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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, December 04, 1900, Image 6

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Z>er Peutstke Korrespondent.
Dienstag, den 4. Dezember ISVtt.
NnterbaltnnqS-Weatveiser.
„Mu'stk-Akademie."—Dies Woche:
The Homcsii-ad,"
„Lyceum-T'lxater." Diese Woche:
Ford's Opernhaus."—Diese Woche:
„Hollidaystr. - Theater." Die"'
Woche: King os Nie spinnt Ring."
„Howard - Auditorium." Diese
„Zoo." Hr. F. I. Bostock, Direktor.
Zwölf Tlnnden Unterhaltung von 11 Uhr Vor
littaqs dis II Ukr Abends.
G esa „Anen." Mit t
„Leipziger Quartett." Donner-
Wichtig für Anzeigende.
Torttspondenten" keine ein,ige deutsche Zeituni,
Welche eine Truck-Presie besitzt, die im Stande ist,
die Aufläse de .Teutsche Srresponventen i
fünf Slundtt
!I drucken. Tie Presse des .Korrespondenten kn
die Auflage irgend einer andere tigltche deut
fünf Minuten
drucken, salzen und abzedlen.
Vriefbrförvrrilng nach dem Auslande.
In der mit dem 8. Dezember enden
den Woche schließt die ausländische
Post (pünktlich in allen Fällen) in die
sem Postamte, wie folgt (Packet - Post
offen von 9 Uhr Morgens bis 5 Uhr
Nachmittags, ausgenommen Sonn
tags):
Trans-Atlantische Post.
Dienstag 9 Uhr Abends: für
Europa per Dampfer „St. Louis" via
Southampton (Briefe für Irland
müssen per „St. Louis" bezeichnet
sein). 12 Uhr Nachts: für Europa per
Dampfer „Teutonic" via Queenstown.
Mittwoch 9 Uhr Abends: für
Frankreich, Süd-Europa, Egypten u.
Britisch- Indien per Dampfer via
Havre.
Freitag 7 Uhr Abends: für Eu
ropa per Dampfer „Etruria" via
Queensivwn.
Post für Süd- und Central-Amerika.
Westindien etc.
Dienstag 12 Uhr Nachts: für
Bermuda per Dampfer „Pretoria;"
für Grenada und Trinidad, für Bra
silien und die La Plata-Länder via
Pernambuco und Bahia per Dampfer
„Hevelins;" für Jnagua und Hayti.
Mittwoch 1 Uhr Nachmittags:
für Euba via Tampa. 12 Uhr Nach:s:
für Bahamas, Guantanamo u. San
tiago de Cuba per Dampfer „Sara
toga.
Freitag 1 Uhr Nachmittags: für
Cuba via Tampa. 12 Uhr Nachts:
für Porto Rico per Dampfer „Ponce;"
für Caravoa und Venezuela; für Ja
maica und Greytown per Dampfer
„Alene;" für die Windward- und Lee
ward-Jnseln und Britisch - Guiana;
für Barbados und Nord-Brasilien per
Dampfer „Amazonense."
Die Post für Neufundland via
North-Sydney und für Miguelon vi.?
Boston schließt hier täglich um 3 Uhr
Nachmittags; für Honduras. Guate
mala und Costa Rica via New-Or
leans täglich um 8 Uhr Abends.
Trans-Pacific-Post.
Freitag 7 Uhr Abends: für Au
stralien, Neu-Seeland. Hawaii, Fiji u.
Samoa via San Franziska.
Sonntag, 9. Dez. —7 Uhr Abends:
für Hawaii. Japan, China und die
Philippinen via San Franzisco.
Die wtrd täglich nach
dem Abgangshafen gesandt, und zwar
ist die Zeit der Absendung für unun
terbrochene Ueberland-Beförderung be
rechnet.
S. Davies Warfield, Postmeister.
Zwei W el! nbumm le r, von
denen sich einer Max Eichtersheim von
Heidelberg. Deutschland, und der an
dere Max Billingsheim von New-Aork
nannte, trafen gestern Abend in kleid
samen Khaki - Uniformen von New-
Aork und Philadelphia hier ein und
logiren bis zu ihrer Weiterreise bei
Hrn. C. Schmidt, Nr. 1008. Eaftern-
Adenue. Die beidenMäxchen setzten ein
hübsches romantisches Geschichtchen in
Umlauf, was sie eigentlich veranlaßt
habe, eine Fußtour über den Carpen
ter'fchen Pfannekuchen zu machen.
Einer der Beiden scheint aber hier die
Lust am Laufen schon verloren zu ha
ben, denn anstatt durch den Süden
nach der Westküste zu gehen, wie sie in
Philadelphia sagten, wollen Beide von
hier auf einem Dampfer nach Mar
seille, Frankreich, segeln, gerade so, wie
viele Andere vor ihnen. Der Eine er
klärte, er sei noch nie in Baltimore ge
wesen, aber so eine Tour um die Erde
sei eine Kleinigkeit, denn „er habe sie
schon ein Mal gemacht." Die letz
ten Weltenbummler, welche sich vor
vier Wochen hier herumtrieben, haben
auf Kosten eines deutschen Vereins
recht gemüthliche in Baltimore
gehabt.
Verschmelzung die Lo
sung. Zahlreiche Delegaten von
Angestellten aller Strecken der „Balti
mor--Ohio-Bahn," vonßaltimore bis
Chicago. Vertreter der „Brüderschaft
der Lokomotivführer," des Ordens der
Eifenbahn-Condutteure. der „Brüder-i
schaft der Lokomotivenheizer." der
„Brüderschaft der Eisenbahn-Zugbe
diensteten" und des „Ordens der Ei
senbahn-Telegraphisten." hielten in
Newark. 0.. eine Versammlung ab zu
dem Zweck der Verschmelzung aller ge<
nannten Organisationen längs der
. „Baltimore-Ohio-Bahn" zu einem
Ganzen. Die Verschmelzung kam
zwar nicht zu Stande, doch behaupten
einige der Delegaten, sie werd inner
halb zwei Monaten zur Thatsache
werden. Der „Grand Chief" der
„Brüderschaft der Lokomotivführer."
P. M. Arthur, erklärte, er sei für seine
Person gegen die geplan-te Verschmel
zung. Er wohnte übrigens der Ver
sammlung bei und hielt eine Anspra
che. Unter den anderen Rednern be
fand sich der Großchef Sargent vom
Ordnt der Lokomotroheizer. der Vice-
Großchef Garretson des Ordens der
Conbukteure und der Großchef Dodge
der Brüderschaft der Eisenbahn-Zug
bediensteten. Auch Gouverneur Nash
war zugegen und sprach über das The
ma: „Was die Eisenbahn-Angestellten
der Nation sind." Es waren mehrere
Hundert Eisenbahnangestellte in der
Versammlung zugegen.
Frachtzug entgleist. Ein
Frachtzug der .Maltimore - Ohio-
Gahn" entgleiste gestern am Fuße der
wodurch eine dreistün
dige Verkehrsstockung zwischen LocLt-
Point und dem Eamden - Bahnhofe
verursacht würd.
Ter Stadtrath in Sitzung.
Die Pflasterungs - Vorlagen im ersten
Zweige nicht amendirt. Zweite
Verlesung der Verordnung sür
bas 'Abhalten öffentlicher Sitzun
gen. Es ist „viel Geschrei und
wenig Wolle." Die Steuer Um
lage kommt heute zur Diskussion.
Der Stadtrath war gestern Abend
in regelmäßiger Sitzung versammelt
und wird heute Abend, den Bestim
mungen des Charters gemäß, wieder
zusammen treten, um die Verwilli
gungs-Werordnung sür 1901 in Er
wägung zu ziehen. Dieselbe, welche
bereits in der Spezial - Versammlung
am letzten Freitag eingereicht und am
Samstag einem über
wiesen ward, kam gestern nicht zur
Sprache; das Comite war von 11 Uhr
Vormittags bis i 4 Uhr Nachmittags
in Sitzung, sendete seine Arbeiten
aber nicht und wirb erst heute Abend
berichten. Soweit in Erfahrung ge
bracht werden konnte, wird das Co
mite keine Aenderungen, d. h. Beschnei
dungen von Verwilligungen vorneh
men. Sämmtliche Departemenis-
Ehefs wurden vor das Comite gela
den, um zu erklären, wofür die ver
schiedenen, von ihnen verlangten
Summen gebraucht werden sollten.
Es ist die Absicht des Comite's, ob
schon in diesem Jahre keine Aenderung
mehr getroffen werden kann, für künf
tige Jahre einen Präcedenzfall zu
schaffen, daß in der Verwilligungsi-
Vorlage von den
dem Geiste des Charters gemäß, wie
Comite-Mitglieder sich ausdrückten,
genau angegeben wird, wofür die ein
zelnen Summen bestimmt sind.
Scheinbar schon entschie
den.
Der Kampf um die Vertheilung der
§lBO,OOO, tvelche in der Verordnung
für Neupflafterung ausgesetzt worden
sind, wurde gestern gewissermaßen
schon entschieden. Das Straßen-To
mite berichtete die Verordnung, die
North-Aoenue, von der ZNadison-
Adenue östlich, soweit die Bewilli
gung von §60,000 reicht, mit Asphalt
zu pflastern, günstig ein, worauf Hr.
Eouglar von der 11. Ward den An
trag stellte, die Verordnung auf den
Tisch zu legen. Nach längerer Debatte
ging aber ber Antrag mit 11 gegen 11
Stimmen verloren. Hr. Reinhardt
von der 9. Ward war durch Unwohl
sein verhindert; er würde für Hrn.
Couglar's Antrag gestimmt haben,
wenn er zugegen gewesen wäre. Das
Votum war, wie folgt: für den An
tragl—HH. Sudler, L. Miller, Lamm,
Horst, Donnelly, Eouglar, Watty,
Ford, Morgan. Steinacker und Gal
vin; dagegen HH. Gephart, Sprös
fer, Touchton, G. Miller, Preller,
Brown, Watts. Wilson, Norris,
Howser und Grecht. Außer Hrn.
Reinhardt war auch Hr. Megenhardt
von der 20. 'Ward abwesend; Hr.
Megenhardt ist schwer krank.
Es bleibt abzuwarten, ob bei der
endgültigen Abstimmung über die in
die Verwilligungs - Verordnung ein
geschlossene Verordnung bezüglich der
Pflasterung jenes westlichen Theiles
der Norih-t'Avenue das Votum dasselbe
sein wird. Aber selbst wenn Hr.
Reinhardt anwesend sein und in der
selben Weise gestimmt werden sollte,
würde Nordost-Baltimore doch nicht
die Pflasterung der North-Aoenue,
Zwischen dem Broadway und der
Greenmount-Avcnue, erzwingen, denn
der Stadtrath kann nur Verwilligun
gen streichen, aber die Verwilligungs-
Verordnung nicht amendiren. Das
Einzige, was bezweckt werden könnte,
wäre, daß die Anwohner des westlichen
'Theiles des Boulevards auch kein
neues Pflaster bekämen.
Was der Mayor sagt.
Bezüglich der Geiwalt des Stadtra
thes über die Verwilligungs-Verord
nung äußerte Mayor Hayes sich ge
stern folgendermaßen: „Die Gewalt
des Stadtrathes über die Verwilli
gungs-Verordnung ist im Charter
deutlich vorgezeichnet, nämlich, daß
der Stadtrath die Verwilligungen.
ausgenommen solche, die durch Verord
nungen festgesetzt sind oder fürStaats
steuern und Zinsen auf Anleihen, re
duziren kann. Die betreffende Verord
nung kann nicht an die Büdget - Be
hörde. welche sie formulirte. zurückge
sandt werden; es wäre dieses eine di
rekte Verletzung der Bestimmungen des
Charters. Die Büdget-Behörde jann
kein Wort in der Verordnung ändern,
nachdem dieselbe von einer Mehrheit
derselben unterzeichnet, zweiTage lang
angezeigt und dem Stadtrath zuge
gangen ist. Die Verordnung trotzdem
durch die Budget-Behörde zu ändern,
würde dieselbe annulliren. Nur der
Stadtrath kann die Verordnung än
dern, und diesem steht nur die Gewalt
zu. Verwilligungen zu reduziren oder
ganz z>u streichen. Ferner bestimmt
der Charter, daß es die Pflicht des
Stadtraths sein soll, in täglichen Sit
zungen die Verordnung zu erwägen u.
die verschiedenen Verwilligungen zu
prüfen, bis die Verordnung angenom
men ist. Obiges war im vorigen Jah
re das Gutachten des damaligen
Stadt-Prokurators Bernard Carter."
Viel Geschrei undwenig
Wolle.
Im ersten Rathsz'weige beschäftigten
die Stadwäter sich nahezu anderthalb
'Stunden mit der zur zweiten Verle
sung kommnden Verordnung des Hrn.
Howser von der 22. Ward, welche be
stimmt. daß die Sitzungen städtischer
Behörden öffentlich sein u. in den Zei
tungen angezeigt werden sollen. Dies
Verordnung ist hauptsächlich gegen die
Park - Behörde gerichtet, welche alle
Verhandlungen geheim hält, und in
letzter Zeit ist auch die Behörde für
öffentliche Verbesserungen auf die Idee
gekommen, es sei besser, die Presse
Nichts wissen zu lassen. Hr. Brown
von der 13. Ward offerirte ein Amen
dement, welches Ausnahmen machte,
und zwar in Fällen von Ernennungen
oder Entlassungen, wo der Charakter
und der Ruf von Angestellten oder Ap
plikanten ventilirt werden würde, und
bei Vergebung von Eontrakten, bei
welchen die Stabilität von Firmen
oder Gesellschaften besprochen werben
könnten. Hrn. Brown's Gründe für
die Ausnahmen waren, daß es Perso
nen oder Gesellschaften unbedingt scha
den würde, wenn ihr Charakter, resp.
Stabilität öffentlich durch die Hechel
gezogen würde. Verschiedene Depar
tements - E'hess, wie Controleur
Smith, Präsident Packard von der
Schul - Behörde. Stadt - Ingenieur
Fendall von der Behörde für öffentliche
Verbesserungen, und Andere, pflichte
ten Hrn. Brown bei. Hr. Smith sag
te. es kämen oft in der Budget- und
Contrakt - Behörde finanzielle Fragen
aus, welche nicht gut an die öffentliche
Glocke gehängt werden könnten, bis die
Angelegenheit definitiv entschieden fei.
Zum Beispiel autori'sir der Stadtrath
jetzt den Verkauf der alten Quarantä
ne. Die Budget - Behörde würde ei
nen Preis festsetzen, unter welchem das
Grundstück nicht losgeschlagen werden
dürfi, und diesn Preis vorher bekannt
zu geben, fi doch schlecht Geschäfts
politik. lHr. Packard erklärte, die Si
tzungn der Schul - Behörde seien öf
fentlich. nur wenn Ernennungen ge
macht würden. si di Presse unb das
Publikum ausgeschlossen, und zwar,
weil bsi solchen Gelegenheiten die Fä
higkeiten und der Charakter der einzel
nen Kandidaten zur Sprache kämen.
Herr Fendall theilt den Stadtvärern
mit, die Behörde für öffentliche Ver
besserungen habe nur aus Höflichkeit
gegen den Stadtrats ihre Sitzungen ge
heim gehalten; wenn sie Verordnungen
in Berathung gezogen, habe sie es für
ihre Pflicht gehalten, ihren Bericht erst
dem Stadtrathe zugehen zu lassen, ehe
derselbe in der Presse bekannt gemacht
würde. Di Herren Howser undMor
gan sprachen sich für unbedingte öf
fentliche Sitzungen aus. Hr. Grechi
meinte, es müßten aber doch Ausnah
men gemacht werden. Schließlich of
ferirte Präsident Gephart mit einer
längeren Ansprache, in welcher er be
tonte, daß die Presse sich oft über ge
heime Sitzungen von städtischen Behör
den beschwert und der Mayor einst ge
äußert hätte, er würde eine gewisse Be
hörde absetzen, wenn sie die Sitzungen
nicht öffentlich ehalte, ein Substitut zu
dem Amenbement des Hrn. Brown,
welches sich anders las und bedeutend
kürzer abgefaßt war, als das Amende
ment, das aber bei genauer Prüfung
ganz dasselbe meinte, wenigstens so weit
ausgedehnt werden konnte; es lautete,
daß es dem Gutdünken der betreffenden
Behörde anheim gestellt werben sollt,
geheime Sitzungen zu halten, wenn es
sich um die Ventilirung des Charakters
von Privatpersonen, Eorporationen
oder Gesellschaften handle. Dieses
Substitut wurde schließlich mit 21 ge
gen 1 Stimme angenommen. Herr
Brown allein stimmte dagegen. Herr
Gsphart offerirte ebenfalls ein Amen
dement, die Bestimmung, daß in den
Zeitungen bekannt gemacht werden
sollte, wann Behörden-Sitzungen statt
finden, gu streichen, welches Amen
dement auch angenommen ward. Die
Verordnung passirle hiermit die zweite
'Lesung.
Ander Comit--Bericht.
Außer der North - Avenue - Psla
sterungs - Verordnung berichtete das
Straßen - Comite im ersten Raihs
zweige auch die folgenden Neupslaste
rungs - Verordnungen günstig ein:
Fait - Avenue, von Hanover- zur
Lightstraße, und von den Geleisen der
„Baltimore - Ohio - Bahn" bis Fort
McHenry. und Earey-, von Lexing
tvnstraße zur Eolumbia - Avenue, mit
belgischen Blöcken zu pflastern; die
Baltimore-, von Ehesapeake- zur Gro
vesstraße, die Ghase-, von Wolfestraße
zum Broadway, und die McCulloh-,
von Lanvale- zur Townsendstraße, mit
Asphalt zu belegen.
Pafsirten di dritte Le
sung.
Im ersten Rathszweige wurden die
folgenixn Verordnungen in dritter Le
sung angenommen: Der „Baltimore-
Ohio - Bahn" Zu erlauben, am Cam
den Bahnhofs - Gebäude ein bis an
die Straßenbahn - Geleise reichendes
Schutzdach zu bauen; die vakanten
Eonstabler-Plätze zu besetzen; die Bal
timore-, von der Grovesstraße bis zur
östlichen Stadigrenze, mit Asphalt zu
velegen; daß für Erlaubnißscheine,
Dampfheizung in Privat- oder Ge
schäftshäusern einzuführen, keine Ge
bühren zu entrichten >sinb; Hrn. Frede
rick Bauernschmidt von ihm für nicht
in Anspruch genommene Privilegien
'bezahlte §5OO zurückzuerstatten; die
alte Quarantäne zu verlausen.
Vom Mayor unterzeichnet.
Mayor Hayes 'benachrichtigte den er
sten Zweig, daß er die Verordnung, den
Ankauf von 13 Acker am Lake Monle
bello gelegenes Land betreffend, un
terzeichnet habe.
Die Specifikationen der
Contratte.
Mayor Hayes sandte dem ersten
Zweige auch im Austrage der Con.trakt-
Beihörde Abschriften der Spezifikatio
nen für Angebote für die Lieferung der
Gasbeleuchtung und das Wegfahren u.
Vernichten dev Küchenabfälle zu, mit
der Bemerkung, die Kontrakte wären
noch nicht abgeschlossen. Der Stadt
rath hatte in seiner letzten Sitzung eine
Erklärung von der Corrtrakl - Behörde
verlangt. Auf Antrag des Hrn.
Sprösser wurde beschlossen, die Spezi
fikationen im Journal des Zweiges
aufnehmen zu lassen.
Zweiter Zweig.
Herr Guyton berichtete im zweiten
Zweige, daß das gemeinschaftliche Co
mite für die Revision der Verordnung
der Verwilligungen den ganzen Tag in
Sitzung gewesen sei und heute Abend
um 5 Uhr im Stande sein würde, das
Resultat seiner Berathung dem Stadt
rathe zu unterbreiten.
'Comite -Berichte.
Das Park - Comite reichte günstige
Berichte über die Verordnungen ein,
einen Park in Süd - Baltimore, west
lich vom Riverside - Park, anzulegen,
und den Abzugs - Kanal in Eaglestr.
im Carroll - Park zu vollenden.
Der „L o c u st-P oint T u r n-
Verein" hielt seine monatliche Ver
sammlung in der „Eintracht-Halle."
In Abwesenheit des ersten Sprechers
führte der zweite Sprecher Geo. Wer
neke den Vorsitz. Der Turnlehrer be
richtete, daß der Durchschnittsbesuch
aller Klassen während des verflossenen
Monats ein sehr guter war. Beschlos
sen wurde, ein Weihnachtsunterhal
tung und Bescheerung für die Schüler
und Kinder der Mitglieder zu arran
giren, und wurde ein Comite hierzu
ernannt. Das Revisions-Comite be
richtete, baß die Bücher in Ordnung
befunden wurden. Der Kassenwart
reichte einen günstigen Finanzbericht
ein. Nach Erledigung von Routine-
Geschäften erfolgte Vertagung.
Svetierverivr.
v all mre. den 3> Dezember ISOV.
2°"' !id-, v-"' !
-"l-r. n.keu Wett.
.00Z/t 30 2 34 l> S.-O I Trüb.
B.UUÄ. 1 4 S! O. 2 Trüb
Dtiltl-?ar->met-rll 30,2 ! Höckst.Tdermometerfl...47
! Viledriqücr 3l
Tue döidftc SHiellia'"i dcs Windes i einer Siuae
deiru b Meile Osten
?a — Die niedrigste Temvertur
Slat>na L Etl-ea. "
Atlanta. 4S MemvdiZ
Uipcna 4^
tnsm'arck."".'"' 22 tew-.>rt Ss
D0ii0e..... Kiorjolk
Bufialo 3 v,rr. Watte IS
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dtea, 3 !Peaiacota. -
Dclroiu. 34 Stt
aiiror:.. 34 Lr. !!>"-
Kaloenoa 4i St Pau1..... ... 32
.alleres 48
gckioalUt b 2
Wetteraussichten. Für
Maryland und den Distrikt Columbia
Regen am Dienstag und wahrscheinlich
am Mittwoch, veränderliche Winde.
Munizipal-Angelegenheiten.
Der Credit der Stadt Baltimore sehr
gut. 'Das Ab'zugskanal - Pro
jekt besprochen. Hr. Theodor
Marburg bei'm Mayor. Was
soll mit den geistesschwachen Kin
dern geschehen?
Die jetzige demokratische Admini
stration der Stadt Baltimore wird oft
als eine solche hingestellt, welche Nichts
weiter versteht, als zu sparen und die
Löhne der Beamten herunter zu setzen.
Ein unparteiischer Beobachter jedoch
kommt zu der Ueberzeugung, daß Ma
yor Hayes als Haupt der Administra
tion in systematischer Weise vorgeht,
um Baltimore zuerst auf eine gesunde
finanzielle Basis zu stellen und dann
mit den so nothwendigen Verbesserun
gen zu beginnen. Das erste Ziel ist
Hrn. Hayes in den ersten zwölf Mona
ten seiner Administration gelungen;
Baltimore's Credit ist gut und der
Schuldentilgungsfond weist einen
Ueberfchuß auf. Jetzt lenkt er sein
Augenmerk auf die Bedürfnisse der
Stadt. Der Anfang wird im nächsten
Jahre gemacht werden durch den Bau
von vier neuen Schulen und Verbesse
rung der alten. Sein nächstes Ziel
wird sein. Baltimore ein Abzugskana
l zu geben, welches eine der al
lcrnothwendigsten Verbesserungen ei
ner Großstadt ist. Seine Idee ist. die
Legislatur in 1902 um die Autorität
zu ersuchen, für den Bau von Abzugs
tanälen eine Anleihe von §17,000,(D0
zu erheben. Die Kosten sollen nicht die
Steuerrate beeinflussen, sondern der
einzelne Hausbesitzer soll seinen Theil
beitragen und denselben in Ratenzah
lungen abtragen. Mayor Hayes ist
der Ansicht, daß es den Hausbesitzern
nicht mehr kosten würde, als sie zur
Zeit für das Reinigen der Senkgruben
bezahlen. Gesundheits-Commissär Dr.
James Vosley sandte dem Mayor ge
stern ein Schreiben zu. in welchem er
sagte, Baltimore müßte unbedingt ein
Abzugskanal-System haben, denn das
jetzige Kloaken- und Senkgruben-Sy
stem sei ein Gemeinschaden, dem jähr
lich Hunderte von Personen zum Opfer
fielen. Hr. Theodor Marburg statte
te dem Mayor gestern Morgen einen
Besuch ab und sagte, er sei ganz seiner
Meinung, und die Idee des Mayors.
die Hauseigenthümer speziell zu be
steuern. halt: er für die beste. Wenn
des Mayors Plan von der Gesetzge
bung im Winter 1902 sanktionirt
wird, kann derselbe den Stimmgebern
Baltimore's in der Herbstwabl von
1902 zur Abstimmung vorgelegt wer
den, und mit dem Bau der Abzugska
näle könnte dann noch in den letzten
sechs Monaten des Amtstermins des
Mayors Hayes begonnen werden. Die
ses Planes wegen opponirt Mayor
Hayes der Neupflasterung von Stra
ßen. Er sagt ganz richtig, ein Ab
zugstanal-System muß kommen, und
es wäre deshalb pure Geldverschwen
dung, jetzt kostbare Pflasterungen vor
zunehmen und dieselben in ein paar
Jahren wieder aufzureißen. Mayor
Hayes bemerkte gestern, nachdem die
Abzugskanäle gebaut, müß'e die Stadt
ein Filtrirsystem sür das Trinkwasser
anlegen.
Ein anderer hoher städtischer Beam
ter, über dessen Ansicht bezüglich des
Projekts des Mayors befragt, sagte,
er sei mit Herz und Seele dafür, aber
er befürchte, die leidige Parteipolitik
würde die Ausführung desselben ver
hindern; er glaube nicht, daß die Le
gislatur. selbst wenn sie eine demokra
tische Mehrheit haben würde, die §17,-
000,000-Anleibe autorisiren würde,
denn Ne Repräsentanten vom Ostufer
würden sich dagegen verwahren, daß
die Abzugskanäle sich in die Chefapea
ke-Bai ergießen und möglicher Weise
den Fisch- und Austernfang ruinircn
würden, und die Bewohner von Anne
Nrundel-County würden gegen den
Plan sein, das Berieselungs-System
einzuführen und allen Unrath in Anne
Arundel-County abzulagern. „Aber."
fuhr der Herr fort, „wenn die Legis
latur trotzdem die Bondausgabe auto
risiren sollte, so wäre es noch immer
sehr fraglich, ob bei der endgültigen
Abstimmung durch die Bürger der
Stadt die Republikaner den Demokra
ten erlauben würden, sich mit den Lor
beeren. der Stadt ein Abzugskanalsy
stem gegeben zu haben, zu schmücken."
Ein zu lösendes Problem.
Die städtische Wohlthätigkeits-Be
hörde wird am Freitag ihre nächste
Sitzung halten. Die Behörde steht vor
einem schwer lösbaren Problem. Es
giebt so viele geistesschwache 'Kinder,
für welche Unterkunft geschaffen wer
den muß, aber die Behörde weiß nicht
wie. Die Staatsschule für geistes
schwache Kinder zu Owings' Mills ist
überfüllt, und es sind schon so viele
Applikationen für die Aufnahme wei
terer Kinder eingelaufen, daß der An
bau, welcher jetzt errichtet und bis
nächsten Juni vollendet werden wird,
noch nicht einmal hinreichen wird, um
Allen Unterkunft zu geben. Die stäv
tische Wohlthäiigkeits - Behörde hat
etliche gnstesschwacheKinder im „Bay
view-Asyl" untergebracht; noch in der
verflossenen Woche wurde ein solch'
unglückliches Geschöpf dorthin ge
bracht, dessen Vater fortgereist war u.
dasselbe seinem Schicksal überlassen
hatte.
A u sterns is che r - Leiden.
Kranke und verkrüppelte Austern
fischer kommen jetzt schon täglich die
Bai herauf. Im Büreau der Bay
view-Behörde im - Annex
sprachen gestern sechs solcher Unglück
lichen vor und baten um Unterkunft
im Armenhause. Einer, ein Deutsch-
Amerikaner, Namens Henry W.Fran
kel von New-Aork, sagte, er habe einen
Monat gedient, §l5 erhallen sollen,
aber nur §1.93 bekommen, das übrige
Geld sei ihm für den wasserdichten
Anzug, den der Eapitän aber behalten,
und Kost abgezogen worden. Er klagte
über rheumatische Schmerzen im
Kreuz. Wenn diese Unglücklichen 60
Tage lang auf Austernbooten gedient
haben und erkranken, so sind sie auf
Kosten Uncle Sam's zur Aufnahme
im „Marine-Hospital" berechtigt, ha
ben sie aber keine 60-tägige Dienstzeit
hinter sich, dann müssen sie sich auf die
Mildthätigkeit ber städtischen Behör
den verlassen.
Untersuchung der neuen
Gasmaschinen.
Die Feuerbehörde. Stadt-Ingenieur
Fendall und Gebäude-Inspektor Pre
sion werden morgen nach Jrvington
gehen, um dort die neue Gasmaschine,
die aus Gasolin Gas produzirt.
welches die Stelle des Leuchtgases ein
nehmen und nur halb so viel kosten
soll, auf deren Gefahrlosigkeit hin zu
untersuchen. Die Absicht des Erfin
ders dieser neuen Maschine ist, dieselbe
unter dem Pflaster des Hofes oder,
wenn ein solcher nicht vorhanden, un
ter dem Trottoir auszustellen.
Ist zum Besten des Publi
kums.
In einer informellen Versammlung
der"'Büdget-Vehörve wurde Controleur
Smith beauftrag eOea AaHsi-
zweig zu benachrichtigen, daß der
„Baltimore - Ohio - Bahn" deshalb
Nichts für das Privilegium, am
Camden - Bahnhofs - Gebäude ein
Schutzdach zu bauen, abverlangt wor
den, weil dieses eine Verbesserung zum
Besten des allgemeinen Publikums sei.
Märkte -Einnahmen.
Im Monat November d. Js. betru
gen die Einnahmen von den städtischen
Märkten P 1659.20 gegen A612.Ä) in
demselben Monat des Vorjahres.
Für den Tilgungsfond.
Die städtischen Finanz-Commissäre
kauften gestern P6OVO w-rth Obliga
tionen der 1902 fälligen 6-prozentigen
„Westl. Maryländer Bahn-"Anleihe
für 105.H, die Zinsen für die letzten
5 Monate einschließend. Die Com
missäre erhalten demnach 3 Prozent
für das Geld.
Jnspizirte Subways.
Wasser-Ingenieur Quick ist von ei
ner mehrtägigen Reise nach New-Aork
zurückgekehrt, wo er die dortigen Sub
ways inspizirte. Hr. Quick u. Stadt-
Ingenieur Fendall, sowie Straßen
reinigungs -'Commissär Iglehart sind
vom Mayor beauftragt worden, einen
Bericht über die vom Ingenieur
Phelps gebauten Baltimorer Sub
ways zu machen, und desbalb inspi
zirte Hr. Quick die New-Horker.
Endlich!
Mit den Vorarbeiten für den Bau
des neuen Haken- und Leiterhauses
Nr. 11 an der Ecke von MoMechen-
Straße und North-Aoenue wird hellte
Vormittag begonnen werden, und
Mayor Hayes wird den ersten Spa
tenstich thun. Ein Reoeaktus wird
nicht damit verbunden sein.
Nicht schuldig
In dem Verfahren, oelches kürzlich
von dem Publikum zur Krilik des Bal
timorerßieres der „Geo. Günther, jun.,
Brewing lComp." unternommen wurde,
lautete das Verdikt des Volkes einstim
mig dahin, daß nicht die geringste Ver
fälschung ober Unreinheiten in diesem
edlen Biere gesunden werden können.
Außer dem besten Malz und Hopfen
wird nicht das Geringste für dessen
Herstellung verwendet. Dies ist die
Ursache, 'weshalb dasselbe von Allen
gern getrunken wirb. Phillips Bros.,
alleinige Flaschenfüller. Nr.
Süb - Caroliriestraße. Brauerei-Te
lephon E. u. P. 3457. (338)
Won See und Hasen.
Der „Nordb. Lloyd-"Dampfer „Cob
lenz" führ am 22. November von
Bremerhaven mit etwa 100 Passagie
ren nach Philadelphia ab, wo dieselben
gelandet werden. Der Dampfer wird
dann nach Baltimore für eine Ladung
kommen. In der Kajüte fahren die
Folgenden: Hr. Aug. Fenker, Frau A.
Fenker, Wm. Fenker, Aug. Fenker,
Sophie Fenker, Frida Fenker, Hr.
Abraham, Frau 'Abraham. Frl. Abra
ham, Frl. Atbire Haberkorn und Hr.
Gustav Lehmann von Baltimore;
Frau Maria Balle und Frl. Johanna
Balle von Aarhus; Hr. Earl Berg,
Frau 'Carl Verg und Elsa Berg von
Hannooer; Frau Maria Ehm von
Frankfurt a. M.; Frau Elise Feck von
Äschaff-enbnra; Frau Henny Jones u.
Frl. Louise Jones von Hannover;
Frau Johanna Rogge von Olden
burg; Frau Elise Schneider von Mar
burg; Frau Emilie Sckmibt von
Frankfurt und Frl. Karin Schourup
von Ccpenhagen. Die Offiziere des
Dampfers sind: E'apt. B. Petermann;
1. Offizier F. Iseke, 2. Osfi-zier F.
Heise. 4. Offizier A. Schmalfuß und
4. Offizier E. Schultz; Obermaschinist
P. Oldenbüttel. 2. Maschinist L. Rö
seler, 4. Maschinist, W. Klüver und 4.
Maschinist K. Schnoor; Arzt Dr.
Mohaupt; Proviant- und Zahlmeister
M. Rakemann; Obers-eward F.
Schwenn; Oberkoch F. Wolsmüller.
Der Wirth Ertel aber
mals in Schwulitäten.
Nicholas Ertel, der Wirth von Nr.
619, Duncan-Pkace, gegen den schon
mehrere Anschuldigungen wegen
Sonniagsoerkauss schweben, wurde
gestern wiederum vom Polizeirichter
Lewis in der nordöstlichen Siation
gegen Bürgschaft für das Eriminal-
Gericht entlassen, weil er am vergan
genen Sonntag dem minderjährigen
William Weitzel von Nr. 2209, Mc-
Elderrystraße, Bier verkauft haben
soll.
!Unsortirte Austern. —Ray
P. Ecester, der Eapitän eines Austern-
Schooners. wurde gestern vom Kadi
Roß um P 25 nebst Kosten und Siras
gebühr, zusammen H30.Z6, bestraft,
weil er unsortirie Austern auf den Bal
timorer Markt bracht. Austern - In
spektor Wm. Pohler nahm die Verhaf
tung vor.
Den Geschworenen über
wiesen. William Gerholt ver
langte gestern vor Polizeirichter Lewis
einen Prozeß vor den Geschworenen u.
wurde seinem Wunsche gemäß dem Ge
richtsverfahren überwiesen. Er wird
angeschuldigt, sich auf dem Waggon
Nr. 2303 ungeziemlich aufgeführt unb
dadurch den Frieden gebrochen zu ha
ben. Er behauptete jedoch, daß dies
in Baltimore -Eounty vor sich ging u.
deswegen Herr Lewis keine Jurisdik
tion über dln Fall habe. Eine zweite
Anschuldigung, auf den Boden des
Waggons gsspuckt zu haben, wird eben
falls im Criminalgericht zur Verhand
lung kommen.
Razzia auf Chinesen.
Vierundzwanzig Chinesen, welche am
Sonnt'ag Abend in dem Hause Nr.
218, Marion st raße, bei einem Sonn
tags-SpieZchcn oerhaf?et wurden, ver
ließen gestiern die westliche Polizeista
tion je ZNinus.D2.4s, und der Eigen
thümer des Hauses mußte wegen Hal
tens einer Spielbude sogar P 11.45 be
fahlen.
Diebe an der Arbeit.
Hr. A. F. Weinberg von Nr. 757,
West - Baltimorestraße, berichtete ge
stern der Polizei, daß am Sonntag
Abend Diobe einen Schaukasten vor
seinem Laden erbrachen und Waaren
im Werthe von HlO stahlen.
Zur letzten Ruhe bestat
tet. Vom Trauerhause, Nr. 1730,
West-Lexingtonstraße, aus wurden ge
stern Nachmittag die sterblichen Ueber
reste von Frau Justine Renner, Witt
we von Hrn. Georg L. Renner, welche
am Freitag in ihrer letzten Wohnung
aus dem Leben schied, auf der „Lou
don-Park-Eemetery" zur ewigen Ruhe
bestattet. Pastor Julius Hofmann
von der Zionskirche hielt den Trauer
gottesdienst, und als Bahrtuchträger
sungirten die HH. G. W. Wagner, W.
Wagner, Edward Wagner, Georg W.
Wagner, Eugen L. Renner und Albert
Renner. Die Verblichene war aus
Biedenkopf gebürtig und kam vor 63
Jahren nach Baltimore. Sie hinter
läßt einen Sohn, zwei Töchter, sechs
Enkel und vier Urenkel, während ihr
Gatte bereits vor 14 lahren starb.
Samstags- und Sonntags-
Exkursionen nach Washington, nur
H 1.25 auf der „Pennfylvanier Ei
senbahn. "
Am nächsten Samstag und Sonn
tag; gültig für die Rückfahrt bis zum
folgenden Montag. Alle Züge, den li
mitirten Congreßzug ausgenommen.
„Monumental-Brewing-Co."
Gastfreundschaft der Presse gegenüber.
Beschreibung der neuen Braue
rei. ÄVas ein Architekt sagt.
Die „Monumental - Brewing-Eo."
gab gestern ixn Repräsentanten ver
Presse in der Brauerei zu Highland
towri ein Bankett, an welchem die H.H.
Präsident A. E. Hillegeist, 'Vice-Präsi
dent Peter Schmidt. Schatzmeister
Frank B. Eahn, Vorsitzer Jacob S.
Rosenthal vom Exekutiv - Comite, die
Rechtsbeistände Geo. R. Gaither und
Leon E. Greenebaum, der Braumeister
Joseph Hödel, die Architekten Otto C.
Wolf un'd Hermann Wolf, sowie ein
Vertreter von jedem Tageblatt der
Stadt TIM nahmen. Hr. Rosenlhal
sungirte als Toastme.ster. Der „Ca
terer" Harris war für die Gelegenheit
enaagirt worden. Bei dcm Bankett
wurden natürlich verschiedene Toaste
ausgebracht. Bei der Beantwortung
eines derselben erklärte der Architekt
Otto C. Wolf, daß die „Monumenial-
Brauerei," welche eine Kapazität von
150.000 Faß pro Jahr hat, eine der
am Besten und Modernsten eingerich
teten Brauereien der ganzen Ver.Staa
ten sei. Die Brauerei ist an der Lom
bard- unb 7. Straße. Highlanixown,
gelegen, hat 129 Fuß Front an der
7. Straße unb 264 Fuß Tiefe. Das
ganze Grundstück ist 324 be: 486 Fuß
groß und bie Pflasterung bes Hofes
allein kostet über §7OOO. Dicht neb-'n
der Brauerei ein Zweig-Geleise
der „Baltimore - Ohio - Bahn," wo
durch das Getreide, Malz und Hopfen
gleich bis direkt vor den Getreide-Ele
vator der Brauerei gebracht werden
kann. Am Ende der Weiche befindet
sich ein Getreidekasten, von dem aus
das Getreide bis zum vierten Stock
werk der Brauerei befördert wirb.
Dort geht es io zwei Malzbehäller,
von denen jeder 3000 Busche! hält.
Derselbe Elevator befördert auch den
Reis von dem Ge treibet asten in den
in demselben Stockwerke befindlichen
Reisbehälter. der eine Capazitä: von
750 Säcken hat. Von diesen Bchal
tem aus befördert derselbe Elevator
das Malz sofort in die Putzmaschine
im drillen Stockwerke und von da nach
der Reinigung in den Behä'lter für ge
reinigtes Malz, der in einer Waag
hängt, durch welche der ganze Inhalt
gewogen werden und der das Malz
für einen„Sud" Bier aufnehmen kann.
Nachdem das Malz bort gewogen,
wird es in die Schrotmühle im zwei
ten Stockwerk befördert und von dort
aus nach den, Malzbehälier im fünf
ten Stockwerke der Brauerei direkt
über der fogenannten Maischbütte.
Derselbe Elevator bring! den Reis
nach dcm fünften Stockwerke in den
Behälter über der Reisbütte unb von
dort aus in die Maischbütte. In die
ser kann ein „Sud" von 300 Fässern
innerhalb von acht Stunden gebraut
werden, während es nach dem alten
System 13 bis 15 Stunden in An
spruch nimmt. Braumeister Hödel
kann um 2 Uhr Morgens einen „Sud"
beginnen und denselben schon um 10
Uhr Vormittags ausschlagen. Der
Behälter, in we'lchcm sich das geschro
tene Malz befindet, hängt gleichfalls
in einer Waage, welches dem Braumei
ster Gelegenheit gi-ebt, den <schrotmül
ler zu controliren. Nach Abschlagung
eines „Suds" geht das angehende Bier
in die Hopsenbütle und wird von bort
aus mit Pumpen, die eine Capazi'ät
von 300 Faß pro 40 Minuten haben,
nach dem Kühlschiff im vierten Sivck
gepumpt, von wo aus 300 Fässer in
zwei Stunden von 70 Grad aus 5
Grad Reaumur von zwei Baudelot-
Kühlern abgekühlt werden. Von dort
aus geht das Bier in die im dritten
Stockwerk gelegene Gäbrkammer, wo
das Bier mit Hefe angestellt und nach
einer Gährzeit von 12 b s 14 Tagen
nach den Ruhebütten im zweiten Stock
läuft. Tort lagert es zrvei Monate
lang, geht von dort nach dem Faß-
Keller, wird dort mit zehn Prozent
Jungbicr oermischt und nach zwei Wo
chen auf kleine Verfandlfässer abge
stillt. Das Abfüllen geschieht durch
das neueste, das sogenannte Golden
Gate - System unter 6 Pfund Gegen-
Luftdruck. welches es ermöglicht, daß
bie Fässer b s obenan angefüllt wer
.den können, olme daß auch nur ein
Tropfen Bier verloren geht. Die Kel
ler, in denen 'sich 18 große Lagerbüiten
befinden, sind wie bei allen modernen
Brauereien eben mit dem Straßenpfla
ster, und in demselben Stockwerk be
findet sich das Maschinenhaus. In
diesem bes.nden sich zwi Delaware-
Eismaschinen von je 50 Tonnen Capa
zität, eins elektrisch Anlage, bie 110
Volten entwickelt und 160 Lichter lie
fern kann; das Pumpen - System ist
vorzüglich und der artesische Brunnen,
der das Wasser liefert, ist 512 Fuß
t ef. Das Kesselhaus enthalt drei
Kessel von je 250 Pferdekraft. Fer
ner findet man im ersten Stock das
Waschhaus, das eine Größe von 47
bei 70 Fuß hat und mit neuester Ma
schinerie versehen ist, und daneben ist
der Abfüll - Keller, 30 bei 70 Fuß
groß, mit dem schon genannten Go.d.n
Gate - System versehen, das es ermög
licht, sechs Fässer auf einmal abzufül
len. Ein eiserner Wagenschuppen, der
20 Wagen halten kann, ist gleichfalls
gebaut worden.
Hr. Rosenthal führte die Gäste durch
ben gewaltigen Bau, der heute, mor
gen und Donnerstag dem Publikum
zur Besichtigung offen steht. Ein Faß
des ersten Produkts wurde angezapft,
unb jeder Kenner eines guten Bieres,
der dort den ausgezeichneten Stoff
kostete, war der Ansicht, daß sich, das
Gebräu inen Weltmarkt robern wird.
Geburtstagsfeier. Frl.
Regina M. Krieg, Tochter von Hrn.
John Krieg, beging am Sonntag
Abend in ihrer elterlichen Wohnung.
Nr. 170. West-Eroßstraße, ihren 18.
Geburtstag. Unter den zahlreichen
Geschenken, welch dem Geburtstags
kind zugingen, befand sich eine präch
tige golden Uhr von ihren Eltern.
Am A'lxnb fand eine fröhlich Ge
burtstagsfeier statt, bei welcher die
Gäste mit dcm Besten bewirthet wur
den, was Küche und Keller bieten
konnten. Unter ben Anwesenden be
fanden sich: di H.H. John Krieg, An
ton, Frank, Joseph unb Georg Krieg,
Hr. Schütter und Frau. Hr. Kaiser
und Frau, Hr. Schäfer und Frau, Hr.
Ruff und Frau, Hr. Schmidt und
Frau und die HH. John Preschet, I.
Winefelder. I. Pfafs, W. Pfaff, W.
smnt, H. 'Dauer, T. Bosse. 15. Stern,
H. Biel, H. Krein, N. Kallenbach, I.
Ratsey, I. Fischer, L. Schmidt, I.
Förster, S. Oppenheimer. .C. Denn.
I. Bein und S. Fase; die Damen Re
gina Krieg, M. Stange, T. Schutte,
T. Schoberg, L. Nagle, M. Rie ett,
B. Riesett, M. Goings", L. Kaltenbach,
M. Fallon, L. Fallen, F. Krein. M.
Smith, A. Gotischalt. Katie Schäfer,
T. Bopp. E. Kaiser. M. Canick, R.
Granger. T. Gilchrist, M. Granzer,
! M. Lintner. M. Schässer. I. Schein,
! P.ttschtlt M. Krig und R. Rusf.
Kein Flecken auf der (shr!
Aber als Geschäftsleute sind d'.e Sän
ger „man —Das Revisions-
Comite zieht die Bilanz vom letzten.
Sängerfcst. Die Protokolle wa
ren nicht sehr genau geführt wor
den, und das Finanz-Eomiie war
auch ungeheuer nachlässig. In
Erwartung des Berichts hatten
sich zahlreiche Delegaten in Brook
lyn's „Arion-iHalle" eingefunden.
Ueber die am Sonntag in der
„Arion-Halle" in Brooklyn gehaltene
Sitzung der ~'Vcr. Sänger von Brook
lyn," in welcher die endgültigen Co
mite-Berichte vom letzten Sänzerfist
entgegen genommen wurden, wird u.
A. berichtet:
,„)Das Facit des verflossenen Sän
gerfestes, oder lnenigstens von dessen
Ge'schästsgebahren, wurde in der in
der „Arion--Halle" gehaltenen S.tzung
der „Ber. Sänger" gezogen. Der Be
richt des zur Untersuchung der Ge
schäftsleilung eingesetzten Eomite's
wurde den Delegaten unterbreitet, und
die sich hieraus ergebenden Verhand
lungen, die Erklärungen und Be
schlüsse haben die Sängerfest - Ange
legenheit, soweit dieselbe sich aus
Transaktionen der Beamten bezog,
endgültig abgeschlossen. Aber auch das
etwa noch auf der Vereinigung haf
tende Odium, in ihren Reihen unlau
tere Elemente zu haben, die sich auf
Kosten der Sänger bereichert hätten,
ist nun völlig geschwunden. Der Re
visions - 'Ausschuß erklärt in seinem
Bericht, daß mehrere Comite-Mitglie
der ihre "Ausgabe nicht in geschäfts
mäßiger Weise erledigten, doch wird
hervorgehoben, daß eine unehrliche
Handlung in keinen, Falle stattgefun
den habe.
In Erwartung des Berichts des
Ausschusses halten sich die Delegaten
in starker Zahl in der „Arion-Halle"
eingestellt. Nachdem die Routine-Ge
schäfte erledigt waren, ertheilte Präsi
dent S. K. Sänger Hrn. Carl Aich
mann, dem Borsitzer des Revisions-
Ausschusses, das Wort. Hr. Aich
mann sagte, daß das Comite ohne
Rücksicht auf Person oder Stand, un
beeinflußt und ohne Vorurtheil sich
seiner Aufgabe unterzogen habe. Die
Untersuchung wurde so gewissenhaft,
wie möglich, geführt, und zu seiner
Genugthuung könne er constatiren,
daß Seitens der Beamten und Mit
glieder der Vereinigung keine unred
liche Handlung zu oerzeichnen sei.
Hierauf verlas Hr. Grcssanh den Be
richt, welcher, wie folgt, lautet:
In Folge einer Aufforderung Sei
tens Ihrer Vereinigung, die Bücher
und Kassenbelege der Sängerfest - Be
hörde einer eingehenden Prüfung zu
unterziehen, versammelten sich die HH.
Carl Aichmann, M. Grossarth, B.
Faber, H. Deck, E. Henle und I. Fal
ler in der „Arion-Halle," und nach
dem die HH. Deck, Faller und Lehren
krauß wegen Mangels an Zeit abge
lehnt hatten, sich an den Reoisionsar
beiten. zu betheiligen, organisirte sich
das NevisionsqComüe, indem es Hrn.
Carl Aichmann zum Vorsitzer unb
Hrn. M. Grossarth zum Sekretär er
wählte.
Wir unterzogen nunmehr die uns
Seitens der Beamten Ihrer Vereini
gung vorgelegten Bücher einer genauen
Prüfung und fanden, daß Seitens des
Schatzmeisters Hermann Scheidt in
äußerst gewissenhafter Weife Buch ge
führt wurde über die erhaltenen, so
wie ausbezahlten Gelder. Wir fanden
die Additionen und Substraktionen,
sowie die Belege für ausbezahlte Gel
der in schönster Ordnung.
Wir bedauern jedoch, nicht in der
Lage zu sein, Ihnen einen wünschens
werthen, geschäftsmäßigenßericht vor
legen zu können, da die uns zur Ver
fügung gestellten Protokoll-Bücher
absolut nicht nachweisen, ob die ver
schiedenen Eomite'n berechtigt waren,
die vorerwähnten Ausgaben zu ma
chen. Es ist auffallend, daß das Pro
tokoll über die verschiedenen Delegaten-
Sitzungen kleinere, z. B. dem Ein
quartierungs - Eomite für Ausgaben
gemachte Bewilligungen nachweisen
oder bestätigen, während fast kein ein
ziger der gemachten größeren Con
trakte und keine einzige größere Aus
gabe durch Gutheißung in den Dele
gaten - Sitzungen autorisirl waren,
wenigstens iveisen die Protokoll - Bü
cher dieses nicht aus.
Das einzige Comite, von welchem
ein einigermaßen ausführlicher Bericht
vorlag, war das Musik-Comite; von
den übrigen Comite'n lagen entweder
gar keine oder sehr mangelhafte Be
richte vor, welche durchaus keinen Aus
schluß geben.
Wenn über die Delegaten - Ver
sammlungen in ordentlicher unb ge
schäftsmäßiger Wise Protokoll ge
führt worden wäre, könnten wir Ihnen
höchst wahrscheinlich einen einigerma
ßen zufriedenstellenden Bericht vorle
gen, so können wir nur constatiren,
daß der Schatzmeister das als ausge
geben verrechnete Geld wirklich ausge
geben hat. Ob aber die Ausgabe be
rechtigt, ob sie im Interesse Ihrer Ver
einigung nach reiflicher Ueberlegung
gemacht war, darüber erlauben wir
uns kein Urtheil. Wir lenken Ihre
Aufmerksamkeit auf einige von uns
gefundenen „Items," welche wir nicht
gutheißen konnten, und welche wir
Ihnen zu weiterer Recherche empfeh
len.
Aus dem Protokoll ist ersichtlich,
daß ein in der Delegaten - Sitzung
vorgelegter Contrakt mit Hrn. Roth,
diesem H3BOO bewilligend, für Errich
tung der Plattform in der Waffen-
Halle, angenommen wurde. Aus den
Belegen indessen ist ersichtlich, daß
dies Arbeit von Hrn. Ch. Schneider
gemacht und demselben !ß4775 bezahlt
wurden. Wie dies kam, darüber
schweigt das Protokoll.
Ebensowenig sagt das Protokoll
etwas über die Bewilligung für das
Preß-Oomite. und fanden wir unter
den Belegen dieses Comite's viele, die
nicht einmal die Unterschrift des Vor
sitzers des Eomite's haben.
Wir finden im Protokoll eine Be
willigung von P 2970 für Solisten.
Orchester etc. bei den Conzerten, der
in Wirklichkeit bezahlte Betrag über
steigt den bewilligien um einige hun
dert Dollars.
Weiter sinden wir einen Contraki
mit Hrn. Wissel sür §3OOO. Verein
nahmt wurden hingegen nur §1250.
und von diesem Betrag wurden noch
§439.65 in Abzug gebracht, und zwar
für gelieferte Speisen, Getränke und
Cigarren, zurückdatirend bis August
1899.
Ov die verschiedenen Comite - Mit
glieder zu dieisen Ausgaben, sowie zu
einer derartigen Abrechnung berechtigt
waren, müssen wir Ihnen überlassen,
da die Protokolle Nichts sagen. Von
dem mit Hrn. Texter vereinbarten Be
trage von §lOOO wurden §156.25,
resp. §363.83, in Abzug gekracht,
ebenfalls für gelieferte Speisen und
Geträn!e.
Wir finden eine Rechnung von den
HH. Van Renselael u. Dahl jür
Feuerversicherung im Betrag von
§3OO. Gepflogene Recherchen ergaben
indeß, daß die „Norlhern Afsiir.ince
Co." zwei Policen au-slellte. ein: Nr.
50,324, die Preise, Stühle U'. f. w.
versichernd, für eine Präm'e von §73.-
13 und eine zweite. Nr. 50,325
122 Fahnen zu je §250 versichernd
für eine Prämie von §30.50. und soll
ten deshalb d:e HH. Van Renselaer u.
Dahl gezwungen werden, den unrecht
mäßiger Weise erbalienen Mhibetrag
von §196.37 zurückzuzahlen. Wir er
wähnen hierbei, daß unter den Belegen
sich die Police Nr. 50,324 vorfand,
dagegen die Police Nr. 50,325 für die
Fahnen -iVetsichernng nicht vorhanden
ivar und die Hlblieferung demselben
verweigert wurde, obwohl die Reccrds
der „Northern Assurance Co." nach
weisen, daß eine solche ausgestellt
wurde.
Bezüglich der Einnahmen bei den
Conzerten ist es uns unmöglich gewe
sen, in irgenb einer Weise Einsicht zu
ergangen, in welcher Weise der Bill.'t-
Verkauf gehandl-abi und controllirt
wurde. Es findet sich kein Ausweis
des über die den
Billel-Agenten übergebenen Eintritts
karten, ebenso wenig über die bei den
einzelnen Conzerten verkauften oder
retournirten Karten. Es findet sich
keine Abrechnung mit den Karten-
Verkäufern, und das Einzige, was
vorhanden ist, ist das Buch des Schatz
meislers. welches aueweist, daß bei den
sämmtlichen Conzerten ca. §11.400,
einschließlich der Gebühr für allgemei
nen Eintritt, v.reinnaymt wurden,
während nach einem im Protokoll des
Finanz - Comiie's erwähnlen „Esii
lnate" jedes Conzert eine Einnahme
von §7332 erzielen sollte, unb z.var
ohne Berücksichtigung des allgemeinen
Eintritts. Woher dieser kolossale Un
terschied kommt, bei welchem Conzert
dieser große Ausfall in den Einnah
men stattfand, darüber konnten wir
uns keinen Aufschluß oerschaffen, und
kann nur angenommen werden, das;
das FinanZ'Eonüte in unoerzeihlichec
Weise die freiwillig übernommenen
Pflichten vernachlässigte und zum gro
ßen Theil verantwortlich ist. daß ge
rade diese wichtige Angelegenheit, von
weicher der finanzielle Erfolg des gan
zen Festes abhing, in so nachlässiger
Weise gehandhabt wurde.
linier den bezahlten Rechnungen b?-
findet sich eine von R. P. Golde sür
§65 für Bronziren der Modelle der
Abi- und Wagner-Büsten, welche nach
Aussage des Präsidenten Sänger von
ihm als zu hoch zurückgewiesen worden
war. Die Handlungsweise dcs Vor
sitzers des Preise-Eomite's, nach der
Abreise des Präsidenten diese Rech
nung dennoch zur Zahlung anzuwei
sen, war zum Mindesten nicht in
Interesse der „Ver. Sänger."
Wir erwähnen noch, daß wir ein
zelne Angelegenheiten, welche in be?
Presse zur 'Sprache kamen, genau un
tersucht haben und constatiren können,
daß die gegen Hrn. S. K. Sänger ge
richteten Bemerkungen haltlos sind.
Dcm Hrn. Sänger wurden Seitens
der Delegaten zum Ankauf der beiden.
Büsten §6OO zur Verfügung gestellt,
und wurde dieser Betrag, nachdem die
zwei Brauherren für dieselben bezahlt
hatten, wieber an die Kasse zurückge
führt. 'We.ier haben wir die ebenfalls
in o?n Zeitungen gemachte Beschuldi
gung Betreffs Collektion von Geldern
für Logen von den HH. Niederstein
und Reischmann untersucht und fin
den. daß Hr. Sänger vollständig cor
rekt gehandelt hat."
Nach 'Verlesung bes Berichts war
ben die einzelnen Punkte durchber'a
then. Dr. W. John Schilbge erklärte,
baß der Eontraktor Roth die Arbeit
sür die Errichtung der Plattform nicht
ausführen tonnte und desbalb die Ar
beit an Schneider Zur Ausführung ge
geben wurde. Die Summe mußte er
höht werden, da Aenderungen an den
Plänen vorgenommen wurden. Di:
Delegaten hätten seiner Zeit die ver
mehrte Ausgabe bestätigt. Oberst I.
Rüger pflichtete diesen Ausfübrunaen
bei. Er sagte, daß die Sache in recht
mäßiger 'Weise erledigt worden wäre.
Mit Ausnahme des Finanz-Eomite's,
welches nach Ansicht der Delegaten den
im Bericht erwähnten Vorwurf für
laxe und durch keine Entschuldigung
zu rechtfertigende nachlässige Ge
schäftsführung vollauf verdient hat,
wenn auch in der Versammlung ein
Ausweis über den Billetverkauf als
vorhanden erwähnt wurde, wurden
den Ausschüssen Decharge ertheilt,
resp, die von den im Bericht genann
ten Eomite - Beamten gegebenen Er
klärungen als genügend entgegen ge
nommen.
Das Vergnügungs - Comite wieS
nach, daß die von ihm gemachten Aus
gaben gerechtfertigt waren. Der An
walt Dietz wurde angewiesen, eins
Klage gegen die Assekuradeure anzu
strengen, um den aus Unkenntniß von
den Beamten bezahlten Mehrbetrag
einzutreiben. Nachdem der Bericht
angenommen worden war, wurde dem
Revisions-Eomite der Dank der „Ver.
Sänger" für die Mühe ausgesprochen.
Vor Schluß der Sitzung erhob sich
Hr. Sänger und richtete einige Wort
an die Anwesenden. Mii bewegter
Stimme sagte er, daß er es nicht un
terlassen könne, dem Gefühl des Dan
kes an die Mitglieder des Reoisions-
Comite's zu geben. „Seit
neun Jahren," iagte er, „stehe ich an
der Spitze ber „Ber. Sänger." Mein
Bestreben, die Vereinigung zu einer
der bedeutendsten des Bunoes ma
chen. ist mir gelungen. In wenigen
Tagen werde ich von der Leitung zu
rückneien. Daß <?ie constatiren, daß
kein Mangel an meinen Amtshand
lungen hastet, dafür danke ich Ihnen.
Mii gesenkten "Augen, mit niederge
schlagenem Blick mußte ich seit meiner
Mckkehr von Deutschland durch bis
Straßen geben. Jedermann schien
mir nachzusehen, mitFingern cnis mich
zu deuten. Das bittere Unrecht, daZ
mir zugefügt wurde, kann ich nicht ver
gessen. aber daß ich jetzt mein Haupt
wieder frei erheben kann, dafür will
ich dankbar fein.""
Teanwood-Nennen.
Aus Veranlassung der Herbst Ren
nen des „Aashington
auf ber Bennings Rennbahn (Dean
wood Station), am 17. November be
ginnend und fortgesetzt bis zum 8.
Dezember 1900 einschließlich (Sonn
tags ausgenommen), die „Penn
sylvanier' Exkursions-
Billete von Baltimore, eiiNcbließlich
Coupon zum Eintritt und nu> für den
Tag der Verausgabung gültig, für
den Fahrpreis von §2.00 für die
Rundreise verrufen. Der ver
läßt Baltimore, Union-Vahnhos, .um
12.40 Nachmittags, unb wird an
Renntagen in Deanwoob anhalten.
(317.24.31.8)
Von Gas übermannt
gestern Charles Taylor von Nr. Ili2.
Nord-Monroestraße, er einen Gas'
meter in dem Hause Nr. 2517. M st--
North-Avenue, anbringen wollte. Er
ward nach sein-r Wohnung gebracht,
nachdem ihn ein rasch herbei gerufener
> Arzt zum Bewußtsein zurückgebracht.

IMPORTANT TO ADVER
TISERS.
There Is 110 German paper in Maryland, except
ing tUe German Correspondent, that has sufficient
press capacity to print the usual edition of Lter
Deutsche Correspondent In less than
FIVE HOCKS.
The press of the "Correspondent" will print
fold and count the entire edition of any other
dally German paper In Maryland la
FIVE MINUTES.

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