OCR Interpretation


Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, December 26, 1883, Image 4

Image and text provided by University of Maryland, College Park, MD

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn83045081/1883-12-26/ed-1/seq-4/

What is OCR?


Thumbnail for

Der Dextsche Torrespoxdext.
Baltimore, SS. 188».
Zli»terhaltung«»6egwetser.
M«s!k.«kodeml». —Jcdcn Abend dieser Woche
und Eamswft Na»mitt,a treten Henri, Irving und
Fräul. Ellen Teert' nebst der Londoner.,Li ceum-Thea
"r- »ruppe mit folgendem Repertoire ans:
«tensiaa u. Mittwoch „der Kaufmann v. Aenedlq."
«onnersiaq Hamlet."
Treitkg „die Glock-n"u.„der Schönen KrieMiit."
Samstag A-Smittag Karl l."
Samsiaa Abend „die Glocken" und „der Schönen
Kriegslist.''
Gor»'» Opernbau». Dies« Woche jeden Abend
undTamtiag N.?6tmittasS Charlet Wind-
Wellie Llüller," 1" rz h g „
>ellv'« AionrstraqeN'Tveneer.—Allabendlich tn
dieser Woche und Dienstag, und Freitags Matinee:
M. S. Wood in „Jack Har?-wa'.>."
' i L k
..Tt, Viick'aett-Halle," Von Mittwoch an und
wäbreni' delWeihnachtswocke großer Ba;ar mm Besten
Lünscke:
vwbstraß«:
beut,' bei Johann Siumps, Nr. 33. Siid-Caro
linestrah«;
beut« bei Ado« Stier. Nr. Z 3. Saratogtitr.
SiadL Aaltimore.
Die Ueberstkdung vou Präseuteu
vach Deutschland wird prompt und billig
besorgt durch die Expedition de» „Torrespov
deuten^"
tZM Artikel „Sprecher Carlisle's
WeihvachtSbescheeruog," Notizen, TageS
nkuigleiten, i!okalia und Berichte au» dem
Innern de» Staates —siehe dritte Seite!
Zeit ! Aaro- I-uch- Witt.
metcr. -ch>^
7.02 M.l 3« 3K (Z 5» - - 0 Triib
11.V2 L. 2v.»öt> M 3 > 7!» -O 5 L «gn
3.1«2 N. 2k» <> «!1 N O 5 L Rgn
7.V2 A. 2S.VL4 L7.N I k<2 NW 4 >llar
11.V2 S!, lN UI Ä LS.s»! 78 >N W i » Klar
Mltii.Barometersl. > H'si. Tyermoterst.4i».<Z.
Mittl.Zherinometerst. 35,3 j Niedr. „ 32.1>.
Die größte Windschnelligleit während einer stunde
betrug!j Meilen.
Da» gestrige « etter.-Nachsolgende Beobachtun
lll Uhr mittlerer Washingtoner Zeit) aus alten nach
" s
Alpena ! Marquette.
Boston.. 3V uMlwautec 27
»ufial« St» IMW-Aor! 29
c Heyen»«. 3^
LScanoba ! 21 Bolero ! 21
La Cr055e......... 37 laniion ! 3»
Savanncb j 48 ?Umingt»n
Bontgomerv..... j .'ouiSßlle
Atlanta -
Sin Wrihna-bts - Gruß aut
eutschlans.
Erde deckt.
Die nelsrode Kunde
Von der Weihnachtszeit:
Regt sich Fuß und Hand,
Daß vnt Glan, m>d Spenden
lebt:
Lb durch !-!icht. durch Nacht:
allein Ahr^Wcht.—
Nach dem Weihnachtsbaum
Pi- yiich duriz,'s Meer?
Tönt » Euch nicht wie Singen
Ja. Jbr hört die Lieder,
Tie Euch eins^entziickt,
Gruß zu?heii'gen Hacht!
SlbVcrtav bei Liibeck. E. Vrie»d.ich.
(„v.a. lourn.')
Au» der «?taarShauptstadt
AnuapoliS, 23. Dezember. Auaa
poli» hatte gestern Abend die Ehre, einen in
teressanten Wettkampf mit anzusehen. Sechs
der besten farbtgeu Austernöffaer der Stadt
rangen um die„Champiooshtp," nnd Sieger
blieb der Neger Wm. TydingS, welcher hu»
dert mittelgroße Austern tu drei Muiuteu
öffnete.
Ter Weihnacht» - Feiertag in unserer
Stadt war ganz ungewöhnlich ruhig, wa»
natürlich in erster Linie dem mehr, al» un
günstigen Wetter anzurechnen ist. Uebrigen»
waren sämmtliche Bui-de» und StaatS-Bü
reanz geschloffen, und es herrschte deshalb
tiefe Stille in der ohnedies mit „Local-Op
tton" gesegneten StaatShanptstadt. Aber,
„111-verwillä," der bewußte? 11 foll deaa
doch trotz aller Schranken tu ziemlich aus
reichendem Maße selbst in dem heiligen Au
uapoli» zur Anwendung gekommen sein.
Ein zwölfjährige» Töchterchen des Hrn.
John E. McEn»ser, eines früheren Balti
morers, wurde heute früh todt in feioem
Bette gefunden: eS war den Maseru erlegen,
au welchen e» seit mehreren Tagen gelitten
hatte, und welche in Scharlachfieber überge
gange» wäre». Auch Hr. Jerome Tarleto«,
ein Angestellter im „Eity Hotel," hat ein
Ktnd an de» Masern verloren.
Die Geometer der „Washington-Atlan
tic-Eisenbahn-Eompagnte" haben dieser Tage
Auoapolis passirt und bereit» ihre Arbeit
bis auf eine Entfernung von sechs Meilen
von Rockville in Montgomery-Tonnty vollen
det. Indessen haben sie zunächst alle Arbei
ten bi» zum 1. Januar eingestellt.
Der Dampfer „Judiau-River," Tapt.
Catel, von New Bork vach Florida bestimmt,
»ras gestern Abend im hiesigen Hafen ein,
rm einige, übrigen» niwi bedeutende R?pa
rutnreu vornehmen zu lassen.
DaS Apellation», Gericht wird am 2.
Javrar feine Sitzungen wieder aufnehmen,
und zwar sind für diesen Tag die Nummer»
54 bis VV incl. der General-Registrande zur
Verhandlung angefetzt worden.
Die nächste Sitzung der Staats-
Gesetzgebung.
In AnriapoliS versammelt sich am 2. Ja
nuar die StaatSgesetzzebuug. Die Vorar
beiten werden aber schon am NeujahrStage
tu dem demokratischeu Sauku» erledigt. Wie
e» sch eiut, wird Senator Brfhop Präsident de«
SknuteS und Dr. Thom Sprecher de» Haufe»
werden. Der Eauka» uvmiuirt auch gleich
deu Etaatischatzmeister, uud Achtb. Barue»
Comvtou wird jedenfalls wieder erwählt
werdeu. Um die Senatorwahl »agegen küm
mert sich der Tauku» nicht; die drei Caudida
teu sind Ex - Gouverneur Philipp Francis
Thomas, Senator Groome und Richter Ro.
btofon. Alle Drei waren schon bei der vor
letzten Wahl Bewerber. Die Abstimmung
beginnt am 13. Januar.
Gouveroenr Hamilton wohnt iu seiner
Heimath zu HagerStowu und arbeitet au sei
ner Botschaft, die, wie man sagt, fehr kurz
werden wird.
Eiue eigenthümlicheSeschichte.
—Robert Scott, eiu Matrose des Baabes
bampser« „DiSpatch," wurde gestern vom
Poltzeirichter Rhode« für feine» Prozeß dem
Gesöuguissc überwiefeu, weil er sich thätlich
au der iu Nr. 30, Süd - Poppletonstraße,
wohnende» 14-jährige» Earrie Eckeuwalter
vergrtffeu habe» Scott soll dai> junge
Mädchen mehrere Straße» entlang bis i»
tev !.'aden ihrer Mutter verfolgt und e» dort
outer Schulter gepackt habeu, so daß die
alte Krau laut um Hülse rief. Der Leihas
tete erklärte später, daß er sich auf eiuer Ur
laubsreife vou Washington nach Philadel
phta befunden und Weihnachten etwa» z?
firaow gefeiert habe.
«Awmig und"h!m D^pepfi»^ die Msche!
Ein einstmaliges valtimorer Kind
in Deutschland.
Wohl noch Viele werden sich des Musiker»
K. Göpfert erinueru, der etustmal» Orche
ster Dirigent am deutschen Theater i» Bal
timore uuter Meyfel's Regie war. Hr. G.
giug fchou vor längerer Zeit zu weiterer
Ausbildung nach Deutschland, resp. Weimar,
wo er nunmehr am 29. Novbr. ein Tonzert
gab, das speziell berechnet war, ih» i» de»
Kreis der Tomponiste» eiuzusühre», u»d wo
rüber uns das Weimarer Blatt „Deutsch
land" Vom 3. Dezbr. folgende hübfche Kritik
bringt
«„Wir glauben nicht zu irren, wenn wir
annehmen, daß unser talentvoller Landsmanu
Göpfert ebenso denkt, als u»ser urrvcrgeßit
cher sel. Freund Hossmaun von Fallersleben,
der einst tm „Neu-Wetmar-Bereln" fein fen
rige« Lied : „Wir find nicht Mumicu, sind
nicht Leichen (comp. f. Männerchor von Dr.
Franz LiSzt, Leipzig, Cahnt), worin die be
merkenswertheu Verfe vorkommen: „Wir
wollen nicht so lange warten, biZ wir tm
Herru entschlafen sind, bis über uns im
FriedhefSgarten zur Weide geht des Pfarrer«
(oder auch des Kantors) Rind." Mau denke
an Franz Schubert! Während der Aermste
drei Jahre die Abc Schütze« seiue« Vaters
der Kultur zuführte, uud wenig anerkannt,
ein armseliges Lebeu führte, wurden nach
seinem allzu früheu Ablebeu wohl einer
Folge seiue» weuig be«eideu»wertheu Lohne»
—die Verleger reich. Brachte doch eiu ein
zige» Lied („der Wanderer") diese» fast uner
fchöpfltcheu Genius feinem Verleger 27,000
Gulden ein. Hätte dieser liederreichste aller
Tondichter von Gottes Gnaden jene» nette
Sümmchen bei Lebzeiten gehabt, so hätte er
wohl noch einige Jahrzehnte „des Lebens
Unverstaud mit Wehmuth" genießen könne».
-Hr. Göpfert wollte alfo „uicht so lange
wartkv," und so führte er uns am 29. v. M.
mehrere wohlgerathene Kinder seiner Muse
vor. Jede gute Musikschule, natürlich auch
die zu Weimar, aus der Hr. G. hervorge
gangen ist, hält auf da» sorgfältigste Vtudi
um der musikalische» Klassiker. Da» merkt
ma« sehr deutlich au der „G-Kymphouie,"
welche das fragliche Eonzerl eröffuete. In
alle» vier Theilen dckumeutirt sich ei» sorg
fältige» Studium des „Vaters" der neuercu
Instrumentalmusik, Jos. Haydu's. Uud so
ist » recht, denn durch diese» Vorbild gelaugt
der Schüler zu klarer und durchsichtiger
Form uud zur musikalischen Oekonomie: mit
wenig Mitteln auszukommen und doch etwas
Gutes zu sageu. Nur im 2. Satz guckt in
deß der moderne Musikgeist ein wenig neckisch
durch'» Fenster, was gar kein Unglück und
für den gegenwärtige» Musiker gar keine
Schande ist. Also dies fymphouische
liugiwcrk hat uns gefalle»; fpäter wird Hr.
Göpfert uoch mit ganz andere» Faktoren t»
fetve» instrumentale» Werken zu rechnen
wissen. Daß er DaS zum Thetl jetzt schon
thut, bewiesen die beide» etwas a» 6h?ptn
erinnernden Scherzi für da» Pianoforte, von
deueu besonder» das iu II iuo?l uicht ohze
Interesse ist. Seine schönen Lieder tragen
Nichts weniger, al» Hayd» - Mozart'fche»
Typus, sonder» sie wurzeln durchweg m ge
genwartlicher Denk- und Gefühl Sweise. Auch
auf diesem Gebiete werdeu dem jungen
Künstler bei fortgesetztem Streben noch fchöae
Erfolge erwachse». Dte Jnterpreti» der vier
uettcu Lieder, Frl. Helene Schwarz, war
recht gut diepoutrt und errang sich wohlver
dienten Beifall. In dcm Präludium (»tcht
gerade bedeutend) und der Fuge für Stretch-
Instrumente bewies Hr. <S., daß er auf dem
Gebiete der höheren muäkallfcheu Turnlunst,
dtr gestrengen Herrn Eoutrapunkt Co.,
namentlich bei Seb. Bach, gute Studien ge
macht hat Am Wenigsten wollte Refecenien
der Kriegsmarsch aus de» „Ideal-;:" gesal
lep. Als Marsch war das Stück recht hüizsch,
aber kriegerisch ? uem, sonderu-gemiith
lich. Wir sahen tm Geiste eiue Weimar'sche
Bürgerqarde vor hundert Jahren mit thre»
Familien zu feierlichen „Eroberungen mate
lteller Genüsse—in dte Baumblüthe" ziehen.
Einzelne der behäbige» Gestalten hörten wir
iu unserer Vision soxar ruseu: „Fürchtet
Euch nur nicht; wir thun Euch Nicht»!"
Nun, der kriegerische Geist wird Hru. Göp
fert fchou von felbst kommen, wenn e» ein
mal später hetßt: „Friede ringsum!" Zu
diesen darf er eiueu Manu, der vou den „al
te» Herren" nicht durch feine Abwesellheit
glänzte, Dr. Franz LiSzt, der trotz Unwohl
seins drnuoch gekommen war und rühmlichst
bis an'» Ende aushielt, durchaus nicht rech
irrn, denn ist je ein „Meister der Schule" auf
tüchtigen musikalischen Nachwuchs bedacht ge
Wesen, ohne alles Er.tgelt, und zwar fett 4!)
Jahren, fo ist e» unser hochgefeierter Ältmet
ster. Hru. G. eiu aufrichtiges Glückauf! zu
weitere» verdieustliche» Kunst Bestrebun
gen.""
Etoe andere Zeitung, da» „Weimari'fche
Tgbl." vom 8. Dez., referirt:.
„„Dem Altmeister Dr. Frauz LiSzt auf
dem Ktavtere etwa» Gute» vorzuspielen, ist
gewiß kein so leichte» Unterfangen. Hr.
Göpfert hatte auch Die» gewagt uno spielte
vor dem jede Nummer mit lautem Beifall
belohiiindeu Auditorium, welchem auch Dr.
Frauz LiSzt angehörte, ei» „Scherzo" (?is
mol!) und etu„Ällegro scherzando"(U urvll),
Eompositionen, dem Stand der neueu Vir
tuosität entsprechend, in fester Form, mit
nennenkwerther Virtuosität und guter Phra
sirurg. Hr. Göpfert hatte alle Segel auf
gezogen, um nicht als einseitiger Musiker vor
die Oeffentltchkeit zu treteu. In Nr. 3 uud
ü des Programms erschien er al» Liederkom
ponist („Am Brunnen," «Selige Zeit,"
„HaideröSlein" und „Schneeglöckchen") mit
Frl. Helene Schwarz al» Jnterprettn. Die
Lieder selbst waren in musikalischer Auffas
sung dcm Texte entsprechend und wurden
von Frl. Schwarz nach besten Kräfte« gesua
gen, dcch können wir auf der andern Seite
leider auch eiue große'Uudeutlichkeit der
Ausspräche coustaitren» welche entschiede»
fallen muß, wenu Frl. Schwarz auf ihrer
Laufbahn auch fernerhin Erfolge erringen
will. Am Meisten gtsielen wohl„Sellge Zctt"
und „Schneeglöckchen." Wie» das tnstru
meotirte Präludium und Fuge für Streich-
Orchester eiu tiefes Studium der Meister des
strengen ContrapnnktcS auf, so beschloß der
glanzvolle Marsch au« den „Idealen" tn be
ster Weise den interessanten Eonzert-Abead.
Hr». Göpfert aber, der auch bei der hiesige»
Geueral-Jlltendonz de» Hofrheater» bereit»
eine komische Oper „der Schmied vou Aut
wcrper." etvgereicht hat uud sich jetzt wiede
rum mit verschiedenen Lompositionen beschäf
tigt, wünschen wtr von ganzem Herzens daß
auch fein fernere» mühevolle» Streben mlt
recht gutem Erfolge gekrönt sein möge.""
Haydn'» „Schöpfung."
Von Mozart, der mit Hayd» i» freund
lichstem Verhältniß lebte, erzählt mau, daß
er einst im Scherz feinem Freuude bemerkte:
„Papa, Sie haben keine Erziehung für die
große Welt gehabt uud reden zu weutg Spra
cheu." Haydn ader erwiderte: „O, meine
Sprache versteht man durch die ganze Welt."
Bet'm Durchsehen der Partitur der „Schö
pfung" fiel uns dieser Ausspruch uuwillkür
lich eiu. Haydu redet in diesem unvergäng
lichen Werke eiue Sprache, die von aller Welt
verstanden wird, auch vou Denen, die nicht
iu die Geheimuissc der Kunst eingeweiht find.
Erhabc» klingt das Lob de» Herr» t» dem
mächtigen Chore: „stimmt an die Saiten;"
»die Himmel erzählen die Ehre Gottes,"
„der Herr ist groß," «vollendet tst da» große
Wert," «singt dem Herr», alle Stimmen."
Innige» Wohlgefallen, reine tiefe Freude
an den Schönheiten der Natur fpiegelu dir
Rccitaiive uud Arieu mit ihrer Begleitung.
Wenu unsere moderne» Tousetzer zu derar
tigeu Schilderungen, wie „die Vorstellung
de» Chaos," „das Rollen der fchäumeudeu
Wellen de» Meere»," „deu Aufgang vou
Sonne uud Mond," „da» heitere Lebeu der
gefiederten Geschöpfe," ganz andere Farben
und ganz andere Mittel verwende», die rei
zeude Einfalt, die frische natürliche Empfin
dung, die uie getrübte Klarheit und Schöll
heil des Haydu'sche» Werkes werde» dadurch
utcht tu deu Schatten gestellt.
Wahrhaft kindlichen uugkheuchelte» Glau
be» verräth un» die Behandlung der dcm Li
belwort critnommencu Recitative. Der re
ligiöse Geist, den Haydn der „Schöpfung"
einhauchte, wird sehr treffend durch Folge»
de» beleuchtet: Als bet der schon gestern er
wähnten Aufführung der „Schöpfung" in der
UuiverfitälSaula zu Wteu die Zuhörer bei
der berühmten Stelle «e» werde Licht" iu
lauten Beifall auSbracheu, erhob der Grei«
abwehrend die zitternden Häude nnd sprach:
«Nicht voll mtr, e» kommt vo» Obeu." Wir
glauben Haydu, weun er un» selbst erzählt:
«„Ich war nie so fromm, al« währeud der
Zeit, da ich au der „Schöpfung" arbeitete,
täglich fiel ich auf meine Kniee nieder u»d bat
Gott, daß er mir Kraft zur glücklichen Au«
führung diese« Wertes verleihen möge.""
Neben ernster Religiöfität finden wir deu
heitersten Lebeusmuth; die Freude am Dafeiu
fprtcht sich überall aus. Nur au» dieser
Freude konnte da» reizende Idyll de» dritten
Theile» der „Schöpfung" hervorgehen; jene
Schilderung de» unschuldigen glückliche» Le
beu» der ersteu Meufcheu; jeue» eutzückeude
Duett „holde Gattin." Iu der „Schöpfung"
steigt dte Liebe al» da» höchste Ziel an» dem
dnvkcln Urgruude herauf; fie ist hier die uui
verfclle Macht, welche die widerstreileodeu
Elemente de« Ehao» eint.
Morgen uud Freitag solle» alle ditfeSchöu>
Helte» in vollendeter Ausführung an»»screm
Ohre vorüberziehen. Uuser Publikum wird
zeigen, wie e» die Bestrebungen uud außer
ordentlichen Leistungen de» „Oratorien-Ve»
eiu«" zu würdigeu versteht. Wtr werdeu
morgen uoch einen Führer durch da» Werk
bringen, fo daß unsere Leser der am Donner
stag, Abend» 8 Uhr, stattfindeode» Haupt
probe volle« Verständniß eotgegeu tragen.
«bbott'» spanische« Wetn-r°ntcum stSrit die
und dringt Leber und Nieren tn regelmäßige
rhdthtgktt. !tb »t». dtttFlasche. (IS2 )
Wie Baltimore seine Weihnachten
feiert.
Es war fürwahr ketu einladende« Wetter,
welches uns.gestern bei m ersten Blicke an?
dem Fenster begrüßte: ja, eiueZeit lang schien
es thatsächlich, als wenn durch die beinahe
unpafsirbareu Straßen jeder Verkehr unter
brochen sei. Aber die Liebe, welche gerade
in diesen Tagen die Menschheit vereinigt,
uud der Wunsch, theuren Personen herzlich
gemeinte Gratulationen darzubringen, eb
nete kleine Pfade läng« der velschaeiten Trot
toire, und als das Thauwetter eintrat, hatte
sich Baltimore bereits zu einer würdigen
Feier des WeihnachtStageS gerüstet. Die
Hauptstraßen der Stadt waren trotz der un
günstigkn Verhältnisse mit.froh?» Menschen»
Massen belebt, und gerade o'te G älte bot An
laß zu manchen heiteren «zeneu. Die Nach
mtttags-Bvrstellungen in unseren Tyeatcrn
waren auf's Beste deinchr, uud daß dem
„Egg Nogg" nicht blos tm häuslichen Kreise,
sondern auch in den Wirthschaften redlich zu
gesprochen wurde, bedarf für die Wissenden
keiner besonderen Erwähnung. Im Allge
meinen machte man aus dem Tage oaS
Beste, was daraus überhaupt zu machen wir.
und in den meisten Familien gab es fröhliche
Gesichter und herzliches Lachen dem bewölk
ten finstern Himmel zum Trotze. Baltimore
feierte eben fein Weihuachtsfest trotz aller
äußeren Hindernisse, und die schwer erkämpf
ten Freuden schmeckten doppelt süß.
Die kirchliche Feier.
Tie katholischen Kirchen füllten sich be
reite in frühester Morgenstunde, während die
anderen Gotteshäuser erst gegen 10 Uhr ihre
Ponale öffneten.
In den meisten katholischen Kirchen dau
erte das erste Hochamt von 5 bis K Uhr Mor
gen». Es wurde, was auch während der
ganzen Woche geschehen wird, das Leb:»
Christi von der Geburt bis zum Tode den
Andächtigen bildlich vor Augen geführt.
Guirlanden, Kränze und sonstiger Schmuck
zieren allkMb?!bcu Pfeiler, Gallerie'u. Al.
täte u f. w., und auf den musikalifcheuTheil
der Feier wurde hauptsächlich große ssrgfalt
verwendet.
Ju der St. Alphoufu» Kirche wurde um
5 Uhr Morgens uud 10 Uhr Vormittags
ein Hcchamt celebrirt. Bei der Frühfeier
wurde uuter Leitung vouProf. Viktor Stoffel
von einem etwa 30 stimmen starken Cvor
Schubert's Messe in IZ-<lur und zum Offer
torium „Hväie natus est." ein
Sopran Solo mit Chor, gesungen. Bei'm
Vormittags - Gottesdienste wurde Haydu'S
Misse Nr. 4 und zum Offertorium
it'k" von Wtegand aufgeführt.
Aehnlich war hie Feier in der hl Kreuz-
Kirche an West , nahe Light-Sraße. Vor
dtm Hochamt um 3 Uhr Morgens sang der
Chor„gelobet sei Gott in der Höhe" von Diehl
mann, während der Messe Lejeal'S Messe in
O-clur, zum Offertorium ~i'aswres" von
D. Müller und nach dem Gottesdienste die
WeihuachtS-Hymne von Weuinger. Bei'm
Hochamt um 10 Uhr Vormittags wurde
M. Millard'S Messe in K-äur, znm Offerio
rium von Dreßler uud
zum Schluß die „Weihnachts-Hymne" aufge
jllhit, Hr. Franz L. Bopp leitete den Ge
sang, der einen überaus günstigen Eindruck
mochte und zur Erhöhung 'de? Feierlichkeit
bedeutend beitrug.
Auf den musikalischen Theil der Feier in
der 14 hl. Nothhelfer- Kirche ist auch große
Sorgfalt verwendet worden. ES wurde slei
Big geprobt und bei dem gestrigen Frühgot
teedienste Sivgenberger'S Messe und das
„'newutur voc-U" vou Schöpf, um 10 Uhc
Vormittag» Zange's Messe, da« „veui erv-r
-wr" von Kern und bej'm Offertorium „iai
«i'llt cool!" ausgeführt. Nachmittags um 3
Uhr VeSper
girte Prof. Jansen.
Ju der St. Jakobuikirche, EckevonEager-
und Aikquithstroßc, welche mit Immergrün
uud Blumenreich geschmückt war, uuo auf
deren einem Sciteualtar sich der Stall mit
der Krippe, in welcher uujzr Heiland geboren
wurde, zeigte, wurde um 4 Uhc 4? Ninme»
vom Pater Rektor Tanenhauer ein Hochamt
abgehaltcn. Der Kirchenchor unter Leitung
des Proftssors Schäfer sang mehrere Hym
ne», und die HH Joh. Franz, A. Heilger,
M. Aul uud A. Schmidt, sowie die Dameu
M. Olert und L. Roßmer erhöhten die Feier
lichkeit durch Solovorträge. Um 10 Uhr fand
cm zweites Hochamt, uud um 3 Uhr Nach
mittags eine Vesper statt.
In der St. Michaeliskirche, Ecke Lom
bard» uud Wolf-Straße, wurde der gestrige
MorgengotteSdienst mit dem Gesang des Kir
che! Chors unter der Direktion des Professors
I. W. Schmidt eröffnet; zum Schlüsse wurde
der Hymnus voeli" gesungen.
Pater Rektor Van Emstede celebrtrte eis
feierliches Hochamt und hielt am Vormittag
um 10 Uhr die Predigt, wann der Chor
Hummel's Messe in v-ewr und „Pastores"
von Wiegaud sang. Fr. T. W. Schmidt und
die Frls. A.Stroh, C.Schmidt, K. Franken
berg, A. Wagner, A. Behr, M. Beck u. A.,
sowie die HH. Hübschmann, K. Zoll, F. Ha
derbecke, T. Rohleder, T. Gebhardt u. A.
fangen die Soli und Quartette.
In derZionSkirche an der Gaystraße hielt
Pastor Scheib gestern Vormittag zur ge.
wöhulicheu Zeit die Festrede. Die Kirche war
von den weiblichen Mitgliedern mit Guir
landen von Tannenzweigen, Immergrün und
frischen Blumen festlich ausgeschmückt und
machte eiuru der Weihnachtsfeier besonders
entsprechenden Eindruck. Hell und voll mit
ausgezeichneter Wirkung trug der Kircheuchor
unter Prof. Ortmauu's sicherer Leitung das
MendelSsohn'sche Lied „wie lieblich find die
Voten" und den „Weihnacht» Hymnus" von
Righini vor. Hrn. Karl Zimmermann s
Solo „Weihnachten" von Gouuod verfehlte
nicht durch den vollendeten Vortrag den tief
stev Eindruck auf die Gemeinde zu machen.
ln der JmmaunelSkirche au der Caroline-
Straße eröffnete der Organist der Kirche
Oberlehrer L. Krieger mit einem Vorspiele
von Dr. H. Rink den Gottesdienst. Der „Co»
cordtll-Närncrchor," welcher fast vollzählig
Echteren war, fang nach dem Altar-Gottes
dienst drn Chor „es schallet so mächrig" von
Prof. Wonneberg und erzielte dadurch einen
unverkennbaren Eindruck auf die Gemüther
der versammelten Gemeinde. Pastor Stücken
kielt dir Festpredigt über Lukas 2, I—l 4.
Thema : „die Geburt unseres Herrn Jesu
Christi; 1. Wer ist geboren? 2. Wo uud un
ter welchen Umständen ist Jesus gehören ?
3. Wie ist seine Geburt verkündigt worden ?
und 4. auch wir sollen uus derselben freuen
und getröstet,.» Nachßeendignug des Gottes»
dienstcS fand unter zahlreicher Betheiliguug
die Feier des hl. Abendmahles statt. Abends
wurde ein KindergottcSdieust abgehalten, an
dcm etwa 800 Kinder Theil nahmen. Lehrer
Räch behandelte mit der zweiten und dritte»
Klaffe die Weissagungen, Lehrer Brauer ka
techisirte mit den Kleinen über die Geburt
Christi, und die Schüler der Oberklassen
deklamirten WeihnachtSgedichte in englischer
und deutscher Sprache. Frau A. Rullmann
sang in einem Wechselgefang mit den Schü
lern ein Solo und erwarb sich die nvgetheilte
Anerkennung der Hörer. Zum Schluß fand
eineGabenvertheilnug unter die Kinder statt,
deren freudige Gesichter vou zwei mächtigen
m schönsten Kcrzenglanze strahlenden Weih
ziochtSbäumev hell erleuchtet wurden.
Ju der reformirten Zions-Kirche an der
Aieqnith-Straßc sprach Pastor Facins über
Lucas 2, I—l 4. Das Thema war: „die drei
Kennzeichen, die das Christenthum überall
hm begleiten : Verborgenheit. Armuth und
Freude." Unter der Leitung des Organisten
der Kirche, Hrn. Ed. Böckuer, sang der über
aus trefflich geschulte Kircheuchor „o, welche
Tiefe" aus dem Oratorium „PauluZ" von
Mendelssohn uud den Hymnus „heilig, hei
lig" von Laudeuberg. Das Soloqnartett von
Beethoven „ans jenem fernen Lande" wurde
süperb zu Gehör gebracht. Die WeihnachtS
bescheerung der Kinder findet am nächsten
Souutag um 7 Uhr Abeuds statt.
In der St. PeterS-Kirche an der Bond»,
nahe Bankstrvße, hielt Pastor Schlüget die
Festpredigt. Am Abend um 7 Uhr fanden die
Feier des Weihnachtsfestes und die Gaben
vertheilnvg unter die Sonntagsschüler statt,
welche sich an dem strahlenden Weihnachts
baume höchlichst ergötzten. Fast alle Kinder,
70 bis BV. trugen kleinere oder größere De»
klamattoueu vor, und viele mit ausgezeichne
tem Erfolg. Pastor schlögel sieht besonders
darauf, daß feine Schüler, Kuaben uud Mäd
chen, sich in freien Vorträgen üben, und
glaubt, diesen Uebnngsstuudcn auch die seine
Bestrebungen ehrende Thatsache zuschreiben
zu dürfen, daß bereits acht seiner Schüler
Pastoren geworden und als tüchtige Reduer
anerkannt siud.
In der ersten deutschen vereinigten evan
gelischen Kirche au der Easteru Avenue hielt
der Prediger der Gemeinde, Pastor Conradi,
vor zahlreichen Andächtigen die Weihnacht«
predigt. Der Kircheuchor sang unter der
vortrefflichen Leitung des Organisten der
Ki:che, Hrn. Seidler, deu Choral „Ehre sei
Gott iu der Höh'" mit besonderem Erfolge.
Am Abend prangten zwei mächtige mit deu
schönsten Zierathen, goldeueu Aepseln und
Nüfseu uud kleinen Gescheuken geschmückten
Weihnachtsbäume in der Kirche, welche vou
uahezu VVV Kiuderu umriugt wurden, deren
jedes ein feinem Alter angemessenes Geschenk
erhielt.
Ju der deutscheu Methodisten-Kirche am
Broadway hielt Pastor Dinger des Morgen»
von K bis 7 Uhr eine Betstunde, welche trotz
der frühen Zeit von den Mitgliedern ser Ge
meinde uud bereu Familien äußerst zahlreich
besucht war. Am Vormittage hielt der Pastor
die Festpredigt über Lukas 2. Ver» 14: „Ehre
sei Gott in der Höhe, Friede ans Erden und
den Meuschen eiu Wohlgefallen!" Am Abend
wurden 300 Kinder, vou deueu eiue große
Anzahl deklamatorische Vorträge hielt, vou
der Gemeinde tu der Kirche beschenkt, wo
selbstverständlich der Weihnachtsbaum mit
seinen Lichter» uud sonstigem Schmucke uicht
fehlte.
Ju der füufteu reformtrteu St. Pauls-
Kirche au Tauton-Aveuue, uahe Boadway,
predigte Pastor Marku« Bachmauu de« Vor
mittag« vor seiner zahlreich versammelleu
Gemeinde. Der trefflich geschulte Kirchen
chor saug unter seine» Dirigenten, F. Bar
thel'S, Leitung die Chöre „Ehre sei Gott in
der Höh'" und „uimmt deu Gesaug der En
gel au." DaS auf gestern angesetzte Weih
nachtsfest, verbunden mit eiuer Gabeuver
theilung an die Schüler der Sonntagsschule,
wurde des schlechten Wetters wegen bis auf
uächsseu Sonutag verfchobeu.
Ju der St. Matthät-Kirche au Fayette,
uahe Caualstraße, hielt Pastor Huber dte
VormitlagSpredtgt über daS Festevaugelium.
Die Mitglieder der Gemeinde füllten das
mächtige Schiff der Kirche und die breiten
Emporen, uud Alle folgten mit gespanntem
Jutereffe den Worten de» Pastors, liater
der Leitung ihre» erfahrenen und beliebte»
Dirigenten, de» Organisten der Kirche W.
Scheucrmaun, sang der Kircheuchor im schön
sten Etuklaug uud mit vollendeter Präzision
„Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr En
gil" uud den „Lobgefang aus Weihnachten"
vrn Wonneberg. In dem letzten Gesang
wurde das Solo von Frl. Wettert uad das
Duett von ihr und Frl. Gabel mit der größ
ten Jllvigkcit uud dem schönsten Verstäudutß
vorgetragen. Die Kiuderbescheerung findet
am Abend des 1. Januar statt. Nach Been
digung der Feier wurde Hrn. K. Scheuer-
MllUll von dem Singchor et» schöner Stock
mit goldenem Knopf zum Geschenk gemacht,
welchen Hr. H. Benmler mit einer passende»
Rede dem verehrten Dirtgeuten übergab.
Eindruckevoll wurde das Fest in der Mar
tini Kirche, Ecke der Sharp, und Henriette
Straße, gefeiert. Vormittags predigte Pa
stor Friucke in der festlich geschmückten und
bis auf deu letzten Platz gefüllten Kirche
über deu Text.: „ein Kind ist uus gebore»,
ein Sohn ist uv» geboren usw.," und unter
dir Direktion de» Organistea Hru. Clau»
Peter» kam folgende» Musikprogramm zur
Aufführung: „eS schallet fo mächtig weithin
durch die Nacht" von Wonnebcrger, gesungen
vcm „Martwi-MäNnerchor;" Teuorsolo vou
Hru. F. Vollbracht; Wechielgesang (Z.
Meetb, I. Eichele und F. Vollbracht); Trio
„ick steh' au Deiner Krippe hier" (G. Loni»,
F. Vollbracht, H. Schmidt); vom gemischten
Chor „uus ist ein Kiud geboren" von Hood;
Tenorsolo, vorgetragen von Hrn. Vollbracht,
und Soprausolo von Frl. Henriette Frank.
Abends fanden Kindergottesdieust uud Be
scheernug statt.
Gestern Vormittag um N 1 Uhr predigte
iu der luth. St. Sl-Phauus Kirche, Ecke der
Hauover und Hamburgstraße, Pastor F. PH.
Helmighausen. Zum Texte hatte er den 1.
bis 14. Vers des zweite» Kapitels Lukas' ge
wählt. welcher Abschnitt hauptsächlich die mit
der Geburt Christi verknüpfte» Umstände be
handelt. Der starke Smachor trug unter der
Leitung des Orgauisttu Hru. L. Lö.dy „es
fchallet fo mächtig weithin durch die Nacht"
vou L. Wonueberger, „man singt mit Freu
den" von K- Gläser und „Ehre fei Gott in
der Höhe" von Franz Silcher vor. Die
Solopartie'« tn den drei Stücken hatte Frl.
Johanue Becker übernommen. Die Feier der
größeren Sountagsschüler (2:>2) fiadet heute
Abend 7 Uhr statt, wann die Christbäume
geschmückt und Geschenke ausgetheilt werden.
In der evangelisch lutherische» St. Johan
nis Kirche an der Frederick Road predigte
Vormittags 411 Uhr Pastor Ktrschma»» über
die Bedeutung des Christfeste», uud aufmert
fom lauschten die Andächtigen den Worten
"de» beliebten Seelsorgers. Abends 7 Uhc
ging die Feter der Sonntagsschul', welche
über 400 Kinder zählt, vor sich. Deklama
tionen uud Zwiegespräche wechselten mit Ä
säugen ab. Frl. Amalie Kirichmi'ni leUs'«'
deu musikalischen Theil deS PiogramA?.
Später wurden deu Kindern Tonfekl, jh! )
und Bücher ausgetheilt.
In der St. MarkuS-Kirche, Eck.' Broad
way uud Jackfon-Square Avenue, hielt »ja
sior Hörr gestern Vormittag dte Predigt ük-r
da» Festevangelium. Der volle Kirch?» Chor
sang die beiden Hymnen „Ehre fei Gott t»
der Höhe" und „heilige Nacht" vürz iglich
und trug dadurch zarFeierlichkeit des Gottes
dienste» wesentlich bei. Am Abend fand eiu
K'.nder-AbeudgotteSdienst mit Bescheernng
statt, au welchem ungefähr 300 Kiuser Theil
nahmeu, die Vorträge hielten, deklamirten
und vom Lehrer Linkxr im Katechismus exa
miuirt wurden. Die prächtige», vou uazäh
ltgen Lichtern erhellten WelbnachtS-Bänmc
waren das Ziel mancher begehrlicher Killder
avgcn, die erwartungsvoll der Verthetlung
dtr dsral! härigeudeu Gabeu entgegen fahen.
Ju der 4 reformirten St. Johanutskirche
en der Calvert-, uahe Saratogastr., hielt
'l>astorßsrcherS über dteWorte der hl.Schrift,
Lucas 2, Vers 11: „deun Euch ist heute der
Heiland geboren" die Festpredtgt. Am Abend
faud in der Kirche eiue Weihnachtsfeier statt,
bei welcher Gesäuge, Deklamationen uud
Wechfclgefpräche von den Sonritagsschüleru
vorgetragen wurde». Der trefflich von dem
Organisier, I. H. Künker eiastadirte Chor
fang den Hymnus „O kommt »od singet dcm
Herrn" von Händel vortrefflich. Hr. C.
George (Baß) sang mit Fraußückerti Sopran)
da» Duett „laßt un» gläubig vor ihn kom
men," Hr. George da» Baßsolo „und er len
ket es All," und die Damen Frl. Rackert und
Frl. M Meuke ein Duett für Alt uud So
pron. Den Schluß der Feierlichkeit machte
da« vom Chsr gesaugene „denn er ist der
Hiir!"
In ter St. Luka» Kirche, Ecke der H:n
ricUa uud Eutawstraße,predigte Vormittags
um 10 Uhr Pastor Keller und verkündigte
die frohe Botschaft, die alt und tmmer neu
ist. Das SonntagSfchulfcst findet erst am
Sovntog Abend um 8 Uhr statt und wird iu
der üblichen Weife gefeiert.
Iu der Olterbein Kirche fällt diese» Zzhr
dos Kivderfest au», Pastor Krause predigte
Vi lMittegS um ill Uhr über Römer 8,32:
„welcher auch feines eigenen Sohnes nicht
hat verschonet, sondern hat ihn für un» Alle
dahin gegeben, wie sollte er uus mit ihm
richt Alles schenken?" Der Kirchenchor fang
einige Lieder. Die Bescheeruug ging vor dem
Gottesdienste vor fich.
Die Feier tu der lutherischen Dreteiuiz
keitSkirche wirkte ohne Zweifel auf die An
wefeuden erhebend uud etadruckSvoll. Gleich
fem in den Jubel de» Eugelchore» auf Beth
leblw'S Fluren mitetnsttmmend, klangen dte
Töne der Orgel. Pastor Käßmann predigte
über Titus 2, 11—14, und hatte als Thema
„die erschienene Gnade GotteS" gewählt.
Der Kirchenchor trug die Lieder „Ehrc sei
Cctt tu der Höhe" von Silcher uud „jauchzet
Gott, alle Lande" von Lützel, und Frl. M.
Käßmauu das Solo „er weidet feine Heerde"
aus Hcndel's „MeffiaS" vor. Hr. Lägelcr
leitete den Gesang.
In der reformirten JmmanuelSkirche hielt
gesteru Vormittag Pastor Häuser über deu
Text Lukas 2, 10 und 11, uud das Thema
„die Botschaft der Eugel" die Festrede. DaS
Fest am Abendc war ein wahre» Kinderfest:
Anfpracheu, Recitationen nfw. wechselten mit
Gesäugen ab, und als später die Gabenver
theilnvg vorgenommen wurde, da schlug je
des Kinderherz freudig. Die älteren Schü
ler leitete Hr. G. H. Stro, die jüngeren Hr.
K. Kreuder.
Auch iu der geschmackvoll dckorlrteu luth.
St. Pauluskirche au der Ecke der Fremout
ur,d Saratogastr. wurde das Weihnachtsfest,
das Fest der Freude, in schöner Weise kcseiert.
Morgen» um 10 Uhr versammelten sich dte
Gemeiudemitglteder in dem geräumigen
Gotteshaus« und lauschten andächtig de»
Worten des beliebte» Seelsorgers Pastor
Hanser. Der Oberlehrer Hr. Feiertag lei
tete auf der Orgel de» Gemeinde-, sowie den
Chcrgesang. Abeuds um 7 Uhr fand die
WeihuachtSbeschserullg der Schüler statt.
Heute Vormittag um 10 Uhr ist abermals
Gottesdienst.
Pastor Bnrkart predigte gestern Vormittag
um ,11 Uhr vor einer zahlreichen Zuhörer
schaft in der luth. St. Johauutsktrche au
Biddlestraße. Der trefflich geschulte Kir
cheuchor fang uutei Leitung voa Pros. Frank
einige passende Piecell. Eine Bescheeruug
der Sountagsschüler der Gemeinde fiadet am
2. Jaruar Abends um j8 Uhr iu der K.rche
statt.
Jubelhymueu erschallten aus der Kirche
der evangelischen Gemeinschaft au der Ecke
der McElderry uud Shortstraße. Pastor
«charf predigte über das Fest Evangelium.
Heute Abeud fiadet eine Festfeierlichteit der
SonntagSfchule mit Gabenvertheilung statt.
Pastor Aruold von der „JohuS Hopkins'
Universität," Dr. Baker, Superiateadeut
der „Maryländer Sountags'chul Lehrer
Uuiou," uud Pastor Gülich von der Ema
nnelskirche an der Greenestraße werden A»>
sprachen halten. Uuter den vorzutragenden
Musikstücken ist auch das Quartett „Hallellu
iah," das vou deu Geschwistern Scharf ge
jllllgen werdeu wird.
Da« Kinderfest in der Emanuels-Kirche der
evaugelifcheu Gemeioschaft au Ecke vou
Greeuestraße uud Cider-Alley gestaltete sich
zu eiuer würdigen Feier des WeihnachtS
tages. Die Kirche war mit Kränzen uud
Guirlanden hübfch geschmückt; au jeder Seite
drr Tribüne, die weiß überzogen war uud
da» AuSseheu hatte, als weuu fie be'chnetl
wäre, stand ein in vollem Lichterglanz strah
lender Christbaum, uud die Kanzel war ge
schmackvoll mit Immergrün uud exotischen
Gewächsen geziert. Die Kirche war in allen
Theilen gesüllt, als das Fest mit einem Ge
sänge der SonntagSschüler eröffnet wurde.
Pastor Gülich sprach das Gebet, uud eiu etwa
12-jähriger Kaabe hielt fodauu au dte Ver
sammelten eine Ansprache. Zwiegespräche,
Deklao-atioven, Gesänge a. s. w. wechselten
mik einander ab, nud manche der Sänger
leistetea recht BuerkellrieoSwertheS, so waren
da» Duett „desutilul moouliAdt" (Frl«.
Tarrie Nickel u. Sophie Plack), da» Sopran-
Solo „derTyroler uud feto Ktud" (C.Spie»),
da« Quartett „b-Uin? and sott" (Frl. G.
Plack und Lonife Nickel uud dte HH. Karl
Nickel uud J.H. Plack) und da» Duett „Zovck
oixdt" (Frl. Fanvy Gülich nud G. Plack)
gur eiustudirt uud faudeu beifällige Aufuah
me. Die Vorträge der Kleinen uud Klein
steu waren interessant, und da» Fest kam iu
befriedigender Weise zum Abschluß. Doch
beinahe hätten wir vergessen, Frl. Anua Gü
lich und Hrn. C. Ermold zu erwähueu, dcreu
tüchtige Begleitung der verschiedenen G-»
saugSlillMmern auf dem Piano uud der Orgel
uicht weuig zu dem Erfolge beitrug. Nach
der Feier wurde an die Kinder Confekt ver
theilt.
Iu der 3. Ver. Brüder-Kirche, Ecke der
Fultou- und Lombardstraße, fand gestern
Vormittag, wie üblich, ein Gottesienst statt;
Pastor Licht hielt dabei die Predigt. Ec ver
kündete in beredten Worten die frohe Bot
schaft und legte dar, wie große Ursache wir
haben, uns zu freuen. NaeymittagS die
Befcheenmg vor sich. Da» eigentliche Kin
derfest wird heute Abend in der Kirche abg-.
halten und ohne Zweifel viele Besucher heran
ziehen.
Zur Erinnerung an die vor achtzchnhuu
derl Jahren erfolgte Geburt Christi fauü ge
stein Vormittag auch in der deutschen Me
lhcdisteu - Kirche an Ecke der Pennsylvania-
Avenue und Mosherstraße feierlicher Gottes
dienst statt. Pastor GieSregen pcedigte über
ein passeidc» Thema uud fesselte seiue Zu
hörer vou Anfang bis zu Ende.
To« Ktst im ..«Uktmeinrn Dcutlcht» «leistn,
beim."
Den Insassen de» „GreisenheimS" au der
Ecke der Lombard- und Pennstraße hatte der
Dameu-Verein in der Anstalt durck, Hccrich
tur-g eines solennen Festessens, i.i welchem
der landesübliche Puter uud die Martiusgans
uicht fehlten, eiue WethuachtSbefchecrung be
reitet. Wohlthätige Menschen machten es
durch eingesandte Gaben möglich, dem guten
Esten auch einen guteu Truuk und eine Ci
garre für die Mäuner beifügen zu können.
Mit fichtlichem Behagen nahmen die aiteu
Leute, (ihr gemetusamesLlter zählt über 10)0
Jahre) an der mit frischen Blumen festlich
geschmückten Tafel Platz und ließen den auf
getragenen Speifeu volle Gerechtigkeit wider
fahren. Die Unterstützung, welche dem jüng
sten Schooßkinde der Wohlthätigkeit der deut
schen Bevölkerung in Baltimore zu Theil
wird, bethätigte sich bei dem gestrigen Feste
auf's Neue durch die zahlreich eingegangenen
Gaben jeglicher Art.
?i» Wcihr.achitseier im Allgemeinen Deut
schen Wailenbause."
Trctz de» schlechten Wetters hatten sich ge
stern Nachmittag die Gönner de» „Allgemei
nen Deutschen Waisenhauses" sehr zahlreich
in der Anstalt eingefunden, um mit den
Waiseukiudern, den Schutzbefohlenen de»
Dcutschthum» Baltimore'S, das Weihnacht«
fest zu seiern. Schoo bei'm Betreten de» Irr
stitutcö bemächtigte sich des Besuchers eiu
neihnachilichesEefühl, sobald er die frischen,
frohen und fröhlichen Gesichter der Kinder
sab, welche iu ihre» Festkleidern erwartuug»
vcll der Dtuge, die da kommen sollten, harr
ten nud in den ihnen zugetheilten Räum
lichkeiten herumspazierteu. Im Empfangs
zimmer war ein prächtig geschmückter Weih»
vachlSbaum aufgestellt, während die laugen
Tische im Speisesaal die den Kindern zuge
dachte» Weihnachtsgescheuke trugen. Fein
säuberlich lag Packet bei Packet, jedes deu
selbstgeschriebenen Namen des Empfängers
tragend und Backwerk, Nüsse, Aepfel, Apfel
sinen, Kleidungsstücke, Handschuhe, Spiel
zeug und de-gleichen mehr bergen!». Punkt
4 Uhr marschirten die Kinder uuter der Füh
rung des HouSvateiS Hrn. Heinrich Lang in
datz EmpfontzSzimm r. wo der hübsche Weih
nachtsbaum in Hellem Glänze der zahlrei
chen Kerze», die ih.> jchmück-en, prangte, u.
sargen vor denselben die Weihnachtshymne:
~v' t,'U fröhliche, o' du selige, gnadenbriugende
Weihnachtszeit," woraus Sophie Schröder
tn englischer uud Heinrich Wessel iu deutscher
Sprache je ein hübsches Wethnachtsgedicht
deklamirten. Von k'eraus ging es nach dem
Sx-isesaal, wo die Kinder strahlenden Auge»
die ihnen von wohlthätigen Herze» gespen
deti» WeihnachtSgaben in Empfang nah
wen. Nachdem sich die Freude der Kinder
einigermaßen gelegt und ihnen Gelegenheit
und Zeit zur Besichtigung der Gescheute g:-
gebeu, erhob sich Hr. Johann Uirich, der
ve.diente Präsident de» „Allgemeine» Deut
schen Waisenhauses," uud hielt folgende An
spreche:
„„Wohittun ist göttliche Lust
„Mit diesem Worte des Dichters begrüße ich
Sie, verehrte Damen uud Herren, in dieser
feierlichen Stunde, in der wir uns vecfam
melt haben, um auch heute wieder das größte
Ercignlß im Christenthum zu feiern, die Ge
burt des Gottmenschen. Und wo feiern wir
diefe frohe Begebenheit ? In einer Stadt
von vierhunderttauseud Einwohnern, iu der
schöne Theater, glänzende Opernhäuser,
fiöhliche Gesellschaften, angenehm: Club
Häuser in Menge vorhanden sind, da fehlt eS
wahrl'.ch nicht au Gelegenheiten, eiaeuAbeud
vergnüglich zuzubringen, und doch habeuSie
Ihr glückliches Heim verlassen, nicht um
diese anziehenden Gesellschaften zu besuchen,
sonder» um sich hierher zu begeben, in den
KieiS von einer Sckaar verlassener Waisen
kinder. Verlassen?! Nein und abermals
nein! Wohl hat ein schweres Geschick den
selben ihre natürlichen Stützen, den sorgsa
treu Pater und die liebende Mutter, en'z.-,.
gen, aber dafür hat ihnen, Tank den freund
lichen humanen Stiftern, eine gütige Vor
st hrng ein Asyl gegründet, in welchem sie
einigen Ersatz fanden für den große» Ver
li'P, der sie schon in zarter Jugend betroffen.
Wos wäre ohne diese» AM au» ihnen ge
ircrden? Viele von ihnen ich will nicht
sehen Ave wären körperlich und geistig
veikümmert, ihre Anlagen wären untecg?-
oargen, Schmutz an Leib nnd Seele hätte,
statt eiu Ebenbild Gottes zu schaffen, sie dem
Auswurf der Menschheit tn die Arme ge»
führt: statt nützliche und glückliche Menschen
an» ihnen zu bilden, wären fo manche dem
Verbrechen und der Strafanstalt anheim ge»
sollen. So aber hat sie unsere Anstalt aus
genommen. Dte schützende Hand eines
braven Waisenvater» leitet sie an zu allem
Enten, sie haben eine gesunde Wohnunz,
nährende Kost, wärmende Kleidung, Pflege
in Krankheit und vor Allem einen zweckmä
Bigen Schulunterricht, der sie befähigen soll
und befähige» wird, ihren Weg durch'S Le
bcn zu finden und den Kampf mit dem Schick
sol aufzunehmen. Das zu bedenken uud da
für zu davken, Da» geziemt sich au dem heuti»
gen Freudentage, an welchem vor mehr, als
1800 Jahren auch ein arme» Kindlein gebo
ren wurde in dürftiger Niedrigkeit, und doch
ist au» ihm der Erhabenste geworden, der je
onf dieser Erde gewandelt: ec tst der
Erlöser de» Menschengeschlechtes geworden,
der Befreier von Irrthum und Aberglauben.
Und wie hier dieser Christbaum mit seiuen
hundert Kerzen diesen Raum erh:llt und
Freude hineinleuchtet in hundert unschuldige
Kinderherzen, so ist die Lehre des großen
Stifters des Christenthums eine Leuchte der
Wahrheit nnd Tugend für die Welt gewor
den. Der JnbtgriffseinerLehre ist
Humanität. Aus der Humanität ent
sprang vor Allem der Diang, den HülsSbe
dürftigen und Nothleidenden zu helfen. Ja
allen Lebensstufen des Menschen finden wir
sclche. Aber hauptsächlich sin« es elternlose
Kinder und Hülflose Greise, dte Anspruch auf
unsere Unterstützung machen köunen. Für
beide Lebensalter ist in uuserer guteu Scadt
Bc tttmore gesorgt worden. Kium sind zwei
Jahre vergangen, daß der erste Anstoß zur
Eiündung eine» GreilenheimS gegeben wur
de, und schon jetzt düifeu wir uns der frohen
Hoffnung hingeben, daß die Existenz desselben
gesichert ist. Dank den braven deutsch?»
Herzen, die de» Betagten eiue Stätte gege
ben. wo sie ihre letzte» Lebenslage i» Ruhe
uud Frieden verbringen köuuen; Dank de»
deutschen Frauen nnd Männern, die seit ei
ner Reihe vou Jahren Herz lind Hiad dazu
hergegeben, um unser „Allgemeines
Deutsches Waisenhaus" aufrecht zu
erhalten! Insbesondere Dank den braven
Männer« vom Comite, dte Zeit, Geld uud
Opfer nicht gespart habeu, um die Zwecke
unserer Anstalt zu fördern: Dank dem „D a
mev Näh verein," der unablässig zum
Wohle unseres Institutes wirkt; Dan? deu
Herren, die das schwere Geschäft überuom
wen, die Scherslein der Wohlthätige» von
Jahr zuJahr einzusammeln, nud zum Schluß
Tank allen Gebern und besouder» Ihnen,
die Sie hevte Ihren eigenen Herd verlasse»
r.nd durch Ihre Gegenwart diese Stunde
verschöut haben! Den schöusten Lohn nehmen
Sie in dem Bewußtsein mit nach Haufe, daß
Sie dem großen Mauue, dessen Geburtstag
wir heute seieru, uacheifer»; der da gesagt
hat: „lasset die Kleinen zn mir kommen!"
Und nun wende ich mich noch mit einem
Worte an Euch, Kinder, namentlich an die
älteren, die meine IWorte zu verstehen im
Stande sind. Ihr seht die allgemeine Theil
nahme llvferer deutschen Mitbürger. Sie
sind es, denen Ihr Vieles, ja, Alles verdankt;
zeigt Euren Dank in der That dadurch, daß
Ihr Euch bestrebt, gute Menschen zu werdeu.
Seid gehorsam Eurem Pflegevater und Eu
rem Lehrherrn, seid fleißig, ehrbar und red-
trachtet darnach, Euch von Tag zn
Tag fortzubilden, um so der Liebe würdig zu
werden, die Euch von allen Seiten zu Thetl
wird.
E» mag wohl vorkommen, haß Ihr Das
ober Jene» nicht versteht, daß Ihr glaubt,
e» geschehe Euch Uurecht. Glaubt Da» ja
nicht: Alle» geschieht zu Eurem Beste», und
wa» Ihr tn diesem Augenblicke nicht begrei
fen könnt, wird Euch tm späteren Lebe» eia
leuchten, und dann werdet Ihr sagen: „ge
segnet sei da» „Allgemeine Deutsche Waise»
hau»!""
Nachdem Hr. Ulrich geendet, erhob sich Hr.
Christoph Bartell und überreichte dem über
raschten Hausvater unter DankeSworlen über
seine bisherige segensreiche Thätigkeit in der
Anstalt im Namen de» Direktorium» ei» von
Hru. August Stemauu gewidmete« Pracht»
volle» Schreibzeug nebst Uhr, sowie einen
goldtnen Federhalter. Auch der Hausmutter,
Frau Laug, der Kindergärtnerin, Frau Ama
lte Stubeurauch, uud dem Bäcker uud Haus
manne der Anstalt, Hrn. Loni» lschindhelm.
einem Zöglinge der Anstalt, wurden durch
Hrn. Bartill passeude Geschenke überreicht,
die Alle mit Dank entgegen nabme». E»
bereitete de» Kindern sichtlich Vergnügen,
auch ihre verehrten Pflegeeltern am Weth
nachtStage, dem schönsten Tage der Jugead,
beschenkt zu sehen hätte» sie doch ger»,
wenn es möglich gewese», thie Erzieher mit
Gescheuken überhäuft, um thuen ihre Dank
barkeit zn beweisen.
Noch der Bescheeruug begaben sich die
Kinder und ihre Gäste iu die mit Guirlande»
lud Blumen festlich geschmückte Tmuhille
im Souterrain, um dort unter der Leitung des
Turnlehrers Hrn. Karl Bodenburg ein Schau
luliien zu veraustaUen. Es mag wohi den
meisten Freunden des Waifeuhaus-s nicht be
kouvt fetu, daß das Direktorium i» dem ge
räumigen «outerrain eine vollständige Turn
ar stalt Herrichten ließ, um auch während der
Wirterszett siir das letbitche Wohl und dte
Ausbildung des Körper» feiner PslegUuze
Icrgeu zu können. Hr. Karl Lodenvnrg, der
Turnlehrer der „BaltimorerTurngemeinde,"
hat e» in anerkennenswerther Weise über
nommen, dte Turnübungen zu leiten, uad
wer dem gestrige» Schauluruen der Zöglinge
des „Allgemeine» Deutsche» Waisenhauses"
beiwohnte, konnte sich überzeugen, daß vr.
Bodlnburg mit Lust und Liebe an die sicher
lich nicht leichte Arbeit g'»g und eine» Er
folg errang, auf den er mit Recht stolz sein
darf und welcher seiueu Ruf als tüchtiger
Turulebrer befestigt. Das Programm des
Schauturnens war folgende»: 1. Frei uud
Ordnungsübungen, 24 Kuschen; 2. Stab
übungen, 13 Mädchen; 3. Recklurueu der
ersteu Riege, 12 Knaben; 4. Leiterübuugen
der liste» Mädchen-Rtege, 8 Mädche» ; 3.
Klulcuschwinge», 13 Knaben; K. Stabübun
geo, 24 Knaben; 7. Ordnungs und Frei-
Übungen, 2V Mädcheu; 8. Bacreuturueu der
zweiten Knabcu-Rrege; 9. Keuleuschwinzeu,
10 Mädcheu; 10. Seilzreheu, 18Knab?u. Die
Leisiungeu der Kinder, uameuilich die Frei
übuugeu, welche präzis uud exakt und bei deu
Mätzen sehr anmuthig ausgeführt wurden,
fanden reichliche» Beifall, uud manche brave
Uebung am Reck und am Barreu wurde
apvlaudirt. Eingeleitet wurde die Uuter-
Haltung durch deu folgenden vom Waisen
kr-abm Heinrich Vie^
Tem Prolog schloß sich der Vortrag de»
schönen Liedes „ich hab' mich ergeben mit
Herz und mit Haud," sowie eines frischen
freien Turnerltede», welche» dte Kuaben mit
Lust saugeu, au.
Dem Schauturue» folgte der für die Kia
der jedenfalls angenehmste Akt der Feier,
denn e» war ihneu dabei vergönnt, auch ihrer
sei!» da» Herz eine« Menschen durch eiu
WcihuachtSgesche«k zu erfreuen. Das Wai
fenkind Olga Erni trat vor und überreichte
Hrn. Bodenburg mit einer herzliche» All
sprache, i» welcher sie ihm im Namen der
Zöglinge für die bi» jetzt gehabteMühs dankte
uud für die Zukunft Fleiß und Ausmerksam
keri rersprach, eine silberne Uhr uedst golde
uer Kette, da» Ergebniß der Ersparnisse der
Wsii'Ukinder für das gauze Jahr. Die Uhr
trägi die Widmung: „„Ihrem verehrteaLeh
:n Hrn. Karl Bodenburg von den Zöglinge»
beb ~ -lllgmeincn Deutschcn Waisenhauses,"
Wr:bliachttll 1L83."- Mit Worte»
dlil k:e der Empfänger für di: fchöue Gabe
ui d versprach, auch fernerhin fei» Bestes für
da- I lblichc Wohl derSchülcr thun zu wollen.
Vikchtcm noch der Knabe H. Sattler den
Ar il efcuden für den Besuch gedankt, schloß
die Weihnachtsfeier im Waisenhaufe. Sie
Hai auf's Nene den Göauern des Justitui»
bewiesen, daß die de» Waisenkindern gespen
deten Gabe» gute Früchte tragen und wohl
angewandt find. Möge das Herz der Deut
schen Baltimore'« auch iu Zukunft warm für
ihre Schutzbefohlenen fchlageu!
An Beiträgen zum Feste ginge» gestern
die folgenden in der Anstalt etn:
Vvu den Angestellten der „Dar'ey Park-"
Brauerei H 3.30, Karl Pracht Nüsse und
Joh. Uhrig zwei Fässer Mehl, B.
A. Lorentz Kleidungsstücke, E. Beia zwei
Puppeu, Fr. Friedberg H 3, Frau D. Pralle
tz», E. Dölliuger Flelfchwaarcu, Blaukford
L Suyder eiu Faß Aepfel, W. Kelluer Z»k
ker und Kaffee, I. Ruth H Sohn ei» Haß
Mehl, A. Martiui Nüsse, Mallalieu >k Eomp.
110 Diiien, C. Reiiberg ein Schinken,
Polmer H Lomp. 200 Orangen, Johann
Ulrich 31 Kuchen, Harvey H Comp, eiu
Schinken, OudeiluyS Eomp. eiu Käse,
Kcnnard <k Tomp. 100 Pfd. Buchwaizen,
Banlett HaSliuS ö Pfd. Kaffee, B. D.
George K Comp, ein Schwkeu, Kraus
Söhne eiu Schinken, Meyer Comp.
Kaftce, Simpfon Comp. IVZPfd. Bohaeu,
Scherz Eomp. eiue Kiste Makrelen, K?pp
ler Comp, ein Sack Kartoffel», Brook»
ck Nyce eiu Sack Mehl, I. D. Mafo»
Zuckerwelk, R. Mafou
S. E. Egerton ä: Eomp. Zucke'r, Kerr ck
Ccmp. zwei Täcke Salz, I. S. Johnson H
Eon p. j Dtzd. Bürsten, Erawfcrd 6 Comp,
eii ? Kiste Stärke, Wilh. Flamm !?0 Rzsinell
ki.cheu, Frau Hartje eiu Christbaum,
vtffcntlich« Anstalten.
Im Zuchthaus wurde gestern von der Ver
watluug eiu Extra Festessen zubereitet, w?l
-chim dte zahlreiche» Gabe» au Eßwaareu,
dtr rou Freunden uud Verwandten der Ge
fargeueu eingesandt worden waren, zugefügt
wl tden. Eine Kiste Festgefchenke kam vo»
M.lwaukce uud viele andere vou New ?lork,
Pcnllfylvauien.Vtrginien uud anderen Staa
ten, auch hatten Gefangene, welch? sich Extra
Gild gespart, alle möglichen Delikatessen ein
kaufen lassen, die zu verzehren, ihnen eine
Z:it von 30 Tagen gewährt wtrd. Es be
iirden sich zufammcu 340 Sträflinge, darun
ter 39 Frauen, im Zuchthause. Vor dem
Mittagessen wurden die Sträflinge durch
eine Unterhaltung, welche Mitglieder des
Kcrnar,'scheu Theaters veranstalteten.erfreut,
während die sonst üblichen Vergnügungen
im Freien de» schlechten Wetters wegen nicht
statisillden konnten. Vormittag» ward von
einem Priester der St. Vtrcentskirche Got
tesdienst abgehalten. Im Lause des Tages
statteten die Direktoren der Anstalt, H-turich
Seim, Geo. P. Williar, I. M- Denn!?, W.
F. Jackson, L. W. Couufilman und I. T.
Ford, sowie die HH. W. A. Wisong, C. W.
Heuisler, John Eilroy und andere promi
ueute Bürger der Austalt einen Besuch ab.
Im Stadtgefäilgnisse wurde den 510
fangeneu erlaubt, sich währeud des Tzg?Z
frei iu dcu Gängen der Anstalt herumzuoe
wegen, die Zeit mit Spielen usw. zu oer
biivgen, und sie mit einem aus Kartoffel»,
Sillcrie, Kaffee, Riuderbrat:u,Brod, Butter
uud Aepfel» bestehenden Mittagsmahl trak
ttit. Nebenbei wurden die vou Freuude»
ei: gisandteu Gabeu mit gutem App-tit ver
zedil.
Auch in der „Knabeuheimath" wurde Weih
uachtenfestlich begaugeu; mildthätige Gaben,
wilche masseuhast waren, er
möglichten e», dte Knaben durch eiu famose»
Dwer, bet welchem e» Puter- uad Hühner
braten gab, zu erfreuen.
Der „O Sceol a - S ta mm" de » „ uu
abhängtgeu Ordeu» der Roth
mäuner" hielt gestern in deu „New Af
fembly-RoomS" einen fogenauuten „India
ner-Ball" ab, auf wela>em während der
Talizpousen Scenen au» dem Judtarirrlebe»
aufgeführt wurden. De» größten Beifall»
hatte sich die Gefangennahme de» Capt.
Ewtth uud desseu Lebensrettung durch die
schöne Pocahonla», deren Rolle Frl. Brechte!
übernowmen hatte uud vottrefflich darstellte,
zu erfreue». Hr. H. Hermann spielte den
Capt. Smith und Hr. G. Liud den Häupt
lir.g li. f. w. Ulli Z Uhr wurde der Ball mit
einem „Indianer-Marsch" durch da» We
ber'sche Orchester eröffnet und dauerte, nur
dmch eiue große Pause um Mitternacht ua
ttlbrocheu, während welcher eiu gemeta
sckaftlicheS Souper, da» Hr. G. Herrmarrn
vcu der Straße hergerichtet hatte, ver
zthrt wurde uud vorzüglich schmeckte, bi» ge
gtn 4 Uhr Morgens. Der geräumige Saal,
io dem da» fröhlichste Treiben herrschte, war
von dem Arrangement» Comite durch Tan
ueubäume 'wetduachilich geschmückt worden,
urd iu dessen Mitte prangte die blauseideue
Fahne des Vereius mit der iu Gold reich etn
gcstickleu Joschrist: „Osceola-Stamm Nr.
11, gegründet den 18. Februar 1833, Balti
more, Md." Das Arrangements Comite
hatte überhaupt Alle« gethan, was ta seiue»
Kräften stand, um den Besuchern de» Balle»
einen augellthmeu Abend zll bereiten uud hat
sltve Absicht auch vollständig erreicht, wte alle
Mitglieder de» Vereiu» erklärten. Die Mit
glieder de» Comite's waren: B. Hammer
A. Dieffeubach, A. Gottschalt, O. Haber--
kcrn, G. Altpeter, A. Roth, PH. Wehrhetw,
E. Lind, C. Guudlach, G. F. Prechtel, F.
Wieueke. F. Schröter, I. Zapp, I. Seum.
A. Wolf, W. Batteuberg. H. Sippel. G.
Hii t ch, I. Eckhardt uud C. Heilmaun.
Der Jahresball de» „soziales
Ullterstützuugs Bereius Nr. !"
Fond gestern Abend in der „Western China-
Halle" statt. Trotz de» schlechte» Wetter»
hatte sich eine ganz ansehnliche Zahl Tänzln
stiger ciagesllllden, gewiß ei» Bewei» der
Popularität des Vereins. Sehr fidel giug
es her, u»d al» Prof. Bachmallll'» Orchester
zrm Tanze aufspielte, bedurfte e« weiter kei
ner Aufforderung, uud bald schwebten zahl
reiche Paare aus dem glatten Bodeu in fröh
lichem Reigeu dahtu. Dafür, daß der Darf!
nicht überhalld vahm, sorgte Hr. Hermaau
Emmerich, der alleu Müdeu eiueu erfrischeu-
den Labetrnnk kredenzte. Die' verschiedenen
Ccmitc'n, welche die Arrangement» getroffen
hatten, bestanden au» folgenden Herren: W.
Lott, Kilian Färber, Heinrich Jost, Joh.
Friedr. Schmidt, Joh. Mühm, Hetnr, Jost,
Joh. Lott. Karl Hnckenhöfer, Wilh. Emme
rich, Joh. Eschbach uud Joh. Weiureich-
Der Verein besteht seit 18l>0, bezweckt gegen
seitige Unterstützung und zählt 173 Mitglie
der. Die Beamten desselben find: Präsident
W. Lott, Vice PräsiSent Joh. Mühm, Se
kretär Joh. Jörden», Schatzmeister Joh.
Jost.
. In der „Turnhalle," Nr. 84, West-
Baltimore-Straße, feierte gestern die „Bal
timore! Turugcmeiudc" ihr Weihnachtsfest
in der Turnern eigenen frischen, frohen und
sröhlichenWeise. Das Corps der Kadetten er
freute die Besucher durch Ausführung ver
schiedcner militärische» Evoluttoncu, durch
welche sie bewiesen, daß die ihnen gewidmete
Mühe und Arbeit nicht vergebens war nnd
sie mit Leib und Seele ihrem Corps angehö
ren. Zum Danke für ihre wirklich guten
Leistungen ward ihnen am Schlüsse der Ue
bung auch eiu Weihnachtsgeschenk bescheert,
welches wohl ein Jeder als Erinnerung an
dos eiste Weihnachtsfest de» Kadettea-Corps
der „Baltimorer Turugemeinde" lieb und
werth hallen wird. Nach den Kadetten ka
men die Erwachsenen an die Reihe, mit dem
einzigen Unterschiede, daß sie nicht ihre Zu
schauer, sondern sich selbst amüficteu, d. h.
sich dem lieblichen Reigen Hingaben. Bis
zum früheu Morgen hinein wurde gewalzt,
und dann trennte man sich mit einem froh
lichen „Meny Christmas!" aus Wiedersehen
tm »lue» Jahre.
Hr. Isaak Weiuberzf. Eigenthümer der
Schnittwaaren - Handlung Nr. 14S, Noro-
Evtawstraße, wurde am heiligen Abend von
seinen Angestellten in angenehmster Weise
durch Überreichung eines Stockes mit golde
nem Knopfe überrascht. Hr. Friedrich Klein
hielt bei diefer Gelegeuh?it eine sehr hübsche
kleine Ansprache, ans welche Hr. Weinberg,
sichtlich freudig bewegt, einige Worte des
Dank« s erwiderte.
Auch Hr. M. Goldeubng wurde vou
feinen Arbeitern durch einen schöne» Beweis
aufrichtiger Liebe und Anhänglichkeit erfreut.
Sie verehrten ihm mit einer paffende» Au
spräche eine Florentiner Statue ans goldenem
Picdesial—ein Kunstwerk, das allgemeiu be
wundert wurde.
Die Angestellten der bekannten Eisen
gußerei von Her.ly McShane Comv. be
dachte» ihren Ausseher Hrn. Andreas Jami
son wit ltuer sehr wrrthvollen goldenen Ta
jchevnhr.
Auch de» Oberhaupts unserer Stadt
wurde am Montag in freundlicher Weise ge
dacht; Malier Lalrobe erhielt von seinem Se
kretär Wm. H. Lcve einen wahrhaft kunstvoll
gearbeiteten goldenen, mit Pialtua einge
lcglkn Bleistift zum Geschenk.
Hr. JaS. C. Felch. Müllermeister der
„PatapSco-Mahlmühle B," wurde am Mon
tag von setoen Untergebenen durch die Ueber
reiel ung eines wcrthvollen goldeueu Riuge»
aus « Angenehmste überrascht.
Hr. John W. Garrett hat auch in die
fem Jahre der am schwersten vom Geschicke
Heimgesuchten nicht vergessen. Er hat Hrn.
G. S. Grisfith, Präsidenten de» „Maryläa
der Gcfallgeucll-HülfevereinS." zuge
schickt mit der Bitte, dafür Bücher als Weih
nachtsgeschenke für die Insassen unserer
Strafanstalten einzukaufen.
Tretz de» grauenhaften Wetters war die
..Musik A ?a d e mi e" gestern zahlreicher,
al« sm erste» Debüt-Abeuoe Jcviug'S be
such:. Der gefeierte englische Tragode trat
als ..Shylock" in Shalcspearc'S „der Kauf
mai n von Venedig" aus. Wir sahe» aber
male den Maske
uud Sptrl bedeutenden Schauspieler, der auch
diessms de» Meeres sich ueue Lorbeeren im
Kranze des Ruhmes holt. UebrigeuS gefiel
er u..S besser al» „Ludwig der Eilfte." Au
ciuig-'U Stellen fehlte der gewaltige» Figur
des „Shylock" die Kraft der Darstellung, wie
sie die Rolle erfordert. Da» zeigte sii> na
weutlich in der Straßillfcene mit „Salanio"
und „Salarino," sowie nachher mit „Tubal."
Der verzwctflungSvolle Haß des unglückli
cheu Mannes, welcher die beiden hochmüthi
geu Patrizier fo einschüchtert, daß sie für de»
Augeubltck kein Wort der Entgegnung fia
den, der jähe Wechsel zwischen satanischer
Freude und bitterster Ntedergefchlageuhett,
weichen „Shylock" d?» Nachrichten „Tu
baiV gegenüber zeigt, winöcu nicht gnnz
erreich»; hingegen war die GerichlSsceue vor
dem Herzog ei» Meisterstück der Schauspiel
kunst. Die Grupptrullg uud Juscentcung
waren süperb, und e» lagerte sich über da»
Ganze tioy der hiesige» beschränkten, aber
dura- die mitgebrachten Reqnisiteu bi» zu
gewissem Grade ersetzten Ausstattung jene
poettiche Schönheit, wen» uicht jener ve»e
tianische Hauch, wie sie gerade diesem Drama
einen besonderen Werlh verleihe». Alle» giug
gleit und eben über die Bühne, die scenische
und schauspielerische Zusammenwirkung war
tadllio», dte Meisterhand Jrviug'S nirgend»
zu verkennen. Alle» tst theatralisch durch
dacht. und da» Gerne de« berühmt:» briti
scheu Mime» feierte abermals ein?» Tri
nll pH. Ei» Zauber liegt in der Art und
Welse, wie uns Irving da» Drama vor
suhlt, der trotz aller Mäugel, welche die Kci
tik hcrauLllügkln mag, nnS unwillkürlich
hinreißt. —Die Hauptehrcu des Abends trug
üb, igen» Frl. Ellen Terry, eine durch Au
mruh ausgezeichnete Dam?, al» „Portia"
dub'.'U. Sie riß zu begeistertem Beifall hin.
Fl! Teny ist vielleicht eine der beste» Re
prviel.tZltttnlien dieser Rolle, welche e» bis
her gegeben. Ihr freie» uud wohl durchdach
tet Lpiel zeigt nirgend» Unnatur; ihr Hu»
mcr wirkl zündend, ohne daß sie jemals der
holten Madchenhasligkeit vergißt, welche
geiai-e diese Shakcspeare'sche Genalt zu einer
io überau» reizvollen macht. Da» Unge»
fvö ie der Darstellungcweise Frl. Terry »
bildet einen scharfen Gegensatz zu den Effekten
des Hrn. Irving und fordert unwillkürlich
zu Vergleichen auf, welcye nicht für dte Dame
unvortheilhaft ausfallen. Vortrefflich wa
rev die übrige» Rolle», blonder» „Anto
nio" (Hr. Wenman), „Basfauio" (Hr. Ter
ri»), „Jessica" (Frl. Millwaro) u. f. w., be
fetzi, das Ensemble eiu unübertrefflich präch
tige?. Wiederholt wurde» Hr. Irving und
Frl Terry herauSgerufe», am Schlüsse de«
3. Aktes sogar drei Mal, uud vou förmlichem
Bkifallkstnrme begrüßt. Man muß Jrvtug
und feine Gesellschaft sehen, um sich zu ver
gegenwärtigen, was die Bühnenkuust uuter
sorgfältiger Leitung zu leiste» vermag. Erue
fo s ut geschulte Gesellschaft, wie die des Lau
doner „Lyceums," ist hier wshl nie zuvor
aufgetreten. Bet der Gelegenheit verdientes
auch betont z» werde», daß das Oichester
unter der wackere» Lettnnn de» Hrn. I.
Meredith sie musikalischen Einlagen trefflich
ausführte; dte Gondelscene besonder» gewann
dadurch an Effekt; ebenso der Besuch de»
Mohrensülsten bei „Portta" ?c. Der größte
Theil de» Orchesters gehört zur Gesellschaft
Irving'». Heute Abend abermals „der
Kaufmann vou Venedig."
In ..Ford'« Opernhaus," dessen
beide Vorstellungen, de» Nachmittags so
wohl, wie am Abeud, sehr zahlreich befucht
worrn, trat gestern Hr. Charles Wyndham,
der bekannte Schauspieler, iu deu beide» au
zltbcr den?nstspielcn, „Brighto»"und„HauS-
Hoi:-Fee" auf. Tie Wyudham'sche Truppe
ist in jeder Hivsicht vorzüglich zusammeuge
seht, und namentlich das Lirstspiel-Geure, in
weichem Hr. Windham selbst ein Küastler
ersten Range» ist, ausgezeichnet vertreten.
In Kelley'S „Froutstr. »Thea
ter" trat der iuuge Küustler Hr. Wood auf's
Neue io dem SensatiouSdrama „Jack Hacka
way" auf uud zog, wie immer, durch lein
hinreißendes Spiel eiu volles Haus. Hr.
Wood hat uoch immer» wenu wir Gelegen
heit hatte», ih» zu bewuuderll, unsere kühn
sten Erwartungen übectroffeu; er tst mit gan
zer Seele bet seinem spiele und versteht, wie
kein Anderer, seine Zuschauer zu fesseln.
Auch die ihn begleitende Gesellschaft unter
stützt den Küllstler tn mustergültiger Weise.
Dos „Odeou- Theater" bemchte» ge
stern Huuderte festlich gestimmter Personen,
wilche mit Befriedigung der tu ihrer Man
nigfaltigkeit einzigen Unterhaltung folgten.
Die diesem Theater znr Verfügung stehenden
Kräfte find fs groß, daß es der Verwaltung
mcglich war, für die Nachmittags- und
Abendvorstellung verfchiedeue Programme
avfzustelleu.
To» „Dim e - Mus eu m" ward gestern
in Erwartung eines großen Andranges und
zur Bequemlichkeit seiner Besucher bereits
um 9 Uhr Vormittags geöffuet uud vou die
ser Stunde an bis zum Schlüsse de» Hauses
nicht leer. Die Verwaltung hatte ganz beson
der» Gewicht darauf gelegt, deu Kiuderu so
viele Ucberraschaugcn, wie möglich, zn bie
te!!. DaS Kasperle-Theater, die zahlreichen
Affen u»d Aeffchen jeglicher Art, die buntge
fietertell Vögel der tropische» Zone Warden
nebst dem menschlichen Phänomen und kolos
salen Schweine am Meisten von den Kleine»
bewundert, dabei jedoch die vielen übrige»
Sehenswürdigkeiten nicht veruachlässtgt.
Versäume» Sie esja nicht, die
Gelegenheit zu benutzell, welche wir Jhneu
heute tu Kuaben und Kinder Anzügen
dielen. Wir haben 30 verschiedene Sorten
von H 2 30 bis zu HIV. Einige werden Ihnen
sicherlich gefallen. Oehm >k Sohn, Hanvver-
und Pratt- (307-)
Vermischte». —Am nächsten Sonntag
Abend wird Pastor Gülich iu der Emarmels
kirche der evangelischen Gemetnschast, Ecke
d?r Greevestraße uud Cider Alley, etnen Vor
trog über „Zwtngli und sein Reformation»,
werk in der Schweiz" halten. Der Eintritt
ist frei und Jedermann eingeladen.
Der erste WeihaachtSfeiertag verlief im
Allgemeinen sehr ruhig. E« winde» zwar
wegen Schlägerei und Trnnkenhett eine All
zahl Personen verhaftet, jedoch ereizoeteo sich
keine ernstlichen Ruhestörungeu.
Für die Armen. Im östlichen Sta
tioushanfe gingen gestern für die Armen des
Distrikts ein von Hrn. August Walter» Nr.
2SK, Sud-Broadway, 33 Laibe Brod uud
30 Puddinge.
Personal-Notize n.— Oberstlieute
nant Loomtsr. Laugdou vom 2. Bunde» Ar
tillerie-Regiment hat nunmehr offiziell das
Commando über das Fort McHeury au
Stelle de» Titular-Brigade-General» H. E.
Gtbsou (welche znmObersten de» 3. BuadeS-
Artlllerie-Regiment» mti demHanptquartier
in St. Augusttne, Florida, befördert worden
ist) angetreten.
Pater Robert I. Pardow vom „Wood
stcck - Colleg" in Howard - County ist nach
Blackwell'S Island, New-Uork, geschickt
worden, um daselbst die Seelsorge der Ge
fongenen zu übernehmt». Zu seinem Nach
folger im „Woodstcck - Collcg" wurde Pater
William Tracey von Leonardtown und zu
dessen Nachfolger wieder Pater Giraud vou
Frrderick ernannt.
Der große BazarderSt. Mi
chael» Gemeinde wird heute in der
„St MilbaelS-Halle" eröffnet und dem Pub
likum zugänglich gemacht werden. Da» Co
mite ladet Alle eiu zu kommen, u. zu schauen,
was menschliche Theilnahme an menschlicher
Noth dorthin gesendet, um au» dessen Erlös
dieselbe zu linder«. Willkommen siud Alle,
doppelt willkommen Die, welche mit warmen
Herzen uud mit demLorsatzc, zu helfen, kom
men—und auch die Mittel dazu mitbringen.
Hat wohl das Weihnachtsfest Diesem oder
Jenem etwas mehr Geld gekostet, al» er er
wartet, hat er seinen Angehörigen, seinen
Kindern mehr gegeben, als er beabsichtigte,
so möge er sich dadurch nicht abschrecken
lassen, auch iu der „St. Michaels-Halle" auf
dcm Altar der Wohlthätigkeit feine Gabe
niederzulegen Gott wird eS tausendfach
ihm lohneu. Kommt Alle, die Ihr ein Herz
für Time, Kranke und Waisen habt!
Noch einmal erinnern wir Sie
daran, daß die größten, hier je da gewe
sene» Bargains iu Männer Anzüge» und
-Ueberzieher» heute iu unseren Läoeu zu
fthen siud.—HZ bis H 23 sind unsere Preise.
Audiiträris fordert man zwanzig Prozent
mehr. Oehm Sohn, Hanover und Pratt
straße. (307-)
Ein herzhasterFrauenrechtler
ist der Pastor Felton von der NountVer
non bischöfl. Methodistenkirche. Er spricht für
Fräuer,rechte in xi-nson nmi out c»f «easuu.
Einem Berichterstatter erklärte er vorgestern,
daß er eS für ganz natürlich halte, daß man
den Fraueu politische Rechte gebe. Alle Per
sonen, weiche dem Gesetze gehorchen müßten,
sollten ein Recht habeu, die Gesetze machen
zu hilseu. seiner Ansicht nach sind Fraueu
eben fo competent, als Männer, die Prinzi
piell zu erkennen, welche den Stimmgeber
leiten sollten, und unser ErziehnugSsystein
befähige die Frauen ganz besonders, au der
politischen Gestaltung de» Landes mitzuar
betten. Er widerspricht der Ansicht, daß es
uuweiblich sei, sich um Politik zu kümmeru.
Die Anwesenheit der Frauen an den Stimm
kästen würde die Coiruption von denselben
verschkucheu; unsere Politik würde reiuer
und veredelt werden. Pastor Feiton verweist
auf die Fortschritte, welche die Frauenrechts-
Bewegung seit 13 Jahren gemacht hat uud
ist ganz überzeugt, daß das Weiber-Milleu
nium bald hereinbrechen wird.
G e st o r b e n. Hr. Georg N. Gamble,
eiu bekanntes Mitglied des „Lootfen - Ver
ein?," erlag am Montag iu seiner Behau
sung Nr. 184. Süd Annstraße, der Schwind
sucht im Alter von 31 Jahren. Sein viel zu
frührS Hinscheiden wird von zahlreichen
Freunden aufrichiig betrauert.
In feiner Behausung Nc. 47. Criß
straße, verschied gestern wieder einer unserer
geschleiften und strebsamsten dcntlchcn Mit
bürger, Hr. Friedrich Wilhelm Grinhnd. iu
dcm verhältnißmäßig kräftigsten ManneSal
ter rou nahezu S 0 Jahren. Geboren tn Ase
nau bei Königsberg in Preußen, diente er
seinem Vaterlaude M'.d eingedeuk des ost
preußischen Wahlspruchs: „hier gut Pceuß'u
allerwege" getreu tu mehreren Kriegen,
wandelte aber dann nach Amerika aus und
wußte sich auch hier schnell
eine geachtete Stellung zu erringen. Er
war viele Jahrelang in der Piauofabrik der
HH. Wilhelm Knabe Comp, beschäfngt,
und gerade dort trauern viele Freunde um
deu zu früh aus einem nützlichen Leben Ab
gerufenen. An feiner Leiche stehen überdies
eine trostlose Wittwe, die treue Gefährtin
feines Wirken«, und zwei Gefchnnster Hr.
Fiifd'.ich Grinbeid und Frau Frtedertcke
Walter, geborene Griuheid. sowie zahlreiche
Freunde. Die Beerdigung, welcher sicherlich
ai-'ch mancher der Familie unbekannte Ka
mcrad au« deu großen Kriegen beiwohnen
wild, findet morgen Nachmittag von der Be
hausung der Familie aus statt.
Frau Sarah Duun, Wittwe des ver
storbenen Curti» Dunn, eines der Verlhei
diger Baltimore » in 1812, ist im 87. Le
bcvijahre im Hanse ihre» Schwiegersöhne»
William G. Miller, Nr. V 7, Goughstraße,
gesterden. Die Todte war seit 43 Jahren
ein Mitglied der Methodisten-Kirche an der
Easteru - Avenue und hiuterläßt eine große
Familie und Nschkommenlchast. Die Beer
digung findet heute Nachmitiag um 2 Uhr
statt.
Tr. Hanison C. Mocrt, eiu hnvsrra
Bkvder Apotheker unserer Siadt, erlag in
!er vorletzter' Nacht !u seiner Behausung Nc.
131. kluem und
Lnugenleidcn im Alter von erst 43' Jzyrr».
Schou seit Jahren schwer leidend, suchte der
UngiüüUche vergeblich Hcilung in Colorado
und :n den südlichen Staaten unseres Lan
de». Er hintktläßc.eiiic Wittwe uud zwei
Kir.ter.
Begräbnisse— Da? Leich?nbegäugniß
de» am Sonntag früh iu dem blühendsten
Manuekalter au einem Herzschlage gestorbe
nen Schneidermeister« Johann G. Beugel
fand gestern Nachmitiag von dem Trauer-
Hause Nr. 7l!, Goughstraße, au» auf dem
DrrieiuigkcilS'Friedhose stait. Der Gestor
bene hatte sich der größten Achtung und
Liebe Aller, die mit ihm in Berührung ra
mer. zu erfreuen, und seine strenge Redlich
keit und Ehrenhaftigkeit hatten ihm viele
Freunde gewonnen, welche denu auch uicht
verfehlten, im Tcauerhause zu erscheinen
und dem hochgeachteten Manne die letzte
Ehrc zu erweisen, und viele reiche Blumeu
speitt en zierten die Todteubahre. Trotz seines
verhältuißmäßig jugendlichen Alter» war er
von der Gemeinde in den Kirchenvorstand ge
wählt worden und hat bi» zum letzten Augen,
blick, da» Vertrauen der Gemeinde Mitglie
der l-ei echtfcrügt. Seine College» vom Kir
chei a'.ke und der Kircheuchor geleiteten ihn
zu seil 'r letzten Ruhestätte, und Letzterer
sorg zwei Lieder: „Ruhe ist de» Tode»
Sck lummer" von Naumann und „über den
Stern?!." von Abt an feinem Grab?.
Pastor Käßmanil von der DreieinigkeitS-
Kii ck.e hielt in der Wohnung eiue ergreifende
Trcul'.rede über die Worte der Schrift: „eS
soll!» wohl Berge weichen uud Vögel hin
fallen" u. f. w. und suchte der tiefgebeugten
Frc.u, die so plötzlich ihren Ernährer und
Beschützer verlor uud uun mit ihreu vier
kleinen Kindern allein i» der Well steht,
Trost zuzusprechen. Er begleitete den Todten
auf den Friedhof und gab ihm dort zum letz
tev Male deu heiligen Segen der Kirche.
AI» Bahrtuchträger fungirten Mitglieder der
Logen, welchen der Verstorbene angehört
holie, der „Mountain-Loge Nr. 84, U. O. O.
F.," „Lafayette > Loge Nr. 12, V. O. Haud
irrlker." „Steuden Logr Nr. 8" der „Py
thiak-Ritter" uud „Baltimorcr Division Nc.
3" der „uuiformirteu PythiaS Rittec," Da»
Begläbniß wurde voa dem Letcheubestatter
Hrn. H. Sauber, Canton-Aveuue, geleitet,
dessen Fabrik auch der Sarg, der de» Ent
schlafenen umfing, entnommen war.
Diebstahl e.— Jas. Roß wurde unter
der Anschuldigung (dle Thatsache berichteten
wir bereits in uuserer gestrigen Nummer),
Hin. Joseph Scherer ein Vcloziped im Wer
the vou tz 23 gestohlen zu haben, vom Polizei
richter Caschmeyer für feinen Prozeß vorläu
fig gegen Bürgschaft entlassen.
Die Negerin Mary O. Gray wurde
gkstcln aus die Anschuldigung verhaftet,
Hrn. Johann Trautner von Nr. 162, Süs
Spriugstraßr, einen Damenhnt und Um
schlagtnch uud eiue Partie Kiuderunt-rklei»
der im Werthe von gestohlen zu haben.
Poltzeirichter Caschmeyer überwies sie für
da» Gerichtsverfahren dem Gefängniß.
Charles Long foll Hrn. Peter Ferguson
H2.K4 entwendet haben, und wurde deshalb
arretirt und bis auf Weitere» im östlichen
StativllShaufe eingesteckt.
Der Neger Joseph Thoma» wurde ge
stein vom Poltzeirichter Rhode» unter der
Anschuldigung, Emma Thompson Kleider
im Werthe vou H 3 gestohlen zu habeu, für
seinen Prozeß dem Gefängnisse überwiesen.
Polizeiliche».— Sergeant F. Toner
störte am Montag Abend abermal« emlanz
vergnügen in der „Tentral-Halle," Ecke der !
Baltimore- uud Hollidaystraße, indem er >
Hrn. John Maloney uuter der Auschuldi
gurg verhaftete, Spirituosen ohne Licenz
vei kauft zu habeu. Tie Folge davon war,
daß sich die glücklichen Tänzer fo schnell, wie
möglich, entfernten uud die Halle geschloffen
wnrde.
Seinen Verletzungen erlegen.
John smith, der Lohukutscher, welcher
am Sonntag von dem Heubodeu seine» Stal
le« auf da» Pflaster hiuab stürzte, starb ge
stern Abeud jlO Uhr an den erlittenen Ver
letzungen iu feiner Wohnung Nr. «3, Pearl
straße. Coroner Ttnsley wird heute eiue
Leichenschau abholten.
Die bemertenewertheu uud wohlthätigen
Resultate, die der Gebrauch vou AoQvU'i
(!orüi»l erzielt, habeu zu seiner
allgemeinen Auwendung iu fast alles Arte»
vou Krankheiten, denen Kinder untrrworfev
find, geführt. Er heilt Blähung, Kolik, Ma»
geusäure, Durchfall u. f. f. Keiue Kamttte
ollte ohne lhn sein. Bei allen Apotheker»
zn LS Et«, die Flasche zu Hobes,
Tödtltcher AuSga» g.—Hr. Joseph
V. Dongherty, der wackere Feuerwehrmauu,
welcher bei dem neultche» großen Brand am
Union Dock durch deu Einsturz etaer Settea
mauer de» brennenden Gebäude» so schwer
verletzt wurde, ging an den Folgen der Ve»
wuudlillgcn gestern Abend um 23 Miauteu
nach II Uhr in feiner Wohnung, Nr. 7S,
Nord Frontstraße» mit Tode ab.
Er wurde vo» der Mnndfperre befallen,
fein Zustand verschlimmerte sich, uud die
beste ä'Ztliche Hülfe erwies sich al» vergeb
lich. Seine Angehörigen verpflegten ihn bi»
zum letzten Augenblicke auf'» Beste. Doug
berty war Mitglied der Haken- und Leiter-
Eoiupaguie Nr. 1 au Harrifoustraße.
Für da» Leben vereiaigt wurde»
a»i Sonntag durch Pastor Heinrich Scheid
nud in Geginwart zahlreicher Verwandter
und Freunde der bethetligten Familien i»
der Behausung de» würdigen Geistlichen an
der Carrolltou Avenue Hr. Karl Fetck uad
Frl. Minute Totebnsch, Tochter unsere»
wohlbekannten und geachteten Mitbürger»,
de» Tabackhändler« H. W. Totebusch. Nach
eillim kurzen Empfang tn der elterlichen Be
Häufung der Braut trat da? junge glückliche
Paar eine HochzettSreife nach New Äork und
Philadelphia a».
FeiertagS-Luttf ch.— Trotz de» gest.
rigeu fchlechteu Wetter», welche» doch wahr
haftig Niemanden zum Ausgehe» verführe»
konnte, hatte Hr. Knoche, Nr. 73, Nord-
Gaystraße, doch da« Vergnügen, eine große
Anzahl feiner Freuude gestern bet sich zu fe-
Heu. Die Verführung war auch zu stark.
Brotwurst uudSauerkraut,Sauerbraten mit
Knödeln und I. Wießner's würziges Bter
iu angenehmer Gesellschaft wer kann
da widerstehen! Sie kamen und blieben; e»
war ja Alle« so gut, so gemüthlich tu dem
warme» Zimmer, und zogen sie denn vor,
statt von obe» uud uuteu naß zu werde»,
ihr Innere» uaß zu halten. I'n>!mtuiu vki!
Beamtenwah l.—Der „Theodor Kör
ner-Buud Nr. 23" des „deutschen Orden»
Warzen Ritter" erwählte tu seiuerge
strigeu Geveral-Versanimlung dte folgeudea
Beamten: Rrtter Max Ku»,e,
Erz Ritter August Friedrlch, Oder-Ritter
Jchauu Rrthhaupt, Weihe Ritter August
Wurmstich, Ordens Ritter Heinr. Schaake,
Schwert-Ritter Georg Dönges, Schatz-Rit
ter Karl Engelbrecht, Schriftwart L. B.
Schäfer, Burgvcgt Jakob Gerlach u. Thür
wart Christian Schimpf.
Nach beendeter Sitzung verbrachten die Mit
glieder des Bundes noch manche Stunde tu
gemüthlicher Unterhaltung.
Wenn unfere eleganten Anzüge
und Ueberzteher für da» Geld nicht
die besten siud, so ersuchten wir Sie gar uicht,
bei un» zu kaufen. Kommen Sie nur nnd
besehen Sie sich unsere eleganten, mit Seide
und AiluS grsültertea Ueberzteher vou 420
bi» H3O. Große Bargatn». Oehm H Sohn,
Htuover uud Prattstraße. (307-)
Mr haben vas
Messer
tief eingesetzt.
Erisie ein.
Anzüge oder Ueberzteher
Anzüge oder Ueberzteher
Anzüge oder Uebeizteher
Anzüge oder Ueber,ieher
Z. ZI. Hef, Ms- Soyk,
<tiu-BreiS »Kleid er Händler,
Vtr.
West
??r. Z-Z, Hanoverstrasie.
Unfer elektrische» Wunder begleitet jeden
Verkauf i» Höhe von ?10 »od mehr. (30S-)
Unsere Feiertags - Spezialitäten.
Ta» perma » ente Porzellae - Mt
niaturbtld; einzigin feinerArt,
exquisit, colortrt und im Etut
H 3.
Große Panel-Bilder zum Eia
rahmen H 3.
Auserlesene Imperial - Por
traits H2.3V das Dutzend.
Künstlerische Panel-Portrait»
da» Dutzend.
Vorzügliche Einrichtungen für'S Abnehme»
von Familien-, Gefellschafts-Gruppen ,c.
Kleine Bilder werden zu irgend welcher
GriHe verglöheU.
Der augenblickliche Prozeß, der
ausschließlich angewendet wtrd, sichert charak
teristischen nnd naturwahreu Ausdruck der
dte Seele dt» Portratttren». Probe»
werden vorgelegt uud Zufriedenstelliiliz za
gesichert in
Richard Wahl'S
Imperial-Atelier, ,
«kr. ZttH, West valtimore Uitraje
I leine T rep i> e iiochs. >
Aj'l galten am Wlihnachtstage auf.'
SckiffSnachrichten.
New ' N ork' Dpk.
von Birmi'r'a i'°n°Ä^>"waU
T.'r „Helveiia" von Liverpool tras heate
bter ein.
Ausland
r > s! o I . r«dr.—Angekommen: D«m»ier
„Pei rivivania" rcn und „A lanese"
Nil!lN!t.
ivo rn o, D« Gestern segelten d» Dampfer
N ape t.24.' dritiicte „«lsa-
GrundstuckS'Uebertragunqen.
shetkrak«. I« bei titt. <!. „Deuiiche Feuer «erkch«-
rungS-<?eiellschast" an I. Feihe. j!v! Sudwestseite der
Ängle «lleli lii bei—. «oderl D
S Vur!h an G. M Bolee, Verwalter. «I. äbarie» H
Aitoi d, Verwalter, an W. W rryc-n, Sitdiveft
leite der McCtillch-. nahe Preßlmaniirake. IS bei t«.'».
kl. H. M. riraUa, Verwalter .'n «>!. Z. «rown. t!»l
Ȁ',un.. an W
CieUan. !i!»r TLtweiiecke der Äayilraß« und Orange
Mev !5. r-ivid Stewait a« G. r. «. Lew»», I ijoi.
»I. Tbcn a« W. Gr >fin. L»v'<>"»r, an W. Surran.
k-t S'ordieite der »«l IS b sl. Pctel
?.r tller an Zl.W>ckirson, Loi S tdw 'seile -er Zre
mo: t 5, - ade Tooeiftraße, I» bei v», tlt») «r.
Z tcpenri! H»a)aid an M. E. «!a aviib. Kot
ten, lltit-v.
Briefe,
der«!'. Sitrefiaten dem Namen» «lange nach Leutich«
find:
Mrs 2. Holland Mik G A. Beim Kr» «
Tioll Narp «.
e r re n-Liü «:
z>«°. »h sL. !..md«r.
beliebte Gelau^veretll.Frohstlln"
b«! seine iieuie Äiten» anbe
«»alle oorjiigiichc
Hr. Adam Stier, Nr. IS, Sarato
die Bvrjiige de» oiewerschricnen VaifteuihiereS in't
hetllik «cht setzen wird.
tN" Hr. Johann Stumpf, Wirth tu str.
Zlü Wüd seien deuee, »«> Zt.
Inn mit eNalunikn telsi».

xml | txt