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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, January 22, 1885, Image 4

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Z>er Deutsche Korrespondent.
Baltimore, 22. Januar 1885.
Unterhaltnugs-Wegweiser.
Diese Woche jeden Abend
«nd Mittwoch und Eamstaz Nachmittag! »Zanita!"
»«rd » vper«ha«».—Diese Woche jeden »bend
«nd Mittwoch und Samstag Nachmittag: ..Wir, Uns
4 Comp."
«ldauah « L>ooidahst»af>en-Zheater.—Diese
Woche Carleton'S englische Opern-Truppe:
Donnerstag Des Tambour-Majors Tochter."
Freitag MaScotte."
Nachmittag Di^olo."
<»«»»,'« Arontftrafien-Theater.—Allabendlich
Woche
Harri»' Mammuth - Museum, Freimaurer-
Tempel: ,'Billic Taylor.- . ,
Dime-Ruscum.— Sawyer'SGeorgia'crOrigmai-
Mmstrels.
Da« größte automatische Knnstweek »er
««genwart (mit 2000 bcwcglick-eii giguren) Sud-
West-Elke Baltimore-und Gaystraße.
„Turnhalle." Hcut«, Donnerstag, Theater
vnd BaU.
«Baltimorer S«««en »efellschaft. - Hcu
»« ZahreSball in der „Concordia-Halle."
«Uvg. «rb. «r. Unt. !verein.-Montag 3».
Stiftungsfest.
.voneordia. -Am3o. Jan. Benefiz jür Frau
Mahkc-ÄcUcr: ..Schule deS LebenS."
Dcabodn-Voinerte. Secks Svmphonie-Con-
am 7., 21. und 2». Februar, 14., 21. und 28.
MSrz.
Notizen, Tagesneuigkeiteii, unsere
ausländische Post, Lokalia, Todesfälle von
Deutschen, Berichte aus dem Innern Mary
land'« und den angrenzenden Staaten,
ErulidstückSübcrtragungcn, Markt- u. Bör
senberichte —siehe dritte Seite!
Das alte Lied.
Seit Menschengedenken oder wir wollen
genauer sein seit einem halben Menschen
alter hörten wir von Europa beständig
Klagen über unsere staatliche Tabacks-In
spektion, und seit Jahren hat sich jede Gesetz
gebung mit der Sache besaßt, aber keine nen
nenSwerthe Abhülfe geleistet. Erst, nachdem
die Kuh gestohlen war, versuchte man, zwar
den Stall nicht zuzuschließen, sondern wenig
stens einen Riegel auzujiyassen. Erst, nach
dem unser Tabacksmarlt zerstört und vom
erste» auf den vierten Platz gesunken war,
gab man die aus anderen Staaten kommen
den Tabacke frei, und nur auf Maryländcr
Erzeugnisse wurde die Zwangs
angewendet; die Versuche, auch diese zu be
seitigen, wurden von den Politikern und auch
von den TabackSpflanzeru conjeqnent verei
telt. In der letzten Sitzung der Gesetze
bnng hieß es, daß die Klagen ans Europa
gänzlich aufgehört hätten. ES blieb hübsch
bei m Alten, und der Gouverneur ernannte
neue Beamte, und siehe da hier sind die
Klagen wieder. In einem der letzten Markt
berichte der „Weser-Zeitung" heißt eS über
unsere Tabacks-Inspektion: „In unserem
letzten Jahresberichte besprachen wir die sehr
unzuverlässige Inspektion von Maryländer
Blätter Taback in den Staatsmagazinen zn
Baltimore; heute müssen wir berichten, daß
noch keine Aenderung oder Besserung dort
eingetreten ist. Tie Freude, welche im letz,
ten Februar der Bericht veranlaßte, daß die
zwangsweise Jnspeklion ausgehoben werde,
war von kurzer Dauer, denn eS ist Alles
bei'm Alten geblieben. Die nnverläßliche
Staats - Inspektion von Maryland schädigt
das Geschäft gerade noch wie früher, und wir
tonnen nur hoffen, daß die Bestrebungen,
eine Aenderung herbei zn führen, in der nach
s!en Gesetzgebung mehr Erfolg haben."
Kochkunst.
Die Kochkunst ist die Kunst ja, was ist
sie denn eigentlich? die Kunst, den Leuten
nach allen Regeln der Kunst den Magen zu
verderben, sagl der Eine; die Kunst, aus die
schöne Zeit hinzuarbeiten, in der man von
Nichts lebt nnd dabei satt wird, der Andere
kurz, die Kochkunst ist eine Kunst.
Amerika, das in der Kunst noch sehr weit zu'
rück ist, aber eifrig strebt, die alte Welt zu
jiberflügeln, macht auch in der Kochkunst Fort
schritte. Vanderbilt hält sich einen französi
schen Marquis als Küchen-Chef, dem er das
Gehalt eines französischen Feldmarschalls be
zahlt; fem ärmerer Mit - Millionär Russell
Sage ist noch nicht über die Genüsse der
„Dime-Restauraiits" hinaus gekommen. Vor
einigen Jahren gab ein sranzösischer Koch
künstler im Lande Vorlesungen und hatte nn
oeheucr» Zulauf, die böse Welt meinte jedoch,
Dieses sei nicht das Interesse an der Koch
kunst, sondern nur der Tbatsache zuzuschrei
ben, daß der Künstler ein Mann sei nnd ein
Franzose dazu. Dieses war jedoch Verlenm
dnng. Frl. Corson, welche in unserer Stadt
bereits seit mehreren Monaten dem Franzo
jen nachahmt, kann Dieses bezeugen; sie ist
ein Isomiuliiuiil und hat dessenungeachtet
immer zahlreichen Besuch; ihre Kochsch u l e
erweist sich als eine Anstalt, die jedenfalls
einem dringenden Bedürfnisse entspricht. Sie
lehrt das Kochen theoretisch und praktisch, nnd
es ist ein wahres Vergnügen, die geschäftige
Frau am Heerde hauttren zu sehen; gar man
che Hausfrau und Köchin, die bei dieser Be
fchäftiguug von Schmntz starrt, kann bei ihr
lernen, wie man mit Töpfen, Kesseln, Brat
pfannen umgehen und dessenungeachtet rein
bleiben kann. Hr. Charles I. Baker, nnser
bekannter Fabrikant nnd Kaufmann, hielt vor
gestern den Schülerinnen des Frl. Corson
eine Spezial-Vorlesung. Er sagte, an man
cher Ehescheidung sei die schlechte Küche schuld.
Gar mancher Mann werde mit dem Kochlössel
zum Hanse hinaus getrieben. Daran ist jeden
falls viel Wahres. Die Nothwendigkeit einer
Koch schule war jedenfalls vorhanden,
Frl. Corson hat dem längst gefühlten Bcdürf
»iiß abgeholfen; aber diese Anstalt nützt doch
nur einem verhältnißmäßig kleinen Kreise.
In unserem Schulrathe ist es schon einmal
angeregt worden, in den höheren Töch
terschulen anstatt verschiedener nutzloser
Unterrichtsgegenstände, wie Französisch usw.,
den Unterricht im ochen einzufüh
ren. Dieses wäre ein Schritt in der rechten
Mchtnng; dadurch würde dieser wesentliche
Unterricht einer künftigen Hausfrau allen
Kreisen zugänglich. Die Kosten einer solchen
Einrichtung dürsen dabei nicht in Betracht
Kommen. Wenn es der Berus der Knaben
schule ist, Bürger und Stimmgebcr zn erzie
hen, so ist es analog der Berns der Mädchen
schule, Hausfrauen heranzubilden und keine
gesellschaftlichen Zierpuppen, die noch nicht
im Stande sind, einen Thee abzubrühen,
geschweige denn ein solides Essen zu bereiten
«der anständig zu serviren. Die Idee, mit
unsern Mädchenschulen Kochschuleu zu ver
binden, ist sehr zeitgemäß nnd sollte weiter
vgitirl und baldmöglichst verwirklicht werden.
Aus der Staatöhanptstadt.
AnnapoliS, 21. Jan. Gestern Mor
gen wnrden wir durch die Entdeckung über
rascht, daß sich nahezu die Hälfte der Bai
Nährend der Nacht mtt Eis üverzogen halte,
"—einen halben Zoll dick war.
Das Austcritgeschäst mußte in Folge Dessen
gänzlich eingestellt werden, ebenso mußten
die Segel-Fahrzeuge müßig liegen.
Z)er Ausstand der Ansternöffner dauert
noch fort. Die Ausständigen zählen etwa
ISO Mann, die Jungen miteingerechnet.
Sämmtliche Einmache - Geschäfte sind nach
»vie vor in Thätigkeit; das Personal in den
selben hat sich nur nnveträchtlich vermindert.
Die Ausständigen halten sich meist nicht in
der Nähe der Einmache - Hämer auf und be
wahren vollständige Ruhe. Die Austernöff
ner, welche bei C. A. Dnßois Comp, die
Arbeit niederlegten, wollten der Firma die
Gründe ihres Vorgehens darlegen; dieselbe
lehnte jedoch rundweg jede Unterhandlung
ab.
Der Commandant der Staats-Austern-
Polizei hat eine zweite Liste von Fahrzeugen,
deren Tonnengehalt ans ihren Licenzen falsch
angegeben ist, aufgestellt. Ein Fahrzeug
war auf der Zollhaus - Licenz mit 4.17 Ton
nengehalt verzeichnet, während eine genaue
Messung 30.80 Tonnengehalt ergab; ein
anderes faßte angeblich 2.38, in Wirklichkeit
jedoch 23 Tonnen. Solcher Fälle liegen noch
sehr viele vor. Im Ganzen entdeckte man
bis jetzt 101 Fahrzeuge, welche ungesetzliche
Licenzen haben; die erste Liste wies deren 23,
die zweite 78 a»s.
Im Appellationsgerichte nahmen gestern
die Plaidoyers in dem Prozeß der Frau Ka
tharine Webb gegen die „Gegenseitige Fener-
ÄZersicherungs Gesellschaft von Balrimore-
Connty" den ganzen Tag in Anspruch. Rich
ter Miller führte an Stelle des abwesenden
Oberrichlcrs Alvey den Vorsitz.
Im Zwischentermin des Kreisgerichts
erhielt gestern Maurice E. StallinLs in sei
nem Prozesse gegen William B. Scrivener
1 Cent Schadenersatz zugesprochen. Es ste
hen 103 Fälle aus der Registrande für diesen
Termin.
Die Stelle eines Commissärs sür Bal
timore-County, welche durch den Tod von I.
T. B. Parlett vakant wurde, ist bis jetzt noch
nicht besetzt. EL sind bei'm Gouverneur zahl
reiche Applikationen eingelaufen. Einer der
Applikanten, Oberst Daniel Jenifer. kam per
sönlich hierher und trug seine Bewerbung dem
Gouverneur vor.
Die Staatsbauten-Behörde hielt gestern
eine Sitzung ab und erwählte Joseph W.
Woolsord aus Dorchester Couuty zum Hülfs-
Commandanten der Polizeischaluppe „E. B.
Groome." Das Fahrzeug wird den kleinen
Choptank - Fluß zu bewachen haben. Der
Polizeidampfer „Gov. Thomas" wurde nach
Baltimore Behufs Reparatur geschickt.
Wir können es kaum glauben, und doch ist
es eine verbürgte Thatsache, daß eS Menschen
akbt, welche Monate lang an einem heftigen
Husten leiden, obgleich ihnen in nächster Nähe
ein Mittel zur Beifügung steht, welches das
Leiden iu kurzer Zeit ausrottet. Dr. Bull «
„Husten- Syrup" ist in jeder Apotheke für SS
Etats zu haben. (lS)
Stadt Baltimore.
Der Dampfer „Chatham."
Dieser neueste Dampfer der bereits zu
den größten des Landes zählenden Küsten
flotte, der der „MerchantS'u. Miners' Trans
portation-Linie," welcher vor einigen Tagen
hier eintraf, ward gestern auf Einladung der
Compagnie hin von Mitgliedern der hiesigen
Presse besichtigt. Nach einer genanen Jn
fpizirung des Fahrzeuges machten die Herren
von der Gastfreundschaft des Capitäns Ge
brauch und leerten einige Gläser aus „Gut
Glück !" sür den neuen Dampfer.
Die Tragfähigkeit des neuen Fahrzeuges
ist 2700 Tonnen. Seine Dimensionen sind:
Länge auf der Wasserlinie 265 Fuß, Breite
40 Fuß, Tiefe des Laderaumes 26 Fuß. Der
Dampfer „Chatham" hat vier Decke, ist wie
ein Schooner aufgetakelt mit 2 Masten und
Bugspriet. Für genügende Ventilation ist
durch 180 Lustlöcher zwischen dem zweiten
nnd dem dritten Deck und duO geräumige
Gänge und Luken, Sorge getragen. Auf
dem Promenaden - Deck befinden sich zwei
Deckhäuser, das eine vor, das andere hinter
der Schloleiusassung. Das Vorderhaus ist
45 Fnß lang und 36 Fuß breit,uud in seinem
der Schiffsspitze zugewandten Ende befindet
sich das mit polirtem Roscnholz getäfelte ge
räumige Steuerhaus. Das doppelte Steuer
rad, aus Mahagoni und Weißbuche gear
beitet, kaun entweder durch Dampf oder per
Hand gelenkt werden. Die Commandobrncke
befindet sich über dem Steuerhause und geht
von einer Seite deS Schiffes zur anderen.
Hinter dem Steuerhause und durch eiue Thür
mit demselben verbunden, befindet sich das
Zimmer des Capitäns. Es ist mit polir.em
Weißeichen-und Ahorn-Hol; getäselt uud mit
Mahagoni Leisten uud vergokoeteu Gesimsen
verziert. Hinter den Zimmerndes 1. und 2.
Offiziers, die au das des Capitäus stoßen,
ist das Rauchzimmer, für seinen ZweH sehr
bequem und e>egant eingerichtet.
In dem Hinteren Deckhause befindet sich
das Gesellschaftszimmer, durch ein domar
tiges Oberlicht erhellt und veutilirt und mit
Fresko Malereien uud geschliffenen Fenster
scheiden ausgestattet. Au den Seiren des
Gesellschaftszimmers befinden sich mehrere
geräumige Schlafzimmer. Große bequeme
Armstühle füllen die Zwischenräume vou
Thüre zu Thüre aus, uud der Fußboden des
Zimmers ist aus Walnußholz, mit Ahorn ci»
gelegt, hergestellt. An dem vorderen Ende
des Gesellschaftszimmers befinde» sich zwei
extra große Schlafzimmer, elegant ausgestat
tet uud für Familien bestimmt. Au diese
Schlafzimmer stoßen die Zimmer des Ober
Maschinisten und des Stewards nnd der mit
einem Oberlicht bedeckte Maschinen - Raum.
Das Speisezimmer der Offiziere, welches sich
dem Mafchinen-Raum anschließt, ist in Ahorn
uud Mahagoni gehalten und der Walnuß
Fußboden mit Ahornholz ausgelegl. Die
große Freitreppe, welche von dem Gesell
schaftszimmer nach dem Salon sührt, ist aus
Ahorn gearbeitet und ein Meisterstück der
Holzschnitzerei. Unter der Freitreppe, mit
dem Salon in Verbindung stehend, befindet
sich das große Anrichtezimmer, mit einem
Dampftisch, Schränken, Geschirrständen und
Refrigerator ausgestattet.
Sechsundzwauzig große Schlafzimmer be
finden sich an den beiden Seiten des Sa
lons, vou welchem ein jedes in einen Alka
ven führt, der mir dem Salon in Verbindung
steht. Tie innere Ausstattung des Salons
besteht größtentheils ans Ahorn- und Kirsch
baumholz, aus das Eleganteste mit Rosen
holz ausgelegt und mit Schnitzereien von
künstlerischem Werthe verziert. Acht Aus
ziehtische stehen in zwei Reihen au jeder
Seite des Salons, und vor ihnen stehen re
volvirende in rothem Plüsch gepolsterte
Armsessel. Ueber den Tische» befinden sich
Stände für Gläser nnd Flasche», und jeder
Tisch wird durch einen Kronleuchter beleuch
ten Au den Salon stoßen nach dem Hinter
theil des Schisfes zu die Badezimmer nnd
Retiraden. Im Ganzen hat dcr Dam
pfer 44 Schlafzimmer erster Klasse und l-2
zweiter Klasse uud kaun 100 Passagiere be
fördern. DaS Schiff ist gänzlich ans
construirt mit Ausnahme der Masten, Decke
und innere» Eiiirichttnig. Es ist i» siebe»
wasserdichte Abtheilungen eingetheilt nud
enthält ein Wasser-Lallast-Reservoir, welche«
acht Tonnen hält und benutzt wird, wenn
das Fahrzeug einen geringen Cargo besör
dert. Das erste und das zweite Deck sind
aus Eisen construirt und mit Tannenholz be
deckt. Der Kohlenraum saßt 240 Tonnen
Kohlen.
Zum Schutze gegen Feuer sind Schutz
mauern um die Dampskessel und Maschinen
gebaut, die sich bis zum Promenaden - Deck
erstrecken. Mit Hülse nach den neuesten Pa
tenten erbauter Dampspumpen kann jeder
etwa ausbrechende Brand leicht gelöscht wer
den; die Maschine des Dampfers wird durch
Dampf iu Bewegung gesetzt, der in 4 Dampf
kesseln von je 134 Fuß Durchmesserund Ii
Fuß Länge erzeugt wird. Die Gesammt-
Baukosten betragen §300,000.
Dcr neue Dampfer wird von Capt. W.
A. Hallett befehligt werden mit D. P. W.
Barker als 1. und Clinton A. GoogiuS als 2.
Offizier, W.R. Turner als Obermafchiuisteu,
M. F. Ford als zweitemMaschiiiisten, W. A.
Hallett, einem Neffen des Capitäns, als
Steward und einer aus 33 Personen be
stehenden Bemannung, sämmtlich srüher ans
dem Dampfer „Allegheny." Der Dampfer
„Chatham" fährt heute Nachmittag 3 Uhr
nach Boston mit vollem Cargo und einer An
zahl Passagiere.
Versuche eiu Glas Dukehart schen Por
ters! Z» jrdcr Jahreszeit gibt es kciu
nahrhafteres, kein gesüuveres Getränk.
Von See und Hafen.
SchiffS-Uebertraguugen. Die
folgende Uebertragunge von Fahrzeugen
wurde im Laufe der vergangenen Woche im
Zollamte angemeldet: Schooner „Maggie C.
Lawrence" von Hester A. Lawrence und W.
B. Lawrence an James L. Dunean für
§1350.
Bedarf derßeparatur. Die ita
lienische Barke „Auo Christofs," Capt. Gna
gina, welche kürzlich in der Bai einen Leck er
hielt, wurde gestern in den Schiffsbauhof von
Booz K Sohn gebracht, um dort gründlich re
parirt zu werden. Die Barke hatte zur Zeit,
als der Leck entdeck! wurde, eine Quantität
Sand in ihrem Laderaum, welcher sich in die
Pumpen fetzte und verhinderte, daß dieselben
gebraucht werden konnten, wodurch eine große
Wassermasse in den Schiffsraum geriech.
Wetterbericht.
Signal-Vüreau,
Baltimore, den 21. Januar 1885.
j,.-, Baro- Feuch
meter. Wett.
7.00 M. 29.997 j 30.0 07 s W 4 schön
11.00 V.! 29.945! 37.0 49 N W 9 Klar
3.00 N.I 29.887 38.0 38 NW> 10 Mar
7.00 A.I L 0.048 28.1 25 IN W 15 »klar
11.00 A-! 30.173 ! 21.0 42 W! 10 l»lar
Mitti.Baroineterst.3o.ol9 ! H'si.Thcrinoincterst4o.B
Mitll.Thermomcterst.29.B vüedr. ~ 20.8
Tie größte Schnelligkeit des Windes in einerZtunde
Tai» gestrige Wetter. Nachsolgede Bcobach-
I S"
Etationen. Stationen. ?
«Ipena '.Marquette —^B
lO
Chicago 8 — 3
Clevelaiid 6 I ZanduSky 2
Duluth -20 j.1,. LouiS.. 7
Erie 8 ! It. Paui —?0
EScanaba N ! Toledo 1
La Crosse —ll
JziksonviUe 51 L4
Ntlanta....? 30 ! Memphis 23
Eharteston 47 «New-OrleanS.... 40
Wetteranssichten. Für Nen-
England, die Mittel- und südailantischen
Staaten klares, entschieden kältere« Wetter,
nordwestliche Winde (mit Ausnahme der
Küste von Nord - Carolina, an welcher nörd
liche Winde herrschen werden) und höherer
Barometerstand.
Das Wetter. Der Sturm, welcher,
wie gestern berichtet, sich in Texas und dem
unteren Mississippi - Thal bildete, hat gegen
alle Berechnung seinen Weg direkt östlich ge
nommen und südlich von uns den atlantischen
Ozean erreicht. In den Südstaaten herrsch.-
gestern und vorgestern anhaltendes Rege
wetter, während ans den nördlichen Staaten
Schneefälle gemeldet werden. In den mitt
leren atlantischen Staaten war das Wetter
im Allgemeinen klar und kalt. Aus
sota und Dakota wird die Bildung einer neuen
kalten Luftwelle gemeldet, tue uns sicherlich
auch heimsuchen wird. Wir haben also noch
kälteres Wetter zu erwarten und werden uns
obend'rein noch eines erfrischenden Windes
zu erfreuen haben.
tztn erbarmenswerther Anblick.
Kann man sich einen betrübenderen An
blick denken, als den eines in der Blüthe ei
nes nützlichen Lebens von der Schwindsuchr
befallenen edlen Mannes, den die Welt schwer
entbehren kann! Tausende werden jährlich
durch die Schwiudsucht weggerafft, welche
durch den rechtzeitigen Gebrauch von Dr.
Pierce, S „Voläev >le<Uesl Discovery," ei
nem entschiedenen Heilmittel gegen Schwind
sucht in ihren Anfangsstadien, gerettet wer
den könnten. ES ist das beste Säfleverbesse
rungs- und Brustmittel in der Wei. Bei al
len Apothekern. (I7,s,sitkw4)
Neue Einlaßkarten zur Börse.
»Einlaßkarten, meine Herren !"erfchallte es
jedem unserer Getraide - Händler entgegen,
als sie das Börsengebäude betraten, um wie
gewöhnlich, ihre Geschäfte zu erledigen. Ge
stern war nämlich der letzte Tag, um die Ein
laßkarten für das Jahr 1835 gegen Zahlung
von §2O au deu Sekretär entgegen zu neh
men. Die Mehrzahl hatte Dies bereits ge
than und zog als Antwort auf den Anruf
ihre neuen Karten hervor nnd hielt sie dem
Cerberns unter die Nase. Einige hatten diese
Vorsichtsmaßregel jedoch übersehen und waren
sehr erstaunt darüber, daß iynen irgend Je
mand den Eintritt in die Börsenh'alle ver
weigern wollte. Alles Protestiren hals Nichts,
das einzige Mittel war, den Sekretär aufzu
uchen uud ihm den Jahresbeitrag zu zahlen.
Mtt dem gestrigen Tage trat auch die neue
Regel in Kraft, daß Clerks und Comptoir
burschen der Mitglieder nicht mehr in der
Börsenhalle erscheinen dürfen. Diese An
ordnung wurde getroffen, um zu verhindern,
daß die Halle üverfüllt und die Mitglieder
an der Ausübung ihrer Geschäfte gestört wer
den. Die Börse liefert Boten, die alle Mit
theilungen der Mitglieder nach ihre» Comp
toire» prompt besorgen.
Die angeklagten Noten-Fäl
scher.—Wir theilten bereits mir, daß in
Folge des pünktlichen Vorgehens der Groß
geschworenen uud des Staats-Auwalts die
Fälscher Gilbert, Flaunigan und Cregan vor
gestern in gesetzlicher Form in Aliklagezustand
versetzt und ihnen der Weg, der Prozessirung
durch einen ok tl-ldv-lsL.oriiii,-! zu ent
gehen, versperrt wurde. Bekanntlich sührten
die Fälscher ihre Arbeit sehr gewandt ans.
Sie verschafften sich Check-Formulare mit den
Namen gewisser Firmen, füllten dieselben
aus oder fälschten die Unterschrift. Die „Mer
chantö' Bank" kam in Folge der Vorsicht des
Zahlmeisters ungeschoren davon, die „How
ard Bank" büßte §5OO ein. Eine ernsteMah
nliiig für Lithographen, Kupferstecher und
Schreibmaterialien - Händler aber giebt der
Fall insosern, als er zu größter Vorsicht bei m
Verlause von Check - Formularen maqnt und
besonders die Gefahr veranschaulicht, welche
darin besteht, daß Check-Formulare mit den
Namen von Firmen in die Hände von Gan
nern, die sich als bestellende Knuden vorstel
len, gelangen. Ter „American" zollt der
Wachsamkeit des Gerichts ein Compiimeitt:
„Selbst,wcnn dieAugeckagteu ' was übrigens
sehr nnwahrscheinlich ist) nicht sc-siildig besnn
den werden sollten, haben die Großgeschwo
renen wenigstens dargethan, daß, soweit es
in ihrer Macht liegt, das Gesetz in Anweil !
dnng gebracht worden ist, ui.i die Verbrecher j
zu bestrafen nnd ähnlichen Subjekten die
Warnung zu geben, daß Baltimore kein ge
eignerer O:t sür ihre Gaunereien ist."
Verl angtEntsch ä di g un g.—Rich j
ter Morris ries gestern im Bundes Distrikts
gericht die Klage von Charles F. Bedsord ge
gen den Dampfer „Surrey" auf, in welcher
der Kläger eine Enrschädignng von §l5OO
verlangt. Bedsord war der Ausseher über
eine Heerde Rindvieh, die ans dem Dampfer
von hier nach England verschifft wurde. Aus
der Rückreise stürzte er, wie er behauptet, in
Folge der Nachlüssigkeil der Mannschaft des
Dampsers in den Laderaum und erlitt schwere
Verletzungen. Archibald Stirling, juu.,und
A. Stirling Penuinglon vertreten den Klä
ger und Brown 61 Brune den verklagten
Dampser.
Di e„G es ch enke" d er „M erchants'
Thee- C 0 m p agn i e." Hr. Matthias
Fisher, Geschäftsführer der „Merchants' Thee-
Comp.," welche bei ihren Verkäufen werth
volle Preise vertheilt, erschien gestern in Be
gleitting seines Anwaltes Hru. W. Hollings
ivorth Whyte im Criminalgericht, um ans die
gegen ihn erhobene Anklage, die Lotteriege
setze übertreten zn haben, sich zu verantworten.
Hr. Whyte theilte dem Richter mit, daß die
Anklage ans Grund einer Vereinbarung
zwischen dem Staatsanwalt und ihm erhoben
worden sei, um aus dem Falle einen Testfall zu
machen und festzustellen, ob das Verjähren
der „Thee-Compagnie" eine Uebertretnng des
Gesetzes sei oder nicht. Dabei sei nun stipn
lirt worden, daß Hr. Fisher ans sein Ehren
wort hin bis zum Prozeß zu entlassen sei.
Letzteres ward vom Hülssstaatsanwalt GanS
zugestanden und der Prozeß ans nächsten
Montag anberaumt.
En tschädi gungs - Klage. Im
Superior Gericht begannen gestern die Ver
Handlungen in der Klage von Patrick Larlin
gegen Peter Zell k Söyue, in welcher Klä
ger für Verletzungen, die er durch einen Sturz
durch eine Lnke in dcr Guanofabrik der Ver
klagten auf Locnst Point erlitt, §lO3O Entschä
digung verlangt. Die Verklagten behanp
teten, daß der Anspruch ver,ährl sei, woraus
der Kläger aus Sistiruug der Klage antrug.
Der Verkauf von frischem
Fleisch außerhalb der Fleisch
bänke. — DauielMurrav, Clerkdes Centre
Marktes, erhob gestern vor Polizeirichter
Caschmeyer gegen Joh. Friederich die An
schuldigung, innerhalb der Grenzen des
Marktes, aber außerhalb der Fleischbänke.
srischeS Schweinefleisch verkaust zu haben.
Friederich nnd dessen Kutscher bezeugten, daß
das Fleisch von einem Provisionshändler
bestellt und nur zu dessen Bequemlichkeit
nach dem Markt gebracht worden sei. Der
betreffende Provisionshiuidler bestätigte diese
Angaben. Richter Caschmeyer setzte das
Verhör in der Angelegenheit aus den 29. Ja
nuar fest, um erst das Gutachten des städti
schen Anwaltes einzuholen.
Jncorporirt ward „das Bibel-Insti
tut der methodistischen Episkopalkirche von
Baltimore." Das Institut bezweckt die Heran
bildung farbiger Jünglinge zu Pastoren.
Kassirer Graham noch immer
versch w und en. Von dem Kassirer der
Mount Cläre-Werkstätten, Hrn. Thomas H.
Graham, hat man bis jetzt noch keine Kunde
erhalten. Einer seiner Gläubiger, welcher
ihn sehnlichst zu sehen wünscht, sprach sich ge
stern dahin aus, daß der Verschwundene sich
in Harper's Ferry, Virginien, aushalte, wo
ein sehr intimer Freund von ihm wohne.
Sollte Dies der Fall sein, so scheinen die
Geheimpolizisten der „Baltimore - Ohio-Ei
senbahn" entweder keine Kunde davon zu ha
ben, oder sie wollen über die Angelegenheit
Nichts weiter erwähnen. Frau Graham hat
von ihrem Gatten seit dessen Verschwinden
Nichts gehört.
Patrick Glancey's Baarschast.
Anna Waterson, die vorgiebt, in New-
Hork geboren nnd ansässig zu sein, ward ge
stern Vormittag auf die Anschuldigung hin,
dem Patrick Giancey, Nr.26S, Canron-Ave.,
Hl6O gestohlen ?u haben, vom Sergeanten
Green arretirt. Das Frauenzimmer, welches
in dem Hanse Nr. 135, Eastern-Avenne, ihr
Quartier aufgeschlagen hatte, traf den be
trunkenen Glancey auf der Straße, lockte ihn
in das Haus und ließ ihn dort, nachdem sie
seine Taschen geleert, liegen. Sergeant
Green solgte ihr nach nnd erwischte sie an der
Lowstraße. Sie hatte Bt>s baar in ihren
Taschen. Richter Saliner überwies die lang
fingerige Anna dem Gerichtsverfahren.
Ein Uh r end ieb st ah l. Der Neger
Joseph Hall, angeschuldigt, dem Simeon Fox
eine silberne Uhr im Werthe von H.'< gestohlen
zu haben, ward gestern vom Polizeirichter
Saniier dem Gerichte überwiesen. Der An
geschuldigte war in den Ställen des Pferde
händlers Moses Fox, eines Brnders des Be
stohlcnen, aigestellt und stahl dort die
Uhr aus einer Westentasche. Der Diebstahl
ward im November begangen, doch gelang eS
dem Neger, sich bis jetzt den Händen der Ge
rechtigkeit zu entziehen.
Jenkins stahl nicht denUeber
zieher. Henry Jenkins stand gestern vor
dem Criminalgericht, um sich aus die Anklage,
einen Ueberzicher gestohlen zu haben, zu ver
antworten, und ward von Hrn. M.F. Taylor
vertheidigt. Der Angeklagte war in einem
Koslhanse an Courtlandstraße als Diener an
gestellt, in welchem Henry Cliff, ein junger
Mann, wohnte. Vor einigen Wochen wollte
nun Jenkins einen kleinen Spaziergang durch
die Lexingtonstraße unternehmen, und da er
den Ueberzieher des Hrn. Cliff, der, wie er
wußte, nur selten von diesem getragen wurde,
in dem Hausflur hängen sah, zog er ihn an,
um sich vor der Kälte zu schätzen. Er war
jedoch nur wenige Schutte gegangen, als
ihm Cliff's Großvater begegnete nnd das
Eigenthum seines Sohnes erkannte. Jen
kins versuchte, sich vor dem alten Mann zu
drücken, dieser nahm ihn aber bei m Kragen
und übergab ihn der Polizei. Der Verthei
diger machte nnn geltend, daß Jenkins kei
neswegs eine verbrecherische Absicht hatte,
als er den Ueberrock benutzte, eine Ansicht,
welcher sich der Richter anschloß, der den An
geklagten freisprach.
Bittet um milde Strafe. Mar
garethe Hume, ein Frauenzimmer von mitt
leren Jahren, bekannte sich gestern in fünf Fäl
len von neun ihr zur Last gelegten des Dieb
stahls fchnldig. Die beragte Mutter der An
geklagten erschien vor dem Richter, um ihn
um Milde und Gnade für die Tochter zu bit
ten. Sie erzählte, daß Margarethe sich un
glücklich verheirathete und nach kurzer Ehe
von dem Gatten verlassen wurde. Seitdem
durchwandere sie die Straßen der Stadt in
steter Aufregung und sei ohne Zweifel gei
steskrank. Sie habe noch nie den Versuch
gemacht, die gestohlenen Gegenstände zu ver
bergen oder zu verkaufen. Richter Fisher
behielt sich die Verurtheiluug der Angeklag
ten vor.
Muß ausziehen. Der englische
Zweig der „Heils - Armee" ist aufgefordert
worden, die Kapelle an der Ecke der Balti
more- und Gilmorstraße, in welcher sie seit
her ihre Lärmversammlungen abhielt, zu
räumen. Das Gebäude ist von den in New-
York wohnenden Besitzern an Hrn. Benja
min Buck verkauft worden, welcher eS nie
derreißen lassen wird.
Die v«. Jahre» - Versammlung der
„Deutschen Gesellschaft von Ma.
ryland."
Die „Deutsche Gesellschaft von Maryland"
hielt gestern Abend im Club-Lokale der „Ger
mania" ihre Jahres - Versammlung ab. Hr.
Claas Vocke führte den Vorsitz, Hr. I. C.
Willens fuugirte als Sekretär. Letzterer las
der letzten Jahres- und
VierteljahreS-Versammlung vor. welche ohne
Einwand acceptirt wnrden.
Hieranf kamen die Jahres - Berichte des
Schatzmeisters Hrn. C. Niemann nnd des
Agenten der Gesellschaft zur Borlage. Aus
dem Berichte des Erster» erhellt, daß im Gan
zen §5207.13 eingingen; darunter HL2IO.LK
aus Zinsen von angelegtem Kapital, H!>7o
aus 'JahreS-Beiträgen von IS4 Mitgliedern
n. s.w.
Die Ausgaben betrugen HK818.35, darun
ter für 2ll>B Untcrstützungs - Anweisungen
H142V.35 zu Mahlzeiten nnd Logis für Ob
dachlose, für 803 Rezepte an Hrn. F. Hassen
camp H 162.23, für 1063 au Hrn. C. Schmidt
§l7B, für 309 an Hrn. C. E. Brack §69.80,
für 110 au die HH. Schultze K Bruder §20.-
83, für 76 an Hrn. H. C. Schiller §11.78,
für 52 an Hrn. C. Caspari.jnn.. §11.43. für
Bandagen, Bruchbänder :c. §55.40, für Ho
norar au Dr. W. Gombel §loo, Dr. A.
Böhm §lOO, Dr. C. Hoffmann §lOO, Dr.
F. Malhien (S Monate) §41.65, Dr. A.
GoSweller §58.33, Salär für den Agenten
Julius Conrad §6OO, den Hülfs-Agenten C.
Schlingloff§36o. Anzeigen §128.15. Bürean-
Uiuosien, Miethe, Umzug:c. §284.90, In
kasso der Jahres Beiträge §29, 10. vermischte
Ausgaben §46 n. s. w.. uisammen §6848.35.
Ganze Ausgaben § 6818.35
Ganze Einnahmen 5207.13
Defizit § 1641.22
Ter Bericht macht darauf aufmerksam, daß
das Defizit seit dem Jahre 1881, wo es nur
§196.68 velrug, 1884 aus §1641.22 gestiegen
ist. Diese Mehrausgabe liegt hauptsächlich in
den direkten Geld - Unterstützungen, welche,
wie folgt, angewachsen sind: 1880 §2385.65,
1881 §2866.65, 1882 §3219.15, 1883 §3916.-
89, 1884 §4429.35.
Die Zahl der Mitglieder ist seil dein letzten
Jahre um 24 gewachsen nnd beträgt heute
194.
Die Ausgaben des neuen Rechnungsjahrs
werden ans §6820 veranschlagt, wogegen die
voraussichtlichen Einnahm?.! nur aus §5200
beziffert werden, mithin ein neues Defizit von
§1620 in Aussicht steht, eine ernste Mahnung,
durch zahlreichere Mitgliedschaft dem wohl
thätigen Zwecke der Gesellschaft Hülfe zu
leisten.
Hieranslam der Jahresbericht des Agenten
Hrn. Julius Conrad zur Vorlage. Derselbe
lautet:
„„Hiermit unterbreitet Ihnen der ergebenst
Unterzeichnete den Jahresbericht der Agentur
vom 1. Januar bis 31. Dezember 1884.
In diesem Zeitraum kamen im hiesigen
Hasen 6S Dampfer mit 31,499 Passagiere»
von Europa au, nämlich:
im 1. Quartal: !> Norddeutsche t!lovd-Dampser mit
11 Kajüten-und 300» .«Zwischendecks-Passagieren, 2
AUan-tünie-Dainpser m» 1 Kajüten- uns V 4 Hwi-
'
5 ÄU^-^.-Dampser^ mit 11t Kaj.- und
::!Z!Z Zw.-Pass.;
im t. Quartal: 10 N. 5!. Dampfer mit W Kaj.-
Zw--Pass.,BAll.-V.-Da»>piermitslKa>.-
und 304
Viliic-Dampscr mit 2U7 iiaj.- und H'.v.-Pas
sagieren, 1 britischer Dampfer mit 12 Zw.-Passagic-
I Zusammen t! 0 Da.npser mit 31,449 Passagieren
D.'MPscr mit Passagieren im Jahre
Diese Abnahme in der Zahl der Passagiere
dürfte aus die im letzten Jahre herrschende
Geschästsslille und die daraus entspringenden
gedrückten Arbeitsverhältnisse zurück zn füh
ren sein: denn, wie allbekannt, sind in den
letzten Jahren Tansende von Einwände
rern Mittelst Geldsendungen aus den Ver.
Siaaten hierher gekommen, während im
letzten Jahre durch den herrschende» Arbeits
manqel vielen Vätern, Brüdern und sonstigen
Verwandten der Wunsch versagt blieb, ihre
Angehöriqen nachkommen zn lassen.
Nach Nationaliläten der hier Gelandeten
befanden sich darunter:
Gestorben oder verunglückt sind während
der Uebersahrt:
Frauen! Männer, der eine
sprang.
Das Nachweisungs Bureau versorgte 346
Personen und 13 Familien mit Arbeit, nä»i
lich:
Während viele tüchtige Arbeiters uciment
lich Maschinisten, Schlosser u. dergl.,in Folge
der herrschenden Zustände nicht mit Arbeit
versehen werden kon.iten, indeß in frühe
ren Jahren vorzugsweise Solche zahlreich be
stellt wurden, so' gab es neuen diesen eine
zahlreiche Klasse Derer, welche, an schwere
Arbeit nicht gewöhnt, energielos von einer
Stadt zur andern reisend, vloö »r<> koriiul
nach Arbeit fragend, ihr Viaticum bean
spruchten, nnd wenn in den meisten Fällen
denselben Nahrung und Obdach gewährt
wird, so wird es oft zur gebieterischen Noth
wendigkeit, diesen Leuten in anderer Rich
tung beizustehen oder zur Weiterreise behüls
lich zu sein.
Es ist zu wiederholten Malen darauf anf
merkfam gemacht worden, daß akademisch
Gebildete, Kaufleute, gewesene Becunte, Mu
siklehrer, die der englischen Sprache nicht
mächtig nnd zur praktischen Dienstleistung
unfähig sind, in diesem Lande nur beschränkte
Aussichten auf ihr Fortkommen haben, und
trotzdem ist der Zufluß von Solchen ein steti
ger, und briefliche Anfragen von dieser Klasse
mit dem Gesuch um Stelleu-Vermittelung
gehen allwöchentlich ans Deutschland, Oest
reich und der Schweiz bei uns ein nnd wer
den in entsprechender Weise beantwortet.
Geldunterstützungen wurden im Laufe des
Jahres in 2198 Fällen zum Betrage von
§4430.35 in den verschiedenen Monaten, wie
folgt, vertheilt:
Januar 20« Fälle mit Z540.45.-ISB3 246 Fälle
Februar 231 Fälle mit k4L9.25.—1883 215 Fälle
Mit »428.25.
März 212 Fälle mit §409.50. 1883 231 Fälle
Mit L433.L0.
April 180 Fälle mit »500.50. 1883 104 Fälle
ii/ai mit §571.05. 1883 150 Fälle
mit L300.L5.
Jnni 122 Fälle mit K 250.15. 1883 111 Fälle
Zuli 149 Fälle mit §304.80. 1883 126 Fälle
Au-iusl 'l4o Fälle mit Z 293.22.-1883 lIS Fälle
IM! §^33.05.
September 140 Fälle mit §290.50. 1883 99
Fälle mit §207.95.
Otlober 170 Fälle inii §359.93.-1333 133 Fälle
November 190 Fälle mit §375.85. —lBB3 100
Dezember 213 Fälle mit §421.55.-1883 210
Fälle nüt §412.00.
Im Ganzen 2198 Fälle mit §4429.35 gegen 1970
Fälle mit §3917.39 in 1883.
Es wurden demnach in 228 mehr Fällen
eine Mehransgabe von §511.96 gemacht.
gen §210.14 UN Zahre ».'ogislind
»citen <in den obigen An-zaben nichl^cingc
Obgleich der Abgang der ieit Jahren Un
terstützung bedürftigen Greise und Invaliden
kein sehr bedeutender ist, so fällt immerhin
in jedem Jahre eine gewisse Anzahl derselben
aus, auch kommt es vor, daß manche Wittwe
sich wieder verheirathet, und die vermehr.en
Ansprüche der letzten Jahre sind deshalb auf
Rechnung der vergrößerten Einwanderung
der letzten Jahre zu stellen und zwar nicht
nur der hier gelandeten Eingewanderten.
New ?)ork, Philadelphia und andere, selbst
westliche Städte stellen ein starkes Contin
genl Solcher, welche, anderswo keine Beschäf
tigung findend, in der Hoffnung aus das um
sangreiche Ansierngeschäfi in Baltimore, wel
ches auch ihnen sichern Erwerb geben sollte,
hierher kommen, um schließlich auszufinden,
daß durchaus hier kein Mangel an Arbeits
kräften vorhanden ist, nnd dcnn treten, ganz
besonders an Diejenigen, welche anch ihre
Familien, wie Das häufig geschieht, mit hier
her brachten, Noth und sorge heran, die
durch eintretende Krankheit gesteigert werden.
Und diese Fälle stehen keineswegs vereinzelt
da; mehrere der Herren Direktoren werden
sich derselben zn erinnern wissen.
Schließlich erlaubt sich der Unterzeichnete,
noch den Damen des „Nnrsery and Cyild's
Hospital" für ihr freundliches Entgegenkam
men gelegentlich der Aufnahme verlassener
nnb mittelloser Frauen, resp, deren Säug
linge, den wärmsten Dank hiermit auszu
sprechen, sowie auch den Damen des „Home
of the Friendleß" bei der Aufnahme eines
alleinstehenden Knaben.""
Nach Annahme beider Berichte fand die
Beamtenwahl mit folgendem Resultate, Wie
derwahl der bisherigen Beamten, statt:
Präsiden!: CiaaS Bocke.
Bicc-Präfidenten: H. von Sapff, Wilh. Numsen,
Christian Ak und Hetnr. Wittens.
Schayme-steri Ed. Niemann.
Sekretär: I. C. Wittens.
Sekretär der Beamten: H. G. Silken.
Vorsteher: F. Hassencamp, Jakob Rudolph, H.
Arens, Z.H. Hamenwald, Wilh. Caspari,H. Stes
sens, Fr. Wehr, Fr. Elenbrok, F. W. Ulrich, Chr.
Schmidt, A. H. Schutz, P. L. Seqser. G. Bimbach,
ES starben im Laufe de« letzten Jahres
sechs Mitglieder, nämlich: Wilhelm GieSke,
Aug.Hellwig, Georg SiemerS, Edwin Trust,
Karl Weber, sen.. und Anton WeiSkittek.
Sieben Mitglieder traten ans; neu ausge
nommen wurden 37, wonach sich im Vergleich
zu 1883, wo die Anzahl 170 betrug, dieselbe
auf 194 erhöht hat.
Die Austernarbeiter Angelegenheit kam
eingehend gestern Abend zur Sprache, und
wurde Fortschritt in der Betreibung des Pro
zesses, resp, der Auffindung weiterer Zeugen
im Falle des Capt. Williams berichtet.
Rechtsanwalt F. W. Brune wird in einigen
Tagen zur Cousultatiou mit dem Staatsan
walt von Somerset-County sich nach Princeß
Anne begeben. Die beiden Hanptzeugen,
Haas nnd Boye, sind sicher untergebracht,
und hoffentlich wird es gelingen, auizer die
sen noch weitere Zeugen zu gewinnen.
Die erste Versammlung der neu erwählten
Beamten findet am Montag, den 26. d. Mts.,
Abends 8 Uhr, im „Germania-Clnb"-Lokale
statt.
Tie „Pr 0 videuti a" hielt gestern Abend
in Raine «Halle ihre General-Versammlung.
Ten Vorsitz führte der Präsident, Hr. Heinr.
Cafchmeyer, als Sekretär fungirte Hr. Ignatz
Punle. Zunächst erstattete Dr. Landsberg
als Geschästssührer der „Providentia" nach
stehenden, einen sehr besriedigendenfinanziel
len Zustand der „Providentia" nachweisenden
Jahresbericht: Tic Einnahmen der Versiche
ruugs - Gesellschaft im Jahre 1884 betrugen
§58,634.50, die Ausgaben §50,156.14, was
einen Ueberschuß der Ersteren über die Letzte
ren in Höhe von §8578.46 ergiebt. Die er
wähnte AuSgabensumme vertheilt sich, wie
folgt:
1. Aus Rechnung der Mitglieder §34,770.08
Sterbegelder §15.448.30
Krankengelder 14,211.84
Fällige Zeitversicherung, 1,000.00
Policen Ankäuse
Hausreparattiren u. Dergl 741.22
3. Miethe, Anzeigen, Drucksachen und
Drai. 1.220.44
13,409.40
NachProzentcn berechnet, kommen hiernach
von den Einnahmen 59.20 Prozent auf Rech
»ung der Mitglieder, 26.20 Prozent auf alle
anderen Ausgaben und 14.60 Proz. auf den
Ucberfchiiß.
Im Jahre 1883 kamen ans Geschäftsunko
sten 28.57 Prozent, auf Zahlungen für Rech
nung der Mitglieder 53.49 Prozent und ans
den Ueberfchuß 17.94 Prozent. Danach hat
ten im Jahre 1884 die Geschäftsunkosten ab
genommen, die Zahlungen au die Mitglieder
ledoch zugenommen.
Die gesetzlich zugelassenen Aktiva waren
Ende 1884 §121,830.'6, die Reserve §99,
954.12 und die zn zahlenden und noch nicht
fälligen Sterbegelder §6541.04. Außer der
gesetzlichen Reserve wurden §2536.39 sür
etwaige finanzielle Aussälle als Extra-
Reserve bei Seite gesetzt, so daß der Ueber
schuß über Verbindlichkeiten nnd Reserve
§12,728.55 betrug.
Im Jahre 1884 starben 49 Personen, wel
che zusammen niit §19,412.96 versichert wa
ren ; im Jahre 1883 waren 53 Todessälle mit
zusammen §10,860.91 als Versicherungsbe
trag. Danach starben in 1884 vier Personen
weniger, als in 1883, die durch Todessälle
fällig gewordene Versicherungs-Summe war
aber IN 1884 §8552.05 größer, als im Jahre
1883.
Im Jahre 1884 waren 639 Krankheitssälle
gegen 600 im Jahre 1883, was eine Zu
nahme von 6z Prozent ergibt, wogegen die
Mitgliedschaft der sich nm 8j
Prozent vermehrt hatte. Im Jahre 1883
kamen auf jeden Krankenfall §21.46, in 1884
§:>2.24. Ter Policcnbestand am Ende des
Jahres 1884 war 3962 gegen 3691 in 1883.
Unter den 3962 am Ende 1884 iu Kraft be
findlichen Policen waren 815 itinderversiche
ruugen gegen 787 solcher Versicherungen in
1883.
Die Aktiva haben im Jahre 1884 um §6-
116.58, die Reserve um §3911.36 und der
Policenbestand um 271 Policen zugenommen.
Den Schluß der Versammlung bildete die
Wahl von folgenden Herren zn Direitoren:
Valentin Bauscher, Michael Bühl, Heinrich
Caschmeyer, Hermann Buxbanm, Matthias
Herr, Karl Hildebrandt, Ignatz Punle, Hein
rich Roth und Julius Stern.
Der „D amen-Nä h - V e re in" des
„Allgemeinen Deutschen Waiscn
Hauses" hielt gesteni Nachmittag 3 Uqrin
der Anstalt an Aisauithstraße eme Extra-
Versammlung ab. Zweck derselben war, die
geeigneten Vorkehrungen für das am Mitt
woch, deu 11. Februar, abzuhaltende Austern-
Souper zu treffen. Den Vorsitz führte die
Präsidentin Fran Johanne Wehr und das
Protokoll die Sekretärin FrauEmuieSchmidt.
Vom Tireltonl .n der Anstalt waren erschie
nen der Präsident, Hr. Joh. Ulrich, und der
Vice-Präsident.Hr.E.C.V.Linden. Es wurde
beschlossen, verschiedene nothwendige neneAn
schaffungen vou Tischen, Stühlen, Bänken,
Gläsern, Geschirr und Tgl. für die Abhaltung
des Austern-Souvcrs zn machen, welche Ge
genstände dann Eigenthnm der Anstalt blei
ben. Das Glücksrad wird aus Scheib's
Schule entlehnt. Fran Sonneborn, die Äut
ter zweier in der Anstalt verpflegter Waisen
kinder, sandte, wie alljährlich, ein ans künst
lichen Blumen ielbst verfertigtes, hübsches
Körbchen nebst zwei Blumenstöcken, welche
mit Tank entgegen genommen wurden. Zur
Veranstaltung des Sonperswerden zweigro
ße Sääle im 1. und 2. Stockwerke benutzt,
während Küche und Büffet in das Erdgeschoß
verlegt werden. Hierauf erfolgte Vertagung.
Ter „Baltim 0 rerMetzger -Ver -
ein Nr. 1" hielt gestern in feinem Lolale
Nr. 20. Marsh Market Space, seine Qnar
tal Abrechnung. Die Ausgaben bett,igen
§156.88, die Einnahmen §310.30. In Hän
den deS Schatzmeisters befanden sich §495.89.
Dem „Allgemeinen Deutschen Waisenhause"
wurden als Beitrag des Vereins §ll.BO zu
gesandt. Das Abrechnungs-Comlte bestand
aus den HH. I. Friedcr.ch. R. Lem'e. F.
Heim nnd Theodor Marsch; das Finan' Co
mite aus den HH Geo. Schmidt, I. Hübner
und Conrad Ritz.
Gestern Vormittag eröffnete die ~V e r.
Staate n-T övfer-Gesells chaft" ihre
Jahres - Convention im „Carrollton - Hotel"
dahier. Präsident Cook rief die stattliche Ver
sammlung zur Ordnung. Das Comite für
Statistik erstattete feinen Bericht über das
Töpfergewerbe in diesem Lande. Derselbe
ergiebt, daß zur Zeit 239 Trockenöfen in den
Ver. Staaten voryanden sind.
Hr. Burgcß aus Trenton, N.-J., berichtete
im Namen des Comite's für Maschinenwesen
über eine Resolution, welche verlangt, daß
für die Erfindung von Maschinen, durch
welche die Kosten dieses Gewerbes, sowie die
im ersten Stadium der Fabrikation entstehen
den Verluste verringere werden, Prämien
ausgesetzt werden sollen. Die Resolution
sand allseitigen Anklang, doch gelangte man
zu keinen praktischen Schritten in dieier Rich
tui'g. Die nächste Convention der Gesell
schast wird jedoch unzweifelhaft diese Frage
endgültig zum Anstrag bringen.
Gestern Nachmittag um 2 Uhr wurden die
Verhandlungen fortgesetzt.
Die Beamten empfingen deih Dank der
Versammlung für ihre Thätigkeit und wnr
den fämmtlich wiedergewählt. Es wurde
beschlossen, die nächste Convention in New
?)ork, und zwar am zweiten Dienstag im
Januar 1886, abzuhalten.
Gestern Abend veranstaltete die Gesell
schaft ein großes Bankett, welchem sehr viele
auswärtige Gäste beiwohnten. Auch die
Baltimorer Geschäftswelt war sehr stark ver
treten. Es waren von über 25 hiesigen Fir
men Mitglieder zugegen. Nachdem der
Präsident eine kurze Ansprache gehalten,
stellte er Mayor Latrobe vor, welcher in wit
ziger Weise die hohe Bedeutung des Töpfer
gewerbc? schilderte. Er sag.e unter Anderem,
Gott der Herr selbst sei der erste Töpfer gewe
sen, denn er habe den ersten Menschen aus
Thon geschaffen. DesWeiteren beglückwünsch
te der Mayor die Convention zu lhrem Ent
schlüsse, Boitin vre zum Sitze ihrer diesmali
gen Zusammenkunft zu wählen, und sprach
die Hoffnung ans, daß die Herren sich recht
ba'.d wieder hier zusammenfinden würden.
Nach ihm sprachen noch mehrere einheimische
nnd auswärtige Gäste.
Die nächsten Redner verbreiteten sich über
die amerikanische Industrie im Allgemeinen.
Erwähnenswerth ist auch, daß der Berichter
statter des „American" im Namen der an
wesenden Vertreter der englischen und deut
schen Presse eiue kurze Anspraase hielt, wo
rin er der Gesellschaft für ihre Gastfreundlich
keit dankte, die Wichtigkeit der Presse für den
allgemeinen Fortschritt hervorhob und die be
sten Wünsche für das Wachsen und Gedeihen
des Vereins aussprach. Hervorhebung ver
dient auch der tiefdurchdachte statistische Vor
trag von Robert P. Porter aus Philadelphia,
Mitglied der Taris-Commission des Congres
ses. En) zn später Stunde trennten sich die
Theilnehmer der gemüthlichen und anregen
den Feier.
Zum Schluß seien noch einige wichtige
Ziffern aus dem Bericht des statistischen Co
mite's hervorgehoben. Die Produktwn der
239 Trockenösen, welche in den Ver. Staaten
exisliren, hat einen Gesammtwerch von §6,-
336,090. Der durchschnittliche Werth der im
portirten Waaren während der letzten fünf
Jahre betrug §9,350,355 pro Jahr. Dies
zeigt, daß die Ver. Staaten 40 Prozent der
hier gebrauchten Töpferwaaren prodlniren.
Tie ausländische Conkurrenz hat den Werth
der hiesigen Töpferprodukte in den letzten
acht Jahren um 25 Prozent verringert. Die
Nachfrage nach dekorirten Töpferwaaren ist
größer geworden was einer großen Anzahl
lunger Leute beiderlei Geschlecytes Beschäfti
gung sicherte. Was die Naiionalität der Ar
beiter tn dieser Branche betrifft, so sind 75
Prozent derselben in diesem Lande erzogen.
Convention der Gepäck-Agen
ten. Die „Nationale Gesellschaft der Ge
oeral'Gepäckagenten" eröffnete gestern Nach-
mittag um 3 Uhr im „Carrollton Hotel" ihre
Jahres Convention. F. I. McWade rief die
Versammlung zur Ordnung. Der Bericht
über den Zustand des Vereins lautete sehr
günstig. Im klebrigen wurden blos Routine
Geschäfte erledigt. Die Convention wird
wahrscheinlich erst morgen geschlossen werden,
da noch eine Anzahl wichtiger Angelegenhei
ten aus der Tagesordnung stehen. Gestern
Abend statteten die Delegaten „Albaugh's
Hollidaystraßen-Theater" einen Besuch ab.
Unter den Fragen, welche von dcr Conven
tion noch eKrtert werden sollen, befindet sich
auch diejenige der Besörderuug von Leichna
men. Die Convention beabsichtigt, in dieser
Beziehung sehr strenge Maßregeln anzuneh
men im Einklang mit den diesbezüglichen
Vorschlägen der nationalen Sanitätsbeyörde.
In einer von den westlichen Mitgliedern
des Vereins eingebrachten und angenomme
nen Resolution wird der „Baltimore-Ohio-
Bahn" zu ihren vortrefflichen Schlaf- und
Speifewaggous und überhaupt zu den ausge
zeichneten Einrichtungen, welche sie zur Ve
quemlichkeil der Passagiere eingeführt hat,
gratnlirt.
Die Convention ist von Gepäck - Agenten
aus allen Theilen der Ver. Staaten beschickt
uud bietet ein anschauliches Bild vou dem
riesigen Aufschwung, welchen das Transport
Wesen in diesem Lande in so kurzer Zeit ge
nommen hat.
Das Groß-Conzil von Mary
land des „verbesserten Ordens
der Rothmänner" trat gestern unter
dem Vorsitze des Hrn. Geo. H. Wolly zu sei
ner Jahressitzung zusammeu. Fünsunddrei
Big Stämme waren durch Delegaten verbe
ten. Die Berichte der einzelnen Comite'»
uud die Mandate der Delegaten wurden ent
gegen genommen, woraus nach Erledigung
ciuigerßouline-Eeschäste Vertagung crso>gte.
Dre Aktionäre der „N orth State Cop
per and GoldMi n in gC 0 m p." hiel
ten gestern Nachmittag in dnn Comptoir des
Hrn. Joseph Wilkins, Nr. 57, Secondstraße,
eine Versammlung. Die Frage, ob es zweck
mäßig sei, eine kürzlich anSgeichriebene Ein
Zahlung zu leisten, ward besprochen, jedoch
kein Beschluß gefaßt.
Der „S ch lep pda in fer -V er ei n"
hielt gestern Abend eine Versammlung ab,
um iiver die Thunlichkeit der Wiedereiusüh
ruug der im letzten Winter festgestellten Ra
ten zu beschließe», doch gelangte ncn zn kei
nem bestimmten Resultat. Es wird wahr
scheinlich ein Comite ernannt werden, das die
Schleppboot Eigenthümer ersuchen uud sie
veranlassen soll, ein Schriftstück zu unterzeich
nen, wonach sie sich verpflichten, die von der
Association festgestellten Raten ausrecht zu
erhalten.
Der Ges angverein,.Ari 0n" veran
staltete gcstern Abend in der festlich geschmück
ten „Concordia-Halle" einc Soiree, welche
für die zahlreich erschienenen Mitglieder nebst
ihre» Dame», wie deren Freunde und Gön
ucr Stunden angenehmster Unterhaltung be
rettete. Zur Aufführung gelangte eine No
vität: „Gretchen's Polterabend," Original
schwank iu fünf Alten von Kneisel. Die Dar
stelluug des an trefflichen Pointen reichen
Stückes war eine durchwegbesriedigeude uud,
wenn man aus dem Beifall, der den Mitwir
kc.iden mehr, als einmal zu Theil ei
nen Schluß ziehen darf, auch für das Audi
torium ein Genuß. Die Regie führte Hr. L.
Holfelder, der mit seiner Truppe die Haupt
rollen in den Hände» hatte. Nur eiu Mit
glied des ~Ariou," Hr. Karl F. Heckmaun,
belheiligte sich aktiv an dem Stüc?c,
zwar mit Ersolg. Wir sauden aus dem Pro
gramm die vekannten Namen Frau Lovie
Fran Holder-Momenthq, Frau
Holselder und Frau Erler, sowie die Hy. L.
Hokfelder, Karl Heckmcun, Zschicsche, Erler,
Friede und Gewecke.
Tie Grund Idee der Bühnen Dichtung
zeigt uns eiue fidele Polterabendgesellschatt
in einer deutschen Mittelstadt. Frau Lovie-
Fcllmanii's Spiel war durchweg eiue bril
lante Leistung und verdient mit allem Recht
die Palme des Abends. DaS Stück, schon
inhaltlich von spannendem Interesse, ersnhr
i durch die effektvolle szenische Ausstattung
Seitens des Hrn. Simon Ernst einen dop
Velten Reiz, der feinen Zauber unter dem
Auditorium nicht verfehlte. Frau Holder
Momenthy gab zwei Gesaugseiulageu zum
Besten, und zwar eine Arie ans der Oper
„Atessaudro Steadella" von Flotow, „so
wär' es denn erreicht," und den ewig schönen
Natnr-WaUer aus „dem lustigen Krieg" von
Strauß. Nach beendeter Vorstellung fand
ciu Tanzkränzcheu statt, zu dem Prof. Louis
Wiuter's Ltt'chcster, das auch die verschiede
nen Couplets während der Aufführung be
gleitete, die Musik lieferte. Erst nach man
cher Stunde fröhlichen Treibens lenlien die
Theilnehmer wieder ihre Schritte dem trau
lichen Heime zu. Als Tanz Comite fnngir
ten die HH. Karl L. Neu, W. M. Müller,
Georg Leffert, Georg Höflich und Wilhelm
Gundlach.
Das Personal der „Darley-
Park "B rauerei veranstaltete gestern
Abend in Schlegel's „Orchestrion Halle" ei
nen grolzeit Ball, welcher zur vollsten Znfrie
denheit der zahlreichen Teilnehmer ausfiel.
Prof. Kirst's Kapelle war eugagirt worden,
und ihre lieblichen Melodie'n lockten bald
Alt nnd Jung zum fröhlichen Tanz, der mit
einer Polonaise, an der wohl mehr, denn 80
Paare sich belyeiligten, eröffnet wnrde.
Um 12 Uhr fand eiu gemeinsames Souper,
vou Hru. Karl Schreiner servin, statt, bei
welchem sich mit dem Klingen dcr Gläser all
seitiger Frohsinn kundgab und Allen Stär
.nng uud Erscischuug zu Theil wurden. Nach
beendetem Schmause wurde Terpsichoren
Weiler gehuldigt,uud erst in den Morgenstun
den irat in dem Saale, welcher Zeuge der
herrschenden Fidelität gewesen war, wieder
Stille und Ruhe ein.
Ter „Ost Baltimorer Liederkranz" erhöhte
die Feier durch mehrerer hüb
scher Lieder. Der Sekretär Fr. Räuber hat
sich nm das Arrangement besonders verdient
gemacht, ebenso das sestgebende Comite, die
HH. E. Buschmann, H. Römhildt, H. Thie
meyer und Karl Schreiner; Letzterer hatte
die Führung des Büffets und der Küche über
uominen.
Das Gesammt Comite bestand aus folgen
den Herren: H. Römhildt, E. Buschmann.
H. Thiemeyer, K. Schreiner, F. Herlinger,
L. Clark, G. Kraus, Frrtz Burkart, David
Schreck. Ad. Hirschle, Popp, Wilh. Rit
ter, Martin Pittorf, Georg Schamel, Wilh.
Huhn, Ka'.l Hartmann.
Der „Juuior-Gymnast. Pyrami
den - Clilb" veranstaltete gestern Abend in
seinem Lokale bei Hrn. Conrad Neidhardt,
Nr. 231, West Praltslraße, ein Bankett, an
dem sich die Mitglieder, wie deren Freunde
nnd Gönner, zahlreich betheiligten. Unier
Vorantritt der Pros. Dickiiison'ichc.r Musik-
Kapelle zog der Cluo durch mehrere Straßen
und erregte viel Aufsehen. Hr. Roben Hätz
begrüßte in einer passenden Ansprache die
Gäste und ries ihnen ein herzliches Willkom
men zu.
Hr. F. Jakober hi?lt hieraus eine schwung
volle Festrede, in welcher er den Zweck und
die Aufgabe des Clubs schilderte und auf die
Bedclilunq des Festes hinwies. Einen Toast
auf die Damen - Sectio» brachte Hr. W.
Sturm aus, welcher damit starken Anklang
fand. Hr. Sn.neus und einige andere Her
ren trugen durch humoristische Vorträge,
wie Deklamation, v.el zur Unterhaltung bei.
Der „Junior-Gymnast. - Pyramiden - Club"
zählt gegenwärtig 75 Mitglieder nnd sieht
einer günstigen Zukunft entgegen. Am 9.
März findet bekanntlich in der „Concordia"
der Jahresball des Clubs statt.
DelikateMetzelfuppe nebst einem
feinen Hirfchbraten - Lnnsch setzte gestern Hr.
Conrad Heller von Nr. 31S, Süd - Bondstr.,
den Gästen vor, wobei das beliebte Höner
vogt'sche Bier verzapft wurde. Bedenkt man,
welche Genüsse Einem da geboten waren,
und nimmt man dazu die bekannte Liebens
würdigkeit des Wirthes, so konnte es nicht
Wunder nehmen, wenn den ganzen Tag
dessen Lokal mit Gästen angefüllt war.
In Bendler's Salon, Nr. 14K,
Nord-Gaystraße gab es gestern Abend einen
großen Lunsch nebst Answürselnng einer schö
nen Spieldose und eines Musitstuhles, welche
viele Freunde und Gönner des coulaiiten
Wirthes rnzogen. Man unterhielt sich meh
rere Stunden in fröhlichster Stimmung nnd
ließ dem pikanten Lunsch alle Ehre wider
fahren.
In einer gefärlichen Lage.
Charles Claichie, ein Arbeiter der „Bankers'
andMerchants'Telegraphen-Comp.," entging
gestern mit lnapper Noth dem Tode. Gegen
N 2 Uhr bestieg er an Nord-Frederickstr. einen
ungefähr KS Fuß hohen Telegraphenpfosten,
u.n einige Drähte in Ordnung zu bringen.
Bei'm Herabsteigen trat er auf einen morschen
Querbalken,diei'erbrach plötzlich, und Clatchie
schwankte in der Luft. Ein Schrei des Ent
setzens entfuhr den Lippen der Untenstehen
den, aber glücklicher Wei'e erhaschte Claichie
in seinem Falle einen Telegraphendraht und
hielt sich an demselben sest.bis seine Kamera
den ihm zu Hülse kamen. Der Unfall rief
eine große Anzahl Neugieriger zusammen.
Ein Pool in bituminösen Koh
l e n.—.Von Philadelphia wird berichtet, daß
die „Pennsylvania-" und die „Baltimore-
Lhio-Bahn" sür die Beförderung von bitu
minösen Kohlen einen Pool abgeschlossen ha
ben. Nach demselben werden 55 Prozent der
Produktion der Clearfielder n. Cumberländer
Regionen von der „Pennsylvania " und 45
Prozent von der „Baltimore - Ohio - Bahn"
befördert. Die „Norfolk - Western - Bahn"
erhält 500,000 Tonnen und die neue „Beny-
Creeker, Clearsield . Southwesteru - Bahn"
700,000 Tonnen zur Beförderung. Der alte
Preis, §3.25 bis an die Dampfer-Werfte m
New-Dork, wird berechnet werden. Die Ge
sammt Produktion dieser «ohlenregioneu ist 6
Millionen Tonnen pro Jahr.
Eine MensAenfalli.
Gestern Abend, 45 Minuten nach 8 Uhr,
ward die Feuerwehr vo.n Kalten Nr. 14
nach dem Hause Nr. 21, Albcmarlestraße, ge
rnfen, in welchem ein Brand ausgebrochen
war. DaS genannte HauS ist ein Tencment
Hans und wird von 6 Familien bewohnt,
nämlich: im Souterrain von James Do
nohoe, im ersten Stock von H. Kaufmann, im
zweiten Stock von P. Silbermann, im 3.
Stock von Geo. Fischer nnd David Lcvi und
im 4. Stockwerk von Wm. Rcmgers. Die
Flammen, welche augenscheinlich in einem
Hinterzimmer des ersten Stockwerkes aus
brachen, wurden zuerst von der Familie Kauf
mann entdeckt, die in dem Vorderzimmer mir
der Anfertigung von Kleidungsstücken beschas
tigt war. "In wenigen Mutten hatte sich ein
dichter Rauch durch das ganzeHanS verbreitet
und die einzige Treppe, eine sehr schma'e,
war in Brand gerathen und schnitt der Mehr
zahl der Bewoyner den Ausgang ab. D e
Mitglieder der Spritzen Compagnie Fr. 3,
welche znerst zur Stelle waren, drange i
ninthlg in'S Hans uud es gelaug ihnen noch,
Fran Silbermann die Treppe hinab iu S
Freie zu bringen, was übriaenS nur mit An
wendung von Gewalt geschehen konnte, da
die Frau verschiedene Versuche machle, wie
der die brennende Treppe hinauszustürzen,
um ihr Kind zn retten. Inzwischen war die
Haken- uud Lei.er Compagnie Vir. 2 ange
langt, und die Rettung der übrigen Bewoh
ner ward vorgenommen.
Zuerst ward der im dritten Stockwerke
wohnende David Levi, welcher beinahe er
stickt war, mittelst der Patcntleiter in'S Freie
gebracht. Dr. Schertzer, welcher sich auf der
Brandstätte befand, widmete sich dein Kran
kcn und brachte ihn nach längerer An'iren
gung wieder zum Bewußtsein. Capt. Liad
say rettete ans dem dritten Stockwerke die
beiden Kinder des Hrn. Levi, resp. 5 Wochen
und 2 Jahre alt. Sie wurden nach der Apo
thcke des Hru. I. Gersou, Ecke der High- und
Loinbardstraße, gebracht, dessen Bemüyu»gen
eS gelang, Beide wieder in s Leben zurück
zu rufen. Die Kinder hatten durch den Rauch
sehr gelitten, nnd das Aelteste war durch
Glasscherben arg am Kopse und im Gesichte
verletzt. Frau Levi war, als sie in s Freie
gebracht wurde, ebensalls dem ErsticknngS
rode nahe nnd ward der Behandlung des
herbeigerusenen Dr. Morfit unterstellt. Hr.
Fischer stürzte, als er die Flammen bemerkte,
bie Treppe hinab und schlug sofort Lärm;
feine Gattin verlor jedoch, als sie den dichten
Rauch durchdringen wollte, den Kopf und
'pr, iig aus eii'em Fenster des 3. Stockwerkes
in den Hof hinab, wobei sie sehr schwere Ver
letzungen eriitt. Das Kinn wurde ihr durch
den Fall gespalten nnd mehrere Zähne em
geschlagen, anch irng sie innere Verletzungen
davon. Dr. Schertzer nahm anch sie in Be
Handlung. Frau Lcvi, die gesähnich erkrankt
ist, fand vei der Familie Reiugers einstweilen
Unterkommen, während Hr.Leni mit denKin
dern nach dem Hause seines an Lowstraße
wohnenden Bruders gebracht wurde.
Das Gebäude ist Eigenthum des Hrn.
Heinrich Ladensack nnd in der „Deutschen
Feuer Versicherungs - Gesellschaft" versichert.
Es ist die reine Menschensalle uud gehön zu
der Kategorie der Gebäude, welche in einem
Gemeinwesen als Wohnuugen für Menschen
nicht geduldet werden sollten. Hoffentlich
iiiiiiiiu dcr städtische Gebäude Inspektor von
dem gestrigen Vorfall gehörig Notiz nnd
trifft wiche Maßregeln, daß eine Wiederho
luug desselben nicht möglich ist. Nnr de«
unerschrockenen Einschrcittn der Mannschaft
der spritzen Comvaguie Rr. 3 und beson
ders dem Capt. Liudsay ist eS zu verdauten,
daß wir keinen Verlust an Menschenleben zu
beklagen haben.
Brände. Ter Alarm vom Listen
Nr. 453, welcher gestern Nachmittag kurz
j vor 3 Uhr erscholl, ward durch den Brand
einer Matratze und einiger Ztücke Möbeln
im Hause Nr. 475, Lauvalestraße. vou Ti
mothy Lyden bewohnt, verursacht. Ter Scha
deu beträgt ca. §5O.
Gcstern Nacht nm 115 Uhr gerieth ein
Faß heißer Asche, welch S sich in der Alley
nebeu dem Maschinenraum des Etablisse
ment von Keene K Hageny an der Hollings
worthstraße besand, zufällig in Brand. Als
das Feuer eindeckt wurde, lsatte es schon die
Thüre deS Maschinenraums ergriffen uud
zerstört. Der Privatwächter Hürth löschte
mit Hülse einiger Polizisten die Flammen.
Ter entstandene Schaden belänft sich ans nn
gefähr §2O.
Wie Dr. Linthicnm starb. —Die
Familie deS Dr. John Linthicnm, welcher,
wie bereits mitgetheilt, vor etwa einem Mo
uat in Kearuey. Nebr., plötzlich starb, erhielt
gestern einen Brief von dem Geschäftstheil
haber des Verstorbenen, welcher wegen Er
mordung deS jungen Mannes verbastet war,
aber wegen Mangels an Beweisen wieder
freigelassen werden mußte. Dieser Dr. Jack
sou bedauert die Verbreitung der vielen Ge
rüchte über deu Tod des Dr. Lin
thicnm und behauptet, daß auch nicht ein
wahres Wort an denselben sei. Er sei des
jungen Mannes trener Pfleger während sei
ner kurzen Krankheit gewesen nno yävc ihn
Tag lind Nach! bewacht. Sofort nach dem
Abieben Linthicum's benachrichtigte er die
Familie und traf die nothwendigen Vorbe
reitungen, um die Leiche nach dem Osten zu
besördern. Das Verhältniß zwischen ihm
(dem Schreiber) und dem Verstorbenen sei
stets ein freundschaftliches gewesen, nnd alle
Berichte, die über die Todesursache des jun
gen Linthicnm verbreitet worden seien, be
ruhten nur aus Vermuthungen.
Gleichzeitig ging der Familie Lintbicnm
eine Zeitung aus Kearney, worin die Nach
richt "von dem Ableben des jungen Arztes
gebracht wird, zu. In dem betreffenden Ar
tikel heißt es, daß nur wenige Personen, selbst
unter den intimsten Freunden des Dr. Lin
thicum, Kenntniß davon hatten, daß er kran?
sei, nnd daß gerade dadurch, daß Dr. Jackso.i
geflissentlich alle Erwähnung des Kranken
vermied, zu dem Verdacht gegen ihn Vera»
lassuug gab und zu einer Untersuchung führte.
Die Familie des Dr. Linthicnm hat be
schlossen, keine weiteren Schritte in der An
gelegenheit zu thun, obgleich der Brief des
Dr. Jackson Nichts weniger, wie znsrieden
stellend ist, da alle Beweise seiner Behaup
tungen sehlen.
Plötzlich gestorben. Bertie Mor
ris, Nr. 35. Bathstraße, starb gestern srüh
nm 5 Uhr 15 Min. plötzlich in ihrer Wohnung.
Ter Eorouer Dr. Hill wurde in ttenntniß ge
setzt und constatirte, daß Herzleiden den Tod
herbeigesührt habe, und eine besondere Unter
suchung unnörhig sei.
Im Alter von 73 Jahren starb gestern
in seiner Wohnung, Nr. 173, Ost Lombard
straße, Hr. Johann Kranß aus Broß, Land
gericht Bayreuth. Bayern. Der Gestorbene,
ein Korbmacher von Profefsion, war feit 38
Jahren im Lande und hinterläßt eine Wittwe
und sechs Kinder. Er war Mitglied des
~Anacosta Stammes Nr. 101, U.O.R. M.."
der „Germania-Loge Nr. 47. U. O. 0.-F-."
nnd der „Maryländer Wohlthättgkeus - Ge
sellschaft." Die Beerdigung findet Freitag
Nachmittag 3Uhr von Nr. 173, Osl-Lombard
straße, aus statt.
Tod eines Bremsers. William
Pierce, ein Bremser der „Nördlichen Cenrral-
Bahu." ward gestern früh i» Cockeysville,
todt neben dem Geleise der Bahn liegend,
aufgefundeil. Pierce gehörte zu dem Perso
nal des Lokal Frachtzuges, der um die ange
gebene Zeit Cockeysville passirt. Zuletzt sah
man ihn lebend, als er mit dem Koppeln von
Frachtwaggous beschäftigt war. In Cockeys
ville hielt der Zng an, »m die für diese» Ort
bestimmten Waggons zurückzulassen. Als
dcr Condukteur Schepp das Signal zum Wei
terfahren gab, war Pierce verschwunden, und
man begann sofort, nach ihm zu suchen. Un
gefähr nach fünfzehn Minuten fand mau seine
deiche in der oben erwähnten Lage. Der leb
lose Körper trug keine Verletzungen, doch
nimmt man an, daß Pierce von einem Wag
gon getroffen ward, während er in gebückter
Stellung einen solchen loskoppelte. Die Leiche
des Verunglückten, welcher in Callow Grove
an der verlängerten Linde» - Avenue wohnte,
ward hierher gebracht und einem Leichen
bestattcr übergeben. Pierce war 45 Jahre
alt uud dcr älteste Bremser der Bahn.
Beerdigungen. Tie sterblichen
Ueberreste des am Montag früh 4k Uhr ver
schiedenen Hrn. Johann M. Hentze wurden
gestern Vormittag Uhr von dein Trauer
hause Nr. 297, Nord-Central-Avcnue,auSzur
St. Jakobus - Kirche, Ecke der Eager und
Aisauithstraße, gebracht, wo Pater Kuhmaun
ein feierliches Requiem celebrirte und der
Knaben - Singchor unter Leitung des Prof.
Schäfer eine Trauermesse vortrug. Nach
dem der Leichnam ausgesegnet worden war,
bewegte sich der Zug zur „Sweet Home-Ce
metery," um den Todten dem Schooße der
Erde zu übergeben. Hr. Joh. M. Hentze
war Mitglied des „St. Johannes Jüngling-
Vereins," welcher eine Deputation absandte,
um ihm als Bahrtuchträger den letzten Lie
besdienst zu erweisen. Es waren dies die
HH. Johann Kuhn, Georg Huber, Geo. Her
bei, Adolph Schreiber, Joh. Schrüfer, Andr.
Schrüfer. Der Entschlafene war in Balti
more geboren nnd in dem Bäckcrgefchäfte sei
nes Baters beschäftigt. In dem jugendlichen
Alter von 19 Jahren befreite ihn der Tod von
seinen schweren Leiden. Er hinterläßt außer
den betrübten Eltern zweileibliche Schwestern,
einen leiblichenßrnder und zweiZtiefbrüder.
Gestern Nachmittag 2 Uhr wurde der
Leichnam des Hrn. Jakob Eitel von dem Ge
wölbe der „Baltimorer Cemetery" aus neben
das Grab seiner ihm vor sechs Jahren im
Tode vorausgegangenen Gattin zur letzten
Ruhestätte gebracht. Pastor Helmighausen
von der lutherischen St. Stephanus Kirche
hielt in Gegenwart der zahlreich erschienenen
Verwandten und Freiiitdc an dem mil Blu.
nie» uud Kränzen reich geschmückten Grabe
eine tief ergreifende Leimenrede. D,e Tochter
des Gestorbenen, Frau Elisabeth Lintz, Gat
lin deS Pastors E. Lintz zu Philadelphia, war
nebst ihrer Schwester Frau Anna Winter zur
Theilnahme an diesem traurigen Akte erschie
nen; ebenso die Saiwiegertochter deS Vervli
chenen Frau Louise Eite,. Als Bahrtnchträ
ger fungirten die HH. L. Wiener, Stroh,
Reinhardt, Meyer, Reger nnd Engel. Hr.
Jakob Eitel war zu Markt Jpsheim in Bah
ern geboren und starb bekanntlich, vom Schlage
getroffen am 19. Dezbr., Nachmittags I Uhr,
als er vor seinem Hanse, Nr. 125. Nord-
Broadway, mit dcr Reinigung des TrottoirS
beschäftigt war.
Die Beerdigung des verstorbenen Hrn.
W. H. Graham findet heute Nachmittag 3
Ulir von der Eniauuel-Kliche aus aus der
„Greenmonni statt.
Das Begräbniß der am 19. Jannar
nach längerem Leiden aus dem Leben geschie
denen Frau Karoline Klomann fand gestern
Nachmittag vom Sterbehause, Ecke der Wil
liam nnd Hamburg Straße, aus aus der
„Baltimore Ecmetery" statt. Pastor Hein
rich Scheid von der ZionSkirche an Gaystraße
sprach den trauernden Hinterbliebenen herz
liche TrosteSworte zn nnd begleitete die
Todte aus ihrem Gange zur letzten Ruhe
stätte. Als Sargträger erwiesen die HH. I.
Dickel, G. PoSke, C. Bain, H. Broois, H.
Kneselv uud I. Kaiser der Entschlasenen die
letzte Ehre.
Frau F. Klomaun war am 1. Oktobe>:
1812 zu Göttingen geboren, kam in 1843 nach
Amerika, verheirathete sich zum zwei.en Mcle
in 1852, nachdem ihr der Gatte nebst drei
Söhnen im Tode vorangegangen war.
Sie hinterläßt einen trauernden Gatten, 10
Enkel und fünf Großenkel, außerdem einen
ausgedehnten Krcis weicher Freuude und Be
kaiiiiter, die Alle de» Tod der Edelii iniiig
bedauern.
Tie Mann-B 0 n d 0 ir Waggois
zählen jetzt zu der Equipiruiig der „Ba'ti
more Ohio Eisenbahn." Die drei ersten der
selben trafen vorgestern hier ein nnd wurden
von Mitgliedern der Presse nnd einigen an
deren Herren am Camdenstraßen Bahnho,e
inspizirt. Der Jnspeklion folgte eine Fahl,
nach Washington, während we.cher die
ladenen Gäste die Gastsreuudschasr dcr Bahn
Gesellschaft genossen.
DaS Aenßere der Man» Boudoir Wag
gons, ist äußerst ansprechend, die Farbe
dunkelblau mit weißen Leisten und vergolde
ten Kapitälern. Im Inneren findet man
Alles, was Bequemlichkeit und Lnxus iinr sikr
einen Eisenbaynwaggon erdenken tönneu,
und wer zum ersten Male einen solchen Weg
gon betritt, kann sich sicherlich eines Erstan
ucns nicht erwehren. Der Waggon enthält
doppelte und einfache Departements, für den
Gebrauch von Reisegesellschaften oder sür
einzelne Passagiere eingerichtet. Die Abthei
li'ngen sind mit in Brokat anfgepolstcr.en
Sophas verfehen, die sich bei Nacht in eine
höchst comfortabele Schlafstättc umwandeln
lassen. Eine besonders lobenswerthe Ein
richiung ist die vollkommene Veittilation der
Waggons nach deu neuesten wissenfchas.licheu
Prinzipien. Bei Tag, sowie während der
Nacht herrscht stets eine erfrischende Tem
veratur; aber nicht allein TaS;nnangeneh» e
Dünste sind, so lauge auch die Reise dauern
mag, nicht zn verspüren, nnd die Wärme i»
dem Waggon ist immer eine gleichmäßige,
nicht zu heiß an einem Ende, nicht zu kalt am
anderen Ende. Die Verzierungen un De
korationen deS Innern der ei»',einen Ge.nä
cher sind künsilcrisch 11. bestehen ans ausgett.e
bciicm Leder mit Bron>c-Fignren. Jeder
Waggon hat vier Ventilationen am Dache
und vier nach den neuesten Patenten im In
neren. Ferner ein Büffel mit Allem, was
das Herz vegehrc, kaltes und warmes Wasser
und so viele andere Beauemlichleireu.dafi man
recht wohl von eim-m Palast aus Räoeru
sprechen kann. Der Passagier hört nicht mehr
den Rns des ConöiiklenrS „Zwanzig Minuten
sür Erfrischungen," sondern er besteig! am
AbsahrtSo« den Boudoir Waggon uiiv v'l
bleibt in demselben, auf's Besle mit Allem,
was znr LeibeS Nahrung und Noihdulfi nö
thig ist, versehe», in demselben, bis er seinen
Bestimmungsort erreicht.
Der „Manu Boudoir Waggon Expreßzug"
verläßt Camdenstation um 42 Uhr Nachmit
tags und trifft am nächsten Morgen l ! Uhr
m Cincinnali ein.
Ernennung. Gouverneur McLaue
hat Thomas P. Mnllaiiey zum Wieger von
Heu uud Stroh au der östlichen Heuwaage
ernannt. Ter bisherige Inhaber des Amtes,
Charles E. Adams, hat resignirt.
Branerelverkau f.— Das als Wnn
der'S Brauerei bekannte Grundeigenthum in
Eaiilon ward gestern durch die Alülionalvreil
Taylor «e Creamer für §12,000 an Salonion
Strauß verkauft. Die ersten drei Parzellen,
auf welchen die Brauerei und Stallungen
stehen (119 Fuß an O'Donnell . 330 Fuß'an
Tillonstraße nnd einem Grundzinse von§:!33
pro Jahr unterworfen), brachten §29,000, die
zweite Parzelle, aus welcher das Wohnhaus
steht ilO7 Fuß Front an O'Donnell und
300 Fuß an Tillonstraße, GrniidzinSsrei),
brachte §10,500. Die dazwischen liegende
Baustelle 107 Fuß Front und 300 Fuß tief,
grundzinSsrei) brachte §3500.
Das bewegliche Eigenthum brachte zusam
lue II §l5OO, 300 Fässer Bier wurden sür
§lOO. 4 Pserde sür je §»>y und 6 Bierwagen
für je §5O verlaust. Dem Verkauf wohnten
trotz der kalten Witterung über 300 Personen
bei, von welchen jedoch mir ungefähr fünf
Angebote abgaben.
Der Nachlaß von Peter Gold.—
Die Petition der Frau Mary G. Crouey, in
welcher es sich um die Auslegung des Testa
menles ihres verstorbenen Großvaters Peter
Gold handelt, ward gestern vom Richter
Brown dahin entschieden, daß die ausgewor
fenen Fragen nicht vor ein BilligkeitSgericht
gehörten und aua> bereits durch ein Verdilt
des SuperioraerichteS geschlichtet worden
seien. Das Einzige, was das Stadtlreisge
richt zu thu» sei die Ernennung eines
Verwalters der Nachlassenschast an Stelle des
verstorbenen Christ. Wynn. Dies in
einigen Tagen geschehen.
Habeas-Corp us- Verfahren.
Auf Grund eines Habeas Corpus Befehles
ward aestern Meyer MackS, welcher ange
schuldEt ist, der Frcn Lena Petlig ein Porte
monnaie mit §5.45 aus der Tasche gestohlen
zu haben, dem Richter Brown vorgesühn.
Hülss Staatsanwalt Gans erschien als Ver
treter der Anklagebehörde und die HH. John
H. Handy und Millard F. Taylor als Ver
theidiger des Angejchuldiaten. Frau Pettig
bezeugte, daß sie am Montag Nachmittag
durch eine vor dem Laden des Hrn. F. Laza
rus, Nr. 221, Nord Gaystr., stehende Me.>
fchenineuge ging, als sie plötzlich die Hand
Macks' in ihrer Hc iStasche sah. Als Macks
bemerkte, daß er ertappt worden war, zog er
die Hand schnell zurück nnd steckte sie in die
rechte Hosentasche. Zeugin hieli ihn an sei
nen Rockschößen fest und rief nach dcrPolizei,
doch gelang es Macks, sich los zu reißen und
in dem Vollshanfen zu verschwinden, wo er
indessen aufgehalten bis die Polizei
erschien und ihn arretirte. Zeugin begab sich
iiacy dem mittleren Slationshanse und iden
tifizirle den Angeschuldigten als Denjenigen,
dessen Hand sie in ih r Handtasche bemerkt,
ans welcher sie ihr Portemonnaie mit §5.45
und ein Taschentuch oermißte. Am Dienstag
erschien ein Mann, welcher seinen Namen als
Baker angab, bei der Zeugin und offerirte,
den Betrag von §5.45 und den Werth des
Portemonnaies rstatlen zu wollen, falls
Frau Pettig die Anschuldigung gegen Macks
zurücknehme. Zeugin weigerte sich, das An
erbieten zu acceptiren. Dieselbe bestritt fer
ner entschieden, daß sie §lOO verlangt habe
als Preis sür die Zurückziehung der Anschnl
digung. Auch der Bruder, die Schwester und
die Mutter des Angeklagten besuchten die
Zeugin und baten sie, die Angelegenheit fal
len zu lassen.
Frau Brown bezeugte, daß sie das in Rede
stehende Portemonnaie ans dem Troitoir ge
sunden und es einer Frau Gilbert übergeben
habe, die es als ihr Eigenthum reklamirte.
Frau Gilbert bezeugte, daß, als sie zu Hanse
angekommen, ihren Irrthum gewahrte, da
sie ihr eigenes Portemonnaie in ihrer Kleider
lasche vorfand, das fremde Portemonnaie
dem Sergeanten Clantice übergeben habe.
Sergeant Clantice und Polizist Cnllen be
zeugten, daß sie den Angeklagten verhaste
ten.
Die Vertheidigung wollte hier Zeugen vor
fuhren, um zu beweisen, daß Maas denTieb
stahl nicht begangen habe, doch erhob !xr
Staatsanwalt Einwand. Richter Brown
entschied, daß die Z'agenauSsagen genügten,
nm deu Angeschuldigien den
renen zu überantworten und überwies Macks
dem Gesäugniß. Die Bürgschaft wurde auf
§5OO festgesetzt.
Unfälle. Als gestern die sterblichen
Ueberreste des Charles F. Mills den, Schooße
der Erde übergeben waren, gingen der fun
girende Geistliche, Pastor L. T. Widerman,
und Hr. Ezekiel Mills nach der von ihnen be
nutzten Kutsche zurück und nahmen darin
Play. Der Kntfcher befand sich nicht au! dem
Bock; aber sobald die Pferde den Kutschen
schlag schließen hörten, trabten sie vorwärts,
erst langsam und, als sie keinen Widerstand
fanden, immer schneller und schneller. Die
beiden Herren sprangen au« der Kutsche und
erlitten dabei schmerzhafte Verletzungen. Die
Pferde wurden erst aufgehalten, als sie an der
Gittenhüre des Eingange« zum Kirchhofe an
kamen und nachdem die Kutsche fast zertrüm
mert war.
John F. Doyle stürzte gestern Nacht ge
gen II Uhr an der Ecke der Baltimore- und
Northstraße über eine Bananenschaale und
brach die Kinnlade. Man führte ihn nach
sciuer Wohnung, wo ihm Dr. Ryan ärztli
! chen Beistand leistete.
Di« Neger Mission der
sko pal kirchc.—Bischof Elliot von Texas
predigte gestern in der Graee Kirche, Ecke der
Park Avenue und Moiiumeutstraße, über die
„Einheit der Kirche" mit Zugrundelegung des
Textes aus Johannis 47, VerS 21. Bischof
Clliot sprach besonders von der Misfiaasar
beit unter den Negern und deren Zugehö.ig
keit zur chrisllichen Kirche. Unser erster Schritt
in der christlichen Einhe.l Einigkeit sei
gewiß nicht der, einem Theil der Gemeinde
«Litze in den Gallerie'n anzuweisen oder sie
getrennt vou dem anderen Theile zum Aben!>-
mahle gehen zu lassen. Wenn Wissenschaft
>e in einem Punkte übereingestimmt habe, so
sei eS die Gleichheit der Racen. Es möchte
wohl behauptet werden, daß eine Race der
anderen uniergeordnet sei, wie die alten Sach
ien weit unterdenNormanncn standen. „Wis
senschaft zeigt uns ferner, daß jede Race, so
bald sie sich selbst überlassen bleibt, zum Bar
barismuS zurückkehrt. Wenn es einc niedri
gere Race giebt, wie die niiscrige, so ist es '
unsere Pflicht, ihr zn helfen. Die We.t schrei
tet immer vorwärts, und wenn wir in der
ersten Reihe stehen, so sollen wir Denen hin
ter uns helfend die Hand reichen. Alle Pläne
Gottes sind aus diesem großen Prinzip der
Einigkeit basirt, und er ermahnt seine Kinder
soriwährend, in briiderlichcr Licve u. Wohl
thätigkcit zusammen durch das Erdeiilebeu zu
wandern." Nach dem Gottesdienste fand eine
Versammlung des „Frauen Hüls» Vereins"
statt.
Bischof Paret hielt um I Uhr Nachmittags
in Bezug aus die Verbesserung der Lage der
farbigen Bevölkerung mir seiner Geistllchke.t
eine Conscrenz. Uni 8 Uhr Abends fand in
der Emaiiuels» Kirche zu demselben Zweck
einc Versammlung statt, iu welcher Bijchos
Paret den Vorsitz führte. Die Bischöfe Ly
man von Nord-Carolina und Diidley von
Kcn.ucky hi 'llen Reden. Die Kirche war mit
weisen farbigen Andächligen angesüllt.
Ward schlecht aufgenommen.—
Gestern >nih kurz nach Mii-cruachi kam ein
'iiuger Manu, dcr seinen Namen als Alex,
s, renn an und sei» Alter ans 22 Jahre an
gab, nach dem nordöstlichen Stationshause
und erzählte dem dienstthuenden Lieutenant
Carroli, daß e. in einer WoUsabrik z» Phrla
delphia arbeitete, aber entlassen wnrde und
beschloß, z» Fuß nach Baltimore zu wandern.
Am letzten Frettage war er bis innerhalb
renn Meilen von der Sladr gekommen uud
kroch iu eine Scheune, wo er die Nacht zu
verbringen gedachte. Seine Anwesenheit
wurde jedoch vemerki, und ein Mann schoß,
als er davsn lies, seine Flutte aus ihn ab.
Einc Untersuchung ergab, daß ihm zwölf
Rehposten in den Rüäeu uud zwei iu den
Arm gedrungen waren. Er wurde nach dem
„Stadl-Hospital" gesandt.
Polizeiliches. JamcS Lloyd, wel
cher verhaftet worden war, weil er einem Un
bekannten einen Ueberzicher und ein Bild im
Geiammiwerthe von §5 gestohlen haben sol',
wird am nächsten Montag, Nachmittags ui..
4 Uhr, im Polizeigcricht des mittleren Di
slrilis verhört werden. Er sitzt.
Michael Rogers, der, wie gestern ge
meldet, festgenommen wnrde, weil er sich ri»
Gaslhanse W. H. Pepper s BehnsS Langfin .
gcrns versteck! haben soll, wurde gestern von
Richter Caschmeyer zum Crimiualprozeß fest
gehaltcn.
Die Verhandlung gegen William Bitt
ler, welcher vorgestern vert>ailet, sedoch wieder
entlassen worden, dann im Rausche in das
Wasser gefallen war und gleich nach seiner
Rcilnng eiue Partie Kleider gestohlen haben
soll, wurde gestern ans den näcastcn Mittwoch,
Nachmittags um 4 Uhr, sestgesettt. Butler ist
einstweilen iu dcr mittleren Poiize.stauon
cinqnarliert.
Als Vagabnnd wnrde Thomas Mala
ncy von Richlcr Caschmeyer ans 4 Monate
nach dem Siaa.SarbeitShauS geschickt. Des
gleichen mußte dcr Vagabund Wilh. Jung
aus vier Monate daselbst Quartier bezieheu.
Samuel Goldheim, welcher verhaftet
worden war, weil er W. F. McAvoy thätlich
angegriffen nud ihm in'ö Gesicht gesp.e'n ha
beii soll, wurde vom Richlcr t!>ascyiiieycr auf
sein Chreuwor., sich zur Crimiualverhaud
Inng zn stellen, aus sreien Fuß gesetzt.
Peter Paul wurde aus Grund eines
Haftbefehls, welchen Richter George ?)el
lot im Auftrage vou Baltimore Couuty ans
ges:ellthattc,scstgcno»i»ic» uud deu Behörden
dieses Couutys äuSgeliesert. Es soll sich um
eine Diebstahls Klage handeln.
Marlin C. Bnrns wurde auf Grund
eines Hasibesehl», den der Clerk des Crimi
nalgerichts gegen ihn wegen angeblichen
Diebstahls auSgestcUl hatte, festgenommen
und dem Scherisf Airey übergeben.
H. Ivel wurde auf die Beschuldigung,
durch gotteslästerliche Reden einc Ruhestö
r»ilg verursacht zu haben, verhaftet und vom
Richter Caschmeyer zu einer Strafe von §3
nebst Kosten verurlhcill. Da er nicht zahle»
konnte, so wnrde er eingesperrt.
John Daniels, angeschuldigt, den Ri
chard Bevan am Abend des 14. Januar in
Sheehan'S Restauration in den Fuß geschos
jen zu haben, ward gestern gegen §2500
Bürgschaft au« dem Gesänguiß entlassen.
Robert Moore wurde gestern Nachmit
tag vom Richter Sanner ans die Anschiildi
giing dem GerichtSvcrsahren überwiesen,
Maines McGinney, Ecke der Alice Ann nnd
Chcsterstraße, eine Uhr im Werthe von §'.
»No §2O Geld acstohlen zu haben.
Johii Viivcl wurde anf die Auschuldi
gnng, Elis'abelh Lan.erbach ihätlich angegris
sen zn habcn, gcstern Nacht verhaftet nnv rn
die mittlere Pölizeistaiion gebracht.
Peter McGraw soll gegen seine Gattin
schwere Drohungen ausgestoßen haben. Die
selbe ließ ih» deßhalb gester» Nacht noch zu
fpätcr Stunde verhaften. Er wird heute
Morgen vor Richter Cafchmeyer verhört wer
de».
Zwei junge Männer, Namens Frank
Gerhardt nnd H. I. Mlkrx, wnrden niilerder
Anschuldigung, Hrn. N. Goldsmilh, wohn
haft Nr. 527, Pennsylvania-Avenue, in
Washington, eine goldene Uhr im Werthe
von §125 gestohlen zu haben, gcstern Abend
von Geheimpolizisten dcr Detektives - Firma
Smith, West K Lyons verhastet nud den Be
Hörden von Washington ausgeliefert. Das
Vergehen foll am Montag Abend begangen
worden sein.
Tie„Bal r i in or e r Schützen
G'e sellschas I" Hai ans heute, 22. dS>,
ihre» jährlichen großen Ball in der
„Concordi a" veranstalret. Es ist Dies
der Abend, welchen die Mitglieder mit
ihren Familien als Winter Rendezvous zu
betrachten Pflege» und dem sie mit regem I«
teresse entgegen sehen. Das Coiniie hat eS
sich angelegen sein lassen, den Vallgästen Un
terhaltung und Genüsse in angenehmer Ab
wechslung zu verschaffen.
Theater nnd Balt in der „Tnrn-
Halle."
Tie von Hrn. Karl Gehre in der „Turn-
Halle" veranstalteten Donnerstags Borstel» ,
lungen nebst Ball finden immer mehr An !
klang - und zwar mit Recht. Hr. Gehre, als t
Regisseur, wie aiS darstellenderKünstler gleich V,
tüchtig, bietet Alles auf, um
einen genußreichen Abend zu verschaffen. Das
Entree kostet mir 15 Cents. Man fehle
heute Abend nicht!
Zum Benefiz sür Frau
Matzke - Keller findet Freitag, den
30. lanua r, in der „Coucordi a" eine
Gala-Theater Vorstellung statt. Die Beuefi
tianiin, welche, wo immer sie auch aufgetre
ten, in New Hork, Baltimore und im allen
Vateilande, stets eine Zierde der Bühne war,
verdient ein volle« HauS; zudem wirken an
ihrem Ehrenabende Hr. und Frau Hahn
mit. Gegeben wird Ranpach'S „S ch nl e
desLeben «," ein stets gern gesehenes, an
spannenden Szenen reiches Stück.
Ein achtunggebietendes Alter sind
sicherlich 34 Jahre, nnd dieses Alter hat jetzt
der „Allgemeine Arbeiter Kran
ken - Unterstütz» nas - Berein" er
reicht. Die» freudige Ereigniß, auf welche«
jede« Mitglied mir Recht stolz sein darf, sin
det kommenden Montag, den 26. Januar,
seine gebührende Feier; der Verein begehr
das Fest iu seinem Quartiere, der „Mecha
uic«' Halle," mit Festreden, Ball ic. und hat
hierzu an eine Anzahl seiner Freunde Cinla
düngen geschickt.
TaS große automatische «nnstwerk,
die vier Jahreszeiten darstellend, welche« an
der Südwest Ecke der Gay und Bal
timore - Straße ausgestellt ist, erfreut
sich zahlreichen Besuches, und Jung und Alt
können sich an den Leistungen des kunstvollen
sinnreichen Mechanismus, welcher 2000 Fl
guren in Bewegung fetzt und die diesen zuer
theilten Funktionen verrichten läßt, kaum satt
sehen. Da« Entree lostet nur 10 Cts.
Hine Karte.
vö?er der Nanne!»
krsst usw. leiden, sende ich kofttnsrei Rezept, da; sie
turiri. Dieses große Heilmittel wurde von einem
Missionär in Süd-Amerika entdeckt. Schickt -»restzi.
les Soui-ett a« Reo. Joseph T. Inman.Slaliou »,
New-«°rk-C»ti. l3ullS.lg,j-T.4p>
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Aortland Bement - Works,
Nr. 15, McClellan» Alley'
Seiten, und «artenwkge, v»st
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»erseft trocken gelegt. (Se»tl

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