sich gestern nach London ein.
Als vor mehreren Wochen der Pier der
„Jnman - Dampferlinie" in Flammen auf
ging, war auf dem Pier eine Menge im
portirtcr Waaren aufgestapelt, hauptsächlich
in Seidenstoffen, Spitzen und Dal. beste
hend. Da für die Waaren der Zoll noch
nicht entrichtet war, ließ die Bundesregie
rung die geretteten und beschädigten Waaren
auf öffentlicher Auktion versteigern, und der
Erlös floß iu die Bundeskasse. Seither stellte
es sich jedoch heraus, daß während des Feu
ers und auch nach demßrande eine erhebliche
Quantität Waaren gestohlen wurde, was
die Behörden veranlaßte, der Sache nachzu
spüren. Wie verlautet, legte ein Mitglied
der Feuerpatrouille ein Geständniß ab und
erzählte, er und ein anderer Feuerwehr
mann, sowie eine Anzahl auf den Hülfsschif
fen stgtionirter Männer hätten den Diebstahl
verübt. Tie Letzteren sind Bewohner Brook
lyn's und sollen sich schon in Hast befinden,
die Feuerwehrleute sind aber noch nicht fest
genommen worden, da nicht entschieden ist,
ob die Bundesbehörden oder die städtischen
Polizeibehörden Jurisdiktion in dem Falle
haben.
Der Neger Harry Gant wurde.heute
früh in Elliott's Spirituosenladen, Nr. 33,
Sullivaustraße, von dem 18-jährigen Peter
Moore und dem 19-jährigen Harry Gant in
einem Streite durch fünf Messerstiche tödr
lich verletzt. Die Thäter befinden sich in
Haft.
Während der vergangenen Nacht wur
den §2900 in Baargeld undHl>U7Z inÄumei
fnngen aus der Spinde im Billetbüreau der
„Musik - Akademie" geraubt. Mau vermu
thet, daß sich der Dieb während des Tages
im Gebäude verbarg.
Die Leiche eines unbekannten Mannes,
dessen Kehle von Ohr zu Ohr durchschnitten
war, wurde gestern Abend an Ecke der 11.
Avenue und 28. Straße eindeckt. Man ver
muthet, daß der Fremde ermordet wurde.
Das Messer, welches die Wunde verursachte,
ist nicht aufgefunden worden. Eine gründ
liche Untersuchung foll stattfinden.
Robert C. Ballard, alias Bullard, alias
W. C. Russell, alias Henry C. Maltby, ein
notorischer Fälscher, Betrüger und Bigamist,
welcher besonders in Tarrytown, Boston,
Philadelphia und Washington viele Schwin
deleien verübt hat, wurde heute hier von Ge
heimpolizisten verhaftet. Er hat zwei Frauen
in New-Pork uud eine dritte iu Poughkeepsie.
Seine Festnahme erfolgte gelegentlich eines
Besuchs bei einet seiner hiesigen Frauen.
Die „Bankiers-Association von
hatte schon vor einiger Zeit eine Belohnung
bon tzlvvv auf seine Verhaftung ausgesetzt.
(krndte-Aussichten.
Chicago, 31. März. Aus verschiede
nen Theilen des Nordwestens kommen Be
richte, daß die strenge und andauernde Kälte
demWinterwaizen geschadet hat. Derschnee
sall war ans ausgedehnten Flächen nur leicht;
in Folge dessen hatte die junge Saat keinen
Schutz und erfror. Die Nachrichten von lo
wa, Kansas und Wisconsin lauten besser, als
die von Ohio und Illinois. An der Pacific-
Küste erwartet man 75 Prozent einer Durch
schnittserndte.
„Luftkabel" in Chicago.
Chicago, 31. März.—ln Erwartung,
daß die städtische Ordonnanz, welche dieEnt
sernung aller oberirdischen Telegraphen
drahte diö zum 1. Mai anordnet, durchge
führt werden wird, hat die „Western Union-
Compagnie" begonnen, Luftkabel zu legen.
Jedes Kabel enthält 18 Drähte. Man glaubt,
daß in den stärksten GeschästStheilen der
Stadt vier Kabel genügen werden, diesel
ben sollen mit Erlaubniß dH Stadtraths aus
35 Fuß hohen Pfählen ruhen und so befestigt
werden, daß sie im Falle eines Feuers zu Bo
den geworfen werden können.
Backsteinmanrer-AuSstand.
Chicago, 1. April. Die hiesigen
Backsteinmaurer benachrichtigten vor einiger
Zeit ihre Arbeitgeber, daß sie vom 1. April
an pro Tag verlangen würden. Die
Arbeitsgeber haben beschlossen, die geforderte
Zulage nicht zu bewilligen, und alle zur
Union gehörigen Backsteinmanrer werden
daher morgen ausstehen.
Dr. Buchanan überführt.
Philadelphia, 1. April. Die Ge
schworenen in dem Prozesse gegen Geo. Bu
chanan, einen Sohn des bekannten Doktor
fabrikanten, der angeklagt ist, durch eine cri
minelle wundärztliche Operation den Tod
der Elizabeth Holstein veranlaßt zu haben,
brachten gestern einen auf „schuldig" lauten
den Wahrspruch ein. Dr. Buchanan's Ver
theidiger stellte ei<Gesuch um einen umeu
Prozeß.
Vom eigenen Sohne erschossen.
«allere» über die Tragödie in Wheeting
«üntber Schnell « Geständnis.
Wheelill g. W.-V., 31. März. - Der
junge Günther schnell, welcher unlängst Dr.
Schuchard, einen bekannten und wohlhaben
den Arzt, fchoß und tödtlich verletzte, hat jetzt
dem Direktor de« Gefängnisses gestanden,
daß seine frühere Angabe, der Schuß sei zu
fällig losgegangen, auf Unwahrheit beruhte.
Er ein volles Geständniß ab und er
klärte, er sei ein unehelicher Sohn Schu
chard's. Seine Mutter habe ihm zu verste
hen gegeben, daß sie. als sie bereits Schnell's
Frau war, von Dr. Schuchard verführt wor
den sei, er solle zu diesem gehen und ihn an
seine Pflichten erinneren. Nachdem seine
Mutter gestorben war. habe er Schuchard
aufgesucht und sei auch von diesem mit Freu
den aufgenommen und als fein Sohn aner
kannt worden, derselbe h.be ihm alles Mög
liche versprochen, ihn aber späler, a s sie sich
entzweiten, von sich gestoßen. Hinsichtlich des
letzten Zusammentreffens erzählte schnell:
„„Ich ging mit meinem Bruder uach Schu
chard's Apotheke, Niemand außer mir selbst,
am Wenigsten meine Brüder, wußten, was
ich vorhalte. Mein Bruder rief den Doktor
aus dem Speisezimmer, wir begaben uns
in die Office, und ich fragte ihn, ob er mich
noch kenne. Er schrie sofort: „Du schwarzer
H mach', daß Du heraus kommst und
setze Deinen Fuß nicht mehr über meine
Schwelle." Dann steckte er die Hand in die
Brust, als ob er einenßevoloer ziehen wollte.
Ich sprang nun in großer Aufregung auf uud
sagte: „Sie sollen meine Mutter uicht be
schimpfen. Sie haben Sie zu Grunde gerich
tet und dürfen Sie jetzt nicht fo nennen." Zu
gleich zog ich den Revolver und schoß ihn in
den Kopf; als er fiel, versuchte ich, auch mich
selbst zu erschießen, weil ich nicht in s Ge
fängniß wandern wollte. Ich würde Dies
nicht gestanden haben, wenn mir meine Mut
ter nicht im Traum erschienen wäre, und
mich aufgefordert hätte. Alles zu sagen.""
Blutthaten eines entflohenen
wegerstrasltngS.
Sedalia. Mo., 31. März. Vor eini
gen Tagen kam ein Neger mit gebrochenem
Arme nach dem 19Meilen von hier gelegenen
Orte Knobnoster und erzählte, er set vo.l
einem Bahnzuge gestürzt und habe sich dabei
verletzt. Er sand Ausnahme in der Hütte
eines mitleidigen Negers, sein Arm wurde
in Schienen gelegt und er selbst fand die
beste Pflege. Gestern scheint der Wahnsinn
plötzlich bei ihm ausgebrochen zu sein, er
sprang um 10 Uhr Abends ans dem Bette,
ergriff feinen Revolver und begann ans's
Gradewohl um sich zu schießen. Die erschrok
kenen Insassen flohen aus dem Haufe
holten den Marschall Jeff Hair? herbei, der
aber bei dem Versuch, den rasenden Neger zu
verhaften, von demselben geschossen u
chwer, wenn nicht tödtlich verletzt wurde.
Da der Neger das Hans nicht verlassen wollte,
wurde die Hütte von den Nachbarn in
gesetzt; erst, als das brennende Haus mit dem
Einsturz drohte, erschien er, seinen Reoolve.'
schwingend, an der Thüre, wurde im
selben Augenblicke von mehreren Kugeln nie
dergestreckt. jedoch nicht lebensgefährlich ver
letzt. Jetzt befindet er sich im Gefängniß;
man glaubt, daß er ein entsprungener Sträf
ling ist.
Schreckliche Familtentragödie.
Bloomington. Jlls., 31. März. —
Nobbins P. Dünn, ein bekannter Baumei
ster, betrat heute Abend die Wohnung seiner
von ihm geschiedenen Frau, die mit ihren
beiden Kindern, einem söhn und einer Toch
ter, bei m Abendessen saß. Ohne ein Wort
zu sagen, feuerte Dnnn zweimal anf seine
Frau, die tödtlich verwundet vom Stuhle
sank. Dann schoß er auf seinen 16 jähri 'en
söhn, der im Arm getroffen wurde. Der
unmenschliche Vater stürzte sich dann mit ei
nem großen Messer in der einen und dem
Revolver in der andern Hand auf seineT?ch
ter, ein bildhübsches Mädchen.
Obgleich vom Blutverlust erschöpft, eilte
der Bruder seiner Schwester zu Hülse, und
ein furchtbarer Kcmpf entspann sich, wäh
rend die Mutter auf dem Fußboden in deu
letzten Zügen lag. Der Mörder war im Be
griffe, feine Kinder abzuschlachten, als diesen
die durch den Lärm herbeigerufenen Nach
barn zu Hülfe kamen unö den Unmenschen
festnahmen. Das Gefängniß ist mit einer
starken Wache umgeben, da die aufgeregten
Bürger den Mörder zu lynchen drohen.
Erschoß seinen Schwiegersohn.
New bürgh. Ind.. 31. März.—Remus
R. Harrington erschoß gestern seinen Schwie
gersohn Lyman Gilliland; Letzterer halte
Streit mit seiner Frau gehabt, das Mobiliar
zerschlagen und dann die Frau verlassen. Er
und sein Schwiegervater trafen sich zufällig
und es kam wegen der ehelichen Zerwürfnisse
Gillilaud's zwischen ihnen zu einer heftigen
Szene, welche in obenerwähnter Weise mit
einem Mord endigte.
Selbstmorde.
Lincoln, Jlls., 31. März.—Jane Stöl.
ein schönes wohlhabendes Mädchen, erhäugte
sich heute Vormittag. Wahrscheinlich beging
sie die That in einem Anfall von Irrsinn,
denn Niemand kann ein Motiv für dieselbe
angeben. Das Mädchen war heiteren Tem
peraments, bei bester Gesundheit und sollte
in nächster Woche ihre Hochzeit mit einem
jungen Manne von Cincinnati feiern.
Clinton, Ja., 31. März. Die zwan
zigjährige nnverheirathete Anna Klath be
ging heute Selbstmord mittelst Gift. Das
Mädchen, eine Holländerin, war verführt
und dann verlassen worden; als sie ihren Z
ustand nicht länger mehr verbergen konnte
machte sie threm Leben ein Ende.
Bloomington, Jlls., 31. März.—
Alexander Morton, ein in der Nähe von hier
ansässiger, wohlhabender Farmer, erschoß sich
heute Vormittag mit einer Schrotflinte; der
Mann war seit längerer Zeit kränklich und
Dies hat ihn wahrscheinlich zum Selbstmord
getrieben. Seine Frau ist aus Besuch bei
Verwandten in Columbns, 0., und hat noch
keine Ahnung vom Tode ihres Mannes.
S a v a n n a h, Ga., 1. April. Dr.
JohnW. Ferguson, biö vor Kurzem inChar
leston ansässig, wurde hente als Leiche vor
der Stadtgrenze gefunden. Man vermuthet,
daß er Selbstmord durch Vergiften beging.
Eiftmischer»i.
Lynchburg, Virg., I.April. Eine
Autopsie hat ergeben, daß Warren Monroe
und seine Mutter, die am letzten Freitage
nahe Brcokdeal, Campbell-County, plötzlich
starben, durch Asenik vergiftet wurden. Ein
14jähriger Knabe, welcher durch seine Vor
münder contraktlich auf mehrere Jahre an
die Familie verdungen worden war. steht im
Verdacht, der Giftmischer zu sein. Warren
Monroe soll jedoch vor seinem Tode eine Cou
sine, die sich zur Zeit auf Besuch im Hause
befand, der That beschuldigt haben. Der
Coroner ist noch mit einer Untersuchung be
schäftigt.
Jvdianergrenel im Südwesten.
Lords bürg, N.M., 31. März.—Von
Separ kommt die Nachricht, daß zwischen je
nem Orte und dem Animos - Thale gestern
Morgen drei Personen von Rothhäuten er
mordet würden. Am Donnerstag Abend ka
men die Indianer bis auf eine Meile von
Separ. Capt. Black ist ihnen mit seinen
Leuten auf der Spur, und stündlich steht ein
Zusammenstoß zu erwarten. Die Bande war
unzweifelhaft aus ihrem Wege nach Mexiko,
und man hegt Besorgniß, daß sie die Grenze
überschreitet, ehe man sie absangen kann.
T u c s 0 n, Arizona, 31. März. Die
Jndianerstämme in den weißen Bergen er
klären unverhohlen, daß sie im nächsten Mo
nat auf den öiriegspfad gehen wollen. Wenn
die Regierung nicht energische Schutzmaßre
geln trifft, so beabsichtigen die Bewohner
von Clifton, Globe und Tombstone.sich zii or- !
ganisiren und den Krieg auf eigene Faust zu
führen. 27 Personen find in den letzten S
Tagen von Indianern ermordet worden und
32 während derselben Zeit bei Hermosillo,
Mexiko.
San FranziSco, 31. März.—Ein so
eben ans Arizona zurückgekehrter Mann be
stätigt die Nachricht, daß unter der weißen
Bevölkerung des Territoriums eme geheime
Gesellschaft existirt, welche die Ausrottung
aller männlichen Apachen auf der San Car
lo« - Reservation und aller derjenigen, die
nördljch von der Grenze herumstreifend be
troffen werden, beabsichtigt. Man betrachtet
die Reservation als einen bloßen Zufluchts
ort der Indianer, wohi» dieselben sich zurück
ziehen, wenn sie hart bedrängt werden, und
wo sie Waffen und Vorräthe für weitere
Mord- und Raubzüge erhalten.
Vahnkatastrophen.
Cin ci un at i, 31. März. —Alle bei dem
gestrigen Unfall auf der „Cincinnati'er
z Soulhern Bahn" in der Nähe von Watson,
Ky., Verunglückten, die in dem Hospital
zum „Guten Samariter" ausgenommen wur
den, befinden sich auf dem Wege der Beste
rung mit Ausnahme von Thomas Allen ans
> Augusta, Ky., dessen Zustand sür kritisch ge
halten wird. Viele Leichtverletzte sind in
ihre Heimath abgereist.
Brazil, Ind., 31. März. Bei einem
i Zusammenstoß zweier Frachtzüge auf der
„Vaudalia-Vahn" sand der Heizer William
Stewart seinen Tod und der Lokomotivfüh
rer William Brannon ward tödtlich verletzt.
Der an dem Betriebsmaterial der Bahn an
gerichtete Schaden ist sehr bedeutend.
Katastrophe auf dem Mississippi.
—Sechs Menschen getödtet.
Cairo, Jlls., 31. März. Auf dem
Schleppdampfer „Polar Star," dem Cavt.
Peter Conrad aus St. Louis gehörig, ereig
nete sich heute Nachmittag nahe Belmont,
Mo., eine Dampfke»el-Explosion, welche den
ganzen oberen Thril des Fahrzeugs zer
schmetterte. Zwei Mitglieder der Mann
schaft wurden durch dle Explosion getöltet
und vier ertranken. Der Rumpf des Fahr
zeugs füllte sich nach der Explosion mit Was
ser, wurde jedoch durch die an ihm befestig
ten Frachtkähne, die er in Schlepptan hatte,
vor dem Untergange bewahrt. Capt. Jack
Alkinfon wurde schwer verletzt und in den
Fluß geschleudert, entging jedoch dem Tsde.
Ter Lootse Joe Jaynes und der Koch I. W.
Cullen erlitten ebenfalls bedenkliche Verlet
zungen.
Die Qpfer der Katastrophe zn
Braidwood.
Braidwood, Jlls., 31. Marz. In
der gestrigen Versammlung von Bergleuten,
an welcher viele Grubenarbeiter aus Brace
ville und anderen entfernten Orten theil
nahmen, wurde der Vorschlag der Grubenbe
sitzer besprochen, die Leichen der Opser in-der
„Diamond-Mine" zu lassen und den -Schacht
zu schließen. Die Ansicht war allgemein, daß
sämmtliche Leichen heraus geschafft werden
sollten. Die Besitzer haben zu diesem Zwecke
schon über 530,000 verausgabt, und von deu
80 Verunglückten sind soweit nur neun her
auf gebracht worden. Die Leute, welche in
den Schacht einfahren, sind sroh. wieder an
die Oberfläche zu kommen. Der Geruch wird
als ein unerträglicher geschildert, wozu na
türlich die Körper der Maulesel, welche in
der Grube waren, nicht wenig beitragen.
Eine Schaar von Bergleuten hat sich bis zur
Entfernung von 750Äards vom Schacht vor
gewagt und konnte bis dahin nur in liegen
der Stellung vordringen. Durch die Ge-vzlt
des einströmenden Wassers sind die Stütz
balken in den Stollen weggerissen worden,
und das herabfallende Gestein hat die Stol
len vollständig abgesperrt. Heute hat man
sieben weitere Leichen nach dem schachtauf
gange gebracht. Dieselben sind derart iu Ver
wesung übergegangen, daß man sie in Säcken
besördern mußte. Jetzt sind drei verschiedene
Abtheilungen mit dem Aussuchen der Uebec
reste der Verunglückten beschästigt.
Brande.
Montreal, Can., 31. März.—Mehrere
Gcschästsgebäudc an der Coteftraße, im Her
zen der Stadt, bcannten heute Abend nie
der. Der Verlust wird ans HOO,- bis
000 geschätzt.
Danville, Virg., 31. März. Georg
C. D. Ayers' Tabacksfabrik nebst Einrich
tung nnd Waarenlager ist in voriger Nacht
durch Feuer zerstört worden.» Das Gebäude
nebst Einrichtung hatte einen Werth von
der Waarervorrath umfaßte 86,000
Pfund fabri'irten und Pfund Blät
tertaback, welche für 536,000 versichert wa
ren.
Cin c in n a ti, 31. März.—R. P. Hill s
Mehlmühlen in Carthage, 0., brannten
heute früh nieder. Verlust H 15.000.
Fliut, Mich., 31. März.-Das Depot
der „Erand-Truuk-Eifenbahn" zu Swartz's
Crcek, 7 Meilen von hier, ein großer Eleva
tor und eine Anzahl Waggons wurden in
vergangener Nacht durch Feuer zerstört. Der
Schadet! ist noch nicht genau festgestellt, wird
aber jedensalls bedeutend sein.
Pekin, Jlls., 31. März. Die hiesige
„Crown - D'st'llery" wnrde in vergangener
Nacht eingeäschert. Schaden HlO.OOO, Ver
sicherung 521,0<)0.
Leominster. Mass., 1. April. I.
A. Woods' Mühle brannte heute fr!.h nie
der. Verlust 5100,000, Versicherung -571,-
000.
Augnsta, Ga., 1. April. Ein heute
früh hier ausgebrochenes Feuer zerstörte das
alte „Augusta-Opernhaus," dem Hrn. W.
P. Moore in Philadelphia gehörig, sowie die
Wirthschast des Hrn. Benj. Nieh. Der Ver
lust betrögt 525,000 und die Versicherung
510,000.. Zwei der Mitglieder der Feuer
wehr, Nomens Jas. Davis uno J?hn Fix,
erlitten während des Brandes durch einen
Sturz vcm Dache' eines benachbarten Ge
bäudes schwere Verletzungen.
East on, Penns., 1. April. Die Stahl
waarensabrik der HH. Wm. Shimer, Sohn
Comp, nahe Freemausburg ist heute früh
nieder gebrannt. Verlust 515,000 bis 520,-
000, Versicherung 53000.
Verhängnißvoller Irrthum.
Chicago, 31. März.—Die neunzehn
jährige Lizzie Aoung nahm heute statt der
ihr verschriebenen Medizin irrthümlicher
Weise zwei Eßlöffel Karbolsäure ein und
starb bald darauf unter den fürchterlichsten
Schmerzen.
Durchgebrannt.
Hartford, Ct., 31. März.—Frank H.
Cordin, der in Remington wohnte und hier
ein Geschäft besaß, ist Plötzlich verschwunden
und mit ihm Frl. Lucy A. Nobbins, welche
vordem die intimste Freundin von Corbin's
Gattin war. Den Augen der Frau war e«
nicht entgangen, daß es zwischen ihrem Ehe-
Herrn und der Freundin nicht richtig sei und
schließlich brachte sie es im vorigen Oktober
dahin, daß Lucy gestand, sie habe sich mit ihr
in die Liebesbezeugungen des Hrn. Corbin
getheilt. Die Gattin versprach zu schwei
gen, sofern die beiden von einander lassen
wollten. Das wurde versprochen, aber seit
dem hatte Frau Corbin die Beweise erlangt,
daß sie immer noch hintergangen werde und
nun machte sie die Scheidungsklage anhän
gig. Die Beiden wollten indeß denAnßgang
dieses Prozesses nicht abwarten und sind in
die weite Welt gegangen. Frl. Nobbins ist
lischt allein jung und hübsch, sondern hat auch
ein Vermögen von wovon sie einen
Theil mit auf die Hochzeitsreise genommen
hat.
Einbrecher an der Arbeit.
B 0 st on, 31. März.—Das Geschäftslokal
des Hrn. Jas. F. Wife, Nr. 8, Broadway,
Süd-Boston, wurde von Einbrechern heim
gesucht, die' Spinde ausgebrochen und Geld
und Werthpapiere im Gesammtbetrage von.
51800 gestohlen. Von den Dieben man
keine Spur.
R 0 chester, N.-A., 3l.Mär;.—DieGeld
spinde in Carson und Topping's Apotheke zu
Rushville, Aates-County, wurde um 1 Uhr
letzte Nacht von Einbrechern gesprengt und
530,000 in Werthpapieren und 53000 Baar
daraus gestohlen. Die Spiegelscheiben der
Apotheke wurden durch die Erschütterung zer
trümmert und das Innere derselben stark be
schädigt. Man hat keine Spur der Verbre
cher. Für deren Festnahme ist eine Beloh
nung von 5400 ausgesetzt.
Veruntreuung.
Chicago, 31. März. Eine Untersu'-
chung der Bücher der Chicago'er Agentur
der„Cleveläuder Cooperative Oesen-Werken"
hat ergeben, daß Herr W. H. Temple. der
drei Jahre lang und bis vor einem Monat
Geschäftsführer der Agentur war, 52000 un
terschlagen hat. Aus Rücksicht sür seine Fa
milie hat die Compagnie von einer gerichtli
chen Verfolgung Abstand genommen.
Fünf Jahre Zuchthaus.
Buffal 0, N.-Y., 31. März.—Die Ge
schworenen brachten heute Abend um 6 Uhr
gegen Thomas Waldron (Bruder Frank) Di
rektor des „St. Josephs-Collegs," der unter
Anklage stand, an der achtjährigen Hattie
Carr ein unnennbares Verbrechen verübt zu
haben, einen auf „schuldigt lautenden Wahr
spruch ein. Der Richter verurtheilte deu An
geklagten zu 5 Jahren Auburn-Stadtgesäng
niß bei harter Arbeit. Waldron war völlig
niedergeschmettert
Schnee und Hagel.
Lynchburg, Birg., 1. April. Ein
heftiger Hagelsturm, gefolgt von Schneege
stöber. suchte heute und gestern den ganzen
südwestlichen Theil diese« Staates bis an die
Grenze von Tennefsee heim. Der Sturm be
gann gestern früh und dauert gegenwärtig
noch fort.
Europäische Aaöetöerichte.
<?iue „eä.1.'315
Wien, 31. März. Das
gericht hat das vom Criminalgerichte zu
Innsbruck gegen den Freiherrn Alexander
ven Pawel-Rammingen gefällte Urtheil be
stätigt. (Der Verurtheilte ist ein Vetter des
GcmahlS der Prinzessin Friederike von Han
nover. Er wurde 1844 zu Koburg geboren
und lebte seit in Tyrol. Er wurde im
protestantischen Glauben auferzogen, trat je
doch in Amerika, wohin er sich 1873 begab,
zum Katholizismus über und wurde 187 S
zum päpstlichen Kämmerer ernannt. Dieser
Posten gab ihm einen Einfluß, deu er gehörig
ausbeutete. Die Geschichte der Reichardt'-
schcn Erbschaft uud die Verbindung Ram
mingen's mit derselben ist hochinteressant.
Um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts
begründete General Waller Sombre Rei
chardt, nachdem er in der Armee des Groß
moguls von Delhi gegen die Engländer ge
dient, das Fürstenthnm Sirdhana im nord
westlichen Indien und wurde bald enorm
reich. Nach seinem Tode siel sein Vermögen
on feine Frau, die grausame Begum (Für
stin) Tvmru, die später zum Katholizismus
übertrat und David Dyce Sombre, einen
Enkel General Reichardl's, als ihren Erden
adoplirte. Die ostindtsche Gesellschaft, die
selbst in dieser Angelegenheit allmächtig war,
nahm das Erbe unter dem Vorwand, daß die
Fürstin blos zur Nutznießung der Herrschaft
Sirdhana berechtigt sei, in Beschlag. Die
Folge waren lange kostspielige Prozesse, die
mit einem Compromiß schtossen, das im
Jahre 1872 vom brilischen geheimen Rath
bestätigt wurde. Der Erbe David Dyce hei
rathetc eine Tochter des A!gnirals St. Vin
cent und wurde später seiner Ausschweisuugeu
wegen für irrsinnig erklärt. Aus Rache eut
erbte er feine Frau und vermachte sein gan
zes Vermögen der ostindischcn Compagnie,
ein Testament, das nach seinem Tode sofort
von seiner Wittwe, welche den Lord Forester
heiralhete, angefochten wnrde. Während der
Prozeß im Gange war, hieß es auf einmal,
um das Jahr 1870, General Reichardt sei
kein Jndier. sondern ein Tyroler gewesen.
Seine Nachkommen in Tyrol wurden zusam
men berufen, und ein Sprachgelehrter aus
Bozen, Namens Genaud, beanspruchte das
Erbe für eine Frau, welche ein Abkömmling
von der Schwester Reichardl's zu fein be
hauptete. Er fiel mit seinem Anspruch durch,
ließ sich jedoch dadurch nicht einschüchtern,
sondern brachte eine audere Klientin, Namens
Marie Widmayr, eine Pfarrersköchin, bei.
Im Jahre 1876 stellte Graf Günther-Stern
berg die beiden Frauen dem Freiherrn Pa
wel-Rammingcn vor, dessen Fähigkeiten ihn
zu einem wcrthvollcn Verbündeten iu der
Sache machten. Rammlngeu reiste wenig
stenS süuf Mal nach London und noch öfter
noch Rom, Paris nnd Wien und brachte von
kleinen Kapitalisten 30,000 Gulden unter
dim Versprechen, daß er die beigesteuerten
Summen dreisach zurückzahlen werde, zusam
men. Er wußte es dahin zn bringen, daß
sich mehrere hochgestellte Persönlichkeiten in
England und Oestreich sür die Sache interes
sirtcn, uud als er von Lord Denbigh erfuhr,
daß die Fürstin Somrn eine große Summe
sür die katholische Mission in Agra testamen
tarisch vermacht hatte, stellte er die Sache als
hochwichtig sür die katholische Kirche dar.
Dadurch gewann er die katholische Geistlich
keit, um so mehr, als um jene Zeit sein
Uebertritt zum Katholizismus stattfand. Er
wandte sich an den Superior der Kapuziner
in Rom und versprach demselben, daß die
tyrolischeri Erben den Kapuzinern einen An
theil an der Erbschaft zukommen lassen wür
den, wenn sie von denselben unterstützt
würden. Er rühmte sich der Gunst des Lord
Cllis und des Vicekönig« von Indien, Lord
Nipon, jedoch, wie es scheint, unberechtigter
Weise. Alle diese Punkte nebst verschiedenen
Beschuldigungen geringerer Art waren in
der Anklageschrist angeführt. Nach Verlesung
der Letzteren gab der Präsident dle merkwür
dige Erklärung ab, da die Verwandten Ram
mingen's dessen Charakter als tadellos ge
schildert hätten, müsse entweder Rammingen
ohne deren Kenntniß gehandelt, oder diesel
ben müßten falsche Angaben gemacht haben.
Rammingen erklärte sich nichtschuldig und
sagte, er sei vom Grafen Sternberg, nachdem
dieser sich vorher mit dem Kaiser besprochen,
zui Einmischung in die Angelegenheit veran
laßt worden, sür die sich auch die Grasen
Schönborn und Falkenhayn interessirt hät
ten, und er habe Aussicht auf Erfolg zuhaben
geglaubt. Während der Verhandlungen
wurden eine vom östreichischen Botschafter in
Rom an das Ministerium des Auswärtigen
gerichtete Note und Briese der Kardinäle
Jacobini u?d Simeoui verlesen. Graf
Schönborn bezeugte, er habe aus Freund
schaft für Rammingen mit dem Grafen
Taaffe, dem Freiherrn Chalice und dem ver
storbenen Freiherrn Haymerle über die Sache
gesprochen und günstige Antworten erhalten.
Der Prozeß dauerte vom 15. bis 19. Dezem
ber und endete damit, daß Rammingen zu
sieben Jahren Gefängniß und Verlust des
Adelstitels verurtheilt wurde. Rammiugeu
appellirte, nnd das Appellationsgericht bestä
tigte, wie oben gemeldet, das Urtheil des
Gerichtes.)
Liverp 0 0 l, 31. März.—Dennis Deasy.
der hier am Donnerstage bet seiner Ankunft
von Cork mit einer Sprengstoff und Höllen
maschinen enthaltenden Kiste in seinem Be
sitze verhaftet ward, und Patrick Flanagau.
der irische Bahnbedienstete, der zu St. He
len's als Mitschuldiger Deasy's festgenommen
worden war, hatten heute auf die Anklage,
Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht mit
sich geführt zu haben, im Polizeigerichte ein
Verhör zu bestehen. Als Beweisstück gegen
die Angeklagten ward ein bei Dennis Deasy
gefundenes Schreiben vorgelegt, in welchem
er dem anderen Gefangenen Flanagau als
eine Person, der man volles Vertrauen schen
ken und die man zu irgend Etwas gebrauchen
könne, empfohlen wurde. In Flanagan's
Wohnung entdeckte man bei einer Haussu
chung mehrere Arten von Sprengstoffen,
einen Revolver, einen falschen Bart und an
dere verdächtigen Gegenstände. Bei dem
Verhör erklärte ein Sachverständiger, daß
der in Rede stehende Sprengstoff unter dem
Namen „Lignin-Dynamit" bekannt sei. Der
selbe finde keine Verwendung im Handel
oder bei irgend welchem Gewerbe und könne
deshalb zu keinem gesetzlichen Zwecke herge
stellt sein. Flanagan rief bei dieser Aussage:
„Ist es vielleicht ähnlicher Stoff, wie jener,
der das Parlamentsgebäude erschütterte?"
Das Verhör wurde aus eine Woche vertagt.
Cork, 31. März. O'Herlighy und
Carmady. die hier am Donnerstage ver
haftet wurden, waren bereits bei der Fenier-
Verschwörnng im Jahre 1867 betheiligt.
London, 2. April.—Die Beamten der
hauptsächlichen Bahnen haben anläßlich der
kürzlichen Gewaltthaten eine Coyserenz ge
halten und sind zu dem Entschlüsse gelangt,
ein eigenes Geheimpolizisten-Corps zu orga
nisiren. welches alle auf den Bahnen rei
sende, verdächtige Personen überwachen und
die Beförderung von Höllenmaschinen ver
hindern soll.
Allerlei au« Irland
London, 31. März. Es wird ange
kündigt. daß Parnell Dublin, noch einen
Besuch abstatten wird, ehe er nach den Ver.
Staaten und Canada abreist. Er möchte,
hinsichtlich der Interessen der National-Liga
in Irland, sowie hinsichtlich seiner amerika
nischen Reise noch eine Conserenz mit den
Organisatoren der genannten Verbindung
abhalten: sein Besuch wird demgemäß nicht
als von besonderer Wichtigkeit betrachtet.
150 Personen haben die Insel Achill, County
Mayo. an der Westküste Irland'S, verlassen
und sind auf dem Dampfer „Nestorian"
nach Amerika abgefahren. Sie wurden
durch den Hunger aus der Heimath fortge
trieben. Dwyer,Einer der „Juvincibles,"
ist heute Abend aus dem Kilmaiuham-Ge
sängnisse entlassen worden, vermuthlich aus
Gesulldheitsrücksichten: Acht der Gefange
nen werden der Betheiligung an dem Phö
nix-Park Morde angeklagt werden.
Belfast. 31. März. Wm. Tallagher
ist hier wegen des Versuchs, Peter McZanly
zu erschießen, verhaftet worden.
Cork, 1. April.—Die Polizei hat Grund
zu der Annahme, daß sich eine Höllenma
schinenfabrik in der Nähe dieser Stadt befin
det. Man hegt die Hoffnung, daß die von
der Polizei betriebenen Nachforschungen in
den nächsten Tagen zu der Entdeckung der
Fabrik führen werden.
R 0 m. 1. April.—Kardinal Pierre Fran
cesco Meglia tst gestorben. Cr wurde 73
Jahre alt.
Berlin, 1. April. Der VB. Geburts
tag des Fürsten Bismarck wurde heute mit
mehr, als gewöhnlichem Glänze begangen.
Militär-Kapellen spielten Rationallieder und
gewählte Opernpiecen vor der Wohnung,
während der Fürst von dem Kaiser, sowie
von vielen hochstehenden Offizieren, Beam
ten und Diplomaten durch Bistten beehrt
j wurde. Zahlreiche GratulationS-Depefchen
wurden aus allen Theilen des deutschen
Reiches, sowie au« dem Auslande empfangen,
und die Besuchszimmer in der Wohnung des
Fürsten waren mit Blumen gefüllt, die ihm
zugeschickt worden waren.
Berlin, 1. April.—Die Aerzte des Für
sten Bismarck'S gestatteten demselben in An
betracht seines Gesundheitszustandes heute
nicht, eiue von ihm beabsichtigte Spazier
fahrt im Park zu machen. Eine der ersten
der heute eingelaufenen Gratulations-Depe
sche wurde vom König von Bayern abge
schickt.
Berlin, l. April. Man erzählt sich
in gutunterrichteten Kreisen, daß Fürst Bis
marck mit der Absicht umgeht, den Reichstag
nach seiner Wicderversalnimung am 3. d.M.
auszulösen, im Falle derselbe auf seinem Wi
dcrstande gegen die Vorlage zur Erhöhung
der Militälpensionen verharrt.
Walil in Ttralsund.
Berlin, 1. April.-JnStralsnnd wurde
heute ein Reichstag-Abgeordneter an «telle
des Grasen von Behr - Negendank erwählt,
indem Letzterer zum Präsidenten der Pro
vinz ernannt worden ist. Diestadt erwählte
seit Ii! Jahren regelmäßig die conservativen
Candidaten, allein diesmal erhielt der libe
rale Eanoidat, trotzdem der ganze Einfluß
der Regierung zu Gunsten seine« Gegners
verwendet wnrve, eine Majorität von IVO
Stimmen aus einem Gesammtvotnm von lü
(iW Stimmen. Die Betheiligung war eine
ungewöhnlich lebhafte.
Hamburg, !il. März. Gerüchtsweise
verlautet hier, daß Fürst Bismarck die Wie
derherstellung derjenigen Besuznisse des
StadtratkeS, wonach alle RegiernngSvorla
gen den Stadtrath passiren müssen, bevor sie
im Landtage eingebracht werden, beabsichtigt,
ein Projekt, das man als reaktionär be
trachtet.
Wien, I. April. Edwin Booth trat
heute Abend vor einem zahlreichen Publikum
„Hamlet" aus und wurde mit großem
Applaus empfangen. Die „Presse" äußert
zedoch Enttäuschung und ciklärt, Booth's
Darstellung des „Hamlet" halte den gehegten
Erwartungen nicht entsprochen.
Pesth , I. April. Die Ueberreste des
am Donnerstage zu Lsen ermordeten Gcasen
Majlalh von Szckhely wurden gestern be
staltet. Viele Häuser sind schwärz drapirt,
und die Mitglieder des Herrenhauses werden
ans die Daner eines MonatZ schwarze Flor
schleisen tragen. Die Polizei hat post
tive Beweise, daß der Mord von einem Lta
lieiier, Namens Sponga, verübt wurde.
Derselbe war srüher als Provisor in einer
Apotheke angestellt, hatte >edoch seit einiger
Zeit keine Beschäftigung. Er ist entflohen.
Ein Haftbefehl wurde gegen ihn ausgestellt.
Vor mehreren Jahren wurde Gras von
Sjekhely von einem Bedienten du.ch Messer
stiche verwundet und beraubt. Der Thäter
entsteh nach New-?Iork.
Paris, 31. März. Der „Soleil" ver
öffentlicht eine Unterredung mit einem
Manne, welcher inzwischen nach Mexiko ge
reist sein soll und die mysteriöse „Nr. Eins"
zu sein behauptete. Sein Name war Tynan,
und er soll mit derjenigen Persönlichkeit
identisch sein, welche das Dubliner „Free
man'« Journal" sür „Nc. EinL" erklärte
und als James Tyner bezeichnete.
Pari S, 31. März. Die „Patrie" hält
ihre Behauptung,daß der Herzog von Anmale
sein Schloß zu lLhantilly verkauft habe, auf
recht, obgleich dieselbe von anderer Seite de
mentirt wird, und fügt hinzu, das in Frank
reich liegende Eigenthum sämmtlicher orlea
nistischer Prinzen sei sür Francs
an ausländische Gesellschaften verpfändet
worden.
Paris, 1. April. Der Herzog von An
male erklärte, als er sich von der Akademie
verabschiedete, er betrachte die orleauiftilche
Bewegung als eine gegen ihn gerichtete In
trigue.
Dampfkessel Mrple'flon ZU Personen
qetodtc».
Paris, 1. April. In St. Dizier er
eignete sich heute eine Tampfkessel Explosion,
durch welche W Personen getödtet nnd 33
verletzt wurden.»
London, 31. März. Wie ans Aar
mouth berichtet wird, sind während des
neulichen furchtbaren Sturmes sechs Fischer
fahrzenge untergegangen, uud vierzig Ma
troseu dabei um'S Leben gekommen.
St. Petersburg, 31. März. Aus
Charkofs und der Umgegend werden verhee
rende Überschwemmungen gemeldet; meh
rere Menschen sind ertrunken.
Madrid, 31. März. Zwei der cuba
nischeu Flüchtlinge, Rodrignez und Castillo,
sind in Freiheit gesetzt worden. Man glaubt,
daß General Maceo ebenfalls entlassen wer
den wird, falls er Garantie n giebt, daß ec
Euba nicht wieder betreten wird.
Kamps mit Nihilisten.
St. Petersburg, 31. März. Der
Polizeipräfekt hat in einem unansehnlichen
Hanse den Schlupfwinkel einer Nihilistenge
sellschast entdeckt. Als die Polizei dieselbe
verhaften wollte, stieß sie auf hartnäckigen
Widerstand. Während des Kampfes wurden
drei Polizisten verwundet. Eiu Nihilist,
keine Rettung fehend, nahm sich auf der Stelle
das Leben; die acht übrigen wurden bewäl
tigt und in Haft genommen. Man ist der
Ansicht, daß mir ein Theil der Gesellschaft
abgefangen ward. Bei der Du.'chsu-yun-z
des Hauses wurden außer anderen Zerstö
rungswerkzeugen auch 144 Pfund Dynamit
gefunden.
Albancsen und Montenegriner.
Slntari, 31. März.— Vier Albanesen,
darunter eiue Frau, wurden während einer
Bootsahrt auf dem Skutari-See von Monte
negrinern ermordet. Sämmtliche Albanesen
Stämme rüsten sich zum Kampfe gegen Mon
tenegro.
Liverpool, 31. März., 12.50 Nachm.-
Baumwolle: Mittelsorte Oberländer 5l»j10,
do. New-Orleans JA. Die Verkäufe betru
gen SVYV Ballen, Spekulation und An?
fuhr 500, Zufuhr 10,40), sämmtlich ame
rikanische.
London, 31. März. Ver. Staaten
Obligationen: 4-proz. 123, ditto 44-proz.
110, do. verlängerte 5-proz. Ivoj.—A. &G.
W. 52t, do. 2. 10. Erie 355, do. 2. 100,
N.-A. Central Jlls. Central 151,
Penns. Central 64Z, Reading 27», Ontario-
Western2VK, Mexikanische 141 Milwaukee
St. Paul Common 102^.
Alfred de la Cour ein bekannter fran
zösischer dramatischer Schriftsteller, ist ge
sterben.
Vorder Thüre eines Bergmann'S zu
Montcean-les-MtneS, Frankreich, explodirte
am Donnerstag eine Dynamitpatrone. Die
Sache hat große Aufregung hervorgerufen.
Auf dem Dampfer „Britannic"von der
Habrer Line, der amFreitag von Neapel nach
abging, befinden sich über 300
Zwischendecks - Passagiere. Die Gesellschaft
läßt gegenwärtig einen neuen großen Dam
pfer bauen, welcher den Namen „Neustria"
erhalten wird.
Die von Liverpool nach New-Aork be
stimmte britische Barke „George Watson"
ist in leckem Zustande zu QueenStown einge
lausen.
Die Moskauer Zeitung „Telegraph"
wurde wegen ihres schädlichen Einflüsse« auf
die Massen polizeilich unterdrückt.
Viehmarkte.
Chicago, 31. März. Die Zufuhr
von Schweinen belief sich heute auf 4000,
Stück, Versendung 3300; die Preise variir
ten zwischen 15.0 V und H3.lo.—Rindvieh:
Zufuhr 1600, Versendung 4100; Verkäufe
zu tz2.7obiS I7.ls.—Schaafe: Zufuhr 1400,
Versendung SOVV; Verkäufe zu H 3.25 bis
H 7.00.
St. Louis, 31. März. Rindvieh:
Znsuhr SV, Versendung 700; Verkäufe zu
53.00 bis H7.12.-Schweine: Zufuhr 300,
Versendung 2000; Verkäufe zu H 7-25 bis
H7.7s.—Schaafe: Zufuhr S«, Versendung
300, Verkäufe zu G 3.75 bi» K 6.75.
Der DeuNche <sorresPvaSe^
täglich,wöchenl'tlch u. SonntagSbla^
Z 5. Natne, Eigenthümer und Nedakie«->
?r»iia«e> «rl<t«wen»en '
chc»!>lattcsncb>'lS?>!»täg» Beilage vr" .l
nach Europa k > vonokrei.Br-ii .
5-zs Blaiics allein kl >i» pro Jahr.
kM" «,neigen werden iowoht w »eutiche' -
Nr. 79.
Lokal-Berichte auS Washington.
Jansen, der Loci,enräuder vcrurideilt. Min
Rampf mit bedauerlicdem Aufgange —'
da 4 Verdikt der t!ciehrnslkiauge>»j»n>orrnin.
- Va,ar oder«o,»er«»t Der verkauf der
..Washington Western Eisenbahn, -Eine
Washington, 1. April.—Jansen, der
Gräberschänder. wurde gestern vom Richter
Hagner zu 9 Monaten Gefängniß verur
theilt. Jansen hatte den Leichnam des w--
gen Mordes durch den Strang Hingerichteten
Charles Shaw vom Kirchhofe gestohlen und
verkauft. Als Entschuldigung gab er au,
daß er es weder als gegen die Moral, noch ge
gen die bestehenden Gesetze verstoßend erach.
Tete, Leichname ans dem Aru.enkirchhofe zu
holen und zu wissenschaftlichen Zwecken zu
verwenden.
Gegen Tagesanbruch gewahrte Privat-
Wächter Klopfer in der Dreyer'schen Hobel
mühle eineu Neger, welcher sick in sehr ans.
fallender Weise betrug. Klopfer versuchte
ihn zu verhaften, allein der Neger setzte sich
zur Wehre, und ein harter Kampf begann.
Während desselben entlud sich der Revolver
Klopfer's, und die Kugel fuhr dem Negec in
die linke Brnst und durchbohrte dte Lamze.
Herbert, so heißt der Nege, wurde nach dem
„Freedman'ö Hospital" gebracht, während
Klopfer für sein Ericheinen vor Gericht
Bürgschaft stellte.
Der Neger Gcorste Butler, welcher des
Einbruchs in zwei Fällen überführt wurde,
erhielt 10z Jahre Zuchthaus: der Weiße
William Jones, deiielben Verbrechens schul
dig besilndcn, kam mit 3z Jahren davon.
Eine Delegation prominenter Bürger
befürwortete henke bei den DistriktS-Commis
saren-die Ernennung von Major Brock zum
Polizei Capitän.
In dem Falle des Karl Dräger, welcher
am Donnerstage an der Melropolitan-Bran
che der „Ballimorc-Ohio-Eifenbahn" getödtet
wurde, gab gestern die Coroners-Jury ein
auf Tod durch Unfall lautendes Verdikt ab.
Distrikts-Anwalt Riddle benachrichtigte
daS„WashingtvnerleichteJnsanterie-Corv»."
daß es durch Abhaltung der proponirten Fair
den Gesetzesabschnitt übertrete, der die
Veranstaltung von Lotterieunternehmen ver
bietet.
Tie jetzigen Inhaber der „Washington-
Western-Eisenbahn" werden morgen Anstren
gungen machen, den Verkaus der Bahn, wel
cher aus nächsten Mittwoch festgesetzt ist, auf
!!v bis ll) Tage hinaus zu schieben, um ein
Syndikat zum Ankaufe der Bahn bilden zu
könne!'.
Gelegentlich des Begräbnisses eines
inigkn Mannes, welcher zu Lebenszeiten ein
eifriges Mitglied des Ordens der „PythiaS-
Ritter," sowie des unabhängigen Ocoeus der
„MechanicS" war, hielt Pastor Jonathan
Blanchard, Präsident des „Wheaton HollegS"
von Illinois, auf Veranlassung des ValerZ
des Verstorbenen die Leichenrede. Der Be
erdigungsseierlichkeit in der Kirche wohnten
last alle Mitglieder der ermähnten Orden bei,
und groß war ihr Erstaunen, als sie hörten,
wie der Pastor gehörig gegen die geheimen
Gesellschaften loSzog. Eine allgemeine Un
ruhe entstand, und eine Schwester des Ver
storbenen wurde durch die Worte des Geist
licheu so aufgeregt, daß sie plötzlich ohnmäch
tig wurde. Vergebens flüsterte man dem
Pastor zu, das Thema zu ändern, er erklärte,
daß er nur auf ausdrückliches Verlangen des
Vaters des Verstorbenen anshören würde.
Schließlich erfolgte de.m auch diese Aufforde
rung, und der Geistliche verließ, sein Manu
skript zusammenfaltend, die Kirche. Ein
anderer Pastor würde herbei gerufen und
die Beerdigung ohne Störung zu Ende ge
führt.
Dnrchqeganfleue Kohlenboote.
Pittsburg, Penns., 31. März.—Wäh
rend heute Nachmittag mehrere Remor>inenrc
im Begriffe waren, mit vielen Kohlenbooten
im «-chlepptan nach dem Süden abzugehen,
rissen sich 37, der Firma Joseph Walton
Comp, gehörige Flachboote, die mit 450,000
Büschel Kohlen beladen waren, los und trie
ben flußabwärts. Eine kleine Strecke wei
ter unten rannten sie wider den Dampfer
„Abe HayS," welcher <i Boote mit 72,000
Büscheln Kohlen im Schlepptan hatte. Der
Dampser wurde tu den Grund gebohrt und
seine 6 Boote trieben mit den übrigen wei
ter. Der Dampfer „Dick Fnltsn" wnrde zu
nächst getroffen und beschädigt, ging jedoch
nicht unter. Sieben Flachboote, mit 175,-
bvv Bufchelu Kohlen, die er im Schlepptan
hatte, wurden durch den Stoß znm Unter
gange gebracht. Bei Manchester bohrte die
durchgegangene Flotille nach den Tumpfet
„St. «.awreiii,/' Uno mcyrere weitere sksrach
tete Kohlenboote in den Grund. Der an
gerichtete «chaden beläuft sich ans §50,000.
Eine Anzahl Schleppdampfer ist von hier
abgefahren, um die flüchtigen Boote einziu
holen nnd zurück zu bringen.
Der Geldmarkt.
New - ?lork, 31. März. Fönendes
sind die Schlußno.irnngen: Gelo beach.e
s—lo Prozent uud schloß;u 0 Prozent.—
Sterling Wechsel 4.Biz 4.Biz auf fechszig
Tage, 4.83»—4.84, auf Sicht. Bnudes-
Obligationen: neue 3-proz. 104?, verlängerte
Fünfer 104, 4j-proz. und 4-prozenrige
12VZ.—Aktien: Adams' Expreß 127, Cen
tral-Pacisic7Vs, Ches. «KOHio2lj, Erie37i,
do. Prior. 76, Lake Shore 108 K, N.-J. Cen
tral 72H, North-Western 134j, do. Prior.
149j> N.-D. Central 12üj, PittSbnrg 139j,
Reading Rock-JSland 122j, Union Pa
cific 9V4, Western Union 82j. Unterschätze
amtS-Bilanz: Hartgeld Cou
rant 51i.837,1!»1.
Vermischte telegraphische De
peschen.
Viele Besitzer von Spielhöl
len wenden zur Zeit der Stadt Nashville
den Rücken, indem die Gesetzgebung von
Tennessee ein Gesetz angenommen hat, wel
ches den Betrieb von Spielhöllen mitZncht
hauihast bestraft.
Etwa ein Dutzend Studenten des „Hale-
Collegs" fing am letzten Samstag Abend im
„Athenäum" zu New - Haveu, Conn..
wo eine Ausstellung im Gange war, Händel
an, und das Ende vom Liede war, daß meh
rere junge Männer dle Krakehler tüchtig
durchprügelten.
Walter Barr»igan, 17 Jahre alt,
wnrde gestern nahe Patte.iburg, N.-?I., wäh
rend er mit drei Kameraden von e'nem Koh
lenznge sprang, durch einen ans entgegenge
setzter Richlung kommenden Zug übe r
fahren und in zwei Stücke zer
schnitten. Einer seiner Kameraden erlitt
schwere Verlegungen.
Der Landstreicher Ch OS. Tilgh
m an, we'cher am letzten Donnerstage nahe
Hccktown, Sonthlzmpton - Connty, Penns.,
seiner Frau die Kehle durchschnitt, ist ver
haftet und in Shenandoah, Pennf., einge
kerkert worden. Er scheint wahnsinnig zu
sein.
Tie C ig arrenma ch er in Phila
delphia haben beschlossen, am 1. Mai eine
Zulage von Hl bis §2 pro Tausend zu for
dern.
Die Cigarren wacher in New-
Häven, Conn., haben ein Comite ernannt,
um über die Frage bezüglich eines Ausstän
de« für eine Lohnerhöhung zu berathschlagen.
In Cincinnati sind bereit« Vorkeh
rungen für das bevorstehende demokratische
Fest im Gange, und die Versteigerung von
reservirten Sitzen nimmt am nächsten Mon
tag ihren Ansang.
Aeue Anzeigen.
Umgezogen.
's«, w? «vor. i >' Ar.' l und ».
Allen « Alle», »wisch«n^rat^-u^-ttle»ftrai«.^!,
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«-»Heizöfen. («5r,11> 1»

Hie German Correspondent,
Dally, We»k!y and Sunday t,
PUBLISHED BY
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BALTIMORE, MD.
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J»rp*p<. wKtoa. Dsijy or focklj, «I.OQ p<*:
published it Engh* M

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