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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, July 19, 1902, Image 4

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Aer Deutsche Korrespondent.
Freitag, dep 18. Juli ISOS.
Stadt Baltimore.
Im Gold- und Silberkranze.
I. George Parr und Gattin feiern ihr
goldenes Hochzeits - Jubiläum. —
Werthvolle Geschenke. Silber
nes Hochzeits - Jubiläum von
Heinrich und Katharine Freund.
Hr. und Frau Johann George
Parr, seit nahezu 50 Jahren Leser
des „Deutschen Korrespondenten,"
feierten gestern in ihrer Behausung,
Nr. 1028, Nord-Central-Avenue, ihr
goldenes Hochzeits - Jubiläum im
Kreise ihrer Familie und vieler
Freunde und Bekannten. Das Paar
wurde am 17. Juli 1852 vom Pater
Anton Schmid in der St. Alphonsus-
Kirche zum Bunde sür's Leben ver
eint. Beide sind in Deutschland gebo
ren und kamen in 1850 nach Balti
more. Gestern Morgen erneuerte das
Jubelpaar die Traugelübde in der St.
Jakobus - Kirche an Aisquith- und
lEagerstraße. Pater Francis T. Parr,
der tüchtige Redemptoristen-Missionär
von Saratoga - Springs, N.-A., ein
Sohn des Jubelpaares, celebrirte ein
feierliches Hochamt unter Assistenz der
Patres Jos. Weber als Diakon und
Pankratius Schmidt als Subdiakon.
Der Altar war prachtvoll dekorirt und
die Kirche bis zum letzten Platze be
setzt, als das feierliche Amt vollzogen
wurde.
Der „St. Cäcilia - Chor" trug un
ter Leitung des Organisten Prof.
Mich. Schäfer viel zu der eindrucks
' vollen Ceremonie bei. Während des
ganzen Tages hielt das Jubelpaar,
von welchem der Gatte 75 und die
Gattin 70 Jahre alt ist, in seiner
Wohnung, Nr. 1028, Nord-Central-
Avenue, einen Empfang ab. Alle
Kinder von Hrn. und Frau Parr, so
wie deren Kindeskinder waren bei der
feierlichen Ceremonie, sowie auch im
Jubelhause zugegen. Es sind dies:
Johann M., Henry A., Joseph, Franz
und Adam Parr, Frl. Rose Parr und
Frau Joseph Faust. Diese KiNder
überreichten dem Jubelpaare eine
Börse mit §lOO in Gold. Von Hrn.
Chas. Volk und Familie erhielt das
Jubelpaar ein Gedicht, das mit einem
passenden goldenen Rahmen versehen
war, und viele andere werthvolle Ge
schenke waren eingelaufen.
Folgende Verwandte und Ehren
gäste waren bei der schönen Feier zu
gegen: die Patres W. Lueking, Fran
cis E. Klauder, John Lowenkamp, F.
Bott, A. Lutz, Jos. Wissel. Francis
Gutberlet, I. George, T. GrMhisky,
Jos. Weber und P. Schmidt, die Brü
der Adam Parr nnd James Aaeck und
Schwester Mechtildis; Hr. und Frau
John M. Parr und Familie, Hr. und
Frau Henry A. Parr und Familie,
' Hr. und Frau Joseph Parr und Fa
milie, Hr. und Frau Adam Parr und
Familie, Frl. Rose Parr, Hr. und
Frau Joseph Faust, Hr. und Frau
John M. Parr, Frau Elisabeth Parr,
Frl. Emma Parr, Hr. und Frau S.
Eberenz und Familie, Hr. und Frau
John Rausch. Frau M. Faust, Frls.
natie und Gertrude Faust, Hr. und
Frau Jos. McWilliams, Hr. und Frau
KUian Volk, Hr. und Frau Charles
Volk, Hr. und Frau H. Nagengast,
Hr. und Frau George Kempf, Hr. und
Frau B. Mayer, Frau P. Dedio, Hr.
und Frau Germanus France, Hr. und
Frau Rudolph Ries von Philadelphia,
Pa., Hr. John Laber von Philadel
phia, Pa., Hr. und Frau P. Fischer
von New-York, Frau H. Schickling
von New-Nork, Frau L. Nagle von
New-York, Frl. Alice O'Donnell von
Jlchester, Frau Katie Buettner, Frau
Eva Gutman.
Hr. Parr erblickte das Licht der
Welt zu Huckelsheim, Bayern, im
Jahre 1827, und seine Gattin ist zu
Oberwestern, Bayern, in 1832 gebo
ren. Hr. Parr kam in 1850 nach
Amerika und da er ein fähiger Musi
ker war, so ward er bald ein Mitglied
der „James Band." Dann spielte
er noch unter Direktion der Professo
ren Lenhard, Feldmann und I. Hoff
rnan. Cr ist einer der Gründer der
„Musiker - Union," und nur durch
dringende Geschäftsinteressen wurde
Hr. Parr veranlaßt, seine Carriere
als Musiker an den Nagel zu hängen.
Silbernes Hochzeits-
Jubiläum.
Hr. Heinrich Freund und seine
Gattin Katharine, geb. Reichert, die
vor 25 Jahren in der St. Jakobus-
Kirche vom Pater Johann N. Hesper
lein zum Bunde für's Leben vereint
wurden, feierten gestern Abend im
Kreise der Mitglieder der Familie und
vieler Freunde ihr silbernes Hochzeits-
Jubiläum. Eine ganze Anzahl der
herrlichsten Geschenke lief ein, und
man amiisirte sich bis zu später Stun
de nach Herzenslust. Unter den Gä
sten befanden sich Pater Jak. Schon
hart, der gestern Morgen in der St.
Jakobus - Kirche zu Ehren des Jubel
paares eine Messe las, ferner die Mit
glieder der Familie, darunter die 80
Jahre alte Frau Cath. Reichert, Mut
ter der Jubilarin, Hr. Wm. Freund,
Geo. Bereis und Frau, Phil. Bereis.
Hr. und Frau Gus. Kimmett, Hr.
und Frau John Stone, Hr. und Frau
Jacob Prasch, Hr. und Frau Wm.
Kimmett. jun., Hr. und Frau Fred.
Goldbeck, Hr. und Frau John Prasch.
Frau Marie Ditouch. Hr. und Frau
Fred. Prasch, Hr. und Frau John H.
Prasch, Hr. Peter Dannemann, Frls.
Anna Eckels. Mary Hanlon, Mary
Doutouch, Frau F. Doutouch und de
ren Kinder Josie, Theresa, May, An
nie, Elsie, Sophie und Katie, Frls.
Florence Bereis, E., Grace und Alma
Kimmett, Hr. C. Kimmett, Hr. Gam
ble Kimmett. Hr. Hy. Doutouch, Hr.
Geo. Goldbeck. Wm. Goldbeck, John
und Henry Goldbeck. John und Geo.
Prasch, Frl. Maggie Prasch u. A. m.
Hr. Freund ist zu Orb. Preußen,
geboren und kam im Alter von 15
Monaten auf dem Segelschiffe „Jo
hannes" von Bremen nach Amerika.
Sein Vater, Hr. Heinrich Freund,
starb während der Reise an der Lun
genentzündung. Hr. Freund wurde
von seiner Mutter im St. Jakobus-
Pfarrkreise aufgezogen, und am 17.
Juli 1877 wurde er mit seiner Gattin
Elisabeth, geb. Reichert, getraut. Der
glücklichen Ehe entsprossen vier Kin
der, von denen noch drei am Leben
sind, nämlich Frau George Prasch.
Frls. Marg. und Elis. Freund. Hr.
Freund ist ein geachtetes Mitglied des
„Chesapeake - Conzils. C. B. L."
i
Lotte. llisltislmmNksliM NM
Tritt sein Amt an.
Bundesmarschall John F. Langham
mer leistet den Amtseid. —Macht
zwei Ernennungen.
Hr. John F. Langhammer, der
neue Bundesmarschall, welcher Hrn.
Wm. F. Airey im Amte folgt, leistete
gestern Vormittag 11 Uhr im Bun
desgericht vor Richter T. I. Morris
den Amtseid. Nach der Ceremonie
gratulirte Richter Morris Hrn. Lang
hammer und sagte Hrn. Airey Lebe
wohl.
Später machte Marschall Langha
mmer bekannt, daß er Hrn. Adolph
Schuch zum Chef-Hülssmarschall und
Hrn. Patrick Seery zum Hülfsmar
schall ernennen würde. Hr. Schuch
tritt an Hrn. Wm. Coath's Stelle,
und Hr. Seery wird Hrn. Charles
Kohlerman's Nachfolger. Eine große
Anzahl Freunde des neuen Marschalls
fanden sich schon um 10 Uhr Vormit
tags in dessen Büreau ein, und viele
brachten hübsche Blumenstücke, unter
Anderen Hr. Wm. Stewart, Hr. G.
W. Golden, Hr. I. W. Brooks, Hr.
Wm. Klingelhöfer, Hr. und Frau
Ernst Langhammer, die Eltern des
Marschalls, Zolleinnehmer WilliamF.
Stone, sowie auch verschiedene politi-.
sche Clubs. Bei der Beeidigung zuge
gen waren: Hr. Philipp Lee Golds
borough. Stadtrathsmitglied Wm. C.
Smith, Bundes-Commissär Rogers u.
die HH. D. C. Heddinger, William
Griffiths, T. Frcmk Tyler, B. H.
Leach. G. H. Shearer, I. S. Bowen,
Oberst Jos. W. Brooks. Samuel P.
Maxwell, Daniel D.Boß, HenryStes
sens, Louis Lord, Joseph Lewis, A.
Edwards, John R. Hendersoe, Dr. D.
W. Jones, W. F. Slayman, G. W.
Geiger. Edward Smith, John Bauer,
Sewell Plumber, Louis Zimmerman,
Capt. John R. King, C. W. Kephun,
C. S. Montell, F. E. Cunningham,
Wallace Tilton, W. F. Schwatka und
George W. Rhein.
Hr. Langhammer ist 46 Jahre alt
und wurde inßaltimore geboren. Sei
ne Eltern stammen aus Deutschland.
Er ist Mitglied der Grocery- und
Schifss-Bedarss-Firma E. Langham
mer <8: Söhne. Er war Schul-Eom
missär, Stadtrathsmitglied u.Steuer-
Appellationsrichter. 1899 wurde er
als Candidat für das Amt als Präsi
dent des zweiten Rathszweiges von
Hrn. Skipwith Wilmer geschlagen.
Eine seltene Pflanze.
Im Garten des Hrn. Douglas H.
Thomas, Nr. 1010, St.Paul-Straße,
blüht zur Zeit eine sogenannte „Cen
tury-Pflanze, in der Hayti'schen
Sprache Yucca und in der deutschen
Adamsnadel genannt. Es ist eine
prachtvolle nordamerikanische Pflanze,
die sehr selten vorkommt und erst nach
100 Jahren blüht, um dann sofort
abzusterben. Das Exemplar im Gar
ten des Hrn. Douglas H. Thomas ist
jetzt schon im Hinwelken begriffen.
Hr. Thomas bekam die Pflanze vor
drei Jahren von Richter Gilmor, in
dessen Besitz sie 35 Jahre war; aber
wo sie ursprünglich herstammte, weiß
Niemand. Jahre lang hatte dieses
geheimnißvolle Produkt der Mutter
Erde das Aussehen eines unscheinba
ren kleinen Maisstengels und stand in
einem großen mitErde gesülltenZuber.
Im Mai dieses Jahres fing die
Pflanze Plötzlich an zu wachsen und
zu zweigen, ungefähr zwei Zoll pro
Tag, und ragte schließlich über die
hohe Gartenmauer hinweg; sie ist jetzt
20 Fuß hoch und mit gelblich-grünen
Blumen bedeckt. Ehe die Pflanze ganz
abstirbt, schießt ein kleiner Zweig vom
Stamme aus, welcher abgeschnitten
und gepflanzt werden kann, um 100
Jahre zu leben. Die Pflanze ist
zähe und erfordert wenig Aufmerk
samkeit. Während der Blüthezeit pro
duzirt die Pflanze einen Saft, welcher
dem Cider sehr ähnlich ist und in
Mexiko unter dem Namen „Pulque"
getrunken wird. Extrakte von den
Blättern werden für Seife gebraucht
und aus den Fasern der Blätter wer
den Zwirn und Papier fabrizirt. Die
Adamsnadel wurde 1561 nach Euro
pa gebracht, wo sie jetzt als Zier
pflanze gezogen wird. Botaniker sa
gen, die Pflanze habe in Wirklichkeit
eine Lebensdauer von 10 bis 50 Jah
ren, könnte 75 Jahre alt Iverden, aber
zu irgend einer Zeit nach 10 Jahren
seine Reife erlangen, um dann sofort
zu sterben.
Richtfest in Arlington.
Aus ihrem Landsitze „Bueno Retiro"
an Park - Heights - Avenue, Arling
ton, veranstaltete gestern Frau Louise
Voigt, Theilhaberin der Firma H.
Voigt Co. an Nord - Eutaw-Str.,
bei Gelegenheit des Baues einer neuen
Villa ein echtes deutsches Richtfest. Hr.
Richard C. Sandlaß, der deutsche Ar
chitekt, hielt in zünftiger Weise eine
Ansprache und taufte das neue Ge
bäude „Villa Louise." Der Neubau,
welcher von Hrn. E. L. Constantin
errichtet wurde, war nach gutem deut
schen Herkommen mit einem festlich
geschmückten Richtbaum gekrönt wor
den. Nach dem Taufakte nahmen die
anwesenden Gäste an einer reich ge
deckten Tafel Platz und verlebten den
Abend bei anregender Unterhaltung,
und manches Hoch wurde auf die
freundliche Gastgeberin ausgebracht.
Der „Colburn Mandolinen - Club"
erfreute unter Leitung des H'dn. W.
T. Voigt die Tafelrunde durch gelun
gene Jnstrumentalvorträge. Beson
ders zu erwähnen ist, daß die greisen
Eltern der Frau Voigt, Hr. und Frau
Ernst G. A. Hieble, beide im hohen
Alter von 83, bezw. 80 Jahren ste
hend, in rüstiger Gesundheit am Feste
Theil nahmen, und hatte Hr. Hieble
zur Feier des Tages eine Denkschrift
verfaßt, welche durch ihre tiefempfun
denen Worte allgemeine Bewunderung
erregte. Unter den Anwesenden wa
ren besonders stark Mitglieder der
„Harmonie," deren geschätztes Mit
glied Frau Voigt ist, vertreten. Frau
M. Kamm feierte im Namen der an
wesenden Damen die Gastgeberin in
herzlichen Worten, welche ungeteilten
Beifall fanden. Erst zu später Stunde
verließ man die gastliche Behausung
'der Frau Voigt.
Dasßefinden von Kon
greßmitglied Frank C.
Wa chter und seiner Tochter, welche
am Montag Abend von einem Bern
hardinerhund gebissen wurden, hat
sich gestern wesentlich gebessert. Hr.
Wachter erhält immer noch täglich
Beileidsbezeigungen aus allen Theilen
der Vereinigten Staaten. Dr. N. G.
Keirle war bis gestern noch nicht im
Stande festzustellen, ob der Hund an
Tollwuth litt. Im günstigsten Falle
kann er in acht Tagen nach dem Be
finden der Patienten ein Urtheil ab
geben.
Baseball.
Die Baltimore „Base Ball und Ath
letik Co." geht in andere Hände
über. Der Charter versallen er
klärt. Sechs Spieler „deserti
ren." —Eine neue Gesellschaft soll
organisirt werden. Keine Un
terbrechung des Sports.
Das hier gestern zwischen dem hie
sigen und dem St. Louiser Club an
gesetzte Spiel auf dem Baseball-Felde
an der Jork - Road wurde vom Um
pire Caruthers mit einer Score von
9 gegen 0 an den St. Louis-Club als
verfallen erklärt, weil Baltimore kein
„Team" in's Feld stellte, oder richtiger
gesagt, nicht stellen konnte, da nur
vier Spieler in Uniform anwesend
waren, und überhaupt sieben noch dem
Club treu geblieben. Die anderen hat
ten sich neue Felder für ihre Thätig
keit gesucht.
Thatsache ist es, daß die Mehrheit,
201 aus 400 der Aktien am Mittwoch
Abend von deren Besitzern, den HH.
John I. Mahon, Joseph Kelly, John
I. McGraw und Wilbert Robinson,
an Hrn. Andrew Freeman von New-
Dork verkauft und zur selben Zeit
einer Anzahl Spieler ihre Entlassung
aus den Diensten der Compagnie zu
gestellt wurde. Von Letzteren unter
zeichneten McGinnity, McGann.
Bresnahan und Cronin Contrakte
mit dem New - Aorker Club, während
Seymour sich nach Cincinnati begab,
wohin ihm Kelly in einigen Tagen
nachfolgen wird, um die Geschäftsfüh
rung des dortigen, der „National-
Liga" angehörigen Clubs zu überneh
men.
Dem Club treu blieben Williams,
Selbach, Gilbert, Opler, Shields,
Howell und Robinson, denen die „Na
tional - Liga" ebenfalls Stellungen
in ihren Reihen angeboten hatte.
Trotz dieser „Desertion," wie die
Handlung der Spieler von manchen
Leuten genannt wird, werden in Bäl
timore, diese Saison wenigstens,
Baseballspiele stattfinden, wenn nicht
von den Inhabern der Majorität der
Aktien gesetzliche Schritte gethan wer
den, dies zu verhindern.
Präsident Ben Johnson befindet
sich in der Stadt und hatte gestern
Conferenzen mit den HH. Harry
Goldman, Sydney S. Frank und An
deren, die noch Antheile der Baseball-
Compagnie besitzen. Hr. Johnson er
klärte gestern Abend, daß heute das
im Spielplan vorgesehene Spiel mit
St. Louis stattfinden wird, da andere
Clubs der Liga genügend Spieler zur
Verfügung stellen, um ein vollständi
ges „Team" in's Feld zu führen. Die
ses wird heute -aller Voraussicht nach
wie folg! zusammengesetzt sein: Drill
(Washington), C.; Shields, P.; Mc-
Allister (Detroit), 1. B.; Williams,
2. B.; Gilbert. S. S.; Opler. 3. B.;
Selbach, L. F.; Howell, C. F., und
Harley (Detroit), R. F.
Hoffentlich wird der so beliebte
„Catcher" Robinson Mitglied des neu
zu bildenden „Teams" werden. Ueber
diesen Punkt wollten sich weder Hr.
Johnson noch Hr. Goldman definitiv
aussprechen. Letzterer versicherte, daß
genügend Kapital vorhanden sei, um
eine neue Gesellschaft in ivenigen Ta
gen zu bilden, die den Sport für die
Stadt weiter betreiben würde.
Das hauptsächlichste Streitobjekt
zwischen den Besitzern der Majorität
der Aktien, Hrn. Freeman oder die
„National-Liga," und denen der Mi
norität der Antheilscheine, die hiesigen
Kapitalisten, wird jedenfalls der
Spielplatz an der York - Road bilden,
den die „National - Liga" versuchen
wird, in ihre Gewalt zu bekommen,
und dadurch das Spiel in Baltimore
unmöglich zu machen. Sie, die „Na
tional - Liga," mag, auf ihren Besitz
von 201 Aktien fußnd, versuchen, den
Platz zu schließen, obgleich Hr. John
son sagt, daß der Pacht - Kontrakt
für das Feld auf seinen Namen aus
gestellt ist und er dadurch die Controle
über denselben absolut besitzt. Er sagt
ferner, daß der Charter der hiesigen
Baseball - Gesellschaft laut den Sta
tuten der „American Liga" nichtig
und wieder Eigenthum der National-
Organisation geworden ist und es in
der Gerechtsame derselben liege, einen
neuenCharter an eine neueGesellschaft
zu ertheilen. Hr. Johnson wird vor
der Hand in der Stadt bleiben. Für
heute ist eine Sitzung des Direktori
ums einberufen worden, in der hof
fentlich Klarheit in die schwebende
Frage gebracht werden wird.
Die Score der gestrigen Spiele in
anderen Städten war:
In Philadelphia.
Philadelphia ...00S0L002 0 7
Chicago 22000000 0 t
In Boston.
Boston LOY 0 Regen 2
>Clevelanlz 0 0 3 0 0 Regen 3
InWashi n g t o n :
Washington ...20200005 o—9
Detroit 20000000 0 2
Offizieller Stand der Clubs.
Mw. B-rl Pro,"
Chicago 42 26 618
Boston 33 35 621
Et. Louis 37 31 5t4
Philadelphia ö6 32 529
Washington N W 479
ClcvelaiiV 34 39 4>>6
Baltimore kl 40 4^7
Detroit 29 41 414
Verlor die Sprache.
Henry Criselen von Nr. 1502, River
side-Avenue, brachte gestern 12 Stun
den auf der Landstraße nahe Soller's
Point zu. Er stürzte am Mittwoch
gegen Mitternacht an der Landstraße
zu Boden und lag daselbst, bis er
gestern gegen 12 Uhr Mittags von
dem in Nr. 511, Süd-Ann-Straße,
wohnhaften Richard Stevens aufge
funden wurde, der ihn in die östliche
Polizeistation brachte. Er war nicht
im Stande, zu sprechen, und mußte in
der Ambulanz in seine Wohnung ge
schafft werden.
Mißglückte Impfung.
Der erste Hase, dem Dr. N. G. Keirle
vom „Pasteur-Jnstitut" mit Theilchen
des Rückenmarks des erschossenen
Bernhardiner-Hundes des Congreß
abgeordneten Frank C. Wachter impf
te, slarb sofort an Blutvergiftung,
das Rückenmark war nämlich bereits
schon in Fäulniß übergegangen. Durch
Behandlung mit Glycerin müssen die
Fäulnisse jetzt entfernt werden, ehe
weitere Impfungen an Hasen vorge
nommen werden können.
Im Fahrstuhl verletzt. —
Der Elevatorjunge Milton Taylor,
ein Neger, im Gebäude der „Enter
prise Neckware Co," Nr. 109, West-
German-Straße, wurde gestern Mor
gen im Elevator am rechten Fuße so
schwer verletzt, daß möglicher Weise
die Amputation des Gliedes noth
wendig sein wird.
rrxtäis
Frau Nannie Ax gestorben.
Frau Nannie Ax starb gestern
Abend in ihrer Wohnung. Nr. 417,
Roland-Avenue. Die Verstorbene
war 70 Jahre alt und bereits seit 30
Jahren leidend. Sie war die Gattin
des schon im Jahre 1887 aus dem Le
ben geschiedenen Hrn. Christian Ax.
welcher Mitglied der Tabaks - Firma
Gail AAx war. Frau Ax wurde in
Gießen, Deutschland, geboren und
war eine Tochter des verstorbenen Hrn.
Georg Philipp Gail. In der alten
Heimath reichte sie Hrn. Christian Ax
die Hand zum Bunde, und vor 40
Jahren kam sie mit demselben nach
Amerika. Sie hinterläßt einen Sohn,
Hrn. Christian Ax, eine Tochter Frl.
Marie Ax, ein Enkelkind und einen
Bruder, Hrn. Georg W. Gail, welcher
sich zur Zeit in New-Hampshire auf
hält. Die Beerdigung wird Sonntag
auf der„Greenmount-Cemetery" statt
finden. Pastor Julius Hofmann wird
amtiren.
Capitän John W. D. Hamilton,
ein Veteran des mexikanischen und
Bürgerkrieges, starb gestern im Alter
von 75 Jahren in seiner Wohnung
Nr. 1223, Nord - Gilmor - Straße.
Der Verblichene war ein Wächter im
„Druid - Hill - Park." Er hinterläßt
seine Gattin und vier Töchter.
Von See und Hafen.
Eine Depesche an den „Deutschen Cor
respondenten" aus Norfolk, Va., mel
det: Das Torpedoboot „Biddle," wel
ches unter Commando Lieutenant L.
H. Chandler's steht, gerieth in letzter
Nacht auf der Höhe von Old Point
Eomfort auf den Grund. Das Schiff
chen befand sich mit anderen Torpedo
booten, dem „Decatur," „Shubrick,"
„Thornton," „Stockton," „Bagley"
und „Barney" auf der Fahrt nach
Newport. Gegenüber Rip Raps in
Hampton Roads lief die „Biddle"
auf. Sie saß sest, bis heute Morgen
um 5 Uhr der Regierungs - Remor
queur „Mohawk" ihr zu Hülfe kam
und sie abschleppte. Anscheinend hat
sie keinen Schaden genommen, denn
sie suhr der Flotille, deren Flaggen
schiff die „Decatur" ist, nach. Die
„Barney" mußte zum hiesigenSchifss
bauhos zurückkehren, weil ihre Schra
uben außer Ordnung gerathen sind. Es
wird nothwendig sein, die „Barney"
ins Dock zu bringen.
Das Dankschreiben, welches die
Passagiere des gegenwärtig im Hafen
Baltimore's liegenden Dampfers
„Breslau" vom Norddeutschen Lloyd,
Capt. Feyen, am 3. Juni dem Eapi
tän überreichten und welches der
„Deutsche Correspondent" bereits ge
stern erwähnte, lautet folgenderma
ßen: „1. Daß der Capitän und die
Offiziere des Dampfers durch ihre
fortwährende Höflichkeit und gemüth
liche Kameradschaft den Passagieren
die Fahrt von Baltimore nach Bremen
zu einer Vergnügungstour im wahren
Sinne des Wortes gestalteten, an die
wir immer denken werden. 2. Daß
eine Copie dieser Beschlüsse dem Capt.
Feyen überreicht werde in Anerken
nung der stetigen gütigen Behandlung
Seitens des Capitäns und aller Offi
ziere und des gesammten Personals
an Bord des Schiffes. 3. Daß eine
Copie dieser Beschlüsse den Direktoren
des Nordd. Lloyd zugesandt werde.
Prof. D. Hy. Senger, Vorsitzer; Prof.
W. Albert Haas, Sekretär."
Hr. Frank P. Sargent, der
neue General - Einwanderungs-Com
missär, hielt sich gestern in Baltimore
aus. Er kam von New-Aork, wo er
das Einwanderungs - System besich
tigt hatte. Hier wurde er vom Ein
wanderungs - Commissär Louis T.
Weis empfangen, der ihn zuerst nach
dem Zollamte brachte, wo er den An
gestellten des Einwanderungs - Bü
reaus vorgestellt wurde. Am Nach
mittag besuchten sie die Einwanderer-
Schuppen auf Locust-Point.
Die Wettfahrten im „Eo
loss e u m" lockten gestern Abend
3500 Sportfreunde nach der Bahn an
der Harford-Road; es war dies die
größteMenfchenmasse. die sich seit lan
ger Zeit dort versammelte. Die Haupt
attraktion war natürlich das Rennen
zwischen Albert Champion und dem
jugendlichen Bäsie de Guichard, der
an Stelle von Hugh McLean einge
sprungen war. Letzterer hat sich den
Kinnbacken gebrochen und mußte zu
rücktreten. Champion gewann beide
„Heats" von je 10 Meilen in 13.58,
resp. 13.52 Minuten. In der neun
ten Meile des ersten „Heat" fiel de
Guichard von seinem Rade, ohne je
doch Schaden zu leiden, und beendete
das Rennen ohne Schrittmacher;
Champion gewann dasselbe mit acht
„Laps." Howard M. Will, ein 14
Jahre alter Knabe, fuhr zwei Meilen
mit Schrittmachern in 3.43 Minuten.
In den Amateur-Rennen gewannen
Wm. Warmbold, I. H. Moser und
Frank George und Ed. Thomas, resp,
den 1., 2., 3. und 4. Preis.
Einbrüche u. Diebstähle.
Ein Neger schlich sich am Mittwoch
Nachmittag in Hrn. Wm. Gray's Ge
schästslokal, Nr. 421, Nord - Front-
Straße, ein und versuchte, den Geld
kasten zu erbrechen, er ward aber
rechtzeitig verscheucht.
Ein anderer Neger schlich sich
an demselben Tage in das Kosthaus
der Frau Eassanda Davis, Nr. 424.
Nord-Greene-Straße, ein und erbrach
den Kosser einer Kostgängerin im 3.
Stockwerke; er erbeutete eine kleine
Geldsumme. Die Hauswirthin sah
den Burschen.
Das Haus des Hrn. Alexander
Bond, Nr. 2805,
wurde am Mittwoch von einem
Scheichdieb, der durch ein Hinterfen
ster eingedrungen war, durchsucht; der
Gauner erbeutete §34.75 in Baargeld.
von welcher Summe §33 sich im Büf
fet in einem Beutel befanden, wäh
rend §1.75 einer Sparbüchse entnom
men wurden.
Hrn. Edward W. Auld, einem
Angestellten im Frachtbahnhofe der
„Nördlichen Central - Bahn," wurde
seine Geldbörse gelangsingert, welche
§27 enthielt.
Stahl angeblich §36. In
der nordwestlichen Polizeistation wur
de gestern Abend der Neger Daniel
Douglas auf die Anschuldigung hin
eingeliefert, Hrn. M. Wolters von Nr.
407, W.-Lexingtonstr., §35 gestohlen
zu haben. Douglas war bei Hrn.
Wolters als Wärter angestellt und
während am MittwochMorgen in Hrn.
Wolter's RestaurationFeuer ausbrach,
erbrach Jemand einen Koffer im drit
ten Stockwerk und stahl §35 aus dem
selben.- Da der Neger seit der Zeit
nicht mehr in dem Hause gesehen wur
de, benachrichtigte Hr. Wolters die
Polizei von dem Vorfall und gestern
Abend gelang es der Polizei, des
Flüchtigen im nordwestlichen Distrikt
habhaft zu werde.
Brände.
Durch heiße Asche wurde gestern
Nachmittag 4 Uhr der Bretterzaun
des Hofes der Wohnung des Hrn.
Henry Friedenwald, Nr. 32, West-
Biddlestraße, in Brand gesetzt. Dienst
boten des Hauses löschten den Brand,
der wenig Schaden verursachte.
Durch einen Alarm vom Kasten
Nr. 214 wurde die Feuerwehr gestern
Abend H 8 Uhr nach dem von Hrn.
Max Loprides bewoynten Hause Nr.
1008, Ost-Fayettestraße, gerufen, wo
durch unbekannte Ursache im Hinter
zimmer des zweiten Stockwerkes alte
Kleider in Brand gerathen waren. Der
Schaden war nicht der Rede werth.
Ein Gasarm im Laden des Ju
weliers Samuel Sesf, Nr. 413, Ost-
Baltimorestraße, wurde gestern Abend
10 Uhr von einem elektrischen Draht,
der um denselben geschlungen war, ge
schmolzen und das entweichende Gas
wurde in Brand gesetzt. Polizist
Trott entdeckte die Flammen und be
nachrichtigte die Spritzen - Compagnie
Nr. 4 und das Rettungs - Corps. Die
Feuerwehrleute drehten schnell die
Gaszufuhr ab, und damit war Alles
vorbei.
Ein Alarm vom Kasten Nr.
535 rief die Feuerwehr gestern nach
der Wohnung von Hrn. Frank M.
Gardner, Nr. 1211, Glyndon - Ave
nue, woselbst ein Gasolinbehälter ex
plodirt war. Die Flammen wurden
im Keime gelöscht.
Dem Gerichtsverfahren
überwiesen. —' Daniel Turner
und Zachariah Tippet hatten sich ge
stern Nachmittag in der nordwestlichen
Polizeistation aus die Anschuldigung
hin zu verantworten, der Firma A.
Sigmund und Sohn am 9. Juli vier
Hüte im Werthe von §33 gestohlen zu
haben. Turner wurde dem Gerichts
verfahren überwiesen, während die
Anschuldigung gegen Tippet abgewie
sen wurde. Bekanntlich wurde Tip
pett, welcher bei der Firma O. Sig
mund und Sohn angestellt war, am 9.
Juli nach dem „Stasford-Hotel" ge
sandt, um vier Hüte zum Anprobiren
abzuliefern. Kurze Zeit, nachdem er
das Hotel verlassen hatte, sprach Da
nielTurner vor und erklärte demClerk,
daß er von der Firma Sigmund und
Sohn beauftragt fei, die Hüte abzuho
len, da dieselben an die unrichtige
Adresse abgeliefert seien. Der ah
nungslose Clerk übergab ihm die Hüte
und Turner hatte nichts Eiligeres zu
thun, als dieselben einem Trödler an
der Druid-HillMoenue zum Verkauf
anzubieten. Der Trödler schöpfte
Verdacht und ließ Turner verhaften.
Da die Polizei glaubte, daß Tippett
seinem Rassengenossen Turner bei dem
Diebstahl behülslich gewesen sei. wurde
Ersterer ebenfalls oerhaftet, doch konn
ten bis gestern keine direkten Beweise
gegen ihn aufgebracht werden, so daß
Polizeirichter Sauber ihn aus der
Hast entließ.
Striker verhaftet. El
lis Baul, Harry Fox. David Nathan
fon, Morris und Rubin Bennett wur
den gestern in der östlichen Polizeista
tion um je §1 und Kosten wegen
Ruhestörung bestraft, jedoch von der
Beschuldigung des thätlichen Angriffs
auf Morris Pollskoff von Nr. 1007,
Watfonstraße, und Beschädigung von
Besitzthum desselben freigesprochen.
Die Polizisten des östlichen Distrikts
hatten Mühe, die fünf Männer, wel
che sinkende Hosenmacher sind, einzu
saugen. Einer derselben, Baul, lies
über die Dächer mehrerer Häuser, ehe
er eingefangen werden konnte.
Geburtstagsfeier. Frau
Christine Mühlbach, Gattin von Hrn.
John L. Mühlbach, beging gestern im
besten Wohlergehen in ihrer Wohnung
zu Westport ihr 29. Wiegenfest und
erhielt bei dem Anlasse zahlreiche und
werthvolle Geschenke. Am Abend fan
den sich außer den nächsten Verwand
ten und Freunden des Geburtstags
kindes der „Germania - Quartett-
Club" und die „Melodie" in corpore
ein, um Frau Mühlbach durch ein
Ständchen zu ehren. Die herzlich will
kommenen Gäste wurden von Frau
Mühlbach und ihrem Gatten auf das
Allerbeste bewirthet, und Hr. Martin
Hannewald entledigte sich seiner Auf
gabe als Ceremonienmeister ebenfalls
auf tadellose Weise. Bei Gesang und
Becherklang wurden mehrere ver
gnügte Stunden verbracht, und erst
als die Hähne zu krähen begannen,
traten die letzten Gäste den Heimweg
an. Die beiden Gesangvereine sangen
unter der Leitung von Prof. Karolus
eine Anzahl Chsre, darunter „Ich
grüße Dich," „Gott grüße Dich,"
„Grüße an die Heimath" und „Der
Tag des Herrn."
„G ermania-Männercho r."
Die Gesangs-Sektion des „Ger
mania - Männerchors" hielt gestern
Abend eine gut besuchte Singstunde
ab, in welcher fleißig für die Exkur
sion nach Cape May geübt wurde. In
der Geschäftssitzung wurden die
Quartette für das demnächst begin
nende Preissingen ausgeloost. Hr. F.
Leusch wurde als Mitglied ausgenom
men, und eine Einladung zu der Ex
kursion des „Frohsinn" fand Annah
me. Ferner wurden zwei Postkarten
von Hrn. Hermann Badenhoop aus
Norivegen und Holland verlesen. Ein
Comite, bestehend aus den HH. I. A.
Becker, C. C. Rabbe, Fritz Scheidt.
F. H. Plumacher, R. Wattenscheidt
und I. H. Wähmann, wird sich am
Sonntag gemeinschaftlich mit einem
Comite, bestehend aus den HH. Wm.
Köbrich und I. N. Vieweg. vom
„Nordöstlichen Verschönerungs - Ver
ein" nach Cape May begeben, um da
selbst für Hotel - Akkommodationen
für die beiden Vereine anläßlich der
Jahres-Exkursion zu sorgen.
Nach Baltimore gebracht.
Die Leiche der kleinen Katharine
Gordon, einer der beiden Zwillings
töchter der Frau Basil B. Gordon,
welche am Dienstag in den Adiron
dacks Brandwunden erlag, langte ge
stern Nachmittag hier in Baltimore
an und wurde auf der „Greenmount-
Cemetery" in einem Gewölbe beige
setzt. Frau Gordon kam nicht mit,
ihre Schwägerin und ihr Schwager
brachten die kleine Leiche hierher. Das
andere Kind, welches auch Brand
wunden erlitt, ist auf der Besserung.
Waren allzu schlagfer
tig. John H. Winters und Chas.
Vogelmann wurden gestern von Poli
zeirichter Robertson um §lO und Ko
sten bestraft, weil sie Alford Green
feld von Nr. 105, West-Barrestraße,
angeblich auf brutale Weise mißhan
delt hatten. Wie aus dem Zeugen
verhör erhellte, wurden die beiden
Arrestanten, als sie in dem Flaschen
bier-Departement der „Globe-Braue
rei" arbeiteten, von Greenseld belä
stigt, und sie prügelten denselben ge
meinsam nach allen Regeln der Kunst
durch.
96 Pr e i s-C omposi t i o n e n
sind bis jetzt für das Kaiserpreislied
angelangt. Darunter befinden sich 70
Compositionen aus Deutschland. Ge
stern langten allein 16 Compositionen
aus Deutschland an, und wenn sich
unsere einheimischen Komponisten
nicht anspornen, könnte es leicht ge
schehen, daß der Preis nach Deutsch
land wandert.
Bei einem Brande geret
tet. Zn dem Hinterzimmer des 2.
Stockwerkes von Nr. 1135, Ost-Lom
bard-Straße, von Samuel Binder
und Familie bewohnt, explodirte ge
stern Vormittag um 411 Uhr ein
Gasolinofen. Das ganze Haus stand
binnen kurzer Zeit in hellen Flam
men, aber trotzdem drang Capt. Aug.
Schlimm von der Spritzen-Compag
nie Nr. 3, als er Hülserufe hörte, in
dasselbe und rettete die 21 Jahre alte
Ida Binder mit seltenem Muthe.
Isidor Block, 55 Jahre alt, der in
demselben Hause wohnt, und die 27
Jahre alte Fannie Binder wurden
leicht verbrannt. Der Schaden am
Hause und am Mobiliar beträgt
§2OO und ist durch Versicherung ge
deckt.
Blanche Clark gefunden.
Frau Z. K. Wiley von Nr. 724,
Nord-Carey-Straße, erhielt gestern
Morgen ein Schreiben, in welchem ihr
mitgetheilt wurde, daß Blanche Clark,
welche seit Sonntag von ihrer Woh
nung vermißt wird, in einem Fram
hause nahe Pikesville aufgefunden
wurde und nach dem „Heim für
Freundlose" zurückgesandt wird. Das
vermißte Mädchen, welches soeben sein
16. Altersjahr vollendet hat, wurde
vor acht Jahren aus dem „Heim für
Freundlose" entnommen.
Drei falsche Alarme.
Zum dritten Male in einer Woche
wurde am Mittwoch Morgen in Bal
timore-County ein falscher Feuer
alarm abgegeben. Der Alarm kam
von der Ecke von Falls-Road und
Belvidere - Avenue, und die Roland-
Park Spritzen-Compagnie fand sich
daselbst ein, ohne jedoch irgend einen
Brand zu finden.
*** Der Gesangverein „Frohsinn"
veranstaltet am Sonntag, den M.Ju
li, eine Exkurston nach Altoona am
Stoney-Eresk. Ein emsiges Comite
ist zur Zeit eifrig mit den Arrange
ments für die herrliche Wasserfahrt
beschäftigt. Billete sind zu 25c. bei
allen Mitgliedern und in der „Froh
sinn-Halle," Nr. 2000, Frederick-Ave.,
zu haben.
*s* Die „Wittelsbach-Sektion Nr.
1" des „Bayerischen National - Ver
bandes" feiert ihr Volksfest dieses
Jahr am Mittwoch, den 23. Juli, im
„Darley-Park." Der Besuch sollte
recht gut werden.
Für die Vorstellungen im
„Electric - Park" sind für diese
Woche abermals eine Reihe von be
rühmten europäischen und amerikani
schen Künstlern angekündigt. Darun
ter sind besonders die Gebrüder War
tenburg, Crawsord und Stanley, ex
centrische Komiker, Esmeralda, die
phänomenale Jnstrumentalistin, Ray
mond und Caverty, „deutsche" Komi
ker, und Fisher und Clark, komische
Akrobaten, zu erwähnen. Ferner wer
den auf dem amerikanischen Vitagra
phen eine Serie von beweglichen Bil
dern reproduzirt; kurzum, es steht den
Besuchern dieses idealen Parkes aber
mals eine solche Fülle der nettesten
Unterhaltung in Aussicht, daß Jeder
mann eine Fahrt nach dem „Electric-
Park" zu empfehlen ist.
Schifssnachrichten.
New-York, 17. Juli. Ab
gefahren sind von hier die Dampfer
„La Touraine" nach Havre und
„Barbarossa" nach Bremen.
Queens town, 17. Juli.
Der Dampfer „Majestic" von Liver
pool fuhr von hier nach New - York
weiter.
Havre, 17. Juli. Eingetroffen
von New-York ist hier der Dampfer
„La Lorraine."
Neapel, 17. Juli. Von New-
York langte der Dampfer „Hohenzol
lern" hier an.
P l y m o ut h, 17. Juli. Der
Dampfer „Pennsylvania" traf von
New-York hier ein.
Absahrtstage von Ocean - Dampfern.
Abfahrt von New-B o r k.
Der Dampfer .Lahn" am 19. Juli nach Neapel
uns Genua.
Der Dampfer „Palatia" am 19. Juli nach Ham
burg.
Der Dampfer Campania am 19. Juli nach Li-
London.
Der Dampfer Ethiopia am 19. Juli nach Glas
gow.
Der Dampfer „Canadian" am 19. Juli nach Li-
Der Dampfer „Vatecland am 19. Juli nach Ant
werpen.
Ter Dampfer .Rotterdam am 19. Juli nach
Rotterdam.
Der Dampfer „Kaiserin Maria Theresia" am 22.
Juli nach Br-men.
Der Dampfer „Patricia" am 22. Juli nach Ham
burg.
Der Dampfer Citta di Milano" am 22. Juli
nach Neapel uns Genua.
Der Dampfer „St. Louis" am 23. Juli nach
Der Dampfer .Lceanic" am 2Z. Juli nach Li-
Der Dampfer „Fürst Bismarck" am 24. Juli nach
Der Dampfer „Bremen am 24. Juli nach Bre
men.
Der Dampfer „Savoie" am 24. Juli nach Havre.
Der Dampfer „Minnetonka" am 2ö. Zuli nach
Der Dampfer „Kroonland" am 2S. Juli nach
Der Dampfer „Columbia" am 26. Juli nach
Der Dampfer „Noor'oam" am 26. Juli nach Rot-
Der Dampfer „Kronprinz Wilhelm" am 29. Juli
Neapel uns Genua.
Der Dampfer „Blücher" am 29. Juli nach Ham
burg.
Der Dampfer .Carthaginian" am 30. Juli nach
Der Dampfer „Majestic" am 3. Juli nach Li-
Ter Dampfer „Sascogne" am 31. Juli nach
Der Dampfer „Friedrich der Grobe" am 31. Juli
nach Bremen.
Rotterdam.
Der Dampfer „Lucania" am 2. August nach Li
verpool.
Der Dampfer „Trade" am 2. August nach Nea
pel und Genua.
Dv Dampfer „Minnehaha" am 2. August nach
London.
Der Dampfer „Astoria" am 2. August nach Glas-
Der Dampfer „Bohemian" am 2. August nach Li
verpool.
Der Dampfer .Zeeland" am 2. August nach Ant-
Der Dampfer „Graf Waldersee" am 5. August
nach Hamburg.
Der Dampfer „Southwarl" am 5. August nach
Der Dampfer „Minominee" am 6. August nach
Der Dampfer .Ccltic am S. August nach Liver-
Der Dampfer „Philadelphia" am 6. August nach
Southampton.
Der Dampfer „Bretagne" am 7. August nach
Havre.
Der .Struria" am 9. August nach Li-
.Aller" am 9. August nach Ncapcl
Dampfer .Phoenicia" am S. August nach
Der Dampfer „Mesaba" am 9. August nach Lon-
Ter Dampfer Fritsland am 9. August nach
Antwerpen.
Der Dampfer „Furnesfia" am 9. August nach
Glasgow,
Der Dampfer .Potsdam" am 9. August nach
Rotterdam.
Der Dampfer .Pcitnshldania" am 12. August nach
Hamburg.
Sie hat einen Affen.
Skandal in der vornehmen Berwind-
Villa zu Newport. Keilerei un
ter den Dienstboten.
Newport, R.-J., 17. Juli.
Seitdem in der vornehmen Berwind-
Villa die Hausherrin, um die Lange
weile zu verscheuchen, einen kleinen
Stammvetter des Menschengeschlechts,
einen gar possirlichen Affen als Tisch
gast zu sich genommen hat, ist unter
den dienstbaren Geistern im Hause
Alles aus Rand und Band. Das
Dienstpersonal befindet sich in fort
währender Revolution und wechselt in
schneller Aufeinanderfolge, denn ein
jeder herrschaftlicher Diener, der sich
der Würde seines Amtes bewußt ist,
weist gekränkt das Ansinnen, dem Af
fen bei Tisch aufzuwarten, ab. Ge
stern Abend dinirte eine auserlesene
Gesellschaft in dem gastlichen Hause,
bei reichem Male war die Stimmung
famos, als plötzlich eine peinlicheStö
rung eintrat. Aus der Küche drang
wüster Lärm zu den Gästen. Hülfe
rufe wurden laut, und die kreischende
Stimme der gestrengen Hausmeisterin
rief angstvoll nach der Polizei. Ent
setzen packte die Tischgesellschaft; die
Gastgeberin war sprachlos, daß so et
was in ihrem Hause passiren mußte.
Inzwischen tobte unten in den
Küchenräumen ein wilder Kampf.
Zwei von den neuen Dienern, der
zweite Mundschenk John Congrove u.
der Hülss-Mundschenk Edward I.
Morris, waren an einander gerathen,
weil Jeder von ihnen für sich den Vo
rrang in Anspruch nahm, den Gästen
zu Schluß des Diners den Kaffee zu
serviren. Im Handgemende unterlag
Congrove und wurde von seinem Geg
ner fürchterlich zugerichtet. Wenn er
überhaupt mit dem Leben davon kom
men sollte, wird er die Sehkraft eines
Auges verlieren. Der rasende Hülss-
Mundschenk Morris wurde hinter
Schloß und Riegel gebracht. Das Be
tragen ihrer Dienstleute hat der vor
nehmen Hausherrin das sonst so schö
ne Dasein verbittert.
Ter Sturm im Nordwesten.
S t. P a u l, Minn., 17. Juli.
Die verheerenden Stürme, die am
Dienstag über einen Theil von Nord-
Dakota hereinbrachen, haben, nach den
jetzt vorliegenden zuverlässigen Nach
richten, keinen Verlust von Menschen
leben verursacht, doch der angerichtete
materielle Schaden ist sehr bedeutend.
Ein Theil des fruchtbaren Red River-
Thales in der Nähe von Grand Forks,
N.-D., ist vollständig verwüstet.
Kaum ein Farmgehost im Pfade des
Unwetters ist verschont geblieben.
Eine große Anzahl Gebäude wurde
entweder zerstört oder schwer beschä
digt. Im Bereich des Sturmes lag
ein Gebiet von hundert Meilen Länge
und zehn Meilen Breite. Die Weizen
felder im Umfange von vielen tausend
Ackern, die beinahe reis zur Erndte
waren, sind durch den starken Hagel
schlag verwüstet worden. Der ange
richtete Schäden beläuft sich auf meh
rere Hunderttausend Dollars.
Vom Blitze erschlagen.
Coatesville, Pa., 17. Juli.—
William Tigger, 38 Jahre alt, und
George Young, ein 15-jähriger Junge,
welche auf der nahe gelegenen „George
and Caleb - Farm," East - Fallow
sield, arbeiteten, wurden gestern
Nachmittag, als sie im Gewitter unter
einem Kastanienbaume Zuflucht ge
sucht hatten, vom Blitz getroffen und
getödtet. Die sechsjährige Tochter
Tigger's, welche zur Zeit auf dem Knie
ihres Vaters saß, kam unverletzt da
von, obwohl ihr der Blitz die Schuhe
von den Füßen riß.
Tie Grudenkatastrophe in Utah.
Park-City, Utah, 17. Juli.
Fünf weitere Leichen wurden heute
aus der Daly-West-Silbergrube, in
welcher sich gestern eine Explosion er
eignete, zu Tage gefördert, und man
glaubt, daß hiermit alle Opfer, mit
Ausnahme des „Powder Monkey"
John Burgh, dessen Körper in Atome
zerrissen wurde, aufgefunden sind.
Die Verletzten werden wahrscheinlich
sämmtlich genesen. Die Beerdigung
der meisten Opser findet morgen statt.
Der im Innern der Grube angerichtete
Schaden ist nicht so groß, als man zu
erst glaubte, und der Betrieb soll bin
nen drei oder vier Tagen wieder auf
genommen werden.
Hülfe für stuba.
H a v a n a, 17. Juli. Der Se
nat hat nach längerer Diskussion ein
Comite ernannt, welches darüber be
finden soll, ob Ackerbau und Viehzucht
auf Euba der Unterstützung bedürfen;
das Comite soll eventuell Vorschläge
zur Beschaffung der nöthigen Mittel
machen. Es wurde vorgeschlagen, ein
Anlehen von §4,000,000 zur Unter
stützung der Zuckerrohrpflanzer auf
zunehmen und eine Prämie von §5
für jede auf Cuba importirte Kuh zu
zahlen. Einige Senatoren widersetz
ten sich dem vorgeschlagenen Anlehen,
weil damit die wirthschaftlichen
Schwierigkeiten auf der „Perle der
Antillen" nicht aus der Welt geschafft
werden könnten; sie sind der Ansicht,
das Geld würde blos vergeudet wer
den, wogegen Andere glaubm, die
Aufnahme des Anlehens sei nothwen
dig zum Beistand für die Rohi Pflan
zer.)
(Yattiumörder gelyncht.
Owensboro', Ky., 17. Juli. —
Joshua Anderson wurde heute früh
durch einen Mob in schönster Ord
nung aus dem hiesigen Gefängniß ge
holt und an dem Querbalken der städ
tischen Waage ausgehängt. Er hatte
in der Nacht vom letzten Donnerstag
seine getrennt von ihm lebende Frau
an die Thüre ihrer Wohnung, drei
Meilen von hier, gerufen und sie durch
drei Schüsse auf der Stelle getödtet.
Anderson ist der erste, jemals in
Davieß - County ge lynchte Weiße.
Die Lyncher kamen offenbar aus der
Nachbarschaft, in welcher die gemor
dete Frau wohnte. Keine Verhaftun
gen sind vorgenommen worden.
In Athen gestorben.
Athen, 17. Juli. Erzbischos
Procopius Geconinides, Ex-Metropo
litan von Athen, welcher durch den
Studenten - Aufruhr in Verbindung
mit- dem Vorschlag, die Bibel in die
moderne griechische Sprache zu über
setzen, zur Abdankung gezwungen
wurde, ist gestorben.
In Brooklyn, N.-D., begann ge
stern der Jnquest über den Tod des
angeblich von einem Einbrecher er
schossenen Albert C. Lattimer. Ver
schiedene Zeugen machten Aussagen,
welche andeuten, daß der Mörder kein
Einbrecher war, und daß di Wittwe
Lattimer mehr von dem Morde weiß,
als sie zugeben will.
Verunglückte Segelfahrten.
Vierzehn Menschen durch das Kentern
eines Bootes im Hafen vonPorts
, mouth verunglückt. Eine andere
Katastrophe an der Küste von
Maine.
Portsmouth, N.-H., 17. Juli.
Ein Segelboot, in welchem sich 16
Personen befanden, wurde heute Nch
mittag im unteren Hafen durch einen
plötzlichen Windstoß zum Kentern ge
bracht und 13 der Insassen ertran!en.
Ihre Leichen wurden bald darauf Alf
gesunden.
(Später.) Die Namen der Er
trunkenen sind: Henry Waringdn,
Cambridge, Mass.; W. A. Alwa:d,
Frederickton. N. B.; Bertha Graham,
Danvers, Mass.; Minnie McDonald,
Cambridgeport. Mass.; Eva Adams,
Portsmouth, N.-H.; Cath. Bow:s,
Saxonville, Mass.; Elizabeth Bonxs,
Saxonville, Mass.; Bessie Chase,
Molden, Mass.; Eva Marshall, Ha
verhill, Mass.; May Marshall, Ha
verHill, Mass.; Isabel Kaouska, Cam
bridge, Mass.; Laura Gilmore, Exe
ter, N.-H. Die Geretteten sind: Alice
Haggerty.Lillian Bresnahan und Ca
pitän Fred. Miles. Die Gesellschaft
bestand aus Aufwärtern und Aus
wärterinnen des „Oceanic House,"
Star Island.
Noch eine Jacht - Katastro
phe.
Portland, Me., 17. Juli.' —Die
40 Fuß lange Schaluppenjacht
„Aphrodite" aus Boston wurde heute
gekentert, 15 Meilen südwestlich von
Kap Elizabeth, von der Dampfjacht
„Jathniel" aus New - York aufgefun
den. Ihr Boot war verschwunden,
und man fand mehrere Leichen in ih
rer Kajüte, nachdem sie nach Peake's
Island bugsirt worden war.
Boston, Mass., 17. Juli. —Capt.
John Morris von der Schaluppen
jacht „Aphrodite," sowie James Har
vey, Frau Harvey, ihre 7 Jahre alte
Tochter und eine andere Person ka
men heute Abend im hiesigen Hafen
auf einem Schooner an; ihr Boot ken
terte fünf Meilen südöstlich von Rich
mond Island an der Küste von
Maine. Der Schooner nahm die
Genannten an Bord und brachte sie
nach Boston. Die Jacht ist Eigenthum
des Hrn. William Milton.
In Venezuela verhaftet.
San Juan, Porto Rico, 17.
Juli. Wie hier bekannt wird, wa
ren am 8. Juli Lieutenant - Com
mander James C. Gillmore und En
sign Andrew T. Graham vom Vev.
Staaten - Kreuzer „Cincinnati," wel
cher damals im Hafen von La Guaira
lag, auf dem Wege von La Guaira
nach Caracas nnt drei Begleitern von
venezuelanischen Aufständischen ver
haftet worden. Sie wurden aber,
nachdem sie sich ausgewiesen hatten,
sofort wieder in Freiheit gesetzt.
Vermischte telegraphische Tepcschen.
Kriegssekretär Root wird seine ge
plante Europareise am 24. d. Mts.
an Bord des Dampfers „La Savoie"
antreten und gegen Mitte August nach
den Ver. Staaten zurückkehren.
James Devlin aus Steelton bei
Harrisburg, Pa., wurde dort gestern
als Leiche, mit eingeschlagenem Schä
del, in einem leeren Bahnwaggon auf
gefunden. Allem Anschein nach liegt
ein Mord vor.
Während eine Schaar Arbeiter
gestern auf einer Brücke der „Norfolk
Western Bahn" über den Reed
Ereek nahe Wytheville, Va., beschäf
tigt war, brach ein Gerüst Plötzlich zu
sammen und fünf Mann stürzten aus
einer Höhe von 60 Fuß herab. John
Johnson blieb auf der Stelle todt, Al
len Grubbs und John McKenzie sind
lebensgefährlich und zwei andere
Männer leicht verletzt.
Hülssscherisf I. T. Fleming wurde
gestern nahe Swainsboro, Ga., von
Charles Johnson, einem Desperado,
welchen er zu verhaften suchte, erschos
sen. Ein Aufgebot verfolgt den Mör
der.
Humoristisches
Richtig. Mutter: „Ich sage
Dir, nimm Hrn. Mendel zum Mann;
er ist reich, wenn auch etwas häßlich;
aber Du lieber Gott die
Schönheit vergeht—" — Tochter (un
terbrechend): „Die Häßlichkeit aber
leider nicht!"
Aus der Kaserne. Unter
offizier (zum Einjährigen): „Was ist
Ihr Vater, Einjähriger?" Einjäh
riger: „Kalkulator, Herr Unteroffi
zier!" Unteroffizier: „Ach was!
Schon wieder so ein nichtswürdiges
Fremdwort! —Kalkbrenner ist er und
sonst weiter nichts, verstanden?"
Plätze von allgemeinem Interesse.
City Hall North- u. Lexington-
Straße.
Washington - Monument Mt.
Vernon-Place.
Johns Hopkins' Hospital Nord-
Broadway.
Schlachten-Monument Calvert-
und Fayettestraße.
Grab von Edgar Allen Poe
Westminster - Kirchhof, Fayette- und
Greenestraße.
Druid-Hill-Park Zu erreichen
mit nördlich laufenden Waggons.
Patterson - Park Zu erreichen
mit östlicb laufenden Waggons.
Fort McHenry Locust-Point.
Frauen-Colleg St. Paul- und
22. Straße-
Peabody-Jnstitut und Munk-Coa
s-rvatorium Mt. Lernon-Place.
Pratt's Frei-Bibl-.othek -- Mul
berry-, nahe Cathedral-Straße.
Freimaurer - Tempel Nord
Charlesstraße.
Odd Fellows - Tempel Cathe>
dral- und Saratogastraße.
Chamber os Commerce Holli
day- und Waterstraße.
Neues Gerichtsgebäude Fayette-
und St. Paulstraße.
Postgebäude Fayette und Cal
dertstraße.
Eutaw - Place Haupt-Prsme
nade, verlängert nördlich an Eutiw-,
von Dolphinstraße.
Young Men's Christian Associa
tion, Central - Gebäude Cha:les-
und Saratogastraße.
Akademie der Wissenschaften
Franklin- und Cathedralstraße.
Carroll-Part und das alte Wohn
haus von Charles Carroll von Tar
rollton Man nehme die Coluirbia-
Avenue-Waggons.
Maryland - Institut —Baltinore
und Harrisonstraße.
Deutsche Club- Loyale.
Turnverin Vorwärts," Nr. 732 und
734, West-Lexingtonstr.
Germania-Männerchor," Lombtrd-,
nabe Eutawstraße.
„Germania - Club," Fayette-, nahe
Eutawltraße.
„Harmonie - Clubhaus." Nr. 414.
West-Fayettestrake.

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