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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, February 08, 1884, Image 4

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Der Devtsche Korrespondent.
Baltimore, den 8. Februar 1885.
Unterhaltunqen.
vtufik Aiot.ni>«. -Allabendlich dieser Wscbe und
lerln Modieika:
Freitag. «ad>e»da.''
-SamftogAdend „Zwöiste Aacht."
Aord t — Ties« Woche jeden Aben»
und Nitlircch und Samsiag Nachmittag die Hanlon't
»ro«t«ra««n.li>-a«-r. - Jeden Abend dieser
Woche urd Ticnsiaft und Freitag Nachmittag Hr. W,
I. Tbowplon in dem Tram» ~zedn Jahre" o»er „der
Zuchthaut-Steinbruch."
Gonoortia Vverndaus. erste» Austreten von
Magda Ilsibick und der.,New-lorier 7halia-T?«ater
»«sellschaft." ..
Freitag Briindildi.
Samstag Sriielvt».^
<Di««-Ukusiuin.--Schattenbilder und andere «e
- .
„<Z»rl»i>ii Heuie >weit.»
»<>n,«rt tn der „Concordia."
Äw»i«e« Veadvt».«onter«s°m>i.ig «b-nd 8 ayr.
Prob« Freitag Nachmittag :5 Uhr.
Borlesupa P!ontag, den 25. in der ..Mnnt-
Aiademie" unter den Äuspizie» der i>r>'ant--tratlo 1.
Sadler'schen Handelt'chnle von Paitor ?. ?ew>.'t
?altnagc über das ?hema: „ist die Welt bener oder
schlechter geworden?"
~»r!on. - Montaa, de» 11-, aebruar, zroverMaZ«
lenboll in der .
„Urseinl-iblicdkei«. Dienstag. Febr.,
Stadt Baltimore.
xK Artikel „Uebersicht t»«r wichtig
sten Ereignisse," Tagesueuigkeiteu und Be.
richte ans dem Juueru des Staate»-siehe
dritte Seite!
?lu« der StaatShauptstadt.
AunapoliS, 7. Februar. Das Ap
pellations Gericht entschied heute die Klage
von Johu G. Vogt ck Comp, gegeu Mayor
und Stadtrarh zu Guusteu der Stadt. Be
kauntlich wurde die Firma Vogt 6 Eomp.
klagbar, weil die Stadtbehörde ihr die
ceriz alsKloakeurciniger eutzoge». Das Ge
richt entschied, daß die Entziehung der Li
cevz anf gesetzliche Autorität hin erfolgte.
Tie Klage Eharles D. Siegert's gegen
W. Abbott, iu welcher eS sich um da« Recht,
da» Wort „Augustiner-Bittern" auf eiuer
Etiquette zu gebrauche», handelt, hat das
AppellaticrSgericht zu Gunsten des Verklag
ten entschiede».
In der Appellation dcr „WesilichenMa
rhlänter Eisenbshn" gegen die gefällte Eut
scheidang der unteren Instanz in der Klage-
Stanlch'S gegeu die Eisenbahn entschied das
Appellalionsgericht mit Ausnahme des R-ch
ter» Stone, daß das Uclheil der »utereu Zn
stanz anftlcht zu erhalte» sei.
Die Untersuchung iu der Floiten Aka
demie über die kürzlich? Fuchsprellerei ist be
endet, es sollen die Kadetten Jastcewskq.
McKean und Maxey von der ersten Klasse
uud Parker vou der dritten Klasse vor ein
Kriegsgericht gestellt werden. Der Letzige
uaunte wünschte zu resiguiren, die Resigna
tion wurde jedoch »icht angensmme».
Der Poltzeidampfer „Geo. Hamilton"
fuhr zum Schutze der Ansternboote in der öst
lichen Bai »ach dort ab; ebenso die Schaluppe
dieses Distrikte».
GesetzgkbungS» Glossen.
AunapoliS.7. Februar.—ln Unter
Hanse ist es gestern der städtischen Delegation
trotz einer zäheu Opposition gelungen, einen
Beschluß durchziretzell, nach welchem du
Bill, die die Stellen vou bt) Stimm Regi
firatoreu i.i der' Stadt Baltimore creirt, der
städtischen Delegatiou überwiesen wird,
durchzuseyeu. Recht so wer zu zahlen hak,
soll auch mitsprechen dürfen.
Aehlschtag t«r «»„lern-Gesandtlci^ft.
Das Comite der Gesetzgebung, welches
uach Richmond geschickt wurde, um mit der
dortigen Gesetzgebung ein Abkommen wegen
der streitigen Austerubäuke im Pocomoke-
Sund uud im Potomac zu treffe», hat Nichts
ausgerichtet. Die Virginier behaupten, daß
thuen dcr Pocomoke-Sund ausschließlich ge
hörte. uud iu Bezug auf deu Potomac bean
spruchen unsere Nachbarn gleiche Rechte mit
den Marqlöntern. Alle Vorschläge der
Marylävder Delegation wurden rundweg
vou der Hand gewiesen. Die Delegatiou ist
heute Morgen wieder hier eingetroffen.
Itik Taback» Znsp«ktion.
Gestern hatte eine Delegatiou au» Prince-
George'S Connty Gehör vor demZnspektionS-
Eomtte de? Senats. Die Ansichten der De
legalen waren getheilt. Richard W. W.
Bvwie verlangte, daß das Inspektion»-To
mite thatsächlich bleiben soll, wie es bisher
gewesen ist. Fendall Marbury meiute, wenn
man eine Veränderung vornehmen wolle,
davu solle man den TabackSpslauzeru vou
Maryland gestatten, ihren Taback zu ver
kaufe», wo sie eincu Markt finden, aber der
im Staate verkaufte Taback solle irr den Ta
backsmogazinen des Staates tuspizirt wer
den. Das Comite wird vor der Haud uoch
keine der vielen vorliegenden Bills eiude
richten. Die. welche die meisten Aussichten
hat, angenommen zu werden, ist die Bill d-S
Seuaior» Gill, weUhe freie Inspektion ver
schreibt, aber die StaatS-Znspeltiou nnter
gewissen Gar antie'» beibehält. Dieselbe wird
als eine acceptable Compromißmaßregel an
gesehen.
Senator Rrttk erhielt vorgestern Erlaub
uiß. eiue Bill einbringe» zu dürfen, welche
der„Baltiinore-Ohio-Eiseubahn-Eompagnie"
gestattet, Lateralbranchen der nach Philadel
phia führenden Zweigbahn zu baueu und der
Stadt Baltimor- zu gestatte», daß sie der
Bahu-Eompaguie aujirgend eiue Weise Ge
legeuhett giebt, in die Stadt zu ihrem Bahn
hofe zu gelangen. Die Bill selbst ist noch
nicht vorgelegt worden. Der letztere Theil
de» Titel» bringt das bekannte Hochbahn
Projekt wieder tu Erinnerung. Die neue
Bahn wird au irgeud eiuer Stelle des nord
östlichen Stadttheils in die Stadt einfahren
nnd wahrscheinlich auf eiuer Hochbahn das
Depot an der Camdeustraße zn erreiche« su
chen. Was bis jetzt über die Pläne der Ge
ftllschaft verlautet, ist Alle» müßige Spekula
tio».
»in« alte S««sei,lange von «in« «iil,
die sich schon durch verschiedeue Gesetzze
bllugen hindurch gewrmdeo hat, nämlich die
InriSdikttou dcr Friedensrichter' tu Tioilsa
che» auf Fälle, iu deueu mehr, als HMUu
volvirt sind, auszudehnen, wurde vorgestern
wieder einmal todt gemacht.
Die Staatsflesetzgebung.
Annapolis, 7. Februar. Im S e
nate legte Moore eiue Petition von Bär
gern aus Baltimore, und Montgomerh Co.
um Errichtung einer
Versuchsstation vor.
Slingluff legte eiu halbe« Dutzeud Peti
lioueu vor, darunter eiue von 140 Z Dameu
au« Baltimore-Coulltii um Annahme eine»
„Local-Option" Gesetzes für Baltimore Co.
BowluS, zu /erwilligen, den
Bürgermeister uud Stadtrath von Fredectck-
City zu kvtschädigeo für die Brandschatzuag,
welche der Stadt vou der Rebelleuarmee auf
erlegt wurde.
Eine Anzahl Bills, welche vom Hause ein
geschickt wurde», passirteu die erste Lesung.-
Um 2 Uhr vertagte sich der Senat bis mar
gell.
Das Unterhaus trat um 12 Uhr Mittag«
zusammen. Die folgeudcu Petitionen gingen
ein: von Bürgern von Harford Couaty, das
Fischeu mit Netzeu zu erlauben; von Bürgern
vou Baltimore Couniy um „Vocal-Option;"
vou Bürgern von Caroline Couaiy um
Schutz sür Reisende gegen Cisenbahnuufälle;
vou Bürgern vou Garrett Touuty um eiueu
Freibries sür teu „Deer Park;" voll Bürgern
voll Baltimore . Montgomery- und Howard-
Sounty um Errichtung eiuer laudwirth
schaftltcheu BersuchSstattou; vou Bürgern von
Balttmore-Couniy, deu Verkauf vou Spiri
tuosen im Umkreise von einer Meile voa der
deutschen lutherischen Kirche im zweiten Di
strikte zu verbieten.
Auf Autrag Cnrran'S wurde da» Jucir
poratiollS-Comite beauftragt, zn untersuch.«,
ob die Broadway - Locust - Poiuter Fähc-
Eompaguie deu Bestimmuugeu ihre» Frei
brtese« oachgekommeu sei, uud darüber dem
Hause zu berichten.
«Eu« -vi»«..
Die folgeudcu ueneu Bill« wurdeu eiube
rtchtet: Schulz, eiueu Auspruch der Et«häu»>
ler Cochrau Comp., tzlS.vü, zu bezahlen;
Virtue, da» Rangireu vou Eiseubahuzügeu
iu der Stadt selbst zu verbieten; Evans, die
von Baltimore"
zu iucorporireu; Robsou, dem Heury Rollkat
ter die bürgerlichen Recht« wieder zu erthei
len; Stauten» deu „Dcer-Park" zu iucor
porireu.
Routine-Seschäit«.
Da» Justiz Comite berichtete uugüustig
irber die Bill, deu FriedeuSrichtero Juri»
diktion bis »u tzZVV ertheilend; Lecd» bean
tragte, die Brll sür den Comite-Bericht zn
substituireu. Nach eiuer läugereu Debatte
wurde die Bill aus den Tisch gelegt. Das
felbe Comite berichtete ungünstig über die
Bill»: den Namen der Ella Roß Dixo« zu
verSnderu; die Gesetze zum Schutze vou Kirr
Hern amcudtreud; deu Verkauf vou Mediziner»
»od Gifteu regultreud; augeuommcu. Da«
Comite für Inspektion bericht-te ungünstig
über die Bill, welche Händler mit gefälschtem
Zucker, Syrup und Melasse anhält, diese
Tüaarcu durch Eriquette» al» gefälscht zu be
zeichueu. Die Delegation vou Montgomery
Couuty berichtete uugüustig über die Scriat»-
Btll, welche die Zahl der Couuty Tommissäre
verwiudert und die Anstellung eiue« Schatz
meisterS vcrordcct. Die Bill« in Bezug auf
die „Westliche Marhländer Tide Water "
uud die „Westl. Marylävder Bahu Comp."
wurdeu sür nächste» Dieustag auf die Tage«.
ordnnng gesetzt. Die Bill, welche das Gesetz
gegen da« Tragen voll verborgeoev Waffen
amendirt, ward znm Zweite»male verlesen.
Wiever beaotragte, etoe Strafe von 3 bi» 6
Mollatell StaatSarbeitShallS für da» Ber
gehell ftstzllsetzc». Clark beaotragte, Bill nnd
Amendement für nächste» Dieastag auf die
TageSordrmvg zu fetzeo. Der Alltrag Bra
dy s, die Bill, welche die Errichtung einer
landwirthschaftlicheo Versnchsstatioo anord
»et, an Stelle de« nngünstigeo Berichte« des
Comite'S sür Ackerbau aozuoehmell, ward
ivdano aufgtrufc» nod noch ciacr kurzen
Debatte dem Comite sür Mittel nnd Wege
überwiesen. Dann ward der Antrag Gün
ther's, die Bill, welche die Anstellung vou
«i 0 Stimm.registratoren iu der Stadt Balti
more auordect, der Delegation der Stadt
Baltimore zu überweisen, aufgerufen nnd
gab Veranlassung zu eiver längeren Debatte
»wischen Haudy nvd Günther. Letzterer
sagte, daß er deu Antrag gestellt, weil die
Stadtlasse bei der Brll bnheiltgt sei uud aus
ihr die anzustellende» Rcgistratore» bezahlt
werde» müßte». Handy memte, daß die
Bill ein allgemeine« Gesetz und der gaoze
Slaat bei demselben iotcressirt sei, um eiue
unpaiteiische Wahl iu Baltimore zu sicher».
Wiener befürwortete den Antrag Günther'S,
ebenso Clark, uud uach einer De
batle ward der Antrag mit 80 gegen 5 Stim
men angenommen.
Handy stellte den Antrag, daß die Balti»
woler Delegation angewiesen werde, vor
nächstem Donnerstag emzuberichten. Auch
hierüber eotspau» sich sosort wieder eme ani
mrrte Debatte. Wiener ergriff das Wort
uvd erklärte den Antrag Handy'S als höchst
unhöflich, da die städttfche Delegation keines
weg» die Absicht hege, die Bill zu unter
drucken. Er protestirte energisch gegeu die
Anvahme eiuer solchen Order, deuu die De
legation habe dZS Recht, sich Zeit zur Erwä
gling der Bill zu uehmeo. Günther stellte
die Frage: „wer ist denn dcr Autor dieses
Actraget?" Diese Frage brachte Handy auf
seine Füße, welcher sich als oen Autor vor
stellte und erklärte, daß er sür seine Haud
luvgswtise sich selbst und seineu Sonflttueu
tcn gegenüber verantwortlich sei und von kei
ner Seite beeinflußt werden könnte. Wil
kldson beantragte, die Angelegenheit auf de»
Tisch zu lege», ward jedoch außer Ordnung
erklärt. Handy fuhr sodarm fort und er
llärte, daß er keineswegs beabsichtigt hab-,
die Stadt Delegation zu verdächtige», wohl
aber habe er im Shakespeare gelesen, „daß
der Dirb iu jedem Busche einen Polizisten
vermuthe." Er glaube, eS sei zuviel ver
langt, in solch' kurzer Zeit die B'll zurückzn
berichte», den» die Hälfte der Sitzung sei be
reiiS vorüber. Schließlich ward dcr Antrag
s mit 45 gegen 10 Stimmen abgc
rvicsev. Ofslltt machte den Versuch, die Bill,
welche die zahuärzlliche Praxis schützt, dem
Justiz Comite zn überweisen, dcr Antrag
ward >edoch vom Hause abgewiesen und die
Bill zur Mnndirung beordert.
Tie folgenden Bills wurden zum ersten
Male verlesen: die Commrssäre vou Calvert-
Ccunly autorisirend, zum Baue eines Ge
sävgnrsseS 54W0 aufzunehmen: die Staats
steuer auf CoUatcral-Erbichafte» auszuheben:
das Gesetz in Bezug auf HaudelSgesellschafte»
amendirend; die Verwalter des St. Charles
Collcgs autorisirend, 3 Acker Land au den
Erzbischos von Ballimorezu übertrage»; den
Verkauf vor, Kunstdünger rezulireud; tnS
Maaß und Gewicht vou Holzkohlen auf
2748 Kubtkzoll oder 20 Pfund pro BnsHel
skstznstcllcii; die „Taytou - Ellicott - Clly-
Turnpike - Company" incorporireud; die
„St. Lincents-Paulgeiricirrde" in German
iow», Pen»., autorisirend. GrundeigeulhllM
in diesem Staate zu erwerben und zn besit
zen. Hieraus Vertagung bis morgen Mit
tags 12 Uhr.
Munizipal. V.nsteleftenhctte».
De r L 3.1 ahreSberich l d e S „ H o u s e
of Refuge" liegt vor. Seit der Errich
tung der Anstalt, die bekanntlich der M?n
schenfreundlichkeit von Privatleuten ibrEnt
stehen zu verdanken, aber schon feit Jahren
staatliche und städtische Hülfe erhalten hat
uud deshalb ziemlich allgemein als öffentli
ches Institut betrachtet wird, haben im Gan
zen 340 V reformbedürftige Kiuder dort Auf
nähme gcsuudeu. Im Laufe des letzten Jah
res wurden 112 ausgenomwen, und die Zahl
der Insassen betrug im Ganzen 394, wovon
bei'm Jahresschlüsse 24ö verbliebe. Ueber
mit einem „I'ic-liot «>f learv" Entlassene (!>!))
hat die Anstalt uach wte vor bis zu ihrer
Volllährigkeit die Aussicht. Die Einnah
men des am 30. November beendigten Rech
nungsjahres betrugen 544.0V0.96, die Aus
gabeu 543,055 91, aber noch unbezahlte Rech
nungeu verwandeln den Kasseubestano nebst
Ueberschuß von 51V35 95 in ein Defizit von
52992.45.
Ter Bericht schildert fodaun die Mühen,
um besonders lunge Burschen von 8 —l6 Jah
re» zu disziplillire». aber »ran sei doch bestens
bestrebt gewesen, sie nach und nach zu zäh
men uud durch Unterricht nno Aroeit zu
bisset». Musik und Gesang hätten bei der
Zähmung sich wirlsam erwiesen; der Bericht
des Präsidenten Dr. Graves citirt bei der
Gelegcllheit.Dr. Köpft, den Vorsteher einer
deutschen Reform Anstalt: „Die Bidel
das Singen von rcligiös-n Hymnen haben
sich als das wirksamste Mittel erwiesen, um
das härteste Herz zu erweichen."
Zu deu Ausgaben des letzten Jahres sten
erten die Stadt 514,819 84, der Staat 515,-
övo bei; 51'!.858 44 flösse» aus der Arbeit
der Insasse» vom Besen und Schuhmacher
Departement und ans anderen Quellen. '
Die ganzen Verpflichtungen des letzten
Jahres betrüge» 545,788.49,1882 552,182.
00. Dabei ist dcr Ankauf von Werkzeugen
u»d Leder eingeschlossen, nnd ohne diese wür
de die Netto Ausgabe für 1883 nur 536,3i7.-
01, sür 1882 542.825.63 erreichen. Hiu
gegru ist zn bemerke», daß für Bauten uad
Reparaturen 1882 57534.95. 1883 nur HZ.--
562.04 verausgabt wurden. Das Netto er
reicht also pro 1882 535,290.68/ pro 1883
533,354.97 eiue Ersparuiß voll 5l 935.71
im Vergleiche zu 1882.
Von den 112 im letzten Jahre aufgenom
menen Jnfassen siud 20Deutsche, 1 Jrläuder,
2 Fraozoseo, 5 Engländer, 1 Russe, 2 „Fach
ser," (was damit auch gemeint feto mag), der
Rest Cingedorcne. D.m Alter nach 8 unter
10 (darunter 2 siebenjährige), 68 10 bis 14,
37 14 bis 17, 8 17 bis 20 Jahre alt.
Beschäftigt wurden die Insassen mit Be
scn-, Schuh- und Kleidermachen. Ackerbau,
Anstreichen, Backen, Waschen u. s. w. Con
traktlich wird keine Arbeit ausgegeben; alle
Erzeugnisie werten verkauft.
Das Beamtenperfoval besteht ans 1 A>"ft,
l Kaufagente», 1 Instrumental-, 1 Musik-,
1 Clcmcutarlehrer, 1 Clerk, 1 Bäcker, 1
Schneider (E. Zulauf), 9 anderen mäuult
chk» Beten, Aufsehern -c. und 4 zur Haus
aufsicht, Wäscherei und als Matronen auge
stellicu Personen. Die Saläre betruz rr
58315.93.
Ter Bericht erkennt Gaben von den H).
D. W. Glaß, Zimmermann, Laupheimer,
Bär u. A. all.
In dem Berichte des Arztes heißt es, daß
außer den Masern und einer leichten Httm
snchung des derG-fundheitS
zustand ein guter gewesen sei; nur sechs seien
geflcrbeo unö säst ohne Aukuahme mitKran'-
heitskeimen in die Anstalt gebracht worden.
Der Be.icht der Lebrer lautet auMuu
tc.nö, uud Alles iu Allem genommen fcheillt
die Anstalt auch im letzten Jahre des Guten
nach Kräften gethan zu haben.
ES rst uoch zu bemerken, daß von den 112
Neuaufgeuommeve» 105 durch FriedenSrich
ter, die übrigen durch die Gerichte in die
Anstalt geschickt wurdeu.
Präsident ist Dr. I. I. Graves, Vice-
Prasrdent Hr. W. W. Spenc?, Schatzmeiste»
Geo. S. Brown, Sekretär Thos. S. Baer.
Zu den 10 Direktoren der Gründer gehö
reo Mayor Lattobe, G. I. Zimmermann.
G. M. Bond, I. Leve.ing :c.; zu den 10
städtischer SeitS W. S. Rayner, F. Hassen
camp, M. Laupheimer, Pastor I.l.Morris
:c. ; zu de» 4 des Staate» G. A. Schleus,
I. P. Morris, L. A. Birely -c.
Die Schulrathswahl. Es ist
bemctkenSwerih. daß der Ro
ger« i» der 11. Ward den Demokraten I. R.
Pse bisher Schulrath und eines seiner
bestell Mitglieder vorso,luz. H.. Römer,
der leider ausscheidet, war Präsident
Morris ausgenommen das älteste Mit
glied der Behörde.
Der vou Mayor Latrobe a's Privat,
fekretär eruaullte Hr. W. H. Love
stellte die gebräuchliche Cautioll, nachdem er
schon zuvor cingefchworen worden war. Hr.
Love bekleidete dieselbe Stellung bereit» un
ter Mayor W. P. Whyte (als Nachfolger de»
Hrn. Geo. Gavage). Hr. Love führte sich
durch seinen Fleiß und seine Geschästikeunt
ntß so vortheilhast bei Hrn. Latrobe ein, daß
diefer allen anderen Bewerber» Hrn. Love
vorzog nod ihn im Amte behielt. Hr. Love
hat sich durch seine Liebenswürdigkeit viele
Freunde erworben.
Condemnirt. Gebände-Isspektor
Hogg condemilirte gestern die Mauern der
Häuser Nr. 9, 11 uvd 21, Temple Straße,
als baufällig.
Vereidigt wurden gestern durch deu
Mayor, nachdem sie Bürgfchaft gestellt hat
ten. Hr. JaS. W. McElroy, der neue Exa
minalor der Grundtitel, nud Hr. JaS. Dan
velly, der neue RathhauS-Superintelldent.
Die Herren treten aber erst am 1. März ihr
Amt wirklich an.
Der Bericht der Hafellbehörde
sür da» Jahr 1883 ist mmmehr im Druck er
schienen, und wir entnehmen demselben fol
gcvde ollgcmcill interessante Daten: Iu
Folge der redazirleo Berwilligung für 1883
war die Behörde gezwimgeri, ihre Verbessc
rnvgSarbeiteo im Hafer, ans die AuSbagge
rnvg eiue« 27 Fuß tiefen Schiff« Kaoal» im
unteren Hafen zu beschriiokeo, nm eine Ver
btvduog mit dem eben so tiefen Regierung».
Kaual herzustcllcn, sowie die Entfernung vsu
Schlamm an« dem City-Dock im Back vassin
und die Erweiteruog der Kauäle im Middle
Branch (Spriug Gardcu), wie e« durch eiue
Special-Ordouuauz augcorduet ist.
Es wurdeu ausgebaggert au« deu Kanälen
zwischeu Locust Point uud dem Lazaretto
' 143,948 «üb. fjard»
Vom Back-Bassiu 33,344 „ „
Vou audereu Docks 17,145 „ „
Von dem Middle-Branch 58,<!K0 „ „
Zusammen 553.267 Kub.-?)irss
Der Total-Flächenraum» welcher vertieft
wuröe, beträgt ungefähr ZO Acker (23l,(>!)0
Quadrat - AardS), e» wurde eine durch
schntttliche Tiefe vou Fuß ausgebaggert.
Das Resultat dieser Arbeit kauu in kurzeu
Morien, wie folgt, zusammengefaßt werden-
Eiu Kaual, 300 Fuß breit nnd 27 Faß tief,
von Lrcvst.Point nach dem Lazaretto-Poiut,
ein ähnlicher Kanal, 120 Fuß breit, vom
Cantover Elevator noch Lazaretts Point, die
Eniservuvg von Schlamm im Back Bassin
und Jones' Fällen bi» zur Eastern-Aveuue
Brücke, sowie au» verschiedenen kleineren
Docks und der Mündung des Harris' Creek.
Im Spling-Garden wurde der 15 Fuß tiefe
Kaual auf eiue Länge von 7009 Fuß bis ;a
ISO Breite erweitert. Während de» ver
flossener! Jahres hat die Bundesregierung
sür die Verbesserung unseres Hafen« außer
ordentlich viel t-eihan, und sie wirb Zweifels
ohne diese große Arbeit durch Erweiterung
de« gegenwärtige» Kanals vollenden. Es ist
deshalb augcnscheinlilii, daß die nöth'geii
Verwtlligungen gewacht «erde» sollten, da
mit Wir im Stande sind, die gewichtige An
gelegenheit passend auSzuuützeu. Die Be
Hörde beantragt deshalb eine Verwilligung
von 580.V50 für die diesjährige Arbeit, so
wie HlvMO für deu Eisbrecher „Latrode,"
HIVMO iür weitere Arbeite» im Back Bassin
und §50»1(i für allgemeine Werftreparaturen,
zusammen also HIVZ.VZV. Während des v;r
flcssene» Jahres wurde die Steinmauer an
drr nördliche» Seite des Ciry.Docks ( Sack
Bo!siu) bis zur Münvung des Harford-Ruu
fertig gestellt, wo sie sich m't dem Harford-
Rur Abzugskanal verbindet; an ihrem West
lichcn Ende flößt sie an die von der Jones'
Falle > Commission erbaute JoncS' Falle
Mauer. Dieser Deck ist eines der gewinn
bringendsten Lesitzthümcr der Stadt, und
iu feiuer Verbesserung sollte fortgefahren
werde». DaZ städtische Eiiboot endlich war!»
in vorzüglichem Zustande echalteu und ist
jeder Zeit dienstbereit. ES wurde wahrend
einer kurzen Zeit des velslosssnen Jahres
?um EiSbrechen und zur Offenhaltung der
Schifffabrt im Flusse und iu der Bai benutzt
und diente während des Sommers dazu, um
die Schützlinge der „Frei ExknisisnS Gesell
schaft" nach und von deren CrhollltigSplatz zu
Chefieiwood, wie e» durch Spezial-Ordon
navz erlaubt und vorgeschrieben ist, zu be
sördero. Deu Schluß bilden die unseren Le
fnu bereits bekannte» Empfehlungen
Erlaß vou Gesetzen mit Bezug auf die Bau
livie der Werften, mit Bezug auf die Erthei
lung der Erlaubuiß zum Bau oder zur Ver
größerung einer Werfte und mit Bezug da-.
rauf, daß die Drehbrücke während des gan
zerr Tages offen gehalten werde» sollte.
Da's StaatSarbeitShauS-Di
rektorium hielt gestern seine regelmäßige
MonatSverfammlung und erledigte cincßeiye
vou Routiuegeschäften. Eiu Gleich?» ist von
der Sitzung des Direktoriums de» „Houfe of
Refuge" zu melden, welches gestern unter
dem Voisitze des Dr. 1.1. Graves im Rath
Hause tagte. Von der zuerst erwähnten Sit
zung ist indessen noch als von allgemeinem
Jniertsse zu erwähnen, daß die HH. Alex.
Netbitt und Elijah A. Rhode« zn Lehrern
ernannt wurden. Auch reichte Hr. Georg P.
Schipfeillng, welcherseit 1853 dcr Bäckerei
in der Anstalt vorgestanden hat, seine Re>
sibnalicn ri», welcye von dem Direktorium
nur nie großem Bedauern acceptirt wurde.
Zog'.nch über faßte es eine Reihe von Be
schlüssen, in denen es de» Verdiensten de»
steis pflichlgelreuen Mannes in für diesen
höchst ehrenvolle» Worte» gerecht wird. In
der Anstalt befanden sich am 31. Januar 256
Juvgen.
Da« Straßen Comite d-SStadt
raths hielt gester» eiue Sitzung und traf
Vorbereitungen für die von jetzt an zn hal
tende» regelmäßige» Wocheositzungen.
WichtigeComite-Sitzun g.—Das
stadtraths-Comite für Mittel uud Wege
beschloß in einer gesteru gehaltenen Sitzung,
zu Gunsten des Thornton'schen Vorschlags zu
berichten, welcher die Abschaffung des Bücher
geldes in deu Volksschulen (Hl vierteljährlich)
empfiehlt. Allli' beschloß da» Comite, tz7OW
sür die Gewerbeschule zu verwilltgerr, und
beschäftigte sich schließlich mit der Converti
ruvg der Obligationen der „«uSquehaaua.
Tidewatcr-Kaulll-Compagriie," ohne indes
sen zu einem Beschlusse zu gelangen.
Der Eisgang auf dem SuSque
hanva.
Tie Bewohner von Port-Dsposit, wenig
stcns diejeuigen des niedrig gelegenen östlt
che» Stadttheiles, machten sich schon am
Mittwoch auf das Schlimmste, d. h. auf
eine Ueberschwemmung gesaßt und waren
eifrig damit beschäftigt, ihre werthvolle Habe
noch höher gelegenen Punkten zu schassen.
Die Lokomotiven auf dem Bahnhofe der
„Columbia-Port-Depositer Bahn" blieben
während ter Nacht zum Donnerstag geheizt
vor 4hrur Zügen stehen, so daß in jedem
Augenblicke das werthvollste Material uuö
sämmtliche Frachtgüter aus dem Bereiche der
Gefahr gebracht werden konnten. Fieberhafte
Unruhe herrschte in dcr ganzen Stadt, uud
sie flieg um 1 Uhr gestern früh aus ihren
Höhepunkt, als die sämmtlichen Lokomstivea
die Bürger durch schrille Pfiffe davon benach
richtigten, daß der Eisgang begonnen habe.
Undurchdringlicher Nebel lagerte anf dem
Flusse, und zu sehen war absosut gar Nichts,
aber das Donuern uud Krachen de» Etses,
vou dem sich uur diejenigen eirre Vorstellung
machen können, die selbst einmal dem Eis
gange auf einem größeren Flusse beigewohnt
habe», sagten den mit athemloser Spannung
Lauschenden zur Genüge, daß die Stunde der
Entscheidung gekommen sei. Wir lassen nun
mehr die Nachrichten, wie sie im Lause de»
gestrigen Tages einliefe», der Reihe nach
folgen:
Um 3 Uhr früh (Donnerstaa): in Pori-
Depositist man fest davon überzeugt, daß
das Ei« bei Havre de Grace keinen Abflaß
finden kann, und daß deshalb Stauungen
oberhalb jener Stadt unvermeidlich sind.
Die Bürger bringen den werthvollen Theil
ihrer Habe in Sicherheit. Um 7 Uhc früh;
eine Eisstopsnng wird von Herring Run, am
unteren Euöe der Stadt, gemeldet, allem dcr
Nebel ist so dicht, daß die Bedeutung derscl
ben noch nicht festzustellen ist. Auch heißt eS,
daß von diesem Punkte bis zur Havre de
Gracer Brücke das EtS uoch immer eiue feste
Masse bildet.—Um 2 Uhr Nachmittags: eine
Depesche au» Columbia meldet, daß der Eis
gang bei m Columbia Damm begonnen hat.
Sollte die Cismasse mit eiuem Mal v?r
Port-Deposit erscheinen, so ist etn uuübcrseh
barer Eigenihumsverlust unvermeidlich. Die
Bürger siud aus das Schlimmste vorbe.cilet
und crwartcu eine Flllth, wie sie Port-Depo
sit sckon seit Jahren llicht gehabt hat.
Harrikburg, Pennf., j3 Uhr Nachmittags.
Der Eisgang auf dem tre:
hier umMtttag eiu, uu!> die ErSmasseu gehen
unanfgehalten den Fluß hinab. Das Wasser
steigt um 2 Zoll pro Stunde, aber fall» nicht
etwa eine Stopfnng eintreten sollte, befürch
tet man keine Gefahr. Eben so znversicytlich
lauten um dieselbe Zeit die Nachrichten ans
Laucastcr, Pcnris., wo dcr Eiszavg ebenfall»
um die Mittagszeit eintrat.
Washington, D. C., Mittags.—Da« Post
amts Departement wies soeben den Balti
merer Postmeister an, vorläufig alle nach
Pittsburg und der Nachbarschaft bestimmten
Postsachen auf der „Peunfylvauier Bahn" zu
expediren, da die Hittsbnrger Dlvision der
„Baltimore Ohio Bahn" unter Wasser stehen
soll.
Wilkesbarre, Perms., 1 Uhr Nachmittags.
—Heute früh staute sich zwischen dieser Stadt
und Nanticoke das Ei», und beträchtliche
Wassermassell überschwemmen gegenwärtig
die niedrig gelegeaell Lälldereien auf der
Westseite des Flusses. DaZ Wasscr steigt
schnell und steht gegcuwäcti? 22 Fuß über
der niedrigster, Wassermarke. Die Bihll zwi
schen hier nnd Kingston steht rmtcc Wasser,
uud d» Verkehr ist naterbroche». Taufeadc
von Pcrsoucu beobachten das großartige
Schauspiel.
ArrS WilliamSport, Perms, wurde gestern
gegen Abend gemeldet: „Da« Wasser de«
SuSquchanna fing, nachdem e« um 20 Fnß
gestiegen war. am Nachmittag zu fallen an.
Eine große Meoge vou Baumstämmen ist
hier den Fluß herab gekommeu, und ein
Theil der hiesige» Eisenbahn - Balkenbrücke
so sehr beschädigt worden, daß die Zügc uich!
vor morgen früh werden passiren könllerr
Da» Ei» ist vollständig verschwunden. Be
richtell aus dem obereo Flnßthale zu Folge
fällt da« Wasser schnell."
I» Thompsoutow», Julliata-Connty, Pa..
wurde» gestern drei von den vier Bogen der
Susqucharma - Brücke fortgerissen. Die
BrnSe hat einmal G13,V00 gekostet.
In WilkeSbarre, Penos., wurde dcr Hoch
slllth wcgell dcr Verkauf voll Btlleterr für die
„Delaware Lackawanua-Western Eisenbahn"
bis aus Weitere« eingestellt.
(Abend- ulldNacht-Depeschcn.)
bürg, Perms., wurde spät am Abend gemel
det, daß der Fluß um mehrere Fuß gefallen
ist. uud daß mau dort keine Befürchtungen
mehr hat.
Nach den letzteu heute früh etllgetrofseircn
Depeschen au« Port Deposit (ausgegeben um
il 2 Übr Nacht«) ist die Situ»toll daselbst
eine sehr kritische. Sie la«teu nämlich fol»
gendermaßev: „»Spät am Abeud gestern war
die Sachlage ui.verändert. Etsschollea kom
men fortwährend in Massen den Fluß herab
und stauen sich Port Deposit gegenüber, wäh
rend die Witterung noch immer eiue sehr
warme ist und ein leichter Regen zu sallen
beginnt. Die Stauungen auf der Strecke
bis nach Williamsport sind gebrochen, und
dos Ei» derselben wird uns im Laufe dieser
Nacht erreichen.
Alles Betriebsmatertal ist vom Bahnhofe
entfernt worden, und Wächter wurden für
die Nocht längs der ganzen Bahnstrecke, zwi
schen Columbia uud Port Deposit, stattonirt
mit der Instruktion, Aenderung >u dem
AuSieheu des Flusse«, welcher parallel mit
der Bahn läuft, zu melden. Große Arbeiter
Schaaren siud ferner von der Bahu-Com
xognte zu sofortiger Verwendung im Noth
falle engagirt worden, uud die Hauptquar
iiere der Bahn und der „Western Umsn "
Telegraphen . Compagnie verlegte man
uach höher gelegenen Punkten.
Eiv Gleiche« thaten die GcschästSlente mit
ihren Waaren, und Aller hat sich eiue fieber
hafte Aufregung bemächtigt, so daß wohl in
dieser Schreckensnacht Niemand an Schlaf
denken wird. Was uns bevorsteht, ist gar
richt abzusehen. Eine gewaltige,
hohe und von Ufer zu Ufer reichende Stau
ung hat sich heute Abeud au McTallS-
Fähre, 2V Meileu nördlich vou uuserer Stadt,
gebildet.
Gegen sie douuert da» von Columbia
Damm hcrabkommende Eis. uud Jedermann
weiß es, daß das Schicksal von Port Deposit
in dieser Nacht davon abhängt, daß die Stau
ung der McCalls-Fähre stark genug ist, um
den andrängenden E'smassen Widerstand zu
leisten." »
Maqdalrschick heute Abend in der
„lsoncortia" als „Brunhilde."
Ter heut'ge Abend bringt un» in
cordia" das Debüt der »-rühmten Schau
spielerin Magda Jrschick. Der hohe Ruf,
welcher der Künstlerin vorausgeht, hat seit
Mittwoch zu fleißiger Belegung reservirter
Sttze geführt, nnd voraussichtlich wird eiu
volles Haus heute Abend Jrschick iu
ihrer großen Rolle„Bruuhilde begrüßen. Ja
der „Gartenlaube" sagt der bekannte KrUiker
Rudolph v. Gottschall über Jrschick bei Gele
genheit ihrer Abreise nach Amerika: „„Eine
KüustleUn vou ächtem Holz, aus dem mau
die Tragödinuen macht, ist Magda Jrschick;
sie hat den Zug für da» Schwunghafte ulld
Große und in ihrem ganzen Wesen ven Wi
derball, den das Macht nnd Wuchtvolle des
Trauerspiel» von seinen Trägeriuueu ver
laugt. (Schreiber theilt sodauu mit, daß die
Künstlerin 1853 an der blauen Donau in
Wien als Tochter eines Kunsttischlers geboren
wurde. Ihre erste Bühueuaureguug erhielt
sie iu der Glanzepoche der Lanbe'jchen Direk
tion. uud sie trat Anfangs der 70er Jahre
znnst auf. Später besuchte sie mit Dawisou
Amerika nvd 1879 zum zweiten Male auf
eigener Faust. 1881 debütirte sie zum Er
stemnllle mit großem Erfolge iu Geibel'S
„Bruvhildt" zu Berlin und gastirte gleich
falls in Hamburg, Leipzig. Wieu usw. Schon
damals wollte sie wieder Amerika besuchen,
wurde aber durch Krankheit davon abgehal
ten uud lebte längere Zeit auf ihrem schauen
Besitzlhume am Schliersee in Bayern.)
Magda Jrschick ist eine Darstellerin großen
SihlS, sie steht uud fällt mit der Tragödie.
Schou ihr schönes, volltönendes Organ be
sähigt sie wie Wenige, der Sprache dir Dich
ter gerecht zu werden. Wo es ebeu dem tra
zischen Meduseublick gilt, da versagen Frau
JrschiS niemals ihre Mittel. Aus der tra
gischen Höhe hat sie stets etwas Jmpouiren
dek: die auffallende Leidenschaftlichkeit einer
„BrnichUde" und „Medea" wiederzugeben,
vermag sie wie Wenige. Frau Jrschick
ist eiue glänzende Vertreterin der deutschen
Trogödie, uud es ist erfreulich, daß sie da?
schöne Wort der deutscheu Dichtung vou Ort
zu Ort verkündet, so weil die deutsche Znnge
-eicht iu den Landen, über denen das Ster
neubauuer der großen Republik weht.""
Von See und Hafen.
C 0 llrfi 0n im Ba ss iu. —Am Fuße
der Southstraße collidirten am Mittwoch der
Remorqueur „Baltimore," Capt. I. W.
Collins. uud der Remorqueur „R. H. Cook,"
Capt. Geo. F. Seward, wöbet der Letztere
zum Betrage von etwa Hill beschädigt wor
de» ist.
Die „S ta ats - T emp er en z. Al -
lianz" uud i hre Absichten. —Aus den
Mittwochs - Verhandlungen des Exekutiv-
Comite's der „Staats-Temperenz Allianz»
ist voch Folgendes als vou allgemeinem Jn
ter'sse nachzutragen: Der FeldzugSplau für
die nächste Zeit ist der, die Legislatur mit
Petitionen zu bestürmen und dadurch zum
Erlaß eines Gesetzes zn veranlassen, wonach
die Bürger Baltimore s das Recht erhalten
sollen, wardweise über Local - Option abzu
stimmen. Aber in ihrem Eifer, ihre Neben
menschen zu eben so „streng moralischen"
Heiligen zu machen, wie die Herrschn,ten
vermuthlich selbst sind, blieben diese dabei
noch nicht steheu. O nein, die Temperenz
ler Maryland'» wollen sich auch ihrer un
mündigen Brüder im Distrikte Columbia
annehmen und forderten deshalb in einem
mannhaften Beschlusse den Couqceß auf,
auch für diesen ein Prohibitiousgesetz zu er
lasse». Aber merkwürdig, während man sich
so zu einem gleichzeitigen Sturm auf die bei
den benachbarten Großstädte, Baltimore und
Washington, rüstete, erkannte man zu glei
cher Zeit mit lebhaften Bedauern an, daß
sich z. B. in Prince George's die
Prohibition gar nicht durchführen lasse und
eigentlich eine Farce sei, weil das Couuty
zu nahe au den beiden genannten großen
Städten liege. Mit andereu Worten, die
Herren sehen selbst ein, daß Prohibitions
Gesetze schon in einem Couaty, das nur in
der Nähe eiuer Großstadt liegt, nothwendig
zu eiuer Gesetz uud Ordnung untergraben
deu Farce werden müssen, und dennoch scheu
eu sie sich nicht, deu Versuch zu wagkrr, koste
es auch die Einzelnen, wa» c» wolle, d. h.
ihre Existenz und diejenige ihrer Familie,
auch die Großstadt selbst mit einer solchen
Farce zu beglücken. Ja dieser Politik eiueu
logischen Zusammenhang zu sindeu, Da»
dürste denn doch sür 'zeden Klardenkenden
eine Unmöglichkeit sein. Geradezu belusti
gend waren die Aeußerungen mehrerer Red
ner, wonach die Baltimocer Spirituosen
Händler gewaltige Geldsumme» aufgebracht
hätten, um damit in Anuapoli» Unkraut
zwischen den Waizeu zu fäeu, und daß mau
ebenfalls Geld sammeln müsse, um thuen
auch auf diesem Gebiete eiu Paroli bieten
zu können. O weh, Soldat! Wer die DienS
togs-Verhandlungell der Versammlung hie
stzer Wirthe mit Aufmerksamkeit gelesen
hat, weiß es besser, daß solche Anschulotgua
geu leider unr zu tragikomiich siud. Doch
wir wollen uicht hillzuzufüzeu unterlassen,
daß die Verständigeren ver Temperenzler
selbst schon iu diesem Jahre an, Erfolge in
der Stadt noch nicht zn hoffen wagen, daß
man aber daraus rechnet, mit Hülfe der jetzt
gen Legislatur vier weitere CouatieS uu,ereS
Staates zu erobern.
Personal-Noti;.—Hr. Curt v. Heiu
felden, Herausgeber uud Redakteur der
„BelleviSer Zettung" uud „News," eiu
Mitglied der „Jll. Preß Association," be
suchte uns gestern in unserem Sauktum.
Personal-Notiz. Schließer Thos.
Knight vom südlichen Stationshause ist wie
der auf feiuem Posten, hat aber während fei
ner letzten Krankheit um 47 Pfd. an Gewicht
abgeuommer».
Das Te le gr aP h enw efe n. D:e
„Post-Telegraphen- nnd Kabel Compagnie"
eröffnete gestern ihre Büreau Räumlichkeiten
in dem Gebäude Ecke der North- und Balti
morestraße. Das ganze Gebäude ist reuoZirt
worden, und die innere Eiurichtoug zweck
entsprechend, praktisch und bequem Die
„Post-Telegrapheu-Gesellschast" ist eine der
ersten Gesellschaften, welche ihre Drähte in
gewissen Strecken uuterirliifch legen. So
sind sämmtliche Drähte in Chicago in eiser
nen Röhren uud in Wosshirrgtou irr Cemeut-
Verkleiduug gelegt.
Die „Baltimor e-O hioTelegra
vhen - G ef ell fch a ft" wird in drei oder
vier Wochen in Philadelphia a a der Ecke der
Chestuut- und Bankstraße ein Brauchbüreau
eröffnen und auch einen
dort iu'S Leben rnfeu.
Jahrestag der Schlacht beiDab
nev' « Mills. Das vierte Meryländer
Regiment, Oberst Harrison Adreon, feierte
vorgestern Abend iu der Halle des „Wilsou-
PostenS" der „G. A. R." den Jahrestag der
Schlacht beiDabney'sMills, in welcher Oberst
John E. Wilson getödtet. und die Generäle
Lowell, Gregg und Davis schwer ver.onudet
wurden. Eru Bankett im „Maltby Honse"
schloß die Feier.
Patent-Kohlenwagen im Ge
rich t. Im BuudeS-KreiSgericht begannen
gestern vor den Richtern Bond nnd Morris
die Verhandlungen io der Patentklege von
John Henry Wood uud Hamilton Bailey von
Trenton, N.-J., gegen die bekannten Koh
lenhäudler Cary ck Comp. Die Klage be
zweckt die Erlanguog einer Inhibition, durch
welche die Verklagten davon abgehalten wer»
den sollen, einen gewissen pateuttrteu Kohleo
wagen zn gebrauchen. Fast die Mehrzahl
der hiesigen Kohlenhäudler gebraucht den
in Rede stehenden Wageu, uns dte vorltegeu
de Klage ist uur ein Testfall, um die audereu
Händler zu zwingen, an die Kläger für die
Beoutznvg de« betr. Patente« eine Abgabe
zuzahlen.
NeneGefchworen e.-Im Superior
Gericht werden für die nächste» drei Wocheu
die folgenden Personen aH Geschworene fun
giren: R. R. Griffilh, juu., H. Knefely, I.
0. Spear, W. Heise, Edw. Brady, jau.,
Francis Dobbin, Wm. E. Edmond», Sam.
Freeman, Jame« Jone«, Th. S. Bestz, C.
1. Carruther« uud Cha«. H. Green.
»bbott't l dänische» wein-Tont cum ftitttt die «0».
Wetterbericht.
L-tt A""' ««lt.
Nieter. tiz.ert, Zqn.
7.02 M. La.Nli?! 5t n 5» N s L N,n
.»>2 V. ZlUjlW 4 Txjjh
«.<>2 «. 50.1«7 i Sij.o j»«i M i« «Kz»
7.1)2 A. 47 s NO ti L Nzn
11.V2 z.'. ÜU.ijx«! n t>!j .O ! 4 L Rzn
MüU.Baromctirfi. !w IsS ! H'st. Tpermot«r».SB.6'.
Mittl.Tberinvmeierst. b'2.o > Ntedr. .. 42.u.
Die größie Wiiidschnrlligkett während einer Suiade
betrug tj Meilen.
Da» gestrige Setter.—N-chiolgende Beobachwng
gen Winten gestern Nacht in deniielben Auxenbiilte
N I Nhr vUttlerer Washingtoner L«>t> auf allen
Etatun-.en. ö Etattonen. ?
Altena 12 Marq.iette !»
?U!:on i.4 !!!
Eltitelar.d Zandutkv 2:5
4 Sl. Loui»
2» St. Paul 17
L- Crosse 22 yanlton'. —6
Savannah «4 Mtmington
«iü Souis-lill-«!Z
«tianta ! «2 Memphis -
Sh-rlesi-n ! «ew-orleaus ! 7U
Für die Armen gtu?en gestern im süd
lictzeu Stattondhause etn: i>t> Latde Brod von
Fran Marie Foß. Nr. litt, Camdenstraße;
IVO Brode von Hrn. M, Erustberger und eiu
Viertel von einem Rinde von dem „Chica
go'» Beef-House."
Naiuralisirt im Bundes - DistciktS
geiicht wurden gestern der Kubaner Rasael
Voldezso'.ueS u»d der Jrläader Thomas
ShieldS.
Der „M - Delawarer
Schiffs Kanal." Die HH. S. P.
Thompson vou der „Geiraide- und Mehl-
Börse," Joseph H. Niemanu vou der Han
delskammer uud Wm. H. Baldwin, I. I.
Thompson, I. R. Bland und Joseph C. Brnfs
von dem „Verein der Kaufleute und Fabri
kanten" wohnten gestern der Sitzung des
Cougreß-Comite's für Eisenbahnen uud Ka
näle bei und luden nach beendigter Sitzun»
die' Mitglieder des Comite'S eiu, Baltimore
zu besuchrn nnd sich felbft von der Lage de>>
Dinge zu überzeugen. Die Einladung wurde
für Samstag, den 16. Februar, augenom»
min.
Schutz für Kinder. Da» Exekutiv
Cemite des „Kinder-SchutzvereinS" hielt vor
gestern unter dem Vorsitz? vou G. S. Grif»
fith seiue monatliche Versammlung. Hr. G.
W. Parker, der Ageut der Gesellschaft, be
richtete, daß er während des Monats Januar
I« Fälle untersucht und 10 Kinder der Obhut
ter Elteru oder Vormünder entrissen »nd in
geeignete Anstalten gebracht habe. Er, der
Agent, besuchte verschiedeneßarietätcu-Thea
!er und Tanzhäuser, fand jedoch uur in einem
der Letzteren Minderjährige, und da !er Ei
geuthümer des Hauses versprach, daraus zu
achten, daß in Zukunft ketue Kiuder mehr
Zutritt erhielten, stand Hr. Parker von der
gerichtlichen Verfolgung ab. Hr. Hochhei
mer berichtete, daß er eine Bill im Unter
Hause der Legislatur eingereicht habe, welche
viele Verbesserungen einführen uud ledenlals
sanktionirt werden würde. Maryland bedürfe
solcher Gesetze, da es ein gauzcS Jahrhundert
in dieser Beziehung hinter anderen staater
zurück sei.
Die Reorgauisation unserec Mi
liz.— Die Miliz Commission hält jetzt täg
lich im Rkthhauie Sitzuugeu, um die Vor
schläge für eine Reorgauisatiou unserer Mi
liz zu vervollstäudigen. Gen. Herbert ist
sehr hoffnungsvoll; er glaubt, daß eiue jähe
liche Vtlwilligung von HZV.MS ausreichend
sein wird, und daß in unserer Stadt mit
Leichtigkeit zwei Infanterie Regimenter von
je 4W Manu und eine Batterie formirt wer
den können.
Da« zweite Peabody-Couzert
findet bilaliNtUch morgen Abend um 8 Uhr
statt, uud die Hanpipcobe wird heute Nach
mittag um 3 Uhr gehalten. Es wirken da
bei Kräfte wie die Pianistin Frl. E. Beltz
hoover, die Violinistin Frl. I. Beltzhoover
und der Vokalist Hr. Stanley mit; das
Programm besteht aus folgenden Pieceu:
Beethoven, 8. Siufouie uud Piano Couzert
in Schumann, Lieder; Mendelssohn,
Vivlin-Covzert und „die Fiuialz.Höhle."
Der Gcfangvcreiu „Harmonie"
bält diesmal feinen jährlichen Maskenball
Tonuersvg, den 21. Februar, in der „Mltf'
merchor Halle. Das Comite bat schon seit
Wochen zahlreiche Sitzun-zsu abgehalten
ist bemübt, deu Ball zu einem der
sten der Saisou zu machen. Es hat verschie
dene Programm-Nummeru im Werke, die
nicht verfehlen weröen, den Mitgliedern des
VeieiuS einen hohen Genuß zu beraten.
Für die bestell Masken find Preise ausgesetzt.
Eiv beschränke Auzahl Einlaßkarten für
NichtMitglieder weiden ?um Verkauf gelan
gen unö sind durch die aktiven Mitglieder zu
beziehe».
Der „katholische Choral-Ver
ein" hält am Sountag, den 17. Februar,
unter deu Auspizien des „katholischen Jüug
lingS Vereins" in „Ford's Opernhause" un
ter Leitung des Prof. E. G. Hurley ein gro
Bes Conzert ab. bei welchem Rofsiui's,>t.!-
ii!>t mater" und die Mozart'fche Reauiem-
Messe zum Bortrag gelangen werden.
Prof. Karl Falten reiste gestern nach
Boston ab, wo er am Samstag in einem
unter der Direktion von G. Henschel stehen
den Eymphonie-Conzert Raff's Klaviercon
zert, ferner die Ballade in (?-mn'l von Cho
ptn uud die Polonaise io L-äu? vou LtSzt
spielen wird. Nächsten Montag wird Hr.
Fällen vor dem Bostoner Publikum in einem
Piano Necital austreten, desseu Programm
Beethoven'S Sonate, Opus 111, Schumann's
Fantasie, Opus 17, verschiedene kleinere
Nummirn von Chopin und LiSjt'S 11-iucU-
Sruate ei-ihält.
Das Direkisrium des „Allge
meinenDeutschen W a t s e n h a u s e s"
hielt gestern Abend in der Anstalt seiue mo
vatliche Verfammlung. Präsident Ulrich
sührte den Vorsitz und Sekretär Eckhardt dz?
Protokoll. Die Einnahmen des Monats
Januar betrugen H 22.43 nnd die Ausgaben
tz 317.43. Als Vertreter von Logen und
Vereine», welche sich dem Walseahius-B.r«
eine anznichltisteo beschlossen hatten, wur
den Hr. M. Schäfer vou der „Vereinigten
Böcker - Gesellschaft," L. Seippel von der
„Schillerloge Nc. 1!), U. O. d. G. 8.." A.
Remming, von der „Jackfou-Loge Nr. 6Z,
I. O. O. F.," und Ch. Schumauu vom
„Mohawk-Stamm Nr. 39" auerkanut uud
vom Präsidenten willkommen geheißen.
Das Comite, welches zur Prüfung de»
jährlichen Finanzberichtes ernannt war uud
au» deu HH. Ch. Pracht, L. H, Uhriz uud,
C. Blank bestand, erklärte denselben sur in
jeder Beziehung correkt. Eiu Betrag vou
H 2 wurde vou Frau Emilie Bauecnichmidt
eingesandt, welche die Dame bei einem Ball
zum Besten des Waisenhauses gesammelt
hatte.
Auf Empfehlung des Aufnahme - Comite'S
de» östlichen StadttheilS wurden zwei Kiuder
des H.n. Hofferbert, welcher krallk uud ar
beilsunfähig »st, uud die Waisen O. Erpeu
beck, Katte und Julie Borchardt in die Au
kalt aufgeuommen. Der Waisenknabe Karl
Scheur wuröe bei Hrn. P. L. Keyser in die
Lehre gegeben.
Die HH. Ehr. Bartell, G. Buunecke, I.
Diestler, I. Lorz. I. Ulrich, Kv. Felder uud
I. R. Seifert wurden zu Mitgliedern de»
psiuauz Comite'S, die HH. H- Etgeubrot, N.
TiggeS, H. schafer uud H. Golvschmidt zu
Mitgliedern des Wirthschafte - Comite's er
naullt.
Jugendliche Verbrecher. Ge
stern Morgen arretirten Sergeant Jone» und
Polizist Rochfort den 17 jährigen Jakob
Spring und den Iti.jährigen Walter lenkin»,
die beschuldigt siud, in verbrecherischer Weise
in das HanS de« Hrn. LoSromb, Nr. 74, Lan
casterstraße, itngedrni'gen nvd Uhrketten uud
andere Gegenstände im Gefammtwerthe von
H 29 entwendet zu haben. Bei dem am Nach
mittage im östlichen StatiouShanse stattge
fnudenen Verhöre stellte sich heraus, daß die
jugendlichen Taugenichtse in Ersahruug ge
bracht hatten, daß die Familie Loscomb bei'm
AnSgehill den Hausschlüssel hinter einen
Fensterladen zn legen Pflegte. Am letzten
Dienstage nnn holten sie denselben aus sei
nem Verstecke hervor, öffueteu die Thüre,
führten den Diebstahl ans, schloffen nachher
wieder zu und legten hierauf deu Schlüssel
wieder an seinen Ort zurück. JeukiaS wurde
gegen Bürgschaft für sein Erscheinen vor Ge
richt entlassen. Spring aber nach dem Ge
fänguisse geschickt. Die Polizei war vou dem
Diebstahl iu Keuutniß gesetzt worde« uud
entdeckte eiuen Theil der entwendeteu Sachen
in einem TrödleUaden an der Hzrrtsouf.raße,
wodurch sie den Dieben aus die Spur kam.
An Alte nnd Jeden! —Leidet Ihr
au Husten, Erkältnug, Asthma.
Br 0 uchitis oder irgend eiuem der vieleu
Lungevübel, dle so häufig iu Schwindsucht
enden? Dann gebrauchet ?ure
(.'o«ll,ivLr()il sQci l-iiiae," ein sichere« und
wirksame« Mittel. Die« ist keine Quachal
berei, sonderu wird regelmäßig von der me»
tizivilchen Fakultät angeorducl. Alleiniger
Fabrikant: A. B. Wilbor. Chemiker,
Boston. Zu habe» bet allea Droglisten.
<LO.»F>
T r a u ri g.Aas der „Greenmoullt-
Ccmeiery" wurde gestern der kleine Charlie
Blvwli, das einzige Kind der Frau Martha
Brown, von Nr. 172. West-Fayettestr., au«
zur letzten Ruhe bestattet. Im Juli v, I.
sab der Knabe in einem Teiche bei Mt.-
Washingto» seinen älteren Broder bet'm
Baden ertrinken, und seither kränkelte er.
bis er schließlich dem Her,. Rheumatismus
erlog. Frau Brown hat während der letz
tcn siinf Jahre sechs Todesfälle in ihrer Fi
milie gehabt, und u. A. hat sie ihren Gatten
und zwei Kinder begraben.
Uufals aus der „EmmittSbur
gerEisenba hn."-Alsder Passagierzug,
welcher gestern Vormittag kurz vor 9 Uhr
Emmittsbllag verließ, die Kreuzung der
„Westlichen Marylällder Bahn," drei Meilen
von Rocky Ridge entfernt, erreichte, ent
gleiste Plötzlich die Lokomoiiv? nnd riß zwei
Frachtwaggons eine etwa sechs Fuß hohe
Böschung hinab, während der Passagier»
Waggon glücklicher Weise aus den Schienen
stehen blieb. Natürlich wurden die entglei
sten Waggons und Lokomotive erheblich be
schädigt, und es dauerte bis zum Abend, ehe
die Strecke von sofort requirirten Arbeitern
der „Westl. Marhländer Bahn" wieder pas
silbar gemacht werden konnte; aber wenig
stens wurde Niemand verletzt. Die „EmmittS
burger Bahn" ist unr sieben Meilen lang
und gehört zum größten Theile den „schwe
stein des heil. Joseph." Es ist der erste bedeu
tendere Unfall, den sie zu verzeichnen hat,
und er wurde wahrscheinlich dadurch veran
laßt, daß sich der Erddamm in Folge des
plötzlich eingetretenen Thauwetters gesenkt
hat.
Eine Pulvere xplosion nnd ihre
folgen. Wm. Shorkall, ein 23 Jahre
alter Matrose der gegeor-'rrtig an Hooper's
Werste liegenden Austern-Pungy „Walter
Jones," Capt. Wm. Killman, saß um II
Uhr in der vorletzten Nacht mit mehreren
Kameraden auf dem Vorderkastell, als plötz
lich einer derselben ein brennendes Slrcich
höl-chtii, womit er die Pfeife aoge-ändet
hatte, fort warf und unmittelbar darauf
eine Explosion erfolgte. Das Fahrzeug war
nämlich der letzten Unruhen an der virgini
schen Grenze wegen mit Gewehren »nd Pul
ver wohl versehen, und cm Theil des Letzte
reo war zufällig ans dem Verdeck verschüttet
worden. Leider erlitt dabei der zunächst
sitzende Jones böse Brandwunden an den
Händen und im Gesichte, ja, man fürchtet
sogar für die Sehkraft seiner beiden Äugen.
In erbarmungswürdigem Zustande wurde er
gestern früh nach dem östliche» Siaiionshause
und von dort nach dem Stadt Hospitale ge
bracht, wo aber leider wieder einmal kei«
Bett frei-war. S, mußte der arme Mann
noch weiter von Pontius zu Pilatus herum
geführt werden, bis n endlich im,.Bayziew-
Armenhause" die ihm so dringend uothweu
dige Pflege fand.
I m Sr er be n lag gestern spät am Abend
im „Marhländer UniversilatS-Hospital" JaS.
Scaulo», der Wirtb, welcher vor einigen
lochen In seinem eigenen Lokale einen gc
wissen Höre erschoß, nachdem er selbst schwer
verwundet worden war. Die Aerzte erklär
ten. daß der Unglückliche nur noch wenige
Stunden zu leben habe.
Beerdigungen. Die H H. P. Amt
mann und Joh. Roth, die beiden lmglückti
chen jungen Schwäger, welche am Sonntag
Abend am Fuße der Leakiustcaße in Folge
dcS Umschlagens eines Bootes in so tragischer
Weise ihren Tod fanden, wurden gestern von
Nr. 317, Ost-Lombardstraße, und von Nr. 22,
Eiid-Regesterstr., ans nach einem feierlichen
Todtenamte in der St. Michaels Kirche ans
der „Sweet Home-Cemetery" zur letzen
Ruhe bestallet. Als Hrn.
Amman« fungirten die H). Joh, Kecner,
Anton Albrecht, Adam Prenoel, Joh. Drau
buS. Joh. Neubauer n»ö Philivv Kaiser;
für Joseph Roth die HH. Geo. Weider, An
ten Foyt, Christoph und Friedr. Winterling,
Alex. Stumpf und Conrad Zeiberlein.
-- Frau Barbara Gering, Gattin des
Hin. Conrad Gering, Nr. 526, Oft Lom
bardstraße, die am typhösen ge
sterben war. wurde gestern Nachmittag unter
zahlreicher Betheiligung zu Grabe getragen.
Die Leiche wurde nach der lnth. St. E.nariu
elikirche an Carolinestraße, deren Mitglied
sie war, gebracht, wo Pastor Stürken eine
vom Herzen kommende und zum Herzen ge
hende Leichenrede hielt, worvus sich der Lei
chcvziig nach der „Bailimorcr in
Bewegung setzte, wo die Bestattung erfolgte.
Zahlreiche und schöne Blumeuspende» bedeck
ten den Sarg, und die Leichenfeier war eine
imposante. Es beteiligte sich auch sehr stark
Fiouenverein der Gemeinde» dem die
Verstorbene ebenfalls angehörte. Frau Ge
ring war in Aglasterhauscn, Großherzogthum
Baden, geboren und kam vor dreißig lah
reu nach Amerika. Ihrer glücklichen Ehe ent
sprangen fünf Kiuder, drei Töchter und zwei
Söhne, von welch' Letzteren einer verheira
tet ist. Eine 19.jahrige Tochter ging vor
drei Wochen mit Tode ab, und die übrigen
vicr Geschwister und der Wittwer betrauern
jetzt den Verlust der Mutter und Gattin.
Frau Elisabeth S'vitzer, über deren
Erlebnisse als blutjunge Einwandererin wir
kürzlich berichteten, gestern von Nr.
S3B, Pennsylvania. Avenue, aus auf der
„Loudon-Park Cemerery" zur letzten Rahe
bestattet.
Um 2 Uhr gestern Nachmittag wurde die
Leiche des in dem jugendlichen Atter von ZK
Johren uud tu den glücklichsten Verhältnis
sen lebenden Hrn. Eduard Ludwig von der
St. Lukas Kirche aus auf der „London Park-
Cemetery" begraben. Im Hause, wie in
der Kirche hatte sich eiue große Anzahl von
Freunden des Verstorbenen cingefullden, die
den Sarg mit schönen BouqnetS und Krän
zen geschmückt. Mitglieder der „Marhländer
Beneficial-Socieiy" trugen den Todten, der
seit Jahren ein thätiges Mitglied der Gesell
schast gewesen, zu Grabe. Hr. Ludwig hin
terläßt außer seiner Frau und zwei Kindern
eiue hochbetagte Mutter, drei Brüder und
eine Schwester.
Tie Beerdigung des am Dienstag Nach
mittag an einem Herzschlage gestorbenen
Hrn. Ludwig Nagel fand gestern Nachmittag
um 3 Uhr von Nr. 317, Süd - Bsndstraße,
auf dem „Mount Carmel Kirchhofe" an der
Trappe-Road statt. Der Gestorbene, welcher
in dem blühenden Alter von 29 Jahren so
plötzlich vom Tode ereilt ward, war in Ca
peva, Rheiliprovioz, geboren und kam vor
etwas über fünf Jahreu nach und
von dort aus hierher, wo er in der Brauerei
der Frau E. Berger, Süd - Bandstraße, Be
schäftigung far» und sich als tüchtiger Ar
beiter und guter Kamerad allgemeiner Liebe
rrfreuie, welche sich durch die Blumenspen
den, die seinen Sarg schmückten, dokumen
tiite. In Amerika hinterläßt er keine Ver
wandte, wrhl aber leben imaltcuHetmaths
lütide noch seine Mutter und seiue Schwester,
deren der Geschiedene stets in Liebe
Pastor Käßmaun hielt die Trauerrede, unö
Mitglieder der „Schiller - Loge Nr. 32" von
dem „Deutscheu Orden der Ha.ugari" tru
gen ihn zum Grabe, wo, nachdem der Pastor
ihm den kirchlichen Segen ertheilt hatte, der
Kaplan der Loge, Hr. K. Zehner» deu Ritus
des OrdeuS vollzog.
Arretirt. Der Neger Geo. BriScoe,
welcher angeschuldigt ist, das Haus des Dr.
Samuel Lynch von JacobSville, Aaue Aruu
dcl-Connty, beraubt zu haben, ward vorgc
steru vom Geheimpolizisten Scibolö nach lan
gem Suchen hier arretirt.
Bald vergessen. Am 22. Januar
saßen zwei junge Leute, John Gallagher und
Wm. Mullin, im Criminalgerichte auf der
Anklagebank, um sich gegen die Auklage, da»
Haue des Hru. Geo. Mooyer beraubt zu ha
ben, zu verautworteu. Gallagher wurde zu
3 Jahreu und 3 Monaten Zuchthaus verur
theilt, Mulliu indessen freigesprochen, da
man ihm den Bortheil des Zweifels zukom
men ließ. Mnllfn gab damals das Verspre
chen, in Zukunft schlechte Gesellschaft zu mei
den und einen besseren Lebenswandel führen
zu wollen. Bald waren jedoch alle diese guten
Vorsätze vergessen, denn bereits gestern saß
der junge Mann wieder auf der Anklage
bank, um sich wegen Mordangriffes anf eiu
Frauenzimmer in einem Bordell zu veraut
Worten. Der Vertheidigung gelaug es, dt-
Geschworenen zu bewegen, ein Verdikt, auf
Angriff lautend,abzugeben, undßtchterDuffy
sandte Mulliu auf ein Jahr nach dem Staats
arbeitshanse, wobei er deu jnugeu Mann au
sein früheres, so schlecht gehaltenes Verspre
chen erinnerte.
Juugen als Einb r e ch er.—Harry
D. Chambcrlain nnd Geo. Poung, zwei n»ch
sehr junge Männer, wurden gestern vom Po
lizeirichter Fitzhugh unter derAuschuldiguug,
in den Cigarreuladen des Hrn. Franz Fat
stenhammer, an der Ecke der Germau- und
Liberty-Straße, eingebrochen zu seia, für ih
ren Prozeß dem Gefängnisse überwiesen.
Chamberlain war in der neben dem Laden
befindlichen Bsrbierstube angestellt, foll sich
zusammen mit Poung vorgestern Abend bei
Schluß des Geschäfts im Keller versteckt ha
ben, und die beiden hoffnungsvollen Jung
ltnge sollen daun ein Loch durch die Schei
dewaud nach dem Cigarreuladen durchgebro
che« baben, aus welchem sie Cigarren und
eine Uhr im Gefammiwerihe von etwa tzZil
Kahlen. Ihren Raub verkauften sie au der
Chestnut Straße, wurden aber dabei von
dem Polizisten Spillmanu abgefaßt.
Die Großgefchworeneu deSTri
miualgerichtS erließeu folgeudc A 'kla
gen: Wm. Dicksou, Geo. Williams, Alex.
Taylor, Diebstahl; John Miller, EhaS. E.
Burke, Frtedr. Schmetzer, Johu und ChaS.
Elgert nnd Patrick Caffray, Angriff; Joseph
Katzeuberg, Mordangriff; Hugh
Chas. Krau, und Jos. Senger, Lotteriespiel:
August Dohrmarm, Spirituoseuverkauf au
Mtuderjährige.
Die sicherste Art uud Welse jene« angrei
feodeo Hllfieu loszuwerden, ist, Dr. Ball'S
„Hustco-Syrov" zu gebrauchen. Preis 25
Cent, die Flasche. (34)
Niemand veravtwortlick für den
Zufammenfturz der Werfte in
„Siord-Point-Tivoli."
Vor dem «retsgertcht von Baltimore
Coniuy zu Towvsoutowu wurden gestern die
Verhandlungen iu der gegeu Lowry I. Al
bert uud Franz DebiliuS erhobenen Anklage
der criminellen Fahrlässiqkeit beendigt. Die
Vertheidigung führte noch als Zeugen Hrn.
Debtlius und andere Angestellte der bekann
ten Barge „Cockade City" vor. Herr De
biliuS sagte aus, daß er deu Unfall nicht mit
angesehen habe. Io Bezug auf die Daner
ijafiigkeit der Werfte ist er der Ansicht, daß
sie für ihren Gebrauch stark genug war, um
ihrem Zwecke zu ent>pre»en,.trotzdem, nach
dem sie zusammit'geblochen war, es sich er
wies, daß ein Theil des Gebälks 1 Visit
Zoll tief angefault war.
Hatte die Werfte jedes Jahr untersuchen
und dieselbe kurz zuvor, ehe die „Große Armee
der Republik" ein Fest abhielt, gänzlich re
parireu lasse». Auch seien am Tage vor dem
Unglück beiläufig 1200 Personen zu gleicher
Zeit auf der Werfte gewefcu. Um Unglück
zn verhüten, sei an jedem Ende der Werste
eine Thüre angebracht, an welcher zweiWäch
ter postirt sind, die dieselbe nicht eher öffnen
dürfe», als bis da« Boot angelegt hat. Vier
Stunden vor dem Unglück hätten noch min
desteus 9VV Personen aus der Werste gestan
den. Die Werfte ist beiläufig 1100 Fuß und
der zusammengebrochene Theil derselben nur
L 0 Fuß lang. Die Pfeiler, auf welchen dre
Werfte ruhte, Ware» gut und nicht faul und
standen nach dem Uusalle »och fest.
Auf Befragen, ob dos Boot gegen die
Werste gestoßen sei, antwortete der Zeuge
„neiv." Es seien sechs Lampen auf d r
Werfte eutlaug und drei Lamven au der
Stelle angebracht gewesen, wo da?
landete. Am Abend, au welchem sich daS Un
glück e.eignete, waren die Fiammca zu hoch
geschraubt, weshalb sie rauchten, wodurch die
Glasscheiben geschwärzt wurden uud nur ein
schlechtes Lrcht verbreiteten. Die Lampen wa
ren mit Oel erleuchtet. Es wurdea j'iioch ?
bis 6 Lampeu vom Boote gebracht, um die
Werste zu erleuchte».
I» derselben Weise sagte» Peter DebiliuS
ein Bruder des Hrn. F. Debil.us, William
Roberts und Jame» E. Hudson " rs, woraus
dieVtliherdigung verschieöene Anträge stellte,
die sie deu Richtern ohne Argument unter
breitete. Staatsanwalt Burke hielt eine
kurze Ansprache an die Richter, worauf sich
diese zurnckzogeu und uach kurzer Berathung
eine aus „nichtschuldig" lauiende Entschei
dung abgaben. Dabei bemerkte Oberrichter
Aellott, daß der Angeklagte aus Grund der
erwiesene» Thatsache» freigesprochen worden
sei und man e» deshalb uicht nothwendig
hielt, die verschiedenen Rcchrspuukle, welche
während des Prozesses vou der
glivg hervorgehoben wurden, des Näheren
zu besprechen. Hr. DebiliuS uahm das Ver
dikt mit einer sichtlichen Erleichterung ent
gegen.
Ausstand der Schuhmacher der
Firma Ad l er, «> ch mi e r C 0 mp.
Die ausständigen Arbeiter obiger Firma
hielte» gestern Vormittag um 10 Uhr in Nc.
42, Pearl-Straße, eine Versammlung. Die
Berichte in den verschiedenen Zeitungen wur
deu einer näheren Besprechung unterzogen.
Der Behauptung der Mitglieder dcr Firma,
daß die Arbeiter, wen» sie nach Ausstellung
der Maschinen zu der von ihr vorgeschlagenen
- neuen Lohnskala arbeiten würden, denselben
Loh», als bisher, erziele» könnten, wurde
entschieden entgegen getreten; ebenso der der
zeitige» Möglichkeit eines CompromisseS, weil
die Firma keine Maschinell habe und, da die
selben nicht vorhanden, durch Ausstellung der
ncuru Tkala ihr Verlangen, die Handarbeit,
wie bisher, zu den reduzirten Preisen gethan
zu schen, dokumentire. Daß der Verdienst der
Albliier keiu so bedeutender, wie häufig an
gtNvu n>eu werde, sei, bei einer Reduzirung
dcr Preise zur Ernährung selbst einer kleineu
Familie nicht ausreiche, glauben die Arbei
ter am Besten durch ihre Lohnbücher bewei
sen zu könneu. Nach einer sorgfältig in der
Sitzung vorgenommenen Prüfung d?r Lohn
bücher belief sich der wöchentliche Erwerb ei
ne» BbslitzmacherS (Handarbei!) auf HB.!i9,
eines „Beschneiders" (Handarbeit) aus Hll.-
Vi!, eines „Autputzers" (Maschinenarbeit)
aus H 9.81 und eines „Zwickers" (Maschinen
arbeil) aus H>?.V3. Wemi sie nun zu den von
der Firma vorgeschlagenen reduzirteu Löhnen
arbeiten sollten, würde es unmöglich sein,
auch nur die nothwendigsten LebenSbedürs
nisse sür sich und die Ihrigen zu veröieneu.
Etn Comite von neun Mitgliedern (S. Bu!ch
manu als Präsident und A. Bachmann als
Sekretär) wurde ernannt, um etwaige Com
promiß-Vorfchläge Seitens der Firma ent
gegen zn nehme».
Die Ges ch ichte d er Musik. -Prof.
ASger Hamerik hielreu gestern im .Peabody
Musik Eonservatorium" einen höchst interes
snnten Vortrag über „die Musik im 13., 14.
uud 15. Jahrhundert."
Explvfiou, Brand und Unfall in
der Cr 0 ß str aße. Um 4V Uhr gestern
Nachmittag wurde die Feuerwehr nach dem
zweistöckigen Gebäude Nr. 263 uud 2«!?,
Croßstroße, berufen, in welchem sich das
Finchteillmachegejchäft der HH. I. G. Kraft
6 Comp, befindet. Hier war im Lagerraum
de« erstell Stockwerks iu Folge der Explosion
eiues Gasolinfasses Feuer ausgebrochen und
hatte sich schnell dem Holzwerke de» Gebäu
de« mitgetheilt. Dcr Schaden wird auf
52V00geschätzt und ist durch Versicherung ge
deckt. Da« Gebäude gehört deu HH. B. F.
Ulmaun Comp. Leider war bei diesem
Brande auch ein Unfall zu beklagen; Hr.
Christian Schleicher, ein junger Manu von
20 Jahren, welcher an dcr Weststraße wohnt
und in dem Etablissement beschäftigt war,
erlitt iu Fo?ge de.- Explosion böse Braud
wuvden an beiden Häuden.
Wahl Störenfriede bestraft.
Die Geschworenen drS CrimiualgecichlS sau
deu gestern Edward Carr und Henry Hamill
schuldig, am letzten Wahltage deu Neger
George Keunard, einen republikanischen
Tickethalter, angegriffen zu haben. Au» deu
Aussagen der Zeugen der
giug hervor, daß die Angeklagten den Neger
ohne Provokation mit Knüppeln niederschlu
gen. Richter'Duffy verurtheilte Carr zu
sechs Monaten Gnängniß und Hamill zu
neun Monaten Zuchthaus einer strengeren
Strafe, als die Angeilagteri anscheinend er
wartet hatten.
Klage gegen die Stadt. Die
Eroßloge des „Freimaurer - Orden»" reichte
gestern im StadtkreiSgerichte gegen die Stadt
Baltimore und den Steuer » Empfänger H.
S. Taylor eine Juhibitionsklage ein, um
den Letztereu von der Eintreibung der auf
vru Frklmamer-TtMpelumgelegten Steuern
abzuhalten. ES wird in der Klag- geltend
gemacht, daß nuter der Akte vou 13.6, amen
dirt die Akte von 1878, der Freimau
rer-Tempel uur aus deu kapitalisrrten Werth
seines Netto-Einkomm'nS Steuern zu rihsea
habe. Die Umlage ftlr diese» Jahr beträgt
j>72,M), welcher Betrag bei Weitem höher,
als der kapitalisirte Werth de» Netto Ein
kcmmcn« sei.
Einwand gegen etn Testament.
Im Wcisengerichte wurde gesteru der von
Fannie Wissert gegen die Anerkennung des
Testaments vou Joseph Wissert erhobene Eiu
wand argumentirt. Es handelt sich dabei
um die Frage, ob eine Best'mmuug, welche
der Verstorbeue nach Auslage de« I. A.
Heldmavn eine Wsche vor feiuem Tode ei
genhäuöig 'u eill Banibuch niedergeschrie
ben, als Testament anzuerkennen sei oder
uicht. Das Gericht behielt sich die Eatschei
dung vor.
Entschädign ngsklagt. Jame»
S. Sauds verlangt tu einer im Superior
gericht anhängig gemachten Klage für unbe
gründete Beschuldigung, gestohleu zu haben,
und uugeseHiiche Arretnr H1V,030 Entschädi
gung.
Großer ErösfuuugS Luufch.—
Hr. Nikolaus Märtz. ein früherer Braumei
ster bei Hrn. S. Helldörfer, hatte gestern
Abenö zur Einweihung feine.' Wirthschaft,
Nr. 37, O'Dounellstraße, Carrion, einen de
likaten Luufch aufgetischt, dem von den Gä
sten. welche sich das schlechte Wetter oichi
verdrießen liefen, fleißig zugesprochen wurde.
Auch musijirte Hrn. Prof. Hobner'S Musik-
Corp«, und Jedermasu amüsirte sich auf's
Beste.
Vermischte s.—Das hiesige hydrogra
phische Büreau hat soebeu eiue Copie der
ueu-n Lootseukarte vou Nord Caroltaa er
halten.
Der Schade», welcher vorgestern Abeud
durch deu Braud in Johnson ck Suttou'«
Kurzwairevgeschäft verursacht wurde,beläuft
sich nur auf H 175, uicht auf tzISOO, wie alle
Ziltungeu gesteru irrthümlich meldeteu.
Oberritter Flaherty und andere hiesi
ge „St. Patricks Ritter" wohnteu gestern
Abeud einem Bakle der Washingtoner „St.
Patricks-Rttter" in „Abller'S Halle" bet.
Frank W. MarraH, welcher am Mitt
wcch» Abende vom Polizisten Breunan ver
haftet worden ist, wurde gestern vom Poli
zeirichter Fitzhngh sür seiueu Prozeß dem
Gefäuguisse überwieseu. Uud zwar soll er
Hru. Karl Heiutz Würste im Werthe ova
gestohleu haben; Hru. A. G. Edgar Vau Nr.
73, Smith'S Werfte, mittelst Eiabruche»
12.5«, und Hrn. A. H. Stumpf vou Nr. 56,
Southstraße, eiue kleine summ: Geldes.
Der Böhme Lorenz Skoresch, welcher
vorgesternAbeud verhaftet worden, weil er sei
ueFrou unbarmherzig geschlagen hatte.wurde
gesteru entlassen, da dre Frau uicht al» Zen
giu gegeu ihn auftreteu wollte.
Wm. Dickersoo wurde gestern auf eiueu
vom Criminalgerichte von Baltimore au»,
gestellten Haftbefehl hru festgeuommen! uud
dem Echtliff Birey überliefert, um sich auf
eiue Anklage wegeu Diebstahl» einer Qu»
tität Baumwolle zu verautworteu.
Der „Verein der Jllinotser
Presse" in Bal ti m vre. Die Mit
glicder des „Vereins der Jllmoiser Pressc."
welcher sich seit dem 2. d. M. auf eiuer Tour
durch die östliche» Siaate» befindet, besuchte
gesteru auch unsere Sladt. Die Herrschaften,
etwa 90 Herren und Dame», trafcn um 10
Uhr 40 Mio. auf dem hiesigen Camden-
Bahnhofe ciu »od wurdeu von einem au« den
HH. H. S- Dulaney, T. B. Eiker, L. A.
Sandlaß, und deu Dameu Auuie Wilson
und Lizzie Hogcndorf bestehende» EmpfallgS-
Comite begrüßt, welches sie iu Kutschen »ach
dem grsßartigen Etablissement der „Karl A.
Vogcler Compagnie," dercn Gäste die Jlli
nviser bekanutlich find, geleitet. Hier ec
össnete wa» ihve» eine» Einblick in das Ge
triebe rm'o in alle Departements des Riesen
geichäflS, und uamevtlich errcgtc natürlich
das umfangreiche »nd auf's Praktischste ein
gerichtete Druckerei Departement ihre v?lle
Allfmerlsawkeit. Gegen Mittag wurden sie
in Kutschen »ach dem Raihhause geleitet, wo
sie vom Mayor arrs's Liebenswürdigste be
grüßt »nd durch alle städtischen Büreanx ge
fuhrt wurdeu. Eiv Diner im „Carrolllon
Hotel" folgte, uud alsdann unternahmen die
Herrschaften ctnc Spazierfahrt durch die
Siadt »ach dem Gebäude des „Christlichen
Jünglingsverein?," nach der „Prart'schen
Frei Bibliothek," nach der „Johns Hopkins
Universität," nach bcc „Musik Akademie."
»ach dcr „Baliimorer höhere» Knabenschult"
usw. Die Fahrt nach den Parken gab man
indessen des Wetters wegen aus, man
lehrte vielmehr uach dem „Entaw Honsc"
zurück, wo um 8 Uhr da» Souper servirt
wurde. Die Gäste, »uter dc«e» wir beson
ders Hr». C. Hetlifelder »esst Gattin und
Mutter von der „Belleviller Zeitung"
Hr». A. Lieberkuechl von der „Genessee
TimeS" »er.ne», wurden in dem festlich mit
Immergrün und Guirlande» geschmückten
Saale von de» rauschenden Weis.'.» ein s
Musik Corps empfangen, und der Mayor
unserer Stadt selbst sührte den Vorsitz an de.'
mit ollen Delikatessen der Saison reich besetz
teu Tafel, auf welcher es natürlich auch an
den besten Weinen unser» uud anderer Län
dcr nicht fehlte. Die ausgebrachten Toaste
wurdeu von de» HH. I. W. Clinton, I. L.
HawkinS aus Chicago, Mavor Latrobe, Hrn.
I. G. Pangbor» u. A. beantwortet, und
namentlich begrüßte das Stadtoberhaupt die
Gäste mit herzlichen Worte». Viele der Letz»
tere» erhöbe» sich schon frühzeitig von der
Tafel, um auch »och den Theatern eiueu
Besuch abzustatten, während die Uebcig-n
uoch eiuige Strmden gemüthlich verplander
lc». Heute werde» die Herrschasten ihre
Rückreise nach Chicago antretcn, falls ihnen
Dies nämlich die Hccyflnth gestattet
Der Protest unferer Geschäfts
leute gegen da« Achtstuoden-Ge
setz.- Das Comite des „Verein» der Kauf
leute und Fabrikanten," welche» beauftragt
wordcu war, mit dem Staatrsenat» Comite
für die Arbeiler-Gesetze zn conferireu, reiste
gestern Vormittag um ziv Uhr uach Anua
ptliS ab. Es bestand aus den HH. German
H. Hunt, William H.mry Balöwin, T. W.
Johnson, E. L. Barilett, Horace Ttinglnff,
I. Frank Supplee uud Irving A. Bück. In
der StaatShauptstadt statteten dieselben zu
erst dem Gouverneur cirrcu kurzen Besuch ab
uud hielten daun eine lange Confe^e»'mit
dem genannte» Cemite, wahread welcher
sämmtliche Herren in mehr oder minder ein
gehender Rede ih.e ?nsichten über die osfi
zieäe Abkürzung dcr Arbeitzeit darlegten.
Ihre Argumeute waren dieselben, welche sei
ne.' Zeit in der Spezial V-rsammlnng des
große» kansmälmischen Vereins geltend ge
macht worden sind, d. h sie liefen alle darauf
hinaus, daß das Achtstunden Gesetz den Ge
schästkiutcikssen Maryland s in hohem Grade
rechthnlig 'ein würde.
Polizeiliches. Wm. T. Williams,
Besitzer eir-cr Wirihschast in Nr. 43, West
Fayktefir., wurde gester» Nachmittag unter
der Anschuldigung eines ihäilichcn Angriffs
auf den Bieransfahrer Chas. Meyer verhaftet
uiid sür eiv weiteres gerichtliches Verfahren
vorläufig gegen Bürgschaft entlassen. Wte
wir hören, forderte Meyer von
Bezahlung sür zwei Fässer Bier, und da die
ser nur eiu Faß zu fluiden behauptete, kam
es zu heftigem Wortwechsel. Schließlich soll
Meyer sich mit der Zahluug sür ein Faß
vorläufig zufrieden erklärt haben, und wäh>
rer.d kr das Geld vom Schenktische nahm,
soll ihn Williams plötzlich in brutalster Weise
in s Gesichr geschlagen haben. Die Verlet
zungen des Mißhandelten sollen nicht gan',
unbedeutend seien.
Geo. Matthews, welcher sich eines
thätlichen Angriffs auf feine Frau Ellen
schuldig gemccht habe» soll, wurde gestern
vom Polizeirichter Rhodes sür feinen Prozeß
dem Gefängniß überwiesen.
Freigesprochen wurde gestern im
Crimivalgericht der Neger Charles Owens,
welcher angellagt war, am 22. Januar einen
uuauständigc» Angriff auf Frau Jennie
Doyle an Linden Avenue gemacht zu haben.
ES gelang dcr Vertheidigung in kurzer Zeit,
riuen Alibibewcis zu erbringe».
GerichtS-Nerhaudlnngen.
Stadlkreisgericht. (Vor Richter
Fiihcr.) Willgrubs geaen Foß, Jnhibitions
klogc und Antrag auf Eruennung eines Se
questers; unter Verhandlung.
Common PlcaSgcrichi. (Bor
Richter PhelpS.) Der Gerichtshof war heule
nicht in Sitzung.
Crimtvalgericht. (Bor Richter
Dufsy.) Registrande für heute: Aug. Resch,
I. M. Eould, John Clary, Elisabeth Fer
guson, Hallen ctlics unordentlichell HanseS;
Carrie Hvffmaun, Negerin E. Williams,
Negerin Mary Wiley, Negerin Emma Cac
roll, Lizzie Howard, Lizzie Douglaß, Thos.
Hyiov, Amelie Thomas. Teo.Mitchell, Klara
Mitchell, Halten eines Bordells: Henry und
Mary Bovdmao. Hehlerei; Wm. Dtckerlou,
Diebstahl. Neger John Thomas, Diebstahl,
niedergeschlagen; Wm. Wilson, ditto, 2j
Jahre Zuchthaus: Charles Owens, Angriff,
freigesprochen; Wm. Mullill, ditto, 1 Jahr
StaatSarbeitShauS; Edward Carr» ditto. 6
Monats Gesäoglliß; H. Hamill. ditto, !> Mo
nate StaatSarbettdhauS; Jame« Brady,
Diebstahl, freigesprochen; Perry Albcrt,
Schändung; unter Verhandlung.
Waiseugcrichl. (Vor den Richtern
Liudsay, Carroll und Gaus.) Es erhielte»
D W. Falliv, Michael I. McGanu ». G.
France gerichtliche Vollmacht zur Verwal
lung der persönliche» Hinterlasfeuschafteu von
Snsan A.Fallin, Maggie E.McSaun, Mary
C. McGann und John Horn resp.
Snperiorgericht. (Vor Richter
Stewart.) Hyatt gegeu Polland, Contrak!
Bruch: unter Verhandlung. H. JlNwold ge
gen Charles Caldwell, Verdikt fücsl-tZ.Ot
Stadtgcrich t.—(Voißichtcr Brown.)
Smith gegen Friedenwald; zurück gezogen.
Redding gegen Dich; uach dem superior-
Gericht verlegt. Graham gegen N-wbol»;
abgewiesen. Krantz gegeu Kirchmayer:
Verhandlung.
Lokalberichte aus Washington.
Washington,?. Februar. Al» ge
steru Abend mehrere Knaben auf der'.». Stra
Ben-Wcrfte mit einander spiclteu, stürzte W.
Bop Dischmau» i» de» Bach uud ertrank.
Die Leiche wurde später heran» gesischt und
nach der Behausung der Eltern. Nr. 706, F.
Straße, Südwest, gebracht.
Al» der bekannte farbige Politiker Fr.
Douglaß sich neulich mit seiner weiße» Frau
verehelichte, dachte er wahrscheinlich nicht
darau, daß ihm dadurch Unannehmlichkeiten
entstehen würden. Jetzt ist aber schon eine
Wolke am ehelichen Himmel aufgestiegen.
Frl. Louise Sprague, eine Mulattin und
Schwägerin eiver verheirathetell Tochter
Douglaß'. die bisher die Stelle al« Haus
hälterin versah, will ihn auf Schaden
ersatz sür geleistete Dienste verklagen. „Da»
kommt davou!"
Hr. Richard W. Carter, viele Jahre
lang einer der bedeutendsten hiesigen Schnitt
waarenhändler, ging gestern in seiner Woh
nuug au der 12. Straße im 75. Lebensjahre
mit Tod ab. Er hioterläßt eine Frau uud
vier Kiuder.
Der Architekt Emil S. Friederich von
Nr. 323. Ost-Capitolstraße, stand heute vor
deu Schranken de» Crimmalgericht» auf Be
treiben eine» Frl. Mary Murlio, etues frü
heren Diillstwädchen» in seinem Hause, die
ihn beschuldigt, sie am 25. Januar gewalt
sam zn küssen versucht nnd ihr einen »nan
ständigen Antrag gemacht zu haben. Friede
rich wurde zu 51V0 Strafe verurthcilt.
Frau Anua E. Schramm, die Besitze
rin des Kosthaufc« Nr. 1327, F-Straßc,
wurde gestern anf die Auklage hl» arretirt,
Henry W. Kelly, einem ibrer Kostgänger,
der gerade in den Besitz vo» Wcrbc- uad
Pcvsioosgcldcr gekommen war, 51370 gc
stöhlen zu haben. Sie wird vor Richter Suell
ein Verhör bestehe».
Hülfs-Marfchall I. Harris traf gestern
mit Frank Bocklcy, alias Bucky Taylor, von
Philadelphia hier ei», dessen Termin im
Cherry Hill Gefängnisse, wohin er wegen
Einbruches geschickt worden, gestcro abgetan
sen war. E« schwebt hier gegen ihn eine An
klage, gemeilrsam mit Horace Horan, alias
Liltle Hor-ce, und Georg Carson, alias Hay-
Wood, am 2. Jnli 1880 Hrn. G. H. B.
White, den Kassirer der „Nati-nal-Metropo
liiali-Bavk," »m Obligationen n. s. w. im
Betrage von tz 5600 bestohlen zu haben. Buck
ley wurde dem Gefängnisse überwiesea.
Baltimore? Viehmarkt.
«laremonttr viehhös«.?. Februar 18»».
E-t>welne. betrug seit Montags l».
verlaust. Die Preise sind seit iedlcn Montag gestiegen
und varnren jetzt »wisten bt» ««m«. dieselben
werden wahrscheinlich l»» näqftrn «»„tag n»ch höher
steigen.
eckioof« und »Immer. Fusudr selt Monta« so
Sillck, »»» welchen rein« zum vertäu!« »»lhan,«n
Grundstücks Uebertragnngen.
A. S. Abell an I. Duer, HSSO. Conrad
Sauer an H. Smith, Grundstück Westseite
der Register-, nahe Lombardstraße, 12 bei ttlt,
HI2VV, Gr. GI3. „Merchants'ck Mechantc»'
Permanent Bau- und Land-Compagnie" aa
H Mark», Grundstück Westseite der Wolf.
nahe Chewst.aße. 12 bei 75, Gr. tz'B
Louise A. Mum uud Gatte an B. Gorman,
Grundstück Nordwcstseite der Biddle, nahe
Boltonstraße, 16 bei 86, H 2025, Gr. 132.
S. Snowde», Verwalter, a» S R. Ster
ling, Grullüstück Nordost Ecke der Preßtmau
imd Mollutstraße, tz 725, Gr. ?72 Mattkew
Neilly arr H E. Arnes, Grundstück Oslseite
des Broadway, nahe Madisonstraße, lö bei
Ü2. 51, Gr. Hd 3. John Bey an P MileS,
G.uodstück Westseite der Bethel-, nahe Alice
Armstraße, 2i> bei VI, Jos. M. Cone
an C. H Williams,zwei
John H. R. Warner an I. S.
Grundstück Nordostseite der Madison-Aveuue
nobe Roberlstraße, 25 bei 128, j!sovv, Gr.
H2SV. Luther M Reynolds. Zestamellts-
Vollstrecker, an W. C. ReillU, Grundstück
Südwest-Ecke de. Gav- und Ballimoresir..
H 5. Gcorgc M. Gill, Verwalter, an W. F.
Frick, Grundstück Südwestsette der Park-
Aver,nc, nahe McMechiostroße, 18 bei 150,
Isaak Baum an L. StrasSburger,
,wet Grundstücke, Gr. 568. „Süd-
Pacastr. Bauvcrein" an A. Setftrt, Grund
stück Sü.ostseite der Washtugtoa-Road, nahe
Stockholmstraße, 12 bei i>o. Tz",. Gr. Tz! 0.
E. H. Brown an A. Schmidt, 3Grundstücke,
chlOZO. Mary I. Chason an P. M. Brooks,
Grundstück Ostseite dsrCeutral-Avenue,uahe
Prestonstraße, 17 bet 100, Gc. tzls.
John F. Smith, TcstomcntSvollstrecker, an
F. Blank, Grundstück Of.seite dcr William .
»ahc Croßstroße, 12 bet 42, Hl. LucinS C.
Pvlk, Verwalter, an I. M. Cone, 3 Grund
stücke, Hl, lobn Kupcr an I. C. Geber und
Frau, Grundstück Ostsetle derCalhonn , nahe
Kuperstraße, 12 bei 71, tzBoo, Gr. H 36. John
Kuper an I. S Schmuck, Grundstück Oft
seile der Calhoun , nah- Kuperstraße, 12 bei
71. Gr. 5 !6. Älonzo M. G. Gortoa
an H. L. Brack, Grundstück Ostseite der Dnr
»ahc Eagerstraße, II bei 50, j,450.
Gr. H 22. I. Thomas Smith. Testaments
vollstrecker, an C. Murray. Grundstück Ecke
der Rose- und Eniawstraß-, Hl 5. Prudeucio
de Murguiondo au M. E. WaterS,!» Grulld
stücke, HIS.LOO. John Kuper an E. Werden >
Hammer, Grundstück Ostseite der Calhoun-,
nahe Kuperstraße, 12 bei 71, HBOO, Gr. G 36.
Lewis A. Robinson an F. W. Trlmble,
Grundstück Nordoftfeiie der Division , nahe
Bakerstrase, 12 bei 35, 51200, Gr. §62.
Charles W. Ridgely, Testamentsvollstrecker,
an M, McC. Maslin, Grundstück Westsettc
der Greeiimonnt Avenue, nahe Truxtoustr.,
15 bei 150. tz?00. Charles W. Ridgely.
Testamentsvollstrecker, an M. McC. MaSIM,
Grundstück Westseite der McDonogh , uahe
Chaseflraße, 14 bei 83, 5638. Charles W.
Ridgely. TestamentSvollstrecker.an M. McC.
Mailio, Grundstück Westseite ddr McDo
nogh-, nahe Eagerstraße, 13 bei 80, 57!>Z.
Charles W. !lildg!ly, Testamentsvollstrecker,
an M. McC. Maslin, Grundstück Westseitc
der Ann-, uahe Chewstraße, 13 bei UZ, tzBoö.
Charles W. Ridgely, Testamentsvollstrecker,
an M. BkcC. Masltn» Grundstück Nordwest
Ecke dcr Raborg- nnd Pinestraße, 5550. C.
W. Ridgely, Testamentsvollstrecker, an M
McC. Masltn, Grundstück Ostseite der Ca
nal, nahe Lombardstraße, 12 bet 65, 5180.
William H. Emig a»M. I. Emig, 6Grund
stücke, st.
Joshua Shipley und Frau an Elijah S
Tyson. Lohn H. Kalb, jun , uud Frau au
Palrick Hessen. John T. Pfister uui> F.'au
»u I. H. Pfister. Robert A. Whitefield an
I. G. William Bowen an Thos.
W Ford,
«ckiffSnacNricvteu.
Der Dnn pscr „Eustace" ist gestern in be
fchädigttui Zustande von hier io Leilh ange
kommen.
Der Dampfer „Menlmore" traf gesteru
v?u hicr in Liverpool ein.
Der von hier nach Ar.twe.p?n bestimmte
Donpfer „Deronda" erreichte vorgestern den
englische» Kanal.
Inland.
Ne >v ZI or k, 7. Febr.— Angekommen :
Dampfer „Wyoming" und „England" von
Liverpool, „Rhälia" von Hamburg, „Can
ton" von Japan »no „Sl. Vaurent" von
Havrs.
Gestern von hier abgefahren: Dampfer
„Pavouia" uach Liverpool, „Dc.imalk" nach
Londov, „Sorrento" nach Hull und „Ben
Hope" nach CardenaS.
A USland.
London, 7. Februar. Der Dampfer
„Nederlaud," vou New Aork uach Antwer
pi» unterwegs, errctchtc heute deu euglischcii
Karal.
Der venNew ?)ork hierher bestimmte Da«-'
pfer „Grccce" passirte gestern die Scilly
Insel».
Heute passirte dcr von Savannah nach
Bremen bestimmte Dampfer „Clintonia" Li
zarv-Poiltt.
Havre, 7. Februar.—Der Hamburger
Dampfer „Wielaud" ist gcster» »ach New-
Pork weiter gefahren.
Southampto», 7. Februar. Der
Bremer Dampfer „Oder" fuhr gesteru uach
Ncw-Aork ab.
Aurwerpen, 7. Febr.—Der belgische
Dampfer „Vaderland" ist gestern »ach Pht
lab-lphia abgefahren.
Amsterdam. 7. Febr.—Der Dampfer
„Amsterdam" ist gestern vou New Hork hier
angekommen.
Moville, 6. Februar.—Angekommen:
Tpfr. „Scandiliaviau" und „Mauiloban,"
resp, von Portland nnd Boston nach Glasgow
bestimmt.
Liverpool, 6. Febr.—Angekommen:
Dampfer „He'per" von Charleston, „Kepler"
von New Orleans und „North Britain" voa
Savanvah.
Ter Dampfer „British Crown" fuhr heute
nach Philadelphia ab.
Dcr Dampfer „Veuezuelan," von New
Orleans hierher bestimmt, passirte heute
Brow Head.
Messi na, 6. Februar. Dcr Dampfer
„Ziriacna" ist heute von hier uach Boston ab
gefahren.
Larne, 5. Febr.-Dcr von Glasgow nach
nach H 'i . bestimmte Dampfer „State
of Nevada" ist vorgestern von hier weiter
gi'ahreo.
Marseille, 5. Febr Der Dampfer
„Indipendentc" traf vorgestern von New
?jork hier
Unsere ausländische Post.
Das amtliche Resultat dir im 12. hau
nover'ichen Wahlkreise stattgehabten ander
weiten Wahl eines ReichStagSabge
ordne teu ist folgendes. Es wurden im
Cal'Zcn 12.745 Summen abgegeben, davou
erhielt Rittergutsbesitzer Karl Götz von
Ohlenhuseu (Welfe) 7148, Commerziearath
Karl Rabbethje in Einbeck (nat.-lib.) 5458
Stimme», der Erstere ist sonach gewählt.
-In Fraueuberg hat sich, wie die
„Budwciscr Zeitung" berichtet, am ». Ja
nuar ein entsetzltcheSU»glück ercig
»et. Tag« znvor war das Dach der Mn
»itzer Remise abgebra»llt. Eine Anzahl
Leute, zumeist Fraueubcrger Insasse», wareu
mit dem Abräume» der Heuvorräthe beschäf
tigt, als plötzlich eiue Mauer einstürzte und
auf die dort beschäftigten Persoucu stcl.
Sechs derfelben wurdeu sofort getödtet, vier
fchwer verwundet. Voa deu Verletzten ist
einer auf dem Traueport ill das Spiral ver
schiede».
In mehreren Münchener Lo
kaleu wurde dieser Tage ein Flugblatt,
„der Rebcll, Organ der Anarchisten deut
scher Sprache. Freie VolkSdruckerei Gemeill
gut in Nirgendsher»," verbreitet. Ja der
Vorrede wird daraus hingewiefrn, daß die
Herausgabe dieser zweiten Nummer verzö
gert werdeu mußte, bis eiue geeignete Or
ganisation zur entsprechenden Aktion dersel
beu zur Seite stehe. Da« sci nrm erreicht, e«
werde der „Rebell" mtthirr allmonatlich er
scheinen uud zwar im geheime» Drucke tu
Deutschland. Da» Flugblatt fordert alle
„thatkräftigen Elemente" auf, sich um da«
Bauucr der Anarchisten zu fchaareu, damit
der aufgeuomrneue Kampf mit Nachdruck ge
führt werden köuue. Dre in Aktionizruppen
organtsirten Genossen werden ermahnt, da
für Sorge zu trage», daß die Theorie n der
Anarchiste» i» die Praxi« übergehen. In
seivcm ersten Theile schließt der Aufruf mit
den Worten: „An die Arbeit. Gcaosstn!
Hoch die soziale Revolution !" Al» Fordern»
gen der Partei werden sodann vollständige
Beseitigung jeder Herrschaft, dte Abschafsuag
de« Staate«, der Autorität der Gesetze, de«
Etgillthum« und der Religion bezeichnet.
Mit der Crmahouug, die „Kriegskassen zu
füllen," schließt der Aufruf.
Iu London fand am Samstag ein Ban
kett zum Beste» eine« frauzösijchcu Hospitals
statt. Der französische Gesandte Waddington
hielt bei der G, legeuhett eine Rede, i» wel
cher er auf die Nothwendigkeit der Erhaltung
der freundschaftlichen Beziehungen zwischen
Euglaud uud Fraukreich hinwies.
Jetzt ist die Gelegenheltl
Line Flasche vou Hunt'« Jllsekleupulver,
da« mau mit Umficht in die Bettstelle »u»
die Ecken and Winkel streut, erspart manche
spätere Mühe nnd Plage. Pret« »S Cent».
Zu haben bet Seth s. Haner, Nr. 108.
Wig>Baltt«rorestrabe. (S»-j

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