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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, October 10, 1883, Image 4

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Der Deutsche Correspondeui.
Baltimore, Oktober IBBA.
ZlnterhaltungSwegweiser.
Julius Cäsar."
ikevu't frontstraßen.Theater —Allabendlich in
dieser Wlxde und Dienstag» und Freitag« Nachmittag«
Biihne. . .
HS" Gedicht: „der Weill, Leia und We
beschein," Lokalia: Tvd:Ssälle von Deut,
schen -c., Berichte ans dem Jauern des Staa»
tes, Gerichtsverhandlungen, SchiffSnachrich
teu vud GruudstnckSübertragungeu siehe
dritte Seite!
Stadt Baltimore.
Wetterbericht.
Balt im or e, den !». LltoberlS33.
! !«.,.» ! Wind !
Zeit Ther. '
Meter.
7.02 M > Zv.üai' 56 !!' l O -> -Trüb
11.V2 V.! M -ZW «3 «7 SO S Schön
S.V2 St.l R>.2!>2' SS SS !SO k Kl«
7.V2 A. t!4 7S j Z 1 >
»1.V2 N.j M> SS «,!Z 'SO ' 2 j ..
Wittl Baremeterst. !!S 3N4 > HöchstThrmoi»eterfi.<>>i.
Thermometers!. Sk».s ! Niedr. ~
Heute:
Sonnenausgang....S e.', im. .
Sonner>unlergang ..5.2U s -M°»t>au qang—
Das gestrige Wette r.-Nachsol
gende Beobachtungen wurden gestern Nacht
in demselben Augenblicke (11 Uhr mittlerer
Washingtoner Zeit) auf allen nachlzenannten
Stationen gemacht: Alpena 51, Boston 38,
Buffalo t»8, Cheyenne 36, Chicago 67, Cleve,
land 73, Duluth SV, Erie 72, Escanaba 49,
La Crosse 57, Marquette 4», Milwaukee 56,
New-Äsork 56, Lswego 63, Port Hnron 71,
Sandusky 72, St. Louis 68, St. Paul 53,
Toledo 74, Dankten 55.
WetteranSfichte n.— Schönes Wet
ter, wechselnde Winde, fallendes Barometer,
steigende Temperatur.
Politisches. —Heute Nachmittag von
4 bis 8 Uhr finden die demokratisch.'» Vor
wahlen sür scheriff, Staatsanwalt, Geo
meter und Gesetzgebung statt. Für die drei
ersten Candidaiuren wird nach dem Traw
ford-ModuS auf gelbem Zettel, für die Ge
setzgebung nach dem alten Modus (Abgeord
nete zu den Legislatur-Conventionen) auf
weißen Zetteln abgestimmt. Für das Sche
riffSamt T. Joyce, Dr. M. Dona
vin, PH. M. Snowden und John F. Som
merlock; für das AnwaltSamt Chr. G. Kerr
(zur Zeit im Amte) und James McTolgan,
für das GeometerS-Amt Simon I. Martenet
(früher im Amte) und August Bouldiu im
Felde; für die Gesetzgebung zeigen Folgende
an: Franz I. Grote, 1. Ward, Wilhelm
H. Strans, 4., Joseph C. FeldhanS und
Heimann Rothert, 5., Benjamin Baker,
6., ChaS. Schultz, Patrick Rodgers und Mar
tin Emeiich, 10., L. W. Günther, jun., 12.,
Kail I. Wilver, 13., Edm. R. Davis und
D. Webster SinbbS, 15., Heinrich Hellbach,
18 , L. C. McCnSker, 20. Ward. Außer
dem ist auch Hr. Heinrich C. Lieck, der be»
kannte deutsche Rechtsanwalts als unabhän
giger Candidat in der 10. Ward im Felde
und wird ohne Zweifel am Tage der Haupt
Wahl von vielen Verehrern als entschiedener
Anti-Prohibitions - Candidat warm unter
stützt werden. Wir empsehlen unsern Mit
bürgern ganz angelegentlich obige Candida
turen, besonders aber bieder deutschen Adop
tivbürger, welche heute auf das Votum ihrer
Mitbürger restektiren. Dabei sprechen wir
die Hoffnung an«, daß jeder deutsche Bürger
von dem Wunsche ertüllt ist, daß die heule
um die Candidatnr sich bewerbenden Herren
nicht demagogischer Beeinflussung, der Miß.
Gunst und falscher Stimmenzähluug, wen»
nicht Schlimmerem, geopfert werden mögen.
Die Republikaner rechnen darauf, daß
sie mit Hülse der „Uuzusriedeuen" ihren
Staatszettel erwählen und als Nachfolger
des Hrn. Groome einen republikanischen Se
nator iu den Congreß schicken werden. Im
„Bargain" mit den „Unzufriedenen" wollen
die Republikaner den Löwenantheil haben.
Der Borschlag zum „Bargain" der „un
zufriedenen Demokraten" mit den Republi
kauern lautet: Heiskell, Mayor; R. T. Alli
son, Gerichts-Aklnar; Republikaner als Sche.
Riff und Staatsanwalt; gleichmäßige Ver
theilung der Waisenrichterstellen unter die
Demokraten, Republikaner und „Arbeiter;"
Stadt-Geometer Demokrat; 10 republikani
sche uud 10 demokratische Räthe sür den 1.,
5 demokratische und 5 republikanische für den
2. Zweig. Ein ähnlicher „Bargain" wird
für die Gesetzgebung vorgeschlagen, stößt
aber bei den Unzufrledenen noch auf Wider»
stand.
I. Morrison Harris, der einstmalige
Vorkämpfer des Nichtswifserthnms, ist einer
der Hauptredner auf dem republikanischen
Stumpe.
Gestern Nachmittag fand eine aberma
lige Sitzung deS republikanischen Erskutiv-
Comite'S statt. Zugegen waren I. A. Gary
I. Morrison Harris, Postmeister Ädreon,
W. I. Hooper, W. F. Airy und Andere.
Hr. Hooper erklärte sich gegen alle und jede
Fusion, die Republikaner hätten keinen
« Grund, sür die unzufriedenen Demokraten
die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Nicht«
Endgültiges konnte erzielt werden. Es sieht
jedoch aus, als ob man geneigt ist, Heiskell'S
Caudidalnr zu acceptiren, es aber den Repnb
likanern überlassen will, zu stimmen, sür
wen sie wollen. Der Hauptsteiu des Ansto.
Bes ist, daß die Herren des Exekutiv-Comi»
te'S den Unabhängigen nicht so recht trauen
und jnnt Verdacht auf ihre Offerte blicken.
Die Wahlausseher hielten gesternAbeud
im demokratische« Hauptquartiere, Nc. 141,
West-Ballimorefiraße, eiue Versammlung'
und waren mehrere Stunden lang damit be
schästigt, die Liste der Richter und Clerks sür
die heutige Primärwabl zu vervollständigen.
Die Temperenz-Allianz von Baltimore-
Cvnnty inkossirte iu einer am Montag in der
Halle des „christlichen JünglingSvereinS" ge
haltenen Versammlung solgendeS Legislatur-
Ticket: sür Senator ThoS. T. Benton, Rep.;
sür das Delegatenhaus die Demolrateu Sam.
Brady, ThoS. Kelbaugh und T. L. Leib, so
wie die Republikaner Frauk Sauderfling,
John F. Gore und JaS. M. Lee. Außerdem
wurde der bereits bekannte Bericht mit Be
zug aus daS „für" uud „gegen Local-Lption"
vorgelegt; und ein besonderes Campagne-Cv'
mite beauftragt, in allen Distrikten Lokal-
Comile'n zu förmigen, sowie Massenversam
mlungen zu halten u. s>. w.
Nur noch wenige Berichte der letzten
DienstagSwahl sind rückslälldig. Beinahe
olle sind jetzt im Hauptquartiere-abgeliefert.
Unkenntniß der Vorschrift gilt allseitig als
Entschuldigung sür die Nichtablteseruug.
Die neueste Kunde geht dahin, daß die
Basis des an anderer Stelle erwähnten „Bar
gainS" selbst manchem „Unabhängigen" et
was zu weit geht. Sie leihen der Verbindung
der Staats- mit der Munizipalwahl kein
geneigtes Ohr; die Republikaner aber wollen
nur dann eine Fnfiou eingehen, wenn sie da
durch Hülfe sür die Staatswahl erhalten.
Dos ist das Geheimniß entweder Alles,
oder gar Nichts. Helft Ihr uns, um deu
Staat, den Gouverneur nebst BuudeSfenator
zu gewinnen, ull r>M, und s>hr mögt ruhig
die Stadtämter unter Euch theilen! Mit
anderen Worten, um in der Stadt zu siegen,
verkauft Ihr uns den Staat, und wir sind
dabei, damit Ihr die Stadt erhaltet. Selbst
verständlich «äre das Letztere, falls der Staat
erobert werden kann, nur eine Gnadenfrist.
Noch Jahresfrist würden die Republikaner
auch Baltimore erobern, die Unzufriedenen
aber könnten sich sodann die Hände reiben,
daß sie die Demokraten uud sich selbst ab
gethan haben.
Der „böhmische demokratische Central-
Verein" hielt gestern Abend an der Ecke des
Broadway« und der BarneS-Straße eine sehr
gut besuchte General-Versammlung, in wel
cher Hr. W. I. Schimek den Vorsitz sühne.
Prof. Gläser u. A. hielten mit großem Bei
salle aufgenommene Reden in deutscher und
böhmischer Sprache, und überhaupt gab sich
allseilig das lebhafteste Interesse für die be
vorstehende Campagne kund.
Die demokratisch-conservativen stimm
geber der 6 Ward versammelten sich gestern
Abend in Hrn. Retsinger's Halle, Nr. 88,
Nord-Broadway; Hr. Nik. Tigges führte
deu Vorsitz, während Hr. Jakov Groß als
als Sekretär fungirte. Nach einigen mit gro
ßem Beifslle ausgeucmmcnen Reden indos
sirte die knihusiastische Versammlung Hrn.
Wm. A. McClellan von der 6. Ward für das
Unterhaus der Gesetzgebung.
Es scheint endgültig zwischen den Fusio
nisten ncch Nichi« abgemacht zu seiu. In einer
weiteren spät g.stern Nachmittag im Haupt
quartier staltgisuudenen Versammlung der
Rkpublikarer waren abermals Zollinspektor
Webster, DisttiklS-Auwalt Sttrling, Gen.
Fe iz W. I. Hooper u. A. anwesend.
Bcv dilti „Bürger-Resorm-Comite" ging
eise Zuschrift ein, in welcher klar uud deut
lich <n gegeben ist, welchen Theil der Aemter
es sür tie Unterstützung des republikauischcn
Tickets verlangt. Sein Vorschlag ist folgen-
der: für Mayor soll ein Reform-Demokrat
aufgestellt werben : für das Amt des Aktuars
des Snperiorgericht« Mayor Allison; ein
Arbeiter sür ein« der drei Waiienrichter-
Aemter; Republikaner sür die Aemter des
Scheriff« und des Staatsanwalt«, nnd end
lich soll auch die Hälfte der Sitze im Stadt
rathe den Republikanern eingeräumt wer
den. Diese Vorschläge wurden günstig anf
»enommen, und man schien allgemein der
Ansicht zu sein, daß die Aemter-Verlheilung
eine beide Theile befriedigende sei. Indessen
wollen die Republikaner nichl so verstanden
sein, als ob sie gerade Hrn. Heiskell indossi
reu; vielmehr verleihen sie der Hoffnung
Ausdruck, daß mau emen stärkeren Candida
ten ausstellen werde.
Eine Scene im 1. Rathszweig-.
—(Stadtrath Linthicum und Feuermarschall
Heiskell.) Vorgestern Abend ergriff im 1.
Rathszweige Dr. Linthicum von der 19.Ward
das Wort uud ersuchte um die Erlaubniß,
eine persönliche Erklärung abgeben zu kön
neu. Dieselbe wurde gewährt, und Dr. L.
sagte nun: „„Ein gewaltiger Versuch ist vou
Hrn. Heiskell, dem Feuermarschall, gemach!
worden, um den Eindruck hervorzurufen und
zu verbreiten, daß die nenliche Feuer-Alarm-
Telkgraph-Verordiiung (Trennung des Te
legraphen von der Coutrole des Feilermar
schalls) zu dem Zwecke vorgeschlagen worden
sei, um daraus politisches Kapital zu schlagen
und das Telegraphen-Departement zu einem
politischen zu machen. Ich möchte ferner hin
zufügen, daß er den Zeitungsmännern sagte,
daß die Verordnung politische Zwecke im
Auge habe, daß dieselbe direkt ein nach ihm
gesührier Schlag sei, und daß die meisten
Mitglieder des Rathes sich nachher entschul
digt hätten, nur aus Unkenntniß sür die Ver
ordnung gestimmt zu haben. So weit e?
mich anbetrifft, verstand ich die Berordnuug
vollkommen und hatte weder bisher, uoch
gegenwärtig die leiseste Idee, das Departe
ment zu einem Politischen zu machen. Ich
betrachtete seit jeher Hrn. Heiskell als einen
persönlichen Freund. Als ich heute (Montag)
Abend zum Rathe ging, hielt mich Marschall
Heiskell an und sagte, daß er mich bisher als
Freund betrachtet, nunmehr aber gehört, daß
ich sachkundig bei der Verordnung gestimmt
habe. Er fügte fodluin hinzu: „Wenn die
Sache vorkömmt, müssen Sie gegen dieselbe
stimmen !" Ich erwiderte, daß ich noch nicht
Wiste, was ich thun würde. Hr. Heiskell rief
nun auS: „Ich fordere Sie heraus, sich zu
Gunsten dcr Verordnung zu erklären; ja,
unterstehen Sie sich, Das zu thun!" Hr.
Präsident, sollen wir von irgend einem De
partement derart eingeschüchtert werden?
Sind wir verpflichtet, DaS zu thun, was man
in solcher Weise von uns verlangt? Siud
wir unfähig, nach eigenem Ermessen zu han
deln, ohne Einmischung und Einschüchterung?
Ich bemerkte zu Hrn. Heiskell, daß kein Schlag
gegen ihn gemeint sei. Erachtete es Dr.
Stewart als einen schlag ans sein Amt, als
das Straßenreinigungs - Departement von
dem der Sanitätsbehörde getrennt wurde?
Und arbeitet dasselbe jetzt nicht besser, als je
zuvor ? Hr. Heiskell wiederholte sodann, daß
ich und jeder andere Rath sich in Acht nehmen
mögen, für die Verordnung zu stimmen.""
Nachdem Dr. Linlhicum geschloffen, äußerten
sich andere Rälhe in ähnlicher Weise.
Die Verordnung« selbst befindet sich im 2.
Zweige, ihre Annahme ist, wie wir schon
früher erklärt, jedoch sehr unwahrscheinlich.
Wir zweiseln nicht daran, daß Marschall
Heiskell es im Betreff des Löschdienstes und
des demselben zu unterordnenden Telegra
phen gut meinte, aber e« scheint uns doch,
daß er sich durch seine Aeußerungen einer
unlteblaircii Kritik ausgesetzt hat.
Hr. Heiskell,. gestern über die Aeuße
rungen des Dr. Linthicum befragt, leugnet
nicht, Das gesagt zu haben, was dieser vor
gestern dem Rathe mittheilte. Aber er habe
nicht gemeint, persönlich zu seiu; er habe nur
sagen wollen, daß Dr. L. und andere Räthe
„in Mißachtung der öffentlichen Meinung"
es nicht wagen würden, für die Verordnung
zu stimmen.
Civildienst. Reform. Dr. Sid
ney O. Heiskell, welcher am Montag vom
Stadtrath als Quarantäne-Arzt bestätigt
wurde, ward auf die folgeude Empfehlung
seines Vorgängers, deS Dr. I. McHenry
Howard, hin ernannt: „Ich empfehle ach
tungsvoll meinen bisherigen Assistenten, Dr.
S. O. Heiskell, als meinen Nachfolger. Er
wurde, als die Blatternepidemie ihren Höhe
.Punkt erreichte, ernannt und hat sowohl als
Arzt, wie auch als Mann mein volles Ver
trauen. Abgesehen von den Diensten, die Hr.
Heiskell bereits geleistet, befitzt er Fähigkei
ten, die ihn, da er mit allen Branchen des
Dienstes genau bekannt, zum Quarautäue-
Arzt empfehlen."
Durchfiel im Stadtrathe, resp, im 2.
Zweige, der Beschluß, den Leuten, welche seit
dem 1. Mai 1883 für das Privileg der Er
richlung von Bogenfenstern (an Verkaufs
laden) Steuern bezahlt haben, dieselben zu
rück zu erstatten.
Straßenbahnen. Die „N. -U.
Tribüne" macht der Stadt Baltimore das
Compliment, mit einem guten Beispiele
voran gegangen zu sein, indem eine unserer
Stadtbahlilinten ihre Condnkteure iustruirt
habe, nach Füllung der Waggons an den
Straßenecken harrende Paffagiere auf den
nächsten Bahnwaggon zu verweisen. Aller
dingS hat die „Union - Linie" diese Weisung
gegeben, aber die anderen Linien fahren fort,
die Passagiere wie Häringe in ihre Waggons
zu packen. Eine Schwalbe macht keinen
Sommer. Unseres ErNhtenS sollte sich das
Publikum ein- sür allemal weigern, überfüllte
Waggons zu besteigen, und dann werden die
Linien sich schnell genug beeilen, mehr Wag
gons einzustellen.
Tibung der Schulbehvrde.
In der gestern Abend gehaltenen regelmä
ßigen Sitzung der Schulbehörde führte Hr.
John T. Morris und Hr. H. M.
Cowles fungirte als «ekretär. Gesuche um
Anstellung als Lehrerin waren eingegangen
von den Damen Louise H. Müller, Jennie
Wols und Ella Evans. Das Comite für
Rechnungen legte solche in der Höhe von
HILBO für die Schuleu der Weißen und von
tzl7 für die Negerschulcn vor, welche zur
Zahlung angewiesen wurden. Auf Antrag
des. Hrn. Price wurde beschlossen, daß es
nicht zweckmäßig erscheine. uoa> im Laufe
dieses Jahres einen Wechsel der Schulbücher
vorzuuehmeu. Das PrüfungS-Comite be
richtete, daß die Damen Alice Coggins und
Fanny Bremer zu einer Anstellung als zweite
Hülsslehrerinnen an Grammärschulen quali
fiztrt seien; angenommen. Hr. Morris
zeigte an, daß der Stadtrath eine Verord
nung Passirt hat, wonach in Zukunft alle
Fonds ans herrenlosen Erbschaften direkt den
Volksschulen zufließen sollen. Zu Hülss
lehrerinnen ernannt wurden Frl. Sophie
Graham an der Neger-Mädchenschnle Nc. 4,
Frl. Maggie Webb an der Knaben-Gram
märschnle Nr. 16, Frau M. N. Ä)onng an
der Mädchen - Elementarschule Nr. 6, Frl.
Louise L. Ftckenscher an der Mädchen-Ele
mentarschnle Nr. 1, Frl. Carrie V. Cook an
der Knaben-Elementarschule Nr. 10, Frl.
Carrie M. Snmwalt a» der Mädchen-Ele
mentarschule Nr. 10, Frl. Ida McKee an
der Neger-Mädchenschule Nr. 4, Frl. F. Ni
cholson an der Mädchen-Grammärschnle Nr.
12, Frl. C. Hope an der Neger-Mädchen
schule Nr. 3, Frl. C. Evans an der Neger-
Knabenschule Nr. 3 und Frl. SallieLöwenbach
cn der Mädchen Elementarschule Nr. 12.
Hr. Morris constattrte, daß in diesem Jahre
der DurchschnittS-Schulbesuch nm 2400 Köpfe
höher sei, als in derselben Periode der Vor
jahrcS; und zwar habe sich die Zahl der Schü
ler namentlich in den Negerschulen ver
mehrt. Endlich wurde der von Hrn. Garri
gukS eingebrachte Beschluß, wonach die Be-
Hörde in Zukunft immer nur am 1., 3. uud
6. Dienstag jedes Monats, nicht mehr an
jedem Dienstag in Sitzung treten soll, zur
Verhandlung ausgerufen und nach langer
Debatte angenommen. Man vertagte sich
demgemäß bis zum nächsten Dienstag, wird
aber alsdann nur noch alle zwei Wochen eine
Sitzurg halten.
Münchener Löwen-Bräu l-on heute an
im Zapf iuSchlqel s ~Lrchkstrivn-Hulle."
Diebstahl und Schmuggel. Hr.
I. P. Wright, Nacht-Inspektor des Zoll
amtes. bemerkte in der vorgestrigen Nacht in
der Nähe des europäischen PierS einen Mann
mit einem Sack auf dem Buckel. Er rief
ihn an, aber ohne Erfolg, denn die verdäch
tigc Person ließ den Sack fallen upd suchte
das Weite. Gestern bemerkte Hr. Wright
aus dem Dampfer „Oraumore" denselben
Mann, es war der Hetzer Cintrilla. Bei'm
Nachsuchen in seiner Koje falld mall eine
Unmasse Porzellanwaarell—der aufgefundene
Sack enthielt ebenfalls einige Dutzend Tas
sen, die, wie Cintrilla zugestand, von der
Ladung des Dampfers gestohlen waren und
nun geschmuggelt werden sollten. Der Dieb
uud Schmuggler wurde dem GerichtSversah
reo durch Bundes Commifsär Rogers über
wiesen.
Der Streit in der „Garland-
M us ik-G esel lsch a 112 t" ist durch eiue ge
flern im StadtkreiSgericht vou Samuel H.
SelsionS li. A. gegeu Perry C. Orem und
Andere anhängig gemachte Klage dem Ge
richt zur Schlichtung übergeben. Die Klä
ger suchen um einen Einhaltsbefehl gegen
die Beamten der Gesellschaft und Ernennung
eines Maffenverwalters nach. Die Gesell
schaft, welche sich in zwei Theile getheilthat,
kann sich nicht über die Theilung des Ver
einsveimögell» einigen und nahm deshalb
die Hülse des Gericht« in Anspruch.
Auf der Besserung befindet sich Hr
Edgar Scott von Nr. 442, Mulb?rrystcaß?
welcher in den Mt. Cläre - Werkstätten vom
Schlage gerührt wurde. Dr Neff, welcher
!hu behardelt, hofft, thu wieder herzustelleu
Munizipal-Angelegenheiten.
Da S S ch o rnst einse g en und die
K ling el der M i lch l ent e. Inder
vorgestrigen Sitzung des Stadtrathes stellte
kurz vor Vertagung Hr. Bankard vom ersten
Zweig die Frage, weshalb verschiedene den
resp. Comite'n überwiesene Verordnungen
in Bezug auf Schorilsteillreinignng. Schellen
derMlchlcute usw. nicht einberichtet worden
seien. Hr. Klinefclter von dem betreffenden
Comite erwiederte, daß er zu verschiedenen
Malen die Aufmerksamkeit der übrigen Co.
mitewitglieder ans die Ordonnanzen gelenkt.
Schließlich sei denn auch eine solche auf die
Schornstein-Reinigunn iu Erwägung gezo
gen worden, jedoch habe daS Comite auf An
suchen der Schornsteinfeger beschlossen, es
bei m Alten zu lassen, denn wenn auch das
bisherige System jür die Hausf-.au manche
Unannehmlichkeiten mit sich bringe, so würde
doch mancher FeuerSgefahr vorgebeugt. Im
Betreff des Schevens sei das Comite der An
sicht, daß es zwar sehr unangenehm, aber
durchaus nicht so schwer zu ertragen sei, als
wenn man den Milchmann zwingen wolle,
bei allen seinen Kunden bei Schnee und
Wetter des Tages 400 bis 500 Male aus
seinem Wagen ein- und auszusteigen.
Ein Angestellter des Feuer-
Departements resignirt. Den
zuerst verbreiteten Gerüchten entgegen er
klärte Hr. Henry W. MearS, bekanntlich frü
her Aufseher dcr Leiter-Compagnie Nc. 1 an
der Harrison-Straße, daß seine Resignation
eine Folge des Schreibens des Marschalls
Heiskell an den Marschall Gral, gewesen sei,
in welchem Jener Diesen ersucht, über das
Verhalten der Feuerwehrmänner bei den
Primärwahlen zu wachen. Zugleich bemerkte
Hr. MearS, daß, so lange er die Ehre gehabt,
die Compagnie zu commaudireu, sich noch
Niemand über Einmischung seiner Leute iu
die politische Bewegung beschwert habe.
Selbstgchiung gebiete ihm deshalb, von sei
nem Posten zurückzutreten, nachdem die zahl
losen Masse des Chefs den Glauben erweckt
hätten, daß die Mitglieder des Departe
menls nur dann den an sie ergangenen Be
fehlen gehorchen, wenn sie polizeilich über
wacht würden.
Bezahlung gerechterForderun
gen.— Bekanntlich explodirte vor etlichen
Monaten der Dampfkessel auf dem städtischen
Remorqneur „Laura B. Treufch," wodurch
Hr. M. D. Anderson schwere Brandwunden
davon trug, während Hr. Geo. Bentley den
dabei erlittenen Verletzungen bald darauf
erlag. Gestern Abend nun oewilligteu beide
Zweige des Stadtraths Hrn. Anderson §3OO
und der Wittwe des verunglückten Bentley
§5OO als Schadenersatz.
Der Durchbruch der Orleansstr.
Gestern Abend passirte im ersten Raths
zweige einstimmig die Verordnung, welche
den Durchbruch der Orleansstraße von Cen>
tral-Aveuue bis zur Forreststraße, 65 Fuß
breit, vorschreibt; im zweiten Zweige wurde
dieselbe jedoch bis zur nächsten Rathssitzung
zurückgelegt.
Von See und Hafen.
Hospitäler und Quarantäne.
Die Commission, welche vom Schatzamisse
lretär etnannt wurde, um für das projektirle
Bundes - Marine - Hospital einen Bauplatz
auszusuchen, hat sich vertagt, ohne eine Wahl
getroffen zu haben, da die passenden Ban
stellen zu theuer seien. Die Buudesquaran
täne wird am 15. d. M. aufgehoben, während
die städtische Quarantäne bis zum 1. Novem
ber iu Kraft bleibt. Die Capttäne der ver
schiedcnen Fahrzeuge oppouiren gegen die
doppelte Quarantäne, und Dr. Howard ist
dcr Ansicht, daß dieselbe sür unfern Handel
schädlich sei. Die neuen Hospilal-Gcbäude
zu Hawkius' Point sind fertig gestellt, iudes
sen noch nicht u dblirt. Es wird verschiedene
Tausend Dollars erfordern, um eiue Chaussee
von dcr Stadt nach dem Hospital zu bauen,
auch muß ein neuer Schleppoampfer beschaff!
werden, da der bisher im Dienste befindliche
vor einiger Zeit erplodirte.
S ch w e r e Anschuldigungen ge
gen einen Steuerman n.—Die ame
rikanische Barke „Snow nnd Burgeß," Capt.
Anderson, tras gestern Nachmittag mit einer,
großen Ladung Salz von Liverpool an Kerr's
Werste ein : dasselbe Fahrzeug, gegen dessen
zweiten Steuermann Lewis vor einigen Wo
chen der 10 jährige Schiffsjunge Wm. Keene
in einem -New-?lorker Stattonshause 'eine
Reihe schwerer Beschuldigungen erhoben hat.
Wir entnehmen denselben Folgendes: Keene,
Sohn ange ehener Leute in San Fran-isco,
trat gegen den Willen seiner Eltern als
Schiffsjunge auf der „Snow and Burgeß"
ein, halte aber uur zu bald alle Ursache, die
sen Schritt bitter zu bereuen. Denn während
sich der Capiiän umNichts kümmerte, wurden
Keene sowohl, wie sein Leidensgenosse Harry
Brown von dem zweiten Steaermann Lewis
nnd dem Steward Geo. Chase in unerhörter
Weise mißhandelt. Ja, schließlich wurde
Brown eiueS Tages in Folge eines gewal
tigeu Stoßes, den ihm Lewis versetzte, über
Bord geschleudert und ertrank, obgleich die
übrigen Matrosen sich alle Mühe gaben, ihn
zu retten. In Liverpool wurde Keene an s
Land gesetzt, und nachdem er in Folge eines
Unfalls alle feine Sachen eingebüßt halte,
uahm sich der amerikanische Konsul seiner an,
der zunächst seine Aussagen über den Tod
Brown s zu Protokoll nahm und ihn dann
mit dem Dampfer „Egypt" nach New-Uork
zurückschickte.
Soweit der Schiffsjunge, und nun die an.
dere Seite der Medaille, d. h. die Aussagen
des Steward's Chase und der Offiziere der
„Svow and Bnrgeß," welche wesentlich an
ders lauten: Danech wurde der Junge, weil
er ein Taugenichts war und schon einmal
wegen Diebstahls im Gefängnisse gesessen
hatte, von seinem Vater, einem wohlhaben
den Musikalienhändler in San Franzisco,
aus das schiff gebracht, wo er sich aber we
nig wohl fühlte und oft den Wunsch aus
sprach, wieder au's Land gesetzt zu werden.
Auch 'chicn er schwachsinnig zu sein, und
jedenfalls war er kein sehr orauchbarer Ar
beiter, aber dennoch ist es entschieden un
wahr, deß er jemals von den Offizieren de»
Schiffes, die überhaupt gar Nichts mit ihm
zu thun hatten, mißhandelt worden sei. Als
mau in Liverpool eintraf, hatte er zu
fordern, aber man gab sie ihm aus guten
Gründen nicht, sondern ließ vielmehr dafür
durch Hrn. Chase, da der Jünge es selbst so
wünschte, einen neuen An-.ug kausen. Die
daraus folgende Nacht schlief er noch am
Bord des Schiffes, aber am nächsten Morgen
war er verschwunden, und der
erzählte, daß er ihn mit einem kleinen Bün
del habe fortgehen sehen. Also ist auch seine
Angabe, daß er seine Kleiderkiste in Liver
pool durch eine Feuersbrunst eingebüßt Habs,
unwahr; vielmehr befindet sich dieselbe nich
aus dem Schiffe, uud Hr. Chase hat bereits
brieflich bei Hrn. Keene in San Franzisn,
angefragt, wohin die Kiste geschickt werden
solle. Die beiden Steuerleute Wm. Burgeß
und Nichols erklärten entrüstet, daß sie den
Jungen (Keene) niemals angerührt haben,
obgleich sie dazu wohl mitunter Veranlassung
gehabt hätten. Was das trauriqe Schicksal
des Schiffsjungen Brown betreffe, so sei er
leider in Folge eines Fehltrittes aus der
Takelage über Bord gefallen und gesunken,
als das rettende Boot nur noch etwa 10 Fuß
von ihm entfernt war. Sein Leichnam wurde
nicht aufgefunden. Der Tod dieses Jungen
(er stammte aus Connecticut) habe die ganze
Mannschaft auf's Tiefste geschmerzt, da er
ein ganz anderer Bursche, als Keene, und
der Liebling Aller gewesen sei. Daß Capt.
Anderson endlich sich um Nichts gelümmert,
sonder« nur Romane gelesen habe, sei eben so
erlogen, wie alles Andere
Die „Svow >d Burgeß" brachte eine La
dung von 2V'>6 Tonnen «alz, d. h. die größte
dieser Art, welche je in Baltimore eingetrof.
fen ist, und wird Kohlen nach San FranziSco
einnehmen.
Der Norddeut sch e'Lloyd. Damp
fer „Amerika," Capt. F. Hamelmann,
welcher am 20. September von Bremerhaven
abfuhr, palsirte gestern Vormittag 11 Uhr
40 Minuten Kap Henry und wird heute früh
7 Uhr au seinem Pier Nr. S, Locust.Point,
anlegen. Der Dampfer bringt in der Kajüte
Frl. Anna Mathien von Solingen, Fcau I.
M. Smith, Frl. Jennie G. Smith, Hrn.E.
L. JameS, H. E. EvanS nebst Gemahlin und
Kindern von Baltimore, Chr. Schmidt nebst
Frau und Kind von Klew-Tabarz, Gustav
Edlich von Louisville, Konsul Ochsenius von
Marburg, F»l. Johanna Bathke und Frl.
Minna v. St. Gallen vo» Berlin, sowie 433
ZwtsckeudeckSpaffagtere und volle Ladung.
Ein« und Ausfuhr.—Der Dampfer
„Eglantine" kam gestern von Carthagena
mit 1660 Tonnen Eisenerz hier an.
Der Dampfer „W estmsre l a n d"
von der „Weems Linie" wird nächsten Sonn
tag seine erste Fahrt nach dem Rappahanock-
Flusse von Nr. 4, Lightstraßen-Werfte, aus
antreten. .
Das „M aryland-Jnstitu t."—Die
Mal- und Zeichen-Abendschnle dieses Jnsti
tutS wird am Montag über acht Tage er
öffnet werden, und Alle, welche an dem Un
terricht Theil nehmen wollen, werden ersucht,
sich sofort zu melden, da alle verfügbaren
Platze sehr bald vergriffen sein werden. Der
Unterrichts Kursus im Frethand - Zeichnen,
sowie im Zeichnen von Maschinentheile» und
im architektonische» Zeichnen wird i» diesem
Jahre gründlicher und systematischer sein,
denn >e.
Die neneßaptisten-Kirch e.—ln
der Baptisten-Kapelle an der Ecke der Balti
u creftraße und Fulto» - Avenue wird heute
abermals eine Versammlung Behufs Ver
vollständigung der Organisation einer neuen
Baptisten. Gemeinde gehalten, »ad ein Pa
stor sür dies.lbe wahrscheinlich schon in
»tiurzlw berufen werden. Die Leitung der
Bewegn»« 'übt bis jetzt in de» väudeu des
Hrv. I. F. Weishampel als Präsidenten.
Aufgepaßt. Der Bostoner Schwind
ler HodgktuS, welcher unter falschem Vor
wande Consignationen von Mehl und Ge
tra?de im Betrage von §lO,OOO erlangt haben
soll, die er zu seinem Vortheile zu Spottprei
sen verschleuderte, versuchte auch hier sein
Spiel. Ein Mitglied der hiesigen Mehl-
und Getraide-Börse erhielt folgenden Brief:
„Werther Herr! Schicken Sie mir gefälligst
eine Probe und notiren Sie mir Preise vo
solchen Sorten von Mehl, welche Sie ai >
Lager haben. Ich beabsichtige, direkt zu kau
fen, und versuche, auSznfindcu, wo ich am Bil
ligsten kaufen kann. Stelleu Sie die nie
drigsten preise sür nach
Boston geliefert. Ergebenst Ihr S. B.
Hodgkin?."
SüßeKartossel n.—Die diesjährige
Erndte von süßin Kartoffeln in Accomac
und Northamplou Couuty. Virg., ist kleiner,
denn je zuvor, aber in Folge der vermehrten
Tawpser-Verbiodung kommen mehr Kartof
feln nach Baltimore, wie früher, uud wer
den von hier an« zu §1.75 pro Faß nach New-
T)ork uud dem Westen versandt.
Beerdigungen. Wieder ist einer
unserer ältesten deutschen Adoptivbürger aus
dem Leben geschieden. Gestern Nachmittag
um halb fünf Uhr wurde die sterbliche
Hülle dcS im hohen Alter von 725 Jahren ver
storbenen Sebastian Schmidt vom Trauer-
Haufe Nr. 3, Nord-Washingtonstraße, nach
dem „Sweet-Home"-Friedhose gebracht uud
dort in den Schooß der Mutter Erde gesenkt,
nachdem sie zuvor in der St. MichaelSkirche
feierlich eingesegnet worden. Viele Freunde
hatten sich eingefunden, um dem iu theurem
Andenken stehenden Dahingeschiedenen die
letzte Ehre zu erweisen, und manches Wort
wurde über seine uachahmuugsweriheu Cha>
rakterzüge gesprochen. S. Schm'dt wurde
am 29. Dezember 1811 zu Görichheim, Ba
den, geboren, und wanderte am 25. Novem
ber 1851 räch Amerika aus. Er war seines
Zeichens ein Küfer und Mitglied der St.
Michaels-Gemeinde. Ein- Wittwe uud zwei
verheirathcte Töchter betrauern den Verlust
des Gatten und Vaters. A's Bahrtuchträger
futiqirien die HH.Jvseph Neuweier, Johann
Holzseft, Valentin Krug und Casparstumm.
Die sterblichen Ueberreste des Hrn.
Heinrich A. Schumacher, des früheren Clerks
im hiesigen Postamte, wurden gestern Nach
mittag von der Behausung der Familie an
der Harsord - Road aus der „Baliimorer Ce
metery" zur letzten Ruhe bestattet. Unter
den Leidtragenden befanden sich Postmeister
Adreon und viele Postbeamte, Mitglieder des
republikanischen Stadt Exekutiv-Comite's,
zu welchem der Verstorbeue gehört hat, des
„Wilfon-Postens" usw.
Gestern Nachmittag wurde die Leiche
des am 6. September zerstobenen Hrn. Jo
hann G. F. Lux von dcr Gruft dcr „Balti
morer Cemetery" aus dem Schooße derMnt
ter Erde übergeben. Zahlreiche Freunde,
sowie eine Deputation des „Monchusia-
StcwmcS Nr. 2" dex „Rotbmänuer," dessen
Mitqlied der Verstorbene gewesen, wohnten
Beerdigung, bei welcher Pastor Keller
die Leichenrede hielt, bei. Hr. Lux stammte
aus Feuchtwangen, Bayern, und wanderte
vor 30 Jahren hier ein. Er betrieb ein
Grocery- und Produktengeschäft, war uuver
heiraihet und hinterläßt 4 Schwestern und
einen Binder.
Der nach langer Krankheit im 44.
Lebensjahre gestorbene Friedrich Biskanler
wurde gestern N-aäMittag unter entsprechen
den Ceremonie'n und unter Betheiligung
einer großen Anzahl Freunde zu Grabe ge
tragen. Der p.ächtige Sarg war reich mit
Blumen geschmückt, und' Pastor Hauser von
der reformtrten Emanuels-Kirche, Ecke der
Schröder- und Saratogastraße, richtete im
Tranerhause, Nc. 07, Pennsylvania Avenue,
wie auch aus der „Loudon-Park Cemetery,"
wo die Leiche bestattet wurde, Worte des
Trostes an die Anwesenden. Der Verstorbene
war in Deutschland geboren, wanderte vor
26 Jahren nach Amerika aus, war früher als
Schlosser bei der Firma Hayward Barttett
beschäftigt und betrieb bis zu seinem Tode
eine Wirthschaft und Spirituosenhandlung.
Er war 14 Jahre verheirathet und hinterläßt
eine Wittwe, aber keine Kinder. Als Bahr
tuchträger suugirten folgende Freunde des
Verstorbenen: Hermann Meister, H. Kassa
katis, Joh. Bormann und W. Kalbheim.
Hr. Biscantrr war Mitglied des „Teutonia-
Hains Nr. 13. U. O. D.," welcher bei der
Leichenfeier durch vier Mitglieder vertreteu
war.
Zur Erde bestattet.- Abermals ist
eimr unserer geachtetsten deutschen Adoptiv
bürger in'S Jenseits abgerufen und gestern
'nr Erde bestattet worden. Es war Hr. H.
K. Elbring, der bekannte Bierhändler und
Agent der Schlitz'scheu Brauerei zu Mi'-
waukee, welcher seit dreißig Jahren in Ame
rika wohnhaft wer. Durch sein ruhiges,
freundliches Wesen, gepaart mit strenger
Gewissen- und Ehrenhaftigkeit, hatte er sich
die Hochachtung feiner Mitbürger zu erwer
ben und bis zu seinem Tode zu erhalt-n ge
wußt. Dos zahlreiche Geleite von seiner letz
ten Wohnung an Huntington-Avenue aus
nach der „Greeumount-Cemetery." wo er
seine letzte Ruhestätte saud, legte vollesZeug
niß von dem Werthe des Verstorbenen ab.
Pastor Bnrkhart hielt im Hause sowohl, wie
am Grabesrande eine schlichte, zum Herzeu
der Anwesenden gehende Leichenrede und
sprach den trauernden Hinterbliebenen Trost
zu. Seine Gattin verliert in ihm einen lie
vevollrn Versorger, seineTocher einen treuen,
fürsorglichen Vater und seine Freunde einen
Freund, der es stets wahr und ehrlich mein
te. Er ruhe in Frieden!
DerneueElevatorder „Baltimore-
Ohio - Bahn" an Camdenstraße soll heute
dem Verkehr übergeben werden. Derielbe
besitzt eine Capazitar von 2vZ0,000 Büscheln
und ist hauptsächlich für Hafer bestimmt. Die
Gebühren sind dieselben, wie bei dem Eleva»
tor zu Locust-Point, nämlich Cent pro
Büschel sür die ersten zehn Tage und z Cent
für jede weitere zehn Tage oder einen Theil
derselben.
Die erste Lokomotive. Eine An
zahl Ingenieure der „Ballimore-Ohio Eisen»
bahll" besuchten die Ruine.! des ausgebrann
ten AuSstellvngsgebäudes zu Pittsburg uud
untersuchten das Wrack der ersteu Lokomotive
des Laufes, der „Arabia;" die Herren sind
der Anficht, daß die Lokomotive mit einem
Kostenaufwand? von dis HIOOZ wieder
„Gunpowder-" und „Dynamit-
Club."— Das Comite des „Gunpoivder-
ClubS," bestehend aus den HH. E. V. Her
mange, I. S. Bullock, Robert K. Martin
und Wilton H. Hartman, begiebt sich heute
früh mittelst eines Extrazuges d-c „Phila
delphia-Wilmingtou-Baltimorcr Eisenbahn"
nach Philadelphia und wird Nachmittags
mit dem dortigen „Dynamit-Club" hierher
zurück lehren. Nach eingenommenem Souper
werden die Herren das Theater besuchen,
während für Donnerstag ein Ausflug nach
Blue-Ridge-summit und Pen-Mar prop?-
«irt ist, wobei im. „Blue Mountain-Honse"
ein Bankett stattfinden wird. Die Philadel
phia Gäste werden Donnerstag Abend nach
Hause zurück kehren.
Der„Greiseuhei m"-B aza r. —Die
Zeit zur Abhaltung des BazarS zum Besten
des neu zu erbauenden Greisenheims rückt
mit jedem Tage näher, und unermüdlich hat
der Damen-Äerein des „Greisenheim-Ver
einS" gearbeitet, um das Unternehmen zu ei
nem erfolgreichen zu machen. E« gilt nun
mehr, die letzten und endgültigen Vorberei
tungen zu treffen, und es ist vor Allem noth,
wendig, daß sich sämmtliche Damen, welche
hülsreich Hand au's Werk zu legen gesonnea
sind, sich fleißig an den nunmehr abzuhalten
den Versammlungen betheiligen. Die erste
dieser Versammlungen findet morgen Nach
mittag um 3 Uhr in der Anstalt statt. Eine
Anzeige auf einer anderen stelle des Blattes
besagt das Weitere.
Die «Gesellschaft zum Schutze
derKiuder vor?rgusamkeit und
Unmoralität" hielt Nachmit
tag eine Versammlung ab. in welcher der
Agent Hr. George W. Parker seinen Bericht
vorlegte. Derselbe besagt, daß während des
verflossenen Quartals 113 Kinder unter den
Schutz der Gesellschaft genommen wurden,
wovon 21 Kindern eine neue Heimath ent
weder ill der „Heimath der Freundlofen,"
im „House of Resuge" oder dem „St. Bin
zentS-Asyl" beschafft wurde. Colleklirt wur
den 5235, wovon §ll4 Betträge von neuen
Mitgliedern. Nachdem noch Oberst Charles
Marshall an 'Stelle des verstorbenen Hrn.
Samuel G. Whman zum Vice-Präsidenten
erwählt worden war, erfolgte Vertagung.
Da s Direk tor ium der Getraide- uud
Mehlbörse trat vorgestern unter dem Vorsitze
des Hrn. Geo. H. Bär zu einer Sitzung zu
sammen. Die HH. John O'Neil, W. Nel
son Mayo, Wm. Penrose, John W. Roß und
Charles Harvey wurden als Mitglieder ans
genommen. Die Resignation des ersten HülsS-
Getraide-JnspektorS, Frank A. Fürst, wurde
entgegen genommen und acceptirt. an seiner.
Stelle wurde Hr. Charles McDouald mit
einem JahreSgehalt von §2OOO angestellt.
Eine Petition einer Anzahl Mitglieder, durch
welche das Direktorium ersucht wird, darauf
zu dringe», daß gewisse Gebühren, welche
die Bahn-Compagnie seither erhoben, besei
tigt werden, wurde einem aus drei Direkto
ren bestehenden Spezial-Comite überwiesen,
welches mit den Eisenbahn-Autoritäten con
ferirell wirb. Von dem „Landwirthschaft
lichen Verein von Frederick-County" lies
eioe Einladung zum Besuche der diesjähri
gen Ausstellung ein, welche der Börse vsrge
legt werden wird. Nachdem noch eine sich
auf eill nationales Post-Telegraphen System
beziehende Mittheilung von der Produkten
Börse zu Toledo der Delegation zur uatio
nalen Handelskammer überwiesen ward, er
folgte Vertagung.
Der „Verbesserte Orden der
Handwerker" (luiprovexl Vreivr os >le-
— Die Kroßloge und 13 subordi
k»rie Lcgev dieses Orden« werde« am Solln
tag Abend dem Gottesdienste in der vrot..
episk. St. Andreas-Kirche an der Süd- High
straße beiwohnen.
Die Großloge besteht aus den HH. Wm.
T. Henry Senior-Großmeister; Benjamin
F. Lusby Großmeister; Charles Sincla'
Hülss-Großmeister; Charles E. Jacks pro
tokollireuder Groß-Sekretär; Wm. I. Cnn
nivgbam Groß . Finanzsekretär; John W.
MeekS Groß-Prälat; Charles N. Parkinson
Groß. Kassirer; John R. Greving Groß-
Kaplan; O. B. Smith jüngerer Großwäch
ter; Benjamin D. Benner älterer Großwäch
ter; Dr. A. Trego Shertzer Groß-Untersu.
Die Meister und Junior-Meister der sub>
ordinilten Logen sind: F. H. Fowble Mei
ster, Horace Crsmer 1.-Meister von der
„Washington-Loge Nr. 1;" Richard Russell
Meister, I. H. Loft I. - Meister von der
„Hancock-Loge Nr. 2;" Joh. N. Lentz Mei
ster, Wilhelm F. Lentz I..Meister von der
„Jefferfvti Loge Nr. 3;" ThoS. I. Southrow
Meister, Martin Rather J.-Meister von der
„Cenkelinial-Loge Nr. 4;" Heinrich Deringer
Meister, E. Grumbine J?-Meister von der
„Monumental-Loge Nr. 7;" L. I. Blume
Meister, Geo. C. Rasch J.-Meister von der
, Magnolia Loge Nr. K;" C. E. Cochran
Meister, M. Douovan J.-Meister von der
„Mercantile-Loge Nr. 8;" Heinrich Weber
Meister, C. A. Warner J.-Meister von der
„Phönix. Loge Nr. S;" L. E. Sanimcyer
Meister, E. Hodges J.-Meister von der
„Gem-Loge Nr. 10;" H. W. HanNa Meister
S. W. Wyrill J.-Meister von der „Bslti
more-Citv-Loge Nc. 11;" W. G. Williams
Meister, Frank A. Marshall J.-Meister von
der „Excelsior-Loge Nr. 13."
Die Gesellschaft zurEr; iehung
von israelitischen armen und
Waisenkindern hielt am Sonntag im
„Chisak-Amnno". 'Tempel eine Versamm
lung. Sekretär I. Goldschmidt verlas den
Jahresbericht, aus welchem hervorgeht, daß
34 Kinder aus Kosten der Gesellschaft erzogen
werden. Nachdem noch die Constitution, so
wie. die Nebengesetze amendirt worden wa
ren, wurden die bisherigen Beamten auch
für das lausende Jahr wieder erwählt. Die
selben sind die HH. Dr. H. W. Schneeber
ger Präsident, Leopold Strauß Bice-Prasi
devt, Ntsan Frank Schatzmeister, I. Gold
schmidt Sekretär nnd I. Rose, H. Cone, I.
S. Hartogevsis, M. Rosenthal und H. Op>
pcnheimer Direktoren.
Generalversammlung des „A l l
gemeinen Arbeiter-Kranken-
Unterstützungs-Vereins." Unter
dem Vorsitze des Präsidenten Chr. Bartell
und der Protokollführung des Sekretärs I.
Etiler hie't gestern Abend in der „MechanicS'
Halle" der „Allgem. Arbeiter-K.ankeu Unter
stützung« Verein" seine regelmäßige General-
Versammlung ab. Die verschiedenen viertel
jährlichen Berichte für da« mit dem 3. d. M.
endigende Quartal wurden verlesen. Die
Einnahmen H6564.55, die Ausga
ben es verblieb also am 3. Oktober
eiu Kassenbestand von H 2615.36. Die direk
ten Einnahmen beliefen sich ans H 2545.38,
die Ausgaben aus P294V.23, es ist somit ein
Defizit von H'.V3.85 vorhanden. Gegenwär
t'g zählt der Berein 875 definitive und 18
provisorische Mitglieder; ausgenommen wur
den iu der Zeit 17 definitive und 8 proviso
rische Mitglieder. Gestorben sind die HH.
Heinrich Brandt, Karl Seidewitz, L. Krö
ger, Gottfried Falk und die Frauen Hehland,
Menzel, Denharbt nnd Hellthaler.
Das Vermögen des Vereine« besteht nach
d-m Berichte des Finanzseicet, rs H.n. Oit?
Weiner aus folgenden Posten: Kassenbestand
HL615.L6, iu der „Baltimorer Sparbank"
deponirte Gelder in der „Deut
schen Bank" 5l, in Stadt-Obligatio
nen angtlegt zusandten L'N,-
74. Davon gehl ab die Bürgschaft des
Verwalters nebst Zinsen im Betrage von
§652.50, verbleibt ein Netto Vermögen von
§50.t02 24.
Sodann reichte das Wirthschasts - Comite
seinen Bericht ein. Nach demselben betrug
der KllfHnbestand om 1. Juli H 1"".6.>, die
Einnahme e ieTotal von H 2224.-
00 ergirbt.
Di: Ausgabe beziffert sich auf §2186.37,
verbleibt ein Kassenbestand von H 37.72. An
den Verein wurden wahrend des Quartals
ausbezahlt tzlOOV, in vorhergehenden Jahren
§-'3,543.83 und seit Bestehen der Wirth,
schast 543.83. Der Selretc.c dieses Co
aite's ist Hr. Julius Conrad. Es wurde
auch beschlossen, weitere H 10( > zu deponiren.
Wie man aus dm obigen Berichten ersieht,
hat der Verein zwar in finanzieller Hinsicht,
wa« Ueberschnß aube'angt, keine Fortschritte
gemacht, aber sein segensreiches Wirken un
ter den arbeitenden K'assen ist nicht za ver
kennen, und in vielen Fullen ist er als ein
Helfer in der Noth, wenn andere Quellen
versiegt waren, erschienen. Wir geben wohl
der aUgemeineu Gesinnung Ausdruck, wenn
wir demselben auch für die Zulauft Gebet
hen und Segen wünschen.
Quartal-Versammlung des
„Washington-Leih- und spar-
Vereins Nr. 1." —Genannter Verein hielt
gestern Abend in seinem Lokale, Südost Ecke
der Washington- und Fayettestraße, seine re.
gelwäßige vierteljährliche Versammlung, in
welche. August Hergenröder präsidirte und
Karl Doharr das Protokoll sjjhrte. Das
Protokoll wurde verlesen, lodann legte
das aus den HH. H. C. W. Kumlehn, Georg
F. Röbelen, Nikolaus Faulstich, L. Maurer,
Geo. Schmidt und R. Baum bestehende Ab
rcchnnngS Comite seinen Bericht vor. Nach
demselben betrugen die Einnahmen tz'Ms 75,
der Nettoverdienst des Bestehens des
Vereins tz5v1.50; von dieser Summe sind
H 148.31 als Reserve'ond stehen geblieben.
Als Beweis der umsichtigen Verwaltung und
Lebensfähigkeit des Vereins verdient ange
führt zu werden, daß derselbe im letztenZahce
eine Dividende von 12 Prozent erklärte und
zur Zeit 565 Antheile besitzt, ein Resultat,
das jedem alten Vereine zur Ehre gereichen
würde. Dcr „Washington-Leih- und spar-
Verein" besteht jetzt anderthalb Jahr und
hat während der Zeit Fortschritte gemacht,
wie vielleicht kein zweiter derartiger Verein
in der Stadt. An jedem VersammlnngS
Abende melden sich neue Mitglieder, w?lche
Thatscche einzig und allein der sachkundigen
Leitung zu verdanken ist. Die Beamten des
Vereins sind: Präsident August Hergeurödec,
Sekretär Karl Doharr und Schatzmeister A.
Platz.
Das „Baltimorer Presbyte
rium" versammelte sich gestern Aken» zu
seiner halbjährigen Sitzung in Ellicott-City,
und der Besuch war eiu sehr guter. Man
beschäftigte sich hauptsächlich uiit dem revi
dirten Disziplinar - Codex, und außerdem
legte ein für diesen Zweck speziell ernannt s
Comite ein Programm sür die bekanntlich in
drei Jahren stattfindende Centennial-Feier
des „Baltimorer Presbyteriums" vor.
Sein goldenes Priester-Jnbi
läum wird am nächsten Sonntag in dcr St.
Jgnatins-Ktrche an der Ecke der Calvert- u.
Madisonstraße Pater Wm. Francis Clarke
vom „Loyola Colleg" in würdiger Weise be
gehen. Der greise Geistliche wird selbst daS
Hochamt celebriren, und Pater Jas. A. Doo
nan vom „Georgetowner Colleg" wird eine
dcr Feier angemessene Pred'gt halten. Pater
Claikc, welcher jetzt 63 Jahre alt ist. trat
am 15. August 1833 in den Jesuiten-Orden
ein uud wurde schon nach einem zweijährigen
Noviziat Professor der Philologie am „Ge
orgeiowncr Colleg." Nach einer langen und
anscheinend aussichtslosen Krankheit erholte
sich der jnnge Geistliche wunderbar schnell,
und in 1840 wurde er.zum Seelsorger der
hiesigen St. Josephs-Kirche bestellt, welcher
Gemeinde er sast zehn Jahre lang vorstand
und wenhvolle Andenken seines Wirkens in
Gestalt zweier Parochialschuleu hinterließ.
Späler war er Präsident des „Loyola - Col
legi" urd des „Gonz:zz-Collegs" in Wash
inglon, uns während der letzten 20 ZaHre
enlfaltete er als Geistlicher und Lehrer eine
segensreiche Thätigkeit am „Loyola«Colleg"
und an der St. Ignatius Kirche. Als gewal
tiger und überzeugender Redner war er bei
ahen größeren Kirchenfesten in unserem so
wohl, wie in den benachbarten Staaten ge
sucht, und zur Zeit der„Know Nothing"-'Le
wegnng'war er einer der Hauptvertheidiger
seines Ordens.
DasgroßeVersöhnnngSsest der
Jsra eliien Dom Kippur) nimmt heute
Abend um 46 Uhr feinen Ansang und dauert
bis Donnerstag Abend z 6 Uhr. Heute
Abend findet iu allen Synagogen Gottes
dienst statt, und in den Predigten wird na
mentlich aus die Verpflichtung zum Wohl
thun, zur Reue und zum Fasten hingewie
sen. Am Donnerstag ferner nehmen die Is
raeliten keine Speisen oder Trank zu sich,
während der EottcSdienst»von 7 Uhr früh bis
Sonnenuntergang währt. Er ist ein ganz
besonders erhebender und feierlicher; und
namentlich ist es auch Sitte, vorher Versöh
nung mit Fetnden oder Solchen, denen man
inzwischen cntftemdet worden ist, zu suchen,
da an diesem Tage Niemand mit gehässigen
Empfindungen gegen seinen Nächsten vor
dem Throne der Gnade erscheinen darf.
Ihre beste'Erkläruug findet die Feier des
VersöhvungStoges im 23. Kapitel des 3.
Buch Mosis, Vers 26—36, worin es u. A.
heißt: „Dcr (der „Versöhuungstag") soll bei
euch heilig heißen, daß ihr zusammenkommt;
da sollt ihr euren Leib kasteien, und dem
Herrn opfern. Und sollt keine Arbeit thun
on diesem Tage, denn es ist der Versöhnung«,
tag, daß ihr versöhnet werdet vor dem Herrn,
eurem Gott. Denn wer seinen Leib nicht
kasteiet an diesem Tage, der soll ans seinem
Volke gerottet werden Das soll ein
ewig Recht sein eurer Nachkommen in allen
euicn Wohnungen. Am neunten Tage des
(zehnien) Monats sollt ihr diesen Savbath
hali-n. vcn Abend an bi« wieder zu Abend."
Die Vorschriften, die Moses im 16. Kapi
tel desselben Buche« znr Begehung der Feier
gibt, siud äußerst streng das Volk soll sich
durch Fasten und anhaltendes Beten vor
Gott, dem Herrn, demüthigen, seine Sünden
büßen. Das Opser bestand in einem Ochsen,
einem Widder nnd zwei Ziegen und war ein
Feueropser. Die Verordnungen Betreffs deS
Fastens sind ebenfalls sehr strikt: allen JSra
eliten, nur die Kranken nnd Kinder unter 13
Jahren auSgencmmen, ist es untersagt, von
Sonnenuntergang bis Souneuuntergang
irgend Etwas zu genießen. Orthodoxe Juden
belasten mit einer Gebetssormel ein Huhn
mit den Sünden ihrer Familie und Freunde
das Huhn nimmt hierbei jedenfalls die
Stelle des Widders ein, der in biblischen
Zeiten „in die Wüste" gejagt wurde. E?
wird zusammen mit anderen Geschenke» Ar
men gegeben.
„DaSSpitzentuchderKönigi n."
Strauß' reizende Operette wird im l.'ausi
dieser Woche al.abepdlich von McCaull'S vor
lresslicher Gesellschaft in der „Musik-Akade
mie" gegeben. Die Besetzung der Rall:n ist
eine ausgezeichnete, und die Aufführung der
Oper selbst rechtfertigt vollkommen die gün
stige Kritik, welche ihr von New Uork, wo die
Oper viele Wochen im „Casino" gegeben
wurve, voraus gegangen ist. Da spru-elt
Alles über von Melodien-Reichthum, wie
ihn gerade nur der gefeierte Walzerkönig
in'S Leben zu zaubern vermag. Zudem sind
hier noch nie bei einerAorstellung'so elegante,
reiche und geschmackvolle Kostüme gesehen,
und nur höchst selten eine ebenso durchweg
gute, ebenmäßige Vorstellung gegeben wor
den. Die Operette gelangt zusi Erstenmale in
Baltimore zur Aufführung. Eine der Haupt«
acquisitionen der Gesellschaft ist bekanntlich
Frl. Mathilde Cottrelly, welche uns schon
von früher bekannt und in dcr Rolle der
„Ho,dame Irene" Gelegenheit erhält, ihr
musikalisch-dramatisches Talent zur vollsten
Geltung zu bringen. Als einstmalige ersah
rene Theater-Direktrice hat sie dem Ensemble
der ganzen Vorstellung einen Schliff gegeben,
Wie wir ihn nur zu häufig bei englischen Ge
sellschaften vermissen. Ihr anmuthiges, ge
wandtes Spiel, ihr trefflicher Gesang und
ihre glänzende Erscheinung sesseln Auge
Ohr, während die Künstlerin cs wohl ver
sieht, den Leistungen der übrigen Mitwirken
den ihr Recht zu lassen, anstatt, wie Das nur
zu häufig geschieht, sie zu verdunkeln. Frl.
Helene Dingeon als „Kön'gin," Frl. Hattie
Lewis als „Donna Jnez" und Frl. Rosa
Leighton als „Marqinse," Hr. S. vtising als
„König," Hr. F. Leslie als
boS," Hr. McDonogh a'S „Don Sancho,"
Hr. H. Standifh als „Marquis de Ao'lla
neda" stehen dem Frl. Cottrelly würdig zur
Seite und verfügen fast ohneAusnahme über
acceptableStimmmittel. Der Chor, sowie das
Orchester sind tüchtig, überhauvt kann die
ganze Aufführung als musterhaft bezeichnet
werden. Das Finale des zweiten Aktes, der
Stierfechierchor im dritten Alt, das Duett
zwischen demKöuig nnd „Iren»," dasLied an
den Mond und daS Doklorlied werden stets
Da Capo, ja, das Trio zwischen Leslie, Mc-
Donogh und Slandish wurden drei Male
verlangt» und man den Künstlern
zugestehen, daß sie gern den Wünschen des
Publikums nachgeben. Wer eine wirklich in
allen Eiii'eltiheiten gute Operetten-Vorstek
luvg sehen will, Der vesnche eine Aufführung
des „Spi.tzentuchs der Königin" in der „Mu.
sil Akademie." Das Sujet der Operette ist
folgendes: Die Operette fpielt inPortugal zur
ZcitPhilipp's deSZweiten (16.Jahrhundert)?'
Der „König" ist ein liederlicher Gefell,
'„lrene" und „Cervantes," der Letztere ei>.
Verehrer„Jrenen's," wollen ihn auf den Weg
der Tugend zurückführen. Die „Königin"
ließ auf ihr Spitzentuch die Worte malen:
„eine Königin liebt ZXch, aber Du bist kein
König!" Sie wollte in dieser Weise dem Ge
mahl einen sanften Rüffel geben, aber si.- ver
liert doch den Muth, Dieses zu thun, und legt
das Taschentuch schließlich zwischen die Blät
ter eines Exemplars von „Don Quixote" uud
ersucht „Cervantes," dem König Buch und
Tvch zu überbringen und gleichzeitig ein gu
tes WiZrt bei Sr. Majestät einzulegen. Aver
„Ton Quixote" mitsammt dem Taschentnche
geraihen in die Hände „Irenen's," und der
böse Kobold der Eisecsucht bemächtigt sich ih
rer. Sie weiß, daß das Spitzentuch der Kö
nigin oehört, und folgert aus der Inschrift,
dajz „CervantcS" ein Günstling der „Kon?
Gw" ist. In diesem Swne
vant's" bei m „Könige" an, und „Cervan
teö" wird eingesponnen, die „Königin" aber
zum Tempel hinausgejagt. Schließlich klärt
sich Alles unter amüsanten Umständen auf,
die „Königin" kehrt zum Gemahle zurück, der
übrigens inzwischen nur theilweise ausseiuer
Don Juan Rolle gefallen ist, und die Ope
relte schließt zu allgemeiner Befriedigung mit
Jubelchcr und jenem prächtigen rhythmi
schen Accompagnemcnl, wie es allen Werken
Strauß'eigen ist.
Nächste Woche iömmt Grau'S französische
Oper mit MllS. Aimee Angele uud Nixon.
Anf dem Repertoire stehen: Montag „die
Prinzessin derKanacien,"Dienstag„Boccac
cio," Mittwoch „die Tochter der Mad. An
got," Donnerstag „die MaSrotte," Freitag
„die Glocken der Normandie,"Samstag Nach
mittag „die Mascvttc" und Abend« „Herz
und Hand."
In „Ford's Opern Hause" trat ge
stern der Tragöde Frederick wieder
um mit großem Erfolge als „Richard III."
auf, und heute wird er uns als „Jngomai."
und .Dämon," am Donnerstag als „Riche
lieu," am Freitog als „BrutuS" und am
Samstag als „l'ZirginiuS" und „Julius Tc
far" erscheinen. In Broollyn hat Hr.Warde
im Wettstreite mit dem berühmten Darsteller
des „Richard III." Hrn. John McTullongh
von Seiten eines im Anfang ganz entschie
den gegen ihn voreingenommeuenPublikums
geradezu stürmischen Beifall geerndtet, und
es war deshalb nur natürlich, daß er auch
hier, von einer so tüchtigen Truppe unter
stützt, sich schnell zum Liebling des Pub
likums machte, zumal er auch in den Szenen
des höchsten Affekts immer ein schönesGleich
maß und vor Allem die Naturtreue zu be
wahren weiß. Heute „Jvgomar, der Sohn
der Wildr-iß," und „Dämon und Pythias."
Kelly'S Frontstraße n-T heater.
Hrn. Harry Miner'Svier berühmte Komi
ler, nämlich Murphy, Mack, Murphy und
Shannon, belust-gen allabendlich dasPubl'-
kum in Keliy'S Frontstraßen - Theater aus'S
Beste; nicht minder Prinz Amata Katsuno
ihing, der wunderbare japanesische Nelra
mant, der Schwede Carlo Benedetti, welcher
Stöcke, Schwerter, Regiuischirme wie Au
stern verschluckt, die populäre Chansonnettea-
Sängerin Frl. Mollie Wilson (eine Balti
morerin), die „Ulster Brothers" usw. Die
Vorstellung schließt regelmäßig mit John
E. Murphy'? Neuester und bester Komödie
„Murphy'« Taufe" in fünf Szenen, in
welcher die ganze große Compagnie auftritt
und auch gestern wieder einen glänzenden
Erfolg erzielte. Heute Damen Abend.
Das „D im e-M us e um." Blanche
Moses, die 617 Psuud wiegende junge Frau,
und ihr nur 126 Pfund schwerer Gatte, be
kanntlich von New-Uork eingetroffen, hielten
gestern im „Dime-Musenm" abermals gro-
Aen Empfang. Sie ist erst 17, er 19 Jahre
alt, uud ihre romantische Trauung in New-
Uork hat ja erst vor einiger Zeit alle Zei
tungen auf's Lebhafteste beschäftigt. Das
Pärchen, welches übrigens sehr glücklich zu
sein scheint, ist in der That eine Sehens
würdigkeit ersten Ranges, indessen wäre'es
unbillig, darüber der übrigen Attraktionen
zu vergessen, welche das populäre Etablisse
ment auch in dieser Saison wieder in so gro
ßer Zahl bietet.
Der »eue Präsident der Hän
de l S k a m m e r.—Hr. W. W. spence, der
neue Präsident der Handelskammer, accep
tirte in einer am Montage gehaltenen Ver
sammlung das Amt mit einer längereoßede,
m welcher er namentlich daraus hinwies.daß
Baltimore'S Wohlfahrt von seinem Küsteu
verkehre, von feinem Inland - Handel und
feinem Fabrikweseu abhäim?,. wobei aller
dings der Händel mit dem Auslande unter
keinen Umstünden veraachlSisigt werben dürfe.
Weiterhin kam auch er auf die Nothwendig
keit zu sprechen, die Eisenbahnverbindungen
mit den Südstaaten zu erweitern, und de
tonte, daß ein harmonisches Zusammengehen
der Handelskammer mit dem „Verein der
Kaufleute und Fabrikanten" sicherlich nur
segensreichen Einfluß ans den Handel naie
rer Stadt haben könne und haben werde.
Schließlich wies er darauf hin, daß der
Handelskammer frisches Blut zugeführt, und
daß nicht immer dieselben Direktoren und
dieselben Comite-Mitglieder erwählt werden
sollten. Und er schlug deshalb für die nächste
Versammlung die Einsetzung eines Comite'S
vor, welches diesem Gegeustande seine volle
Aufmerksamkeit schenken soll. Zu Mitglie
dern der verschiedenen permanenten Comi
te'» ernannte er : für den Handel mit dem
Anstände W. H. Perot, G. A. von Liugen,
Eugene Levering, Charles D. Fisher; für
den Küstenverkehr Stephen Bonsal, John E.
Hurst. Eugen Levering, Georg I. Appold,
I. P. Elliott; für Tarif- und stenerrvesen
S. P. Thompson, Georg P. Frick, James
A. Gary, Johann R. Seemüller, D. Fahne
stock; für Bauken und Conrant Joseph H.
Riemaii, W. G. Bowdoin, Henry C.Smith,
I. Wilcox Brown, Thomas Ponltney, jun.;
sür Fluß und Hasen Jas. C«ey Coale, Is
rael M. Parr, G. A. von Lingen, Georg I.
Appold, W. H. Perot; sür lokale Verbesse
ruvgen S. P. Thompson, Georg P. Frick,
Stephen Bonsal, W. T. Symington, Frank
T. JellkivS; sür Fabrikwesen D. L. Bartlett,
S. EccleS. ju»., W. H. Boldwin, juu., JaS.
A. Gary, Germa» H. Hunt;für denZnland-
Handkl John E. Hurst, W. H. Baldwin,
juo., D. T. Buzby, I. P. Elliott. S. Ec
cUs, jun ; für Meteorologisches R. W. Ca
tcr, D. L. Bartlett. G. H. Hunt, Frank X.
JenkinS, D. T. Buzby; für die „National-
HandelSkammer" Henry C. Smith, W. G.
Bcwdoin, R. W. Cator. Euzeu Levering,
Ich. R. Seemüller; für -den „Delaware-
Ehefapeakc - Schifffahns Kanal" Joseph H.
Riems», W. H. Perot. W. G. Bowdoin,
C. D. Fisher, Werner Dresel.
Ein Mordversuch.
Gestern Morgen gegen 8 Uhr wurde die
Nachbarschaft der Thame?stc. und de? Broad
way durch laute Hälseruse in Aufregung g'-
Der Ruf „Mörder!" erscholl aus dem
Hause Nr. 114, Thamesstraße, und verur
'achle einen großen Menschenauflauf vor
derrselbeu. Polizist Rochefort war bald zur
Stelle, fand jedoch die HanSthüre gefch'ossen
und mußte durch die Htuterthllre sich Einlaß
in das Haus verschaffen. Im Hausflur sand
er den Restaurateur F.iedrich Burmeister,
welcher da« HavS bewohnt und in demselben
eine Wirthschaft betreibt, bleich und verstört
au der Wand gelehnt. Sobald Burmeister
den Poli'isten erblickte, rief er diesem zu: „ich
habe es nicht gethan, sie ihat eZ selbst!" Un
terdessen kam die Tochter Burmeister's die
Treppe herunter und bat den Pslizisten, d'u
Vater zu verhaften, da er die Mutter ge
tödiet. S-'urmeister wurde vou einigen inzwi
schen aus der Scene erschienenen Polizisten in
Hast genommen, während Polizist Rochesort
sich in das zweite Stockwerk des Gebäudes
begab. Dort fand er in dem Schlafzimmer
Frau Burmeister in einer Blutlache auf dem
Boden liegend und au« verschiedenen tiefen
Wunden am Arme stark blutend. Dr.Dashiel«
wurde eiligst herbeigerufen und verband un
ter Assistenz seine« Sobne« die Wunden der
unglücklichen Frau. Dabei stellte sich denn
heraus, daß die Hanpischlagader an dem
linken Handgelenk durchschnitten war, und
F.au Burmeister einen großen Blu.verlust
erlitten hatte, und zwar so viel, das sich rer
Tod eingetreten wäre, wenn die Ankunft des
Arzte« sich um wc.iige Minuten verzögert
halte. Burmeister wurde nach dem östlichen
Stationshanse gebracht und nach einem kur
zen Vorverhör bi« zu einem a n 19. Oktober
stattznsiudenen Verhör dem Gefänznisfe über
wiesen.
Burmeister ist der Eigner einer Anzahl
Arstcrnboote und befind?! sich in guten Ver
böltnifsen; seit geraumer Zeit halte er
sich dem Tru.tke erg ben und war eil Tyrann
Bezen Während des ganzen
vorgestrigen Tages hatte er nach Aussagen sei
ner Kinder im Hanse h.ruingetobt und
Alles, was ihm in die Hände fiel, zertrüm
mert. Am Abend schloß er seine Wirthschaft
und verbrachte d'e Zeit bis 1 Uhr in einem
nahe gelegenen Wirthshause mit Trinken.
A's er nach Hause kam, weckte er seine Kinder
nnd drohte sie zu todten, falls sie sich eip
fallen lirßen, wieder einzuschlafen, er felbs»
jedcch '».egab sich zu Bette und schlief. Früh
zeitig gestern Morgen bereitete die älteste
Tochter Liziie für die Mutter das Frühstück,
diese erklärte jedoch, keinen Appetit zu ver
spüren. da sie während der Nacht geträumt
habe, sie werde im Lause des TageS ermor
det. Gegen 7 Uhr machte ein Matrose in
der Wirthschaft sein ErscheineMud verlangte
Bulmeisier zu sehen, um Geld von ihm zu
fordern. Frau Burmeister begab sich nach
oben, um ihren Mann zu erwecken, und kurze
Zeit daran! erschien dieser und fertigte den
Matrosen im Hofraume ab. Unterdessen
war der. neunjährige Sohn LoniS bereit, in
die Schule zu gehen, und stieg die Treppe
hinaus, um seiner Mutter Adieu zu sagen,
er erblickte zuerst die auf dem Bodsu blr
tend liegende Frau Burmeister und brach in
lautes Jammergeschrei aus, welch-s die älteste
Tochter zur Stelle brachte. Diese glaubte
die Mutter bereits todt uud stieß den Ruf
„Mörder" aus, auf welchen Polizei
sich einstellte.
Lizzie giebt eine schauderhafte Schilderung
von d>r Grausamkeit, mit welcher Burmei
ster Frau und Kinder behandelte. Vor ein',
per Zeit winde dem durch übermäßiges
Trinken Rasenden ein Revolver aus der
Hand geschlagen, welchen er ans feine Fcau
angelegt, kurze Zeit darauf verfolgte er seine
Nachbarin, Frau Dr. Sulltvan, mit einec
Axl, uud ganz kürzlich warf er eine brennende
Lampe nach seiner ältesten Tochter, wodurch
das arme Mädchen arge Brandwunden ".»
litt. Die Wunden der Fran Burmeister
wurden ihr augenscheinlich mit einem Ra
sirmesser, welches, mit Blut befleckt, auf dem
Bette lag, beigebracht, jedoch behauptet Vu.-
meister, nie ein solches Messer besessen zu
haben, da er sich stets von dem Barbier Nie
mann habe rafften lassen. wur->e
von Riemann bestätigt. Es wird behauptet,
daß Burmeister gestern die Aeußerung ge.
than: „ich will nicht länger mehr in Balti
more wohnen, ich gehe iwch Annava'.s,"
auch fand man in einer Stube seiner Woh
nung einen mit KleiduugSfück'n und Wäsche
vopglpackten Koffer, den er nach Aussage dcr
Tochter vorgestern packte.
Gestern spät Abends war der Zustand der
Flau Burmeister noch immer ein sehr bedenk
licher. «ie war aus kurze Zeit zur Besinnung
gekommen, dann aber wieder bewußtlos ge
worden. Det Blutverlust hat sie sehr ge
schwächt. besonders da ihre Gesundheit seit
einiger Zeit so wie so nicht zum Besten war.
Das Paar stammt ans Deutschland in der
Nähe von Hamburg und soll bis vor zwei
Jahren sehr glücklich mit einander gelebt
haben, dann aber Burmeister sich angele
genlliche.. als nöthig, um eine gewisse Fz.
milie bekümmert, seine eigene vernachlässigt
nnd sogar mißhandelt haben. Er habe ihr
niclit das Essen gegönnt und sie aus einer
Ecke des Hauses in die andere getrieben. Bei
einer Gelegenheit habe er seiner ältesten Toch»
ter ein brennendes Licht an die Haare gehal
ten und ihr sehr schmerzhaste Brandwunden
beigebracht. Frau Burmeister wird als ene
herzensgute, feine Frau geschildert, und ihr
Schick!«» ist deshalb nm so bedanernsmerther.
Das Ehepaar hat vier Kinder, zwei Knaben
und zwei Mädchen.
Blutige That eiucs Dreizchnjäh'
rigen.
John McGuire, ein Knabe von dreizehn
Jahren und Sohn deS Hrn. Philipp Mc-
Gnire von Nr. "6 , Süd-Poppletoristraße,
wurde gestern Abend von einem gleichalleri
gen Genossen, JameS C. Brooks, mit einem
Federmesser in die Brust gestochen und schwer
verletzt. Die Jungen spielten auf der Slre
Be, und wie Brooks aussagt, machte ihn
seiu Spielkamerad dadurch wüthend, daß er
mit Getraidekörnern nach ihm warf. Es
kam zu einer Balgerei, während welcher
Brooks sein Taschenmesser hervor holte, e?
öffnete und die etwa anderthalb Zoll lange
Klinge seinem Gegner dicht unterhalb des
Herzens in die Brost stieß. Der Verwundete
that, noch stolpernd, einige Schritte, stürzte
bewußtlos zu Boden und wurde dann nach
dcr Behausung seiner Eltern gebracht, wo
zwei Aerzte die größte Mühe hatten, das
reichlich fließende Blut zu hemmen. Ja.nach
dem Dies endlich gelungen und ein Verband
angelegt war, hielt eS Dr. Spicer für nö
thig, mehrere Stunden lang bei dem Ver
mundeten zu bleiben, und auch dann wagte
er noch nicht, ein Urtheil darüber abzugeben,
ob der Knabe genesen werde oder nicht.
Ter Junge Brooks wurde sofort verhaftet
nnd wird heute Vormittag im westlichen
Statioushause vor dem Polizeirichter Rha
des ein Verhör zu bestehen haben. Cr ist ein
trotziger und verbissener Bursche, der sich in
seinem Gleichmuthe erst stören ließ, alz sich
die Thüre seiner unheimlichen Zelle hinter
ihm schloß. Danu freilich schien ihn eia uu
heimliches Gefühl von Furcht zu überkam
men, denn er begann zu jammern und zu
fchreien. Uebrigen« begleitete ihn sein Bater
selbst nach dem stationshause und erbot sich,
Bürgschaft für sein Erscheinen vor Gericht
zu stellen, allein dies Anerbieten wurde zu
rück gewiesen.
Zur laudwirthschaftlicheu Aus
stellung von Fred er ick-Co. reisten
gestern um 7 Uhr 40 Min. VormittogS und
Uhr Nachmittags zahlreiche Baltimorer
vom öamden Bahnhofe ab. Da die „Balti
more »Ohicbayu - Compagnie" bekanntlich
RetonrbiUete zu ermäßigten Preisen aus
gibt, werden jedenfalls auch heute gar Viele
die günstige Gelegenheit benutzen, der blü
henden Stadt und der Ausstellung einen Be
such abzustatten.
Ein neuerßauverei n.—Unter dem
Namen „Heimath-Bauvereiu-Nr. 17" ist ein
ueuer Verein gegründet worven, der seinen
Mitgliedern Gelegenheit gibt, durch wo
chentliche Zahlungen sich ein hübsches Heim
zu verschossen und ein Vermögen zu ersparen.
Derselbe hält in Zukunst Zeven Montag in
Nr. 260, Nord-Central-Aoenue, seine Ver»
sommlungeu ab und bietet den Borgern au
dem Prosit einen gleichmäßig Antheil. Bis
jetzt sind 342 Antheile unterzeichnet, gewiß
ein recht hübsches Resultat. Gestern Abend
wurde eiu aus den HH. Phil. Veith, Jakob
Tragefler, Franz I. Kampe, Michael Tra
gefser, Franz A. Fuchs. Adam Hlmmer, Zoh.
Berschnndt, Heinrich Decker, Adam Kaiser
bestehendes Direktorium erwählt. Auch will
man den Verein so bald, wie möglich, incor
poriren lassen, und dazu siud die Hy. Phil.
Viith, Franz H. Kampe, Johann Seeger,
Georg Heilmann, Heinrich Decker anSeri-hen.
Aus dem Direkiorikm werden fpäter auch die
Beamten erwählt.
Kaboka. Mo., 9. Februar 1880. Ich
kaufte fünf Flaschen Ihres „Hopfen-Bittern"
von Bishop Co. letztcu Herbst für meine
Tochter und spreche mich als gänzlich zuscie
den mit der Wirkung derselben ans. sie
haben ihr mehr geholfen, als olle die Medi
zin, die sie ill sechSZahreu eingenommen hat.
Wm. T- McClure.
Diese Aussage kommt von einem höchst re
spektabel» und zuverlässige» Farmer, dessen
Tochter sieben oder acht Jahre kränklich ye
westii war uud keinerlei Erleichterung finden
konnte, bis sie „Hopsen Bittern" gebrauchte.
Sie ist jetzt grad' so ges»»d, wie nur irgend
Jemand im ganzen Land. Wir verkaufen
viel.ruid dieMediziu bringt wunderbare Hit
lungen zu Stande. W. H. Bis h vp Co.
Allerlei von der „John« Hop
kins' Universitä t." Der
j.slbe Cli'b" hielt gestern Abend seine Mo
na S-Ve scmwli'ug, in we'cher Pro!. S. G.
Morris einen sehr interessanten Vortrag über
das Thema „da« der
i,ielt. l'eberhaupt halt jedes der H i"tt-
Dcparteme.it« der UriverMl i-ge'''. sige
Monats Versammlungen, we'chen nicht bloß
die Studenten, sondern oi ch der
Staot, welche sich gerade sü. de i
>r tercssiren, beiwo^en.
Prof. von Holst hielt gestern abermals ei
nen seiner interessanten und vo» tiefem E '
dringen in den Gcist der Geschichte zeugenden
Vorträge. Er sprach von dcr
Revolution, welche er als den Ansang ein.;
vierten, dcr modernsten Geschichteperiode be
zeichnet, auf welche alle Fortschritte unserer
Tage zurückzuführen feien. Sein Vortrag
ist ein glänzender, dcr die Zuhörer vom An
sang bis zum Eude fesselt.
Gruudstücks-Berkäufe. Eine
große Anzahl Bauplätze an Nord-Aoenue,
östlich vou North-Slraße, wurde gestern
auf dcr Gruudstücksbörse durch die Auk
tionatoren Matthews Kirklaud au den
Meistbietenden verkauft. Die Parzelle an der
südwestlichen Ecke der Nord Uvenue
Barclaystraße, 76 Fuß an Nor. Avenue und
120 Fuß an Barciaystraße, kaufte Hr. I.
Jean für KOÜ pro Front,uß: diejenige ander
südöstlichen Ecke derselben mit der
selben Tiefe und einer Front vo« 1<,2 Fuß
eben all« Hr. Jean ,ür jü'4 p.o Fronlfuß.
Bauplätze an Ba.claystcaß', nör.lich vo.
wurden ion demselben Herrn
für §49 pro Frontfuß gekauft; ebenso Plätze
an der Townsend- und Lanvalestraße. an die
obigen anstoßend, ,ür H'B und §ll pro
H.. N. Smith erstcnd alle Bau
plätze i.i dem von Barclay- Fe
deral- und Northstraße begrenztem Gevierte
zu Preisen von §35 bis §4B pro Frontfuß,
sowie die Bauplätze an Federal-, östlich von
Barclaystiaßc, und einige an Barclaystraße
srlbst sür §32.j und pro Frontsuß resp.
Hr. C. F. Pitt, jun., kanste 107 Fuß Front
an Greenmouut-Avenue für §26 p.o Fuß
und Hr. I. Jean 18-, Fuß an der nordwest
lichen Ecke der Lanvalestraße und Green
mount-Avenue jür §34 pro Fug. Ferner ver
kauften dieselben Auktionatoren an Ott und
Stelle die Häuser Nr. 57 und 59, Jasephi
nenstraße, einem jährlichen Grundzins von
§5O unterworfen, sür jc §360 an Hrn. W,
A. Hanimokid.
Unfälle. Fran McCabe, 65 Jahre
alt, in Nr. 46, Woodyeaistraße, wohnhaft,
fiel gestern an der Ecke der Strickerstraße nnd
4'attersöN-Avenue uieder uud brach das linke
Bein.
Der kleine vierjährige Stanley Wit'-
ters, dessen Eltern in Nr. 471, West Valti
worestraße wohnen, wur.e gestern in dieser
Zlraße von der Kutsche de« Dr. Blake über
fahren, erlitt jedoch nur unerhebliche Ver
letzungen. Dr. Blake nahm sich des kleinen
Patienten an.
Seinen Verletzungen erlege r
Der 18 jährige, in Nr. 2, Winans' Ro,o,
in der Nabe von Ferry-Bar, wohnende Karl
Rhedes erlag am Montag den Verletzungen,
welche er vor etwa zwei Wochen in der Kuust
düngersabrik des Hrn. Joshua Horner in der
Nähe der Spring-Gardevs erlitten hatte. '
Fener. —ln dem Hanse Nr. 28, Ja
sephinenstraße, brach gestern Vormittag g'-
gen II Uhr ein unbedeutendes Feuer ans,
welches vom Polizeilieuienant Baker und
den Bewohnern de« HonseS gelöscht
Schaden §lO.
Gestern Abend halb neun Uhr gerieth
in dem an der belegenen
Ho'zhose der HH. Geo. Sloan >k Bruder ein
B.etlerhaufen in wurde durch
einen B.arm vom Kasten Nr. 6l die Feuer
wehr ,'nr Stelle gerufen, weiche ba.d die
Flommen löschte. Der Schaden belauft sch
aus ungefähr §2oo und ist durch Versiche
rung gedeckt.
Hr. Theodor Hiurichs, Apotheker
von Washington, welcher vor einigen Wochen
von einer Reise nach Denlschland zurückge
k-hrt ist, hat sich entschlossen, sein Heim hier
in unserer Stadt aufzuschlagen. Die seit
vielen Jahren von Hrn. Adams erfolgreich
geführte Apotheke an der Ecke von Pratt-und
Fultonstraße bat Hr. Hinrichs käustich er
worden. Nachdem da« Lokal renovirt worden
ist, betreibt Hr. Hinrichs daselbst eine deutsche
Apotheke ersten Ranges. Wir wünschen dem
jungen energischen Deutschen guten Erfolg
und die Unterstützung feiner deutschen Nach
barn.
Vermischtes.— Angestellte der bekann
ten Hol'händler Henry Comp ver
anstalteten am Montag Abend ani dem Hose
der Letzteren (City - Block) ein großes Wett
lausen auf 350 ?)ards, bei welchem die HH.
Wm. Dickerfon, Johann Zl. Aler und Jakob
Northern die drei ausgesetzten Preise gewan
nen.
Der Stadk-Controleur berichtigte ge
stern Forderungen an die Stadt in der Höhe
von § !>«,4^B.
Die Briefträger machten gestern zum
ersten Male in ihren Winterhinen ih. Er
scheinen. Dieselben sind dunkelbraun und
tragen auf schwarzem Schilde silberptatttrte
Nummern.
Etwas für Feinschmecker anj
dem Gebiete d e S G a m b r i n n s.— Lii
Wolle's Hotel, Nr. 1, 3nnd 6,Nord-Eutaw-
Stroße, sind soben zwanzig Fässer St. Loui
scr Bier eingetroffen. Die St. Lauiser Ge
bräue waren von >eher berühmt, und der
Kraftstoff, der zur Zeit in Wolle'S Hotel im
Zopf ist, empfiehlt sich besonders durch selte
nen Wohlgeschmack. Liebhaber eines guten
LabeirnilkS sollten sich diesen hohen Gen->ß
nicht entgehen lassen. (213-7)
GtodtrathS-Bcrhandliuiqen.
Erst erZwei g.—Eingereicht und über
wiesen wurden: Beschluß, der „Enterprise-
Transport-Co." Erlaubniß ertheilend, ihre
Werste an der Lightstraße zu verlängern;
Verordnung zu iAnnsten der Abschließung
des Fahrweges derCareystr., westlich von der
Boundary-Avenue; ditto, zur Acceptirung
der Besitztitel sür den Fahrweg eines Thei
les der Careystr., südlich von der Nord-Aoe.
Angenommen wurden: Beschlüsse zur
Zahlung von H 220.60 an die Armensch,ne
flern des St. Marien - Waisenhauses sür
während der Blattern-Krankheit zerstörtes
Eigenthum: zur Zahlung von §25,0 an Wm.
I. Kelly für durch Infektion während der
Blattern. Krankheit verursachten Schaden;
zur Zahlung von HI9V an John G. Rod»
gcrs sür trthümlich bezahlte Steuern; Meyer
Stern, Gebrüder Leopold, Dubreuil Co.
au der Wcst-Baltimorestr., der „Marylän
der Feuer VeichchcrungS-Gesellschast" an- der
Ecke der Posiosfice-Avenue und Secondstr.
und der „People'S National-Bank," Ecke der
Sharp- und Lombardstr., das Recht einräu
mend, Wasserableilungsröhren zu legen; znr
Zahlung von §3OO an M. D. Anderson und
tzsoo an die Wittwe Bentley iür durch die
Explosion des Nemorquenrs „ Laura B.
Treuick" erlittenen Verluste; zur Zahlung
von'Hloo Advokatengebühren an John F.
Preston; Verordnungen, zu Gunsten des
Durchbruches der Orleansstr. von Central-
Avenue bis zur Forreststr.: zu Gunsten des
Durchbruches einer Straße von der Ecke der
Croß- und Beltstraße 600 Fuß lang südlich.
Eingereicht und -ui »<->.» gelegt wurde der
Monatsbericht des Straßen CommissärS.
ZweitcrZwei g.-Im zweiten Zweige
des StadtcalheS führte Hr. Aloin Robertson
den Vorsitz. Aus den Beschluß des ersten
Zweiges, sich am Montag aus unbestimmte
Zeit zu vertagen, ging man nicht ein.—Eiu
Beschluß, Hrn. M. D. Anderson §3OO und
Frau Geo. Bcniley H5OO Schadenersatz für
durch die Explosion auf dem städtischen
Schleppdampfer „Laura B. Trcufch" veran
laßte schwere Verletzungen (resp. Tod) zu
zahlen, fand Annahme."Vom ersten Zweige
eingegangen und angenommen: Beschluß
§30,000 zur Deckung der Ausgaben des Sa
nitötS-Deparlements während der Blattern-
Epidemie zu verwilligen.—Die Verordnung,
die Orleansstr. von der Ceuiral-Avenue bis
zur Forreststroße durch zu brechen, wurde zu
rück gelegt.-EW Beschluß, nach dem gestri
ge» Tage keine neue Geschäfte mehr auszu
nehmen, fand Annahme. Desgleichen die
Verordnung, das Geld zurück zu erstatten,
welches seit dem 1. Mai d. I. für die An
briugung von Schaufenstern zu Handels
zwecken bezahlt worden ist. Desgleichen
die Verordnung »it Bezug auf den Durch,
bruch der Beltstr, Ein Beschluß, den HH.
Mich. Grisfill tk Co. die Erlaubniß zum Vau
eines Stalles an der Eutaw-, in der Nähe
der Preflouilr . zu ertheilen, wurde nieder
gestimmt, Angenommen dagegen die Ver
ordnung, den N»men der Blood-Alley in
WilliamS-Alley umzuändern. Ebenso ein
Beschluß, dem St. Marien-ÄLaisenhaus §220
für Betten zu ersetzen, welche während der
Blattern - Epidemie verbrannt wurden.—
Uud die Verordnung, der „Nördlichen Cen»
Iralbahu - Compagnie" die Erlaubniß zum
Baue eines PierS in Cauton, zwischen der
L. und 8. Avenue, zu ertheilen.—Angenom
men serner die Verordnung, der „Patapsco-
Guano-Compagnie" die Erlaubniß zur Er
weiterung ihre» Piers zu ertheilen: deSglei
chen der „CantonerCompagnie" in Cauton.-
Ebenso der „Baltimore. Ohio - Eiieabahn»
Cowpagi.ie" die Erlaubniß zur Errichtung
eillkS Piers in Locust.Poinl uud den HH.
H. I. Horn k Co. zum Bau einer Werste.
Hieraus vertagte sich der Stadtrath bis
zum Montag.
* Wir sind überzeugt, daß der Herme«
oder Merkur der Alten snt all' der subtilen
Kunst und den noiürlichen HülsSa Hellen der
Alchymisten im Vergleiche mit Frau L-zdia
E. Pirkham ill Lynn, Mass., ein sehr arm
seliger Doktor war. Hermes mag überhaupt
nur ein geschickter Ausüber der schwarze»
Kunst gewesen sein: ober wir wissen, daß bei
der pbalwaceutischell Chemie von Frau
Pinkkaw'S Pflnnzenmtschung von Humbug
keiue Rede sei» kann. (243.?.7t>^w41)
AuS der Staattkauptttadt»
Annapo liS, S. Oltober. Der Okto
ber-Te.min des AppellaitouSgerichtS begann
heute unter dem Vorsitze des Oberrichte.S
James L. Bartol und in Gegenwart der
Richter Miller, Alvey, Irving und Aellott.
Richter Bartol, von welchem seit einigen
Tagen behauptet würd», er werde resigniren,
führte "i der alten Weise deu Vorsitz und
schien vollkommen gesund zu sein. Jedenfalls
beabsichtigt er nicht, in diesem Termine zu
resigvircn.
Der Neger Nathan Evans, welcher
kürzlich zum HülsS-Wärter des Thomas'
Poiuter Leuchtthurmes ernannt wurde, ist we
gen Unfähigkeit für den Dienst seines Amies
enihoben worden. Er machte dein Leuch:-
Haus-Jnspektor selbst die Mitteilung, daß
er de.n Dienste nicht vorstehen könne. Be-
weigerte sich Evans von Anfang
an, die Stelle anzutreten, ließ sich >edoch von
Freunden überreden, sie
Zu weiteren Geschworenen für den
Oktober. Termin des KreisgerichtS wurden
William Jone?, R.McKeudrau Davis, Elias
Hude, William Phelps, D.C. Thompion,
A. Hall, Jakob W. Birb und C. G. Feld
meyer auSerwählt.
.Während Oberst George S. Mach
gestern mit seinem Kutsche bei CrownSoille
über das Geleise suhr, wurden die Pferde
scheu und warfen den Wagen um. Hr. March
kcm glücklicherweise mit eilligen leichte»
Schrarrmen davon.
Die schulbehürde ernannte gestern Ha
rare Tydings zum Verwalter der Schule Nr.
7 des dritten Distriktes gegen H S. Ander
son, welcher aus dem Distrikte verzogen ist.
Lewis Bremer ist an Spelle des John
Daniels, welcher resignirte, Mm Zollbeam
ten ernanut worden.
DieGroßgeschworeneu deSCr!>
minalgerichtS erließen gestern folgende
Anklagen: JameS Mooney, Georg Woods,
Frank Cochran, Einbruch; Negerin Delia
Baüon, Sieger John Savoy, Neger Drayer
Gibscn, Wm. Lavcaster, Johann Messer
schmidt, Stephen Herbert, Diebstahl; Belle
C.ark, Mordangnss; Perry Albert, unan
ständiger Angriff: Harry Thomas, Wm.
Ne«!:.-. Marie A. Toner. M. Mack. H. Fz.
! ster, H. Barlage, Neger Eliah Taylor, An
! griff: Neger Washington Taylor, Hazard.
> spiel; ChaS. MayerS, Halten eines Bordell»;
! ! ameS McDonough, Angriss, und I. Nolan,
! ebstahl.
Versteigerung von Büffet-Ge
rechtsame n.—ln Nr.Uiü, .iii'ylvania-
Tue., wurden gesteri Abend die Vü'set-Ge
rechlsamen sür den Ball der „Vereinigten
dcuNchenUntersliitzungS-Gesell'chast." welcher
am 2V. d. MtS. in der „Concordia" abgehal
ten wird, Hl'u. Louis Vurt als dem Meisibie
tendeu zugesprochen.
bfahrtStage der Vzean«T?ampfer
o 01l -L o rk:^
ilttvbcr' ' u> ». q a.n 1>».
! I "am
- am l !.
Oktober.
Oktober.
Aeöerröckc.
Müssen Sie diesen Herbst nicht einen
haben ? Würden Sie nicht gern bei'm Kause
desselben einige Dollars sparen? Nichts ist
leichter in der Welt, als Dieses. Wir er
sparen jedem Manne, jedem Knaben, der
diese Saison seinen Ueberrock bei uns kaust,
etwas Geld und verlausen ihm überdies den
besten Rock, den er je getragen. Hierbei
erwähnen wir, daß unser neues Herbst Lager
von Anzügen sür Männer, Knaben
und Kinder bereit liegt, uud wir lassen
an Jedermann die herzliche Einladung zur
Besichtigung unserer neuen Fa'.onS ergehen.
K. Ael) m K Sohn,
Ein - Preis -Kleider- Händler,
95 r. A '5,
«Hanover - Ttrafie,
durchgeheud nach
Nr. West - Pratt» Strafte.
(240-)
Vou einer Geschäfts- und Vergnii-
Hv?" Eine Medizin, aus oiemaa
sich verlassen la nn, als Panacäa gegen
DeSpepsie, alsNerveickäiknng und allaemei'.KS
Tonicum, ist Dr. Chalniers' Heillinttur. D>?»
Pepsic und alle anderen aus Unordnungen im
Magen entspringenden Leiden werden duich
ihren Gebranch rasch kurirt. Bei ks
feltioncn ist sie l>o?züglict>, indem sie alle schlim
men Folgen von Erschütterung des Nervcu
systems hebt. Sie hat schlimme Fälle von
Neuralgie geheilt, und wenn ein allgemeines
Tonilum nvihig ist, so ist sie gerade der richtige
Artikel. Sie erzeugt cin>n excellenten Appeiit
und rickitct Schwachen und Enlkräitcleu
wieder ans. Mari mache einen Veiwch damit.
Preis tzt die Flasche. Bei Seth S.
Hance, Nr. 108, West-Ballimsre-Straßt,
zn haben.
HÄS" Husten, Erkältung und an
dere Leiden des Halses und der Lunge
werden von Hance's Andorii-Shrilp
c>s Lorvticirmck), dem besten, oor's
Publikum gebrachten Husten Syrnp, geheilt,
Preis C:s. Bei SetdS.H a nc e, Ztr.
103 West-Baltimore-Ä-traße zu haben. (!<ö-) j
Jetzt ist die Gelegenheit!
Eine Flasche vou Hunt'S Insektenpulver»
da« man mit Umsicht m die Bettstelle uud
die Ecken und Winkel streut, erspart manche
spätere Mühe und Plage. Preis 25 CeulS.
Zu haben bei Seth S. Ho nc e, Nr. 10S.
West-Baltimorestraßt. (öS-)
Geschwächte wieder hergestellt.
Opfer jugendlicher Unbedachtsamkeit, die
jedes bekannte Mittel vergeblich prsbirt ha
den, können gratis eill einfaches Rezept
zur raschen Heilung nervöser Einkräsiullg,
vorzeitige» Versalls verloreuer Kräfte und
aller durch Ausschweifungen herbeigeführter
Unordnungen erhalten. Jeder Apotheker
hat die dazu nöthigen Bestandtheile. Mau
schreibe anDavtdsonckCsmp., Nr. 8«,
Nasfaustraße, New-Kork.
Die bemerkenSwerthen und wohlthätigen
Resultate, die der Gebrauch von Klone.'!!'»
IVt-tlimL (,'oiäikl erzielt, haben zu seiller
allgemeinen Anwendung in fast allen Artea
von Krankheiten, denen Kinder unterworfen
sind, geführt. Er keilt Blähung. Kolik, Ma
gensäure, Durchfall u. s. f. Keioe Familie
sollte ohne ihn sein. Bei allell Apotheker»
zu 26 Cts. die Flasche zu haben.
<,s«br 15.12 V,«)
»V" Hance'S Sassaparillen»
Extrakt reiniat das Blut und beitt sk'»
pheln, slrophulöse Flüsse, krebste Flüsse, M.'--
genschwäcke und alle aus unreinem Bluie em
springendeu Leiden radikal. Hüstweb, >kdeu
watismu«, Neuralgie und Gicht lasse» sich nur
durch da« Blut wirksam beseitigen, und Hin -
ce's Sasfaparillen. Extraki iil die
welche Das vollbringt. Preis Hl die Flecke.
Zu haben bei S«et h S. Hance, Nr. W?«,
West Ballimore-Straße. (S 5-)
tirnsslie: .k?, »i - !>n-!>wt. II
Nuch »u haben drt <tr, 8»,
Balttmor».

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