OCR Interpretation


Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, December 17, 1890, Image 4

Image and text provided by University of Maryland, College Park, MD

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn83045081/1890-12-17/ed-1/seq-4/

What is OCR?


Thumbnail for

Aer Deutslke Borrespondent.
Mittwoch, t 7. Dezember tttW.
UntervaltungS-Wegweiser.
„HarriS' usrk - Akadcmie >"— T? e' e Woche
Front-Str.-Theater." Jeden
. «na^en -Theater." Diese
An Anzeiger! (Eine neue Einrich'
tung.) Alle Verlangt-, Stellen
gesuch- und ähnliche Anzeigen
erscheinen im ~C o rre fpond e n te n" in
beiden Sprachen (der denischen und
englischen), ohne Extra-B erech u u ng.
Nur die Gebühr für die deutsche Veröffem
lichung wird berechnet.
?c> t )
llie z'nblistiecl in ttio "(!
j» l»)N> <b:nA-
Ü!-k and «eil»!»») -Vi>t>i'ri<»^s.
snr.
Gelder nach Deutschland.
Geldsendungen nach Deutschland, die für
Weihnachten bestimm: sind, sollten sehr bald
gemacht werden, damit sie rechtzeitig ein
treffen. Wenn sie früher ankommen, sind
sie darum nicht weniger willkommen; wenn
sie aber zu spät eintreffen, so verlieren sie
als Festgeschcnke viel von ihrem Werthe.
Die Expedition des „Correfpondeinen" ver
mittelt die Auszahlung von kleinen und
großen Summen in Deuischland auf das
Pünktlichste uud Billigste. Man adrefsire:
F. Raine, Balttmore, Md.
rtite l—„„Srapellauf des „Fürst
Bismarck,"" Vermischtes aus der alten Welt,
Vermischtes aus den Ver. Staaten, In
land Tepescheu, SchiffSnachrichien, Ab
fahrtslage der Tampfer von New - ?)ork,
Grundstücks - Übertragungen, Baltimorer
Viehmarlt, Markt- uud Börsen - Berichte
und Viehfutterpreif'e—siehe dritte Seite!
Stuf dem Weihnachtsmarkte.
Lcscr bci'm <?>nlauscn von Aeftgat>en.
Wkili-N^ckit! so^nh^lissckttver!
Ter Weitergott hat Recht gehabt, daß Re
gen im Anzüge sei. TaS ist freilich kein
richtiges Wetter für den WeihnachtSwaiide
rer, der mehr Freude hat, wenn der Winter
mit kaltem Hauch über Stadt und Land fährt
oder die flimmernden Schneeflocken munter
vor sich hertreibt. Toch darf ihn Ties nicht
abhalten, den begonnenen Rundgang fort
zweyen. Und fo leuki er feine Schrine zu
nächst zu den Liebliiigsgeschäfien der Ta-
Ter Maid den Gatten mit,
Den Männern soll, fo hörte der Weih
nachtswanderer sagen, Allen eine gewisse
Sucht anhaften, sich über die Putzsucht und
Putzlust der Damenwelt lustig zu machen,
diese Vorliebe des schönen Geschlechts sür
hübsche und elegante Kleidung zu bekriteln
und zu bewitzeln; >a, einige Männer folleu
sogar iu iyrer Rücksichlslofigkeit fo weit ge
hen. zu behauvten. daß diese Vorliebe sehr
große Nachtheile habe. Sicherlich sind diese
Schwarzseher aber vermuthlich griesgrämige
alte Junggesellen, denen die Well nicht schö
ner, als Gran in Grau erschein:; ein ande
rer Manu wird schwerlich so urtheilen, wo
fern er ein Herz und natürlich auch das nö
thige Kleingeld hat. Welcher Mann sollte
denn wohl sich so weit vergessen und einen
Stoßseufzer über die „theuren" Frauen,
Schwestern, Bräute geu Himmel feuden,
wenn eine unserer schönen Leserinnen dem
Gallen, Valer, Brnder odxr Brärttigam mi!
bezaubernder Sprache die Schönheil dieses
Seidenstoffes, die Pracht jenes Sammets
preist oder ihn bittet, im Geiste sich vorzustel
len, wie hübsch sie ein Kleid aus dem rosa
sarbenen Seidentüll dort oder aus jenem
weißen Caschmire oder dusligen indischen
Salin kleidet. Die Damen haben ein grnes
Auge 'ür all' Dieses, uud wenn wir heute
besondere Geschäfle empfehlen, in welchen
man den Ansprüchen der Damenwelt Rech
nung rrägt und die größre, reichhaltigste
Auswahl von Schnitt- nnd Pritzwaaren in
anerkannrer Güle uud Preiswürdigkeir aus
gelegt ha!, fo sind die Tarnen felbst dabei
unsere Beratherinnen. weil sie eben diese
Geschäfte besuchen. Was man an Seiden
stoffen, die Frankreich erzeugt, an gutem
Sammet, Wollstoffen, Leinen, indischen
Satins, Kleider-Cheviots, Putzwaaren :c.,
sowie an sertigen Damen- u. Kinderkleidern
wünsch!, findet man hei
S. Kann, Söhne Sc Comp., Nr.
509, 511 nnd 518, Süd-Broidway;
B. N oah 6- Sohn, Südost - Ecke des
Broadway und der Eastern-Avcnue;
Gebrüder Posner, West-Lexington-
Straße;
Joel Gutmann Sc Comp., Nr. 112
bis 122, Nord-Eurawstraße;
Hamillon Easter K Söhne, Nr.
23 bis 27, Ost-Balttmorestraße;
Hecht, Nr. 51S, Süd-Broadway.
Spielwaarc», Puppen und Vhristbaumver
„Wtll>nach!Zb<ium, heller Weihnachtsbaum,
Iu giü^umflosjerlcS
Weihnachten ist so recht das Fest der
Kinderwelt, und Niemanden erstrahlt der
Ehristbaum Heller und glänzender, Niemand
siehl dem Kommen des Christlnidchens oder
des Sanka Claus mit mehr Ungeduld eiit
wird schon dafür Sorge Nagen, daß die Er-
Wartungen nicht reiäuschl werden. In den
mi! tausend und aber lausend Sachen nnd
Sächelchen vollgepackieu Spielzerrgläden
sinder Jedermann Etwas, was Jubel und
Freude in der Kinderstube verursacht. Tie
Spielzeug-Industrie Amerika's hat sich
nämlich gewaliig entwickclr und ihre Er
zeugnisse sind denen Teulschland s und
Frankreich'S, welche bis vor wenig Jahren
säst uiiumschränkr auf diesem Theil des
Weihnachlsmarltes Herrschren, in jeder
Weise gewachsen, übertreffeu sie sogar häusiz
iu Bezug auf Zolidrlni.
Vom Ein'achsten bis zum Elegantesten
sind die Spielzeuge ausgestellt: Schlitten,
Wagen, Werkzeug-Kästen. Kegel, Schaukel
pferde,Velocipedes,Puppen iri allen Größen
von den einfachsten bis zu den kostbarste»,
Puppcnzimmer. Gewehre, Bilderbücher,
Baukasten, Menagerie'», Trommeln, Säbel,
Zinnsoldaten, Waarenhäuser, Kegel- und
ändere Spiele,— kurz, die Auswahl ist eine
unendlich reiche. Man statte nur deu sa
genden Geschäften einen Besuch ab, uud
man wird sich selbst davon zur Genüge über
zeugen können.
Heinrich Schwarz, Nr. 15, Ost-
Baltimorestraße.
Joel GutlNalin L- Eo., Nr. 112 bis
122, Nord-Eutawstraße Puppen).
S. Kann, Söhne >K C 0., Nr. 503,
Sil, 513, Süd-Broadway.
John H. HitchenS, Nr. 225, West-
Lexingtonflraße.
Schmucksachen, llhre». Wold- uns Silberwaa-
mildes r'iHt,
Ja. Goldschmuck und Geschmeide, daran
hängt das Herz der Frauen, und eine schöne
Uhr, sie ist fchon die Sehnsucht des kleinen
Knaben, der eben zizr Schule gesandr wird.
Deshalb sind solche Festgefchrnle wohl stets
hochwillkommen, und wer sich nn Besitze der
nötyigen Mittel befindet, wird ohne Zweifel
Viel Freude bei seinen Angehörigen uud
Verwaudlei: !>der Freunden erregen, wenn
er eine jeuer glitzernden Klenngkeileu. einen
Schmuck, ein Silberge'chirr, Waud- oder
Taschenuhr, Ringe. Armbänder, Busen
nadeln u. s. w.. i, der >,uch -inen der rn ge
schmackvoller Fas'una prangenden, funkeln
den Sl/'iie den Bmefsenden au' den Weih
liachtSiüch leg!. Tie zur Anficht ausgeleg
ten Tinge find staun«lisivcrlh. Immer neue
und immer feinere Faxons werten anzeser
tigt, uud namentlich die 'Nachahmung van
Blumen und Blättern in Gold ist zu einer
überraschenden Vollendung gediehen. Die
Uhren- und Juwelier - Geschä're diesiger
Stadl sind angefüllt mir all' diesen neuen
Erzeugnissen auf dem Gebiere der Uhr
macher-, Gold- nnd die
Preise sind mäßig, und wer,reell bedient
werden will, der wHide sich nur an die Ge
schäfte von
Henry G, Bojgt, Nr. 217, Nord-
Erttawstraße.
Atoll Stoib, Nr. cvö, West-L«k
inatcusirc^e.
C h a s. Overbeck, Nr. K 24, Ost-
Baliiincrefiraße.
W. F. Bissing, Nr. 104, West-Bal
timorestraße.
Ehar t e s A Rou s h, Nr. :<S, West-
Lexüigtousttaße.
Theo. Sachse, jun., Nr. 414, West-
Prattslraße.
A. S. Warner, Nr. ZSI, Ost - Balti
morestraße.
'i'i.e Nr. 33,
West i'cringU'listraß:.
Ssmuel K - rkS: Lcm p.. Nr. IZ4,
O.ft-Battlmvrestraße.
Vilser, Biidcrralimen, Spiegel, Photogra-
N'.chts ist mehr im Slande, das Heim
wohnlich )n gestalten, als e:u liüb'cheS Bild,
eine geschmackvolle Wand-Dekoration oder
ein gefälliger Schmuck einer Ni'che und
Zimnierecke. Niemand versteht es aber
wohl besser, als d>e dcnlfche vans»ran threr
Wohnung einen behaglichen Eindruck zu ge
ben. daß Jeder mir Freuten in derselben
verweilt. Schöne Gemälde,
bilder. Marmorstalüen, Thonkrüge u. s. w.
sind ein gesuchter Schmuck, und gereicht eö
dem hiesigen Teunchthum zur großen Ehre,
daß es verschiedene KunstgaUerie'n befitzt,
welche es durchaus verdienen, proteairi zu
werden. Da sind zu nennen die Handlun
gen von
Schneider ek F u ck ö, ?cr. 17, Ost-
Balnmorestraße,
ivelche eine Knnstgallerie erster Klan? be
sitzen. In ihrem Geschäft, welches durch
die Umsicht, den Unternehmungsgeist und die
Rccllilät der beiden Herren zu seiner jetzigen
Höhe gebracht worden, findet man Alles,
was die heimische uud ausländische Kunst
erzeugt, von der Photographie bis zum O el
gemälde, vom kostbarsten Goldrahmen bis
zur einfachen Einfassung.
Richard Walzl, Ecke Eutaw- und
Frauklinstraße,
hat ebenfalls eine reich: Auswahl von Bil
derrahincn, Staffeleien und tergl., und ist
nii! Hülfe einer Reihe geschickter, permanent
angesleUier Künstler auf das Beste vorberei
tet, seinen Gönnern die unvergleichlichen
modernen Arislographie'n. Portraits in l'e
bensgröße, Crayons und Pastellbilder zn
liefern. Wer daher die Absichl hat. Freunde
und Verwandte mit dem Bildniß der eige
nen Per'on zu überraschen, der denke, daß
es jetzl an der Zeit ist, die nölhige» Bestel
lungen zu macheu. Empfohlen werden auch
noch die Ge'chäfte von
G. C. M üller. Südost-Ecke von Bank
Straße uud Broadwah:
Daniel Ben dann, Nr. 28» Ost-
Baltimorestraße :
W. C. Russell, Nr. S. Nord-Charles-
Straße.
So sagt irgendwo Geibel nicht mit Un
recht. Und woraus ließ sich seiu Spruch bes
ser auwendeii, als au> ein gutes Buch, das
nicht nur Unterhaltung, sondern auch Beleh
ruug bietet. Bücher habe» deshalb auch
stets einen hervorragenden Platz auf dem
Weihnachtstisch eingenommen. Wie viel
Freude bringen nichl den kleinen und gro
ßen Kindern die hübschen Mährchenbücher
von Grimm, Bechstcin. Hauff und Ander
seil, wenn die gütige WeihnachlSfee ihnen
dieselbe» uuier den lichtstrahlenden Tannen
baum gelegt hat! Auch das reifere Alter
weiß eiu guies Buch oder eines der unter
richtenden Sammelwerke vor anderen Ge
schenken zu schätzen, und die Werke eines
Reuter, Scheffel. Bodenstedt, einer Marlitt
u. s. w., wie diejenigen unserer klassischen
Dichterheroen haben einen unvergänglichen
Werth. Welche deuifche Familie hätte
daher nicht, wenn auch nur einen kleinen,
Schatz deutscher Bücher, zumal sie zu so billi
gen Preisen zu haben sind. Man halte nur
einmal Umschau in den unten genannten
Geschäften, die außer den bestafsorlirlen Va
gern von Büchern auch die reichste Auswahl
vou Schreibmaierialien haben. Denn
Profil, Gen-inn und'» liei'e Held."
Bibliothek- nnd Comtoirbedarfs - Artikel,
Schreibpapier, Schreibulensilien jeder Art,
Notiz- nnd Tagebücher, Pnpierinesser nnd
alle in dieses Fach schlagende Artikel findet
man auch in größter Auswahl in denGeschäs
ten von
Gug genheimer,W e i l L- C o in P.,
Nr. 109, Ost-Ballimorestraße;
CushiugS Comp., Nr. 34, West-
Baltimoresiraße.
(Fortscl>un-i folgt >
Aus dem Innern Maryland s uud
den angrenzenden Staaten»
Tödtlicher S lnrz. Hr. I. W«
Cuslrong, ein geachleier Bürger von Middle
bürg. Md., stürzle am Sonniag-Abend in
feiner Wohnung eine Treppe hinunter und
brach das Genick. Der Verunglückic stand
im 8». Lebensjahre.
luF ur ch tv or Richte rL h nch.
Ter Neger Theodor Johnson, welcher am
Sonntag in Wcsliiiinsler, Md., wegen an
geblichen unsittlichen Angriffs anf seine 14
lahrige Raffengenosnn Martha Gaffarh ver
hattel ward, hat an' ein Vorverhör vor Rich
ler Cravster verzichtet und ist ohne Zulassung
von Bürgschaft dem Criminalverfahren iiber
wiesen worden. Er schwebt in der Angst,
man werde Llinchinstiz an ihm üben; seine
Befürchtung ist indessen durchaus grundlos.
Jähes Ende. Frau Joh. Roden
hauser ist am Samstag Abend in ihrer Woh
nung an der Ecke der il-ueen City- und
Unionstraße in Cumberland, Md., einem
Schlagflnß erlegen. Tie Verstorbene stand
im 51. Lebensjahre und hinterläßt außer
ihrem Gatten vier Söhne und zwei Tochler,
sowie drei Schwestern, Frau Mary Schanz
in MeKeesporl, Frau A. C. Scherr in
Maysville, W. Va., und Frau Tora Werl
Meister in Cumberland. Ihre irdischen Ueber
reste wurden gestern Rachmittag von der
denlfchen lutherischen Krche aus zur letzten
Ruhe bestallet.
'Neues auS Ba lt im or e- Co u nty.
Am Monlag Nachmittag ist die Scheune
auf dcrbeißeiilerSlown.Baltimore-Couiity,
Md., gelegenen Farm des Hrn O. L.
Matthias faiiimt den Heu-, Slroh- u.MaiS
Vorrälhen durch Feuir zerstört worden. Ter
Schaden ist nur zum Theil durch Versiche
rung gedeckt.
In dem vom Scheriff Beckley und sei
ner Familie bewohnten Theile des Gefäng
nisfes zu Towsou, Md., gab es am Montag
Nachmittag einen kleinen Brand. Im Salon
war durch die Ofenhitze das hölzerne Kamin
simS in Brand gerathen; einige Eimer Was
ser genügten indessen, die Flammen zu lö
fchcii.
Ableben eines bekannten Arz
tes. Tr. James Madisou Porter, einer
der ältesten Aerzte von Allegany Eounty,
Md., ist am Monlag Morgen in Frostbnrg
im Aller von 73 Jahren den Folgen eines
Schlagflusses erlegen, von dem er im Mai
1888 betroffen wurde. Ter Verstorbene war
am 14. April 1817 auf der „Rose-Meadow-
Farm" nahe der genannten Sladl geboren
und widmete sich, "nachdem er die „Cumber
länder Akademie" absolvirt halte, unter Lei
tung der Toltoreii Samuel R. Smith uud
Thomas A. Healey dein Studium der Die
dizin und vollendete seine Ausbildung an''
der „Maryläiider Universität" in Baltimore
und der „Universitär von 'New - ?)ork," von
welch' Letzlerer er sein Dokiordiploin erhielt.
Im Jahre 1842 ließ er sich als praktischer
Arzt in Frostbnrg nieder. Er yinierläßt
außer feiner Gattin, geb. Sally A. French,
zwei Kinder, Glisson T. Porter in Cumber
land und Frau Lucy E. Tiddy, Gattin des
Hrn. Frank Tiddy in Piedmonl, W.-Va.
Aus der Staatshauptstadt.
Richter Robinson vom Appellationsgerichte
hat in dem Falle von John W. Belt, Clerk
des Äreikgerichles von Prince George's Co.,
Md., wider die „Prince George s Couuty-
Abmalt - Compagnie" einen 'Entscheid zu
Guuslui des Ersteren abgegeben, den erlas
senen Einhaltsbefehl aniiullirl uud den An
trag auf einen Mandamus abgewiesen. Es
handelte sich iu Kürze um die Frage, ob die
Beamlen der Conipagiiie da? Recht haben,
aus den von dem Clerk geführten Büchern
und Prolokollen Auszüge machen zu dürfen,
ohne die gefetzlich hierfür zu einrichtenden
Gebühren zu zahlen. Dieses Recht wirs
den Appellal-i! durch den obigen Entscheid
abgesprochen, weil dasselbe weder durch ir
gend eine legale Bestimmung, noch durch
eine Klau'el iii dem Freibrief der Compagnie
unlerstützt wird.
Gouverneur Jackson, StaatS-Sekrctär
Le Comvie, Controleur Baughinaii. dessen
Chefclerk Benjamin N. Wrighl, Schai.-mei
sler Brown, Hr. Rob. Boivie. I. P. BlayS
vom AppellalionS-Gericht und Tr. Wm. H.
Gale sind von dem Sheriff Armiger von
Anne Arnndel-Counly als Zeugen in dein
Eivilprozeß gegen den ungelreuen ?chay
meister Archer und die Bürgen desselben
vorgeladen worden. Ter Prozeß ist auf
morgen im Kreis-Gericht zu Towson anbe
raumt und bezweckt die Rückerstattung der
veruntreuten StaatSgelder in der Höhe von
Einer Nachricht aus Philadelphia zu
folge ist dort an: vorigen Freilag der meh
rere Jahre in Annapolis wohnhasl gewesene
Hr. Wm. F. Creager von einem Straßen-
Waggon überfahren und getödtct worden.
Der Verunglückte war 28 Jahre alt.
Ein Vermö g e n s c eli fu S der N
eger in Virginie n.—lm Auftrage der
Regierung hat ein CenfuSbeamter in Pi»
giliicri ans den Steuerbüchern den Werth
des Eigenthums festgestellt, das sich in den
Händen der dortigen Negerbevölkcrung be
findet. Tiefer Beamte hat seine Arbeit jetzt
in fechSzehn Städten beendet und seine Be
nichte über dieselben dem Ceususbüreau in
Wa'hingro.i überfandl. Ten Erinitrelu:!-
sssn zufolge besitzen die Farbigen zu Rich
lind Grundeigeitthum rin Werrhe von
H«0y,000. Zweck der ganzen Arbeir
zustellen, einen wie großen Theil der Sten
erlast die Neger tragen.
H o chbetagt ge st orbe n. —I» deni
hohen Alter von 80 Jahren ist am Soninag
Hr. Dorus Seneca, einer der bekannresten
Bürger in'Havre de Grace, Äid., verschie
den. Ter Verstorbene war erst vier Jahre
alt, als seine Eltern aus Deutichland iu
Pcnnsylvaiiien eirirvanderlen, von wo er
vor eiwa 50 Jahren dauernd nach Havre de
Gra .e übersiedelte. Er hinterläßt vier Kin
der, Hrn. Srephan I. Seneca, Hrn. Robt.
Seneca, den gegenwärtigen Mayor der
Sradr, Frau Kare Grerrieas und Frau JaS.
W. Barnes.
Ttadt Baltimore.
„Lord Baltimore," der in letzter
Zeil sich stets weigerte, sieben Tage zu ar
beiien, und den Sonnlag als Rnhela.! be
trachtete, war die Veranlassung zu einem
anonyineti Schreiben an den Mayor, in
welchem sich über die Unregelmäßigkeit der
RaihharrS-Uhr beschwert wnrde. Ter Mayor
hal daraufhin den Siiperintendenicir des
Rathhauseö ang-wlefen, sofort eine eilige
hende Reparatur vornehmen zu lassen.
stcrn den Polizisten Lewis T. Eole anf wei
lere vier Jahre und einließ den Polizisten
John R. Fletcher vom mittleren Tistrikl aus
dem Polizeidienst, weil er sich 25 Piiriuien
in einem Hause an der Federalstraße aufge
hatten hal, anstatt ans seinem Posten zu
sein. Polizist Jas. H. Conway vom süd
westlichen Tistrikr übersandte der Polizeibe-
Behörde mii Bedauccn aiigenominei! rviirde,
da Hr. Conway ein lüchriger, pslichgerrencr
Beamter war. Hr. Conway übernimm! die
Verwallung des Nachlasses eures ferner
Verwandleu.
„Baltimore-Ohio- Bah n."—Ter
große Waggon-Bahnho' der „Ballimorc-
Ohio-Bahü," welcher im Laufe der letzreu
Monare in Trinidad, einem neuen Släd!
chcu in der Nähe Washingion's, im Bau
begriffen ist, geht feiner Vollendung enrge
gen. Es besinden sich dor! Geleise, anf
denen 300 Waggons Raum finden. Zu
gleich find Revararur-Werlstäneri für Loko
moliveii und Waggons eingenchlel. Auch
die Arbeiten bei Bruiiswick in der Nähe von
Pom! of Rotts find vollende!. Frach!-
schuppen, A'iaschinen - Werkstätten, Wasfer-
Stai:oncii n. f. w. sind znm Gebrauch fer
tig. Geleise, ans denen über 1000 Waggons
Platz finden, werden gelegk. Der große
Bahnhof bei Benwood. W. Va , geh! gleich
falls feiner Vollendung enlgegen. General-
Paffagier-Agein Scrrll befinder sich in Ge
schämn der Bahn in New und wird
wahrscheinlich am Freirag zurückkehren.
TaS Comiie für Transporlalion, Maschinen
u. s. w. hiell gestern im Ccnlral - Gebäude
eine Sitzung ab. Herne sinder die regel
mäßige Moiialsverfamnilung des Tirekro
riuniS statt.
Für die Festtage kann ich dem
Pttvliknm mein reichhaltiges Lager
von importirten sowohl, als von
einhcimische» LS einen nnd Li
qnören bestens empsehlen»
H omrighanscn,
(2!1!>,301,4-7) Nr. 8 und lii, N.-Piuestr.
G ru n d st ii ck s verk a n se. Auf der
tronatoren Matthews 6c Kirkland eine A»-
zahl vo» Grundstücken für rückständige
Staats- nnd Die betreffenden
Grundstücke wurden seiner Zeit in einer An-
Fatz für 5l 10, grundzinsfrei: Nr. l>3 an
Alexander R. Early für jl 125, grundzins
frei; Nr. 142 an Win. H. Emory für
'.iir. 164 an I. W. Harvey für 5>30; Nr.
172 an Wm. F Bnrns fürikl 10, grundnns
frer: 341 an die Sladl für ?l 10, gründ
zinsfrei: Nr. 366 an die Sradr für si«'>o,
grundzinsfrei; '.>tr. 446 an Fred. Sucher
für?l2s; Nr. 460 und 46l an I. K. Bart
lett für je K 80; Nr. 551 an C. L. Green fiir
kl >5, grundzinsfrei; Nr. 569 an Mary C.
Goucher für Nr. 664 an die Sladt inr
grundzinsfrei: Nr. 665 an GoH. W.
Lindsay öic Sohn sür 5155: Nr. 666 an die
Stadt für 5235, grundzinsfrei; Nr. 686 u.
689 au Robert V. Rusk für je ?65, grund,-
zirisfrei; Nr. 6914 an die S:ad:fürlss,
grundzinsfrei: Nr. 692j an die Sradt für
552t>, grundzinsfrei; Nr. 693 an die Sladt
für 5205. grundzinsfrei; Nr. 752 an die
Stadt sür 5140, grundzinsfrei: Nr. 756 an
die Sladl für 5185, grundziusfrei: Nr. 803
an die Stadl für 5265, grundzinsfrei;
Nr. 1103 an die Ztadt für 105 Tollars,
gruirdzinsfrei; Nr. 111 l an die Stadt für
5320. grundzinsfrei; Nr. 1144 an I. Stew
art für 5110, grundzinsfrei; Nr. 1205 an
Henry W. Rogers für 5195, grundzinsfrei;
Nr. 1364 an die Sladt für 5155, gruirdzins
ftei: Nr. 1489 an S. Murphy für 5135,
grundzinsfrei; Nr. 1530 an John R. Brun
irer für 5210. grundzinsfrei; Nr. 1557 an
die Stadt für si>s, grundzinsfrei: Nr.
1652 an die Stadt fiir 5>85, grundzinsfrei;
Nr. 1653 an die Stadt für 5270, grundzins
frei; 'Nr. 1655 an die Stadt für 5135,
grundzinsfrei; Nr. 1815 an die Stadt für
5125, grundzinsfrei; 'Nr. 1856 an E. F.
Keerl für HI0l6; Nr. 1877 an A. E. Jung
für 5130, grnndziusfrei: Nr. 1908, 1976,
1977 und 1978 an G. W. Lindsay K Sohn
für 5160; 'Nr. 1981 an G. W.
Sohn für 5>50; Nr. 1997 an John R.
Brunner für 518», grundzinsfrei.
Tie Aukliouarorei! Taylor «c Ereamer
versteigerten das HauS Nr. 1213, Mo'her
straße, Grundzins 573, für 5610 an Isaak
E. Thalmann. Matthews Kirkland ver
kaufleu das HauS Nr. 605, Burkestraße,
Grundzins 513, für SLOO au Hrn. C. I. R.
Odell.
Tie neue Bark e»t i n e „T kom a s
I. Stewart" ist gestern unler Führung
des Capiläns N. Blake von Baugor, Mc.,
mit einer Ladung Eis sür die „Eochran-
Ller-Eis Compagnie" eingetroffen und wird
hier Kohlen nach einem nördlichen Haien
laden.
Unseres Wissens war es Ven.
lonson,
der, als die bekannie Frage an ihn gerichlet
wurde, ob das Leben des Lebens werih sei,
zur Autwori gab: TaS kommt darauf an,
ohne Zweiiel den Toppelfinn seines Won
fpieles. Funktionirl die Leber regelmäßig,
io erscheint Cinem das Leben rosig, Schwie
rigkeiten werden mir spielender Leichiigkeil
überwunden; ist die Leber träge, so ist das
ganze Leben wie vergistet, Alles erscheint
widerwärtig, aus der geringsten Verdrieß
lichteil wird schwane Melancholie und
die Folge ist gastrisches Kopfweh, Betau
bring, Harrleibigkerr. Zwei Wege stehen
offen. Kurirr Euch auf die Tauer oder
schaff: Euch Linderung sür den Moment.
Nehmet eine Pille und leidet, oder nehme:
eine Pille und werdet gesund.
l>r, l»wi-c.-e's machen Euch
aeiuud. Sie wirken gründlich nnd doch
fchnierzloS und lassen die Ratnr kräftig
bleiben. Eni kleines verzuckcrres Pillchcn
ist genug, obwohl die ganze Phiole voll nur
25 Cents kostet.
Mild, sänftigeiid, kühlend und heilend ist
I» . I'ni!>!'li> !!> >,„ »V. Nur 50 Cents,
in Apotheke».
Wetterbericht.
Th», W-tt.
. uxicr. Schn,
B.OOM -3041 l ZN - «!2 N L » jTrüb
A. !i0 r-ti > tttt !Äi O IU
Höts:. Thermvmiiersl. :!<i
Etat» ouu ' ewtione»
Lincacio ! 54
Mliwaiikee i :i4 Uciiiplii-? 4ii
L r. Paul j 56
Poll Huroii fairen»« Stj
Heu»»:
I M»nd««terga»z ,40
Welter a u s sich l e n.— Für Maryland
und der: Tistrikl Columbia Schnee oder
Regen, nordöstliche, nach 'Nordwesten um
springende Winde, wenig Veränderung in
der Temperarur.
CS kurir! jegliches Kopfweh
Sromo-Zeltzer.
Preis io Cent« in allen Apotheken.
(2L7-1
Anzeigen in gelesenen BlSt'
tern ziehen Knnden an!
Brandschäden in den letzten
fünf Jahre it. Nach dem Berichle des
Chef - Ingenieurs Hennick vom städtischen
F 'nerdcparlement beträgt der durch Brände
in der Sradr Balrimore sei: der Einführung
des bezahlten Feuer-Tepartemeuis in 1859
bis 1890 cirka 513,824,884.83 od:r
027.65 pro Jahr. Ter Verlust in den ein
zelnen Jahren, einschließlich 1890, das noch
nicht ganz beendet ist, und die Anzahl der
eingesandten Allarme vertheilen sich', wie
sosgN -
. . > An,aA l
-' -z i Marine Eck»iden
> »8 kMU.OOO 00
Iviil . , ' NU
5 IM! »!?.UOO NN
4!?«i3 IM! 33
I4!ZI 4»
OU
!»,>!» I NN
1«>!7 l 1»,.! 2U3.N4S NN
1!<«i8 145, 7U.244 75
1««» 1«7 MX.250 V»
I«7U 2N ! 432,717 N 7
1 «71 L.ZN 47>"',:i»1 "U
1»>72 245 ttNN.UNN N>»
187 Ztis! 5»
187 , 354! sNti,«2«i 15
1«75 / 34»! <iN«.!ZSI !ZU
1»7«i ! 5>i:i.24» 7«
1877 42" 438.715 57
187» ! »71 1N2.312 7»
»2» :!5
1882 Z 5,8 3!! N,113 84
188,' i l !«I!« 5«i1,52N
188 .'!Bt> «»17.8717!«
188 474 441,743 N«
188 U i 8»N,527 12
188 4»«i 1,1«Z2.:j5i» 2«
188 ! «N 2 1,272.478 82
1880 545 477,32!» N 7
18!» N 5N7? i!SN,NN» 00
Zusammen - ! 111,824,884 83
Wie aus Vorstehendem ersichnich ist, wa
rcn die Brandschäden iin letzten Jahrzehnt
ungewöhnlich groß. Was die Ursachen
dieser Erscheinung sind, kann nur schwer er
uiitteli werden, eine Thanache ist es aber,
daß die Versicherung? - Geseilschafren unter
der Annahme arbeircn, daß das lctzie Vier
lcl eines Jahrhunderts für sie stets größere
Verluste im Schooße birgt, als die ganzen
übrigen drei Viertel. Um deni Feiicrdämou
so viel, wie möglich, enlgegen zu arbeiten,
Hai die Feuerbchörde das städtische Feuer-
Tevarlemenl mir den neuesten Erfindungen
auf dem Gebielc des Löschivesens ausrüsten
lassen, und auch sür nächstes Jahr sind wei
lere Verbesserungen in AnSsichl genommen;
Schutz des Eigenrhnms am Hafen und auf
dem Wasser, und ein Wasserrhurm, mir des
sen Hülfe es möglich ist, auch die Brande iu
kämpfen, ist bestell! worden und triff! dem
nächst ein; außerdem erhält die im GeichäftS
vieriel slalionirte Spritzen Compagnie 'Nr.
15 eine neue Spritze, deren Leistuugsfähig
keil alle übrigen übertreffen soll. Gestern
ernannte die Behörde Hrn. Joh. Appold
zum HülfS-Feuerwehrmann der Haken- und
Leiier Compagnie Nr. 1.
A ii s den: Zollam t.—Ferd. Dllmke,
einem Passagier auf dem Dampfer „Her
mann," wurde von der Ciuwauderungs-
Eoiiimissioii die Landung verweigerr, weil
diese Grund zu der Auuahme zu haben
glaubte, daß er nichr im Slande sein werde,
sich selbst zu ernähren. Tümke kam von
Teutschland in Begleilung seiner 16 Jabre
allen Tochler und gab an, daß ein Verwand
ler, 'Namens Schnbert, in Pirrshurg, Pa.,
für ihn die Ueberfahrl bezahl! habe. Tie
Landung wurde ihm gestern gestartet, nach
dem die HH. Andreas Jmgrund und Hngh
Beggs in Pittsburg 5500 Bürgschaft da'ür
geleistel hatte, daß cr dem Lande nich: zur
Last fallen solle. Die Commiision hat Be
schwerden darüber erhallen, daß gewissenlose
klln'! auf Locusi-Poiiil beschwiiidcll uud be
raubr haben. Sie hat daher erneu Befehl
erlassen, wonach nur solchen Personen, die
vorweisen können, der Zrttrirr zu deu Im-
Mlgranreu-O.uartiereu gestattet werden soll.
L e i ch e n b e g ä n g n i s f e.—Vom Ster
behause ?tr. 5027, Orlcanssrraße, ans wur
den gestern Nachmittag, 2 Uhr, die irdischen
Uebernste des am Sonntag, deu 15. De
zember, nach kurzem, aber fchwerem Leiden
gestorbenen Hrn. Georg T. Schmidt nach
der „Ml. Carmel - Cenietery" übergeführt
nnd zur ewigen Ruhe gebettet. Eine groß«
Menge Familien- und Geschäftsfreunde ver
sammelle sich um den mit zahlreichen Blu
mengewinden reich verzierten Sorg, um
noch einen Blick auf das Antlitz des Ent
schlafenen zu werfen und ihm das Geleile
zum Grabe zu geben. Unter dcm großen
Trauergefolge befand sich eine starke Tele
ganou der „Madisou Loge" vom Orden der
„Ldd-Fellows," welcher der Verblichene
lange Jahre als treues und beliebtes Mit
glied angehörte, und welche ihrem Heimge
gangenen Logenbruder die letzte Ehre als
Bakrtuchträger erwies. Pastor.Ed,'Huber
von der evang. Sl. Marlhäi-Kirche widmeie
dem Todten einen ehrenden und fiir die
Hinterbliebenen trostreichen 'Nachruf. Hr.
G. Theodor Schmidt erblickte am 10. No
vember 1843 zu Wrexen, Fürstenrhum
Waldeck, das Licht der Welt nnd sicdelre
vor elwa 25 Jahren nach Amerika über.
Treu uud fleißig diente er der bekannten
Firma James D. Mason K Comp., bei
welcher er seil Jahren als AnSiahrer be
schäfligr war. Um fein Hinscheiden Iranern
die Wiltwe Gerrrnde Schmidl nebst süns
Kindern, serner mehrere Schwäger uud
zahlreiche Bekannl-, welchen der Verewigte
stets ein liebevoller uud warmer Freund ge
wesen war.
Ter TrauergoltcSdicnst sür die am letz
ten Samstag in ihrer Wohnung, Nr. 619,
West - Leestraße, enschlafene Fran Eli'aberh
Schölt, Schwiegermutter des Hrn. C. W.
Keidel, Suveriittendeinen sür Anfchaffung
von Volksschul-Utensilicn, findet heute Vor
mittag, 8 Uhr, in der kahol. St. Josephs-
Kirche an der Barrestraße statt, wo die Väier
Zohn Barry, Francis P. Toory, Joseph P.
Holden und Perer McCoy ein feierliches
Reoniem für das Seelenheil der Vergliche
nen celebriren werden. Als Bahrluchrräger
fungireu die HH. Valenrin Zöller, Eduard
Schnurr, Heinrich Milner, Johann P'aff,
Belsei>ling findet ans der „St. AlphonsriS-
Cemetery" statt. Frau Elisaberh Schölt
erreichte ein Alter von 65 Zähren nnd hin
terläßt vier Söhne, daruuler den früheren
Schul-Commissär Simon F. Schott, und
zwei Töchler, wie eine Anzahl Enkel.
Gestern Rachmittag 3 Uhr wurde die
einstelle Hülle der am Somriag, den 14.
Dezember, ans diesem Leben in die Ewigkeit
abberufenen Frau Wilhelminc Mohlheurich
vou ihrer Wohnung Nr. 1318, McCulloh
straße, aus nach der „London-Park-Ecuie
lery" gebrachl und vorläufig iu dem Mau
folenm veigesetzt. Außer deu Hiulcrblrebe
neu und nächsten Anverwandren fanden sich
zahlreiche Familieiifreniide ein, welche ge
tonimcn waren, um den bctrüblen Angehö
rigen der Eurschlafeueu ihr inniges Beileid
uud Mitgefühl ariszudrückcii uud der Ver
ewigten die letzte Ehre zu erweisen. Pracht
volle Blumengewinde waren um den Sarg
gruppirl und bekundeten die allgemeine
Liebe und Verehrung, deren sich die Versror
bene bei Lebzeiten zri erfreuen hatte. Pastor
N. Bnrkarl von der evang. St. Johannes-
Kirche, zu deren thätigste» FraucnvercruS-
Aiilgliedern die Verblichene zählle, leitete
den Trauergoktesdieust, während folgende
Herren als Bahrluchlrägcr dieiiten: Georg
Berger, Hermann Vonderheide, Friedrich
Keyser, Ferd. Hahn, Karl uud Fritz Kiuder
vaier, '.vi. Giefe »ad M. Rosengarien. Frau
Wilhelmiiie Mohrhenrich war am 7.
ber 1834 zu Bramsche, Hannover, geboren
und seil 34 fahren hier im Lande. Am 30.
>I ttober 1859 verehelichle sie sich mit ihrem
sie überlebenden Gallen Joh. Georg Mohl
heurich. Vier Kinder waren deni Ehcbuude
entsprossen, von welchen noch zwei, ein Sohu
nnd eine Tochier, am Leben sind. Außer
diese» hinierläßt sie uoch einen Bruder, Hrn.
H. uud cine Schwester, Frau M.
'.lliohüieiirich.
Zurßuhe bestallet. Tic irdischen
Ucberrcsle des Gemeinenl. M. Steele von
der Eompagnie des I. Maryländer Regi
inenrs der Armee der Consöderirren und des
Wundarzres Tr. William I. Barry, welche
am in dem „Heim confö
derirtcr Soldaten" zu Pikesvillc plötzlich
verschieden, sins gestern Nachmittag nm 3
Uhr zur Erde bestaller worden. Sämiinliche
Jiisaffen des Heims uud eine Menge Bür
ger der kleinen Orlschaft gaben ihnen das
Gelerie zu ihrer leyien Ruhestätte auf der
„London Park Cemelery."
Die Pungy „William W. Ma
relmeyer," Arthur Roten, ist ge
stern 'Morgen in stark beschädigtem Zustande
in Eanloii angekommen. Tas Fahrzeug
verlor während eines heftigen Sturmes auf
der Höhe von Govcrnor'Ä Run beide Masten
und würde ohne Zweifel fetz: auf dem
Grunde der Bar liegen, wenn ihm nicht der
Schooner "Zl.iici «k tl>c-zu Hülfe ge
kommen wäre uud es nichr nach cinem siche
ren Aitkerplave an Hull'S Point gebracht
hätte. Von dort ward es gestern von dem
Schleppdampfer „Emma" nach der Sladt
geschafft
Ticneue„OddF«llow»>Hall e."
Tas Bau-Comiie sür die neue „Odd
Fellow« - valle" wird heule Abend eine
Sitzung abhatten, um sich für einen Archi
:ek:en zu enischeideii, welcher die Pläne für
das neue Gebäude auSarderieu und den Bau
beaufsichtigen soll. Wie verlautet, dürfte
die Wahl auf Hrn. Frank E. Davis fallen.
Wer einmal an Rheumatismus gelitten
hal, weiß, wie schwer es ist, seinen Humor
dabei zu beHallen. Jedoch kann man den
Erbfeind jetz! auslachen, denn durch »Sal
vation-OU" wird er sofort vertrieben.
Ein guter Rath.-- Richter Hugh L.
Bond vom BundeskreiSgericht hat sich kürz
lich in einem Schreiben an den Präsidenlen
F. C. Wagner vom „Morgan-Colleg," dem
bekannten Neger-ErzichungS-Jnstiiut, über
das Vorgehen der Professoren der „Md.Law-
Schoo!" ausgesprochen, welche bckannklich
beschlossen haben, fernerhin keine farbigen
Studenten mehr auszunehmen. Das Schrei
ben ist die Antwort aus eine Zuschritt des
Präsidenlen Wagner, iu welcher derselbe deu
Richter Bond um seinen Rarh Betreffs dcr
Errichtung einer Juristenschule für Neger
ersuchte. Hr. Bond erklärt sich frank und
frei gegen dieses Projekt und giebt den gu
ten Rath, die jungen Neger lieber ein Hand
werk lernen zu lassen, da sie durchschnittlich
noch nich! auf derjenigen Sture geistiger
Kultur stehen, welche sie zu dem Studium
der Jurisprudenz befähige. Außerdem könn
ten sich dic wenigen farhigcii Advokaten, die
es hier und in einigen anderen Sraaien
gebe, NichlS weniger, als ciner anskömm
lichcir Praxis rühmen, weil sie bei ihrer
cigcnen Rasse zu wenig Uinerslützinig sän
dcn.
Die Compagnie ist solven!. —ln
GeschäfrSkreifen herrscht allgemein die An
ficht, daß die Aknva der „Druid - Mills-
Manufacruring-Compagnic," welche kürz
lich ihre Insolvenz anzeigte, mehr, als ge
nügen, nm alle Verbindlichkeiten zn decken,
wenn sie mir annähernd zn ihrem wahren
Werrhe nittergebrachr werden können. Ein
inngcr Kapilalist foll sich bereirs erborcn
haben, dic gesammlen Schulden zu beglei
chen uud dafür das garue Etablissement zu
übernehmen. Die Gebrüder Ralli in New
?>ork, Credirorcn der Eompagnie, haben
Hrn. Eugen McTonncll bevollmächtig!, sie
in dem am 13. dS. MIS. vou den Gläubi
gern ernannten Eomile zu vertreten.
Unbegründetes Gerücht. TaS
vorgestern im südwestlichen Stadttheile cir
kulirende Gerücht, Benjamin WiNaner, ciu
junger Srudciit des katholischen „Ll. Vin
cent LeminarS" in Wesimorclaud, Pcnns.,
sei ans mysteriöse Weise aus der Wohnung
seiner Eliern, vir. 1316, West-Praristraße,
verschwunden, hal sich als durchaus unbe
gründet herausgestellt. Ter Vermißte hatte
nur einen in der Nachbarschafl wohnenden
Freund, Namcus Frank Miller, besucht und
kchrie Abends zwischen 10 und II Uhr ivöhl
bchalreii nach Hause zurück. Er wird dem
nächst seine Studien in dem genannten Se
minar fortsetzen.
Suchten billiges Obdach. Tie
Polizisten im westlichen Stationshause wur
den gestern Morgen nicht wenig überrascht,
als gegen 2 Uhr plötzlich vor dem Gebände ein
wackliges Fuhrwerk mit einem abgeiriebe
neu Schimmel hielt, dem eiu Manu in
mittleren fahren, eine Frau und drei Kin
der im Aller von 5 bis 12 Jahren einstiegen.
Tie sondcrbare Reisegesellschafl ersuchte um
Unterkunft und, da sie fast ausgehungert
und nicht einen Eeni besaß, um elwas Esfen,
was ihnen Beides bereitwilligst gegeben
wurde. Ter Mann, welcher sich Johnson
nannte und aus dem nördlichen New-'Zjork
stammen will, erklärre, er sei ein wandern
der Pholograph und komme dirck! von der
canadischeii Grenze, von wo ihn die Källe
nach dem Süden geiricben habe. Auf sei
nem Wagen, der famml Gaul iu Robin
son'S Slalluiigen an der Josephinestraße
untergebracht ward, führte er seine Apparate
nnd verschiedenes Kochgeschirr mit sich. Ge
stern Vormittag setzte die Gesellschaft, mit
einem Zehrpfennig versehen, den die Poli
zisten des westlichen TistriklS zusaminenge
schössen hotten, ihre Reise fort. Johnson
beabsichtig!, an dem Ufer der Ehesapeake-
Bai hinuiirer zu rädern, und hofft dort gute
Geschäfte zu macheu.
Jncorporirt wurde gestern in dem
ClerkSbüreau des Superior-GerichteS die
„Sanilary Silcx-Compagnie"durch die HH.
Wm. M. Tunnett, N. M. Rittenhouse,
Charles W. Adams, John Walers, Wm.
Ferguson, George W. Walker und Samuel
W. Regester. TaS Grundkapital benägr
5100,000 und ist in 2000 Antheile zu je 550
Pariwerth getheilt.
I nfolve n t.—Hr. Heinr. D. Schmidt,
dcr wohlbekannte Kurschenfabrikant von 'Nr.
21, Nord'Libcrlystraße, hat gestern in dcm
des Superior-GerichteS fein
Vermögen im Interesse seiner Gläubiger an
Hrn. W. Burus Truiidle abgetreten, dessen
Bürgschaft auf 525,000 festgesetzt ward. Tie
Akriva belragcu eiwa 512,000 und die Pas
siva 525,000.
Louis Bowly hal in dcmfclbcn Ge
richiShofe seiu Vermögcu au Hrn. Heinrich
M. Bcnzinger;u Gunsten feiner Crcditorcn
abgetreten. Tie Bürgschaft des AfsignatarS
beträgt 52500.
Tie Untersuch irng i n dem Erb -
fchafts prozeß von Ägncs Farrcll und
May Coffay gcgen den Vollstrecker des Te
stamenlcs von Johy A. Coffay ist gestern im
Waisen Gericht beende! worden. Die Ar
gnnienlirungsreden der Anwälre sollen am
nächsten Moniag gehört werden.
Der Dnb r c url' sch e Bankerott.
Hr. Thomas 2. Bär, welchem die Klei
derhändler Tnbreuil, Mobray K Comp, am
Montag im Interesse ihrer Gläubiger ihr
Vermögen abtraten, hat gestern im Supe
rior Gericht 520,000 Sicherheil gestellt: seine
Bürgen sind die HH. Charles W. Bär und
Harrison T. Beacham. Tie Verhindlichkei
tcn dcr Firma belaufen sich aus 520.W0,
denen etwa 510,000 Aktiva gegenüberstehen.
Ans dem C r i m i ii a l - G e r i ch l.
Joseph I. McKewen, der srühere Wächter in
der Zirckerwaarenfabrik von Tarby Sc Eomp.
an der Ecke der Ballimore- nnd Howard
straße, wurde gestern im Eriminal-Gcricht
unicr der Anklage prozessirt, die elfjährige
Annie Gaddo zu nnmoralischeii Zwecken ver
sührt zu haben. Tie Jury saud ihn jedoch
nur des einfachen Angriffs schuldig, und
Richter Stewart vcrurtheille ihn zu sechs
Monaten Gefängniß.
Lydia jenes Frauenzimmer, wel
ches in dem Logan-Ehristopher Mordprozeß
eine so hervorragende Rolle spielte, bekannte
sich gestern schuldig, ein unordentliches Hans
an der Goldstraße gehalten zu haben. Ta
sie jedoch gleichzenig versprach, die Stadl
verlassen zir wollen, fo ward das Urtheil
einstweilen snSpendirt.
Clinton High, ein schon mehrfach vor
bestrasier Neger, wurde gestern vom Richler
Slewart wegen Diebstahls auf 18 Monale
in s Gefängniß gesandt.
Lucy Johnson ward schuldig erkannt,
einer mit ihr im selben Hause wohnenden
Frau eiu scidencs Klcid und andere Anikel
entwendet ;n haben. Ta sie Antrag aus
einen neuen Prozeß stellie, wurde sie vom
Richler Slewarl weiter in UittersuchungS
bost gehalltn.
Wegen Tragens einer verborgenen
Waffe ist der Negerknabe Nelson Jones
vom Richter Slewarl, welcher gegen alle
Perionen, dic sich dic'es Vergehens schuldig
machen, mii der äußersten Slrenge des Ge
setzes vorzugehen beabfichligl, zu sechs Mo
naten Gefängniß verurlheilt worden.
Von dci: Geschworenen des Criminal-
GerichiS ward gestern John Smilh schuldig
befunden, am vorigen 28. Juni an dcr
Froirtstraße. nahc dcm Hillcnslraßen-Bahn
bofe, gemeinsam mit John Fannin nud
John Tydings den Polizisten Adrian H.
Fitzpatrick überfallen und in brulaler Werse
mißhandelt zu haben. Richter Stewart
sandte ihn ani 2 Jahre in s Gefängniß.
ThdingS ist schon früher zu 24 fahren Zucht
haus verurtheilt worden.
John A. Adams stand gestern im Eri
minal Gericht unrer dcr Anklage, den Got
tesdienst in dcr bischöflich methodistischen
Eutawstraßen Kirche, deren Mnglied er ist,
gestört zu haben. Tie Bcweisaufnahnie er
gab, daß der Angeklagte eine wahre Manie
au den Tag legte, sich in die Predigt einzu
mischen. und zu Zeiten solche AiiSschrcnun
gen bcging, daß man die Hülse dcr Polizei
iu Anspruch nehmen iiiußie nnd sich veran
laß! sah, ihn überbaup! nich: mehr in die
Kirche hineinzulassen. R. M'on-
EharleS G. Hill und John Morris der glei
chen Ansicht waren, fo ward Adams von der
Zürn für geisteskrank erklär! und vom Rich
ter Stewart dem „Spring - Grovi - Asyl"
überwiesen.
Wegen z'u schnellen Fahrens
iinißrc Bciij. F. Williams gesternss Strafe
nebst Kosten im mittleren Stationshause be
zahlen. Tie Anschuldigung war von Hrn.
Richard 5. Waldorf von Richmond. Va.,
erhoben, der mit seinen beiden Kindern nahe
der Hanoverslraße über die Baliimorestraße
ging und dabei nahezu überfahren worden
wäre.
Bezahlt Gilmor, der
Präsident der „Belt Bahn," hat den Mahor
henachrichligi, daß er bei feiner Rückkehr zur
Siast nächsten Donnerstag die Summe für
das „ Boüon-Tcpol Grundstück" bezahlen
werde.
AuS Boston wird unter dem gestrigen
Tamm telegraphisch gemeldel: „„In der
Poiler-Lovell'schcii Angeleaenheit ist wieder
um ein Criminalverfahrcil, und zwar dies
mal von einer Baltimorer, statt von einer
Philadelphier Firma, eingelettet worden.
Ein Verhansbefehl gegen Walter Potter
wurde gestern ausgestellt, und Potter leistete
Bürgschaft zum Betrage von 58000. Ter
VerhaftSbefehl ist auf eine Klage dcr Firma
.?Ijngluff, TiSney 6c Co., Schuhhäudler in
Ballimore, bafirt und laulet am Unlcrichla
gung eines Wechsels der Firma für 53881,
welcher der ..Pouxr.^oveU.Comp."
goiüruna übergeben ivurde. Die Klage
wird, fall« inan sie durchführt, die Frage zur
Enlscheidung bringen, ob die Geschäftsme
thoden der Firma gesetzlich gewesen sind oder
nichl- Tie Kläger haben gule Anwälte en
gagirt, uud e« he,ßt. daß sich ihre Klage nur
auf einen von mehreren ähnlichen Wechseln
bezieht.""
Die Festtage find nahe eine
Maftnnng für Geschäftsleute, flei
ßig anzuzeigen:
In dem „Vereine für Erfor
schung der Geschichte der Tern
sche n Maryland 'S," der gestern Abend
sehr gut besucht war, hielt Prot. M. Learued
von der „Johns Hopkins' Universität" einen
interessanten Vortrag über die Reise des
deutschen Mnsiklehrers Gottlieb Mittelbcr
ger, welche derselbe 1750 nach Pennsylva
nien unternommen und in einem heute sehr
seltenen Buche, das der Professor irgendwo
aufgestöbcrl, beschrieben hat. Der deutsche
Musikbeslissene einwirft ein eigenartiges
Kulturbild des deutsch amerikanischen und
amcrikaiiiichen Lebens, welchem Pros. Lear
ned die iiiteressaiitestcn Seilen abzugewin
nen verstaiiid. Miltelberger war 1750 Or
ganist und Schulmeister einer Gemeinde und
dabei Hauslehrer bn Capt. von Diemer
«wahrscheinlich Diemar), 1754 kehrte er wie
demnach Teutschland zurück und gab 1756
in Frankfurt und Leipzig fein interessantes
Buch heraus.
Er berichtet sehr ausführlich über den von
Holland ans belriebenen Redknitioiiisten-
Handel; fodann schilden er die Produkie des
Landes, den Handelsverkehr und bemerkt,
daß man in der Provinz Penn's schon Alles
haben könne, was man in Europa habe. Zu
seiner Zeil gab es in Philadelphia eben so
viele deutsche, als englische Kirchen, nno die
deuische Synode war die bedentendste. Sehr
anmulhig ist seine Schilderung des läglichen
Lebens, der Kunst und Gcwerbcfreiheii im
Lande und der Findigkeit der Amerikaner,
welche nach einer kurzen Lehrzeit schon große
Meister sind. Als deutscher Laudschulmei
ster hat er ein besonderes Augenmerk auf
die Lebensmittel nnd iviinderl sich speziell
darüber, daß es in Amerika keine Mahlzeit
ohne Fleisch gibt. Es ist kein Zweifel, daß
sein interessantes kleines Buch viel für die
Auswanderung nach Amerika gelhan hat.
Tem Professor wurde der Tank der Gesell
ichaft voiirt.
Präsident Tr. Morris verlas sodann ein
längeres Schreiben des Hrn. H. A. Ratter
mann van Cincinnati an den Siaalsdiblio
lhekar Egle von Pennsyvaiiien in Harris
burg, in welchem der Slams dreier aus
Europa gekommener Helden der Revoluiion
in s gehörige Licht gesetzt wurde, nämlich
des polnischen Grafen Pulasli, des Grasen
Armand und des sächsischen Barons oder
Grafen Otteudorf. Letzterer erhielt vom
Continental - Congrefse ein Haupimanns-
Paleul mit der Weisung, sich gleich unter
Washington zu stellen. Dieser machte ihn
sofort zum Befehlshaber eines RegiiiiemeS
leichter Infanterie. Aus dem Briefe Rat
leriiianii'S geht auch hervor, daß schon 1820
eine deuische Gesellschafi in HarriSburg ge
gründet wurde.
Dr. F. P. Helmighausen verlas aus dem
„Luiherischen Kirchenblatt" einen Aufsatz
über die Gemeinde des berühmten Prediger-
Generals Mühlenberg in Woodstock, Virg.
TaranS ist ersichtlich, daß der Ort von dein
Ternsche» Jakob Müller gegründel wurde
und ursprünglich Müllerstadt hieß.
Der Sekretär legte eine alte, >633 in Lü
neburg gedruckte deuische Bibel oor, die er
im Namen eines Freundes dem Verein zum
Geschenk machle. Ein wohlerhallenes Kir
chenregister aus Frederick vom vorigen Jahr
hunderl geHörle ferner zu deu Seheuswür
digkettcu des Abends.
Ter „Thalia - M a n n er chor" hielt
gestern Abend in seiner Halle, Nr. ?15, Ost-
Pratistraße, nach der üblichen Singstunde
inner dem Vorsitz des Hrn. Julius Rupp
und der Proiokollführuug des Sekretärs
Georg Himmelheber seine regelmäßige Wo
chenversammluiia ab. Es gelaiigien zwei
Schreiben, eines von den „Ver. Sängern
von Baltimore" und ein anderes von den
„Ver. Säugern von Newark, N.-1.," zur
Verlesung. Sodann ward eine Einladung
zu der von dem Tamenverein des Chors
für die am 25. Tezember veranstaltete Weih
nachtsfeier und Ehristbescheeruiig iu der
„Thalia-Halle" augenomincii und auf Ver
laugen der Tanien ein Fesl-Eomile ernannt,
welches ans den HH. Mich. Schäfer, Andr.
Lukas, Beruh. Stolle, Julius Rupp und
pet ist als passives Mitglied aufgenommen
worden.
Tie Arbeiter in der Politik.
In einer Versammlung der „TistriklS Af
fembly Nr. 41" der „ArbeitSrittcr" erhielt
am Montag Abend der Tislritls-Werkmei
ster I. G. Schönfärber deu Aufirag, eine
Confercn; der Arbeiier-Organisalionen, so
wie der verschiedenen Abtheilungen der„Far
mer-Allianz" einzuberufen, in welcher For
dernngen an die Gesetzgebung im Jineresse
der arbeitenden Klassen gestellt werden sol
len. Tie Eonferenz soll im Anfang des
nächsten Jahres siattsinden. Ter Beichluß
war die Folge eines AinragS der „Lokal-
Asscmbly Nr. K 280" anf Einberufung eiuer
Eonferenz der verschiedenen Orgamsaiionen
zur Beraihung über Amendements zu deu
bestehenden Wahl- und Registrirungs-Gc
setzen des Staates Maryland. „Lokal - As
fembly Nr. 1233" reichte einen Beschluß zur
Abschaffung der Gesetze über die Eintreibung
von Privanchulden ein. <7b die „Arbeiis
riiier" sich an einer Conveinion von Arbei
ter . Organisationen und der „Farmer-
Allianz," welche anf den 23. Februar nach
Ciiicinnali einberufen ist, beiheiligen wer
den. um Pläne für die Organisation einer
neuen politischen Partei ansniarbeilen, steht
dahin. Im Laufe der Woche wird Hr.
Ralph Beaumont vom nalionalen Legisla
tiv-Comite der „Arbeitsritler," welcher zu
fainmen mii dem General-Werkmeister Te
rencc V. Powderly nach Ocala, Fla., reiste
und der eine Ansprache an die „Farmer-Al
lianz" hiell, in Washington sein, uud eine
Anzahl hervorragender Mitglieder der Bal
timorer „Arbeitsritter" wird ihn besnchen
und mit ihm consuüiren.
Die Tisirikis Asfembly hat angeordnet,
daß in den verschiedenen Affemblies Samm
lungen fiir die ausständigen Saffian - Arbei
ter in Lyn», Mass., veraustallei werden sol
len. Sie ernannte ein Eomile, welches die
Abhaltung einer Fair für den Zweck in Be
raihung ziehen soll. Ein Beschluß unirde
angenommen, in dem der Gouverneur und
der Staatsdrucker geiadel! werde», weil der
Berich: des Staais Arbeüsstatistiters noch
»ich! gedrucki ist. Tie Asfeinbly ist der An
ficht, daß die Stadt eine eigene Fabrik zur
Herstellung von elektrischem Licht für Stra
ßenbcleuchluiig errichten soll.
~'N ord - Aveilue - Straßenbahn-
Gesellfchaf t." Tie „Nord - Avenue.
Straßcubahn-Gesellschafl" Hai eine Verord
iiung vorbereitet, welche dem Sladtrath,
wenn er im Januar wieder zusammentritt,
vorgelegt werden soll, uud in welcher um
Erlaubniß zum Bau einer elektrischen Bahn
durch die Norihstraße bis zur Balttinore-
Srraße mii oberirdischer elektrischer Leitung
nachgesucht wird. Tie Gesellschaft wird am
Tonnerstag eine Exkursion nach Boston ver
anstalten, zu welcher sie den Mayor, Stadt
rath uud andere städtische Beamte eingela
den hat. Iu Boston ist das System eilige,
führr, nnd 200 Meilen lange Bahnen sind
in und nm die Stadt im Betriebe. Ein
Comite, bestehend aus den HH. Tavid L.
Bartlett, Douglas H. Thomas, Ferdinand
C. Lairobe, Geo. ?ll von Lnigen, Wm. A.
Marburg, Alouzo Lilly, >uu,, Wm. H.
Skinner, Levi Z. Condon und John T.
Wheeler, wird die Exkursion begleiien, für
welche ein Expreßzug. aus Pullman-L9ag
nerstag, Miliags nm 12 Uhr, trifft am Frei
tagS-Morgen in Boston ein und fähri von
dor! am Abend desselben Tages wieder ab.
In Boston wird den Ausflüglern Gelegen
hei! geboren werden, die clcklri'chen Baiinen
der Lradr kennen zu lernen und sich über
deren Werth aus eigener Anschauung ein
Urtheil zu bildcu. Mayor Davidson Hai die
Einladung zur Theilnahme an der
abgelehnt. Er schreibt: „Wäbrend ich Ihre
höfliche Einladung dankend anerkenne, bin
ich der Ueberzeugung, daß es das Beste sür
mich ist, wenn ich diese ablehne. Sollte ich
finden, daß ein Besuch Boston's nothwendig
ist, so werde ich in Zukuufr dorlhiu reisen."
Die „S ch miedeg e h ü lf e ii-U ui o n
Nr. 2" erwählle gestern Abend folgende
Beamleu für das nächste Jahr: Präsidenl
M. I. Tanaker, Vice-PräsideiN Joh. En
groff, vroiok. Sekreiär C. B. Zlewart, Fi
nanz-Sekretär I. I. Tooty, Schatzmeister
I. B. Marlin und Sergeaiil at ArmS Heinr.
Gerlach.
Ter „demokratische Verein der
7. Ward" bat in feiner gestrigen Sitzung
folgende Beamte erwählt: Joseph Thompson
Präsident, John Soller erster und Frank P.
Tanlor zweiter Vice Präsident, W. F. Ben
nett Prolokollaiil, James V. Guylon Fi
uauzsekrerär, B. F. Sittherlaud Schatzmei
ster, John Parriih Sergeani-ai Arms, W.
O-. Caldwell, John Baker, W. A. Forwood,
A. Peddicord, Thomas German, Frank T.
Blake und Louis M. Tuvall Exekuliv-
Conlitc.
Srapellauf des„Galvesto n." —
Tas Schatzamls-Deparleinenl in Washing
ton ist benachrichligt worden, daß der Zoll
kutter „Galveslon" morgen hier vom Stapel
gelassen werden soll.
Schnelle Fahrt. Ter Tampfer
„Wcisland" von der „Red Star-" Linie pas
sirte auf seiner letzten Fahrt von Aniwerpen
nach New.'Fork Flushiug am 29. November,
Abends K Uhr, und laugte am Iv. Tezem
ber,? Uhr Vormittags, an Fire-JSland an,
in Anbetracht des zu dieser Jahreszeit
herrschenden stürmischen Wetters sicherlich
eine schnelle Fahrt. Bei günstigem Wetter
wird dieser Dampfer, welcher erst kürzlich
gründlich reparirl und mit eleklrischer Be
leuchlung vertheil worden ist. Passagiere in
weit kürzerer Zeit von einer nach der ande
ren der beiden genannten Stsdle befördern
können.
Sitzung der Schnlbeyörde.
Hr. A. W Zaville zum Prinzipal der Hand
fcrliyr,it»,ck,>ile Vin ne»c« «e
schule l»c»öll,igt.
In der gestrigen Sitzung nahm die Schnl
behörde einen Beschluß an, den Stadlraih
um eine Verwilligung für den Ankauf eines
Grundstückes und den Bau ciueS neucn Ge
bäudes fiir die westliche höhere Töchlcrschule
zu ersuchen, da das in 1848 errichrcle alle
Gebäude an drrWest Favelicstraße durch die
Neubauten in der Nachbarschaft von der
nothwendigen Helligkeit abgeschnitten ist und
die Räumlichkeiten für die große Anzahl
Schülerinnen zu klein sind. Tas neue
Grundstück soll mindestens 120 Fuß breit
und 150 Fuß lang fein.
Sämmtliche ler?te Woche nominirten Lch
rer und Lehrerinnen wurden mit nur einer
Ausnahme einstimmig erwählt.
Nach Erwählung der Lehrerinnen bca::
ttagte nämlich Hr. I. B. Wcntz, de» provi
sorisch angestellten Prinzipal I. W. Savillc
an der HandserrigkeitSschule permanent zu
erwählen: er verlas eine Anzahl Empfcy
Iniigen und erläuterte die Carriere des Hrn.
Savrlle.
Mayor Tavidsou erklärte, er opponire der
Erwähluug des Hrn. I. W. Savillc, und
zwar nicht aus politischen, sondern aus trif
tigeren Gründen. Er appellire an die Be
hörde im Interesse der Schule. Hr. Saville
habe durchaus nicht die nöthigen Qualifika
tionen für eine solche Stellung.
Hr. Wcntz erwiderte, daß Hr. Savillc ein
durchaus fähiger Man» sei, die Stellung
auszufüllen. Bis levt fei kein besserer Mann
für diesen Platz in Vorschlag gebracht wor
den.
Bei der folgenden Abstimmung erhielt
Hr. Saville ii- Stimmen: sieben Siimin
zeltel waren unbeschrieben.
Ter iienerwählte Prinzipal der Handfer
tigkeitsfchnle, Hr. John W. savillc, wurde
am 28. Mai 1842 hierselbsl geboren, be
suchte die hiesigen Schulen, die „Waugh
Akademie" au der Lombard Straße, das
„Maryland-Jnstirut" und machte den Krieg
an» verschiedenen Schiffen mit: er war Sn
perliitendeiil berin Bau des „Monocacp"
hierselbsl und machte als Bundes Jugciiieur
mehrere Reisen um die Erde.
Folgende temporäre Lehrerinnen wurden
gestern Abend nominirt: Nanna E. Telcher
in der Knaben Eleinenlalschule N'r. 32,
Jennie Pi. Smvlh in der Aniiexschrrle 'Nr.
!, Emma üliechen in der Negerfchule Nr. 3,
Emma Nicholson in der Mädchen Elemen
tarschule 'Nr. 22, Mamie W. Blair in der
englisch-deutschen Schule Nr. 2, E. Weiler
in der Mädchen - Gramiiiärschule Nr. l,
Mary H. Stevens in der Knaben-Elemen
tarschnle Nr. 24 u»d Alice '.vi. Bealmear in
der Knaben.Eleinentarschulc öir. 22; der
Termin sieben anderer temporärer Mehrerin
neu wurde auf 30 Tage verlängert.
Auf Antrag des Hrn. Fenlon wurde der
Hülfs-Priiizipa! F. W. Miller von der eng»
lisch deutschen schule 'Nr. 2 an die Knaben.
Graiiimärschrile 'Nr. 12 als Bice Prinzipal
versetzt.
Tie Behörde wurde eingeladen, der
Weihnachtsfeier der -t. nnd 5. Klaffe der hö
heren Knabenschule am lv. Tezbc., Abend?
9 Uhr, in Ford's nnd der
Knaben Elementarschule Nr.L am Tienstag,
den 2». Tezember, beizuwohiieu.
Frl. Klara Tapman wurde von der Ne
gerichule 'Nr. .! an die Grammärschule '^r.
10 versetzt. Aus Beschluß der Schulbehördc
werden die Schnlen ain Tienstag, den 23.
Tez., bereits Mittags geschloffen.
ProzcßwegenVer l e t.' u n g e i u e s
Patentrechte s.—lm Bundes Kreisge
richte gelangle gestern var Richter Morris
der Prozeß von Isaak S. Filbert, dein
Agenieii von Peter Stuart in Edinburgh,
Schottland, wider die HH. I. H. Thor
mann Eomp. zur Berhandluiig. Tie
letzteren, welche im vorigen April den Cvir
trakt zur Pslastcrnng des Fell's Poniter
'.viarkres erhielten, werden beichnldigt, hier
rnng in Anwendung gebracht zu haben, auf
die Stuart angeblich ein Patent belaß. Als
Filbert Hörle, daß die HH. Thvrmairn eic
Eomp. jenen Eonirakt erhalten hatten, be
antragle er gegen dieselben einen EinhallS
be'ehl, welcher ihnen die Ansfühinng der
Arbeit verbieten sollle. längerer Ar
gumentirung über diesen Antrag behielt sich
Richter Morris feinen Entscheid vor.
Tampfer A bfah rt. Ter am letz
ten Montag von Bremen hier eingetroffene
Norddeutsche Lloyd Dampfer „Nürnberg,"
Eapt. H. Engelbart, tritt morgen früh mit
Tagesanbruch feine Rückreise nach dem hei
mischen Hafeu an. Tie Passagiere haben
sich noch heute Abend am Bord des Dam
pfers zu begeben.
Unfall e.—Hr. Wilhelm Wiedefeld, ein
belasster Mann, welcher in Nr. 2«!, Eottage-
Avenue, nahe der?>ork-Road, wohut, ward
vorgestern Nachmittag aus dem Wagen ge
schleudert, als das von ihm gelenkte Ge
spann durchging, und derartig vcrlcvr, daß
er vermuthlich längere Zeil das Haus wird
hüten muffen.
Wm. E. Wright von Nr. 1507, Nord-
Edenstraße, gerieth gestern auf Locust Point
zwischen die Puffer zweier Waggons und er
litt leichte Verletzungen.
Hrn. E. D. Baker, einem Angestellten
der „Nördlichen Eciilralbahii," wurde ge
stern ans dem Ealvenstraßen Bahnhofe das
erste Glied des Mittelfingers der linken
Hand zerquetscht.
Als gestern Nachmittag die in Nr.
530, Brunestraße, wohnhaste, 7l> Jahre alte
Frau Rachel Watts in ihrem Ziinmer neben
einem Ofen saß, fingen plötzlich ihre Kleider
Feuer. Tie Flammen wurden zwar in
wenigen Sekunden von ihrer Tochler und
einer Negeriii, Namens Fannie Powell,
unlerdrnctt, aber doch erst nachdem die alte
Frau nicht unbedeutende Brandwunden er
litten hatte. Tr. Maris leistcie ihr ärzt
lichen Beistand: er ist der Anficht, daß keine
uiiniitlelbare Gefahr für seine Palieniin
vorliegt.
Gestern Abend 7 Uhr fiel Hr. Michael
Osslcy anf dem Wege nach feiner Wohnniig,
Nr. 2232, Nord-Calverlstraßc, an der Ecke
der Lexiiigton- und Calverlflraße in Folge
eines FchlrriNS zur Erde und erlitt davei
eine so schwere Vcrlcl'inig am Kopfe, daß er
vom Polizisten Schuster nach dem nahen
„Stadt-Hospital" gebracht werden mußte.
Tr. verband die Wunde und ließ
den Verletzten nach dessen Wohnung bringen.
Seit vielen Jahren gebrauche ich schon Tr.
August König's „Hamburger Tropfen" und
wurde ich durch die Anwendung derselben,
gegen Unreinheiien im Blnle, stets zufrie
dengestellt. H. K. Schunde, NcbraSlaCi
ty, Nebr.
Tie Convenlion der „Gesellschaft
junger der Christian Endeavor Union"
beginn! hente in der Brown-Memorialkirche
an der Ecke der Park - Avenue und Town
fendstraße. Drei Sitzungen werden abge
halten. Unier den Theilnchmcrn befinden
sich: I. W, Baer, Generalfekrelär der „Vrr.
Slaalen Union," I. H.Breed, Sekretär der
„Perrmylvanrer Staats Union," A. F. Fnl
ton ans China nnd Andere. Aus allen
Theilen desStaaiis werden Delegaten er
wartet.
Der »St- Akph o »f u s - Baz a r"
schloß gestern Abend nach 1-t rägiger Dauer
mit einem höchst befriedigendem finanziellen
Resultate ab. Nachdem Tag? vorher, wie
bereits berichtet, der inlerefsante Eontest zu
Gunsten des „Alexander Conzils Nr.-!!,
C. B. L." einschieben worden war, blieb für
den Schlnßabeiid Nichts weiter übrig, als
die Ausloosiiiig der noch vorhandenen Gegen
wände. Gegen Mitternacht hatte man auch
diese Arbeil vollende! n. sämnttliche Slände
nnd BerkanfSlische waren leer. Bei einer
so großanig angelegten und bis in die dritte
Woche dauernde Fair geziemt es sich, alle
Vereine und Comile'n, welche mit bewuu
dcrnSwcrther Ausdauer und unermüdlichen
Fleiß und Eifer für das volle Gelingen de?
U<a;arS gewirkl haben, noch einmal lobend
zu erwähnen. In erster Linie gebührt dem
strebsamen Rektor Seb. Breihoff wie der
ge'ainmlen Gcistlichkeil der Gemeinde Paler
Schanz, Paler Dlag und Pater Hilger der
Tank nnd die Anerkennung im vollsten
Maße: außerdem den folgenden Gesellschaf
ten, welche an den uachgeiiairiilcn Tischen
unabläßig thätig waren:
Es führten die Controle an dem „St.
Theresien-Ti'ch" die Frauen der „hl. Fami
lie," an dem „St. AgneS-Tisch" die Jung
frauen der „hl. Familie," an dem „Engels-
Tisch" die Schnlmädchen, am Eoiifekistand
und am Glücksrad die Jüng
linge der „hl. Familie." Als Einladungs
iliid Emp'angS - Comite fungirteii Mitglie.
der des „Vater Alexander ConzilS," als
Bar-Comne die „St.Ludgerus-Gescllschafi,"
als Lrdnuilgs-Cvmite der „St. AlvhousuS-
und an der Thüre führten
die Mitglieder der „Zt.Marien-Gesellschaft"
die Aufsicht.
An bedeutenden nnd werthvollen Geschen
ken kamen zur Verloosung von der Firma
Rosendale K Söhnen ein AuSziehtifch, ein
Kleiderschrank, ein Marmortisch, ein Schau
kelstuhl, eine Lounge, ein Dutzend Knider
stühle, zwei Spiegel, zwei Fußbänke und
dergl. mehr. Bon nachstehenden Brauereien
wurde der nölhige Gerstensaft geschenkt: von
Georg Brehm, Georg Günther, Sebastian
Helldörser, „Globe," „Baltimorer Brewing-
Comp.," Bauernschmidl Marr und Geo.
Bauernschmidl. Besonderen Dank erwar
ben sich die HH. Eonrad Schneider und
Joh. A. Lstendorf, welche jeden Abend an
ihrem Platze lhälig waren, wie die HH.
Peter Slcckmeycr, Karl u. Franz Jenderek,
Peter Sporer, Johann Becker, Geo. Rothe,
Zacharias Fischer, Johann Hein u. A.
billigt und brltc Corrrlpondtn; mit Frrundcn in Deutschland.—
Einr Wrihnachtsgalir.
Dlis
T er I spott den i,
nach allen Theilen s versandt,
kostet portofrei im Voraus zaklvar^
pw Mir. IH prt' latir.
1 für drei Monate. .
Die Washingtoner Ägcntnr
dc?
„Deutschen Korrespondenten."
Aoyn Ä Mover. Azent.
ist v->n Nr. 457, - Ztrake. Nordwest, nach
Nr. 4<»7, I-Ztrasze, Nordwest.
Lokalberichte aus Washington.
A blcb e n.—Am Moniag ist Frau Alice
T. Gold von Puttkamer, Gattin von F. U.
von Puttkamer, gestorben. Heute Nachinir
tag il Uhr findet in dem Skerbchause, 'Nr.
2229, 13. Straße, Nordwest, eine Trauer
seicr statt, worauf die Leiche nach West
Cornwall, Com:., zur Beisetzung überführt
werden wird.
Tr. James W. ein >vr.'hlhc
kanitter, in Nr. 513, 6. Srraßc, 'Nordivest,
wohnender Arzl, ist in: Alter von 61 fahren
gestorben.
DerFrankWard' s ch e M o r d p r o
ncnden Gefchivorenen ivaren gestern Vor
mittag die Ersten, welche nm 10 Uhr rin Gc
rrchrsiaal erschienen, als die Verhandlungeu
in dem Prozesse gegen den des Mordes au
geklagleu Frank Ward forrgejev! wurden.
Hr. Louis Ncumeyer, der Befiver des
„Piarble-Salous," Ecke der 9. Siraße uud
Pennsylvania Avenue, wo die Schicßafsaiie
sich zutrug, war der erste Er habe
mit Ward Billard gcspie», als Adler in das
Lokal gckommcn. Als Adler dann fväler
die Wirlhsckiasl durch die Thüre au der 9.
Srraßc verlasse» wollle, habe Ward ihn ge
f'ragt, warum er so eile: Adler habe ableh
nend geantwortet, worauf Ward ihn aufge
fordert: „o, komm' und nimm' eins mit
nns." Adler fei dann näher gekommen, nnd
Ward habe ihn gefragl, was er wünsche.
Adler aittworiett: „Selterwasser mit Cr
tronc." Mit den Worten: „Tu willst?"
hahe Ward dann nach Adler s Füße» ge
schössen. Zwei Schüsse seien abgefeuert
worden. Auf feine, des Zeugen, Frage, ob
cr verlevl sei, habe Adler nichr geaniworlet.
Er hahe dann einen Arzi holen uud Adler'S
Varer benachrichligen lassen.
Anwall Wilfon begann iodann das Kreuz
ließ, wie er, Ward und Adler gestanden, als
die Schüsse gefallen. Zeuge gab dann zu,
daß Adler durch ihn hahe schießen müssen,
um Adler zu rresfen. Ter Schankwärler
Giimily habe ihn auf eine Slelle au der
nahe dem Schanilisch stehenden Sänle auf
merksam geniachl, welche von einer Kugel
hergerührl habe. Er sei der Ueberzeugung,
daß Ward nicht auf Adler habe schießen
lönneii. In gleicher Weise sprach sich der
Schankwärler GiniiNy bei ferner Verneh
mung aus. Ter nächste Zeuge war Harry
Bucklngham, der nichrs Neues sagre und cr
klärte, daß Ward, ivenki er direkt nach Adler
gezielt, wahrscheinlich Neuiiieyer getroffen
haben würde. Terzweile Schuß Halle den
Pfeiler Neffen inüffe». Polizist Hughes,
der die Verhafrung Ward's vorgenommen,
will diesen die Worre haben sagen hören:
„der v H Ich habe ihn geschossen"
uud auf dcm Wege Srarionshause habe
Ward erklär!, er raubre ihm einen Tiaman
lcn, und eine Anzahl verd.... Spitzbubeu
solgteu ihm stets, um ihn auszurauben. Er
will auch gehört haben, wie Ward etwas
von einem „verd ~, Juden" fagre. Letz
tere Aeußerung hatre auch der nächste Zeuge
Polizist Hamillon gchörl. Um ein Uhr
machle das Gericht eine Pause.
George T. McCuUom, der damals in
der Wirihschaft Nr. 906, Pennsylvania.
Avenue, als Schaiikwärter angestellt war,
wurde nach Wiederaufnahme der Verhand
lungen zuerst verhörn Er fagre wenig
Neues. Der an der Ecke der 9. Straße und
Louisiana Avenue eine« Fruchrsrand ha
bende James H. Keister will gehört haben,
daß Ward sagte: „Der hat mich
schinilhig behaudclt, und ich habe ihm es
heimgezahll." Nachdem noch Charles H.
Ryder vernommen, der gesehen hat, daß
Ward anf den Boden hinschoß, wnrde die
erste Zcngni, Manne Carroll, aufgerufen.
Sie daß sie Moritz Adler und Frank
K. Ward gelannl. In der Nach! zum 1.
sei sie mir Adler Abends gegen >2 Uhr
vou ihrem Hanse sort nach Charlie Hurdle's
Restaurant gegangen, um Etwas zu eisen.
Die hereirs gestorbene Mollie Bowker
habe sie begleitet. Ward sei auch dort ge
wefeu. Anwalt Wilson wollle die
umerbrecheu, dcrDistrikisaiiwall sagte »bcr,
es fei dic Absichl der Anklage, Beweis zu
erbringen, daß die Schüsse absichllich ge
seuerr worden feien. Anwall Colenian
wollre das Zeugenverhör auch nicht gclrcn
lassen, um fo mehr, als dic Aullage kein
einziges Zeugniß beigcbrachr, ans dcm her
vorginge, daß Ward mi! Alisich! die
auf Adler abgefeuert. Ter Richter entschied
sodann, daß Mamie forrfahrcn könnc, und
diese erzählte dann, daß Ward und Adler
in Hurdle's Wirrhschan eine» Streil gehabt,
und Ersterer Adler beschuldigt habe, ihn um
Hin gebracht zu haben.
F e u e r - A t a r in k ä st e » sind angebracht
worden: in Woodward K Lothrop'v Laden,
Ecke der 11. nnd F-Slraße iN. >3Bi, ferner
an der 7. Straßen - Werfte in dcm Büreau
des Hafenmeisters Button (Nr. 428».
S ch a n klicenz en. Wie verlautet,
werden dic Eommiifärc Herne iiber die Ge
suche um Erlheiluug vou Schanklicenzeu be
ralhcn.
Ein Wirth bestraft. — Vor Nichter
Miller kain die gegen den Wirlh I. T.
Eimer von der 7. Slraße erhobene Klage
wegen Haltens eines iliiordcnllichen Haines
zur Verhandlung. Nach Anhörung der
Zeugen erklärte Richter Miller, daß er diese
Art Häuser aufheben wolle. Werl aber eine
Geldstrafe nur eiue hohe Licenzabgabe be
deure. verurlheile er Eimer zu drei Monaten
Gefängniß uud 5100 Strafe. Eimer wcirile
wie ein Kind, als er das Urlheil Hörle, uud
meldete Berufung an.
Verschönert L»eim'.
Elegante Feierlags - Präfente.
Feine Bilder in ebe nfo elegan
ten Rahmen mit bedeuten
der Preisermäßigung,
um fiir die Vergrößerung unsercr Portrait-
Galleric Raum zu schaffcn.
Das Lager ist ein auserlesenes und um
faß! das Neueste in
S r a h l sl i ch e u, A e tz z e i ch n ir r: g e n
uud Pastellmalereien
mit künstlerischer Einrahmut g. All' Dieses
beabsichtigen wir ohne Rücksicht aus die Ko
sten vor Neujahr zu verkaufen.
Ziehen sie Ihre eigenen Interessen zu
Raihe und sichern Sie sich vou diesen Kunst
fchäven einen großen Bargain mir freier
Ablieferung.
Das Art-Building,
Ecke der Euraw und Franklin-
Srraße.
Abends bis 9 Uhr offen.
Elegante Portraits snr»...
Aeiertage.
Tank unseren vorzüglichen Arbeits Fazi
litäleu uud unserem durchgreifenden Ge
fchäslS-System, können wir mi! unbedingier
Gewißheil dic Fertigstellung aller bis zum
20. Dezember bestellten Bilder bis Weih
nachten vcrsvreche».
Unsere Gönner sind übcr ihre kunstfertig
hergestellten Portraits und die prompte
Verrichtung dcr Arbeit ohne Rücksichr auf
das Werrer, was uns das Augenblicks
und das Arislcgraphen-Versah
ren ermöglichen, entzückt.
Keine Preiserhöhung.
12 tadellose Impe ri a l-A ri st o
graphic'n tz 3.
12 Ärislographie' n und ein
Portrait in Lebensgröße... 5.
Lebensgroßes Crayon. Por
trait 5.
Lebensgroßes Pastell-Por
trait 10.
Kenie Erlra Gebühr für Kinder-Poriratts.
Rahmen und Siaffeleien zu Eugros
Preisen in
Richard Walzl's modernem Atelier,
äit'r
Ecke Eutaw- uud Frauklinstraße.
Mi: den Pferdebahnen bequem zu errei
che».
Keine Verbindung mit einem anderen
Platze. (2i>9,301,^
Service
lilbrr nnd rinttlnc Art.
Tamuel äiirk K
Nr. ?ft-'Sal«imt'rc?>rafzc.
, .".'2 :!„7,t,p.)
Griff zum Messer. Ter 'Neger
Henri, Gaffaway ward gestern Abend iiiü r
der Beschuldigung verhaflel, iiu Sirene
feine Schwester Beekie Gaffaway mit eliieiil
Tascheilinesser in den rechten Vorderarm ge
stochen zu haben, und im nordwestlichen Sta
lionshaust sür eiu heule stattfindendes Ver
hör feilgehalten. Beckie's Wunde ward im
„AUgem. Marvläiider Hospuat" verbuiideii
nnd von deni Arzie für ungefährlich crllär!.
Ter Gesalig v e r e i n „H armo n i e<
ha! gestern Abend in enier
»Itter Vorsitz des Präfideineu
leiu uud der Prolokoll'uhruiig des
lärs Wilh. F. Siemou den Beschluß ge .i n,
sich nicht au deni vou de» „Vereinigten Sau
gern von Baltimore" ain den i> 'l
angesetzten großen Commers zu beiheiligen.
In der betreuenden Woche sind die Miigu>
der durch Proben und ein Conzerl ohne dies
sehr in Anspruch genommen.
Die Uhr im Rathhau S ih ur m
wird bereits wieder einmal einer Repa.aiur
unterzogen.
A b le l> e n. Hr. Conrad Nagengart
starb gestern Nachmittag in seiner Wohiiniii!,
! Nr. 21, Nord Castlestraße, im Aller vcn
nahezu t! 0 Jahren au der Wasser'iichi.
! wurde im Königreich Bauern geboren, kam
i im Jahre 1871 nach Amerika und Hemel,
hier eiu Holz und Kohleiigeschä'i. Cine
Wittwe, zwei Söhue uud eine Tochler iib r»
leben ihn. Die Beerdigung finde! Freuag
Morgen von der St. Michaelstrrche aus
statt.
~Vool>ler" in Snracnse
Syracuse, N.16.
Tie Sladlralhsinilglieder John McLennan
und Charles Candee wurde» heute verhaf
tet. Ersterer wegen angeblicher Annahme
einer Bestechung von 5350, Letzterer wegen
bezahl! wurden. Es verlanlei, daß
gerichtliche Schrille gegen die Siadlraths-
Miiglieder Mally und Klock wegen ähnli
> cher Verbrechen im Werke sind.
Die 'Anklage gegen vicneralanwalt
Pope abgewiesen.
Columbia, S.-E-, It!. Dezember.
wegen Verletzung der Staatsvcrsasiniig
j wurde heule vorn Rlchler abge
! iviesen. Bekanntlich sollte Pope einen
Angestellten seines Teparlemenls enllasfeil
haben, weil derselbe für Haslelt und gegen
j Tillmail stimnnc. Ter Richter enlfchied,
j daß der betreffende Abschnitt der Verfassung
nicht auf Staatsbeamten anwendbar sei.
! Generalanwall Pope wohnte den Vcrhand
! lungeu bei.
Eine anfgcregte Vürger-Persamm
lung.
e w -H a v e n, Eonn., 16. Tezember.-
- Die Frage, ob die Stadt New Häven den
ka! holilchen Geme i n d e schnlen ulien ig elillc!i
in einer dort speziell einberufenen „Town-
Bieeting," an welcher 60» Bürger Theil
nahmen, verneinend entschiede». Tie Ver
haudluugeu waren höchst stürmisch, und
ohne die Anwesenheit einer siarlen Abthei
lung Polizei wäre es wahrscheinlich zu einer
Prügelei gekommen.
Schnccstnlm.
Knoxville, Tenn., 16. Tezember.
! Seit 4 Uhr heule Nachmittag wüihel cur
i heftiger Schncestnrm in hiesiger Gegend iina
! hält nin 10 Uhr Abends noch au. .Zu 'Til-
Tennessee liegt der Schnee sechs Zoll tin,
> während erin hiesiger Gcgend sofort fchinolz.
j Staun ton, Va., 16. Tezhr. Pteh
l rere Zoll Schnee sind heule hier, in Harris
> h»rg und anderen Theiles des Slaales ge
fallen.
R o in , 16. Tez. Ter östreichische Ge
sandte an den Vatikan hatte heute eiu uiiaii
genehmes Erlebniß. Während er eine Tpa<
j zierfahrt machie, schleuderte eine unbekaiinle
! Person einen Slein nach ihm, nnd derselbe
fuhr ihm dich! am Kopfe vorbei. Mau ver
muihel, daß eiu kürzlich vou dem Gesandten
entlassener Tienslbole der Thäler ist.
Lolid o n, 16. Tezember. Wm. Svrow,
der Organisator des Tockarbencr ZtrikeS zrl
Souihainpioii, wurde heute vor deu Win
chester Assisen wegen Einschüchlernng orr
Ersatzleule zu dreimonatlicher Haft bei
schwerer Arbeit verurtheilt.
M adrid , 16. Tezember. Tic Regie
rung Hai deu Fiuanzniiiiister angewie en,
die Zölle auf die vom Auslande eiiigesühr
teu Lebensmittel zn erhöhen nnd einen neuen
Schutzzoll-Tarif auszuarbeiten.
Vermischte tclegraplnsche Depeschen.
Durch Gas, das einem fchlech! ver«
fchlofsenen Eokeofen einströmte, wurden in
j '.liewark, 0., in einem Fran Ama
! lie Fischer, Frau Laura Victorellis uud d -
reu Sohn, sowie Eharles Toesf beraub?,
konnten jedoch wieder in s Leben ziirückgeru'
fen werden.
Neil Campbell, Wächter in den „Bar
ber Asphalt Works" zn Bnffalo, N.
wurde vorgestern in ?enem Elablisienieiit
durch eine !Ü el Erplosion so schwer verletzt,
daß er bald darauf starb. Eiu auf die Ex
plosion folgender Braud zerstörte einen Theil
der Werke.
Joseph H. Hongh, seit 48 Jahren Se
kretär der Frciinaurer-Großloge von New-
ist soeben zu Treinon, 'R.-J., gestor
ben. Er war 75 Jahre all und seil 1838
im Werthe von ?l<)0» beranbt ivorden sein.
Die Juwelcu verschwandeil angeblich ant
Sonulag früh auf gcheimnißvolle Wei e
aus Frau Drew's Zimmer.
Frau James Lewis, 67 Jahre alt,
wurde am letzien Samstage, während sie ii-i?
allein iu ihrer Wohuuug, etliche Meilen vc i
Alloona, Pa., befand, von unbekannlt:
Personen angegriffen und so schwer verlevl,
daß sie bald darauf starb. Man ha! keine
Spur von den Mördern.
—Der west. Theil vonKansas soll in Folge
der anhauenden Türre fast ganz entvölkert
fein. Aus RockS-Couitty allein Haiden stch
angeblich binnen wenigen M'onalen n»ot>
Personrn entsernt, und nur Tiejenigen bleu
! den zurück, welche nicht die Mittel zum
i Wegziehen besitzen.
Eine Pelilion, welche den
! sucht, die gegenwärtige Vegislatur von Lk
! lahoma für eine uiige'cdlielje Körperfchatt
! zu erklären, .st von lenem Territorium nach
! Washington unterwegs. Allgemeine Unzu
z friedeheit über die Werke der Legislatur
! herrscht in allen Thülen
ark Elecnic Light zu Newark. N.
stürzte gestern in l-ncr in Folge eines
eleltrischcn von eineiit 70 fußho
hen Pfahle und wu de lödttich verletzt.
Travezkünstler Lee und Robert
! Howard stnrzlen vorgestern Abend bei einer
! Vorst llung zu Bunalo. Ne vom Trapez
herab, und Lee trug lebensgefährliche Ver
levungen davon. Roben cnttam ohne we
,entlichen Schaden.
Vollkommenheit in Mehl»
Patapsco Superlativ Patent,
das Hariptinkhl Amerika s
Brod.
BiScuits
oder Pasteten.
ES wird von keiner anderen irber
troffen.
(2V2,3,5,7,V,U,'-«01,3,4,5,7,0,10,1.3,3,4,«,8,»)

xml | txt