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Der Deutsche correspondent. [volume] (Baltimore, Md.) 1841-1918, January 03, 1915, Image 13

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„Wir Barbaren."
Deutschland „nd seine Stellung zur
übrigen Welt.
Hr>,ar> Haue,man imm de Kamps ge
gc die L'üge aus.
> In einem Aufsatz unter dem Titel
Wir Barbaren" bricht Gerhart Haupt
mann eine Lanze für den guten Ruf
deutscher Kultur und nimmt den
Kampf auf gegen die lügnerischen
Feinde des Vaterlandes. Er sagt da
rin:
Wir sind ein eminent friedliches
Volk. Der oberflächliche Feuilletonist
Mrgson in Paris mag uns immerhin
Barbaren nennen, der große Dichter
und verblendete Gallomanne Maeter
linck uns mit ähnlichen hübschen Titeln
liegen, nachdem er uns früher „das
Europas" genannt hat. Die
-Elt weiß, daß wir ein altes Kultur
volk sind.
Die Idee des Weltbürgertums hat
""6ends tiefere Wurzeln geschlagen
c , Man betrachte unsere
ueversetzungsliteratur und nenne mir
Volk, das sich ebenso wie wir
muht, dem Geiste und der Eigenart
nderer Völker gerecht zu werden, ihre
eingehend zu verstehen,
uch Maeterlinck hat bei uns seinen
-suhm und sein Gold gewonnen. Für
Salonphilosophaster wk Berg-
Erdings im Lande Kants und
Schopenhauers kein Platz,
s spreche es ans: wir haben und
pnen Haß gegen Frankreich:
w>r haben einen Kultus mit der bil
ocnden Kunst, Skulptur und Malerei,
und mit der Literatur dieses Landes
getrieben. Die Wertschätzung Rodins
wurde von Deutschland aus in die
Ege geleitet, wir verehren Anatolr
vrance. Maupassant, Flaubert, Bal
wirken bei uns wie deutsche
Schriftsteller. Wir haben tiefe Zu
dem Volkstum Südfrank
..leidenschaftliche Verehrer Mi
c--uE. man kleinen deutschen
labten, in Gäßchen und Mansarden.
-5,°, schmerzlich zu bedauern, daß
und Frankreich politisch
sucht Freunde sein konnten. Sie hät-
sein müssen, weil sie Verwalter
2 kontinentalen Geistesgutes, weil
große durchkultivierte euro-
Mchk K-rnvölker sind. Das Schick-
es anders.
t-Ä^MM^undssebzig
s-n. deutschen Stämme die deut
ln. und das Deutsche Reich,
unl-n Errungenschaften ward
E-n'" ?°'ke eine mehr als vierzig-
-Übliche Epoche beschieden.
des Keimens, des Wachsens,
des Blühcns. des
ohnegleichen. Aus einer
vm, znhlreichcr werdenden Be-
immer zahlrei
tr7k. -övdiviouen. Individuelle Lat
ten Vx allgemeine Spannkraft führ
. Leistungen unserer
. se, unseres Handels, unseres
Ich glaube nicht, daß ein
oder englischer, französischer
.Fallen,scher Reisender sich in
o„k Städten, in deutschen Hotels,
Schiffen, in deutschen
Barni m' deutschen Theatern, in
in de..? !' deutschen Bibliotheken,
ren aK.7-Mus-°n wie unter Barba-
lWir besuchten andere
di- offen" TUr°"E"
bedÄ,'?.' geographische Lage.
zivano!?° Machte in Ost und West,
fangen uns. für die Sicherheit unse
sere Ys sorgen. So war un-
Fn vi unsere Flotte ausaesialtet.
deutÄ'r lvurde der Strom
Tüchtigkeit und Er
teil s°si einem erheblichen
Daß dies not
a>s besser.
Kais--- gewußt haben. Aber
der Zweite, oberster
haftwer Ruches, hat aus wahr
den pele den Frieden geliebt und
Arme? gehalten. Unsere exakte
dienen Ä>- einzig der Verteidigung
ariss-,.' drohenden An-
geästet sein. Ich
deutsche,, 4- deulsche Volk, die
ser an der Spitze Kai.
deren" Jlve-t-, haben keinen
Heer und PP" gehabt, als durch
Reiches -1 den Bienenstock des
Friede' reiche Wirken des
gebe iP Ohne Anmaßung
Ausdruck Ueberzeugung
sage: es ist ein lei
gedlnke dA „K'bal-cner Lieblings-
Elsers gewejen, einst die
als do,-P Elwche seiner Negierung
E- I,
wenn a'cht unsere Schuld,
l D, g-tommen ist.
!uns den wir führe und der
ist -in Verteidi
>der ,niib,-'r^bestreiten wollte.
brüder Unsere Bluts
sür beide !>- Oesterreich bedeutet
Mi- man " die Selbsterhaltung.
igezwungen ha "7 '^"d
um Einsicht ch mag >eder, dem es
!iull ist 4,' um Verblendung zu
Zwischen dem Depeschenwechsel
scheu d"n, L und Zar. sowie zwi-
England ent -I"
l Wer abe > .
diesen Krieg angezet
sAw -Entflogen ist ein
d-n Papagei, aus
d-'Awii,ge>- '!!urmd. Dem Wie
n> ei ,>n„derlohn ne
ielt? Wer bal sogar den Mongolen
crpfiffen. diesen Japanern, daß sie
Europa hintertückisch und feige in die
Ferse beißen? Jedenfalls doch unsere
Feinde,'die, umgeben von Kosaken
schwärmen, für die europäische Kullur
zu kämpfen vorgeben. Nur mit
Schmerz und Bitterkeit spreche ich das
Wort England aus. Ich gehöre zu
denjenigen Barbaren, denen die eng
lische Universität Oxford ihren Dok
torgrad honoris causa verlieh. Ich
habe Freunde in England, die mit
einem Fuße auf dem geistigen Boden
Deutschlands stehen. Haldane, ehe
mals englischer Kriegsminister, und
mit ihm zahlreiche Engländer traten
regelmäßige Wallfahrten nach dem
kleinen, barbarischen Weimar an, wo
die Barbaren Goethe, Schiller, Herder,
Wieland und andere für die Humani
tät einer Welt gewirkt haben. Wir ha
ben einen deutschen Dichter, dessen
Dramen wie keines anderen deutschen
Dichters Nalionalgut geworden sind:
er heißt Shakespeare. Dieser Shake
speare ist aber zugleich Englands Dich
terfürst. Die Mutter unseres Kaisers
ist eine Engländerin, die Gattin des
englischen Königs eine Deutsche. Und
doch hat diese stamm- und wahlver
wandte Nation uns die Kriegserklä
rung ins Haus geschickt. Warum?
Der Himmel mag es wissen. Soviel
ist gewiß, daß das nun eröffnete, blut
triefende Weltkonzert in einem engli
schen Staatsmann seinen Impresario
und Dirigenten hat. Allerdings ist
die Frage, ob das Finale dieser furcht
baren Musik noch den gleichen Dirigen
ten am Pult sehen wird.
Wenn der Himmel es will, daß wir
aus dieser ungeheuren Prüfung erneut
hervorgehen, so werden wir die heilige
Aufgabe zu lösen haben, unserer Wie
dergeburt würdig zu sein. Durch den
vollständigen Sieg deutscher Waffen
wäre die Selbständigkeit Europas si
chergestellt. Es würde darauf ankom
men, den Völkerfamilien des Konti
nents begreiflich zu machen, daß dieser
gewaltige Weltkrieg der letzte unter
ihnen bleiben muß. Sie müssen end
lich einsehen, daß ihre blutigen Duelle
nur demjenigen schmählichen Vorteil
einbringen, der, ohne mitzukämpfen, sie
anstiftet. Dann müssen sie einer ge
meinsamen, ticfkulturellcn Friedensar
bctt obliegen, die Mißverständnisse un
möglich macht. Es war in dieser Be
ziehung vor dem Kriege schon viel ge
schehen. Im friedlichen Wettstreit
fanden sich die Nationen und sollten
sich noch zuletzt i den Olympischen
Spielen zu Berlin finden. Ich erin
nere an die Wettflüge, Wettfahrten,
Wettrennen, an die internationale
Wirksamkeit von Kunst und Wissen
schaft und die große übernationale
Preissttftupg. Das Barbarenland
Deutschland ist, wie man weiß, den
übrigen. Böllern mit großartigen Ein
richtungen sozialer Fürsorge vorancse
gangen. Ein Sieg müßte uns ver
pflichten, ans diesem Weg? durchgrei
fend weiterzugehen und die Segnungen
solcher Fürsorge allgemein z verbrei
ten. Unser Sieg würde fernerhin dem
germanischen Bölkerkreise seine Fori
existenz garantieren.
Ich höre, daß man im Ausland cinc
Unmenge lügnerischer Märchen aus
Kosten unserer Ehre, unserer Kultur
und unserer Kraft zimmert. Nun.
diejenigen, die da Märchen fabulieren,
mögen bedenken, daß die gewaltige
Stunde dem Märchenerzähler nicht
günstig ist. An drei Grenzen steht un
sere Blntzcrigenschaft. Ich selbst habe
zwei meiner Söhne hinausgeschickt.
Alle diese furchtlosen deutschen .Krie
ger wissen genau, für was sie ins Feld
gezogen sind. Man wird leinen Anal
phabeten darunter finden. Aber desto
mehr solche, die neben dem Gewehr in
der Faust ihren Goetheschen Faust,
ihren Zarathustra, ein Schopenhaucr
sches Werk, die Bibel oder Homer im
Tornister haben. Und auch die, die
kein Buch im Tornister haben, wissen,
daß sie für einen Herd kämpfen, an
dem jeder Gastfreund sicher ist. Auch
jetzt hat man bei uns keinem Franzo
sen, Engländer oder Russen ein Haar
gekrümmt oder gar, wie im Lande des
empfindsamen Herrn Maeterlinck, an
wehrlosen Opfern, einfachen, einsässi
gen, deutschen Bürgern und Bürger
frauen grausamsten, fluchwürdigen,
nichtsnutzigen, bestialischen Meuchel
mord geübt. Ich gebe auch Herrn
Maeterlinck speziell die Versicherung,
daß niemand in Deutschland daran
denkt, sich von solchen Handlungen
kiner Kulturnation etwa zur Nachah
mung reizen zu lassen. Wir wollen
und werden lieber weiter deutsche Bar
baren sei, denen die vertrauensvoll
unsere Gastfreundschaft genießenden
Frauen, und -Kinder unserer Gegner
heilig sind. Ich kann ihm versichern,
daß wir, bei aller Achtung vor einer
„höheren Gesittung" der französisch-bel
gischen Zunge, ns dock niemals dazu
verstehest werdön, belgische Mädchtn.
Weiber unter qualvollen Martern hin
zuschlachten. Wie gesagt: an den
Grenzen steht unsere Blutzengenschaft:
der Sozialist neben dem Bourgeois,
der Bauer neben dem Gekehrten, der
Prinz neben dem Arbeiter, und alle
kämpfen für deutsche Freiheit, deutsches
Familienleben, sür deutsche Kunst,
deutsche Wissenschaft, deutschen Fort
schritt, sie kämvsen mit vollem, klarem
Bewußtsein für einen edlen und reichen
Nationalbesitz. für innere und auch
äußere Güter, die alle dein allgemeinen
Fortschritt und Aufstieg der Mensch
heit dienstbar sind.
dann gezahlt werddn. wenn der Pa
pagei bei ihm kein Schimpfwort ge
hört hat. Frau Geheimmth von
Mühsam."
Ter Teutsche Eorrrspondrnt, Pnlttmorc, Md., Sonntag, den 11. Januar 1915.
§.'< rZ.H4 4. - - j
- Für Hmis und r
Küche.
>i>
-Fi-
FllrPartc t t b ö d e n.
Parkettfußböben erhalten ein seht
schönes Aussehen, auch werden Fett
flecken von ihrer Oberfläche weichen,
wenn sie von Zeit zu Zeit mit einem
Ouart Benzin, in dem ein Viertel
pfund gelber Wachs ausgelöst wurde,
abgerieben werden.
Weiße Wolle reinigen.
Ein vorzügliches Mittel, weiß-wol
lenen Kleidern oder Mänteln ihre ur
sprüngliche Frische wiederzugeben, ist
taS Abreiben mit Mehl. Zn diesem.
Zweck ziehe man das Kleidungsstück '
über das Bügelbrett und reibe Strich i
für Strich mit einem leinenen, weißen
Lappen, doch muß dieser öfter erneuert!
werden. Schließlich schüttelt inan das!
Kleid tüchtig aus und bürstet mit einer
ganz reiner. Bürste nach. Der Erfolg
ist großartig.
Tintenflecken.
Tintenflecken auS Wollstoffen besei
tigt man auf folgende Weise: Man
saugt mit einem Bäuschchen Watte
oder mit sehr gutem Löschpapier die
eben erst auf den Stoff gelangte Tinte
rein aus. Darauf tröpfelt man ein
wenig süße Milch auf die betreffende
Stelle und saugt diese gleichfalls auf
dieselbe Weise rein auf. Dies Ver
fahren muß nacheinander so lange wie
derholt werden, bis die Milch nicht im
mindesten mehr eine dunkle, also tin
tinge Färbung aufweist. Schließlich
wird die Stelle mit einem reinen Sei?
fensud ausgewaschen und vermittels
eines Tuches trocken gerieben. Ist der
Fleck schon älter und eingetrocknet, so
muß die Milch länger darauf stehen
bleiben, und das Verfahren hat nöti
genfalls sogar mehrmals mit Unter
brechung von je einem Tag stattzufin
den. Auf diese Weise entfernt man
auch Tintenflecken anS Teppichen jeder
Art und jeden Gewebes.
KombinationS-Salat.
Zur Herstellung desselben bediene
man sich folgender Zutaten: Kalb
fleisch, hartgekochte Eier, Aepfel, Zwie
beln, Kartoffeln, grünen Pfeffer, Ra
dieschen, Gurke und wer es liebt auch
zwei bis drei Sardellen. Nachdem
alles in kleine Stücke geschnitten, neh
me man etwas Speck und brate ihn
aus. gieße denselben heiß über die Mi
schung, dann mit Essig, Salz und ein
klein wenig roten Pfeffer, nach Ge
schmack, gewürzt. Ein gutes Ausse
hen erzielt, wenn Noscnpaprikci beige
mischt wird. Serviere mit gekochter
Mahonncitse. Sehr ausgiebig für
einen kalten Abcndtisch.
Rindsfiket mit Madeira-
Sauce.
Nachdem das Filet gehäutet und
gespickt ist, legt man dasselbe in eine
Bratpfanne mit heißer Butter, fügt
eine mit Nelken gespickte Zwiebel,
gelbe Rübe, ein Stückchen Lorbeerblatt
dazu, bestreut cs mit Salz und läßt
es mit einem Glase Madeira, gut zu
gedeckt, im Ofen kurz anbraten, fügt
etwas kochendes Wasser hinzu und läßt
nun das Filet, mit einem Butterpa
pier bedeckt, unter öfterem Begießen
langsam gar dämpfen, dann spüle
man die Bratpfanne aus, befreit die
Sauce vom Fett und läßt dieselbe mit
etwas Weizenmehl und einem Glase
Madeira recht sämig einkochen.
Falscher Gansbraten.
Man kaust zwei frische Schweine
cippen (Spare Ribs), nicht gesalzen,
wäscht und trocknet dieselben, legt sie
auf einander und näht dreiviertel zu.
Dann füllt man in die Oeffnung ge
schnittene, geschälte süße Aepfel, näht
dann ganz zu. Salzt das Fleisch und
läßt cs im eisernen Kessel auf allen
Seiten braun werden. Rührt dann
an dje braune Sauce etwas Mehl und
Fleischbrühe und läßt es in dieser
Sauce eine bis einundeine halbe
Stunde langsam dünsten. Rotkraut
und Kartoffeln dazu serviert. Das
Fleisch, so zubereitet, schmeckt wie
Gansbraten. Reichlich für sechs Per
sonen. Dieses Gericht ist nicht nur
Original, sondern auch sehr schmack
haft und billig.
Clam Chowdcr.
Man nimmt sechs große geschalte
Kartoffeln, in vier Teile geschnitten,
eine Gclberübe und eine Knolle Sel
lerie, ebenfalls zerschnitten, eine zwci-
Ounrtkanne Toinatoes, einen halben
Eßlöffel Salz und einen Teelöffel
Pfeffer, und setzt an mit vier Ouart
Wasser, koche bis die Masse weich
und treibe durch ein Sieb. Dann
macht man eine braune Einbrenne mit
einem Eßlöffel Butter und Schmalz
und drei Eßlöffeln Mehl, löscht die
Einbrenne mit der Brlll-r ab, gibt
eine Kaffeetasse voll Catsup dazu und
kocht langsam eine halbe Stunde.
Dann fügt man etwa zwei Dutzend
Clams. zerhackt, mit deren Brühe da
zu. Man serviere recht heiß mit einem
Rädchen Zitrone, einem Rädchen hart
gekochten Ei und bestreue die Suppe
mit Petersilie.
Ti >em m a. -- „Werden Sie Ih- !
rer Frau zum Christfest auch etwas >
schenken?" Pantoffelheld: „Ich
weiss gar nicht, was ich tliiiu soll, j
Orden aus Blech.
Eine Erinnerung auö dem schönrn
Montrurgro.
Wi Serrtcher k Luori>>eA in
nie eiiliökt macht.
Nachdem nun über die eigenartige
Tüchtigkeit des Königs der Schwarzen
Berge verschiedene Geschichten veröf
fentlicht wurden, darf man vielleicht
eine Erinnerung zum besten geben, die
als verbürgt erscheint. Ein Exporteur,
der geschäftlich mit Montenegro ar
beitete, hatte hierbei GelegenlM, den
unvermeidlichen Danilo-Orden 2.
Klasse zu erwerben, der ihm in einer
nicht gerade glänzenden Ausführung
(Blech) überreicht wurde. Der Expor
- tcur sagte sich: „Wenn schon, denn
' schon" und ließ den Orden bei einer
t österreichischen Juwelicrfirma aus rei
i nem Golde Herstellen. Es machte sei
ner Erfindungsgabe nur Ehre, wenn
! festgestellt wird, daß er bei diesem An
lasse die Ausführung des Ordens ver
besserte, indem er ihn mit einigen Bril
lanten versah. Der Orden machte
denn auch bei Bällen und sonstigen An
lässen den richtigen Efselt. Es begab
sich sodann, daß der Exporteur auch
einmal geschäftlich in Cetinje zu tun
hatte, zu dessen wenigen SehenSwür
digtcitcn bekanntlich auch S. M. der
König, damals noch Fürst von Mon
tenegro, gehört. Auch unser Expor
teur bewarb sich um die übliche
Audienz, die ihm, wie jedem Europäer,
gewähr! wurde. Als Kenner der Hof
sitte verabsäumte er nicht, seinen Or
den anzulegen, als er vor dem Ver
leiher erschien. Während der Audienz
ließ Niiitn kein Auge von dem Knopf
loch, in dem der Orden prangte. Deni
Exporteur wurde die Sache ein wenig
unheimlich, denn er vermutete, daß der
Fürst sich vielleicht über die eigenmäch
tigen Veränderungen, die an dem Or
den vorgenommen worden waren, auf
halte. Er beeilte sich daher selbst, die
stumme Frage des Herrschers mit der
Bemerkung zu beantworten, er habe
sich erlaubt, den ihm gnädigst verliehe
nen Orden in reinem Golde herstellen
und durch einige Steine verschönern zu
lassen. Daß der gütige Herrscher je
doch nicht ungehalten war, bewies er
nunmehr durch eine edle Tat. Eigen
händig entnahm er den Danilo-Orden
2. Klasse dem Knopfloch seines Besu
chers und öffnete eine Schatulle, aus
der er einen anderen Orden hervorholte
und dem Exporteur an die Brust hef
tete. Es war der Danilo-Orden T.
Klasse aus Blech!" Dem Le
ser des Histörchens wird es jetzt klar
geworden sein, warum man nie davon
gehört hat, daß ein montenegrinischer
Orden, wie es mit englischen und rus
sischen geschah,' drm Auguste-Fonds
zum Einschmelzen überwiesen worden
ist-
Eine Rsisicnnimst.
Der Brief einer Frau an ihre in
Amerika lebende Schwester enthielt
folgende ergötzliche Mitteilung: Ans
der zwcinnddreißigstündigcn Fahrt
von Berlin nach Köln hielt vor eini
gen Tagen unser Zug längere Zeit an
einer kleinen Station des Westens,
deren Namen ich mir nicht gemerkt
habe. Ein Zug mit Kriegsgefangenen
fuhr plötzlich aus entgegengesetzter
Richtung ein und hielt uns gegenüber,
so daß sich für die vielen preußischen
Soldaten in unseren Abteilen und die
gefangenen Feinde Gelegenheit zu aus
giebiger gegenseitiger Betrachtung bot.
Bei der Betrachtung ließen cs aber die
Belgier nicht bewenden, sondern sie
streckten zur Andeutung ihrer Gefühle
den preußischen Füsilieren die Zunge
heraus. Bon allen Seiten wurde in
unseren Militärabteilen die stürmische
Bitte „Austreten zu dürfen" an die
begleitenden Offiziere gerichtet und
auch mit Schmunzeln gern gewährt.
Und dann gabs ein Schauspiel, bei
dessen Anblick uns innige Genugtuung
erfüllte. Derbe Fäuste rissen die Hel
den aus den Transportwagen auf den
Bahnsteig, zogen sie über die zu jedem
Fäustepaar gehörigen Knie und bear
beiteten die Verlängerung des Rückens
in derselben Art, nur noch etwäs kräf
tiger, wie man nach guter deutscher
Sitte ungezogene Jungen züchtigt.
Ein Arenket Ärndts.
Aus Karlsruhe wird berichtet: Auf
dem hiesigen Friedhof wurde ant
! Dinstag der im Karlsruher Kranten
hause seinen auf dem Felde der Ehre
erhaltenen Verletzungen erlegene Kom
mandant des 1. Bataillons des 2. Ba
dischen Grenadierrcgimcnts No. 1110
(Mannheim), Major Ernst Moritz von
Arndt, beerdigt. Zu der Traucrfeicr
hatten der Großherzog und die Groß
herzogin Luise Vertretungen entsandt;
ferner waren zahlreiche aktive und in
aktive Offiziere der Karlsruher, Hei
delberger und Mannheimer Garnison
zugegen. Eine kriegsstarke Reserve
kompagnie des Karlsruher Leibgrena
dierregiments hatte vor der Friedhofs
kapelle Aufstellung genommen. Nach
der kirchlichen Einsegnung wurde der
mit Blumen reich überdeckte Sarg un
ter Trommelwirbel zu Grabe getra
gen, wo drei Gewehrsalven dem Toten
den letzten militärischen Gruß entbo.
ten.
! Schont' ich ihr nichte, so knurrt sie,
! schenk' ich ihr etwas, so tragt sie, wo
her ich das Gold dazu genommen
habe!"
5

IV6 866 n Looking For You.
* A Catchy Number from tho Viennese Operetta
Lyr.cs by “THE DANCING DUCHESS”
R.H.BURNSIDE. MILTON LUSK.
Allegro moderate.
(HE) Ive searched a- round f- r ma- ny a day, I've
(SHE) I knew some day you’d ap - pre- ci- a:o mi, ut
Piano.\ / r " C^ J
I "1 r 'r r r * r P
, i
hur,l-ed and far, To find an t - deal Kiri to he my wife, here you
last my dream is out, Once a pvp-sy told me, Id be be - loved a
ip#!
are! Your nose,your hair seems dif-fer - cut, quite a diff-Vent face youve pot, I
doubt, A hand-some strang-cr 'hat must he you would come a-long some day, And
can't he-lieve it, am I dream-ing? is it true or not? (SHE) One vis-U to a
woo me, sue me for my hand aiid car- ry me a- way, Uf£) If I am dream*lug.
Copyright MCMXIV by HB. Harms £ Francis, Day & Hunter, tf.Y.
International Copyright Secured. All Rights Reserved.
Used by permission, Murray Music Co., N.Y. N l .’ 4-45
REFRAIN
beau-(y par - lor helps an aw-ful lot. , , , , .
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let me dream, mats all that I can say. ' 4
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lt seg ins to good to be true,— I like your 1 dy. like The
style of your hair r And tlic gown that you wear; Why you put W-nur. to shame,
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My heart with love is a- flame, Oh",wont you change your name, please,
do, Ive been look-ing for yon- ... i Oh, Ive been you
(fFnrm-si ijTTnrm,
\ m. p ”'"3 'TT ml \ / 7T x w/3
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