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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, December 10, 1892, Image 6

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Jer Deutsche Korrespondent.
Samstag, 10. Tezemver
Nitterhaltunas-Weglvener.
„Ford's Overnbans." Tie>e Woche
die New-lorker -ckaiisvirl-GesellsSiaft"
Malinee'n: Mittwochs und «amstags.
s-azS. ' »
„"ollidaystraßen-Tbcater."—Diese Woche
sZrank Jones in dem Lustspiele: ..unser Better vom
imgs. ' S '
„voward - Auditorium." Dieie Woche
„Briefliäaer - »tranken - UnlcrsiützungS-
Schlkgel's „<7rchenr>on Halle." Jeden
„Änsik.-Dramatischer Familien Clnb."—
„Germania-Schneider-Berein." Moll
ig, den 180:!, 20. JahreSball in der
AM" Für die Veröffentlichung von
Stvminisirations-Llnzcigett,
NactilassensMaftS-Verräufen
n. s. >v.,
deren Verbreitung in denlschen Kreisen ge
wünscht wird, ist der „Deutsche Correspon
dent" das geeignetste Blatt.
Gelder «ach Deutschland.
Geldsendungen nach Deutschland, die für
Weihnachten bestimmt sind, sollten fehr bald
gemacht werden, damit sie rechtzeitig ein
treffen. Wenn sie früher ankommen, sind
sie darum nicht weniger willkommen; wenn
sie aber zu spät eintreffen, fo verlieren sie
als Festgeschenke viel von ihrem Werthe.
Tie Expedition des „Correspondenten" ver
mittelt die Auszahlung vou kleinen und
großen Summen in Deutschland auf das
Pünktlichste und Billigste. Man adressire:
F. Raiue» Baltimore, Md.
Aus dem Innere» Marnland's und
den angrenzenden Staaten.
Kardinal Gibbons im „M r. Sk.
M a r i e n - C o l l e g."—Kardinal Gibbons
ist vorgestern nach EmmillSburg, Md., ge
reist, woselbst er im „Ml. St. Marien-Col
teg" mit de r Mitgliedern der Fakultät und
deu Studirenden im Refektorium das Mit
tagsmahl einnahm. Am Nachmittag spen
dete er in der Psarrtirche 150 Rindern und
15 Erwachieneii das Sakranient der Fir
mung. Zum Beschluß der Feier hielt er
eine Ansprache. Nach seiner Rückkehr in'S
Colleg sprach er zu den versammelten Ztndi
reiiden von einer der Veranden und machte
bekannt, daß die Weihnachtsferien anstatt,
wie in dem Programm verzeichnet stände,
am 23. bereits am 19. d. M. ihreu Anfang
nehmen würden. Am Abende brachte der
„Colleg-Glee-Clllb" dem Prälaten eine Se
ltnade,
Demokrakifche Jubel.feier in
Richmon d» V a. Am 25. Januar wird
Seitens des demokralifchen Staats - Comi
te's ein großes Bankett veranstaltet, um den
Sieg der Partei bei der letzten Wahl zu fei
ern. Ein Comile ist ernannt worden, um
die HH. Cleveland und Stevenson einzula
den, an dem Bankett Theil zu nehmen: auch
andere hervorragende Mitglieder der Partei
sollen eingeladen werden, doch soll die ganze
Festtlchkett einen ausgesprochen südlichen
Charakter haben. An der spitze des Unter
nehmens stehen die HH. B. B. Gordon, Bor
sitzer des demokratlichen Slaats-Comite's,
I. Taylor Elyson, Mayor von Richmo«d,
Lewis Giiiter, Norman Randolph u. A.
Tie Erschießung des Capitäns
liaak Sterlin g.—Gouverneur Brown
war vorgestern, begleitet von dem Comman
deur der Austernpolueislolte Joseph B.Serh
und seinem Sekretär I. C. Bowermaii in
CriSsield, Md., um persönlich Betreffs des
Erschießens des Capt. Isaak Sterling durch
Capt. GaSkin von dem Austernpolizeiboot
Virginien's eine Untersuchung vorzunehmen.
Nachdem er im „Adams-Hause" gefrühstückt,
suhr der Gouverneur nach Tull'S Poini, wo
eine große Zahl Bürger, u. A. Staatsan
walt Joshua MileS, Harry I. WaierS von
Prinzeß Anne» C. Banksoro und Friedens
richter Hersel» von Crisficld, Dr. H. H.
Gunby und O.S. Horrey, den Gouverneur
erwarteten. Tull's Pointist nämlich der
nächste Punkt zu der Stelle, wo die Schieße-,
rei vorfiel. James K.Moore, ein Anstern
fischer, erklärte, daß Sierling's Boot sich
zwischen dem Morunner-Creek n. Williams'
Point, also innerhalb der Grenzen Mary
land'«, befunden. Ein anderer Zeuge, W.
Wilson, sagie, daß Sterling, Moore und er
selbst auf der Birginier Seite Austern ge
fischt, als sie das Herannahen des Birginier
PolizeibooleS bemerkt. Sie fe<e» daiin so
fort über die Grenzlinie zurückgefahren und
wären bereits dort gewesen, als Eapr. Gas
iins zu feuern begann. Er fügie auf eine
diesbezügliche Frage hinzu, er habe es ge
wußt, daß sie auf der Virginier Seite der
Grenzlinie gefischt, habe aber gedacht, dag
es für die Bewohner feines Distrilts nicht
mehr, als recht sei, dort nach Austern zu su
chen. Dasselbe war auch die Ansicht einer
Anzahl anderer Bürger, die der Gouverneur
verhörte. Tarauf kehrte der Gouverneur
nach Crisfielb zurück und fuhr um 5 Uhr
Nachm. wieder nach AnnapoliS.
Für's Leben vereint wurden vor
gestern in der lutherifchen Grace - Kirche,
Westminster, Md., Hr. Edward G. Smith
nnd Frl. Manne F. Orndorff durch Pastor
S. H. Miller. Als Trauzeugen fnngirte»
die HH. William C. Tevilbiß, William R.
Andeß, Thomas Edwin Reese und James
H. Cassell.
In der einzigen „Single-
T a x-"S ladt der We! t, Hyal t s
vil t e, Priiice George's Counly, Md.,
hielt vorgestern der Vcrtünder der Lehre,
Henry George von New - vjork, eine An
sprache vor einer zahlreich besuchten Ver
fammlung, in welcher er seine Theorie, die
in Hyattsville praktische Anwenduug gesun
den, des Längeren erörterte.
B a h Ii il n f ä l l e.—ln der Nähe von
Glencoe-Station, Ballimore-Connly, ent
gleiste auf der „Nördl. Centrai-Bahn" ein
südlich fahrender Frachtzug dadurch, daß ein
fchweres Elsenstück an der dort befindlichen
Kurve von einem der Waggons herunter
fiel. Sechs Waggons wurden aus dem
Geleise geworfen, und der Verkehr auf län
gere Zeit unterbrochen. Ter von Baltimore
aus einsandte Zug mit Arbenern zur Fori
fchaffung der Trümmer coll.dirie unterwegs
mii einem mit zUes beladenen Zuge, wobei
einer der Beamien, Samuel viaylor von
Hereford, fchwer verletzt wurde. Der Scha
den stellt sich auf 56000. Unter den ent
gleisten Waggons befanden sich zwei mit
Mehl für T. A. K S. Small beladene.
Ter vorgestern Abeud von Cumber
laiid, Md., nach dem Westen abgelassene
Speualzug der „Cuinberlaiid-Peniisylvanier
Bahn" suhr gegen einen naye der Stadt
ballenden Frachizug der „Baltimore-Ohio-
Bahn," infolge Dessen die Lokomotive stark
beschädigt wurde, und Frau Dr. Bourchier
von Boilon, welche zur Zeil des Zusammen
stoßes in einem Waggon stand, so heftig ge
gen einen Sitz geschleudert wurde, daß sie
eine schwere Verletzung am Kopfe erlitt.
Tutt's Pille» verursachen lein Leib
chneiden. <292,4,6ikw49)
Stadt Baltimore.
vieueelektrische S t r a ß e n l i n i e.
TieArbeil an
linie mitTrolley-«vystem, welche zur „Balti
more Traciioii-Compagnie" gehört, ist bei
nahe sertig, so daß vermuthlich der Bertchr
noch vor Neujahr beginnen kann. 3 Monaie
ist an der Linie gearbeitet worden. Die elek
trischen Wagen werden folgenden Weg neh
men: von Trnid Hill-Park via Fulton- und
Pennsylvania-Avenues,Cunibcrland.Carcy
uud Mosher-Straßen und Carrolllon-Avenue
zu Fayellestraße» zurück via Fayette-, Earey
uiid Cuniberlandnraßen, Pennsylvania-Ave.
und Retrcat uud Francisstraßeu zum Park.
Die Wagen bekommen Schleppwagen. Sie
werden weiß angestrichen sein und die Aus
schrift tragen „Ballimore Traciion-Com
pany" und „Carey-Srreel." Auch die Ar
beiien an der zweisgeleisigen Strecke bei
Fort McHenry schre.ien rilfiig vorwärts, fo
daß mik Beendigung diejer Strecke und der
Caieystraßenliuie dann eine eleklri'che Fahr
gelegenheit geschaffen ist von Pikesville zu
mii Ausnahme der kurzen
Slrecke auf der Kabelbahn durch die Fayeite-
Straße.
Ter Deutsche, wclqer oie Heimaih ver
läßt und sich in diesem Lande ansiedelt,
braucht sich nicht vou seinem „Knaster" zu
trennen. Tie altbekannte Firma Gack
Ax in Ballimore sabrizirt eine große Aus
wahl ächter deuncher Rauchrabake, von den
billigsten zu beu feinsten Sorten, 40
lahren erfreuen sich diefetben eines wohl
verdienten Rufes und allgemeiner Beliebi
heit unler den Teutschen dieses Landes uud
allen „Kennern des Krautes" ist der Name
„Gail L Ax" ein wohlbekannter. »
Die Stadtrath S-C antest e.— Das
Speziat-Eomite des ersten Rathszweiges,
welches die Conteste in der 15. und 16.
Ward zu unte suchen hat, war gestern von 3
Uhr Nachmittags bis 7 Uhr Abend« in Sit
zung, um die gegenseitigen Ansichten über
Das, was als e.n rechtegültiges Wahlticket
betrachtet werden kann, anzuhören.
Hr. Thomas G. Hayes argumenlirte für
Hru. F. I. Hellmann, der ebenfalls anwe
send war, und die HH. Emil Budinlz und
C. Todd McFarland sprachen für Hrn. (5.
W. Brown. Hr. Karl Herzog repräsentirte
Hrn. E. E. Snyder und Hr. Julian
Jones vertrat Hrn. Daniel E. Clark von der
15. Ward.
Julian S. Jones sprach nahezu eine
stunde über den Punkt, was ein gesetzlich
rechtsgültiger Stimmzettel sei. „Nur da«
sei ein legaler Stimmzettel, der das Kreuz
mark in dem dafür bestimmtenßaume trägt."
Er verlas dazu das 86. Kapitel des Wahl-
Gesetzes von 1892, sowie cm Kapitel des
iL9ver Gesetzes, und zeigie, daß das neue
Wahlgesetz alles Menschenmögliche angeord
net habe, die Absicht eines SlimmgeberS
geheim zu halten. Sogar JnstrukiionSkar
len müßten präparirt werden, um zu zeigen,
wo das Wahlttckel gestempelt werden müsse.
Und Tausende von Dollars würden alljähr
lich ansaegeben, um die Absicht der Siimm
geber definitiv zu ermitteln.
Hieraus trat als Vertreter des Hrn. Brown
Hr. Emit Budiiltz vor das Comile und be
gann sein Argument damit, daß in Mary
land das Gesetz von allen Gesetzen in ande
ren Staaten loiat verschieden sei. Das
Maryländer Geietz sage, „wenn die Absicht
des Siimmgebers nicht ermittelt werden
kann, nur dann solle der Stimmzettel zurück
gelegt werden."
Er erklärte, daß, wenn die OppositionS-
Partei so strikt auf den Bestimmungen des
Gesetzes bestehe, er ebenso auf eine strikte
Auslegung bestehen müsse. So, baß z. B.
ein Kreuzinark neben dem demokranichen
Emblem und ein einziges 'Mark hinter ir
gend cinein der republikanischen Namen
siehe uno kein demokratischer 'Name ausge
strichen sei, das Ticket als uiigüllig bezeich
net werden müsse. Hr. Budnitz schloß seine
Argumente mit dem Ersuchen an das Eoniite,
dem gesunden der Stlinuigcbcr zu
folgen und nach Recht und Gerechtigkeit zu
entscheiden.
Taö Comite wird in seiner nächsten
Sitzung Beschlüsse annehmen, wie es sich
bei der Slilumeiizählung zu verhalten hat.
Die Sliminenzählnng wird höchstwahrschein
lich nächsten Dienstag begönne» werden.
Kür die Damen Baltimore's.
Wir osferiren einen wollenen schwarzen
Cheviol-knzug für Knaben von 15 bis 18
Jahren zu K7.st> doppelbrüstig, neueste Fa
<,'on; Anzüge S-t.,'-» zu
We st Prall st raße. A. aup i, Ge
schäftsführer. (296-7,9,301)
Der Hamburger Dampfer
„V i r g i n i a," welcher von Cuxhaven aus
67 Pastagiere an Bord genommen hatte,
kam vorg' slern bei Kap EharleS an u. wurde
vorläufig bei der Bundesquarulttäne sesige
hallen. Hülss- Schatzamlssekrelär Spaül
ding hat angeordnet, daß der Landung des
Schiffes lein Hinderniß im Wege stehe, vor
ausgeietzt, die Passagiere befänden sich Alle
bei beiier Gesundheit. Zur Exauiiiiation
der Passagiere begaben sich gestern die Ein
wandernngs - Eommissäre Stockbridge und
TaviS an Bord des -Dampfers und werden
heute dem Slaals-Deparleuieut iu Wach
iiigloi'. ihreu diesbezüglichen Bericht unter
breiten.
Ein Wohlthäter des Südens.
—Der Chemiker und Hygieniker Fr. Eon
rad, vir. 70-t, Baliimorestraße, welcher
verschiedene Desinfektionsmittel und Reini
gungsverfahren von Wolldecken, Teppichen
u. f. w. erfunden, Hai jetzt auch ein Mittel
erfunden, um den 'Negern den unangeneh
men es ernch zu nehmen, welchen diese Rasse
im heißen Sommer verbreiier. Wenn sich
l dasselbe bewährt, dann würde der Mann
auf den Namen eines Wohlihälers des Sü
dens, ja des ganzen Landes Anspruch ma
chen dürfen.
Per son aln o tizen. Hr. Heinrich
sonneborn ist zum Verwalter der «Balti
inorer Allgemeinen Kliinl" an Stelle des
verstorbenen Hrn. I. I. Thomscn erwählt
worden.
Als Nachfolger des von hier nach
Afrika verfetzien ipanischen Konsuls Don
Luis Marina ist Senor Don Carlos Tiaz
ernannt worden» welcher vorgestern hier ein
tras.
W. A-. Bissing,
Amerikanische goldene Tamennhrcn
vo» 820 aufwärts.
Ringe von HL aufwärts.
?s. K. Msmg, Igt..
Nr. 5», W-Saliimorcstr., Ecke McClcllan-Allcy.
Wichtig für Hnndef r e u n d eist
der Ausspruch des Friebensriaiters Hamil
ton: „Wer einen Hund beherbergt, wird als
sein Besitzer angesehen." Er hat einen gan
zen Hausen VerhafiungSmandate erlassen
gegen Hunde-Elgeulhümer, weil sie die
Hundesteuer nicht bezahlt haben. Man sehe
sich also vor, einen zugelaufenen Hund zu
beherbergen.
Die Hundebeißerei scheint jetzt
epidemisch geworden ;u sein. Cs sind wie
der neue Fälle vorgekommen. Ter 9 Jahre
Barbierladen in der Pennsylvania-Avenue
von eiuem sremden Hund in die Hand ge
bissen. Polizist Caull schoß deu Köter sofort
todt.
Ferner hatte Hr. Bernhard Kelly, Ge
fchäflsführcr der'„Atlanlic- und Pacific-Tea-
Compagnie" in Vir. 431, Süd-Bradway,
einen vollständigen Kampf mit einem gro
ßen Nen-Fundländer zu bestehen, der dem
Thomas Roberts au« demselben Hause ge
hörte. Die Vestie kam sogar hinter den
Ladentich und bis deu Kelly iu die Hüfte.
Sergeant Black wollie das Thier erschießen,
der Eigenthümer aber widersetzte sich dem
und vermach, ihn vergiften zu wollen.
Endlich wurde gestern, Morgens 85 Uhr.
Benjamin Kaufmann von Vir. 102, Süd-
Pacanraße, vor seinem Hau>e von eineni
Hunde angefallen und gebissen. Polizist
Seibold schoß ihn todt.
Rennerr' s Restanrant an der
Ecke der Ealvert- und Germanitraße» wel
ches während der beiden letzten Monate
von Hrn. Thrmas R. Marsdaü von Wash
ington geführt wurde, ist jetzt von den HH.
Ranney Thomas, dem Verwalter von „Pep
per's Holet," und Joseph Torsey, frühereu
Verwalter von „Barnum's Hotel," ange
kauft worden.
Neger - Knavcn-Sch»tle Nr. 7,
Wäsche-Straße.
Baltimore, den 8. Dezember.
Hrn. John Walers, Präsidenlei! der „In
stauianeous - Fire - Alarm - Comp, von
Baltimore."
Werther Herr! Um ungefähr 2.40 Nach
mittags wurde gestern in vielem Gebäude
Feuer euldecti. Einer meiner Afsistenlen
gab vermittelst des „Auxiliary - Feuer-
AlariN-Kaslens," mit welchem das Gebäude
versehen ist, den Alarm. Die sofort gelei
stete Hülfe Sellens des FenerdepartemenlS
verhütete, es freut mich, zu sagen, schwere
Beschädigungen an dem Gebäude. Das
Gefühl der Sicherheit, welches Lehrern uno
Schülern durch die Anwesenheit dieses voll
lommenen Systems gegeben wurde» ist iu
der That sehr zn schätzen, und es freut mich,
daß das Gebäude mit Feuer-Alarm-Kästen
ausgerüstet wurde.
Achtungsvoll
A. D. Clark,
(296) Prinzipal.
LSettervericht.
x it. Baru- -h Feuch
" . ..gl-u Weil,
b.oc» > M.o.'Z 40 «4 II Trüb.
i-.II» A. M.14 4<l v« i S- 4 Mar.
!en Lluuone i gniiaSl:
Aitanta l 40 Äülwaulee 20
Auamic->äil« 4u Mobile 4U
42 .... S 0
Wetteraussichten. Für Mary
land uno den Tiftrikl Coluinbla'schön; ver
änderliche Winde.
Verstkicven Tic nicht
Ihre Bestellung aus FeierlagS-Por
tral t S. Nichts ist passender, als em feiu
ausgeführtes Crayon-Portrau oder eine
große Photographie, deren Her
stellung mir 20 Prozent Ersparniß gegen alle
Conkurrenten erster Klasse wir garan
uren. Eine volle Reihe künstlerischer Rah
men und Staffeleien zu niedrigen Preisen.
Slshman,
Hauvt-'Hvolograph,
i2v1,4,L) Nr. »7, West-Lcriugtoilftrafl«.
Silbernes Kirchweih-ffest.
Morgen, Sonntag, begeht die deutsche
lutherische St. Pauls - Gemeinde in ihrem
Gotieshause au der Ecke der Freniont- nuc
Saraiogastraße deu 25. Jahrestag der Ein
wcihniig ihrer Kirche. Bereit» hente Abend
werden die Glocken aus dem Thurme der
Kirche mit ihrem ehernen Munde das hohe
Fest einläuten.
l5. Tezember 1867, dem dritten Ad-
fand die Einweihung der von
der damals neugegründeleu St. kaulS-Ge
meiüdc erbanten schönen Kirche statt, welche
seit Jahren eine Zierde des westlichen Stadt
lheils bildet. Morgen, ebenfalls am drit
ten wird das Gedächtniß
dieses vor 25 Jahren staltgeftindeiien Ereig
nisses von der Gemeinde in feierlicher, wür
devoller Weiie begangen werden.
Zur Ausschmückung der Kirche vereinigten
sich die iz dineinde, der „Fraueiiverein" nnd
der „Jungfrauen-Verein." Tie Festprediger
werden fem: Am Vormittag 41l Uhr Panor
H. Walker aus Jork, Pa., Vice-Präses des
östlichen Distrikts der „Missourisyuode;" am
Abend, j8 Uhr, hätt Pastor Lübterl aus
Washingion, D. E.» die zweite Uestvredigt.
Aus der Orgel wird Lehrer B. Feiertag den
Gemelndegcfailg begleiten; auch wird er die
Feier durch ein eittsprechendesFestpräludinni
einleiten. Uucer seiner Führung werden die
Kinder der Gemeindeschule zweistimmig
singen „o, seid fröhlich in dem Herrn, mei
nem Gott." Frl. Elisabeth Kilian wird das
Solo vortragen „ich will Tich loben, Herr!"
aus Eli von Eostn. Tie Begleitung anf der
Orget wird Prof. Kahmer spielen und Diri
gent Lehrer A. Hnndertmark fem. Der Ge
meinde - Ehor wird das „Gloria" aus Far
mer'S Messe in v ausführen, während der
„Lyra-Männerchor" und der Männerchor der
Marlini Gemeinde, 60 Mann stark, Hän
del's „Halleluia" erschalle» lassen werden.
Während des Gottesdienstes am Abend
singt ber „Lyra - Männerchor" „Ehre un
ser Gott" von Schwabel, der Genieinde-
Ehor „danker dem Herrn" ans Farmer's
Messe in li. Am Montag, Abends 8 Uhr,
ist Fortsetzung der Feier. Dieselbe besteht
aus einem großen Orgel-Conzert, wobei
der zweite Organist der Gemeinde, Lehrer
Hunderlmark, verschiedene Composilloneii
und Frl. Eliiabeth Kilian ein Solo ans
„Israel in Egypten" von Händel vortragen
werden, auch de: Gemeinde-Chor und der
Männerchor „Lyra" werden sich hören lassen.
Bei diefer Feier gelangt durch Pastor G.
Johannes, letzigen Prediger der Gemeinde,
eine von ihm verfaßte Gemeinde zur Ver
lesung. Die Schweiler-Gemeinden Imma
nuel (deutsch), Martini, St. Thomas, Enia
nuet teuglisch) und Jackson Square werden
die Abeudseier durch ihre Gegeuwarl ver
schönern.
Sehr wissenswerty,
daß Sie einen dauerhaften Knaben-Ueber
rock mit Mantelkragen oder einen wollenen
Schul-Anzug für nur HiZ.ZO kaufen können
vir. 32, West-Pra i l Ii r. A. Haup i,
Geschäftsführer. (296-7,9,301)
Tas neunte „P eabo b y - R eci
t a l," welches gestern Nachmittag stattfand,
wurde von Frl. Elisabeth Hainlin und Frl.
Lil'.an Ehaudler gegeben. Die Lciiiungen,
welche uns gestern die beiden Künstlerinnen
boten, wiesen dieselben Vorzüge ans, die
wir gestern gelegentlich des vorgestrigen
„Sinfonie-ConzerteS" hervorgehoben; auch
dieselben Tejeite traten zu Tage. Fränl.
Hainlin sang eine „Scene und Arie" aus
Häiidek's „Alexandersest;" „Lied eines jun
gen Mädchens" vou Eoring Thomas und
die bereits gestern erwähnten Lieder von
Chadwick. Coloraluren nnd all das heikle
Passagewerk der genannten Arie wurden von
der Sängerin mit etner Leichtigleir und
haarscharfen Ausarbeitung der TelailS zum
Bortrage gebracht, daß die Hörer deu leb
haftesien Beifall zollien. In den weiteren
Nummern zeigte sich Frl. Hainlin als iiitel
dessen die Neigung, den Ton—besonders in
den Miitelregisteru Hernitter zn drücken,
zeigte sich gestern, wie vorgesiern. Die Dame
wurde von Frl. Orr jehr"gewaiidt begleitet.
Frl. Chandler spielte die Bach'sche „Cha
conne" (i'-moli) und zwei Stücke von Bieux
tcmps: „Souvenir de MaSlau" nnd „Polo
naise" t«t'. 4). Tas Bach'iche Werk ist im
„Peabody-Jnstitul" öfters gespielt worden.
Cs ist dnrch die mehrfache Siimmsührnng
schwer. Die Geigerin fand sich bestens mit
der Coniposiiion ab. Eine schöne reine
Tongave charakieristrie ihr Spiel. In den
beiden Bicnxiemps'jcheil Evmpositto'.ien
zeigte sich Frl. Chandler mehr von der mr
lnosen Seite. Die erstgenannte Nummer,
eine Paraphrase über die russische Naiional-
Melodie „der rothe Sarasan," sowie die
„Polonaise" gaben der Künstlerin Gelegen
heit, die technische Seile ihres Könnens in's
beste Lichl zu stelle». Die gewandie und
elegante Bogenführnng, der reine und süße
Ton, das schöne Flageolel brachten der Gei
gerin den wärmsten Beifall und mehrfachen
Hervorrnf «eiiens ihrer Hörer. Einen gro
ßen Ton hat die Künstlerin allerdings nichl.
Tie beiden Vienxlenips'ichell Nummern
wurden vou Frl. Berry schön begleilet. Tas
„Reciiat" war sehr gut besucht.
Aür die Feiertage!
Jmportirte und einhrlmische
Weine und L.qnöre
vtllig und gui vei
G tt st av Ho m rigl, ause u,
Nr. « und Pinestraüe.
i2O« 7,»,!Z02 3,5.8,11)
Eine neue „Telephon-Com
pagnie" ist im Begriff, sich zu coiistiiui
ren und das Monopol der „Chesapeake-
Potomac - Compagnie." deren Patente
im März 1893, resp. lannar 1894 ablaufen,
zu verdrängen. Verichiebene Vorverhand
lungen haben bereits stattgefunden, nnd für
heule ist eine allgemelneSitzung anberaumt.
Tas Telcphoiiiietz soll über Maniland und
den Distriki Columbia iiiil der Hanvrstclle
i.i Baltimore geycn, nnd man hofft aus
eine rege Betheiligung des Publikums durch
Subskriptionen, so daß die spätere Taxe um
die Halste geringer werden kann, als unter
dem bisherigen Monopole; man erwartet
sogar eine aktive Betheiligung der Stadt
Ballimore an dem neuen Projekt. Ueber
technische Fragen hat man noch nicht ent
schieden, doch wird die Möglichkeit venliliri,
die Drahte oberirdnch anzulegen, ohne nick
den Telegraphen- uud elektrischen Beiench
tuiigsdiähieil zn collidiren. Die „Chesa
peate-'bolomac-Gesellichafl" behaupier, fo
viele Neuerungen zu ihren ablaufenden Pa
leitteu zu besitzen, daß eine andere Com
pagnie, welche nur nach der allen Manie/
weiterarbeiten wollie, nicht gegen sie aus
kommen köiime.
Silberne Hochzeitsfeie r.—Vor
gestern Abend feierten Hr. und Frau Gustav
Xlerlein lyre silberne Hochzeit in ihrer Woh
nung, Nr. 1721, Ost-Cagerstraße. Das
Jubelpaar wurde am 8. Tezember 1867 von
Pastor D. Manrer in ber St. Matihäi-
Kirche geiraui. Die Braut war eine gebo
rene Mack. Eine große Zahl von Freunden
des PaareS füllte am Festabende das Hans.
Ter „St. Peiric-Damen-Verein," desse >
Mitglied Frau Klerlein ist, hatte sich voll
zählig cingesniiden. Pastor M. Batz, von
der «?i. Petri Gemeinde, hielt eine Rede,
in welcher er das Jubelpaar beglückwünschie
und ihnen Gottes Segen sür den ferneren
Lebensweg wünschte. Unler den vielen Ge
schenken befand sich auch ein prächtiger silber
ner Eis-Krug (Pilcher.) Bertram'S
Schnittwaaren »m „Löwen-Laden,"
vir. 19, West-Lexinglon-Slraize.
tAug3l-4.p.>
Glänzende Hochz e i t sfe ie r.
Pastor Dr. F. P. Hein ighausen von der ev.-
lntherischen Stephani-Gemeinde traute
vorgestern Abend ,n seiner Wohnung em
junges Brauipaar. Hr. Johann Mahle
>chloß mit Frl. Marie Keller den ehelichen
Bund für's Leben. Nach der Trauung nahm
das jungvermähite Paar die Glückwünsche
zahlreicher Freunde enlgegen nnd nahm an
einem splendiden Festmahle in Nr. 1438,
Süd-CharleSstraße, Theil, bei welchem von
de» zahlreich geladenen Gästen manches
Glas ans das Glück und Wohlergehen des
selben geleerl wurde. Eine große Anzahl
iheils nützlicher, lheils Luxus-Gegenstände,
waren von den vielen Freunden nnd Be
kannlen des jungen Ehepaares eingelaufen.
Tie Neuvermählleii werden in Nr. 1438,
Süd-CharleSstraße, ihr zukünftiges Heim
aufschlage». Als Trauzeugen fuiigirieii Hr.
George Keller, der Bruder der Branl und
Frl. Johanna Mahle, d:e Schwester des
Bräutigam. Unter den anwesenden Gästen
waren umer anderen: Frau Maggie Mahle,
Muller des Bräuiigam, Frl. Annie Mahle,
Frl. Marie Mahle, Frl. Johanna Mahle,
Frl. Emma Mahle. Hr. Georg Keller, Hr.
Keller, Hr. Wilhelm Keller nnd
Sohn, Hr. Karl Keller und Sohn, Hr. Gust.
Keller, Hr. Robert Keller, Hr. Jalob Ruß,
Hr. Leber und Frau, Frl. Clara Enge, Frl.
Marie Winhancr, Frl. Laura Winhaner,
Frl. E. Dealer, Hr.G. Becker, Hr. Rehbein,
pr. Tasor, Hr. Bacher, R. W. Runse, Hr.
H. Wunz Niid Frau, Hr. Corby nnd Frau,
Frau M. Weiler, Hr. Crahu und Frau. Die
Musik wurde vou Professor Ultmann
Das Fest nahm erst am frühen Morgen unter
allgemeiner Besriediguug seinen ÄbMuß.
Ein schlechier Appeln wirkl auf den gan
zen Körper erschlaffend. Einige gule Dosen
Dr. August Köuig's Hamburger Tropfen
werden deu Appelil wieder herstellen. In
allen Apolbeken zu haben.
Der „in us i k a l i s ch - d r a m a li
sche F a m i l i e ii - C l u b" häll morgen
Nachmittag im „D arl e y - Parke"
eine Versammlung, nach welcher das unler
haklende Slück „Eulenspiegel" ausgeführt
wird.
Aus dem Ralhhailse. Der
Sradiralh wird nächsten Montag, Abends 5
Uhr, zusammentreten, um eine Verordnung
für den Bau der Baliimorestraßeii - Brücke
zu erwägen und die noihwtiidige Verwilll
guug dafür zu macheu. Der Mayor wird
dem Sladtrathe eine diesbezügliche Bot
schaft zuieuden, in welcher er um die An
nahme einer Verordnung eriuchen wird, die
ähnlich lauter, als diejenige für die Cedar-
Avenue - Brücke, welche in 1889 genehmigt
wurde, und wird für Forderungsangebole
aus allen Theilen des Landes von Neuem
auffordern. Zu gleicher Zeil will der
Mayor dem Stadtralhe, sollte dieser es vor
ziehen, das Territorium für Forde'ungs-
Angebote zu beschränken, dieses nicht aus die
Stadt allein zu beschränken, sondern wo
möglich anstatt Stadt Baltimore, „Staat
Maryland" sagen, damit Sleellon und Cur
tes' Bay Gelegenheit erhielten, Forderungs-
Angeboie einzureichen.
Im Bezug aus die gegen ihn erhobenen
Beschuldigungen von gewissen Seiten, daß
er als Aktionär der „Campbell Zell Comp."
ein fiiianzietles Interesse habe, daß dieze Ge
sellschaft den Contratl erhalle, erklärte der
Mayor gestern, daß er im Juni 1891, als er
absolut Nichts mit der Stadtverwaltung zu
thun halte, Autheile sür HlOOO von der
„Campbell-Zell-Coinp." mit der Absicht ge
kauft habe, fem Vertrauen in ein Ballimorer
Uniernehmen zu demoiistriren. Er habe
sechs Prozent Zinsen seit jener Zeit erhalten.
Obgleich er nun nicht glaube, daß das Ge
setz jemals beabfichtigie, der Siadt zu ver
balen, mit einbeiuiischen Fabrikanten Con
trakte abzuschließen, weil der Mayor viel
leicht ein Paar Akuen in solcher Fabrik be
sitz!. Doch da einige Personen so zu denken
Meilen und es womöglich die Geschäfte des
betreffenden Unlerliehmeus beeiiilrachtig, so
habe er, der Mayor, seine Akrien verkauft
und ist somit lein Theilhaber mehr in der
„Eampbell - Zell - Comp." Cr habe aber
noch imiiier zwei Aktien der „Consotidirien
Gas-Comp.," die er sofort zu verkaufen ge
denkt, sollien dieselben Bedenken iu diesem
Falle erhoben werden.
Tie „Lake-Roland-Elevated-Comp." be
zahlte gestern dem Stadt-Controleur H 752.-
13 an Parkiienern für das Mit dem 30. Sep
tember 1892 abgelaufene Vierteljahr.
Der General Superintendent deiSiraßen
belenchinng, Major Symington, theile ge
stern mit, daß in verschiedene» wtadtlheilen
Personen herumgingen und Gelder sür
Weihnachtsgeschenke colleltirend, sich als
Laternenanzünder repräsenlirten. Dieie
Leute, erklärte Major Symington seien
Schwindler und sollten als solche behandelt
werden. Er habe Nichts dagegen einzu
wenden, wenn Laternen-Anzünder Geschenke
erhielten, doch dieselben Dürften unler keinen
Die Feuerbehörde hat geilern die Feuer
wehrmänner Andr. I. Stump von der
Spritzen-Compagnie Nr. 1 und C. Breii
hauser von der Spritzen-Comgagnie Vir. 12
wegen Verletzungen des Dlenst-Reglemeniits
aus dem Teparlemeul enltassen und die
Siellvertreler Frank C. Hansen und Kaspar
Kraft an deren resp. Stellen befördert.
Von den Geschworenen, welche den Werth
des 9 Acker großen White'schen Grundstü.ts
am „Truid-Hill-Parle" abzuschätzen hatten,
wurde gestern ein Verdikt abgegeben, wo
nach der Werth des gesammten Grundstücks
ans P 30,000 festgejetzt ward. Obgleich diese
Summe als ein ungewöhnlich hoher Preis
beirachtet wird, so glaubt man doch, daß die
Eigenthümer sich mit dieser Entscheickuiig
nichl zufrieden geben wollen.
Hosen! Hosen! Hosen!
nach Maaß gemacht, für !K5 bis Hti.ZV.
Größte Auswahl in der Sladt. Fabrizirt
in unferem Etablissement em-ions' cioliiwZ
K 00., Nr. 32, West - Prattstraße.
A. H a n v t, Geschäflsfüerer.
(2!»U-7,0,301)
F a m i l i e Ii - F e st l i ch k e i k e tt.
Gestern Abend gab Frau Johanne Wehr, die
Präsidentin des «Damen-Nähverelns" des
„Allgemeinen Deutschen Waisenhauses," den
neuerwählien Beanttinnen ein Kaffee-Kränz
chen in ihrer Wohnung, Nr. 2125, Ost-
Prattstraße. Unier den Anwesenden besan
den sich Frau Marie Viagengast, Frau Ma
rie Boihmann, Frau Pseil, Frau
Emilie Schmidt, Frau Fannie Horner, Frau
C. Garthe, Frau Thomas, Frau Bockel
manu u. A.
—lm elterlichen Hause, Nr. 915, Ost-
Biddlestraße, feierte gestern Abend Frl.
Lilly Fink, die Tochter des Hrn. loh. Fink
ihren 18. Geburtstag mit einer Abellduuter
haltuna, zu welcher sich viele ihrer Freun
dinnen" und Bekannten eingefunden hallen,
die ihre Glückwünsche und zahlreiche Ge
schenke darbrachten. Unter den Anwesen
den betaiiden sich Frau S. Heinleiu, Frau
Kath. Rosenstiel, Pr. Geo. Spousel und
Frau, die Frls. Emilie Thomas, Bertha
Shipley, Klara Steiner, Ida Schotte,
Lame CollinS» Fannie Creswell, Emma
Thomas, Rosie Anl, Maggie Murphy,
und die HH. Heinrich Streb, C. Eugel
nieier, Harry Sadtler und Andere. Nach
einer kurzen ninsikaliichen Unlerhaluiiig
wurden die Gäste zu einer mit allen Delika
tessen der Raison besetzten Tafel eingeladen.
Alle Anwefenden amüstrlen sich auf's Beste.
Fröhlich «Geburtstagsfeier.
Gestern feierte unser allbekannter und
hochgeachteter deutscher Miibürger Hr. Ka
spar Müller, einer der ältesten Arbeiter von
Wilh. Knabe'S Pianofabrik in seiner Woh
nung, Vir. 636, Wesl-Barrestraße, sein 6t>.
Wiegenfest, aus welchem Anlaß dem Ge
bnrlslazökiiide von Nah' uno Fern die herz
lichsten Gralnlalionen nebst einer Fnlle
prächliger Geschenke dargebracht wurden.
Bei Instrumeiiial- und Volal - Vorirägen
Seitens des Sohnes, Hrn. Müller, und
Anderer unterhielten sich die zahlreich er
schienenen Gäsie» denen ein feiner Imbiß
kredenz! wurde, einige Stunden in der fröh
lichsten Weise. Unter den Anwesenden befan
den sich Tirekioreu des „Süd-Pacastraßen-
BanvereinS" und Andere.
Ein Handlungsreisender gab seine Mei
nung in kurzen Worien, wie folgt: „Ge
stern hatte ich eine solche Erkältung, daß ich
kaum sprechen konnie. Ich nahm Dr. Bnll's
Husten-Syrup, und beute bin ich gesund,
wie ein Fisch im Wasser. Es kostete mich
nur 25 EeiitS."
Das „B ö h m e n - C o n z i l Nr. 638"
der „Amerikanischen Ehren-Le
g i on" hiell gestern Abend seine lahres-
Bersaninilung in der „Böhmen-Halle," Nr.
632, Nord-Broadway, in welcher solgende
Beamte erwablt wurde : Commandeur W.
I. Schiniet, Vice-Commanteur Jak. Hrbek,
Ex-Commandeur Franz Äadam, Sekretär
Joseph Refzeck, Collektenr Franz Lains,
Schatzmeister Hermann Weis, Kaplan Jak.
Riedel, Führer Joseph Zeleny, Wachen I.
Kadan und I. Dvorad und Fahnenträger
Anton Hrbek. Nach der Beamteiiwahl fand
das lahres-Bankeit statt.
Beschlüsse der Austern-Com
mission. Tie seit einigen Tagen in
Washington in Sitzung gewesene Austern-
Comiilttslon hat sich gestern sowohl über die
Wassergrenze zwischen Maryland und Vir--
giiiien, als auch über ein gemeinsames
Äusterngesetz, beireffend den Austernsaug im
Poioinac, geeinigt. Die HH. Thos. G.
Hayes von Maryland und Cardwell von
Virginien wurden beauftragt, Berichte für
die reip. SlaaislegiSlaluren ansznarbeilen,
worauf sich die Commission endgültig ver
tagte.
Parlor- und Speise-Waggon Dienst
ans vcmSonntags-Hiolgcn Zug
nach New-Uork.
Tie „Pennsylvaiiler - Eisenbahn - Gesell
schaft" macht hiermit bekannt, daß im Zu
sammenhang mit dem süperben und unver
gteichbaren Eijenbahndieiist, welcher zwi
schen Baltimore und New-Viork besteht, dem
R. und T.-Expreßzug, welcher Baltimore
(llnioii-Statioii) 8 Uhr 8 Min. früh verläßt,
Sonntags ein Parlor-Waggon angehängt
wird. Dieses gibt den Passagieren von Bal
timore einen srühen SonniagL-Zng nach
Philadelphia und View Uork mit Speise-
Waggon. Derselbe erreicht Philadelphia
um 10 Uhr 30 Minuten Vormittags und
New-lork um 12 Uhr 53 Minute» viach
miitags. (296)
InbedürftigeuV e r h ä l t n i s s e n.
—Tas Weihnachrssest mit seinen Freuden
steht vor der Thüre; alle Welt freut sich und
ist fröhlich. Doch trotz alledem gibt es noch
hier und dort Bedürftige, welche ans die
Hülfe ihrer Mitmenschen angewiesen sind.
Wer ein Scherflein übrig hat, sollte es der
Frau Marie Noweiler, Nr. 1939, Ost-
Bioblestraße, und Frau Louise Weber, vir.
1804» Ost-Biddlestraße, zukommen lassen.
Erstere ist alt und arbeitsunfähig u. Letztere
hat eine Schaar hungeriger, kleiner Gäste
zu befriedigen, ohne zu wissen, woher neh
men. Der „Correspondent" ist jeder Zeit
bereit, Gaben irgend welcher Art deu bedürf
tigen Familien zu übermitteln.
Tie Ursache vo» Rheumatismus.
Eine Säure, welche in saurer Milch und
Aepfelwein vorkommt uud Milchsäure (sei
-6»III t-rckieum) genannt wird, halten Aerzte
sür die Ursache von Rheumaiismus. Im
Bluie sich anhäusend, greift sie die Faser
gewebe in den Gelenken an und vernriachr
vciiiigeiide Schmerzen. Was hier nölhig,
ist ein Mittet zu: Neutralisirung der Säure
und derarlizen Kräfttgung von Nieren und
Leber, daß alle „Schlacken" abgeführt wer
den. Hood's Sassaparilla wird von Vielen,
die sie von RheuinalismuS befrei: har, herz
lich empfohlen. Sie besitzt gerade die ge
wünfchien Eigenschaften uud reinigt das
Blut so gründlich, daß rheumatische Anfälle
nicht wiederkehren. Wir rathen zu einem
Versuche von Hood's «assaparilla Allen»
welche mit Rheumatismus beHaftel sind.
' Die Fa ir der 14 hk.N o th h elfer-
Ge mein de in den Sch'llräumen an der
Mount-, nahe Pralt-Ltraße, schloß gestern
Abend nach zweiwöchiger Cauer mit einem
überaus gnustigen Resultate ab. Das finan
zielle Ergebniß scheint das Beste zu sein, wel
ches seit dem 19-jährigen Bestehen der Ge
meinde jemals erzielt wurde. Der hochw.
Pater Meinrad, der strebsame Reklor der
Gemeinde, wie der unermüdlich thälige Fest-
Präsident Christ. Rojendale mit den übrigen
Comite-Mitgliedern, können sich zu dem
großartigen Erfolge graiuliren.
Die ant Mittwoch begonnene Verloosnng
mit den werlhvolleren Gegenständen wurde
vorgestern fortgesetzt und gestern Abend ge
schlossen. Die drei schönsten Artikel gewan
nen: Marie Wittaner auf Nummer 399 den
elegannten Rilhesessel iu blauem Sammt
mit kunstvoller Gold- und Silberstickerei,
geschenkt von Hrn. H. Rosendale, jnn.; Hr.
Alb. Tolle auf Nr. 203 das hochfeine Mar
mor-Büffett mit reichen Verzierungen und
Spiegelaufjatz, geschenkt von Christ. Rosen
dale; Hr. Fnedr. Elenbrok auf Nummer
314 eine goldene Uhr im Werthe von HlOO,
geschenkt von Joseph F. Kranß.
Die Verloomng der anderen Artikel hatte
folgendes Resultat: eine Uhr auf Nummer
34, feidene Bettdecke Vir. 16, Lounge Vir.
45, Standuhr Vir. 8, Tonne Kohlen vir. 8,
Uhr Vir. 28, silberner Blumenhalier vir. 12,
zwei Puppen nebst Wiege Nr. 6, gestickte
Bettdecke Vir. 22, Kiste Wein Vir. 53, Faß
Mehl vir. 117, Tischdecke Nr. 129, goldenes
Uhrgehänge Nr. 45, Bild nebst Staffelei
Nr. 45, zwei Vasen Nr. 2, Kiste Wein Vir.
72, Fancy-Korb Nr. 22, Tnchmch Nr. 13,
Kiste Wein Nr. 51, silberner Eislühler Vir.
193, Diamaiitring Nr. 49, Beildecke Nr. 39
und Faß Mehl Nr. 17.
Ferner Sophalissen vir. 7, Paar Schuhe
Nr. 139, sechs Stühle vir. 61, Puppe Vir.
30, goldene Busennadel Vir. 35, goldene
Damenuhr Vir. 300, Faß Mehl Nr. 106,
gestickier Ofenschirm Nr. 40, Puppe Vir. 13,
Puppe Vir. 64, GlaSnucz vir. 48, goldciieS
Kreuz Nr. 64, „Teilet - Set" Vir. 17, Korb
Nr. 47 und Nr. >7.
Unter den gestrigen Besuchern befanden
sich die HH. H. Eckert» Ernst Bühner, Jof.
F. Kranß, loh. Wetzler, loh. Berger, Jak.
Nealman. Frl. Frankenberg u. A., G.
Boyd vou Washington, T. E. Soweit sich
gestern Abend das finanzielle Resultat der
Fair berechnen ließ, mag dasselbe die statt
liche Summe von nahezu 3000 Dollars er
geben haben, was der Opserwllligkeit und
dem Wchllhäiigkcitssinn der Gemelndeinit
glieder das glänzendste Zeugniß ausstellt.
Einen grauenvollen Tod
fand gestern Morgen 7 Übr ein italienischer
Arbeiter, der an der Nachtschicht bei den
Tiinnelarbeiten der „Belt-Lenie" in der
Howard-, nahe Franklin-Slraße, beschäfiigt
war. Er wurde aus dem 60 Fuß unter der
Erdoberfläche liegenden Tunnel durch einen
Fahrstuhl mir acht anderen Arbeitern zu
sammen nach oben gezogen. Ter Fahrstuhl
läuft in einem Schacht, welcher ringum den
Ersterem nur fünf Zoll Spielraum läizi.
Zwei Fuß ungefähr von der Oberfläche ent
fernt, ureckte der Mann seinen Kops aus dem
Fahrstuhl hinaus. Ein Aufschrei, uud der
Kopf des Unglücklichen war durch einen her
vorstehenden Ballen, welcher in der Wan
dung des Schachtes war, zermalmt. Ter
Mann konnte nichl identtfizirt werden. Er
trug die Arbeilernuinmer 1507, uud man
glaubte, daß es der lialieuer Louis Alberto
ans der Presidentstraße in. Er soll verhei
rathet lein. Coroner Davis hat die Leiche
ans der westlichen Polizeisialion untersucht
und Behufs Recogiiosziruilg zurück behal
ten. Im Lause des Nachmittags wurde die
Leiche recognoszirc als die des Stephans
Furlano, 26 Jahre alt, Vir. 504, President-
Siraße, wohnhast. Er war unverheiraihet.
Ein liiquest sand nicht statt, da, wie Coro
ner Davis sagre, der Tod rein zufällig ein
getreten war.
Leichenbegängnisse. —Gestern,
Vormittags 9 Uhr, wurde die irdische Hülle
der allgemein geachteten Frau Crescenlia
Berger, Gattin des in den weitesten Kreisen
wohlbekannten Branereibesitzers Bernhard
Berger, welche Montag, den 5. Dezember,
früh 2 Uhr, unerwariet einem Herzschlage
erlegen ist, von ihrer Wohnung Vir. 1422,
Belviderestraße, nahe der Grcenmount-Avc
nue, aus nach der kaihi-lischen St. Lakobus-
Kirche, Ecke AiSquith- und Eagerstr., über
geführt und vor dem Sanktuarium auf ei
nem mit brennenden Kerzen umstellten Ka
tafalk aufgebahrt. Außer den Hinterblie
benen und nächsten Äiiverwandleu hallen
sich zahlreiche Familien- und Geschäfts
freunde, sowie Gemeindemitglieder im Got
teshaus«: eingefunden nnd wohnien dem
feierlichen Requiem bei, welches Pater
Schmidt sür die Seelenruhe der Entschlafe
nen ce.ebrirle. Während desselben brachte
ber Knabenchor unter Orgelbegleilung von
Pros. M. Schäser eine Tranermesse zum
gen, und der Leichnam kirchlich aiisgesegnet
worden war, setzie sich der große Trauerzug
»ach dem „Allerhi. Erlöser - Friedhofe" an
der Belair-Road in Bewegung, wo die ir
dischen Ueberreste dem Schooße der Erde
übergeben wurdeu. Als Tribut der Achtung
und Verehrung für d>e Verewigte, wie als
sichtbares Zeichen der u. Theil
nahme sür die beuübie »vamil e schmückte
eine reiche Fülle kostbarer Blumenspendeii
den prächtigen Sarg. Frau Crescenlia
Berger erreichte ein Alter von 49 lahren
und hinterläßt ihren trauernden Gauen
Bernhard Berger nebst drei Söhnen und
zahlreichen Beianiilen und Freunden.
Vom Slerbehauje vir. 1714, Tivision-,
nahe der Wilsonsiraße, ans fand gestern
Viachmiltag 2 Uhr das Leichenbegängnis? der
Frau Soplne Kraatz, weiche am Mittwoch,
Leu 7. Dezember, durch den Tod von ihrem
langwierigen schweren Leiden erlöst wurde,
nach der „Gestern Cemeiery" statt, wo die
irdischen Ueberreste in das stille Grab ge
senkt wurden. Pastor H. C. Schlüter von
der reformirteil luliiianueis-Gemeiiide, Ecke
der und Lchröderstraße, hielt die
Leichenrede, während folgende Herren als
Bahriuchlräger fanginen: Rother, Plitt,
Dütsche, Klinge, MauSdörfer und Hart
man». Die Ciuschlafene stammte aus Holz
minden im Brau ijchiveig'ichen und erreichle
ein Alter von 54 lahren, von welchen sie
etwa 30 Jahre im hiesigen La. de zubrachte.
Fast ebenso lange lebre sie ni.t ihrem Gat
ten, dem detanmeii Schneidermeister Hein
rich Kraatz, im glücklichsten Ehebunde, wel
chem 9 Kinder entsprossen, von denen noch
drei Töchter am Leben sind, welche sämnil
lich verheirathet sind. Anßer diesen hinter
laßt sie noch drei Schwiegersöhne, zwei En
kel und die 85 jährige Mutier.
Die Beerdigung des Paters
John T. Gaitley, des Rektors der
katholischen St. Patr-cks - Kirche am Süd-
Broadway, welcher vorgestern Abend ans
dem Leben geschieden, findet am Montag
statt. Tie sterblichen Ueberreste des belieb
te» Seeliorgers wurden geiler» in dem vor
deren Zimmer des Rektorats aufgebahrt,
nnd fanden sich zahlreiche Mttglieoer der
Gemeinde im Laufe des Tages ein, einen
letzien Blick auf die Züge des Verblichenen
zu werfen. Kardinal Gibbons wird bei dem
feierlichen Hochamte, das Barer John P.
Hogan, der Reklor der Kirche unserer Frau
vom guten Raik, celebriren wird, wahr
scheinlich die Predigt halten. Bekanntlich
waren der Verstorbene und Kardinal Gib
bons eng befreundet.
Zum Besten armer Frauen hat
bekannllich ein Verein wohlthätiger Frauen
eine Anzahl Nähmaschinen in dem Hause
Vir. 215, Nord - Ealveristraße, aufgestellt,
weiche durch Elektriziiäl in Bewegung gesetzl
werden. Die Nähmaschinen dürfen nämlich
von Frauen venutzl werden, um Arbeiten
für sich und Andere herzustellen. Der Ber
ein, die „Electric Sewing Machine Comp.,"
beabsichtigt nun, noch eine Anzahl anderer
Nähmaschinen ausunlellen, und wird in einer
demnächst abzuhauenden Verianimlung de
finitiv darüber enlicheiden.
Bei der Wiederöffnung von
S ch l e g e l ' S „O r ch e st r i o n-H alle"
zeigte siai, wie beliebt das BergnüguugS-
Lokal ist» denn gar viele Besucker hatten sich
gestern und vorgestern eingefunden und
lauschren den Klängen des Riefen-Orche
strions, das seil dem Brande, der bedeuten
den Schaden in der Halle angerichlet halte,
wieder in ausgezeichnetem Zustande ist.
Tas Instrument hatte durch das Waner fehr
gelitten, und eine gründliche Reparaiur war
erforderlich, die der Orcheslrion-Fabrikant,
Hr. Emil Welte von Nem-V)ork, besorgte
und die an HlBOO gekostet hat. Abgesehen
davon, daß eine Anzahl neuer Stücke, n. a.
Ouvertüre zu „Orpheus," Potpourri aus
der Oper „Troubadour" und zwei solche aus
„Faust," für das Instrument beschafft wor
den, hat Hr. Schlegel durch den Maschini
sten Hru. L. Wagner einen elektrischen
Apparat ausstellen lassen, welcher zum Be
trieb des Werkes dient, indem dadurch das
Ausziehen beseiiigi worden und gleichzeitig
die Wliidkammern gehoben werden. Das
Instrument wird von jetzt an wieder all
abendlich spielen, und sicherlich werden viele
Deutsche sich veranlaßt sehen, einige Stun
den in der hübschen Halle zu verweilen.
D e r ,»S ch a n k- u n d A u f w ä r t e r-
Verei n" hielt gestern Abend in Hrn. C.
Neidhardl's Halle, Nr. 323, West-Prattstr.,
eine Versammlung, welche Seitens der
Mitglieder zahlreich beiuch: war. Den Vor
sitz führte der Präsident Ernst Post und das
Protokoll Hr. F. Benhold. Nach Vor
nahme der regelmäßigen Vereinsgejchäsle
wurden mehrere neue Mitglieder vorgeschla
gen und Vorbereitungen für eine demnächst
zu veranstaiteude Abend-Unterhaltung be
sprochen. Nach Schluß der Versammlung
fervirte der Herbergsvater den Mitgliedern
einen feinen Imbiß.
Schwacher Magen wird durch Beecham's
Pille» gestärkt. (292-6)
Europäische Kaket-Berichte.
Ter Prozcft Ahlwardt'S.
Berlin, 9. Dezember. In dem Fall
des Rektors Ahlwardt wurde heute vor dem
Eriniiiial-Gericht die Verhandlung forige
setzt, welche gestern wegen Krankheit des
Angeklagten vertagt werden mußle. Ahl
wardl war heule erschienen, nachdem gestern
bei ihm auf Veranlassung des StaatSau
walts eine Hausiuchung stattgefunden halte
in Bezug auf seine Krankheit. Es wurde
constalirt, daß Hr. Ahlivardt an einem hei
ligen Katarrh litt. Woher drei bei lbni ge
fundene Pulver und eine kleine Phiole
stainmlen, konnie er nicht angeben.
Es wurde heule ein Brief des früberen
Kultusministers, Hrn. von Goßler, verlc'en,
worin dieser die Beweise bringt, daß schon
seine Urgroßeltern Christen gewesen seien,
enigege» der Ahlwardt'schcn Behauptung,
von Goßler sei jüdischer Abstammung.
Das Plaidoyer des Staatsanwaltes dau
erte mehrere Siunden, und er beaniraiue
schließlich, gegen Reklor Ahlivardt wegen
Berleumdung der Firma Louis Löwe 18
Monate Gefängniß, da absolut nicht hätte
bewiesen werden können, daß jene Firma
unbrauchbare Gewehre hergestellt uud der
Regierung verkauft hätte.
Ahlivardt vertheidigte sich selbst. Cr be
hauptete, alle seine Ausstellungen bewiesen
und nur seine Schlüsse nicht erhärtet zu ha
ben. Er gab zu, sein Pamphlet uriprüng
lich für anlisemilische Zwecke geschrieben,
aber später die Behörden ersucht zu haben,
in der Sache Nachforschungen anzustellen.
Seine Absicht sei nicht gewesen, das Ber
trauen der Soldalen in ihre Waffen zu
schwächen, sondern das Kriegsminiilerinm
zu bewegen, unbrauchbare Gewehre ans der
Armee zu hallen. Ahlwardi wurde für schul
dig befunden uno zu fünf Monaien Gefäng
niß veruriheilt.
Ter „Hamburger Eorrespondent" sagt:
Es besteht in militärischen preisen stark die
Anschauung, daß keine Eewehrliesernngen
mehr an Privalperjonen vergeben werden
sollien. Alle Gewehre würden am Besten
von der Regierung hergestellt. Auch heißt
es, höhere Offiziere hätten in Folge der in
der Löwe'scheu Gewehrfabrik vorgekomme
nen Unregelmäßigletten, die von derselben
bezogenen Gewehre reiourriirt nnd durch
vom Staate hergestellte Waffen ersetzt wer
den sollten. Ein Antrag, Reklor Ahlwardt
wegen 'einer Zugehörigkeit znni Reichslage
vor der Haft zu reuen, Hai die nöihige Un
terstützung gefunden und wird im Reichstag,
unmittelbar nachdem seine Erwählung darin
angezeigt ist, gestelll werden.
Ter Vorsitzende Richter bemerkte in der
Urlheilsbegrüiidliiig, die Beschuldigung, daß
die Gewehre illegale Stempel trügen, habe
sich als unbegründet erwiesen. Tie Schieß
versuche mit Löwe's Gewehren hätten bril
laiiie Resuliale ergeben. Ahlwardt'S zahl
reiche Verdächiigungen von Privaiversonen
und dem BüchsenmacherZUrch seien gesetzlich
strafbar. Wenn folche Leute wie Ahlwardt
zu Hunderten existirten, könnte Niemand
wagen, auf der Srraße zu gehe». Tie
Eiiischuldiguiig, daß der Angeklagte im öf
fentlichen Interesse gehandelt habe, sei durch
Nichts gerechtfertigt.
israiilrclch's Ska»dal-?«ssairc.
Paris, 9. Dezember. Die Majori
tät in der Deputirtenkammer, welche gestern
dem neuen Rabiiiel ein VerlranenSvolnin
ertheilte, bestand ausschließlich aus Republi
kanern. Unler der Minorität besanden sich
die Boillangisteii und einige Mitglieder der
Rechten, während die äußerste Liule sich der
Abstimmung enthielt. „La Republigue
Franvaise" sagt, jede Möglichkeit eines Eon
slikteS fei jetzt abgewendet. „Dix Neuvieme
Siecle," „Radikal" und „Rappel" loben
alle die ministerielle Erklärung, welche der
öffentlichen Meinung entspreche und um das
Kabinet eine Majorität versammele.
Hr. Beanvaire, der Siaatsprolurator,
welcher der Aktion der Regierung in Bezug
auf die „Panama-Kanal-Comp." opponirre,
hat refignirt.
Das Boulevardblatt „Eocarde" bezeichnet
die Behauptung, daß die Direktoren der
Kanalgcjelljchast sich auf Koste» des franzö
sischen Volkes bereicheri haben, als eine un
geheuerliche Berleumdung. Die Wahrheit
sei, sagt das Blatt, daß die an der Spitze der
Gesellschaft stehenden Direktoren sür das
und Sohn hätte.i das Meiste nngebnßi,
Baron Eolter habe die Hülste seines Ver
mögens zugesetzt. Die wirklichen Schuldi
gen seien nichl unter den Direktoren, sondern
im Parlament zu suchen. Die Direktoren
bäiten von allem Ansang an mit den größten I
Schwierigkeiten zu lämpsen gehabt; geld
gierige Depiilirle hätten ihnen alle mög
lichen Hindernisse i>: den Weg gelegt, blos
um sie zu zwingen, zu unlauteren Mitteln,
d. h. zur Bestechung der Räuber im Frack zu
greifen. Das habe ich fori n»d fort wieder
holt. In dem vom Redakteur der „Eocar
de," M. Ducret, unierzeichneten Artikel
heißt cs: „Ihr fragt, ob ich weiß, wer den
Raub eingesackt Hai? Gewiß ivciß ich's.
Ich habe eine Menge Dokumente, mii denen
ich beweise» ka»n, was ich behaupie, und
wenn die nicht genügen sollten, so kann ich
mehr davon finden. Ich weiß, wo sie zn
holen sind. Meine Enthüllungen haben be
reits zu wirken begonnen: Baron Reinach
ist in mysteriöser Weije aus dem Lebe» ge
gangen. Jetzt habe ich die Beweise dafür
in Händen, daß in der Kammer 192 Abge
ordnete sitzen, deren Ehre auf dem Spiele
stand, wenn der Baron hätte fprechen
können.
Ein Mitglied des Panama-Untersuchungs-
Comite'S bemerkte heute dem Benreter der
«Associirten Presse" gegenüber: „„Wenn
man erwägt, daß wir im Tunkeln zn arbei
teil hallen, ohne Hülfe oder Mittheilungen
Seitens ber Regierung nnd den Gerichten,
haben wir mir der Enthüllung corrupler
Diuge genug geleistet. Wir müssen jetzt
scharf vorangehe» u»d vor Nichls oder Nie
mand halten. Wir solle» am 10. la»uar,
wenn die Affairen der „Panama-Kanal-Co."
vor Gericht kommen, unseren Bericht erstat
teil. Die richterlichen Behörden können die
Schuldigen, welche wir angeben werden, be
strafen. Tie der Republik wünschen den
Skandal so lange als möglich am Leben zu
erhalten, um die Wahlen für Mitglieder der
Kammer im nächsten Herbst zu beeinflussen.
Es ist möglich, daß die Sozialisten hierdurch
neue Sitze gewinnen.""
Es ist hier das Gerücht verbreitet, daß
Hr. Clemenceau in den Ska.idal verwickelt
ist. Hr. Herz soll die sür ihn bestimmlen
Wechsel gezogen haben. Tie drei Milglie
der des Comiie's, welche mit der Unier
suchung der Bücher der Firma Kohn 6c Rei
nach beauftragt waren, berichteten heute,
daß während der ersten Hälfte des Jahres
1888 Alton, der belannie Zwischeniräger,
bei mehreren Gelegenheiten auf das Couto
des Barons Reinach 1 Million Franken ge
zogen habe. Hr. Riboi, der Premiermi
nister, wohnte der heutigen Comite-Sitzung
bei. Er verfprach, im Einklang mit dem
Comite zu handeln und zu Helsen, das die
Affairen der „Panama-Kaiial-Comp." rück
sichtslos blosgelegt werden. Auch Hr.
Bourgeois, der lustizminister, war zugegen.
Er erkläne, die Regierung fei bereit, die auf
die Gesellschaft bezüglichen GerichlSproto
kolle dem Comite zu überliefern, wenn das
felbe darüber Stillschweigen bewahrte, um
dem Lauf des Gerichts keine Hindernisse in
den Weg zu legen.
R o m, 9. Dez. Die Gräfin Visconti
und ihr Kammermädchen wurden in der
Villa der Gräfin in Ferrara ermordet. Die
Gräfin wurde erdrosselt uno mit 18 Stich
wunden in der Brust, den Schultern und
dem Magen aufgefunden. Eine ihrer Brüste
war fast vom Körper getrennt. Auch ihre
Pulsadern waren aufgeschnitten. Das Kam
mermädchen war fast ganz in Stücke zerhackt.
Ihre Kehle war durchschnitten und ihr Kör
per lrug zahlreiche Wunden, von denen jede
einzelne lödilich war. Beide Frauen waren
vor ihrer Ermordung vergewaltigt worden
und lagen in einer großen Blutlache. Die
Morde wurden augenscheinlich am Ansang
des Abends begangen, aber erst am Sam
stags-Morgen entdeckt. Der Verdacht ruhte
auf einem Deutschen, Namens Schumann,
welcher Aussetzer einer Gerberei in der Stadt
war, mit dem Kammermädchen bereits frü
her ein intimes Verhältniß hatte uno infolge
Denen das HauS und die Gewohnheiien der
Gräfin genau kannte. Ein Steckbrief ward
gegen ihn erlassen und führte zu seiner Ver
haftung in einer hiesigen Kneipe. Er wider
setzte sich der Verhaftung und suchte eine
Börse aus einem der Fenster zu werfen.
Die Börse trug das Wappen der Gräfin,
in Silber und enthielt ihre Karte und meh
rere Hunden Franken in Nolen. In der
Polizeistation leugnete Schumann Anfangs,
legte aber bald darauf ein volles Gestand
niß ab.
Tpart 33 Prozent an Eurem tSeld!
Unter« Sorten gerösteten «assee's.
Unser bester gebrannter Jara 32 Cents
das Pfund.
Uiyer bester gebrannter Laguayra 28 Cts.
das Pfund.
Unser bester gebrannter Golden Rio 26
Cents das Pfund.
Guter starker Rio 22 und 24 Cts. das Pfd.
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Unsere beste» grünen uns schwarzen Thee
sorieu 70 Cents das Pfund.
Ein gliier starker grüner und schwarzer
Thee für 20 und 30 CentS das Pfund.
Nr. 615, Ost B a tti m ore-, und
Nr. 425, Lexingloustraße.
<okt22-Dezlv,Sa)
Aus
va»r»s vcr conservativcn !va>tci. A»s
nabmc v».il Zchun.oll u»v VimetaUitmn»
>» »as Programm drrselbc». «Uerlci.
dv lbe l'ress" 1892.)
L o u d o n, S. Dezember. Briese von
den englischen Delegaten zur Münz-Eonfe
rcuz zeigen an, daß dieselben nächste
nach England zurückkehren werden. Diesel
ben werden nicht opponiren, falls die anic
rikaililcheu Telegaien in Hinsicht auf eine
längere Vertagung irgend welche Vorschläge
machen. Ter Vertreter der „Associirien
Presse" ist ermächligl, zu co»slat'>ren, daß die
Delegaten Sir C. River« Wilson und Sir
C. Fremantle keinen Wiederzuiammentritt
der Eonserenz nach deren Vertagung erwir
ren, und daß Vr. Bertram sich wei
gern wird, nach Brüssel zurückzukehren.
lndessen hat Baron Herichell's indisches
Coniite, welches bis zum Ende der Brüsse
ler Conferenz sich vertagt hatte, seine
Sitzungen wieder aufgenommen und nimmt
die Aussagen vou Experten entgegen.
Die Mitglieder des Conilte'S scheinen stark
für Einführung der Goldprägung in Indien
und Aufhören der Silberfreiprügung einge
nommen zu lein. Was hanpisächUch einen
frühzeitigen Beschluß in dieser Richtung ver
zögert, ist die Ungewißheit über die Allion
der amerikanischen Regierung, da das Risiko
einer Lahmlegung des engliich - indischen
Handels unier einem Widerruse der Sver
man'ichen Silberanlaufsakie um'S Zehn
fache vermehrt würde.
Das Comite hat begründete Ursache, die
Entwickelungen in den Ver. Staaten abzu
warien. Hr. Cucrie gehört zu der Miuori
täl, welche geneigt ist, Alles durch eine
prompie Erklärung zu Gunsten von Geld zu
wagen.
Vertreter der „Associirlen Presse" hat
Grund, zu csnstauren, daß neben den Pro
lesten der anglo-indischen Bankiers hervor
ragende Experten und Monomeiallisten dem
Comite gerathen haben, eine solch' radikale
Aenderung im indischen Eonranr nicht vor
zunehmen. Tie indische Regierung würde
vorziehen, daß das Eomile dem Parlament
einen Bericht unterbreite, welcher einer Em
pfehlung, das bestehende System unberührt
zu lassen, gleich käme.
Aus die Antrage des indischen „Conrant-
Vereius." ob im Falle eines Fehlschlages
der Brüsseler Münz-Eonferenz Maßregeln
zilm Schutz des Courant« nölhig wären, er
klärte die indische Regierung heute, daß sie
sich über diesen Gegenstand Nicht auslassen
wollte; serl er crklärle die Regierung, daß
sie dem indischen Siaaissetreiär nicht an
empfehle , den Verkauf von Baiilnoien
unter der jetzigen Rate einzustellen, wie cs
jener Verein wünschte. Die Regierung
wünscht indessen, völlig freie Hand zu beha!-
len.
Ter JahreS-Caukus der Conseivaiiven
wird am Monrag in Sheffield eröffnet, und
über 1000 Delegaten werden dazu erwartet.
Tie Parieileiler, welche dem Wunsche einer
Plattform mir opponir
ieii, niußien dem iisder Partei Mit Ueber
macht sich gellend machenden Verlangen
darnach weichen. Obwohl sie im Herzen
Schuyzöllner sind, rechnen sie doch mit der
Thailache, daß ein solches Eintreten für
Schutzzoll einen allgemeinen Wahlsieg der
Liberalen bedeutend erleichtern düifie.
Ter Ackerbau-Congreß mit seinen Erklä
rungen fnr Schutzzoll beseitigte den letzten
Widerstand gegen denselben in der Partei,
uno einer der dem CauluS vorzulegenden
Beschlüsse wird dahin lauieii, daß Freihan
del gegen die besten Interessen der arbeiien»
den Bevölkerung Großvrltannicn'S ist. Die
Schnelligkeit, mit welcher jchutzzöllnerische
Idee'n ausgetreten sind, ist das großie poli
tische Ereigniß des Tages. Hr. Arthur I.
Balfour wird die Delegaten am Tiennage
anreden und voraussichilich die
Tendenzen herabstunmen, aber die Crllä
rungcn zu Gunsten von Bimelalllsmus er
neuern.
Dem Kabir.et ging heute eine amendirte
Fassung der „Homc-Rule-"Bill zu.
Es heißt, die iiöiiiglii ermächtige Lady
Blandford, die erste Gemahlin des Herzogs
von Marlborongh, den Tilel einer Herzogin
von Marlborongh zu führe», wodurch in
dessen das Recht der zweiten Gattin nicht
beeinträchligt werden kann.
Für den verarmten Sohn des Componi
sien Balfe, der in einem Armenhauje Zu
flucht suchte, werden hier Privaiiubitriptio
nen eröffnet.
Hr. Wilhelm Waldorf - Astor ist ein häu
figer Besucher des „Britischen Museums,"
wo er angeblich Stoff sür einen historischen
Roman sammelt.
Brüssel, v. Dez. >e Anhänger des !
BimcralllSmus auf der Münzconferen; dis
kuiiren die Frage, ob sie sich vereinigen sol
len oder iiichl, um eine Tenkschrift über die
von Großbritannien einem Forllchritt der
Conferenz in den Weg ge.eglen Hindernisse
aufzusetzen. Weuii die Coiiferen; nach einer
längeren Vertagung wieder zusammenirelen
sollte, wird der Protest als hinreichend be
trachlet, um die britische Regierung zu einer
Darlegung ihrer r'lbsichlen zu bringen. Wie
es scheint, wurden die jetzigen briliichen De
legalen nur gesandt, nm die Erreichung ir
gend eines Beschlusses zu hintertreiben; die
selben kümmern sich weder um Prinzipien
dell anicheinend als individueller Telegal
inil Ausnahme von Sir Wilson und dem
Münzdirekior Fremantle, von denen
Letzterer leine Siellung dazu benutzt, nm
jede Beraiitworllichleil für die Noih?child'-
fchen Borschläge zurückzuweisen. Die HH.
Berlram Currie und Sir Win. Houldsworih
habe» keiiie Idee >m Bewnderen und starke
gegenjeiilge Berachtnng ihrer beiderseitigen
Ansichten im AUgemeinen. Tie indischen
Delegaten haben leine osfizielle Anweisung
für den Weg, den sie auf der Conferenz neh
men fallen. Cs liegt klar am Tage, daß die
britische Regierung absichtlich vermied, ihren
Telegate» in irgend etwas Instruktionen zu
geben. Dies hindert die Conferenz natür
lich, zu irgend einer allgemeinen oder fpe
zielten Lösung der Silberfrage zu kommen.
Man erwartet, daß Jones am
Dienstag in der Conferenz die Diskussion
über internationalen BimelalllSiuuö Mit ei
uer wichtigen Erklärung zum Abschluß brin
gen wird. Tie Sitzung am Dienstag wird
einer Zusammenfassung der Resultate der
Conferen; gewidmet sein. In den letzten
Tagen wurde vielsach bedauert, daß die
Roihschild'lcheu Pläne völlig zurückgezogen
wurden, da sie der allgemeinen Annahme
zufolge die Basis eines temporären Ueber
einkommens geb ldet hätten, falls in Bezug
auf den von den Amerikanern für am Wich,
tigslen angesehenen Punkl, Festsetzung des
SilberankanfspreifeS, ein Abkommen erzielt
worden wäre.
Tie Conferenz würde dann vertagt wer
den, bis die Telegaien den Plan ihren Re
gierungen unierbreilet haben ivürden. Heute
ist das Gerücht verbreitet, daß mehrere De
legaten neue Instruktionen erhalten haben,
dahingehend, einen li><»4»s viveniu zuStande
zu bringen. Hr. Beernaert» der belgische
Premierminister, dementirt das Gerücht,
daß er einen Fehlschlag der Conferenz pro
phezeit habe.
Tic Noth viitcr den Baumwollspinnern tn
London, 9. Tezember. Seit dem
Beginn de« großen Lockonts in den Bauin
woll-Fabriken ist bereits ein Monat ver
strichen, und die Situation ist heute noch
nicht näher zu einem Ende gekommen, als
sie am Anfang war. Das einzige Befriedi
gende an der Sache ist die völlige Ordnung,
welche in den Spinnerei-Tistriklen aufrecht
erhallen wird. Die Mitglieder, welche zu
der Veriliiigung von Svinnern gehören, er
hallen ihre regelmäßige wöchentliche Strike-
Unlerstützung, und es herrscht wenig Ent
behrung. Tie Finanz-Verhältnisse des Ver
eins sind, da der Sinke schon lange in Aus
sicht war, gut. Die Lage der 40,000 auSge
jchloffenen „Nicht-llnion-"Arbeite: ist indes
sen bedanernswerih. Dieselben haben keine
Unterstützung, uud Tausende von ihnen,
Männer, Frauen und Kinder, feheu dem
Winter mit Grausen entgegen, da sie fchon
jetzt dem Hunger und der Noth ausgesetzt
sind. In Oldham wurde gestern ein Poli
zeirichter um dreihundert Haftbefehle gegen
Arbeiter, die mit Raten-Aozahluiigeii im
Rückstände waren, ersucht. Ter Beamte
schlug das Gesuch ab und rieth dem Maun,
wieder zu kommen, wenn der Strike beendet
sei.
Allerlei au» Teulsckilan».
Berlin, 9. Tezember.-Aus Leipzig
wird der Tod des Philosophen Rudolph
Seydel, außerordenllichen Prosessors an der
borkigen Universität gemeldet. Professor
Seydel war am 27. Mai 1835 geboren.
Graf Caprivi sprach gelegentlich der
gestern Abend von ihm gegebenen parla
mentarischen Soiree seine hohe Freude über
die von der amerikanischen Regierung ge
planten EilijchränkungS - Maßregeln gegen
die Einwanderung aus. „Wir brauchen
unsere ländlichen Arbeiter bis auf deu letzten
Mann im eigenen LPide, und zwar hoch
iiölhig," meiine der Reichskanzler. Daraus
geht der wahre Grund der denischen Vorlage
gegen die Auswanderung hervor. Es sollen
den Junkern die billigen Arbeiter festgehal
ten werden. Mit Ausnahme der Sozial-
Demokraien wareu sämmtliche Fraktionen
des Neichstages stark vertreten. Gras Eaprivi
fpielte aui's Glücklichste den liebenswürdigen
Wirth uno erwies sich besonders zuvorkom
mend gegen die Vertreter der hauptstädtischen
und auswärtigen Presse.
William Waloors Astor, derzeit in Lon
bei Heidelberg 5000 Mark, um sich sür das
M n il Ii e r-
Anziigr uns Nclicrzichcr
Tic dicswöchige Offerte umfaßt etwa
2700 auserlesene und modisch-passende
Anzüge und Ucbcrzicher, die regelmäßig
zn Hl6,Kl7,und verkauft wor»
den, sind jetzt herabgesetzt auf
A-1.75!
Einziger für diese ricsigePrciS
erniedrigung: wir haben zu vicle davon.
Nur die Preise leiden unier dieser noch
nie dagewesenen Herabsetzung; keine alle
Ladenhüter, sondern nur nette und neue
Gewänder, dem K 2- und KÄ»-Artikcl
ausschließlicher eben
bürtig. Unsere KlO- und 512-Neiheil
von Anzügen und Ucberzicheru sind
enorm. Da wir Fabrikanten sind,
sparen Sie selbst noch zu diesen Preisen
§2 bis Klj bei jedem Anzug oder Ueber
zichcr. Nehmen Sie sie in Augenschein!
Wir überreden Niemanden zum Kausen!
Oehm's Acmc-Hall,
Rr. und 7, Ui.-MtlMlirc Atraßt.
»»»er:
Ur. 6 und 8. Süd Charles s'lraßc.
ihm geschickte Gruppenbild der Feuerwehr,
ausgenommen vor dein GebnrtSkauje seines
Urgroßvaters Johann Jakob Astor, zu re
vanchiren.
In einer an die hiesige «National-
Zeitung" gerichrelen Zuschrift, die allgeineine
Auimerlsainlcit erregt, bemenlirl Henry Bil
lard ganz energisch die von dein gedachten
Blatte ausgestellte Behauptung, zwische'
Grcver Cleveland und Tammany fei vor
der Wahl ein Abkommen geiroffen worden,
nach welchem Clevelandsich verpflichtet habe,
den Tammanyiten für die Unierslützuiig sei
ner Candidainr gewisse Aeinier zu überlas
sen. Cleveland habe im Gegentheil die Zu
mutbung, irgend welche Belohnungen iiir
die Unterstützung seiner Candidaiur zu ver
sprechen, ans das Schäi fste zurückgewiesen.
Ilebrigens verdaute Cleveland 'eine Erwäh
lung znni Präsidenien der Ber. Siaaien in
erster Linie deu Teutschen der Staaten New-
Vjork, View-Jersey, Wisconsin, Illinois und
Indiana.
Etwas Neues im Fnßgänger-Spcrt ist
soeben vom Sieglitzer Turnverein ausge
bracht worden. Der neue Sport ist eine so
genannte „Bierreise" zwischen Berlin und
Wien, wobei sich die Theilnehnier verpflicht
teu, den Weg zu Fuße zu machen und bei
jedem Wirthshaus, Hoiel oder Restaurant
Holt zu mamcn und wenigstens ein O.uart
Bier zu irinlen, wofüiisie ein Konjum-Cerli
filai ausweisen müssen. Derjenige, welcher
die meisten Krüge Bier geleert hat und in
kürzester Zeit und nüchtern Wien erreicht,
soll zum Sieger erklärt werden.
Im Reichstag interpellirte heule dei
Confervaiive Gras Mirbach, uulerstützl von
Mitgliedern seiner Partei, die Regierung,
indem er wissen wollte, ob die Regiernne
die Haltung ihrer Telegaten aus der Münz'
Conferenz villigte, da diese die nahezu eiu
müthigen Ansireugungen der anderen Dele
galen zur Hebung deö Silberpreises nicht
unierslützlen.
Trete» den Rückzug an.
Tanger, 9. Dezemver. Die neue
englische Mission wird morgen von Fez ab
gehen und die englischen Einwohner nnv die
Angehörigen anderer sremder Mächte iu
Marolto sind sehr erfreut darüber. Tie vor
einigen Monaten abaesendete erste Mission
erreichte ihr Ziel nicht und mußte unver
richteter Sache nach der Küste zurückkehren.
Tie Maureu haben sich von jeher sehr feind
selig gegen diese christlichen Missionen ver
hallen und inbllirten darüber, als die letzte
Mission sich als Fehlschlug erwies. Tie
Gouverneure der maurischen Siadte sind
streng angewiesen worden, ein scharfes Äuge
auf alle im Lande reisende» Engländer ;>l
hallen und die Bewegungen derselben sorg
sam zu überwachen.
Lokalberichte aus Washington.
Ableben.—lm Alter von 55 Jahren
ist rorgestern Morgen Frau Rebecka Alexan
der, Gattin von Win. Alexander, in ihrer
Wohnung Nr. 52, L-Straße, gestorben, von
wo aus heute Nachmittag 2 Uhr die Beerdi
gung stattfindet.
Durch Gas erst i ck t.—Gestern Mor
gen gegen I Uhr sprachen in „Holmes' Ho
tel," Nr. 333, Virginia-Avenue, Südwest,
ein Neger und eine Negerin vor, welche sich
als Hr. und Frau Sledge registrirten. Sie
gaben Auftrag, sie um 6 Uhrzu wecken. Ais
selbe und sand das Zimmer mit Gas ange
süUl und das Paar im Bette liegen. Die
Frau war iodt, während der Neger nur be>
wußttos war. Erstere wurde waler a>S di«
lk Jahre alte in Nr. 151 S, 4. Str., Nord- i
we>t, wohnende Genrude Hunter ideuib
fizirt. Wer der Neger ist, der gestern Abeni
noch nicht zum Bewußtsein zurückgekehrt
war und wahrscheinlich sterben wird, ist un
bekannt. Ebenso weiß Niemand anzugeben»
ob ein Selbstmord vorliegt oder nicht.
Am hellen Tage ausgeraubt
haben vorgestern die Wohnung von I. E.
McCabe Nr. 22, 3. Straße, N.0., während
der Abwesenheit der Familie drei Einbrecher.
Die Kerle versnhren dabei inil einer Frech
heit und Unversrorenheit, daß die Nachbarn,
welche Zeugen gewesen, und vielleicht hätten
einschreiten können, sich nicht dazu veranlaßt
sahen. Die drei Männer hauen eine Zeit
lang vor dem Garlengilter vor dem Hause
gestanden, worauf einer zur HauSthüre
ging, die Schelle meh.re Male zog, und als
nicht geöffnet wurde, das Parior Fenster
öffnete und durch dasselbe in'« Haus ging.
Die beide» Andern, welche einige Hunderl
Schritte voni Hanie sich entfernt hatten,
lehrten sodann zurück, fchellteu und wurden
natürlich eingelassen.
Kurz nachher kam die jüngste Tochter Mc-
Cabe's von der Schule nach Hause, und da
sie die Thüre offen fand, begab sie sich
hinein, warf ihre Bücher auf einen Tisch in
ciliem Zimmer im uniereu Theile des Hauses
und begab sich auf die Straße zurück. Al«
kurz darauf die ältere Schwester kam und
Beide iu'« Hau« gehen wollten, fanden sie,
daß ein Stuhl von Innen gegen die Thüre
gestellt war. Da ihnen Dies verdächtig er
schien, alarmirten sie die Nachbarn, welche
jedoch zu fpät kamen, um die Einbrecher zu
erwiichen, da d>e',e, wie sie hören konnten»
durch die Hofthüre entflohen. Eine Durch
inchung des Hauses ergab, daß die Spitz
buben in allen Zlinmeril gewesen, da der
Boden derselben mit dem Inhalte der
Schränke, Koffer n. f. w. thatsächlich bestreut
war. Selbst die Betten waren auseinander
gerissen, doch erbeuteten die Diebe nur einen
Goldjchmuck im Werthe von H2O.
Bon einem Polizisten ge
schossen. Seil einiger Zeit hallen die
Anwohner von 11., IS., I- und K Slraße»
N.-W., darüber Klage bei der Polizei ge
führt, daß die Milchkannen Morgens vor
den Tdüren weg gestohlen worden seien.
Die Polizisten Oriani und Harrison, welche
ihre Uniform mit Eivilkleioung vertauschten»
um die Angelegenheit zu untersuchen, be
merkten nun gestern Morgen u, der Gegend
einen Neger, der ihren Verdacht erregte.
Als die Polizisten ihn anhielten, lief er da
von, was die Polizisten veranlaszle, nach dem
Neger zu schießen. Derselbe lief noch eine
Strecke, fiel aber dann zu Boden. Man
brachte ihn in das „Emergency-Hospital,"
wo sich heransstellle, daß die Kugel in den
Rücken gedrungen war und fast den ganze»
Körper durchbohrte.
Der Fä tf ch u^n g b e f ch uld ig t, wur
nach Washington gebracht uud vom Richter
MeEomas dem Prozeßverfahren überwie
jen. Schumann soll im Okiober mit einem
Wechsel über ?55, den er gefälscht hatte,
Lewis Hossenmeier haben bezahlen wollen.
Patapseo Mehl.
1774 18ÜZ
tt«. Weihnachten.
Patapsco-Mahl Mühlen,
R und c.,
mahlen den allerbesten Maryländer und
Birginier Waizen uno die beste Waizensorie
aus jedem harienWaizeu erzeugenden Staate
der Union.
Patapsco-Superlativ-Patent
ist Vollkommenheit in Mehl und leitet alle
anderen Sorten; ist unerreicht als ein 'Lieht
für Brod, BiSguiis und Pastete».
Verlangen Sie von Ihrem Grocer
Patapsco-Superlativ-Palen:,
PatapSco-Fami l i e n - P a t e n l,
Orange.Grone Extra,
Baldwin-Familien-Mehl.
C. A. GamdrillMfg. Comp.
Eigeiithümerili. ,
Bureau: Nr. 214. Commercestraße,
(T cj? ZanV.MiKr s «Mol

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