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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, November 02, 1893, Image 4

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Der Deutsche Korrespondent
Donnerstag, S. November ISSZ.
UntervaltnngS-Wegweiser.
Harris' „Musik-Akademie."—Diese Wo
che „Mavouinecn" Geliebte"). Malince'n Don
„Orltiestrion-Dalle." Nr. 7 und 9. Süd-
Fredcrickstraxe. Jeden Abend großes Jnstrumerital
uiid Botal-Lonzert.
„Germania - Loge vir. 14. K. V." 25.
Stiftungsfest, verbunden mit Conzert und Ball,
deute, November, in der „Germania - Män
„Unkei Brästg-Vereen." Dienstag, den
?. November, großer ZahreSball in der „Germania-
Männerchor-vaUe."
„Waidiiigton Loge Nr. 73." unabhängi
ger Orden der ..Guten Brüder."—Montag, den .No
vnnber, erster großer ZahreSball in der „MechanicS'
Ebrysanthemum-Ausstellung vom 1. bis
>m 1. November, 40 Uhr Vormittags bis 10 Uhr
Abends, im Roland-Park.
Gelder nach Deutschland.
Geldsendungen nach Deutschland, die
für Weihnachten, bestimmt sind, sollten
sehr bald gemacht werden, damit sie recht
zeitig eintreffen. Wenn sie früher an
kommen, sind sie darum nicht weniger
willkommen; wenn sie aber zu spät ein
treffen, so verlieren sie als Festgcfchenke
viel vLn ihrem Werthe. Die Expedition
dcS „Corrcspondenten" vermittelt die
Auszahlung von kleinen und großen
Summen in Deutschland aus das Pünkt
lichste und Billigste. Man adressire:
E. Rai n e, Baltimore, Md.
Zur gefälligen Nachr-cht!
Alle Freunde und Gönner deS „Cor
respondenten" sind freundlichst ersucht,
etwaige Einsendungen, Notizen oder
sonstige sür den „Eorrespoudenten" be
stimmte Neuigkeiten, Berichte u. s. w.
an das „Lokal-Departement" zu adressi
reu; widrigenfalls dieselben leicht unbe
rücksichtigt bleiben könnte-
Ks" Für die Veröffentlichung von
LldministrationS-Anzeigen,
Nach!asse„schaf.BerrSufe
deren Verbreitung in deutschen Kreisen ge
wünscht wird, ist der „Teutsche CorresPon
dent" das geeignetste Blatt.
tadt Baltimore.
lScrichtsnotizc.
in erditt ans NU. tiescheidung.
Telrcte und -Klagen —Ucrlei.
Nach mebrtägiger Verhandlung en
digte gestern der dritte Prozeß von Ehri
stian A. B. Ackermann, dem unmündi
gen Eohne von Conrad Ackermann,
wider die Firma Gebrüder Wise ans
Schadenersatz wegen erlittener persön
licher Verletzungen mit einem Verdikt
von K3OOO zu Gunsten des Klägers.
Der Zunge war, wie bereits im „Corre
spondenlen" gemeldet, im Jahre 1891
auf einem Elevator der Beklagten ver
unglückt, indem ihm ein Fuß zerquetscht
wurde. Das erste Verdikt auf H5OOO
wurde von dem verstorbenen Richter
Stewart gestrichen, und das zweite Ver
dikt vom Appellationsgerichtshofe auf
Grund von Einreden umgestoßen wor
den. Die Beklagten stellten gestern so
fort Antrag aus einen neuen Prozeß
und gedenken den Fall zum zweiten Mal
vor das Appellatiousgcricht zu bringen.
Win. Eolton ist der Anwalt für den
Kläger und Anwalt Airtz vertritt die
Beklagten.
Im Superior - Gericht begannen
gestern die Verhandlungen in der Scha
denersatzklage von Ignazio Caruso wi
der die Blauersirma I. H von der
Horst Sobu. Kläger verlangt H 20,-
000 sür den Tod seines Sohnes, eines
elfjährigen taubstummen Jungen, der
im vergangenen Frühjahr unter die Rä
der eines den Beklagten gehörigen
Brauerivagens gerieth und au den er
haltenen Verletzungen starb. Sniuäcr
Whitelock vertreten den Kläger,
Fisher, Bruce Fisher erscheinen sür
die Beklagten. Die Verhandlungen
werden heute fortgesetzt.
—lm Krelsgcricht erhielt gestern
Dora E. Newman durch Dekret des
Richters Dennis ihre Freiheit von A.
A. Newmrn znrück, sowie das Recht, ih
ren Mädchennamen Dora E. Faulner
zu sühren. Ihr Ehevergnügen begann
in 1886 und währte ungefähr ein Jahr.
Böswilliges Verlassen war der Klage
grund.
Zm selben Gericht ward Belle D.
Boweii von Joseph Z. Bowcn geschie
den und ihr die Aufsicht über das der
Ehe entsprossene Kind zugesprochen.
Tas Paar heirathele am Dezember
18kS5 und lebte bis 20. Sept. 18L7 zu
sammen ; der Beklagte verließe seine
Frau.
Henry P. S. Stonc beantragte
im selben Gericht seine Scheidung vou
Tisch nnd Bett von Josephine M.
Stoue, die ihm am 14. November 1888
angetraut wurde und ihm drei Kinder
geöar. Böswilliges Verlassen wurde
als Klagegruud angegeben.
Ein Nachlaßverzeichniß im Falle
des kürzlich rcrftorbencn Hrn. Edward
W. Robinson wurde gestern eingereicht.
Tarnach beziffert sich der persönliche
Nachlaß aus und der Besitz an
Grundcigenthuin aus K 34,850.80, der
Ecsamiiiinachlaß aus §59,710.80.
Fritz A. E. Elark, alias Edgar
Alden. ein Soldat der Besatzung von
Fort McHenry, wurde gestern von der
Grand-Jury des Eriminalgerichts >ve
genMorses iu vorläufigen Anklagestand
versetzt. Er ist beschuldigt, am vorigen
29. September stine Geliebte Julie
Story ourch mehrere Rcvolverschüsse so
schwer verletzt zu haben, daß dieselbe vor
acht Tagen starb.
Eoruelius Demoß und Edward Her
mange, Besitzer der „Monumental-
ließen gestern im Common
Pleas-Gericht die Roland-Hoch
bahn" aus j?5000 Schadenersatz verkla
gen. Kein Klagegrund ist angegeben,
doch soll, so heißt es, das Geschäft der
Genannten durch den Bau der Hoch
bahn schwer geschädigt worden sein.
Geo. Perkins, ein Neger, ward ge
stern vom Bundescoinmlssär Rogers
wegen Lngcbllcher Verausgabung eines
falschen Geldstückes dem Gerichtsver
fahren überwiesen.
Das Direktorium desStaats-
Zuchthauses hielt gestern Abend die
übliche MonalLsiPnng. in welcher die Pläne
kür den beabsichnglen Neubau des Zuch!
kauses besprochen wurden. Die Legislalur
'oll um eine entsprechende Nachverivilligunq
ersucht werden.
Die Gefängnißbehörde er
wählte in ihrer gestrigen Monais-Versamm
lung Hrn. Michael Hamit von der 9. Ward
zum Hütss-Wardein an Stelle des verstor
benen Hrn. Thos. Godrich. Der Wärdein
Coustanline berichtete der Behörde, daß drei
jugendliche Sträflinge, Namens John Har
ris, Harry An! und Wm. McCann, den
Versuch gemacht hätten, die eisernen Gitter
vor ihrer Zelle zu durchsägen. Am Mon
tags Abend habe Hülss-Wardein Burk bei
seinem Rundgange bemerk!, daß Versuche
gemacht worden waren, die eisernen Stäbe
zu zerbrechen, und bei einer Turchsuchung
der Zelle sei ein Messer gefunden, dessen
Klinge sägeähnlich ausgezackt war. Das
Messer stammte aus der Korbmacherei im
Eefän-siiißhofe. Ten Schuldige ist eine
Kugel am Beine angebracht worden, um
einen abermaligen Fluchlversuch zu erschwe
ren.
Direktoren-Sitzung. Jni
ner gestern im Equitable-Gebäude" abge
haltenen Sitzung der der „Wen
strom-Eleciric Comp." wurde weitere Ar
rangement für eine baldige Ausnahme de
Betriebes der Werke getrosseit
Inr Wahl-Campagne.
FaS Ilnteresse an dem Inniial-Sotest i
Wachsen.-Temorratischcßersaminlnngen.
Der Näherkommende Schluß der Wahl-
Campagne hat das Interesse am Munizipal-
Conlesl bis zum Siedepunkt erhöht. Hier
und dort scheint e, als ob man Zweifel
hege, baß das demokratische Ticket keine so
große Mehrheit, als in früheren Jahren er
halte. Diese Zweiset werden aber nur von
Leuten geäußeri, die wie Blätter im Winde
von einer Seite nach der anderen schwanken
und vera'essen, daß unser geordnetes Ge
meinwesen in Baltimore nur der demokrati
schen Admistration zu verdanken ist. Wan
kel'.rüthigc Demokraten sollten sich der Fabel
entsinnen: „wenn's dem Efek zu wohl ist,
geht er auf's Eis und bricht ein Bein!" Wie
bei jeder Munizipalwahl, werden auch jetzt
wieder Versuche gemacht, demokratische
Stimmgeber durch süße Redensarten zu
bethöreu, womit man in der Vergangenheit
Erfolg hatte, und Bestechung und Corrup-
Non sind noch immer im Gange. Nur durch
intelligente Argumente, beständige Mühen,
nie nachlassende Wachsamkeit Seitens der
! Clubs und deren Mitglieder können wir den
! gerechlen, gleichmäßigen Antheil an den
Wodtthaien, aus die wir als Baltimorer
Bürger ein gemeinsames Recht haben, er
langen.
Tie Caudidateu der Demokratie sind
sämmtlich ehrliche und fähige Männer und
keinerlei Tadel haftet ihnen an; als erfah
rene Männer besitzen sie die Kenntniß der
Pfl'.chlen, die, falls sie erwählt werden, ihrer
warten; sie besitzen die Fähigkeit, zwischen
Dem zu entscheiden, was ih>.e Pflicht ist. und
sind unzweiselhafl ehrlich. Ein solches Tik
ket, aus sähigen und gewissenhaften Demo,
kraten bestehend und von Demokraten auf
gestellt, muß der enthusiastischen Unterstüt
zung der Parlei sicher sein uud in lriumphj.
renser Weise erwählt werden.
Von den Bürgern Baltimore'S sind e
gerade die Deuttch-Amerikaner, welche treu
zur Demokralie hallen jollien. Denn Sei
lens der demokratischen Administration ist
dem deutsch-amerikanischen Element stets
Rechnung getragen worden. Aua, auf dem
diesjährigen Lladtraihs-Ticket stehen nicht
weniger, als neun gute Deutjck-Amerikancr
thatkräftigsten Unterstützung theilhaftig wer
den sollten.
Hier an dieser Stelle behuft es uns, be
sonders auf den Candidaten der 16. Ward
aufmerksam zu machen. Hr. August C.
Hoffmann ist ein schlichter Geschäflsinaiin,
der von den Bürgern seiner Ward als deren
Vertreter in Aussicht genommen worden ist.
Deswegen sollie kein ehrliches Mittel unver
sucht bleiben, seine Wahl zu sichern. Er ist
ein tüchtiger Mann, für den Jedermann mit
gutem Gewissen eintreten kann.
Dasselbe kann man von den HH. Heinrich
Hellbach und Friedr. Spindler in der 18.
Ward sagen. Beide Herren haben die In
leressei! der Bürger ihrer Ward schon früher
im Rathe oer Siadtväier vertreten, und zur
Genüge bewiesen, daß ihnen das (Nemein
wohi am Herzen liegt. Man blicke nur auf
die Verbesserungen in jener Ward innerhalb
der letzten 10 oder 12 Jahre.
Auf die übrigen Teulsch-Amerikaner auf
dem demokratischen Stavtraths-Tickei wer
den wir später zurückkommen.
Ter Kamps um den Stadtrath geht in
manchen WardS sehr heiß her. In der ersten
Ward erwirbt sich Hr. Joh. F. Laughammer
von Tag zu Tag mehr Freunde. Andere
deulsch-amerikani'che Candidaten aus dem
republikanischen Ticket sind die HH. Moses
Frank, E. H. H. Jacobi, Normann Kaus
maiiii und C. H. Bischos.
Temokratische Massen-Bersammlung.
Gestern Abend fand in der „Canton-Aka
demie" an der Ecke von O'Donnell- und
Patuxentstraße eine gui besuch!? Massen-
Versammlung der Demokraiie der 1. Ward
statt. Dlckiiisoii's Kapelle spielte zu Beginn
der Versammlung mehrere pairionsche Wei
fen. Den Vorsitz führte Hr. Karl Kuhbach,
und als erster Redner trat Hr. W. P. Ryan
auf. Er sagie. es sei die Pflichi eines jeden
Demokraten der I. V-ard, ihre Eandivaieri
ihren niigeiheillen Beistand zu geben.
Der Caudidar für die Legislatur, Hr.
Äeenan, werde ein fähiger uud thätiger Re-
Präsentant sein, während Hr. H. P. Barnes,
Candida! für den zweiten Raihszweig, in
allen Kreisen äuszerst bellest sei. Cr foroene
alle Anwesenden auf, für das ganze Ticket
zu stimmen. Was die Anschuldigungen be
ircffe die gegen den Mayor vorgebracht
worden, so könne man nur sagen, daß er
seiner Pflicht als städtischer Beamier steis
nachkam und fortwährend um das Woht
und die Zukunft der Siadl bedacht sei. Er
s-l mil Forlschrilte der Stadt innigst
ver'wmolzen.
Der nächste Redner war Hr. Alfred I.
Carr. Er erklärte, es fei unrecht, der demo
kratischen Panel die Schuld au der gegen
wärtigen Geschäftslage zu geben. Ter Ge
setzgebung der ittzi-n 20Zai,re sei dieser Zu
stand zuzuschreiben. Die oemokraiische Par
tei des Landes werde noch viele dieser Ge
setze widerrufen müssen, um den Bürger
des Landes ihr Recht zu verschaffen. Es sei
so noihwendig, die Eonrrole über städtische
Angclcgenheiieii zu behauen, wie es n
Staate und in der Nation der Fall sei. Auf
die Anklagen gegen den Mayor übergehend,
jagte Reorer, 'Niemand yabe noch spezifi
zirie Beschuldigungen gegen denselben erho
veil nnd ging sodann auf die Frage oer Cou
irakiarvei! im Gegensatze zur Tagarben au
deu ftädttschen Paulen über.
Hier hob er hervor, daß es auf leden Fall
für die Bewohner Balttmore's von größe
rem Zntcresse fei, nenn die städiischen Ar
beiten nach dem System der Tagarbeit ge
than würden, als naai dem der
be.i. Tie städtische Arbeiier erhielieu Hö
here Löhne, als es unier dem Contraktsy
stem der Fall sein würde.
Hr. Zoseph Thompson u. Mayor Latrobe
hielleu gieilysalls einhufiastisch aufgeuom-
Au anderer stelle des „Correjpoiidenten"
veröffentlicht die „Ziegelstein . Leger - Union
Nr. 1" eine Reihe Beschlusse, die wir der
beiondereu Berüctsichiigung der Leser eni
pjehlen. Zu denjelben botumeittirl sich ei
achr lotalpatriottscher Suiii, wie er vom
Mayor F. C. Lalrobe repräsenlirt wird,
bemotraiische Mayors-Candidai hal sich
im Jiilerefse' der Arbetter Baliimorc'ö cm
phatijch gegen das Contrakisystem ausge
sprochen, und v-rdienl daher am Wahllage
das Volum eines jedeu Mitglieder einer
Ärbeiter-Organnalion.
Cine demokiaiische Massenversammlung
findel heule Abend unler den Auspizien des
„Standard-Clubs der 6. Ward" in der
an der Gaysiraße, nahe
Patierson-Park-Avenue, siatt, die besonders
vou Teuisch-Amerilanern bernctsichiigl iver
deu sollte, da die .pH. Ed. Raine und F.
Krantz deuische Rede hallen werden. Fer
ner spreche Hr. B. F. Lusby und Andere
dorljellisl.
Bon allen Clubs der Stadt werden um
fassende Vorbereitungen sür den morgigen
Fackelzug gelroffeu. Man lese die Anzeigen
der Clubs der 2., 3., 6. und 18. Ward au
anderer Stelle des „Corresvondenlen!"
Zu Anfiedeluu g s z w eck e n in
D or ch e st er - C on u t y hat Hr. Vin
cent Burkart vou Bremen. Ind., ein Bruder
des Pastors N. Burkart, des Gründers der
deutschen Kolonie in Westou bei Bieuna. die
alie Mauuing'sche Besitzung nahe Cam
bridge von George Albert Thompson ge
tausr. Das iu der Nähe der Drehbrücke be
legene Land umfaßt 40V Acker und wird von
Hrn. Burkart in kleinere Parzellen getheilt
und an Clnwandercr verkauf werden.
>elt. s°e'
.er. t.gleu Well.
8.00 I'.. 30 42 3S 76 N.W. v Mar
6.VV
LV.SB -S7
deiruz Äcuc von Z. O.
Ta rnriie Wetter. Nachsalzende Leovach
lur-.qen Ivurocn zciirrn Adens IN vemjcldkll Augcnvil-l
. I A i'
Ltalionc'i. Z -iaiioaen. Z
.
imuvdurz j 4 t iivumir.groi: 6^
Wetterlicrich für den Monat Oktober lkl3.
der tkeuweisc trüden 4
der truiiei! Tage ij
Wettera uS sichre n.—Für Maryland
und ten Dlstrill Columbia —l:n Ällgeniei- I
nen schönes Weller etwa wärmer und
südliche Wind
5 Pater TvaddSus Anwander.
pISHIi gestorben.—Mit demruziftrn
tentran in den Händen t im Bette
tiegenv anlgefnen. Vin Herzschlag
machte seinen liatenreichen Zöeben ein
<?ne.—Ledenges<tiichte de Berktordene.
Ter äec Priester der Ttözese atti
more.
Einem thlitenreicheii Leben, einem Leben
voller Entsagung, nur dem Wohle der
Menschheit gewidmet, machte gestern Mor
gen der grimme Schnitter Tod ei uner
wartetes Ende. Pater Thaddäus Anwan
der von der Herz Jesu-Kirche in Canton
wurde gestern, Morgens gegen 5 Uhr, todt
in seinem Bette liegend aufgefunden. Noch
am Dienstags-Abend hörte er in der Kirche
die Beichte, hatte aber schon vorher erklärt,
daß er sich nicht recht wohl fühle und be
sürchte, einen Ansall von Herzlädmniig zu
bekommen, wie ihm ein solcher jchon vor
etwa einem Jahre zustieß.
TaS Uebel schien sich aber gehoben zn ha
ben, als er am Dienstag Abeiid um 410 llhr
zu Bette ging. Gestern Morgen jedoch, als
man ihn wecken wollte, fand man ihn todt
im Bette liegend auf. Er hatte den Rosen,
kränz und das Kruzifix in der Hand und
schien zu schlafen, aber als alle Versuche,
ihn zu wecken, erfolglos blieben, wurde eine
nähere Untersuchung angestelll, die dann er
gab. daß er sanft, wenn auch plötzlich'ent
schlafen war. Es war gegen 5 Uhr gestern
Morgen, als man seinen Tod enldeckie, und
um 7 Uhr Morgens wurde die Trauerbot
schaft den Mitgliedern der Gemeinde, die
hatten, miigeiheitt.
Tie machie ans diese einen
unvergänglichen Eindruck, denn Pater An
waiider war einer derjenigen Geistlichen,
welche 'sich durch Herzensgute und Liebens
würdigkeit bei den Katholiken Baltimore s
ein bleibendes Angedenken geschaffen. Den
ganzen gestrigen Tag hindiirch fanden sich
viele Bewohner in der Pfarrwohnung der
Gemeinde ein, um die Leiche des Verstorbe
neu zu sehen.
Tie Beerdigung des Palers Anwander
findet am nächsten FreiisgS-Morgen um S
llhr statt. Tas feierliche Requiem wird iu
der Herz Jesu-Kirche abgehatten, und von
dort aus begiebt sich der Leichenzug unter
Norantrilt einer Musikkapelle, gesolg! vou
deu „St. Frauziskus-Ritterri," ach dem
„Herz Jesu-Friedhofe," wo die sterblichen
Ueberreste in's stille Grab gesenkt werden.
Pater Thaddäus Anwander ivar am 28.
Oktober 1823 zu Mindelheim, einem kleinen
geiverbstifrigen Städtchen, nahe der Kreis
haupistadt Augsburg, im Königreich Bayern
geboren. Nach Absolviruug der Pfarrichule
bezog er das „st. Stephan - Gymnasium"
in Augsburg und ging von da im Satire 1841
zu deu Redemtoristeu.Vätern nach Allötting,
welche lhn in das Kloster am Bischeuberg im
Elsaß schickten, wo er sein Noviziat antrat
und am 26. O ktober das OrdenSkleis e.hielt.
Am 31. Oktober 1842 legre er in die Hände
des hochw. ?. Joseph Bongoin, Rekiors des
Klosters, die Gelübde ab und setzte dann bis
zum August 1844 seine Studien fort. Da
mals gehörte das Elsaß noch zu Frankreich,
und dort begannen sich die Revolniionswir
ren einzuleiten, in Seren Folge die Redeni
loristen einen Zufluchtsori in der Schweiz
suchten. Dort setzie er in Freiburg seine
Studien fort unter tüchtigen Professoren,
welche heule noch am Leben sind. Dazu zäh
len der hochw'ste Hr. Nikol. Mauron, jetzt
Geiieral-Lderer in Rom, und die berühm
ten Patres Ambro Zobei uud Franz Mas
fon. Auch hier war für die Patres keine
bleibende Stätte durch die Umtriebe der
Revolutionäre, uud oestsaib fchickie der Ge
ueralobere den jungen Scholastiker Anwan
der mii einigen Paires nach Amerika, wo er
am 8. Januar 1845 in Ne'.v-Nork landeie
und zwei Tage fväier nach Baiiimore kam.
Zm Collcgium an der allen St. Jakobns-
Kirche vollendeie er noch im selben Zahre
seine theologischen Studien; da er aber zur
Priesterweihe noch nicht das canoiilsche Al
ter erreich! hatte, so sungine er einstweilen
als Lehrer in den -i. Zakobus- und St.
Michaels-Schulen. Am 6. Tezember 1846
wurde er dann in der Kaihedrale durch deu
Crzbischof Ecclestou zur Würde des Prie
sterlhumü erhoben und verbrachte nun meh
rere Monate an der Sr. Alphoiisus-Kirche
in Gesellschaft des Bischofs Neuinann von
Philadelphia. Von hier ward er als Präfekt
nach St. Zakobus versetzt und blieb dort bis
zum 7. Dezember 1851, wo er die Pastora
iiou verjüngen St. MichaelS-Gemeiiide in
dem allen kleinen Kirchlein an der Ecke der
Prait- ii. Regesterslraße übertragen erhielt.
Hier hatten sein Eifer und Wirkungskreis
ein großes Feld, und der Znbilar sammelte
die zerstreuien deulschen Kalholikeu in der
Fell'S Poinl. wie dieser Stadttheil damals
hieß, ordneie die wiloeu Ehen, braäiie die
Kinder in die Pfarrjchnle, bekampsie mit
Crfolg den herrschende Geist der religiösen
Ziidifferenz und legie so den Grund zu der
heungen musterhasien R i e s e n g e m e i n d e
zum HI. Michael. De Armen war er
ein Paier, den Zrrenden ei guter Berather,
den Aermsten nnd Verlassensten ein treuer
Freund und eine feste Stütze in ihrer ärgsten
Bedränqniß und Noth.
Zm Jahre Z 855 wurde der Jubilar An
fangs Mai nacti New - Orleans gesendet,
woietbst er drei Kirchen dauie, nämlich: die
MariäHtmnielfahrlskirche für die Teutschen,
die St. Alphonwskirche für die Englischen
und die Nolre - Dame de Boy - Seconrs für
die Franzosen. Er organisirie auch die St.
Alphonjusschulc. Vier Tage nach se.ner
Ankunft brach die Cholera aus, bald darauf
folgie das gelbe Fieber und raffle in weni
ge Monaten 13,000 Menschen dahin. Im
Zahre 1858 wütheie diese Pest noch furcht
barer. Paier Anwander hatte außer den
Kranken seiner eigenen Pfarrei noch fünf
Spiiäler zu versehen und läglich 1500 Kranke
zu besuchen. An einem Tage spendeie er
100 Pattenien die letzie Oeliing. Ter Ju
bilar errichiele auch die Sl. Zoieph'S Kirche
in Gretna, gegenüber von New-Orleans.
AAiu !0. November 1860 verließ. Paier
Anwander New-Orleans und hielt eine
Mission in der St. Marien - Kirche zu Ciu
ciunati und wurde' dann Rekior der St.
Zoiephs-Kirche in Rochester, N.-S). Im
Zahre 1862 ging er auf die Mission !n Cnm
berlaud, Md., nnd hörte in demselben Zahre
die Seichie von 600 Buiidessoldalen am
Vorabend einer großen Zm Zahre
1862 finden wir ihn an der St. Zakobus-
Kirche iu Baltimore, wo er da schöne Schu!
Gebäude an der Somerjeistraße erbaute.
Tann kam er an die Li. Philomena - Kirche
in PiitSbnrg. Durons wurde er Rekior in
Annapslis, dann versah er die HI. Kreuz-
Kirche in Baltimore, um darauf abermals
Rekior der St. Jakobus - K.rche zu werden.
Späier finden wir ihn in Zlchester und dar
auf in Miss., wo er das „Colle
ginni für junge Studenten" erbaute. !874
ging er nach Rochester und !877 an die hl.
Crlöser Kirche nach New-?)ork.
Im Zahre 1881 kam er wieder nach St.
Michael in Baltimore, wo ihm allmädlig
der graue Staar sein Angenlich! raubte.
Tie erste Operation iiiißglückie. und erst die
zweiie ermöglich!: ihm wieder das Sehen.
Zm Jahre 1888 ging er un die Herz Jem-
Kiraie, wo er bis zu seinem Tote unermüd
lich und eifrig arbeitete.
Sc golSenc Jubiläum.
Erst am 7. Noverilver letzien Zabres seierle
Paier Anivander sein goldenes Priester Zu
bilänm. Hunderte wohnten der Feier des
selben in der Herz Jeiu - Kirche bei. Paier
Rektor W. Wayrich hielt damals die Fest
predigt über das Thema: „der OrdenSstaud,
wie er entstand, was er ,st und was er
wirkt." Unter den bei dieser Gelegenheit
dem Jubilar überreichten zahlreichen Ge
schenken besand sich wohl als werlhvollstes
ein schwerer ma,sü> goldener eich, welche
ihm die „Sl. Franziskus - Ritter," die Mit
glieder der „Er,brnderichast der hl. Fami
lie" und der „St. Katharinen - Verein" als
Ehrengeschenk zu seinem Zubilämsfeste dar
brachten.
Der „Näb-Cirkel" des „israe
litischen Hospitals" hat als Be
amtinnen erwählt: Präsidentin Frau Leo
pold Strouse, Vice-Präsidentin Frau Heiur.
Sr Adler, Schatzmeistern, Fraii Zoj. Nen
hofi, Sekretärin Frau Tillie Adler; Eui-
Frau Leopold Slrouse, Frau
Zoseph Griusfelder. Frau Heinr. S. Adler,
Frau Leopold Fränkei; Direklorinnen: Frau
A. S. Adler Hrau A. Oppenheimer Frau
H. Hartmann. jun. Frau M. Heinemann.
Frau Heinrich Friednianii. Frau A. Rohr.
Frau Zoseph I. Seldner, Frau Solomon
Hamburger, Frau Jakob Ciseinaiin, Fran
c alomon Bär, Frau Leopold Fränke!, Frau
Dieses Fox, Frau Friedrich Nassauer, Frau
Frau Dr. Alois Kaiser,
Frau Tillie Adler, Frau Tr. A. Guli
macher, Frau Lollie Halle, Frau Emanuel
Fuld, Frau Heinrich Siegel, Frau Gerson
Eisemanu.
Für da „F ra uen - C o lle g" wird
aus dem freien Platze, hinter der „Bennert-
Halle" und mit der Front nach der 23. Str.
gelegen, ein weitere Gebäude errichtet wer
den. Dasselbe soll für das physikalische Labo
ratorium benutzt werden.
Heute Abeno wird zur Feier des „Colleg.
Tage" in der l. bischöflich - melhodlsrischen
Kirche eine Festlichkeir stattfinden. Nach
Schluß derselben wird die Laleinschule ge
weihr, und ein empfang in derselben veran
staltet, bei welchem Prof. Dubowitz's Or.
ehester conzertireu wird.
Fiel todt ii jede r.—Fannie Johnson,
eine Negerin, 35 Jahre alt. wollte sich einer
Untersuchung wegen eines schon länger be
stehenden Herzleiden unterziehen, als sie
im „Maryländer Universiiäishojpiial" lodl
niedersiel. Dieselbe wohnie in Carroll an
der Frederick-Road
Ankunft der „Darnstadt."
ie landet IS ajnten- nnd SSV Ztvischen
deckS-Ztassagiere. Sine Sednrt während
der sonst er,ouii>lse eise. Zwei
Paare getrau. in 5 antschreiben sür
den CapitSn. - Kracht de Schisse.
Nach einer der schnellsten und besten Rei
fen, welche je ein „Norddeutscher Lloyd-"
Dampfer zwischen Bremen und Baltimore
zurücklegte, langte gestern Morgen um 8 Übr
der Tamvser „Darmstadt," Capt. H. Thu
mann, am Pier Nr. 9 aus Locust-Point an.
Ter Dampfer verließ Bremerhaven am 19.
Oktober, Nachmittag 1 Übr, mit 13 Kajü
ten- und 230 Zwischendecks - Passagieren.
Im Kanal war das Wetter äußerst gunstig,
und nur an den Bänken traf der Damvfer
leichten Nebel, der zwei Tage lang anhielt.
Während der Reise, am 20. Oktober, wurde
von tiiier Zwischendecks - Passagierin ein
Kind männlichen GeschlechieS geboren, wel
ches den Namen Berthold erhielt.
Die Reise wurde mit einer TurchschnittS-
Geschwindigkeit von 13.3 zurückgelegt.
Bald nachdem der Dampfer an seinem
Pier ongelegl Halle, begann die Landung
der Passagiere. Che sie jedoch das Schiff
verließen, überreichten die Kajüten-Passa
giere des Dampfers dem Capitän eine
Adresse, worin sie saglen: „Wir, die unter
zeichneten Kajüten-Passagiere, erlauben uns
hierdurch, Ihnen unseren aufrichtigsten Dank
auszusprechen für all' die Liebenswürdig
keit, welche Sie uns erwiesen haben. Zu
gleicher Zeit geben wir shnen die Versiche
rung, daß UiiS der Ausenlhält am Bord
Ihres Schiffes stets eine angenehme Erinne
rung sein wird, da sowohl die Verpflegung,
als auch die steis aufmerksame Bedienung
Nichts zu wünschen übrig ließen."
Zwei Paare wurden nach Landung der
Passagiere vom Hasen-Missionär Vailor H.
Dalhoff in die Ehesesseln gekettet. Es
waren Dies Hermann Mahlstedt und Anna
Bohne aus Delmhorst bei Bremen, wobei
die HH. Franz Höchstem und Äart Mahl
stedt als Trauzeugen fungirien, und Joseph
Hupp und Sophie Hönele, Beide aus Würz
burg. Letztere ist eine Wittwe und brachte
zwei Kinder mit in die Ehe.
Unter den Passagieren des Dampfers be
fand sich auch Frau A. Riedel, die Mutter
des Zahnarztes Dr. B. F. Riedel, welche
sich längere Zeit zu Besuch in Balttmore
aufhalten wird.
Alle Passagiere, deren Reiseziel nickt
Baltimore ist, wurden am Nachmittag auf
Zügen der „Baltimore-Ohio-Bahii" nach
ihren resp. Bestimmungsorten weiter beför
dert.
Die Fracht des Dampfers bestand aus
folgenden Waaren:
1 Ballen „Cordage - Slippers" für A.
Schumacher 6 Comp., 7 Kisten Drehorgeln
für r!L. Lchimek, I Kiste Cifenwaaren für
Karl H. Weymann, 1 Kiste Ziehharmonikas
für Epstein Levlnstein, 1 Kiste Cellodine
für die „JodiiS Hoplins' Universilät," 1
Kiste Maschinerie sür F. H. Schallus, 27
Kisten Wein für N. N., 2016 Fässer Port
land-Cenieiit für N. N., 40 Säcke gemah
lenen Reises sür die „Balto -Odio-Babn,"
30 Säcke Mehl und 16 Kisten Spielwaaren
sür Rogge e- Koch, 9 Kisten Albums für Fr.
Bergner 6c Comp., 500 Ballen Holzbrei für
N. N., 600 Fässer Portlaiid-Cemeni für N.
N., 1 Kiste Spielwaaren für E. A. Prior >K
Eomp., 50S Säcke Dungsalz fürJ. S. Mor
gan K Comp., 560 Fässer Poriland-Cement
sür N- N., 2000 Fässer do. für N. N.
Die Offiziere und Hauptbeamien de
Dampfers sind: F. von Pieverling 1., R.
Dahl 2., F. Rehm 3., I. Vetter 4. Offizier;
I. Wehlau 1., I. Lpccht 2., A. Wagner 3.
u. K. Gahre 4. Maschinist; Dr. Lunt, Arzt;
Geo. Stete, Proviantmeister; H. Meyer,
Obersteward; M. Schwegerle, Oberkoch.
M. Möller, fuhr gestern Nachmittag um 2
Uyr mit etwa 70 Zwischendecks-Passagieren
und einem Kajüien-Passagier von hier nach
Bremerhaven zurück.
„Baltimore-Ohio - Bah n-"
Ä n g e l e g e n h e i i e n. Die „Balil
more-Ohio-Bahn-Compagnie" Hai bei eng
lischen Kavnolisten eine Trei-MiUionen-
Anleihe zur Fertigstellung der im Bau be
findlichen Seiten-Linien und Verbesserun
gen erhoben. —Ttr bisherige Geschäsrsfüh
rer I. T. Odell ist zum Präsidenten der
„New - Nork-Nen-England - Eisenbahn" er
wählt worden. Ter neue Geschäfisführer,
Hr. R. B. Campbell, hat feine Pflichien ge
stern übernommen.
In der Nähe von Wheeling sind die
Löhne der Arbeiter aus der „Balttmore-
Ohio - Bahn" um 10 Prozent reduzirl wor
den. Viele oer Arbeiter haben die Arbeit
niedergelegt. Man glaubt, daß eine Re
duktion in alle Branchen eintritt.
Die „Ohio - Mississippi - Bahn" ist ge
stern mit der „Baltimore - Ohio -Sonihwe
stern - Bahn" oerschmolzen worden. Tas
Direkiorinm der neuen Compagnie besteht
ans folgenden Mitgliedern: E. R. Bacon,
New-'))ork; W. W. Peabody, Cincinnati;
F. W. Tracy, Springfield. JUS.; Lew
Cmerson, Eincinuati; Fred. H. Alnis, Cin
cinnaii; Briggs C. Cunningham, Cincin.
nati; Wm. L. Bull, New-?)ork; E. T.
Wells, New-Aork; Edward R. Bell, New-
Jork; W. Mörlens, Zohn H.
Vork; Julius S. Walch, St.
Louis; James S. Wilson, Wilminglon,
Del.; John P. Heseltine, London; Patrick
Buchau, London.
Für' s Leben verein In der
Zionskirche an der Gaystraße fand gestern
Abend die Trauung des Frls. Zda -dlum,
einer Tochter des Hrn. Philipp Blum von
Nr. 1625, Afhland-Aveuue, niii Hrn. A. E.
Jockel durch Pastor Heinrich Scheid statt.
Das Paar trat sofort nach der Trauung eine
Reise nach dem Norde a.
Pastor Heinrich C. Schlüter von der
res. ZmmanuelS.Gemeinde traute vorgestern
Abend in seinem Psarrhause Nr. 306, Nord-
Schröderstraße, ein glückliches Paar, näm
lich Hrn. Morris S. Hunt mit Frl. Katie
L. Knapp, Beide von hier. Als Tranzeuge
fuiigirle Frau Pastorin Schlüter. Tas
junge Ehepaar wird in Nr. 235, Nord-
PoppletiZiisiraße, seinen Heerd aufschlagen.
Hr. Karl W. Schmidt wurde gestern
Abend um 3 Uhr im Hanse Nr. 1147, Süd--
Sharpstraße, durch Pastor Tr. PH. Henuig
hanien von der St. Siephani - Kirche an
Hanoverstraße mii Frl. Emilie Baumaun
ehelich verbunden. Als „UsherS" fungirien
die HH. Hermann Glissen, Georg Miller,
Harry U. Singer nnd Heinrich Schmincke.
Dem Branizuge gingen weiß gekkeideie
Dci.dchcn mit blauen Schärpen voran, näm
lich die Frls. Lizzie Bariell und Nettie
Frank, welche Blumen streuten.
Nach der Trauung brachien die vielen
Freunde uud Verwandle des jungen Ehe
paares nebst den herzlichsten Glückwünschen
prachtvolle Geschenke dar. und man ließ sich
hierauf zu einem opuleitten Sonver nieder,
an welaiem ungefähr 250 Personen Theil
nahmen. Unler den Anwesenden befanden
siai: Hr. und Frau Nikolaus Bauniann.
Frls. Tine und Anna Baulnann, Otto Bau
uiaiitt, Hr. und Frau H. Schöfner, Frls.
Anna, Martha und Ella Schmidt, Philipp
und Fritz Schmidt, Frau Friedrich Barlel,
Hr. und Frau Oskar Bariel und Tochler,
Hr. und Frau Miller, Hr. und Fran Fritz
Miller, Hr. und Frau Martin Miller,
und Fran Zoh. Rau, Hr. und Frau Joh.
Pfaff, Geschwister Schimke u. A.
Der Stephan! - Kirchen - Singchor"
brachte dem Brauivaar unrer Musikbeglei
lung eine soleuue Serenade unier Vorirag
des Chores „ein frohes Geläut" aus Rich.
Wagner'S „Lohengru ." Uuier Musik- und
Bccherklang dauerte die fröhliche Feier bis
in den frühen Morgen.
Fene r. Ter Alarm vom Kasten Nr.
462 um I! Uhr 38 Minuleu gestern Vormit
tag war durch ein Feuer im dritten Stocke
des Hauses Nr. !7!3. West-Lombardstraße.
bewohnt von Dr. W. W. Bruce, durch Kin
der, welche mit Streichhölzern spielten, ver
anlaßt. Der Schaden beträgt etwa H 25.
Ein K o st h a u s d i e b, der am Sam
stag zu Frau Read, Nr. 308, West-Lom
bardstraße, kam und sich unter dem Namen
Lllitou als ein Telegraphist von Philadel
phia vorstellte, stahl zwei anderen Kostgän
gern daselbst ihre Anzüge und verschwand.
Ei anderer Gauner, der über sechs Fuß
grnß ist und einen schwarzen Schnurrbarl
lrägl, und einen Abzeichen mit „Privat-De-
trägt, kam gestern Nachmittag j4
Uhr zum Dr. S. B. Bond, Nr.-.>3, Wen-
Chasestrasje, um angeblich elektrische Drähte
in Krönung zu bringen. Als er weg war,
vermißic man auch tz? 7 Baargelo und werih
volle Hrn. Isidor Lichten
berg von Nr. 5, Süd-Greenestraße, ivurde
ein Ueberzieher gestohlen. Zu Ost-Balii
more operin ein Cinbrecher, der unler Ande
reu iu den Wirthichafien, Nr. 409, Ost-
Fayetieslraße. und Nr. 308, Ost-Baliimore
siraße, die Geldregistrirtästen leerte.
Ableben. Im 82. Lebenswahre seg
nete gestern Hr. Jodanu F. Meier vou Nr.
403, Süd-Highstraße, das Zeitliche. Cr
wanderte vor 54 Zähren vou seinem Ge
burtsorre Ouakenbrück, Hannover nach hier
aus, wo er sich geschäftlich niederließ. Ter
Verstorbene war seit Jahren ein Mitglied
derZionSqemeiuoe" an der Nord-Gaystr.
Cr hinterläßt seine im 7S. Lebensjahre ne
hende Gailin, vier Kinder und ;wön Cnlel.
Vier Kinder gingen ihm im Tode voraus.
Die irdischen Ueberreste werden morgen um
2 Uhr Nachmittags vom Trauerhause. aus
auf der .Baltimore Cemetery" beigejetzi
iverden.
Die Ei n- u:> dAu s fuhr jm Bal
timorer Hafc —lm Mona! Olio
der beirug der Werih der c>xporl-Arnkcl
L 5,522,217. Tie Ciiilüusie des Zollamtes
belieseu sich aus tz 213,231.25.
Der „Arbeiter -Männerchor"
veranstaltet sein erste grosies Conzert dieser
Saison zur Feier seine 12. Slistungsseste
Donnerstag, den 9. November in der „Ger
mania-Männerchor-Halle." Zur Auffüh
rung gelangen u. A. Marsch aus der Oper
„Faust" von Gounod, welcher 1882 von den
„Vereinigten Sängern" vcn Baltimore un
ter Leüung des damaligen Bundesdirigen
len, Prof. Hermann Hammer, gelegenrlich
des L-äiigerfestes in Philadelphia zur Auf
führung kam, „Ständchen" von Weinwurm
und „Tage der Jugend" von Max Spicker.
AI Solisten wurden Frl. Rom und Hr.
Joh. Vollbracht gewonnen. Letzterer kehrte
erst kürzlich vom Conservatoriuni in Leipzig
zurück, und wird dieser junge, taleittvolle
Künstler zum ersten Male seit seiner Rück
kehr auftreten.
In der gestern Abend unter Leitung
Dirigenten Hrn. D. Melanie abgehaltenen
Singstunde wurden die Chöre für das Con
zert geübt, und in der nachfolgenden Ge
schänssitzung unter dem Vorsitze des Präsi
denten Fritz Scheidt zwei akllve Mitglieder
aufgenommen.
„Federatioit ofLabo r." In der
gestrigen Sitzung der „Federation of Labor"
ward bekannt egeben, die 13. Jahres
sitzung der „Anierican Federaiion of Labor"
am 11. Tezember in Chxago stattfindet.
In Betreff des über Meyer Jonasjon K
Comp, von New Jork Seitens der „Untted
Garmeni-Workers-Uuioii" verhängien„Boy
cotts" ward berichtet, daß die einzige hiesige
Firma, welche sich weigerie, den „Boycott"
anzuerkennen, sich willig zeige, der genann
ten New-lorker Firma die Wiederanstellung
von „Unlott-"Arbettern zu euipsehlen. Es
ward gemeldet, daß die „Union der wchisss
zimmerleuie" alle bisher an der Nord-
Avenuc-Brucke arbenenden SchiffSzimmcr
lente in ihre „Union" aufgenommen habe.
Dclegalen der „Zimmermanns - Unionen"
protestirten gegen derartigen Ausschluß der
zur „Federalion" gehörigen „Unionen" von
jener Arbeii, uns ward iiistruirt,
iveilere Nachforschungen anzustellen.
Eine Anzahl „Unionen" berichtete, daß
sie Beschlüsse zu Gunsten des Taglohn
systems gegenüber dem Eonirakisysieni sag
len. Die - Union" meldeie die
Aufnahme von 26 neuen Mitgliedern. Die
„Möbelarbeiter - Union" erinnerie an den
„Boycott," der über einen Fabrikaittcn an
der Prattstraße verhäng! wurde, uns iheilie
mit, daß gewisse Firmen hier versuchten,
ven zehnstündigen Arbeiisiag wieder einzu
führen; auch bal die „Union," den über zwei
Eincinnaiier Möbelfabriken, die hier Nieder
lagen haben, verhängten „Boycott" zu in
dossiren; Ties geschah. Die „Bäcter-Union"
wird am nächsten Samstag um halb 4 Uhr
eine Massen-Versammlung abhalten.
Sekretär Duiican wurde als Delegat der
hiesigen „Federation" zum „American Fe
erwähl! und Delegat Gust. Mechau, der als
scin Gegencandidai 17 Stimmen errungen
hatte, als sein Stellvertreter einstimmig er
nannt, worauf Veriagung erfolgte.
Der hiesige „B arre au-Verein"
wird am Samstag eine Spezial-Versamm
lung abhalten, um im Betreff der Besetzung
der durch den Tod deS Richiers Bond er
ledigten BuiiöeS-Kreisrichlerstelle Stellung
zu uehjnen, nachdem in mehreren Städten
Virginien'S die Anwälte bereits Empseh
lungeii gemacht haben. Unler den neuer
dings erwähiiien Persönlichkeiien sür den
Platz ist General Stewart Brown.
D a s D i r e k t or i u m des „Kinder-
S Ä u tz v e r e i ii s" hielt gestern Abend
iu Nr. 4t)B, seine Monais-
Litzung, in welcher der Agenr George W.
Parler berichleie, daß im Okiober 17 Fälle
untersucht wurden, welche 44 Kinder invol
virlen. Von diesen wurden 32 verschiedenen
Instituten überwiesen. Vice-Präsu,enr Tr.
John Niorris und Agent Parker leglen ihren
Berich! über die 17. lahres-Conveniion der
American Humane - Associaiion" zu Chi
cago vor. Ferner nahm das Tirellorinm
Trauerbeschlusse über das Ableben des Hrn.
Pierre E. Dugan, eines der Miibcgründcr
des Vereins, an.
Die „Arbeiter-Liedertafel"
bar in der gestern Abend unter Vorsitz des
Präsidenten D. Jung abgehallenen Ge
schüfissitzung eine Einladung des „Thalia-
Männerchors" zu einer am Sonnlag, den
5. November, stattfindenden Aben. - Unier
haltung augenomincn. Prof. Feldmann's
Orchester ivurde für die Festlichkeiten der
Winlersaiion engagirt und ein aliives Mit
glied ausgenommen. In der Singstunde
wurden die Chöre für das am Montag, den
20. November, stattfindende Conzert geübt.
Der „G ou g H-S tr aß e n-L ei h- uu d
Sparv e r e l u Nr. 1" tnelt gestern Abend
in seinem Lokale, Ecke Gough- und Dur-
Hain-Slraße, seine halbjährliche Versamm.
lung ab. Den Vorsitz suhrte der Präsident
Hr. I. Hahn und als Sekreiär suugirie Hr.
Georg Rauh. Letzlerer berichleie, daß die
Einnahmen im verflossenen halben Jahre
533,(131.04, die Ausgaben W3,017.10 be
irugen, bleibt ein Uederschuß von H 63.94.
Eine Dividende von 4 Prozent wurde er
klärt. Der Verein hat 476 Mitglieder. er
Finanzberichl ergab Folgendes: Einnahmen
im verflossenen Jahre H 5200. Ausgaben
tz5!46. ergibt einen Ueberjchuß von H 54.
Ter Verein Hai über !00 '.Vcilglieoer mit
400 Antheilen und Z 5500 Vermöge.!. Eine
3-prozentige Dividende wurde für die letzten
6 Monate erllärt.
Der „D ameii-Nä h v e r e i ii" des
„AI lg. deutschen Waisenhauses"
hielt gestern Nachmittag in der Ansiall eine
gutbejuchle Versammlung ab. in welcher nur
Roulinegeschäfte erledigt wurden.
Angriff. John F. Powers wurde
gestern Abend spä! verhasiet und für ei
beule früh vor Polizeirichler Benner stattzu
findendes Verhör festgehalten, weil er ge
stern Abend angeblich einen Angriff aus
feine Kondauswirthin Marie Rettenberger
von Nr. 628. West-Zaralogastraße. machie
und dabei dieselbe mit einem schweren Stock
vor deu Kopf schlug, daß der Slock abbrach.
Von dir Benützung eines Todlschlägers
wurde er durch die ersolgie Verhafiung ab
gehalten.
Des Mordes beschuldig t. —Zm
mittleren Stationshause fand gestern Abend
ein Jnquest über den Tod des im „Stadt-
Hoipital" verstorbenen Ambrose Donnelly
statt. Nach Vernehmung einer Anzahl
Zeugen gaben die Geschworenen ein Verdikt
ab, daß Ambrose Donnelly a Verletzungen
starb, die er durch das Herauswerfe aus
der Wirthschaft 'Nr. 800, Nord Frontstraße,
durch Frau Ellen Donnelly erlitte habe.
Coroner Tr. Hill überwies die Frau da
raushin dem Gerichtsverfahren.
Ueber die Thätigkeit der
Polizei im Oktober berichiele Marschall
Trunkenheit 606, Diebstahls 208, Schläge
rei 326. Spielens am Sonnlag !05, Ueber
trelens von städiischen Verordnungen !02,
Gebrauchs obscöner Redensarten 98. als
verdächtige Charakiere 66. als Vagabunden
45. als Hülflose Minderjährige 24. als un
verbesserlich 35 u. s. w.—lii de verschiede
nen Slationshäusern wurden 4122 Perso
nen ein Unterkommen für cie Nacht ge
währt.
Vermischte s.—Marschall Jak. Frey
ist von seinem Weltausstellungsbejuche zu
rückgekehr!.
Im Kavelbahü-Verkehr der „Stadtpas
jagier-Ltraßenbahn" fand gestern Nachmit
tag durck einen Bruch des Kabels an der
Ecke der Gay- und Chafestraße eine mehr
stündige Verkehrsstockung.
Der „verein der Kaufleute und Fabri
kanten" Hai bis jetzt H 2145.75 für die
leidenden im gesammelt.
Von Reisterslown bis Pikesville wird
eine neue durchbrochen, die den Na
men Woodhoujc-Avenue erhalten sell.
Die „Lake - Nolaiid-Hoaibahn-Comp."
mach! zur Zeit Proben mir einer
rjchiung für ihre Waggons.
—Von Vrainerd Q Armstrong's Geschäft,
Nr. 5, Süd-Hanoverstraße, erlönte gestern
früh ganz plötzlich der Cinbrecher Alarm.
Als die Polizei eintraf war Nichts zu er
mitteln.
Der des Mordes einer Rassengenossin
angeschuldigle Neger James C. Bell ivurde
geiieru vom Scheriff nach Steelton, Pa.
abgeholt.
Bor dem „Verein christlicher junger
Männer" in Nr. 1017, Ost-Baliimorestiaßc,
hält der Japanese Zesniara Okano Herne
Abend einen Vortrag über fein Heimaths
land.
Die Firma Rome, Reeve L- Fleisch
mann sandien für die Armen 50 Laibe Brod
nach dem westlichen Staiionshans.
Frau Bridge! Cooper, die im „St.Jo
sephs-Hospital" am vorigen Sonntag starb,
fetzie in ihrem Testameni P3ooofür die wür
digen Armen hiesiger Stadl zur Verwen
dung im kommenden Winler ans. Valer
Didier wurde als der Verwalter des FoudS
von ihr bestimm!.
Tie Fircmen'S Insurance - Co." hat
im Common PleaS-Gericht ?4078.75 als
Versicherungssumme für die im Anfange
diefes ZahreS niedergebrannte St. Barna
bas-Kirche eingezahlt während eine Klage
vom Kircheurath gegen die Gesellschaft in
der Schwebe ist; die Letzlere behauptet, nur
für die genannte Summe verbindlich zu
sein.
Die Geschäftssitzungen der zu ihrer
Jahresversammlung yier zusammengetrele
neii Quäker wurde gestern fortgesetzt und
Fragen über den Stand der Gejellschafl er
ledig:. Am Äbenv fand eine Gebeiver
sanimluiig an der Ecke der Park-Avenue und
Laureiistraße statt.
Das Allerheiligenfest wurde
gestern in allen katholischen und episkopali-
Ichen Kirchen in einsprechender Weise ge
feiert. In den katholischen Kirchen fand
während des Vormittags feierliches Hoch
amt statt und am Abend vereinte eine sest
liche Andacht abermals die Gemeindemit
glieder. Der Gedenklag Allerheiligen ist in
der kirchlichen Festordnung an den Schluß
des Kirchenjahres gestelll, passend zu der
Jahreszeit, in der sie begangen wird, wann
Alles abstirb! in der Naiur, die Blätter der
Bäume verwehen u. Alles au die Vergäng
lichkeit der irdischen Dinge erinnert. Auf
diese Weise ist daSAllerheiligeufest das große
Scheidesest des Kirchenjahres, das gefeiert
wird, um Golk, „der wunderbar ist iu leinen
Heiligen," zu ehren und ihm sür die densel
beu verliehenen Gnaden zu danken. Heule
wird daS Fest Allerseelen zum Gedächtnisse
der Hingeschiedenen in der kaiholischen Kirche
begangen.
Ein großer Contrak t Ter
Firma Ryan McDonald ist der Contrakt
für deu Bau einer uiilerirdischen Bahn in
New-lork für ti5,000,000 zuerkannt wor
den.
Ans dem Inneren Maruland's uns
den angrenzenden Staaten.
Mit einem Stein todt gewor
fen. Letzten Freiiag bekam Hr. Jakob
.tiiiller, eiu wohlbekannter Farmer bei
Tilgbmuitton, nahe HagerStown, Md., mii
Harry, Sohn vou Leonard Grove, uni> Ollie
C. Zeigler vou Brearhedsville auf der Farm
des Dr. Jos. P. Chaney Errett wegeil un
befugter JagdailSübnng, wobei Harry Grove
de Miller mil einem S:ein an deu Hinier
kopf warf, wodurch eiu großes roch verur
facht wurde und Knochensplitter in das
Hirn drangen, welche Verletzung am 30.
Okiober Nachis Miller's Tod herbeisührle.
Ter Gelödieie war 35 Jahre all und hinier
läßt eine Frau und 4 jtinder. Ter junge
Grove wurde verhaltet und i das Gefäng
niß zu Hagerstown eingelieferl. Coroner
I. Jrvin Bitner hielt vorgestern einen Jn
quest; die gab eiu Verdikl da
hin ab, daß Miller's Tod durch eine Wunde
am Kopfe mittelst eines Wurfgeschosses ver
ursach! wurde in einer der Jury unbekann
ten Weise. Hieraut wurde Grove für sein
Erscheinen vor den Großgefchworciien gegen
K2OOV einlassen.
Ableben. Hr. Louis Knepper, eiu
bekannter Einwohner von Elear-Spring,
Md., starb Dienstags-Morgen plötzlich in
seiner Wohnung im Alter von 75 Zähren.
Er war ein Vruder des ExScheriffs
D. Knepper und eiu hervorragender Repu
blikaner.
Muffen hänge n. Den beiden
Todescandidale Arihur Eourtney und Hy.
Taylor, zwei Neger, welche im Juni dS. I.
den Capl. Frank Coover ermordele, wurde
vorgestern der Hinrichlungsbesehl des Gouv.
Brown durch den Scheriff I. P. von
Somerjet-County im Couiiiy-Gesägnlß zu
Princeß Anne vorgelesen. Dieselben ah
meu dasselbe in stoischen Gleichmuih entge
gen.
Ein verrückter Häriug scheint
der ehemalige Kaufmann Georg Höhle vou
Wheeling, W.-Va., zu sein. Seil längerer
Zeit schon belästigt er die Pfarrer, die Poli
zei und andere Comiiiunalbeainle im! Droh
briefen, und da dieselben letzler Tage so ex
irem wurden und er mit Ermordung des Po
lizeichefs und mehrere seiner Leuie, sowie
auch die Siadihalle in die Luft zu sprengen
drohte, wurde er vorgestern verhaltet und
lil'ö Gefängniß gesteckt. Er soll irrsinnig
sei.
Noch eine verrückte Tha t.—
Vorgestern Abend 5 Uhr kam die Negerin
Maggie Robimon von V?hceting, W.-Va.,
in Tr. G. Sttllyards Büreau, um sich ein
Rezept ausfertigen zu lassen. Während der
Dokior dasselbe schrieb, zog die Negerin eine
Hacke unter ihrem Mainet hervor und jchlug
den Dokior auf den Kopf, eine böse Wunde
verursachen). Sie wurde festgenommen,
bevor sie einen zweiien Schlag fuhren konn
le, und dann eingesperri. Für die That ist
soweii kein Grund bekannt.
G e u n a r i' s Prozeß. Weitere
Zeugen wurden gestern im Rreisgerichi zu
Towion vernonimcn, um Belastuiigsmale
rial gegen den des Raubmords angeklagien
Zialiener Zoseph Gennari zu gewinnen.
Verschiedene Per neu bezeugten, daß der
Angeklagte kurz nach dem Mordein Zackion-
Cily, Va., stark jpielie und große Summen
verlor, sowie daß er in Washiiiglon bedeu
tende Geldsummen einbüßie. Capt. Cassell
gab an, daß er Gennari im „Truid - Hill-
Park" im Gras liegen uud ei Bündel Pa
piergeld zählen sah.
DasClklonerM o r d g e h e i ni
ii i ß. —Gestern Nachmittag stattete die un
bekannt: Tame, welche am Montag den
Eoroner Litzenberg bejuchie und um einer
Phoiographie der Leiche des auf der Faun
von Edward Ouickiell ermorde! aufgefunde
nen Mannes, in welcher sie ihren vermißten
Bruder zu erkennen glaubte, wieder forlge
reist war, dem Coroner abermals einen Be
such ab. Sie ivar begleilel von ihrer Mut
ter, der Gattin, dem Bruder und einem
Schwager des Vermißten. Tie Leiche wird
ausgegraben werden, damit die innihmaß-
lichen Berwandlen des Crniordeten die!elbe
besichtigen können.
Wegen Todtschlags vor Ge
richt.— Zm Kreisgericht von Anne Arnn
del-Couiily begann gestern der Prozeß gegen
den des Todischlags angeklagien Chas. R.
Heinrichs von Balliniore. Terselbe ist bc
schnldig!, am vorigen 23. Jnli Fran Adolph
Wieland. die in '>ir. 1208, Toivionsiraße,
aus Locus! - Point wohnie, geschossen und so
schwer verletzt zu haben, daß sie am folgen
den Tage starb. Frau Wieland wohnte ei
nem Picnic bei, welches die „Locust-Poiittcr
Csntrachl" im Anne
Aruiidel - Counly, veranstalteie. Sie irng
ein Kind im Arme, als sie von dem Schuß
geirossen wurde. Es hieß, daß Heinrichs,
ein Miiglied des Vereins, mii seinem Re
volver nach einem Ziel schoß, und in dem
Glauben, alle Kammern eiilleerl zu haben,
die Trommel revolviren ließ. Tie Rugel,
d-e zurückgeblieben war, fand ihr Opfer in
Frau Wieland. Die größle Aufregung
herrschte nach dem Vorfall unler der Picnic-
Gesellschasl. und Niemand war wohl un
glücklicher darüber, als Hr. Heinrichs selbst.
Cr brachte die Verwundete nach d!in„Johns
Hopkins-Hospiiale," wo sie starb. Bei'm
Coroners-Jnquesl ward Heinrichs eintastet,
aber später auf Bertlingen oer Behörden
von Anne Arundel - Counly an dieselben
ausgelicserl. Hr. Cmil Bndnitz fuiigir!
als Vertheidiger des Angeklagien.
Lotal-Berichte aus Washington.
Aus Flaschen gezogene „Cock
tails" bildeten den Gegenstand einer
Klage, die gestern vor dem Polizeirichler zur
Verhanolung kam, welche deshalb Nichis
weniger, als trocken sich gestallere. Kläger
war ein gewisser I. P. Fleicher und Ver
kiagier Frank Sironie, der Besitzer einer
Wirrhschast an Huntiiigtonstraße, S. - W.
Flelcher ist der Erfinder eines wunderbaren
„Cockiails," eines Getränks, auf den der
Spruch am „Rosa-"Faiz im Bremer Rarhs
keller volle Anwendung findet. Er nur al
lein kanitte das Mischungsverhällnig, „d
er ging mit Frank Sironse einen Con
trakt ein, wonach dieser ihm für jede Kiste
d:escs auf Flaschen gezogenen Elixirs !?2
Commission, i.ü Ganzen H 144 zahlen scllte.
Slrouse behauptet, daß uur !7 Kisten ver
kauft seien, und daß er zur Zahlung von H 34
bereit sei, aber keinen Cent mehr. Richter
Kimball war überrasch!, daß man „Cockiails"
jetzl aus Flaschen zieh! denn zu seiner Zeil
sei die Mischung immer nur für jeden Gast
hergestellt worden, und sprach dann dem
Kläger H 34 zu.
Feuer brach gestern Morgen in dem
unbewohillen Hause von E. A. Throckmor
lon au der !4. Str.-Road aus, welches vom
Feuer gänzlich zerstört wurde. Ter Scha
den stellt sich aus HIBOO. Man vermulher,
daß Brandstister am Werke waren, da die
Veranda mit Petroleum begossen war.
Eingeriebener Gauner, Ed.
Noblelt mir Namen, der durch schwindelhafie
Anzeigen stellensucheiide junge Damen um
ihr Geld ;u prellen suchie, ist von dem Ge
heimpolizisten Zohn D. McGinn von New-
Z)ork in Hast genommen und iiach d.'M Hud
son-Babel gebrach! worden, wo er einer
jungen Dame LISO abgeschwindell ha!. Dort
wird es bald heißen: „Und das Zuchthaus
riesengroß Nimmt ihn aus in seinen
Scliooß."
Der Gesangverein „Arion" sei
erle vorgestern den 30. GeburiSiag seines
Vice - Präsidenten F. Waßmann und oe
MiigliedcS R. Krämer. Beide wurden mit
schönen goldenen Sängerabzeichen beschenkt.
Fünf Selbst m o rde innerhalb
fünf Tagen hatte der Eoroner Woodward
zu unierjuchen; der letzie Lebeiisüberdrüisige
war Robert R. Langley, Clerk in Smiib s
Holzhanslnng. 50 Zahre alt und verheira
thet. Wie es heißt, schwebte eine Schei
dungsklage im Geriazr, was Veranlassung
gewesen sein wird, daß der Mann seinem
Leben selbst ein Ende machte. Tie Lebens
müden waren: Frl. Taisy Earland, der
Bäcker George Brush. Waller Fink, William
Robertson und Robert R. Langley.
Eine wichtige Entscheidung
gab gestern Ricyier Cole dahin ab, dag Po
lizeirichler Kimball als ein Richter ctc- jure
anzuerkennen fei, und daß die von ihm ver
dängien Urtheile zu Recur bestehen.
Unter der schweren Beschul
digung, eine verbrecherische Operaiion
vorgenommen zu haben, wurde gestern Tr.
Edward Leon von Nr. 456, C-S:raße, ver
hafiel und für deu Prozeß fesigehallen. nach
dem ein Jnquest über der Leicke eines vor
zeitig geborenen Kindes von Edward TiN
cher aus Esteke-Beach abgehalten war
Europäische.jlnbewenchte.
Richter siegt in Berlin.
Müssen sitzen und über die Klinge springen.
afrikanischen .riea!cha!,Plav.—Wer wir
Zaafsc's Nachsolacr?— Zcharse Patronen
in Steoftsackcn.—!s,n Titnati.nSbilV nuv
Brasilien.-Allerlei.
Berlin, l. Nov.— Gestern fanden in
Preußen die Wahlen der Wahlniänner statt,
deren Aufgabe es ist, nächsten Dienstag die
Mitglieder des neuen Abgeordnetenhauses
zu wählen. Die Beiheiligung an den Wah
len war eine sehr geringe. In manchen
Wahllokalen waren bis Nachmittags 3 Udr
nur einige Dützens Stimmgeber an'ge
taucht. Tie Sozialdemokraten einhielten
sich der Wahl. In den vier Berliner Wahl
kreisen war die Eugen Richter'jche „Frei
sinnige Volkspartei" siegreich. Aus den
Provinzen liegen bis jetzt nur Berichte vor
aus solchen Kreisen, in denen die Wahl
diesmal genau so ausfiel, wie das letzie
Mal. Zu Köln a. Rh. siegte wieder das
Centrum.
Weit größer, als man im ersten Angen
blick vermuthete, ist der Sieg der „Frei
sinnigen Voiksvarlei" in Berlin. Von den
gewähllen 5173 Wahlmännern sind 3713
Anhänger der „Freisinnigen VolkSpariei,"
1313 Conservative und Antisemiten, 79 Aa
lionalliberale und 68 Anhänger der „Frei
sinnigen Vereinigung." 75 Prozent aller
an der Wahlurne erschienenen Berliner Ur
wähler stiminien sür die „Rtchierlinge,"
d.i., eine Zunahme von 20 Prozent seit dem
Jahre 1888.
Noch immer Russenrummel.
Berlin, 1. November.—Noch immer
jnbilirt die gesaininie französiiche Presse über
das Telegramm, durch welches den Franzo
sen oer I,ank des Ezaren sür die glänzende
Ausnahme des russischen Besuchsgeschwaders
übermittelt wurde. Tie Franzosen bleiben
dabei, daß in seiner Depciche alles Not
wendige, die Bestätigung der franzosich-rus
si chcn Allianz uud Gott weiß, was noch lie
ge. Die „Norddeuische Allgemeine Zettung"
eoustalirt nun, daß man in den Berliner
maßgebenden Kreisen an die Ex stenz einer
formellen Allianz zwischen Rußland und
Frankreich nichi glaube, wohl alier annehme,
daß die beiden Mächie gegebenen Falls eiu
ander beistehen werden.
Tie „Hamburger Nachrichten" bemerken,
nicht geändert worden wäre, hätte es weder
zu der Teiiionstraiion von Kronstadt, noch zu
dem Russenrummel vou Toulon kommen
können. Rußland habe sich sür das Entge
genkommen Frankreich' empfänglich ge
;eigr, weil ihm die Intiiniiäi Deuischtaiid'?
mil England verdächtig erschien und u dem
Glauben Anlaß bor, daß der Dreibund da;u
benutzt werden könnte, die ruiicnfeiudlichcn
Interessen England's zu fördern. Tie deut
sche Tiploinaiie, so äußert das Hamburger
Bismarck-Organ Weiler, köniile aus die ein
sachste Weise von der Wel! das Gejpenst der
französisch-russischen Allianz verscheuchen,
wenn sie wieder die frühere Neuiralttät ge
.'Ntt-i!. Bei m Wegsall der
Ursache (der deuisch-englijchen Jniinittäl),
höre auch die Wirkung (die russisch-sraiiiösi
sche „Allianz") aus. Beobachte Deutschland
wieder die frühere Neutralität England ge
genüber, dann werde die russisch-französische
Znlimiiät wieder auf daS naiürliche Maaß
zusammenschrumpfen, also der swi ,jc>
iuitv wieder hergestellt werden.
Von der englischen Presse ist der Russen
rummel aus guieu Gründen setir ernu ge
nommen worden. Ten Engländern wird
es angst und bange.
lens hat Rußland den Franzosen soeben ge
geben. Ein Ukas verbieiei den russischen
Telegraphenäuiiern, in oenischer oder polni
scher Sprache abgefaßte Telegramme zur
Beförderung anzunehmen. Dagegen dür
fen französische Depeschen in Rußland zur
Beförderung accepliri werden.
f General zvetenev.
Berlin, I. November. Tie öft
reichiich-ungarische Armee hat einen herben
Verlust erlitten durch deu ganz plötzlich in
Herniaiinstadt, Siebenbürgen, erfolgen Tod
des Eominaudanien de IZ. Armeecorps,
Generals der Kavallerie Ainon Frhrn. von
Szveteney de r>iagy-O hay, Inhaber des In
faiilcrie-Regimenis Nr. 86. Ueber die To
desursache des Generals, der am 5. Terein
ber 18ö1 geboren war und somit ein Aller
von fall 62 Jahren erreicht hat, ist Näheres
bislaug nicht gemeldet worden.
Berlin, l. November. Wieder
„Köln. Ztg." aus Potsdam gemeldel wird,
Hai es dort große Aufregung hervorgerufen,
daß in dem Bettstroh, welches au der Ka
serne eines Garde-Regimen! sorigeschasfi
worden war, fünfundzwanzig scharse Palro
nen aufgefunden wurden. Die Mililärbe
hörde hat sosort eine strenge Untersuchung
eingeleitet.
Sin nobler Kamerad.
Berlin, !. November. Kronprinz
Viktor Emaiiue! von Italien, welcher gele
genilich der Manöver bei Metz w snitv des
!4ö. gestellt wurde,
zu dessen Eues sich kurz vorher der Kaiser
selbst ernannt hatte, hat jetzt zur Verthei
lung an die Unteroffiziere und Mannschaslen
des Regiments die Summe von 500 Mark
gespen'det.
Zsiiianzwtltiis verlang.
B e r l t n, I. November. Aus guter
Quelle verlautet, die deutsche Regierung >ei
von Gläubigern Griechenland' ersucht wor
den, bei den Mächten daraufhin zu arbeiten,
daß das griechische Fiiianzweien ähnlich dem
türkischen unter internationale Controle ge
stellt werde. Man erwartet, daß es die deul
fche Regierung ablehnen wird, in der Sache
die Jniiialive zu ergreifen.
Berlin,!. November. Die „Kölni
sche Zeitung" ersährtvon ihrem Wiener Cor
respondenleii, baß man in Wien mit immer
größerer Bestimmtheit behaupte, die Kron
priiizejsin-Wiltwe werde demnächst wieder in
den heiligen Ehestand treieu. Die lebens
lustige Frau sei durch die lrüben Erfahrun
gen. die sie iu erster Che mit dem auf so my
steriöse Weise aus cem Leben geschiedenen
Kronprinzen Rudolph gemacht, nicht abge
schreckt vor dem Wagniß, es noch einmal mit
einem Manne zu versuchen. Sie wolle aber
diese Mal ihr Herz sprechen lassen, während
ihre erste eine Convenienzheiraih war. Wen
sie mit ihrer Hand zu beglücken gedenkt, dar
über exisliren verschiedene Lesarten.
Meuterei im <Le>agift.
Wien, 1. November. Zu dem Ge
fängniß bei -ieyr (Ober-Oestreich) kam es
zu einem ernstlichen Tnmult. Die Gefan
genen weigerien sich, an die Arbeii zu gehen,
und leisteten den Ausschern, welche sie zur
Arbeit zu zwingen versuchien, thätlichen Wi>
verstand. Zwei der Gefangenen wurden
schwer verwundet, ehe es gelang, die Ord
nung wieder herzustellen. Zetzt ist eine Ab
theilung Militär nach dem Gesa gniß ge
schickl worden, um eine Wiederholung der
Meuterei verhindern zn können.
Ta Sluzcnaruber-Tcnlmal.
Wien, !. November. Unter entspre
chenden Ceremonie' und im Beisein einer
großen Anzahl von Verehrern des Heimge
gangenen Dichiers hat auf dem Wiener
„Cenlral-Friedhof" die Enthüllung des dem
Andenken des am 10. Dezember' !88S ge
storbenen Ludwig Anzengruber, Verfassers
des „Psarrer von Kirchfeld," des „Meineid
baner," des „Fleck' auf der Ehr'" und zahl
reicher anderer Volksstücke, gewidmeten
Denkmal stattgefunden.
Tie MinistertrlsiS in Oestreich.
London, !. November. —Dem „Stan
dard" wird von seinem Wiener Correspon
denien telegraphisch miigeiheilr, daß der
Kaiser gestern schon die Resignallon des Ka
bineis endgüllig angenommen was
morgen in der „Wiener Zeitung" wahr
scheinlich amtlich bekannt gegeben werden
wird. Che der Kaiser sich entschloß, die Re
signation anzunehmen, conferirie er zwei
Mal mit dein Grafen Kalnoky und
es fein Wunsch war, daß Gras Taasfe in sei
ner Stellung bliebe, gab er schließlich doch
den dringenden Vorstellungen des Grase
Kalnoky nach, welcher versicherte, daß, wenn
wirklich ein CoalilionSministcrium zustande
käme, dieses doch nur von kurzer Tauer-sein
lönnie. Zn Ungarn soll ebenfalls eine Mi
nisterkrisis bevorstehen.
Wie dem „Telegraph" aus Wien gemeldet
wird, hat Kaiser Franz Joieph unmittelbar
vor seiner Abreise von Wien folgende Crkiä
runz abgegeben: „Nichis kann mich von
dein Festlialie an dem Dreibund abbringen.
Es mag große finanzielle Opfer c:fordern
und viel Unruhe und Sorge dann! verbun
den sein; aber wie grog die Opfer auch scin
mögen, Nichis wird mich daran hindern kön
nen, mein Wort zu halten."
Ter , Kavalier-Proich."
Hannover, !. Nov.—Der große Spie
lerpro:eß in Hannover, in welchem die Be
weisaufnahme nunmehr geschlossen ist, wird
von den Zeitungen eifrig besprochen. Die
demokrauschen Blätter suchen aus den Ent
hüllungen, die in diesem Prozesse gemacht
worden sind, den Nachweis zu liefern, daß
der Mililäri-muS uitter allen Umnanden :u
verwerfen sei. Anliseniilische Organe be
nutzen die in dem Prozesse zu Tage geirete
nenen Thaijachen, .um die Zuoeiihe!.>e mit
größerem Eifer zu betreiben. Sozialbeiiio
kraiische Blätter nehmen die Gelegenheit
wahr, gegen die heuttgen Zustände icSziNie
hen, unter denen dera:iige Skandale mög
lich seien, und die philviennliiche Presse
sucht die HaiidlnngSweise der Angeklagien
mehr oder weniger zu bemänlel. Ten,
niiparieiischeii Peodaliner niust es nngereail
erscheinen, daß, wie es jeyi vielfach geichiehi,
das gaze Offi',iereorpS verurlheiil wird.
Diejenigen Offiziere, welchen gelegentlich
des ,n Hannover nachge
wiesen wurde, dast sie nii! notorischen Gau
nern spielten, sind naiurlich fernerhin in der
denisaie Ärinee unmöglich, linier dem
Publikum erregt eö üvrigcns nicht geringes
Erstaunen, daß Lifniere, die als Zeugen
geladen waren, vom Gericht beurlauvl wur
den, um den Pferderennen beiwohnen zu
können.
as llribeil in dem Prozesse ward heute
Nachmittag verkündet. Freiherr v. Meyer
dincl erhieil 4 Zahre und t! Monate Gefäng
niß, Haupiinann Johann Fahrle ü Jahre,
Ludwig Abler 7 Jahre, Lainnel Leeinann
und Albert Herrmann je 4 Jahre und Max
Nosenberg 2 Jahre. Julius Roseuberg und
Julius Sülzniailii wurden zu einer Geld
buße vou >e 1500 Mark verunheilt oder
müssen im Nichizahlsngofalle jeder ISO Tage
brummen.
Die Hanpiangeklaglcn wurden heitte ver
urtheill. Freiherr von Meherinck, Haupt
manu Johann Fährle und Ludwig Äbier
erh elteii >e 4 Gesäiigniß; Samuel
Seemann und Albert Hesseuiann ie 2 Javre,
und sämmtlich werden sie für die
von 5 Jahren uitter gesteUl.
Julius Rojenberg ward um 740 Mark und
Julius um 1000 Mark geslrafl.
Rosenberg ward freigesprochen.
Die bei dem Prozeß allzu arg eomproini
tirten Lsfiueie, werden kurzer Hand verab
schiedet. Andere, die sich auö Unwissenheit
rupfen ließen, werden zur Sirafe nach klei
nen Garnisonsorlen verseht werden, wo es
keine Gelegenheit giebt „meine Tanke
deine Tvnie" zu spielen.
Boii baycrisme Vaiidlag
M ü n ch e n, i. November. Auch der
bayerische Minister des Innern, Frhr. von
Feilitzsch, ha! liuninehr das Äori ergriffen,
um sich gegen die AussühlUl gen der Bndgel
rede des von BoUniar zu
wenden. Er bemerkie, in Bezug aus den
Mililarismus sei eine Entenle init deu So
ziulocinolraien unmöglich. B>as immer auch
die Lozialoeniokralen behauplelen, seiner
Ansichl nach werde die von der Regierung
veranlaßie soziale Gesetzgebung vou den Ar
bcitern gewürdigt. Er sei bereit, die Be
mühungen zur Bcrciilsachung der
ruiig der .'lrbeilcr'chutzgeseyc zu unlerstutzen.
Eculralijalion sei jedoch ich! am Platze, so
lange vou Juristen das Recht der Frauen, an
öffentlichen Versammlungen Theil zu ueh
uien, angefochten werde.
M a i ii z. I. November. Em wahrer
„Tyraiiii von Moiienburg" ist nach einstim
migem Unheil aller Menschendarsteller und
ihrer Freunde und Verelner der
des hiesigen „LladlthealerS." In direkio
rialer Anmaßung hat derselbe einen Utas
erlassen, dahin lautend, daß eS in Zuluiist
nnstaiiliuft sein 1011, daß die aus der Bühne
des Mainzer Kuiistieinpels agireudeu Ta
inen und Herren ihnen gewidnieie kranz-
und Blumenspciiden in Empfang nehmen.
Äts Grund für diese drakonische Verfügung
machie der Herr Direktor geltend, daß die
Blumen meistens iiichl aks Anerkennung
hervorragender künstlerischer Leistungen ver
abreicht werden, sondern in den weilaus
meisten Fällen als Ausdruck persönlicher
Huldigung, die un! der Kunst des mit Blu
men Bedachten Nichts zu thun habe. Die
Bühne sei aber nicht der geeignete Orr. um
die persönlichen Beziehungen zwischen Männ
leiu und Weibleiu zu pflegen.
London, I. November. Eine Spe
zialdepesche der „lliiiteo - Preß" aus der
ötcipsladl uieldel, daß die Truppen unier dem
Eoiniuando des Majors Fordes und Dr.
Jaineson Buluwayo nach mehreren Käm
pfen, in denen die Eingeborenen bedeuiende
Verluste erlitten, eiiigeuommen haben. Tas
erste Gefech! ereignete sich zwischen Hope
Founlain und Bnluwayo, wo die Malabe
les ihre Llreillräfte zusammen gezogen hat
ten. Tie Maiaveles waren hanpisächliai
mii einheimischen Waffen bewaffnet, d-ch
besaßen einige auch Flinleii, die sie jedoch
nichi zn Handhaieu verstanden. Sie kämpf
len iapser und machien verzweifelte Anstreu
gungcn, in die 'Nähe der Brtten zu kommen,
nin ihre Waffen gebrauchen zn können. Die
Brtten jedoch waren durch ihre Magazinae
wehre iu >-siaiid gejetz!, eine allzu gefährliche
Annäherung zu verhindern. Während eines
Gefechtes machie Mayor Fordes mit seiner
Avihelliing eine Attacke aus die Matabeles
und iödteie ein halbes Regiment derselben.
Der Verlust der Briten in allen jtäinpsen
war nur ein geringer. Tie Cingeborcnen
zogen sich auf demVsege nach Buluwayo, wo
Alles i Verwirrung war, zurück. Läufer
hatte die Bevölkerung des Kraals bereilS
vou der Niederlage in Kenntniß gesetzt, und
Jedermann schloß sich der fliehenden Armee
an. Die Ansicht herrscht immer vor, daß
die Malabeles den versuch machen, den
Zambesi-Fluß zu erreichen oder in das noch
ziemlich wüste Land westlich vom Uiiiniii-
Flusse sich zurückzuziehen. Die Regierungs
iruppeu nahmen keinen Antheil an den Ge
sechieii, sie folgten den Truppen der „Süd-
Afrika-Eomp." und nahmen, als sie nach
Buluwayo kamen, im Name Großbrilan
nien's von dem Platze Besitz. König Lopen
bucla befinde! sich bei der fliehenden Armee.
Ein Berglcich.
London, I. Nov. Cm soeben in der
Londoner „Times" erschienener Artikel ent
hält eine eingehende Beschreibung des gro
ße französischen Marine - Arsenals in Tou
lon und der französi'chcn Mittelmeerflotte.
Der Ariikel, der beträchtliches Aufsehen er
reg!, stammt aus der Feder eines in Bezug
auf Mariiieangelegenyeiien in Großbrilan
nien als Fachmann anerkaiinleii Mitarbei
ters der „Times." Die Schlußfolgerungen,
zu denen verleibe gelang!, sind Nichis weni
ger, als günstig für Englanv. Er sagt, die
Franzose' hätten im Bau von Kriegsschiffen
unv zur Küstcuverlheidigu ig
enorme Forlschrilte gemachl. Nach Dem zu
urlheilen, was der Correspondenl in den letz
ten drei Wochen aus den französischen Werf
r-n, in den Ächifisbauhöfen nnd See - Arse
nalen gesehen hal, müsse er bekennen, daß er
nur m!l bangen Gesühlen dem Zusammen
stoße einer britischen Flotte mit einer fran
zösischen von gleicher numerischer Stärke ent
gegen sehen würde.
Au diesen Ariikel knüpft die „TimeS"
eine Reihe von beunruhigenden Belrachlnn
gen. Sie sagl, die französisch Flotte sei
ihaliächl'.ch kriegsmäßig ausgerüstei u. darin
der englischen weit überlegen. Das gehe
aus der überraschend schnellen Bewegungs
fähigkeit hervor, welche iu jedem französischen
Marine Tepariement herrsche. Sie, die
„Times." würde sich glücklich schätzen, wenn
sie ein Gleiches von der briiischen Flotte sa
ge lönnie zu einer Zeil, in der so viel, ja,
fast Alles, von einem glücklich ausgeführien
rapiden kriegerischen Vorstoß abhänge. Der
Schlußsatz des erwähnten Artikels lautet:
„Unsere Mttlelmeerflolle ist das wichiigste
Glied in der Kette, die unsere Verbindung
mit Ostindien vermittelt. Dasselbe sollte
unter allen Umständen stark genug sein, um
allen möglichen Cventualiialen gewachsen
zu sein. In ihrer letzigen Ausrüsiung und
Stärle ist unsere Flotte nichi dazu geeignet,
unser Uebergewicht zur See iu deu Augen
der Well aufrechl zu erhalten."
kr ist noch immer .gerührt, ser russisch
Avmiral.
London, 1. Nov.—Ter Petersburger
Correipondent der „Minies" meldet, das
Gerücht, dem russischen Besuche-Geschwader
sei kurz nach dem Verlassen des Hafens von
Toulon ein Unfall zugestoßen, bestätige sich.
Zu osfizielleii Zlreisen gebe man zu, daß das
Panzerschiff „PaniM! Asowa" mii dem
Panzerichiff „Admiral Nachimow" zusam
mengerann! sei. wobei sie Panzerplatte
des s,'etzieren schwer beichädigt worden seien.
Tem Vernehmen nach werde erforder
lichen Rcparalureii eine bedeutende Summe
verfchlinqen.
Da sich die Lollision kurz nach der Abfabrl
des Geschwaders aus Toulon ereignete,
wirft man vielfach die Frage auf, ob Ad
miral Avelane und seine Offiziere sich zur
Zeit des Unialls schon von den ,>eststrapazen
erholt alten, die sie iu Frankreich bestehen
mußten?
Ro m. I. Novbr.— Der italienische Ex-
Preniier Crispi hat sich interviewen lassen,
um der V?eli seine ichlech:e Meinung über
den Premier Giolitti wieder einmal in Er
iiineruiig zu bringen. Es werde viele Mühe
und schwere Arbeit kosten, erklärle Crispi,
das Ansehen Zlalien S im Auslande wiese,
herzustellen. Giolütt habe in Sizilien eine
revolllilonäre Bewegung auskommen lassen,
welche, weiin sie sich nach dem Festlance ver
breite, Curopa erzittern lasse -verde.
Tie Russen i Ajaeci.
A j a c c i o, 1. Nov. Stadt war
heute mit Besuchern gcsüll!, die gekommen
waren, nm vie in den Hafen einfahrende
rsstiche Flotte mit empfangen zu Helsen.
Als die von sranzösischen Torpedobooten be
gletteie Flotte in -den Hasen einfuhr, wur
den alle Glocken geläuler. Dl Russen salu
tirten die französische Flagge, als sie an der
Ciladelle vorbeifuhren und die Besatzung der
Letzieren erwiederie den Salm.
Ein Unfall, über welchen bis fetzt nichts
Näheres vkrtauiele, ereignete sich aus dem
„Nikolas t..- als es im Begriffe
„Au Verstopfung und Verdauuiigtbe i
schwerden leidend, gcbrauÄie ich mir den
besten Erfolgen Dr. August König's Hain,
burger Tropfen." Millie Brinker, Ecke
der Kipp- u. Vachelorstraße, Coviugloii, Ky.
Madrid, I. Nov. Eine aus Mekilla
bisherigen Berichte über die letzten itämote
zwi'cheu den ,panischen BesatzungStruppev
und den Kabylen ganz ungenau sind unt
dag die Verluste, ivelche die Spanier erlit
ten haben, weit größere sind, als bisher an
gegegeii. Mehr, als Hunden Spanier sollen
ans dem Platze geblieben, mehr, als drei
hundert schwer verwu sei sei. Große Un
gewißheit herrscht über oie Zahl der den Ka
bylen lebend in die Hände gefallenen Spa
nier: es sollen miiidcstein hnnsert ein, wel
che von den Maure m Geiaiigenschasl ge
führt wurden und dort den furchtbarilen
Qualen ausgesetzt sind. Sie werden von
den iaiialischeil Moslemin in rasfiiiiri grau
samer Weise langsam zu Tode gequält, nach
dem sie vorher aus'S Gräßlichste, in icht nä
her zu beschreibender Weise verstümmeli
worden sind. In Madrid herrsch! >u Folg
dieser Nachrichl in Mililärischeü, wie m bür
gerlichen Kreisen die größle Ausreguiig.
Vielfach wird befürchiel, daß die Gegner de,
Regierung diesen Umstand benützen und
einen Streich gegen das verhaßie Ministe
rium, dem Saumseligkeit und Gleichgültig
kett vorgeworfen wird, unternehmen werden.
Hiesige Blätter drucken die Behanpiiing
französischer Zeiiungen nach, daß die Eng
länder Himer den Mauren stecken, und ver
sichern, daß Spanien im Nolhfalle auf die
Uitterstützung Frankreich'S gegen England
rechnen könne.
Paris, I. Nov. Der „TempS," das
offiziöse Organ des Ministeriums des Ans
wärilgcn, warn! die Spanier vor dem Zu
weitgeheii in Melilla, wodurch iiiiernalio
nale Verwickelungen herbeigeführt werden
könnten. Gleichzeitig meiiii das Blatt je
doch, daß Spanien seine beleidigte Waffen
ehre rächen sollte.
ineS" wird aus Rio de Janeiro depcschiri'
Die Jnjurgeiitenflolte beschieß! läglich Nic
theroy, Santa und Joao, dai
Fener ist aber sehr schlechr dirigirt. Am 25,
Oktober war die Beschießung z iiweise ein
recht hesilge. Die bereits genielSele Cxoio
sion in dem Pulvermagazin der Rebellen zu
Mocanque, welches 40 Tonnen Pulver enl
hicli, war durch eine Granale vcranlaßi,
welche iu das Magazin eiiischlng. Z.,c
Sladt Rio hat bisher ourch die Beschießung
noch keinen neiincnswcrihcn Schaden er
litten. Nictheroy dagegen Hai schwer ge
litten, obschon Vcrlnne von Menschenleben
auch nichi vorgekommen sind. Tie doriige
Garnison besteht auö 1500 Man, zum
größten Theil Milizlruppen. In Rio de
den Beine. Die provisorische Regierung,
welche in Desterro aus Sania
fest eiiigerichlet ist, besteht aus einem Prä
ilSenieii, Capttän Lorena, einem Marine
miilister, Senhor Mouiao, u. einem Kriegs
minister, Senhor Carsozo. Die Regierung
ist jetzt damit beschädigt, eine Landarmee zn
orgaiilsiren. Sie hat berciis 3 öianoneil
uns 1500 Maujergewehre eryalle, welche
tue „Repnbiica" aus Monlevideo brachte.
Der Rebellen-Admiral ist im Besitze von
Geldmitteln uud bezahlt seine Leute ganz
regelmäßig.
Präsident Peixoto meint, die Common
deure der fremden Kriegsschiffe legren groß
Sympathie sür die Rebellen an den Tag.
weit sie sich außerhalb der Schuizlinie besiii
den. Großen Unwillen ha! es erreg!, oaf
Peixoto den Richter des Ober-Vundes-Tri
buiials, Carvalho, auffordene, zu resigui
reu, lediglich um einen Mediziner, Sentioi
Barrata, an dessen Sielle zn setzen. Der
neue Minister der auswärligen Angelegen
heilen, Senhor Nascimeitto, ist eine voll
ständige Null. Der Rebellen - Dampser
Hasen von Rlo verließ, von einer Granale
gelroffen und schwer beschädigt. Cr lief spä
ter in Desterro ein und meldeie, daß er 40
Mann von seiner Besatzung bei der Beschie
ßung verloren habe. Die Rebellen sind Mit
Munition reichlich verseilen, und mau er
wartet schon iu nächster Zeil einen eittschei
deiiden Vorstoß Mello's. Die „Republica"
rannle das Traneporrschiff „Rio de Janei
ro," welches 1100 Mann nach Sanios brin
gen wollte, an, und 500 Soldaien ertranken.
Die Rlchiigkeit dieser Meldung wird vou
Mello beställgt. Dagegen bestreuet derselbe
ganz einschieben, daß es seie Absicht sei,
das Kaiserreich wieder herzustellen. Sein
Wunsch ist es, daß die fremden Mächte ihn
als kriegführende Macht anerkennen. Mit
Bestinimiheit rechnet er darauf, dag die
Kriegsschiffe der Regierung, „Riachuelo" und
„Benjamin Consta!," fchon in nächster Zeit
zu den Rebellen übergehen werden. Sein
Flaggenfchifs „Aquidabau" ist durch das
Feuer vou den Forls aus leicht beichädigt
worden.
London, l. Nov.—Der hiesige brasi
lianische Gesandte, Vicomle d'Ariiio, soll
geäußert habe, wenn auch kein formeller
Verirag zwiichen Brasilien und deu Ver.
Staaten exisi>re,so herrsche doch zwischen den
beiden Republiken das beste Einvernehmen.
Die Ver. Staaten würden die Wiederher
stellung der Monarchie in Brasilien nicht ge
statten, wenn es in ihrer Mach! liege, die
Pläne ber Monarchisten zu veienel. Ohne
Zweck seien doch die amerikanischen Kriegs-
Ichiffe nicht nach Rio de Janeiro gesandt
worden.
Washington, 1. Nov.— Bezüglich
der Londoner Depesche, nach welcher der
dortige Gesandte Brasilien's gewisse Aeuße
rungen über die Beziehungen zwischen Vra
silieu und den Ver. Staaten gethan haben
soll, erklärte Sekreiär Greiham, er bezweifle
es, daß oer brasilianische Gesandte eine der
artige Aeußerung gethan habe, da dieselbe
kein Körnchen Wahrheit cnthalre. Cö be
stehe weder ein Bündniß noch ein Ueberein
kommen irgend welcher Art ziviichen beiden
Regierungen.
Auch Hr. de Mendonca, der hiesige brasi
lianische Geiandte, erklärte, von einein der
artigen Vertrage Nicht zu wissen.
Rio de Janeiro,!. Nov. Die
Rebellen beschlagnahmten am Bord des hier
eingetroffenen argentinischen Dampfers
„Pedro Terco" die aus Schlachtvieh be
stehende Ladung. Seitens des hiesigen
argentinische Konsuls wurden bei der bra
siliaiiiichen RcgicrungZCiuschädiguilgs-An-
Iprüche erhoben.
Teheran,!. November. Seit dem
21. September starben hier über 7<)tl Perso
nen an der Cholera. Zu den letzten Tage
ivurde jedoch hier und in ganz Persieu ei
Rückgang der Seuche coustaiirt.
London,!. November. Tie in Eu
ropa befindlichen „Marine-Hospital."Aerzte
der Ver. Staaten beirachien Palermo, Stet
tin und die russischen Häfen an der Ostsee
als die einzigen von der Cholera lnsi,lrle
Häsen. Antwerpen und Rotterdam werde
David Zoh Nu'ou. eiiemals Redak
teur des Anarchisten - Biaires „Common
ivealih," welcher wegen Ausreizung zum
Mord zu !3 Monaieu Gesäugniß bestraft
worden Iva: ist gestern aus der Hast entlaj
feii worden.
Eine verhängnißvolle Spazierfahrt ha
ben am Sonntag der königliche Föner John
in Tarnowitz Ii preußischen Regierniigsbe
zirk Lpp lii, dessen Gattin niid Buioer ii
teriioinme!!. Aus der Heimsahrt wurden die
vor den Wagen gespannten Pserde !cheu der
Föster, der sie selbst lenkte, konnte sie nicht
mehr bändigen, und so rasten die Thiere iu
vollem Carrierc.euiem tiefen Teiche zu und
in denselben hinein, ehe die .'iisassen de
Wagens Zeit und Gelegeuoeit fanden, sich
durch eine Spruug aus dem zn ret
ten. Der Förster seine Gattin und sein
Bruder ertranken.
Kaiser Wilhelm wohnte heute der fei
erlichiii Grundsteinlegung zu der in Berlin
zu erbauenden St. Simonskirche bei.
Zu einer in Breslau abgehallenen So
zialisten - Versammlung wurZe beschlossen,
alle diejenigen Sozialisten, welche ihren Ge
nossen den Rath gegeben haben, bei den
preußischen Landiagswadlen ihre Ltlmmeil
abzugeben, aus oer Partei auszustoßen. Tie
von diesem Beschluß betroffenen Mitglieder
wollen nun ihre Ängelege. heil vor die Ge
ileralverjainmlung bringen, welche in näch
ster Zeit in Schlesien slatifinden wird.
Aus Bangkok wird ge eldet, daß die
siamesische Armee in nächster Zeit bis auf
UO.OW Mann vermehrt werden joä. Die
Regierung hat einen großen Posten Gewehre
naa> einem neuen deunchen Allstem bestellt.
Aus Singapore sind bereits große Trans
porte Waffen und Mnunioii eingetroffen.
Tie Pariser Polizei hat den vornehm
sten Wellclub in der SeineslaLt geschlossen.
Bros - Krawalle 'a: den in Zspayan
Persien, statt. Dem Vernehmen nach wa
reu die Nochleideuoeu von Priestern zu Ge-
Zvatlkcrolt
Des Maines, I. November.—
Z. Savoy, Eigenthümer des „Savoy - Ho
tels" hicriclbst, eines der größten Hotels in
Zowa, lowie Präsiden! der „American Cmi
grant-Comp." vou Brooklyn, N.-H., .hat
sallirt. Die Aki.va weroen auf runv eine
Million Tollars veranschlagt, die Pa siva
sind noch ich! zujammeii gestellt, überschrei
len jedoch die Altiva.
nack, der Weltausstcllung wäst
rcno oes Ollovcrs af oer „Bal
timore clo Bat,."
Vc Dienstag, den 24. Oktober, a ver
lau't die Bahn" Rund
reise nach Chicago und zurnck, ivelche
sur die !iteije in - Waggons aui alle
Zügen, einschließlich oer „Vestibuleo Linii.
ied," aus d e Dauer von zehn Tagen, vom
Tage de Verkaufes an gerechuei, für 0:e
gullig sind, und zwar zur Rate
vontzl?. (254-60)

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