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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, September 03, 1902, Image 1

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Heute
klares Wetter, veränderliche
Winde.
62. Jahrgang.
Der
St. James Snvmgs Fund
erlaubt
Haupt Bürean: Zweig Büreanx:
Somerset- und Eager-StraHr.
Süd-- alnmore.Stra and Po. Mittwochs- und Samsta^-Abend
Ofstce-lllvenur. von zs bis S Uhr.
Fait-Bvenue und Bouldln-Str., Eanton.
Offen tSglich vo 10 biZ 3 Uhr. Offen MontagZ-Abend d°n 8 bi S Uhr.
IISS Llgbt-Ttraise,
Montags- und Samftags-Ab-nd i bis 7 Uhr. Offen Dienstags, von v bis 12 Übr Mittags,
und Samstags, von -t bis 9 Uhr Abends.
„Nock Hill College,"
Klllcott.Eity. Md.
Vorzügliche ,Poarding°-Schule <mit Logik nb
kost) siir junge Männer und Knaben.
Borbereitungs-Unterricht.
Studien werden am Montag, den 8. September,
Dl ristlichen rüder.
(AugW.lMt)
Baltimore
Nr. 5, Nord-Charleö-Straße.
ein, bessere Schule zu irgend welchem Preise.
Uns?r Eraduirten werden von Geschäftsleuten ali
uderlMg Buchhalter und Stenographen aner
kannt: aus diesem Grunde hatten wir in dieson
Jahre fünf Mal mehr Nachfragen nach Solchen, als
wir ,ur Verfügung hatten. Wir verichaffen jedem
eine gute Stellung. Zur persönlichen
ssichtizunq wii> lndividueller Unler
rrcht. Taz- unl> Abendschule. Leichte monatlich
t?. H. Storman. Präsident
Baltimore Handelsschule.
<Al26.gMt.TäiSld)
Atra yer' s
Handelsschule,
vir 225, Ost?al,tinore-Sr.. Baltimr.
GritKLlicher Unterricht in Stenozraphie, Type-
Writin?. Buchhaltea, Schönschreiben, Arithmetik,
Bedingungen: H 8 pro Monat; 3
Monate Z 22; 6 Monate §4O; 12 Mo
nate P 65; Abendschule, 6 Monate Pl 5.
Alle Bücher und Schreibmaterialien
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Schüler auf Stipendien gegen Zahlung von AZ N
pro Monat. Abendschule nach dem ersten Monat
K 2.50 Pro Monat, wenn monatlich bezahlt. Erfah
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Maryländer Itaats-Aormal-Achule.
Ecke Karrollton- und Lasayette-Avenu.
Baltimore, Md., den 13. August UXL.
September 19N. Neue Schüler muffen am 9. Sep
tember registrirt werden. Prüfungen für Aufnahm
uno ?tsöi>>erun<i am 9., 40., II , >Ä- uns IZ. Sep-
Die regulären Lehrer werden von den Professoren
des Normal-Departements in Physik, Edemie, Bo
tanik, Naturkund und in anderen UnterrichlS-
Marylänoer Slaats-Normalschule,
sZS-ZSj Baltimore. Md.
Marvländer Sckule für Taube.
be beginnt am 17. September. Tiefes ist eine
confesfiontlose Schule für taube Kinder und junge
daß ihr Besuch der öffentiichenSchulen ausgeschloffen
ist. Tüchtige Lehrer sür Reden- und Lippen-Le
sen. Beköstigung und Unterricht
frei sür Marvländer Schüler. Gesündeste vage.
Wegen Ausnahme oder Auskunft wende man sich
an <5 h a s. W S ly, Prinzipal, Frederick, Md.
(Augll.Mo,Sr,lMt)
Marvländer Schule für Blinde
wird am 15. Scptcmbcr 1902 eröffnet. Wcgen
näherer Auskunft in Betreff der Schule adresfire
man
F. D Morrison, Supt..
(AugM.ZWochen) Baltimore, Mo.
Sadker's
KrZant ä- Stratton
Handelsschule
für Stenographie . Tvvewritwg."
gründe ISI)4. Zncorporir löSs^
N. September bis l. April.
Am Betreff der vorzüglichknt, Leitung, Lehr
kräfte, Zimmer, Ausstattung unl Studien-Kurs
Hot dieselbe nicht ihre? Gleichen. Individueller
Besuch eine Znstiiut>° mit 38-jiihrigcr er.
S-ngemheit ch ein Fehlarifs.
Tages-Kursus 10 pro Monat,
bend-Kurlus pr Monat.
Beschränkte Anzahl der Schüler.
Beide Telephone.
Nr. bis S. N. Edarles-Str.
E-ngan Nr. 12. alti-lore. Md.
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Die Eaton <K Burnett
Handelsschule
iß unübertroffen in der Heranbildung junger Miln
n.r und Mädchen stir die geschäftliche Thätigkeit.
Bsru-. ankhaut- und Buchhalter-Arbeiten, oder
Stenograpbie und Tvpewriting. Dieselbe ist We
sen es Srfolge ihrer Braduirten und der jedem
einzelne gewidmeten persönlichen Aufmerksamkeit
bekannt. Diese Handelsschule wird von keiner
anderen in Betreff deS Studien-Kursus, der Aus
stattung, Liitung, Lehrkräfte und elegante Räume
Tagesschule während de ganzen Zahrei geöffnet.
Abendschulen werden am 29. September eröffnet.
Wege spezieller Bedingungen ete. wende man sich
oder schreib an Laton t Burnett Kol
lege, Ätordost-Ecke Baltimore und Tbarles-Str.
.t P Telephon St. Paul 406 Z—P. <Aug3,lMtj
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-„Nninmicher Unterricht: gründlicher Unterricht in
der deutschen Svrache Bedingungen: Boardcrs*
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Station D, Baltimore, Md.
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Aie könne in die Ferne nnd Whe
sehr mit ,in voppelglSser
erschiedener Soweit, die
W i'm Gestell ,>tz, fi„.
Einmal ,n Zhe aete,,
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Mitternacht von Washington absahrin. Alle
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unvorhergesehene Unannehmlichkeiten.
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Edrvard Raine.
öffentlicher Notar,
Sidwest-Ecke Baltimore-Str.
und Post-Office-Avene.
Tragödie in einem Philadelphier
Koflhaus.
Philadelphia, 2. Sept.
Amelie Gabriele, 23 Jahre alt, an
geblich eine bekannte Opernsängerin,
wurde heute in einem hiesigen Kost
hause von Roberto Anselms, mit wel
chem sie gestern von New-Aork durch
gebrannt war, geschossen und wahr
scheinlich tödtlich verwundet. Anselino
machte nach der That einen Selbst
mordversuch. Beide liegen in einem
Hospital auf den Tod darnieder.
Das Frauenzimmer ist die Gattin
Antonio Gabriele's, eines Schauspie
lers. welcher an der Mulberry-Straße
in New-Aork wohnt. Man glaubt,
daß Eifersucht der Grund der That
war. Amelie soll ihre Flucht bereut
und den Wunsch geäußert haben, zu
ihrem Gatten zurückzukehren. Um sie
daran zu verhindern, schoß Anselino
die Frau nieder und richtete darauf
die Waffe gegen sich selbst.
Boxerei mit tödtlichem Ausgang.
Philadelphia, 2. Sept.
Der Faustkämpfer Albert Terrell, ein
Neger, starb heute in einem Hospital,
wohin er gestern Abend nach einem
Boxerkampf mit William Stokes, ei
nem anderen Neger, im „Golden Gate
Athletic Club/ gebracht worden war.
Terrell war 20 Jahre alt, Stokes ist
17. Der Erstere wurde im dritten
Gange durch einen wuchtigen Schlag
zu Boden gestreckt und es stellte sich
heraus, daß sein Schädel gebrochen
war. .
Baltimore. Md.. Mittwoch, den 3. September 1902.
An 1000 Todte.
Martinique's neue Heimsuchung.
Auster Morue Rouge wurde ein
zweites Torf nahe Mout Pelee
total vernichtet.
Hunderte von Verwundeten. Fran
zösische Regierung trisst Schritte
zur Unterstützung der Bevölke
rung. Erdbeben in Algerien
und Venezuela. Der große
Sturm in der Algoa - Bai, an
der Küste von Südafrika. — Viele
Schiffe gescheitert. Zahl der
Ertrunkenen aus 70 geschätzt.
Weiteres über den Aufruhr in
Agram. Revolution in Ma
rokko.
P a r i s, 2. September. Marine
minister Pelletan hat in Anbetracht
der Möglichkeit weiterer Eruptionen
auf Martinique dem Befehlshaber des
französischen Antillen - Geschwaders
befohlen, sofort Kriegsschiffe nach
Basse Terre, auf der Insel Guade
loupe, zu schicken und sie dort weitere
Instruktionen erwarten zu lassen.
Die Havas - Agentur hat eine nicht
datirte Depesche aus Fort de France,
Martinique, erhalten, laut welcher
durch die am SaiNstag, 30. August,
eingetretene, neue Eruption des Mont
Pelee 1000 Menschen um's Leben ka
men und mehrere hundert verletzt wur
den. Morne Rouge und Ajoupaßoul
lon, zwei nahe dem Mont Pelee gele
gene Dörfer, wurden total zerstört.
Die Depesche bestätigt auch die Nach
richt, daß sich eine Fluthwelle über
das Dorf Le Corbet wälzte, und daß
die nämliche Fluthwelle Fort deFran
ce bedrohte, wo ein Panik unter der
Bevölkerung ausbrach. Die französi
schen Kreuzer „Suchet" und „Tage"
nehmen Flüchtlinge an der nördlichen
Küste der Insel an Bord.
Das Kolonialministerium erhielt
beute ein undatirte Kabeldepesche vom
Gouverneur von Martinique, welcher
meldet, daß am Morgen des 25. Au
gust ein leichter Erdstoß vom Norden
nach dem Süden der Insel ging und
daß in der nämlichen Nacht und am
nächsten Morgen heftige Eruptionen
des ZMnt Pelee stattfanden, die von
elektrischen Entladungen, Flammen
bündeln und dem Auswurf weiß glü
henden Materials begleitet waren und
eine Fläche von ungefähr 200 Dards
im Umkreise in der Richtung von
Mourne Rouge bedeckten. Diese Thä
tigkeit dauerte fort bis zum 28. Au
gust, zu welchem Zeitpunkt der Vul
kan sich beruhigt zu haben schien. In
der Depesche ist Nichts von irgend ei
nem Verlust von Menschenleben ge
sagt. (Die Katastrophe trat auch erst
am 30. August ein, während die frag
liche Depesche nur bis zum 28. reicht.
A. d. R.)
Eine heute früh vom Gouverneur
von Guadeloupe eingelaufene undatir
te Depesche sagt, am 28. August sei
über diese ganze Insel ein schwerer
Aschenregen niedergegangen. Keine
Explosion sei gehört und keine Erder
schütterung sei empfunden worden.
Da die Vulkane auf Guadeloupe un
thätig sind, u. nach der Windrichtung
zu schließen, muß der Aschenregen von
Martinique gekommen sein.
Erdbeben inAlgier.
Algier, 2. Sept.—Eine heftige,
von unterirdischem Dröhnen begleitete
Erderschütterung wurde um 5.40 heute
früh zu Molidia wahrgenommen.
Erdbeben in Venezuela.
Caracas, Venezuela, 2. Sept.—
Eine heftige Erderschütterung trat
um 9 Uhr am letzten Samstag Abend
zu Carupano ein. Dieselbe war von
einem dröhnenden Geräusch begleitet,
welches längs der ganzen Küste des
cararbischen Meeres zu vernehmen
war.
70 Menschen ertrunken.
K a p st a d t, 2. September.—Man
schätzt jetzt, daß 70 Personen während
des Sturmes, welcher gestern über
Port Elizabeth fegte, in der Algoa-
Bai ertrunken sind. Unter den ge
scheiterten Fahrzeugen befindet sich
das britische Vollschiff „Jnchcape
Rock," Capitän Ferguson, welches am
2. August aus Portland, Or., in der
Algoa-Bai ankam. Ein Theil seiner
Mannschaft wurde gerettet.
London, 2. Sept. —Der Lloyd'-
fche Agent zu Port Elizabeth meldet,
daß folgende Fahrzeuge dort scheiter
ten: deutscher Schooner „Thekla," die
norwegische Barke „Constant," spani
sche Brig „Gabriel," britische Barke
„Sayre," norweg. Schooner „Iris,"
deutsches Schiff „Eoriolanus," deut
sche Barke„Nautilus," britisches Schiff
„Oakworth," deutsche Barke „Ema
nuel," italienisches Schiff „Eavallere
Michele Russo," deutsche Barke „Hans
Wagner," deutsche Barke „Arnold,"
norwegische Barke „Hermanos," nor
wegische Barke „Content," norwegische
Barke Waimea," italienische Barke
„Agostino Rombo" und schwedische
Barke,/Limari."
Die Remorqueure „Counteß ofEar
narvon" und „Scotia" gingen unter,
und der Kutter„Clara" strandete.Auch
eine Anzahl Lichterschiffe ging verlo
ren.
Der Aufruhr in Agram.
Wien, 2. Sept. Der Aufruhr,
welcher am Sonntag zu Agram durch
eine Demonstration der kroatischen
Studenten gegen die serbischen Be
wohner entstand, dauerte die Sonntag
Nacht über fort, und wurde erst am
Montag früh durch scharfe militäri
sche Maßregeln unterdrückt. Viele
Häuser wurden demolirt, Läden ge
plündert und an 100 Personen ver
wundet. Um weitere Unruhen zu ver
hüten, sind mehr Truppen nach Agram
beordert worden, und die Behörde hat
eine Proklamation erlassen, welche die
Bevölkerung zur Ordnung ermahnt.
Alle Privatwvhnungen müssen bis auf
Weiteres um 7 Übr Abends und alle
Cafes und Hotels um 9 Uhr geschlos
sen sein.
(Später.) Heute Abend wurde
der Conflikt erneuert, die Aufrührer
warfen die Fenster der Wohnungen
vieler Serben ein, und Truppen säu
berten schließlich die Stachen. Aehn
liche Unruhen sind in anderen Theilen
Kroatien's vorgefallen, und in Bos
nien haben sich ebenfalls Krawalle
und Blutvergießen ereignet. Ein Boy
cott gegen die Serben ist hier imGan
ge und viele derselben sind aus den
Diensten kroatischer Geschäftshäuser
entlassen wanden. Die meisten, von
Serben in Agram eröffneten Läden
sind wieder geschlossen worden.
Revolutionäre Bewegu n g
inMarokko.
Tanger, Marokko, 2. Septbr.—
Die revolutionäre Bewegung zu Gun
sten Mohammed's, Bruders des Sul
tans Moula - abd -et - Aziz von Ma
rokko, verbreitet sich unter den Ber
berstämmen. Die Stadt Mekines
wurde kürzlich von Berbern angegrif
fen, allein es gelang der Behörde, die
Angreifer zu beschwichtigen.
(Mekinos oder Mequinez hat einen
prächtigen Palast, welcher eine der
Sommerresidenzen des Sultans von
Marokko ist. Die Mulai Jsmael-
Moschee in Mekinos ist der Begräb
nißplatz der regierenden Dynastie von
Marokko und ein Zufluchtsort für
Criminalflüchtlinge. Die Stadt hat
ungefähr 30,000 Einwohner.)
Die Vortheile der Unter
seeboote.
L o n d o n, 2. September. Eine
Flotille submariner Torpedoboote ist
bei einem Manöver von Portsmouth
aus in den Hafen von Spithead ge
fahren, ohne von den sie erwartenden
Truppen auf den Forts der Insel
Wight entdeckt zu werden, obwohl
Scheinwerfer während der ganzen
Nacht das Meer beleuchteten.
Vermißter wieder aufge
taucht.
London, 2. September. Auf
Ersuchen des Ver. Staaten-General-
Konsuls Henry Clay Evans stellte
sich W. T.- Delay aus Chicago im
Konsulatsbüreau ein und erklärte,
daß er mit dem angeblichen H. L. Nor
man aus Manssield, Ohio, der am
15. August mit ihm zugleich im „Hotel
Ritz" in Paris registrirte und am glei
chen Tage verschwand, erst an Bord
des Dampfers bekannt wurde, aus
dem er von Amerika nach Frankreich
überfuhr. Er freute sich, zu verneh
men, daß inzwischen die Identität
Norman's mit H. S. Cavanaugh von
Easton, Pa., festgestellt worden, und
derselbe in Paterson, N.-J., wieder
aufgetaucht ist.
Aus China.
Peking, 2. September. Das
Edikt, welches die Likinzölle im ganzen
Reiche aufhebt und in der Zeitung
vom 29. August veröffentlicht wurde,
ist thatsächlich wieder aufgehoben.
Eine Berichtigung dieses Ediktes, wel
ches im Amtsblatt erscheinen wird,
sagt: „Das erste Edikt war falsch
übersetzt. Es ist zu lesen: Die Likin
zölle werden aufgehoben, wenn alle
ausländischen Regierungen der Erhö
hung der regulären Zölle zugestimmt
haben."
Das Schiedsgericht in
Haag.
Haag. 2. Sept. Dr. F. D.
Martens. Professor des Völkerrechts
an der Petersburger Universität, und
Sir Edward Fry. der frühere Lord-
Oberrichter des britischen Appellhofes,
welcher als Vertreter der Vereinigten
Staaten fungirt, ferner der hervorra
gende holländische Rechtslehrer T. M.
C. Asser und Dr. A. F. de Savorin-
Lohman als Vertreter Mexiko's, tra
ten im Hauptquartier des internatio
nalen Schiedsgerichts-Tribunals zu
sammen, um einen sünsten Schieds
richter in Sachen des „Pius Fond"-
Anspruches zu erwählen, des ersten
Falles, welcher dem internationalen
Schiedsgericht unterbreitet worden ist.
Sein Name wird erst bekannt gemacht
werden, nachdem er angenommen hat.
(Der „Pius Fond" wurde im Jah
re 1697 durch freiwillige Sammlun
gen begründet, deren bedeutender Er
trag dem Jesuiten - Orden für rö
misch-katholisch Missionszwecke in
Ealifornien überwiesen wurde. Die
spanische Regierung wies 1767 die Je
suiten aus und beschlagnahmte ihr ge
sammtes Eigenthum, das die Fran
ziskaner weiter verwalteten. Als
Mexiko seine Unabhängigkeit erkämpft
hatte, übernahm es die Gelder des
Fonds in eigene Verwaltung. Im
Jahre 1842 verkaufte Mexiko den
Grundbesitz des Fonds, garantirte
aber der Kirche sechs Prozent Zinsen
auf den erzielten Betrag. Als Eali
fornien an die Vereinigten Staaten
abgetreten war, zahlte Mexiko die
Zinsen nicht weiter, wohl aber 1869
unter einer von Sir Edward Thorn
ton, als Schiedsrichter, gefällten Ent
scheidung §904,700 an Rückständen.
Seither ist keine Zahlung mehr gelei
stet worden.)
R e publ i k anismus im
Wachsen.
Madrid, 2. September. Die
Regierung ist sehr besorgt über das
Wachsthum des Republikanismus in
der Provinz Catalonien. Der Gou
verneur derselben berichtet, daß fort
während Clubs und Zeitungen entste
hen, welche offen die Losreißung Ca
talonien's von Spanien predigen. In
vielen dieser Clubs sind die spanischen
Flaggen zerstört worden.
Polizist von Räuber erschossen.
Kansas - City. Mo., 2. Sept.
Zwei maskirte Räuber überfielen
um halb -4 Uhr heute früh den Schup
pen der „Metropolitan Street Rail
way" zu Armourdale. Kansas, über
wältigten den Wächter Minster und
führten ihn in's Bureau. Ehe sie ir
gend welche Beute machen konnten,
trat Polizist I. W. Morris durch die
Hinterthür ein und versetzte mit sei
nem Knüppel einem der Räuber einen
schweren Schlag auf den Kopf, wurde
jedoch im nämlichen Augenblick von
dem zweiten Räuber durch einen
Schuß in's Herz todt niedergestreckt.
Wächter Minster erlitt ebenfalls eine
leichte Schußwunde. Die beiden Räu
ber bewerkstelligten ihre Flucht.
Aus Rom.
Prachtvolles Präsent sür Guidi.
Kostbare, geweihte Gefäße, welche
früher dem Papst Pius gehörten.-
Glückwünsche aus Amerika.
Der Papst bei ausgezichneterGesund
heit. Wahrscheinlich kein Con
sistorium vor nächstem März.
Große Vorbereitungen für das
kommende päpstliche Jubiläum. —
Der General - Strike in Florenz
so gut, wie beendet. Straßen
bahn - Strike zu Gens. Der
Sultan und die Armenier vertra
gen sich wieder.
R o m , L. Sept. I. A. Ferriera
Da Costa, der brasilianische Gesandte
an den Vatikan, welcher als Monsiz
nor Guidi's Bürge bei dessen bevorste
hender Consekration als Titular-Erz
bischos von Stavropoli sungiren wird,
hat demselben ein prächtiges Präsent
in Gestalt einer Reisetasche geschickt,
welche eine Anzahl geweihter Gesäße
aus Gold, mit Juwelen besetzt, ent
hält. Die Tasche und ihr Inhalt ge
hörten dem verstorbenen Papst Pius
dem Neunten und wurden von ihm als
Papst und als Bischof von Rom ver
wendet. Monsignor Guidi wird sie
zum ersten Male zu Manila gebrau
chen, sobald er sein neues Amt als
apostolischer Delegat sür die Philippi
nen angetreten hat.
Mehrere Kardinäle haben dem Bi
schof John M. Farley von New-Aork
bereits zu seiner gestrigen Auswahl
durch die Propaganda zum Erzbischos
von New-Aork als Nachfolger des
verstorbenen Erzbischoss Corrigan
gratulirt. Es ist möglich, daß in die
sem Jahre kein Consistorium abgehal
ten und daß dasselbe bis nach dem
päpstlichen Jubiläum im nächsten
März verschoben wird. Eine große
Demonstration in der Peterskirche
wird für die Jubiläumsfeier vorberei
tet.
In Kirchenkreisen wird es in An
betracht der kirchlichen Situation in
Frankreich und Spanien augenblick
lich nicht für wünschenswerth gehal
ten, eine Aenderung in der Besetzung
der Aemter der päpstlichen Nuntii in
den erwähnten Ländern vorzunehmen.
Der Papst befindet sich bei ausge
zeichneter Gesundheit und verbringt
täglich mehrere Stunden in den Va
tikangärten. Er betet auch täglich ei
ne Zeitlang vor der Replika der
Lourdes-Grotte, welche er in den Gär
ten herstellen lassen hat.
Monsignor Guidi hat viele telegra
phische Gratulationen aus den Ver.
Staaten zu seiner Ernennung zum
päpstlichen Delegaten für die Philip
pinen erhalten. Unter den Gratulan
ten befinden sich Erzbischos Jreland
und Bischof O'Gorman von Sioux
Falls. Guidi hat dem Gouverneur
Taft einen Brief geschrieben, in wel
chem er seine Ernennung mittheilt
und den ernstlichen Wunsch äußert,
eine für beide Parteien befriedigende
Lösung der Frage über die Mönchs
ländereien möglichst bald zu erzielen.
Kaiser Wilhelm's Einzug
i n P o s e n.
Posen. 2. Sept. Kaiser Wil
helm und Gemahlin hielten heute ih
ren Einzug in die hiesige Provinzial-
Hauptstadt und wurden von dem deut
schen Theile der Bevölkerung durch
Hochrufe, Glockengeläute und andere
Beifalls - Demonstrationen empfan
gen. Die polnische Majorität verhält
sich mürrisch und betrachtete sich das
glänzende Schauspiel des Einzuges
von den Fenstern ihrer gänzlich unge
schmückten Häuser aus. Die vagen
Befürchtungen, daß sich Tumulte er
eignen könnten, oder daß der Kaiser
beleidigt werden würde, verwirklichte
sich nicht, und Alles verlief in schön
ster Ordnung. Eine doppelte Reihe
Truppen bildete Spalier auf beiden
Seiten der Straße vom Bahnhofe
bis zü der zwei Meilen entfernten
Wohnung des commandirenden Ge
nerals.
Strike in Florenz been
det.
Florenz, Italien, 2. September.
Mit Ausnahme der Metallarbeiter
in den Pignone-Eisenwerken, wo der
kürzliche große Ausstand begann, und
den Schriftsetzern, kehrten die meisten
Striker heute an die Arbeit zurück.
Die Straßenbahnen und Droschken
haben ihre Fahrten wieder aufgenom
men.
Straßenbahn st rike in
Genf.
London, 2. September. Eine
Depesche an die „Daily Mail" aus
Gens besagt, daß sich dort sämmtliche
Angestellte der elektrischen Straßen
bahn am Ausstand befinden. Der
amerikanische Manager hatte 42
Mann in den Werkstätten entlassen
und ihnen schlechtbezahlte Stellen als
Condukteure angeboten. Die Leute
wollten die Stellungen nicht, sondern
verlangten ihre Wiederanstellung. Die
Direktion ließ sich nicht darauf ein
und ein allgemeiner Strike war die
Folge. Am vorgestrigen Sonntag lies
nicht eine einzige Car. Die Stadt ist
überfüllt mit Touristen. Man fürch
tet, daß der Strike sich auch auf die
Arbeiter der Dampfschiffe ausdehnt.
Der Sultan und die Ar
menier.
Constantinopel, 2. Sept.—
Eine kürzlich vereinbarte Jrade ist
vom Sultan erlassen worden, welche
die Ausnahms - Maßregeln gegen die
Armenier unter der Bedingung der
Garantie Seitens des armenischen
Patriarchen widerruft, daß kein Aus
bruch auf den Widerruf folgen werde.
Der Patriarch hat in Folge der Jrade
seine Resignation zurückgezogen. Er
celebrirte gestern zu Ehren des Jah
restages der Thronbesteigung des
Sultans eine Messe und kündigte
während des Gottesdienstes das vom
Sultgn gemachte Augeständnitz SN.
Deutsche Eisenbahnen in
P a l ä st i n a.
Constantinopel, 2. Sept. —
Es wird aus beste Autorität hin ver
sichert, daß die Türkei wichtige Eisen
bahn- und Hasen-Conzessionen in
Palästina an deutsche Gesellschaften
vergeben wird. Das widerspricht den
Absichten Rußland's auf dieses Ge
biet, und es wird erwartet, daß das
selbe Einspruch gegen die Vergebung
dieser Eonzessionen erheben wird.
Die Baldwin-Ziegler'sche
Expedition.
Tromsöe, Norwegen, L.Sept.—
Bezüglich der gestern hier eingetroffe
nen Nachrichten vom Vorrathsschiffe
„Frithjoff" erklärt Evelyn B. Bald
win, welcher am 3. August auf der
„America," dem ersten Schiffe der
Baldwin-Ziegler Expedition, zurück
kehrte, er glaube, der „Frithjos" wer
de eventuell Camp Ziegler erreichen u.
dann Ende September nach Tromsöe
zurückkehren, wie dies auch im ur
sprünglichen Plane von William S.
Champ, dem Sekretär und Repräsen
tanten William Ziegler's auf dem
Schiffe lag. Der Bericht, daß Champ
eben jetzt versuchen wolle, den Nordpol
zu erreichen, wird hier diskreditirt.
(William Ziegler hat am 2ö. Au
gust gelegentlich eines Interviews in
Noroton, Conn., erklärt, daß der
„Frithjof" eine Besatzung trage, deren
Ausgabe von der Baldwin's wesentlich
abweicht. Der „Frithjof," sagte Zieg
ler weiter, stände unter dem Befehl ei
nes durchaus fähigen Mannes, dessen
Identität er vorläufig nicht bekannt
zu geben gesonnen sei, und dieser
Commandant habe eine Mannschaft
um sich, aus die er sich absolut ver
lassen könne. Die „Frithjos-"Mann
schaft, sagte Hr. Ziegler weiter, würde
den Winter in Franz Josephs-Land
verbringen und ihre weitereExpedition
unabhängig von Baldwin unter dem
von Ziegler gewählten Leiter fortset
zen. Hr. Ziegler erklärte zur Zeit
weiter:
„Wenn „Frithjof" Camp Ziegler
richtig erreicht und die neueExpedition
im Frühjahr weiter geht, dann wird
Baldwin Befehl erhalten, sobald, als
möglich, nach Camp Ziegler abzuse
geln. Dort soll er überwintern und
dann weiter nach Norden gehen, um
im Frühjahr 1904 entweder die ande
re Expedition abzulösen oder den Pol
zu finden. Hr. Champ soll den
„Frithjof" nach Tromsöe zurückbrin
gen. Wenn er wiederkommt, wird
man Einzelnheiten über Baldwin's
Reise erfahren und dann besser wis
sen, wie ich weiter vorgehen soll. Wenn
der Nordpol überhaupt zu erreichen ist,
werden meine Vertreter die Aufgabe
lösen."
Hier in Tromsöe herrscht die An
sicht vor, daß, wenn nicht Stürme den
Eisgang brechen, der „Frithjof" hier
her zurückkehren muß, ohne FranzJo
ses- Land zu erreichen. Die schnelle
Rückkehr der „America" war das Re
sultat ihrer starken Maschinen in Ver
bindung mit der Wahl einer günstigen
Route. Nach den von der Jacht
„Soeblomsten" gebrachten Nachrichten
sieht Hr. Baldwin keinen Grund, den
„Frithjof" zu suchen, will vielmehr
hier auf Wiedereintreffen warten.
Nach der letzten Nachricht des
„Frithjof" heißt es, daß er am 7.Ju
ni Bardoe verließ, am 8. Juni bei 73
Grad nördlicher Breite in's Eis ge
rieth, am 20. Juli 78 Grad nördli
cher Breite bei 45 Grad östlicher Län
ge erreichte, am 24. Juli in der glei
chen Breite einen halben Grad weiter
nach Osten sich befand und genöthigt
war, nach 76.35 Grad nördlicher Br.
zurückzukehren und östlich bis zu 52.-
43 Grad und damit in eine Entfer
nung von nur 20 Meilen von der Kü
ste von Nowa Semblja gelangte.
Am 9. August erreichte der „Frith
jof" unter 78.30 Grao nördlicher Br.
und 46.39 östlicher Länge ziemlich
genau den Ort, den Baldwin auf der
„America" eiwa vierzehn Tage vor
her besucht hatte. Dieser Punkt war
auch der Franz Joses-Land zunächst
liegende, welchen der „Frithjof" über
haupt erreichte. Sowohl die „Ameri
ca," wie der „Frithjof" begegneten
dort starkem Eise, das sie nicht zu
durchschiffen wagten. Das letztge
nannte Schiff lavirte sich etwa 30
Meilen in das Eistreiben hinein und
segelte über zwanzig Meilen davon ei
nen Eisberg entlang, dessen Ende es
nicht zu sehen bekam. Das Schiff
hatte während der ganzen Reise wenig
Wind und nebliges Wetter. Auch die
Jagd war eine wenig ergiebige. Die
ganze Beute belies sich bis zum Ta
ge, von dem der Brief datirt ist, auf
fünfzehn Robben und elf Bären.
Bal d w i n's Str e i t mit Ca
pitänJohanssen.
Stock h o lm, 2. September.
Ein schwedischer Matrose, der die
Nordpolfahrt der Ziegler-Expedition
mitmachte, ist heute hier eingetroffen
und erklärt im Betreff der Zwistigkei
ten zwischen Baldwin und Capitän
Johannfsen: „Der Streit begann, so
bald wir Dundee verlassen hatten.
Die Beiden geriethen an einander,
weil Jeder seine Autorität zu viel gel
tend machen wollte. Fast täglich kam
es zu wüsten Streitscenen, die wieder
holt fast in Thätlichkeiten ausarteten.
Die Hauptschuld an den unerquickli
chen Verhältnissen lag sicher an Bald
win, denn er machte sich durch sein
herrisches, brutales Wesen bei der
ganzen Mannschaft unbeliebt. Er hat
die uns gemachten Versprechungen
nicht gehalten und uns schließlich ohne
ein Wort des Danket entlassen. Jo
hannfsen war allerdings auch nicht
viel besser."
Mehr Opfer des Eisenbahn-Molochs.
Kansas- City, Mo., 2. Sept.
Ein östlich gehender Viehzug der
„Rock Island-Bahn" collidirte letzte
Nacht zehn Meilen östlich von hier mit
einer Lokomotive und Kabüse, wobei
vier Zugbedienstete, nämlich die beiden
Lokomotivführer Jas. Speyer und
Thomas Griffin, sowie die beiden
Heizer Clarence Mahardt und C. W.
Ballinger um's Leben kamen. Vier
andere Bedienstete erlitten schwere
Verletzungen. Der ganze, aus 30
Waggons bestehende Viehzug wurde
demolirt und an 300 Stück Rindvieh
getödtet.
Nr. 246.
Kein lustiger Krieg.
Manöver fordert Menschenleben zum
Opfer. Zwei Soldaten durch
verfrühte Entladung eines Ge
schützes in Fort Fisher getödtet
und mehrere verwundet. Fort
geschleuderte Körperreste des einen
Opfers verletzen einen Nebenmann
tödtlich.
Fort Wright, Fisher's Is
land, N.-N-, 2. September. Wäh
rend eines heute früh stattgefundenen
Scheinkampfes mit der entlud
sich eines der zwölfzölligen Hinterla
der-Geschütze des Forts verfrüht, töd
tete einen Soldaten auf der Stelle
und verletzte zwei andere. Der Kör
per des Getödteten wurde buchstäblich
in Stücke gerissen. Einer seiner Arme
traf einen anderen Aoldaten mit sol
cher Wucht, daß derselbe schwer ver
letzt wurde. Di: Namen der Opfer
sind noch nicht bekannt gegeben wor
den.
Nach dem heute früh nach Mitter
nacht stattgefundenen Treffen ging die
Flotte hinter Fort Terry vor Anker
und dampfte um 6 Uhr Morgens in
östlicher Richtung hier vorder. Das
oben beschriebene Unglück ereignete
sich, während die Geschütze von Fort
Wright auf die feindlichen Schiffe
feuerten.
(Später.) Der getödtete Soldat
heißt Edward Roy. Harry A. Davis,
einer der Verwundeten, ist seit Obi
gem im Hospital gestorben. Außer
diesen Beiden sind Samuel Clevenger
schwer und mehrere andere Soldaten
leicht verletzt. Sie gehörten sämmtlich
zu der 2. Compagnie der Küsten-Ar
tillerie der Bundesarmee. Roy war
„Nr. 2" an dem Geschütz, und seine
Arbeit bestand darin, die Pulverla
dung von 30 Pfund in das Geschütz
zu schieben. Er hatte dies gerade ge
than. und das Verschlußstück zuge
schlagen. ohne es zu oerschließen, als
die Explosion eintrat. Man vermu
thet, daß ein Stück glimmendes Zeug
von dem vorherigen Schusse im In
nern geblieben war. Roy wurde, wie
oben angegeben, in Stücke gerissen,
und einer der Theile seines Rumpfes
traf Davis so heftig an die Brust, daß
auch dieser Soldat tödtlich verletzt
wurde.
Die feindlicheFlotte wurde um 3.12
heute Nachmittag wieder südöstlich von
hier gesichtet. Das Fort gab etliche
Schüsse ab, obgleich die Schiffe so
weit entfernt waren, daß sie kaum mit
dem nackten Auge gesehen werden
tonnten. Man glaubte, daß ein aber
maliger Angriff beabsichtigt sei.
New-London, Conn., 2. Sep
tember. Lieutenant Hotchkiß meldet
von Prospect-Hill, Block-Island, daß
drei Schlachtschiffe, ein Kreuzer und
ein Kanonenboot sieben Meilen von
Montank und in der Richtung von
Fort Fisher dampfend, gesehen wor
den ist. Es scheint demnach, daß ein
Angriff auf die Forts des New-Lon
doner Distrikts entweder fingirt wird
oder wirklich beabsichtigt ist.
Nach Ansicht der Schiedsrichter der
Landarmee hat Admiral Higginson's
Geschwader, als es während der letz
ten Nacht versuchte, die Forts im
Sunde zu überrumpeln, eine entschei
dende Niederlage erlitten. Der Kampf
dauerte nahezu eine Stunde.
Zwei Ticnstmiidchen ertrunken.
N e w - A o r k. 2. Sept.—ln Bel
mar. N.-J., fanden gestern die beiden
jungen Norwegerinnen Jngebard
Hansen und Lizzie Bjornetta bei'm
Baden ihren Tod. Beide Mädchen
und ihle Landsmänninnen Anna
Olsen und Cecilia Bjerlene, Dienst
mädchen der Sommer - Residenten D.
R. Richardson und Thomas Phillips,
waren Nachmittags nach dem Stran
de gegangen, um zu baden, und als
sie bis an die Hüften in's Wasser ge
watet waren, wurden sie von der Un
terströmung erfaßt. Die Hülferufe
der Mädchen, welche nicht schwimmen
konnten, wurden von James Corden
dam von Midoletown, Conn., gehört,
welcher von einem Pier in's Wasser
sprang und auf die Mädchen zueilte.
Es gelang ihm, Anna Olsen zu ersas
sen, ehe sie zum dritten Male sank,
und einige Personen, die in einem
Boote herbeigerudert waren, retteten
die erschöpfte Cecilia Bjerlene; die an
deren zwei Mädchen waren aber er
trunken, ehe die Retter herbeikamen,
und eine der Leichen wurde Abends er
langt.
(Gelynchter noch am Leben.
Sparta, Jll., 2. Sept. Der
Neger Ardee Wilson, der von einem
Mob, welcher ihn lynchen wollte, ange
griffen wurde, ist noch am Leben, aber
schlimm zugerichtet: er ist an einem
Bein schwer verwundet und hat auch
zahlreiche andere Wunden an seinem
ganzen Körper, die er aus der Verfol
gung davon trug. Nachdem er am
Sonntag Aben'd seinen Verfolgern
entsprungen war, gelang es gestern
früh, ihn einzusaugen. Er befindet
sich im Gefängniß zu Ehester und sein
Zustand ist bedenklich. Er hat be
kanntlich ein unnennbares Verbrechen
an einer Weißen verübt.
Thomas Lippincott, Schatzmei
ster der „Montclair Water Co." zu
Montclair. N.-J.. ist beschuldigt,
P9OOO bis Pll.OOO veruntreut zu ha
ben. Er wurde gestern verhaftet.
Wozu?
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Gco. Brehm <K Sohn,
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Brauerei an Belair Avenue.

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