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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, October 03, 1893, Image 4

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Per Deutsche Korrespondent
Dienstag, S. Oktober SS.
UnternaltunSWgweiser.
Harris' „Musik-Akademie."-Diese Woche
Äli-Kcntuck?."
Landwirtdichastllche Ausstellung u. Thier
schau io V°r> am 2.. 4., S. und . Ottober (West
liche MaryiSllder Lahn").
„Schlegel's Orchestrion-Halle," Nr. 7 und
V. Süd-Frederiik-Ttr -Bon Monlag. den 18, Sept .
an jeden Ädend großes Bokal- und Zrrstrumenlal-Eon-
— Herbstrennen
am 4., S. und 6. Oktober.
Zr gefällige Rachrich:
Alle Freunde und Gönner des „Cor
respondenten" sind freundlichst ersucht,
etwaige Einsendungen, Notizen oder
sonstige sür den „Correspondenten" be
stimmte Neuigkeiten, Berichte u. s. w.
an das „Lokal-Tcpartement" zu adressi
ren; widrigenfalls dieselben leicht unbe
rücksichtigt bleiben könnten.
ZM" Es ist eine feststehende Thatfache,
daß die Grün deige nt hum S-H än d
ler, welche im „Deutschen Corre
fpoudenten" anzeigen, ansschkieklich
de Klasse angehören, rii welche der Leser
Vertrauen setzen kann. Das ist sicherlich für
Käufer ein hochwichtiger Punkt. Der „Deut
sche Correfpondent" wird überhaupt von
auserlesenen Geschäfts- und Privatleuten
als Vermittler zwischen ihnen und dem deut
schen Publikum mit Vorliebe benutzt, eine
von hohem Vertrauen zeugende Gunst, wel
che nur von wenigen Zeilungen errungen
worden. Ein wenig berechnende Ueber
lcgung wird ergeben, daß es profitable Po
litik ist. mil den Leuten, welche m unseren
Anzeigenspallen vertreten sind, geschäftlich
zu verkehren.
Für die Veröffentlichung von
Admiistratios-Anzeige,
NachlassesÄaftS-!v erkaufen
. s. w.,
deren Verbreitung in deutschen Kreisen ge
wünscht wird, ist der „Deutsche Korrespon
dent" das geeignetste Blatt.
Stadratys Verba,dlunaen.
Neid RatliSiweia ertaste sich nach Srli
aua kr Vorlagen enalis —Stras>en-
Beide Zweige des StadtratheS traten
gestern Abend zum ersten Male nach den
Sommermonaten zusammen und ver
tagten sich nach Erledigung aller Vor
lagen endgültig.
OSvoa für Borarbeit.
Die Commission hat in einer Anzahl
Conserenzen den bestehenden Zustand
besprochen und steht durchaus nicht an.
zu berichten, daß nach ihrer Ansicht ein
gründliches Abzugs-Kanalsystem für die
Stadt eine unumgängliche Nothwendig
keit sür Baltimore ist und nicht länger
hinaus geschoben werden sollte. Der
Mayor ersuchte daher, eine Verwilligung
von Lsooozu machen, um mit den noth
wendigen Vorarbeiten beginnen zu kön
nen. Dcr Stadtrath verwilligte die ge
wünschte Summe.
Strakenbal-Ilngleaeuheien.
Hr. I. H. Windfelder reichte einen
Beschluß ein, die Legislatur zu ersuchen,
in der nächsten Sitzung keinerlei Vorla
gen im Interesse von Corporationen,
welche die Straßen der Stadt in An
spruch nehmen, zu passiren, ohne daß
der Mayor uud Stadtrath ihre Sank
tionirung dazu gegeben haben. Hr.
Smith von der 22. Ward unterstützte
den Antrag mit vollem Herzen. Die
Vorlage wurde einstimmig angenommen.
Eine Verordnung. Schutzvorrichtun
gen an allen Straßenbahn-Waggons
binnen drei Monaten bei einer Strafe
vou Pro Tag und Waggon anzu
bringen, wurde angenommen, und die
alte Verordnung, die den Stadt-Com
niissär mit der Auswahl einer solchen
Schutzvorrichtung beauftragte, wurde
widerrufen.
ein Geld für ie Schulen
Ein Ersuchen der Schulbehörde, §15.-
000 sür die Zahlung von Lehrersalären
zu verwilligen, wurde dem Comite für
Mittel und Wege überwiesen; dasselbe
geschah mil der Applikation um eine Ver
williguug von H3OO für den Hunde-
Pferch.
Vou der Schulbehörde wurde der
Stadtrath benachrichtigt, daß noch kein
Baugrundstück für die höhere Knaben
schule ausgewählt sei. Da jedoch event,
bebautes Orundeigenthum sür diesen
Zweck beschafft werden muß. so wird um
eine weitere Verwilligung von 825,000
aus der Steuerumlage für 1894 ersucht,
so daß die ganze Verwilligung für den
Bauplatz tz 125,000 betragen wird. Die
Zuschrift ward dem Comite für Mittel
und Wege überwiesen. Boston gab sür
den gleichen Zweck 5400,000, Philadel
phia §300,000, Omaha 5250,000,
Denver 5325,000, Duluth 5321,000,
Portland 51511.000. Detroit 5150,000
und Chicago 5703,500 auö.
BtstSlig.
Beide Zweige des Stadtrathes bestä
tigten gestern in gemeinschaftlicher Sit
zung die Ernennung von Gnstrvus M.
Ford als Constabler in der ersten Ward
an Stelle des verstorbenen James E.
Sangston.
StrafienpstasterungSvorlaaen.
Vom Mayor wurden dem ersten
Zweige mehrere Verordnungen über
sandt: sür die Neupflasterung des noch
übrigen Theiles der Hanoverslraße, von
dcr Camden- bis zur Hambnrgstraße,
541,789.95 aus der 6-Mill.-Anleihe zu
verwilligen; ferner für die Pflasterung
dcr Ost-Lexingtonstraße und des Nich
mond-Markles die noch sehlenden Be
träge zu vcrwilllgen ; die Ost-Fayette-
Straße, von der Calvert- bIS zur Li
bertystrakle, mit belgischen Blöcken aus
der e-M'ill.-Auleihe pflastern zu lassen.
Dcr Stadtrath nahm fämintliche Vor
lagen an.
Die McCullohstraßen - PflasterungS-
Verordnung ward so amendirt, daß die
Kosten für die Neupflasterung aus den
von der Pflasterung von Nord-Front
uud Ehasestraße übrigen Gelder gedeckt
werden sollen.
Im zweiten Zweige ward gestern ein
Schreiben deS „Vereins der Kaufleute
und Fabrikanten" verlesen und an daS
Comite für Straßen verwiesen. Dcr
Verein macht darin auf die Vortheile
des Contraktsystcins bei
sterungen aufmerksam und wünscht, daß
der Mayor ermächtigt werde, die betr.
Verordnungen so umzuändern, daß die
Arbeit aus contrakrlichem Wege verge
ben werden kann.
ZSiderrusen.
In Anbetracht der zu weit gehenden
Vorschriften der Verordnung, 5125,000
sür das Legen dcr Drähte des Polizei-
und Feuer-Alarm-Systems in unterirdi
sche Röhren, zu verwilligen, empfahl der
Mayor dieselbe zu widerrufen und das
Weitere dem neuen Stadtrathe zu über
lassen. Beide Zweige willfahrten dem
Ersuchen.
Vermischt B-rlaa-n.
Auf Wunsch deS verstorbenen Saml.
H. Tagart beschloß der Stadtrath, die
TrusteeS des „McDouogh-Instituts,"
resp, den Mayor zu autorisiren, 267
Acker Land auö dem Nachlasse für 532,
800 an Hrn. C. I. Moore und 215
Acker an C. T. Bowen für 526,750 zu
verkaufen.
Georg Blome k Sohn und C. Erd
mann erhielten Erlaubniß, ihre Som
merdächer mit Eisen zu decken; ferner G.
Nofenfeld, Treppen am Eutaw Place
über die Baulirne auszudehnen.
Hr. Snyder von der 15. Ward reichte
eine Verordnung ein, für die Elementar
schule Nr. 4 ein weiteres Grundstück an
zukaufen. Die Verordnung passirte beide
Zweig,
Der Stadtrath gab die Glocke auf dem
Thurm der Haken- und Leiter-Compag
nie Nr. 5 der St. Benedicts-Kirche an
der Ecke von Wilkenö-Avenue und Mil
ltken'Lane.
Die übliche Vorlage. 53 pro Tag
Miethe für die Ncgistrirlokale und den
Stunnlgeberregistratoren ihre Auslagen
zu bewilligen, wurden angenommen.
Bon der „Federation os Labor" wur
den eine Menge Petitionen um freie
TranSfcrirungen anfallen Straßenbah
nen eingereichl.
In einer verlesenen Petition der An
wohner dcr Gorsuch-Avenne wurde um
Aufstellung von Lichtern ersucht.
Eine Verordnung, wodurch die Zeit
für Applikationen um Steuerbefreiun
gen von Fabrik-Einrichtungen vom 15.
März bis zum 1. April verlängert ward,
nahmen auf Empfehlung des Mayors
beide Zweige an.
Auf Beschluß beider Zweige wurde
dcr nenrevidirte Stadt-Codex von Hrn.
John P. Poe übernommen und ihm
1800 für seine weitere Arbeit von 1891
bis 1893 verwilligt.
Ferner paffirte beide Zweige ein Be
schluß, den
tär zu ersuchen, der Stadt Baltimore
das alte BundeS-GerichtSgcbäude wäh
rend der Zeit des Neubaues dcS Ge
richtSgebäudes zn überlassen.
In beiden Zweigen angenommen wur
den ferner folgende im zweiten Zweige
eingereichten Verordnungen und Be
schlüsse: Hrn. Hermann Born zu gestat
ten, an der Rock-, nahe Saratogastraße,
ein ziegelsteinerncs Gebäude als Vcteri
när-Hospital auszuführen; den für einen
Hydranten im Annex verwllligten Be
trag von 575 für einen Trinkbrunnen
an der Ecke der Fnlton- und Pennsylva
tua-Avenue zu verwenden.
FanktZdeschlüsi.
Zu einer Ovation sür den Präsiden
ten des zweiten RathSzweiges Hrn. I.
M. Jones gestaltete sich dcr Schluß dcr
Sitzung. Eapt. Supplee reichte einen
Beschluß ein, dcr einstimmig angenom
men wurde und worin dcm Präsidenten
für die von ihm allzeit bewiesene Conr
toifie, Unparteilichkeit und parlamenta
rische Geschicklichkeit in tief empfunde
nen Worten dcr Dank des zweitenßaths
zweigeS ausgesprochen wurde. An
knüpfend hieran, hielt Antragsteller eine
längere Ansprache, in welcher er den
Verdiensten deS Präsidenten in beredter
Weise gerecht wurde. Hr. Jones dankte
tief bewegt. Weitere Dankcsbeschlüsfe
wurden für die Beamten dcs ZweigcS
uud die Berichterstatter der täglichen
Morgenzeitungcn angenommen, worauf
sich der Stadlrath Line die vertagte.
Präsident Seim geehrt
Hr. Guylon reichte einen Beschluß
ein, in welchem dem Präsidenten Heinr.
Seim dcr Tank dcs ersten Zwcigcs ans
gesprochen wurde. Hr. Guylon betonte
besonders die unparteiische, gerechte Ge
schäftsführung, und Hr. be
antragte, die Vorlage einstimmig anzu
nehmen.
Hr. Seim sprach den Mitgliedern da
rauf feinen Dank sür die ihm gezollte
Hochachtung aus.
Darauf vertagte sich dcr Stadtrath
von 1892—1893 äie.
Ein von dem „Verein dcr Kaufleute
und Fabrikanten" im zweiten Zweig
eingereichtes Schreiben, welches die Auf
merksamkeit dcs StadtratheS auf die
Ersparnisse lenkte, welche durch die Pfla
sterung dcr Maryland - Avenue durch
Contraktarbeit erzielt wurden, und den
Stadtrats ersuchte, die betreffenden Ver
ordiillngen für Ncupflasterniigcn derar
tig abzuändern, daß eS dcm Mayor nnd
Stadl-Commlfsär anheimgestellt sei, die
Letzteren durch Contraktvren anosühren
zu lassen, wenn sie es für gut befänden,
hatte in Folge eines vom Capt. I. Fr.
Supplee eingereichten und darauf basi
reudcn Beschlusses eine lebhafte Diskus
sion im zweiten Zweig zur Folge. Dcr
Beschluß lautete:-
„Da die Pflasterung der Maryland-
Avenue mil Granitblöcken durch Con
traktarbeit sich als eine große Ersparniß
für die Stadl erwiesen hat gegenüber der
für diese Arbeit, falls sie durch Tagar
beit gethan werden soll, so wird
beschlossen, daß alle Granitsteinpfla
sternngen, im Betreff deren jetzt durch
bestehende Verordnungen Tagarbeit vor
geschrieben ist, entweder durch Tagar
beit oder Contrakt geschehen sollen, je
nachdem dcr Mayor und Sradt-Commls
sär es sür am Sparsamsten halten;
serner sei es beschlossen, alle nicht
hiermit übereinstimmenden Verordnun
gen zu widerrufen."
Für denselben reichte Hr. Mahon ein
Substitut ein, welches angenommen
wurde und dahin lantele, daß oerMayor
eine Commission von fünf, bestehend
aus drei Milglieder des „Vereins der
Kanfleut!: und Fabrikanten" und zwei
Mitgliedern der „Mehl- und Getraide
börse," ernenne, welche diePflastcrungs
kosten von Asphalt und belgischen Blök
ken in New - Hork, Bnssalo, Boston,
Philadelphia, 'Washington und Balti
more untersuchen solle. Die Kosten hier
für sollen ans irgend verwendbaren städ
tischen Geldern gedeckt werdcn.
Ohne registrtrt zu sein, kann am
7. November kein Burger au ser
Wavl Ttici ehme.
WaS ward aus Fra Fischer's
Nachlaß? Im MayorS-Büreau ging
gestern eiu Schreiben des RechlöanivallS
Phil. Sloltz zu Weißenburg in Elsaß ein
worin derselbe mittheilt, daß Hr. Bernhard
Jnninger dortselbst vor längerer Zeil be
achrichliqt worden sei, daß ihm die hier
verstorbene Krau Marie Anna Fischer
K 15,00 hinterlassen habe. Da der arme
Tagelöhner aber bisher keine weitere Nach
richt erhalte habe, ersucht er deu Mal,or
um Auskunft. Ter Mayor sandle da
Schreiben ach dem Waisengerichte.
Die Polizeibehörde ernannte ge
stern den Polizisten Joh. Äainz vom süd
lichen Distrikt aus wenere vier Jahre.
Zur Weltausstellung auf der Peuu
sylvantcr Bahn."
Um der Zähl Derer, welche die sich ihrem
Ende rasch nähernden Columbischeu AuSstek
lung zu besuchen wünschen, eine Gelegenheit
zu gebe, hat die „Pemisylvanier Bahn-
Compagnie" für die folgenden weilereu
Spezial'Exkursione mit Tagivaggon Vor
kehr getroffen. Die Züge fahren am 7., 14.
und 21. Oktober von der Union-Station
11.10 Vormittags ab und treffen 5l Uhr
Nachmittags am folgenden Tage tu Chicago
ein. Äuflugbillele, zur Rückreise auf regel
mäßigen Zügen biuuc 1(1 Tagen güllig,
werde vou Baltimore au zur Rate von
tz!7 sür die Rundfahrt verkauft. Diese Züge
sind so angeordnet, daß oie Passagiere am
Tage durch die pittoresken Naturlandschaf
ten Peiinsylvanieu' reisen. (235—7)
Settervertvr.
er. staat!-Zeter-!vüra.
Ba lt more, en 2. Okt.
- i. 7l> !
li! 552.W-tt.
.VOM. 29 S 4 SS 49 N. 10 l-ir,
5,.0 U A, L N.-W it jitar.
zlttl.aro!ilttcr< 29 U 4 .74
bewu°l3 R.-W.
O ,> s
etattoae'. Elattoae.
Nttaula Äitwaukec SS
Aiodilc.
Nihauiz S ! iv.nlgoui:n> 74
üU vrrcal 4
S4 licw-OrleailS.... 4
Buftal S Kew-Z,ri S
tcl°°d... 4 i.ri.l- v
vdarleüsrl vouael!,a t.
Sdicaqo 4 ! Mlsduis Stj
- St.t°ui-
Den!... sl.Pcu 4a
SU -ai>sr-i>tlSco....
Sa.ocn-a 76 La-alliic, 72
JaSjonville 72 <le Vo
n.xolüe 74 S
b L 4
Wetterau sichte n.— -Für Marhland
und den Distrikt Columbia schön während
de Tage, Regen und kühlere Temperaluc
Avend, östliche Wind.
Politisches
Das rratisch tadt-GxrntivEomtte
organiNr fich —Dt nabhSnaig vw
gun rd>tt das Licht r Wrlt. -
d palittsch Notin. Di gtftri-
Das demokratische Stadt - Exekutiv - Co
mite, das bei den letzten Primärwahlen neu
erwählt wurde, trat gestern Abend im
Hauptquartier, Nr. 222, Ost - Baltimore
straße, zusammen, um sich zu organisiren.
Der Achrb. Harry WelleS Rusk ward von
Neuem um Vorsitzer. Hr. Heinr. G. Fled
termanu zum Sekretär und Hr. Henry A.
Schultz zum Schatzmeister erwählt. Die
Mitglieder diskuttrten die bevcrstehende
Campagne und beschlossen, nächste Woche
eine große RaiifitationS-Versammlung auf
dem freien Platze der Lexingtonstraßc, zwi
schen Hollioay- und Gaystraße, abzuhalten.
Die erforderlichen Arrangement wurden
dem Vorsitzer überlassen.
Die unabhängige Bewegung wurde ge
stern Abend in' Leben gerufen. Dem Auf
rufe des Hrn. F. W. Sclinltz folgend, halten
sich circa 250 Personin in einem Zimmer
des „Hole! Rennerl" eingefunden, „um dem
Ringe zu opponireu." Unler den Anwesen
den befanden sich viele Demokraten, welche
früher Aemter bekletteleil Geschäfislenle
und Handwerker. Hr. D. W. Hoppe: fun
girte als Vorsitzer. Nachdem Hr. F. W.
Schultz die Anwesenden mil dem Zwecke der
Zusammelikuiisr bekannl gemachl, hielten
die HH. Samuel W. Regester, H. W. Hoff
acker, Morris W. Orem u. A. Ansprachen,
deren Grundgedanke in der Hoffnung gip
felte. theils ihrer Rache fröhnen zu können
und theils selbst ein fette Ann zu erwischeu.
Aber bei Einigen schien wirklich die Annahme
vorzuherrschen, daß die demokratische Partei
an Allem schuld sei, was Ursache zur Unzu
friedenheit nähre.
Tie Anwesenden ernannten ein Organi
iationS-Comile, bestehend ans den HH.
Geo. W. Wright, Sam. W. Regester, I.
H. Jroi. W. H. Herzog. Professor F. C.
Draue, Theo. Von Rinteln, Henry Kelly,
Geo. W. Stephens, L. A. Verleger, Tr.
M. K. Warner. C. C. NorriS, P. Bryfon
Milliken, Wm. Duncan nnb Waller Cor ;
ferner ein Finanz-Comite, bestehend aus den
HH. Clarence Zoster, I. Kemp Bartlett,
Martin Wagner, W. M. Orem, Peter
Kreis, A. E. Slurgeo, E. A. Tobler, D.
W. Hopper, D. Di. Hite. R. I. C. Jones
uno R. W. Holliday; nnd ein Beralhungs-
Comitk, bestehend aus den HH. Sam. W.
Regester, Geo. W. Wright, D. W. Hopper
uno Robert C. Holliday.
Die kürzlich ernaiinlen städtischen Mit
glieder des republikanischen Staats-Central-
Comlte'S werden heute Abbild eine Sitzung
halten, in welcher die Frage der Ausstellung
eines Munizipal - Tickets zum definitiven
Austrage kommt. Ein derartiger Schritt
wild von Mitgliedern der Partei befürwor
tet, und die Führer derselben zweifeln nichl
am Erfolge, wcnn die verschiedenen repub
likanischen Faklionen ihre Zwistigkeiten fal
len lassen lind einmüthig handeln.
Desgleichen wird heute das Comite zur
Auswahl eines republikanischen Staals-
Controleurs-Candidalen von Neuem zusam
men treten.
In Saliöbury, Wicomico-County, ver
sammell sich heute die republikanische Con
vention des ersten Judijial-Tistrikts, um
Nomliiationen für zwei Oberrichler-Candi
daten zu machen. 'Die demokralische Con
venlion des genannte TistriklS, welche be
reit in Ocean-City, Md., mehrere unent
schiedene Sitzungen hinsichtlich dcr Nomina
tiv zweier Richter gehalten hat, wird am
5. Otiober in Pnnceß Anne ihre Thätigkeit
fortsetze.
Auf Aiitrag de Hr. F. W. Schultz ward
beschlossen, ei Siadi-Exekiiliv-Comile, be
stehend aus je zwei Milglieder aus jeder
Ward, zu ernennen. Zu diesem Zwecke gab
ein jeder der Anwesenden seine Adresse an,
welche vom Seirelär Moullou in einem
Hute gesammelt wurden. Um 10 Uhr ging
das ÖrganisalionS - Comite in Cxeluiivsit
zulig. Man beabsichl gl, eine durchgrei
fende Organisatton eiiizrichle.
Da Resultat der Registrirniig am gestri
gen Tage war, wie folgt:
1. Ward 55 Weiße und 0 Neger.
2. Ward 54 Weiße ud 0 Neger.
3. Ward 21 Weiße und 3 Neger.
4. Ward 63 Weiße und 6 Neger.
5. Ward 52 Weiße und 3 Neger.
6. Wa'd 74 Weiße und 14 Neaer.
7. Ward 110 Weige und 3 Neger.
8. Ward 55 Weiße und 3 Neger.
S. Ward 55 Weiße und 5 Neger.
10. Ward 29 Weiße und 7 Neger.
11. Ward 61 Weiße uno 34 Neger.
12. Ward 92 Weiße und 14 Zieger.
13. Wart 35 Weiße und 5 Neger.
14. Ward 36 Weiße uno 5 Neger.
15. Ward 56 Weiße und 13 Zieger.
16. Ward 62 Weiße und 36 Neger.
17. Ward 128 Weiße und I Neger.
18. Ward 75 Weiße und 21 Neger.
19. Ward 72 Weiße un!> 20 Reger.
20. Ward 110 Weiße und 32 Zieger.
21. Ward 29 Weiße und Neger.
22. Ward 42 Weiße uno 1 Neger.
Zusammen 1366 Weiße u. 2Ü6 Reger.
Heule ist der letzte Tag für Registrirniig
vor der diesjährigen Wahl.
Heute ist die letzte Negistrirutig.
Baseball.- Die zwölf Clubs der
„National.Liga" hatten am Schluß der Sai
son solgende Siellung:
PiltSlmrg 8t -iL .2
Llcvcland.. 7ü .5zS
Vtew-Horl. >4
Brooklyn öS tiiZ .SUB
Bailiniore 70 .4U2
Chicago 57 7t, .44S
Sl rouiS 27 . 5 .432
LomSvlUe 7S ,4V
Washington 4V .iiVL
Angeblich aus Baltimore ist.
wie ein Telegramm au New-?)ork meld,
den von Dr. Constable vom „Belleve-Hc
spital" daselbst gestern gemachte Aussagen
zusolge die daielbst am Lamstag gestorbene
Gladiis Stockbridge. samstags, Morgens
früh, war nämlich die Ambulanz des „Belle-
nach einer Wirlhichafl an der
8. Avenue gerufen, um ein junges Weib,
das später a! GladyS Stockbridge von Nr.
257, West-3S. Ltraße,-ideiitifiurt wurde,
und das man im Nebenzimmer jener Mrih
fchast bewußtlos auf dem Fußboden liegend
gefunden, nach dem Hoipilal zu schaffen.
Die Frau war kurz vor Mitternacht in die
Wirlhichafl gekommen, hatte gebeten, dort
einen Brief schreiben zu dürsen, und war in
jenes Zimmer verwiesen worden. Ein auf
dem Tische stehendes leeres Fläschchen, das
nach feiner Eliteite Karbolsäure einhalten
haben muß. führte zu dcm Schlüsse, daß e
sich um einen Selbstmordversuch handelte.
DerAmbulanzar?t bezweifelte dies indessen,
und auch im „Bellevue - Hospital" coustalir
ten die Aerzle, daß die Kranke an Lufl
röbreiieittziiudung litt uud einen Herzschlag
erlitten habe. Sie starb eine halbe Stunde
nach ihrer Einlieferung, und die nach ihrem
Tode vom Hülfs-Coroner Westo vorge
nommene Unrersuchung bestätigte die Diag
nose der Aerzle. Wie Dr. Constable erklärt,
ist der Mädchen-Name dcr Todten Warren,
ihre Eltern seien wohlhabende Lente in Bal
timore, woselbst sie sich auch verh:iralhct
habe. Nachdem ihr Ehemann vor drei
Jahre gestorben, soll sie mit ihrem Kinde
zunächst nach Boston und von dort nach
New-?)ork gezogen fein, wo sie zunächst bei
Frau Conover i der Gegend der 7. Avenue
und 34. Straße gewohnl haben 1011. Eine
heftige Liebe, die sie zu dem Sohne ihrer
Wirlhin gefaßt, veranlaßte diese, ihr die
Wohnung zu kündigen, uuo so wohnte sie
seil etwa drei Monaten mil einer Freundin,
Nellie Tower, gemeinsam in dcm obcn an
gegebenen Hanse. In letzter Zeit soll sie
ein sehr lockere Lebe qeführt haben und,
wie Constable weiter angibt, längere Zeit
die Geliebte eines New Aorker Millionär
aus einer alteu Knickerbocker-Familie ge
wefen sein.
Brachten einen Zug zum Ste
hen. — Friedensrichter Niffer von High
landlown sandte gestern zwei Männer, Na>
men Jos. Darkey uns Michael Flannan,
in' Gefängniß, um eine ihnen auferlegte
Strafe vo Hl und Kosten abzusitzen. Ein
dritter Missethäter, E. L. Clark, wurde,
nachdem er die gleiche Strafe bezahlt halte,
frcigelafien. ?tlte harren sich am letz
ten Sonnlag ein Vergnügen daraus ge
macht, sich auf den Geleiien dcr „Nördlichen
Cenlral-Bahn" herumzuprügeln, so daß der
ach Sparrow' Ponil bestimmte Zug, der
Calvert-Statton um 4? Uhr Abends verließ,
volle 10 Minute anhalten mußte, bi die
„Herren" fertig waren mit dcr Prügelei,
Jeder di: Jacke voll Harle und Svezialpoli
zist Gorman sie unler seine schützenden Fit
liche nahm.
Der Mörder im Gefängniß.
Frank Vereyt, der am letzten Sonntag-
Morgen den Aussagen der Bemannung de
belgischen Dampfer „Le Hesdaye" zufolge
Albert Laureujon ermordete, wurde gestern
vou der Polizeistation in Canlon ans nach
dem Gefängniß zu Towson übergeführt,
degleichen die Zeugen Peler Heinze, Thos.
Mull nS, Frank vou Baval und Hairy Le
dont. Dr. D. Jone begab sich gestern
Morgen in Gemeinschaft mit dcm Schließer
de genannten Slalionhausc nach der
„Mt. Carmel-Eemetery," wo eine nochma
lige Obduktion au der Leiche des Ermorde
ten vorgenommen wurde. Es stellte sich
heran, daß derselbe außer einem Schädel
bruche auch noch einen Bruch de Halle
davongetragen hatte. Vereyt wurde sür
seinen Prozeß im Dezember-Ternnn de
Gerichte festgehalten und die oenaiinltn
Zeugen in' Zeugengewahrsam gesandt.
Jahresbericht er HandelsdehSrde.
achtnwrth mptehlungen de Präsi
denten Krank Ari.—Beamten!.
Die Handelsbehörde, eine in ISS 2 incor
porirle Organisation der Geschäftsleute zur
Förderung der commerziellen Beziehungen
der Stadl und ihrer einzelnen Milglieder,
hielt gestern, al am ersten Montage im Ok
tober, ihre Jahres-Nersammkung, in wel
cher Präsident Fr. Fnck feinen Jahresbericht
unterbreitete, und die Beamten sür das be
vorstehende Geschäftsjahr von Neuem er
wählt wurden.
Jahresbericht e Präsidenten.
In dem Jahresberichte des Präsidenten
Frank Frick heiyt es: In der üblichen
Uebersicht der Angelegenheiten, die JhreAus
merksamkeil im vergangenen Fiskaljabre in
Anspruch uahmen, finden wir, daß alle den
Handel der Stadl und besonders die so viel
zur Prosperität desselben beitragenden Was
serwege betreffenden Angelegenheiten jedes
Jahr umfangreicher werden.?
Im November letzten Jahres gereichte eS
mir zum besonderen Vergnügen, auf die
Fertigstellung der vom Tiefwasfer der Che
sapeake-Bai nach dem Hafen unserer ladt
führenden SchiffSkauäle hinzuweisen; denn
dadurch wurden unbegrenzte Beziehungen zu
den größten Seefahre - Nationen der Welt
etablirt. Während die Fertigstellung dieser
bedeutenden Arbeit sich von belebendem Ei
nfluß auf unseren Handel erwiesen hat, ge
reicht es trotz der enormen Zunahme in der
Bewegung von Fahrzeugen aus diesen Ge
wässern zur besonderen Befriedigung, daß
nichl ein einziger erwähnenSweriher Unfall
zu verzeichnen war. Mit Rütksichr auf den
außergewöhnlich strengen Winter, dem käl
testen feit 1857, ist dieser Umstand besonders
bcuierkenSwerth und machr unseren Hasen zu
euieni der besten unler den eebäfen des
Festlandes. Die Operationen dcr Eisbre
cher zur Verhütung von Behinderungen im
Hasen während dcr letzten Saison widerle
gen alle Einwendungen ni Bezug aus die
Möglichkeit, daß unser Hasen geschlossen
werden könnte."
Tes Weiteren wird in diesem Abschnitt der
besonderen Dienste des Dampfers „Annapo
lis," Capt.GriggS, gedacht. Kiefer Dampfer
wird zur Zeit reparirt, nv die entstehenden
Kotten, wird die nächste StaatS-
Gesctzgebuug verwilligen müssen.
Loolsen-AussichtSdthörd.
„Der hohe Rang, den bisher die Lootsen
der Chejapeale-Bai halten, wird immer noch
innegehalten; und mit zusriedenstellendem
Stolze kann betont werden, daß nur zwei
Mitglieder deS 62 Mann zählenden Lootsen-
Corps sich da Mißsallen dieser Behörde zu
zogen ES sollle in der Ausführung der
dieser Behörde übertragenen Vollmacht steis
die Absiql vorherrschen, zur höchsten Norm
der Zuverlässigkeit unier unseren an
zusvoinen. Nirgends ist ein Gnadenakl
übler angebracht, als daS Durchsctilüpsen
lassen von unconipeleiiten Lemeu oder das
Hingehenlassen von Handlungen ungetreuer
Wächler von Leben uno Eigenthum."
Lcnchtthürme ete.
„Durch das Bemühen der Lootsen werden
fortgesetzte Anstrengungen gemacht, die
Leuchllhurm-Behörde zum Anbringen und
Wiederdeschaffen von Bojen anzuhauen
Ein Leuchlthurm aus Point-No-Poiitt und
am Ende der Smith' Island - Barre sind
von dringender Noihwendigkeit In die
selbe Kategorie der Bedeutung gehört ein
Leuchtthurm auf Hattera, einer der gefähr
lichsten Punkle an der atlantischen Küste und
einer fortwährenden Gefahr für die sich der
Cheiapeake-Bai nähernden Seefahrer."
Ein längerer Abschnitt wird den Wasser
wegen in dem Berichte gewidmet, doch jin
Anbetracht der Ebbe in der BundeSlasse
keine bemerkenswectht Empfehlung ge
macht.
Nene Zollamt.
„Bei dem Befürworten der Elfordernisse
sür unseren Hafen im Congreß und dem
Vorhalten unserer Ansprüche ans einen ge
rechten Theil der Lfsenilichen Gelder sollle
als erster Anspruch der Ankauf von Gruno
eigentyum für den Bau eines neuen Zoll
amles voran gehen. Unser achtbarer Ver
lreler, Hr. H. W. Rusk, Hai für den Ankauf
des an das gegenwärtige Zollamt grenzen
den Grundbesitzes bereits eine Bill einge
reicht."
National LUiarautän.
„Die Errichiung einer nationalen Qua
rantäne, soweit sie diese Lokalität betrifft, ist
eine Angelegenheit von schwerwiegender Be
deuiung und fällt mil Rücksicht auf ihre Voll
streckung sehr wetttragend aus die Bewegung
unseres Handels.
Unglücklicher Weise ist unser Hafen öfter
das Opfer von unbedachter Benachlheiii
giiiig Ueber die Vonheile, ja, die
Nothwendigkeit einer permanenten natio
nalen Quarantäne herrscht kein Zweisel;
aber es ist eine Angelegenheit, in welcher
die Interessen des ganzen Landes berührt
werden, und e ist durchaus kein Grund vor
handen, warum gerade ein Staat wegen
seiner lokalen Regulationen das Recht, von
dem Eingreiseil der allgemeinen Gesetze be
freit zu lein, beansprucht und dadurch be
sondere Vortheile sichert und alle Theile
des Laude sür eine Invasion einer keuche
öffnet, welche mittelst einer gemeinsamen
Phalanx gleichhettliaier Vorschrisien an je
dem Lzeaiihafeu bekämpft werden sollte.
Es ist ebenfalls nothwendig, daß Quaran
täne-Stationen mit schuldiger Rücksicht aus
Eigenthllmlichkeilen besonderer Häsen uud
die allgemeine Tragweite aus die Interessen
der Sajissseigenthuiner auagewählt werden
sollten. So weil es unseren Hafen berührt,
ist es augenscheinlich angebracht, daß den in
die Evejapealc-Bai einfahrenden Sch-ffen
von nicht liifizinen Häfen gestattet werden
sollte, bis an ihren Besttnimungshaseu zu
fahren und, wenn illfi;irt, ach einem siche
ren, permanent zu etabttrenden One in ver-
Millinger Entfernung vom Hafen beordert
werden. An den Ufern der Chesapeake-Bai
und des PaiapSco find unzweifelhast ge
eeignetc Lagen sür sieben Zweck und bequem
für die en Hafen, welche ohne Benachlheili
guug vou irgend Jemandem criverlhet
werden köiilileu."
Unter diesem Titel spricht der Präsident
über die Ungerechtigkeiten des Eoiilrakl
arbeitergejetzes, welches ein wünscheiiSwe
lhe El-inent auZgebildeter Handwerker vou
der Einwanderung abhatte, während der
Abschaum der Menschheit aus allen Ländern
der orde ungehindert Zutriit habe und dann
nicht Willens oder im Stande sei, sich selbst
zu eruährei:.
Vcsteucruiig.
In Bezug auf die Aenderung unserer
Slenergejetze wird die größte Vorsichi em
pfohlen und der Plan befürwortet, die Re
gelung der Besteuerung in Balnmore der
Siad! selbst zu überlanen.
Spir>tuoln-Lici.
In dem Berichte wird der Legislatur em
pfohlen, der Stadt sämmtliche Einkünfte
aus den Schaiikwirthschaften zu überlassen,
welche Letziere „für die Mehrzahl der Ver
brechen verantwortlich seien." Desgleichen
wird in dem Berichte zu Gunsten einer Ver
minderung der Zahl der Wirtbschasl-n und
der Erhöhung der Licenzgebühr gesprochen.
Ein längerer Abschnitt ist ebenfalls der
Munizipalverwaltung uud der Finanzlage
de Lande gewidmet.
Nach dem Verlesen des Jahresberichtes
wurden folgende Beamte für das nächste
Jahr erwahtt: Prästdenl: Frank Frick;
Vice-Präsidenten: Joseph H. Rieman, Wm.
H. Perot, David L. Barttett und Eugene
Levering; Schatzmeister: William B. Wil
son; Sekretär: Henry C. Landi; Direkto
ren: Robinson W. John E. Hurst,
Sam. Eccles, jun., Wm. H. Baldwin,
jun., I. Wilcox Brown, German H. Hunr,
George I. Appold, D. Fahncstock, Wm. P.
Harvey, Charles D. Fisher. Frank Kerr.
Thornlon Rollin, Daniel Miller, Charles
Markell, John L. Reed, Robert G. Hoff
man, I. K. Ober, George F. Patterson,
G. C. Jenkius, William Cunningham,
Wm. Seemüller, Touglas H. Thomas, H.
Crawford Black, Joseph R. Foard. Arbi
lratioiiS - Gericht Nichler: Arthur G.
Brown; Clerk: Henry C. LandiS.
Au der „Johns Hopkins'
Univeriltä t." —TaS 18. akademische
Studienjahr der „Johns Hopkins' Universi
tät" nahm gestern seinen Ansang. Vorle
sungen werden in dieser Woche jedoch keine
abgehalten, da die Prüfungen und die Or
ganisation dcr Unlerrichiöklasseil die ganze
Woche in Anspruch nehme werden. Ge
stern, Vormittags, fanden Immatrikula
tion - Prüfungen statt, welche heute und
morgen fortgeietzt werden. Auf gestern,
Nachmittags 4 Uhr, war eine Versammlung
der Trustees anberaumt. Um 10 Uhr Vor
mittags versammelte sich die akademische
Studienbehörde, um 11 Uhr der akademische
Rath. Am Donnerstag, Vormittags 11 Uhr,
werden deu neuen Studenten ln der „Hop
kins-Halle" die Uiiiversilär-Regeln bekannl
gemacht. Um 12 Uhr gestern Mittag traten
auch die Professoren der medizinischen Fa
kultäl znfamnien und nahmen die Anmeldun
gen von Sttidlrendcil, welche sich dem ärzt
liche Beruf widmen wollen, entgegen.
DaS neue Gebäude des „Joyns Hop
kins' Hospital" zur Aufnahme von Neger-
Panenten geht seiner Vollendung entgegen
nnd wird bis zum 1. Dezember zur Benut
zung fertig stehen.
Die Wagcnbauer Gebrüder Herr in
Westminster, Md., haben für da „John
HoptinS' Hospital" eine Ambulauzwage
nach speziellen Plänen gebaut, um ihn so
praktisch, al möglich, zu machen.
Sute Lehren für junge MSnuer.
gastlich röftnuna r bklaNn in vm
t>usr de .Trutsch,, Ehrtsttich Br
ein Hnnar Z>iännr.-
Die große Halle im Gebäude des „Deut
schen Christlichen Berein Junger Männer,"
Nr. 1017, Ost-Ballimorestraße, war gestern
Abend b> zum Erdrücken besetzt. E fehl
ten wohl wenige der Gönner dieses in so
kurzer Zeit so erfolgreich gewefenen Verein.
Alle waren gekommen, um der Eröfs-
Illing der Abendklassen lm Englischen und
Schönschreiben beizuwohnen.
Eingeleitet wurde das Fest durch da
Pianosolo„Menuetto," vorgetragen von Hrn.
Karl W. Kaufmann. Hr. Max Klawe
brachte in vorzüglicher Weise da Bariton
folo „das Mutterherz" zu Gehör, und Frl.
A. A. Cdapma sang da Sopransola
..Ovui l>nnßKes" mil großem Erfclgc.
Dan begrüßte Präsident H. C. W. Kum
lchn die Anivefenden- Er sprach sein Be
dauern darüber ans, daß die neue Turn
halle, die man schon im letzten Jahre zu
bauen beabsichtigt hatte, leiser nichl fertig
gestellt werden konnle. Er hoffe jedoch, daß
die Halle nächste Jahr um diese Zeil femg
gestellt sein werde.
Hr. Thomas K. Johnson brachte sodann
das Solo „lievel, desit" zn Gehör, das
mit großem Beisall ausgenommen wurde.
Prof. Otto Fuchs, Prinzipal des „Mary
land-Instituts," hielt sodann eine längere
Ansprache. Nach kurzer Eiilleitung kam er
auf den Zweck und Beruf de Vereins und
ähnlicher Institutionen zu sprechen, sowie
die Vortheile, die Denen dnrch den Verein
erwachsen, die im schon vorgerückten Alter
darauf angewiesen sind, Kenntnisse zu er
werben, welche jedem strebsamen Menschen
gcschäslUcher und sozialer Beziehung so un
entbehrlich sind. Je mehr die Well in der
Knllur vorschreite, desto nothwendiger sei eS,
Jedem die bestmögliche Gelegenheit zu bie
ten, sich sür feinen Beruf nach Kräflen aus
zubilden. Hochherzige Menjaiensreniide lie
ßen eS sich angelegen sein, ihren Mitmen
schen, die es nöthig habe, unter die Arme
zu greifen und ihnen Das erreichbar zu
machen. waS sie sich selber nicht verschaffen
können.
Hr. Fuchs wies darauf hin, daß es kaum
zu ermessen sei, wie unendlich viel eine
solche Gesellschasl für das allgemeine uno
individuelle Wohl vieler Jünglinge lhun
könne. Wenn man sich in den freundlichen
Zimmern des allerding bescheidenen Heim
des Verein umsehe, so finde man überall
die beste Fürsorge getroffen, nm den Besu
chern den Auseitthali so angenehm, al mög
lich, zn gestalten. Sowohl für geistige, als
auch physiiclie Ausbildung sei bestens ge
folgt, ebenso für gesellige Unterhaltung.
Alle seien willkommen, vorausgejetzl, daß
sie dasselbe Bestreben milbrinaen: nämlich
miizulelfeii au dem guten Werte oder ge
bührenden Gebrauch davon zu machen. Der
Ersolg solcher Institute beruhe aus Gegen
settigleil und könne nur dann stattfinden,
ivenn die Dlreklion in Händen von Lenlen
fei, die bereilwilligst uno in uneigennütziger
Weise ihre Zeil, Mühe, Einfluß und, wenii'S
sein muß, Mittel opfern, dabei fiel bestrebt
seien. Andere herbeizuziehen, welche die
Sache unlerstützen. Dann müßten aber
auch Diejenigen, für deren Wohl der Verein
gestiftet sei, in genügender Zahl erscheinen
und durch Fleiß, Slribsamleil und Aus
dauer beweifen, daß ihnen gebotene Vor
lveile in passender Weise gewürdigt werden.
Da Letztere legte Hr. Fuch den Schülern
speziell an's Herz. Er sagle ihnen, daß sür
die kürzlich Eingewanderten die Erlernung
der englischen Sprache von Nöthen sei, da
sie sonst Anderen gegenüber, welche vielleicht
nicht so intelligent sind und iilcht so guie
technische Ausbildung haben, wie sie, im
Nachtheil seien. Prof. Fuchs ging fodann
des Längeren auf die von ihm gemachlen
Erfahrungen ein, als er nach Amerika kam,
uno wies darauf hin, wie wenig geachtet die
Deutschen zu jener Zeit waren und wie sie
sich feil der Zeil in diesem Lande Bahn ge
brochen. Der Amerikaner erkenne die vor
züglichen Eigenschaslen und Leistungen der
Eingewanderten im Ackerban, Gewerbe,
Kunii und Wissenschaslen an, sowie die be
deutenden Vortheile, die diesem Lande da
durch erwachsen sind. Wollen die Schüler
des Vereins ihrem deutschen Name und ih
rem Adoptiv - Balerlande Ehre machen, so
können sie Das erst dann thu, wenn Sie
der Landessprache mächiig seien.
Einen großen Vortheil habe jeder junge
Mensch hier, wenn er denselben nur zu be
nutze verstehe. Es gebe ämüch hier nicht
die engen schranken und Linien, wie d'rü
beii. Er könne sich seinen Berns nach seinen
Fähigkeiten wählen und seine Stellung
sichern. Der Fleißige und Strebsame finde
immer sein Auskommen. In dem Grade,
wie er seine Kenntnisse zu verwerihen ver
stehe, werde er in dem Wettlause mil seinen
Conturrenlen seine Slellnng behanplen, und
hier rief brof. Fuchs den jungen Leuten zn:
„Erheb: Euch über die Mittelmäßigkett hin
aus, was immer izuer Beruf sein mag, lrach
lel sietS, mit in den vorderen Reihe zu ste
hen; nehmt jede ehrbare Gelegenheit wahr,
die Euch dazu verhelsen kann." Et meine
damil nicht, daß sie die mtt Fü
ßen treten oder gewaltsam zurückdrängen,
denn damit wäre die Grenzlinien der
Sirebsamkcil überschritten und das verhagle
Gebiet der Selbstsucht und des Eigennutzes
betteten, wovon die materielle Welt leider
zu viel proyende Exemplare auszuweisen
habe.
Hingegen sollten sie, wenn sie höher auf
eigenen Füßen stehen, sich der Schwachen
annehmen, sie ermuntern, ihnen den Weg
zeigen, sie in den Verein bringen, wo sie
aligesangen, selbst mit Hand an's Werk an
legen uns mit an dem Strange ziehen, der
dazu beitragen, deu Namen ni:k>
guten Ruf nicht nur zu bewahren, sondern
immer mehr zu verbreiten nnd dadurch deu
Wirkungskreis eriveilern, sowie auch Die
jenigen, oie die Leitung sühren, zu erneuerler
Aiistiengung ermuntern. Dann schloß Pros.
Fuchs mil den Worten: „Zum Schluß
glaube ich im sinne aller Gönner dieses
iobenSwerlhen Vereins zu sprechen, wenn
ich de Wunsch und die Hoffnung ausdrücke,
daß die Erwarluiigen des Vorstandes, sowie
die eifrigen Bemühungen des Herrn Sekre
tärs, das kommende Jahr mil dein besten
Ersolg gekrönt werden, nnd daß eine große
Anzah' Smüler, sowie auch sonnige Freunde
an deu Turu- und Lehrllassen, wie an den
geselligen Unterhaltungen in Lause des
Winters regen Anivett nehmen mögen."
Nachdem der schallende Applau?, welcher
dcr Rede des Prof. Fuchs solglc, verhalll
war, trugen Tr. Charles H. Cockcy und
Karl Kaufmann ein Duett für Flöle nnd
Piano vor, und Hr. George Savage hiell
eine kurze Anrede in engli'cher Sprache. Er
machte dann speziell aus die Vortheile aus
merksam, welche den jungen Lenlen durch
daS Erlernen der englischen Sprache erwach
sen. Nachdem sodann Hr. Johnen einen
weiteren Solovorlrag zu Gehör gebracht
hatte, stellte der Sekretär, Hr. Benno G. v.
Zastrow, den Anwesenden die Lehrer der
Äbeiidklassen vor. welche Ansprachen über
ihre verich.coenen Lehrfächer hiellen. Es
waren dies die HH. Karl F. Heßler. Eng
li'ch; F. Bickenbach, Turnen, und Karl
Brlgqcmailn, Zeichnen. Nach Gesang eines
Duetts Seilen der FrlS. A. Chapman
und Haliie Brinkmann, sowie eines Conp
lelS durch Hrn. Max Klam: folgte Schluß
der Feier.
Der Stundenplan für den Abendunter
richt m de Klassen ist folgender: Unterricht
im Englischen—Montag und Mittwoch für
Anfänger von 8 bis Z 9 Übr; für Fortge
schrittene von Z 9 bis 410 Uhr. Unterricht
im Schönschreiben Montag und Mittwoch
von jlo bis 10 Uhr. Unterrichl ,m Zeichnen
Dienstags, von 48 bi 10 Uhr. Turnen am
Montags- und MiltwochS-Abend von 8 bis
49 Uhr. Die religiösen Versammlungen fin
den jeden Sonntag Nachmittag von 4 bis 5
Uhr statt. Auch die Gejangsabtheiluiig des
Vereins verdienl Erwähnung.
2m Sentral- Sedäude
des „christlichen Vereins junger Männer,"
Ecke Saraloaa- und Charlesstraße, fand ge
stern Abend auch eine Eröffnungsfeier statt,
z welcher sich viele Hundert Besucher einge
funden hatten. Pastor W. Babcock hielt
eine Anfprache, und ein Quartett de „Bal
ttmor.'Male-Ehorns" lrng erschiene Lie
der vor. Später wurden in der Turnhalle
eine Reihe lurnerischer Uebungen vorgeführt.
Heute ist sie letzte Registrirung.
Forderung-Angebot e.—lm
Sladt-CominisfärS - Bureau ginge Forde
rilngS-Angebole für bie Rivelllrung, Gossen
randstelnsetzulig und Pflasterung der Fair
mouilt - Avenue, von der Pallerson-Parl-
Avenue bis zur Luzeruestr. e,n; eS Verlan
gcn: Geo. Judge für Nivelliren 29 CenlS
pro Kubik-Zarv, 35 Cents pro Fuß für Gof
finrandsteine, 15 CenlS pro Quadralsuß für
Pflasterung; M. F. Leonard 13, resp. 394
und 54; James T. McGovern 5, resp. 40
und 5j CtS.; Schneider K Sohn 18, resp.
40 uno 5Z Cr?., und Patrick Keelty 8, resp.
37 und 7 Der Conlrakl ist noch nicht
ausgegeben.
ALeqen Einbruch in das HanS
Nr. 208, Süd-Sprillgstraße, wurde gestern
„Dinly" Kelly, eine Negerin, um ihreu
Prozeß ab;uwartcn, vom Polizeirichter
Maloney m' Gefängniß gesandt.
Schuldig befunden. Im Bak
limore-County-Gerichte zu Towson wurde
gestern H. Jackson, ein Neger, des Dieb
stahls von Baargeld im Betrage von D3O
von John Bank, am Paiapsco-Neck wohn
hast, schuldig besuiiden.
Karl Hietz wurde in demselben Gerichte
der Erlangung vo Geld unrer Vorspiege
lung falscher Thalsachen von Frau Leo Mil
ler von Eanton, Bailimore-Coumy, schuldig
befunden.
Slus den Gerichtstiöfen.
Im Superior-Gerich! begann gestern der
Prozeß der Firma M.C. Marriner K Bruder
von Rockyhock, N.-C., wider d>e „Baltimore:
Steam-Hacket-Comp." zur Erlangung von
1481.58, dem Werth nicht abgelieferter
Waaren. Die Klage resultirt aus dem
Brande des Union-Docks vom 14. Juni
1892. An jenem Tage sandle die hiesige
Firma Hurst, Puruell 6- Comp, an die Klä
ger die Waaren ab, doch langten Letztere
niemals an. Die Beklagten behaupten, daß
dieselben bei jenem Brand zerstört wurden
und daß sie durch die in ihrer Ladeliste ent
haltenen Bedingungen für durch Feuer ent
standene Verluste nicht veraiitwortlich seien.
Tie Kläger behaupten, baß sie nicht wissen,
daß die Waaren bei'm Brande verloren
Dock durch ihre Nachlässigkeit zerstört wurde,
dafür verantwortlich zu machen seien. Fer
ner wollen die Kläger in Ersahrnng gebracht
haben, daß Waaren, die den ihrigen ent
sprachen, von der Gesellschaft nach dem
Brande verkauft und der Betrag vou ihr zu
rückbehalten wurde. Barton Q Wilmer und
Edwin Harvie Smith erschienen als An
wälte für die Beklagten, während I. H.
Thomas, I. Lemmon und C. B. Clor
wonhy die Beklagten verträte::.
Verlangen Schadenersatz.
John A. Balchelor ließ gestern im Supe
rior-Gericht die „Traciloii-Compagnie" aus
H5OOO Schadenersatz verklagen. Cr behaup
tet, daß am vorigen S. September ein Wag
gon der Gesellschaft au der Fort-Avenue mit
seinem Gefahr! collioirle, wobei er schwere
Verletzungen erlitt. A. Foley Butter ist sein
Anwalt.
Wm. H. Holland ließ gestern im Common
Pleas-Gencht durch Schmucker K Whnelock
und H. P. Sadtler Klage wider M. L.
Straus K Max Straus, in Firma „Tbe
People'S Outfitting Company," ans G3UOO
Schadenersatz einreichen wegen angeblich
unrechimäßigen Eindringens in seine Woh
nung u. Foriführung verschiedener Möbeln.
Im felben Gericy! klag! Georg Hooper
durch Ruddell K Hall wider die „Traclion-
Company" auf?soo für Verletzungen, bezw.
Beschädigungen, die feinem Pferd und Wa
gen bei einer Collision zugesügt wurden.
Dieselben Anwälte mach'.en sür Frank
Spätzier wider Cha. A. Coombs, den Se
quester de: „Annapolis-Baliimorer Shorl-
Liiic," Klage auf P3OOO Schadenersatz an
hängig, behauptend, daß ihr Klient am I.
Juli vou einer Lokomolive überfahren
wurde.
Gebrochene Zreuschwüre.
Rahel Naivisch ließ gestern im Kreisge
richt Nr. 2 durch ihre Anwälte Fuld K Win
ternitz ihre Scheidung von Tisch und Bett
vou Archer Naidisch beantragen. Sie gibt
an, daß sie vor drei Jahren i Alcxandrosf,
Rußland, heiratheten, seit zwei Jahren hier
wohnen und daß ihr Gatte, der ei HauS-
Anslreicher ist, sie vor zwei Monaten ver
ließ. Klägerin ersucht um Alimente.
Joshua H. Bradburn klagt im Kreisgericht
Nr. 2 auf Scheidung von seiner Frau Nel-
Ue G. Bcadburn. Er gibt an, daß er am
29. Mai 1877 mit ihr den Bund für' Le
ben schloß. Er habe mil seinem HerzenSen
gel glücklich zusammenlebt und sei immer
bereit aeivese, seine eheliche Pflichie zu
erfülle, bis im Jahre 1390 der Engel fiel
in unglückliche Gewohnheiten nämlich
und in diesem Zustand die Geselljchast von
Personen suchte, deren Gewohnheiten sc nn
glückliche waren, wie ihre eigene. Wegen
ChebruchH den seine Frau angeblich began
gen, bitte! Kläger darum um Scheidung,
fowie um die Aufsich! über die zwei der Ehe
entsprossenen Kinder.
?aZ alte Zsie.
Richler Dennis bewilligte gestern im
Kreisgerich! ans da Gesuch vou Harry
Ebaugh einen vorläufigen EinhattSbeseh!
wider die „Trust, Loan K Guaraittee-Co."
und die „Secnrity Loan 6- Gnarantee-Co."
Der Kläger gibt an, daß er vor 18 Monaten
KIOO von der ersteren Gesellschaft borgte,
wobei er sich verpflichtete, §5.41 monatlich
als Zinse und Abschlagszahlung zu zahle.
Die Anleihe sei an die zweite Gesellschaft
übertrage worden, und jetzt beabsichiigie
man. wie Kläger angibt, die Anleihe zurnck
zuüberlrage und die Hypothek zu kündige;
auch behaupten d e Beklagicu, wie es heißt,
daß die monatlichen Abzahlungen von der
Schuld nur Zinsen gewesen seien und sor
dern die ursprüngliche Summe vou §lOO,
so daß er, nachdem er bereit §lOB gezahlt,
noch wettere §lOO zu zahlen hätte. A. F.
Butler und C. S. Beiijon sind die Anwätte
des Klägers.
Notizen.
Amelia Tukp, in Firma A. Tulp Sc Co.,
Gerber, Nr. 22, Nord - Springstraße, und
Friedrich Tulp, ihr Galle, nahmen gestern
eine Vermögeiisübertraquug an I. Krebs
Rusk, jun., vor. Letzterer leistete §5OOO
Bürgschaft. Die Pasnva betragen §2OOO,
den Betrag eines fällig gewordenen Wech
sels.
Die „M. S. Pacholder-Company" ivurde
gestern durch Pembroke Lea Thorn, Mitchell
S. Wacholder, Joseph Hill Daivson, Chas.
E. Kieman nnd Alexander Heron zum Zwecke
der Fabrikation von Cigarrenen und Cigar
ren lncorporirt. Das Aktienkapital beträgt
§lO,OOO zu 100 Antheilen §lOO.
Etwa 150 Besitzer kleiner Läden erschienen
gestern >m Criminalgenchr, nm sich wegen
Nichtbezahlung ihrer Licenz vor und an dem
I. Mai zu verantworten. Die Mehrzahl
der Angeklagten waren Ausländer; sie de
zahlten in den meisten Fällen ihre Licenz
und die Kosten des Versayrens, ivolauf die
Anklage gegen sie sistirl wurde. Eine große
Anzahl Perioneii wurde naturalisirt.
Das Testament des kürzlich gestorbenen
Hrn. Joh. S. Leib, KassirerS der „Nörd
lichen Eeittral-Bahn," wurde gestern im
Waiiengerich! geöffne!. Der Erblasser er
nenn! seine Wittwe zur alleinigen Erbin
und Testaments-Vollstreckern! ohne Bürg
schaft.
Heute ist die letzte Negistrirnng.
Ein prächiiges Gotteshaus.
Nächsten Sonntag wird die aus'S Präch
tigste renovirteKirche der vierte reforminen
Sc. Johannes-Gemeinde an der Nord-Cal
vertstraße dnrch Pastor Paul Wienand von
Nenem eingeweiht. I ihrem neuen Ge
ivanoe kann man die Kirche ohne Bedenken
als eine der schönsten deutschen Gotteshäu
ser Baltimore's bezeichnen. Die Gallerte ist
abgerundet worden, um von den Seilenseu
stern mehr Licht zn gewinne; prächiige
FreSkomalereie lenken die Gedanken der
Andächtigen auf religiöse Dinge, und bunle
Fenster lassen ein mattes Lich! durch die er
richtete Kanzelnische aus die neue Kanzel fal
len. Alle diese Verbesserungen sind haupt
sächlich dem Strebe des ihatkrästigen Pre
digers, Pastors Paul Wienand, zuzuschrei
ben, während die Mittel in hochherziger
Weise beigesteuert wurden, so daß die Ge
nicindekasle nicht im Geringsten belastet zn
werden brauchie. Zu allernächst gab der
„Frauen-Verem" §lUiio zu den allgemeinen
Kosten, der „Jugend - Verein" kansie einen
schönen Kandelaber für §5O, der „Singchor"
ließ für §65 die neue Kanzel errichten, die
-oni'.tagsichnle laufte die neuen Fenster für
§125, der „Frauen-Verein" kaufte außerdem
neuen Teppich, sowie elnen Talar für den
Prediger, und Freunde kauften Altar- und
Kanzeldecke, eine ichöne Bibel und andere
Samen. Der Pred.ger der Gemeinde ist auf
seine Kirchenmitglieoer äußerst stolz und be
reite: eine große Festfeier vor, bei welcher
ein besuchender Amtsbruder die Festrede hal
ten wollte. Der Kirchenillth wünscht aber,
daß Pastor Paul Wienand die Weiherede
selbst halten soll. Der Gottesdienst beginnt
um 10 Uhr Vormittags. Am Abend findet
ein gemeinschaftliches Fest der fünf refornur
len Gemeinden stau, wobei Pastor Tr. M.
Bachmann die Hauptrede halten wird.
Angeblich ein Verständniß.
Enlgcgen allen früheren Meldungen hieß es
gestern, daß am samstag in einer Confe
reiiz der Delegaten der sechs Brüderschaften
der Bahnangestellten der „Baltimore-Ohio-
Bahn" und des BetriebsverwalterS Odell
eine Einigung übe: die beabsichugle Lohu
redukrion erziel! wurde. Die Delegalen
:eisten am Samstags-Abend nach Hause; sie
waren über das Resultat ihrer Berathungen
sehr schweigsam, doch verlautet nunmehr,
daß sie in "eine Reduktion von 7i Prozent
für eine 9 Monate nichl übersteigende Zeit
einwilligten.
LigeJohnson leugne t. —Lige
Johnson hat gestern die Erklärung abge
geben, daß die Farbige, welche kürzlich in
der östlichen Polizeistatton unter der Anklage
des ungesetzlichen Schreibens von Lotterie
looseit unter Bürgschaft für ihren Prozeß
gestellt wurde und angab, Mary Ward zu
heißen, nicht, wie angegeben wurde, feine
Gallin sei. Er behauptet, die sog. Mary
Ward gar nichl zu kennen.
Der Stundenplan sür die
höheren Töchterschulen wird
zur Zeit von Prof. W. F. Wardenburg,
dem prinzipal der östlichen höheren Töchter
schule, und Prof. Andrew S. Kerr mit Rck
ficht auf die vom Schulrath beschlossene Eiu
subrung de UnterrichlS :n der laleinische
Sprache geändert. Der Kursu ,n Literatur
wird statt vier Jahre nur drei Jahre sauern
und Artthmeiik, Etymologie und Rhetorik
ganz beseitigt werden. Aus diese Weife wird
Zeit sür den lateinische Unterricht gewon
nen, und gleichzeitig kaun oem deutschen
Sprachunterricht mehr Sorgfall gewidmel
werden. Die Zöglinge des zweiten Jahre
werden zwei Mal und diejenigen des dril
len und merlen Grade fünf Mal wöchenl
lich Unierrichl in laleiinscher Sprache erdal
ten. Deutscher Unterricht wird im rweit-n,
dritten nnd vierte .ih >, o.<i .r >i > , i
lich enhc tt werde.
„S imchath Thor a." Für den
„modernen" oder Reform-JSraellten bild
der gestrige Tag das Schlußfest des Fest
monalS. Das ist er auch oer biblischen
Satzung nach, wozu rabbinische Anordnung
einen zweiten Tag hinzugefügt ha!, und das
orrhodoxe Jndenthum hat daher heule noch
einen weiteren Festlag, welker auch als
„Simchalh Thora," Freudentag inil der
Thora. bezeichne! wird. Im aitgläubiqe
Gottesdienst werden die süui Bücher Miosis,
welche unter Nameu „die Thora" bekannl
sind, alljährlich durchgelesen, Da? heiß!, an
einem jeden Sabbath eine verhältnißmaßige
Anzahl von Abschnitten, so daß das Sctiluß
kapilel am „Simchalh Thora" znr Verle
sung kam. Und dieser Tag wurde dann zum
Frendenlag für ganz Israel. Tie Syna
goge war festlich geschmückt, die Kinder
zogen dahin mit Fähnchen > der Hand, auf
denen kleine Wachslichter brannten, und die
gewöhnliche Zahl der zur Thora-Vorlesuiig
dehnt, ja, die Kinder durften auf die Platt
form lreien und an der Vorlesung Theil
nehmen. Im Jubel wurden die Thora-
Rollen in Prozession gelragen. Die Tkora
ist eben der Kern- und Sammelpunkt des
JndenlhnmS, und die Liebe und Anhäng
lichkeit -u Vieler Thora, dem civig verbind
lichen Gesetz, hat das Judenihnm durch alle
Jahrhunderte erhallen und gelragen. Die
jüdischen Feiertage wären also für dieses
Jahr zu Ende.
Für die Armen sandle gestern Frau
Schumacher von Nr. 1712, Park - Avenue,
ein Bündel Kleider nach der nordwestlichen
Polizeistalion.
Tie „D i st r i k t S - A s s e m b l y Nr.
41" der „Arbeitsritter" hielt gestern Abend
in der „Jndustrial - Halle" ihre JahreSver
sammlung ab, wobei Werkmeister
cahy den Vorsitz führte. Jalob G. Schau
farber wurde als Delegat für die Nalional-
Conventto oer „ArbeilSriller," die am 14.
Ziovember in Philadelphia stallfinden wird,
erwählt mit Karl Greif als Stellvertreter.
Seine Auflösung beschloß gestern
Abend der „Baltimorer Verein der Vlum
berS," welcher seit vier Jahren bestand. Der
Beschluß kam gestern Abend in einer Ver
sammlung in oer „Jndustrial - Halle" zu
Slande und ward mil dem allzu geringen
Jnleresse, welches die Milglieder am Be
stehen des Vereins haben, molivirt.
Wegen angeblicher Mithülfe
an der Beraubung der Frau Margarethe
Winslow von Washington wurde gestern
Nah iL. Snowden, der dekaiinlc junge Bal
timorer, den Behörden von Balrimore-Co.
überliefert.
Der Jahresbericht der „Henry Wat
fon-Kind e r - H ü l f qefel l f ch a sl"
für ihr 32. Fiskaljahr ist erschienen; darnach
wurden im verflossenen Jahre 48 Kinder
von der Gesellschaf! auf dem Lande unter
gebrach!, 2 Knaben und S Mädchen nach
anderen Austollen geiandi. Diejenigen,
die auf dem Lande ein Heim gefunden, wer
den als Adopllvkinder erzogen. Die Gesell
schaft unlerhäl! ein Mädchenheim-, ein Kin
der- und ein Nähmaschinen -Departement
zur Unterweisung von Mädchen un Nähen,
Zuschneiden und Anpassen.
Im „Baltimorer ärztlichen
Colleg" nahm gestern da neue Studien
jahr Mi! 225 feinen An
fang. Prof. Sam. T. Carle hiell die Er
öffnungsrede.
Lokalberichte aus Washington.
Mord und Todts ch l a g zeichneten
den Sonntag aus. John E. Sdoemaker,
ein Farmer und Vater vou drei Kindern, er
schlug eiiieu Zieger, Namens ThoS. Mat
thews, nahe Tennallyiown, James Owen
wurde von einem unbekannten Neger an
Nord-Eapitolstraße mil einem Messer in den
Unterleib gestochen und ihm Verletzungen
beigebracht, welche wahrscheinlich
znr Folge Kaden werden; der Zieger Solo
mon Jackson wurde, lödllich verletzt, iu
Trumble-Court aufgesuudeu, und der Neger
Edward R. Reid wurde von dem Sergean
ten Kenney erschossen, als Reid dem Polizi
sten Slinner, welcher ihn wegen Diebstahls
verhaften wollte, ein Messer in die Brust zu
stoßen versuchte.
Iu dem Hause von Mary <--colt, Nt. 65,
M-Str., S. W., gcrielh Gilbert Jenkius,
ein Marinesolda:, mir Robe:! Puinphrey u.
Robert Siover in wlreit und wurde mi!
einem Messer in den Unterleib gestochen.
Pumphrey und Stover wurden verhasiet.
Matthew Quigley und sein Sohn Patrick
gerieihen nzhe ihrer Wohnung, Zir. 37, G-
Str., Zi.-W., in einen Wortwechsel, der in
Thätlichkeiten auSarlele und dann! endele,
daß der Sohn seinem Vater mit einem
Steine den Kinnbacken einschlug.
Von feinem Wagen herabge
stürzt ist gestern Morgen in der Nähe
des Center-Marktes C. Boivman und
sich schwere Verletzungen an Kops u. Schül
ler zu.
Iu der katholischen U iver fl
t ä t wurde gestern das akademische Stu
dienjahr mit einer Feier in der Kapelle be
gonnen, bei welcher Gelegenheit der Neklor
Bischof Keane die Festrede h,ell.
Geschieden wurde durch Dekret des
Richters Cox Charlotte Metz vou ihren,
Gatten John Colli Metz mit dem Rechte,
ihren Mädchennamen Forrest wieder anzu
nehmen.
Die b e i d e n,,Cr a n k S" i d e n t i f i
zirt. Der Geistesirre Joseph Washing
ton, welcher im „Weißen Hanse" ausgegris
fen worden, ist als Jo'eph Gantz von Ta
cony, eincrVorstadl von Philadelphia, iden
t.sizirt worden, von wo er seit Mtttivoch
verschwunden war. Ein Bruder des Un
glücklichen Halle dem Polizei-Inspektor Hol
iinberger eine Beschreibung de Vermißlen
gejandl, und es steltte sich heraus, daß der
Name Gantz sich auch auf einem Hemde des
Mannes befand.
Tes anderen GeisteSirren Name ist, wie
sich herausstellte, nicht Golllieb Spiller,
sondern Spiegel. Der Unglückliche kam von
New Jork, wo er erst kürzlich aus einer Jr
renaniral! einlassen worden war.
D e r „B u u d d e r A l l e n" hat auf
morgen, Mittwoch, den 4. Okteber, eine
Versammlung nach Faber's Halle anbe
rauml.
Der Oktobertermin derDistrlktS
gerichle wird heute eröffnet. Im Kreis
gericht Nr. 1 wird Richter Bradlen und in
Nr. 2 Nichler Cox zu Gerichie sitze. Erste
rer wird die im! geraden Nummern bezeich
neten Prozeßfälle und Richter Cox die ande
ren hören. Ans der Registrande stehen 961
Fälle, und würde der PoUard-Breckinridge-
Prozeß, der mit Nr. 56 bezeichnet ist, vor
Richler Bradley zur Verhandlung kommen,
obschon es wahrscheinlicher ist, daß er erfl
über zwei Jahren ausgerufen wird.
Richter McComas wird im Criminal-Ge
richt Nr. 1 und Richler Cole in Nr. 2 den
Vorsitz führen.
Vor Richler McComaS werden heute über
die Einrede in dem Ford'scheii Theater-Fall
Verhandlungen stattfinden.
Der „W as h - n g t o u e r Zi t h er -
Club" hat als Beamte die HH. Harry E.
Rnpprechr Präsident und Dirigent, Harry
Anderson Sekretär und Schatzmeister, Fntz
Eckstein Vice - Präsident und Bibliothekar
wiesererwählt.
Ei „Sachsen-Bund" wird sich dem
nächst iu Washington bilden, und sind alle
Ur-Sachien, welche gesonnen sind, demsel
ben beizutreten, auf morgen, AbendS 8 Uhr,
nach John Bieligt's Halle zu einer Besprc-
Movile uuter Wasser.
Mobile, Ala., 2. Okibr.—Ein heute
früh eintretender starker südöstlicher Wind
hat die Wasser des Golss gegen die Küste
getrieben, so daß bis 1 Uhr Nachmittags der
Fluß bis zur Royalstraße, vier Häuser-Ge
vierie vom Ufer, gestiegen ist. Der von der
Fluih angerichtete Schade ist bis jetzl n>ch!
zu ermesse. Die gesamntten EngroS-Ge
schäsce der Stadt, sowie der größte Theil der
Verkausslädcn sind überschwemmt und Tau
sende von Dollars werth Waaren ruinirt.
Das Lootsenboot „Ida Law" ward auf die
Werste am Fuße der Lt. FranciSstraße ge
trieben, und das Bai-Boot „Heroine" zer
schellte an der Werfte der „Mobile - Ohio-
Bahn," das Baißoot „CreScent" verließ
Point Clear zur selben Zeil, wie die „He
roine," aber bis spä!Nachmittags hatte man
noch NichlS von ihm gehört.
Berichtet wird, daß drei Baggerboote,
welche im Kanal arbeilelen, verloren gingen.
Fünszig Meilen Geleise der „LoniSville.
Nashviller Bahn" der Küste entlang sollen
unter Wasser stehen und die Brücke zu Bi
loxe weggeiqwemmt sein. Von den in de
Niederungen östlich von hier wohnenden
Gärtnern ist bis jetzt noch keine Nachricht
eingetroffen, und wird das Schlimmste be
fürchtet. Telegraphische Verbindung nach
fast allen Richtungen ist unterbrochen, und
aller Wahrscheinlichkeit nach wird Mobile,
sobald Dunkelheit eintritt, gänzlich von der
Welt abgeschlossen sein.
Der Slraßenbahn-Verkehr ist in Folge
teS DarniederliegenS der Lettungsdrähie
gänzlich eingestellt und die beste AuSsichle
sind vorhanden, dag auch da eleklrische
Licht versage wird, da die Fluih jeden Au
genblick die Feuer unter den Dampfkessel
im „PowerhanS" zu löschen drohe. Tie
Hauptstraßen werden mit Booie beiahren
und Hunderte von Personen, bis unter die
Arme im Wasser stehend, sind damit beschäf
tigt zu reiten, was zn retten ist. Tie Thür
ine des GerichlSdaujes, sowie -er Chri
stu-Kirche wackeln bedenklich. Baggerboot
Nr. 5 ging nahe dem Leuchlhaui'e unler und
ein Mann der Beiatzung ertrank, während
die klebrigen durch den Remorqueur
Sam" gerettet wurde. Ein unbekannter
Mann, welcher vcm Union-Depot nach der
Royalstraße zu gelange suchte, glitt am
der Governmeiitslraße au und ward
ven unter die B:ücke geschleu
> - I. !ro er ertrank.
Europäische Rabetberichte.
Der LUtreiäistanzler nicht meyr
scr SUte.
Ter Kobnrger braut wIS. Anarchistisch
Wüblcrrt in Spain— Znicrssani Siaid
Kissingen, 2. Okt.-Wie gewöhnlich
bei Reconvaleszcnlcn im vorgefchrittenen
Alter, so ist es auch bei'm Fürsten Bismarck
schwer, von einem Tage zum anderen vor
auszusagen, wie er sich befinden wird.
Sicher ist, daß seine letzte Krankheit sichtliche
Spure zurückgelassen, uiid ebenlo zweifel
hast, ob er jemals feine frühere Krafl und
Gejuildheil wieder erlangen wird. bis
her fortschreitende Besserung ist au? S Neue
durch eine gänzliche ge
hemmt worden, da er die tun vorgesetzien
Speijeu kaum berührt. Die Gerüchte, dag
er einen Anfall von erlitten,
scheinen sich dadurch zu bestätigen, daß seine
rechte Hand augenscheinlich gelähmt!,?- Cr
grüßt mit der Linken und unterschreibt niil
derselben die ihm vorgelegten Briefe.
ist in de letzten Wochen vedentend geallert
und lange ich! mehr die hünenhafie Erschei
nung, wie noch vor wenigen Monaien.
Bei'm Ein- und Aussteigen müssen ihm
stets zwei Diener behülslich sein, und er
selbst klagt darüber, daß er Tag und Nacht
vou Schmerzen geplagt sei.
Graf Herbert, der des Fürsten, er
klärt, daß die Krankheit seines VatetS da
durch hervorgerufen wurde, daß er ein halb
stündige Bad genommen, als die Tempe
ratur 28 Grad Reaumur war und dann bar
häuptig 15 Minuteu lang im Freien gestan
den, um die Frankfurter Deputation zu em
pfangen.
Die „Leipziger Nachrichten" melden, daß
Tr. Schweninger die Abreise des Fürsten
Bismarck auf Mittwoch dieser Woche zur
Mittagszeit festgesetzt habe. Ter Zug wird
nicht in Berlin anhatten und um 11 Uhr
Mittwochs - Nacht in FriedrichSruhe ein
treffen.
Zhm feklt am Nslliiücu.
Wien, 2. Okiober. Fürst Ferdinand
von Bulgarien ist trotz des Vorschusses vo
8 Millionen Francs, die ihm die Coburger
in den letzten 3 oder 4 Jahre geleistet, schon
wieder in Geldverlegeiihenen. Vergange
nen Winter gab er i hiesiger Stadt große
Summen aus, als er sich zur Hochzeit voi
bereilete, und sparte auch bei'm Einzug in
Sofia mit seiner Braut kein Geld. In letz
ter Zeilist es ihm schwierig geworden, die
Aufgaben der großartigen Poshaltnng zu
decke. Der Herzog vo Perma, sein Schwie
gervater, sowie Baron Hirsch haben ihm je
eine Million Francs vorgeschossen.
tnarcht in Spanien.
Barcelona. 2. Oktober. Obgleich
die Polizei seit den letzien zwei Woche be
scnder thätig war und unablässig aus Anar
chisten fahndete, zeigt es sich doch, daß eine
beirächlliche Anzahl der Letzteren och immer
ihr Wesen treibt. Im Städtchen Villamueva
la Gellrn, 25 Meilen südwestlich von hier,
fand ei Polizist auf seinem Patrouilleiigang
nahe dem Hause des Bürgermeisters acht
Bomben, die anscheinend mehr, als hinreich
ten, nm da HanS in die Lust zu sprengen.
Die Bomben waren mit Zündschnüren ver
sehen, die, wie man sehen konnte, auch ge
brannt hallen, doch war die Conslruklioil
der Bomben eine so fehlerhafte, daß eine
Explosion nicht erfolgte. Der Fund hat
große Aufregung unter den Bewohner des
Städtchens hervorgerufen.
Eine große Anzahl anarchistischer Flug
blätter wurde in den verschiedenen Distrikten
von Calalonien verbreitet, doch ist es bis
jetzt noch nicht gelungen, weder deu Drucker,
noch die Venreiber dieser Literatur kennen
zu lernen. In den Flugblättern wird be
kannt gegeben, daß in Kürze der Tod Pal
las', der wegen de Attentats aus den Ge
neral Campos zum Tode verurlheilt wurde,
durch Dynamit gerächt werde.
Madrtd, S. Okioder. Senor Prielo,
Redakteur der republikanischen Zeitung „El
Ideal," welcher am Freitag arretirt ward,
ist aus sein Chrenwor! hin entlassen worden.
Er war angeschuldigt, an der Dynamit-
Affaire vom letzte Sommer, welche die
Zerstörung de: Residenz des Ex-MirilsterS
Castillo bezweckte, betheiligt zu
sein. Senor Prieto war srüyer ein Offizier
der spanischen Armee, verlor jedoch sei
Palent durch Theilnahme an dem Aufruhr
der spanifchen Truppen zu Badajos im
August 1833.
Allerlei au dem Reich.
Berlin, 2. Oktober.-Von der Presse
und dem deutschen Schriststcller-Vcrbaiid,
sächsisch-thüringischer Bezirksverein Leipzig,
ist gestern der 70. Eevnrlslag Rudolph v.
Gottschall'S, welcher seil nahezu 30 Jahren
als Dichier, Litecar-Htstoriker und Kritiker
in Leipzig wirkl, glänzend gefeiert worden.
Dem anSgezeichnelen Manne gingen vou
Nah und Fern zahlreiche Glückwünsche zu.
Hiesige Blätter verleihen der Ansichl Aus
druck, daß die Grundsätze, zu denen Präsi
den! Cleveland sich in seinem Schreiben an
Gouverneur Northen von Georgia bekannte,
die Beachtung der Regierungen aller Länder
verdienten.
Zahlreiche Blätter gedenken des zehnten
Jahrestages der Enthüllung des Nieder
ivald-TenkmalS, welches errichtet wurde zum
Andenket: an die einmnlhige siegreiche Er
hebung des deutschen Volkes und an die
Wiederherstellung de deutschen Reiches.
Aus München liegt die Rachricht vor, daß
die von dem Hofrltth Klug gegen das ihn
wegen versuchter Benachtheiligung des könig
lichen MSkuS zu 1000 Mark Geldstrafe ver
urtheilenoe Erkenntniß eingelegte Berufung
verworfen worden ist.
Die erste Nummer der mit vielem Lärm
aiigekündigteii, für das Ausland bestimmten
Wochenausgabe der „Kölnischen VolkSzlg.,"
des Hauplorgans der rheinischen Klerikalen,
ist soeben erschiene.
Bis Ense August sind in Baden wegen
Futtermangels 4000 Rinder geschlachtet
worden.
Der „Vorwärts" sucht die polnischen So
zialdemokraicn, welche nnabbängig von der
deuycheu Sozialdemokratte sozialistische und
gleichzeitig polnisch - nationale Agitation zu
treiben eittichlossen sind, dadurch zu ködern,
daß er der Wiederherstellung Polen's das
Wort redet.
Temeiilirt wird die Nachricht, daß Ex-Kö
nig Milan von Serbien in Lnzern mit dem
serbischen Ex-Regenten RislitcS eine Confe
renz gehabt habe.
Böhmische, iowie Leipziger Druckerei-Be
sitzer lehnten es ab, das von den Inngcze
chen vorbereitete Manifest zu drucke. In
Wien ist dem Tenoristen Hesch verboten wor
den, in der Oper „die verlauste Braut" cze
chisch zu singe, weil man euie Demonstra
tion befürchtete.
Den Behörden in Wien und resp. Buda
pest fielen sechs weitere Anarchisten in die
Hälide.
Tie Etilera.
Genua. 2. Oktober. Der Dampfer
„Nemo," welcher am 15. August von hier
mit 1433 Auswanderer nach Rio de Ja
neiro und Santos, Brasilien, absegelte, er
reichte, aus der Rückfahrt begriffen, Sanka
Cruz de Tenerifa (kaarische Inseln). Aus
der Reife nach Brasilien brach am Bord des
Dampfers die Cholera aus, weshalb oie
brasilianischen SanilälZbehördei: das Lan
den der Passagiere nicht gestalteten. Als
da Uiiglücksichiff die kanarisrue Inseln er
reichte. waren 123 Erkrankungen und 64 To
desfälle vorgekommen, und noch immer gras
sirtc die Seuche am Bord. Die Rückkehr
wurde unter den größten Schwierigkeiten
unternommen. Es sehtte dem Dampser an
genügendem Borrath an Kohlen, Wasser uno
Proviant. Man glaub!, daß da Nichtvor
vorhandensein geeigneter Nahrung das Um
sichgreifen der Seuche begünstigte. Die Be
hörden von Santa Cruz versahen d:u Dam
pser mi! Kohlen und Proviain für die Fahrt
nach Genua.
Bukarest, 2. Oktober. —In den letzten
zwei Wochen erkrankten in Rumänien 54
Personen an der Cholera.
Warschau, 2. Oktober.-Tie Cholera
in ihrer schlimmsten Form greift im Gouver
nement Kolo rasch um sich.
V a l e t I a. Malta, 2. Oktober. Der
britische Dampser „Annie," Capnän Rose,
von Poti nach Philadelphia bestimmt, traf
hier mit einem Cholerakranken am Bord
ei. Der Dampser wurde unter Ouaran
täne gestellt.
R o m, 2. Okiober. Acht neue Cholera
fälle und ei Todesfall sind vo Livoriio zu
verzeichne. Aus Neapel kommt die Kunde,
daß die Cholera unter oer Besatzung der
Kriegsschiffe „Affondalore" uno „Jtalia,"
welche dort vor Anker liegen, ausgebrochen
ist.
Hamburg, 2. Oktober. Während
der mit der Mittagsstunde beendeten 24
Stunden wurden 3 Erkrankungen uns 1 To
desfall angemeldet.
Washington, 2. Oktober. Ter in
Geestemünde staiionirte Bundesarzt Tr.
Carrington meldet per Draht, daß sich dort
ei Todesfall infolge der Cholera ereignete.
Ter Verstorbene war zugereist.
New - Hork, 2. Oktober. Dr. Nash,
der in Han'vnrg stalionine Assistenzarzt der
hiesigen Ouaranläne-Behörde, erklär!, daß
der saniiäre Zustand der Siad! Hamburg
NichiS zu wünschen übng lasse. Er beirach
!ei die gegeuivärlizen Erkrankungen an der
Cholera als iporadisch und befürchle! keine
Ausbrrttung der Seuche, da die Stadt rem
und da ÄbzngSlaiial - System oerielben
ausgezeichnet sei.
„Schon feit sechs Jayrcn fiiio Dr. August
König'S Hamburger Familien - Medizinen
stet in meinem Hause vorrälhig. Ich hatte
dieselben für die besten Familien - Medizi
ne!'. die es giebt. Beul. Niemeiki, Nr.
.V I, Vliiestraje. Cincinnali. Ohio.
82.4. ßZ.4. Z.40. SZ.4. 2.4.
2.4. Nichl von der erheitern- 52.4.
... ben, sondern von der Ge
schasts - Sorte. Unsere
82.4. - Derbys
82.4. und -Alpines wachsen in 82.4.
82.4. wuschen, weil sie von ei- SZ.4.
ncm dankbaren n. zufric
-2.40. gestellten Publikum
82.4. gefördert werden. Sie 2.40.
82.4. müsscn cxklnsivcHnthänd- 82.4.
. lcr §Z.5t) für denselben
' Artikel bezahlen. Man
muß sie sehen und genau
2.4. iiispiziren, um sie zu wür- 82.4.
82.4. gen. Große Reihen von 82.4.
DerbyS und Alpines zu zz,
' §1.20, §l.7t) uud
s' "-
82.4.
Oehms ---
82 4.
A' r m e-H a l l,
82.4. 82.4.
82.4. Äl.iderh.indlts.WNlMolt-
Huthüi'dler. und
82.4. .'lu-stasfir-l, >tl.
82.4. 8.4.
82.4. 82.4. 82.4. 82.4. 82.4.
EuropSisAe Kavelverichte.
N o m, 2. Ollober.—Die Siiarfschüpen,
deren militärische Ausbildung hanpisächlich
auf die der Alpenpässe und
Mont Blank gegen eine französische Inva
sion hinzielt, haben ihre Herbslmanöver be
endet. aber werden ihre Kriegsstärke beibe
halten, da eine Entlassung der Reservisten
der an dcr italienisch - französiichen Grenze
stehenden Regimenter für nicht lhiinlich er
achtet wurde. Zwei weitere Regimenter-
Scharfschütze sid vo der östreichischeit
Grenze nach verschiedenen Garnisoiisorleii
in den Alpen verlegt worden. Die Neube
wassnung der Jnsanlerie mil Repelirgeweh
ren kleineren Kalibers wird bis Eude diese
Monates bewerkstelligt sein.
vermisch! au aller Scrre Lander.
London, 2. Oktober. OberbundeS.
richler Harlan, eine der amerikanische
Mitglieder deS BeringSineer - Schiedsge
richts, erklärte gelegentlich einer bei einer
in Sl.
James-Halt stattgehabten Privat-Unterhal
iniici, er persönlich glaube, daß bei envaige
künftigen Mtiiluiigsverschiedenkeilen zwi
scheu den Per. Staate und Großbritannien
das Ausland nicht mehr um seine Interven
tion eriucht, sondern daß der betreffende
Slrettfall einer gleichen Anzahl von Rich
tern der höchsten GerichlShöse beider Länder
zur gütlichen Beilegung unlerbreitet werden
würde.
Die Wiener Blälter enthalten nähere
Eiiizettiheiten über die Stambulow Krie
in Bulgarien. Nach den neueste Mel
düngen au Sofia dürste dcr Premier jedoch
im Amte verbleibe, lrotz den gegen ihn in
Scene gesetzten Intriguen, dere Seele der
FliianjMlnister Natschowilsch ist. Auch die
von russische Ageuie becinslußteu Poli
tiker RoboSlawow und Stransly wühlen
gegen den Minister-Präsidenten.
Ter französische Inspekteur dcr schönen
Künste, Balln, richtete an diejenigen fran
zöstschen Künstler, welche sich an der Chi
cago'er Ausstellung betheiligten, ein Rund
schreiben, in welchem er die Entscheidungen
des Chicago'er Preisrichier-Collegiums ab
fällig lrttisirt uud die Behauptung ausstellt,
die Ueberlegenheit der sranzöstiaien Kunst
sei in Chicago aller Welt dargethan und
von aller Welt aerkannt worden.
Aus den Prolest der HandclStammer von
Havanna gegen die Berfügnng der Regie
rung, daß Banknoten vor dcr Hand bei Be
zahlung von Zöllen nicht angenommen wer
den, hat der Kolonialminister jetzt lelegra
phnt, daß es im Augenblick nicht möglich
sei, den betr. Beschluß der Regierung rück
gangig zu machen.
Paris, 2. Oklober. Der Minister
des Auswärligen erhiell heute von Hrn.
Lcnihre de BilerS, dem Spezial - Gesandten
an Slam, eine Depesche, welche meldet, daß
der neue Perlrag zwischen Frankreich und
Slam gestern unterzeichnet ivurde. Hr. de
Bilers erklärt ferner, daß der neue Vertrag
eine Zollklausel enthält, die für den Handel
zwischen französischen Besitzunaen und Siam
von großem Borlheil sein werde.
London, 2. Okiover. Der Sultan
hal angeordnet, ihm sosorl die Akten i dem
Prozesse gegen die armenifchen Professoren
Thoumayan und Kayayan vom „Amerika
nischen Colleg" zu Marsovan zu unterbreile.i.
Tie russisch Alst, in Eadij.
Madrid, 2. Oklober. So bald die
Thatsache bekannt wurde, daß die Lokalbe
hördcu von Cadiz das am Samstag einge
troffene ruisische Flaggen,chiff sür die Dauer
vou 3 Tageu in beordert, ward
Seilen der Regierung die Quarantäne so
sorl aufgehoben. Da Schiff kam von Ko>
penhagen, wo sich der Czar zur Zeit zum
Besuche bei feinem Schwiegervaier, dein
König von Dänemark, befindet und Ivo kei
nerlei Epidemie herrscht. Auch die übrigen
in Cadiz zu erwartenden russischen Kriegs
schiffe sollen keinerlei Quarantäne unter
worfen werden, eS sei denn, daß eine an
steckende Kranlheit an Bord ausgebrochen.
Die Lotalbehörden sind angewiesen worden,
die russischen Gäste zu seliren, und werden
für die Offiiiere der Flotte ein große Ban
kett veraiiliallcii.
Au Teutsch Afrika.
B e r l i , 2. Oktober. Eine Depesche
an Zanzibar meldet, daß Mayor von Wiß
mann mit seiner Expedition zn Tanghanyika
nach mehreren Gesechten mit Arabern am
7. Juli eintras. Er war stet siegreich und
befreite Hunderte von Sklaven.
London, 2. Oklober. Bei dcr Brasi
tianljchen Gesandischast sind solgende Nach
richten eingelausen: „Die Jnsurgeiilenflotte
unler Admiral Mello ist noch immer in der
Bai von Rio, wird aber läglich chwächer.
da viele der Mannschafien deierliren. Wäh
rend des letzten Kampse zwischen der Kü
stenbeiatzung und der Flotte wurden zwei
schisse von den ?lrand-Batler,e'n fchwer
beschädigt. Zwei Versuche, zu Santo uno
auf der Insel Calharina zu landen,
wurden zurückgeschlagen. Die Landarmee
ist der Regierung ergeben und die ösfenlliche
Meinung auf Seilen der Letzteren."
Eine von der „Exchange - Telegraphen.
Comp." empfangene Depesche meldet, daß
Admiral Mello gestern aus' Neue begon
nen habe, die ForrS in der Bai von Rio de
Janeiro zu beschießen und da Loinbarbe
meiil während des ganzen Tages anhielt.
Lebensmittel in Rio de Janeiro werden mit
Gold aufgewogen und unter der Bevölke
rung herrscht ein Panik.
Lynchgericht.
Charleston. 2. Okt. In der Nach
barschast von Moore Croß RoidS. vier
Meilen von Lake-City, S.-C.. warb gestern
Abend George McFadden, wegen -<jerge>
ivaltignng der 16 jährigen Tochter von S.
C. Deboje, eines dorl ansässigen Farmer?,
gelyncht. DaS Mädchen hatte McFaddei
vor der Hinrichtung idenlifizirt.
Borrer Kair!
u-flugZ - BiUtlc Bt.SS sar i Ruiidsabrt.
Die „Peilnjylvanier Bahn-Gesellschasl"
verkauft gelegentlich der l a n d w i r t h -
schafl l lch en Ausstellung und
TVierschan von ork-C o u n t y
am 3., 4., nnd 6. Oltober zwei Tage gül
lige und zum Zutritt zum Fairplatze berech
tigende Exkurfions - Villete von Baltimore
aus ;ur Rate vo die Ruudiahrt.
>Züge fahren von Balliinore (Calverl-
4.40, Z 9 und il.lv Vormittags
und von der Union - Station 2.15 Nachmil
lag ab.
Zur Heimfahrt gehen Züze 4.35, S.SS,
7.12, !8 und !.2!1 jrüh Uiiv 12.52, 2.56,
4.50 Nachmittags nnd 8.22 Abends von
Aork nach Baltimore r,b.
Amtliche Brieftiste.
Baltimore, d-a 2. Oklober ISU3.
t. Tkgutt?, Dominick 21. osUnn'.ikr, Therese
Trzvmali, Zzymoa 23. Ma.ziiiloni?, Andre
4. Tetowsli, Hau Aiilula
5. Fijcher, Krank 2S. Müller, i!ouard
i! ,suld, Airs. Philip? 2ki. Müller, s. !.
7. laeov 27. Marc, ÄI? X.
17. ustanlyiiöniicj. An N 7. Tnoeau, Ä,
lU. jiuikcr, HuiluS 4. E?.
2t. utacki, Zgiiacli 41. Luvlm,
(2isv) L. W. Zvyuss, Postmeister.

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