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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, May 13, 1893, Image 5

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Drrlangt-Nnzeigcn
rftSdunq der inrü>e„qqedl,r w
eu>-,er nv enqliiMer Svra-
nnd Mädchen.
Pacnslr>>slc. >114)
ttlll^^ liirlitllchc Hausmädchen für kine
West-Vcringtonftrave <ll4>
'ine Köchin erster Älasic sin ein
ü Zoniincr-Vienori: eine, t^?Tculich
'"<ll3 Arundcl
ein gute? deullche lir.iucn^iinme^,
(drei erii'cichse?? Personen). Nnchiüsragen lei H.
Hcilnkr. Z4, Sud-Hiqllstrake. <114)
ein ordentliches M.'.dchcn s-ir
. HciuSiirl kein oder
BUqeln. Siachzusrciqcn in Nr. I?US. McvxUov-
S,raste. <ll4
meine HauScirdeil kein Waschen.
Ni>ch,lraqen in Ztr. 7lü, Lii-!vrcsto-Zlrahe.
<ll3 4)
"n slcibifteS Mädchen! gute ' ei
maln: seine Lonntaq?nrd:>t.
in Zir. Lliit, Nord-Sowarvstrastc.
<ljl 4>
. vier Trinen sür Schnelderar-
bcit. Nachzusragen im ..New-
Dort Clothinq-House," Nr. tu uns t-t, Lil-
Valtiviorrftrosi. <ll
Verlangt nach?lnacostia. ?. <5. :
Monrocstrane.
Maschincniiiädchen und Handar
deilerinneu für:<iöcke, ek^nso^i'ta-
Llroule, Paca- und Baltimorcstravc, S. Stock.
(112 -t,
eine Köchin und ein HauSmäd-
chen: kein Waschen oder Bügeln:
guter Kolin. Nachzufragen nach 1- Uhr in Zir.
LSStt,
beste Behandlung und guter Kol'N zugesichert er
sraqen bei Geo. Zir. V 7 uv 70i>, Lit-
Pratlftrafte. 1
ardeit!ameS Mädchen fiirall-
gemeine.Hausarbeit,
Ncrlanstt.-Männer nnv,>lnaven.
. ein s-Ibslsiändig-r Wagner. Nach-
zutragen IN
2"uitige ?lrbciter bei der Woche.
Nachzutragen Montag im MeUen-
Junge, der das Deischi'chneiden
,„nd Gro.ers-Geschäll versiebt.
Einer, der Teutsch und Englisch spricht, wird vorgezo
gen. Zojorl zu erjragin in Nr.l Itt l, Lsl-Pre,lo„-
Sraszc. (114 S)
. Anal en in einer Ligarrinttstcn
. Fabril. Nachzu,ragen in Nr.4>4
uv 41k, Ltl,-sowaniraszc.
zwei Schuhmacher, um im iiaden
>u arbeiten. Nachzutragen bei <z.
L Stauch, Nr. ZA, Pcact,trabe- 4>
.cin Varbiergehülfe zum AiiShel-
Aitlltlllffl . am Samstage, sowie ein
Junge, um das Geschäft zu erlernen. Nachzutragen
in Sir. 1524, N- d <>a,iiiasie. 4,
. upicrichmiedc erster lasse von
!9ö?ttinut Lv. ül. Vase od !vus
,alo. N. ?).
> ~,t . eine Junge von 15 bis 1U Zay
. ixn, zu Hielten,
fragen in Nr. U2s. vusionitrah, Eauto.
<IÜS)
iwei Äl.öbelschr-irer. Näch.ziisia-
gen bei
Portlaiidsir.
Kerlanflt im Mflemelnen.
. INU Männer und Frauenzimmer,
. um aui'S vand zu gehen und Erd
beeren, Brombeeren, Erbsen und Bohnen zu pflücken.
>u meiden in Nr.'. >4, Suv-!va>>io,trake.^unter
ein Brod-Bäcker als zweite oder
dritte oand. Nachzutragen IN Nr.
tSOI, Baltimore-, Ecke der Strlcker-j-lraüc.
<114) ——
ein gut mödlirieS .Limmer in der
Nähe von Krederick-Noas und
Ävenue. Offerten unter „>t>. !v " an dic Exvcslnou
dieses vlattcs.
.v, Eine >srau mit einem Kinde sucht
bis 2 Limmer bet einer deut,chen
Emilie. Offerten unter Ehiffre „V. H." an die r
peditiou Vieie Blalie. <tl^-i
von einer älteren deutschen Tame die
UUI- iinmöblirte Limmer bei einer deutschen
Familie. Offerten unter Sylfjre,.R. T. ." an dl
expeditivu diese ivlatte.
. ein tranSportirbarer Backofen in
. gutem Man adre,!>re
unter .B an die Expedition vieseS Vtattes.
<11(1-1.4,
<?>><>,tl-dco iilrveiis - NaHweisu,, - Vürca,
2l, Siid-Sharpstraße, unter der Auiiicht der
.TeutschenGesellschaft."- Tliieiiiqen, welche deut,che
Handwerler, Arbeiter und Tlcnflboten zu deichatiigen
wünschen, wollen sich persönlich oder in srantirteu
brieten an den Agenten der Gefell,chatt, Zohan,, 4.
Mcncr, Älr. 21i), Süo-Lharpslraxe, wenden, welcher
unentgeltlich Auskunft ertheilen wiro. <^an^ti,l^
N o t i z.
>a Arbeit - Nachweis - "<"' ku'
-i.SchiSer befindet ,ch in Nr. 17. We>-
Sa-ttettral,c. —,l>tk^
Stellen-Gesnchc.
Eine erfahrene KrankenwZrte
>teuegeiuty."nn ~,1 B-Mm-iung.
erfragen in Nr. 110. Woosnearitrasze. <ll4-S)
Ein guter Brodqäcker sucht
!^ieueHeiuui.-Alben als zweite Han.
erfragen in Nr. l li. t.'>gl,'f>rasic. <114,^
An;eiflen.-Zn vermiet!,en.
'S.. 2' und I-stöckize Häuser
Ver!ü!ö?ve! , für k? bis k per Mo
nat. Ztachiluiragea bei Z. Clocker, Nr. >644, Lft-
Kort-Avcnuc. t^l^>
Anzciflcil.-Zn verkamen^
Eine gute Sclegcnheit für einen
Sckttnicd oder LSagner.
Ein seit langen Jahren bestehendes Schiiiiedegeschäst
im Allgemeinen ist wegen Alters und Krankheit unter
annehmbaren Bedingungen zu übernehmen. >jucrsra
gen in der „Harugari-HaUe," Nr. 1U1!i, Lst-Balti
orestrafte. <ll3 S)
'S.. ...t; Rasen, gute Manzrncrdk.
lZand, Gcuiüue und durch
siebte Erde im „Tchye-Part. - Belair-Ave. Auch
ist der Park sür licnicS offen, hcbruver > Uiaee.
Belair-Avenue. (110,2,4,5-i,io^,ir,>r-31)
Au versmusen: mor^äßs^^-is^-
K!ZS: SU baar, der Nest 57 pro Monat; breite
Straße nahe dem südwestlichen Park. Nachzufragen
in Nr. S 7, Parlinjlrafze. (Maw.lMN
>r>.. das alte und wohlbekannte
VerÜttUl^n Spielwaaren- 11.
Musikalien-Geschäft Nr. KOS, Süd-Broadway, sammt
Einrichlung und Kundschaft zu annehmbarem Preise.
Näheres in Nr. stt, us-ÄroaSwaq.
<IIU.-',4.ti,,U0)
billige.iiuser
in einem aufbiimendcn und schönen Stadttbeile,
Strakc"'"
' Ein guics Scinl für SZO<
am Telnia-Placc, nahe Fulton-Aveneu und
Laratogastraße. Wir haben Häuser, die ZSSO -- -
kostet, für Z 350 verkauft. Wir Hades noch 2 unver
kaufte, die wir zu je !3VO ablassen 2<i baar und t 3
die Woche. Häuser in gutem Zustande. Nachzufragen
bilvirahain So.. Sir. SLS. Sl Paul Nr.
Au verfmufen: run^'.^n"nn-^
mit grundzjnSfrei,
Stadt'Hhpothckcn zu S bis L Prozent
Einige gut gesicherte Land-Hypotheken zu K Prozent.
<!-1-1
Blciven Tie nicht zurück!
Wir thuen es auch nicht! Es ist stets unser Bestre
ikn niemals zurück u bleiben. Wir verlangen nicht
nur die Miethe, sondern wir he auch
TKos. eö- ?. Vett Komp.,
"Architekt."
W.< 5. De Muth,
Architekt,
Nr. Ilv,
Voranschläge aus Bauten aller Än werde geliefert,
aildheimstättcn eine Spezialität.
' Z. M. -5. Haines,
r. 221, St Paulstr..
ESr lldeinetttt u,ns - Makler.
Grunde, qenthum. Grundzinjen c. gekausi, verkauft
x i>d Ulligetauscht. <3 anlt,l Zj
Iu verkaufen:
bauS c Säge- und Mahlmühle; muß verkaust wer
e. um einen Nachlaß adzuwickeln. Nähere de,
Jame K- ivanaoo, Str. t tt. . <vul-ras,e.
<oU2l>-)
?ln;ei?en.-Zu verkaufen.
"!">'di lÄcv Di,, sl"cu.' "ir'' N^ Qsl-
Utl^er
-
Platze, W>llc-tt>tue und Emallwoovftrakr.
(Apl2B,4Vtte)
Man eilundtge sich bei der ?)alc b?nd >d Zm-
Vrovemcul-tio.' Nr. 12t>, Equituble-Biiii
dia (Aprl26-)
'S, pra<vol!en3-stittqcn
.^äuse^andci
ödcr bei James W. ütmos, Etzen
ihumer und Baumetsler, Nr. li)Ä2, vkvmondio
vcnuc, qctrosfen werden. (Apr6.2M>
L>o,c>t-S<i>>Nvaaicr >i Bovciil'rleg zu ver
(Zuni2-)
Henry S. King Söhne,
Zfdr>rntn, Nr. ttii SbarP - Strohe
<IOS-)
?ler;te nnd?ldvokaten.
Tr. Io!,n (s. HemmcLcr,
deutscher Ä r ; t.
hil seine !7lslcc >ia-v ir l 7.".4, Liudeii-Rvenu,
Srreltsninden B—>,ll Morgens. 3 Übr Nach
müians und 6-8 Übr Ävend?. (Fcl>rl3,d!ll>k'
Dr. M. Wiener,
homöopathischer Arzt,
Nr. ?SS. nahe ivine-Stratz.
S iS S UHr und Ädend oa 7
(1 >
Otto zsunckkl.
I.A^VAIiBITR>TION,
Nr. Stt, Nor-valvrt-?rsz.
Srezielle Svrechstunden jeden Tonnerstaz Abend
von 7 bis ?> Ukr. (FedrlS-)
Zeorge Lavage,
Rechtsanwalt,
Et7II,I>IN(Z. '!?r>nn>o"nZ,ra>l
' Pjandleih-Anzeige.
->selc>! Geld!
Ä Ä VE
<Fewpt 6 Satabes,
consolidirte Darlehen-Co.,
Nr. Sk7, es Baltimore,
elablirt 1^25,
machen aus Kaufmann?-Waaren und Werthsack rn jeder
Art liderale Borschüfje. .
Alle
Oeld ausznteiyen
beliebigen Beträgen
Benjamin Bomp.'s.
Darlehen- n. B a n k-C o m t o i?
iU' :
420 dts 424, Z^st.^avette
l-^ovl.l^))
WeN.Snd.Leiv.Büreau.
Str. GOV. est-valtiinsre-. twücken Pearl und
Ptn-sira-.
kv-n ers-Itl- Sacken -rw-tt
zum Verlauf.
Monumental
Dampf-Trppich - Arinigungs Comp.
zltr. ine, P a r k Ä v e n u e.
Teppiche werden abgenommen, gereinigt
und wieder gelegt, geändert oder neu ange
paßt. lufbewahrt oder zur Aufbewahrung
daheim gepackt.
TNomasA aylor. Eigeulhüme-.
Alt neu. <
Die alle Zabnfüll- und AuSüeh- ?
? Methode ist peinigend und oft mir ?
Gefahr verknüpf:. Die neue Methode B
ist schmerzlos und unschädlich.
Unsere Methode ist die neue. Sie
? ruht auf wissenschaftlichen Grund-
? sätzen. den neuesten Vorrichtungen ?
? und geschicktesten Aerzten; keine Kna-
den oder Studenten üben sich an Jh. ?
nen. ?
Die neue Methode ist außerdem billiger, als
? die alte. Tie folgende PreiSlisie ei-N, was
M vcrl-esicric Instrumente und M
? ner. tuij die WiNf'af leistet. ?
5 Zalnnielitn S St., mit a5OSt.
? üicinioe
Sitdcrfüllung ?! <!., !vtat,a-Kul-
tun ; Kt.
? otvfullling ic ach Umfang.
otstrone O7.SV.
? B—llerbelte8 —llerbelte ebitz —SS. ?
5 N.S.DentalAssociation, H
Sir. I, Nor-a>,rlc-Str.
(Besteigen !e den uen Fahrstuhl.) F
Walhtnatoner Bureau:
? Tckc der 7. und D-Straße. N -W.
AllkNonö Anzeigen.
Verwalt er-Verkant
9Lauer von Klc>dnstücke, Herren
'NnsstafnrunnS Vicgenstanve, Utr-
Neivern. Heinven, S-tininlkiactie, Schnitt
waarcn, vermischten Artikeln u. s w.
rast eines S>cfehles des ÄreiSgericiitS Nr. 2 der
Sladt Baltimore verwüst ver Unterzeichnete. Verwal
ter von Franl TaviS, aus öfsentiiciicr Auttion
Montag, den IS. Mai BormittagS^lU^UH^,
<sliarleSsrake,
ein allgcmcinc Vager von Kleidungsstücken.
Herreii-Asta>ungt-Urtitel,
xe ören, eben>o einen Miiler'iaien eisernen vteld
schrant.
Lcdinzilng: Baariahlung.
Ttsnen Hall, Verwalter;
Matthew 6- rirtland,
BerwalterS-Bcrtaut
-des-
VigcntliumS Nr. 707,
Wcsl-'Lralt-, „ave ocr Pcnnitrafte.
Kraft eines DekreieS des ÄrciS - Gerichtes der
Ziadt Balttmore der untcrzci^nctc^Bcr
lieichricdene deginnt an der Lud
seile der Pratlsiraße S 4 Fuß und 1 westlich von
der
Moiinhauv und Laden devaut. hat einen Stall im
Hintergründe und ist als Nr. 7U7. West-Prattsiraßc.
Ganze in wenn es dem Zlauser beliebt. Line
Hinterlegung von klütl aus da-Grundstück ist am
B-rkuufSt..z. <gonld. Verwalten
Wn>. Seemüll.r ä- oinp.. Auktionatoren.
t10c>.J,6,i),12,5,7,8>
usmcrksam ivird g-ma<t>t A!
aus den—
össentliche Berkans
deS werllivollen schönen Landsitze
Tuivar t o n, -
znm Nachlasse Noah Walter gehörig,
ahe der Tiadt Baltimore. Marqlanv
4ki tckcr umfasse,
Mittwoch, de 17. Mai tiZVS.
Weqen Bedingungen? 'LrospiktuS, Grundrisse u. s. w.
' Deposit and Trust tsompanq von
Nr. t, Sou>l,-Zlras>c,
Matthew Kiriland, Auktionatoren.
<58.102,5.8.1174.,
nwaltS-Berkaus
!>"U de
Paltiicigenthnm Nr. Ltk,
Ensorstratze.
Durch den Eigenthümer bevollmächtigt, verkauft der
Unlerjeichnete aus öffentlicher Auktion an Lrt und
stelle den ZIS. B!a
AnfiingSvunlt an der des ziegelsieinernen
Wohnhauses Zir. I<Z, Enforstraße. filzt Eigenthum
längs cinundsiebeniig
und sechs Zoll, mehr oder weniger, bss zum An
sangspunltr. Einem After - Grundzinse von k3<Z pro
Gebaut mir einem dreistöckigen ziegelsteinernen
Nr. 816, Ensorstraße.
VerkaussbeSingung: Baarzalilung bei Ausstellung
Lerkausc erforderlich.
Peter z tsamvbell, Anwalt!
Zanlor vreamer.
Georg <5. Su c r o,
Sir. L 2? vi SÜd'StntraUAv.
Telephon Sc,.lt)LU.
Trunlenheit
eit! nie'deraedrochener Trunkenbold. Eist >n Tauien
den von stallen angewandt worden, und in jedem Falle
tvar vollkommene xeilunz die S
Ein 4S Seiten starkes Buch mit allen Sinzelnhette
gratil. Zu haben bei
ober Lantendach Sohn,
GU der Saratoga nd
(1W24,M5M.TW.13) ltimorc. i.
AoltilloN Schmackhaft, rein.
erslischttis. anregend.
kann in drei Minuien auf folgende
Weise gemacht werden: man nehme eine
Tasse mit kochend heißem Wasser, rühre
darin einen j Theelijfselvoll(nicht mehr)
Liebig CamMgnie's
Rindsteisch-Estrakt
Muih BaNimore.Md.
N
Gesellschaften, Logen
Raine's Halle
liegt im Herzci: der Stadt und ist weg
ihrer centralen Lage zu größeren un
kleinen Versammlungen ganz
besonders geeignet.
ich neu Ausattg
beste BeleAchtung:e.
fttr versammlnngt ?
It er Srtte Zeit er t er ,
,rtouentc' erete. cl7^
Eisslhränte:
War-, Comptoir-,
Einrichtungen,
Tische, Countertz u. s. w.
Heinz
Nr. 00undSt0, Portland-Straße
Ismpf.Jägt- uvd Arechsler-Arbtitell.
Der PentsHe Korrespondent.
Samstag, den 13. Mat IN?.
Auf Marslktanv und Meer.
Noman von Krievrich Meister.
Erste Kapitel.
Nikolas Oucnsc, der reiche Grund
besitzer und Schiffsrheder, saß in seinem
niedrigen, altfränkischen Wohnzimmer
im Lehnstuhl; seine Rechte hielt die sil
berne Schnupftabaksdose, die Linke ver
harrte, die Prise auf dem Daumen halb
wegs zwischen Dose und Nase unbeweg
lich in der Luft.
Seine Augen waren mit einem halb
lauernd, halb zornig forschenden Blick
auf das offene, gutmüthige Antlitz eines
jungen Mainicö gerichtet, der in einiger
Entfernung von ihm vor dem weiten
Kamin stand. Seine Erregung aber
verflog sehr bald; er führte die Linke au
die Nase und schnupfte energisch, ge
räuschvoll und mit offenbarem Hochge
nuß. Dann ließ er die Tose schallend
zuschnappen.
Es war kein leichtes Lvtück, den alten
NikolaS Queuse in Erregung oder gar
in Zorn zu versetzen, pflegte derselbe sich
doch zu rühmen, daß ihn Nichts aus sei
nem innern Gleichgewicht bringen könne.
Noch ungewöhnlicher aber war'S, die
etwa vorhandene Beunruhigung auf
feinem Gesichte zu lesen, denn unter den
Bewohnern von Abbchanscrflcth galt die
Rede: man könne von Qnense's Gesicht
ebenso wenig auf seine Gedanken, wie
aus seinen Reden auf feine Absichten
schließen.
Quense's Gesicht aber war kein ange
nehmes; fahlgelb, vou dünnem, fand
farbigem Bart und Haar umgeben, glich
es mir feinen schmalgeschlitzten, blinken
den Augen und dem immerwährend
schwach lächelnden Zuge um die spitze
Nase und den cingekniffenen Mund dem
Gesichte eines FuchscS.
Mit diesem Gesichte jedoch, und dazu
mit einem dürren, gebrechlichen Leibe
und einem lahmen Bein hatte er seinen
Weg in der Welt gemacht und nicht nur
Reichthümer, sondern auch den Respekt
seiner Mitbürger erworben, jenen Re
spekt wenigstens, der allenthalben mit
dem Erfolge verbunden zu sein pflegt.
„Du willst also bchaupteu, Radbod,"
sagte dex Rheder langsam lächelnd, wäh
rend seine knochigen Finger den Deckel
der Schnupftabaksdose klopsten, „Du
willst also behaupten, ich könnte Hand
lungen begehen, die nicht ganz ehrenhaft
wären und somit gegen die Landesge
setze verstießen?"
„Ich behaupte und sage Nichts, wenn
Sie mich nicht dazu reizen, Herr
57.ucnse," entgegnete der junge Mann,
„und auch dann nur unter vler Augen;
denn ich bin kein Gensdarm, auch keinAn
gcber, und Sie sind doch bis jetzt immer
noch mein Freund gewesen so zu sa
gen.
Der Sprecher, Radbod Falk, war ein
hübscher, krästiger Mensch mit blondem
Kraushaar und wohlgebildetem, wetter
geröthetem Gesicht; seine Kleiduug war
ein Mittelding zwischen der eines See
fahrers oder Fischers und der eines
Ackersmannes.
„Also nur unter vierAungeii, so, so!"
nickte der Rheder. „Du denkst also,
mir zu drohen und mich dadurch zu
zwingen, nach Deinem Begehr zu thun.
So ist'S doch, nicht wahr?"
Der junge Mann lachte laut auf.
„Drohen will ich nicht," sagte er. „das
würde nicht viel nützen. Sie brauchen
meine Worte nicht umzudrehen. Ich
habe Ihnen gesagt, ich hätte mich ent
schlossen und wollte nun heirathen, und
Sie hatten ja auch Nichts dagegen.
Darauf erinnerte ich Sie daran, daß
Sie mir den Huberhof versprochen ha
ben —"
„Das Versprechen werde ich halten,"
bestätigte der Rheder mit mildem Nach
druck und wohlwollendem Kopfnicken.
„Ich breche niemals mein Wort."
„Ich sagte Ihnen aber, ich brauchte
den Hof jetzt gleich, und da fragten Sie,
ob ich auch Geld hätte, die Wirtschaft
einzurichten, lsie wissen jedoch ganz
gut, daß ich keinen rothen Heller besitze.
Sie haben mir niemals Lohn sür meine
Arbeit gegeben, meine Tasche weiß gar
nicht, wie Geld klimpert; wie ich Ihnen
Das nun aber sage, da stellen Sie sich
erstaunt und heben die Hände hoch und
halten mir eine Predigt über Verschwen
dungssucht und leichtsinnigen Lebens
wandel."
„Dazu war ich berechtigt; Das ist
meine Pflicht als Kirchcnältcster und als
Dein väterlicher Freund."
Wieder lachte Radbod laut auf, dies
mal aber lag es dabei wie Hohn auf fei
nem ehrlichen Antlitz.
„Dagegen will ich nicht streiten, Herr
Quense; als Kirchenältestcr mögen Sie
ja wohl auch die Pflicht haben, atS mein
Freund aber mußten Sie wif>en, daß
ich kein leichtsinniger Verschwender bin,
daß ich DaS gar nicht sein konnte, selbst
wenn ich's gewollt hätte. Der Huber
hof hat Ihnen unter meiner Bewirth
schastung während der letzten sünslahre
mehr eingebracht, als das voraussichtlich
jemals wieder der Fall sein wird. Ich
habe ohne Lohn, aber auch ohne Mur
ren sür Sie gearbeitet; als Entgelt da
für bitte ich Sie nun um den Hof als
Pachtung und um zwei Jahre Kredit
für die Ausstattung."
„Was Deiner Meinung nach eine sehr
bescheidene Forderung ist," entgegnete
Quense, auf die Dose klopfend.
„DaS ist's auch, wen man nimmt,
daß ich stetS für drei geschafft und dabei
nicht einmal den Lohn sür einen gekriegt
habe, und daß ich Ihnen Hunderte von
Thalern verdiente, die Sie ohne mich
nicht im Kasten hätten. Ich fordere
von Ihnen Nichts, daS ich Ihnen nicht
so hoch als Sie nur wollen, verzinsen
könnte; aber das genügt Ihnen nicht,
weil Sie unter den alten Verhältnissen
uoch mehr aus mir herausgeschunden
haben. Das hat Ihnen gefallen, und
Sie möchten, daß Das so weiterginge;
aber die alten Verhältnisse haben jetzt
ein Ende. Ich will mich verheirathen
und muß die Mittel haben, meine Frau
zu erhalten."
„Ein sehr verständiger Entschluß,
Radbod; ich muß Deine Fürsorge lo
ben. Zuerst sorgt man natürlich für
die Mahlzeit, ehe man hungrige Mäu
ler zu Tische führt. Darin liegt Sinn."
„Danke sür die Anerkennung. Vor
hin aber haben Sie mir über Eigennutz
und Undankbarkeit und sonst noch
allerlei den Text gelesen, während Ihnen
blos darum zu thun war, nach wie vor
den größten Nutzen aus mir zu ziehen;
da konnt' ich mir nicht Helsen, ich mußte
Ihnen zu verstehen geben, daß ich ganz
gut weiß, wo ein Theil Ihres Reich
thums herstammt und wie Sie dcizu ge
kommen sind."
„Dn willst sagen, daß Du mir Deinen
ungerechten Verdacht zu verstehen gege
ben hast, der aber vor Gericht keinen
Pfifferling gilt. Wenn ich darüber ein
wenig erschrak, so war das ganz natür
lich und selbstverständlich. Ein Mann
in meiner Stellung, von meinem Anse
hen und meinem Ruf, darf mit Recht
verwundert uud schmerzlich berührt sein,
wenn man ihn beschuldigt, mit dem
Vermögen eines FreundeS, und noch
dazu eines unglücklichen Freundes, nicht
nach Ehre und Gewissen verfahren zu
sein. Lassen wir Das aber jetzt beiseite,
und beschäftigen wir uuS mit Deiner
persönlichen Angelegenheit."
„Das ist auch nur weit lieber."
„Nun gut. Du hast vou Deinem
Standpunkt aus geredet, und ich dars
sagen, der Advokat Forlkamp selber
hätte eS nicht besser gekonnt. ' Jetzt will
ich Dir meinen Standpunkt darlegen."
„Ich bin neugierig."
„Merk auf. Schau um Dich. Du
siehst hier cin wohnliches Zimmer in ei
nem Hanse, an dem selbst der Neid
nichts Erhebliches zu tadeln finden kaun.
Zum wenigsten gibt's darin reichlich n.
gnl zu essen und zu trinken, ein Segen,
denen nicht jedermann sich zn crsreuen
hat. Das Alles stand Dir zu Gebote,
fünfzehn Jahre lang hat Dir's hier nie
an des Leibes Nahrung und Notdurft
gefehlt. Du bist hier gehalten worden
wie ein Sohn des Hauses, und es hätte
sich auch wohl gesügt, daß Du reichlich
bedacht worden wärest, wenn nach mei
nem Ableben meine Ersparnisse zur Ver
theilnng kamen. Du aber konntest diese
Zeit nicht .rwarten, Du mußtest kom
men und mit einer Forderung vor mich
treten, gerade aIS ob Dn das größte
Recht dazu hättest. Du hast vergessen,
daß Du mich im Grunde gar Nichts an
gehst, daß ich keinerlei Verpflichtungen
gegen Dich habe."
Radbod'S Antlitz war düster gewor
den.
„Nein, Herr Quense," versetzte er,
„ich habe NichtS vergessen."
„So. Nun, immerhin schadet's
Nichts, wenn ich Dich daran erinnere,
wie vor fünszehn Jahren cinc arme Frau
mit ihrem sechsjährigen Knaben in dieses
Hans gekommen ist; sie war krank nnd
hungrig, und ich erbarmte mich ihrer.
Die Leute meinten, ich solle sie in'S Ar
menhaus bringen lassen, aber ich nahm
sie auf und pflegte sie, bis sie nach drei
Tagen starb."
„Ja, die Leute sagten aber auch, Sie
hätten die Frau nicht aus Mitleid, son
dern ans ganz anderen Gründen hier
behalten, wo Niemand erlauschen konn
te, was sie von sich selber und von ih
rem Kinde anSzusagcn hatte," wars
Radbod mit zornigcm Erröthcn ein."
Quense's wcißbcwimpcrte Augenlider
senkten sich; er lächelte, als bedaure er
des jungen Menschen Unwissenheit und
Voreingenommenheit. Dann nahm er
wieder eine Prise, schnappte die Dose
zu und fuhr fort:
„Wie gesagt, die arme Frau starb hier
und ich ließ sie auf meiuc Kosten begra
ben. Das Grab kennst Du ja."
Radbod brachte den Aermel seiner
Jacke an die Augen. Er antwortete
nicht; er dachte daran, wie ost er vor
dem Leichenstein gestanden hatte, der der
Mutter Grab bezeichnete, wie kalt uud
stumm derselbe gegenüber den Fragen
seines Herzens immer geblieben war,
den Fragen nach dein unglücklichen
Weibe, deren Bild ihm nur noch schat
tenhaft vorschwebte, deren Liebe er
aber uoch immer zu verspüren meinte.
„Und mehr noch," redete Quense
weiter; „die Angehörigen der Frau
kvuuten nicht ausgefunden werden.
Was sollte nun mit dem hinterlassenen
Jungen geschehen? „Ju's Armenhaus
mit ihm," sagten die Leute wieder. Das
Kind aber jammerte mich; ich behielt es
bei mir und erzog es zum Manne, in
der Furcht des Herrn. Wenn er nun
mir gehorsam gewesen ist und sür mich
gearbeitet hat, so that ernannt nicht
mehr als seine Psiicht nnd Schuldigkeit,
nach Allem, gias er mir verdankte; und
ehe er mit seinen Forderungen kam, uud
mich um die Darleihung eineS Kapitals
anging und vom Heircthen und
stäildigwcrden redete, hätte er lieber da
ran denken sollen, mir die Auslagen,
die ich all' die langen Jahre sür ihn ge
habt habe, ehrlich und gewissenhaft zu
ersetzen."
„Sei's also d'rnm!" rief Radbod
heftig. „Das sollen Sie mir nicht zum
zweitenmal sagen! Ich werde Ihnen
Alles aus Heller und Pfennig zurückzah
len, aber ich arbeite nicht mehr für Sie!
Wie hoch veranschlagen Sie Ihre Aus
lagen sür mich, nachdem meine Arbeits
leistungen davon in Abrechnung gebracht
sind?"
„Das kann ich nicht sogleich aus dem
Kopse wissen; ich werde aber die Rech
nung aufstellen."
Tägliche Rundschau.
Der neue Schnelldampfer
„Campania" hat schon wieder einmal
den „Record" gebrochen, er brauchte von
New-?)ork nach Queenstown 5 Tage
und 17 Stunden.
Das war gestern ein ominö
ses Knistern und Krachen in dem kleinen
Kruppzeug westlicher Bauken. Glück
licher Weise stand in New - '))ork Alles
fest.
Wenn man die ganzeJere
miadc des republikanischen Genie's
Clarkfon gegen die demokratische Partei
zusammenkvchl und verdampfen läßt, so
krystallisirt sich das riesige Gewäsche iu
dem Vorwurf, daß die demokratische
Verwaltung nicht im Staude gewesen
ist, in zwei Monaten Das gut zn ma
chen, was ihre republikanische Vorgän
gerin in vier Jahren verhunzt hat.
(N.-Z). Sisztg.)
Der junge Kö u ig von Ser
bien, resp', dessen Rathgeber, scheinen
etwas verständiger zu sein, als der alte
Kaiser von Oestreich und seine Rathge
ber. Aus direkter Befehl deS jungen
Königs ist die Censur sür ausländische
Zeitungen abgeschafft und die Postbc
hürde angewiesen worden, alle Journale
kurzweg den Adressaten auszufolgen.
AnS Oestreich ist unS dagegen erst vor
einigen Tagen die neue Benachrichtigung
zugegangen, daß der „Correspondent"
innerhalb der östreichischen Monarchie
verboten sei. Der betressende ministe
rielle Perrückcnslock scheint unsern Rath,
den wir ihn vor sieben Jahren gaben,
gar nicht kapirt zu haben. Wir riethen
ihm damals, daß, im Falle er sich mor
geuS wasche, er den Zeigefinger nehmen,
ihn in das Waschbecken stecken und schnell
heraus ziehen solle, er werde dann fin
den, welch' großes Loch er gemacht; cin
eben so großes Loch habe sein Verbot in
unsere Cirkulation gerissen.
WaS den gerühmten „christ
lich-amerikanischen" Sonntag betrifft,
so hat derselbe die Eigenthümlichkeit,
daß er nicht christlich ist, sondern mo
saisch; und nicht amerikanisch, sondern
schottisch u. eugelländisch. Im
ist die Bezeichnung correkt. (Chic. Fr.
Presse.)
Unter dem Titel „Deutsche
Wissenschaft in Amerika" finden wir im
„Berliner Tageblatte" einen Artikel, in
den, bloß berichtet wird, daß der jugend
liche Schachspieler Emanuel s,'asker an
der New-Orleanser Tula - Universität
eine Anzahl Vorlesungen über die linea
ren Differentialgleichungen gehalten hat.
Wenn dieses das Einzige ist, was das
Blatt über deutsche Wissenschaft in Ame
rika weiß, dann kann es uns leid thun.
An jeder großen Universität gehören
Deutsche zu den Hauptkrästen, da diese
aber nicht wie Lasker seine ephemeren
Leistungen brühwarm nach Berlin be
richten, so weiß man selbstverständlich in
dem mit wenig Witz und viel Behagen
. „Werth einer Gxinee/^
zpWSH
; Geschmacklos Wirksam. Z
Z Bei allen
z biliösen und nervösen!!
; Beschwerden,
- UcdersStttguni^B?!!.!
, Hunzen nach dein <?'ien, Taumel, eldlätrizk, >
--bauer. keinen Aufwallunzen, Appetiiioiig-> >
Z k'it. urjathmizkeit, Verstopfung. Tcorbut.
, !>!cckeü auf Haut, gestörten SÄaf. et^>,
i !-^enen'Daincn ünlerwcrsen sind. !!
ZMit einer geschmacklosen und auf-!!
! lötbaren Hülle üder,oaen.
5 Sei alle p-thet-rn. Prei S eiu dt l >
Schachtel. >
5 New Dort Depot: ZSS Sana! vir. (>
arbeitenden „Puss-"Departement 'des
„Tageblattes" nichts davon. Die Uni
versität heißt übrigens „Tulane-Univer
sität."
Anläßlich der Verlobung
des Herzogs von Aork mit der Braut
seines verstorbenen Bruders, des Her
zogs von Clarcnce, kabelt man auS
London: Alle Zeitungen sind voll Leit
artikel, die sich vor dem jungen Paare
speichelleckend im Staube wälzen. Zn
den Ladensenstern sieht man allenthalben
die Photographien des Paares und
Tausende von Mitgliedern der „besten"
Klassen Hetzen sich ab, nm Geld sür
Hochzcitsgeschenke zusammen zu trom
meln. Titelsüchtige Aldermen verschleu
dern zu demselben Zwecke die ihnen an
vertrauten städtischen Gelder. Am
Sarge des Herzogs von Clarcnce schwor
Jedermann, er und die kleine May
hätten sich von Kindesbeinen aus ge
liebt, und jetzt erzählt alle Welt, dieselbe
Liebe habe das jetzige Brautpaar von
der Wiege an beseelt. Die im vorigen
Jahr abgedruckten Geschichten vou der
wundervollen Schönheit, Herzensgute
und Klugheit der Prinzessin gehen wie
der durch die Blätter und ein Dichter,
der voriges Zahr geschworen hatte, die
kleine May werde als Wittwe durch's
Leben gehen, versichert jetzt die neue
Braut, sie habe den schwarzen Schleier
zu lange getragen. Wie man sieht, ist
China allem von gelben Chinesen be
wohnt, während in allen anderen Mo
narchie' weiße Mongolen den Zops
tragen. (Horik. Äll.-<stsztg.)
Die Einführung des kugel
sicheren Klcldcrstosscs in der deutschen
Armee ist abgelehnt worden, weil das
Zeug zu theuer ist. Kanonen
sutter ist da, um todtgeschossen zu wer
den, nicht aber gepanzert in den Krieg
zu ziehen.
Sehr treffend bemerkte
Capt. Büchsel vom deutschen Kriegs
schiffe „Kaiserin Angusta" in einer vor
einem Verein gehaltenen Rede: „Wir
Deutschen in der alten Heimath haben
eine viel zu geringe Fühlung mit Zhnen.
nnd ehe wir hierher kamen, hatten wir
ein sehr geringes Verständniß sür Das,
was Sie in den Ver. Staaten leisten.
Während unseres Aufenthaltes hier
haben sich unsere Angen geöffnet, um
zu sehen und die Lhreu, um zu höreu,
und was wir gesehen nnd gehört, erfüllt
uns mit der höchsten Achtung von Dem,
was unsere alten Landslente im neuen
Vaterlande leisten. Und so wünschen
wir Ihnen fernere Erfolge in Ihren
Bestrebungen."
Tie Revolution 7 Nicaragua.
Wahington, D.-C., 12. Mai.—
Laut Nachrichten, welche der hiesige Ge
sandte von Nicaragua, Hr. Guzman,
erhalten hat, wird heute oder morgen
eine große Schlacht zwischen Regierungs-
Trnppen und Rebellen in Nicaragua
stattfinden. Nach Hrn. Guzman's An
sichten wird dieser Kampf die Entschei
dung herbeiführen. Hr. Guzman be
gab sich heute in das Slaals-Departc
mcnt um Hrn. Gresham zu sehen, doch
dieser war nicht anwesend, sondern in
einer Kabinet-Sitzung. Der Gesandte
sagte im Staais-Departement, er habe
von einem Freunde in San Juan del
Sur Nachrichten cmpsangen, die gerade
das Gegentheil von dem berichten, waö
Hr. Newall, der Konsul zu Managua,
gestern gemeldet hat. In dem Berichle
wird ihm.mitgetheilt, daß die Regie
rungs-Truppen in gulem Zustande seien
und daß binnen 48 Stunden zum
Kampse um die Oberherrschaft kommen
werde. Auch will der Gesandte von
dem Präsidenten der „Central- und süd
amerikanischen Kabel-Gesellschaft" in
New-Nork eine Depesche erhalten haben,
in welcher ihm mitgetheilt wird, daß die
Rebellen nicht siegreich gewesen seien.
In Bezng auf die Depesche Newall's
sagle Hr. Guzman, dieselbe muffe we
nigstens fünf Tage alt gewesen sein,
als sie von San Juan del Gur abging,
während die seine von demselben Platze
neueren Datums sei. Dies sei der
Grund, weshalb er seine Nachrichten
für die richtigeren halte.
Senor Suzman, welcher seit Juli
1887 als Gesandter Nicaragna's hier
ist, hat in Weiterem erklärt, er besitze
zuverlässige Auskunft, daß die Revolu
tion in feiuem Vaterlande von New-
Aork aus angesacht wurde, und zwar
durch Kapitalisten, welche finanziell an
der Affaire Nicaragna's interessirt sein.
Diese Erklärung erregt großes Ausse
hen, und man wird den Gesandten er
suchen, die Namen der betreffenden
Männer zu nennen. Aus New-Uork
wird gemeldet, daß der Kreuzer „Atlan
ta" heute endlich nach Greytown, Nica
ragua, abgehen wird.
Einer Depesche auß??ew-Hork zufolge
hat Ex-Senator Wärner Miller in einer
Unterredung bestritten, daß die „Nica
raguakanal-Comp." an der Rebellion
interessirt sei, oder sich irgendwie in die
Politik deS Landes einmische. Die An
deutungen des Gesandten Guzman, daß
amerikanische Kapitalisten die Insurrek
tion anzettelten, sagt Hr. Miller, kann
sich nicht auf die Mitglieder der Kanal
aesellschast beziehen. Wen der Gesandte
meine, wisse er nicht.
Gerichtet.
Sherman, Texas, 12. Mai.
Charles Luttrell und John Carlisle
wurden heute wegen des am 28. April
1892 in Denison, Tex., begangenen
Mordes an Billie Sherman gehängt.
Im Jahre 1886 wnrde der damalige
Scheriff von Lee-County, Zlls., in Gar
sield-Park, Chicago, getödtet. Vorher
war derselbe schon von den beiden heute
Hingerichteten in der Nähe von Sid
dingS, TexaS, angegriffen worden, und
diese Beiden sollen auch den Mord in
Chicago verübt haben. Billie Sherman
war damals einer der Hauptzengeu und
auf seine Aussagen hin wurden die Bei
den wegen des Angriffs in Texas vernr
theilt. Am 28. April 1892 wurde nun
dieser Hauptzeuge, Sherman, in seiner
Wohnung in Denison erschossen, und
Luttrell und Carlisle der That beschul
digt. Ihr Prozeß resultirte in ihrer
Ueberführung. John Poe und Frank
Fogg, die bei dem Morde mitgeholfen
haben sollen, sind bis jetzt noch nicht
verurtheilt.
Der Nähmaschinen „Trust" in die
Brüche atgangen.
Cleve land, Ohio., 12. Mai. —
Einem Berichte zufolge ist der große
Nähmaschincn-„Trust" noch vor Vollen
dung seiner Organisation in die Brüche
gegangen. Nachdem die allgemeinen
Vorbereitungen getroffen waren, und
man glaubte, daß fünf Compagnie' ge
sichert waren, zog sich die „Tomestic-
Nähmaschlnen-Gesellichast" plötzlich zu
rück. Die verbündeten Gesellschaften
waren: Die „Standard," die „White"
von Cleveland, die „Domestic" von
Newark. die „Davis" von Dayton und
die „New Home" von Orange, Mass.
DaS Kapital sollte 512,000,000 betra
gen.
Kampf mit Räubern.
St. Louis, Mo., 12. Mai.
Kaspar Neubauer wurde gestern von
Straßenräubern angefallen und beraubt.
Er berichtete Dies in Maxville, und eine
„Posse" von zehn Mann machte sich mit
ihm zur Verfolgung auf. Die Räuber
wurden eingeholt, und da sie Widerstand
leisteten, so entspann sich ein Kampf, in
welchem Neubauer durch einen Schuß
tödtlich verletzt wurde. Einer der Räu
ber ist verhastet worden.
tovlo, or edilrirsa vko viot illck-
It i plesiu!t: cor., tlri, Inälxeitioll,
LrUocume. l-tv? rut seurl?L.
Noch ein Zadel gcgcn Tvcodor Tvo
naS.
Detroit, Miä>., 11. Mai. Än
der gestrigen Ezekuliv - Tivnng der
der Musiker" wurde cin
Beschluß an cin Comite verwiesen, wel
cher gegen Hrn. Theodor ThomaS in
seiner Eigenschaft als Musikdirektor der
Weltausstellung gerichtet ist. Es wird
darin gesagt, obgleich eS in Chicago und
anderen Slädlen sähige Musiker genng
gebe, die Mitglieder der „Nationalliga"
sind, habe ThomaS europäische Musiker
iinportirt und importiren lassen, um bei
den Coiizerten aus dein Weltansstel
luugSplahe ',ii spielen, nnd daS bringe
den Interessen der Liga der amerikani
schen Musiker Schaden und lanse den
Gesetzen der Liga znwider. Daher
müsse die Liga thr Verdammungsurtheil
gegen ein solches Beginnen aussprechen,
weil es in der Theorie wie in der Praxis
dem Geiste der amerikanischen LandeS
einrichtnngen zuwiderlaufe. Zugleich
wurde beichlassen, dem WeUanöstellungS-
Direktor Davis eine Abschrist dieser
Resolution zuzuschicken.
Wciszkitppenuttwcscn.
Russell-Hill, Ky., 12. Mai.
Die Bevölkerung des Städtchens
Soulh Uitioit, zehn Meilen von hier,
befindet sich in großer Aufregung. Hrn.
Wni. Phillips, der in einer kleinen Ent
fernung von dem L'rtc wohnt, wurden
mehrere Hundert Pfnnd Fleisch ans sei
nem Räuchcrhause gestohlen. Ein oder
zwei Tage darauf erhielt er ein anony
mes Schreibe, worin ihm mitgetheilt
wurde, daß man ihin, wenn er nicht
anfhörte. über die Sache zu sprechen,
Alles rauben und sein Hans in Brand
stecken wolle. Der Berdacht des Dieb
stahls richtete sich gcgcn eine Frau
Mitchell, eine Rachbailn von Phillips,
und auf Abc Eardwell, ciueu Tauge
nichts, der öfters in Frau Mitchcll's
Hause verkehrte. Phillips bekam
Empfang des Briefes Furcht um sein
Eigenthum und nm seine uud feiner
Familie Sicherheit. In der Dicnstags-
Nacht ging eine Bande, ans 25 maSkir
ten Männern bestehend, welche jeden
falls Freunde von Phillips waren, nach
dem Hause Eardwell's, holten dieselben
heraus und sührten ihn in ein nahes
Gebüsch, wo cin Geständniß von dem
Manne verlangt wurde.
Er betheuerte seine Unschuld, trotzdem
legte ihm der Mob einen strick um deu
HalS und zog thu dreimal damit an ei
nem Aste in die Höhe. Das dritte Mal
war der Mann besinnungslos, und seine
Peiniger ließen ihn in diesem Zustande
im Gebüsche liegen. Man sürchlel sür
sein Leben. Räch dieser That begab sich
der Mob nach dem Hause der Frau
Mitchell, auch diese wurde aus dem
Bette gcholl und in einiger Entsernung
von ihrem Hause mit Ruthen gepeitscht.
DaS Geschrei der Frau konnte eine Meile
weit gehört werden. ES wurde ihr be
sohlen, binnen 24 Stunden die Gegend
zn verlassen, wenn ihr das Leben.licb
sei. Die Theilnehmer an dem Mob
sind unbekannt und bis jetzt ist noch
keine Berhastung vorgenommen.
Tic Neger sind gtU,,chl. der angcb
lich Ermordete lebt noch.
Littlc Rock. Ark., 12. Mai.—
lesse Norman, der Mann, welcher am
letzten Samstag von drei Negern durch
Azthiebe aus deu jiopf vermeintlich todt
geschlagen wurde, hat gestern seine Be
sinnung wieder erlangt, und man glaubt,
daß er genesen wird. Die Neger wurden
zu Rcardon gelyncht.
Abgeschnittene slrcn.
Columbia, S.-C., 12. Mai. —
Von Newbcrry-Connty. S.-C-, wird
gemeldet, daß eiu Negerweib einem an
dern die Ohren abgeschnitten hat. Beide
Frauen stritten sich um den Besitz eines
Mannes. 'Namen sind nicht angegeben.
Brände.
Cincinnatt, 0., 12. Mai.—
Ein Feuer brach heute früh in EvanS'
Treppen-Fabrik an der Hunt-, in der
Nähe der Sycamorestraßc, auS und ver
ursachte Schaden von HZ9,Ot)O, der
durch Versicherung gedeckt ist.
St. John, N.-8., 12. Mai.
Einundzwanzig Brettergebände, welche
als Lagerhäuser und Scheunen benutzt
wurden, brannten gestern in der Orl
schaft Apohaqut nieder. G. I. Jones,
Stephen Jones und M. Fenwick, die
Besitzer, erleiden einen Verlust von
H25.00V.
v?in neuer schiffskanal projektirt
Ottawa, Lnt., 12. Mai. Der
Ingenieur C. W. Wyatt von Duluth,
Munt., befindet sich hier, um einen
Charter für den Bau eines 12 Meilen
langen Schiffekanals, durch welchen der
Erie-See mit dem St. Clair-See ver
bunden werden soll, zu erwirken. Er
will sich anheischig machen, den Kanal
innerhalb zwei Jahren zu verwenden
und keinen höheren Zoll als 2 Cents per
Tonne zu erheben. Er hat amerikani
sche Kapitalisten, darunter den Gouver
neur eines der westlichen Staaten, hin
ter sich. Die Vermessungs-Vorarbeitcn
sind bereits vollendet. Durch den neuen
Kanal würde eine neue Route geschaffen,
durch welche der lis) Meilen ausma
chende Umweg über Detroit vermieden
würde.
Ans Mexiko.
Stadt Mexiko, 12. Mai.
Die Leiche deS am Montag verstorbenen
Ex-Präsidenten Gonzalez ist gestern
unter großen Feierlichkeiten in dem für
berühmte Todte bestimmten Gewölbe
beigesetzt worden. Der Leicheneondukt
war drei Meilen lang.
Als provisorischer Gouverneur von
Guauajuato, an Stelle des verstorbenen
Staatsmannes, ist der Advokat Zoaguin
Obregnon Gonzalez gewählt worden.
New-Borker^Nachrichten.
New - Aork, 12. Mai. Honsiaiice
Morellt. welche am 3. Februar des Todt
schlag übersührt und zu z>van;ig Jahren
Zuchthaus verurtheilt würbe, ist aus Em
pfehlung des DislnklSamvallS vom Recor
der entlassen worden. Sie war ge
meinsam mit ihrem Hauen der Ermordung
eines OrgeldreberS. Namens Diele, ange
klagt. Frau Morello hatte sich bei ihrem
Sauen beschwert, daß Meie sie beleidigt
habe, woraus der Mann den Qrgeldreher
aussuchte und ihn erstach.
Gattin des bekannten griechischen
Geistlichen Waldo MessaroS, Predigers ter
Freibaptlsten - Gemeinde an der WestSs.
Straße, hat eine Klage aus Scheidung von
Tisch und Bett eingeleitet. Als Grund giebt
sie Unverträglichkeii des Temperament a.
Pastor Messaros ist von seiner Gemeinde
auf unbestimmte Zit beurlaubt worden. Er
war früher in Philadelphia angestellt, quit
tirte jedoch seinen Posten in dieser Stadt in
Folge einer Schwierigkeit, die er mit einem
Mugliede seiner dortigen Gemeinde katte.
— Nechtcr
Deutscher Rauchtabak
G. W. Kail I-
Baltimore, Md.
„Schwarzer Reiter," packet ent
„Mercur No. 6," . z., .
..Siegel-Caiiastcr No.
2 und v" Grüner klarte und sm
Portoricotc.sind den 30 solcher Aar-
L'lebhaberit einer//ten erhält man
Pfeife deutschen F/
Tabaks bestens// eine ächte
empfohlen. F/
// Teutsche Pfeife
// wie hier abgebildet.
Uür L 0 Karten
geben wir eine be
sonder schöne deut-
A sche Pfeife, fast vier
H Auk lang, mit Weich
selrohr, Kernspitze und
Wasserfack aus Horn.
D-F Die Fabrik ist jederzeit bereit,
arf Anfrage hin, die nächste Le
anzugeben.
Europäische -liasji'Merichte.
Tie deutsche Krisis.
Kaiser Wilhelm verschiebt seine
Norötansfalirt.
Alilwardt auf Ne ;„ Ncichtaqömialie
iiomiiiir. Aortschritte der LLal>l-<sam-
Berlin. 23. Mai. Kaiser Wilhelm
hat in Anbetracht ter kritischen Lage der
dculjcheli Politik seinen bcabsichiiglen Ans
fliiq nach dem Nordkap bis ;n einer passen
deren Zeit versaioben.—Beträchtliches Stau
nen henjchl über den Ilinslaiid, da die an
tijemitischcil Wähler des Bezi'.kS 'AriiSwald
den Rektor Adlivardt, ivelcher sich im letziei
Reichstag so schwer blamirle und icpl wie
der wegen Verleunidniig der iiiSischen Fir
ma Löwe >.<- im si>.u, aber
mnlia^en.
Tic Mal>lc.impaae iu TutschlaS.
Berlin, I.'. Mai.—DaS Wahünanifest
der Coiiservativeit wird in den hiesigen
tnngen vcriissenllichi. Tasselbe begiinstig'
die bekannten Forderungen der Agrarier
Wählend Schutzzoll und BinietalliSinuS al
die Hauptforderungen bezeichnet werden,
Hill denen die Regierung rechnen iniisse.
wenn dieselbe eine feste Allianz wüniche,
wird in dein ganzen Tokulnent keiu Wort
über die Mililarvorlagc geiagt, welche? nicht
UveideiUtg wäre. '>n der That ist gesiisseiit
lich Allcz verinieSen, was >n eine defüiilit'e
auSdriktliche Gutdeißung oer
ausgelegt werden konnte. Ter Wahlausrus
deu.et als wunichenSwerlh öle .'iuserlegnng
einer hauptsächlich die jiidllchen Spelulan
len lresseiide hohen Borienstener an. Ter
'.'lnl'seiniliSinus der Partei wird nicht all;
scharf betont. Es heljzt in dem Wahlausrns
nur, dem BolkSleben, den Handlungen der
gesetzgebenden Körperschaften und de'.",>echtS
pslege miisse der Stempel deö christlichen
(Slanbens aiifgeprägt sein.
llcberejnstjiiiinuiig mit ihrer früheren
Anlündigniig schicken ch die Sozialdemo
kraten an, diesmal in allen :w7 Reichsiags
ivalNkreisen Eandidaten aniustellen. Fitr
die sechs Wahlkreise der Berlin stell
len die Sozialdemokraten die Genossen Ge
risch. Fischer, Bogtljerr, Singer, Sctiniidt
und Liebknecht ans. Tie bisherigen
lreter ivaren vier Freisiniiige nnd zwei So
zialdemokraten: Tr. Alexander Meyer,
Pros. Tr. Buchow, RechtSanwaU Mnnckel.
Tr. Baumbach, Singer nnd Liebknecht.
Eugen Ziichier ist mit dem Ersolge, den
er gestern Abend durch eine Wahlrede im
zweiten, von Pros. Birchow vertre
lcncn Berliner Wahlkreise erzielle, sehr zu
srieden. Er führte vor seinen Hörer.i ans,
der Absall der „Äuch-Freisinnigen" werde
sür die Sache des Boltes und sur den
reu Freisinn gule Folgen haben.
Tie ttampseöweiie der „Rordd. Allgein.
Ztg." erregt in weilen Kreiien Anstoß.
Man findet eS abge>chmackr, dan das Ea
privl-ossiziöse Blatt den angeblichen Aeujze
ruiigen dec, ehemaligen ReichStagsabgeoro
nclcn Ailtoine in Meiz, es sei klar, das; die
Teutschen ihr Selbstvertrauen verlören und
von der Fraiizosenturcht besessen seien, und
es sei serner klar, dasz die deutschen Truppen
längs der französilcheu Grenze der französi
saieil Grenzarmee inch! gewach,en wäre,
irgend welches Gewicht beilegt, blos um an
die Wähler die Aussorderung zu richten, bei
den kommenden Wahlen nur Leine in den
Reichstag zu schicken, welche sür die Erhal
tung des deutschen Reiches elnziltrelen be
reit find. Zu Süddeulschlauo greist die
llnzujriedenheit mit den bestehenden Poliii
schen Parteien immer iveiier um sich. Ge
genwärtig finden in der Pfalz zahlreiche
Versammlungen statt, in denen die Grün
dung einer unabhängigen und
MitlelstandSparlei bcsürworlet wird. Die
Bewegung wird vou Leuten in Flug ge
bracht, die sich mit der Handelspolitik
privi'S nicht befreunden können und der
Meinung sind, dast die Regierung größere
Fürsorge für den Banern- und Mittelstand
an den Tag legen sollte. Zn weiten Krei
sen berricht die Anschannng, eine Kullk der
Aussehen erregenden Rede, die Kaiser Wil
helm ans dem Tcmpelhoser Felde vor
Gardeofsiziercu hielt, sei, ganz angesehen
von der Person de-Z Redners, deshalb nicht
möglich, weil durch eine Aritik dieser Rede
die Aussichten der dem neneii Reichstage
wieder zu niilerbreilcnden Milnäivorlage
geschädigt werden wiirden. —Um nicht die
Gemüther dnrcl, das.Zusamttiensallenlasicil
der Landtagswaizlen mit den Reichstags
wählen allzusehr zu erhiycii, hat die baye
itsche Regierung die Landiagswahlen bis
zum Monat Zuli verschoben.
Der ifiirst von Walveik aestorbeii.
Berlin, 12. Mai.-Georg Biliar, sou
veräner Fürst von Waldeck, starb beule zu
Marienbad, Böhmen, an Lungenentzün
dung. Derselbe wurde am 14. Haimar
IS3t gebaren und folgte am 15. Mai 1845,
unter Bormllndichast seiner Muller, seinem
verstorbenen Bater aus den Thron. Er
war zwei Mal verheiraihet, das erste Vk.il
mit der Prinzessin Helene, einer Tochter des
verstorbenen Herzogs Wilhelm von 'Nassau.
Dieselbe starb in IK3B. Eines dieier Ehe
eiMp'.ungene Kind war die Prinzessin He
lene, welche die Gemahlin des jetzt verstor
benen Prinzen Leopold von England, eines
Sohnes der Königin Biktoria, wurde. Eine
andere Tochier, Prinzessin Emma, heira
thete den ebenfalls jetzt verstorbenen König
Wilhelm von Holland und ist zur Zeit als
Vertreterin ihrer minderjährigen Tochter,
Königin Wilhelmine, Königinregenlin der
Niederlande. In 18!>l. drei Jahre nach
dem Tode seiner ersten Gemahlin, ehelichte
Fürst Georg Viktor die Prinzessin Louise.
Tochter des verstorbenen Herzogs Friedrich
von Schleswig - Holstein - Sonderbnrg-
Glncksburg, eine Zweiglinie de Hauses,
aus welchem die gegenwärtige deut.che Kai
serin stammt. Der verstorbene Fürst war
nur dem Namen nach souverän, da er in
1867, nach dem östreichisch-preußischen Krieg,
seine hauptsächlichen SouveränetätSrechte an
den König von Preußen abtrat und gewis
sermaßen ein Unterthan Preußen'S wurde,
obgleich Waideck eine separate Regierung
behielt.
Ter neue Kommandeur de Garde-Vorp.
Berlin, 12. Mai.—Ter General der
Infanterie Freiherr v. Meerscheid-Hüllessen.
commandirender General des Garde-Eorv?,
hat den erbetenen Abschied erhalten und ist
iu uite des 3. Garde - Grenadier - Regi
mentS Königin Elisabelh gestellt worden,
wodurch der General noch bei seinem Ab
schiede eine große Auszeichnung erhallen
hat. Zu seinem Nachfolger ist der General
liculenaiit'von Winterseldt, bisher General-
AdMalit des Kaisers, ernannt worden. Ob
gliich der Name des Generals in der Armee
einen outen Klang bat und er als ein sehr
entlchlosscner, selbstständiger Charakter gilt,
so erregt seine Beförderung doch groß s Aus
sehe, weil er unier anderen älieren Gene
rallieuleuantS den Prinzen Friedrich von
Hohenzollerii und die Generäle Gras Fmck
von Finckenf.ein und v. Bulow übersprang,
von welchen Treien man sicher annahm, daß
sie bei der ersten sich bietenden Gelegenheit
ein Corps erhallen würden. Namentlich
war in der Presse schon der brinz von Hohen
,ollern mehrsach mit aller Bestimmtheit als
Nachfolger Meerlcheidi's genannt worden.
Generai von Winterfeld: Hai stets die besten
Beziehungen mit dem Fürsten Bismarck
unterhalten, welche auch zetzt noch bestehen.
Es ist zu erwarten, daß in nächster Zeit noch
einige der älteren cominandirendentLeneräle
den Abschied nehmen werden.
Uertei au Trnts<t,lav.
Berlin, 12. Mai.—Das Kaiser Alex
ander Garde - Grenadier - Regiment Nr. 1
feierte die 20-jährige Zugehörigkeit Kaisers
Alexanders m. von Rußland durch eine
Parade, an die sich ein Diner anschloß, an
welchem der Botschafter Graf Schuwalow
Theil nahm, und in dessem Verlaufe das
Osfizier-EorpZ des Regimentes ein Glück
wunsch-Telegramm an den Ezaren absandte.
Kaiser Alexander ist zwar erst seit seinem
Regierungsantriit Chef des Regiments,
aber er wurde 1573 vom alten Kai - Wil
helm - ia suilk- dieses Regimen! gestellt,
das ieit den Freiheitskriegen tradittoiiill
immer den regierenden Kaiser von Rußland
zum Lhei hat, und den Thronfolger - la
Den Oberbürgermeistern der Städte Tan
zig und Thorn, ivelctie am letzten Sonntag
den IUO-iährigen Gedenliag ihrer Zugehö
rigkeit zur preußischen Monarchie gefeiert
haben, sind in Anbetracht d-S patriotischen
Sinnes, den beide Städte bei der Feier an
den Tag gelegt haben, von der Regierung
goldene Amlskett-n verliehen worden.
In Dresden ist der lustizrath Schaffrath,
slS43er Angedenkens, aus dem Leben ge
chieden.
Auch er Elarewitsch kommt ,u den Sktreichi
schen Manövern.
Petersburg, 12. Mai. Aller
Wahrscheinlichkeit nach werden den in der
Gegend von Arad abzuhaltenden Herbstma
tiövern der östreichnch - ungarischen Armee
zwei Kaiser und ei Zulunfis - Kaiser bei
wohnen. Der Czarewiüch hat sich nämlich
nun ebensalls entschlossen, sich zu diesen Ma
növern einzufinden. Er wird mit Kai!
Wilhelm und Kai'er Franz Joseph unmiitel
dar vor de Manövern in Budapest zusam
men treffen.
oldeue Jubiläum ve vnbischs von
Wie.
Wien, 12. Mai.—Ter Kardinal - Erz
bischof von Wien, Tr. A. I. Grmcha, leierte
gestern unter Theilnahme der ganzen katho
lischen Bevölkerung seiner Erzdiözese sein
SO-jähriges Prieslerjudiläum. Ter Papst
und Kaiser Franz Joseph haben au diesem
Anlaß in herzlichstem Tone gehaltene Glück
wunschschreiben an ihn gerichtet.

W^x?B.
NO ADDITIONAL CHARGE Toll INSKRTINO IN ESB
- AND SEBMAK.
Help Wanted—Females
\\" ANTED a Girl to make iiand buttonhole# In
\? custom-coats; steady place. A;>ply to Schloes
Uroi. Jb Co., corner of BALTIMOKE and FAC'A
srs. QI4>Z
Uf ANTED a .lewisli Took and a Christian
Houso-Olrl for in orthodox .lewiih family.
Apply at No. 720 W. LEXINGTON ST. (114)
TaNTEI* a Girl for general liousevrorfe In a
small family: tUree grown persons. Apply at
No, 34 S. HIGH ST.. to Mrs. 11. Hellner. (114)
ll'-WTi'.D —a good German Woman to goto
\l Mount Washington, Baltimore County, as a
Cook and do general housework In a private fa
mily; no washing or ouulde work. Apply at No.
1031 N. CAKOLIXK ST. Cll^>
IVANTED a flret class Cook for summer
\V resort: one that -peaks German preferred.
Apply at McDonald's "Stone House Core," Brook
lyn. Anne Arundel C(K < 113-5)
\\ ANTED —a German Girl to do general house
>V work: no washing. Apply at- No. 71*2 EAST
PKESTON ST. (113-4 >
\\" ANTKD an industrious Girl; good home; no
\\ work on Sunday. Apply at Nc. t>oB N. HO*V
AKD ST. (113-4)
11" ANTED— HII orderly Girl for no
\) washing and ironing. Appiy at No. 1706 Mc-
CULLOH ST. (113-4)
ANXhll TO GO TO ANACOSTIA. D. V.: a
German Girl for housework. Apply to Mr.
Marshall, No. 14 MONKOE ST.. Anacostla, D. C.
(] 13-4 ?
\\ ANTr.D 4 Ladies to do Tailoring. Apply at
\l the "New York Clothing .House," Nos. 102
and 104 E. BALTIMORE ST. (113-4)
\ y ANTED Operators and HandworKers on
\? coats: also Operators on vests. Apply to
Strouse Bros., corner of PACA and LOMBARD
SI'S,, liflh floor. 1112-4)
11* ANTED a took and aliouse-Glrl; no wash
it ing or ironing; good wages. Apply at No.
2220 EI,"TAW PLACE, after 12 o'clock M.
(112-4)
11 ANTED a competent Cook In a restaurant;
M for a good person the best treatment and high
wages. Apply at Nos. 707 and 70U E. PIJATT
ST., to Geo. Sclnvlnn. (110-)
WANTED— an active Girl tor general house
-1! work. Apply at No. 1721 LINDEN AVE.
(105-)
Help Wanted—Males.
WANTED a Baker as second or third hand.
\> Apply at No. 1501, BALTIMORE ST.. corner
of Strieker. (114)
\\ ANTED —a practical Wheelwright. Apply to
11 UOSEDALE POSI'OFMCE, Baltin.ore Co>
(114-
1\ ANTED—a Boy who understands to cut meat
if and ♦lie grocery - business; one that speaks
German and English preferred. Apply at once
at No. 1101 E. PIJESTON ST. (114-5)
" ANTED—2 competent Laborers by the week.
Apply on Sunday at the "2 Mile-House,"
BELAIIt P.OAD. ; <114)
H r ANTtD 100 Men and Women to go to the
\\ country to pick strawberries, blackberries,
peas and beans. Apply at No. 514 S. PAYSON
ST., below Wilkens'Ave. (114-ti)
11 ANTED—Boys in a clgar-box-factory. Apply
\> at Nos. 414 and 416 WEST CONWAY ST.
(114) _____
11" ANTED two Shoemakers to work in the
\ I store. Apply at No. 238 PEAIIL ST.. to J. O.
Stancll. (113-4)
11" ANTED a Journeymen-Barber to assist on
\) Saturdays: also a Boy to learn the trade. Ap
ply at No. 1524 N, GAY ST : (112-4)
11" ANTED first class Coppersmiths by W. A.
Case Jt Son. BUFFALO. N. Y. (109-14)
11 ANTED two Cabinet-Makers. Arply to
\) iieinz & Glcs, No. 610 PORTLAND STP.EET.
(104-)
Situations Wanted
-11" ANTED SITUATION.—An experienced Slck-
M Nurse desires employment. Apply at No.
1130 WOOD YEA It ST. (114 5)
U* ANTED SITUATION. A good Breadbaker
wishes work as second hand. Apply at No.
1019 LIGHT ST. (114)

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