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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, September 01, 1902, Image 1

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mtllige Recitationen n, Vorlesungen beginnen m
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partement dorzügkich ausgestaltet.
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yichern unt-rftcktzt, je nach Verfügung des Prinzi
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Die Herbst-Session beginnt am M o n t ade
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Sparta, Ills., 31. August.
Ardee Wilson, ein junger Neger, wel
cher eines unsittlichen Angriffs auf ein
junges weißesMädchen angeklagt war,
wurde letzte Nacht durch einen Mob
aus dem Gefängniß geholt und an ei
nem Telegrahen - Pfahl aufgehängt.
Es gelang ihm, sich die Schlinge über
den Kopf zu ziehen. Er fiel herab
und war im Nu wieder auf den Fü
ßen. In der Dunkelheit etnkam er ei
ne Strecke weit, allein später holte ihn
der Mob ein und erschoß ihn inner
halb zwei Gevierten von dem Gefäng
niß.
>v6BottS,V!Mll!MklkölMllkiM
Baltimore, Md.. Montag, dc l. September 1902.
Naiver Protest.
Gen. Gobin's Befehl dennnzirt.-
Scharfe Beschlüsse der Philadelphia
Central-Labor-Union gegen den
Lkoot to XLII-Erlaß.
Der Gouverneur aufgefordert, Go
bin's Offizierspatent zu annulli
ren. Außerdem werden gerich:-
liche Schritte gegen den General
verlangt. Der Gouverneur soll
ein von ihm vor drei Monaten den
Strikesührern gegebenes Verspre
chen gebrochen haben. Strike-
Sachlage bei'm Anfang der 17.
Woche des großen Kohlengräber-
Ausstandes.
Philadel phia, 31. August.—
Die hiesige „Central Labor Union"
nahm in ihrer heutigen Sitzung ein
stimmig Beschlüsse an, welche den
Brigadegeneral I. P. S. Gobin, Be
fehlshaber der Miliz im Anthrazit
revier, wegen feines kürzlich an die
Truppen gerichteten Befehls, bei'm
nächsten von Strikern aus die Solda
ten gemachten Angriff Feuer zu geben,
bitter denunzircn. Die Beschlüsse er
klären, der General habe lein Recht,
einen Befehl zur Tödtung von Bür
gern Pennsylvanien's zu erlassen,
denn die Staatsverfassung garantire
den Letzteren das Recht der Prozessi
rung vor Geschworenen, im Falle sie
sich irgend welcher Vergehen schuldig
machen. Gouverneur Stone wird
durch die Beschlüsse ersucht, den Gene
ral zu kassiren, und die Civilbehörde
wird aufgesordert, den General wegen
Bedrohung des Lebens von Bürgern
Pennfylvanien's in AnkSagezustand zu
versetzen und zu Prozessiren.
Die Union instruirte ihren Sekre
tär, dem Gouverneur Stone einen
schriftlichen Protest zu schicken, weil er
das angeblich von ihm den Präsidenten
der „United Mine Workers" der drei
Anthrazitdistrikte gegebene Verspre
chen brach, nämlich der Miliz nicht zu
gestatten, Nichtunionisten von und
nach den Zechen zu eskortiren. Hr.
Stone soll den Distrikts - Präsidenten
Nicholls, Dusfy und Fahy, als diesel
ben ihn im Mai zu Harrisburg be
suchten, dieses Versprechen ausdrück
lich gegeben'haben.
Anfang der 17. Stri ke
tt? o che.
Wilkesbarre, Pa., 31. August.
Die 17. Woche des Kohlengräber-
Strikes hat begonnen und noch immer
ist das Ende nicht abzusehen. Freilich
behaupten die Trustmagnaten sieges
zuversichtlicher, als je, daß die beiden
nächsten Wochen die Wiederaufnahme
des Betriebs auf der ganzen Linie
bringen werden, aber sie dürsten sich
darin, verrechnet haben. Bis jetzt ist
die Zahl der Deserteure aus den Rei
hen der Striker sehr gering. Unpar
teiische Beobachter sind der Ansicht,
daß der Strike noch Monate dauern
kann, wenn der Zufluß an Unter
stützungen nicht aufhören sollte. So
lange Präsident Mitchell die Mittel
beschaffen kann, um die Striker vor
völligem Verhungern zu bewahren,
Wied er die noch gar nicht entmutig
ten Schaaren zusammenhalten ver
mögen.
Der drakonische Befehl des Gene
rals Gobin hat viel böses Blut ge
macht, aber seine Wirkung doch nicht
verfehlt. Die Ausständigen sind über
all, wo Truppen stehen, gründlich ein
geschüchtert, aber mit der Wiederaus
nahme des Betriebes hat es trotzdem
gute Weile, da es den „Baronen" an
Arbeitern fehlt. Die Ueberläufer, auf
welche sie mit Bestimmtheit gerechnet
hatten, melden sich nicht.
Mit einiger Besorgniß sieht man
dem morgigen Arbeitertage entgegen.
Derselbe mag Blutvergießen bringen,
da in allen Ortschaften des Kohlen
reviers Demonstrationen vorbereitet
werden, und jeder Versuch, dieselben
zu verhindern, von den Arbeitern mit
Gewalt zurückgewiesen werden würde.
Präsident Mitchell sprach sich, ehe
er nach Philadelphia und Atlantic-
City abreiste, sehr bitter über das all
zu schneidige Auftreten des Miliz-Be
fehlshabers aus. „General Gobin
überschreitet seine Machtbefugnisse,"
erklärte er. „Der General ist ver
pflichtet, die Ordnung aufrecht zu er
halten, aber er hat kein Recht, die
Striker wie Verbrecher zu behandeln
und ihnen zu verbieten, mit Nicht-
Unionleuten zu reden. Eine geradezu
unerhörte Zumuthung ist es, daß wir
die Soldaten als höher Gestellte und
Vorgesetzte betrachten und ihnen Ehr
erbietung erweisen sollen, die wir je
dem anderen Bürger verweigern. Ge
neral Gobin ist von jeher ein Feind
der Arbeiter gewesen und richtet sich
nur nach den Wünschen der Trust-
Magnaten. Ich haln wiederholt er
klärt, daß die Union mit allen Mit
gliedern, welche sich Gewaltthätigkeiten
zu schulden kommen lassen, streng in's
Gericht gehen wird, und ich wiederhole
Dies. Alle Lokalorganisationen be
legen Striker, die sich den Zechen oder
den Milizlagern nähern, mit empfind
lichen Geldstrafen. Wir wollen Un
ruhen um jeden Preis verhindern, und
das paßt den Baronen nicht. Wenn
die Truppen Gelegenheit zum Ein
schreiten fänden, wären sie besser be
friedigt."
General Gobin f pricht.
Shenandoah, Pa., 31. Aug.
General Gobin, der gleichzeitig
Vice-Gouverneur und Commandeur
der Staatsmiliz ist, erwiderte auf die
Frage, wie sein „Shoot-to-Kill-"Be
fehl aufzufassen sei:
„Wörtlich! Ich habe mich sogar
veranlaßt gesehen, ihn dahin zu ver
schärfen, 'daß Frauen und Mädchen,
welche die Soldaten verhöhnen, rück
sichtslos verhaftet werden sollen. Die
Beschimpfungen, welchen meine Trup
pen bis jetzt ausgesetzt waren, müssen
aufhören. Ich werde den Strikern
Respekt vor der Uniform des Staates
PeLnsLloanien einpflanzen. , Die
Truppen sollen mit Achtung behandelt
werden, und wenn sie sich dieselbe mit
Kugeln erzwingen müssen. Darüber,
ob er beleidigt worden ist, hat jeder
einzelne Soldat selbst zu entscheiden.
Wenn sie sich beschimpft glauben, so
werden meine „blauen Jungens" feu
ern, und zwar haben sie Befehl, nicht
auf die Beine, sondern auf die Köpfe
und die Brust der Tumultuanten zu
zielen. Uebrigens glaube ich gar nicht,
daß meine Ordre zu Blutvergießen
führen wird. Wenn die Striker sehen,
daß sie blaue Bohnen zu erwarten ha
ben, werden sie sich mäuschenstill ver
halten. Ich kenne das aus alter Er
fahrung. Sobald die Miliz Ernst
macht, verraucht die Courage der Tu
multuanten. Vor geladenen Gewehren
haben sie Angst."
Striker unter Friedens
bürgschaft gestellt.
Scranton, Pa., 31. August.
Eine aufregende Szene spielte sich in
dem Büreau des hier als Friedensrich
ter fungirenden Aldermans Kassen ab,
als fünf Kohlengräber aus Olyphant
wegen Vergehen anläßlich des Strikes
vernommen wurden. Drei Brüder
Argenise versicherten auf ihren Eid,
daß die füns Beschuldigten sie mit
Mißhandlungen bedroht und auch
wirklich thätlich angegriffen hätten,
weil sie in der Delaware und Hudson-
Zeche zur Arbeit gingen. Kassen stellte
die Beschuldigten unter eine Friedens
bürgschaft von HlOOO bis PISOO. Als
in diesem Augenblick Hr. Reap, Mit
glied des Distriktsrathes, eintrat, be
schwerte sich einer der Beschuldigten
darüber, daß sie keinen gerechten Pro
zeß gehabt hätten, worauf Kassen ihn
mit den barschen Worten unterbrach:
„Sie sind ein Lügner. Setzen sie sich."
Reap versuchte vergeblich, die verlang
ten Bürgschaften aufzubringen, und
die fünf Leute mußten zunächst in das
Gefängniß wandern, im Laufe des
Nachmittags wurden sie aber entlassen.
Die National-Wäscherei war gestern
im Betriebe und abgesehen von der
Belästigung eines Wasserträgers kam
keine Störung vor.
Mitchell zu Senator Quay.
Wilkesbarre, Pa., 31. Aug.
Präsident Mitchell reiste gestern
Vormittag von hier nach Philadelphia
ab, und wird, wenn er es ermöglichen
kann, für den Sonntag nach Atlantic-
Eity gehen, um der Ruhe zu Pflegen.
Gerüchtweise verlautet, er wolle dort
Senator Quay aussuchen, in derHoss
nung, einen Plan zum schiedsrichter
lichen Ausgleich zu entwerfen, er selbst
stellt Dies jedoch inAbrede. Am Mon
tag wird Präsident Mitchell in Phila
delphia bei der Feier des Arbeiter
tages eine Rede halten.
Ruhe in Shenandoah.
Shenandoah, Pa., 31. Aug.
In Shenandoah un Umgegend
blieb heute Alles ruhig. Allgemein
erwartet man, daß am Montag oder
Dienstag ein Versuch gemacht werden
wird, die St. Nicholas-Zeche in Be
trieb zu nehmen, da Vorbereitungen
aller Art zur Wiederaufnahme der
Arbeit im Gange sind.
S tra ß e n b a h n - St r i k e in
Sarat o g a.
S a r a t o g a, N.-A., 31. August.
' — Keine einzige Trolley-Car ist heute
auf der Hudson-Valley-Bahn" im Be
trieb. Ein Strike der Motorleute,
200 an der Zahl, nahm gestern seinen
Ansang.
Es gefällt ihm in New-Pork.
Großsürst Boris amüsirt sich ausge
zeichnet. Eine Jachtfahrt nach
West-Point.
New - York, 31. August. Als
Großfürst Boris Wladimirowitfch ge
stern Morgen um 11 Uhr zum Früh
stück erschien, erklärte sein Sekretär,
Se. kaiserliche Hoheit sei trotz der
Strapazen, die mit dem Genüge der
New-Dorker Herrlichkeiten verknüpft
sind, sehr wohl und munter. Aus die
Frage, wie der Großsürst und sein
Gefolge Freitag Nacht verbracht, er
widerte der Sekretär nur, daß die Ge
sellschaft in Sherry's gespeist, und
fügte dann lachend hinzu: „und keine
hübschen Choristinnen getroffen." Ar
mer Boris! Das Diner muß lange
gesäuert haben, denn es war 4 Uhr
Morgens, ehe die lustige Gesellschaft
das Hotel aufsuchte und zwar in
„Hansoms". Den ihn beschützenden
Detektivs war der Russenfürst wieder
einmal durchgegangen, und wenn sein
Aussehen gestern Mittag eine Deu
tung zuließ, so lautete sie: „New-Aork
ist großartig!"
Sogar das stereotype Interview ge
währte er dem Neuigkeitsjäger und
lobte Amerika und die Amerikaner
bis in die Puppen. San Francisco
hatte ihm durch seine malerischeSchön
heit und die Ruhe seiner Bewohner,
Chicago durch sein häßliches endloses
Häusermeer, durch Frische und Ge
schäftigkeit imponirt, aber in New-
Aork gefiel es ihm am besten, denn in
dem cosmopolitischen Treiben fühle er
sich daheim. Auch den üblichen Tri
but der holden Weiblichkeit blieb er
nicht schuldig und sagte sogar, er
wünsche, die Russinnen wären so un
ternehmend, wie die Amerikanerinnen.
Am Nachmittag besuchte der Groß
fürst als Gast Charles R. Flint's aus
dessen Jacht „Arrow" West-Point und
die herrliche Umgebung der großen
Militär-Akademie. Die Jacht, ob
wohl vielleicht die schnellste der New-
Aork Jachtclub-Flotille, hatte nur eine
Maschine gekoppelt und fuhr langsam,
um dem Vetter des Czaren hinlänglich
Gelegenheit zu geben, die natürliche
Pracht der Hudson-User und speziell
der Palisaden zu bewundern.
Im Mohawk - River in der
Nähe von Schenectady, N.-A., wo sie
bei der Anlegung eines Abzugskanals
beschäftigt waren, sind drei italienische
Arbeiter ertrunken, welche über den
Fluß in einem Voote zu setzen ver
suchten, welches leck wurde und um
schlug.
Wozu?
erlaufende, tö'Stliche Entzündung. Wir stehen also
vor einer döbelten Frage. Wozu der Wurmfort
satz? und was noch loeit wichtiger ist- Wozu eine
Finzündunz desselben, wenn es ein sicheres Mittel
giebt, diese in wenigen Tagen tödtliche Krankheit,
gu erHuten mit den in jeder Apotheke erhältlichen
berühmten St. Binard-Krautechillen.
Aus dem Heimwege.
Viklor Emanuet reist ab.
Kaiser Wilhelm begleitet den schei
denden Gast nach der Wildpark-
Station bei Potsdam.
Unerwartete Wirkungen kürzlicher
Aeußerungen des Präsidenten
Roosevelt. Ueberraschung 'n
Deutschland, England und Frank
reich. In allen drei Ländern
werden die Worte Roosevelt's von
der Presse besprochen. England
fürchtet, daß Uncle Sam An
schläge auf Canada hat, und
Frankreich sieht in den Aeußerun
gen eine Warnung gegen seine ge
plante Allianz mit Spanien.
Potsdam, Preußen, 31. August.
König Viktor Emanuel von Ita
lien, welcher seit mehreren Tagen
bei'm Kaiser Wilhelm auf Besuch war,
trat heute die Heimreise an. Der Kai
ser fuhr mit dem scheidenden Gast
nach der Wildpark - Station, wo sich
die Monarchen wiederholt umarmten
und auf sehr herzliche Weise Abschied
von einander nahmen.
Kronprinz Friedrich Wilhelm,
Prinz Eitel Friedrich und Reichskanz
ler Graf Bülow befanden sich auf dem
Perron, um sich von dem König zu
verabschieden, und eine große Men
schenmenge brachte enthusiastischeHoch
rufe aus. Der König stand an einem
Fenster seines Salonwaggons und
winkte dem Kaiser Abschiedsgrüße zu,
während der Zug davonfuhr.
Frankfurt a. M., 31. August.
König Viktor Emanuel kam beute
Abend hier an und inspizirte das 13.
Husaren - Regiment, dessen Ehrenchef
er ist, und speiste später mit den Offi
zieren. Um 9 Uhr setzte er seine Reise
nach Italien fort.
Roosevelt's Aeußerungen
über dieMonroe-
Do k t r i n.
Berlin, 31. August. Allge
meine Aufregung bekundet sich hier
über Präsident Roosevelt's neue Aus
legung der Monroe - Doktrin. Der
vorwiegend angeschlagene Ton ist einer
der Ueberraschung darüber, daß die
Doktrin in einem Augenblicke so ener
gisch wieder betont wird, in welchem
keine europäische Macht dieselbe be
streitet, und am wenigsten von allen
Deutschland.
Ueberdies wird behauptet, daß
Deutschland seine Zustimmung zur
Doktrin erklärte, kurz nachdem Theo
dore Roosevelt die Präsidentschaft
übernommen hatte, und daß das
Staats - Departement in Washington
bündige Versicherungen in dem Sin
ne empfangen hat, daß sich Deutsch
land aus der lvestlichen Hemisphäre
nicht einmal Kohlenstationen zu sichern
beabsichtigt. Einige Kritiker äußern
den Verdacht, es müsse irgend etwas
hinter den politischen Koulissen vor
gehen, um den Präsidenten zu einer
derartigen Kundgebung zu veranlas
sen. Im Auswärtigen Amte wurde
dem Eorrespondenten der „Associirten
Presse versichert, daß hiesige offizielle
Kreise die Aufregung der Presse kei
neswegs theilen. Das Auswärtige
Amt betrachtet die Rede in Verbin
dung mit der in der letzten Botschaft
des Präsidenten an den Eongreß ent
haltenen Definition der Doktrin, wel
che Deutschland vöÜig zufriedenstellt.
Die von einigen Seiten verlautb/e
Disposition, die Rede des Präsidenten
Roosevelt als gegen Deutschland ge
richtet zu betrachten, sei völlig unan
nehmbar, weil Deutschland, wie die
amerikanische Regierung weiß, nie be
absichtigt hat, auf dem amerikanischen
kontinent territoriale Erwerbungen
zu machen.
Verschiedene Berliner Blätter wid
men ihre ersten Leitartikel nicht dem
Besuche des Königs von Italien, son
dern einer Besprechung dtzr Rede des
Präsidenten Roosevelt.
Der „Lokal - Anz." schreibt:
„Seine Behauptungen sind von ei
nem imperialistischen Geiste durch
drungen, und man ist versucht, seine
Aeußerungen mit dem in Verbindung
zu bringen, was in Venezuela ge
schieht, da Deutschland die einzige eu
ropäische Macht ist, welche zum Zwecke
des Schutzes eigener Interessen ver
sucht sein möchte, zeitweilig venezue
lanisches Gebiet zu besetzen. Dagegen
ist aber die unzweideutige Erklärung
abgegeben worden, daß das Berliner
Kabinet nie an eine Annektion gedacht
hat. Die Selbstbeherrschung, welche
unser Geschwader Angesichts des
wilden Vorgehens der Revolutionäre
in den Küstenstädten beobachtete, in
denen Deutsche wohnen, liefert den po
sitiven Beweis dafür, daß Deutschland
in keiner Weise beabsichtigt, der Em
pfindlichkeit der Ver. Staaten zu nahe
zu treten."
Die „Vossische Zeitung" bemerkt:
„Die Worte des Präsidenten klingen
wie eine Vertheidigung gegen einen
Angriff. Wer aber greift das Lieb
lings - Dogma der Ver. Staaten an?
Deutschland und Rußland haben,kurz
nachdem Hr. Roosevelt Präsident wur
de, das Monroe - Prinzip ausdrück
lich anerkannt."
Das „Berliner Tageblatt" verwirft
die englischen Commentare, welche in
der Rede des Präsidenten eine ver
steckte Drohung gegen Großbritannien
wittern möchten, und andere Blätter
neigen der Ansicht zu, Präsidentßoo
sevelt habe weniger zum Auslande
gesprochen, als vielmehr zur ameri
kanischen Nation, um die öffentliche
Meinung in Amerika auf eine weitere
Vermehrung der Flotte vorzubereiten.
Commentare Londoner
Blätter.
London, 31. Aug. „Eine ge
hässige Rivalität, welche eines kom
menden Tages zu einer Entscheidung
durch das Schlvert d.ängen könnte,"
das ist etwa der wesentlicheKern lang
atmiger Aeußerungen, in denen sich
die „SalurÄas Review." ein den Ver.
Staaten von jeher feindlich gesinntes
Organ, anläßlich der Monroe - Rede
des Präsidenten Roosevelt ergeht.Das
Wochenblatt spricht von „amerikani
scher Gefräßigkeit und Heuchelei" und
der Gefahr, welche dem britischen
Reiche durch die amerikanische Expan
sionslust erwachse. Es bedauert, daß
„die Ver. Staaten, nicht damit zu
frieden, eine offenbar selbstsüchtige
Politik zu treiben, auch noch versu
chen, sich als uneigennützig und nur
von höchst moralischen Prinzipien be
wegt, hinzustellen. So war es bei'm
Kriege gegen Spanien, so ist es inße
zug aus die moralische Unterstützung
der südamerikanischen Staaten."
Bezüglich der Wirkungen derMon
roe - Doktrin auf das britische Reich
sagt die Review:"
„Die Ver Staaten sind die einzige
vom britischen Reiche durch nichts
weiter, als eine Landgrenze getrennte
Großmacht, und es ist der ausgemach
te Zweck der Ver. Staaten, schließlich
Canada zu absorbiren. Sie wachsen
commerziell schnell auf unsere Kosten,
und nach den gegenwärtigen Fort
schritten zu urtheilen, werden die Ver.
Staaten an Reichthum und Bevölke
rung bald jeden unserer Rivalen über
treffen, Rußland vielleicht ausge
nommen, dessen Stellung und Bezie
hungen zu uns, territorial betrachtet,
lange nicht so kritisch sind. Unter die
sen Umständen ist es klar, daß Ame
rika die Macht ist, welche uns am
nächsten angeht. Schärft territoriale
und commerzielle Rivalität resultirt
schließlich immer in einer Kraftprobe.
Diese bringt die einzige endgültige
Entscheidung."
Das Blatt klagt dann weiter, Eng
land habe den Ver. Staaten diplo
matisch stets geHolsen, wie noch Zuletzt
in Sachen des isthmischen Kanals.
Amerika aber hätte stets nur seinen
Vortheil gesucht und sei Großbritan
nien vielfach hinderlich in den Weg ge
treten. „Amerika ist kein ehrlicher
Freund," schließt das Blatt. „Es han
delt sich nicht darum, ob wir die Ame
rikaner gern haben oder nicht. Die
Frage ist einfach die, wer von uns
schließlich den andern übertölpeln
wird. Die maßgebenden Faktoren
machen es unmöglich, die gegenseitige
Stellung der beiden Länder anders
klarzustellen."
Bemerkenswerth abweichender An
sicht über denselben Gegenstand ist der
„Spectator." Er schreibt:
„Wir freuen uns im Interesse der
Ver. Staaten und Großbritannien's,
sowie des Weltfriedens darüber, daß
Präsident Roosevelt in so klaren und
verständlichen Worten ausgesprochen
hat, daß die Monroe - Doktrin von
den Ver. Staaten, koste es, was es
wolle, durchgeführt werden wird. Die
Monroe - Doktrin kann nur so lange
eine Friedensdrohung bilden, als sie
nicht desinirt ist. Jede dahin gehende-
Erklärung der Ver.Staaten muß des
halb willkommen sein. Die Aufrecht
erhaltung der Doktrin ist so gut für
uns, wie für die Ver. Staaten." Das
Blatt verfucht.nach dieser verbindlichen
Einleitung, Mißtrauen gegen die con
tinentalenMächte, namentlich Deutsch
land und Frankreich, zu säen, und
räth den Ver. Staaten, eine Flotte zu
schaffen, welche denjenigen der beiden
„habgierigen" Länder gewachsen sei.
Auch Frankreich setzt die
Kappe auf.
Paris, 31. August. —ln Frank
reich hat Präsident Roosevelt'sßezug
nahme auf die Monroe - Doktrin die
interessantesten Enthüllungen gezei
tigt. Man befürchtet dort, daß die
Worte eine Warnung vor der von
Frankreich angestrebten lateinischen
Tripel - Allianz enthielten. Es ist au
genscheinlich, daß seit dem Ende des
spanisch - amerikanischen Krieges
Frankreich eine politischeCombination
mit Spanien gesucht hat, und vor ei
nem Jahre glaubte man, daß Frank
reich die Halbinsel mit in das fran
zösisch - russische Bündniß ziehen wol
le. Die wirklichen Motive und Ziele
sind noch nicht klar, aber daß dasPro
jekt einer commerziellen Allianz von
Frankreich, Italien und Spanien zur
Entwickelung des südamerikanischen
Handels sich seinerßealisirung nähere,
wird heute schweigend zugegeben.Diese
weitreichenden Pläne waren es, auf
welche die Versetzung des Hrn. Jules
Cambon, des französischen Gesandten
in Washington,'nach Madrid haupt
sächlich zurückzuführen ist. Spanien
ist noch schüchtern in seiner Haltung,
und Hrn. Cambon, welchem Spanien
für seine Dienste während des letzten
Krieges mit den Ver. Staaten zu
Dank verpflichtet ist, ist der delikate
Auftrag Zu Theil geworden, Spanien
für die ihm von Frankreich zugedachte
Rolle zu gewinnen. Aber Präsident
Roosevelt's Rede über die Monroe-
Doktrin gerade jetzt hat diesem Projekt
einen schweren Stoß versetzt.
Die Wahrheit indessen ist wahr
scheinlich, daß Präsident Roosevelt sei
ne Monroe - Doktrin - Rede gehalten
hat, ohne dieselbe überhaupt gegen ir
gend eine europäische Macht insbeson
dere zu richten.
Neue A l a r m n a ch r i ch t e n
aus West in dien.
Rose a u, Dominica, Britisch-
Westindien, 31. August. Dichter,
rauchartiger Nebel hängt über der hie
sigen Gegend und vulkanischer Staub
sällt.
Während der letzten Nacht fiel hier
mehr vulkanischer Staub, als zu ir
gend einer Zeit seit dem ersten Aus
bruch des Moni-Gelee. Der Fall hat
sich seitdem erheblich vermindert.Blitz
artigesAufleuchten wurde gegenAbend
aus den Staubwolken wahrgenom
men. Keine Nachrichten sind soweit
aus Martinique hier eingetroffen.
(Zwischen dem 21. und 26. August
wurde bekanntlich wiederholt gemel
det, daß der Mont Pelee wieder in hef
tiger Eruption sei, allein am 28. wur
de von Paris aus gemeldet, daß Nac
hrichten aus Fort de France bis zum
25. August dem französischen Kolo
nial - Ministerium zugegangen seien
und daß dieselben Nichts von einem
neuen Ausbruch des Mont Pelee ent
hielten.)
St. John, Antigua. Britisch-
Westindien, 31. August. Viele sehr
lauteDetonationen wurden von 9 Uhr
an letzte Nacht hier vernommen. Mcui
Nr. 244.
--'''—' ' ' ' - - '
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13l
?
hörte dieselben auch zußasseTerre auf
der britischen Insel St. Kitts.
Pointe aPietre, Guadelou
pe, 31. August. Der ganze hiesige
Haftn wurde seit 5 Uhr heute früh
durch eine Staubwolke bedeckt, und
großer Schrecken herrscht unter der
Bevölkerung. Feine Asche fallt ohne
Unterlaß herab. Die See ist in
Halbdunkel gehüllt und die Schisse im
Hafen sind kaum vom Ufer aus sicht
bar. Die Asche kommt aus Südosten,
in der Richtung von Martinique.
Cindadßolioar soll aber
mals bombardirt wer
den.
Port osSpain, Trinidad, 31.
August.—Aus Carupano, Venezuela,
wird gemeldet, 'daß General Velutini
heute im Begriss war, mit drei Ka
nonenbooten und st)O Mann von dort
abzugehen, um das Bombardement
von Cindad Volivar am Orinoco zu
erneuern. Diese Stadt befindet sich
noch in Händen der venezuelanischen
Insurgenten. Sie wurde bekanntlich
erst vor einigen Tagen bombardirt,
und viele Personen, einschließlich einer
Anzahl Frauen und Kinder, sollen
dabei getödtet worden sein.
Boeren - Generäle Wiedel
in London.
London, 31. August. Die
Generäle De Wet, Delarey und Botha
kamen heute in Begleitung des Hrn.
Abraham Fischer aus Haag hier an.
Schwerer Regen fiel zur Zeit ihrer
Ankunft und verhinderte jede
stration.
Ein Gemahl für Alfon
so's Sche st er.
Paris, 31. August. Während
der kürzlichen Visite der Königinmut
ter von Spanien in Paris wurden
Verhandlungen angeknüpft, um die
20-jährige Prinzessin Maria Theresa
mit einem Mitglied der Familie des
Prinzen Murat zu verheirathen. Do
der Prinz jedoch gerade abwesend war,
konnte man zu keinem Endresultat
kommen. Der Prinz von Asturien
wird jedoch bald nach Paris kommen
und mit dem Prinzen Murat Rück
sprache nehmen.
Italiener von Indianern
abgeschlachtet.
Paris, 30. Aug. Aus Brasi
lien wird gemeldet, daß ein von Ita
lienern bewohntes Dors im Staate
Santa Katharina von Indianern
überfallen und dießevölkerung von ih
nen abgeschlachtet worden ist.
Klagt sich selbstalsMör
der an.
London, 31. August. Bin
Mann, welcher angibt, amerikanischer
Bürger zu sein, hat sich der Polizei in
Colchester gestellt. Er behauptet, in
Kansas - City einen Mord begangen
zu haben. Die Polizei hat ihn vor
läufig in Gewahrsam genommen und
wird seine Angaben verisiziren.
Geo. Brehm ä: Sohn,
"OM? 6RL.VL 0N1.7" Bier.
Bus Flaschen gefüllt in der
Brauerei au Belair Avenue.
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