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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, March 24, 1912, Image 4

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4
Jer HcnMe Korrespondent.
erscheint jrdrn Tag im Fahre.
E. Nainc, Eigenthümer.
E. A. Heinz, Betriebsleiter.
Nr. 413, Lsttßaltimore Straße.
I. 6P. Z 173 St. Panl.
AuS,dc Sur ZiSacr besorg IZZbc.
. nnla!,>-.->,,<> (zablbar
Washington Agentur
Sonntag, dr 21. Mär-, I!U2.
Doppel Aiisgnbc.
Leitsterne.
Wie beißt der Stern, der lencknend
vor nns sieht
Am hoben Firmament des ird Heu
Lebens.
Der stelig nns ans uns rer Laiübabn
leitet.
Das; er das Gute, wie das Schöne
offenbare?
Tas Wahre!
Und wie die Stimme in des Men
scheu Herzen.
Die warnt vor Allem, was ihm Gott
verbietet,
So malmend ihn zum Wahren Schö
neu lenket.
Das; er ver'.beid'ge es mit seinem
Vliite?
Tas Gute!
Und was füllt nns're Seele mit Ent
zücken.
Wenn wir des Wabren und des Guten >
ns erfreu'.
Fi: niis'reni Handeln, in dem Anblick
der Natur.
Fn stimsl und Wissen, in dem Reich
der Töne?
Tas Schöne!
Laßt dieß' Dreibeil unser Fnners'es >
durchdringen,
Den gnt ist wahr, schön gut und!
nur das Wahre schön.
Und wenn im Tbim und Dentrn uns' >
res Lehens
Das Eine stet.- sick, an das Andere
kettet.
Sind ivir gerettet.
Ed. Ha zeit.
Ricsk Frrnrohrr.
Astronomische Plauderei von Dol
t o r T b. S ch ü t t e.
Wer in der goldenen Schrift der,
Sterne liest, dem gibt das leuchtende!
Firmament .llnnde von Entfernungen j
in Raum und Feit, die anßerbalb im l
serer gewöhnlichen/Vorstellungen lie I
gen. Die Ricsenzablen. mit denen die
Astronomie rechnet, besagen für uns
nichts niebr. weil wir ick,! im Stande
sind, nist ihnen noch eine deutliche' Vor
siellnng zu verbinden. Unsere Feil !
rechnniig imüaßt etwa <>>', Fabre.
Diese eil tonnen viele Mensche schon
mit Mübe überbliaen. was aber Mil j
tienei, von Fahren und Meilen und. !
da:- eist ziebt üch der Porstellimgslrast '
aller, das töiinen wir uns nur durch
'Vergleiche klar wachen. Der treue
Begleiter der Erde, der Mond, ist Hil
das bei Weitem nächste Gestirn, und
dennoch müßten wir üb'- iünszigtan
send Meilen wandern, um ihn zu er
reichen. Ein Eisenbabnsckmellzng
würde die Strecke etwa in 7 Monaten
zurücklegen. Der Weg zur Sonne ist
schon vierhundert Mal großer, denn
er betragt 2tt Millionen Meile. Wen
ein Fußgänger täglich zeb Metten
zurücklegte, brauchte er >',< Fabre.
um zur Sonne zu gelange, ein
Schnellzug müßte st' Fabre obne
Unterbrechung dalüiisanse. Mit nn
serer Erde bewegen sich um die Sonne
die Planeten: Merkur. Venns. Mars.
Fnpiter. Saturn. Uranus und Nev
tun. Mit diesen sieben Planeten bil
drl die Sonne stirnist- ein großes
Slernsnstcin, denen Ausdehnung eine
so gewallige ist. daß der äußerste Pia
net Neptun auch durch das beste Fern
>-"t,r nur als ein kleiner Lichipiiint
bin bar ist.
solchen Riesencntser.ningen ül
iöbnlicheii Teleskope nicht, zu
da müssen schon Rieseiiierii
i Anwendung komme, Riesen
e müsse es seui. die zum Hini
mcl fazancn. Seit einigen Fabrzeim
len gibt es mehrere solcher Riesciitele
skope. Tie Ehre, an erster Stelle
genannt zu werden, gchülirt dem Nie
seitternrolir auf der Sternwarte im
herrlichen Treptower Part, dein Stolz
der Berliner. Am einem weiten grü
nen Rasenplatz wurde im Berliner
Anssiellnngsjabr IVttst diese Stern
warte errichtet. Dort ragte aui ei
nein eisernen Gestell, welches aui ei
nem vertiättmßmäßig kleine und
unscheinbaren Gebäude errichtet war.
das größte Fernrohr der alten Welt
in die Lust, in einer Länge von 21
Metern. Das unscheinbare Gebäude
ist jeßt verschwunden, an seiner Stelle
ist ein moderner Prachtbau getreten,
der am 17. Mai lll>>V feierlichst ein
geweiht ivnrde. Fehl schwebt das
Riesensernrobr nicht niebr in der
Lust, sondern rnlit in seiger majestä
tischen Größe ans dem Dache des ele
ganten Hani'es. Das längste Fern
robr der ganzen Welt ist der Treptow
riefe auch beute noch, aber nicht das
größte, was das Objektiv anbelangt.
'Von der Größe und Reinheit des
Objettios hängt die Leisinngsiabig
keit und der finanzielle Werth des
Fernrohrs ob. Das Teleskop inTrep
low bal eine Vierlelmillio Mari >w
kostet. Um diesen enormen Preis für
ein Fernrohr zu begreisen, erzäblt
man am bellen die Geschichte der Fer
tes Slernwarte am Lake Geneva bei
j Eliicago.
' Nur ist Ainerita. dem Lande der'
inibrgrenzien Möglichteiten gibt es
Fernrohre, deren. Objektive dasjenige
von Treptow überweisen. Der Durch
inesser der Treptower Obietliv Lin !
sen beträgt 71 Eentimeler, derjenige,
des Fertes Objettivs l Meter 2
Eentiineter, die Länge des Rohres V>
Meter, also ein Meter iveniger als
bei'm Treplowriesen. Die Lnrus
nernivarte am Lake Geneva wurde
am 2>. Oktober IVtt7 von ibrein Stü
ter. dem Eisenbabiitönig Fertes ibrer
'Bestimmung übergeben. Dieses groß
j artige Observatorium verschlang die
Summe von tt Millionen Marl. Die
Linsen des Objektivs kosteten über ei
nebalbe Million Marl also niebr.
ivie die ganze Treptower Sternwarte.
Die beiden Glasblö.le. aus denen
die beiden Ferle Objettiv Linsen
gewonnen werden sollten, wurden in
zwei großen Oeien zum Schmelzen
gebracht, Iva.- etwa !< Stunden dau
erte. Als man dann die beransge
nommenen Proben blasenrein land,
vermauerte man die Oese ganz dicht,
! damit keine Luit in die geschmolzene
Glasmasse dringen tennle. Nach vol
len sechs Wochen wurden die beiden
Oese eingerissen und die einzelnen
Glasblöcke nistersncht. Man brauchte
einen stronglasbloet von etwa 5 Eent
er und einen Ftinlglasblock von V
Eentner, aber man fand sie nicht. Die
beiden Masse waren bei'm Erlalten!
j in zu kleine Stücke zersvrnnge. die
- ganze, mühselige Arbeit mar umsonst I
gewesen und mußte iviederbolt wer l
l de. Neber acht Fabre soll es j
! ert liaben. bis Monloi' in Paris, der
die Ferchs Lin'en goß. die passenden
fand. Das ganze Fern
rabr am Lake Geneva soll drei Millio
neu gekostet baben.
Das zweitgrößte, aber berühmteste
Fernrohr Amerika's, ist das der Lick
! siernmarle ant dem Moni Hamilton
!in Ealüornie. die der Großinh
strielle Lick ans San Franzisko er
- bauen ließ. 'An dieser Sternwarte
! wirkte der berühmte und verdienst
I volle Astronom steeler. dem die Wis
! >'eschast sebr viel verdankt, namenl
I lick, ant dem Geviete der Hii'imel.-
Photographie. Leider starb der ge
male Direttor viel zu früb.
Die Licksteiinvarle ist überhaupt ein !
Mniter Fnslittit und liat durch die
! Vorzüglichchit seiner .Fnstritinenle n.
durch seine überaus günstige Lage
- sebr Hervorragendes au! dem >Nstete
i!>er Himmelssorschnng geleistet. Das Riesenieriirobr
Riesenieriirobr wurde im Fabre ÜA'G
! seiner Vestiminnng übergeben, es ist l!>
l!> Meter lang und sein Objelliv bat
j einen Dnrcknnesi'er von ll Eeniüiie
I lern. Tie betannle Firma Feil in
! Paris bal es gegessen, und es soll l
Fabre gedauert liaben. vis es iertig
war. Fn der ersten Feit der Herste!
Inng der Riesenseri'.robre glaubte
man. den Himmel stürmen zu lon
ne. man bosste mit großer Fnoer
sich!, das, es mit einem Riesen Fnüru
menl möglich sein werde, die Pilan
zen und Thierwelt des Viondes zu
erforschen. Seit der Pariser Welt
ansstellnng des Fabres >!>()<> bat man
aber diese HoNluing zu Grabe gelra '
ge. da inan einjeben mußte, das; es
die Größe des Objektivs allein nicht
machte, daß auch den/>iieseitternro!'ren
eine Grenze gezogen sei. welche nicht'
überschritte werden taun. Für die!
Wettansslelliing ballen nämlich die
Gebrüder Henrn nier großen Hot'
niiiigeii ein Rieseserrobr erbauen
tasten, das ein Dovvelsernrobr dar
stellte mit zwei Odjetlive von je 125
Aeiitnneter Durchmesser, also einer
Weite, die nie zuvor erstell worden
war. Das eine Objektiv diente pbo
tagrapbischen .'welken. 'Vor den bei
den Objektive siebt ein Riesenspiegel
von 2 Metern Durchmesser. Er wiegt
mit seiner Eiittannng über sechstan
send ststogramm und ivnrde ans ei
nein Glasblock von 2tt.>>?>() >tgr. Ge
ivicht get'oiiiien. Das ganze Fern
rolir kostete andertlialbMillionei! Ml .
bal aber bis jetzt für die Wissenschaft
gar keine Ansbente gebrackn und kann
nur als ein theures Ejesenspielzeng
betrachtet werden. Die Größe des
Objektivs bat die an! es gestellte Hoff
nuilg vollkommen enttäuscht.-Ter Rie
senspiegel vor den beiden Objektive
! leitet das Licill der Sterne in das Ho-
Der Deutsche Evrrcspvudeilt. Baltimore, Md, Sonntag de 21. Marz l!l2
rizontalrohr. SpiegeUernrobre gab
es sckion vor den dioptrischen. zu denen
die lner angetübrte.i Riesenleleskove
gebören. Man unterscheidet nämlich
j diovlrische. alich Re'ralloren genannt.
' und latopttiick'e Fernrohre, auch Re
, steileren oder Spiegelteleskope ge
nannt. Vei de Spiegelsernrohrrn ül
das Objektiv durch einen Holllspiegei
ersetz!. Sie waren schon vor den Re
stetckoren in lstebranch und tarnen seit
der Ernndnng der achromatischen
Linse sebr in's Htiilerkressen. Fehl
teinmen sie wieder zu Ehren, weit sie
bei der Himmels - Pbologravbie vor
zügliche Dienste leiste, sie sind obne
Frage die pbolograpbischeii Fernrohre
der ;intimst. Ein schönes Ereinvtnr
von pbotograplnschein Doppeisernrobr
besinde? sick, im asirovblisttalischeiiOb
servalorinm an? dem Telegraphen
berg bei Potsdam. Der 'Vorzug der
Spiegellelestove beruht namentlich in
der größeren erreichbaren Lichtstärke,
indem es leichler ist. Spiegel von be
deutendem Durchmesser als Linsen
von entstil'echender Größe zu errei
che. Früher bennßte man Hoblspie
gel ans Spiegelinetall, einer Legie
rung von stupser und Finn. Heute
Wendel man mil größerem Erfolg ver
silberte Glasspiegel an, welche sich in
großer 'Volltonnnenbeil herstellen las
sen und niebr Licht restettiren als Me
tallsvü'gel.
Die stostril rinrc .^utiinstskrirgrs.
Pon E. M v r a b 1. Major a. D.
Dir drohenden Schrecken eines
dentt'ch 'ranzöüjch englischen strieges
sind wobl vorüber gezogen, aber nickst
alle Wol teil sind verschwunden. Noch
sind sie sichtbar am fernen Horizont,
und was die Aiitlintt uns bringt, ist
schicksalsdniikel. Die beihtil igten
Machte stoben ihre Vilanzen ans den
Ereignisse, die bis vor die Pforten
des Weltkrieges führten. Aber nickst
nur mit Heere und Flotten rechnet
man. sondern bedenkt billigerweise
auch den gewaltigen Einsaß für das
blutigste Spiel des gewaltigsten strie
ges der Fntnnit.
Was sind striegstoslen und wie las
sen sich solche im Porans berechnen?
Vier E>rnppen bestehen innerhalb
einer striegstostenrechnnng. Die erste
umfaßt die stoslen der.striegsübrnng
! überhaupt und seht sich zusammen
> ans den Anstveiidniigen für Mobil
. machnng. Ansrü'lnng und Transporl
l der Heere. Pserdebeschattnilg, IN'bäl
! ter. Löhnungen und Verpflegung.
Dazu tominen die Ausgaben iür Ab
iiiißniig von Waffen und (Gebrauch
von Munition: endlich für Verpste
giiiig, Transport und Unterbringung
von striegsgesangenen.
Fn Deutschland's striegstoüensor
dernng ld!7I waren dieser ttwnppe
reiner .striegskosle 125> Millionen
Francs zu Eirunde gelegt, stünstig
würde auch die stoste der stüslen
vertbeidignng unter dieses stapitel
saUen.
Die ziveile ttirnppe der striegstoslen
be'aßi sich nii! den nnniiilelbaren Ver
lnsten ans 'Anlas, des strieges. Dazu
rechnen: Verlust an Arbeitskraft der
im Felde siebenden Männer, deren
I Verdienst verloren ging, der Verlust
durch Todle. Eianzinvalide und Eie
iangene. die Pensionen an Fnvalide
und Hinterl l iebene. Entschädigungen
an Städte und Orte, die vom striege
direlt berühr werden, an Landes
ibeile. in denen Okkupationen statt
fanden. Fn eben erwähnter striegs
iostenrechmin, nmsaßte diese Eirnvpe
eine Summe von l'cksttt Millionen
Franrs.
Weit größer och ist der Vetrag,
den die dritte lstrupve auszmveisen
pflegt. Er enibält die mittelbaren
'Verluste ant dem Gebiete des öffent
lichen Verkehrswesens (Eisenbahnen,
Straßen nsw.i, und berechnet die Eist
wertbilng des Nalionalcigenll'iims
und Vermögens. Die Posten der
dritten Gruppe betrugen IV7I 225tt
'Millionen Francs.
Als leßte Gruppe der striegstoslen
gelten solche, welche zurückeroberten
Gebieten, die neu gini Landescompler
binznlrelen. zu gewähren sind. So
erbiet! Elsaß-Lothringen Ltttt Mitlio
! neu striegsentichädignng.
j Ans dü'ser nur snminarisch liier zu
behandelnden 'Ansslellnng ergiebt sich
schon, wie sehr die Höbe der striegs
toste von den Möglichkeiten der
striegsereignisse abhängig isl. Sie
lassen sich daber mir in gröbsten Um
risse annähernd ermitteln, zeigen
aber selbst dabei ganz nngelienre
Summen, die den Ernst des Entschluß
ses einer Mobilmachung in's reckste
Licht rücken. Veschränie wir uns
! nun lediglich ans den Geldbedarf für
l Mann und Tag. als die zunächst eil
lein faßbaren Faktoren, und übertra
> gen ibil ans eine gewisse Heercsslärkc,
Wir stüben uns dabei ans die that
! sächlichen Unterlagen, die uns der
strieg !V7tt/7! giebt.
'Autoritative Verechnung (nach Dr.
v. Renantd) kommt bei einer.striegs
daner von 215 Tagen upd einer
Durchschnittsstärke der mobilen und
immobilen Truppen an einen stoslen
betrag von st Mart für Man und
Tag lMarine nicht mit einbegriffen;.
Was die vermuthliche striegsdaner
in Ankunft anlangt, so widerlegen die
leisten striege der Neuzeit die Annab
nie. daß die striege iil'vlge der aufge
boiencn Massen nd der gesteigerten
Wirkung der Waffen von geringerer
Dauer sein werden. Man darf die
striegstoslen eines .lntuiistskrieges
obne Uebertreibung ant ein Fabr be
rechnen.
Tie Tiirchschnitp.slärte wird eher
. über als unter drei Millionen Mann
sieb ballen. Legen nur drei Millionen
zu ('Wunde, so ergeben sich bei 1 M.
stir Mann und Tag stir ein Fabr von
3i!5 Tagen >ch>7tt Millionen Marl
stoslen der striegsübrnng überbauest.
Für den Seekrieg beziv. den Trans
! Port über See taun dabei iür Frank
j reich. England und Teutschland je ein
j Anschlag bis zum d wellen Vetrage
in Rechnung gestellt werden, so daß
die reine stoslen der striegsübrnng
für ,Frankreich und Teutschland mit
se drei Millionen Slrestern sich zu
l Lande ans je irnnd Millionen
Marl, zu Lande und zu Wasser aui
etwa je IT.tttttt Millionen Marl be
lausen würden. En,land mit einer
An.laiid.-armee von U.st.tttttt Mann
tvürde billiger, etwa inst lttditt Mil
lionen Marl, davon!oinnien.
Einigen Anbalt und hergleichsma
teria! geben uns die neueren striege >
England's üsdasritamscher strieg!
dauerte !N>2 Tage und erforderte
reine striegstoslen lst>>7 Miktionen
Mark. Fm landschnrischen striege
Daner 731) Tage enlslandeii reine
.striegstosieu für Rußland 3U27 Mit
> lionen Mark, für Favan Mit
lionen Mark, steiner dieser striege
stellte aber auch nur annähernd die
Slreiterzabl in's Feld ivie ein rentral
europäischer .strieg, der sich um die
Existenz der Staaten als Weltmächte
bandeln wird.
Wir müsse es im versagen, die
stoüen. die durch nmnitletbare und
mittelbare Verluste entstehen tonnen,
auch nur schätzungsweise darzustellen.
Es sprechen hier Daten mit, wie Sieg
und Niederlagen. Feld und Fesinngs
krieg, Lage der striegsschanplälze und
der Angrstss und Vertbeidigungs
fronten, Vlockade, Seeschlachten und
Expeditionen, so daß jede genane Ve
rechnnng an dew Viestältigtest der
Möglichkeiten scheitern niilß. Aber
soviel wird jedem darüber Nachdem
kendeii schon jetzt, klor werden, daß
eine furchtbare Schädigung alles na
tionalen und private Veülzes die nn
anslsteiblickze Folge iedes strieges. .
auch des siegreichen, sei würde. Und !
legen Ivir selbst einem geschlagenen j
Feinde nickst 5, sondern 2" MstUar
den aks striegsentsckiüdignng ai, so
tvürde eine derartige (Nstdlbenernng
eintreten, daß die deutsche Fndnslrie.
die mit l 5 Prozent Leihkapital arbei
tet. von Perdienst lanm mehr reden
tonnte. Ans dieser einfache Ueber
legnng ergiebt sich, ivie thöricht und
zugleich bosbait die Vebamstnug der
„Tastn Mail" war Deutschland wolle
sich mittels eines .strieges inst Frank
reich und England einen Permögens
vortbeil dadurch schatten, daß es als
Sieger den Besiegle 2>> Milliarden
Marl striegseiilschädjgung anizule
gen beabsichtige.
F ähnlichen Resultaten, ivie nn
sere Verechnililg ergab, kommt, was
schließlich erwähnt werde soll, ein,
französischer Anlor. Nur unter !
nimmt er es, die lstesaninittriegstosien
zu ermitteln. Er veranschlagt sie niil ,
Ist Franken pro Tag und stops und
temiiit bei einem Heeresstaud von 3
Millionen stöpselt iür Frautreich as
Miltioneu striegstosieu täglich.
Ein achtmonatiger strieg würde, so
laltutirl er, Milliarden veb
schlingen. Vei uns seht er 5 Millio
nen Seldale voraus (das ist zu hoch
gegrisien! und läßt uns daber täg
lich >!U Millionen Mark gel'rauchcu.
iür bi Monale also I I' Milliarden.
> Die striegst'oüen eines allgemeinen
europäischen stnezes. a dem Deutsch
land, Frankreich England, Rußland
und Oestreich Ungarn belheiligt sind,
berechnet Delavizne ans rund iln
Milliarden streuen bei achtmonatiger
Dauer.
Rrichstiigswihr.
lN'wiß. auch im Reichslage werden
Wiste gemacht nicht alle Tage.
Aber wenn m.m üch die Mübe nickst
verdrießen lässt und in den Verband
limgs Pretelellen blätleeist.-da stndet
man manches lnsiige Wert, das beste
rcn Vestall geweckt hat.
An'und iür 'ich sind Witzbolde st'l
tri, unter den Parlamentariern, von
weginen Ansnabmen abgesehen. Fe
deck, gelegentlich ein gutes Wort ge
lingt vielen Voltsboten.
Da sind z. V. die Herren Reichs
kanzler. Für,', Vismarck nannte ei
neu scharien packenden Witz sein ei
gen. mit dein er est die Situation be>
meisterte. So tagte er z. V.: „Lasten
Sie ns 'mal Alle sterben, dann sei
len' Sie seben. wie Deutschland in
! Fter kommen wird!" oder „Fch wäre
lin der grössten Verlegenheit, wenn
, ich beispielsweise in stöln nüire. mit
s welchem EZcstckst ich an meiner Siatne
vorbeigeben sollte. Es stört mich in
Promenaden Verhältnissen wenn ich
gewisserinasten soisil nebeit mir daste
be." Ein andermal trumpfte er st'i
ine Eiegner solgenderinasten ab: ..Fck>
! ivirte geiinstermasteil wie das ro!b'
i Tuch ich will den Vergleich nickst
. sortsetlen!"
Ferner änsterle er bei einer anderen
. „Das; durch einzelne ber
: vorragende Mitglieder de Reichstags
s der Reichskanzler abgekanzelt worden
! ist. kann ick' wohl sagen."
Der Nachfolger Vismarck's. Esta'
j v. Eaprivi, ;var iveniger gut beichla
gen. Er seufzte ciiiiual: „Das
! Zchlimmsle. was uns pasjireii köiust
wäre, iveiui Einer uns ganz Anstlt
scheuite."
Der Reichskanzler Fürst .Hobeutob
und -Hr. v. Vothmami voiliveg baben
keine Wive gemack't.
Fürst Vülow aber sprach das groi.e
Worl: „Die glauben gar nicht, wie
, man seine Ansicht ändert, sobald man
Minister wird. Den Zozialdeniotra
j len aber bielt er vor: „Fbr ;',ntilli't:
l Ztaat tomint niemals ans dem Fnl
teral berans!"
Auch an eine Ausspruch des srü
bereu .Kriegsministers v. Eineni >"i
erinnert: „Das iväre eine ichöne Di:
ziplin. Ivo Feder, der ein nange
nebnies lN'sjgch an seinem .störper
bat. sich krabbeln tönnle".
Nun zu den Reichsboleii selbst. Da
sagte der scharfe Eentrumssübrer
Windlborst: „Fch ivünsche. dast jeder
junge Mann nach bestandenem Era
inen eine ganze Reibe von Dingen
vergißt, dieser im Eraineii bat wiven
müssen, damit er ein tiein bischen ge
stinden Menschenverstand wiederbe
kommt". - lind spöttisch erklärte er
einem letegner: „Wenn der geebrle
Herr das von mir gelernt bat, so ist
es darum nicht an sich gnt!"
Der liberale Poliliter Dr. Vain
berger böbnte: „Fa Deutschland ist
man. ebe man Errellenz geworden
ist, stberbanpt kein Staatsmann
voit da an isl nian's aber unbedingt".
Der sreisinnige Dr. Mener ertlärle
einst: „Fch bin nun einmal 10 schivach
organisirl. das; ich lieber zebnZchmet
cheleien als eine einzige <>lrobbei:
bore", lind ein andermal: „Wir
sind gegenwärtig in der drillen Le
sung. Entrinnt auch dieie traiilos
unseren Händen, wir baben keine
vierte z versenden."
Enge Richter, der berbe (N'guer
Vismarck's, grollte: „Das Paterland
kann rul,ig seilt. Preußen wird im!
Zchnldemiiachen binler den iibrigen
! Ztaaten nickst zurückbleiben", ilwv
i äbnlich: „Heilte betrachtet man e.-'
schon als oinon Mangel am Ansla
des Deutschen Reichs, wenn irgendwo
in der Welt eine Ztener beklebt, die
mir noch nickst baben".
Fiwersickstlich ries der Liberale La.-
ter: „Wie ich. baben gewiß Alle die
Ueberzeugung, die deiiiscbe Nation ist
mit gosetZgeberischen Febler.i sür's
Erste nicht zu todten".
Der Reichsparteiler Freiberr von
Zlnnii propbezeite den Zozialde
motralen: „Fbr Fiitiinstssraat ist
nichts als ein großes ,!chtbas, per
bunden niil einem allgemeinen sta
ninchenslatl".
Dein Frattion:genösse Herr von
stardorn aber seriigte in einer Wäb
rnngs Tebalie einen Gegner ab:
„Was er mir vargewvrien bat. ick,
liälte zuerst Eststd gesprochen, dann
Zilber und dann Nickel das ist
Vlecb!"
Der Dozialdeuwtrat Wilbeim Lieb
tneckst klagte eines Tages: „Ein tast!
tragisches (beschick, tragisch, wenn es!
nickst so traurig tväre".
Der Eoinervative Freiberr rr Mai, z
tenssel coitstalirtc: „Daß langwierige
Reden die Todesgual verlängern, das
sielst nach iiteiner Ansicht sesl". Und
der Eonservative v. Dldenvnrg Fanu
scban grollte: „Wenn ein Lieutenant
an einer Ecke bnstet. bat er die Pc
sanzzstß. daß es- im Reichstag zur
Zmache toimitt". Ha! der Freisiu
ige Prof. Pirckoiv an de Eougo ge
dacht, als er l ries: „Wo mir ein
Land ist.das klimatisch unbrauchbar
und mit Malaria bebastel isl. da
greisen wir zu?"
! Von dem Forlschrittler Dr. Müller
Meiningen ist solgcnder. deir srübere
preußische stnllusminislcrn getvid
metcr Zpruch:
Db Zlndt. ob Holle.
Zchwarz ist der stops
Vis in die Wolle!
Derselbe Abgeordnete sagte auch:
„Ein Eollege ist ein Mensch, vor dem
! man sich hüten muß!"
Albert Träger warf einem schleckst
besuchte Reichstag vor. daß er das
Aeußere einer nickst einmal start be
üicksteu (N'ueralversammlimg von
Einsiedlern habe.
Der Eonservative v. Vuern aber
- klagte, „daß die Dstiziere die Mode
l der Eivil Fugend nachmachen und
zwischen Nase und Mund, wo sonst
i der Schmuck' des Mannes gewachsen
- ist, der Varl, ein gewisses Etwas lra
i gen, von dem man nicht weiß: ist es
l der Vart oder Sine gebrauchte Zahn
? bürste!" "
Mail sielst aus diesen wenigen Pro
i be. daß der Reichstag auch schon
! manche tieiteron 'Augenblicke geliabt
hat. („Neue Verlinee 'Vlätter.") -
Wie seilen die 'Marsbewohner aus?
'Mit den Marsbewoliiirrn ttl es so
ähnlich. ivie iiiil Monier, von dein man
nach einein bekannten Professoren
werte nictil sicher weis;, od er wirtlich
gelebt bot. dagegen sicher, daß er
blind war: niau weis; nicht, ob ne vor
banden sind, ivobl aber, wie sie ans
sollen. Die .Ueniitnis; ilires Ans
seliens ist atlerdiiias ans wenige Ans
erlesene beschräntl. und ;n diesen ge
bort auch der Pariser „Malin", der
sich dieser Tage den Dcherz geleistet
! bat. aus seiner erste Deite das Pild
! nist eines A.'arsbewoluiers ;u drin
gen. Dieser Aiarsdewolnier. eine
i schanderlia'te Ä'istgesialt, isl auistvis
senschanlicher Grundlage ..entwor
sen". >tein dteringerer. als (sdinond
Perrier. der Leiter des Aalnrivissen
jchastlichen tNuseuuis. ist es. der de.
~P>atin" den Cntwurs geliesert bat.
vergangenen .Xabre svrach Per
rier bei einem .Teste niil d'aniille
Flannnariou und ivnrde durch den
Astronomen angeregt, die Marsbe
laobner näber ..in's geislige Auge ;u
sast'en". Ade seben die A.'arsbeivob
ner nun eigelltlich ans t A.istgestal
let. das wissen ivir schon vom Pilde
des ..Platin" ber. Perrier weist aber
noch viel niebr von iblien. Aui dein
A.'ars ü! der Lustdrinl viel geringer,
als aus der Erde. Das bal zur Fol
ge, das; die Marsbeivolmer belles
sdaar baben. >veil das Sonnenlicht
ant dem Mars viel schwacher isl. als
aus der Erde. Wegen der geringen
Dchlvertrail braucht ibre Muskulatur
nicht start entwickelt ;u sein, so baben
sie schlanke, dünne (Mjedinasten.
Alles in Allem, meint Perrier. die
Marsbewobner näberten sich dem bell
baarige. blauäugigen skandinavi
scheu Tubus; nur sind sie nicht ganz
so schön. Es ist wirtlich schade, das;
Perrier und der ..Matin" sich ibr
prächtiges Pildnis; der Marsbewob
ner nicht bis zum I. April ausgeboben
baben!
Nowlaud's türkische Piidcr.
Todesfälle.
George Nuthrr.
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