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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, March 14, 1885, Image 5

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Der Deutsche Correspo«de»t.
Samstag, de» 14. Mörz tSSS.
UnterhattungS'Wegweiser.
Muslk-Akadtmi».—Diese Woche die Ncw-Horkr
deutsche »Thalia-Opern-Truppe:»
Abend....? der Btticlstudeni.»
cptrnhau». —Jebei Abend diese Woche
«r,d Miitwoch und Samstag Nachmittag: „Jacquine"
Diese
tt»>h'«Arontftratzen-Theater.—Allabendlich
diese Woche und Dienstag und Freitag Nachmittag:
Sarri»' «ammuih - Museum. Freimaurer-
Tempel. Diese Woche: »Jedermanns Freund" und
„Soion Shingle."
vaMmortsirasitn Museum. - Diese Woche:
„v»dx Venus." PhaniaSma. Pros. Abt s „Metro»
politan-Spezialititen-Compagnie."
Echlcgcl'S „crchesirion-Hall«." Jeden Abend
Eonzert.
„voneordta-cv,rn.'>au«."-ocut», den 13.
«Srj, Eomplimcntär-Bcneflz stir ManeS S. Fuld.
Kalle." - Heute, denl4. MSrz,
groheS Tvroler-Conzert.
~«ar»,i<>»»-«allc."-M>>rgcn, Sonntag, Nac
hmittag, AbschiedS-Conzert der Tvroler.
„BaltimorerLicderrranz." Morgcn, T«iin
tag, 3. musikalische Soiree.
„Weft vaitimorcr Kr.-Kr.-Unters«,-Berctn
Rr. I." Montag, den Itt. Ma?ten- und
„Turnyallt." Donnerstag Benefij-BorstiUunz
und Ball.
„v oncordia." Moniaa, den 23. Mlrz, Thea.
Wirthschafts-Eröffnuug und Lnnsch
Metzeljnppen Lunsch
Montag, den IK. dS., bei Hrn. Friedr. Schnieder,
Nori-Gavstrave.
M>' Markt- und Börsen-Berichte, Tages
neuigkciten, Schisssnachrichten, Abfahrtstage
der Dampfer von New Zork,
Uebertragungen, kirchliche Nslizen siehe
dritte Seite!
Wochen- und Sottntags-A»»sgabe.
Das gestern erschienene Wochenblatt ent
hält die interessantesten Ereignisse des
In- und Auslandes, die Jnauguraiionsfest
lichkeiten, Lokal- nnd Markt-Berichte, Er
zählung u. s. w. Zur Versendung an
Freunde im In und Auslande wohlgeeignet.
Unser heutiges Sonntagsblatt enthält:
„unser Haus;" „mit „wer ist
der Verrückte?" „ein Hexenprozeß;" „der
Wiener Lumpenball;" „Steinregen;" „vor
24 Jahren;" „der Carueval iu Köln;" „aus
der Zeit der Mahl- und Schlachtsteiler;"
„unfreiwilliger Humor;" „die Mode und die
Tagesereignisse;" „eine tragische Szene;"
„das Brüten der Hennen im Frühjahre;"
„Meilschenverluste im deutsch - französischen
Kriege;" „Todes Abnungen;" „vor dem
Appellhos zu Chambery;" „Pariser Arabes
ken;" „Cicero;" „Brief deS Jackson P. Hoof
liakle, Esq.;" Buntes aus der alten und
neuen Welt; Anekdoten :c. Preis 2 Cents,
einschließlich des Wochenblattes 5 Cents.
Aus der Ttaatshauptstadt.
..Vuckeye" gestohlen. t?nd« »cd Skan
dal« an der „St. Johns Hochschule."
Zwei Heiratyen in einer isainitic.
Annapolis, 13. März. —In der Nacht
von vorgestern auf gestern wurde ein „Bng
eye," das einem Farbigen, Namens Hebson,
gehört, gestohlen. Nachdem die Diebe das
selbe um eine Ladung Austern erleichtert hat
ten, ließen sie eS aus den Welleu treiben.
Es wurde später aufgefunden und dem Ei
genthiimer zurückerstattet.
Die zwei Studenten der „St. Johns-
Hochschule," welche, wie seiner Zeit berichtet,
wegen eines dummen Streiches eine Anzahl
Tadelsnoten erhalten hatten, die hinreichten,
sie ans der Anstalt zn weisen, haben endlich
von der Fakultät die Erlaubniß bekommen,
freiwillig auszutreten. Sie können also ohne
Schwierigkeiten eine andere Hochschule be
ziehen, was im Ausweisungsfalle unmöglich
gewesen wäre.
In der Familie des früheren Mayors
JameS Mniiroe dahier fanden unmittelbar
hintereinander zwei Hochzeiten statt. Mnn
roe's Sohn der Staatsanwalt Jas. M. Mnn
roe, verheirathete sich mit Frl. Chase aus
New Uork, während Mnnroe's einzige Toch
ter, Frl. Mary Munroc, sich mit dem Fähn
drich F. R. Brainard von der Bundesflotte
tränen ließ. Tas letztere Paar reiste schon
vorgestern nach Florida ab, wo der Bräuti
gam in Dienst steht. Die beiden Hochzeiten
bildeten das Hauptgespräch in den hiesigen
Gesellschaftskreisen.
Aus dem Inneren Maryland s und
den angrenzenden Staaten.
Schießt auf seinen Bruder.
George W. Chelton betreibt in der Nähe von
Maston, Somerset-County, Md., eine Säge
mühle, über deren Besitztitel ein »streit zwi
schen ihm und seinem jüngeren Bruder Wil
liam besteht. Vorgestern Morgen kam Wil
liam in Begleitung der Mutter in das Ge
schäft und verlangte, daß sür Letztere eine
Quantität Holz gesägt werde. George wei
gerte sich. Es entstand ein Streit, iu dessen
Verlaus William eine Handspeiche ergriss uud
George einen Revolver zog. William erhielt
einen Schuß in die Stirne, gerade über dem
linken Auge. Dr. Robinson nahm ihn in
Behandlung. Die Wunde scheint nicht ge
fährlich zu sein; die Kugel hatte den Rand
von William'S steifem Hut getroffen und da
durch Etwas von ihrer Kraft verloren, ehe sie
in die Stirne drang. George ging nach
Princeß-Anne und lieferte sich den Behörden
aus. Er wurde unter Bürgschaft für sein
Erscheinen vor den Großgeschworenen ge
stellt.
Aus Howard-County, Md. Vor
gestern sollie in Ellicott City die Klage gegen
John M. Clarke zur Verhandlung kommen,
welcher beschuldigt ist, aus die 12-jährige
Fannie Kearney am 21. Februar einen un
sittlichen Angriff gemacht zn haben. Da in
deß die klägerischen Zeugen nicht erschienen,
so mußte das Verhör verlagt werden. Der
Staatsanwalt will die Letzteren wegen Miß
achtung des Gerichts verfolgen. Das Haus
des Farbigen Bender in Prospect Hill wurde
am Mittwoch Nachmittag in Abwesenheit de«
Gatten von einem Landstreicher betreten, wel
cher Frau Bender mißhandelte nnd eine sil
berne Uhr annektirte. Vorgestern Morgen
um 49 Uhr wurde in dem Wohnhanse von
James M. Coulter, in der Nähe von Jl
chester, Feuer entdeckt. ES gelang indeß, das
selbe bald zu unterdrücken. Der Schaden be
trägt etwa K2OO.
Aus Norfolk, Va. Der Stadtrath
verwilligte vorgestern Nachmittag
zur Vermehrung der Wasserzusuhr sür Nor
folk. Vorgestern traf in Norfolk zum ersten
Male ein Zug Passagierwaggons der„N.-P.-
N.-A.-Bahn" auf der neuen Transferirnngs-
Barge „Norfolk" ein. Die Waggons, zwölf
an der Zahl, waren mit der Bahn von Wil
niington nach Cape Charles - City gefahren
und wurden von dort binnen vier Stunden
mit der Barge nach Norfolk befördert. Vom
l. April soll "ein neuer TranSferirungS-Dam
pser sür obigen Zweck permanent zwischen
Norfolk nnd Cape Charles-Ciiy sahren, und
die Barge „Norfolk" alsdann für den Ozean-
Dienst verwendet werden.
Ein zwölfjähriger Prozeß ent
schiede n.—Das in Richmond tagende Ap
pellationsgericht von Birglnien gab vorgestern
in dem Prozesse bezüglich de« Eigenlhums
rechtes an den „Rockbridge - Alnin - Springs"
in Nockbridge-County eine Entscheidung ab.
Durch dieselbe werden die Ansprüche James
A. Frazier's (eines zur Mahone-Partei ge
hörendenMitgliedes derStaatSlegislatnr von
I3SI bis 'B2) vor allen Anderen bevorzugt.
Der Gerichtshof ernannte eine Commission,
«in die erwähnten Liegenschaften, die unge
fähr §70,000 werth sind, zu versteigern. Der
Prozeß schwebte schon seil nahezu 12 Jahren.
Der Gegner Frazier's war sein Onkel Wm.
Frazier.
Eineßahnstatioit eingeäschert.
In der Nacht vom Dienstag auf den Mitt
woch brannte die Passagier- und Frachtstation
der „Shenandoah - Bahn" in Wheat
land, 32 Meilen von Hagerstown, Washing
ton-Connty, Md., vollständig nieder. Sehr
viel Frachi und eine Anzahl Geschäftsbücher
wurden vernichtet. Die Ursache des FeuerS
konnte nicht ermittelt werden. Diese Station
war erst vor Kurzem an Stelle der in Ripon,
ivenigeMeilen davon, bestandenen nnd gleich
fall« durch Feuer zerstörten Station errichtet
worden und gehörte zu den schönsten der gan
zen Bahnlinie.
Aus Dorch e ster-Co uut y , Md.
John S. Marshall von Taylor-Island schoß
sich am vergangenen Samstag auf der Enteu-
Zagd zufällig in den Kopf; die Wunde ist ge
fährlich. Der farbige Austernfischer Daniel
Kern wurde am vergangenen Dienstag auf
dem ChoMnk Fluß bei Cambridge durch die
Leefegelspiere seines Bootes über Bord ge
schleudert und ertrank.-Cambridge hat jetzt
auch seine Rolllchuhschlittbahn. Die „Jnde
pendence - Halle" ist sür diesen Zweck ein
gerichtet und erfreut sich eines sehr starken
Besuchs.
Landwirthsch östliche Ausstel
lung ge Plank. Die „Ackerbaugesell
fchaft von Montgomery Connty" hat beschlos.
sen, in den ersten Tagen des Juni abermals
eine landwirtschaftliche Ausstellung in Rock
ville ,u veranstalte«. Man verspricht sich einen
noch größeren Ersolg davon, als man vorige«
Jahr erzielte. Die Bodenkultur iu diesem
Connty hat in den letzten 25 Jahren enorme
Fortschritte gemacht.
Ein « nllPPelh eld. Der Constab
ler William C.Crow in Ellton, Cecil Connty,
Md., wurde unter der Anschuldigung, den
Farbigen John Smith, alias John Earl,
bei dessen Verhaftung unnöthiger Weise
furchtbar geknüppelt zu haben, selber verhaftet
und vom Friedensrichter Scott den Großge
schworenen überwiesen. Smith ist am Kops
und an den Armen übel zugerichtet.
Erweck nngS-Bersammlungen.
In Trappe, Talbot-Connty, Md., finden
seit 8 Wochen methodistische Erweckungs-Ver
sammlnngen statt. Bis jetzt sind 60 Personen
„bekehrt" worden. Trappe liegt sozusagen
„aus der Welt d'raus;" es hat weder Tele
grapken-, noch Telephon-Verbindung.
Stadt Baltimore.
Anf Ae mt er u nter Cle vel and re
flcktiren: Gouv. R. M. McLane als Gesand
ter in Paris, Hopkins von Pennsykvanien als
Gesandter in Rom, WellS als Hafen-Ein
nehmer in Annapolis, John Johns von Bal
timore als 3. Auditor des Schatzamts, B.G.
Harris von St. Mary's Counly als „Naval-
Officer" in Baltimore, n. A. McLane baut
auf feine Ernennung als Gesandter in Paris,
will andernfalls aber als Conknrrent Gor
man's und Whyte's sür die nächste Bnndes-
Senatnr auftreten. Bekanntlich rannte man
sich schon vor der Erwählung McLane's für
das GouverneurSamt zu, daß der Herr es
nur auf den GefandtschaftS-Posten in Paris
abgesehen habe. McLane hat das Gouver
neurSamt herzlich satt.
Abermals ein bedeutendes Fa
lliment. Großes Aussehen ries gestern
die Nachricht hervor, daß die Firma Pope,
Cole K Co., Inhaber der Canwner Kupfer
werke, ihre Zahlungen eingestellt hätte uud
im Begriffe stände, die Abwickelung ihres Ge
schäftes einem Assignatar zu überweisen. Es
erhellt, daß vorgestern Abend bereits eine
Versammlung der Gläubiger der Firma statt
sand, und Hr. Wm.Keyser ersuch: wurde, als
Assignatar zu sungiren, dieser sich aber mit
überhäuften Geschäften entschuldigte, Aas
Falliment wird daraus zurück geführt, daß
die Firma mit einer Anzahl Knpserminen-
Eigner bedeutende Lieferuugs Contrakte ab
geschlossen hatte und, als die Rohpreise wi
chen, nicht die genügenden Fonds besaß, um
die Coutraktpreise uud die hohcn Frachtvor
schüsse zu decken. Die vornehml-.chsten Credi
toren sind die „Erste National-," „Merchants'
National-," „Zweite National-," „National-
Uniou-," „Dritte National-," „National-Me
chanics-" und „ManusactnrerS' National-
Bank." Das derzeitige Compagnie - Ge
schäst der Firma trat am 20. Juni 1873 in s
Leben nnd wurde seit 1878, wo der erste Co.n
pakt ablief, bis zum heutigen Tage erneuert.
Wie verlautet, hätten §lOO,OOO ausgereicht,
um die Firma zu retten, aber trotzdem die
Spezial'Theilhaber meistens reiche Leute sind,
standen sie doch an, den Vorschuß zu machen.
Allgemeine Partner sind Geo. A. Pope und
Geo. B. Cole, Spezial-Partuer I. W. Gar
rel! mit §30,000, Wm. Keyser mit §30,000,
Ges. W. Ward und Joh. S. Gilman mit je
§lO,OOO. Die Verpflichtungen werden ver
schieden ans §BOO,OOO bis §1,000,000 bezif
fert, jedoch sollen die Aktiva ausreichend sein,
nm die eigentlichen Verluste aus §lOO,OOO
bis §200,000 zu verringern. Die Firma
galt bisher mit Recht als eine der veriran
enswerthesten der Vtadt und des Landes;
jedenfalls sind die HH. Pope und Cole ehren
hafte Leute, und ihr Mißgeschick ist ausschließ
lich auf die böse Krisis zurück zu führen, die
alle Geschäfte gelähmt und uns recht deutlich
die Folgen unserer faulen WirthfchaftS-Poli
tik zur Anschauung gebracht hat. Die Firma
betrieb eine große Kupserschmelze nnv galt
bisher als eine der hauptsächlichsten Lieseran
tinnen von gereinigtem Kupser, Kupfer-Vi
triol, schwefelsaurem Kupferoxyd u. f. w.
Hoffentlich gelingt eS noch, die Firma zn ret
ten oder doch wenigstens die Einstellung des
Betriebs zu verhüten, andernfalls macht das
Falliment auch noch eine Menge Leute ar
beitslos.
Von derßörs e.—Aus dem Getraide-
Markte herrschte gestern sowohl hier, ivie in
New-Aork Angesichts des Zerwürfnisses zwi
schen Rußland uud England fast gar keine
Aufregung. Die meisten New-Uorker Finan
ciers, darunter August Belmont, glauben
nicht an cincii offenen Bruch, und die „Bä
ren" geben sich keiner Befürchtung hin. Auf
unserer Börse ging Waizeu i bis z Cent pro
Büschel herunter nnd schloß sür sosortige Lie
ferung zu Gebot, 87j Forderung; Mais
blieb bei'm Alten: Gebot, Forde
rung.
Aktien der „Consolidirten Gas - Compag
nie," die Ansangs März noch aus 83 standen,
sind seitdem bedeutend zurückgegangen und
schlössen gestern zu 73 bis 74. Man schreibt
Tiet dem Gerücht zu, daß New Aorkcr wie
der eine neue Gas - Gesellschaft in unserer
Stadt bilden wollen.
Eine neue E i s e n b a h n - V e r b i n
dun g. Die „Baltimore Ohio Eisenbahn-
Gesellichaft" hat mit der „Shenandoah Val
ley Bahn-Comp." einen Vertrag abgeschlos
sen, kraft dessen die nach Noanoke durchgehen
den, wie die von New Orleans kommenden
Schlafwaggons der Kennesaw - Route zwi
schen Baltimore und Washington einerseits
und Shenandoah - Jnnktion und über die
Shenandoah - Linie andererseits laufen wer
den. Der Vertrag wird mit nächstem Mon
tag in Kraft treten, und es soll täglich ein
Zug verkehren. Die neue Allianz wird den
Betrieb fortsetzen überdie „Baltimore Ohio-"
nnd die „Shenandoah Valley" Linie, dann
über die „Norsolk-Weftern" und die »Ost-
Tennessee-Virginia-Georgia er-Bahn," wel
che unter dem Namen „Kennesaw Ronte" be
kannt sind. Wie man hört, soll auch die
„Virgiuia-Midländer" Willens sein» mit der
„Pennsylvania-Bahngesellschaft" einen ähn
lichen Vertrag abzuschließen.
Das Ansteriigeschäst der verflossenen
Woche ist als ein günstiges zu bezeichnen,
uud die Mehrzahl der Austern - Firmen ist
vollauf beschäftigt. Der Büschel Austern
brachte im Durchschnitt 35 bis 45 Cents ein,
die bessere und größere Qualität sogar bis
hinaus zu 70 Cents. Viele Klagen werden
laut, daß zu kleine Schaalthiere auf den
Markt gebracht werden. Von dieser Sorte
liegen mehrere Schiffsladungen im Hafen.
Mit dem 15. April wird der Austernfang ge
schlossen; die Einmache - Geschäfte werden
aber trotzdem noch bis zum 25. desselben Mo
nats Beschäftigung haben.
Ankauf eines Dampfers. Die
HH. John E. Bell K Comp., die bekannte
hiesige Firma für Früchte-Import, haben das
Dampfschiff „Acadia," welches früher Eigen
thum der „United States Foreign- and Do
mestic-Frnit Comp." von New Jersey war,
angetanst. Seiner Zeit war das Fahrzeug
im Besitz der salliten Firma Warner ä- Bier
ritt von Philadelphia. „Acadia" saßt
377 Tonnen, ist 130 Fuß lang, 245 Fuß breit
und hat einen Tiefgang von I7i Fuß; sie
ward vor 23 Jahren m Norwich, Conn.,
gebaut und führte ehemals den Namen
„Whirlwind." Die Kanfsumme betrug §7530.
Die „Baltimore-Ohio-Bah n"-
A n leihe vergriffen. —Die Bankhäu
ser, welche den Verkauf von §1,000,000
Bonds der 5 prozentigen'§lo,ooo,ooo-An
leihe der „Baltimore-Ohio-Ciscnbahn-Co."
übernommen hatten, machen bekannt, daß
vom vorgestrigen Tage bis gestern Mittag
der ganze Betrag gezeichnet ward. Ja, es
gab viele Personen, welche für den Syndi
kats-Preis von 1015 Bonds kaufen wollten,
jedoch keine mehr bekommen konnten. Die
Anleihe wurde theils in London, theils in
New-Aork und Baltimore auf den Markt ge
bracht. Hauptsächlich war auf ersterem Platze
die Nachfrage sehr groß, selbst in New-Hor?
wurden am Nachmittage nach Schluß der
Börse noch 102j geboten. Auch in Baltimore
erreichte das Angebot gegen Ende des Tages
die gleiche Höhe. Die Certifikate werden in
einigen Tagen ausgegeben und bleiben so
lange in Gültigkeit, bis die Bonds zur Ver
ausgabung serttg sind.
Wetterbericht.
g,ia
ijctt I !zhtr ! Wett
S mct-r. "S'-tt NN.
7.00 M. 30.20« ! 25.5» »5 s O 8
11.00 B. 30.18 U j 25.» 7» 1t O 6 !sch'ee
3.00 N. 30.10 U 28.8 «i!> NO 4 Trkid
7.00 A, 30.087 ! 21.7 77 »! 4 Schee
11.U0 N. 30.U4S I 2«.8 84 »t O 4 jSch'ee
Schnelligkeit deSWindeS in einer Stunde
betrug 7 Meilen.
Tas g«ftr,gc Wrttcr. Stachfolgende Beob
achtungen wurden gestern Nachtin demselben Augen
blicke (11 Uhr des 7S. Meridians) aus allen
Stationen. Stationen.
«Ipcna 11 Marquette 13
Boston 16 ! Mttwaukee 28
Bufsalo 14 j New-Hork. 20
Eheyenne 3S OSwego 11
Chicago 40 PortHuron 1»
Eric"^.2l 35
EScanaba 6 Toledo 33
«»Crosse 47 !ya»kton 50
Savannab 54 !Wilmington
Jacksonvttle L 4 ! Mobile 56
Montgoinery 54 43
»Hanta 43 Memphis 52
Sharicston 48 Mew-OrieaiiS,... VI
---
WetteranSsichte n.— Für die Mittel
staaten sich klärendes, wärmeres Wetter mit
vorhergehendem örtlichem Schneesall m den
nördlichen Theilen, veränderliche, größten
theilS südliche Winde.
**** Alle Krankheiten de« Mastdarms, ein
schließlich Hämorrhoiden-Geschwülste, gründ
lich kurirt. Buch mit Einzelnheiten zwei (S
Cents) Briefmarken, „Worlck's
Ueckic'iil Bufsalo, N.-A.
(»v,Sl,3t»wU)
Die Thalia - Opern -> Gesellschaft.
Tie „Thalia-Opern - Gesellschaft" braucht
sich nicht über Baltimore zu beklagen, denn
auch gestern Abend war trotz des schlechten
Wetters daS Haus ausverkauft; augenschein
lich war Jeder, der am Montag die reizende
kleine „Nanon" hörte, wieder gekommen
und hatte womöglich Verstärkung mitge
bracht; die Melodie „Anna, zu Dir ist mein
liebster Gang," die nach dem Vorwurf des
Stückes vor nahezu 200 Jahren ganz Paris
bezaubert haben soll, übt wirklich großen
Zauber aus, wie man im Foyer, auf der
Straße, in den Straßenbahnwaggons allge
mein hören konnte.
Die gestrige Vorstellung war brillant und
stach ganz bedeutend gegen die „Freischütz"-
Aufführuug ab; Das war Alles Feuer und
Leben, Solisten und Chöre, Orchester und
Publikum standen in einem geheimen Rap
port, Alles klappte, paßte und faßte; jede
einzelne Partie, felbst die kleinste Statisten
Rolle, war in competenten Händen, nnd Je
dermann verließ das Theater in dem Be
wnßtfein, einen seltenen Gennß gehabt zu
habe».
Es ist bei der großen Anzahl dankbarer
Partie'n und Rollen in dem Stücke in einer
kurzen Besprechung fast mißlich, Namen zu
nennen, denn die Bauern und Bäuerinnen,
welche fast gar Nichts zu sagen hatten, trugen
durch ihre Mimik und Komik ihr gebührend
Theil zum Gelingen des Ganzen ebenso bei,
wie die Hauptpersonen, Frl. Mefsert, Hr.
Lube, Hr. Schütz, Frl. Schatz und Hr. Rank,
bestrebt waren, sich felbst zu übertreffen; die
selben sangen und spielten mit einem Feuer,
einem Leben, welche das Publikum gar nicht
müde werden ließen, Beifall zu fpeuden. Aus
diesen rauschenden Beifall dürfen die Betref
fenden um so mehr stolz sein, da das Balti
morer Publikum bekanntermaßen ein sehr
kühles nnd zurückhaltendes ist. Das Deutsch
thun: Baltimore'S hat an den fünf Abenden
feinen Mann gestelli und gezeigt, daß e« et
was wirklich Gutes zu schätzen und zu wür
diaen wciß; wenn uns Hr. Amberg seine
Operetten-Gesellschaft schickt, dürfen
die Mitglieder sich eines enthusiastischen Em
pfanges versichert halten; auch die „Thalia"-
Schanspieler-Gesellschast, welche uns neulich
besuchte, wird willkommen sein.
Leider müssen wir heule schon die letzte
Borstellung der „Thalia Gesellschaft" anzei
gen. Die Nachmittags-Vorstellung sollte von
Niemandem versäumt werden, der einiger
maßen vom Geschäfte abkommen kann, denn
eine Operette, wie „Gasparone," mit solcher
Besetzung wird den Baltimorern nicht so
leicht wieder geboten. Es ist besonders die
Partie der „Sora," in welcher Frl. Emmy
Meffert alle Grazie ihres Wesens und alle
Talente einer guten Gesangs - Soubrette zu
entsalten im Stande ist nnd welche sie den
Baltimorern in freundlicher Erinnerung er
halten wird. Die „Tarantella," in welcher
sie den Chor und Reigen führt —(„dort tanzt
Tarantella die fchöue Estrella") ist eine
Glanzleistung. Hr. Lube hat den „Podesta" zn
einer Rolle gemacht, niit der er noch größeren
Beifall erzielt, als mit dem „Grafen Ollcn
dorf" im „Bettelstudentenauch Frau Habrich
hat in der Duenna eine fehr dankbare Partie.
—Heute Abend wird der EykluS von Vorstel
lungen mil der älteren Schwester - Operette
des „Gasparone" dem „Bettelstudenten,"
schließen; Nachmittags „Das bin ich meiner
Gesundheit schuldig" und Abends „Schwamm
drüber!"
Hrn. Manes E. Fnld 's Benefiz-
Abend.—Unter den Auspizien der „Entre
Nons-Circle" fand gestern Abend im „Con
cordia Opernhause eine dramatisch musikali
sche' Soiree zum Besten von Maues E. Fuld
statt. Letzterer, ein Mitglied des genannten
iZlnbS, befindet sich gegenwärtig zur drama
tischen Ausbildung im „Lyceum-Theater" zn
New-?)ork. Das finanzielle Erträgniß des
Conzerts sollte Hrn. Fnld zur Bestreitung
der Kosten sür Fortsetzung seiner Studien
dienen uud wurde auch durch den zahlreichen
Besuch ein ganz erkleckliches. Das gewäylte
Programm umfaßte 10 Nummern nnd ent
hielt theils Vokal- und Instrumental-Musik,
theils dramatische Werke. Die HH. H. und
R. Jungnickel nnd C. Schäfer brillirten als
Virtuosen auf Cello, Piano u. Violine in dem
Trio ans der Oper „die weiße Dame" von
Boieldien nnd dem „Concertant" von Batt
weiler.
Entzückend schön sang die IK jährige Sig
norina Rosa Pipitone die Sopran - Arien
Xvn aus der Oper
Loriiiiinidula" von Bellini und Oi
>lsrxl>crit!t" von L. Arditi. Würdig zur
Seite stand ihr Frau Louis A. Metzger als
Altistin mit dem anmnthigen Liede „Nach
Sevilla sehnt mein Herz sich hin" von Des
sauer und der Cavaline "'l'ko WiritluK
Ileui-t" von Torry. Großen Beisall fand
Hr. Samuel A. Metzger mit den beiden
Baß Soli aus der Oper „Lucretia Borgia"
von Donizetti und dem Porter-Liede ans der
Oper „Martha" von Flotow. Eine wackere
Leistung war die Eornet-Piece „Cavatine"
des Prof. Joseph Eberl. Hr. Manes E. Fuld
trat mit einer Collegin aus New Uork, dem
Frl. May L. Aigen, zweimal auf und er
zielte jedes Mal einen durchschlagenden Er
folg.
Der Beuefiziant wählte sich den vierteil
Akt ans „der Millionärs-Tochter" von D. Be
laSco uud dieGerichlSizeneaiisShakespeare's
„der Kausmann von Venedig." Beide Dar.
steller zeichneten sich durch scharfe Auffassung,
wie treue Wiedergabe ihrer schwierigen Rolle
gleich gut ans. Sämmtliche Mitwirkende
wurden niit Blnmenspendcn geradezu über
häuft. Eine allerliebste Erscheinung war die
17 jährige Friedie Hamburger, welche ihre
Sache köstlich machte. Das Arrangement
hatten die HH. Leon Schiff, Vorsitzer, Moses
Freeman, Abc. Weinberg, Sal. Strauß
nnd Moritz Weymann übernommen und ihre
Aufgabe glänzend gelöst.
Hundert nnd fünf; ig neue Dok
toren.— Gelegentlich der 13. Jahresfeier
des „Collegeos Physicians'nnd Snraeons" er
hielten gestern Mittag in 'der „Musik-Akade
mie" 150 Studenten der Medizin, welche ihr
Examen kürzlich absolvirt hatten, die
Würde. Im Zuhörer Raum hatte sich ein
großer Kreis von Damen und Herren einge
funden, während die Gradnirten mit den
Professoren der Fakultät auf der Bühne Platz
genommen hatten. Zu Beginn der Feier
verrichtete General-Vikar Edward McColgan
ein kurzes Gebet, in welchem er des Himmels
Segen auf das Leben und Wirken der jungen
Aerzte herab rief. Pros. Thos. Opie, der
Dekan der Falultät, hielt eine kurze Anrede
und verlas hieraus die Liste der Graduirlen.
Als Preise kamen vier Medaillen und sieben
Ehren-Diplome zur Vertheilung. Den ersten
Preis, die von Pros. D. M. CatheÜ gestiftete
Medaille, erhielt John Wm. Coughlin von
Massachusetts; den zweiten, die «Brown s
Gedächtniß - Medaille," Frank C. Breßler
von Penlishlvanien, und den dritten, die
„Howard-Erinnerungs-Medaille," James C.
Hurst von Virgin en. Die goldene Medaille,
genannt der „Babbitt-Preis," fiel A. Lawtcn
Hntton von S.-Carolina zu. Ehren-Diplo.ne
bekamen: Wm. S. Gardner, Ohio; Amos
L.Gage, Maryland; A.D.Marks, Ohio;
Moore S. Falls, Distrikt Columbia; Thos.
B. Perry, Georgia: Walter T. McLoy, In
diana, und John Ä. Flannigan, New Aork.
Hierauf wurden die folgenden Namen der
150 Gradnirten verlesen:
Thomas V. S.
C. Builock, T allaZ Ver.iharsr, Lhas. W.'
T. W. Brcckbank, T. H. Braushaw. I. F. R. Bru
John M. W Bcaureqard
0. R. Colbcrt, George C. Cop., W. «'lpairick Caue,
N. B. Covinqton, I. I. Coleman, Clark N. Camp
bell, I. B. Coicord, Gco. W. Coike, John W.liiam
Coughlin, Z. W. Davis, Henry B. Disharoon, I.
Siils Daniel, R. W. Hunrer Duncan, A. B. Deiiiv,
I. Daniel. I. H. Dcvvr, Edcmr P. Eaton, Brit
ton D. Evans, Veopold Finielslcin, Edward Ferebcc,
Moore S. AaUS, Lloyd H. Forma», CHS. R. Fouich,
Jvh. H. Fritz, John R. Flanigan, W. R. Goiev, D.
W. Wm. A. S. Grimm, AmoS
D. Haiinah,, Jas. C. Hurst, W>n. C- Hall" Thomas
R. Harding, P.N. Härder, Mahis V. Hills, I. R.
HickS, A. M. Holmes. I. Herbert Hogue, JameS T.
«urd, Henry H. Irwin, A. 8.. W. S. Jennings, A.
Ficiding Jones, I. W. Johnston, I. B.H. Kmgh,,
N. S. Keoior, Aionzo jtibbe, John N. A>mercr, Ar
thur I. Kreser, Josiah B. Keylor, H. I. Kc.idall,,
John R. Langsord, William Monroe Lvday, I. M.
Long, John W. Mileton, Francis W. Larison, I.
Friedr. Lang. Geo. B. Lawrence. A. I. Lemiey, An-,
drcw I. Lescvre, H. W. McLaughiin, Walter T. Mc-
Cov, A. 8., Lyle I. Millan. John F. Michael. Io!.
V.Mancher, F. T. Moore, Wm. S.Mahon, J.Cabell
Mcredilb. Joyn A. Moore, I. C. McQuiston. A. D.
Mark?, A. A. Maynard, JameS McManus, Leon.
A. Muns, C. Lincoln Moyn, L. W. Nettics, I. T.
Nicholson, John P. Nicholson, W. E. Oldham, Ro
bert G. O'Hara, Marren V. PhilbriS, James M.
»<aiton, Frank B. Proctor, John 11. Pickel, John M.
Psost, ThoS. B. Perry, A. G. Person. Ruthersord
H. Paxion, Wm. T- Pale, Herbert I. Patterso i, W.
ch. Robertson, I. H. Ray, P. I. Rowan, M. A.
Rovall, Addison ». Roß, Frankin H. Sneil, N. W.
Shugart, W. A. Slaugcntzaupt, H. W. Strader, L.
Zttex.L. B. Smiih,
JoscvhÄ'- Taylor,'Ferdinand Worth
A. Thompson. R. G. Ban Balzah, E. L. Wiikinsvn,
S. C. Williamson, T. Ashby WoodS. Georg H. Wit
ter, Oiev <>. Marren, Rom. A. Whitaker, William
Sellman Weich, W. Bevcriy West, H,W. Wandieß,
1. B. Ztigicr.
In der von John S.Foleh,dem Pastorder
kath. St. Martins-Kirche, dann gehaltenen
Schlußrede gab er den jungen Männern
christliche Ralhschläge mit aus den Weg
durch's Leben. Die Gradmrten zerstreuten
sicy nun unter das Auditorium und nahmen
die Gratulationen ihrer Freunde und Be
kannten entgegen. Nack ewigen musikali
schen Vorträgen der Bros. A. Jtzel'schen Ka
pelle hatte die Feier ihr Ende erreicht.
Beschädigt e ing el au s en. Eine
Depesche au« London meldet, daß der Dam«
pser „Glenrath," von Baltimore nach GlaS
gow, ans der Reise drei Boote und das Steu
errad
„Salvation - Oel" wird als Schmerzheil,
mittel nicht übertroffen und lostet sünsund
zwanjig Cents die Flasche. (KZ)
Wollen wiede angestellt sein.
Maycr Latrobe ward gestern Bormittag
durch eine Delegation, au deren Spitze Hr.
Robert D. Morrison, Rechtsanwalt, stand,
überrascht, welche ihm eine Petition über
reichte, die von Andrew Cunningham, Geo.
Kelly, Geo. H. Schäffer, George C. Parle«,
John M. Cartney, Wm. H. Bowen, Andr.
Kepper, JameS Stack, Thos. Kennen, James
Kelly, Patrick McNally, Wilh. Schmelling
und Adam Treulieb unterschrieben war. In
der Petition hieß es, daß die Unterzeichner
derselben, seit einer geraumen Zeit von 1 bis
6 Jahren als Straßenreiniger oder Abfall
kärrner in städtischen Diensten, auf Veranlaf
sung deö Stadtraths - Mitgliedes Hanway
von der 12. Ward vom Superintendenten,
Hni. Cbarles G. Waters, summarisch entlas
sen worden seien und dadurch Plötzlich und
unerwartet die Mittel verloren hätten, ihre
zahlreichen Familien zu ernähren. Eine län
gere Diskussion folgte, während welcher Hr.
Hanway, der inzwischen dazu gekommen war,
die Handlungsweise des Straßen - Superin
tendenten vertheidigte. Schließlich erklärte
Mayor Latrobe, er werde Hrn. Waters an
weisen, keinen der Angestellten ohne Ursache
zu entlassen, und die Delegation zog sich an
scheinend znsr edengestellt zurück. Mayor La
trobe meint, ,aß derartige Vorkommnisse sich
nicht ereignen würden, falls der Straßenreini
gungs-Commissär für die Anstellung der Ar
beiter verantwortlich sei.
Lieutenant Hawley versetz t.—
Lieutenant John M. Hawley, bisher Vörste
her deS hiesigen hydrographischen Bureaus,
erhielt gestern solgende Ordre vom Flotten-
Sekretär: „Nach' Eintreffen Ihres Nachfol
gers (deS Lieutenants S.L. Graham) am 18.
ds. Mts. werden Sie sich als von dem hy
drograpbischen Büreau zu Baltimore deta
chirl belrachten und sich brieflich bei'm Schatz
amis-Sekretär zum Dienste bei der Küsten
Bcrmessulig melden. W. C. Whitney, Flot
ten-Sekretär." Lieutenant Hawley wird die
lürzlich vom Congreß angeordnete Nen-Ver
Messung des Hafens von New-Uork, sür wel
che §30,000 ausgeworfen wurden, beaufsich
tigen. Die Ernennung zu einer solchen wich
tigen Stellung «st jedenfalls ein Comp'.iment
sür Hrn. Hawley, welcher sich während feiner
Anwesenheit in Baltimore viele Freunde er
worben. Lieutenant Hawley wird den Buu
des-Schooner „Eager" commandire» wel
cher zur Zeit im Schiffsbauhof von Woodall
L Comp, repanrt wird.
Für Raucherbeso nders interes
sant. Schon seit längerer Zeit herrscht
eine große Nachfrage nach einem guten zuver
lässigen Rauchtaback zu einem annehmbaren
Preise. Zahlreiche Sorten sind dem Publi
kum vonZeit zu Zeit empfohlen worden, und
für alle wurde der Vorzug, der beste zu sein,
in Anspruch genommen. Viele dieser Sor
ten haben sich indessennicht alsDas erwiesen,
als was sie angepriesen wurden, und manche
derselben wären bereits gänzlich aus dem
Marlte verschwunden, wenn sie nicht durch
fortwährende Anzeigen dem Publikum vor
geführt würden. Eine Anzeige in unserem
Blatte lenkt die Ausmerksamkeit unserer Le
ser aus den Rauchtaback von Gravely K Mil
ler. Dieser Taback wird in Danville von den
bekannten Fabrikanten Gravely K Miller fa
brizirt, welche den Berkauf ihrer Fabrikate
der Firma Nachmann, Ash K Comp., Nr. 19,
Lightstraße, übertragen haben. Dieser Ta
back hat alle Bestandtheile eines guten Ranch
tabacks; er ist blätterig, enthält keine Sten
gel, ist rein und giebt ein reiches Aroma, dem
kein Taback gleichkommt, der zu demselben
Preise im Markte verkauft wird. Die Pa
kete, welche in allen Größen verkauft werden,
sind sehr entsprechend ausgestattet. Der Ta
back ist verhältnißmäßig nen in unserem
Markte, aber seine vielen Borzüge werden
ihn ohne Zweifel zum Liebliugs-Taback aller
Pfeifenraücher erheben.
Personal -Notizen. Bischof R.
S. Fester, welcher den Borsitz über die Bal
timorer Jahres-Conferenz der Methodisten-
Kirche führte nnd am letzten Mittwoch er
krankte, ist gestern nach' seiner Heimath,
Boston, Mass., abgereist.
Mayor Conrrney von Charleston, S.-
C., staltete gestern Mayor Latrobe einen Be
such ab.
Für die Arme n.—lm Marschalls-Bü
reau gingen §lO von Frl. C. M. B. ein.
Berka ufvon „N orth-Point-Ti
v o l i." Hr. Chas. Miller von Nr. SO,
Bostonstraße, lM „North Point-Tivoli," den
Schauplatz jener unvergeßlichen Schreckens
szene in 1885, von Hrn. Lowry I. Albert um
den Preis von §6OOO bei weiteren Bedin
gungen käuflich erstanden. Das Grundstück
umfaßt etwa 165 Acker La.ides, eine Anzahl
Gebäude, die sich außergewöhnlich gut für
Exkursionszwecke eignen, sowie einen neuen
standhaften Pier an Stelle des alten, bei des
sen Zusammensturz bekenntlich über 60 Perso
ueu einen unerwarteten Tod fanden. Hr.
Miller beabsichtigt, durch schöne Anlagen das
Grundstück zu einem prächtigen Erholungs.
platze sür das Publikum umzugestalten, auch
wahrscheinlich ein Austern, und Frucht-Cou
serven Etablissement darauf zu errichten.
„Commercial Ind ex" ist der Titel
eines neuen Blattes, welches demnächst all
wöchentlich von Hrn. James Aoung im In
teresse des Handels und des Verkehrs von
Baltimore herausgegeben werden wird. Das
Blatt wird genaue Angaben über Eisenbahn-
Züge von und nach Baltimore, Dampfer-,
Tränsportations-Linien, Telegraphen- und
Telephon-Büreanx, Banken und Sparban
ken, Ankunft von Briefposten und Schluß,
sowie Ab- und Einlieferung derselben, Kabel-
Raten nach allen Theilen der Welt u. s. w.
enthalten. Es soll jeden Montag erscheinen
und von Hrn. R. H. Salmons, früherem
Herausgeber des „Philadelphia Jndicators,"
redigirt werden.
Spiegel, Bilder, Rahmen, Statuetten,
Rippsachrn aller Art in endloser Auswahl
zu de« billigsten Preisen zn haben in Wil
helm Eckhardt s ttunsthandlnng, Nr. 345,
Weft-Baltimorestratze. (246,n.j.5-)
Unfall. Thomas Clogher vom Schoo
ner „A. Bunling" stürzte gestern bei'm Aus
laden des Cargos in den Laderaum und brach
das Schlüsselbein. Der Verletzte ward nach
dem „St. Joseph's Hospital" gebracht, wo
er von dem Arzte des „Marine-Hospiials"
behandelt werden wird.
Ein bedauerlicher Unfall, der
leicht von schlimmen Folgen hätte begleitet
sein können, trug sich gestern Vormittng ge
gen Uhr in Hrn. Geo. Banernschmidt'S
Brauerei an Belair-Avenne zu. Hr. Georg
Bauernschmidt läßt bekanntlich eine neue
Brauerei errichten, die eine der schönsten und
best eingerichteten ihrer Art zu werden ver
spricht. Während nun gestern eine Anzahl
Arbeiter an einem Krahne beschäftigt war
und Hrn. Bauernschmidt's 21 Jahre alter
Sohn Fritz hülsreiche Hand leistete, stürzte
plötzlich der Flaschenzug, dessen Seil den
Händen eines Arbeiters entglitt, herab und
traf Hrn. Banernsch.uidt, jun., hart am
Kopfe. Die Verletzungen find zwar recht
schmerzhafte, aber nicht gefährliche, und ist bei
der kräftigen Constitution des Patienten wohl
gewiß auf eine recht baldige Genesung zu
hoffen.
Gestorbe n.—Hr. William H. Howell,
welcher feit 16 Jahren die Stellung eines
Clerks im Postamte bekleidete, erlag gestern
Morgen 6 Uhr in seiner Wohnung, Nr. 111,
Ost Fayettestraße, dem Nervenfieber. Erst
seit einer Woche an das Krankenlager gefes
selt, kam sein Dahinscheiden Allen unerwar
tet. Der Verstorbene stand im 50. Lebens
jahre und hatte es durch Treue und Eifer,
mit denen er verschiedene Vertrauensposten
und öffentliche Aemier bekleidete, verstanden,
sich einen großen Kreis von Freunden und
Bekannten, die jetzt sein Ableben tief betrau
ern, zu erwerben. Nach mehrjähriger Thä
tigkeit als Hülsslestamentsßegistrator erhielt
er eine Stellung bei der „Harnden Expreß-
Compagnie," und als diese sich auflöste von
dem bereits verstorbenen Postmeister General
A. W. Dennison am 1. Juni IBKS das Amt
eines Clerks. Die Nachfolger des Hrn. Den
nison schätzten in ihm einen dienstbeflissenen
Beamten, uud das Publikum wußte seiu alle
zeit freundliches und liebenswürdiges Be
nehmen, wie die häufigen Nachfragennach
seinem Befinden während seiner kurzen Krank
heit bewiesen, wohl anzuerkennen. Postmei
ster Adreon und die Collegen des Verbliche
nen, unter ihnen besonders Hr. George W.
Johnson, der während der ganzen Dauer sei
ner Anstellung mit ihm zusammen arbeitete,
sind durch den betroffenen Verlust schmerzlich
berührt worden. Hr. Powell gehörte dem
nnabh. Orden der „Odd Fellows," dem
„American Order os United Workmen" und
der „Relief Association" des Postamtes an,
welche drei Gesellschaften sämmtlich in ihm
eines ihrer thätigsten und eifrigsten Mitglie
der verlieren.
Hr. Peter Smith, ein bekannter Bür
ger der Altstadt und Buchhalter der Firma
Lord 6: Robinson, starb gestern Vormittag in
seiner Wohnung Nr. 182, Nord-Fron!straße.
War nicht so schlimm. Coroner
Rutledge nahm gestern eine Untersuchung der
Leiche deS vorgestern verstorbenen W. H.
Waldron, welcher angeblich am i. März im
„Marfhall-House" mit einem Sandsacke nie
dergeschlagen ward, vor und erklärte als das
Ergebniß derselben, daß Waldron eines na
türlichen Todes starb.
Das Leiche Ii begängniß der verlebten
Frau M. Elisabeth Rupp sand am 9. d. M.
unter Leitung des Pastors Bachmann von
der fünften reformirten St. Pauls - Kirche
vom Trauerhause Nr. 27, Bnrke-Straße, in
Canton aus aus dem Friedhofe der genann
ten Kirchengemeinde statt.
Anzüge sür Coustrmande».
Tuche, Diagonal«, Tricots u. s. w.
C. N. O e h m H S o h n,
Nr.S3O, West-Pratt-, u. Nr. 55, Hanoverstr.
(Rarj7.1V,2,4,7,v,21>
Entscheidungen des AppellationS
gerichts.
Tas Appellationsgericht gab gestern fol
gende Entscheidungen ab: I» der Appella
tion von Trensch gegen Karoline Kamkc, einer
Klage, durch eine verheirathete Frau ohne
Nennung ihres Gatten angestrengt, für Er
fatz von Schaden, den sie durch den Einsturz
des Treufch'scheii Lagerhauses erlitten. Da»
Gericht sagt in der Entscheidung:
„Die Gesetze des Staates m Bezug aus
Gatte und Gattin sind sehr mangelhaft. In
manchen Fällen wird die Fran als kvmias
sole betrachtet, in anderen wieder nicht.
Die Absicht aller neueren Gesetzgebungen ist
die gewesen, die Rechte der Frauen, sowie
ihre Berantworilichkeit auszudehnen nnd sie
immer mehr auf den Standpunkt einer
tewme sole zu stellen. Doch hat die Legis
latur vorgezogen, in dieser Hinsicht Schritt
für Schritt vorzugehen, und wir glauben
nicht, die Autorität zu haben, schneller fort
zuschreiten, als diefer gesetzgebende Körper.
So ungern wir auch in Fällen, wie dem vor
liegenden, ein Verdikt umstoßen, das an
scheinend nach einem unparteiischen Prozesse
erlangt wurde, da aber das gemeine Recht
in solchen Fragen dem Gatten ein Interesse
verleiht, so können wir ihn ohne legislative
Autorität nicht dieses Rechtes entkleiden."
Verdikt umgestoßen, und ein neuer Pw'.eß
gewährt; beide Parteien haben ihre eigenen
Kosten zu zahlen."
Die Entscheidung in der Klage von Kenly
als Vertreter für Otto gegen die „kleinen
Armenschwestern von St. Joseph" wurde
vom Richter Stone abgegeben und war eine
Klage, zur Eintreibung eines Handwerkers
Psandanspruches an ein den „kleinen Armen
schwestern" gehöriges HauS angestrengt. Der
Kläger durch seinen Agenten befestigte an
dem Gebäude eine Bekanntmachung seines
Anspruches, an das „St. Marien-Mädchen
Waisen Asyl,"EigneroderangeblichenEigner
des Gebäudes, adressirt. Es erhellt nicht,
in welcher Verbindung die „kleinen Ar.nen
schwestern" mil dem Waisenhause standen.
Als der Agent die Bekanntmachung an dem
Gebäude anbrachte, klopfte er an der Haus
thüre an nnd zeigte einer an derselben er
scheinenden Schwester die Notiz. Der An
spruch ward für Materialien, die dem Archi
tekten und Bauunternehmer für einen Anbau
geliefert wurden, geltend gemacht. Das
Grundstück war Eigenthum der „kleinen Ar
wenschwestern," und ein Herr, Namens Han
son, unternahm es, ans reinem Wohlthätig
keiisgefühl und ohne Nachsuchen der Schwe
stern einen Anbau zu dem bereits vorhande
nen Gebände zu errichten. Er schloß mit
Hrn. Teal einen Central! sür den Ban ab,
nnd die Schwestern hatten mii der ganzen
Angelegenheit weiter Nichts zu thun, als dem
gütigen Geber zu danken. Um nun den Eig
ner 'in Fällen, wie den vorliegenden, ver
antwortlich zn machen, mnß ihm vor Ablauf
von 60 Tagen nach Lieferung des Materials
Nachricht gegeben, und der Anspruch sechs
Monate nach Lieferung des Materials ge
richtlich eingetragen werden. Die Notiz kann
nur dann an dem Gebäude angebracht wer
den, wenn der Eigner oder dessen Agent vom
County oder der Stadt abwesend sind, oder
wenn in Folge anderer Hindernisse die per
fbnliche Zustellung der Notiz nicht möglich ist.
Es ist kein Beweis dafür vorhanden, daß die
Schwester, welcher die Bekanntmachung ge
zeigt wurde, in irgend welcher Verbindung
mit den Eigenthümern stand. Verdilt be
stätigt mit Kosten.
In dem Falle von Abell gegen die „West
liche Maryländer Eisenbahn - Gefellschaft,"
Klage auf Entschädigung für den Tod des
Gatten der Klägerin, W. G. Abell'S, durch
die Eisenbahn, wird die Verantwortlichkeit
einer Eisenbahn-Gesellschaft für den Tod ei
nes Angestellten durch die Fahrlässigkeit sei
ner Collegen in Fr«ge gestellt. Abell war
ein Bremser, ward aber an einem Sonntag,
an welchem er dienstkrei war uud auf einen
Paß hin die Bshn benutzte, getödtet. Tas
Appellationsgericht entschied, daß Abell zur
Zeit, als er getödtel wurde, nicht ein Ange
stelller der Bahn, noch im Dienste derselben
thätig war. Er war deshalb zu allen Rech
ten gegen die Bahngesellschast berechtigt,
die jeder anderen Person zugestanden wer
den. Die Thalsache, daß der Getödtete auf
einen Paß reiste, würde die Bahn-Compagnie
von Berantworilichkeit befreien, hätte ein
Contralt nach welchem die Be
nutzung des Freipasses jeglichen Anspruch aus
Entschädigung ausschließt. Falls eine Bahn
Compagnie es unternimmt, einen Passagier
ohne solchen Spezial-Contrakt gratis zu ve
fördern, so ist dieser zu denselben Entschädig
gungen, als ob er das regelmäßige Fahrgeld
gezaylt, berechtigt. Berdikt umgestoßen und
neuer Prozeß
Das Lo c a l-O Pt io n-Ge s e tz von
Anne Arundel-Connty. Allge
mein ward vorgestern, wie bereits mikge
theilt, die Entscheidung des Appellationsge
richl« in der Klage des „Chesapeake-CluvS
von Annapotis" gegen den Staat Maryland,
in welcher die Gültigkeit, resp. Tragweite,
des Local-Options-Gesetzes von Anne Arun
del-Coun!y angefochten wird, erwartet; die
selbe ersolgte indessen nicht. Wie verlautet,
herrschen unter den 6 Richtern, welche über
den Fall zu entscheiden hatten, große Mei
nungsverschiedenheiten über die involvirteii
Fragen, und die Entscheidung ward verscho
ben. Der Gerichtshof war nicht gleichmäßig
getheilt, denn in diesem Falle würde das Er
kenntniß der unteren Instanz bestätigt wor
den sein, sondern die Ansichten über die ein
zelnen Punkte waren so grundverschieden,
daß keine Vereinbarung, die als solche des
Gerichtshofes hätte gelten können, herbei ge
sührt werden konnte. Die Richter, welche die
Argumente in dem Falle anhörten, waren
Alvey, Irving, Robinson, Stone.Bowen und
Aellott.
Der Fall ist sür die Bewohner von Anna
potis, wo zur Zeit Local-Option herrscht, sehr
interessant, zumal es die Rechte der Vereine
in Aunapolis, deren es mehr, denn 6 giebt,
Spirituosen in ihren Club-Räumlichkeiten zu
genießen, in Frage stellt. Die Weigerung
des Gerichtshofes, Beweise sür die Jncorpo
ration des Clubs zuzulassen, aus welchen
hervorgeht, daß der Club das Privilegium
des Spirituoiengebrauches in seinem Lokale
besitzt, bildete den Hauptgrund der Appella
tion. Die Strafe fnrUebertretnng des Pro
hibitionSgesetzeS besteht im ersten Uebertre
tungsfalle in einer Geldbuße und Gefängniß
haft. Eine weitere Frage ist die, wie die et
wa auferlegte Strafe in dem vorliegenden
Fall gegen den Club vollstreckt werden sollte,
besonders die Gesängnißstrase.
Verhöre verschoben. Frank Sul
livan und Charles Price, welche vorgestern
Abend vom Sergeanten Toner an der Har
risonstraße verhaftet wurden, während sie eine
Uhr verkaufen wollten, wurden gestern Vor
mittag dem Polizemchter Caschmeyer vorge
führt. Frl. Bella EvanS, an Fayettestraße
wohnhaft, ldentifizirte die Uhr als Eigenthum
des Michael Farrell. Wm. Campbell
Hamilton erhob gegen Snllivan die Anklage,
am 4. April 1884 ihm aus seinem Hause Nr.
187, Franklinstraße, Kleidungsstücke und Ju
welen im Werthe von §6O» gestohlen zu ha
den. Billy Gillen, welcher zur Zeit als
Theilnehmer an dem letzterwähnten Dieb
stahl verhastet wurde, sitzt jetzt seinen
Termin im Zuchthause ab. Sullivan, wel
cher verdächtig war, entkam und hielt sich län
gere Zeit von der Stadt fern. Auf Antrag
von W. H. Whyte, des Vertheidigers, ward
das Verhör auf den 18. März anberaumt
und die Beschuldigten nach dem Stadtge
fängniß gesandt.
Verschöbe n.—Das auf gestern angesetzte
Verhör in dem Habeas-Corpus-Gesuch des
Capitäiis George F. Jnsley vom Schooner
„Thomas Ellis," welcher wegen Uebertretung
des Austerngesetzes verhaftet worden, wurde
vom Richter Morris auf heute verschoben, da
er mit der Erledigung eines anderen Falles
beschäftigt war. Capt. Jnsley wurde bis da
hin auf Ehrenwort entlassen. Der General-
Staatsanwalt Roberts wird die Staatsfische
rei-Behör.e und die HH. Johnson 6-Johnson
den Angeklagten vertreten.
Eine schwere Strafe. Im Lrimi
nalgericht wurden gestern die wegen Spiri
tuosenverkaufs an Sonntagen im Wiederho
lungsfalle erhobenen Anklagen gegen Harry
Brooks, Nr. 415, West-BaUimorestraße, auf
gerufen. Hr. T. C. Ruddell war der ur
sprüngliche Vertheidiger, gestern erschien in
dessen Hr. Wm. M. Marine als solcher uud
beantragte eine Verschiebung des Falle«, da
er soeben erst als Vertheidiger engagirr wor
den sei. Richter Fisher wies den Antrag ab,
und Brooks bekannte sich sodann schuldig.
Das Unheil lautete auf §5O Geldbuße, Ver
lust der Licenz und zehn Tage Haft.
An der Arbeit. Die stadträthlichen
Comite'» für Mittel und Wege, Verkehrs
wege und Ansprüche hielten gestern Sit
zung. Das erstgenannte Comite beschäftigte
sich mit dem Büdget, das Comite für Ver
kehrswege zog die Anträge auf gußeiserne
Gossenplatten in Erwägung, und das letztge
nannte Comite prüfte verschiedene Ansprüche.
Erfolglose Schadenersatzklage.
Der Prozeß von James McCracken gegen
die „Odorleß-Excavating-Apparatus-Comp."
auf P 10,000 Schadenersatzgelder, welcher am
Mittwoch im Stadtgericht aufgenommen wur
de, resultirte in einem Verdikte zu Gunsten
der Verklagten. Der Prozeß ist einer von 40
gleichen, aus Grund einer Entscheidung des
BundeSkreiSgerichtS vom 9.Juni 1880 in einer
und derselben Klage wegen Verletzung eines
Patentrechts aus „Excavating Apparate" und
vollzogenenEigenthumsverkäufenangestrengt.
Das Ober-Bundesgericht stieß am 7. Januar
1884 die Entscheidung des Kreisgerichts nach
bereits vollstreckter Exekution um. Richter
Stewart schloß sich der Ansicht
gers, daß über die obwaltenden Streitfragen
schon zuvor in den Bundesgerichien, welche
competente Jurisdiktion hätten, entschieden
worden sei, an und instruirte Dem gemäß die
Geschworeneu. Der Fall kommt vor das
Appellationsgericht.
Aus de in Cri ini nal ge ri ch r.—Vor
Richter Fisher kam gestern der Prozeß von
Prinz von Süd-Balttmore gegen Jos. Wei
dermann zur Berhaudlung. Der Verklagte
wurde beschuldigt, Frau Karoline Prinz m
Süd-Highstraße im vergangenen Juni ein
angeblich ungesundes Pferd verkauft zn haben,
für welches er durch deren Gatten am 24.
Juni §124 ausgezahlt erhielt. Wenige Tage
darauf entdeckte ein von dem Kläger bedien
steter Fuhrmann, daß das Pferd mit einem
Schnlterfehler behaftet war. Aus dein Ber
höre erhellie, daß Hr. Prinz, noch ehe er den
vollen KoufpreiS zahlte, da» Pferd mehrere
Male einer Probefahrt unterwarf, und die
Vertheidigung machte gellend, daß der Rest
betrag der Summe auch erst am 3. Juli ge
zahlt wurde. Staatsanwalt Campbell be
antragte Niederschlagung des Prozesses, doch
gab die Jury ein auf nichlschuldig lautendes
Verdikt ab.
Der Farbige TheophiluS Howard wurde
gestern im Criminalgericht wegen der An
klage, Frl. Jenny Kiimer am Abend des 3.
März ein Handtäschchen im Werthe von 50
Cts. entrissen zu haben, prozessirt. Frl. ,'iil
mevsagte aus, daß sie in Begleitung mehre
rcr Freundinnen die Townsendstraße hinab
ging, als der Augeklagte in der Nähe von
Fremontstraße an sie herantrat und den Raub
vollführte. Sie sah Howard dann kurz nach
seiner Berhaftnng im Stationshause und
glaubte, in ihm auch den Tieb wieder zu er
kennen. Ihre damaligen Begleiterinnen
konnten ihn indeß nicht identifiziren. Da
Richter Fisher die Uebersührung einer Person
aus das Zeugniß eincr einzigen anderen hm
nicht sür raihsam erachtete, so wurde der Ge
fangene freigefprochen.
Entschädigung«-Klage gegen
eine Eiseubah ii.—lm Commou-PieaS-
Gerichte begannen gestern die Berhandluugeu
in der Klage von James Smith gegen die
„Philadelphia - Wilmington - Baltimorer Ei
senbahn" um §5OOO Schadenersatz. Smith
kaufte im vergangenen Mär; in Jersey-City
ein Billet nach Magnolia, Md., nnv wurde
in einen bald daraus abfahrenden Zug gewie
sen. Nachdem der Zug Philadelphia verlas
sen, theilte der Condiikleur dem Smith mil,
daß er nicht in Magnolia kalten werde, son
dern den Passagier in Edgewood absetzen
müsse. Trotz des Protestes Smith's gefchah
es, wie der Condnkteur gesagt, und Smilh
mußte während eines schweren Schneesturmes
von Edgewood nach Magnolia zu Fuß gehen,
erlitt dabei eine schwere Erkältung und wur
de Wochen lang ans'sKrankenlager geworfen.
Tie Berklagte behauptete, daß der Ageut zu
Jersey-City keine Autorität gehabt, ein Billet
nach Magnolia zu verkaufen, doch ward dieser
Einwand vom Richter Duffy abgewiesen. Ter
Prozeß wird Momag fortgesetzt.
Eine ausgewärmte Geschichte.
Im Stadtgerichte begannen gestern die
Verhandlungen in der Klage von JameS E.
Sweating gegen Lea I. Padgert wegen Ver
leumdung. Die Klage entsprang einem Streite,
welcher vor zweiJahrey.zwischen dem Kläger
und der Verklagten, Welche Beide in den ver
schiedenen Märkten Fische verlaufen, ausbrach
und damals das Tagesgespräch bildete. Frau
Padgett soll den Kläger öffentlich im Betair-
Mar'lte einen Lügner genannt nnd ihn deS
Meineides beschuldigt haben. Verschiedene
Zeugen wurden vernommen, und dann die
Verhandlungen auf Montag verschoben. Die
HH. Hamilton K Clark vertreten de» Kläger
und Francis F. Stevens die Verklagte.
Wikk geschieden sei». Eliza A.
Fitchett reichte gestern im wtadtkreiSgerichte
gegen ihren Galten Dixon Fitchett eineSchei
dungsklage ein.
Geschieden. Richter Brown unter
zeichnete gestern ein Dekret, durch welches
Elisabeth I. Billmeyer von ihrem Gatten
Daniel F. Billmeyer geschieden wird. Der
Angeklagte wird angehalten, der Klägerin
Alimente von monatlich §l3 zu zahlen, und
der Letzleren wird die Obhut über das der
Ehe entsprungene Kind zugesprochen, sowie
das Recht ertheilt, ihren Mädchennamen, Eli
sabeth I. Foos, wieder anzunehmen. —Die
Scheidungsklage von Sarah C. Farlan gegen
Wm. Farlan ward vom Ricyter Brown, nach
dem er den Familienarzt in Bezug auf die
von der Klägerin gegen den Verklagten erho
bene Anschuldigung dcr Truuisuchl consullirt
hatte, abgewiesen.
Achtzehn Monate Haft erhielt ge
stern der Negcr Gco. Jean, alias „Spanish
Joe," zndiklirt, welcher sich im Criminalge
richte des Diebstahls eines UeberzieherS, Ei
genihnm des Dr. I. W. Chambers, schuldig
vckanntc.
Wandern in's G e s ä u g n i B.—Die
Neger John H. Clayton, alias Ctabe White,
und Franl Patterson wurden gestern Mor
aen wegen versuchten Einbruchs in den Ta
öackck- und Cigarrenladen des Hrn. L. H.
Neudecker, Nr. 4S uud 51, Centre Market-
Space, vom Richter Caschmeyer nach stattge
habtem Vorverhöre sür das criminalgericht
liche Verfahren committirt. Der Vorfall er
eignete sich bekanntlich vorgestern Abend kurz
nach S Uhr. Capt. Lannan vom mittleren
Distrikte erhielt noch rechtzeiiig davon Kunde
und entsandte sofort Sergeanr Toner mit den
Polizisten Millo nnd Morgan, um die Fest
nähme der Spitzbuben zu bewerkstelligen.
Ihre Annäherung wurde freilich von einem
der Langfinger bemerkt, allein die Diener der
hl. Hermandad waren zn schnell, als daß
ihnen ihr Entkommen hätte genügn können.
Clayton wurde noch im Hofraume erwischt,
während sein Complice erst von dem Dache
eines angrenzenden Hintergebäudes, aus wel
ches er sich geflüchtet hatte, herabgeholt wer
den mußte. Beide Angeklagte gestanden das
ihnen zur Last gelegte Vergehen zu.
Vor Bund es»Commissär Rogers
erschienen gestern John D. Laird, Alsred
Laird und Alex. Laird, Capitäue von Austern
schiffen, um sich gegen die Anklage, ihre
Mannschaften mißhandelt zu haben, zu ver
antworten. Das Verhör ward anf Montag
Mittag anberaumt, und die Angeklagten ge
gen Bürgschaft bis dahin entlassen.
Jncorporirt ward gestern der „Char
coal-Clnb von Baltimore" von John W.Mc
Coy, Norvel H. Buiey, F. C. Slinglnff, S.
Wclsh, A. I. H. Way, Adalbert I. Volk,
Thomas I. Shryock, James Randolph nnd
Joseph E. Sperry. Der Zweck des Vereins
ist die Pflege der Kunst. Ferner ward in
corporirt die „Ahevas - Achim - Gemeinde"
durch B. I. Livingston, Beuel Sheresensky,
Mendez Fine, Abraham I. Epstein und L.
Ratner.
Ein Wütherich.—Ein junger Mann,
Namens E. Z. Shevcll, welcher vor etwa
sechs Monaten seine Frau verließ, kam gestern
früh unerwartet nach der Wohnung der Letz
tereu an Pennsylvania Avenue, nahe Baker,
straße, und verlangte das derEhe entsprungene
Kind. Als die Frau sich weigerte, dem Ber
langen nachzukommen, griff sie der Wüthende
an und versuchte, sie mit einem Rasirmesser
zu verwunden. Freunde legten sich in's
Mittel, und ihnen gelang es, die Frau von
der ihr drohenden Gesahr zu retten. Shevell,
welcher sich während des Ringens selbst am
Arme verwundete, ward arretirt und vom
Polizeirichter Fitzhugh dem Gerichtsversahreil
überwiesen.
Der Uhrendic b.—Der Farbige Ben
jamin F. Jackson, welcher Thomas A. Kir
wan aus Harper's Ferry, Birg., am 4. Mär;
in Washington eine goldene Uhr im Werthe
von §2OO gestohlen haben soll, bestand gestern
vor Polizeirichter Caschmeyer ein Verhör.
Das Belastungsmaterial war hinreichend,
den Beklagten zum Criminalprozeß beizu
steckcn.
Polizeiliches.-- August Leo und He
lene Ncwman, welche Beide in Nr. 145, Low
siraße, wohnen, hatten gestern eine Schläge
rei. Sie ließen sich gegenseitig wegen thät
lichen Angriffs verhaften und wurden Beide
vom Richter Caschmeyer zum Criminalprozeß
sesigehaltcn.
Die Farbigen Morris Taylor und
ard Collins, welche angeschuldigt sind, ihren
Rassengenossen George Lane iii mörderischer
Absicht mit einem Rasirmesser angegriffen und
geschnitten zu haben, hatten sich gestern vor
Richter Caschmeyer zu verantworten. Collins
wurde freigelassen, Taylor jedoch zum Cri
minalprozeß eingesperrt.
Als allgemein Verdächtiger wurdeChas.
Price festgenommen und in die mittlere Sta
tion eingesperrt. Die Verhandlung gegen
ihn ist aus den 18. März, Morgens 11 Uhr,
anberaumt.
Mary Shannon wurde als Vagabun
din verhaftet und vom Richter Caschmeyer auf
vier Monate nach dem „Bayview- Asyl" ge
schickt.
Dommick Zelenka, der Restaurateur an
der Ecke der Chew- und Bondstraße, wurde
am Montag voriger Woche von Andr. Con
rad, welchen er als betrunkenen Ruhestörer
aus seinem Lokal entfernen wollte, derart in
die Weiche getreten, daß er schwer krank dar
nieder liegt. Conrad befindet sich in Polizei-
Gewahrsam.
Vermischte s.—Gestern Morgen wurde
gemeldet, daß vorgestern Nacht gegen 10 Uhr
in einem Hintergebäude der »St. Josephs-
Akademie" ein Feuer entdeckt wurde. Die
Jn'assen löschten dasselbe, ohne daß ein Alarm
nöthig war. Verlust unerheblich.
Werthvoller G r u n d e i g e n
thumsverkauf.— Das am Curroto
mon-Flnsse, einem Arme des Rappahannock,
gelegene frühere Grundstück des Hrn. W. D.
Hall zu Millinbeck erstand kürzlich durch Sc
quester-Perkaus Hr. Bailey um die summe
von §lO,OOO. Dasselbe besteht aus 1000
Ackern Land, einem Hotel, einer Sägemühle
und mehreren Austernwerften.
Cousinuaudr«-Auzuyk jeder Größe und
Qualität.
C. N. Oeh m K Soh n.
Nr. SSV, West-Pratt-, u. Nr. 55. Hanoverstr.
Straßenrand und kein Ende.—
Ziachdem wir erst kürzlich mehrere Rauba»
fälle berichtet, wurde vorgestern Abend schon
wieder eine junge Dame, Frl. Rate Mc-
Govern, von dem Farbigen Wm. Thomas
in Hossman-, nahe Ettingiiraße, angegriffen
und ihr ein Handtäschchen. welches Baar
geld enthielt, entrissen. Die Frechheit, uiit
welcher der schwarte Schurke zn Werke ging,
übersteigt beinahe Alles in diesem Genre Da
gewesene. Frl. McGovern besand sich au?
dem Wege nach ihrer Wohnung an West
Hofsman-Straße: es war erst gegen 7 Uhr
Abends, und die Straße trotz der vorgerück
ten Stunde doch recht belebt. Thomas schien
Die? indessen wenig zu kümmern; noch bevor
die junge Dame einen Verdacht zu schöpsen
vermochte, hatte er sich trotz ihre» Widerstan
des ihres Täschchens bemächtigt und rannte
mit seinem Raube davon. Mehrere Herren
! rcriuchlen, von den Schreckensrufen der Be
raubten herbeigelockt, den Dieb zu fangen,
allein vergeblich. Anf eine über den kühnen
Rauber gegebene Beschreibung hin wurde
indeß Thomas vom Sergeanten Scott fest
genommen und, nachdem er von Frl. Mc-
Govern identifizirt worden und gestern ein
Verhör zu bestehen gehabt, dem criminalge
richtiicheu Berfahren überantwortet.
Des Mordangriffs angeklagt.
Ter Neger Lonis Grimmell stand gestcrn
unier der Anklage, den Neger James A.
Miller mit der Absicht, ihn zn iödten, in die
Wange geschossen zu haben, vor dem Crimi
nalgericht. Miller bezeugte, daß er einer Bet-
Versammlung in der Orchardstraßen Kirche
beiwohnte, nnd daß Grimmell, welcher den
Gottesdienst störte, ausgewiesen wurde. AIS
Zeuge nach Hanse ging, näherte sich ihm an
der Ecke der Hoffmanstraße uud Druidhill
Avenue Grimmell und schoß ihn iu die Wan
ge. Die Verhandlungen wurden bis heute
verschoben, um wettere Zeuge» vorzuladen.
Stecherei auf einem Dampf
biz o t.—Mit blutenden Händen und zu Tode
erfchöpft wurde heute Morgen um 42 Uhr ein
junger Bootarbeiter von mehreren Polizisten
in das mittlere StaiiouShans geführt oder
vielmehr geschleppt. Er gab seinen Namen
als Joseph McKill an und theilte mit, er sei
aus einem Tampsboot im Streite gestochen
worden.
Das betreffende Boot war kurz zuvor hier
angelangt, und der Gestochene nebst seinem
Gegner wurden zunächst nach der südlichen
Polizeistation gebracht, wo man Letzteren ein
sperrte. McÄill wurde, nachdem man im
mittleren StatiouShause seinen Namen ein
getragen, sofort nach dem „Stadt-Hospital"
übergcsührt. Weitere Einzclnheiten waren
bis zum Schluß unseres Blattes nicht mehr
zu erlangen. McKill selbst war zu schwach,
um einem längeren Verhör unterworfen wer
den zn können.
Frecher Ueberfal l.—Wegen angeb
lichen Angriffs auf Hrn. John H. Collins in
Nr. 218, Ost-Monumentstraße, wurde ge
stcrn Morgen der Farbige Louis Johnfon
verhaftet und vom Polizemchter Robfon zu
einem weiteren Verhöre sestgehalten. Sein
Rasscngenosse Henry Foster war unter dersel
ben Anklage bereits Abends zuvor festgeuom
men. Die beiden Verhaftungen wurden auf
Veranlassung von Fran Collins vorgcnom
men. Sie theilte mit, daß vergangenen
Montag Abend die Angeklagten in ihrer Ab
wefenheit das Haus betraten, ihren Gatten,
der sich bereits zur Ruhe begeben, aus dem
Bette gezerrt, geschlagen uud getreten hätten,
so daß'sie ihn vei ihrer Heimlehr bliilbedecki
aus dem Boden liegend fand. Es mußte so
fori ärztlicher Beistand herbeigermen werden,
und trotz aller Pflege liegt der Verwundete
noch in kritischer Lage darnieder. Wii Frau
CollinS bestimmt behauptet, sei der Au
griff auf Anstiftung eines gewissen Joh. Gee
lach, der vor Kurzem mit seiner Familie die
Parlerrewohnung inue hatte, dieselbe aber
uach erfolgter Kündigung SeilenS Hrn. Col
linS' wegen anstößigen Betragens verlassen
mußte, geschehen. Auch sagte sie ans, daß
sie die beiden Farbigen schon öfter in sehr
verdachtiger Weise das HanS habe umschlei
chcn sehen.
Auftauchen eines Erben. Bor
Jahresfrist etwa wurde bekanntlich die be
tagte Frau Cclia Bush in der Nähe vou Wil
liamsburg, Dorchester Counly, Md., von dem
Farbigen „Bnck" Cephas, der dann sein Ver
brechen am Galgen büßen mußte, in brutaler
Weise ermordet. Die Nachforschungen des
Gerichts nach den Erben der etwa §2OOO be
tragendenHinterlasseiischaft waren vergeblich,
und schon begann man an der Existenz solcher
überhaupt zu zweifeln. Bor einigen Tagen
ist nun ein Herr W. W. Dean ans McKees
Port, Allegheny Connty. Penns., mitAmprü
chcn ans die Erbschaft aufgetreten, indem er
ein Neffe der Ermordeten zn fein vorgab.
Cr war früher in der Nachbarschaft ansässig,
aber schon vor 40 Jahren von dort verzogen.
Da an der Zuverlässigkeit von Dean's Aus
sagen nicht zu zweifeln, so ward ihm der Be
sitz seiner Tante übertragen, und der StaatS-
Anwalt überlieferte ihm anch das Messer,
mit welchem Cephas der Aermsten die Kehle
durchschnitt, mehrere Stücke Seise nnd ver
schiedene andere Gegenstände, welche als Be
weismillel bei der Uebersührnng deS Schur,
ken dienlen.
Ein zweiter Ballschlag-Clnb
in Bal Ii mor e. Trotz der Weigerung
deö Hrn. Barnie von dem „American Asso
ciatioii'Club," seine Zustimmung dazu zu ge
ben, hat die „Eastern League" iu ihrer vor
gestrigen Sitzung in Philadelphia befchlosse»,
in Baltimore an Stelle des eingegangenen
„Monumcittal ClubS" einen neuen Leagne
Club ;u gründen, welcher jedenfalls von Dr.
Gco. W. Mafsamore, der der Versammlung
beiwohnte, geleitet werden wird. Ob das
neue Unternehmen mehr Gluck haben wird,
wie sein Borgänger, bleibt abzuwarten.
Die „Tanten deS Unkel Bräsig
Vereins" hielten gestern Abend unter
Vorsitz vou Frau Christian Vonderhorst in
deren Hause, Nr. 5, Southstraße, und Pro
tokollführung von Frau Aug. Bunneke eine
Exlra-Bersammlung ab, welche zahlreich be
sucht war. Das Arrangements-Comite sür
das am nächsten Freitage in der „Germania
Männerchor Halle" stattfindende Tanzkränz
chen berichtete, daß die Borbereitungen anf
das Sorgsamste getroffen nnd ein in jeder
Beziehung verguüguugSreicher Abeud zn er
warten stehe. Nachdem sodann noch mehrere
neue Mitglieder in Borschlag gebracht wor
den waren, erfolgte Bertagnng.
Der Conföderirte „Bazar."
DaS Exekutiv - Comite des Conföderirten
„BazarS" trat gestern Nachmittag zn einer
Sitzung zusammen und nahm verschiedene
Comite Berichte entgegen. Das Saal Co
mite berichtete, daß es die Anzahl der Tische
aus 21 festgesetzt, was gutgeheißen wurde.
Tas ans Col. Zollmeyer öc Karl Lentbecher
bestehende Musik-Comite berichtete, daß es
das Musikcorps des 5. Regiments engagirt
habe, sowie, daß das Orchester des „House
os Resugev seine Dienste gratis zur Verfü
gung gestellt habe. Der „Bazar" wird ohne
Zweifel ein sehr erfreuliches Refultai erzielen,
da sämmtliche Comite'n energisch in der har
monischsten Weise zusammenwirken.
Die gesetzliche Miliz-Parade.
Col. Wm. H. Love, Col. B. A. Ulmann,
Col. T. F. Lang, Major F. W. isimon und
mehrere andere Herren statteten kürzlich Gon
verneur MeLane und General Adjutant How
ard zu AnnapoliS einen Besuch ab und er
suchten darum, daß die gesetzliche Parade der
Staaismiliz am 7. Mai ds. Js. zugleich mit
der Jahres-Rennion der „Gesellschaft der
Potomac-Armee" stattfinden möge. Gouv.
McLane bewilligte diese Bitte, und so wer
den denn die verschiedenen Compagnie'n, so
weit die sür Milizzwecke ausgesetzten Bewil
ligungen ausreichen dürften, binnen Kurzem
die nöthigen Instruktionen erhalten.
Berbefferungen amSecretary.
Creek. Die „Choptank-Dampfer-Comp."
wird zur leichteren Abwickelung ihrer ste.ig
wachsenden Geschäfte und Bequemlichkeit der
Passagiere in allerkürzester Frist entsprechende
bauliche Beränderungen an ihren Werften
am Secretary-Creek vornehmen und unter
Anderen auch ein mit allen Aecommodationen
versehenes Wartezimmer und in der Stadt
ein neues Hotel errichten lassen. Das Au
stern-Einmache Etablissement der HH. Kraft
K Comp, daselbst ist wieder iu voller Thätig
keit, und der Schraubendampfer „Tred Avon"
nahm auf seiner jüngsten Fahrt etwa 30 Böh
men als Arbeiter für dasselbe mit.
Fast erstickt, ward gestern vom Polizi
sten Carey am Fuße der Ridgelystraße ein
Mann ansgesundcn, welcher in emem Kalk
osen Nachtquartier gesucht hatte. Der Be
wußtlose ward nach dem „Maryländer Uni
versitäls-Hospitale" gebracht und dort ärztli
cher Behandlung unterstellt.
Brand. Der Alarm vom Kasten Nr.
52, welcher gestern Abend gegen 8 Uhr er
schallte, ward durch einen unbedeutenden
Brand in dem zweiten Stockwerke des Hauses
Nr. 56, Conwaystraße, von Markus Riese
bewohnt und von Edwm Hoffmann geeignet,
veranlaßt. Ter Berlnst belänst sich aus un
gefähr §25.
Fahrplan-Veränderung. Die
„Pennsylvania-Bahn" meldete folgendeFahr
plan-Veränderungen, die am 15. März in
Kraft treten: der Zug, welcher jetzt um 35
Minuten nach Mitternacht von hier nach
New - Nork abgeht, wird dann 35 Minuten
nach 1 Uhr vom Union-Depot abfahren; der
Zug, welcher den Calvertstraßen-Bahnhof um
55 Minuten nach 3 Uhr und vom Union-De
pot um 10 Minuten nach 4 Uhr Morgens nach
Washington abfährt, verläßt den Calvertstra
ßen - Bahnhof 50 Minuten nach 3 Uhr und
Union-Station 5 Minuten Morgens.
Wir beanspruchen sür Dr. Bull'S „Hustei»-
Syrup" keine magischen Wunderkräfte, Das
jedoch behaupten wir, daß er als Huftenmil
iel unübertrefflich dasteht. Preis fünsund
zwanzig Cents. (6S)
Da» Wetter war gestern Nicht» weni
ger, wie sreundlich. Schnee und Regen wech
sellcn mileinander ab; der naßkalte Fug
boden verleidete den Ausenthalt im Freien,
i-iid deßbalb waren die Straßen auch aus
fallend leer. Tas Thermometer verstieg sich
nicht viel über 30 Grad und fiel gegen Abend
t anf 24 Gr. Für heute wird uns tlareS Wet
, ter mit etwas höherer Temperatur offiziell
in Aussicht gestellt, wozu wir wohl von
s StaalSwegen noch zufügen dürfen: „und
fchmutzige Straßen."
Es ist noch nicht so weit. llnzah
lige Applikanten sür die durch den Stadtrath
creirten 21 neuen Stellen als permanente
Fcuerleute belagern das Büreau der Feuer-
Tommissäre. Da jedoch Mayor Latrove die
betreffende Ordonnain noch nicht unterzeich
net hat, so heißt es, sich noch eine Weile ge
dulden.
, Einen GotteSiegen naiMe vor Kurzem ein
> altes Mütterchen Dr. Bull'S „Husten - Sy
' rup." Gibt es ein passenderes, schöneres
Piäoikat si.r dieses unübertreffliche Heilmil
te'.?
(SeriaitS-VcrftanvlttNgttt.
Kriminal-Gericht. —(Bor Richter
Fisher.) Folgende Prozesse wurden verhan
' delt: Jofeph, Weidermann, betrügerische An
gaben, freigesprochen. Harry Brools (drei
Fälle), Spirituosen Verkauf am
zweite Anklage, in einem Falle 10 Tage Ge- ,
fängniß. §5O Strafe nebst kosten und Licenz- I
Entziehung, die beiden anderen wurden nie
dergeschlagen. Patrick Campbell, ditto, scei ,
gesprochen. Otto Müller, Chs. Riese, ditto,
niedergeschlagen. Robert MyerS, Vaqabnn
diren, 6 Monate Gefängniß. Neger George
Jean, alias Spanish Joe, Diebstahl, 18 Mo
nate Gefängniß. Theoph. Howard, Raub,
' nicht schuldig. Für hente stehen ans der Re
aistraiide: Theod. Price, Jamcs Hoxen, Jos.
. Dragcß, Anna Slocnm, Geo. Myers, Harry
e Farrell, John McClain, Angriff. Wm. A.
, H. Jones, betrügerische Angaben. L. Grin
, nclle, Mordangrifs.
c Waisengericht. (Bor den Richtern
l Lindsay, Carroll nnd Gans.) In nachstehen
i den Hinterlassenschaften wurden folgende
l Schritte gethan: Elesabeth Hubbard/Jih.
B. Bauer, Jnventare eingere.cht. Anguste
r A. Waltzell, Mary Caley. Aunie McCnb
l bin, - Beuchte genehmigt,
i Mary Ealey, Bcrkanf geb.lliat. Zur Ver
waltnng dcS 'Nachlasses von Barnet Bond,
i Benj. Wilson, Dr. Felir McM.lnuS erhiel
ten resp. Jas. Bond von T., John W. Wil
son und die „Sasety Deposit K Trnst-Co."
gerichtliche Vollmacht,
r Kreisgerich t.— (Vor Richter Brown.)
, Elisabeth I. Billmeher gegen Dan. F. 8.1 -
- meyer; Ehescheidungs Dekret erlassen und
Klägerin permanente Alimente von jährlich
§156, beginnend am 18. Februar 1885, so
wie die Obhut ihres Kindes zugesprochen.
" Sarah C. Farland gegen Wm. Farland,
Klage aus Scheidung; zurückgewiesen.
" S i a d t g e ri ch t. (Vor Richter Stew-
art.) Jane E. Sweeting gegen Lea I. und
" Wm. H. Padgett, Schadenersatz-Klage we
gen Verleumdung; unbeendet. Für heute:
der anhängige Prozeß und Nrn. 118, 171,
s 180, 197, 70, 104, 147, 151 und 161 der
Prozeß-Registralion.
! Bun d e S - Kre isg e ri ch t. (Vor
Richter Morris.) Hermann Brun gegen
' 3131 Fässer raff. Petroleums nnd Meißer,
' Ackermann K Co. ans New-?)ork gegen die
' Brigg „Gazelle," zuvor berichtet; unter Be-
rathnng.
Sn p e rior -Ge r i ch t. (Bor Richter
' PhelpS.) Brydon gegen die „Baltimore-
L lno-Bahn Compagnie," zuvor berichtet;
unbeendet. Heute kommen lediglich Fälle
ohne Jnry znr Verhandlung.
Com in on Pleas Gericht. (Bor
Richter Tufsy.) Jakob H. Forney gegen G.
T. Hodges, zuvor berichtet; den Geschwore
nen übergeben. James Sinilh gegen Phil.
Wilmier und die „Baltimore Lh.o Bahn
Compagnie," Schadenersatz-Klage; nnter
Veihandlnng. Ter Staat Maryland als
Vertreter von Maggie Harris gegen das
<>s I-'i ic;" der Klägerin wur
r de ihr Kind Mary zugesprochen.
„St. Jakob'S Oel," der große Schmer
zensbcsrcicr, heilt sicher alle Schnitt- und an
dere Wunden. Fünfzig Cents die Flasche.
r Tret Tyrolcr-lsonzerte in der„Me
z chanicS' Halle."
Soeben ist ein vorzügliches Tyroler - Trio,
, die HH. Turstmüller, Rausch nnd Beizer,
r direkt von den heimathlichen Bergen hier ein
i getroffen und von Hrn. Georg Liedlich, dem
Verwalter der „MechauicS' Halle," Nr. ISZ,
West Fayettestraße, eugagirt worden. Ihre
r Leistungen sollen Alles, was das Publikum
bisher in Baltimore in diesem Genre gehört,
, übertreffen. Tie drei Herren excelliren als
Sänger, Zither und Violin Spieler. Hr.
Liedlich erhebt kein Entree. Ihre dritte Vor
- slellung findet heute stall.
In Ga rd n er' S H o t el, Nr. 8
nnd 10, Süd Highstraße, wird heute Abend
Franziskaner-Bier verzapft.
Ter „L ie de rkra n z" giebt mor ,
' gei! in der „C? n? crd ia"d ie dritte
57. Ii jik a li s iye Aoiree Saison. !
Sk? Der „inlisi l a l is ch dramati- !
, sche Familien-Club" gibt morgen
Nachmittag im „Darley -Parke" an der
Harsord Read wieder eine Theater Vorstel
lung unter Hrn. L. Holfclder's Regie. Ge
geben wird „der verkaufte Schlaf" oder „drei
Tropfen Herzblut,"ein fnnfaltiges romantisch
komisches Mährchen mit Gesang. Nachmit
lags nm 2 und um 3 Uhr gehen Wagen vom
j „Broadway Institute" nach dem „Darley-
Parle" ab.
Hr. Benjamin Bornheim eröffnet
Montag, 16. März, in Nr. 165, Penn
sylvania - A v e n n e, ein Wirthschaft»
Lokal, das er mit dem Besten ans dem Ersri>
schnngSgebiele ausstattet, auf welchem er bei
langjähriger Erfahrung ein Renommee sich
erworben, um d«s ihn seine Collegen mil
Recht beneiden. Die Eröffnung geschieht mit
einem ausgesucht eleganlen Lunsche.
»Großes Schwein" (großes
Glück) hat Hr. Friedrich Schm etzer
von Nr. 33, Nord - G ay st raß e, mit der
Entscheidung des AppellaiionS Gerichts Be
treffs der Pooltisch Licenz nicht eben gehabt.
Aber Montag läßt er trotzdem das größte
Schwein in Baltimore zur Feier dieses Ent
scheides schlachten und servirt eine delikate
Metzelsuppe mir Allem, was d'rum und d ran
hängt. Pooltisch - Besitzer, Poolspieler und
-Nichlspieler n. s. w. sind eingeladen.
HtV ' Das Tyroler Dreigestirn
Turstmüller, Rsvsch und Belzer gastirl mor
gen Nachmittag in Hrn. F. C. Zeller'S
„M a ryl andH a ll e," Südwest-Ecke der
Ballimorestraße und Calverlon-Road; es ist
Di.-S die letzle Gelegenheit, sich an den treff
lichen Gesängen uud Instrumental-Vorträgen
dieser ächten Söhne der Tyroler Berge er
freuen zu können, nnd sollte daher von jedem
Freunde genußreicher musikalischer Unterhal
tiiiig benutzt werden. Das Conzert beginnt
Punkt 2 Uhr. Entree wird nicht gefordert.
Zchtegel's „Orchestrion-Salle,"
Nr. S und S, Süd
tritt in n ä ch st er Wo ch e mit einem neuen
anziehenden Unlerhaltnngs - Programm vor
das Publikum. Hr. Heinrich Schlegel hat
die in Baltimore noch nicht anfgetre!ene musi
kalische Fam il i e Kro p p sür zwei Wochen
gewonnen. Dieselbe besteht außer dem Bater
aus siins Kindern im Alter von 6 bis 14 lah
ren nnd Hai in anderen Städten, wo sie sich
bisher hat hören lassen, große Triumphe ge
seierl. Sie bildet ein sörmtiches Orchester;
einzelne Mitglieder excelliren als Violin-,
Piccolo und Cornet Solisten, und auch im
Borirage komischer Gesangsstücke leistet sie
Treffliches. Jeden Abend gibt sie Coiizene.
Ter Einlritt kostet nur 10 Cents. Die Pansen
füllen die neuen Stücke des Orchestrions aus.
VN Ter „Arion" gibt Montag, den
23. März, in der „Concordi a" eine The
ater-Vorstellniig, an welche sich ein Kränzchen
anschließt. Für Erstere sind vorzügliche Kräfte
gewonnen. Es wird das prächtige L'Arronge -
fche vieraltige Lustspiel „Hasemann S Töchter"
ausgesührl.
SG" Der„W est-BaltimorerFrau
en-Kranken -Untestlltzungs-Ver
e i n Nr. I" giebt Montag, den 16. März,
in der „Germania-Männerchor-
Halle" seinen Mitgliedern und den Schaa
ren seiner Freunde und Gönner einen großen
Masken- und Civilball. Die Zusammensei.
zung des Anordnung« Comite's ist der Art,
daß jeder Ballgast ans einen höchst genußrei
chen Abend sich gefaßt machen darf. Das
Eittree ist aus nur 25 Cents normirt.
Mamleskllft
Wiederhergestellt.
A K. Zl«e?»».°»Z sisäthairistr,, New vorl.
L Den eLmigen Weg
vMann^rastvollständighenustellkN,^
Weiblichkeit! Etz«!
«ett»»g»-«»ler," 25,?
2SO Seit?» mit 27 iebenZtreuk« Ab-ü
M»dun-kn Wird ta T«iisch oder llazüsch
»ov 2S Lext» in Pest Stamx«,^
? ve«t»ct>e» iieil-Iniiiiut, II Oinivn pi»e«
vv»r Lrusciv»?. »ie« Vveil. V.
ftraje. B-Utiwou. Marylant.
Lokalberichte aus Washington.
» c« en freigesprochen - Selhstmord
»eciuch! auf «»-
derer «osten. «bschtedSbankkt» f»r die
deutschen pougreftmitglieder. - Polizei
liche«. - Allerlei.
Washington, 13. März.—lm Prozeß
gegen den Negcr JameS Queen, welcher sei
nen Bruder Benjamin am 27. Oktober vori
gen Jahrc« in Unionlown, Washington-Eo.,
erschoß, brachten die Geschworenen deS Cri
minalgericht? gestern Nachmittag den Wahr
spruch „nicht schuldig" ein. Die Zeugen-
Aussagen ergaben, daß Oueen auf einen An
dern, mit welchem er in Streit gerathen,
zielte, jedoch seinen Bruder tras.
Der Zt jährige deuische Photograph
Gustav Theilluhl, »velcher wegen Bedrohung
eines LandmanneS im Slalionshanse de? 2. -
Prezinlis eingesperrt worden war, nahm ge I
stein Mvrgen wie man vermuthet, in )
selbstmörderischer Absicht eine zn starke >
Dosts Bronikali zu sich. Dr. Leech leistete 5
dem Schwerkranken ärztlichen Beistand. Spä- t
ter wurde Theilluhl, in Freedman'S Hospital
gebracht.
Die Negerin Mary Johnson wurde un
ter der Aiischuldiguug, ihre» Säugling in ei
ncr Alley ausgesetzt zu haben, verhaftet. Den
Säugling baite man gestern Morgen gefun
den. Pölizeirichtcr Sucll überwies die un
j natürliche Mutter, ein Mädchen von nenn
, zehn Jahren, unter §.'>oo Bürgschaft den
I Großgeschworenen. Es ist Dies der erste
Fall linier dem neuen Kinderschny Gesetz.
. —lm Criminalgericht begann heute Mor-
I gen die Verhandlung gegen George McCau-
I ley, ChaS. Foulke, Henry Foulkc und Wm.
Molair, sämmilich snnge Bürschlcin, welche
beschuldigt sind, am 20. Januar in den Laden
von Andrcw Archer eingebrochen zn sein nnd
Eiscnwaaren im Belrage von §125, ans dem
selben enlwciidet zu habcn. Molair bekannte
sich schuldig uud wurde Staatszeuge.
Das CinanzipalionSfest der Neger wird
am 16. April stattfinden. Es sind bereit»
umfassende Vorbereitungen für dasselbe ge- >
lroffen.
Der Spiritnosenhändler William Mc-
Cullagh in New Hork verlor am 2. März in
einer Wirthschaft §4OO in Papiergeld. Ein
bis jetzt Unbekannter hob das Geldvündel aus
und theilte die Summe brüderlich mit seinem
Freunde Charles H. Ellis. Beide kamen
dann hierher zum JnaiigurationSfest. Am
Dienstag-Abend kehrte ElliS nach New ?)ork
zurück und wurs»: daselbst sosort verhastet.
Gestern Abend wurde im „Belvedere-
Hotel" den deutschen Mitgliedern des 48.
Kongresses ein Avschicdsbanketl vou eiuer
Anzahl deutscher Bürger gegeben. Die Ge
feierten waren der Achtb. P. B. Deuster und
der Achtb. R. Günther, Beide von WiScon
sin; der Achtb. W. H. Fiedler von New-Jer
sey konnte wegen UnwoylseinS nicht kommen
und enischuldigle sich schriftlich. Das Bankett
verlies seyr gemüthlich. Die HH. Günther,
Deuster, Simon Wots u. A. hielten Anspra
chen, die sehr beisällig ausgeuommcn wurden.
Gestern Abend gegen 8 Uhr verhaftete
der Polizist McMahon den Baufchreiner Io
feph Kelly, als derselbe gerade im Begriff
war, ans dem Garderobezimmervon „Ford'S
Opernhaus" eine Partie Kleider zu entwen
den. Im Polizeigencht erhielt Kelly heute
Morgen sechs Monate Gefängniß.
Heute starben hier zwei Personen, wel
che Beide das 100. Lebensjahr zurückgelegt.
Hr. Michael Callan.iu Irland geboren, ward
103 Jahre 7 Monate und 4 Tage, und die
in Virginien geborene Frau Jane Tilghmau
100 Jayre und 2 Mouaie alt.
Es beseitigt augenblicklich jeden Schmerz
nnd kostet nur süiisundzwanzig CentS die Fla
siye—wir meinen „Salvation-Oel." (63)
vermischtes aus der alte» Welt.
Zeit 216 Jahren besand sich das Amt
des Lehrers, Küsters und Organisten zu
Dinker uuwett Hamm uniinterlirochen
in der Familie Dahlhofs. Dieser Tage ist
nun verletzte Lehrer Dahlhofs in Din
ker gestorben. Er war ein ausgezeichneter
Organist.
In Bil Sbibnrg wurde am >2. Fe
bruar der katholische Psarrer Wintersberger
von Treidlkosen in die Frohnveste ein
geliefert. Derselbe ist mehrerer Verbrechen
gegen die Sittlichkeit, begangen an Mädchen
unter zwölf Jahren, veschnldigt.
In Straubing fand am 21. Febr.
die Hiurichlung des Raubmörders Meilinger
statt.
—InA 112 ch affen b nrg machten seit ei
niger Zeit mehrere maSlirte halbwüchsige
Jiingeil vor einem Hause allabendlich einen
heillosen Skandal. AIS ihnen Dies der
Bremser Morhard ini! dem Bemerken »lUer
fagle, daß im Hause Jemand krank sei, stieß
ihm ein Junge ein Messer in's Herz,
so daß er todt uinsiel. Morhard hinterläßt
sechs Kinder.
Eine Redeblume seltener Art er
regte in der letzten General Versammlung des
„deutschen «olonial-Bereins" große Heiter
keit. Den Antrag ans eine Beglückwünschung
»cs Reichskanzlers zu seinem 70. Geburis
tage N'otivir.e der Antragsteller mit folgen
I den kühnen Worten: „Meine Herren, Fürst
Bismarck hat uns nicht blos ei» geeintes V a
I terland gegeben, sondern er hat Deutsch
land auch zu einem Mutterlande 'ge
macht!"
Hirschselde in Sachsen ging
am 22. Februar ein Meteor nieder nnd schlug
auf das Schieferdach des Wagenbauers Ofser
niauii mil solcher Gewalt auf, daß die davon
getroffene Tafel zertrümmert wurde. Stücke
des Meteors bis zu einem halben Pfund im
Gewichte bat man am nächsten Morgen in
dem Offermann sehen Garien zerstreut ausge
funden. Ter Stein ist dunkelgrün, trägt
große Unebenheiten an sich, welche, durch ein
Vergrößerungsglas betrachtet, wie krystalli
sirte oder überglaste Felsengrotten mit tiefen
Schluchten und Borsprüngen aussehen. Der
Stein hat einen salpeterariigen Geschmack;
auch befinden sich noch ganz weiche Stellen
daran.
Eine recht kleinliche Polizeimaßregel
wirdanSWien berichtet: Im vorigen
hat die Polizei bekanntlich mehrere Wiener
Gesangvereine verständigt, daß eS den Fah.
nenjnlikern sorian untersagt sei, bei öffentli
chen Auszügen dss deulfche Schwert zu tra
gen. Auf einen diesbezüglichen RelurS ist
dieser Tage an den Sänger - Gauvorstand
Anton Weiß folgender Erlah der Statthallc
rei herabgelangt: „Die Statthalterei hat das
Gesuch der Gauverbände Wien's und der
Vororte vom 20. Dezember 1884 um Bewil
ligung zum Tragen eines deutschen Schwer
les Seitens der Fahnenjunker der dem Ver
bände ungehörigen Vereine bei sestlichen Ge
legenheiten mit Rücksicht aus die Bestimmung
des tz 14 des Gesetzes vom 25. November
1867, R.-G.-81. Nr. IS,, über das Ber
einsrecht nnd der KZ 3 nnd i> über das Ber
aminliingsrecht keine Folge gegeben."
Die Beiträge zu der nationalen
Ehrengabe für den Reichskanzler sollen be- ,
reits die Summe von 700,000 Mark über
steigen. Ter dem Reichskanzler am t. April
zu bringende Fackelzug soll uach der Absicht
des Ausschusses aus zwölf Gruppen bestehen.
Die Ordnung des ganzen Zuges wird in die
Hand vou Offizieren gelegt werden. Die
Spitze bilden die Studireuden, die übrigen
Corporatiouen loosen um ihre Slellung im
Zuge. Tie Kunstakademiker bereiten groß
anige Gruppen vor, auch hat man sich bereit»
der Mitwirkung von Mannschaften der Garde-
Cavallerie gesichert. Eine der geplanten
Gruppen, der Mittelpunkt der ganzen Dar
stellung, wird eine dem Reichskanzler darge
brachte allegorische Huldigung bilden. Die
Person, welche den Reichskanzler dabei dar
stellen soll und die eine geradezu frappante
Aehnlichkeil mit ihm besitzt, ist bereits gesun
den. Die Beleuchtung selbst wird eine ver
schiedenartige sein. Außer Fackeln werden
iioinenilich in der Nähe der Gruppen, der
kostbaren Fahnen und der sonstige» Embleme
bunte Lampions, GaSsackeln und elektrische
Glühlampen getragen werden.
—Bei Kelsterbach wurde ein Mädchen
im Aller von etwas über 20 Jahren und in
vollem Masken-Alnnge lodt aus dem Main
gezogen. Dem Anscheine nach konnte da»
Mädchen nur vor sehr kurzer Zeit m da»
Wasser gekommen sein, und man stellte des
halb Wiederbelebungsversuche an, jedoch ver
geblich. Die Kleidung der Leiche, wie auch
der Masken-Anzug und die Ringe an den
Fingern lassen aus eine den besseren Ständen
angehörige Person schließen. In der Kleid
tasche wurde ein Portemonnaie mit 6 Mark
vorgefunden. Heimath und Namen der
Selbstmörderin oder, wie später wahrscheinli
cher wurde, Ermordeten haben sich nicht fest
stellen lassen.
—ln Reichenberg wurde am 23. Fe
bruar ein Fremder verhaftet, welcher einen
Dienstmann beaustragt halte, auf ein auf den
Namen „Johann Ludwig Luft in Eibau"
lauiendeS Sparkassenbuch dort Geto zu ver
schaffen. Da am 21. Februar der Privatier
Luft in Eibau bei Zittau (Sachsen) ermordet
und beraubt worden, wurde der Berhastete
einem eingehenden Verhöre unterworsen.
Nach längerem Leugnen gestand er, den
Raubmord an Luft verübt zu haben. Das
geraubte Geld wurde theils bei dem Mörder,
tdeils bei dem Bahnhosporlier in Zittau, wo
er Effekten uud einen Betrag deponirt, vor
gesunden. Der Mörder heißt Ernst Gustay -
Grullich, ist aus Löbau gebürtig, 38 Ja.ke
alt, Sleinkliipfer von Profession, Vatvoon
vier Kindern. Er hatte Luft mil einemHam
mer Schläge auf das Hinterhaupt versetzt
und dann den Hals durchschnitten; Letzteres
wäre, wie er bei dem Verhöre anssigte, nicht
nothwendig gewesen, da schon di« Schläge
den Tod Lust s herbeiführen müßen.
Der LandschastSinaler Friedrich
Eugen Peiper« in Frankfurt a. M. ist am 17.
Februar gestorben. PeiperS w»; am lt.
November 1805 daselbst geboren und stand
somit m seinem 80. Lebensjahre.

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