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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, September 30, 1890, Image 4

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Per Deutsche Korrespondent.
Dienstag, 30. September tkwv.
Unterl,altnngs«Wegweiser.
Harri?' „Musik-Akqdcmic.»-Diese Woche
„Hollidaq - Straßen - Theater." Tieft
„Kelly s Fron!-Str.-Theater." Jeden
Adend dieser Wold? imd Tiensiaq, Freitag und
Schlegel's „Orchesirlon-Halle." Dieie
Woche jeden?lbend Konzert von i!. Kosfulh's Ungari-
Großer Freimaurer Bazar uud Karneval,
„Darley-Park."—Donnerstag. den 2. Ok
tober. Theater und Tanzkränzcben: „Tie Tochter der
Hölle."
„St. BencdikNis-Conzil 132. c^ii.l.,"
Sln Anzeiger! (Eine neue Einrich
tung.) Alle verlangt-, Stellen
gesuch- und ähnliche Anzeigen
erscheinen im „C o rre fpond e n te n" in
beiden Sprachen (der deutschen und
englischen), ohne Ex tr a-B erechn niig.
Nur die Gebühr für die deutsche Veröffent
lichung wird berechnet.
'i<> xi:rv )
KIV s»lt>li«k<-<1 in ilie KI!»
«_NI!>!! ?I's» Il> > I ' in dntli lanx-n-ixe«
li>l> a»<! tieinmn) VllNvor Vl'i'i'llO VI.
kor. ' '
Vermischtes aus den Per. Staaten,
Schisssiiachrichlen, Grundstücks - Übertra
gungen, Lokalia nebst Inland und Aus
land Tepeschen aus unserer gestrigen zweiten
Morgenausgabe, Geld- und Biehmärkte,
sowie Markt- und Börsenberichte und Vieh
futterpreise—siehe dritte Seite!
Tie San»mlnngcn für de» „deutschn»
Zag."
Folgende weitere Beiträge sind eingegan
gen:
Karl E. Brack »hi iie -ohn I
Emil Brail «. L. Herford 1
Z. Ä. Uiri» . -Ar» eiter-riidertaiel». 'li
H. Zohn,,.. 5 'i-eicr - leckuictier 1
<wliu>> Gegner ü seliger. 1
Gel'kard >!eimdach.. vi. F- V.25
P. ic^. 1.5 U
Ä. Ü», T. r. ohn. I
iU»^>r-» '
„- iaais o>ruii - j<uns, .'.'erinann-Voge Nr. 9,
..
Aus Sem Innern Maryland s und
Sc» angrcnzendcn Staate».
Bon ihrem erschossen.
Zu Üuchiroods, Nicholas-Co., W. Birg.,
hat am Sann-ag der 7 Jahre alle Sohn von
Allie Hintle seine fünftährige Schwester er
schossen. Ter Knabe harre eine an der
B and hängende Flutte herunier genommen;
als seine Schwester erllarie. Das werde sie
dem Papa sagen, gerierh das Bürschcheu in
eine solche Wulh, daß er die Blasse aus das
Mädchen abieuerle. Tie Kugel drang dem
selben in die Stirn uud lödlete es aus der
stelle.
Tie„Calonsviller Wasse r-C o m
pagni e." Im Akinarsbüreau zu Tow
son, Ätd., ist eine llrkunde eingereicht wor
den, wornach die B'asser Com
pagnie" von der „Mercaittile Trust K Te
poi'll Compagnie" in Baltimore eine Hypo
tyek von !d60,000 ausnimmt. Für diese
Summe werden Ks» Aktien zu >e 51U00 Pari
werth ausgegeben, und zwar in Zeiträumen,
wie die Compagnie irgendwelche Gelder sür
die Turchsühruug ihrer Opcralioneii bedür
sen mag.
Plötzlickie Todesfall e.—Hr. JaS.
R. McLanghlin, ein bekannler Bürger von
Hagerslown, Bid., und früher Eigenthümer
des „Baldwin House" daselbst, ist am <sonn
tags-'Nachmittag einem Zungenschläge er
legen. Ter Berstorbene erreichte ein Alter
von 60 lahren. ,
—ln ihrer Wohnung bei Columbia,
Howard - County, Md., ist Eude voriger
Woche Frau Annie P.Leishear im Aller von
KZ lahren ziemlich unerwartet mit Hinter
lassung von vier Söhnen und drei Töchiern
verschieden. Ihre irdischen Ueberreste wur
den gestern Morgen auf der „Loudon-Park
Cemelery" bei Ballimore in den Schooß der
Erde gesenkt.
Zur Ruhe bestattet. Aus dem
prcsbyteriamschen Friedhose in Westmiiister,
Md., wurden am Sonntag die irdischen
Ueberreste des am Samstag Morgen früh
in seiner Wohnung im New-Windforer-Di
strikt von Carroll-County nach längerem
beiden verschiedenen Tennis H. Mahnard
zur letzten Ruhe bestallet. Pastor Cmory
Buhrmann von der bischöflich-methodisti
schen Kirche leitete die Trauerfeierlichkeilen.
Der Berstorbene war im Jahre 1824 bei
Unwnville, Fredcrick-County, geboren und
hinterläßl außer seiner Gattin, einer Schwe
ster des verblichenen F. W. Bennert von
Baltimore, zwei Töchter, Frau L. G.
Smith und Frau Charles Jones.
Ei ii entsprungener irr finniger
Neger niedergeschosfen. -In Wind
sor Station, Ba., an der „Norfolk-Western-
Bahn" ist am vorigen Samstag Henry
Thomas, ein aus der Irrenanstalt sür Neger
in Nord-Carolina entsprungener Farbiger,
von zwei Polizisten, die ihn wieder dingscft
zu machen versuchten, geschossen und aus
den Tod verwundet morden. Mit einem
großen Schlachlmefser bewaffnet, war er in
der Wohnung einer im ISle of Wight
County wohnhaften Frau erschienen und
Halle de selben 520 abverlangt. Als er das
Geld nicht erhallen konnte, begnügte er sich
mit einer Anweisung aus diese Summe,
eignete sich ein Pferd an und ritt nach
Windsor, wo er von den beiden ihn versol
gendeil Polizisten eingeholt und durch meh
rere Nevolverschüsse zu Boden gestreckt
wurde, als er Widerstand leistete.
Einem Schlagfluß erlegen.
Staats - Steuercommlssär Oberst Levin
Woolsord ist gestern Morgen in seiner Woh
nung zu Princeß Anne, Md., von einem
Schlagfluß betroffen worden, welchem er
trotz aller ärztlichen Hülfe gegen 1 Uhr
Nachmittags erlag. Ter Berstorbene stand
im 72. Jahre, sungirte während dreier Ter
mine als Clerk des KreiS-GerichtS für So
merset Counth und war in der Zeit von
1873 bis 1377 Staat«.Controleur, woraus
er die Stellung als Steuer-Coinmissär er
hielt. Er hinterläßt eine Wittwe und meh
rere Kinder.
Selbstmord. Lewis M. Griffin,
ein bekannler Tabakshändler in Richmond,
Ba., ist gestern Morgen lodt in seinem Bett
ausgcsuiiden worden. Er hatte sich eine
Revolverkugel in den Kops gejagt. Was
ihn zum Selbstmord getriebeii hat, ist nicht
bekann: geworden; er wollte am 8. Oktober
heiraihen.
Stadt Baltimore.
Ein Schoo n e r g e strande t. C'i
der Birgiiüschen Küste der von Philadelphia
nach New - Bedsord bestimmie Schooner
„Haitic Perry" gestrandet. Eapitän und
Mannschait sind von der KüstenretrungS'
Starion daselbst aus vor einem Tode in den
Wellen bewahrt worden. Tie aus Weich
kohlen bestehende Ladung ist als totaler Ber
lust zu betrachten.
" i'l? l!.?en in Näs
ser und «. S»mmrr«erck, -»>,
Zöroadw°Y. (--P.25.1ÜM.4..)
AuSdemßathhauf e.-Jm MayorS-
Büreau wurden gestern folgende Forde-
ruugsangebote zur Lieferung von Material
für die Verlängerung des JenkinS' Run-
Abzugskanals geöffnet; es verlangen: für
Steine pro Kubikyard—Benj.Kepner tz 1.98,
Bergmann 6r Peddicord John Curley
N.59 und John Harris j-1.70; für Sand
pro Kubikyard Leonard Sc McGroom 73
Cents und Patrick Keelty 68 Cents; sür
Pflasterblöcke pro 1000 Slück—Benj. Kep
ner H 108.75, Wm. F. Weller Hl6O und Ge
brüder McClenahan ?lÄO oder pro LUia
dratyard; für handgemachte Ziegelsteine pro
l»00 Gebr. Klein 58.25 und G. W. Ro
binson H 8.50; für Cement—John Bullock K
Sohu pro Sack K 1.12 für Roundlop, 51-25
iür Roseudale und 52.90 für Portland; C.
C. McColgan K Co. pro Faß 51.22 für U-
Brand, 5119 für Crescent, 52.98 für Port
land ; S. M. Hamilton Sc Co. 51.35 pro
Faß oder 51.12 pro Sack für Cumberland
und 5-! pro Faß für Portland. Der Con
trakt ist noch nicht ausgegeben.
Gebäude - Inspektor I. Theodor Osler
Bau der Morgue an der President-, nahe
Lancasterstraße, durch den Conlraklor Jas.
B. ?)eatman begonnen worden ist.
Im Büreau des General-Superintenden
ten der Lampen, Major Symington, lausen
tagtäglich Beschwerden ein, daß die Straßen-
Laternen an manchen Orlen zu spät äuge
steckt werden. Major Symington hat die
Beschwerden untersucht und gesunden, daß
die Bezirke für die einzelnen Lateruen
cher derselben nahezu eine Stunde und 45
Minuten braucht, bevor er seine Route be
enden kunn, ja, im Annex nimmt es einem
Mann mit Pserd und Wagen 2j Stunden,
um alle seine Laternen anzuzünden. Die
Distrikte sür die Laternenanzünder wurden
in 1882 ausgelegt, und seit teuer Zeit sind
beinahe zwei Mal mehr Gaslaternen errich
tet, aber nichr mehr Anzünder angestellt.
'Nach Ansicht des General Superintendenten
müssen in allen den äußeren Wards dieses
Jahr mehr Laternenanzünder angestellt wer
den.
Die Feuerbehördc nahm in ihrer gestrigen
Sitzung die Resignation des Hrn. Jos. C.
McGregor als Capitän der chemischen
Spritzen Comp. Nr. 3 an der 5. Str., west
lich von Charlesstraße, an und besörderie
den Hausmann R. S. Ferguson von der
Compagnie Nr. 4 zu Wavcrly zum Capilän
an Stelle McGregor's. Zum Hausmann
der Comp. Nr. 4 ernannte die Behörde den
Hülss Ed. Green.— Capt.
McGregor Hai resiguirt, weil er zum Capi
tal! des Berge-Corps an Stelle von Wesley
Shaw, welcher resigniren mußte, mit einem
Salär von 51000 pro Jahr ernannt worden
ist; er war neun Jahre im Feuer - Deparle
tcuient thätig und erhielt als Capitän der
chemischen Spritzen Comp. Nr. 3 5600 pro
Jahr. Im Büreau der Feuerbehörde lau
sen tagtäglich Beschwerden über unbezahlte
Rechnungen Seitens Angestellter des De
partements ein. Wie verlautet, will die
Behörde gegen diesen Uebelsland demnächst
energisch vorgehen.
Im Büreau des Steuer - Appellations-
GerichtS erhielt Hr. John Evans gestern
Erlaubniß zum Bau von sechs zweistöckigen
Wohnhäusern an der Südwest Ecke der Cur
ley und Tillonstraße.
Die Polizeibehörde bestrafte gestern den
Polizisten MUion Schenkel vom südwest
lichen Tistriki um.'-5, weil er vom Sergean
ten Russell schlaseud im Dienst angetroffen
worden war.
Der Dampser „Rhein" fällig.
Morgen ist der am Tonnerstag, den 18.
September, unter Kommando von Capt. W.
Kuhlmaun von Bremen nach Baltimore ab
gegangene „Rorddeuische Lloyd "Tampser
„:l'iheiii" hier sälug und wird voraussichtlich
im Lause des Mittwochs oder längstens Ton
nerstag früh au seinem Pier Nr. 9 auf Locust-
Poinl eintreffen. Ter Dampser dringt etwa
500 Zwischendecks-Passagiere, einen vollen
Cargo und eine große Anzahl unserer be
kanntesten deutschen Mitbürger, welche von
einer Besuchsreise im alreu Balerlande wie
der zum heimischen Herd zurückkehren, in
der Kaftire, uämlich Frau Ta ldson,
Frl. D rothea Franke, Pros. Paul Hauvr,
Frau Prof. Minna Haupt und Zohn,
Georgia Keller uud .'under, Frau Anna
Smilh, Hrn. loh. schmück und Karo
liue Hempel, sämmtlich aus Baltimore; ser
ner Hrn. Eduard uud Hrn. Emil Kübel aus
Washington, D. -C., Tr. Abrabam Heil
bruiiu von Philadelphia, Hrn. Karl Ahls
wede, Frau Karl Ahlswede und Frl. Klara
Reincken aus '.'lmerila, Hru. Louis Feder
wisch von Washington, T. C., Frl. Marie
Allhammer von Salzburg, Pastor Heinr.
Hübjchmann von Horn. O.,Vasior H. A.
von Dushore, Hrn. Herrn. Schwarz
von Hersord und Hrn. Heinr. Weber von
HeddeSdors. Unter den mit dem „Rhein"
Ankommenden befinden sich serner noch die
Teuisch- Amerikaner Fritz Thiesemann, A.
Schwarze, Karoline Abel, Balenltn Tietz,
Marie Kahl, Marg. Grosche, Pauliue Kö
nig, A.Z. Ariiibriisier, Hermann Plaih, Rosa
Gambel u. Kind, Marianne Zimmermann,
Karl Heintz, Christine Lampe, Emil Klaus,
Christiane Lichlenhahn, Heinr. Schlannau»
und Stanislaus Majerski. Tie Beamten
und Offiziere des TampserS „Rhein" sind:
P. Albrecht 1., R. Pesch 2., I. Becker 3.
und H. Rhode 4. Lssizier, F.Koch !., B.
Ordemaun 2., I. Wagner 3. und P. Torn
4. Maschinist, Tr. Slolie Arzt, F. Bene
seldt Proviant- und Zahlmeister, A. Bock
Obersteward uud H. Meier Oberloch.
Baseball. Tas Resultat der Spiele
der Clubs der „American Association" war
gestern, wie folgt:
i-ouisville j 1 ! U l 0 > 0 ! 4 ! 1 > <> > 0 > 0 > k
Svracuse !O ! oj 0 I 1 !0> t) j »>0 > « > 1
EoiumduS 5- , »"s o 0 a > 1 ! s
iliochefter !li(.>lojoUo>oj
lahr e s v ers aIN 111 IuII g nnd Be
ll 111 t e n >v a h l. Der „deutlch-amerikani
sche demokratische Club der 10. Ward" hielt
vorgestern in Conrad Darsch's Halle am
Lexington Äiarkt seine Jahresversammlung
nebst Beamtenwahl, in welcher der Präsi
dent loh. Rols den Borsitz und der Sekre
tär loh. A. Lstendorf das Protokoll führte.
Sämmtliche frühere Beamie wurden per
Akklamation wieder gewählt, nämlich die
HH. lah. Rolf Prändenl, Georg Gode
erster und loh. Häffuer zweiter Bice Präsi
dent, loh. A. Lstendors Sekretär, Conrad
Schneider Schatzmeister, F. Wagner und
August Reis Sergeanten at Arms. Zur
Untersuchung der Bücher des Sekretärs und
Schatzmeisters wurde ein Comite, bestehend
aus den Dionys Häffner, Louis Löwenstein
und Gabler, ernannt. Drei neue Mitglie
der wurden ausgenommen und 55 für die
Feier des „Deutschen Tages" bewilligt.
Reden wurden gehalten von den HH. L-
Schlesinger, F. Winter, L. Becker, Louis
Löwenstein, M. Kohlermann, D. Häsfner,
P. Hoffmann, G. Poleiti U.A. Beschlossen
wurde, von zetzt an wieder jeden zweiten
und vierten Sonntag im Monat Versamm
lungen zu hallen.
Kircheiirath der Grace-Bavtisten xirche an
der Ecke der Caroline- und Prestonstraße hat
beschlossen, aus dem Grundstücke neben der
Kirche durch den Banmeister Harry H. Mc-
CleUan ein neues Predigerhaus bauen zu
lassen. TaS Gebäude wll im römischen
Styl errichtet werden. Der Prediger der
Gemeinde lft Pastor I. C. Davidson. In
dem neuen Souterrain der Kirche wird am
14. Oktober die Jahres-Conserenz der Ma
ryländcr Baplisten stattfinden.
Unter allen natürlichen Mineralwässern
nehmen Wilhelmsquelle und Kroitthal den
ersten Rang ein. Erfrischend und gesund
heitsfördernd, eignet sich kein anderes Wasser
besser für Tafelzwecke und zum Mischen mit
Weiß- oder Rothweinen. (iTi-)
Wetterbericht.
Sianal-Vüreau, 1
Bait > m ore, den 2S. September 18S0, j
Zeit. v-tto
mel-r, M"" Rich. ,-chn,i
P.VV M. 30 !!1 ! !»!» ! «» R O 12 !«,ar
«.00 A. 30.30 !S2 54 O ! >i !Trüb
(V Uhr
S > T
El»tioncn. g Stationen. Z
»» Z>ismarck 74
Gereland >°»4 Cheyciine ! »i 8
Canduvky 58 Ot. 00
.... »O
eiincinnati Zavan.iah > tZ4
...... ck? M "
L> e u t e:
Temperatur n-rdostNchc
Fräulein Nettie Beach von Suamoic,
Wisc., schreibt am 1. Januar 1890: „„St.
Jakob s Lei" ist ein Hausmittel in unserer
Familie; es heilte meine Mutter von
Schmerzen nrder Schulter. Wir möchten
nicht ohne dieses ausgezeichnete Mitte
sein.""
Ein trauriger Unfall.
Morris Murphy von einem Bahn,ug« a«tSd
tet und sein« Sattin schwer verletzt. Ter
Jnqnest. Die BalingeseUschast getadelt.
Bei Akt. Washington an der „Nördlichen
Eentralbahn" ereignete sich gestern ein trau
riger Unfall. Hr. Morris Murphy und
seine Gattin, welche eine kleine Farm, zwei
Meilen von der Mt. Washingion-Road ent
fernt, besitzen, wurden von einem Schnell
zuge überfahren. Hr. Murphy wurde sofort
qelödlei, und seine Gattin erlitt so schwere
innerliche Verletzungen, daß an ihrem Auf
kommen gezweifelt wird. Beide sind reli
giöse strenggläubige Katholiken und hatten
iim 5 Uhr früh der Messe in der „Herz-
Jesu-Kirche," welche bei der Slation liegt,
beigewohnt und traten dann ihre gewöhn
liche Morgensahrt nach der Stadl an, wo
sie Milch an ihre Kunden abliefern wollien.
Hr. Murphy mußte, um in die Stadt
zu gelangen, das Bahngeleise kreuzen, den
Western-Run, einen kleinen Bach, welcher in
Jones' Fälle stießt, passiren und eine kleine
Strecke unterhalb der Station nochmals
über das Geleise sahren, da eine dort be
findliche Brücke augenblicklich reparirt wird
uud deshalb für Fuhrwerke nicht passirbar
ist. An dem ersten Bahnübergang befin
det sich beständig ein Wächter, uud an dem
zweiten, welcher nur temporär während der
Reparatur der Brücke benutzt wird, ist zur
Zeit ein Wächter von L Uhr Morgens bis 9
Uhr Abends angestellt. Hr. Murphy ver
suchte das Geleise vor leuer Zeil, um H 6 llhr
früh, zu passiren. Zur nämlichen Zeit brauste
der östliche Expreßzug, welcher bei Mt.
Washington um «1.05 fällig ist, mit 30 Minu
ten Berspäinng heran. Der Wächter an
dem ersten Bahnübergang ließ seine Barriere
rechtzeitig herab und an dem zweiten gaben
Glacken ein Warnuiigssigual. trotzdem
versuchle Hr. Murphy, über das Geleise zu
fahren.
Frau Murphy foll ihren Gatten gebeten
haben, er solle den Vernich, das Geleise zu
kreuzen, aufgeben; er soll ihr jedoch erwidert
haben, daß genügend Zeit vorhanden sei,
uud seinem Pserde die Peitsche gegeben
haben. Das Pserd erreichte kaum das erste
Geleise, als die Lokomotive dasselbe ersaßlc
und das ganze Gesäbrt etwa 100 Fuß bei
Seite warf. Hr. Murphy war todt, wie
er aufgehoben wurde, und Frau Murphy er
litt schwere Verletzungen, denen sie wahr
scheinlich erliegen wird. Die Leiche des Hrn.
Murphy wurde nach dem Frachlbahnhose
gebracht. Aerzte, welche dieselbe untersuch
ten, sagten, daß jeder Knochen in derselben
gebrochen sei. Frau Murphy lrugen mit
leidige Personen in bcwußilosem Zustande
nach Wieden's Laden. Sie litt an einer
Gehirnerschütterung und hatte liefe Wunden
am Kop'e. Späler ani Morgen wurde sie
nach ihrer Wohnung geschafft, wohin auch
die Leiche ihres Gallen gebracht ward.
Friedensrichter Hamilwn hielt einen Jn
quest ab. Als Zeugen wurden eine Anzahl
Bürger von Ml. Washiuglon, sowie die
Beamten des Zuges vernommen. Ter Lo
komolivführcr James McClnre sagte ans,
daß er den Wagen nicht eher gesehen habe,
als bis die Lokomoiive denselben ersaßl.
Er habe das gewöhnliche Warniingssigiial
gegeben. Ter Heizer Hiles Ebangh bestä
tigte Ties nnd sagle zugleich, daß er, wie
vorgeschrieben, wenn der Zug sich einer
Siatio» nähere, aus dem linke» Fenster der
Kabine gesehen habe. Er habe das Gesährt
bemerk!, und den Lokomotivführer auf das
selbe ausmerksam gemachl, allein es sei zu
spät gewesen, Maßregeln zu treffen, um das
Unglück zu verhüten.
Ter Gepü-tmelstcr E. W. Graves nnd der
Bremser Tavid Benser, sowie der Coiiduk
tenr Skeiin wurden ebenfalls vernommen,
allein ihre Aussagen waren von keiner Be
deulung, da sie den Vorsall selbst nichl ge
sehen halten. Tie Geschworenen gaben ein
Verdill ab, dahin lautend, „„daß Morris
Murphy's Tod dadurch verursacht wurde,
daß er von dem Zuge Nr. K der „Nördlichen
sprechen die Angesiellten von allein Tadel
frei, hallen aber die Gesellschaft der Fahr
lässigkeit schuldig, weil sie keinen Wachier an
dem Bahnübergange ansstellle."" Tie Be
wohner der Umgegend sind ixr Ansicht, daß
der Uiisall haupliächlich dadurch verursacht
wurde, daß kein Wächter an dem zweilen
Bahnübergang zur Stelle gewesen sei. Sie
glauben, daß es die Pslicht der Bahngesell
schqsr sei, auch während der Nachtzeit einen
Wächter dort anzustellen.
Ableben. Nach mehrmonatlichem
Krankenlager ist gestern Nachmittag um 1
llhr Hr. John Cinhing, welcher seil ächlzehn
Jahren als Präsident der „AssocilNei, Fire
men's Bersicheruiigs - Compagnie" fnngirt
Hai, in seiner Wohnung an der Ecke der Ma
dison-Ävenue und Tolphinstraße verschieden.
Ter Berstorbeiie erblickle am 29. Aug. 1808
in Amherst, Mass., das Lichl der Weit; we
nige Jahre nach seiner Geburt siedelten seine
Ellern nach Baltimore über, wo sein Barer,
Joseph Cujhliig, das jetzt den HH. I. H.
Medairy -!c Comp, gehörige Buchgeschäft i»
Nr. K, Nord-Howardstraße, eröffnete, in
welches später der Verstorbene und sein Bru
der Joseph eintraten. Hr. John Cushing
ward im Jahre 1842 einer der Tirekioren der
obengenainileu Compagnie und bekleideie
das Ami eines solchen dreißig Jahre lang.
Als uuier der Venvaliung des Mayors T.
Swaiin das jetzige Feuerdeparlemeul in's
Leben gerusen ward, wurde er zum Feuer-
Commisiär ernannt, und als solcher Hai er
viel dazu beigeirageu, die Feuerwehr aus ih
ren jetzige« Stand zu bringen. Ter Verstor
bene hinterläßt zwei Söhne, eine Tochter,
achtzehn Enkel und acht Urenkel.
Frau Millie Upshur, Wittwe von Levin
Upshnr, eine Schwägerin des Achtb. Geo.
M. Upshur, des Sprechers des Abgeordne
tenhauses, starb vorgestern Abend in Snoiv
Hill nach mehrnionatlicher Krankheit am
Typhusfieber.
Plötzlich gestorbeii ist gestern der 55
Jahre alte und Nr. 151, Welcome-Alley,
wohnende Neger Wm. Holt, als er sich in
dem Hause Nr. 50, Welcome-Alley, auf Be
such besaud. Coroner Bensen erklärte, daß
der Tod infolge eines Herzleidens einge-
Ihren B e r l e tz u n g e ii erlegen.—
Grace Tavis, ein dreiiähriges Kind, wel
ches am Sonntag Morgen in seiner elterli
chen Wohnung, Nr. 410, Süd-Wolsslraße,
eine Treppe hinunter stürzte und eine Ge
hirnerschütterung erlitt, ist gestern Morgen
gestorben.
Ertrunken.—Ter Leichnam des vor
gestern Abend II llhr im Hafen an der
Praltstraße ertrunkenen Hrn. Marlin Gö
gel, welcher von dort nach dem „Sladt-
Hospilal" geschafft worden war, wurde ge
stern früh nach dem Trauerhause, Nr. K 45,
West Prallstraße, gebracht, von wo aus, wie
an anderer Stelle angezeigt ist, morgen die
Beerdigung stattfinde:. Ter Berstorbene ar
bettele als Schneider und war in weiteren
Kreisen wohlbekannt; er hinterläßt außer
zahlreichen Freunden eine Frau und ein
Kind. Hr. Gögel muß in einem Anfalle von
Geistesabwesenheit in's Wasser gerathen
sein, denn man kann keine sonstige Ursache
zu solch' einem Schrille finden. Er war
langjähriges Mitglied der „Pythias - Rit
ter," des „Bereinigten Ordens amerikani
scher Handwerker" imd der „Odd-Fellows."
—Ter Eorouer Tr. Hill erklärte nach Auf
nahme der Umstände, daß ein unglücklicher
Zufall vorliege und ein Jnquest nicht abge
halten zu werden brauche.
Id eiitifi; irt.—- Tie Leiche des an der
Mündung des Magnolia - Rivers gesunde
nen und an dessen Ufer begrabenen Unbe
kannten ist als die von William S. Fisher,
der an der Argule Avenue, nahe Mosherstr.,
wohnte, identifizirt worden. Der Capilän
eines Schleppdampfers hatte eine Beschrei
bung des Ausgefundenen gelesen und I. C.
Fisher, einem Bruder des Ertrunkenen, mit
getheilt, daß dieser seiner Ansichl nach Wm.
Fisher sei. Die Leiche wurde gestern Nach
mittag ausgegraben, nach der Sladl gebracht
und anf der „Greenmouut-Cemetery" beige
setzt. Fisher hatte sich am den 20.
September, mit dem in Nr. 1013, Abey-
Alley, wohenden John W. Moon aus den
Krebssang begeben. In der Nähe von Fori
Carroll siel Fisher, wie Moon sagt, ans dem
Kahn und sank sofort unler. Er war unver
heirathet und etwa 40 Jahre alt.
Zur letzten Ruhe bestattet.
Unter zahlreicher Betheiligung von Leidtra
genden und Familicnsrcünden wurde ge
stern Vormittag die entseelte Hülle der am
Freitag, den 26. September, im Alter von
57 Jahren, 9 Monaten nnd 22 Tagen ver
storbenen Frau Anna Margarethe Backert
von ihrer Wohnung, Südwestecke der Lan
caster- und ans nach der
kaih. Herz Jesu-Kirche in Camon überge
führt und vor dem Sankiuarium aus einem
mil brennenden Kerzen geschmücklen Kata
falk ausgebahrti Eine reiche Fülle der kost
barsten Blumengewinde schmückte den Sarg
und legle beredles Zeugniß ab von der all
gemeinen Achtung und Liebe, deren sich die
Entschlafene in den weitesten Kreisen zu er
freuen hatte. Zugleich bildeten die zarten
Blumen den sichibaren Ausdruck der innig
sten Sympathie uud Theilnahme, welche
der liefbelrübien Familie bei dem herben
Schlage, der sie betroffen, von Nab und
Fern zukamen. Für das Seelenheil der
Verewigten wurde ein feierliches Requiem
celebnrl, während dessen der Knabenchor
unier Orgelbegleilung eine Trauermesse vor
trug. Zum Schluß des Gottesdienstes
wurde das „Libera" gesungen und der Leich
nam kirchlich ausgesegne!, worauf sich der
große Trauerzug nach dem Friedhofe be
wegte und dort die irdischen Ueberreste zur
letzten Ruhe bettele.
Die Parade des 5. Regiments,
welche bereits iu voriger Woche stattfinden
follte, ist bis zum Danksagnngstage verscho
ben worden. An diesem Tage wird auf
Ordre des Generals Brown auch
> das 4. Bataillon ausrücken.
Zum „Deutschen Tage."
Weitere Borbere i t u n g e n für
den Fackelzug am K. Oktober.
TaS mit den Vorbereitungen sür den Fackel
zug am Abende des K. Oktobers betraute
Comite hielt gestern Abend in dem Büreau
des Ober-FestmarschallS H. C. Tieck unter
dessen Borsttz eine Sitzung ab. Hr. H- Eck
hardt sungirte als Protokollführer. Oberst
H. C. Tieck berichtete, daß seiner Aufforde
rung an die Präsidenten, bezw. die Dele
gaten der Bereine, ,hm eine i.rdre Betreffs
der Zahl der benöthigten Fackeln einzusen
den, bereits viele Bereine entsprochen hätten.
Denselben ist folqenije Anweisung ausge
händigt worden:
„„Feier des „Deutschen Tage?" 18S0.
An das Spezial-Comite für den Fackelzug
vom 6. Oktober IB9l>. Wollen dein Ueber
bringer Hrn. (N.) für (Verein) , Lampions
oder Fackeln verabfolgen. Ober - Fest
marschall.""
Diese Anweisung ist bei dem Abholen der
Fackeln in der „Mechanics' Halle," bezw. in
der „Thalia Halle" vorzuweisen und zu in
dossiren. Diejenigen Vereine, welche östlich
vom Hauptquartier, Raine's Halle, ihr Ber
sammlungslokal haben, können in der „Tha
lia-Halle" und diejenigen, deren Bereins
lokal westlich belegen ist, in der „Mechanics'
Halle" die Fackeln und Lampions am Ton
nerstag, Freitag oder Samstag, Abends von
7 bis S Uhr, in Empfang nehmen. Be
schlossen wurde, 8t) Männer gegen Bezah
lung als Lichter-Träger sür die'verschiedenen
vom Fackelzuge eng'agirten Musikcorps an
zuwerben.
Anmeldungen sind bei Hrn. A. Knaup,
„Thalia-Halle," zu machen, welcher gleich
salls aulorisirt wurde, nach Schluß deS Fak
kelzuges die Lichterträger auszuzahlen.
Oberfest-Marschall H. C. Tieck berichtete,
daß Mayor Davidson einen Permit zur Mit
sührung der Feuerwerkskörper in dem Fak
kelzuge und zum Abbrennen von Feuerwerk
ertheilt habe. Gleichzeitig machte erdaraus
aufmerksam, daß den einzelnen Divisionen
bei m Abmarsch vom Broadway durch Sig
nalfeuer das Zeichen zum Anbrennen der
Fackeln gegeben würde. Die HH.H.Poske,
Friedrich Elenbrok und W. Eckhardt wurden
als Comite ernannt, um Ex-Gouvernenr
ü'den Bowie von der „Stadt - Pasfagier-
Bahn" zu ermchen, sür die Dauer des Fak
kelzuges den Betrieb auf den Pferbahnlinien
in den Straßen, welche der Zug passirr, zu
unterbrechen.
Aus denjenigen Deutsch - Amerikanern,
welche keinen Vereinen und Organisalionen
angehören, sich aber am Fackelzuge betheili
gen wollen, soll bekanntlich eine besondere
Division gebildet werden. Auf nächsten
Samstag Abend soll nach Knanv's „Thalia-
Halle" eine Bersammlung einberufen wer
den, um diese Division zn orgaiiisiren.
Nachdem Hr. H. C. Tieck noch bemerki,
daß wahrscheinlich auch die deurschen Mir
glieder der Posten der „Großen Armee der
Republik" sich am Fackelzuge bclheiligeu
würden, und beschlossen worden, die Anord
nung aller weilerer Angelegenheiren dem
Vorsitzenden des Comite's zu überlassen, er
folgte Vertagung.
Als Adiutaiiten sind noch folgende
weitere Herren angemeldet worden: loh.
Cngroff, „Gymnastischer Pyramiden Club,"
luiius Haas, „Teiil'cher Mililär-Vereiii,"
Ernst Weinfeld, „Thalia Männer - Chor,"
Heinr.Schäfer,„Maryland-Loge Nr.5»2Z, T.
O. H.;" ferner wurde Hr. R. F. Shrpock
als aktiver und Oberst L. Straßburger als
Ehren- Adjutant ernannt.
Einspez i c l l er P erinit von der
Polizeibehörde muß, woraut beson
ders aufmerksam gemacht wird, von denje
nigen Wirthen erlangt werden, in deren Lo
kalen nach Zchliiß des Fackelzuges am Äbend
eine und Gesellschaften über die Polizei
stunde hinausFestlichkcilen.Commerse u. s.w.
veranstalten.
An die deutschen Mitglieder
der Posten der „Großen Armee
der Rep ii bli k" hat der Deparlements-
Commandant Geo. R. Graham gestern fol
gende Ordre erlassen:
„„Hauptquartier des Maryländer Depar
tements der „Großen Armee der Republik."
Balliinore, 29. Sept. 1890. Alle Mitglie
der der „Großen Armee der Revublik" von
deutscher oder deutsch amerikanischer Ab
kunft, sind ersucht, au dem Flickelzuge am
Abend des Moiirags. den K. 51 k:., „deutschen
Tages," gemäß eines speziellen Ersuchens
des Ober-Festinar'chall» H. C. Tieck
sich zn beiheiligen. Diejenigen, welche wün
schen, an dem Fackelzuge Tbeil zu nehmen,
versammeln sich un Teparüments Haupt
quariier Nr. 305, Seeonds/aße, am Frei
tag, den 3. Oktober, Abend/8 Uhr, um mit
dem Ober Festmarschäll zu /znseriren. Im
Auftrage des TeparleineiSs Commandan
ten George R. Graham, ». A. Maughlin,
Hülss-General.Adjulaiit infizieU).""
Der Departemeiils-ConSiandanl George
R. Graham wird in der Hersammlung am
Freitag Abend anwesend jrin.
Tic „Vereingte R s»m i s ch - K a t h o
l i s ch e S t. M i ch a e l S - G e s e l l s ch a s t"
hielt gestern Abend in iier „St. Michaels
Halle" eine Extra Versiimmluiig, um Be
rrefss der Borbereitungen für die Theilnah
me am Fackelzuge zu berathen. Den Borsitz
führte Hr. H. A. Bosse. Einstimmig wurde
beschlossen, sich in zu betheiligen.
Tie Gesellschaft wird ihr eigenes Musikcörps
mitsühren und die Fackeln selbst stellen. Hr.
Andreas Will wurde zum Marschall erwählt.
Als Beitrag für das Fest wurden s,'> bewil
ligt. Ferner ward beschlossen, mit Rücksicht
aus das Fest die aus Montag Abend anbe
raumte vierteljährliche Generalversammlung
der Gesellschaft auf Dienstag, den 7. Okto
ber, Abeuds 8 Uhr, zi> verschieben, um allen
Mitgliedern GelegeiHit zu geben, derselben
beizuwohnen.
Tie Mevger vollzählig dabei.
In Jordan'S Halle am Centre - Market-
Space hatten sich gettrn Abend aus Einla
dung des Mevger - Vereins"
eine große Zahl Me ger eingesunden, wel
che an den Berathun en über die Betheili
gnng am Fackelzuge achsten Montag Abend
Änlheil nahmen. Bi jetzt sind 200 Metzger
zu Pferde und eine lnzahl Kutschen ange
meldet. In der mofien Abend staltfinden
den regelmäßigen M,chenversammliiug des
Bereins werden die! endgültigen Arrange
ments getroffen. Nenn sich noch Fern
stehende'beiheiligen Ivollen, können sie sich
bei dieser Gelegenheit anmelden.
Das Ein l a d u.Vg s- und daSEm
psa n g S - C o mit ej sowie das Mu s i k-
Comite hielten gestern Abend im Haupt
quartier, Raine's^,lle, eine Sitzung ab
und trafen weitere Arrangements sür die
Feier in der „Musik-?lkademie."
Das Exe kutiv - Com i t e für die
Feier des „deutschen Tages"
hält heute, Dienstag, Abends 8 Uhr, eine
Sitzung in „Raine's ab.
Organisationen und Bereine,
welche die Zahl ihrer am Fackelzuge teil
nehmenden Mitglieder noch nichr angemel
det haben, sind ersucht, Ties ungesäumr bei
dem Ober Festmarschzll, H. C. Tieck, Nr.
100, Ost-Lerington, Ccke St. Paulstraye,
zu thun, damit die Zug-Ordnung definitiv
seiigeslellt werden kann. Das Geschäfts
Lokal des Ober-Festmarschalls ist von früh
Morgens bis Abends offen.
Aus den zu keinem Vereine
und zu keiner Gesellschaft gehö
renden Teutsch-Amerikanern, welche sich am
Fackelzuge betheiligen wollen, beabsichtigt
der Ovenest-Marschall H. L-Tieck eine be
sondere Abtheilung des Zuges zu formtreu.
Zwei Musikcorps sind für dieselbe reservirt,
uud werden die Mitglieder dieser Abthei
lung, soweit der Borrath reicht, unentgelt
lich vom Fackelzng-Comite Fackeln erhalren;
doch wird Sorge gelragen werden, daß Die
jenigen, sür welche keine Comite-Fackeln
mehr übrig sein iollten, solche zu 10 Cents
pro Slück erhalten können.
Der „Deutsche Militär v er ei n"
hielt gestern Abend in der „Mechanics'
Halle" seine regelmäßige Ouartalversamm
lung, in welcher der erste Vice Präsident
Gustav Kreutzer den Vorsitz und der Sekre
tär Paul Raspe das Protokoll sührte. Der
Finanzberich! ergab einen Kassenbestand von
§648.43. Zwei neue Mitglieder wurden
ausgenommen und drei Candidaten in Vor
schlag gebracht. Der Verein betheiligt sich,
wie bereits berichtet, vollzählig an dem
Fackelzug, und wird nach demselben in Capt.
Rümmer s Lokal, 'Nr. 245, Süd-Wolsstr.,
einen folenuen Cammers veranstalten.
Bei der Arbeit verunglückt.
Ein bedauerlicher Unfall, der den Tod eines
braven Arbeiters zur Folge halte, ereignete
sich gestern Nachmittag in dem Neubau der
„Central-Sparbank," Ecke der Charles- und
Lexingtonstraße. In dem ftinfstöckigen Ge
bäude waren mehrere Arbeiter damit be
schäftigt, eiierne Träger nach dem obersten
Stockwerke zu befördern: dabei stand Hr.
John Marshall, ein Angestellter der Firma
Hayward, Barilert Sc Comp., an der oberen
Luke, um die Arbeit zu beaussichtigen, als er
plötzlich stolperte und durch die Oeffnung 60
Fuß hoch herab stürzte. Er fiel dabei stach
aus den Leib. Hr. Anton Brand, der in der
Nähe war, eilte sofort herbei, um ihm bei
zustehen, doch war der Unglückliche nicht im
Stande, zu sprechen; er wurde bewußtlos
gebracht und von den Aerzten verbunden.
Er Halle einen Bruch der Kinnbaclenknochen
erhallen und sein rechtes Bein war total zer
splittert; außerdem mußte er schwere innere
Besetzungen erhalten habcn, denn eine
Stunde spärer starb er. Hr. Marshall stand
im Aller von 48 Jahren und war seit den
letzten 30 Jahren bei Hayward, Bartlett K
j Comp, angesrellr; er wohnte in Nr. 308,
Albemarlenraße, und hinterläßt eine Frau
und süns Kinder. Sein Leichnam wurde im
Lame des Abends nach dem Trauerhause
gebracht. Coroner Hill erklärte einen In
auest nicht sür nothwendig, da ein unglück
licher Zufall vorliege.
Des Gesang-Vereins „Froh
s'un" Reise nach Newark, N.-I.
Wir theille» bereits letzte Woche unseren
Leiern mit, daß an dem 25-jährigen Jubi
läum des Mänuergesaiigvereins „Phönix"
m Newark, N.-J., 'anch von Baliimore ein
Gesangverein, nämlich der „Frohsinn," Theil
nehmen werde, und brachten zugleich eine
eingehende Beschreibung von dererstenNum
mer der prächijg ausgesiatleteii Festzeirung.
TaS Programiii für die Reise ist nun end
gültig festge,.ellt. Nach demselben gehen am
früh 5 Uhr 5 Minuten 20
aktive Sänger des hiesigen „Frohsinns" mit
telst der „Baltimore-Ohio-Bahii" von hier
ab, treffen in Philadelphia mil dem dortigen
„Liederkranz" zusammen und setzen dann die
Reise nach Newark sort, wo sie Bormiltags
10 Uhr ankommen und von dem fesigeben
den Verein empfangen und begrüßt wer
den. Tie Theilnehmer sind: 1. Tenor—
HH. Louis Künzel, C. Lehne, A. Kratz, H.
Schlaich und A. Bossen; 2. Tenor—E.
Grumbrechl C. Gackenheimer, I. Münzing
und F. Gansemann: l. Baß—H. Kratz, E.
O. Görtz, F. Stemwede! pnd B.
Ottenheimer; 2. Baß —P. Herbst, Geo.
Walter, I. Murbach, G. Sommer und E.
Mnrbach; Tirigenl K. GenS.
Bei dem großen Eonzert am Nachmittag
wird der „Frohsinn" unler Leitung seines
bewährten Tirigenlen Prof. Karl GenS den
herrlichen Chor: „Morgengebet" von C.
Sankner, dessen erster Bers so genihlvoll
beginnt mit: „O wunderbares tieses Schwei
ge», wie einsam ist's auf weiter Flur" zum
Bortrage bringen. Gleichzeitig nehmen die
„Frohlinnler" von hier ein kostbares Ge
schenk mit, welches sie dem Geburtslagskind
an feinem Ehrentage überreichen werden.
Wir dürfen vorläufig dasselbe noch nicht ver
rathen, um den Newarker Sangesbrüdern
die Freude nicht zu verderben. Allein wer
sich dasür inleressirt, kann es in der Kunst
handlung von Schneider Q Fuchs, Nr. 17,
Osl-Baliimorestraße, besichrigen. Wenn es
gut geht, werden die „Frohstnuler" wieder
am Dienstag nach Ballimore zurückkehren.
Jene Milglieder des „Frohsinns," welche
Geschäfte halber die Reise nach Newark nicht
milmachcn können, werden sich sowohl am
Eonzert, wie am Fackelzug zur Feier des
„deutschen Tages" betheiligen, und zwar in
2 Kutschen und 8 Mann beritten in Kostümen
und einer prächtigen Standarle.
Eentennialfeier der Karmeli
ter i n n e ii.—Tie Karmeliterinnen werden
am 15. Oktober, dem Feste der hl. Theresa,
in ihrem Kloster an der Ecke der Biddle- u.
Carolinestraße den 100. Jahrestag des Be
stehens ihres Ordens in Amerika feiern.
Ter eigentliche Stisiuugstag sällt aus den
11. Juli, denn an diesem Tage in 1790 rei
sten vier 'Nonnen, darunier drei Amerikane
rinnen, nach Belgien, legten dort ihre Ge
lübde ab und nahmen dann ihren Ament
halt in Charles-Couitty, nahe Port Tobac
co; ihre erste Priorin war Schwester Ber
nardiiia, die mit ihrem Familiennamen
Matthews hieß. Im Jahre 1831 siedelten
diese Nonnen nach Ballimore über und er
öffneten bier das alte Kloster an der Ais
quiihsiraße, wo zur Zeit das „Allgemeine
Teutsche Waisenhaus" steht. Bon ihrem
jetzigen Heim nahmen sie im Jahre 1873
Besitz. Bor einigen Wochen sandlen sie
belaiinllich auf Ciuladuiig des Erzbiichoss
Williams mehrere Schwestern nach Boston,
um dort ei» Kloster zu gründen. Ter Orden
ist einer der strengsten der katholischen Kir
che; um die Cenlennialseier zu ermöglichen,
ist deßhalb der Papst vom Kardinal Gib
bons um die nöthige Dispensation von den
Ordensregeln angegangen worden. Ter
Kardinal wird an dem Festtage, dem eine
nenlilägige Andacht vorausgeht, in der Ka
pelle des Klosters ein seierliches Hochamt ce
lebriren.
Gestern war St. Michaels-Tag.
Tas Fes! wird in allen Kirchen gefeiert,
deren Schutzpatron dieser Heilige ist, nnd
wurde bereits am Soniilag in festlicher
Weise in der bischöflich proleiianlische» Sr.
Michaels- und Allerheiligen Kirche began
gen, wo Pastor William Kirkus ülxr'den
Werih der.ileligioii predigle. Bei Schluß
des Gottesdienstes wurde angekündigt, daß
das frr Soniitagsschnlzwecke crrichrere „Sl.
Michaels Haus" an der Rordjeiie der Kirche
am kommenden Soniilag eröffne! werde»
solle. Tas einstöckige Gebäude mißl vierzig
Fuß Fronr au der St. Paulsiraße, hal eine
von 130 Fuß und ist in zwei Theile ge
trennt, von denen der eine für die Sonn
tagsschule, der andere sür das Kindcr-Te
panemeut bestimmt ist. Tas große in
Form eines HalbokiogonS gebauie Front
zimnier soll als Freibibliothek und für Ber-
Jn der deuncheu katholischen Sl.Michaels-
Kirche au Ecke der Wolf- und Lombardstraße
fand gestern Bormittag 8 Uhr zu Ehren des
Kirchen-Palrous ein Hochantt statt. Tie
eigenlliche Feier wird, um jedem Gemeinde
gliede Gelegenheit zu geben, an derselben
lheilzuiiehmen, erst nächsten Sonnlag be
gangen werden.
Stern in allen Synagogen in heriönimlicher
Weise begangen. Es dauert bekanntlich
acht Tage, indessen werden nur der erste und
der letzte als Feiertage streng beobachtet.
Die Predige r-B ersa m mlungen.
—Die „Ministenal Union" hielt gestern un
ter dem Borsitz von Pastor I. F. Murray
uud der Protokollführung von Dr. I. M.
McLanahau ihre übliche Sitzung ab, in
welcher Pastor I. N. Foster von dem „Na
tional-Resormverein" einen Bortrag über
den „Sabbaih und die Arbeiierklasseu" hielt.
Ein vom Pastor W. T. Clemm gestelller
Antrag, die Direktoren der „Maryländer
Juristenschule" zum Widerruf des Aus
schlusses farbiger Sludeineu aus der Anstalt
aufzufordern, ward abgelehnt, weil die An
gelegenheit außerhalb der Jurisdiktion der
Union liege. Für die nächste Bersainmlniig
ist als Diskussionsihema „die Halinng der
christlichen Kirche gegenüber den Israeliten"
aufgestellt worden.
Die Geistlichen der methodistisch-protestan
tischen Kirche erledigten in ihrer gestrigen
Sitzung nur Roulinegeschäfte.
Unsere Theater. Melodrama,
Burleske und Schauspiel Lieblinge der
heileren und ernsten Muse Tas sind die
Gaben, welche dem Theater liebenden Pub
likum während dieser Woche auf unseren
Bühnen geboten werden, und Temjenigen,
welchem Zeil und Gelegenheit fehlen, allen
Theatern einen Besuch abzustatten, wird die
Wahl nicht leicht, wohin er seine Schritte
lenken soll.
In „Harris' Musi k-A kademie"
ist es die heitere witzsprühende Burleske
„Hendnck Hudson." welche zur Aufführung
komlnl, uud die dadurch, daß die berühmte
Soubrette Fay Templeton in der Titelrolle
auftritt, noch einen ganz besonderen Reiz
ausübt. Tie Rolle des holländische» See
mannes, nach dem der große Fluß des Nor
dens benamtt ist, und dessen Abenteuer,
freilich phaiiiastisch ausgeschmückt, der Bur
leske zum Borwurf dienen, ist eigens sür die
Künstlerin geschrieben und bietet ihr reiche
Gelegenheit, ihre hervorragende stimmliche
Begabung sowohl, als auch ihr Talent als
gewandte, den Enthusiasmus des Publi
kums durch ihr von aller Manierinheit freies
Spiel entfesselnde Schauspielerin zu bekun
den, abgesehen davon, daß sie schon durch
die Grazie ihrer Erscheinung die Zuschauer
sosort für sich gewinnt. Eine aus nichtigen
Kräften bestehende Gesellschaft steht Frl.
Fay zur Seile, und es wird nichl fehlen,
daß die Burleske, welche, was Humor und
Satire, witzige Anspielungen auf die Ge
genwart, komische Siluationen und bis zur
ietzieii Szene Kesselnde Enlwickelung anbe
langt, ikreS Gleichen sucht, gerade wie ge
stern, allabendlich vor ausverkauften! Hause
in Szene gehl. Cleveland's consolidirte
Minstrels werden nächste Woche in der
„Musik Akademie" ein Gastspiel geben.
„Herminie" oder „das goldene Kreuz"
eines der besten Melodramen, welche zur
Zeil über die Bühne gehen, wurde gestern
Abend im „Hollidavstraßen-The
ater" ausgesührt. Die Haupldarsteller
sind William Redmund und Frl. Beairice
Lieb, deren Namen Bürgschaft genug wa
ren, daß eine gediegene uud abgerundete
Aufführung erwarlet werden durfte. Tas
Stück lst die von Hrn. Redmnnd selbst be
sorgte dramatische Bearbeitung der bekann
ten Novelle „La Bivandiere" von dem sran
zösischen Schriftsteller Erneft Ferner, wel
cher die Schicksale eines französischen Osfi
ziers nnd seiner Gattin während des fran
zösisch-deutschen Kriege? schildert. Ter Tia
kog ist lebhaft, die Sirualion und der ganze
Ausbau natürlich und von hoher dramari
scher Wirkung, so daß der lebhafte Beisall
des gestern zählreich erschienenen Publikums
ein wohlverdienter war. Tas Stück ge
langt während der ganzen Woche zur Aus
führung.—Tie bekannte, jugendliche Künst
liche Künstlerin Eorinne wird in der näch
sten Woche mit der „ Kimball Burlesque-
Compagnie" im „Hollidaystraßen-Thealer"
gasliren.
Während dieser Woche gelangt in
Kelly s „Front st raßen-Theaier"
Alden Benedict'? Melodrama „Fabio Ro
niani," eine Novität sür Ballimore, zur
Aufführung. Tas Schauspiel ist eine Tra
mailsiruiig von Marie Correlli's bekannler
Novelle „The Lendella," welche in man
chen Beziehungen an „Monle Christo" er
innert. In sorgfälliger Weise bearbeitet,
verräth der Ausbau des Stückes die ge
wandte Hand eine» bühnenkundigen Bear
beiters und ist reich an scenischen Effekten,
wozu u. A. ein Erdbeben und ein Ausbruch
des Vesuv zu rechnen sind. Tie Träger der
Hauptrollen sind Walter Lawrence und Frl.
Frances Field, denen eine tüchtige Gesell
schaft zur Seile steht. Die gestrige Auffüh
rung erfreute sich eines guten Besuches, und
das Slück wird sich als eine Attraktion
erste» Ranges erweisen.
Eröffnung der Wahl. Campagne.
demokratisch« Massen-Bersammlung in der
Erosiftraften - HnUe. Grofter vesuch
Interessante üieden. Versammlung de«
~»iincoln-Elubs.' —Politische Notizen.
Die Wahl-Campagne ist eröffnet! Gestern
Abend hat die erste' demokratische Massen-
Veriainmlung stattgefunden, und von jetzt
kein Tag verstreichen, an dem nichl an einem
oder an mehreren L rten i» der Stadt für die
Wahl der demokralischen Congreß- und
Stadtralhs-Candidaten agirin werden wird.
Hoffentlich bringt das Publikum derselben
ein reges Interesse entgegen, denn die Fra
gen, welche bei der nuchsteu Wahl zur C«l-
Icheidung gelangen sollen, sind so wichtig für
einen jeden Bürger, wie kaum je zuvor.
Es gill, einen Prolest gegen,die Ueber
griffe eines Reed abzugeben, eine demokra
tische Mehrheit wieder in das Repräsentan
tenhans zn wählen, gegen die Annahme der
Zwangsbill, welche die Conqreßwahlen un
ter die Aussicht der Bundesbehörden stellen
will, energisch Einspruch zu erheben und den
Republikanern die Macht zu nehmen, ser
nerhin die dem Bolke gehörigen Gelder in
der Weise zu verschleudern, wie sie es bisher
gethan. Bei den Sradrrarhswahlen han
delt es sich darum, Männer mir derßerwal
tung der Sradtangelegenheiren zu betrauen,
von denen man mil Recht erwarten darf,
daß sie das Beste für das Wohl der Stadl
zu erstreben stets bereit sein werden.
Die Bersammlung in der „Croßstraßen-
Compton, des demokratischen Candidaten im
5. Congreß-Distrikl, statt. Sie wurde von
ihm seibst in seiner Eigenschaft als Borfitzer
des demokratischen Staats - Central - Co
mite's zur Ordnung gerufen. Die geräu
mige Halle war dicht gefüllt, und das Er
scheinen des Hrn. Conivlon war das Signal
zu laurem, enthusiastischen Beifall. Die
folgende Liste von Beamten wurde verlesen
und einstimmig angeiioinmen:
Louis C. Smith Präsident, Jos. Gehring,
Thos. F. Madde», Charles Whinle, se».,
Anton Bohn, Joseph Sapp, Jod. W.Ripp
le, John Bnrke, Thomas M. Murphy, PH.
McAdams, John I. McAdamS, John I.
Peutz, Sylvester C. Tall, Johann Mack,
James M. King, Joseph B. Renette, A. C.
Schmidt, Peter McMahon, John P. Gal
vin, Michael Cullen, sen., Charles Boyce,
James Fliiiin, Wilhelm Turm, Jak. Tho
mas, Joseph Thomas, Wm. ConnerS, Hch.
Lander«, Johann E. Tiirding. Francis I.
Haydiii, John Powers, Johann Horsemann,
Gustav H. Elgeuhardt, F. Strecksusz, Karl
Kemper, Janies Graham. Brian Gallery,
M. B. Gump, Heinrich Lingemann, C. W.
Keidel, William Hogan, Roben I. Mc
Cnen, John I. Ryan, Tr. H. Hein
rich I. Schlegel, Heinrich Thumauu, James
McCuen, David Sauk, Paul Leipold,
Meyer Kadden, Samuel Weil, Samuel
Gans, Patrick R. Welch, Geo. I. Lawrence,
Daniel Flnnn, Patrick 'N>cMahon, iun.,
Johann Appel, Werner Windus, Georg
Schmuck, Heinrich C. Reiner, Albert M.
Dear und August als Sekretäre
Joseph Harig, Daniel McGoiiigle und
Taniel A. McLaughlin.
Hr. Smilh hielt bei Uebernahme des Vor
sitzes eine kurze, aber gediegene Ansprache,
in der er die Schuld für die Niederlage des
Hrn. Compron in der letzten Wahl als die
Schuld derjenigen Temokraien hinstellte,
welche sich in allzn großer Sicherheit ob der
kralischcn Ma>oriläl darstellle. „Wenn nur
noch weitere 200 oder üOO der Temokralen
der 17. Ward ihre Pflichi und Schuldigkeit
am Srimmtasteii gethan hätten," sagte er,
„so würde Hr. Mndd nicht gewagt haben,
gegen die Erwählung des Hrn. Complo» zu
proiestire». Wir Haben hier in der Ward
einen kleinen Familieuzwist gehabt. Laßt
den jetzt bei Seite uud reichl Cuch die Hände
zur Bersöhnuug!" (Beisall.)
t?r-Richter tSolSsborounh vor dem , Lincoln
viub. '
Seileus der Republikaner wurde die Cam
pagne im vieneu Congreß Tistrikl gestern
Abend durch eine Versammlung des „deutsch
amerikanischen Lincoln Clubs" in der „Me
chaiiics' Halle" an der West - Fayelteslraße
borvilgh, der rcpublilannche Candidai in
jenem Distrikt, feine Jungfernrede hicli. Tie
Vcrsanimlung wurde vom Präsidenten A.
Pfeil eröffuel, und nachdem eine Anzahl
neuer Mttglieder, darunier der '.>!avalO sfi
cer Mittoii G. Urner, Postineister W. W.
Johnson, HülsS-Postmejsler von
Ost Baliimore, Hafen W. T.
Burchinal, Hülss-Bu»desschav»icister
L. ÄelliNglou und Zolleiniiehmer Wm.
Marine, vom Sekretär Lonis T. Weis ein
getragen waren, wurde Hr. Goldsborongh
als erster Redner vorgestellt. In seinem
langen Vortrage zollle er den Teutsch Ame
rikanern besondere Anerkennung für ihre
Anhänglichkeit an die republikanische Panei,
der er sein ganzes Leben lang lreu geblie
ben sei.
Nachdem er hervorgehoben hatte, daß er
die Rominaüon als Candidal zwar nicht
gesucht habe, jetzt aber doch stolz darauf sei,
gab er seinen Zuhörer» eine» längeren Ue-
Herblict über die Thätigkeit der politische»
Parteien im Congresse und verdonnerte da
bei besonders die demokratischen Schachzüge
im letzigen Repräseittaiiienhanse. Tie Te
mokraten hätten durch Ihre Takiik die Ge
fetzgebnngsarbeiten auf Wochen verzögert.
Sollte er erwählt werden, dann wolle er sich
nicht auf Kosten des Landes in den Congreß
setzen und sagen, er sei nicht anwesend. Als
die Tarisbill angenommen wurde, sei kein
einziger Demokrat im Unierhause zugegen
gewesen. Die republikanische Partei sei
eine gesetzliebende Partei, sie begünstige das
öffentliche Erziehungswesen nnd strebe den
Schutz unseres Fabrikwesens an. Er er
kläre sich zu Gunsten von Einkünften »nd
werde stets für den Schutz des heimischen
Marktes eintreten. Fürst Bismarck habe
den ungeheuern Ausfchwuug der Ber.
Staaten'in einer seiner Reden nur der
Schutzzollpolitik zugeschrieben, und Deutsch
land versuche jetzt, die Schutzzollpolitik eiu
eingesehen, daß nur von der republikanischen
Parlei sein Interesse gewahrt werde und
deshalb stehe er auch ganz aus ihrer
Nachdem der Redner geschlossen, forderte
Präsident Pseil dieAnweienden auf, sich näch
sten Montag registriren zu lassen, uud theilte
mit, daß Hr. Geo. L. Wellington in Folge
Unwohlseins nicht, wie angekündigt, sprechen
könne. Aus mehrfaches Berlangen hielt
Oberst Theo. F. Lang eine kurze Ansprache,
in welcher er nach einigen schmeichelhaften
Bemerkungen über da? geschäftsmäßige
Borgehen des „Lincoln-Clubs" ebenfalls
die Nothwendigkeit betonte, sich registriren
zu lassen. Fünf Geschäftsleute hätten ihm
mitgetheilt, daß sie nicht stimmen wollten
dieieS Jahr, weil sie des ewigen Faklions
zwifteS müde wären. „„Giebt es," fuhr
Oberst Lang fort, „kein besseres Element in
der republikanischen Partei, das diesen Fak»
tionen daS Genick brechen kann? Was für
einen Nutzen hal die gesammle Partei da
von, weun Henderson oder Johnson ge
winnt? Wir wollen ehrliche Führer, einen
Blaine, oder Reed, oder McKinley, oder
bringt uns Henry Winter Davis zurück!
Wir wollen keine „Boße!" Wir wollen
Leute, die Willens sind, Alles zum Besten
der Parlei zu thun.""
Nachdem den Rednern der Dank der
Versammlung dargebracht war, vertagte
man sich.
Heute Mittag findet in der „Dushane Po
sten-Halle" die Convention der Republika
ner ans dem zweiten Congreß-Distrikt statt.
General Wm. At. McKaig, der demokra
tische Congreß-Candidat im sechsten Tistrikl
iwcstl. Maryland), war gestern in der Stadt
und drückte die größte Hoffnung aui eine er
folgreiche Campagne uud seine schließliche
Erwählung aus.
Die Registrir - Büreaux sind dieses Jahr
am Montag, den K., und Dienstag, den 7.
L'klober, zum letzten Male offen, und Adop
tivbürger, welche ihre Bürgerpapiere noch
vor jener Zeit erhalten können, sollten sich
die Gelegenheit nichl entgehen lassen, die
selben im Laufe der bevorstehenden Woche
zu beschaffen, damit sie sich am 6. Oktober
sich besonders für dielen Zweck, da in Folge
der großartigen Feier der Teuisch Amerika
ner doch die Mehrzahl der Geschäfte geschlos
sen sein wird. Bewohner der 17. Ward, die
ihreßürgerpapiere noch nicht erhallen haben,
sollten sich unverzüglich an Hrn. E.G. Jung,
Nr. 1521, Hanoverstraße, wenden. An ail
derer Slelle der heurigen Rummer macht
die Staats - Wahlanfsichrsbehörde die Re
gistrir ?okale bekannt, worauf wir besonders
aufmerksam machen.
Wettrennen zu Piinlico. Tie
Frank Brown, Prllsidenl,
veranstalixl am 7., 8., 9. und 10. Oktober
zu Pimlico Trabrennen, zu denen nahezu
200 Pferde angemeldet sind. An jedem der
vier Tage finden Rennen statt. Tie ausge
setzten Preise varnreu von §4OO bis 51000.
Tie Rennen versprechen daher außerordeitt
lich inieressaitt zu werden. Der Berein zählt
SOO Mttglieder und sind die Logen für diese
und ihre Tamen reservirt worden. Acht
s,'ogen werden den Miigliedern der Presse
zur Verfügung gesielll. Ter Preis 'ür den
Zulritt zum Grundstück ist auf ?! bemessen,
iPbei Tamen in Begleilung von Herren
freier Einirin gestatler wird. Tie Rennen
beginnen täglich um j2 Uhr, und Verlanen
Extrazüge der „Westl. Maryländer Bahn"
die Hillenstarion um 10.30 Morgens und
um 12.47 Mittags. Unter den angemxlde
ten Pferden befindet sich eine große Anzahl
von solchen, die eine Meile in 2,17j bis
2.20 Minuten durchlausen können.
Tiebrecht wider Evans.
Schwerwiegendr «»»sag» eine« «n<e«.
Ter Verklagte auf dem Zeugenstand.
Lange vor für die Fortsetzung der
Schadenersatzklage von Johann
wider William H. Evanö festgesetzien
Slunde war das Sitzungszimmer des
venor-Gerichls buchstäblich bis aus den letz
ten Platz mit Neugierigen gefüllt, die in
dem zu einer gewissen Berühmtheit gelang
ten Prozeß aus pikanie Enthüllungen ge
spannt waren. Jedermann wartete mit
Ungeduld namentlich auf das Erscheinen der
Frau Evans, früheren Frau Siebrechi, in
dessen Halle keine der beiden Parleien die
selbe vorladen lassen. Kur; nach il' 2 Uhr
wurde die Untersuchung mit dem Berhöre
des in Nr. 219, Secondstraße, wohnhaften
Hrn. Wm. McGuire ausgenommen, welcher
vor etwa drei lahren vier Wochen lang in
Siebrecht's Hause gewohnt hatte. Seinen
Aussagen nach lebie das Paar nicht immer
im besten Flieden mit einander. Siebrecht
pflegte sich seiner Frau gegenüber zu Zcireir
lehr rüder Ausdrücke zu bedienen, und
äußerte eines Tages zu dem Zeugen:
„Diese verd —— Weiber; sie sind zu durch
ans Nicht? nütz!" Seit fünf oder sechs
lahren habe die Frau gedroht, ihren Gatten
zu verlassen, und ihn, den Zeugen, gesragr,
welchen Advokalen er ihr empsehlen könne;
sie machte ihn zu ihrem Betrauten und er
zählie ihm häufig, wie schlecht sie von ihrem
Manne behandelt werde.
Der nächste Zeuge war der in 'Nr. 908,
Ost-,var>eileslraße, 'wohnhafte Tr. George
C. Worthington. Er kanme Siebrechr seit
acht oder zehn lahreu und erhielt von dem
selben vor sechs oder sieben Jahren den Am
trag, die Schwester seiner Frau, Lizzie, zu
untersuchen, wosür er ihm 510 Honorar
zahne. Das Mädchen war ungefähr >5
Jahre alt und wohnle damals im Hau'e
ihrer Muller an der Caroline oder Eden
Slraße. Durch die von ihm vorgenommene
Untersuchung ward festgestellt, daß sie sich in
delikaten Umständen befand, wovon er Sieb
recht dann in Kenntniß setzte. Im Kreuz
verhör machte Zeuge folgende Angaben:
„Ich kann mich im Alter des Mädchens ge
irrt haben: vielleicht hat sie auch 19 oder 20
Jahre gezählt, als ich sie unlcr'uchie. Sieb
recht hatte mich nicht zu dem Hau'e beglei
tet; daß der gute Charakter des Mädchens
jemals in Zweifel gezogen wurde, ist mir
nicht zu Ohren gekommen, und ich habe
hierüber auch nie zu Siebrechi gespro
chen. Hrn. Siebrechi gegenüber äußerte ich
dagegen, ich besürchtele, einer meiner Be
kannten habe einen zu iutimeu Umgang mit
dem Mädchen unterhatten: dieser Mann
war auch Hrn. Z iebrechi's Freund uud ist
nicht mehr am Leben."
Daraus ward Frl. Lizzie Peters nochmals
aus den Zeugenstand geritten. Auf die
„Haben Sie sich vielleicht geirrt, als
aussagten, Sie hätten während des
Februar uiid März 1889 in dem Laden ihrer
Schweiler gearbeitet, seien aber Äbends nach
Hause gegangen?" antwortete sie: „Ja, ich
habe mich geirrt. Ich verstand damals die
mir vorgelegte Frage nicht. Ich habe zu
jener Znt in dem Hause meiner Schwester,
Frau Siebrechi, gewohnt und mil derselben
in eine m Zimmer geschlasen."
Ter nächste Zeuge war der Verklagte, Hr.
Wm. H. Evans, selbst, Auslagen
lauteten im Großen und Ganzen solgeuder
maßen: „Ich lernte Siebrechi im 1877
durch Hrn. Thomas H. Hanwn kennen, wel
cher mich nach dessen Haus brachte, als ich
mir eine Jagdstinte kaufen wollie. -.'lach die
ser Zeil haben wir uns häufig an den Gun
niug-Shores aus Bird's Island und Mil
ler's Island getroffen und zusammen in
längeren oder kürzeren Zwischenräumen bis
Februar 1889 gemeinsame Jagd .'lusflüge
unternommen, oa er zu dein'elben Club,
wie ich geHörle. Diese Ausflüge wurden in
der Regel von mir arrangiri, indem ich am
Abend vor ihnen in seinem Hanse vorsprach
uud ihn aufforderte, mich zu begleiten; ich
stellte gewohnlich Pserd und Buqgy, und er
lieferte die nöthigen Lebensmittel: daß ich
diese Ausslüge vorbereitete, hatte seinen
Gruud daß ich mein Geschäft nicht zu
leder Zeil verlassen koiinle. Von dem zwi
schen den Eheleuten zeitweilig herrschenden
Unfrieden wurde ich von Siebrechi auf der
Fahrt zu einem der Guniiiug Shores in
Keniilniß gesel-t. Er erklärte mir, er habe
die Hölle im Hause; es sei zwar zumeist seine
eigene Schuld, aber diese verd Weiöer
sollten auch ihuu, was ihnen ihre Männer
sagien. „Wenn ich," fuhr Zeuge fort, „wie
schon angegeben, in siebrechi s Hause vor
sprach, war die stcls fleißig bei der Ar
selten Etwas that, sondern gemüthlich in
einem Sluhle saß und eine Cigarre rauchte.
Seiner wiederholt an mich gestellten Aussor
derung, ihre Streiligteiien zu schlichten,
habe ich niemals Folge geleistet. Aus einem
der erwähnten Ausslüge befand er sich in
hochgradiger Aufregung. Seine Frau, er
zählte er, habe alles baare Geld an sich ge
nominell und wolle ihn nur so viel zukom
inen lassen, wie sie sür gut befinde. Ich er
widerte ihm, er tonne keinen Raih von mir
schäft eigentlich gehöre, erklärte er, seiner
Frau, er werde sich iedoch an einen Advoka
ten wenden. Der Streit zwischen den Ehe
leuten hat meiner Beobachtung nach feit ze
ner Zeit nicht wiederausgehörl. Im vorigen
Jahre begegnele ich ihm eines Tages in der
Begleitung des Hrn. Pletscher an der Balti
morestraße; er verlangte von uus, wir soll
ten zu seiner Frau gehen und eine Beriöh
nung anzubahnen versuchen. Ich gab schließ
lich meine Einwilligung hierzu,
Siebrechi uud benachrichügie sie in Gegen
wart der Frau Briel, ihr Mann bereue sein
Benehmen ihr gegenüber und verspreche, sich
zu bessern und sein hitziges Temperement zu
bezähmen. Das habe er schon hundert Mal
gesagt, erhielt ich von Frau Siebrechi zur
Antwort; sie möge nicht länger mit ihm le
ben, sie könnten nichl unter ein uud demsel
ben Dache mil einander wohnen und sie be
absichtige, ihn zu verlassen. Ihre Schwester
gab ihr in jeder Beziehung Recht. Als ich
am folgenden Tage Siebrecht von dem Re.
sulial meiner Unterredung benachrichtigte,
setzte er mich davon in Xenntniß, daß seine
geleitet habe. Wenige Z age später erzählie
er mir, er sei bei ihrem Anwalt, Hrn. R.
Ouincy Hall, gewesen, welcher ihm verspro
chen, er wolle eine 'Versöhnung herbeizufüh
ren versuchen, und gerathen, aus euiigeTage
die Sladt zu verlassen.
Gemeinde Bers am m lung.—Tie
4. deutsche resormirte St. Johannes Ge
meiude hielt gestern Abend 8 Uhr in ihrer
Kirche an der Nord Calvertslraße eine zahl
reich besuchte Bersammlung, in welcher Hr.
Georg Hallinghausen den Borsiiz und Hr.
Chrisi. Hucke das Protokoll führle. Ter
Zweck der Sitzung war, über die beabsich.
llgte Renovirüng des Gotteshauses Bera
lhuiigen zu pslegen. Nach längerer TiSkus
sion wurde beschlösse«, der Kirche ein neues
äußeres Gewand zu verleihen. Die Seilen
wände, wie die H-rontmauer sollen neu ce
nienlirl und bemall, das Holzwerk, die Fen
ster und Gitter gründlich renovirt werden.
Tie Kosten sollen sich au' eiwa 5500 belau
sen. Der opserwillige Frauenverein der
Gemeinde erbot sich, 54W ans seiner Kasse
hierzu beizusteuern, was mit Dank accep
lirt wurde. Tie reslirenden GIOO sollen
durch sreiwillige Beiiräge ausgebracht wer
de». Zur Aufforderung zu Angeboten und
Prüfung von Comrakl wurde ein Comiie
aus den HH. H. Kalbfleisch, H. C. Tälaier
und Christ. Bohn ernannl, welches in Ver
bindung mit den Mitgliedern des Kirchen
raths einen speziellen Bau Ausschuß bildet.
Gnädig davon gekommen.
Louis Favre ward gestern im Criminal Ge
richt des thätlichen Angriffs auf seine Frau
Mamie schuldig befunden uud zu einer
Strafe von s>o nebst Kosten verunheilt; da
er dieielbe nicht entrichien konnle, wurde er
in s Gefängniß gesandr. Nachdem das Ur
lheil gesprochen war, erklärte einer der Ge
schworenen, Hr. John P. Rhades, der Ob
mann Joseph H. Pfister habe drei Mitglie
der der Jury nicht um ihr Berdikr befragt.
Richter Stewart ordnete insolge Teffen an,
daß sich die Jury wieder in ihr Zimmer zu
rückzugehen habe, wo sie sich dann auf ein
auf „schuldig" lautendes Berdikr einigte, in
welchem sie jedoch gleichzeitig den Angeklag.
ten der Gnade des Gerichishofes empsahl.
Richter Stewart ließ es >edoch bei dem frü
heren Urtheil bewenden. Wahrscheinlich
wird min aber ein Habeas Corpus-Berfah
ren Behufs Favre s Entlassung eingeleitet
werden, und zwar aus den Grund hin. daß
das Urtheil bereits gesprochen war, bevor
sich die Geschworenen ordnungsmäßig auf
ein Berdikt geeinigt hatten.
Im Crimiiia l-G ericht wurden ge
stern James Tracey und Edward Triscoll
schuldig besundeii, vor kurzer Zeit an der
Shell Road zwei Leine, Namens Richard
son und McKinsley, um 575 beraubt zu
haben. Auf Antrag ihres Anwaltes ward
der Urtheilsspruch jedoch verschoben.
Ein Testament angefochten.—
William E. und Hugh Gelston fechlen im
Waisengericht das vom 9. Juli 1889 datirte
Testamenr ihrer Großmutter Mar« Hair an,
welche ihr gesammtes Bermögen ihrer Toch.
rer Larah E. Thomas hinterla-ien hat. Als
Grund für ihre Klage gcben ne an. die Ver
storbene sei bei der Abfassung ihres letzren
Willens in ungesetzlicher Weise beeinslußr
Im Waise n-G ericht wurde gestern
von Elisaberh z/onaldwn eingereicht, ivor
nach derselbe einen abgeschätzten Werrh von
5304,075.03 besitzt.
Kardinal Gibbons firmte am letz,
ren Sonnlag in der Pius Memorial Kirche
82 Knaben uud Mädchen und drei erwach
sene Conveniten. Parer George Deviiie
und F. A. Dugan »Minen ihm.
Wer zeilig kaust, .
Kerbli-Änzüge.
kleine
Othm'ö Acmc-Hall.
I!r. 5 und 7, M-Mliinorr-,
1234.71 nahe lüirles-Ttraftc,
Brände. —Kurz vor 9 Uhr gestern Mor
gen branille ein Holzschuppen hinter dem
Hau'e Nr. 126, Tallasstraße, Eigenthum
von Jakob Beriich und beiiuizi von Georg
Bradsord, nieder. Der Schaden beträgt
520. Ein Alarm wurde vom Kasten Nr.
157 eingesandt.
Schade ii ers atzk l a g e.—Ter in Nr.
28, Nord Bondstraste, wohnhafte Caleb H.
Holden klagt im Snperior Gericht wider
August Fenncmann von der „Consnmers'
Ice Compagnie" aus Schadenersatz
sür Verletzungen, welche ihm angeblich da
durch zugesügl wurden, daß er vor einigen
Monaten an der Ecke der Gay nnd Bali,
morestraße von einem Wagen des Verklaglen
überfahren wurde.
Vor d e m Bunde S-E o m m issär.
Chas. Collier von Nord Carolina stand ge
stern vor Bundes - Commissär Rogers unler
der Beschuldigung, ein gesälschies Tollar
stück verausgabt zu babcu, und ward uir ein
weiteres heule stattfindendes Berhör festge
halten. Collier ist ein Krüppel und hal sich
ohne Mittel bis hierher durchgeschlagen.
Bon demselben Commissär ward Friedr.
Sckiwartz unter 5200 Bürgschaft sür se,n Er
schein/!! vor den Großgeschworenen gesteUi,
weil er sich in zwei Prezinkten der 9. Ward
hatte registriren lassen. Die Bürgschaft
ward von einem Herrn gestellt, welcher
Schwary als einen ehrenhaften Mann kennt
uud überzeugt ist, daß er kein Unrecht hal
ll n s ä l l e. Die 9 Jahre alte und 212,
Karren vor ihrem Haine übenahre». Trei
Finger wurden gebrochen und außerdem er-
Ter Kulscher August Güiilher wurde vom
Polizisten Pfister verhaftet uud erklärte bei
dem Berhör vor dem Richter, daß er von
George Clinc beschäftigt werde und ans dem
Hofe von M. Ingram Erde fortgeschafft
habe. Als er den Karren zurückgeschoben,
habe er das Kind nicht bemerki. Richier
klage erheben könne.
Gestern Nachmittag erlitt Hr. Peter
Campbell, ein 21 jähriger '.liigestelller der
„Ballimore-Ohio.Bahii," bei seiner Arbeit
an der Ecke der Prall und Charlesstraße
eine schlimme Verletzung seines rechten
Fußes. Cr wurde zuerst nach dem
Hospiral" und dann nach seiner Wohnung,
Nr. 422, Conwaystraße, geschasst.
Jugendliche Taugenichtse.
Georg Ellerbach, ein Ii Jahre aller Knabe,
und der im gleichen Aller stehende Georg
Bieddiger wurden gestern Morgen vom Po
lizisten Smilh verhaftet, als sie linier den
Sluseu einer Treppe an der Calvertslraße,
wo sie während der Nacht geschlafen hatten,
hervor krochen. Tie beiden Schlingel wnr
de» nach der südwestlichen Polizeistalion ge
bracht, Ivo sich heraus stellle, daß dieselben
seit Mittwoch voriger Woche ihre elterliche
Wohnung verlassen. Bieddiger, der in Nr.
845, Woödwardstr., wohnt, wurde während
des Morgens von seinen Angehörigen nach
Hause geholt. Es ist jedoch nicht ausge
schlössen, daß er, wie sein Gefährie zu einer
Bande Burscheu gehören, welche in einer
uiibcnutzlen Werkzenghülle in der Nähe der
Ziegelbreiinerei in <:üd Baltimore Unter
schlupf suchen, und in welcher Polizist Smilh
eine Anzahl Pserdegeschirre, welche die Bei
den »in noch zwei anderen gestohlen haben
sollen, fand. In der Hülle befanden sich
auch Lebensmittel, Kessel, Decken und an
dere Haushaltsariilel. Ollerbach, der sich
noch im Sialionshause befindet, wird wahr
scheinlich der Besseruugsauftalt überwiesen;
er wohnt an der Raborg , nahe Fremoinstr.
Seine Mirtrer wurde vor kurzer Zeil iu's
Gesäuguiß gesandt: seine Schwester befindet
sich im „House os Reuige." Wahrscheinlich
hat das Lesen von Schundlileralur die jun
gen Bürschcheu verdorben.
Tie Beerdig nng des gestorbenen
P. T. Tawi'on, eines wohlbekannten O'rund
eigenihnnis Aglnten, findet am Mittwoch,
Nachmittags iim 2 Uhr, von seiner Woh
nung, Nr. 1627, üst Ballimorestraße, aus
statt'. Pastor I. Sl. Clair Neal von der
bischöflich melhodistischeii Broadway Kirche
wird die Leichenrede hallen. Hr. Tawjou
stand im Aller von 72 Jahren und ging im
Jahre 1849 nach Calisornien. Er kehrte im
Jahre 1851 hierher zurück und hat seither
stets in Baltimore gewohnt.
Mit den Arbeiten an dem offe
nen Durchschnitt sür die „Bellbahn,"
Ecke German- uud Howardsiraße. ist gestern
begonnen worden, indem man die Pserde
bahngeleise zn-ächst aus die Ostseile der
Howardstraße verlegt.
Kainvse in Zcnegambie».
Paris ,29. September.—Depeschen aus
Senegambien melden, daß der Häuptling
Ahmadon die Slalion Kumaiari belogen
hat, jedoch schließlich von den Franzosen in
die Flucht geschlagen wurde. 380 der Ein
geborenen wurden getödtet.
Auslralie»'» Arbeiterwirre».
Adelaide, 29. September.—Tie Dock
arbeiier, welch,: bisher im Ausstande wa
ren, kehren jetzt allmälig an die Arbeit zu
rück.
London, 29. September. Eine De
pesche aus Erzerum meldet, daß sich die
Sachlage in Armenien immer bedenklicher
gestaltet. Die russische Regierung Hai 72,000
Mann Truppen an der Grenze von Arme
nien conzenlrirl. Die Türken erwarten
einen Angriff. Sie versorgen die Kurden so
rasch, als möglich mil Waffen und Muni
tion und treffen andere Vorbereitungen zur
Bekämpsung der Russen. Rußland verstärkt
auch seine Slreitkräste an der Grenze von
Oestreich und Persien. Als Vorwand sür
diese Machtentfalluug wird angegeben, daß
wirk'amere Maßregeln zur Unterdrückung
der Schmuggelei nothwendig seien.
Wien, 29. September.—Man munkelt
hier, daß gestern in Belgrad ein Versuch zur
Ermordung des jungen Königs Alexander
von Serbien und seines Baters, des Ex-
Königs Milan, verübt wurde. Tie gestern
veröffentlichte Angabe, daß eine Patrone
oder Bombe zufällig unter der königlichen
Kuische explodirte, wurde von der Behörde
verbreitet, um Aussehen zu vermeiden. —
Heule verlau'et, daß von einem Haincu Zn>
ter geseuert wurde. Tie Behörde unter
drückt alle Einzelnheiten.
London, 29. Sept. Caüinoni, der
schweizer Radikale, welcher den Siaarsrath
Rossi beim Ausbruch der kürzlichen Revolu
tion im Kanioii Tessin zu Belliuzona ermor
dete, ist auf Veranlassung der schweizer Re
gieruug in London verhaltet worden.
Internationaler Techniker-Tag.
New-?)ork, 29. September. ?ie
Mitglieder des „British Iron and
Institute" und des „Bereins Teui'cher Ei
senhüttenlenle," welche heule früh aus dem
Dampfer „Servia" ankamen, wurden ein
geladen, heuie Nachmittag der Sitzung des
„American Jnstiture of Mining Engineers"
in der „Chickering-Hatle" beizuivohrien, und
mehrere derselben machien von der Einla
dung Gebrauch. ES befinden sich 530 Mir
glieder beider Vereine in der Ztadr. und
ihr Hauptquartier ist das „Park Avenue
Hotel." Ex-Mayor Hewitt sühne als Prä
sidenl des „American Jnftilule oi Mining
Engiueers" den Vorsitz über die heutige
Bersammlung, in deren Verlauf circa MO
neue Milglieder aus den Ver. Liaaien,
England und Canada aufgenommen wur
den. Tie Abhandlungen, die vor der Con
ferenz verlesen werde» sollen, wurden dann
veriheilt. Morgen beginnen die Berband
lungen unter Auspizien de« Briii b Iron
and Steel Institute" und dauern bis zum
Samnage, an welchem Tatum die Milglie
der uud ihre Tamen nach Philadelphia ab
r<sHn werden.
Die Washingtoner Agentur
de?
„Deutschen 6orrespondentcn."
ist von .«. - Ztras,e. Nordwest. n,-H
Nr. 4«i7, I-Strane, Nordwest,
verleg! worden. .«Zweig Nr. !>»3. 7. Zlr.,
Nordwest. '.lineiqen. u. s. w, werden ei-.t-
Vokalverictite aus ÜSasliiugton.
A blebe u. „St. Eliiabeih '>o>vi
tal" ist am Sonntag im Alter von 42 fah
ren Hr. Charles geslorben.
Nach länger schmerzlicher Krankheit
starb am onnlag in seiner Wohiiniig.
107, F Straße, Südost, Hr. EdnardKahler.
Zu Gunsten der Arbeiler enr
schiede n.—Eine für eine Anzahl Ärb, ner
höchst wichlige Enlscheidung iü gestern vom
Friedensrichter A. S. Ta>>lor abgegeben
ivorden. H. G. Lngenbiei, der Bormanii
an einem Ecke >O. und 11. Straße zn errich
tende» Gebäude, hatte gegen Hoica B.
Moullou a»f Rückerstattung von ?> »> qe<
klagl, welche derselbe, wie Kläger behauv^l,
viel und die übrige» bei dem B>iu lu Ii
liglen Arbeiler hallen von dem Eigeulhümer
des Hauses eine große Summe rückständigen
Lohnes zu sorder». Hr. Moullou hatte die
selbe eingesorden und sür seine Tienstlei
stlliig von dem collellirlen Gelde eines jeden
Arbeilers in Prozent zurück gehalle». Lu
geiibiel erklärt, daß er Moiitto» leiiieswegs
gestattet, Geld iür leiue Bemiilmuge» zn
nehmen. Hr. Moulion und mehrere von
ihm vorgeladene iagie» ans, daß
die Arbeiler ihm Moulioin in bis 25 Pro
zeitt angeboten hätten, wenn er ihiien die
Schuldforderuiig eintreibe. Richter Taylor
erklärt, daß ein derartiges Abkommen keinen
Werth habe. Ter ganze den Arbeiiern
schuldige Belrag sei abznliescrn gewe'en.
Feuer auf ein c in Schi' fc. - In
folge der Cxplosion eines o>'asoli»
eiilnand gestern Bormiriag eiu Brand der
lachl „Alerk," welche an der Werfte der
„Grear Falls Ice Comp." an der 11. Slraße
vor Anker liegt, Fener. B>au versmiile, de»
Brand zu ersticken, doch griffen die Flammen
so schnell um sich, daß die Feuerwehr zur
Stelle gerufen werden miißle. Ter ange
nchrele Schaden belräg! 5>500. lie laäir,
welche Eigenthum von Horace Coke, Be>
gerade von .'ltlaniic Ciiu, angekom
men, war erst kürzlich nnt einem Kosienaus
wand von 5>WO reuovirl worden.
In den Arm geschossen. Als am
Sonnlag Abend, 7 Uhr, der Tamvier „Sa
muel I. Pein?" a» der Werne aule.tte, eilt«
stand dafeibst ein Siieit zn>i'ä>eii William
While und Thomas '')! eil!. Tie Polizi
sten Treadwell und Riock erseliieiien an'' der
Szene, und Ersterer faßle sl'Re>ll. ÄIS
er ih» sorisührle, wandle sich 'I Meill um
und senerie über des Polizisten Schütter
weg ans White, ihn in den Arm treffend.
Cr wurde emwaffuet und zur Polizeistalion
gebracht u»d unter s'>oo Bürgschaft für den
Prozeß gesielll.
Die Jahres-Coiivcnlion de«
Berkä » ser vo » Dro gne » " i«at
gestern Abend im „Arliiiglo» »olel" ihre»
Ain'aiig genommen. :!>»> Tclegaien von
Philadelphia, '.>!ew Chicago, Balii
more, St. Louis u. s. w. find erschiene».
Weitere Sitzungen finden statt: Heine >0
morgen 8 llbr Bonn, und am Toniieniag
10 Uhr Bonn, nnd llhr '.'iachm. Äm
Freilag wird ein '.'lnsflng nach Mounl Per
noii unter de» Aiisvizie» der Großhändler
in Baliimore veranslaiiet.
Tic PoUkommcnlleit der <sisenbadn
wird durch die Züge der i!»vu> i!>»>- 1.,»,
welche ictzt zwischeu Washiuglon, Baliimore.
Philadelphia und New auf der „Bal
timore sl hio Bahn" fahren, veranickiaulichl.
Waggon eines jeden Zuges in veüi»
bülirt, soivohl Gepäck Waggons, wie Tag-
Waggons, Parlor Waggons und Tchlas-
Waggoiis. Alle werde» mil Danips geheiz
und mit Pinlsch Gas erleuchtet. An jedem
Waggon ist die Erfindung zur BerhindeniiiH
des Ineinanderschieben» «.des sogenaiinlcir
Teleskopens) angebracht. Ter gewöhiiljcli«
Reisende, der im Tag Waggon sahn, iß!
daher mit denselben Maßnah
men umgeben, wie der exklusivere Passagier,
der im Parlor- oder Schlas-Waggon sähn.
i>ür die Bequemlichkeil der Tag Waggons-
Passagiere ist des Weiteren durch gesonderll
Waschanstalten sür die Herren und Tameii
in jedem Waggon gesorgt. Eine besondere
Rauch Ablhcilüug in ledem Waggon ist eben
falls eine Neuerung, die sich den Liebha
bern des ivohlduflcndes Krautes empfehle«
wird. (2:i-.>,4,«!,8,
Tie beabsichtigte E>nla d u » c>
an die C o irv c n li-o!>--d er 5 r a h l f
brikante n.—Tie „'.Niehl »»>
Börse" eriiaiinle gestern ein Comiie beste
hen» aus den HH. Blanchard Rand all, Hy.
A. Parr und P. H. MacEnll, welches zu»
sammcil mit einem gestern gleichsallS er
nvnntkn Comite der Handelsbehörde beste-
L. Reid nnd Georg '.'l. v. Liiigen, soivi,:
dem Gaslfreundichasls Comiie des „Vereins
der Kausleuie und ibrilaineu" bestellen»
aus deu HH. Tau. E. Coullin, Irvin A.
Buck, Thomas I. Shniock, L. L. .Nickion?
Andrew D. Io»es, W>». v. ')enncg>ii »n!>
Ed. B. Bruce über die beabsichligle Einla-
Eisen- und Slahlfabiilaiiten beraihe» nnd
für Unterhaltung derselben, im .volle die.
Einladung angenommen wild, Sorge Na
gen sollen.
Polizeiliches. Charles Thonia»
wurde gestern vom Richter Hebb den
geschworenen überwiesen, weil er dem in
Nr. > >O5, West Lanvalestraße, wohnhafte»
Heivett Beaslen, am vergangenen Ton
nerstag einen Revolver einwendet haben
soll.
Ter Neger Andrew Matthews, wel
cher seit dem 9. Sepiember von der Polizei
gesucht ward, weil er seine Rasseugenosiiu
ist geyern Morgen erwnchi und vom Richier
Hebb für das wettere Criminalvcrsahre»
festgehalten worden, obgleich Maggie ihn
nichl gerichtlich zn verfolgen wünschte.
Heinrich Wiechmann ist aus die Be
schuldigung hin verhafte! worden, Louis
Thiesing in einer Wirtschaft in Südwest-
Baltimore mil einer Bierslasche über den
Kopf geschlagen zu haben. Cr wird am t.
Ottober ein Berhör zu bestehe» habe». Hr.
Thiesiug erhiell eine schwere Wunde niiZ
mußte nach dem „Maryländer Uiiiversiiäls
— Thomas Walsh, ein Arbeit in C.
Nr. :14, Ost Montgommerystraße, wurde
am Samstag auf die Beschuldigung hin ver
haftet, den Superinteiidenlen loi. Reight
ier am Freilag zu Boden geschlagen zu ha
ben. Hr. Relghilcr schlug mit dem Kopf
ans das Steinpflaster und erlitt eine Ge
hirnerschütterung. Sein Zustand ist ein
nichl unbedenllicher. Walsh wurde >ür ein
am nächste» Tieiistag stattfindendes Berhör
festgehalten.
«Serichtsverliandlungcu.
Criminal Gerich t.— > Bor Richter
Stewart.) - Wegen rhällichen Angriffes
Louis Favre, s>o Strafe liebst Kosten, in
Halt gcsanot; Karl (5. Heidcriiiaiin. nicht
schuldig. Wegen Tiebstahls .'«ls. Tra.ey
und E. Triscoll, schuldig, Urlheil verscho
ben; FrankChapmaii, niederge'chlageii;
Neger William H. Brown, vier Monate
Slaals ArbeilshanS. Wegen zu schnellen
Fahrens loh. Hanmanii, niedergeschla
gen. Wegen Ueberlretung der Cab Verord
nung—John Purcell, Klage zurückgezogen.
Wegen Anzav'ens von Telegraphendr-.lnen
Terry W. WaldhauS, ver'choben. .'luf
der Registrande für Heine stehen folgende
Fälle: Emma Zvreebnrger, Thomas Me>ean,
Joseph Welsh, William F. r>'eorg!
W. Roberls, Edward Johnson, Manne Zo
ster. William Glllen, »?eorg '.'umme!, Vouls
Kirchheinier nnd Karl E. Wellener ueq :»
Tiebstahls; Joseph Raymond wegen Hehle
rei; Harry wegen llnstllllchcn .'ln
las. Goulden', Roberl nno />as.
Blake wegen : >''eo. Wilson,
Paff, Roben A. .>lnnallii, Jeremias
I. Crowlep, Ignaiius 2)!oresti, Reger
Thomas, William H- »»d Alice Colcman
wegen thällichen Angriffes; Neger Maines
Blake wegen Ueberlretung des Lolleriege
seyes und Neger Henry Williams wegen
BagabuiidirenS.
Amtliche Vriefliste.
N l> i t i m or e, den Utt. Zevlember 18V0.
4. j'lumberq! B. ' Dieejintl. Auiiros?
r>. !!0. Merl!, .'i. e!.
ki. i»«l>Ucl?sl», Mr. !i7. MuUer
7. i!. '.>t>»viek. .'iai^irni
tt!. Tesi.iiier, esk>irl. <4. Kcimer»
17. 7,r n i-ko;ki, >lga.icS4X. >)da
1«. «'«oldsus, M. 4«. Zchoi«.
. eck. s«'2.
Siemp, Äix <>o. Wivreaa, Luliu»
!ZO. Kurz, 10l n »>l. Wolf, .loseph
ijl. Äioezko. Woiclck t>2. W »c, R.
üü. W. Johnson, Postmeister.

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