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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, November 12, 1892, Image 6

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Per Deutsche Korrespondent.
Samstag, t 2. November t»VS.
»»nrervaltungS'Wegweiser.
..Harris' Musik-Akademie." —Diese Woche
.Eine schöne Rebellin." Malinee'n Donr.erNazS und
„Mord's Opernhaus." Tie'e Woclie
«Glin-da-xoliqh.» Matinee'» TienstazS, Mittwochs
„vollidayslraßen-Theater."-Diese Woche
tlnee'n Montags, ÄKUtwochZ und Samstags.^
„Howard - Auditorium." Diese Woche
Medrüder Irwin und die »Bandcville^-^Kcscllschafl-
Gesangverein „Frohsinn." 2t. Skis
tungssest und Ball Moniaq, den 14. Novbr., in der
„Labor - Niceum." Conzert und Ball
Montag, den 14. November, in der »MechanicS'
Halle."
„Musik.-Dramatischer Familien-Club."—
«orgen nach der
„Allgemeine Deutsche Greisenheimalh.^—
..Germania Loge )ir. 24. U. O. d. G. A."
tungssesi und Ball in der
„Orpheus Männerciior." —Dienstag, den
15. November, Konzert und Lall in der ..Harugari-
Halle."
„Aurora-Ouartett-Cliib." — großer Ball
„llnlel Bräsig Verecn." Großes Con
zert »ndßall Freiing, den 2S. Novbr., in der.Ger-
Schweizer Männerchor „Edelwyß."
Montag, <zen 14. November, zweite Abend-Unterhal
tung und Tanjkränzchcil in C.Neibhardl'S Wejl-
Prattstraxe.
„Aurora-Frauenverein Nr. I."—Montag,
den 14. November, erster grober Masken- und Civil-
Ball in den „New-Assembiy-RoomS," Elle Hanover-
CröffiiungS-Luiisch:
Montag, den 14. November, Eröffnung mit Siielen
i!unslt> bei Wiiliclui Lchmidi, Nr. Hanover-
Siraße.
Ivs" Für die Veröffentlichung von
Avministrations-Anzeigeu,
NachlasienschaftS-Verrüufeu
«. s. w.,
deren Verbreitung in deutschen Kreisen ge
wünscht wird, ist der „Deutsche Correspon
dent" das geeignetste Blait.
Aus dem Inneren Maryland s unv
den angrenzenden Staaten.
Der Tag für die Hinrichtung
der Mörder des Dr. Hill, der Neger Joshua
Baiuard, Louis Beiison, Henry Hurt, Moses
Brown, FrisbyComegys.Fletcher Williams,
Charles I. Emory uud Charles Bront. ist
vom Gouverneur Brown, als er gestern
nach Aunapolis kam, festgesetzt worden.
Le Compte hatte die Todes
urtheile fertig gestellt, uniz dieselben wurden,
nachdem der Gouverneur Freilag, den 30.
Dezember, sür die Hinrichtnitg bestimmt,
von ihm unterzeichnet. Es ist das erste
Mal in der Geschichte Maryland'«, daß
an einem Tage an einer so großen Zahl
Verunheilter das Todesurlheil vollzogen
werden wird. Die letzle Hinrichlung in
Äeut-Counly, woselbst der Prozeß gegen
die Obeiigenannleil bekanntlich statlsand,
war diejenige des Negers Thos. Thomp
son, welcher im Januar d. I. seinen Rafsen
gcnossen W. Adams ermordet halte.
Das fidele Gefängniß in Ha
gerstown. Der Drang nach Freiheit
und die Leichtigkeit, die Gefängniszelle zn
verlassen, find wieder einmal der Gruud ge
wesen, daß die Zahl der Jnhaftirten des
Washington-Conntycr Gefängnisses in Ha
gerslown, Md., sich um zwei verminderthat.
Der des Raubes angeklagte
und ein gewisser Henry sich
an feiner eigenen Mutter vergriffen hatte,
haben das Gesängniß nämlich auf demselben
Wege verlassen, wie schon so viele Andere
vor ihnen. Als den Gesangenen ihr Mit
tagsmahl gebracht wurde, haben die Beiden
sich hinler den Zelle» verborgen und sich dort
bis Abends versteckt gehalten, wo es ihnen
dann ein Leichtes war, durch ein Fenster zu
entkommen.
Plötzliches Ableben eines be
kannten Farmers von CharleS-
C o u n t y. Im Aller von 72 Jahren ist
in anscheinend guter Gesundheit vorgestern
Morgens Hr. Edgar Brawner, ein bekann
ter Farmer von Cyarles-Coniily, vom Tode
plötzlich überra'chl worden. Hr. Brawner
Halle seine bei Pon Tobacco gelegene Woh
nung Morgens srüh verlassen, um einige
Einkäufe in dem elwa zwei Meilen enlsern
ten Geschäfte von Thomas McPherson zu
besorgen. Als er dorlselbst über das Re
sullal der Wahl sich unierhiell, stürzte er
plötzlich todt zu Boden; ein Schlaganfall
haue seinem Lebe» ein Ende gemacht. Hr.
Brawner hinterläßt zwei Töchter und drei
Söhne: seine Gattin, die Tochter des ver
storbenen Tr. Thomas A. Davis von Port
Tobacco, war ihm bereits vor zwei Jahren
im Tode voran gegangen.
Explosion und Lebensverlust
ans einem Schleppdampfer.
AIS am Donnerstags - Morgen der Schrau
dendampfer „Viking" verschiedene Bagger-
Booie bei Norfolk, Va., nach der Ablade
stelle bei den „Rip - Raps" hinschlepple,
barst, als er in der Nahe des „Boulh'Bluff "
Leuchlschiffes angekommen war, das Dampf
rohr, und der enlivelchende Dampf füllle
das Schiff im Nu an. Verschiedene Män
ner, welche neben der Luke über dem Feue
rungSrauine gesessen, rannten schnell davon,
doch stellte sich, als der Ingenieur den
Dampf abgestellt hatte, heraus, daß eiu
Mann fehüe. Man fand ihn, John Soll
mil Namen, besser aber als John Amster
dam bekannt, todt in dem Feuerungsraume
liege», in den er, wahrscheinlich durch den
Dampf geblendei, hinab gestürzt war. Die
Verwandle» des Verunglnckie», welche in
Jersey-Cilli wohne», wurde» lelegraphlsch
vou dem Unfall in Kenntniß gesetzt.
Aus der Staats Hauptstadt.—
Frl. Mary P. Chase, Tochter des verstorbe
ueu Dr. Thomas Chase, wird am Dien
stags - Vormittag Mil Dr. James Cushing
Merrill, Arzt in der Bundesarmee, getraut
werden.
—ln der St. Annen - Kirche wird am
Mittwoch Frl. Claude Fay, Tochter des
Pros. W. W. Fay vou der „Flotlen-Aka
demie," mir Lieni. L. A. Doyen vermählt
werden.
Ein weiterer Tonntagszug auf der
Royal Bluc Line «ach New
Aort.
Von Sonntag, den 13. November, au
fährt der Zug der «Royal Blue Line," der
die Camde,! - Lialion 7 Uhr srüh verläßt,
bis New-?)ork durch, verläßt zur Rückkehr
Abends K Uhr New-Aork und langt 4t2
Uhr Nachts in Baltimore an. (272,8)
Stadt Baltimore.
P e r s o n a l n o t i z e n. Gouverneur
Brown ist von New-lork, wohin er sich am
Wahllage begeben, um im Ncilionalhaupt
quartier die tinlausenden Berichie zu hören,
vorgestern nach Baliimore zurüctgelehrl und
begab sich gestern Nachmittag nach Auna
polis.
Hr. und Frau Georg Reinhart von
Nr. 6, Nord - Slrickerstraße, feienen gestern
die st. Wiederlehr des Tages ihrer Ver
mählung.
Hr. Rich. Ortmann, der erst vor Kur
zem von seiner Europarene zurückgekehrte
Musiilehrer und hochgeachtete Äriliter des
„Deulichen Correipondenlen," wurde durch
ein von ihn hochgeschätzles Geichenk der
Firma W. öinabe K Co. ersreii!. Hr. Wilh.
jtnabe sandle ihm eine der Normal-Siimin
gabeln, die 435 Schwingungen in der Se
kunde in ach l.
Schnittwaare» tm Löwen-Laden."
Nr. 19, West-Lexiligion-Siraße.
tAugZl^t.p.»
Die projcklirte neue Musik-
Halle. Ciiie Versammlung der Direk
toren der „Public Hall - Company" sand
vorgestern in dem Bureau des Hrn. B. N.
Baker statt. Die Eniwürse für das neue
Gebäude wurden den Direlloren erklärt, und
die Zeichnungen sollen jetzt Bauineislerii un
terbreilel werden, um .Nostenanichläge von
ihnen zu erhallen. Von der Höhe der For
derungen wird es abhängen, ob verschiedene
empfohlene Verbesserungen genossen werden
können.
Die Les er inn e il des „Deutschen
C o r r e s p o u d e u t e n" werden aus die
an anderer Stelle diese? Blattes befindliche
Anzeige der Frau Dr. Czarra hingewiesen.
Die Dame hat ,n der „löniglichen Frauen-
Äliinl" zu München, Bayern, studirt und
wittde mit der goldenen Preis-Medaille als
Geburlsheljeriii ausgezeichnet. Frau Dr.
Czarra empfiehlt sich zur Behandlung aller
Frauenkrankheilen, und bequem eingeuchleie
Zimmer liehen Palienien in der Vrivalwoh
nnng der Frau Dr. Czarra, Nr. 303, West-
Hoffmanstraße, zur Verfügung.
Elegante Photographie n.
Bis auf Weiteres liefern Gebrüder
Südost-Ecke der Eulaiv- und
Lexingtonstraße, ihre eleganten Kabinet-
Porlralts zu H 2.50 das Dutzend. Pro
ben werden gezeigt. Keine Extra-
Gebühr fürzweimaliges Ab
nehmen.
Aufträgt auf die eleganten großen
Portraits (wegen deren bieies Cta
blissemenl mil Recht in so hohem Ruse steht),
welche sür die Feiertage beilimml sind, soll
ten jetzl abgegeben werden.
Aus dem Rathhause. Als
Mayor Davidson vor zwei Jahren der „Belt
bahu - Compagnie" da« Ballon - Depot-
Grundstück sür die Ablagerung von Erde
bei m Tunnelbau vermiethete, hat er wahr
scheinlich nicht gedacht, daß der S!ad! noch
eine Menge uiiangenthmer Mißbelligkeilen
erwachsen würden. Es war am 18. Novem
ber 13V0, als Arbilraloren dem Mayor
Robl. C. Davidson ihren Berich! über den
Werlh der Benutzung des Grundstückes ein
reichten. Für die Stadt hatte der Mayor
Hrn. Jchabod Jean auserwählt, die „Bell
bahn-Compagilie" ernannte Hrn. Oberst W.
Lewis, und diese Beiden zogen, als sie sich
nichl einigen konnle», Hrn. Wm. W. Mc-
Clellan als drillen Arbitrato! hinzu. Diese
Drei gelangten zu dem Ueberciiikomme»,
daß die „Bettbahii-Compagnie" für die Be
nutzung des von der Preston-, Brevard-,
Dolphin-, Caihedral - Straße nnd Mount
Royal - Avenue begrenzten Grundstückes,
7.K5 Acker groß, während der mil dem 14.
Oklober 1890 beginnenden zwei Jahre der
Sladi tz 14,000 oder G7VOO pro Jahr bezah
len soll. ZweilenS einschieben die Arbilra
loren, daß die „Bellbahn-Compagnie" für
das Recht, einen Tunnel unter einem Theile
des Grundstückes, dessen Decke mindestens
9 Fuß unier der Oberfläche liege» muß,
tz 40,000 an die Stadl bezahln muß. Nach
Ablauf der zwei Jahre sollle das ganze
Grundstück in demselben Zustande an die
Sladt zurückgelieserr weroeu, wie es der
Bahn-Compagnie übergeben wurde.
Die Bahn-Comp. hat nur zwar die 554,-
CVO bezahli, ohne daß sie das Grundstück
bisher geräumt hat. Und zwar- herrscht im
Mliyorsbürean in Folge des UmstandeS, daß
der Verlrag längere Zeit nicht gesunden
werden konnte, die irrthümliche Anstchl, der
Vertrag gehe erst nächsten Freitag, den 18.
November, zu Ende. Fiiianz-Commissär
W. W. Speiice hatte deswegen eine längere
Confereiiz über den gefundenen Venrag mit
dem Mayor. Hierzu komm! nun noH ein
neuer störender Faklor. der geeignet ist, grö
ßere Verwickelungen zu veranlassen. Die
„Bell-Bahn-Comp." hal die Absicht, das
Grundstück zu lausen, und um den Werth
des ganzen Grundstückes festzusetzen, er
nannle Mayor Lalrobe auf Grund eines
Beschlusses des Sladtraths als einen der
Arbilraloren den General I. S. Berry und
die Bahn-Gejellschasl Hrn. Lenox Birckhead.
Diese beiden Herren konnlen sich lange nicht
einigen uud deshalb ersuchle der Mavor den
städrischen Arbilralor, einen drillen Herrn
vorzuschlagen. Das Wettere ergiebt sich
aus solgciidem Briefwechsel. Das erste an
den Mayor F. C. Lalrobe gerichtete Schrei
ben lautet:
„„Baltimore, den 11. November 1892.
Geehrter Herr! Ihr Schreiben, in welchem
Sie anfragen, „ob ich Ihnen weitere Jnfor
malion in Bezug auf die Ardiiration Be
ireffs Wertschätzung de« Bolton-Depot-
Grundstückes geben kann." chabe ich erhal
len. Ich theile Ihnen hierdurch mit, daß ich
Hrn. L. Birckhead eine Antworl gesandt
habe, die ich Ihnen hiermit unterbreite.
Hochachtungsvoll John S. Berry, Arbitra
to!.""
Tas Schreiben an Hrn. L. Birckhead lau
tet: «Baltimore, den 11. November. Ge
ehrter Herr! Ihr Schreiben, in dem Sie
mir mittheilen, daß die von mir vorgeschla
genen Namen Ihnen nicht passen, habe ich
erhallen. Die von Ihnen angewandie
Phrase ist eine Resleklion auf die Namen
der von inir vorgefchlagenen Herren, aus
welchen Sie einen dritten Arbttraior aus
zuwählen hallen Männer, auf's Engste
mit commerziellen und Fabrikalions-Jnte
reffen verknüpft, deren Cha aller ans allen
Lebenswegen die strikteste Makellosigkeit er
heischt, —"Männer, von denen das Gemein
wefen versichert sein tan», daß sie eine
durchaus gerechte Entscheidung über die
schwebende Frage zwischen der «ladt und
der „Bell-Bahii-Co." geben würden, und
lrotz alledem, Hr. Birckhead, wagen Sie zu
jagen, „solche Herren passen Ihnen nicht!"
Ich srage Sie achinngSvoUst, welche
Gründe können Sie für die Behauplung,
„sie passen uns nicht," anführen und welche
Ursache haben Sie zu der Weigerung, die
Bollon - Grundstück - Angelegenheil irgend
einem derselben zu uitterbretten?
Was ich jetzt wünsche, ist, „wollen Sie die
in meinem Schreibe» vom 27. Oktober ge
nannten Herren posiliv zurückweisen?" Wenn
Sie diese Frage beantwortet haben, bleibt
genügend Zeit für mich, die vo» Ihne»
heute I» Ihrem «chreibcu vorgeschlageneu
Namen zu erwägen.
Ich muß jedoch emphatisch wiederholen,
was'ich Ihne» bei unserer Zusammeiikuntt
am 20. d. Mls. sag!e: „unler keinen Um
ständen werde ich einwilligen, die. Frage,
was die Siadt sür das Ballon - Depoi-
Grundstück erhallen sollle, einem Agenten
oder Grundeigeitthums - Spekulanten zu
unlerbreiien." Achtungsvollst John S.
Berrv, Arbilralor.""
Dcr Mayor lheilte gestern mit, daß er
nicht gesonnen sei, daß Grundstück länger
im Besitze der Bahngeiellschasl zu belasse»,
wenn dieselbe das Land nicht bald ankanse.
Er will die Angelegenheit dem Stadtrathe
unterbreiten.
Iu oer ersten Raihskammer werden heute
Mittag die demokraiische» Mitglieder des
erste» Stadlrathszweiges eine» Cankus Hal
le», um sich aus die Erwählung von Beam
len zu einigen. Ter Siadtrath versammelt
sich nächsten Monlag zum ersten Male. Wie
verlauiel, werden die alten Beamte» mieder
erwählt; es sind TieseS: Präsident Heinrich
Seim von der zehnlen Ward, Chef-Clerk
Ioh» Kelly von der vierten Ward, Lese-
Clerk Alexander M. BriScoe von der achl
zehiile-n Ward, Comiie - Clerk Millard F.
Taylor von der achlen Ward,
Arnis Charles H. CollinS von der erste»
Ward, Thürsteher Ioh» T. Murphy von der
siebenzchiileii Ward und P. F. Toyle von
der vierzehnten Ward, Page Jesse F. Hall
von der süiiste» Ward.
Tie Wasserbehörde ernannte den Capt.
Wm. F. Tun» vo» der Spritzen-Compagnie
Nr. 14 nnd de» Feuerwehrmann C. Airy
von der Spritzen-Compagme Nr. 8 aus wei
tere vier Jahre.
Tie Polizeibehörde entließ gestern nach
einer ärzllichen Unlersuchung de» Polizisten
Georg Mahr vom östlichen Distrikl aus dem
Polizeidienste. Hr. Mahr wurde am 15.
Dezember 1891 zum Polizisten ernannt und
ist für den anstrengenden Dienst nicht ge
eignet.
Im Steuer-Appellationsgerichte wurden
Bauerlaubnißscheine ausgestellt au I. K.
Hubbard für fünf dreistöckige Wohnhäuser
au der Marylaud-Aveuue, zwischen der 24.
und 25. Siraße; an Hrn. S. D. Hütt sür
zehn zweinöckige Wohnhäuser an der Süd
seile des Grove-Place und für acht zwei
stöckige Wohnhäuser an der Nordseile vo»
Federalstraße, zwischen Belhelslraße und
Broadway, und an den „Polomac-Ban-
Verein" sür sechs dreistöckige Wohnhänier
an der Cumberlaudstraße, zwischen der Penn
sylvania-Aveliue und Stockion-Alley.
Die Siraße» - Durchbruchs - Commissäre,
Sharretts, Biewer und Beck, haben die
Miether in den Häusern au der Fayelle
straße, zwischen Caiverl- und Lexinglon
straße, benachrichtigt, daß nächste Woche mit
den Abbruchsarbeileii Behufs Verbreilerung
der Fayeilestraße begonnen wird.
Hr. McLane hal gestern mit dem Mayor
eine längere Unterredung, in welcher er deni
Mayor die Rathsamkett darlegle, an der
Stelle, wo die höhere ÄnadenMiule zusam
mengestürzt ist, die Ceiilrcstraßc zu durch
brechen. Der Mayor ist jedoch anderer Au
sichl, da die Arbeit zu kostspielig ist und die
Konen zum größieu Theile von der Stadl,
der „Johns lliiiverstläl" uud zwei
anderen Jnslttuleu gelragen werden müß
lcn. Für den Platz, aus welchem die
höhere Knabenschule siehl, müssen jährlich
54500 Grundzins bezahl! werden.' Ter
ganze Durchbruch käme auf 5250,000 zu
stehen.
Oberst W. H. Love wurde vom Mayor
auiorisirt, bei der Versammlung der Aklio
iiäre der „Valley-Bahu" für das städtische
Zmeresse zu stimmen.
Wetterverttvr.
Baltimore, den 11. N0v.18k»2.1
Zeit- ! A,7r' TW. N- Wett,
m-t-r. ttzlc.t Schll.
K.OO M,> t! 0.'22 34 «« N -ZS. 7 Klar.
d.OO Ä, 40 i».-Ä. U «iar.
U,'.llil.Laromclcri! !iO.OO 46
. j Niedr. .
Ta» gestrige Wetter. ritachfolgeride Beobach
tungen wurden Astern Abend in d-mjclbcn Äuge-viickc
!
Sta'ioiie.:. ! Z Stationen. 2
-
Atlanta. »8 Milwaulce 48
Bismarck !Ü2 I>onlreal,"^.. . 20
Boston ! !Z4 rilrw-TrleaiiS 52
Jackjonville 4» T0r0nt0.......... 40
tinoxvMe j 42 k!asi>l»gtoL
Lvnchburg ! »8 Wilmington 44
Wetteraus sichle». Für Mary
land und den Distrikt Columbia klar bis
Lonnlag, gering wärmeres Wetter, nach
Südwesten nmspringeiide Winde.
Ein Erfinder hat stq ein Papierhemd pa
tenliren lassen, Hai man je so eiwas gehört!
Da darf ma ja nicht mehr in nassem Wetter
ausgehen ! Oder gieb! der Fabrilaitt viel-
Itichi gleicy eine Flasche Saivaiion-Oel i::tt
zu, um den RheumaliSmus zu vertreiben ?
Wabl. Nachklänge. Unter hiesi
gen Geschäftsleuten ist eine Bewegung im
Gange, zu Ehren de« großen Sieges der
Demokratie einen Monstre-Fackelzug zu ver
anstalten. Nach dem Fackelzug soll eine
Massen-Verfammluiig mit Feuerwerk und
so weiter stattfinden. Zu diesem Zwecke
findet heule, Nachmittags 2 Uhr, im „Car
rollton-Hotel" eine Versammlung stall, in
welcher die nöihigen Schritte veranlaßt und
die betr. ArrarigemeiilS-Comite'n errmnnt
werden sollen. Es liegt in der Absicht der
Förderer dieser Bewegung, den neuerwähllen
Präsidenten Grover Cleveland einzuladen,
nebst den HH. D. Dt. Dickinion, Harrily,
Gorman und Whitney hierher zu kommen
und Reden zu hallen. Die HH. Lloyd L.
Jackion und General I. McKenny White
sind die hauptsächlichsten Förderer des Nor'
schlage«; es soll eine der größten je in dieser
Siadl arrangirlen Demonstrationen werden.
In den letzten Tagen kamen hier in der
Stadl viele der tonilichsten Weiten zum
Austrage, Wetten, die eigentlich gar nicht
anssührbar sind. So erhielt eine Dame,
welche mit einem Herrn um sechs Hüte und
sechs Paar Handschuhe geweitet hatte, ein
halbes Dutzend eleganter Cylinderhüte zu
gesandt, die natürlich sofort gegen entspre
chende Damen - Kopfbedeckung umgciauschr
wurden. Aeußerst modern waren dieses
Jahr die Schublarreii-Welleii; der leidende
Theil war zumeist mir schwarzem Flor be
hangen. linier den Schubkarren-Wellenden
befanden sich Hr. Friedrich Romihl, der Hrn.
Fr edrich Eichler von der „Globe-Brauerei"
bis zum „Correspoudeitten," Ecke Bnltimore
straße und Postoffice-Aveuue, suhr; ferner
Hr. Albert Buchle mit Hrn. Friedrich Scharf
im Schubkarren; die HH. Wm. Smith und
loh. Busch mit Hrn. W. Phöbus mr sich;
Hr. loh. Lucas mit Hrn. Andr. Glockiu im
Schubkarren; Hr. Hermann Sapp mit Hrn.
Jos. McGlockin im Schubkarren. Der Stu
dent Ed. W. Burtou mnßie einen seiner
Eommililonen im Schubkarren durch meh
rere der lebhaftesten Straßen fahren.
Hr. Harry Fullon fuhr Hrn. Hermann
Ehrlich von der Biddlestraße und Pennsyl
vania-Avenue bis zum Ratyhause; voran
marschirte ein Musilcorp«, und hinlerher
gingen 20 Fackelträger. Hr. I. T. Murphy
gewann von Hrn. Thos. Kelly einen ucuen
Anzng und Hr. John Walers einen elegan
ten Rock von Hrn. Ed. D. Crook. Eine
lustige Welte wurde zwischen den HH. Wilh.
schwenke und C. Tnve vom „Locust-Point-
Mäuiierchor" gestern zum Austrage ge
bracht. Als um 2 Uhr die Welle zum AuS
lrage kommen sollle, veriammelle sich der
„Locnst - Poinl - Männerchor" vollzählig bei
Hrn. Fritz Fürchlenichl, und Hr. Wilhelm
Schwanke mnßle Hrn. Karl Tnve nach der
„Eintracht-Halle" schieben. Nach der Rück
fahrt zu Hrn. Fürchtenicht vereinigten sich
die SangeSbrüder zum fröhlichen CommerS.
Frau Fürchrenichi scrvirle einen gulenLunsch,
wozu Prof. Deistger'S Orchester die Musik
liesene.
Unser Freund, Apotheker Hinrichs, be
richlet über eine ganz außerordentliche, sel
lene Welle, die Donnerstag in seiner Apo
lheke, Ecke Pratt- und Fullonstraße, ihre
Erledigung fand. ES kamen nämlich, so
um die Mittagszeit, neun junge Lenle in die
Apolheke und verlangten eine halbe Pinle
„Castor-Oel" (Ricinusöl). Dieses wurde
einem der Migen Herren gereich! mil der
sehr höflichen Bitte, dasselbe zu trinken.
Man hatte so gewettet, daß der Verlierende
dieses Quantum Oel Hinken oder Ht» be
zahlen sollle.
Der junge Mann wurde kreideweiß, als
er das Glas mil dem Oel in der Hand
Halle. Ganz trübselig beschaute er es von
allen Seiten, roch daran und behaupreie, es
sei gewiß mehr, als eine halbe Pinle, auch
sei das Oel zu dick und hätte ein:» schlechlen
Geruch u. s. w. Es half aber Niäns.
„Das Oel lrinken oder s>o zahlen," so war
die Welte. Nachdem Hr. HinrichS dem
jungen Manne die Wirlung einer solch'
großen Gabe Ricinusöl al« recht angenehm
und wohlthuend geschildert, letzte derselbe
das Glas an die Lippen, und unter großem
Gelächler und Hurrahrufen der Umgehen
den glitt die goldige, jedoch dick-schmierige
Flüssigkeit in den Magen des Harrison-
Verehrers hinunter. Der Oellrinker sali
aus wie ein Selbstmörder, welcher soeben
ein starkes Gift verschluckt hatte, „rii-uik
tiit- l.oi'<l, it'» Novii," waren die ersten
Worte, die er hervorsireß, als er das leere
Glas absetzte, und unter allgemeinem
Händeschütteln verließen die Herren die
Apotheke. Als der junge Mann später ge
sucht wurde, fand man ihn Himer einer
Thüre, an welcher die Worle: „nur für
Herren!" standen.
Die Demokraien der 10. Ward celebrirlen
den demolramchen Sieg mit einem Fackel
zuge am DoiincrstagS-Abend.
Die Mitglieder der spritzen - Compagnie
Ztr. l 2 feuerien einen Salut von 231
Schüssen ab.
In einer Versammlung des „Tarif-Re
form - ClnbS," welcker acht Mitglieder bei
wohnten, wurde beschlossen, sich auszulösen,
da die Zwecke des Clubs erreicht seien. Die
Mitglieder beglückwünschlen sich gegenseitig
zu dem glänzenden Ersolge der Dienstagd-
Wahl.
Die Mitglieder des „Vereins republika
nischer junger Männer" haben ganz beirächt
liche Summen Geld verloren, die meisleiis
demokraiifche Polttiker gewannen. Man
sprichl von 510,000.
Em junger Bostoner Republikaner wird
semeTrene gegen dic„Gra»dOldParry"heuie
Abend lheuer bezahlen; er muß für zehn
Belanule in „Pepper's Holel" ein Austern-
Souper bezahlen und kommen lassen, was
die Gourmands immer bestellen mögen.
Nächsten Montag wird Hr. W. E. Frey-
Pearl- uns Lexinglonstraße in einem Schub
karren unler einsprechender Begleirung nach
der Fuliou-Avenue fahren.
Der 200 Pfund Schwere Hr. JaS. Brown
von Nr. 102, Süd-Gilmorstraße, wurde von
Hrn. Cl. Childs gestern Abend zehn Squares
weil gefahren.
Der „Demokratische lefferson-Club ver K.
Ward" hielt gestern Abeuo in seiiiem Club
lokal«, Nr. IK2I, Mcolderrystraße, eine
Jubel-Demonstration. Tas Gebäude war
auf's Geschmackvollste dekorirl, und Pros.
I. P. Hoffmann's Musik-Corps liefene die
Conzerlmusik. Die Redner des Abends
waren die HH. I. T. Ochs, F. Ai. Diacken
und Andere. Das Arrangements - Comite
bestand aus den HH. T. C. Johnson, loh.
Scherer, seil., und C. S. Frazier. Der
Club hat nahezu 100 Mitglieder, zu welchen
auch Hr. Andr. Simpson zählt, der über
80 Jahre alt ist und schon sür Andrew Jack
son stiiumle.
Hr. Friedrich T. Heitmann, der besiegte
Sladlralhs-Candidal der IL. Ward, will die
Wahl seines Opponeitten anfcchlen und das
Gericht ersuchen, eine Neuzählung der
Summen dieser Ward anzuordnen. Hrn.
Hcllmann's Freunde behaupten, dag 67
Slinimen unberechtigter Weise für Brown
gezählt wurden, obgleich dieselben ungültig
geweien seien, indem die Markirnng direkt
am das Partei-Emblem der Republikauer
und nicht daneben gemacht worden fei. Es
wird behauptet, daß die demokratischen
Wahlrichler gegen die Zählung jener Stim
men zu Gunsten Brown'S opponirten und
nur auf den Befehl des Bunoesmarschaus
einwilligten, diese Stimmen als rechlsgüllig
auzuerleunen.
Ter „Deutsch - Amerikanische Cleveland-
Stevenjon - Reform - Club" faßie gestern
Abend den gewiß allseitig willkommenen
Beschluß, sich in eine permanente Organi
sation umzuwandeln. Die sehr stark besuchte
Versammlung wurde vom Präsideuieu Ed.
Raine eröffnet, und dann übernahm der
Vice-Präsident loh. Albaugh den Vorsitz.
Hr. I. O. Ostendorf führte das Protokoll.
Als erster Redner hiell Hr. F. W. Krantz
von der 12. Ward eine mit Beifall aufge
nommene Ansprache, in welcher er feiner
Freuoe über den großen Erfolg, den das
Teulschthum in dieser Wahl zu verzeichnen
Halle, in echt patriotischer Weise zum Aus
druck brachte. Als er geendet hatte, erschien
der „Deutsch-Amerikanische Club der 11.
Ward" unter Führung seines Präsidenten
Geo. Pollety und wurde vom Vorsitzer Al
baugh mit herzlichen Worten willkommen
geheifzen. Hierauf hielt Hr. Di. Rabenau
eine kurze Ansprache. Nach ihm sprach Hr.
Ed. Raine; er sagte unter Anderem, daß
die Deutschen Baltimore'- ihren Prinzipien,
die sie bei Gründung des Clubs faßten, lreu
geblieben feien. Tie Pri«zipienerlläru»g
laulele : „Die deutsch-amelilanischiii Bür
ger Baltimore'«, von dem Wunsche beseelt,
die demokratische Partei siegreich und ihr:
Bannerträger Grover Cleveland und Adlai
Stevenson erwähll zu sehen, versichern ihre
Aiihänglichleil an die Prinzipien der Partei
und sind enischiedene Gegner der Zioangs-
Bill und der Freiprägung des Silbers, be
fürworten Taris-Resorui und ehrliche Wäh
rung und verpflichreir sich, Alles zu thun,
was tu ihren Kräften steht, um diesen Prin
zipien zum glorreiche» Siege zu verhelfen."
Tie Wahl Cleveland's sei nicht dem bloßen
Zufalle zu verdanken gewesen; nein, der
Sieg sei durch die Belehrung des Volles
durch die Presse des ganzen Landes erreicht
worden, Tie Intelligenz des amerikani
schen Volkes habe sich nicht läuschen lassen.
Hr. Raine theilte dann mit, daß er im
Namen des Clubs eine Glückwunsch-Te
pesche an den neuerwäh'.ten Präsidenten ge
laiidt habe. Die Versammlung ratifizirle
die Handlungsweise des Präsidenten und
aulorifiile ihn, auch ein Glückwunich-Tele
gramm an den erwählten Deulsch-Anieri
kai er Allgeld zum Gonvrrueur von Illinois
abzusenden.
Sodann hielt G. Pollety von der elften
Ward eine Ansprache und ermahnte die An
wesenden zum jene» Zusammenhalten; Ei
ner für Alle und Alle für Einen. Nur aus
diest Weise könnte der Club Erfolge erzie
len.
Die Versammlung beschloß, den Obersten
F. Raine für die dem Club erwiesene un
eigennützige Courteste ihren aufrichligen
Dank übermitteln zu lassen. Das Exekuliv-
Comite ward ferner beauftragt, Beschlüsse
für den nenerivählten Präsidenien Cleveland
zu sormuliren und der nächsten Versamm
lung vorzulegen. Nach Aufnahme mehrerer
Mitglieder vertagte man sich bis zum näch
sten Freitag.
Das gestrige fünfte Pecibody-
Rtcital bot einer zahlreichen Hörerschaft
Gelegenheit, Professor Emannel Wad als
Chopinspieler kennen zu lernen. Zum Vor
trage gelangten die „ii-inoii-Zonale," zwei
„Elüden," eine „Nocturne" (»p. 62, Nr. I),
„Ballade" op. 38, Nr. 2) und die
„Polonaiien-Fanlasic." Chopin Hai hier seit
einigen Jahren im pianistischen Repertoire
domiittrt.und doch bot das geslrigeProgramm
Neues oder doch seilen Gehörtes; aber es
waren Werke, in denen sich ein Klavier
kllnstler über de» Grad seiner Freundschaft
mit Chopin auszuweisen hal. Prof. Wad
gab sich in dem obengenannten Programm
als ein bedeutender Künstler. Zu seiner
Hochentwickellen Technik gesellen sich höhere
Eigenfchaflen: Ernst der Auffassung und
Temperament im Vortrage. Die Caittilenen
spielt Wad mit prächtig singendem An
schlage; an anderen Slellen tritt bei ihm der
virtuose Glanz mehr zu Tage. Als Chopin
spieler griff der Künstler manche Slellen et
was derb an und gab dann nicht die abge
klärte Darlegung, die Chopin verlang!.
Maßhallen im Pedalgebrauchen würde
ganz besonders bei nicht vollständig gesülller
Halle Manches, das so dem Hörer ver
wifcht zu Gehör kommt, bedeutend klären.
Dem Künstler wurde nach icdem Satze rei
cher Beifall zn Theil. Das sechste Recital
findet nächsten FreilagS-Nachmittag stall.
Der „Germania-Club" eröffnete
gestern Abend die Reihe seiner Winterfest
lichkeiten durch ein Kränzchen mit obligaiem
Souper. Vorher bo! den Mitgliedern das
Comite eine hier gewiß seltene Unlerhal-
Iliiig. Hauptmann a. D. Emil vou Hart
mann-, der längere Zeit in Kamerun in
Afrika gelebt hat, war gewonnen worden,
über die deittschen Kvlonie'n im schwarzen
Erdlheil zu sprechen. Er entledigte sich sei
ner Ausgabe mit großem Geschick, brachte
von dem reichhaltigen Stoff nur das Wich
tigste und sprach packend und häufig humo
riflisch, wie es ihm gerade seine Erinnerung
> eingab. Herr von Harlmann beleuchtele im
Allgemeinen deu momentanen Stand der
ganzen Kolonialsrage, besprach den Wcrth
der einzelnen Kolonie'» für das Mutterland
und basirte daraus das Recht Deulsch
land's, sich als Kciloiiialinacht l. Kl. in einer
Linie mit England und Frankreich in Afrika
zu etabliren. Wie aber dieses Recht deut
scherseits ausgeübt und die ganze Kolonial
politik behandelt würde, krftlsirlc dcr Red
ner sehr scharf. Erjagte: „Unsicherheit, ja
sogar Widerstand der Regierung, unpatrio
tische Knan?erei des Reichstages, kleinliche
Zurückhattung des Privailapitals, krämer
haste Mißgunst der Kaufleute iu den Kolo
nie'» selbst und liixt »ot lea-st consejsioiielle
Hetzen zwischen piolestantischen und kaiholi
scheu ElaubenSbolen, Das ist die Nahrung,
bei dem das noch schwache denlsche Kolonial
baby gedeihen soll." Wenn da nichl in
Bälde Wandel geschaffen würde, könnte sich
das Dentschc Reich mit seinen aftilanischcn
Kolonie'» vor der Well schrecklich blamire»,
meinle Herr vo» Harlmann. Als die sür
Ansiedlung von Nordenropäern passendste
Kolonie hält Redner „Teusch-Südwestafri
ka," weil dort das beste Klima herrsch! uud
der Boden alle Chancen für Ackerbau und
Viehzucht diele!. Temiiächst empfiehl! er
zur Ansicdlung des Kauicrungebirgs und
des Handei-Geb. im nördlichsten Theil von
„Deuisch-Ostasrika," warn! aber beionders
vor den fiebrigen Flußniederungen in Ka
merun und Togo. Zum Schluß schilderte
Herr von Hciupimann den Arabischen Ein
fluß iin äquatorialen Afrika. Er führte
aus, daß der größte Feind des Ehristen
thllMS und europäischer Kullur nicht der
asrikanische Emgeborene, der Fetischaiibeler,
wäre, sondern der Mohamedaner, weicher
vorläufig noch den ganzen Handel im In
nern monvpollfirte, uud fprach feine Ueber
zeugung dahin ans, daß es einmal zu einem
großen Religionskriege um die Herrschaft
im ägualorialen Afrika komme» müßte, i»
dem fraglos der Islam dem
nnlerllegen würde, wen» Dieses Zilien ei
genen unchrisilichen CoiisessiouShader erst
einmal ausgegeben hätte und vereint gegen
den gemeinsamen Feins aufträte.
Das golde u e Iu bilä u in des „V er
eius der Freunde junger Kalho
like n" wird am Sonntag, Abends 8 Uhr,
in der „Musik-Akademie" in einsprechender
Weise geseiert werden. Monsignore Mc-
Colgan, welcher in der ersten Versammlung
der Organisatio» de» Vorsitz suhrie nnd der
Einzige, welcher von den damals Anwesen
den noch lebl, wird auch morgen den Vorsitz
sühren. Ailfprachen werden die HH. Mich.
A. Mullin und Charles Jerome Bonaparte
hallen. Kardinal Gibbons und eine große
Zahl Milglieder des hiesigen Klerus werden
der Feier beiwohne».
Das allgemeine Missions-Co
mile der me! hodistisch-episkopa
len Kirche jetzic gestern in dcr ersten
Kirche seine Beralhnngeii darüber, wie die
Verwilligungeii für die einzelnen Länder
verwandt werden sollen, fort. Für die
Missionen in Bulgarien wurden tz 18,750
ausgesetzt.
Gestern Nachmittag wohulen zahlreiche
Milglieder des Coimle'S einem im „Fraueii-
Colleg" gehalieneii - Vorlrage des Bischoss
Henry W. Warren bei. Derselbe sprach
über das Thema „die Bibel und lhr erziehe,
rischer Einfluß."
Eine Mission s-M assenverfamm
l u n g fand gestern Abend in dcr Braiuly-
Baplisteu-Kirche unler den Auspizien der
„Cyristian-C'ndeavor-sociely" statt. Pastor
Dr. H. M. Wharlon uud Hr. M. Jshazala
hielten Ansprachen. Letzlerer, ein Japaner,
schilderte die „Sitten und das MissioiiSwir
ken in Japan."
Ein Vortrag über „das Leben
in Syrie n" wurde gestern Abend in der
presbyt. Lafayelle-Square-Kirche von Ma
dame Layah Barakat gehalieu, einer Syrie
rin, welche zur prolestanlischen Kirche iu
ihrer Heimalh beretts übergelreten ist. Eine
Darstellung einer Hochzeilsszene wurde von
verschiedenen Damen oer MissionS-Vereine
der Chaisworlh und Lasayette-Kirche, uitter
deren Auspizien der Vortrag stattfand, vor
geführt.
G e s u n k e n ist der nahe Pier 31, Lo
cust-Poiut, liegende schivimmende Elevator
„Exccllent" iu>Folge eines Lecks. Der
demlelben befindliaie Ingenieur Stein ward
durch die Mannschaft des Schraubeudam
pfers „Transfer" und die des
„Lannaii" gerette!. Gestern wurde mil deu
Hebearbeilen begonnen.
S e l'h st in o r d e i n e s j u n g e u M ä Si
ch e n s.— Jeuiiie Cooper, die 18 Jahre alle
Tochier vou WeSley Cooper, beging vorge
stern in I. W. Gove's Papierfabrik nahe
Bentley - Springs, Baltimore - Couuly,
Selbstmord, indem sie sich in die Maschi
nerie stnrzre. Tie Unglückliche war als
Dienstmädchen in der Familie des Hrn.
Gove beschäftigt, und war Krankheit der
Grund zu der That. Dadurch, daß das
grosze Schwungrad plötzlich still stand, wurde
mau ausmerlsani, daß Etwas mchl i» Ord
nung sei, und fand dan» bei einer Untersu
chung die Leiche des unglückliche» Mädchens
uuler dem Rade liegen.
Di e Be er diz uit g des auf so tragische
Weise vorgestern uni's Leben gekommenen
Hrn. Jean H. Schäfer findet heule, Nach
mittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Nr. 837,
West-Fayettestraße, aus aus der „Loudou-
Park statt. Pastor Julius Hoss
mann lei!?! die Trauerseierlichletten. Als
Bahrlnchiräger erweisen dem Verstorbeueu
die Hv. Otto Fuchs, Fritz Gaul, Henry
Siockbridge. Mi., E. Mann, Frank
Gibsoii, A. S. Äemp, I. D. Wheeler und
Bernhard Willens ine letzle Ehre.
Einen Einhallsbefehk bewil
ligte gestern Richier Wickes im Falle der
„Balrimorc-Zerujalemer Turupike-Comp."
wider die „Beli-Bahn-Gesellschaft." wodurch
die Letztere daran gehindert wird, ihre (Oe
leise über die Turnpike mittelst einer Brücke
weiier zu führen. Der Bahngejellschaft ist
indessen das Recht vorbehalien, ein Gesuch
zur Aushebung des Einhalisbesehlcs einzu
reichen. Vor Bewilligung des Letzteren
wurde eive Bürgschaft von tz'>ooo geleistei.
Katarrh, kein örtlicher, sonder» i«
der Coustitutiou tiegender.
Dr. Dio Lewis, der hervorragende Bosto
ner Arz!, sagt in einem Magazin - Artikel:
„'„Ein radikaler Jrrihnm lieg! fast aller
ärztlichen Behandlung von Kaiarrh zu
Grunde. Es ist keine Nasenkrankhett; es
ist eine Krankheit des Menfchcn, die sich in
der Nase kund gibt eine örtliche Aeu
ßerung einer Unordnung der C o n st i t u
ti o n." Daher ist—so erörlert er—der Ge
brauch von Schnupftabak und anderen ört
lichen Mitteln falsch, uud während sie zeit
weilig Lindcruiig zu verschaffen scheinen,
rufen sie thatsächlich mehr Schaden, als
Nutzen hervor.«" Andere leitende Autori
täten stimmen mit Dr. Lewis überein. Da
her ist die einzige passend: Kurmeihode bei
Kaiarrh die Anwendung eines Constilulions-
Mitiels, wie Hood's Sassaparille, welche
jeden Theil des Körpers durch das Blui er
reicht, alle Unreinigkeiten ausmerzt und den
ganzen Menfchen gesünder macht. Sie be
seitigt die Ursache der Unordnung und stellt
für die erkrankt-n Häute den gehörigen Zu
stand wieder her. Daß Dies das praktische
Ergebniß ist, können Tausende bezeugen,
welche durch Gebrauch vou Hood's Sassa
parille geheilt wurden.
Von den Straß e n ba huen. Der
endgültige Abschluß des Kaufvertrages zwi
schen der „Tracliou-Company" und „City
and Suburbau Line" ist noch nicht vollzo
gen, da in dem llebereiiikommen beider
Präsidenten festgesetzt würd?, daß die Aktien
der letztgenannten Bahn in der „Mercan
tile Trust and Deposit Company" während
ihrer Trausserirung an das „Traclion-
Syndikal" deponirt werden solllen. Die
Aussühruiig hiervon nimmt Zeil in An
spruch, ebeiifo die Unterhandlungen für den
Anlauf des Grundbesitzes, welcher von der
„Traction Company" erworben werden
muß. In wenigen Tagen hofft man indes
sen hiermit fertig zu sein.
Die Fertigstellung der Arbeiten an der
„blauen Linie" zur Umwandlung derselbe»
I» eine Kabelbahn schreiten nur sehr langsam
vorwärts, und viele Klagen werden hierüber
laut. Ex-Gouverneur Bowie gib! die Schuld
hiervon dem Nichieinlreffen des Eisenmate
rialS, da die „Pennsylvanier Slahl-Com
pagnie" mit Aufträgen überhäuft wurde.
So konnten besonders viele Kurven nicht
sertig gestellt werden, und Dies wird uoch
einige Wochen in Anspruch nehmen. Das
Legen der Geleise an dcr Calverlstraße wird
mir allem Ciser betrieben.
Schadenersatzklagen. Anwalt
Thomas S. Hodso» reichie gestern für seine
Klientin Anna Schule wider Karl Nicklaus,
juu., Klage auf 55000 Schadenersatz wegen
angeblich gewallihätigeu Angriffs ein.
Im Wiadtgerichl begann gestern der
Prozeß von Margarethe E. Jackson und
ihren drei unmündigen Kindern wider die
„Monlicello - Tistilling - Compagnie." Tie
Anwälte H. Aklhur Siump und James P.
Goner erschienen sür den klägerischen Theil,
Wm. A. Fisher uud S. H. Laupheimer für
die Verklaglen. Die Klägerin verlangt
525,000 Schatenerfatz für den Tod ihieS
Gatten, welcher angeblich im Oklober 1891
dadurch um's Leben kam, daß er in emen
großen Behäller fiel, als er über das An
wesen der Verklaglen ging.
Im Superior-Gerichl ließ gestern Sun
de! Roihstein für den nilmündigen Abraham
Volk eine auf 510,000 lauleude Schaden
ersatzklage widcr Wllh. G. Michael ein
reichen. Volk erlitt angeblich am vorigen
5. Okrober auf dem Holzhofe des Verklaglen
an oer Ecke der Concordstraße und Easteru-
Avcnue bei'm Hantiren mit einer Säge
schwere Verletzungen. Isidor Rayner und
I. L. Strauß sind Anwälte für den Kläger.
Joseph Rösle von Nr. 837, McHenry
straße, reichle gestern im Common Pleas-
Gerichle eine Klage wider Isaak S. Filberr
auf 53000 Schadenersatz ciu, weil angeblich
aus oer nahe der Wohnuug des Klägers be
legenen Fabrik des Verllaglen Rauch in die
Erstere eindringe.
—lm selben Gerichlshof klagt Margarethe
E. Whiie durch ihren Vaier Chas. A. Whiie
widcr Emma und Robert H. Taylor aus
51500 Schadenersatz wcgen angeblicher Ver
leumdung ihrer Mädchenehre.
Aus der E h esch eidun g s m ühl e.
Richler Harlan bewilligie gestern im
Sladinecichle Frau Kale Chambers, gebo
rener BowerS, die envüulchle Scheidung ih
rer Ehe von Wm. R. Chambers, der sie am
IS. August 1832 heiralheie und 6 Jahre spä
ier verließ Terselbe Richler löste gestern
auch die Che von Wm. H. Files und Elis.
Files, geb. Rolh, aus, welche ihren Gatten
in 1888 nach L-lnoiiallichem Zuiammenleben
verließ.
F. A. Buchanan, Anwalt, reichte ge
stern im Kreisgerichte Nr. 2 für seine Klien
tin Mary Möller Klage aus absolute Schei
dung ihrer Che Mit H. Möller wegen an
geblich böswilligen Verlasse»« ei».
Im Sladl-Gerichl rcichlcn gestern Otto
Hnnckel und Thos. S. Hodso» sür Serry
Croniii gegen Michael S. Roddy eine Klage
auf Schaden - Ersatz für 200« Dollars ein.
Die Kiageichrifi gibi nichis Näheres an.
Otto Hnnckel ii. Roben Riddle Brown,
Anwälle für Crnst H. und Minna Meyer,
reichten gestern eine Enlichädignngs-Klage
ans 55000 gegen die „Annapolis-Baltimore
Shorrline-Bahngeiellschast" ein. —Es wird
angegeben, daß Frau Minna Meyer auf
dem Zuge sich befand, welcher am 20. Au
gust nahe hier eingleiste, und dabei schwere
Verletzungen erlitt.
Der nächste Kauf der „R e a
d i n g e r Bah n" wird die „Baltimore-
Ohio-Bahn," d. h. weiijgstens eines coniro
lireiiden Jnleresses an derselben sein, war
der Inhal! eines GerüchreS, welches sich in
de» letzle» Tage» i» New - Jork nnd Phila
delphia verbreitete. Die Nachricht wurde
im hiesigen Büreau der Bahn mil der Be
merkuiig bemeillirt, daß die Beziehungen
derselbe» zur „Readiuger Bahn" so gule
seien, daß ei» Kauf nnnölhig wäre, ferner,
zaß es 512,000,000 bedürfe, um so weil zu
gelangen, und daß nichl so viele Aknen im
Markie seien, um ei» conlrolirendes Jnie
resse zu erlangen. Es find im Ganze» sür
Roben Garrel! K Söhne 57.500,000 hallen,
während 55,000,000 einem englisch-amerika
niichen Syndikal gehören. Man siehl, diese
Heiden Antheile würden zu einein controli
renden Jitteresse hinreichen. Die Frage
dürfte nur seui, ob die „Readliiger Bahn"
ein VorkausSrecht aus die Garreli'ichcn Ak
neu erhallen kann, nachdem das Syndikat
mit der „Reaoingcr Bahn" zu verhandeln
bereil ist. Die Aklieu der Bahn stehen an
der Neiv-lorter Börse zur Zeil auf Pari.
Notiz.
Um unaNgenclnncn Irrthümern
zu begegnen, erlaube ich mir hier
mit, das Publikum zu benachrichti
ge», daß ich nicht mit dem in dcr
gestrigen Nummer des „Dentschen
volrespondcntcn" erwähnten Louts
Kat;. gegen weichen eine Schaden
ersatzklage in ver Schwebe ist, iden
tisch bin -LoniK Katz von der Ztzirma
Gebrüdern Katz. (272)
Die große Fair im „Broadway-
Jnstiiut," welche die enisigeu Frauen
und lungsrauen der 5. reforminen St.
Pauls-Gcineiiide die ganze Woche hindurch
zuni Besten der Kirche veraustallel haveu,
erreichl heute Abend ihren Abschluß. Die
Reichhalliglei! und Maiinigfalligkeil der
zum Verkaute bestimmlen werthvoUen Ge
ren Sehenswürdigkeit machen, erregren wäh
rend der ganze» Zeit die allgemeine Be
wunderung. Ueber flaue oder schlechte
Geschäfte konittcn sich die holden Damen,
welche die lange Zeil mit unermüdlichem
Fleiß und Ausdauer im Dienste der Wohl
ihäligkei! gearbeiie! baben, ganz gewiß nichl
beklagen. Allabendlich waren die weilen
Räniiie mil Besuchern dicht aesüllt. Wenn
auch mit dem ausgelegle» Waarenvorralh
gehörig ciufgeräuml wurde, so fanden wir
gestern bei unserem Besuche noch manche
Sachen, die für jeden Hausbedarf passen
nnd Verwendung finden können. Auch an
eleganten und luxuriöse» Waaren ist noch
lein Mangel, namenllich was weibliche
Handarbeireii, Suckereien, Seiden- und
Plüschwaaren, Spielsachen, Puppen, seine
Glas- und Porzellanwaaren, Lampen, Bil
der und dergleichen anbelrifft. Was die
meiste Anziehungskraft ansübi, ist der bil
lige Preis, welcher sür die Kauflustigen ver
lockend wirke» muß. Eine musterhafte
Ordnung herrichte in lämnttlichen Räumen,
und jeden Abend führien die belieble Präsi
deiilin des Frauenvereins, MaggieSommer
wcrck, und die übrigen Comiie - Milglieder
die Aussichl.
„Ich habe schon häufig Tr. August König's
Hamburger Tropsen gebraucht und stets ge
sunden, daß sie ausgezeichnet wirke» gegen
s,'eber-, Nieren- und Magenleiden." T.
Salat, Huiiliiigburgh, Ind.
G r u n d st ü ck s- V e r k ä u s e.—Tay
lor Creamer verkauften gestern Nr. 807,
West » an Henry Merriken sür
5700. W. Seemüller 6c Co. vertauflcu
Nr. 825 nnd 827, Nord-Howardslraße, sowie
Nr. 820 und 822, Tyjon-Alley, an John F.
Parlell sür als Ganzes; der Grund
zins beträgt 530. Ferner Nr. 838, Nord-
Howardstraße, 522.50, an Ioh»
F. Leonard sür 52300; au denselben Nr.
841, Linden - Avenue, Grundzins 522.50,
sür HIK2S; Nr. 839, Linden-Avenue, Grund
zins 522.50, an Palrick Horan sür 51810.
Spaße! nichi intt Unverdaulichkeil! Neh
met Bcccham s Pillen! (267-72)
Der Waizenmarkl war gestern el
was belebter, als sei! vielen Tagen, und die
Preise gingen elwaS i» die Höhe. Waizc»
für Dezember-Lieferung wurde vorgestern zu
73j uud 74 Cenls verkauf! und gestern zu
74H Cenls verlangt, nachdem der Preis am
Morgen ettvaS in die Höhe gegangen war.
Tas Wahlresulial, die Beröffeittlichnng des
Regierungsbenchls, wonach elwa 20 Mil
lionen Büschel weniger Waizen, als erwar
tet, geerndtet worden, und das Nachlasse»
des VerjandtS haben zu der Preissteigung
beigetragen.
Im Bun deS-D i st ri kt s g erich le
wurden gestern die Zeugen in dem Falle von
Louis E. Mcntgomery von Illinois wider
Chrislopher Furniß u. A. vou der „Furniß-
Dampsschifffahns-Gesellschaf!" vernommen.
Richier Morris hält den Fall unter Bera
thung.
Feiertags - Portraits.
-»s «1 man u,
Nr. 17, Wcst-xckiugtollstraße.
<272-2.6.8.2.82.4'.) >--->»
Europäische Kabel-Berichte.
Ein Pröbchen vom T»„ts»enhaft dcr Stechen.
Wien, 11. November.—lm Unterhause
des Reichstags fand heute eine ausgeregte
Debatte über einen Vorsall statt, welcher sich
vor wenigen Tagen in Prag, der Haupistadl
Böhmcu's, ereignete und eine weirere Illu
stration des Teulschenhasses der Czechen bil
det. Eine Gesellschaft von Herren und Da
men ging im Graben, einer der Hauptstraßen
Prag's, spazieren, als plötzlich ohne Veran
lassung der Vöhmc Wenzel Bozak mil ei
nem Revolver auf sie losstürzte und sechs
Schüsse abseuerie, ehe er cniwaffnel werden
konnte. Keine der Kugeln Halle gelroffen.
Bei seiner Veriiehniniuf erklärte Bruder
Czech. er hätte die Gesellschaft Deutsch spre
chen hören und Ties habe ihn so ansgeregl,
daß er seine Besinnung verloren habe. Ter
Manu wurde von den Geschworenen sür
seine Heldenlhal freigesprochen und erhielt
uur wegen WaffeniragenS 43 <siunden
Arrest. Das Verdikt erregte allgemeine
Enlrüstung, und die deiiNcheu Zeiiungen
brachleu entsprechende Commentare zu dem
Vorsall. In der Diskussion desselben in der
Kau'.mer sagleu einige der Redner, daß sie
mit Bedauern das llmsichgreisen des Rassen
hasses constaliren müßlcn.
den verlören.
Wien, 11. November.—Eine Spinnerei
zu Opran, Mähren, stürzte am MttlwochS-
Abend zusammen, gerade, als die Arbeiter
im Begriffe waren, sich nach vollbrachtem
Tagewerk zu enisernen. Es besauden, sich
zur Zeil nahezu 200 Menschen in dem Ge
bäude. Als die Mauern zu bersten began
nen, stürzlen Alle dem Ausweg zu, allem an
50 Menschen waren nichl mehr im Liande,
das Freie zu gewinnen, sondern wurden un
ler den stürzenden Balken und Ziegelsteinen
begraben. Mehrere wurden fpaler gerettet,
allein man fürchtet, daß mindestens 35 bis
40 Menschenleben verloren sind. 20 Leichen
sind bereils aufgefunden, und ohne Zweifel
liegen noch mehr unker den Trümmern. Die
Spinnerei war leicht gebaut, und wahr
scheinlich verursachle die schwere Maschinerie
im zweiten Stockwerk den Einsturz. Dcr
Baumeister, welcher das tNebäude errichtete,
wird verhaftet werden.
An» England.
London, 11. November. Die
Nachlaß - Verwalter des Vermögens von
Charles Stewart Parnell haben beschlos
sen, bevor das Parlament zusammenlritt,
eine Auswahl seiner privaten politischen To
lnnienie und Correspondenzen zu veröffent
lichen. Die Papiere zeigen, daß Hr. Par
nell forgfällig jeden Brief von einiger Be
deulung znrücklegle nnd oft darauf seine An
sicht über den Inhalt desselben niederschrieb,
auch wenn er ihn nicht beantwortete, »eine
Biographie wird die Heransgabc begleiten,
welche bestimmt zu sein scheint, die Tebatten
über „Home-Rule" im Parlament zu beein
flussen. Die Hv- Harriiigtou und Kenny
werden mit Davilt und Dillon euie Confe
renz abhalten, um über Milte! und Wege zu
berathen, iu den Besitz des Parier Fonds
zu gelangen.
General Booth, das Hanpt dcr „Heilsar
mee," Hai ein Abkommen unterzeichnet, daß
er Niemaild verfolgen wolle, dcr vor dem
Onslow-Comile Zengniß ablege; das Co
mite, au deffen spitze der Carl os Onslow
steh!, Hai den Auftrag, eine Uniersuchung
über den Verbleib der eingelaufenen Unler
slützungsgelder und der Fonds der „Heils
armee" anzustellen.
Cin unbekannter Missethäter feuerte am
Mittwoch Abend lii Dublin, Irland, durch
ein Fenster auf Hrn. Weldrick, Chef des
~Universiiy-Prinling-Honje," während der
selbe in seinem Büreau un „Trinily-Colleg"
saß. Weldrick wurde durch den Schuß selbst
nicht gelrossen, zedoch durch die Scherben
des zersplitterten Fenslers schlimm zer»
schnitten.
London» 11. November. Es ver
laittei, daß das brilische Kabine: in einer
heule abgehaltenen Sitzung beschlossen hat,
Uganda zu behaupten. Die „Ostasrikaiiische
Compagnie" wird jenes Land im März räu
men, indessen will die Regierung dem Ver
nehmen nach wenigstens ein Theil des Be
sitztums behalten.
Hoibwasfcr in Tüd-Zsra»rrcich.
Paris, 11. November.—Hm südlichen
Frankreich haben Regenstü'-nie schweren
Schaden angerichlel. Mehrere Flüsse im
Deparlemcn! Pyrenees Oricittales sind aus
ihren Usern gelreien.
Budapest, 11. Nov.—lm Laufe des
Donnerstags wurden bei der Gesund
heilSbehörde nur zwei neue Erkrankungs
sälle an Cholera angemeldet, ein Patient ist
an der Seuche gestorben.
Ter Empfang »cs portugiesische» KönigS-
Madrid, 11. Novembcr.—Tas KönigS
paar von Porlugal kam gestern Mittag hier
an. Tie Könlgin-Regeniin bewillkommnete
die hohen Gäste am Bahnhose; dieselben
wurden von einer glänzenden Kavalkade
nach dem Köuigspalasle eskorlirt; das ge>
sammte Kabiner, das diploinaliiche Corps
und der höchste spanische Adel hatten sich znm
Empsang der MaMaten eingefunden. Zehn
taufend Mann Militär bildeten in den Stra
ßen Spalier. Tie Bevölkerung empfing die
Besucher mit großem Jubel.
Kannibalismus in Ruhland.
L o n d o n, 11. November.-Cine grauen
hafte Geschichle von Kannibalismus wird
dem „Telegraph" von seinem Petersburger
Correspondenreii berichtet. Eine Frau, Na
mens Ackermann, eine Riesin an Gestalt
und kehrte bei einer Bauernfrau,
Namens Ajooreski Sariera, im Ismail-
Distrikte von Beßarabien ein, nni dalelbst
die Nacht zuzubringen. Die Frau trank
eine Quaiitiläl Schnapvs, und als die Fla
sche leer war, ging ine Bäuerin forl, um die
selbe füllen zu lassen. Bei ihrer Rückkehr
vor sich ihr ein gräßlicher Anblick. Die
Fremde Halle den Säugling aus der Wiege
gerissen, ihn geiödlel und das Blur und Hirii
ausgesogen; ein dreijähriges Mädchen sollle
das nächste Opser sein; dasselbe flüchiele vor
der Mörderin und schrie aus Leibeskräfte»,
doch bevor die Muner zu Hülfe kommen
konnle, hatte das Riejenweib es Mit einem
Knüppel niedergeschlagen. Rasend vor
Schmerz, fiel die Mutter über die Mörderin
her, wurde aber vou derselben mit Leichtig
keit zurückgedrängt und versuchte dann in
ihrer Verzweiflung, Selbstmord zu begehe».
Aus den Lärm eilten Nachbarn herbei, de
nen es gelang, die Kannibalin, welche sich
wie eine Tigerin wehrle, zu fesseln und trotz
eines Lynchversuches durch die Ortsbewoh
ner nach dem Gefängniß zu bringe». Tie
ganze Gegend ist in der wildesten Aufre
gung. Man weiß nicht, ob die Frau wahu>
sinnig ist.
Budapest, li. November. Ter ge
strige Cholerabericht für die Sladt meldet
neun ErlraiikuugS- und drei Todesfälle.
Diese Zahlen contrastiren stark mit denen
des vorgestrigen Berichis, dcr nur zwei neue
Erkrankungssälle und einen Todesfall aus
wies.
Notlistand in Bessaraliicn.
Petersburg, 11. November.—lm
südlichen Besfarablcn ist die Erndle sehr
schlecht ausgefallen. Die Bewohner jener
Gegend haben kein Gelrciide, nnd das Vieh
ist ohne Futter. Großes Elend ist unver
meidlich, und wahrscheinlich wird man die
Hülfe oer Regierung anrufen müssen.
Marseille, 11. November. Ein
hier verössenllichles Schreiben aus Porto
Novo beschreibt höchst ansftihrlich die Wun
der der Tapferkeit, welche die Franzosen
während ihrer Campagne in Tahomey ver
richlel haben sollen. In der von
Pognesa" nahmen die Franzosen angeblich
drei Deutsche und einen Belgier, welche als
Offiziere in der Armee der Dahomiter dien
ten, gefangen, stellten sie v"r ein Kriegs
gericht und erschossen sie. Die Amazonen
kämpslen mit der größten Todesverachtung,
da sie regelmäßig vor einem Treffen genug
Schlttipps erhietten, um sich zu betrinken.
Es macht uns immer Vergnügen, einen
guten Artikel anzuempfehlen. Tr. Bull's
Husten-Syrup verfehlt nie, einen Husten oder
eine Erkältung in einer kurzen Zeit zu kuri
ren. Tie Gaben sind klein und sein Ge
schmack ist höchst angenehm. Preis 2S Eis.
Aus Reue.
Chicago, li. Nov. A. I. Burrus,
welcher in Chicago eine Frau Goode und
ein Frl. Watters, Augestellie der Firma
Tunl Sc Comp., durch Revolverschüsse ver
wundete, weil er aus deren Veranlassung
aus dem Dienste lener Firma einlassen wor
den war, beging heute Selbstmord durch
Ertränken im White - Bear - Lake. Burrus
wurde entlassen, weil er die beiden Damen
beleidigt hatte und sich weigerte, sie um Ent
schuldigung zu bitten. Er wurde wegen sei
ner Thal zu einem kurzen Haftermin im
Zuchlhause verurlheill. Bald uach seiner
Entlassung starb Frau Goode an den Fol
gen der Wunde, und Frl. Wallers ist auf
Lebenszeit verkrüppelt. Man vermuthe:,
daß sich Burrus aus Reue das Leben nahm.
Wo war der Narrentödter?
MC d i c a g o, 11. Nov.— Frl. Alice Pool«,
eine zur „höheren Gesellschaft" gehörige
junge Dame, Präsiden«» des „Colnmbia-
Bicycle-Club," fuhr heule Abend einen 180
Pfund schweren Mann, Hrn. JaS. S. Gra
ham, auf einem Schubkarren eine halbe
Meile weit den Drexel - Boulevard hiuab.
Der Speklakel war groß.
Für Gesundheit nehme Tnlt's Pillen»
<2VV,7o,2,tckw4»)
Die Tolchester Dampfer'Katastxopye
von
Sollision der beiden Tampfer „vouise und
.Virginia." - Todte un» Berwundete.
Elina,ädignngSklagrn. Bertlieiiuug ver
En„chädignug»-Summen.
Am Abend des 28. Juli 1890 begab sich
eine fröhliche Schaar Menschen, au:» Män
nern, Frauen und Klnderu bestehend, an
Bord des Dampfer» „Louise," um den
Heimweg von Tolchester, dem ExkursionS-
Platze, nach Ballimore anzutreleii; sie be
fanden sich Alle lustig und guler Dinge nach
einem glücklich verlcblen Tage, fern von der
Hitze und den unvermeidlichen täglichen Pla
gen der Stadl. Tie Lnstigkeil begleitete die
Exknrsionisteii noch auf ihrem Heliuwege; fo
sah man hier Gruppen, scherzend u. neckend
d-e kleinen Erlebnisse des Tages bespre
chend, dort Kinder, im fröhlichen Reigen sich
drehend, dort wieder Gruppen aller Leute
und den Großpapa, umriiigl von seinen Kin
dein nnd Enkeln, ruhig auf deu Bänken
sitzend und in den spiegelglatten Fluß schau
eud, dcr in dem herrlichen Mondlickue er
glänzte—Andere wieder im Chor ein seelen
volles Lied singend, alles Dieses wurde noch
erhöhl durch die über den ganzen Dampser
erschallenden Klänge des Mlisikchors, welches
abwechselnd alt-heimalhliche Weiien mit pa
triotischen National Liedern vorirng ein
Bild idyllischen Friedens und Frohsinns
so giill der herrliche Dampser „Louise" durch
die leichten Schanmwellcii dahin—da, Eni
sctzcn—ein Sloß—-ein zweiler—die Fahr!
war plötzlich unlerbrochen.
Schreien, Hülierusc, Schrecken und Nolh
an cu eii Seilen. Jammern und Wehklagen
überall, Kinder uuö Frauen blnlend, Splil
ter in allen Gliedern, die Kleider vom Leibe
gerissen. Andere zwischen Balken geklemml,
wieder Andere über Bord geschleudert. Die
Müller suchen ihre Kinder, die Männer,
welche nichl selbst verwundcl sind, suchen
Hülse zu leisten, ein Durcheinander und
Chaos, das aller Beschreibung spottet!
Diese Katastrophe sand in dcr Nahe des
McHenry-Kai.alS stall.
Es war der Fracht-Dampfer „Virginia,"
von Ballimore kommend, der dieses
liche Unheil anrichlele und, wie sich späier
herausstellte, die größte Schuld an diesem
Unglück hatte, welches durch gehörige Vor
sicht und strenges Einhallen der Marine
«Keietze hätte vermieden werden können.
Die größere Zahl der Verwunderen ist
wohl gar »ich! festgestellt worden. Doch er.
geben die eingereichten Klagen dreizehn
Todle nnd siebenundzwanzig fchwer und
leicht Verwundete.
Im Anfang Oktober 1890 wurden die
Klagen eingereicht, welche seiner Zeil mil
der größlen Hartnäckigkeit von den beiden
Dampser - Compagiüe'n, „Baliimorer
Sieam-Packei-Comp.," de» Dampser „Vir
ginia," und die «Tolchester-Sleam-Boal
C 0.," die „Louise" revräjeulireiid, verlrelen
wurden; alles juristisches Wissen dcr vielen
Advolaien wurde angewandl, die gegen
seitige Verantwortlichkeit von einem ans den
anderen Theil zu wälzen, sowie andererseilS
die Ansprüche oer Vernnglücklen enlivcder
zu schmälern oder ganz abzustreiten.
Rlchler Morris vom Vczirks-KreiSgericht
enischicd nach einer langwierigen Verhand
lung und Anhörung von Hunderten von
Zeugen und Experten aus allen Theilen
dieses Landes uud Cnglaiis's, daß beide
Tampfer vcraiitwortlich seien, und erließ
eine Ordre, daß Beide, die „Louise" und
die „Virginia," abgeschätzt werden mußien.
(TieieS ist d>e Negel und das Gejetz in
Marine- oder Admiralitäts Fällen. Hz!
sich ein Schiff Ettvas zu Schulden kommen
lassen, so wird das belreffende Schiff laxirl,
und die Veraiilworllichkeil erstreck! sich nur
auf den Werth des betreffenden Schiffes,
nicht, wie vielfach geglaubt wird, daß der
Eigenthümer, die Compagnie oder der Rhe
der zum Benage ihres ganzen Vermögens
veranlworlllch find.)
Tie „Louise" wurde nun zu 514,000 und
die „Virginia" zn §23,000 laxirl. Tie HH.
Z. L. Thomas Sohn, Anwälle sür die
„Virginia," erhoben Einwand gegen obige
Enlscheitung durch die Behauplung, daß
der Tampser „Louise" allem verintivorilich
sei, welche Gesellschaft durch den Auwair H.
V. D. Johns repräsentirl war.
Die Klage ging dann an die höhere In
stanz, an das Ver. Siaale» - KreiSgerich!
B. (>'vi>it), Richter Boud, und
auch hier wurde nach hartem Kampse die
Entscheidung des unlere» Gerichles bestätig!.
Alle die Unglücklichen, alle die Verwand
le» »nd alle Doliore», Apolheler, Schnei
der, Schuster und Handschuhmacher—Haus
mielher und l!>»t Ulli livt die Advo
laicii—-dachlen Ml an Erlöiung! Aber Hr.
Thomas fagle: „i «un'r »>> iiiv t->ii>>!
Ich habe das Rechl, noch an die höchste
Instanz zu appellircu, und zwar soll der
höchste Ober-Richier des Landes, Chies-Iu
stice Ml!er »ou dem Ober Bundes GerichlS -
Hose diesen Fall hören, und so geicyah
es. Tie Eigenlhümer der „Virginia" ap
pellinen au das erste seil kurzer Zeil >.n's
wedelt gerufene VereinigteZtaale» TistriltS-
Gericht von Maryland und Virginieu.
(TieseS Gerichlist als Substilur sür dao
Ober-Bundesgerichl in Washingion einge
setzt.) Am 2S. Mai 1892 kam die>e berühmte
Klage iu Richmond, Va., Ivo genannles
Gerichl lagte, unler dem Vorsitze des Ober-
BuiidesricliierS Füller, Kreisrichter Siin
mcrlon und Tistrilis Richter Goss zur Ver
handlung nnd wurde argumenlirr.
Am ll.Okl. 1892 ward endgülng entschie
den, daß die Urlheile der vorhergehenden
beideniKerichle in Tolo bestätigt wurden, so
wie auch, daß die spezielle» Beiräge sämmt
licher Enlschädigungsiuiiimen, welche vom
Richier Morris ausgesetzt i»»rde», an die
Repräfenlanten der Rläger ausbezahlt wer
de» sollleu und die vcrtlagren, die beiden
Compagnie'ii, auch die Koiieu und Ztnseii
vom Kapiial zu lragcn hätten.
Aus deu Gerlchisbnchcrn ergiebi sich nun,
daß im Manzen 40 Klagen im Gerich! wa
ren, welche zusammen die Summe vou 330,-
000 Dollars repräseulirleu. Von dieser
Summe wurden nun drei Ansprüche im Be
trage vou HI 7,000 aogewieieii, und die übri
gen Kläger crhielleu die runde Summe vou
dreißig Tausend und sechszig Dollars, was
ungefähr 10 Prozen! von dem Betrage der
Ansprüche mach!. Wir lassen hier eine Ta
belle der Beanspruchenden mil deu reip. Be
trägen solgen:
Rudolph Nigey ! 52,>-><»» t
MarvMge» 20U 7S
«corqci'cei?
Eiisabcll! Kuhn ! 75
Natharink Uhlersperger , ü.OUO si<»>
C. H. Kaiser iiiiN
Z. P. Nlill, 5,000 400
El. R. Schneider 1-i.OM, I.iwl»
W.t 5. Grcnler 5.0 M»
Mary und Ed. Moog 15,<1>Xi
Aiarv und F. Mejtcima ~ 15,0<it» I.OUX
Susan HobS 10.UIX» <iU<»
Rath. E. W. Limburg— !i,«>o«> I,l>s>(i
W. Lunburq i^5U
Louis Limburg »,0l««i !^5O
Ao. Müller 5M»<) i>SO
Ch. C. Steinbach ' 5.0U0 850
K. W. GriggS »I5,<«X» k 1,4«0
W. saas lii,ooo
P. j'eigei 2».0 li« I.UNV
Z. »iaiicr 2.500
A. Oestrich 20,000
Tl>. Ruth 20,«)<>«>
D. und E.Kopp 2.5UU
Zamcs A. Nadigan 2<iMM 2.2UU
ZamcS N. iZr.u, 2U,«MN 1,000
May M. uns Wm. Faber, 10,000 «00
W, E.Grenjcr 20,000 2.00»
Eh- Grrnser 20,000 soo
Marz. Euer 5,000 1,500
Die Ansprüche der4o Kläger wurden durch
48 Advokalen verlrelen, und obgleich die
meisten der Kläger Deutsche waren, so ist es
bemerkensiverlh, daß unler dieser großen
Anzahl von Anwällen nur drei Denlsche
sich befanden, nämlich die HH. F. Brüning,
Emil BuHnitz und Otto Huuckel, die zu
den erfolgreichsten gehörlen, wovon Letzlerer
sogar in den ihm anvertrauten Klagen den
höchsten (20) Prozentsatz erhielt.
Vorige Woche wurde» die Gelder ausbe
zahlt uud eine der interessantesten Klagen
beendigt.
Dieser Prozeß gehört mit zu den bedeu
tendsten, sowohl was Zahl der Belheiliglen,
als auch die Hartnäckigkeit und fähige Ver
lheidigulig von allen Seilen anbelriffl, die
jemals unsere Gerichte in Anspruch genom
men, nnd wird einen bedeulenden Platz in
den Aniialen der Jurisprudenz des Landes
einnehmen. <>. n.
Patapsco-Mehl.
1774. t«VS.
Eine Sorte, die länger, denn
hundert Jahre mit der Zeil
Schritt gehalten.
Mühle Elicott-Cily.
Mühle it. Ballimore.
Mühle v. Orange-Grove.
Diese mahlen den Creme M a ry län
der uud Virginier Waizens und
die beste Sorle aus jedem haricu Waizen
erzeugenden Siaale in der Union.
I st das beste und steht
an Reinheit und Gleichmäßigkeit
ohne Rivalen da.
ES ist die Vollkommenheit im
Mchl selbst und steht alleuMehl
sorteu in diesem Lande und allen ameri
kanischen Sorlen in Europa voran.
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Patapsco-Superlariv-Patent,
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Orange-Gro»e extra,
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Oehm's Arme-Hall.
Knaben-Äusliattungen.
Anzugc in unserem Knabcn-Dcparte«
mciit werden glücklicherweise ohne An«
mällc vertheilt. Täglich erweitert sich der
WirkungkreiS unseres Jugend-Departe
ments. Unsere Gönner würdigen
jnimcr mehr die Umsicht und Mühe,
welche die Schassnng eines solchen Kagers
von Anzügen und Ueberziehern —unver»
gleichlich, uiinberlrefslich erfordert.
Die Mültcr müssen von den Knaben-
Kleidern sprechen—wie könnten sich sonst
die Verkäufe so vermehren, wie es der
wirklich der Fall ist?
M ganzwollene Knaben-Knie«
Hosen-Anzngc; Faoons: einreihig und
zum Ucbcrknöpfcu; 55 und §6 werth.
CtS. Lainlnivollenes Knaben-Un<
lcrzeng, weich wie Seide, nnd kratzt nichl
wie der von Schnitlwaciren-'i'ädcn zn die
sem Preise ofserirte Schund.
CtS. Schwarze
farbensest und als nicht verschießbar ga
rantirt, 18 das Paar, oder 0 Paar
sür Ii —dieselbe Ä)aare, die anderwärts
zu 35 CtS. verkauft wird.
-18 CtS. sür Knaben - Nachthemden,
exlra-langc, schön gestickte Kragen und
Fronte, Kl werth.
H 1.75 sür schwarze Knaben - Jersey-
Gamaschen, 5'.'.5» werth. Volle Reihen
von s'eder Gamaschen in den neuesten
Farben-Nuancen.
Oehm's Acmc-Hall.
Ur. 3 und 7, W.-Laltimore Straße.
Stuuex:
Nr. 0 und Züd-Cliarlcs Straße.
(272 >
Lokalberichte aus Washington.
Der 25. Jahresbericht der «I n
dustri c-H e i ni-S ch u l e" an der Tenlcy -
toivii-Rvlid wurde gestern den Commissäreir
unterbreitet. In dcmielbe» heißt es, das;
das Hauptgebäude nicht benutzt werden
kann; es wurde vor 62 Jahren als Armen
haus erbant und 45 Jahre als Heiin für
„Paupers" benutz!. Während des Jahres
wurden 55 Kinder ausgenommen und ebenso
viele entlassen. Eine Heimaih wurde für
13 und Beschäftigung für 10 gefunden; 28
wurden zu ihren Altern zurück geiandi.
Zu sechs I a lire Ii Zuchthaus
wurde der des Straßenraubes schuldig be
fundene Thomas Williams gestern ver
unheilt. Zwei Jahre Zuchlhans wird Mari,
abzubüßen haben, welche des Groß
diebnahls ichuldig besundeu worden.
Feue r brach vorgestern Abend in dem
von Jod. Waggamaini geeigiieie» und von
G. C. CoSliii bewohnten Hause an Ecke
Trinidad- und Norrisstraße aus und rich!e!e
schaden in der Höhe von 5300 an.
Ein Besuch iu der „h l. Kre u z«
Akade in i e" wurde vorgestern von Erz
bischos Laiolli gemeiiisain »iil Bischof Keene
von der lalhol. llniversiiär gemachl. Eine
Uiitcrhaltnng wurde schnell »nprovisirt, uuv
Erbliches Satolli hielt eine Ansprache.
Al s Aligr e i f e r des John M e--
Gu i g a», welcher, wie gestern berichtet,
auf der Whtte-Lot von ver'chiedenen Negern
angehalten und auSgeraulii wurde, sind ge
stern von den Polizisten Handleu, iiing und
blamier die Neger Henry Lee, Henry Cole
mau und <liveu Washiiiglou v».rhaftel wor
den.
E i il v i e v e r s p r e ch c ii d e s Bü r f ch«
e Ii wurde gestern dem Polizeirichter Mil
ler vorgeführt. Teneibe war beschuldig! in
Fredeiick Wesliiicyer'S Geschäsi an der Ecke
der Florida-Avenue und 7. Slraße Geld ans
der Sämblade genommen zu haben. Der
iinabe belannie sich schuldig, doch wollte der
Richier mchl eher eii> Urltieil fprecheu, bis er
den jiiugeu Burschen, der 11 Jahre all zu
> sein angab, gefehen Halle.
Abie b e n. Am Donnerstag ist Frail
Sarah Frost, Gallin von W. H. Frost und
Tochter vou Dollie und Edward Slaniiard,
aus dein abberufen worden. Die Be
erdigung sindel morgen, Souiiiag, Nach
mittags 2 lU>r, von dem Hauie des Bruders
der Verstorbeueu, Nr. Il>l6, »t-<-lraße, N>
W., aus stall.
Plötzlich gestorben ist, wie ein Tele
gramm aus Porllaud, Me., meldet, daselbst
Frau Sophie Haydeu, Gattin des Pastors
Wm. B. Hayden.
Der „Waiyili g t o Ii e r Sänger
bund" wird am 14. November,
sein erstes großes Coiizert der W»iter>ai>oii
veranstallen. Dasselbe sindel m der „Con
cordia Halle" stall und ist eiu guies Pro
gramm ausgestellt worden.
Gegen die Inhaberinnen übel,
berüchtigter Häuser gedenkt jetzt die
Polizei aus brund des „Vegrant-law"
(Vagabunden-Gesetz) vorzugehen, und wurde
gestern bereits ein Frauenzimmer, Estella
Ward mil Namen, zur Zahlung von ?IOU
Slrase verurlheitt.
Spart A.'t Prozent an <sure»n (4cldl
Uiiserc Zoric» gerostete» Kaffee'«.
Unier bester gebraiinler Jara 30 CenlS
das Pfnnd.
bester gebraiinler Laguayra 26 CIS.
das Psuiid.
lliiscr bester gebraiinler Golden Rio 24
Cents das Psund.
Guler starler 20 und 22 Cts. das Pfd.
Unsere besten gruueu und schwarzen Thee
iorleu 70 Cenls das Pfund.
Ein guier starker grüner uud schwarzer
Thee für 20 und 30 Cenls da» Pfund.
in»: cuiix.v (x»l
Nr. 615, O st B a l li in ore-, und
425, Lexinglonstraße.
c^ki22T-zio.Sa)
Tie Neger freuen sich.
Greenville, S.-C., 11. November.
Die Neger der hiesigen Gegend sind vor
Freude über das Resultat der Wahlen außer
sich. Lieglaube» fest, daß Clevelano den
Preis der Baumwolle auf einen Cent pro
Psnnd erhöht hal, und sind daher bereil, sich
den Weißen in irgend einer Fair zur Per.
herrlichung des demokralischen Sieges anzu
schließen.
Depew, lsarnegie unv Hritk.
Acw-Z)orl, 11. November.—Chauu.
cey M. Depew fagle heule in einer Unler
reduug: „ES ist letzthin viel über die HH.
Carnegie und Frick geredet worden. Wit
beschuldigen jetzt unsererseits den Hrn. Frick,
das demokratische Ticket gestimmt zu haben.
Weder Frick noch Carnegie steuenen einen
Cent zu dem republikanischen Campagne
fond bei."
Lücchselfälschcr an» Werke.
N e w - 2) o r k, li. Nov.—Eine Bande
Baiikichwindler ist in verschiedenen Theilen
des Landes lhäng. nnd es vergehl fast kein
Tag, an welchem den hiesigen Banken nicht
Nachrich'en über die Operationen dieser
Spitzbnbeu zugehe». Die Schwindler ver
schaffen sich zuerst den Wechsel tiner Bank
auf eine New-Horker Bank und lassen dann
eine Aurahl Formulare drucken, welche dem
Wechsel genau gleichen. Diese Formulare
füllen sie aus und sälscheu die auf dem äch
ten Wechsel stehenden Unterschriften. Mit
diesen Fälschungen ausgerüstet, begeben sie
sich in eine andere Stadt und halten sich dort
so lange auf, bis sie mit dem Elgeiilhümer
ihres Holels oder irgend einem anderen
Geschäftsmanne genügend bekannl sind, um
von deniielben in der Lolalbauk idenusiiirl
zu werden. Ein Wecrsel auf
wird überall acceplirt. Sobald ein ose,
zwei gejälschte Wechsel flüssig gemachl sind,
verliert der Fälscher nalürlich wenig Zeil
mehr in dem Orle, sondern verleg! den
Schauplatz seiner Toäiigkei! rasch nach ei
nem anderen Lrle. Derartige Schwinde
leien sind in letzterer Zeit au verschiedenen
Orten in Maine, >m Staate Washington
und zuletzt in Minnesola verübt worden.
In leylerem Slaale, in St. Cloud, wurden
die Wechsel vou einem hübschen, elwa 24-
jährigen Frauenzimmer präsenlirt, welche
sich Frau Annie Murphy nannte.
, l?ine alte Schachtel."
Dies ist der »iunstaussruck, der oft bei
einer Frauensperson angewandt wird, die
jugendlich zn erscheinen versucht, obgleich ihr
ganzes Aussehen D-e« desaoouin. Mi!-
uitter läßt man sich durch das Aeußere täu
schen. Fraueujchwächeii, funktionelle Stii'
rungen, Unordnungen und Unregelmäßigkei»
ten können leich! eine Frau um fünfzelin
Jahre aller erscheinen lassen. Alle diese
Störungen werden beseitigt durch den Ge
brauch vou I'r, I'!t-ri.-v'!» t-tvoritv
twn. Versucht dieses Heilmittel, Alle, die
Ihr Eure Schönheit und Eure Frische ein
gebüßt habt durch solche Fälle, und figurirt
nicht länger in der Gesellschaft a>s „späleS
Mädchen." Dasselbe wird garanüri, Ge
nugthuung in jevem einzelnen Falle zu ge
ben, oder das Geld, das ihr dasur ansgege
den, wird Euch zurück erstattet. Beachtet die
Garauue au dem Flascheuumschla».

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