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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, February 28, 1884, Image 4

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Der Deutsche Correspondent.
«»lti»»re, deu SB. FebruarlSST.
«i fi
o"
Samstag Mend?!.. .".„Faust."
Kord » Overnbau«. —ltiie Woche Gu» Silliam«
tn »tßlner dei'tlekar.teste»" oter „New»N»tt » Trot«
ioire."
?r»»t<lrat«n-Id«a««r. Jeden «dend dieser
»«che und Dienstag und Freitag Nachmittag „der >ta.
ltemsche Zllchtiing."
Wi«»->tus«um Atom und leinLntel Ad
miral Dot. . „ .
..»atdo«s»c «obltbatlgkeit» «egion -
P««t« große» Sacred im großen saale
Ued«ltch« «leä>!att'.""^
Gcht««el.» „Vrchtftrlon den
2V. Febr..
Stadt Baltimore.
M Tage«»c»igktlttn, uustre auSläudi
sche Post. Lokalia, von See und Hase«, Be
richte aus dem Jlluer« de« Staate« und
Grundstücks - llebertragullgen sich- dritte
Seite!
Eine erfreuliche Rachrickt.
Vo» Washington ging nn« gesteru die er
frculiche Nachricht zu. daß Hru. Hoblitzell's
Bill zum BaueeincSdieChesapeakc
uud Delawart'Flüssc verbinde n
dcu Kanals vom covgrrssionllltn Unter
hauS-Cvmite für Etsenbahiie» und Kanäle
günstig cinberichtet und al« erster Schritt,
um tvdlich den sctt Jahre» empfohlenen
„Marylau d-D elawarcr Schiff«
Kanal" zn bauen, eine Lerwilli
gnug von rtner Million Dollars
beautragt worden ist. So habcn also doch
dte veuliche Invitatio» der Congreßherre»
uud die Baifahrt ein gute« Resultat gehabt.
Millionen liegen brach rm LundcSschayamtc,
uud der Congreß könnte ebenso gut gleich 1»,
Wik 1 Million verwilligcn. Auf 15 Millionen
Dollars wird bckaimtlrch der Bau de« Ka
nal« veraufchlagt, der für Baltimore nicht
uar» sondern anch die Bundeshauptstadt und
deu ganzen Westen sich al« eines der wichtig
sttn Unternehmen der Neuzeit erweisen würde
Iu einer un« zugegaugenen Corrcipouden;
wird deu Bemühungen de« Hrn. Hoblitzell,
da« Kanal-Unternehmen wacker gefördert zu
habeu, Lob gezollt. Dte Meinung der Comite
glieder begünstigte die vielbesprochene uud
bereit« vermessene Choptank-Rsute als dic
beste, da dort nicht, wie iu dem nördlicheren
Sassafras Flusse, winterliche EiZb-helligiing
zu befürchten fei. Es ist rn bemerken, daß
gleichzeitig mit dcr vorgeschlagenen HlMg,
Vvo-Berwillrguug das Comite HI,WO,ODO
Berwtllignng pro Jahr sür den Erie-Kanal
uud deu Ban eines Schiff? Kanals zwischen
dem Union-See im Washington Gebiete uud
Paget « Suud vorschlug.
Au» der TtaatShauptstadt.
Su« dem Waiscngericbte.—S>yu»« der »laat«-
A un a p 0 l i s, 28. Februar. Charles
Stanley verlangte heate vom Waiscugerichte
gerichtliche Vollmacht zur Verwaltung des
persönlichen Nachlasses von Elisabeth A
Hodge«, uud Gcorgc W. Watson desgleichen
zur Verwaltung de« Nachlasses von Rath E.
Erling.
Die Coullty Comtnifsäce zogen aber
mals da« Projekt zur Anschaffung eines Dam
pfer« für die Fähre übcr deu Scoeru-Fluß
ill Erwäguug, gelangten aber zu keinem end
gültigen Resultate. Mau hat mit m;brercn
Dampfer - Eigenthümern Unt-rhaudluageu
augekllüpft. uud cs wird wohl demnächst et
wa« Definitives geschehen.
Die Staatsbantenbehörde hielt heute in
der Amtsstube des Gouverneurs etne Ver
sammlung : Gouv. McLaue, «Staatsschatz
meister Compton uud Controleur Turner
waren anwesend. Eine Delegation von Ce
til Touult» ersuchte nm deu Verkauf de« An
theile«, den der Staat au der „Bohemra
Bridge-Cv." besitzt und der eiueu Werth vou
etwa hat.
GesetzgebuugS-Wlosscu.
Aunapoli«, 27. Februar. Hr. K
Wiener wird morgeu dtc folgende Bill als
Substitut seiner bisherigen Vorlagen gegen
dte Creirung weiterer unablösbarer Grund»
rcuten im Delegaten-Hausc einreichen: „1.
Set verordnet, daß das allgemeine StaatS-
Gesetz (Art. 24, Adschn. 1> hierdurch wider
rufen v. folgeudermoßcu erneuert wird: keiue
Landpachten auf eiue längere Zeit, als 2V
Jahre sollen uach dcm 1 Jau. 188? im Staate
Maryland zulässig sei», e» sei deuu, daß der
Vertrag eive AblösungS-Klansel crhält, wo
nach die Pachtsumme zur Rate vou 6 Prozcut
lapttalisirt wird, uud Diese« soll wenigsten«
alle zwanzig Jahre geschehen: Da» heißt, be
sagte Grundreute kann aus 19 Jahre uuab
löSbar sein, im 20. Jahre ist sie abzulösen:
weuu fie aber »icht abgelöst wird, dann soll
fie auf weitere neunzehn Jahre unablösbar
sein u. s. w. Und wenn irgend ein Pacht
sür eine längere Zeit, als 20 Jahre abge»
schlössen wird» ohne daß der Vertrag eiue
Ablösnngs Klausel er-lhäll» so soll die Grund
reute Dkffcu ungeachtet in jedem 20. Jahre
ablösbar und die Sblösarg ein gesetzliches
Recht dc« Pächter« fein."
Dtc Gefchäfte dcr Gesetzgebung waren ge
stcru wieder »U riAdt, Bills, Beschlüsse :c.
jcdcr möglichen Art gingen ein; die Folgen
der Montag» - »»«Spree" haben wieder le
gislatorischem Fleiße Platz gemacht. Herr
Handy reichte eine Bill zur Ausdehnung der
Befugnisse, resp. Ausdehnung de» Schienen
wege« durch mehrere Straßen der Stadt und
de« SouutyS Baltimore für die „Highlaud-
Poiut-Breczer Passagterbahu" ciu; Hr. Wie
ner zur Verwilliguug vou tzZMZ für die iu
Baltimore in « Leben getretene Handwerks-
Schule n. s. w.
Dcr Senat war hcnte Mittag in Exekutiv-
Sitzung. Es ging in derselbe» etwas stür
misch her. Dte Beraolaffuug gab eiue Zu
schrift de« Gouverneur«» in welcher derselbe
«m Erlaubniß zur Zurückziehung der frie
devSrtchterltchen Ernennuugcn für den drit
teu LegiSlatur-Bezirk vou Baltimore nach
suchte. Als Grund gab der Gouverneur au
daß er sieben Friedensrichter ernannt habe,
während der Bezirk our zu sechs berechtigt
sei; andererseits aber wurde behauptet, daß
der Gouverneur nur die Zurückziehung des
Namens vou Alcx. M. Briscoc uud die Sub
pitutruvg de» von Cha». E. Key« beabsich
tige. Hr. Key» uud scioe Freunde kamen
gestern mit einer Petition» welche 1721 Un
terschriften enthielt» uach Annapoli» uud
drangen bei de» Senaioreu auf dic Verwer
fung BrtScoe'S. E« veraulaßte Das eiue er
regte Debatte, dte schließlich damit cudigtc,
daß da« Ersuchcu dcS Gouverneur« nicht
acceptirt und dic Ernennungen an das Exe
tniiv-Comite überwiesen wurden, um Be
richt über dte Zulässigkeit de« Ansuchen« de«
Gonvelveur« zu erstatten. Eine Menge
Eouvty.Eruelmukigen wurde bestätigt; die
Bestätigung der für Baltimore ernannten
Wahlanfsehcr auf Antrag dc« Hro. Gill bi«
Dienstag zurückgelegt.
Eio Comite der staatliche« Schal-Com
missäre, au dessen Spitze Hr. A. B. Davis»
hatte heute eine längere Couscrenz mit dem
Comite über CrztehurigSwesen und schlug
verschiedene Gesctzäilderungen vor, protesttrte
aber mtt Nachdruck gegen dte Annahme der
Btll deSHrv. PlaSkitt» welche dte Aushebullg
dcS Schulbücher Geldes verfügt. Passire dtc
Bill, so würdeu bedeutendere staatliche Geld-
Berwilltgungen, namentlich für dicTouutte«,
nöthig. E« werde dadurch sowieso Nicht« er»
reicht, deuu schon unter dem alteu Gesetze
stehe c« Jedem frei, sür Bücher zu zahleu
oder uicht. Die Steuer sei eine so geringe,
daß sicherlich kein Grund zn ihrer Aufhebung
vorliege, uud werde zudem tu dea meisteu
Fälleu bereitwillig gezahlt.
Ciu Comite der „Maryländcr Blindcn-
Anstalt" hat deu entsprechenden Ausschuß dcr
Gesetzgebuog um eiueu abermaligeu Besuch
gebeten. Die Austalt hatte sich ueulich, al«
der Ausschuß kam es sei gerade Rciui
guvgSiag gewesen uicht tu so guter Ord
nung besundev, al« gcmeiuigltch der Falls«.
Der Ausschuß sagte zu.
tagte hier heute; der Gonverueur führte deu
Vorfitz. Etu Resultat war dic Seuduog eioe«
Comite'S au dic Gesetzgebung, um gegeu dte
Aufhebung der Büchersteuer zu protestircu.
(Siehe oben!)
Di» Helratd«Aeu».
Im Unterhaus- kam heotc dte Btll zur
Herabsetzung der Heiraths-Licroz-Steucr
auf 60 St«, zur Vorlage. Hr. S-th sprach
für, die HH. Wiener, Thomas, Legg uud
«udere gegeu die Bill. Uuter erheblicher
»ofregung war der Antrag, die Bill -»ck W-
Slütuiu zniückznlcgcn, mit 42gcgcn 43 Stim
wm verwarfen. Dte Bill wurde für morge»
auf die TageSordlluog gestellt. Hr. Wiener
zeigte outer großem Gelächter ei« Amende
ment au, daß alleu Leute», dte sich innerhalb
ser letzteu 20 Jahre verehelicht hätten, ihre
Licenz Gebühr <K tz 4.50 zurückerstattet wer
deu sollte.
Die Ktuderarbeiis-Bill wnrde sür näch
steu Doimerstag auf die TageSorduuug ge
pellt.
Da« Comite für Mittel und Wege hat al«
Ameodrmcvt zu der ichwebendeu Bcreini
kl-rgS-Bill mit der „Readiuger Bahu-Co.*
eingeschaltet, daß alle auf HSOO.OOO bezisser
teu Rückstände zu zahlen seien, ehe der Boad
aufgehoben werden könne. Die Bill schreibt
vor Hlvv.vvv vor.
Da« Austern Comite besprach-heute ein«
gehend Maßnahmen zum besseren Schutze
der Aosteroftscheret. Mehrere SachverstSn
dige machten Aussagen.
»ie StaatSgeseSgebnng.
Annapolt«. 27. Februar. Im Se
nate wurden weitere Petitionen um Er
richtung einer VerfuchSfarm vorgelegt.
Roe übergab eine Petition um erhöhte Stra
fen für Verletzung de« „Local»Opttou-"Se
fetzes.
Neue ««»».
Lloyd, da« StaatSgesetz über das Trocken
legen von Läudereieu zu ameudireu; Bnrchi
nal, die Commissäre von Kellt-Couaty zu er
mächtigeu, ein neue« County Gcfäoguiß zu
errichten.
«outine »«sedäse«.
Eine Anzahl Bills passirten die erste und
zweite Lesnog; darunter die, welche verfügt,
daß zwei wettere Friedensrichter für Balti
more Eonuty ernannt werden.
Senator Bracc beantragte folgenden Be
schluß, welcher verlesen und au das Comite
sür föderale Beziehungen verwiesen wurde:
„Indem der Achtb. L. C. McComa« einen
gemeinschaftlichen Beschluß im Repräsentanz
lenhanse eingebracht hat, welcher einen Ver
sassungSznsatz vorschlägt, der die Steuerbe
freiung aufhebt, die jetzt von verschiedeneu
großen Corporatiooeo beansprucht wird, und
da das 801 l dieses Staates an besagter Maß
regel bedeutend iitterejsirt ist, indem dte
selbe, weun sie ausgeführt wird, die Lasten
der Steuerzahler bedeutend vermindert und
die Kosten des Unterhalte« der Regierung
gleichmäßiger vertheilen wird, deshalb sei
erschlossen, daß wir besagte« Amendement
herzlich billigen, und daß unsere Repräsen
tanten im Cougrefsc ersucht werden, dasselbe
zu uuterstützeu."
Der Senat erhielt in seiner heutigen
Cxekullvsltzung eine Mittheilung de« Gou
verueurS»',» welcher die Zurückicudung der
Nominatioucn von Polizetrichteru für dte
Stadt Baltimore erbeten wurde. Der Gruud
sür diese? außergewöhnliche Ansuchen ist der,
daß der Gouverneur seitdem in Erfahrung
gebracht hat. daß die Crucirullugeu nicht mit
der Verfassung und deu Gesetze» übsretustim
mcu, soweit deren Äeriheilurig auf die Ge
setzgebuvgS-Distlilie in Betracht kommt, und
er wünscht die Zurückseudun», der ganzen
Liste, um dieselbe gehörig rcvldirc» zu köa
neu. Der Brief rief rruige Ueberraschnug
hervor, und es entstand eine längere Debatte
über die Thul-lichkett, den Wünschen des
Gouverneurs zu entsprechen. Die Aiigelcgcu
heit wurde dem Comite für Nominationen
überwiesen.
Die Nominationen der Wahl-supcrviso
reo sür 17 Couutiks wurden bestätigt, die
für die Stadt Baltimore bis nächsten Dien
stag zurück gelegt. "
Um 2 Uhr nahm der Senat die S
über gleichmäßige Birihetlung der Steuer
last auf, und Senator Alleu hie I eine längere
Rede. Der Senat machte -ine Pause bis
Abends 8 Uhr.
Dr. James M Bateman von Eastou
winde vom Gouverneur zum Mugliedc ser
SlaatS-SauitätS-Behördc ernannt.
In der Abendsitzung wurde Hrn. Alle» S
ll lux lZili" besprochen und
schließlich sür nächsten Dienstag zur sp?z,el
lea Tagesordnung gemacht. Der Rest der
Verhandlungen beschränkte sich aus du zweite
Lesung verschiedener Senats Bills. Dte
Vorloge, welche Farbigen gestattet, als Aii»
vrkaten zu praktiziren, wurde bis Freitag
verschoben.
Die Bill, welche die bisher stalthafte Zah
lungSsrist auf fällige Wechsel und andere
Wertpapiere abschafft, wurde angenommen,
jedoch stellte Hr. Gill einen Antrag auf Wie
dererwäguug, und die Angelegenheit wurde
bis rächsteu Dienstag zurückgelegi. Der
Senat vertagte sich bis !12 Uhr morgen
Mittag.
Unter den heute eingereichten Petitionen
find die folgenden zu erwähnen : von Bür
gern aus Privce George'S County, welche
vorstellen, daß sich das „Local-Optioa" Gesetz
als ein Fehlschlag erwieseu hat, und daß die
Frage abermals au die Sttmmgcbcr des
CouuiyS verwiesen werden möge i von Bür
gern au« Prince George'S Counly um ein
Gesetz für hvhc Licenzen ; von Bürgern aus
Cecil Couoly, um Apfelwein von den Be
stimmungen des „Local - Gesetzes
anszunchmcu.
Das Comite für föderale Angelegenheiten
wurde angewiesen, sich mit dem Architekten
des Piedkstals der Bartholdi statüc in Vcr
bindung zu setzen wegen Anbringung des
Wappens unseres Staates.
Handy. der„Highlandtowu.Poiut Breege
Bahn" zu gestatten, Geleise in gewissen
Straßen der Stadt und des Cauutys zu le
gen; Rowlluid, d?u Verkauf von Apfel
wein in geringeren Quantitäten, als fünf
Gallonen, in Cecit-County z» verbieten;
EvanS, H5OOO für die „Baltimorer Manual-
Training Schoo!" zu vcrwilligc»; Gliu
ther, die Lagerung von Austeruschaaleu iu der
Stadt Baltimore zu regulirkii; Clark, das
Gesetz über Strafen uns Beschlagnahmen zu
amendiien, so daß die Haftzeit für nicht be
zahlte Strafen einen Tag pro Dollar der
Strafe und Kosten beträgt.
Die HanS - Bill, um die Arbeitsstunden
sür Frauen und Kioderarbeite» zu reguli
reo, lag zur zweiten Lesung vor. Hr. Sil
ver beantragte ein Amendement, Mß alle
Covserven Geschäfte für Fleisch, Früchte und
Vegetabtlieu von den Verfügungen de« Ge
setzes ausgenommen sein sollen.
Hr. Wallace beantragte, dte Gesetzes
Klausel zu streiche», indem dieses dte bösar
tigste Bill sei, welche jemals vorgelegen
habe. Dieselbe schreibe vor, daß ein Kcud
nnter 12 Jahren durchaus nicht beschäftigt
werde» dürse: Dieses werde mancher armen
Wittwe die Hülse eotziehe», die sie jetzt von
ihre» Kindern habe: eine andere schlimme
Versügnng sei dte, daß ein junger Maun
zwischen 16 und 20 Jahren keinen Coutrakt
sür Ueberarbeit eingehen köuue. Hr. Seth
meinte, die Fehler der Bill könnten durch
Amendements verbessert werden. Dte Sa
cke wurde dann dt» zum nächsten Mittwoch
verschoben.
Eine große Anzahl Bills passirte die erste
und zweite Lesung. Die Bill über Be
händigtmg vou Klage» au Ageuten imZtaat
wurde angeuommeu.
Vie Hetraib« Lie«»,.
Die Tagesordnung war die Senats Bill,
die HeirathS-Liceuz auf 50 CeutS zu reduzi
ren. Rowland beantragte, die Btll au das
Comite für föderale Angelegenheiten zu ver
weilen.
Seth befürwortete die Bill. Er sagte, es
sei ein Unrecht, aus einen so heiligen, feie»
licheu Vertrag eine solche Steuer zu legen.
Der Staat habe eher die Pflicht, Hciratheu
zu begünstigen, als sie zu unterdrücken. Sei
Dieses eine Frage eines CivilcontraktS, mit
welchem der Staat zu lhuu habe, und wobei
er sagen köuue, dieser Coutrakt muß vou uns
mit schwerem Gelte erkauft werden, ist aber
durch unser Gesetz leicht zu lösen ? Solch'
eiueAuSleguug sei entwürdigend. Der Staat
sei nicht so arm, um diese Schmach »och läa
gerzu dulden.
Wiener befürwortete den Antrag Row>
laud'S in einer humoristischen Rede uud
sprach gegen dte Btll. Die, welche die Li
cenz uicht zahle» könnten, thäten besser, gar
Vicht zu Heirathen, den» die Putzmacher und
Kleidermacherivuen rcchoeten viel mehr, als
H 4.50. Weun die Steuer ungerecht sei,
daun sei auch die neue Btll ungerecht, de»»
sie verlange uoch immer 50 Ce»tS; es sei zur
Zeit nicht thunlich, dte Einkünfte des Staa
te« zu vermindern.
Dte HH. Wilkinson, Rowlaud uud Legg
sprachen ebenfalls gegen die Btll. Letzterer
sagte, mau solle nicht 527,000 der Etuküufte
de« Staate« so leichtsinnig fortwerfen. Wie
ner verlangte dte Vorfrage, und damit wurde
die wettere Debatte abgeschnttteu. Der An
trag, dte Bill zn verschieben, wurde erst mit
41 gegen 28 Stimmen angenommen : als
aber S:th die uameullichr Abstimmung ver
laugte, wurde dieselbe mit 43 gegen 42 St.
verworfen.
Wiener beantragte ein Amendement, daß
Jeder, welcher seit 20 lahreu dte Steuer be
zahlt habe. A4 zurückbezahlt erhalten solle.
Auf Seth'« Antrag wurde dte Sache bt«
morgen v'rfchoben. Da« Haus macht- eine
Pause bt« 8
Da« Justiz Comite berichtete eine Anzahl
Btll« ein, welche zum ersten Male verleseu
worden. Dke Bill. .Schiedsgerichte zwischen
Arbeitgebern und Arbeitern einzusetzen, wur
de nvgüofttg einbertchtet.
Der Sprecher legte ein Gutachten de» Ge
neral-Anwalt« über den Compakt vou 1875
vor.
Folgende Btll« wnrdeo angenommen: dte
Schul CommifsSre vou Baltimore-Connty
zu ermächtigen, Abendschnle» zu halten ; so
dann noch etne große Anzahl vou County-
Maßregeln.
Da» Hau« vertagtt sich dt« morgen Mit»
tag.
.Meine Da«e», fe»szev Sie nicht
mehr!"
denn Dr. Ptercr'« «?»vorite t>rvscr>lNii>ll"
tk »tu schnelle« und sichere« Mittel gegen die
Ihre« ««schlecht eigenthümlichen Leiden.
Bei alleu Apotheker». (47,S,S1t<kw9)
M«ntzi»al,Aogelege«hette».
Der Stadtrath«.Au«sta»d u»d
die Aemterbesetzuug. Mayor La
trobe findet ao«, daß er e« Alleu uicht recht
macheu kanu eiue Erfahrung, die übrigen«
fchon Viele vor ihm gemacht haben. Wäh
read der Zwiespalt ob dcr Lösch Verordnung
fortdauert, siud die HH. Brown und Keyser,
Ersterer Präsident d?r dcm. Stadt -.Coa
venttou »nd Letzterer Vorsitzer de« städtischen
demokratische« Erekuttv Comite «, sowie Hr.
Hopkins, demokratischer Exekutiv - Beamter
der 11. Ward, gegen die Ernennung des Hri,.
Higgiu« als Stadtetonehmer io « Feld ge
rückt. Der Mayor habe, so sogen Brown
uvd Keyser, die Beibehaltung de« Hr». Tay
lor zugesagt, aber schließlich „in Begegnnug
d?r Wünsche Hrn. Robert Garrett" von
der „Baltimore Ohio Bahn" Hrn. Hrggrus
eroanut. Bekanntlich wandten sich dte HH.
Brown, Kcyser uvd Hopkm« mit einem Pro
teste gegen dte Bestätigung de«Hrn. Higgiu«
au den Stadtrath, woraus dieser jedoch mit
der Ratifikation der vom Mayor gemachteu
Er::innnvg. und zwar mit 17 gegen 5 Stim
men, erwiederte. Wir habeu voraussichtlich
voch nicht das Ende der Geschichte erlebt.
Der „American." allerdings cin Wort'ührer
der Opposition, wirft Zweisel auf die Legn
lltät dcS räthlichen Vorgehen« nud de» Gut
achtens der „fich Stadtauwälte nenueuden
HH. Carter nnd McLane," und c» ficht an»,
als ob schließlich die Augelegeuheit durch ge
lichtlichcn Entscheid über dic Quorum-Frage
zum Austrage gebracht werden muß. Dte
Thatsache icdoch. daß HigginS' Bestätigung
mit 17 gegen 5 Stimmen erfolgte, läßt dte
Annahme zu» daß selbst bei voller Raths-
Arwcsknheit (30 St.) das Amt ihm zufallen
wild. Für das Publikum wird der Zwie
spalt täglich unliebsamer, und Mehrheit«
und Minderheitsrcchte wcrdcn je nach per
sövlicher Anschauung gcdeut-t und mit dcu
Jt-teussen des Gcnieiliwohls ein böse« Spiel
petrieben.
Dcr crste der neuen Beamten
ci,! ges chw 0 re«.— Uuser wohlbekannter
Mitbürger, Hr. Benj. F. Ulwana, vorgestern
Abend von dem Stadtrathe als einer der Di
rektoren der „Baltimore-Ohio Bahu" bestä
tigt, war der erste der n-uellßeamlen, welche
gestern im MayorSamte eingeschworen wur
den. Hr. U. verzögerte keinen Augenblick dte
Ableguvg des AmtSeids und sprach dadurch
gleichzeitig seiue Meinung über das Borge
hcu des Rathes au«, ohne Verzug die Crucn
nnvgen dcs Mayors zu bestätigen. Hru. Ul
mann sind schon srühcr anderweitige Aem
ter unter Hru. Latrobe'S Verwaltung ange
boten worden, aber er zog es heute» wie
damals, vor, sich mit etncr Stellung zu
begnügen, die kein Salär einbringt.
Im MaycrSamte wurde im Laufe des
Morgens eifrigst au der Ausstellung der
Certisikatc für die neucnßeamten g-arbcrtci,
einer Arbeit, unterbrochen wurde,
trotzdem fast deu gauzcn Tag das Amt von
Befucheru belagert war.
Der AintS t er mi u der alteu Stadt
bcamten läuft samstag, de» 1. Mär;,
ab, und die neuen haben einzutreten. Al-
Allerdings giebt es Leute, welche die Rccht
mäßlgkcit der räthlichen Bestätigung anfein
den. E« ist schon möglich, aber in Anbetracht
des Gutachtens der CorporationS-Anwälte
nicht wahrscheinlich, daß mau die Gesetzge
bung nm die Lcgalifirung dcs rärhlichc»
MajvlilätkvetfahrcnS angehen wird. Mayor
uxd Ralh werde» sich auf das besagte Gut
achten stützen und Dcuen, die dasselbe uicht
als bindend betrachte«, es anheimstellen, sich
an die Gerichte zu wenden.
Noch keiue E n tfch ctd n ng. DaS
RathS-Comite für Polizei und Gefängniß
Wesen versammelte sich gestern Nachmittag
und nahm die Petitionen einer Anzahl Dele
Kationen entgegen, welche gegen die Aus
stellung eines Dampskessels an der Siid-Rc
gesterstraßc sind. Unter denselben befand
fich auch eine Anzahl Dame» aus der Nach
barschaft. ES ist icdoch noch nicht» Endgülti
gc« geschehen. Das Gleiche läßt sich vou der
Sache de« prvickttrteu GrtsfiaMannion'-
scheu Leihstalles au der Nord-Eutawstraße,
in weicher Angelegenheit mehrere Zeugeu
vernommen sageu: sowie von der
Verordnung, welche vorschreibt, daß Inge
Lieme ciue Prüsung zu besteheu haben, be
vor fie als solche eine Stellung anuehineu
köunev. Hr. A. H. Taylor» Abgeordneter
der „Brüderschaft der Ingenieure." sowie
andere Hcrreu gaben ihre Anficht kund.
Was das Blatt „D ay" fag t.
„Tay" bespricht cditortell dcu Streit um duS
Stadleiunthmer Amt: „Freunde verschie
dener Caudidaten gingen über dtc Bewcr
bung hinaus und st-Ütcn peremtorischc For
derungen. Zwei Herren von höchstem Ein
flüsse und ebenso hervorragender gesellschaft
licher und polilischer Stellung (Brown und
Keuser) haben Eiuwaud gegen die gemachte
Eruklmurg erhoben nnd einen Bries an den
Mayor veröffentlicht, was, wic wir hoffen
nud glauben, sie bcdaueru werde». E« tst
schwer, sillzuscheu, das? Gutes daraus süc die
Sladt »5d Partei erwachsen kann. Die Ver
sasscr können schwerlich verdächtigt werden,
es an! Groll gethan zu habe». Der Mayor
muß seine eigene» Eruennnnaen machen, da
er ja für dieselben verantwortlich ist. Wenn
die Elliavlltin treu und tüchtig siud, so kann
wcdcr da« Publikum, uoch dic Partei daran
Anstoß vehmeu u. s w."
Au anderer Stelle jagt dasselbe Blatt :
„Die im Rathe verbliebenen Mitglieder folg
ten unr bereits gegebeucn uud neuerdiu-zs
des Weitern beglüudeten Gutachten der Cor
poratior-S Anwälte. Sind diese Gutachten
richtig, so ist auch der Rath im Rechte; sind
sie Zalsch, so haben die Räth- wenigsten» auf
aittorattve Färbung hin gehandelt und des
Weiter» versucht, ihre Pflicht zu erfüllen.
Ob die?' Gntachtcu recht oder unrecht siud,
darüber wöge» die Gerichte entscheiden. Ob
Das, was der Rath gethan hat, sich als Recht
vor Gericht erweisen wird, iuvolvirt aller
dings eruste Folge», welche, von Wenigen zu
geringerem Zwecke herauSgesordsrt, noth
wendiger Weise zu dem größer» führen müs
se»,, ciue Sache dcr Ungewißheit zu über
lasse», die niemals hätte erzwuugeu wcrdeu
solleu."
Bancrlanbnißschcillt erhielt ge
ster» vom Steuer-Appellationsgericht Wm.
G. WamSley für 3 zweistöckige Wohnhäuser
au dcr Westseite dcr Ann , zwischen Chase
und Biddlestr.
Straßen-Durchbrüche. Dte
SlraßendurchbruchS-Commissäre veriammel
teu sich vorgestern und ordneten die Bekannt
machung de« Durchbruchs des Wolsstraße von
von Monumeutstraße bis zur Nord - Ave. an.
Dte zuerkannte» Eutschädiguugeu siud, wic
folgt: Wilh. S. Rayner uud Jakob Elliuger
-kl, „JohnS Hopkins' Universität" H3lBB.«!ii,
I. W. Rowland HVV6 66, Ebenderselbe Hl,
Karoltne H.Webstcr K2O, Mayor uud Stadt
ralh H 44, B. F. Bcnuett tz-Z, „Chcsapcakc
Land- und Bau Verctn"Hl2Zo, Unbekannter
52, Geo. R-ppoldt 51, R. C. Hall uud I.
W.Hall Z 27.610» „Unlon.Eiseubahn.Comp."
G 2, A. Vau Camp Hl, E. O. Hiukley, Cnra
tor, Hl, D. M. Perine, Geo. s. Brown «nd
W. H. Graham, Curatorcu, H 2700. Luciuc
C. Poll, Hl, Daniel Donuelly H 4636 66,
Ebenderselbe H466K.66, ChaS. J.Hull Hl7sv,
Robert Boyd.Curator, Hl. Ausgaben HW2.»
SV, zusammen H 47.515.54. Die Werther
höhuvgSsteucro siud, wie folgt: „Johus
Hopkins' Uuiversilä," Hlllt, John W.Row
land HSS2, Thomas E. Mafvn HIS6, Frau
Waguer Frau Ederwei» Hl 3, Frau
Halfpenvy Hl 3, Frau Paul Hl 3, Frau Döu
geS Hl 3» Frau Edwiu H. Webster H 240.54,
Joh. Lauer Hl 2» Wm. ColliuS Hl 2, M. Mi
chael Hl 2, I. M. K. McTeal Hl 2» I. Waid
Hl 2» Fr. Wehr HS4» Fred. Keutck Hl 2. H.
Merritt HV9.SK» Joseph Farrall H 6» Oberst
Alexander H4.SO» Jos. Barro» H 4.50» Frau
Haydeu H4SO» C. P. Feige H 3» Unbekannt
H 3.50» H. I. Chilto» H 5.15, R. T. Davis
tzZ.ZZ, Fred. Baugert tz 6 87» R.M. I. Har
ker H23.43,Ebenderselbe H1v.93, M. I. Dou
ghcrty H 9.30, Thoma« Clowen Hl 3. R.M.
I. Harker HIV 2, H.L.Brack Hl2.7s,Ebender
selbe Hl 3 66, Samuel Pettce H 79.13, H. W.
Newman Hls.6<>, Thos. B. Hnll H 15.66, Ca
tharille Barvett H15.6g, Frau Wieseufeld
125.12, Goodmau Hll 25 oud eine große An
zahl Anderer zum Betrage vou H10.9Z2.52,
Mayor nud Stadttath H 33.86? 51,z»samme»
H 47.519.54.
Für deu Durchbruch der Calhooustraße,
vo» Baker zur Cumberlaodstraße, werte«
die Vergütungen uud Koste» auf HZ798.02
u»d dte WertherhöhungSsteuer» auf H !116.
26 veranschlagt, so daß auf deu Mayor und
Stadtrath H1681.7K falle».
Etadtrath<»verha«dlaogea.
«tstrr Zweig. .
Vo» Hr». Auto« Juug gi«g ei» Gesuch
eio, wori» derselbe um Rückerstattoug vo»
H 64.62 sür dic irrthümltch gemachte Steoer-
Avstage bei m Neapstaster» der Nard-Gaystr.
nachsucht; da« Gesuch wurde überwiese».
Avgevommev wurde öcr Beschluß, welcher
die Zaläre der Lehrer i» de» uutcren Klassen
der Elemeotarschnleo a»s HZO4 »od da« de«
Hüls« Sliperilltevdclltill dcr Volk«schulcu
aui H2OVO fcstfctzt.
S»eitrr S»ei«.
Hr. Higgiu« offerirte eiue Petitio» de«
„St. Vwzcut« . Waiseahause«," io welcher
om Fortdauer de» bcstcheu»e« Contrakte»
gebeten wird. Da» Watsevhau« hat wäh
rend dc« verfiosscueu Jahre« 94 Findlinge
aufgenommen, wovon 58 auf de» Straßen
der Stadt onfgefondeo wurde».
Hr. Mora» offerirte ctoe Ordoonanz, de»
Belair-Markt mit elektrischem Lichte zu er
leuchte»; überwiese». Eiue Commuatkattso
de« Hro. Hood, Präfideoteu der „Westliche»
MarhlSoder Bah»," al« Aatwort auf de»
am Mootag vo» Hru. Wehler eiugereichteu
Beschloß, ward vcrlefeo; dieselbe eothtelt die
Mitthetlll»g. daß dte „Westliche MarylS»-
der Bahu" durch die Legislatur our die frü
her bescfseoe Befogutß. Bahueu zu kaufeu
vud zu verwaltev, dte uicht vou ihr gebaut
find, wieder zu erlaugeu sucht. Bom ersteu
Zwetg gtug dte Ordonnanz ei», welche das
Büchergeld in dcu ösfeutltcheu Schuleu ab
schafft, »od wnrde verwieleo. El« Beschluß,
au der Ecke der Johnsou- ond Clemeatstraße
ciue Trivksovtälle zu errichten, ward angc
ncmmco.
Der Zweig uahni sodann an der gemcin
schastlichc» Sitzung Theil und vertagte sich
später bi» beute. ,
I« der gkmcinschaftlichen Sitzuug dcidcr
Zweige wurde da» folgende Schreiben de«
Mayor« Latrobe verlesen :
„Baltimore, 27. Februar 165>4. Dc. B
F. Burton. Präsidcntcn dc» ersteu Zweige»
dc« Stadlraths l In der gestrigen gemcru.
schastlichen Sitzung ward ciu Schreibe« vou
dcm Präsidcntcn und Vorsitzcr dc« Exckutiv-
Comite'S der demokratischen Stadt Conveo
tioo i« Bezug auf dte Eraennung des städti
scheu SteuereillnehmcrS verleseu Ich war
etwas überrascht, daß meine Antwort ans die
sen Brief, datirl vom 13. und durch besoadc
reu Bvtci' am IS. Februar übersaadt, uicht
auch beigefügt war. Ich erlaube mir des
halb cine neue Copie derselben zu übersenden,
welche dcu Mitgliedern vorzulesen, ich Höf
lichst erwchc. Achtungsvoll F. C. Latrobe."
Der Wortlaut des oben erwähnte« Brieses
ist folgender :
„Gen. Geo. S. Browu, Präsidenten der
demokratischen Stadt-Convention, und Wm.
Kcyser, Vorsitzer des demokratischen Exekuttv-
Coulite's. Meine Herren! Ihr Schreiben
vom 12. Februar kam zn Händen. Sie sind
vollständig berechtigt, zu erklären, daß ich
während der Wahl - Compague Sa« Verspre
chen gegeben, wenu erwählt, da« Amt uach
GeschäsiS Prinzipien nnd nur im Interesse
de« Publikums zu verwalten. Die» Verspre
chen gab Ihnen sowohl, wie Denjenigen,
die mit Ihnen übereinstimmten, das Rech!,
sür das Amt eines städtischen Steuereini,eh
mclS eilicPcrsöulichkeit zn empfehlen, dte Sie
für dic Stcllnng als tüchtig uud fähig erach
ten. Dasselbe Versprechen gewährte aber
auch Anderen diese Freiheit. Es gereicht mir
zum besondcrcu Vergnügen, sagcu zu köuncn,
daß ich sür den Herrn, welchen Sie für das
Amt empfohlen, stets eine groß- Achtung ge
hegt nud mich auch dahin ausgesprochen lzade,
wie ich auch die Tragweite Ihrer Empseh
lnngeil wohl erwogen habe. Dagegen läßt
aber auch nicht leugne», daß ich einen P.'u»
ccdcnz Ftlll schaffen würde, wollte ich der de
mokratischen Stadt Collvcntton das absolute
Rccht zugestehen, mir vorzuschreiben, wen ich
ernennen soll Es würde Die« sicherlich eiuc
grvßc Ungerechtigkeit gegen eine starke Aa
zahl von Bürgern sein, weiche Freuade S-r
beiden Herren sind, die außer Ihrem Candi
taten noch in Verbindung mit dem Amte ge
nal-nt werden und ihre Ernennung cbenftlls
dringend empfehle». Einer der Herren hat
alle Ansprüche aus da» Amt, welche frühere
verdienstvolle Amtsthätigkeit verleihe» kann,
während der Dritte ebenfalls eine starke Uir
terstütznng genießt. Beide stehe» iu Bezug
auf Moral uud Fähigkeit nicht dem Herrn,
desseu NameuSiepräsentiren, nach Innnse
rer Unterredung erklärte ich Ihm», »achde-n
ich Ihre Empfehlungen gehört, frei uud offen,
deß noch auderc Bevorzugte ün Felde seien.
Ich würde gewiß gauz besonders glücklich
sein, könnte ich eine Erncnnuug machen, dic
alleu Dcueu, die mich unterstützt, gefällt,
indessen war ich vor Empfang Ihres Briefe«
schon davon überzeugt, daß es unmöglich ist,
diesen Wunsch zu ersüllc«. Ich muß deshalb
unter den Candidaten ciue Auswahl treffeu,
was ich iu einige» Tagen thun werde, und
dcm Stadtrathe zur Bestätigung als städti
schen Steuereinnehmer dcu Namen eines
Hell» eiüfcndcu. welcher sich in jeder Hinsicht
als fähiger, getreuer Beamter erweijcu wird.
Mit großir Hochachtuug Ihr
Ferd. C. Latr 0 b e."
Der Stadtrath bestätigte folgende Nomi
rauoreli: Steuer - AppcllationSgericht
HülfS - Clerk Michael Dohle.
Clerk des Fell'S Pointcr Marktes—Frie
dlich Buchheimir.
Clerk dcSLexwglov-Marktes—W. ?.Pope.
HülfS Clerk—Geo. T. Nicholson.
Jmpfärzte 1. und 2. Ward Dr. H. L.
Tashield, 3. und 4. Ward I. M. Cockrill.
uud K. Ward James E. Whiteford, 7. u.
8. Ward Karl B. Ziegler, l». nn» 10. Ward
Bklal-cey Ba'clay, N. und 12. Mry W.
F. L?ckwobd, 13. und 14-Ward B. F. Phil
lips, IS. uud lii. Ward ElliS Micheau, 17.
und 18. Ward O. A. Cooke, I!>. und 29.
Ward I. D. Noctis.
Siädlischc Direktoren der „St. Marien-
Jildustrie-schtile" Henry McNalleq, C.
I. Bonüparle und R. W. L. Rarst».
Commiffär dcS Madison Square—Joseph
A. Botzcr.
Ccumifsär dcS Harlcm Parkes James
L. Kernau.
Zomwiffär dcs Eutaw Place 1. Abth.
L. W. Günther.
Direttor der „Baltimore Ohio-Baha"—
I. Frank Supplee.
Clerk des Croßftraßeu-Markte« Jame«
Giaham.
Wm. T. WalterS'Kuustqallerie.
Es ist nicht das erste Mal. daß Hr. Wz».
T. Wolters, ciucr der „königliche» Kaufleute
vou Baltimore," dcm Publikum feine Privat
gallcrie, rcsp. fein mit Kunstwerkc» aller Art
angefülltes Wohuhaus (denn das ganze HauS
ist cin Tcmpcl der Kunst) öffnet, wohl aber
isi cS das erste Mal, daß Dieses so allgemeine
Beachtung findet, gewissermaßen als ein
Erctguiß weit über die Grenze» unserer
Stadt hinaus geseiert wird. Die „N.-U.
Ev. Post" sagt vou dieser Ausstellung: „Die
iilde tst eiuzlg in ihrer Ari auf diesem Cou
linekte uud wird es wahrschcrulich auch blci
den."
E« gibt größere Kunstgallecie'n in Ame
rika, und cs mag sogar reichere Privitgalle
ric'u gebe», d. h. Sammlungen, die mehr
Geld gekostet habe», als die de« Hru. Wal
lerS: was dic Letzlere aber groß und eiuziz
macht, was sie wett über die anderen Privat»
gvllcrie'u im Lande uud sogar über die gro
ßen öffentlichen Musee'n stellt, Das tst die
Harmonie, welche durch die gauze Samm
lnng geht, die auf de» erste» Blick zeigt, daß
sie ei» zweck- »nd zielbewußte« Künstlerauge
ausgesucht hat. Diese Bilder uud Kuustge
genständc sind nicht ans Bestellung eines
reiche» Mannes von irgend einem Sammler
oder Agcvten ausgekauft, weil der Betreffende
cin Wcrk vou diesem oder jenem berühmten
Meister haben muß. sondern fast jede« Bild
ist cin Hauptwerk der schule, der c«
hört, nnv man würde es geradezu vermissen,
wenn e« uicht da wäre» ss schars tritt uns die
Absicht hcs Sammlers aus seiner Sammlung
entgegen.. Das beschränkt sich nicht auf ciue
Gallerie wcrthvoiler» kostbarer Gemälde vou
berühmten Meistern» einerlei» ob ntcderläu
disch» französisch, spanisch oder italienisch, ob
alter oder moderner Meister, wie wir Dieses
in den meiste« Musee'n finden, souderu Das
ist eine Sammlung verhältnißmäßig moder
ner Meisterwerke, von denen eiae ganze An
zahl Bilder ihre Mcister berühmt gemacht
haben uvd bei deu Kuustfreuude» der ganze»
Welt berühmt find, ohne daß fie dieselben
jemals arider?, al« in dcr Photographie oder
im Stahlstich gesehen haben. Da fiaden wir
das Original vo» Delaioche's „Hemicycle"
nnd von Gerome's „Duell nach dem Masken
ball," Mnukacsy's „Erzählung von der
Schlacht" und Lcys' „Edikt Kart'S V.," Ho
race Verne,'« „Ueberfall bei Tagesanbruch"
und «tu den raufgräbcll," Brandau'« „Sy
nagoge iu Amsterdam," Gleyre'S „verlorene
Illusion." Ary Scheffer'S „Versuchung Jesu"
in der Zeichnung; da sind vertreten Knaus»
Achenbach, Villega», Vibert, Couturc, Rasa
Bovheur.Decamp«, Merle, Cabanel, Alma—
Tadewa, kurz, jeder moderne Meisten vou
Bedeutung. Die Gallerte enthält 21!) Bil»
der, «nd der oben bereit« erwähate «uust
srenvd der „Evening Post" in New-Aorkzollt
ihr da» hohe Lob: „diese Bildersammlung
gevügt allein, eineu Mauu berühmt zu ma
che», nicht uur wegeu der Harmoute des
Gavzeu uvd Wege» dc« inneren Werthe« jedes
einzelnen Werke«, souderu besonder« deshalb,
we'l eive ganze Anzahl dieser Bilder tri der
Kunstgeschichte berühmt geworden find und
als dte Hauptwerke ihrer Meister gelte».
Die Sammluvg tst reich, nicht uur finden
sich da gute Werke der verschiedeue» Schuleu,
sovderu Bilder, welche eiozelne Perioden
dieser Schuleu repräscutireo. Einige Leser
werden sich noch der Ausstellung dcr Düssel
dorfer Bilder t« New Aork erillucru; etncS
der bedeutendsten Werke jcncr Schule, eiu
Mariuestück Achenbach'«, befindet fich jetzt in
Hro. Walter«' Gallerie."
Dte neue Gallerte de« Hrn. Walter» ist ein
wundervoller Saal, eiu Meisterwerk der Ar
chitektnr und der Dekorattontkunst, so voll
ständig zweckentsprechend, so reich «nd doch
so streng iu ihrer künstlerischen Einfachheit,
kurz, ei» Kunstwerk in sich selbst. Dieselbe
ist länger und breiter, al« die alte Gallerte:
Wäude uud Teppiche sind in dunkeln, rei
cheu warmen Tinten gehalten, dte hochge
wölbte Decke tst mit bronzenen Relies« »er
ziert. I» der Mttte de« Saale« steht ci»e
Reihe vou Ebenholz-Kabinette», zwischen
dencu Sopha«, mit dunkelgrünem sammet
überzogen, fich hioziehea, aus denen ver Bc
schauer.die Knnstschätze, welche ihn in reicher
Fülle umgeben, mtt Muße bewnndero kann.
In der alten Gallerie siud dte reichen Tamm
lnllgeu köstlicher Porzellanservice au« China,
Sevre« nud' Dresden aufgestellt. Da» an
die alte Gallerte stoßende kleine Sälchen ent
hält Marmorstatüen »nd Wasserfarben-Btl
der, und die Brücke, welche beide Gallerte'«
verbindet, zeigt eine Reihe der kostbarsten
Broozearbette» Dte zahlreichen Objekte,
welche da anf Ttscheo, tn schränke», ans
Eousole» uud Reposttorleu umher verstreut
liege» oder stehe», sind jede» einzelne Kunst,
werke vou Bedeutung »od hohem Werthe,
der Stoff wag ovo Silber, Sold, Kupfer,
Elfeubeto. Holz oder Stein sein.
Der asiatische Saal euthält eioe Uumasse
vou Kuufiwerktv, Merkwürdigkeiten, Er
zeuguifseu der chinesische« uud japanestschen
Kunst-Industrie und Alterthümern. Ha
findet sich da» große Räucherfaß, welche» vor
nahezu 200 Jahren in dem heiligen Tempel
de« Kavyeizi tu Tokio gestiftet wurde. Im
Revolutiovsjahre 18V7, als der Mikado den
Tatkull stürzte und dte Priester sich plötzlich
von ihren reichen Einkünften abgeschnitten
sahen, wurde da« altehrwürdige Kunstwerk
an einen Agenten des Hrn. Walter» für
schnödes ..Cash," d. h. für eine ansehnliche
Summe silberner ?)ens. verklopft. Die
Sammlung zählt etwa 4100 Nummern, da
runter Werke der besten Zeiten der Porzellan
und Töpferiodustrie von Satsuma u. Kioto.
Da das Schwert in Japan ein Zeichen des
Ranges ist, die höher«, Würdenträger
haben zwei, drei, vier und mehr Schwerter
so bat man vou ither große Kunst aus diese
Wofseustücke verwendet. Die Sammlnnz
des Hrn. Walters zählt 150 Schwerter, 300
Grifskörbe, Schäipeu und Scheiden in gro
ßer Zahl.
„Diese Gallerie zu sehen." sagte einer der
europäische« Gesandten, „ist allein eiue Reise
über den Ozean werih."
Todesfälle von Deutscheu,
kie Liliputrr deute in der -Con
cordia."
Heute findet das dritte Gastspiel der Ltli
putcr im „Concordta - Operuhausc" statt.
Die Nachsinge nach Billeten war gestern
schon so bedeutend, daß sicher auf ein aus
verkaustes Hans gerechnet werden darf. Wer
daher noch Billcte haben will, wird gut rhun.
sich bei Zeilen zu versorgen.
Tie größte Anziehungskraft scheint die
Operette „s ie d e nMäd ch e u und iei u
weil die ganze auewäriige Presse die Letstuir
gen der Liliputtr gerade tn diesem Stücke be
sonders rühmt.
Für dte Armen. Ztadt Lommis
!är Boylcy btschewiqt deu Empsang von 2,0
Laiben Brod von Engen Coviugton. zwei
TllNlltN Kohlen von Samuel Appold uud
Gaben an Baargeld von ChaS. Markell.
Geo. Appold und Sohn Shrrley, die er
'ömmtlrch au Bedürftige vertheilt hat.
Das neue P o st a-m i s g e b ä u d e iu
B a l t r m o r e. G. W. Robinson, welcher
den Ccnttakt besitzt, die Ziegelsteine sür da?
Loliiii'.orcr Postamt zu liefern, fragte dieser
Toge im Schatzamte zu Washington nach,
war n die Arbeit wieder aufgenommen wer
den würde. Man sagte ihm, daß innerhalb
tcr nächsten Tage ein neuer Superintendent
nvanvt und dieser dann bestimme» werde,
wann die Arbeit fortgesetzt werde. Hr.
811 l bemerkte, das Gebäude tonne in Zeit
von drei Jahren fertig fem, weun der Con
greß immer rechtzeitig die nöthigen Verwil-
Zfgvügi» mache. Hr. H. BrauuS, der bis
herige Superiilteudent, wird nicht wieder
ernannt werden. Es bewerben sich drei Her
reu um den Posten, nämlich Hollau», Fre
derick nnd Niernfee. Ersterer ist ein prakti
scher Banschreiuer uud wird von dem Re
präsentanten Holion unterstützt: Hr. Frede
rick hat daS Rathhaus geplant und gebaut
und ist ein tüchtiger und erfahrener Bau
meister.
Der „H ay d n - M u fik - Vere i n"
gab gesteru in dcr „Musik Akademie" das
dritte Conzert in diefer Saison. Wie ge
wohnlich, war das HauS bis zum letzten
Platze besetzt, und das Publikum spendete
reichen Beifall; beinahe jeder Nummer des
reichhaltigen Programms mußte ein >-»<>,»v
zugefügt werden, ein Beweis dafür, daß vre
Gesellschaft ihren Zweck erreicht und deu yö >
rerrr eincn augenehmen vergnügten Abend
bereitet hat. Pros. Wm. F. Thiede, der
musikalische Direktor des Vereins, dem das
Arrangement des Couzertes, sowie die Lei
ttilig der Orchestervummerii oblagen, darf
mii Genugthuung auf den gestrigen Abend
zurück blicken. Wir würdeu das Wesen uud
den Zweck dieser Csnzerte falsch auffassen,
wenn wir die einzelnen Vorträge vom mu
sikalischen Standpullkte aus einer strengen
Kritik nnterwerfei! wollten. Wrr w irdn,
uns mit tadelnden Bemerkungen gewig in
Widerspruch mit b-iuahe dem gesamcnlen
Publikum setzen. Das Programm bot ver
schiedeue Ouvertüren. Tänze :c. von Con
radi, Waldterfel, Püruer, Flotow uud Sul
livar; ferner Solonummeru für Violine und
Flöte, resp Flageolet. GefaugSsolistin war
Frl. Alice Maude Whitacre; Violinistin
war ei» im jugendlicheu Alter von 10 lih
re» stehendes Mädchen, das recht viel uatür
lichc Beanlagnug, Gehör, Geschmack und
außerdem gute Schule zeigte. Hrn. Friedrich
Lox dürfe» wir kurz eiaeu hervorragenden
Meister auf feinen Jnstrnmeutea, Flöte uns
Flageolet, nennen. Das Oester führte
seine Ausgabe exakt uud angemessen durch.
Vortrefflich war der vom Prof. H. Deems
sür dir Beglertungeu benutzte Flügel aus
der Fabrik von Knabe 6 Comp.
Prof. Fäl te »'S I'>» rr» li <-<!> t-tl.
Das Programm für das nächsten Diens
tag stattfindende Couzert ist nunmehr, wie
folgt, festgestellt: „chromatische Phantasie"
von Back: Sonate, «Mg 11 l, von Beetqo
ven: „Rondo capricctoso," »pu? 14, von
Mendelssohn: verschiedene Nummern aus
den „Phantasiestücken" irnd dem
roll Echumonv: Ballade »i»is 47, „Ser
ceuse," s>i>u? 57, Mazarka. »>>«>« 68, Nr. 2.
„Schcrzo," 31, vznChopiu: „Prelude."
opus 22, Nr. 4 uud Walzer aus ->pus 24 vou
Rubinstein; „Spiauerlted" von Wagner;
„12. Rhapsodie" von Lrszt; „Chacoune" für
zwei Klaviere von Raff. Das letzte Werk,
da« hier noch uicht gehört wurde, ist eines
der genialsten Pianoforiewerke Raff'«. Hr.
Fälle» wird in demselben von Frl. Auaie
Wlrfwg uvterstützt, welche rm dritten Pia
body Concerte so vortreffliche Aufnahme
fand.
Da« Direktorium der „Westl. M arq l.
Bahn" hielt gesteru Nachmirrag eine Sit
zung, iu welcher indessen nur Rontinege
schäftc erledigt wurden.
Allj« Neue erwählt. Die Mit
glieder dcr ersten deuischeu evangelischen
Gemeinde an Eastern Avenue versammelten
sich gester» Abevd i» veu uutcreu Räumltch
kcitcu der Kirche uud wählten mit 87 gegen
2 Stimmen auf weitere vier Jahre Pastor
F. A. Conradi, dcr das Amt seit Jahren zur
volle» Zufriedenheit verwaltet hat, z>im
Seelsorger. Pastor Tonradi steht tn den be
sten Jahre» und wird ohne Zweifel seine
Pflicht nach Kräfte» erfüllen.
Fürchten sich vor dem Fieber.—
Gerolimo Podesta, Cattanello Giovanni und
Leonardo FranziSco nahmen in Genua auf
der Barke „Touio" als Matrose» Hieust uud
ginge« eiue» sckrifiltchc» Coutrakt ei», wel>
chem zufolge sie nicht verpflichtet waren, nach
einem südlichen Hase» zn fahren, in welchem
eine austeckeude Krankheit herrscht. Hier ward
da« Fahrzeug, nachdem e« feine Ladung ge
löscht, gemiethet, mn »ach eiuem südlicheu
Hafen zu fahre» und dort auf's Nene Ladung
einzunehmen. Dte Mannschaft brachte in Er
fahrung, daß in dem betreffenden Hafen das
gelbe Fieber herrsche, uud machte den Capt.
Necko auf die oben erwähnte Bestimmung
de« Contrakte« aufmnlsam. Caps. Necko
weigerte sich, deu Matrosen Gehör zu gebeu,
sonder» setzte etoen Tag der nächsten Woche
als AbfahrMag fest. Dte drei oben genann
teu Matrose» fuchtcu sodau» das Weite,
wurde« aber vou der Polizei auf Ansuchen
dcS Capt. Necko verhaftet uud nach dcm östlt
cheu Statiovkhaufe gebracht. Nach eiuem
am Nachmittage vor Richtcr Caschmeycr
stattgefuudenen Verhöre wurden sie Behufs
Weisung des CapitäuS drm Gefängnisse über
wiesen.
Die Stadt verautwortlich.
Richter Fisher eutfchicd gestern die Klage
Ketchuiii'S gegen dte Stadt zu Guusteu des
Kläger». Im Mai 187« machte dte Firma
Helm Bifhop bei der „Metropolitan
Saving? Bank" eine Anleihe vou tz 3500 uud
hinterlegte als Sicherheit ein Certifikat sür
H18.40V städtische Obligattoucu, aus dea Na
me» vou F. W. Kktchum, jun., ausgestellt.
Die Bank, nicht wissend, daß Ketchum miu
dcrjährig und iodispositionssähig war, lci
stete de» Vorschuß. Später hielten Helm
Bilgop nm etue weitcre Anleihe von tz«>l)00
an, die dic Bank jcdoch our baun vorzuschic
Beu sich Willcu« erklärte, wenn dcr
städtischen Obligationen ihr überschrieben
würden. Helm erklärte sich bereit, die Ueber
schreibuug voruehme» zu lassen, nnd nahm
cive Abschlagszahlung vou H2OOO iu Em
pfang. Helm Bishop präsculirtcu sodauu
da« Certifikat dcmStadt-Regtstrator uud lie
ßeu sich dafür ein« im Betrage vou Hlv.ooo
auf de« Namcu dcr „Mctropolttau.SavtugS-
Bavk" uud ei» zweite« für HB4OO. auf F.W.
Ketchum, jun., lautend, ausstelle». Da« erst
gevaolltc Certifikat wurde der „Metropolis
tau Saviugs Bank" übergebe», »ad der Rest
der Allleihe, tz4ooo, dafür catgegeu gcuom
mco. Später machte dic Baak eiueu weite
reu Vorschuß nud kaufte schließlich die ftäd
tischen Obligattoucu. Da« zweite Certifikat
sür KB4OV wurde a» et»e »uwisseude Perso»
verkauft und später, nachdem die Fälschun-
Helm « vud Bishop « au deu Tag ka
meu, veu der Stadt bezahlt, dte sich jedoch
weigerte, deu Anspruch dcr Bauk zu zahleu.
Richter Fisher entschied, daß dte Stadt dte
Summe der Bavk zurückzuzahlen habe, wel
che Letztere nach Ucbertraguug dc« Certifica
te« Helm 6 Bishop vorgeschosse».
Ein Ehrevdtplow. da« Vicht z» verachteu
ist, bilde» dte tauseodeZeuglltsse von glaub
würdtgeu Persoue«, welche täglich für deu
Werth vou Dr. Bull'« „Hukeu-Syrup" ab
gegeben wcrdeu. Dr. Bull'« „HuSeu-Sy
rup" ist tu jeder Apotheke zu habeu. Pect«
S 5 Ceut» dte Flasche. (si>
Wetterbericht.
«t,nal-«Sr»au. >
»altimor«. den 27. F«dru-r s
L«it Ther. . »ett.
melcl. Richt. Schn.
7.'-2 «. «».« «o W S krübl
11.02 B. 4 i.ti 4« «W « Trilb^
3.' 2 k<».«> 12 W 7 rriib
7.V2 «. 43.» K 5 'S « Drlibl
1102 R. 2».7bVi Ä«.2 «« ,S O 12 LRM
Mittl-Barometerst. I L st. Tyermoterst.üO.3.
Mittl.Thermometerft. 4:!.4 s iüiedr. 36.',.
Die «roßte Windichnelligiejt während einer Stunde
betru« 12 Meilen.
Da« gestrige «etter.— Nachsolgende «eobachtung
gen Kurden gesjern üiacht in demselben Augenblicke
tll Uhr tnittlerer Washingtoner »jeit) auf allen nach-
-
Stationen. ?!, Siatisne«. ?
2 Karquette........ -2
W Milwauiee i»
«ustalv ' 31 «ew.Pori ' 3«
Chevenne 2?i Otweä» 3«
Ehicaao IX t!ort vur0n....... Ii»
Sleveland 2ei -andusiv ! 24
Dulutb , —ü S> >!oiii« 1»
Eiie 32 St. Vanl 2
Sicvnaba Toledo 21
La Erosje 7 Aantton -«
Savannah .... ,!1 Mlmington
«onlgomeri, >!> Lonisoill«"..!...' 2?
Atlanta 4!» MempdiZ ! 33
S Harleston «;2 NewOrlean« ;
s Monduni-rgang .-,.18.
Eintritt der Flutb im hiesigen Hasen: um V >'> Nor
gri!» und di.lv S
«rt«era!i<si>j,,en. ti« MittelSaaten
?trg>n oder E-b»re. gefolgt während der Staiiit
»VN kälterem, «deiliveis» teüdenl Wetter, süv-
Jn der „Sun" schlagt ciu «Steuer
zahlet" Lärm ob der Lersperrung
derMa dis o n-, Mvnum e n t, C e ntre ,
North, Eager-, Facette- und an
derer Straßen durch die »Nörd
liche Central Bahn." Ost w°rde
auf Wochen der Verkehr behemmt. Diese
„Ntnsance" sei schon seit lahren dagewesen
und werde täglich schlimmer. Die Bürger
östlich von den Fällen, an der Central-Aoe.
uud au arideren Straßen hätten sich häufig
beschwert, seieu aber nicht einflußreich genug,
vm dnrchzudringeu. „Es ist kein Grund
vorhanden, weshalb die Eisenbahn nicht an
gehalten werden sollte, den Union Tunnel zu
ihrer Verbindung mit dem Wasser zu be
nutzen, anstatt sich zur Verbindung mit
Fkll'S Point uud Cautou der Straßen nnd
össkvtlichen Verkehrswege zu bedtelleu."
Ihren Bürgerscheiu erhielten ge
fiel» im Bundes DistriktSgerichte L. Alois-
Hausen an« Hannover und Wendel P.-ster aus
Boyern.
Ein neues UuiversitätS - Ge
bäude.— Das aeue Gebäude dcr „Marl?-
lövdcr Universität" wird heute Abend im
Beisein prominenter Advokaten uud Bürger
eingeweiht werdcn. Die HH. s. Teacklc
Wallis und I. Nevett Steele werden dic
Festreden ballen.
Iu Europa. Hr. H. D. Umbstädter
ven dcr reuommirten „Charles A Vogeler-
Cowpaiiy," befand sich nach deu letzten Nach
lichten noch in London. Der Zweck der Reise
ist die Errichtung von Agcütureu iu England
und anderen europäischen Ländern.
Wahl Na chw eh eu. Im Criminal'
gsrtcht begann gesteru der Prozeß gegen Wm.
Hiutov. angeklagt, am 24 Oktober bei der
Mayorswahl die Wahlgesetze übertreten zu
haben. Die HH. W. HollingSworth Whyte
und F. Z Ward erschienen als Vertheidiger
Huiton's. Ein Paragraph der Klageschrift
beschuldigt Hinton, John BizgS au einem
Wahlplatze in der 3. Ward angegriffen zu
haben. Der zweite klagt ihn au, Wähler im
Allgemeinen vom Stimmen abgehalten zu
hoben. Die Vertheidigung erhob gegen dte
Klageschrift einen Einwand, welcher indessen,
wie vttsbredet» abgewiesen wurde, um im
Falle einer UebersiihniLg des Angeklagten
tippellirn, zu kövnen. Aus deu ZeugenauS
sogc» ging hervor, daß Bigzs als „Ch illen
üii" sür dte unabhängige Partei fungirte.
Zwischen!' und 10 Uhr am genannte» Mor
gen staud er mit seiue!? Buche vor dem Feil
ster, als Hinten hinzu kam, eiueu Blick tu
das Fenster warf und danu Bigg« iu'S Ge
ficht und aus die Nase schlug. Gleich darauf
wurde Hinton arrHsirt. Nachdem BiggS die
Schläge erhalten, zog er feinen Revolver, um
sich zu vertheidigen. Dieses wurde durch
andere Zeugen bestätigt. Der Fall wurde
ohne Argument um ,8 Uhr Abends deu Ge
schwolenen überwicfcn, und diese gaben Ut.ch
einstüudiger Abwesenheit ein Verdikt au>
„nicht schuldig" im ersten Punkte (ciuem
mit Zuchthaus strafbaren Vergehen), aber
„schuldig" im zweiten Punkte (einfacher Au>
griff) ab. Richter Duffy verurthellte Hintou
zu sechs Monaten Gefängniß.
Die BundeSGroßgeschworenen
hielten gestern eine kurze Sitzung ab und
wurden fodaiill bis Montag entlassen. Au
klagen wurden gegen den Neger Aug. Ellis
wegeu versuchter VeranSgabullg vou falschem
Gelde und gegen L. E. Wetter wegen Mein
tide« erhoben.
Neue Geschworen e.—Die folgenden
Herren wurden gestern als Geschworene des
Criminalgerichls für die nächsten drei Wo
chen vereidigt: Decatnr A. Bändel, Max
Kahn, Hamilton A. Pierson. Philipp Hopps.
Thomas K. Carry, Alexander Seligmaan.
Wm. L. Vissels, Neger, und Wm. G. Lee,
Reger.
Die Großgeschworenen des
Criminalgerichts erließen gestern sol
gende Anklagen: H. Chamberlatn uud G.
.'loung, Diebstahl: Neger Roberts, Peter
Redwitch. Neger Charles Johnson. R-charS
Allen, Diebstahl: Neger Johu Mitchel, Ein
druch: Maggie Peppersack, Lotteriespicl, R.
Hogan »od Christ. Bttters, Hazardspiel;
Heury Rainer, spirttuosenverkaus an Min
derjäbrigc : John Römer, Uuterschleif: I.
Miller, Elise AHern, Patrick McCauley, Au
griff: Danicl Smith. Mordangriss; D. Ca
vanaugh, Charle« Zinkand uud F. Stolle,
Spirituosenverkanf am Sonntag. Abgewie
sen wurdcu die Anschuldigungen gegen Chas.
Momberger, falsche Angabe»; George A.
BowerS, Lewis Miller, Diebstahl; Andrew
Jackso» nvd Neger Samuel Skyler, Auzriff.
Bestrafte Brutalität.— Bor eini
gen Wocheu stand F. A. Wtfong, seine Hände
in den Taschen, an der Ecke der Aetva-Lane
und Frederickstr. nnd unterhielt sich mit Frau
Owen Leonard. Der Gatte der Letzteren
kam hinzu, fiel über Wtsong her und sch!uz
ihm die Kinnlade entzwei. Leonard ward
arretirt nnd stand gestern vor dem Criminal
Gericht, welches ihn zu einer Sesängnißstcafe
von 3 Monaten veruriheilie.
Klage gegeu -ine Fener-Ver
s kch ernli g Z-G escl lsck a ft.—lm Su
perior-Gerickte ward gestern die Klage des
Michael McGuire gegeu die „Deutsche Feuer»
Versicherung« Gesellschaft von Baltimore"
anhängig gemacht. McGuire versicherte ge
wisse« Eigenthum im Werthe von H>.!>oo in
der genannten Feuerversicheruugs Gefell
schast, und ditse weigerte sich, nachdem die
versicherte Habe verbrannt, die Versichc
rullgbsumme auszuzahlen.
Schadenersatzklage. Im Jahre
1883 verbrannte James Long in seiner au
der Ecke der North- uud Fayettestraße lie
genden Wirthschaft das GaS der „Equitable-
Gas Compagnie." später benachrichtigte er
die Compagnie, den Gasometer aus seinem
Lokale zu entfernen, und ging mit der „Cou
folidirteu GaS-Compagute" eiueu Coutrakt
auf Lieferung des Gase« ein. Zar selben
Zeit beauftragte er einen Bleiröhrenarbei
ter, seine Gasleitung mit dem Meter der
letztgenannten Compagnie zu verbinden. Im
Keller des Hause« herrschte zur Zeit, als die
Arbeit verrichtet wurde, etue große Duukel
heit, und der Arbeiter verband aus Versehen
eiue kleine Röhre, welche die Flamme, dte
zum Anstecke» vou Cigarren dient, speist, mit
einem Meter der „Eqnitable-GaS-Compag
nie." Einige Monate nachher entdeckte ein
Inspektor der letztereu Compagnie deu Irr
thum uud ließ Long wegen angeblichen Be
trüge« verhaften. Der Polizeirichter verwies
die Anschuldigung an die Großgeschworenen,
welche nach einer stattgehabten Untersochllug
dieselbe abwiesen. Longist nunmehr im
Common PleaS-Gerichte gege» die „Eaai
table-Gas-Compagnie" klagbar geworden
»od beansprucht einen Schadenersatz vou
tzSOVV. Die Berhaudlullgeu begauueu ge
sterv und werden voraussichtlich heute sort
gesetzt werden.
Eiuer groben Nachlässigkeit
machte sich vach dem Berichte deS Capt.Frauk
Howe vom Dampfer „Berkshire," von Bo
ston nach Baltimore bestimmt, der Signal-
Beamte ans Kap Henry schuldig, iudem er
iu der MoutagS-Nacht während dc« dichten
Nebel« uicht dte Dampfpfcifc ertönen ließ,
wie e« hätte sei« sollcu, und dcr „Berkshire"
sich deshalb um mchrcrc Stunden verspätete.
Geschlichtet ward gestern die Klage
der Wilhelmioc S. Schilliag gegen Paul A.
Seeger, «»dem die Klägerin dem Verklagte»
tzS5 rückständige Miethe zahlt, nnd der Letz
tere sämmtliche Koste» dcs Bcrfahre»« trägt.
OhaeFarbe im Gesicht nodkalt!
—Ein lnugcs Mädchen bedauerte uugcme tu
daß sie ohuc alle Farbe im Gesicht uud im
merwährevd kalt war. Der Teint war zu
weiß uud ihre Häade u»d Füße erfchieueu
immerwährend ohne irgend welche Blut
Cirkulation. Nachdem sie eine Flasche „Ho
pfcn Bittern" genommen, war sie da« blü
hendste, gesundeste Mädchen tn der ganzen
Stadt, und ihre Frennde waren dnrch ihre
Lebhaftigkeit nnd vergnügten Geist, der sich
erst danu entwickelte, auf'« Angenehmste
überrascht. (FebrlS-SSckw)
Dte Fünfer. Laut einer heute früh
aus New Orleans hier eingetroffenen De-
peschc ist das 3. Maryländcr R-gimem gc
stern Abend von dort nach St. LoniS abge
reist.
„Baltimorer Metzger Union
Nr. 1 " In der festlich mit Fahnen uuo
Guirlandtn geschmückten „Germania Nan
ncrchor-Hallc" feierte gestern der ..Bal im»
rer Metzger-Veretn Nr. 1" sein 28. Sttf.
lungSskst mit einem Conzert, Souper und
daronf folgendem Ball. An der westlichen
Scitc des Saales schmückte dte Gallerte eine
grünc Fahne, auf welcher zwei Hände iu
scstem Druck sich vereinten; ihr gegenüber
prangte die Fahne des Vereins, welche auf
dnukelrolher Seide die in Gs'd gefticklen
Worte: „Baltimorer Metzger-Verein Rc. 1,
ivcorporirt am I«K0" enthält.
Gegen 9 Uhr waren die meisten Mitglieder !
des Vereins mit ihreu Familien anwesend,
und bald darauf langten auch die Washtng
touer Gäste, Mitglieder des dortigen „Metz
ger-VereinS," au, worauf der erste Theil des
Festes, da» Conzert. begann.
Prof. Weber'S Orchester spielte bis zum !
Beginn de« Soupers Conzert Picceu und
nacp Mittcrvacht dte verlockendsten Tanz- >
Melodie n. Von den Nummern des Concert- !
Programms wurde» mtt besonderem Beifall
begrüßt die Ouvertüre zu „Dichter nnd !
Bauer," die Ouvertüre zu deu „sieben Schwe- !
stern," ein Cvrnct'Solo «Heimathliäuge," !
der Walzer „auf deu Flügeln der Nachi" !
u. s. w.
Etwas uach 10 Uhr begab sich die Gesell s
schasr in den unteren Saat zu dem Bankett,
desseu Herrichtnvg Hru. C. Nei»hardt an
vertraut war, nvd welcher das Vertrauen
auch iu gewohnter Weise rechtfertigte. Die
Tafel war i» Hnsciseuform ausgestellt und -
mit Blnmeu aller Art festlich geschmückt: !
Schüsseln mit kalten Nebengerichiea man
niftfalttgster Art, GlaSschaaleu mit südlichen !
Früchten, Torieu, aus denen die Embleme !
des MetzgcrgewerkeS angebracht waren, zier- !
ten dieselbe. In dcr Mitte des O ierti cheS I
stand eiu von dcu duftigsten Blüthen gc !
sormtcs Huseisei!, als glückverheißendes Zei -
chen» von Hrn. Neidhardt dem Vereine zu sei- !
Nim Jubelfeste dargebracht. Nachdem die Z
Gesellschaft sich an deu trefflichen Speiseu
und dem goldc» 'uukelndeu Werne gestärkt, i
hielt Hr N. TtggeS, Präsident des Verein?» i
welchem Hr. N. Goldschmidl im Nameu der j
Mitglieder des Verein« vor dem Bcgtun dc« !
Soupers ein prachtvolles Bouqnet üiierreicht >
hatte, folgcndc Rede, die mtt ludeladem Bei >
fall aufgenommen wnrde:
„„Meine Damen und Brüser! Es gereicht
mir zur großen Freude,hcute Abend hier als >
Vorsitzender eines Ver.tr>.S zu sein, welcher !
sein 25 jähriges StistnngSsest feiert,und Sie >
willkommen zu deißeu. Wir übecschr-rten
heute die Schwelle erues Bierteljahrhunder'.s !
des Bestehens uuscres Vereins. Wähccud >
dieser Zeit kouuteu wir manch' gutes uuü '
edles Werk vollbringen und sördern helfen, !
und mit Stolz können wir auf die Vergan- !
gcvheit, auf die Entstehung n»d Entwicke
luvg unseres Vereins blicken. Im Februar
186!) beschlossen mehrere Herr-» i» Ost Bal
timore, eine» „Metzgcr-Berei»"zu gründcu,
uud die erste Versammlung fand in Hra. i
Ochs' Lokal, Ecke der Pralt nud Canal
straße, statt. Der Verein erhielt deu Namei
„Metzger Verein Nr. 1," rst seit seinem 8.-
stehcn beständig fortgeschritten und beruht
aus gesunder finanzieller Basis. Die Ge- !
sammteinnahmen währcud der 25 Jahre be
trugen 193.74, die AuSgabeu H!Z,BBz.- !
Ä', wonach das vorhandene Vircinsvermögen
sich aus H 10.312.35 belauft. Die ÄnSgabeu
bestanden tn Unterstützungkgklder!! sür kranke
Mitglieder, P 4 pro Woche. iu ausge
zahltcn Sterbegeldern au dte hinterlassenen
Familten verstorbener Blüder. H3IOU. für
Fraucn von Brüdern Die laufenden
Susgaben uud sonstige VerwilUguilgen be>
irligcu M. Da« Vermögen ist augs
legt, wie folgt: „Baltimorer Spar Link" i
jö434.5>i, „Deutsche Bank" HIN4.SC, Goa- !
vernemcuts Bonds H2VOO. uud in den Häu- !
den des Schatzmeister« befinden sich H 34523. j
Dic Zahl dcr Mitglieder beträgt auzenbl'ck
lich 122. Wöhrcnd des Bestehens des Ver- I
eins starben 10 Mitgliede', und 7 Fraueu vo-t
solchen. Lassen Sie uns, hochgeehrte Festge '
nosfen, zur Eriuuerung und als Zeichen in,
s-rcr Hvchachtuug vor den Todten uns erde ,
be« mögeu sie ruhen in Frieden! ASS ,
Präsidenten suugirte» während der2s Jahre
eilf Brüder, von denen drei starben und ei s
ner aus dem Verein trat. Wohl wenige Ua- !
tirstützuligsgksellschasten können mit solcher
Gevugthuung, wic Ser unslige, auf eine 25
jährigc Vergangenheit zurückblicken und ciu !
Vermögen aufweisen, wie das uusrige, im
Vtthältuiß zu seiner Mitglicderzahl Vou j
den Gründer» des Vereins sind nur vier ge» j
storbcn, und wenn ich mich tu diesem Kreise
umschaue, freue ich mich, so viele alte Brü
der noch wohl und munter hier versammelt ,
zu finde», was wir wahrschnnlich unserem
Geschästc zu verdanken haben. Werke echter
Humanität zu fördern, bildete stets da»
Hauptdestredcn des Vereins, welcher sich au ,
solchen Werken stets beiheiligte. Uuser Ver
eiu war der erste, welcher sich dem „Allge
meincu Deuischen Waisenhaus Verciu" au- !
jchloß, uud ebenso eiuer der Ersten, welcher !
an den Festlichkeiten und Umzügen desselben
Theil nahm. Auch bei dem neuzegrünsetcn
„Grkisenheim" hat er sich vou Ansaug an de
theiligt. und ich bin überzeugt, daß er iu sei
ncr Unterstützung dieser Anstalten uicht er -
müden wird. Mit besonderem Vcrguügen !
erblicke ich zahlreiche Mitglieder des „Wash
ingtoner Metzger-Vereins" tn unserer Mittc. !
welcher auch bct der ersten, voll dem hiesig^u
Verein veranstallereu Festlichkeit zahlreich
vertreten war, wie sich gewiß manche« Mit
glied erinnert, uud ihre Gegenwart gereicht !
uns Alleu ;ur besonderen Freude. Ja Jhrcr
Aller Nameu glaube ich der Hoffnung Äus
druck gebeu zu dürfen, daß unser Verein von
Jahr zu Jabr sich vergrößern und stärken
möge und daß der jui.gc Baum, dcu wir !
vor 25 Jahren gepflanzt, der tn dieser Zeit
stark und kräftig geworden ist, seine Zweige
von Jahr zu Jahr mehr ausdehne, um auch
uusereu Nachkommen seineu segensreichen
Schatten gewähren zu können. Mit dcm
herzlichste» Wunsche, daß uoch Viele vou uus
das nächste 25-jähriße, mithin das 50-jährige
Stiftungsfest dcs Vereins crlcben und feiern
mögen, lassen Sic mich schließen. Mögc der
Segen dcs Herr» mtt uus sei»!""
Hr. F. Heiue, der erste Präsident de« Ver
ein«, hielt alsdann eine Ansprache, uud
cbeuso Hr. Hübner, welcher mit Hrn D.
Weber de» Anstoß zur Bildung des Vereins
gegeben. Hr Graff, einer der Gäste an« !
Washington, dankte dem Verein für die Ein
ladung zu dcm Feste und drückte sciuc Uebcr
zcngnng aus, daß der Verein »och lange bc
sieben, zunehmen und in stetem freundlichen
Verkehr mit dem Washingtoner Vereine blci
bc» werde. .
Nach Beendigung des lonper« wurde der
Ball eröffnet, dcr spät bis in den hcntigen
Morgen hinein die Thcilnchmer de« Festes
in nugestörtcr Heiterkeit zusammenhielt.
Die au« Washington eingetroffene» Gäste
waren dte HH. A. Graff, G. Appich, H. !
Kuh», G. Hart, A. Stllboer, A. Löffter »»d
I. Brown, welche von den Mitgliedern de«
Empfange Cemite's, deu HH. G. Schmidt, !
H. Römer, PH. Schmidt. H. Goldschmidt, !
I. Fliederich u. N. Tiggcs, auf das Freund
lichstc empfange» und von Letzlerem ve» hie
sigev Vereins-Mitgliedern vorgestellt war- >
deu. Als Mitglieder des Fest.Comite'S siin- i
girtcn die HH. H. Goldschmidt,G.Schmidt, i
C. Neidhardt, R. Lemke, A. Gebelein, N. >
Tigge«, I. Friederich, D. Weber und H.
Schmelz; al« Mitglieder des Ball-Comite's
H. Kraft, I. Sckuppner, Chr. Muth, C. !
Bodevbillder, H. Schmelz, H. RSazer, H.
Hör», PH. Schmidt »ud A. Schmidt.
Iu der „Turn-Halle," West-Balti-
morestraße, wurde gester» Abend zum Bene !
fiz sür Hrn. L. Holfelder die Posse „eine
leichte Perfoa" oder „Hätschler'S Abcateuer"
vou Emil Pohl aiisgcführt. Da» Hau« war
uicht so gut besetzt, al« erwartet werden i
kovltte das schlechte Wetter mochte Viele
voll dem Besuche der Vorstellung abgehalten 5
habeu. H>-. Holfelder gab de» Hr». „Hätfch !
ler" ganz ausgezeichnet, und Frl. Thiele a S
„Rofalie Frohberg," sowie Hr. Gehre al«
„Gröhlmtyer," Frau Keller al« „Wittwe '
staarmatz" uud Frl. Moritz als „Emilie" >
leistete» gavz Vortreffliche«. Ein vergnüg
tes Tanzkränzchen, welches sich bis in dea
heutige« Morgen verläugcrtc, bildete den
Abschluß de« Feste».
Als eio,ige besoodere Aoerkeuuung wurde
Hm. Hvlselder von einem Bekaaute» ein
werthvoller Ring überreicht, welcher deu
Bcnefiztavten weuigsteu« etwa» über dea
vor mittelmäßigen Ausfall seiner Benefiz
Loiflelluug. relp. die laue Theilnahme de«
Publikums trösten sollte.
Ter ~Pi« ola » Stamm Nr. 96" d-S
„Unabhängigen Ordens der Rothmänncr"
veranstaltete gestern Abend in der «Vor
wärts Halle" au der West Fayette Straße
einen Ball für die Mitglieder und deren Fa
Milien, welcher in der heitersten und ge
müthlichsteu Weife verlies. Von acht Uhr
Abends bis nach drei Uhr heute früh tum
melte» sich die tan,lustigen Paare in der fest
lich geschmilckte» Halle zu Prof. Pick'S vor
züglicher Mnfik. Um 11 Übr traten zwölf
Indianer in den bei dem VolkSstamm be
liebten, grellen Gewandnugen den Saal und
führten einen KriegStaoz auf. welcher denen
der echten Indianer treu nachgebildet war
nnd allgemeinen Beifalles sich erfreute. Die
Häuptlinge »Bär- und „Wolf," HH. Raa
und Rösecke» hatten ihre Maimschast vor
trefflich eivstudirt» waren aber uicht so ge»
fäbrlich. al, ihre Namen besagten. D e Ar.
ravgemevt» de« Feste« hatten «ie Hy. C. F.
Rau, A. Meyer, A, Rösecke, R. Vorwergh
und L. Schleuer übernommen und zur allge
meiosteo Zofrtcdevhett durchgeführt. Hru.
Loot» Moth « vortreffliches Bier »autckie
die uvermüdlicheu Tänzer.
Ter Vorstand der „Baltimore?
Schützen-Gesellschaft" hat gellern
Abend beschlossen, am 27. Mär, einen Km
drrboil im »Schüyen-Parte" abzuhalten.
Ein Brand mit Verlust von
M eoschenleden.^Kurznach 1 Uhrh.ute
früh wurde die Fenerwkhr von dem Katten
Nr. :.»4 alarmirt. A!» sie ;ur stelle eure,
land sie in dem Erdgeschosse de« Hauses Nr.
4«Z, Moore Aller», dte 4«! jährige Negerin Na
rie Stewart in Folge erlittener Brandwun
den tot! vor.
Die Insassen des Stockwerke« wur
den duich das Schreien der Unglücklichen
ausmilksam gewacht und gaben den Alarm,
konnten vou der Verunglückten aber keine
AufsläiNLg erlangen, da sie nach welligen
Minuten starb.
In dem Ofen dc« Zimmers befand sich kein
Feuer, au der Wand dcr Stnbe war eine
Kvhlev»!lampe angebracht, deren Cylinder
aeborken, dte Glocke jedoch iiuveisehri war.
Die Leiche selbst lag ausgestreckt aas dem
Fußboden aus einem Plättbrett.
Auf welche Weise die Kleider der Unglück
lichen, welche angeblich dem Tranke ergeben
gewesen seto soll. Feuer firigea, ließ sich bi»
her Vicht feststellen. Die schnell entilanveuen
Giinchie über eine Gewaltthat entbehren
noch >eder Begründung.
Un! älle. Hr. SharlcS E. Shaw, Ei
genthümer einer Sägemühle an der Süd
Frederickstraße, gerieth gestern mit dem rech
ten Fuß en eine Kreissäge und erlitt schwere
Verletzungen. Dr. Wm. E. Thornion be
handelt ihn.
Dcr von der Firma H. Günther Co.
in Canton angestellte Schlffsstauer I. Cösettt
ging gestern Vormittag um etwa N 2 Uhr
auf dem Deck der ttalientschen in Fell s Poiut
liegende» Barte „Tonio" entlang, ruschte aus
und stürzte durch eme Luke in den SchisfS'
räum, eine Tiese vou 18 Fuß. hinunter. Der
Unglückliche erlitt einen doppelten Bruch des
Unken Arm?« und innere Verletzungen. Man
schaffte ihn nach Nr. 102, ThameSstcaße, der
Wohnung eines Verwandten, und rtes
Arzt herbei, welcher den Bruch einrichtete.
Ermordet od»r eines natürlt
chen Todes gestorben? Im nord
wesiltcheu «latillllShause wird heute Morgen
um !« Uhr eine Leichenschau abgehalten wer
den, um festzustellen, wie der Säugling, dcr
aoi 21. d. MtS. im Hofraume des Hause«
Nr. 200, Druid-Hill-Aveuili, gesunden wur
dc, zu seinem Tode kam. Dessen Mutter,
Nettie Cooper, welche das Kind aussetzte oder
«mordete, war eiuc Dienerin iu dem Hause
und ist arretirt worden. Dr. Hill wird au
dem Säugling eine Postwortem Untersu
chung vornehmen, dessen Ueberreste von „Bou
llle-Lrae-Cemeterh" zurückgebracht worden
sind. Durch ciu Versehen des Friedhofwäch
tciS wurde gestern eine andere Kindeeletche
vou dort abgesandt, und die Jury konnte
deshalb bis letzt keiueu Jmuiest abhalten
Gestorbe n.—Montag Abend starb Plötz
lich in seiner Wohnung. Nr. 201, Lemonstr.,
am Herzschlage der bekannte Schreiner Hr.
Wilhelm Hsili. Der Verstorbene war aus
Queen Avne s County gebürtig, 70 Jahre alt
und seit 40 lahreu ein Mitglied der „Colum
bia-Loge Nr. 3" des Ordens der „Odd - Fel
lows." Die Beerdiguug findet heute auf
der „Mouut Oltvet Cemeterv" statt, und
Pastor Lauahan von der Methodistenkirche an
Fayettestraße wird die Leichenrede halten.
Er hinterläßt Wittwe uud eine Tochter.
Pastor John H. Suman, ein lutheri
scher Prediger, welcher auch in Baltimore all
gklneiu bekannt und beliebt ist, starb vorge
stern in Washington. Der Verstorbene war
in Frederick geboren und genoß seine Erzie
hung im luiherlschen Seminar -,a Getty?-
burg. Vor dim Kriege war er Vastor in
Frederick Connty, Md., uud London Conn
ty, Virg.: während des Krieges diente er als
Kaplan iu der Uuions Armee. Die Beerdi
gung findet am Freitag statt.
Untdentlstzirl b e -rd ig t. Die
Lnchc des vorgestern nahe BladkliSburg durch
einen Eiseubahnzug getödteten Mannes war
bis gestern Nachmittag uoch nicht '.dcntifizlrt
und ward durch die Leichenbestatter John S.
Mochcr Comp, aus der „Westero Cemete
iy' beerdigt.
Begräbt, iß. Die B.flattuug deS
om Montag im 63. Lebensjahre iu seinem
Hause, Nr. 8, Jackson s Court, gestorbenes
Hrn. HeinrichNöding fand gestern Nachmir
wg von der rrformirten Immanuelskirche,
Eck: von Schröder- und Saratogastr., aus
statt. Ter Verstorbene war viele Jahre
hil-luich Kiichendiener der Gemeinde geive
je», deren Kirchenrath und Mitglieder zu der
vom Pastor Hanfer in der Kirche abgehalte
ren Trauerseierlichkeit zahlreich erschienen
waren, den Sarg de« Todten mit Blumen
zierte» und ihm z« setner letzten Ruhestätte
auf der .Baliimorcr Cemetery" folgten. Die
Lehrer nnd Schüler der Sonntagsschule der
Kirche hatten sich ebenfalls iu der Kirche ein
gifuriden nnd sangen mehrere Choräle. Der
Psstor hatte seiner Rede die Worte des Psal
misten 48, 11: „ich will lieber die Thüre hü
ten in meines Gott-« HauS. denn tauge woh
nen iu der Gottlosen Hütte" zu Grunde ge
legt. Als Bahltuchträger sungirten
gltcder der „Göide-Loge Nr. l« des „unab
hängigeii Ordens der guten Brüder," wel
cher Hr. Nöding angehört hatte. Der Ve.'-
srorbenc war am 24. September !821 in
Spaugniberg. Kuihessen, geboren und kiu,
vor ungefähr !>0 lahren nach Amerika. Er
verhettatbete sich im Jahre mit der
Wittwe M. Gedtlein, welche ucbst '> Kindern
den Geschiedenen beweiur.
Diebstähle. Richter RhodeS vom
westlichen Distrikt überwies gester» Rosette
Roß, die ihreu Brodherrn. Lazarus Man
gans, ctnen Musrklehrer, in Rr. >B3, Johu
straße, wohnhaft, um bestohlen haben
icil. für ihren Prozeß dem Gefängniß. Das
Mädchen nahm das Geld aus der Rocktasche
de« Hrn. Mauzano und versteckte cS tm
Sophaüberznge. Sie leuguete zuerst-eutschic
de» ihre Schuld, legte aber ein Gestäudniß
ab. als mau sie mit etuem Polizisten con
froutiite lmd ihr zeigte, wo sie das Geld ocr
sttckl hatte.
Verlust eines Schoouer« Der
Schoviier „Newpori" von Sharptown, Md.,
Eigenthum von Hrn. Isaak C. Murphy da
selbst, wurde vorgi stern Abend leck und ging
in der Chesapeake-Bai unter. Die Manu
schaft rettete sich in einem Boote und wurde
bald daraus vou eiucm anderen Fahrzeuge
aufgenommen.
Zufuhr von Z uch tt hiere n —Der
Dampfer „Oranmore," welcher gestern hier
ankam, brachte 240 Stück Hereforder Riuder
für die „Morgan sche Viehzucht Compaguie"
vou Chkyeune, Wyomtng-Territorium, mit;
der „Mentmore," welcher am Samstage hier
fällig ist, bringt 35 Stück Jersey« uud Hol
steiner sür Züchter in Kentucky. Mit dem
„Thanemore" werden zwischen 100 und 200
Stück Rinder, guter Rasse erwartet. Der
Dampfer „Snrrey" uahm tu letzter Woche
515 Stück Riuder uach London mit» während
der Dampfer „Nubtau," dcr heule vou Ltver
pool fällig ist, 20 Southdown Schaafe für
deu „Druid-Hill Park" mitbringt.
Eine Durchbreuucrei. Ein vor
cinen dem Hrn. I. Friede. Smith gehörigen
Wazea gespanntes Pferd ging gestern vor
dem Fntterladcn der Gebr. Georg, Ecke der
Fremoutstraße uud Argyle-Aveuuc, wo mau
das Gefährt hatte stehen lassen, durch und
collidirte mit ctuer E. Cox gehörigen Kut
sche. Der dem Wagen zugefügte Schaden
belauft sich auf etwa tz3o.
Polizeiliches.- Der Neger Edward
Lewis wußte kein andere« Mittel, feiner
»l>eut uzi elr«!V " Luft zu machen, al« mit
seinem Schießeisen einige Löcher in die Na
tvr zu schießen. Richter Caschmcyer bclcgtc
ihn dafür mit tz 3 uud Kosten.
John HayeS, angeschuldigt, dcm Phi
lipp Fricdcl Kleidungsstücke im Werthe von
§ll gestohlcu zu habe», ward durch Richtcr
Caschmcyer dem Gerichtsverfahren über- ,
wiese».
Elisabeth Ringcl, Nr. 22, Stemmer's
Allcy, beschuldigt Louis Braun dcr unehe- !
licheu Vaterschast ihres am 8. d. M. gebore
nen Kinde«. Derselbe wnrde gestern ver
haftet, verzichtete aber auf ein Vorverhör !
und wurde vom Richter Cafchmeyer für da«
Gerichisverfahreu gestellt.
Ali«-! Rittcuhonsc hatte sich so uuor- i
deutlich aufgeführt, daß sie mit der Polizei
in Conflikt gcrathe» war und in den gast
lichen Hallcn des westlichen Stationshauscs
Aufuahmc gesuuben hatte. Richter RhodeS
legte ihr Kl Strafe und Kosten auf. ES wird
geltclld gemacht» daß sie eine gewisse Rosa
Berrheimcr avgcgriffen hatte» die angeblich
sie uud cive todte Schwester verleumdet ha
den sollte.
««richt»,Verhandlungen.
Srtminalgericht. (Vor Richter
Duffy.) Für heute: Jame« S-vaan» Fred.
Nester, John Hcrziogcr. Spirttuosenverkaus
am Sonntag : Aogust Heine, Martin Mnr
ray, August Danzeglock, Karl Nagel, John
Kavanangh» John Neir» Vincent I. Schi
mck» CharlcS Both, Augu? Dohmauu. Eliza
Ahcrv, John Herzinger uud Daniel Hom
berg. Spirituosevvcrkaus an Miaderiährige:
Frank Fallen, Joh. F. Schäfer, Joh. T.
Kirztnger, ThomaSPurdy, JohnCummiug»,
NicholaS Ertel, Ja«. Whaleu, Patrick Mor
ton, Edward Siowman, Siegmund Adlcr,
Frank O'Hara, Peter H. Thurn, Heinrich
Fink, WUH. S. Rö«ler, Eduard Volk, Aa
drea« Kutscheurcoter, Georg W. Strauß,
Sonntag« Spirituosenverkanf: Charle« Na
gel, Joh» Maloaey, Sptrttnoscvvrrkauf ohne
Llceot! Jvhu Boyland, John WeSlcy John
so», Joh. Mehliog, Neger Heury Rayner,
Frederick Hockam, Wm. H. Truehart» Tho«
ma« sjeate«, Hugh McNeal, Karl tkrantz,
Joseph Säger, Aloyfiu« Taylor, Neger Wm.
Cole, John Moutgomery, Heinrich Spinner,
Wm. Fllltou, F. O'Brien nnd Wm. Mc-
Gowau, Lotterte-und Hasardspiel; Jame«
McDonoogh, Angriff, sreigelprochea; Tdw.
Dirov. Diebstahl, ditto.
Stadtgcrtch t. (Vor Richter Browns
Woodruff gegeu Eagle Phöuix, Fabrikge
scllschsft, adgewtefeu: Wingfield gcgea Rau.
dall. Verdikt für Kläger au? G3SO: Schilling
gegen Seeger, uutcr Vcrhandluug.
Supertor-Gericht— (Vor Richtcr
Stewart.) Heilders»« gegeu Aelsh, berett»
berichtet, unter Verhandlung.
Common - PleaSgericht. iVor
Richter Phclp».) Long gegeu die „Equitable
Gos-Tompagnic," berichtet, uutcr Verhaud
lnu«.
Wa isc ng cri ch t. (Vor den Richter«
Carroll, Ltvdsati uud Sau».) E» crhtelteu:
H. Kirkwood, Emilie Grünwald, Joh. G.
Hamoierbachcr, Marie Anas Bauer «ad
Gottsried Buchart zerichtlichc Vollmacht zur
Verwaltung dcr reisönlichen Nachlasievschaf
te« von Vhil. Kirkwood, Karoliue Diener,
Michael Grünwald, Geo. Zollcr, Kaspar
Bauer und W. Bucholt.
LebenS-Hragen
I. « a v I t » l.
Aclt Pcltge finden laffen. .
>Ftl'r2t>,lMt,iaT.vw in»
Interessante Vvrlrsuu.zen.
Dr. Wm. Kirku«, durch sciuc freisinnigirl
Ansichten wohlbekannt und ein eifriger For
scher auf dcm Gebiete de« Wissen«, hat zwei
Vorltsnugen angezeigt, die resp, am Donner
stag Abend und am >i. März iu
dem Schiilsaale der von ihm pastorirten epi
skopalen St. Michael nnd aller Engel-Kirche,
Ecke der St. Paul und Dcnmeadswaße,
stattfinden sollen. Dte Themata der ersten
Vorlesung sind: ..„Shakespeare im Buche und
auf der Bühuc—„Othello" uud„wie es Euch
gefällt;" die der zweiten „König Lear" und
Der Eintritt kostet 50 Ct«.
Seitdem Schlegel als erster gründlicher
Kritiker der Werke Shakespeare'« deren große
Bedeutung znr Geltnng brachte (Johnson «
Kritiken beweisen, wie sehr man noch um di-
Mitte dcs 18. Jahrhuudert« in England tu
der ästherischeuKrttik zurück war und iu einem
Athcm Shakespeare « Giöße auerkanntc nud
ihm zugleich doch Haltlofigteit. Uebertreibung
der Charaktere. Schwulst und Rohheit vor
wcrs), hat sich die Bewunderung sür deu
Dichter Bchu gebrochen, die nach und nach
zur Vergötterung übergegaugeu ist. Aller
diugs hat man in dcr ästhetischen Auffassung
und Würdigung Shakespeare's mehr uumtt
ttibar in des Tichters Vatcrlandc das Herz,
iu Deutschland mehr die Kritik sprechen lasse».
Lessilig, Herder, Schiller, Göthe haben treff
liche Worte über ihn gesprochen, Schlegel
aber zuerst dessen Riesengrößc dargethan und
Treck, Ulrici, Rötscher n. A. das richtige
Vcrställdniß erleichtert. Dr. KukuS wird in
seinen Vorlesungen deu Geist der hervorra
gindstcu Kriliker und sciuc cigcueu Forschuu
gen rcfleklircn, nnd des Weiteren zum Ver
ständnisse des Dichters uud seiner Werke
beitragen, jener herrlichen Schöpfungen, die
natürlich uud wahr iu allen Richtungen da»
Leben schildern, uud in denen sich Lieblichkeit
nvd Zartheit, Erhabenheit und Schrecken,
Schwäche und Lächerlichkett» Witz und Laune,
Alle« mtt gleicher Kraft, vereinigen. Mau
erinnere sich der Worte Schlegels'«: „wie er
die fruchtbarste kühnste Phantasie in das Reich
dcr Natnr hinein trägt, so trägt er auf der
andern Seite die Natur iu die jenseits des
Wirklichen liegende» Regionen der Phantasie
hivnbcr." Dr. Kirku« hat:iuc vortreffliche
Wahl getroffen: „Othello" mit dcr metstcr
hafte» Schilderung dcr Leidenschaft und „wie
c« Euch gefällt" mit Iciveu phaulastischka
uud wunderbareu Schönheiten, und dauu
wiederum „König Lear," die Tragödie de«
MitliidS» uud „Macbeth." die de» Ehrgeizes,
wie seit AeschyluS' „Eumcniden" uichl«
FuichtbarcreS gedichtet worden ist. Wir ma
chen auf dic Vorlcsungcn besonders aufmerk
sam: Dr. KirluS ist der Manu, die Themata
klar zu beHandel«, und Besuchern stehen
sicherlich genoß und lehrreiche Abende tn
Aussicht.
i? .ofies Sacred « Vonzert in der
. Musik-A?adcwie.".
Heute, deu 28. Februar, wird w dcm
groß?» Saale der „Mnsik-Akademtc" unter
dcn Auspizien dcr „Kathol. WohUhättgtett«
Legion" ein große« Couzert gegcbc». Da«
Conzert war ursprünglich für Sonntag, dcn
24. Februar, in Aussicht genommen, konnte
aber, da dic Polizei-Commifsärc dic Erlaub
niß dazu vcrweigerteu, an diesem Tagc nicht
statisiudcn. Viclc llusercr tüchtigsten Sänger
und Sängerinnen werden mitwirken» und
es steht daher ei« seltencr Kunstgenuß tu
Ankfichr. Hr. Joseph s. Heuislcr wird bet
dcr Gelegenheit etne Rede halten, und die
Beamte« des „Supreme-ConzilS" iu Brook
lyu, N.-?)., werdcu sich auch eiufiuden. Da«
Covzert wird ohne Zweifel cinc« der beste«,
dte in dicfcr Saison in unserer Stadt gege
den rrordcn, es steht daher cin zahlreicher Bc
such in Aussicht. Der Eintritt kostet 25 Cts.:
Sitze können bei McCaffcey au Nord-Char
leistraße zu 50 Ceui« belegt werde«. Dte für
„Ford's Opernhaus" abgefetzten Eiulaßkar
irn habeu auch nächsten Donnerstag Gültig
keir.
». Elias."
Die Anzeige, daß am V. uud 7. März im
Waffenlaalc de« 5. Maryländcr Regiment«
Mcudelssohv's geistreich conzipirteSOrigtaal
wclk „Eltas" zur Aufführung komme» wird,
ist vou alle» Musiksrcuodeu uudVcrehrern der
strcbsame» Oratorien Gesellschaft mtt Beifall
begrüßt worden. Allerdings habc« wir de«
„Elia«" schon einmal gehört, aber dte tief»
idealen Werke ciuesMelldelSsohll-Bartholdy
kann via» uicht oft genug höre«—schcv wir
doch iv den Wcrkc« de» Meister« iu hohem
Grade Da«, was wesentlich ihre» Ruf bc
grülidct hat—et» klares bewußtes Anerkeu
vk» grade der Ausgaben, dcrcu Lösung ihm
vor den meisten Künstler« der Gegeowart
gelungen ist. Wiefcin „Paulus- eine der
prächtigsicn musikalisch-dramatischeu Schöp
sungeu ist, steht „Elias" ihm iu keiner Wetsc!
»ach. Der Verern wird durch fleißige« Stu >
drum uns da« Oratorium tu wo möglich uoch '1
vollkommenerer Weise, al« früher, bringen,
während dic Solopartie n sämmtlich mtt
neuen Säugern besetzt sind. Wir crtaneru
daran, daß der Eiuzcl Billet Verkauf am
To»nerstag beginnt, und auch uoch einige
Sitze sür die übrigeu Conzerte der Saison
belegt werde« köune».
Neue Musikalien.
Aus dem fleißige« Verlage dcr HH. Geo.
Willig Co.. Nord - CharlcSstraße» liegt
abermals etveßeihe ueuer Mustkalicu» sammt
und scodcr« tu bester Wcisc ausgestattet» vor.
Wir venucn:
„(j'iiet Itl'ixise," Roudo für Piano von
Heinrich Lachuer.
„Dcr Brautmorgeo." D«ctt mit Ptano
Begleitung vo« L. Cobbacrt«.
„Wilde Rose," für Piauo vou Guß. Laug.
„Die Roftuknospe." für Piauosorte voa
Jofcph Löw.
AI3/.urk»," für'Pia»o vo» Os
kar Wcruer.
„O, schöne Maid mit gold'ucm Haar,"
Chor für Mädchcvstimmcu, beloader« für
Schule» geeignet, mit Ptauobegleituog voa
H. D. Hcwttt.
„O, gutcr Geist," do. do.
„Die Heimkehr de« Regiment«," Marsch
für Piauo vou L. Streabog.
Hr. L. Stet», ciu ia seiucr Sphä
re vcrdievstvolle« Mitglied der L. Holfelder »
sche» Truppe, hat morge» tu der „Mecha
utc»' Halle" sei» Benefiz. Scgcbeu wird
die allezeit beliebte füufaktige Ncstroy'sche
Gesavg« Poffc „Lumpazi Vagabuodu«" odcr
«da» liederlich« Kleeblatt" mit eiuem Bor
sptcle. De« Bcuefiziaateu Wirkt» hat zum
Ersolge der Truppe weseotlich betgctragev.
uud tollte durch zahlreichen Besuch dieser Vor
stelluug belohnt werdcu.
tN" Morgen ist bekauulltch der N.
Fcdrvar, also ein Schalttag, der «tcht alle
Jahre wicdcrkchrt, bet Manchem daher a»ch
ein Schalktag ist uud Viele« auf die Bild
fläche bringt, wa» mau eben auch nicht alte
Tage erlebt. Hr. Hetvrich Schlegel, der nn
»ernehwcude Etgcvthümcr dcr „Orchc
strtou Halle," Nr. 3 uud?» Süd-Fre
dtlickstraßt, tst auf die sür Baltiasbrt ortgt
uelle Idee verfalle«, morgeu tu seinem
schöueu Lokale etotu Ball beleibte
Dameu abzuhalten. Wer an der Sröff,
nungS-Prvmenadt Theil zu uehmcu wünscht,
hat ei» Gewicht vou mtodtsteu« 200 Psnad
anszllwlise«, worüber Hr. Karl T. Clan«
als Witgkmctster die Controle führt. Da»
Tameu-Comitt uenvt die bttr. Anzeige.
Man braucht kein Prophet zn sei«, um sür
deu Ball immrust Besuchermaffeu voran»zu
sageu.
Manncskrast '
wiederhergestellt.
Ci» Orke küberer -Zünde». »-Ich« »er»«»I»»4ch«.
zeitig«! Vertall etc hat. I»«chd?m er alle
r-nnte» Mittel v,r»eden« »a,, ,« cws-che«
der Seldftdetlunq e»t»e»t. weich.« er «»«eosre« »«» t»«Uch
M-»»»»-,»«:
Z. A. Uee»«,, «Z tzhaihawst!.. «e»

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